Skip to main content

Full text of "Geschichte der byzantinischen Litteratur von Justinian bis zum Ende des oströmischen Reiches, 527-1453"

See other formats


Go  ogle 


This  is  a  digital  copy  of  a  book  that  was  preserved  for  generatioDS  od  library  shelves  before  it  was  carefully  scaoned  by  Google  as  pait  of  a  project 
to  make  the  world's  books  discovernble  online. 

Il  has  survived  long  enoiigh  for  the  Copyright  to  expire  and  the  book  lo  enler  Ihe  public  domain.  A  public  domain  book  is  one  Ihat  was  never  subject 
to  Copyright  or  whose  legal  Copyright  term  has  expired.  Whether  a  book  is  in  the  public  domain  may  vmy  counlry  lo  country.  Public  domain  books 
are  our  gateways  lo  the  pasi,  representing  a  wealth  of  history,  eullure  and  knowledge  thal's  ofteü  diRicull  lo  discover. 

Marks,  noialions  and  olher  niaiginalia  present  In  the  original  volume  will  appear  in  this  file  -  a  reminder  of  this  book's  long  journey  from  Ihe 
publisher  to  a  library  and  finally  lo  you. 

Usage  guidelines 

Google  is  proud  to  partner  vvilh  librai'ies  to  digitize  public  domain  materials  and  make  them  widely  accessible.  Public  domain  books  belong  to  Ihe 
public  and  we  Lue  merely  Iheir  cuslodians.  Nevertheless,  this  work  is  expensive,  so  in  order  lo  keep  providing  this  resource,  we  have  takeo  steps  to 
prevenl  abuse  by  commercial  jiarties,  including  placing  technical  reslrictions  on  automated  querying. 

We  aJso  ask  that  you: 

+  Make  non-cominercial  iise  of  the  files  We  designed  Google  Book  Search  for  use  by  individuals.  and  we  reqiiest  that  you  use  these  files  for 
personal,  non-commercial  purposes. 

+  Refrain  fivm  aiftomated querying  Do  not  send  automated  queries  of  any  sort  to  Google's  System;  If  you  are  conducling  research  on  machine 
translation,  optical  character  recognition  or  other  areas  where  access  to  a  laige  amounl  of  texl  is  helpful.  please  contact  us.  We  encourage  Ihe 
use  of  public  domain  materials  for  these  purposes  and  may  be  able  tohelp. 

+  Maintain  attribiitioii  The  Google  "watermaik"  you  see  on  each  file  is  essential  for  informing  people  about  ihis  project  and  helping  them  find 
addiiional  materials  through  Google  Book  Search.  Please  do  noi  remove  il. 

+  Keep  it  legal  Whatever  your  use,  remember  thal  you  are  responsible  for  ensuring  thal  what  you  are  doing  is  legal.  Do  not  assume  Ihat  just 
because  we  believe  a  book  is  in  the  public  domain  for  users  in  the  United  States.  Ihat  the  work  is  also  in  the  public  domain  for  users  in  olher 
couniries.  Whelher  a  book  is  still  in  Copyright  varies  from  counlry  lo  counlry.  and  we  ean'I  offer  guidance  on  whelher  any  specific  use  of 
any  specific  book  is  allowed.  Please  do  not  assume  Ihat  a  book's  appearance  in  Google  Book  Search  means  il  can  be  used  in  any  manner 
anywhere  in  the  world.  Copyright  infringement  liability  can  be  quite  severe. 

About  Google  Book  Search 

Google's  mission  is  to  organize  Ihe  world's  informalion  and  lo  make  il  universally  accessible  and  useful.  Google  Book  Search  helps  readers 
discover  Ihe  world's  books  while  helping  authors  and  publishers  reach  new  audiences.  You  can  search  tlirough  the  füll  text  of  Ihis  book  on  the  web 


at  http:  //books  .  google  .com/ 


Google 


über  dieses  Buch 

Dies  ist  ein  digitales  Exemplar  eines  Buclies,  das  seil  Generalionen  in  den  Regalen  der  B  ibiiolheken  aufbewalirl  wurde,  bevor  es  von  Google  im 
Rahmen  eines  Projekts,  mit  dem  die  Bücher  dieser  Welt  online  verFiigbar  gemacht  werden  sollen,  sorgfältig  gescannt  wurde. 

Das  Buch  hat  das  Urheberrecht  überdauert  und  kann  nun  Öffentlich  zugänglich  gemacht  werden.  Ein  öffentlich  zugangliches  Buch  ist  ein  Buch, 
das  niemals  Urheberrechten  unterlag  oder  bei  dem  die  Schulzfrisl  des  Urheberrechts  abgelaufen  ist.  Ob  ein  Buch  öffentlich  zugänglich  ist.  kann 
von  Land  zu  Land  unterschiedlich  sein.  Öffentlich  zugängliche  Blicher  sind  unser  Tor  zur  Vergangenheil  und  stellen  ein  geschichtliches,  kulturelles 
und  wissenschaftliches  Vermögen  dar,  das  hiiufig  nur  schwierig  zu  entdecken  ist. 

Gebrauchs  spuren.  Anmerkungen  und  andere  Randbemerkungen,  die  im  Originalband  enthalten  sind,  finden  sich  auch  in  dieser  Dalei  —  eine  Erin- 
nerung an  die  lange  Reise,  die  das  Buch  vom  Verleger  zu  einer  Bibliothek  und  weiter  zu  Ihnen  hinter  sich  gebracht  hat. 

Nulzungsrichtlinien 

Google  ist  stolz,  mit  B  ibiiotheken  in  pai'tnerschaftl icher  Zusammenarbeit  öffentlich  zugangliches  Material  zu  digitalisieren  und  einer  breiten  Masse 
zugänglich  zu  machen.  Öffentlich  zugängliche  Bücher  gehören  der  Öffentlichkeit,  und  wir  sind  nur  ihre  Hüter.  Nichlsdestolrotz  ist  diese 
Arbeit  kostspielig.  Um  diese  Ressource  weiterhin  zur  Verfügung  stellen  zu  können,  haben  wir  Schritte  unternommen,  um  den  Missbrauch  durch 
kommerzielle  Parteien  zu  verhindern.  Dazu  gehören  technische  Einschränkungen  für  automatisierte  Abfragen. 

Wir  bitten  Sie  um  Einhaltung  folgender  Richtlinien: 

+  Ntilzting  der  Dateien  zu  nichlkotnnierziellen  Zwecken  'Wh  haben  Google  Buchsuche  für  Endanwender  konzipieit  und  jnöchten,  dass  Sie  diese 
Dateien  nur  für  persönliche,  nichtkommerzielle  Zwecke  verwenden. 

+  Keine  iuitomalhierten  Abflügen  Senden  Sie  keine  automatisierten  Abfragen  irgendwelcher  Art  an  das  Google-System.  Wenn  Sie  Recherchen 
über  maschinelle  Übersetzung,  optische  Zeichenerkennung  oder  andere  Bereiche  durchfliliren,  in  denen  der  Zugang  zu  Text  in  großen  Mengen 
nützlich  ist,  wenden  Sie  sich  bitte  an  uns.  Wir  fördern  die  Nutzung  des  öffentlich  zugänglichen  Materials  für  diese  Zwecke  und  können  Ihnen 
unter  Umständen  helfen. 

-I-  Beibehaltung  von  Google-Markenelementeti  Das  "Wasserzeichen"  von  Google,  das  Sie  in  jeder  Datei  finden,  ist  wichtig  zur  Information  über 
dieses  Projekt  und  hilfl  den  Anwendern  weileres  Material  über  Google  Buchsuche  zu  finden.  Bitte  entfernen  Sie  das  Wasserzeichen  nicht. 

-I-  Bewegen  Sie  sich  iimerhalh  der  Legiilitäl  Unabhängig  von  Ihrem  Verwendungszweck  müssen  Sie  sich  Ihrer  Verantwortung  bewusst  sein, 
sicherzustellen,  dass  Ihre  Nutzung  legal  ist.  Gehen  Sie  nicht  davon  aus,  dass  ein  Buch,  das  nach  unserem  Dafürhalten  für  Nutzer  in  den  USA 
öffentlich  zugänglich  ist,  auch  für  Nutzer  in  anderen  Ländern  öffentlich  zugänglich  ist.  Ob  ein  Buch  noch  dem  Urheberrecht  unterliegt,  ist 
von  Land  zu  Land  verschieden.  Wir  können  keine  Beratung  leisten,  ob  eine  bestimmte  Nutzung  eines  bestimmten  Buches  gesetzlich  zulässig 
ist.  Gehen  Sie  nicht  davon  aus,  dass  das  Erscheinen  eines  Buchs  in  Google  Buchsuche  bedeutet,  dass  es  in  jeder  Form  und  überall  auf  der 
Well  verwendet  werden  kann.   Eine  Urheberrechts  Verletzung  kann  schwerwiegende  Folgen  haben. 

Über  Google  Buchsuche 

Das  Ziel  von  Google  besteht  darin,  die  weltweiten  Informationen  zu  organisieren  und  allgemein  nutzbar  und  zugänglich  zu  machen.  Google 
Buchsuche  hilfl  Lesern  dabei,  die  Bücher  dieser  Well  zu  entdecken,  und  unlersliilzl  Autoren  und  Verleger  dabei,  neue  Zielgruppen  zu  erreichen. 
Den  gesamten  Buchtext  können  Sie  im  Inlernet  unter  ht  tp  :  /  /books  .  google  .  coni| durchsuchen. 


HANDBUCH 


DER 

KLASSISCHEN 

ALTEETUMS-WISSENSCHAF 

in  systematischer  Darstellung  ' 

mit  boaoiidei'er  Rücksicht  auf  Geschieht«  und  Motliodik  der  einzelnen 

Disziplinen, 


In  Verbindung  mit  Öynm.-Roktor  Dr.  Autenrieth  (Nürnberg),  Prof.  Dr.  A 
Bauer  (Graz),  Prof.Dr.Blass(nalle},  Prof.  Dr.  Brugmann  (Leipzig),  Prof.D 
Busolt  (Kiel).  Geb.-Rat.  Dr.  v.  Christ  f  München).  Prof.  Dr.  Gleditsch  (Berlir 
Prof.  Dr.  O.Gruppe(IWlin).  Prof.  Dr.GQnther(Mtlnchen),  Prof.  Dr.  Heerdege 
(ErlRngL'n),Prof,Dr.HommeI(Münclioii).!'rof.  Dr.  Hübner  (Berlin),  Priv.-Do 
Dr.  Judelch  (Marburg),  Prof.  Dr.  Jul.  Jung  (Prag).  Prof.  Dr.  Krumbach« 
(Mtlnchen).  Prof.  Dr.  Larfeld  (RemBcheid).  Dr.  LoUlng  f  (Athen),  Prof.  D 
Niese  (Marburg).  Geh.  Regieriniparat  Prof.  Dr.  Nissen  (Bonn),  Prof.  D 
Oberhummer  (München).  Priv.-Doz.  Dr.  Öhmlchen  (München),  Pi-of.  D 
Pöhlmann  (Erlangen),  Qymn.-Dir.  Dr.  0.  Richter  (Berlin),  Prof.  Dr.  Schal 
(Wllrzbiirs),  Geh.  Oberachulrat  Prof.  Dr.  Schiller  (Oies.«cii),  0.viiHi.-Di 
Schmalz(TauherbiflchofMheim),  Prof. Di-.SIttl(Wiiriliurg.l,  Prof. Dr.?'. Stengi 
(Berlin),  Prof.  Dr.  Stolz  (Innsbruck).  Priv.-Doz.  Dr.  Traube  (München),  Pro 
Dr,  ünger( Wilrzburg).  Geb.-Rat  Dr.  v.  ÜPllchsf  (Würzburg).  Prof.  Dr.  Morll 
Voigt  (Leipzig).  Gymn.-Dir.  Dr.  Volkmann  t  (Jaiier).  Prof.  Dr.  Windelban 
(Stra«8burg),  Prof.  Dr.  Wlssowa  (Halle) 

Dr.  Iwan  von  Müller. 

onL  Prof.  der  klu^ebclicu  l'liilolugi»  in  MQuiiLeu. 


Neunter  Band,  1.  Abteilung. 

Geschichte  der  byzantinischen  Litteratnr 

von  Justiniun  bis  zum  Ende  des  oströmischon  Roichos  (527—14! 


MÜNCHEN  1897 
C.  H.  BECK'SCHE  VERLAGSBUCHHANDLUNG 


GESCHICHTE 


OEB 


BYZANTINISCHEN  LITTERÄTÜR 

VON  JÜSTINIAN  BIS  ZUM  ENDE  DES  OSTRÖMISCHEN  REICHES 

(527—1463) 


VON 


KARL  KRUMBACHER 

l.  O.  PBOFBROn  AK  DKR  rMVERsn  .  I    mi  m  iUCN 


•.  o. 


Zweite  Auflage 

benrbeitet  unUr  Mitwirkung  von 

A.  Ehrhard  H.  Geizer 


tm  <ln  l'nlvfnlUl  WAnbarg 


e.  i.  Prattvor  ao  du  VDivcnllil  Jeuk 


KÜNCHEN  1897 

C.  H.  BECK-SOHB  VKIU,  AUS  BUCHHANDLUNG 

OSKAH  BKCK. 


Alla  Rechte  rorUbiill«! 


&ni] 


CH.  B«k'Kl»  Uuohdnukfnl  In  KfirdllDg*il. 


Aus  dem  Vorwort  zur  ersten  Auflage. 


Einer  dpr  ersten  Sterne  am  philoIugiscJi-titstorischen  Himmel  von 
IUiro|>n  warnte  mich  Hinsl  mit  wndringlictien  Worten  vor  dem  Studium 
der  nnanssprechliclien  Jiihr hunderte  und  ihrer  p-istigsn  Krzengnisse; 
dio  rein«  Liebe  xum  Altertum  und  die  itädagogisuhc  Kraft  mfisseu 
terkfunmem,  wenn  sich  die  Philologie  auf  solche  Abwege  verirre;  ich 
mOge  IJusse  thim  «nd  zu  den  ästhetischen  Fleischtöpfen  der  klassischen 
Zrit  zurückkehren.  Wenn  das  am  };rnnen  Hohe  geschieht,  was  soll 
nuui  vom  dürren  erwarten?  Ks  ist  wohl  xweifellus,  dass  die  Mehr- 
bU  nnsen>r  Fachgenossen  sich  noch  auf  dem  Standpunkte  des  Bonner 
I>oktor8  herindet,  dem  es  unbegreiflich  war,  dass  man  sich  mit  ein» 
Zeit  befichäßigen  könne,  in  der  änö  den  Akkusativ  regierte.  Ich 
bntiiülie  deshalb  hier  nicht,  wie  es  nonst  in  Vorreden  hergebracht  ist, 
mein  Verhältnis  in  Vorgängern  damulegcn  —  denn  ich  habe  keine; 
«as  mir  obliegt,  ist  vielmehr,  das  wissenschaftliche  Hecht  des 
tii'gL'nstandes  an  sich  in  Schutx  xu  nehmen.  Ich  will  mich  dabei 
nicht  in  die  Aufzählung  von  Einzelheiten  und  Nebenumstünden  ver- 
lieren, nicht  von  den  mannigfachen  Anregungen  sprechen,  welche  aus 
d«T  byzantinischen  Litteratur  fflr  ein  vertieftes  Studium  des  helleni- 
h-Ikhi  Allerttims  und  der  griechischen  Gegenwart,  für  die  Erforschung 
des  mittelalterlichen  Kulturlebens  der  Urientalen,  SUven  und  Abend* 
Under.  insbesondere  Tur  die  Erkenntnis  der  aus  einem  analogen 
Kntwickelungsprozess  hervorgewachsenen  Sprache  und  Litteratur  der 
fontaiiitcben  Völker  geschöpft  werden  kennen.  Die  Hmiptsnche  liegt 
tndcTsrva.  Die  auf  allen  Gebieten  anerkannte  Forderung,  diss  die 
historisch«-  Kuntinuitdt  im  weitesten  Umfange  aufgedeckt  und  be- 
■cfarieben  u'crde.  darf  auch  in  der  griechischen  rhilologie  nicht  langer 


VI 


Ana  dem  Torwoit  snr  erBt«n  Aun&ga. 


beiseitt:  gescliobfsa  werden.     Was   dem  ttbertlächlicben  Uetracliter  ( 
dunkeln  Jahrhiindei-te  nichtig  und  wertlos  dilnkt,  erweist  sich  bei  ein 
liebcvullcn  Studium  des  gesamten  politischen,  kulturellen  und  sprai 
liehen  Hintergrundes  als  bedeutend.    Diesen  Vorgang  des  Anwachs) 
der  Tuilnahme  und  des  Verständnissen  habe  ich  unzähligemal  aa  i 
selbst  erlebt,  er  wird  sich  auch  in  anderen  vollziehen  und  wird  ei 
lieh  der  byzantinischen  Kulturwelt  in  der  Wissenschaft  ihre  berechti| 
Stellung  erobern,   llomei-,  Soplioklea  und  Pinto  sind  ewig;  die  isolie 
Betrachtung  dieser  Geisteslielden  ist  aber  nicht  das  Höchste;  auch 
treten  näher,  gewinnen  an  Leboii  und  sprechen  deutlicher,  wenn  i 
sie  auf  der  liie^enfolie  einer  Geschichte  des  griechischen  Geistes  u 
der  griechischen  Sprache  zu   begreifen  und  zu  geniessen  versuchi 
Um  es  kurz  zu  sagen;    soll  sich  die  Philologie   als  eine   geschicl 
liehe    Wissenschaft    im    vollsten    Sinne    des   Wortes    bewähren, 
inu£S  sie  auch    die  Erfoi-schung   der    byzantinischen  Zeit   ohne  Itü( 
halt  in  ihr  Bereich  ziehen;   dann  müssen  auch  die  gutgemeinten  I 
denken  der  sinnenden  Gcmbter  verstummen,  die  noch  nicht  geläi 
haben,  die  Begriffe  des  ästhetischen  Vergnügens  und  der  pädagogisch 
Brauchbarkeit  von  dem  der  wissenschaftlichen  Forschung  zu  trenne 
verstummen  werden  die  Einwände  der  wissenschaftlichen  Üureaukratt 
welche  die  philulogischcii  Studien  auf  einen  dui'ch  höhere  Verfügu 
bestimmten  Kreis  anerkannter  Schriftwerke  beschränken  möchten;   c 
Erforschung  einer  Wahrheit  im  4.  Jahrlmndert  v.  Chr.  wird  nicht  me 
für  verdienstlicher  gehalten  werden  als  die  Aufdeckung  einer  solch 
aus  dem  14.  Jahrhuadcrt  n.  Chr. 

Alles  das  ist  so  einfach  und  selbstverständlich,  dass  man  äi 
scheuen  müsste  es  öffentlich  aus/,us]irechen,  wenn  es  nicht  das  Schic 
sal  des  Einfachen  und  Selbstverständlichen  wäre,  dass  es  im  bitteri 
Streite  erkämpft  werden  muss.  Die  Kraft  der  Thatsachen  wird  ab 
auch  hier  zum  Siege  gelangen.  Es  wird  in  der  philologischen  Wisse 
Schaft  Ähnliches  geschehen  wie  in  der  Landschaftsmalerei.  Da  gab 
eine  Zeit,  in  der  man  sich  nur  für  himmelblaue  Seen,  für  rosig 
Alpenglühen  oder  üppige  Friihlingsgelande  begeisterte;  seitdem  h 
loan  gelernt,  in  jedem  Stiicko  der  unendlichen  Natur  das  Göttlicl 
und  Ewige  zu  finden;  man  hat  entdeckt,  dass  sich  einem  polnisclu 
NoveJiiberabend  auf  morastigem  Neubrucliland  ebensoviel  Feinheit  ui 
soelische  Stimmung  entlocken  lässt  als  den  früher  beliebten  „scIiOnt 


Ans  dem  Torvort  sor  erstea  AutUg«. 


vn 


len".     So  wird   niicli   der  Litterarhistorilter  der  Zukunft  juder 
[Mjchc  in  welcher  Menschen  dichteten  und  duchtim,  dieselbe  Teilnahmo 
entgeirenbrinG;en.   Wie  der  beschräniite  ethnographische  StandjiunktdiT 
Itn  HeHenfn  durch  den  wultgenioinscliaftlichen  Gedanken  des  Cliristen- 
nu  Ungst  praktisch  überwunden  ist,  so  wii'd  auch  die  Wissenschaft 
•i  aller  V<sn>onkung  in  di«  Kinjtidforschnng  gieichutfitig  ihren  Gesichts- 
kreis mit  ungeschmälerter  Sorgfalt  über  Zeiten  und  Vülker  ausbreiten. 
Was  ich  in  diesem  Sinn«  für  das  byrjintinische  Zeitalter  2U  thun 
TKrmochtc,  ist   freilich   nur  eine  Arbeit  ans  dem  RoIien.     Die  erstü 
Aufgabe   war  hier,  Grundlagen   zu  schatfen   und   ein   Gerüste  anfzu- 
richti'u.     Kein  Mitforscher  wird   das  Fuchwerk,  das  er  sich  zur  Be- 
bi^itnng  ausgewählt  hat,  schon  so  voltendet  und  geglättet  vorfinden, 
Aass  ihm  nicht  noch  sehr  Tiol  xu  thun  übrig  bliebe;  dafür  wird  aber 
jtdem  wenigstens  eine  Planskizze,  ein  roher  Unterbau  und  ein  Schutz- 
dach gegen  Wind  und  Wuttttr  geboten.     Kur  eine  Gattung,  diu  eine 
selbständige   Abteilung    gebieterisch    verlangt   hätte,    ist   vorläufig   in 
niden  Gemächern    untergebracht   worden,    die   Theologie  und   diu 
mit    ihr   verbundene    Hagiographic     Daran    ist    nicht   Abneigung 
Kchiild,  sondt-rn  Mangel  an  Zeit  und  Vorarbeiten.    Kine  Wissenschaft* 
lifhp  Diirsti'Uung  der  theologischen  Litteratur  konnte  ohne  ein  gründ- 
liches   Studium    der    Kirchengeschichte    nicht    gewagt    werden;    hiefür 
fehlt  es  aber  an  geeigneten  Hilfsmitteln;  die  Lehrbücher  der  Patristik 
wie    auch    die   neueren   SpezialunterNuchungen    reichen    kaum    bis    auf 
Jobnnnes  von  Duinaskos;  die  spätere  Zeit  ist  nur  an  cinxclneu  Punkten 

aiirgehfdlt 

Was  die  üLrigen  l-'jtdier  anlangt,  so  ging  mein  Streben  dahin, 
dun  gegenwärtigen  Stund  unseres  Wissens  u{3gliolist  klar,  anschaulich 
and  zweckmässig  darzulegen.  Manchmal  befand  ich  mich  freilich  in 
der  peinlichen  Lage  eines  Kichters,  der  das  Urteil  sprechen  soll  und 
nicht  die  Zeit  hatte,  um  die  l'n)zessakten  genau  und  mit  sorgsamer 
Überlegung  «i  prüfen.  Oft  rousste  ich  gerade  da  abbrechen,  wo  sich 
eine  Stelle  zu  lichten  begann  und  wo  unter  dem  wüsten  Geröll  ein 
Goldkoni  durchschimmerte.  Auch  möge  man  bedenken,  dass,  wie  die 
Imcanlinische  Litteratur  selbst  ?.ü  allen  Teilen  der  altgriechiächen  in 
mger  Beziehung  steht,  so  auch  der  Bearbeiter  derselben  die  Doppel- 

EfgalM"    übemohmen   musste,    sowohl    den    iilten    Originalen    als    den 
ttelgriticlii  scheu  Ueäexen  seine  Auünerksamkeit  zuzuwenden.    Unter 


vm 


Ana  dem  Torworl  snf  eraUn  Anfliife. 


solchen  umständen  war  es  nicht  möglich,  innerhalli  einer  absphhare 
Zeit  zu  einer  gleichiiiässigen  Duruhurbi^itung  des  ganzen,  mannigfaltige 
und  schwer  zu  sichtenden  StotTes  xu  gelangen ;  docli  war  ich  stei 
bestrebt,  auf  nnebeno  und  dunkle  StelU^u  mit  sc^hlichten  Worten  aui 
drCtcklicb  hinzuweisen.  Was  sich  an  Vorarbeiten  finden  tie-ss,  hat 
ich  dankbar  und  gewissenhaft  benutzt,  ohne  nach  einem  falschen  Scheli] 
von  Selbstaudigkeit  zu  streben.  Für  grössere  Partien  der  Chronikei 
litteratur  dienten  die  iiusgiyieichneti'n  Forschungen  von  F.  Hirscl 
C.  de  Boor  und  11.  GelKer.  f(ir  den  Roman  das  berühmte  Buch  vo 
£.  Rohde,  für  die  Kirchen poesie  die  gnindlegenden  Werke  von  J.  1 
Pitra,  W.  Christ  und  W.  Meyer.  Die  weitesten  Strecken  wäre 
freilich  ohne  Führer  zu  durchwandern,  und  auf  manchen  Gebieten  wi 
in  dorn  Urwuld  der  vulgargriGchisühen  Litteratur  fehlte  es  sogar  a 
den  notdürftigsten  Wegweisern. 

Fast  völlig  musste  ich  darauf  verzichten,  die  litterarischen  Tliai 
Sachen    durch    eine    begleitende   Schildenmg   der    geschichtlichen    uii 
kultun'Uen   (irundlagon  zu  erläutern.     Gerne   hätte   ich   den  byzaii 
tinischen  Menschen   bei    der  Arbeit,    in    der  Familie,    im  gesellschafi 
liehen  und  i»ilitischen  Leben  dargestellt;   wie  verluckend  war  es,  da 
Gewiihl    der    orientalischen    und  fräidcisdien  Handelsleute  in  den  Ba 
zaren,    das    Treiben   der   viclsiirachigen  SMdnerscharen    in    ihren  Kn 
serncn,  die  Thätigkeit  der  Matrosen   auf  den  flinken  Dromonen,   di 
Lebensführung  und  Sitte  der  Mönche    in  den  zahllosen  Uiesenklrtsteri 
und  das  festliche  Geprange  des  kaiserlichen  Hofes  an  geeigneten  Stellei 
in    das    litt(;rarische  Bild    zu  verweben.     Doch  war  für  einen  solchei 
Plan,  selbst  wenn  die  knapp  zugemessene  Zeit  seine  Ausführung  ver 
gönnt   Iiätte,   der   Kahmen   der  Arbeit  durch  den  Zweck   des  Unter 
nehmens.    dem   sie   einverleibt    ist,    von  Anfang   an   zu   enge  gezogen 
1'^  war  nicht  im'iglich,  in  einem  Kompendium  den  ungeheuren  Heichtuii 
von  Ideen,  Sitten,   Gewohnheiten,    Einrichtungen,    politischen,    sozialen 
religit'isen    und    künstlerischen  Tliatsachen,    die    zur  Ausfiüirung  eine: 
lebensvollen    Bildes   der    Litteraturgcschichte    nötig   wären,    attdi    nui 
andeutungsweise  zu  umfassen. 

Ein  möglichst  reichhaltiges  und  zuverlässiges  Verzeichnis  dei 
Ausgaben  und  IIilf.<<niittel  erschien  mir  für  den  gedeihlich(>n  Fort- 
sdiritt  der  byzantinisclien  Studien  um  so  mehr  von  Bedeutung,  als  es 
bis  jctEt   für  diu  byzantinische   Litteratur   weder   eine   BibliogruphiE 


JUw  dani  Toiwott  snr  «rstan  AirflBg«! 


IZ 


noch  ein«  FacIizPitsohrift  oder  einen  kritischen  .liiliri'sbtiriolit  gibt.  Eine 
absolute  Tollständigkcit  war  oline  den  Ilt^such  zahlreicher  Bibliotheken 
uioht  zu  erreichen  und  konnte  bei  einzelnen  Autoren  wie  bei  Psellos 
nicht  einmul  nugcstrebt  werden.  Prinzipiell  habe  ich  mehr  Wert  auf 
diß  neneren  Krscheinungen  gelegt  als  auf  die  häufig  gän7.1ich 
wertlosen  und  i»chwcr  znglinglichen  alten  Drucke,  die  später  in  he* 
quemt-rer  Fonn  wiederholt  worden  sind.  Vor  Abschlnss  meiner  Ar- 
beit habe  ich  ein  halbes  Jnhr  geo|)fort,  um  die  letzten  15 — 30  Jahr- 
gioge  aller  mir  zugänglichen  philologischen,  archäologischen,  thcologi- 
acbfn  and  historischen  Zeitschriften  Europas  sorgf;iUig  durchzugeliün. 
Wenn  die  mCihevoUe  Wanderung  auoli  zuweilen  auf  lange  Strecken 
ohne  Ansbente  blieb,  so  erfreute  nicht  selten  ein  glüclclieher  Fund  an 
einem  (>rta,  wo  niemand  etwas  Byzantinisches  vermutet  hätte.  Wenn 
es  nuD  auch  bei  einem  Unternehmen  von  so  grosser  Ausdehnung 
■iernjUs  an  Nachtragen  fehlen  kann,  so  hotfe  ich  doch,  dass  von  den 
tB  unserem  Jahrhundert  Terüffentlichten  Ausgaben  und  Ililfsschriftcn 
wenig  Bedeutendes  ilbersehun  worden  ist.  Erheblichere  Lücken  bleiben 
nhrvcheiiilich  nur  in  der  auf  Byzanz  bezüglichen  russischen  Litte- 
latiir  ßbrig.  Denn  obschon  der  Direktor  der  Münchencr  Staatsbibliothek, 
Herr  G.  Laubmnnn.  meinen  Wünschen,  soweit  es  möglich  war,  mit 
ptester  Liberalität  entgegenkam,  so  waren  mir  doch  manche  wichtige 
Krscheinitngen  unerreichbar,  leider  auch  die  allcrwichtigste.  das  .lour- 
nal  des  Ministeriums  für  VolksaufJclaning.  Einen  teilweisen 
Enati  bot  das  Archiv  fitr  slavischc  Philologie,  eine  der  go* 
üegensten  Zeitschriften  Europas,  die  frei  von  chanvinistischen  Ten- 
iksiien  und  gelehrtem  Dünkel  fest  und  zielbewusst  ihren  Weg  schreitet. 
Nuch  sei  gestattet,  dass  ich  den  wenigen  Freunden,  die  durch 
Sumdnng  von  Schriften  oder  durch  persönliche  Anregungen  das 
dornenvolle  Werk  gefordert  haben,  OtTentlicti  meinen  Dank  ausspreche. 
lubecondere  fiible  ich  mich  den  Uli.  Professoren  G.  Destunis  in 
Petrrsbnrg  und  E.  Kuhn  in  München  für  zahlreiche  und  wertvolle 
bibliographischü  Nacltweise  verpflichtet 


München,  im  Oktober  1890. 


Karl  Krumbacher. 


X 


Vorwoit  inr  sirelUn  Asflsg*- 


Vorwort  zur  zweiten  Auflage. 


Als   in   nn«rwiirtet  kurzer  Zeit  die  Aufforderung  xu   einer  Ni 
hcarbcitung  dioses  Huchcs   an    mich    gelangte,   war  es  mir  klar,   dl 
mit  einzelnen  Bcsseningen  und   Nacliträgcn  liier    nicbt  genug   gotl 
war.     Die   giinstigt;   Anfnahim.',    die   der   erste    Entwurf  trotz   seil 
Mangel  gefunden,    machte  es    mir  zur   Pflicht,    ihn   durr.bgreifund 
verbessern  und   zu  vervollständigen.     So  setzte  ich  denn  alles  dan 
um  das  Buch  zu  einem  mißlichst  IcistungsfÄhigen  Arbcitsini>truine 
zu  einem  zuverlässigen  Führer   durch    den   für  den  Neuling  so  a 
sclircolcenden  Urwald  der  byzantinisohen  Littirratur  auszugestalten.  & 
peinlichsten   war   in   der  ersten  Auflage   die   fast  völlige  Ahwesenh 
der  theologischen  Litterutur  omjpfunden  worden;  dieser  Mangel  musi 
vor  allem  gut  gemacht  werden.     loh  begann  meine  Studien  mit  d 
theologischen  Litteraturgattung,  zu  der  ich  mich  von  jeher  am  meist 
hingftzogtfn   fühlt«,   mit    den   Ocschichteu   der  Märtyrer  und    Heilige 
Als  erste  Frucht  dieser  Thätigkeit    konnte  ich   schon  im  Jahre  181 
meine   „Studien   zu    den    Legenden    dej;    hl.  Theodosios"  vorlegeiL 
tiefer   ich  mich    aber   in    die  theologische   Litteratur    versenkte^    des 
mehr  wurden  mir  die  grossen  Schwierigkeiten  bewusst,  diu  hier,  wenig 
auf  dem  rein  ütterarisohen,   als   auf  dem  sachlichen,   besonders  de 
dogmatischen  Gebiete,  liegen.    Inzwischen  begann  die  für  die  Redakti< 
der  Byzantinischen  Zeitschrift,  besonders  für  die  Herstellung  derBibli 
graphie  notwendige  Arbeit,  die  ich  bei  der  Gründung  dos  Organs  b 
deutend    unterschätzt  h'itte,   meine  Zeit  und  Kraft  mehr  und  mehr 
Anspruch    zu   nehmen,    und   ich    musste   einsehen,    dass   mir    zunüuh 
eine   andere    umfassende  Arbeit    unmöglich  wurde.     Da  war   es  den 
hoch  erfreulich,    dass    sich    Herr  Albert  Ehrhard,    Professur    de 
Kircliengeschichte    in    Würz  bürg,    a\if   mein    Ersuchen    bere 
finden  Hess,  das  Kapitel  „Theologie"  auszuarbeiten.    Er  hatte  scho 
früher  bei  seinen  handschriftlichen  Studien  auf  einzelne  byzantinisch 
Theologen    geachtet    und    war    hiedurch    besser    als   viele    andere    IVi 
seine  Aufgabe  vorbereitet.    Es  i.st  ihm  gelungen,  in  dem  kurzen  Zeil 
räume  von  zwei  Jaliren  die  noch  von  niemand  gelichtete  tlieulogisch 


Torwort  bkt  iwailsD  Anfiaga.  21 

Litteratur  der  byiuiiilinisclien  Zeit  zu  bewältigen.  Doch  bittet  micli 
Elirhard  Uta  dio  Erkiirung.  das«  er  bßi  der  Ausarbeitung  mancher  l 
Partien  dnrch  die  Kürze  der  zugemessenen  Zeit  wie  auch  durcti  die; 
Tun  deui  Vcrlt'g4;r  auferh^e  Uescliränkting  (Us  Raumes  behindert 
wurden  ju^i  und  manches  ohne  diesen  dojiiieUcu  Zw;ing  ringehendor 
duryestelJt  und  wohl  iiucli  manche  Fraffe  besser  ei-gründet  liätte.  Der 
TOD  Ehrhard  bearbeitete  Abschnitt  erstreckt  sich  von  S.  87— S18. 

Wer  je  auf  dem  byzantinischen  Gebiete  gearlicitet  hat,  weiss,  wio 
läufip  mau  das  Fehlen  einer  kurzgefassten.  zuverlässigen  und  dem 
twoesleu  Stande  der  Forschung  entsprechenden  Kinzeldarste! Iniig  der 
byxBDtinischea  Gesobtohte  schmerzhaft  cniptindot.  Nun  ist  auch 
dtesCTD  Hangel  abgeholfen.  Herr  llofrat  H.  Gelzer,  Professor  der 
tieschichte  in  Jena,  hat  auf  meine  BitU-  eint^  Skizze  der  byiuintini- 
•oben  Geschichte  abpefasst,  die  dem  Bnclio  als  Anhang  S.  911—1067 
lifigegebe]]  ist. 

Ind<in  idi  meinen  hochverehrten  Mitarbeitern  auch  an  dieser 
Stelle  föT  ihre  liebcnswiirdip?  Mitwirkung  anfrichtlg  daidte,  betone 
iA  XQf  Vermeidung  etwaiger  Missvcrslandnisse  noch  ausdrücklich,  dass 
selbstn-rständlich  jeder  für  .seinen  Beitrag  die  volle  und  atis- 
»chliessliche  Verantwortlichkeit  trägt. 

Auch  libcr  meinen  eigenen  Anteil  an  der  neuen  Bearbeitung  bin 
idt  ilrm  Leser  einig»  Erkläi'ungcu  schuldig.  Was  mich  bei  uieiuen 
Studien  auf  dem  byzantiuischen  Gebiete  und  insbesondere  bei  der 
.\usnrbfitung  der  urstiui  Aull.ige  dti^es  Buohes  am  häutigsten  und 
«t-irkstrn  gestört  hatte,  war  die  absolute  Uiizuverliissigkeit  und  Mangel- 
hnfti^kril  der  Au.'^lx-n  und  Hilfsmittel,  (irnbe  Irrtiimi^r,  Missverständ- 
nu»":,  Ilalbrichtigkeiten  und  Halbheiten  begegnt-u  auf  Schritt  und  Tritt; 
*ie  die  Texte  selbst  meist  ganz  elend  verdtFentlieht  sind,  so  wimmi^lt 
t%  von  unrichtigen  oder  ungeuanen  Angaben  über  Zeit  und  Person 
der  Verfasser,  über  Titel,  Umfang  und  Einteilung  der  Werke.  Des 
bekagliehen  Gefidiles,  mit  dem  wir  die  antiken  Schriftwerke  in  ihren 
tnfflichcu,  beciuemen,  oft  luxuritteen  Ausgaben  genicssen,  kann  der 
Frvnud  der  byzantiuischen  Studien  nur  selten  froh  werden.  Dazu 
[  bxtimt,  dass  zahlreiche  byzantinische  Schriftwerke,  darunter  selbst 
I  luDcbe  für  das  Verständnis  des  litterarhistorischcn  Zusammenhanges 
^uiuvtbehrliche,    nuch   gar   nicht    ims    Licht   gezogen   sind.     Kurz,    die 


I 


J 


XII 


Torwort  lar  sirflitBii  AnHag*. 


gftieJiiit<'-s  lind  g^ründliclics  Studium  dieser  x'ergilbtPii  Originaliei^u 
schien  mir  daher  die  wichtigste  Fordoruni;  Für  niiic  Kttulicjirlteitu 
des  Buchen.  Auf  zwei  grossen  Studienreise»  wurde  es  mir  mögUt 
mehr  »Is  tilUKOiid  llnitdsuhrifti'n  byzaiitiiüschfn  Inhalts  teils  xa  e 
«eriiieren.  teils  mit  gedruckten  Texten  au  vei^loii;heu  oder  zur  At 
klürung  bestimmter  Fragen  einzusehen.  Der  wissenschaftliche  Gewü 
dieser  Arbeit  war  über  Erwarten  reichlich.  Selbst  auf  Littcrato 
gebieten,  wo  genügende  Thnicke  vorliegen,  ist  mir  erst  beim  Studiu 
der  Prrgiimente  iiber  den  Cliaraktcr  einzelner  Werke  und  ihren  hisl 
rlschcn  Zusanunenliang  das  rechte  Licht  aufgegangen.  Wenn  es  n 
z.  B.  jetzt  vielleicht  gelungen  ist,  die.  Entwickelung  der  byziintiniscb 
Profanpoesie  einigermassen  klar  zu  legen,  so  verdanke  ich  das  wesei 
lioh  den  Beobachtungen,  die  sich  mir  beim  Studium  einiger  llaa 
scliriften  des  Georgios  Pisides,  Theodoros  Studites.  Nikolaos  Kallikli 
Theodoros  IVodrtimos  u.  a.  aufdräugti^n.  AVir  vielfach  Nachweise  ei 
Miner,  oft  abgclegeniT  utid  verschollener  Handschriften  nun  raöglii 
wurden,  lehrt  eine  flüchtige  Ihirchsicht  jeder  Abteilung  der  neui 
AufInge.  Immerhin  konnten,  der  Natur  de,s  Buches  gemäss,  nur  d 
wichtigsten  Ergebnisse  aufgenommen  werden.  Manche  wertvolle  Stücl 
des  giaammelten  Materials  hatte  ich  schon  früher  befreundeten  Fad 
genossen  überlassPii,  die  sie  teils  in  der  Byzantinischen  Zeitschril 
teils  in  selbständigen  Arbeiten  verwerteten.  In  diesen  Fällen  lie 
ich  CS  natürlich  mit  dem  Hinweise  auf  die  betreffenden  Arbeiten  b 
wenden. 

Neben  den  Handschriften,  aus  denen  ich  iicrsOnlich  das  meis 
gelernt  habe,  durfte  auch  die  gcdi"uckte  Litteratur  nicht  vernachlässi; 
werden.  Ich  habe  mich  bemüht,  sowohl  die  älteren  Hilfsmittel  ur 
Ausgaben,  von  denen  mir  beim  ersten  Entmirf  manches  entgang* 
war,  als  die  seit  dem  Jahre  1890  veröffentlichten  neuen  Beiträge  i 
vollständig  und  gründlich  als  möglich  beizuziehen.  Der  Zutluss  neui 
Arbeiten  von  allen  Seiten  war  so  reichlich,  dass  ihre  Bewältigui: 
kaum  noch  hätte  gelingen  können,  wimn  niclit  die  rasch  anschwellende 
Fluten  noch  rechtüeitig  in  das  Bett  von  Fachzeitschriften  gelenkt  wordf 
wären.  Zur  Ausfüllung  der  Lücken  des  ersten  Entwurfes  sind  ei 
neues  Kapitel  (Fachwissenschaften)  und  eine  Reihe  neuer  Paragraph« 
liinzugefügt  worden.  Durch  alle  diese  Zu.sätze  und  die  Beiträge  meint 
Mitarbeiter    ist    leider    der   Umfang    des   Buches,    trotz   des  eifrigste 


Torwort  «nr  cweiten  Aoflftg». 


xm 


Strcbeus  iiacb  EOrzc  und  der  ausgioliigsten  Anwendung  des  kleinen 
Druckes,  lK,*denk]ich  angeschwollen,  und  kaum  ist  es  noch  gelungen, 
die  TAr.dcn  BvuutuT  so  luibof^ueme  Abteilung  in  zwei  Blind»  zu  ver- 
meiden. 

Besonder«  Liube  hübe  ick  auf  die  Abfassung  der  an  den  Suhluss 
des  Buches  gestellten  Realbibliographie  verweiidet.  liier  sind  die 
Summfn  langjälirigcr  Erfahruugen  niedet^elcgt,  die  positiven  und  nega- 
tiven Ergebnisse  zeitraubender  und  mühevoller  Naohforschungon;  solche 
Xachforsohungen,  durch  welche  der  Fortgang  der  wissenscliaftlichcn 
Arbeit  so  häutig  aufgehalten  und  so  viel  Zeit  vergeud(;t  wird,  den 
Milfiirscheni  möglichst  zu  ersparen  oder  wenigstens  zu  erleichtern,  daa 
war  das  Ziel,  das  ich  bei  der  Sammlung  der  nun  in  17  Abteilungen 
untergebrachten  Litteratur  vornehmlich  im  Augu  hatte.  Vollständigkeit 
konnlu  in  nmnchen  Rubriken  wie  in  der  Kirchengeschichte,  Kthno- 
graphie.  ()e()gra]ihii'-,  Kpigraphik  nicht  angestrc^bt  werden.  Namentlichj 
mossten  Qberutl,  wo  reich  bebaute  Xachbargebiete  zum  Besuche  lockten,  1 
praktisclie  Erwägungen  die  Auswahl  und  Abgrenzung  leiten.  Manche 
wirkliche  Locke  rfihrt  davon  her,  dass  die  einzelnen  Rubriken  mit 
ihren  Unterabteilungen  nicht  von  Anfang  an  fest  standen,  sondern 
i-prt  im  Liiufe  der  Jahre  als  notwendig  erkannt  und  eingestellt  wurden. 
Mir  unerreiclilmre  Schriften  habe  ich  hier,  wie  auch  in  den  anderen 
Teilen  des  Buches,  meistenteils,  namentlich  wenn  mir  die  Notiz  aus 
irgend  einem  Gmnde  verdächtig  vorkam,  als  „mir  unzugänglich"  be- 
ir-ichnet  Dass  ich  mich  so  oft  zu  diesem  stets  fatalen  Cieständnis 
b«iuemte,  möge  mir  der  Leser  nicht  zum  Vorwurfe  machen.  Wenn 
auin  fremde  Uibltotheken  immer  und  immer  wieder  vergelilich  zu  Kilfo 
nift,  wird  man  schliesslich  des  Briefschreibens  müde;  ausserdem  setzen' 
■Doh  die  beträchtlichen  materielh^n  Opfer,  die  mit  einer  häutigen  Bei- 
utrhnng  answärtiger  Bibliotheken  verbunden  sind,  einem  mit  Glücks- 
;iit4.Tn  nicht  gesegneten  Kxtraordinarius  gewisse  Grenzen.  Übrigens 
ck«utc  ich  selbst  vor  grösseren  Reisen  nicht  zurück,  um  das  Material 
Münzen.  Das  Journal  des  k.  nissischen  Ministeriums  der  Volks- 
lafkUmog,  das  mir  bei  der  Abfassung  da  ersten  Auflage  ganz 
äugelte,  habe  ich  erst  in  Berlin,  wo  leider  die  ersten  164  Bände 
[•D,  und  in  der  Wiener  Hof  bibliothek,  die  ein  bis  auf  die  ersten 
10  Bitndu  vollständiges  Exemplar  besitzt,  fiir  meine  Zwecke  exzerpieren 
.haaea. 


XIV 


Torwort  aur  sweitcn  Auflage. 


In  die  llersfcllung  des  Registers  haben  Elirliartl  und  ich  U 
in  der  W«ise  geteilt,  diiss  Khrhard  sei«  Kapit<il  (S.  37—218),  i 
den  übrigen  Teil  des  Buches,  auch  Geizers  Äbriss  der  Geschichi 
iit>Brnalim. 

Bei   der  Wiedergabe  der  zalilreiclioii  fremden  Namen   lial 
ich,  sowiMt  es   ni<)glich   war,   eine  einheitliche  wissenschaftliche  Tra 
scriptionsweise  befolgt.    Völlige  Konsequenz  war  freilich  nicht  zu  e 
reichen.     Daran    hinderte    namentlich    der    Umstand,   dass   die  SIav( 
und  Griechen,  wenn  sie  in  fremden  Siiraclicn  puhlizicren,  häufig  ih 
Namen   nach   verschiedenen   und   zum  Teil   recht  willkürlichen  Pri 
xipieii  wiedci^eben.    Wenn  z.  B.  Stasov,  Vcsolovskij,  Lampros 
französischen   oder  deutschen  Arbeiten  sich  Stassoff,  Wesselofsk 
Lamhros  untorKeichnon,  so  durften  diese  seltsamen  Furmen  aus  bibli> 
graphischen    Gninden    nicht    geändert    werden;    wenn    aber    rnssiscl 
»der  griechische  Schriften    dersrlhen  Verfasser   zitiert  werden,   so    e 
scheinen  ihre  Namen  in  den  an  erster  Stelle  angeführten,  dem  Trai 
scriptionssystem  des  Hnches  entsprechenden  Formen.    Der  von  manche 
empfohlene   Ausweg,    bei   solchen   Abweichungen   die   richtige   Trat 
scription  in  Klammem   beizusetzen,    z.  ü.  „Lamhros    (d.  h.  Lampros)' 
erschien  mir  doch  m  unschön  und  zu  umständlich.    An  manche  Trar 
scriptionen   wie  Car   statt   des  altmodischen  Czar   oder  Zar  wird  sie 
der  deutsche  Leser  freilicli  erst  gewöhnen  müssen. 

Zahlreiche  Beiträge  und  niltzHche  Anre^ngen  verdankt  die  neu 
Bearbeitung  den  Gelehi-ten,  welche  sich  der  Mühe  unterzogen  liabei 
die  erste  Aufhige  ausführlich  zu  besprechen,  besonders  den  llerre 
D.  BikOlas,  J.  B.  Bury,  Cli.  Diehl,  J.  Dräseke,  H.  Gehei 
F.  Hirsch,  K.  Uiick,  Seb.  Merkte,  Gust.  Meyer,  K.  Oster,  1 
Tacchi  Venturi,  D.  Therianos,  H.  ¥.  Tozer,  Th.  Uspenskij 
C.  Weyraan  und  0.  A.  Wilkens.  Mehrere  Fachgenosson  wie  di 
Herren  W.  Fischer,  H.  GcUer,  E.  Kuhn,  K.  Kurtz,  C.  Neumann 
K.  l'atzig,  N.  Politis,  M.  Treu  n.  a.  haben  das  Werk  durch  Zusen 
düng  vuii  Berichtigungen  und  Nachtriigiui  gefördert.  Herr  H.  Morit 
)iat  die  Zusammenstellung  der  Kegentenlistcii  besorgt;  Herr  J.  Scheib 
maier  ist  beim  Lesen  der  Korrekturen  meinen  öfters  den  Dienst  vcr 
sagenden  Augen  zu  Hilfe  geeilt;  die  Beamten  der  Mikncliener  Hof-  un( 
Staatsbibliothek  und  der  Universitätsbibliothek,  besundcrs  die  Herrei 
Direktor  G.  von  Lnubmann,  Oberbibliotliekar  II.  Schnorr  vouCaroU- 


^^^^^^^^^^  Vorwort  rvt  tv«iteti  Anttftg«.  ^^^^^  jy 

fcld  und  Sekretär  F.  Boll  sind  meinen  oft  weitgehenden  und  lästigen 
IVunschtm  stets  liebenswürdig  entgegengekommen.  Ihnen  allen  und 
tuuiobrai  atigen:tnnt<^n  Förderern  des  Werkes  sei  hier  aufrichtig  Dank 

Das  drQükende  GefiÜil  dtr  Unsicherheit  und  Besorgnis,  mit  dem 
ich  den  ersten  Entwurf  dit^ses  Ituclics  in  die  Welt  hinausschickto,  hat 
iticli  in  festes  "Vertrauen  auf  die  Zukunft  der  bywtntinischen  Studien 
gewandelt.  Selten  ist  eine  nc^ue  wissenschaftliche  Disziplin  iu  einem  i 
so  Icurw^u  Zeiträume  innerlich  und  äusserlich  so  mächtig  g(;wachsen. 
Von  der  energischen  und  fruchtbaren  Thätigkcit,  die  sich  auf  diesem 
(tL'bicte  seit  einigen  Jiihron  allerorten  entwickelt  hat,  zeugt  fast  jede 
Sdte  der  nenen  Bearbeitung.  Noch  mehr  fallen  die  äusseren  Fort- 
«fhntte  der  by»\utinischen  Disziplin  ins  Auge.  Das  in  der  Vorrede  i 
ilcr  ersten  Auflage  dieses  Buches  schrtchtern  angedeutete  Vitrlangon 
nach  i-iner  Fachzeitschrift  und  einem  kriti.scheu  Jahresberichte  ist  heute 
iwciftich  crfrült:  durch  die  Byzantinische  Zeitschrift  und  den  Vi- 
lantijskij  Vremennik(vgl.  S.  1143t.  Eine  weitere  Förderung  erfuhren 
dio  byxantinischen  Studien  durch  die  Gründung  eines  k.  russischen 
arehiolügisclien  Instituts  in  Konstantinopel,  das  seine  Haupt- 
uCuerksamkeit  natui^emäss  auf  die  byzantinische  Zeit  richtet.  Auf 
den  grusseu  uationalen  und  iuternatiunalun  Gelehrtenversaniinlungcn, 
die  das  walire  Kennzeichen  des  gemeinschaftlichen,  Menschen  und 
Volker  verknüpfenden  Zuges  der  heutigen  Wissenschaft  bilden,  war 
Bfianz  früher,  wenn  man  etwa  von  den  archäologischen  Kougrcsson 
ia  Bnsslnnd  absieht,  nicht  vertreteu.  Auch  hier  ist  eine  Besserung 
nagctreten.  Anf  dem  zehnten  internationalen  Ürientalistcu- 
koDgress,  der  im  St-ptember  1894  zu  Genf  abgehalten  wurde,  war 
Bie  griechisch-byzantinische  Sektiu»  eingerichtet  und  für  den  näch- 
sten Oriontalistenkongress,  der  im  Jahre  1897  zu  Paris  statt- 
indcn  «ill.  ist  eine  S«*i:tion  „Griechenland  in  seinen  Beziehungen  zum 
Uiient  vom  Altertum  bis  zur  Gegenwart"  in  Aussicht  genommen,  deren 
LMTluiiileil  voraussichtlich  dem  „halborientalischen"  Byzuuz  zufallen 
«trd.  Endlich  besitzen  die  byzantinischen  Studien  seit  dem  Jatu«  1892 
ihtreh  die  hochherzige  und  einsichtige  Entschlie^sung  di-r  k.  bayerischen 
ioning  einen  Lehrstuhl  au  der  Universität  München,  und  in 
folgenden  Jahn-n  sind  sie  auch  in  Itussland,  Holland  und 
igarn  in  den  Hubineu  des  Univorsitatsunterrichtes  gezogen  worden 


VI  Tonrort  snr  awelt«n  Anflkg«, 

gl.  S.  1140).     So  mehren  sich  allenthalben  die  Anzeichen,  dass 
ittel-  und  neugriechische  Philologie    sich   in  kurzem   zu   einer   sf 
Undigen,  neben  der  romanischen,  germanischen  und  slavischen  Ph 
gie   gleichberechtigt   dastehenden  Disziplin    ausgestalten   wird.     X 
tzu  war  es  höchste  Zeit.     Die  grosse  Eenaissance   des   lange  un' 
iickten  griechischen  Ostens  gegenüber  dem  lateinischen  Westen, 
jlche  die  byzantinische  Periode  einem  Forscher  erschien,  durfte 
de  heute  von  der  Wissenschaft  nicht  länger  verkannt  und  ignor. 
srden.     Denn    wenn    nicht   alle  Anzeichen   der  Zeit   betrugen,    st 
ae  ähnliche  Wiedergeburt  und  Neubildung  des  südöstlichen  Euro 
sm  Geschlechte  der  Gegenwart  bevor. 

München,  im  Oktober  1696. 

Karl  Krumbacher. 


InhaltsTerzeichnis. 


Elnleitnng.  Reite 

Begriff  and  allgemeine  Geachichie  der  byz.  Litterstur 1 

Churakteriatik 20 

loternationale  KultnrbeziehungeD 31 

Erste  Abteilung. 
Prosaische  I.Ut«rstnr. 

1.  Theologie  (bearbeitet  von  A.  Ehrhard) 37 

Charakter  und  allgeraeine  Geschichte 37 

A.  Dogmatik  und  Polemik ....  46 

B.  Exegese 122 

C.  Asketik  and  Mystik 139 

B.  Geistliche  BeredBamkeit 160 

E.  Hagiographie 176 

F.  Eateaen 206 

2.  Gescfaichlschreiber  und  Chroniaten 219 

Einleitung 219 

A.  Die  Gesch ich tach reiber 228 

B.  Die  Chroniaten 319 

3.  Geographie 409 

4.  Philosophie 428 

.').  Rhetorik,  Sophiatik  und  Epiatolographie 450 

C.  Altertamawisaenschaft 499 

Allgemeine  Charakteristik 499 

A.  Philologische  PolyhistoreD  und  Scholissten 503 

B.  Wörterbflcher 561 

C.  Otamniatik 579 

D.  Metrik  und  Hnsik 594 

E.  Sammlungen  von  Sentensen  und  Sprichwnrtem 600 

7.  Fachwisseaschafteu 605 

Rechtswiesenschaft 605 

Medizin 613 

Mathematik  and  Astronomie 620 

Zoologie,  Botanik,  Mineralogie,  Alchemie 631 

Milit&rwissenschaft 635 

Zweite  Abtei  lang. 
Poetische  Lllteratar. 

Allgemeine  Charakteristik,  Einteilung,  raetriache  Formen 639 

].   Kirchenpoeaie     .............  653 

A.  Geschichte  der  rftfamischen  Kirchendiohtung 655 

B.  Die  Form  der  rythmischoD  Kirch endichtung 090 

iL   Profanpoeaie 706 


will 


lahBlteranttiebnla. 


I>iitto  Abteilung. 
ViilcArKrtechlMCbc  Lttlrrntnr. 

^  Einleitung 

EntftT  AbAohnitt. 
Poetlitohn  IJtlcriitar. 

1.  Lfhr-  un^  Gelegen  hei  lag  mticlit«.     PtirHl«tliinK  veriDiscIit^r  Stoffe 

2.  S«K4inliAftc  und  hietDrisch«   Diclituniten  aal  nutiotiHlcr  Giundlag;« 

3.  RamnnliRclie  Dii^litiingen  Ober  linliko  Stoflo         .....  .         | 

■^.  lintmuitinclin  DichtungMi  flbtr  tnittolflltorlicltc.  lum  Teil  abenillSDdiscIlc  Stoffe 

6.  TicTgoKcb ichton ^^H 

Zweiter  Abschnitt.  ^^1 

ProwiUcbe  Littorktnr. 

Vorbeniorkong 

Bnrlflam  und  Joesuph       , 

SyntipM 

Stephiinit««  und  IchnelAlee 

Leben  Heu  Aesop 

Die  AHisen  der  Königreiche  Jeniealem  und  Cypern 

Die  Chroniken  Uea  Leontiufi  MachaertB  und  des  Georg  Buhtrone  .... 

HiiususneibOoher      .        .        ' 

Sprichwörter 

PerspbrAsen  und  Oberaetzongen 

Anliang. 
AbriMt    llvr    brzantinisfh«»    Hnlserg«»t«lilcblr    (beerbeitot    von 
H.  Geiser)    .  


Allgemeine  BIbllogritphle. 

I.  Politisohe  Oeschiohte 

8.  Innere  Oesohieht» 

8.  Eirohengeacliicht« 

4.  Cbrunologie 

h.  Internatiunale  Kulturbesiebungen  .... 

6.  Etbnügrapbio 

T.  (leogTuphie 

8.  Topügrupbie 

U.  Kunstgosvbicltte   ...        ..... 

10.  Nuniiamatik 

11.  Sigillogrupbi« 

12.  Epi^rnpbik  

13.  Sprache 

14.  8ngonkundo,  Volksglnubo  u.  h.  w 

ih,  äeechiohte  der  byxNnlintBchcn  Philolugls  . 

16.  Uyznm  in  der  sebOncn  l.itternlur    .... 

17.  Zoitiichriftcn.     Hibliographiaab*  llilfemittol 

R«>KenleiillHteD 

Itegixtcr  dnr  rnimneD  und  äachen 


'Abkflriniigeii. 


■bLgr. 

Mblwgr. 


AbkÜrzung'en. 

Abhandl.  h*jn.  Ak.  =  AbhBndlonRvii  i*r  philo*.' philo!.  CIhm  dorlc.  baf«r.  Akademie  der 

WisMiueUteD. 
An.  (Jr.  =  An«odolB  Gneca  (dor  E!«TKU«g«bar  wird  immor  g«nnnnt). 
Ab  Oxml  =  AMcdota   (inwcn  «   codiciba«  miuiu«mptis  bibHothecHrum  Oxoniennium  od. 

J.  A.  CrtBMr.  4  voll..  Oxford  ISSS-ISST. 
An.  Pari«,   -^   AiH>cd«ta  GrMCa  e  codicibii»  innmiHcripUs  bibliothccnn  rngiae  l'nriBinnsiK  od. 

J.  A,  Oamer,  4  roll..  Oxford  1^39  -1841. 
AwBMira  ds  I'miwc.  ^  AnnuRiro  d«  THMociation  [wnr  l'Micourngomont  iloe  dtndo«  grocquo* 

OB  Franof,  Paris  lf)6T  IT. 
AkL  ftlav.  Pbil.  =  ArcbiT  fUr  slaviocbe  Philologio.  Bnrlin,  Woidniann  1876  IT. 

vqIx.  —  Dihliothiqao  graoquo  VBlgaire  publik  par  E,  liegrand,   7  tomn,  Paria 

I8MI-IS06. 
Ii*ll.  =  BiUiognphi»  hcUdoiqiM  ou  dMoriplion  raiaoiuiät  dca  ouvrogoa  publiäs 

OD  groc  par  4m  Grau  aox  XV  ot  XVI'  nit'Moa  par  E.  I^grand,   2  toinoa, 

Paria  18S5. 
Iioll.  du  XVII*  eifecle   =  Bibliograph!*  hellfniqne  ou  deaoription  raiMmniie  doa 

oorragM  publik  [uir  des  Urece  au  dix-septiMiie  ai^cle  pnr  E,  Legraad,  S  loniea, 

Pwia  l»D4-  1&9.V 
BacotL  yJMtnik  ~  Bogoalorsklj  vjeidnik  d.  b.  Der  UieDlogischti  Bot«,  Orgaa  der  Moakauor 

tbeolog.  AkadfRii«  (eraciioint  munatliuh). 
B.  IL  "^  l)fUiilini«obc  Z«itsRhrifl  hcrauagcgabeo  von  K.  Krumbaubor,  LeipEig  1)402  B. 
UamiMi   ^  Carmina  grnvca  Rirdü  Mvi  ed.  Gull.  Wagner.  Leipuig  1Ö74. 
Ctriat.  Hmim  ^=  Cfariatjanako«   i^Unlo    d.   h.  Christllolie  Lokttlre,  Organ    der  geistliobou 

AkjidoBi*  in  Petersburg  (aerhsninl  jibriicb). 
Coli,  A«  mi».  •^  C«llaelion  dp  mnnuineiit«  pour  sorvir  ^  l'Aadu  de  In  Inngue  n^o-helli^iiiqua 

fte  K.  Ugrand.  I-  »6m.  19  Bde,  Pari«  1H60  ff. 
(.'«II.  4f«  moa.  N.  S.  "=  ColloctioD  do  monumenls  etr,  Nouvollc  afri«.  '  Bde,  Paris  1HT4  ff. 
CdJJ   d«  rom.  gr.  =^  Collection  do  Tomans  grccs  publit'-ii  pnr  Sp.  P.  Lninbroe,   Ptuis  18äü. 
JrltjM-  —   Jiitior  irj(  ftfropfKigf  «li  ^J^roilo;')»;^  fidipioc  t^(  'J^Jt/iidof,  Athen  iSIfS  ff. 
bsL  '.4i.  —   'fjiMltjCiueiir^  'AitjSiiii  (Organ  dw  grionhischon   Patiinrnbat«  in  Kpol). 
iMlaj'tj    :-    "Erkoyij    fitr^futar    [^(    (f(iir/(t(tc    fJ)Jli;riir^(    j'iuiaorj;    ttiiS.    i'tiü    .J.    I.    Murbpo- 

Tfrdoc.  Atlion  1866. 
rahndn»,   Bitj.    Gr    «d.  Hnrl.   =   Jo.  Alb,   Fabricii    Bibliolboca  Ura«<-B.     Kditio  iiuorU, 

ouraato  C.  Cbr.  Harle».    12  Bde.  Hamburg  1790-180».     Di«  «nt«  Ausgab« 

irird  dxrdi  den  Zuaatz  der  Jahreuobloo  bouichnot. 
>'B«f  -=  FragnoDta  RiatoricoTuni  Oraerorum  od,  C,  Mall«r.  5  voll..  Port«,  Sidot  1&41-  70 

(N«udrticko  IS88  u.  s.  w.). 
Gt.  =  Gmninall«!  Graeci  recogniti  ti  «pparatu  critico  inatnidi,  vol.  I  ff.,  Ijoipiig, 

T«nbMr  1878  ff. 
Handacbtifl,  Iltu  —  [landuchrift«», 
Jalirb.   ^    N(-Di>  JahrbUcber   für  Iliilologio  nnd  Pädagogik;   dio   <alteii>  JahrbQeher 

werdna  durch  dir  baigoeoUton  JubTa(<ut)il«>n  untersohieilen. 
Jalirb.  Sappl.   —   N«ac  JahrbDohar  o.  a.  w,  Supplementbnnil, 
Jahrb.  prot  Tbo*!.  —  JahtbOchor  für  protontantischo  Theologi«. 
JattTB.  Uin-  =  Jooraal  doa  [k.  rasa  j  MiDistfiiams  der  VolksaufklSning  t^umnl  miniBlerHtva 

naMdnago  pnwvjoMeDÜa),  Pelerftburg  1803  ff. 
Kpal  =   KoaotantiMpal. 

H>d.  gr.  t*xta  -    Medieval  grMk  t«xl».  ed.  \>y  W,  Ws«nor.  liondon  B70. 
JTm.   Ikpi.    —    ÜMmnuKij    Bifiita3ifiiij    iniatoaif/   K.   .V.   ^9«,,   7   voll.,    Venedig -Paria, 

UaiMBiioav«  |K7a^  1^94. 
SmwI  =  CaUl«g«a  «l«.  nantwcriptorura  graoconim  oocnon  orionlnlium  nug.  bibliothe««« 

Ca«Mr«a«  Vind^boneiiBia  od.  Duiiet  de  NosroI,  2  voll..  Wicn-Ntrnber«  1600. 
X**.  et  aXtr.  —-  N«tic(r  ot  rxlinilad««  nianuscrils  de  li  bibliothique  nutiuniil«  (myalo)  et 

d'airtrw  bibliollivqu««.  Paria  1787  ff. 


XX  Abkflniing«n. 

Odaaaaer  Jahrb.  =    Jahrbuch   der   b?i   der   kaiserl.    neornsaischen    UniTereil 

bestehenden  historisch -philo  logi  seh  eo  Qesellschsft,   Byz.    Abteil 

istorilco-filologiieskago  obäÖeetva  pri  imperatorskom  novorossij 

site^e,  Vizantiskoe  otdjelenia),  2  voll,  Odessa  1892—1894. 
Patr.  Gr.  =^  Patrologiae  cursus  completus  eto      Seriea  Oraeca   curante  J.-P. 

1857-1866. 
Pravosl.  sobesjedoik  =  PravoelavnyJ  aoboajednik  d.  h.  der  orthodoxe  QaBeltscl 

lieh  erscheinende  Zeitschrift  der  geistlichao  Akademie  in  Kasan 
Bbein.  Mus.  =  RheiniBches  Musenm. 

Bevue  des  6t.  gr.  =  R«vue  des  ätudes  grecques,  Paris  1888  ff. 
Pravosl.  Pal.  sbomik  =  PraTOslavnjj  Palestinskg  sbornik  d,  h.  Orthodoxe  Pa 

lung  (herausgeg.  von  d,  k.  russ.  orthodoxen  Palästinagesellschaft, 
Rom.  QnartalBchT.  ^  BAm.  Qnartalschrift  fOr  christliche   Altertumskunde   o 

geschichte  etc.  heraaegeg.  von  de  Waal,  Rom  1887  ff. 
Sbomik  blgarsk.  —  Sbomik  z*  narodni  nmotvorenija,  nanka  i  kniinina,  hen 

bulgarischen  Ministerium  der  Volksaufkl&rung. 
Sitzungaber.ha;er.  (Berlin.,  Wien.)  Akad.   —  Sitsungsberichte  der  k.  ba;otiach< 

sischen,  k.  k,  daterreichischen)  Akademie  der  Wisse nschaften.  p 

philologische  nnd  historische  (philosophisch- historische)  Claase. 
SüiX«yas  ■=  '0  fr  KutvrarnrotinoiUi  'E3Jitjfixä(  ipiXoXoyixög  avXXoj'o;  (Die  erstt 

[sowie  Bd  11  und  12],  die  bekanntlich  seit  dem  grossen  Brande 

selten  sind,  blieben  mir  leider  unzng&nglich). 
Theol.  Studien  n.  Erit.  =^  Theologische  Studien  und  Kritiken,  herausgeg.  von 

nnd  E.  Riehm,  Hamburg,  spAter  Gotha  1828  ff. 
Trois  poSmes  =  Trois  poemes  grecs  du  moyen-ftge   etc.  par  W.  Wagner,  Bei 
Trudy  Kievskoj  doch.  ak.   ^=  Tmdy  Eievskoj  ducfaovnoj  akademij  d.  h.  Arbeite 

liehen  Akademie  in  Kiev,  monatlich  in  Kiev  erscheinend. 
Viz.  Tr.  =  Vizantijskij  Vremennik  izdavaemyj  pri  imp.  akademü  oauk  pod  redal 

Vaaitjevskago  i  V,  E.  Regeija,  Peterabnrg  1894  ff, 
Wiener  Stud.    —  Wiener  Studien.    Zeitschrift  fQr  classische   Philologie.    Snp[ 

Zeitschrift   fflr  Sst«rTeich.  Oyinnasien.  herausgeg.  von  W.    von    '. 

K.  Schenk],  Wien  1879  ff 
Zeitachr.  wiss.  Theol.   =   Zeitschrift  fQi  wissonschaftliche  Theologie,  herauf« 

Hilgenfeld,  Jena  1858  ff. 


Einleitung. 


»griff  und  allgemeine  Geschichte  der  byzantinischen 
_  Utteratur. 

H  I.  In  der  titt«rftri»chcn  wie  in  der  politischen  Ocschiclitebetrachtiing 
Beb  DbHcb  geworden,  das  byzantinische  Zeitalter  durch  die  Jahrtt»- 
Qlea  527  oud  MTiB  abzugrenzen,  d.  h.  man  liU<.'«t  dasselbe  mit  dem  ftv- 
jiorungujithU  Juntinians  oder  nuch  mit  der  von  ibni  vernnlasst^n  Auf- 
«bung  dop  ünivi-räitSt  Athen  (529)  beginnen  und  mit  der  Eroberung 
Comtäntiiiopels  durch  die  Türken  abnchliessen.  Über  den  Endpunkt  int 
eicht  zu  Straten;  denn  die  Auipfianinng  des  Halbmonde»  auf  der  Hagia 
lopbia  hat  durch  die  endgOltigo  Vernichtung  des  politischen,  Iitt<>rArisi-hen 
um)  kulturdlen  Eigenleben»  der  Byzantiner  einen  so  gewaltigen  und  zweifel- 
oeen  hintorischen  Einschnitt  hervorgebracht,  wie  er  in  der  Geschichte  der 
HeoBchbeit  selten  en  finden  ist.    Um  so  grössere  Bedenken  erheben  stcli 

El  die  UicIitiKkeit  der  Anschauung,  welche  sich  über  den  Anfang  der 
itini.Hchen  Periode  eingebürgert  hat.  Sie  widor»treitet  den  That- 
ODund  iotguHchicbtlich  ohne  Begründung.  Durch  die  willkürliche 
1«  oin«»  Abschnittes  um  die  Zeit  des  Justinian  ist  das  VorstJinHnis  der 
ischoii  nne  anch  der  Übrigen  kulturellen  Entwickelung  in  wichtigen 
n  getrübt  worden.  Ks  ist  lificbste  Zeit,  die  Haltlosigkeit  die»er  Eiu- 
lung  zu  b«weisen  und  ausdrßeklich  fe^tzuetcllen.  Um  zu  einem  wolil- 
ndeten  und  widon)tand»rilhigen  Urtvilo  ku  gtdangon,  ist  es  nOtig, 
r  der  littcrunKchen  auch  die  politische,  kirchliche  und  kutturello 
hiebt«  dcä  späteren  römischen  Reiches  kurz  zu  betrachten:  die  erste 
kid  wichtigste  Forderung  aber  tat,  dass  man  nicht  am  Einzelnen  haften 
Unibe,  sondoni  die  Qaanmtentwiekt^lung  auf  allen  Lebonsgebiot^n  von  den 
ssten  Zeit«n  dw  Kaifiorreicbes  bi»  auf  die  Tage  dos  letzten  Palüologen 
loa  einem  möglichst  erhabenen  Standpunkte  aus  mit  vonirt«ihifreiem. 
dofdi  kein©  alte  Doktrin  getrübtem  Blicke  überschaue.  Dann  kann  die 
Tngo,  wo  man  die  Keime  düi<  neuen  ZoitaltürK  zu  Huclien  hat,  nicht  lange 
nreifelhaft  bleiben;  Es  iat  die  Zeit,  in  welcher  dos  alti^  Heidentum  offiziell 
darch  die  neue  WultreÜgion  ersetzt  wurde,  die  Zeit,  in  welcher  das  Staala* 

4tw  kUM.  Attmimm^amhin.  II.     /.  JlUs.    2  Ana.  1 


2  BTBUitinisDho  LittAntargenehiolite.    Eiiil«ltiing. 

veEten  eine  tiefe  und  andauernde  Umge-slaltung  erfuhr,  die  Zeit,  in  w( 
im  römischen  Imperiuni  doo  griec)ii»chu  Element  dureh  die  Orflndung 
im  griechischen  Kulturkreise  gelegenen  neuen  HuuptatAdt  zu  < 
politisch  mächtigen  und  schliesslich  herrschenden  F&ktor  zu  erstarket 
gann.  die  Zeit,  in  welcher  sich  in  der  griechischen  Sprache,  Litte 
und  Kunst  gründliche  und  folgeuroichc  Veränderungen  voll7.ogen:  der 
fang  des  4,  Jahrhunderts  oder,  wenn  mau  ein  genaues  Di 
wünscht,  das  Jahr  324,  in  welchem  Konstantin  der  Gros»« 
Alleinherrscher  den  r&mi»chen  Kainerthron  bestieg. 

Nachdem  das  Endergchnis  unseres  Forschens  und  Nachdenkens 
den  Anfong  der  byzantinischen  Zeit  nntcr  Verzieht  auf  die  künstler 
Wirkung  und  die  zwingende  Überzeugungskraft  eines  aus  wohldisponi 
Beweisführung  zidetzt  wie  von  seihst  hervorgehenden  Schlusses  der  1 
lichkeit  zu  liehe  schlicht  und  klar  an  den  Anfang  gestellt  ist,  mögei 
Gründe  der  vorgetragenen  Anschauung  wenigstens  in  der  Hauptsache 
gelegt  werden. 

Was  in  politischer  Hinsicht  die  byzantinische  Zeit  von  der  r 
sehen  am  gi'eifhnrsten  scheidet,  ist  die  Verlegung  des  Schwerpunktes 
Westen  nach  dum  Ost«n  und  die  daraus  entstandene  ollmühliche  Verd 
gung  der  lateinischen  Sprache  durch  die  griechische.   Der  Ausgangsp 
dieses  Prozesses,  durch  welchen  die  ganze  spätere  Geschichte  des  rUrais 
Reiches  bestimmt  worden  ist,  liegt  zweifellos  in  der  Gründung  der  m 
Hauptstadt  Konstantinopcl  (326)  und  in  der  mit  ihr  ursächlich  zusanu 
hiingenden  dehnttiven  Teilung   des  Reichca   in  eine  westliche  und  östl 
HiÜfte  (Mri).    Hiemit  war  die  bleibende  Trennung  des  griechischen  Os 
und  des  lateinischen  Westens  besiegelt  und  hier  liegt  auch  eine  der  Ha 
Ursachen    der    alsbald    hervortretenden    Kntfi-cmdung    der    Griechen 
Lateiner,   die   sich   später   zu   ticfuti^^r  Abneigung   und   offener  Feindsc 
steigerte  und  im  Laufe  der  Jahrhundert«  unzäliligemal  in  politischen 
kirchlichen  Zwistigkeiten  zum  Ausdrucke  kam.     Der  sprachliche  und 
turelle  Dualismus  hatte  schon  vor  Theodosios  und  vor  Konst-antin  bestani 
^er  erst  durch  die  Gründung  von  Neurom  und  durch  die  Teilung 
Reiches  erhielt  er  seine  offizielle  Bestätigung,  auf  deren  Grund  er 
ungehindert  weiterbilden  konnte.    Der  Gegensatz  wurde  namentlich  dt 
das  schnelle  Anwachsen   der   neuen    Hauptstadt,   welche   der   griecbisc 
oder  grUzisierten  Rfichshälftu  einen  politischen  und  geographischen,  1 
auch  einen  religiösen,  gesellschaftliehen,  üttcraiischcn  und  künstlerisc 
Mittelpunkt  verlieh,  gefördert  und  gestärkt. 

Die  centralisicrendo  Tendenz  und  Kraft  Konstantinopela  macht  ) 
allenthalben  bemerkbar.  Durch  die  Synode  von  Cbalkedon  451  siegte  M 
rom  kirchlich  über  Alexandria.  Selbst  auf  dem  politLseh  bcdeutungslo 
Gebiete  der  Chronologie  äusserte  sich  die  rücksichtslose  Exklusivität 
neuen  llaupt«itadt,  indem  die  älteren  Ären  von  Alexandrin  und  Antioc 
später  durch  dio  von  Ivon.'^lantinopel  vordrängt  wurden.  Die  Bospoi 
Stadt  war  daa  Paris  des  Byzantinerreichos,  ja  der  ganzen  OstwelL  Di 
Auffassung  klingt  uns  aus  zahllosen  panegyrischen  Äusserungen  byzai 
niacher  Schi-ift«tellor  entgegen,  welche  vor  deu  kühnsten  Vergleichen  ni 


aad  Bllgraisla«  O^MfaioliU  der  byzantiniaclieii  Litt«ratar.    (§ 


zurOrkücheuoD,  um  die  aDes  QbertToffetido  Grösse  der  bewundortdit  Mctro- 
poj«  Bi  schildern,  und  sie  findet  noch  einen  späten  Nrnrlilial)  im  nuugric- 
chiacben  Sprichwort:  "Oiof  i  xva/i»;  JüJfxa  m  ij'  nöXi  itxaniitr.*}  Noch 
mehr  als  durch  iaa  lebenskrSftigti  Contnun  Kon»tantinopel  wurde  das 
Wachsen  und  Obsiegen  de»  griechischen  Elemente  beschletinigt.  durch  den 
poUtücben  Zui^ainnionbnich  der  WV'ithiUfto  des  Reiche«.  Durch  dio  Er- 
WgniBSO  der  Jaliro  455  und  476  wurde  die  Kraft  da»  altiin  Imperium 
Kamanum  noch  mehr  als  früher  auf  die  orientaliticheii  Länder  konzentriert, 
in  velcben  von  Alters  her  in  den  breiton  Schichten  des  Volkes,  in  der 
Qeaellschaft  und  in  der  Kirche  das  griechische  Element  das  herrnchendo 
war.  Zwar  blieb  der  gesamte  StaRtsoi'gauismus  üusaerlich  und  inueilich 
noch  römisch;  das  Öri&chentum  konnte  abwr  jetzt  den  Kampf  um  dio 
Herrschaft  mit  ganz  anderen  Mitteln  als  frillier  und  mit  besserer  Aussicht 
auf  i£rfotg  aufnehmen.  Üowiss  fUhlten  sich  die  tincchon  politisch  als 
BAmer,  und  der  Name  RhomSer  behauptete  «ich  durch  diu  SchreckensEeik 
der  Tllrkenherrschaft  hindurch  bis  auf  den  heutigen  Tag  als  die  wirklich 
h'lwndigc  und  am  weitfirten  verbreitete  Benennung  des  gi-iechi.schen  Volkes, 
neben  welcher  das  dn  und  dort  vorkommende  r^atxot  «ino  geringe  und 
das  durch  diu  Regierung  und  diu  Schule  künstlich  wieder  eingefithrte 
^EU*;rc(  gar  keine  gescbichUiche  Bedeutung  hat.  Aber  gerade  der  Um- 
staod.  dasa  noch  die  heutigen  Griechen  sich  Khomitor  nennen,  mahnt  uns 
zur  vor*ichUgcn  Iteurteilung  der  Kedoutung  dioäes  Namens  im  Mittelalter. 
Es  igt  kein  Zweifel,  dusa  der  urKprQngliche  Sinn  demselben  nach  der  voll- 
Btindigen  GrUzJaierung  des  Ostreiches  dem  Bewusstüein  des  Volkes  all- 
nBUich  entschwand  und  dass  man  später  unter  einem  RhomSer  mehr  und 
mtbr  den  griechisch  sprechenden  Bürger  des  Rönierreichea.  und  schliess- 
lich den  Üriuchcn  Überhaupt  verstand.  An  dieser  TliRt«ache  ändert  ca 
nicfata,  dass  den  Geschichtsehreiberu  der  Unterschied  zwischen  Römern 
und  Griechen  genau  bekannt  und  noch  in  den  letzten  Zeiten  des  Reiches 
(z.  B.  von  Kiunamos  und  Lannikos  Ohalkondylcs)  deutlich  ausgesprochen 
wurde;  in  den  breiten  Ma^^en  des  Volke«  verlor  das  Wort  'PutiiaTo?  nach 
ind  nftch  seine  ethnographische  und  endlich  auch  seine  poliUsche  Bedeu- 
tang,  Daaa  das  also  kam,  war  eine  natQrliche  Folge  des  grossen  numo- 
riadbcn  Obergewichts  der  Griechen  Über  dio  Ki>mer  im  Osti-eiche. 

Seit  der  BogrQndung  Neuroina  und  noch  muhr  seit  der  Teilung  dos 
ftoobee  ond  dem  Untergang  seiner  westlichen  Hälfte  ftthlen  sich  die 
flriediea  wieder  Herr  im  eigene»  Hause  und  beginnen  alsbald  mit  dur 
ikaan  eigenen  Vordringlichkeit  und  Spannkraft  den  8taiit  an  Uaupt  und 
fflbdem  tm  gräzisieren.  Doch  war  mit  dem  römischen  Reichsgedankon, 
der  anverändert  fc«tgehalten  wurde,  die  lateiniucho  Sprache  so  feat 
fcfirbaiidont  daas  nie  eich  auch  nach  der  AbbrOckelung  de»  gi-&Hsten  Teiles 
htelDiacben  Reichsgebiete  in  der  Rechtspflege  und  Verwaltung  des 
jOrtMU  Doch  lange  erhielt,  obuchon  hier  nur  das  Griechische  den  prak- 
[(■cken  Anforderungen  geniigen  konnte.  Bei  diuser  unnatürlichen  Kon- 
•rriHung  dus  lateinischen  Systems  spielte  wohl  auch  der  mit  Zähigkeit 


'}  J.  Bcnitelos,  ll-foipitn  itifi<i4t'(.    "&■  "^ftwnöXn  1867  9.  190,  36d. 

1* 


ByMntinUcbe  Litteratnrgesehichte.    Bisteitnng. 


festgehaltene  Üodmiku  mit ,  Ualk-ii  und  anilero  Toilu  des  lateinischen 
Wt'stons  wiciiiir  inil  dem  Ostreiche  zu  voreinigcn  und  zu  hehaiipten:  die 
Abschaffung  der  lateinischen  [(egierungssprache  konnte  wie  ein  Vorziclit 
auf  die  westlichen  Länder  gedeutet  werden.  Daher  vermochte  das  Gri« 
chiachc  die  einzolnen  Zweige  des  üffentlichcn  Lebens  nur  lanj^am  ru  er^ 
obeni.  Die  Vertauscliung  der  römischen  Basis  des  Reiches  mit  der  grie- 
chischen, der  Übergang  vom  Römischen  zum  RhomiÜBchen  oder  Hyzautini- 
Bchen,  vollzog  sich  in  den  verschiedenen  Zweigen  des  staatlichen  Organiümus 
mit  ungleicher  Schnelligkeit.  Zuletzt  musste  das  alto  System  durch  dio 
Kraft  der  nulürhcliun  V4?rliältni8SL>  immer  gründlicher  durchbrochen  werden. 
Wenn  in  der  grossen  Sammlung  von  Rechtsbüchern,  welche  den  Namen 
des  Justinian  berühmt  gemacht  hat,  die  lateinische  Form  noch  vitllig  bei- 
behalten iftt,  sind  schon  die  meisten  Novellen  dieses  Kaisers,  obschon  «r 
sich  selbst  noch  völlig  al»  Lateiner  fühlte,')  >vie  alle  Gesetz»  der  Folgezeit 
gi-iechiscli  abgefasst.  i 

Am  langsamsten  verlief  dieser  Spraehonkampf  im  Münzwesen,  wv 
er  gewiasermasüen  in  figura  demonstriert  werden  kann.  Zuerst  dringt 
dos  Griechische  in  die  kleine  Scheidemünze  aus  Kupfer,  später  iu  dio 
SilbormiluüC,  zuletzt  in  die  aristokratische  Goldmünze.  Als  Wertbezeicb- 
nung  erscheinen  griechische  Buchstaben  schon  unter  Kaiser  Anastasios 
(491  —  518);  doch  erst  Heraklios  (010— eil  I  filhrte  die  griechiBcho  Legende 
'fii'  TotifCf)  v(xa  ein,  uud  zwar  nur  auf  rohen  Kupfermünzen,  die  wahrschein- 
lich vorzüglich  zum  Gebrauch  der  Truppen  und  Provinzialcu  während  seines 
persischen  Feldzugs  geprägt  wurden.  Statt  des  lateinischen  Titels  Augustus 
erscheinen  die  echt  griccliisehen  Bezeichnungen  liaffiXtvt  und  ./fa.iörijg 
erst  während  des  8.  Jahrhuudortä.  Erst  in  der  Mitte  dos  9.  Jahrhunderts 
linden  wu-  griechische  Logindwi  auf  dem  Revers  verschiedenei-  Müitzi<n. 
Sollst  unter  der  makedonischen  Dynastie  haben  Gpldniünzen  noch  die  Büste 
des  Erlösers  mit  der  Inschrift:  lesus  Christus  rex  regnantium.  Solche 
lateinische  Inschriften  dauern  auf  gewissen  MUnzen  noch  bis  in  die  zweite 
H&lfto  des  11.  Jahrhunderts.')  Man  würde  nun  aber  sicher  fehlgehen, 
wenn  man  aus  diesem  langsamen  Zurückweichen  de»  Lateinischen  auf  den 
MUnzen  Schlüsse  auf  die  wirkliche  Erhaltung  dieser  Sprache  im  römischen 
Staate  ziehen  wollte.  Im  Münzwesen  wie  in  manchen  anderen  Gebieten 
ragen  alte  Formen  und  Namen  nicht  selten  in  eine  Zeit  hinein,  in  welcher 
aiu  längst  keine  praktische  Bedeutung  mehr  haben.  Ebenso  ist  ja  mit 
Recht  betont  worden,  dass  die  Fortdauer  heidnischer  Bildnisse  und  Lo- 
genden auf  den  kaiserlichen  MUiusen  nach  der  Bekehrung  Konstantins 
keineswegs  als  ein  Zcugui«  für  den  roIigiöBeu  Synkretismus  dieses  Kaisers 
angesehen  worden  kann.*) 

Ein  verwandter  Gesichtspunkt  ist  dte  Nationalität  der  Herrscher. 
Auch  hier  kommt  da.s  griechische  Element  nur  langsam  und  mit  grossen 
Schwankungen  zur  unbestrittenen  Herrschaft.     Vor  Justinian  trifft  man 


■)  Vgl.  J.  B,  Bury.  A  liistory  of  Uic 
Uter  Roman  Eini>ir«  )  (IS89]  348. 

't  Utlier  diciM)  Seite  des  byunliiuDchon 
Mllnxw«Bi>nsH.di(>Abli*ndlnDgvonO.  PinlAf , 


A  historv  of  Oroece  1  (1677)  588  -555. 

*}  V.  Schultto.  Oescliicht«  des  Unter- 
g&ngs  des  griocIiiacU-rlimisclion  HeideDtiuna 
I  (1887)  fi2. 


antor  den  Kaisom  vornohmlich  romanisicrte  Barbaren  au»  rfon  Oronz- 
provinztMi.  dio  ihre  Erliobung  zumeUt  militärischer  Tüchtigkeit  verdankten. 
Der  erste  griechiBche  Kni.'K'r  war  Tiberios,  dar  578  nach  dorn  Erlöschen 
lim  justütianischen  Hauxes  den  Tliron  boeÜeg.  Aber  bald  gewähi-t  der 
KuMTthron  in  vthiiographischer  Hinsicht  aufs  neue  ein  ziemlich  Imiitos 
Bdd,  in  vrelcliom  romanische,  gräko-slavische ,  armonischo  und  nndore 
asiattscho  Kiemente  wechsein.  Erst  die  letzten  Dynastien,  <lio  Komnenen, 
Dnkas.  Angelos,  PalSologcn  und  Knntakuzeneii  sind  vulUtSndig  Griechen 
snd  Itlhlcn  sich  als  Griechen,  wie  dtini  bezeichnenderweise  gerade  unter 
Oineo  der  Hellenismus  in  der  Litteratur  am  kräftigsten  auft^'itt. 

BozOglich  der  Frage,  wann  die  by7.antinische  Zeit  in  politischer 
Hinncht  beginno,  mag  noch  kurz  des  Jahres  800  gedacht  werden.  D&- 
n»ls  minie  im  Westen  ein  neues  römisches  Reich  gegründet,  das  auf  die 
ecUd  Erbschaft  des  Imperium  Romanum  Anspruch  erhöh  und  von  dorn 
Bddi«,  da«  eich  bisher  als  einzigen  Inhöher  dieser  Erfolge  betrachtete, 
p&nflich  verschieden  war.  Nun  hat  ein  Foi-üchcr')  horvorgehoben,  dasserst 
Kitdieaer  Zeit,  als  tbatsScfaUch  dem  rOnüschen  Reiche  im  Osten  ein  rUmischos 
Reich  im  West«))  als  Rivale  gegenüberstand,  der  Ausdruck  .Östliches 
Kiifl!'  oder  .Ostreich'  gerechtfertigt  sei.  Das  ist,  wenn  man  streng  auf 
Korrektheit  der  !Namen  hfilt,  ganz  richtig;  denn  auch  nach  S9h  gab  es 
mr  Ewei  Kaiser,  aber  nur  ein  Reich.  Aber  die  innere  Entwickelung 
tacfl  Reiches  wurde  durch  die  kUnstlieh«  Wiederbelebung  des  Imperium 
BrauwiD  dur(;h  Karl  den  (irosäcn  nicht  im  mindciten  ber!llirt<:  dio  ge- 
■fllKiiUicfae  Phase  de«  alt«n  echten  rUnii^chen  Reiche«,  welche  als  byzoii- 
Hmeh  oder  rhomäisch  charakterisiert  werden  muss,  beginnt  lange  vor 
im  Jahre  8(tO :  als  ihr  Anfangspunkt  k^lnnen  nur  die  .lahre  'A^Ti  oder  •Üi 
in  Botnicht  kommen:  di«  letzter«  Zahl  verdient  als  Anfangsdatum  den 
Vonng,  weil  mit  ihr  auch  die  ofSzioIle  EinfÜhnmg  dos  Christentums  un- 
giflÜir  ntsamnietifallt  Dass  die  byzantinische  Ära  in  politischer  Hinmcht 
nril  Koiistnntin  dem  Grossen  anhebt,  haben  sclion  dio  Verfasser  byzanti- 
mäivx  Clifunikcn  gefühlt,  indem  sie  in  der  Aufzählung  der  Kaiser  mit 
Kmtantin  einen  neuen  Abschnitt  begannen  unter  Titeln  wie  ,W(z/  ovv 
itf  1^4  fotr  X^atittfäv  ßaai!Lr(a(^*)  oder  ,fiti£;aifr'ot'  ßaaiXelf  iij{  vvy 
ImmartivovTTÖXfi^f'.*) 

Auf  dem  Gegensätze  des  Christentuma  zum  Heidentum  beruht 
wn  grOeeion  Teil  dur  Oogoniiat«  de»  ByzAntini-smus  zum  Hellenismus  oder 
tat  Antike  überhaupt.  Daher  muss  beim  Streite  flher  die  Grenzlinie 
nriMkva  der  griechischen  und  byzantinischen  Litteratur  die  Religions- 
{(«schiclite  neben  der  Politik  in  erster  Linie  in  Betracht  gezogen  werden. 
Jt  lun  Hat  den  Versuch  gemacht,  de»  Streit  auf  diesom  Gebiete  zur  Ent^ 
idMiduiig  zu  bringen:  man  liesa  die  byzantinische  Zeit  in  der  Lilktratur 
bU  JuKtiniaii  beginnen,  indem  man  sagte,  dieser  Kaiser  habe  durch  das 
btrflhnito  Edikt  des  Jahres  529,  welches  der  holionischen  Hochschule  in 
Atben  dio  t«ebensbedingungen  entzog,  den  letzten  Rest  des  alten  Heiden- 

'(  i.  Bary,    A    Uistor»    of  tUe  latw  |  ')  'P-'^oyi  <lw  CuJ,  Vindob.  thol.  133 

jlrnuirol  (Loo<ionI6i»)6Ti'fw>«p,V!f.  i  bei  A.  Wirtli,  AnimrionUbaohuii  ClironikeD. 
•t  (UarpokUooMboe««!.  Muralt  8.  3»9.  l  FriuiUurt  18M  S.  18. 


SjBuiUiilBcbe  Idtt«T*tnrg«aebiaht«.    Einleitnag. 


tuni8  vernichtet,  und  daher  beginne  in  «liusor  iCuit  diu  chnstliub-byzanü^ 
nisch»  Ära.  A^llein  Abgegeben  von  der  Unoicherheit,  mit  velch«r  di^ 
Tbnt«&(.'ho  dicHOs  Ediktes  und  namentlich  seine  näheren  Umstftndo  HbeiJ 
liefert  sind,')  erweist  sich  dio  Verfügung,  aucli  wenn  sie  Uiat«äc-blich 
erloHson  wurde,  doch  als  ziemlich  bodeutungäarni  Tür  die  allgemeine  Ge- 
«cliiclitc  der  Kultur  und  Litteratur.  Sie  ist  ein  isolierter  Akt,  der  uns 
beutv  wohl  nur  deshalb  so  bedeutend  vorkommt,  weil  er  von  neueren 
Darstüllc-rn  mit  Vorliebe  zu  einem  wirksamen,  durch  den  titanz  de»  MiU'- 
tyrertums  verklärten  Biilinvnabgang  dua  HelloniBmu»  verarbeitot  worden 
ist.  In  Wirklichkeit  war  der  Sieg  des  Christentums  über  die  alte  Welt- 
anschauung schon  früher  entschieden,  und  die  Umwandlung  des  heidnischen 
Staate»  in  einen  christlichen  war  schon  durch  Konstantin  den  Uraeson 
und  Tlieodosios  1  in  den  Mauptpunktcn  abgeschlossen  woiduu.  Di«  nou- 
platoniscbe  Akademie  zu  Athtin  bildete  in  der  grossen  griüchisth-römischen 
Welt  nur  noch  einen  winzigen  Punkt,  deast-n  Beseitigung  keine  wosent- 
liclic  Störung  oder  Verändernng  im  Gufiigu  des  Gan^ien  bcrvorbracbto. 
IJio  Lehrer  und  Schüler,  welche  direkt  von  dem  Edikte  bLitroffen  wurden, 
waren  gering  an  Zahl  und,  wie  es  scheint,  auch  an  wissenschaftlicher 
Bedeutung:  die  Fühlung  mit  den  grossen  Massen  des  Volkes  war  ihnen 
langst  verloren  gegangen.  Höchstens  empfanden  die  Bewohner  der  Perikle«- 
studt  den  materiellen  Nachteil  des  Erlasses,  hei  welchem  es  der  Kaiser 
namentlich  auf  die  Konfiskation  des  uralten  ätiftungsvermQgens  der  ächule 
abgesehen  zu  haben  scheint.  Aber  nicht  einmal  in  der  Geschichte  der 
Stadt  Athen  selbst  machte  die  Verrügung  Epoche;  denn  ihr  alter  Olnnz 
war,  wie  wir  dui-ch  Gregor  von  Nazianz  und  andere  wissen,  schon  längst 
UDwic'derhringUch  dahingeschwunden.  In  der  Qescliichte  des  Übergangs  vom 
Heidentum  zum  Christentum  bildet  die  Autliehung  der  atheni.'tchen  Akademie 
keinen  bodeHtouderen  Abschnitt  als  etwa  die  Zerstörung  des  letzten  Apollo- 
tempel»  auf  Monte  Casino  durch  den  hl.  Benedikt,  die  ebenfalls  im  Jahre  5Uy 
erfolgt  sein  soll.')  Einerseits  war  der  Sieg  der  neuen  Lehre  schon  viel 
ftllher  entschieden;  denn  die  wichtigsten  Schritte  zur  ZertrElmnierung  des 
Heidentums  und  zur  Christianisierung  der  alt<.m  Welt  sind  von  denselben 
zwei  Kaietirn  ausgegangen,  die  durch  ihre  politischen  Massnahmen  aucli 
die  Grüzisierung  und  Orientaltsierung  des  römischen  Iteiches  am  mächtigsten 
bedirdert  haben,  von  Konstantin  dem  Grossen  und  Theodosios.  Anderer- 
seits lebten  vereinzelte  heidnisclie  Elemente  noch  lange  nach  JusÜnian  fort 
Wc  letzten  Itwst«  der  Anhänger  des  alten  Glaubens  entschlossen  sich,  wio 
Konetantin  l'orphyrogennetos^)  erzählt,   erst  unter  Bosilios  I  (8Ö7~S86) 


']  ilui  MnlnlM  b.  I»  (S.  451  o<l.  Bonn). 
<Jvg«n  iliu  Glaub wQrdigIccit  dos  Bcriclitea 
fiuBserfp  woh  viel  tu  eutBL'liicdcii  dur  hUulig 
Lvptrkritiachi-  K.  PiLpurri.-i(opuiuN,'/arup(o 
i'ov  lak,  Ittrovi  IIP  (1887)  17*  f.  Eine  Tbiit- 
Booliei  tif'gt  der  Ert&hluuj{  d«0  Chruniaton, 
mit  dnr  nicli  oiiiigfi  Aeoas^niiigHU  tli»  Prgkup, 
(teheimgoscliklito  Kflp,  11  u.  26  S.  73  u.  142 
od.  lloniijiind  AgntliiM  1180  (S,  131  ud.  Boiid) 
Tctbindon,  gcwim  zu  Onisd«,  wenu  hipU 
ikucli.wio(ir»f;nrorina.  a«flclii<ihtedorSUdl 
Atlivu  1  56  bemerkt,    dio  Auflieljiuig  der 


IIoi?liHcbulo  dnrcli  .Iiialininn  als  ein  Bolonnur 
goaohiclitJtdirT  Akt  nicht  orwursL'n  lüaBl.  Vgl. 
K.v.liBSaulx.  DerL'iitcrituiißdes  liolk-iiininiu, 
UOnvIian  1K54  S.  H2  ff,  Kim-  ubwktitfp  uiid 
nUcUtemc  Üitretollung  durMuntmiuiiiivii  Justi' 
alaiis  ge^en  dos  Heidniitum  gibt  V.  S  c  li  u  It  x  o . 
iK'acliiulito  dM  Untorgftiiea  (tee  KriecbisoU- 
rOmiBOhHii  Heidenluiiia  1  (1887)  434—449. 

'I  E.  V.  LuBHulx  a.  a.  0.  8.  142. 

>)  Da  Bduin.  imp.  Kap.  50  (III  S,  Üt 
ed.  Bonn). 


S«Criff  Kod  all^meiae  Qewbicht«  ttsr  byutntiniacbMi  Utteratar.    (gl)  7 

nir  AnnatuDO  äo«  ChriHU>ntumH.  Der  von  K.  Sathas')  vorsiiclito  Nachweis, 
du*  wftbrend  des  ganzen  Mittelalters  bis  in  die  Zeiten  «Ic»  nuinanisiiiii» 
eine  vorn  schftrfsten  GegenmitK  mm  chnutliclien  Byzantinortuni  errikllte 
Widniticli-hvlk-nii«clie  Pai-toi  )>e«tatiilon  habe,  ist  ebenso  miflslungeri  wie 
diu  Albane&eoÜieorie  und  äbiilicbe  weittragende  Äufstelliingoii  de»»(!lbun 
phuitanevoUen  Gelehrten.  Holt  man  mithin  alii  Am  wiclitig»tt;  und  ont- 
schuidemUto  Morkmal  de«  Byzantincrtunis  im  tiegvusatz  zur  Antike  das 
Oirititontum  fvul.  so  ittt  der  Anfang  tlur  byzantiniächen  Ära  in  die  Xeit 
Konstantins  des  Groasen  zu  setzen,  nicht  in  die  des  JuBtinian,  der  eine 
iMlisrttt  heidnische  lostJtation  abwbaßte  und  gegen  die  ltc«te  düs  Ueiden- 
tmns  wQiet«,  ohne  sie  g&nzlich  vei-nichtcu  zu  kuniioii. 

Zu  ähnlichen  ErgobnisHcn  fuhrt  die  Betrachtung  der  inneren  Zu- 
ttlnde  des  Staates,  der  allgemeinen  Kultiirverhilltnixuc,  der 
□atioiialun  Bildung  und  geselUcUaftlichen  Sitte.  Die  niL-isten  und 
wichtigsten  I'aktorcn,  welch«  im  Loben  de«  Hofe»  und  Staates  daa  byzan- 
tiniache  Kolorit  bedingen,  stammü»  aus  dem  3.  und  4.  Jahrhundert.  I)a- 
mab  vollzog  sieh  die  Umwandlung  der  ritmischen  Militilrmonarcliio  in  jenen 
barMokratiach-hflfiBchen  Urganinmus,  der  fUr  die  ganze  byzantiniächo  Zeit 
dkirakteristJKcb  iitt.  Utes«  Neuordnung  der  Dingo  ist  von  Diokletian  be- 
gründet worden;  er  hat  dem  Staate  eine  Form  gegeben,  deren  bervor- 
■(«cbtfodsto  Eigentümlichkeiten,  die  Stufenleiter  der  Hofiimter,  KangkIiu<»on 
nnd  Titulaturen,  da»  Zoremonienwewn,  die  Beaniteminifonu.  der  Onmt  des 
Kaisers  und  die  AaistJKcho  Form  seiner  Terehning,  nicht  nur  der  ganzen 
oatrOmtscben  Entwickehing  den  Stempel  aufdruckten,  sondern  auch  für  daH 
Abendland  %'orbildlicU  n-urden.  Der  weitere  Ausbau  de8  Systems  dauert«) 
roD  Diokletian  biü  in  die  Palüologenüeit  hinein;  aber  weder  Justiiiiaii  noch 
•in  qiftterer  Kaiser  bezeichnen  in  dieser  Kntwic-kelung  einen  besonders 
l«tiuirken«werten  Höhepunkt;  selbst  die  Thätigkeit  de»  Konstantin  l'or- 
phjrrogetineto«  bestand  mehr  in  der  litterarischen  Fixionmg  der  herrschen- 
den ftegeln,  als  in  der  Schaffung  neuer  Ordnungen.  Wie  ins  byzantini^tcho 
K'if-  und  Htaatsweaen,  so  lasaen  sich  auch  die  geistigen  und  niorulischeii 
Erscheinungen,  welche  die  Übliche  Auffassung  als  Symptome  und  Merkmal« 
des  Byzantinismus  bezeichnet,  hnii-tche  Intrigue,  kriechende  Gesinnung, 
rflck.'iicliteloi.o  (Iniusamkeit  und  Hinterlist,  Mangel  an  Charakter  und  Ort- 
gioalitAt,  breite  Verschwommenheit,  VeniÜBchung  lateinischer,  griechischer 
und  orientalischer  Elemente  u.  s.  w.  schon  in  den  ersten  Jahrhunderten 
Atr  Kuiserxeit  nachweisen,  und  manche  dieser  Eigentümlichkeiten  wie  der 
rorlMir  erwähnten  Erscheiniingim  im  Hof-  und  Staatsleben  haben  ihr© 
Wnnceln  bekanntlich  in  der  ulexandrinischen  Zeit,  aus  welcher  sie  dem 
rOotiacben  Kaisertum  vornehmlich  durch  Äg>'pton  vermittelt  wurden.  Eine 
«|t|rfL*rii  Abgrenztmg  Iftsst  sich  auf  diesen  psychologischen  fiebiot*'n  des 
■attonolen  Lebens,  deren  Veränderung  den  Zeitgenossen  kaum  bemerkbai' 
tw  «cb  geht.   Überhaupt  nur  schwer  durchfuhren    und  zur  allgemeinen 

Erkmuiuiig  bringen:  soweit  daa  aber  in  unserem  Falle  mSglich  ist,  mllssen 
•atacheidendeu   Vorgftoge   im  'i.  und  4,  Jahrhundert   gesucht  werden. 


*)  JfMMwn^  ft|llio4<iinj  7  0^84)  Eitar^n- 


J 


8 


B7<ftBtlauioh8  I4tt«r«tnrgaicb[aht«.    BisUitiuig. 


Greifbarer  ist  die  Entwickelung  in  der  bildenden  Kunst.  AncB 
liier  beiioidinot  die  /oit  dos  .lustinian  keinen  Abschnitt.  Dto  wichtigsten 
£igcntUmliclikoitcn  der  bysantinischen  Kun«t.  die  in  der  Vurdrüngung  din 
Plastik  duri-b  dio  Onianiontik  dnoii  doiitliclicii  Aimdruük  finden,  beginnen 
seit  dem  4.  Jahrhundert.  Ja  nmn  kami  von  der  allbyzantinischen  Kunst 
eagen,  dasn  der  Tag  ihrer  Geburt  die  Gründung  Konst^nünopeia  ist,  wo 
die  gesamte»  Übon-esto  der  antiken  und  altchristlichen  Kunst  unter  dem 
mftchtigcn  Bintlui^iiie  HyriKcher.  nlL-xandriniHchei'  und  lömii^diLT  Ek-nuiato 
neu  durt-hjjobildot  wurden.  Genauere  Nathwuiso  fiir  dio  Bedeutung  Kon- 
stantinopels  in  der  Geschichte  der  byzantinischen  Kunst  und  für  die  Tlmb« 
Sache  ihres  Beginns  im  4.  und  5.  Jahrhundert  hat  J.  Strzygowskl ')  go« 
geben. 

Ungefähr  in  derselben  Zeit  wie  in  der  Kultur  und  Kunst  oStuibart, 
Bich  auch  in  der  Sprache  und  in  der  volksmUssigen  Metrik  der  Unten 
gang  des  antiken  We«mH.  Zwar  hat  nmn  noch  vor  kurzem  den  Beginn  der 
niittol-  uud  neugriechischen  Sprachphase  in  eine  viel  Kpftter«  Zeit,  etwa  in» 
10.  Jahrhundert,  gesetzt.  Allein  durch  die  neueren  Forschungen  ist  diese 
Termeintliche  Grenze  immer  weiter  nach  oben  verschoben  worden,  und 
jetzt  steht  unwiderleglich  fest,  dass  die  wichtigsten  und  folgenreichsten 
VcrüLndcrungon  der  altgriochiächen  Sprache  teils  in  den  erMton  Jalir* 
bundcrten  n.  Chr.  schon  vollzogen  waren,  teils  sich  damals  vollzogen.  Um 
dieselbe  Zeit  hatte  mit  dem  Untergänge  der  Vokalquantität  auch  die  ge- 
samte alte  Verstechnik  ihre  Grundlage  verloren  nnd  es  erscheint  ein  neues 
metrisches  I'rinzip,  da»  des  Accentos.  In  der  Fonn  ungleich  gebauter 
VerMi  kam  dieses  Prinzip  in  der  rythmischun  Kirchondichtung  seit  dem 
4.  Jahrhundert  zur  Anwendung,  etwas  später  und  lungsamer  gelangte  das 
Prinzip  in  der  Wiederholung  gleichgebauter  Verse,  besonders  des  politi- 
schen FUnfzehnsilbers,  zum  Durchbrueh,  Das  Alter  dieses  in  der  byzan- 
tinittchon  und  iieugi-iechischen  Poesie  fast  alloinhoiTschenden  Verses  ist 
neuerdings  durch  unanfechtbare  Zeugnisse  zuerst  vom  11,  in  das  ll>.,  dann 
gar  in  das  6.  Jahrhundert  hinaufgerUckt  worden  und  aller  Wahrschein- 
lichkeit nach  ist  er  noch  bedeutund  älter  als  seine  zufällig  in  volksmitssigen 
Sprich  Wörtern  enthaltenen  ältesten  litteraiischen  Zeugnisse,*)  Wie  in  der 
Poesie  so  kommt  das  Prinzip  des  Accents  auch  in  der  Prosa  zur  Geltung, 
indem  seit  dem  4,  Jahrhundert  gewi.sse  auf  dem  Accent  beruhende  eupho- 
nische Kegeln  beobachtet  werden.')  Mit  der  Erkenntnis  dieser  Thatsachen 
ist  einer  der  Hauptgründe,  welche  zur  späteren  An^etzung  des  Beginnes 
der  byzantinischen  Ära  gefllhrt  hatten,  endgültig  beseitigt,  und  das  Ent- 
wickelungsbild,  in  welchem  einst  der  vermeintiicb  spätere  Beginn  der  mittel- 
griechi-schen  Sprache  und  Metrik  verwirrend  und  störend  gewirkt  hatte, 
ist  auch  nach  dieser  Seite  hin   in  harmonischer  Weise  berichtigt  worden. 

Endlich  mag  man  bei  der  Untersuchung  der  Frage  über  dio  Grenze 
zwischen  hellenischer  und  byzantini.scher  Zeit  die  allgcmeingeschichtlichu 
Frage,  wann  der  Beginn  dos  Mittolaltors  anzusetzen  sei.   in  Betracht 


')  B.  Z,  I  (1892)  68  ff. 
*)  Vgl.  K.  KrumbüchpT.  Uitlnlgriacbi- 
noho   tjprictiw3rt«r,  !Jitxungiibor.   bnjror.    Ak, 


189S  Bd.  II  233  r. 

*)  NahorM  8.  untöD  Ö.  29. 


B«griff  und  •UgtBWlB«  Owehlcbte  d«r  bTtantinischen  Llttsratnr.    fg  I) 


9 


ziefa«n.  A.  v.  Guteclimid,  der  llbcr  dieses  Tlioam  cinu  borühmt:»  Abhand- 
lang')  ge6c1tri«b(>ii  lint,  kotiimt  auf  Grund  cttii^r  im  ttUgemeiiien  zuti'efTendoii 
Kr&rteniiig  zu  dem  Kr^ubnis,  dass  das  Jahr  176,  mit  wolcbom  i»  dun 
Eompeudien  gewöhnlich  da^  Altertum  abgenchlosscii  wird,  in  Wirklicbkeit 
durchaus  koiiien  Ahfwhnitt  bilde,  dass  vielmohr  da«  6.  Juhrhundert  mit 
den  so  echt  röniiscbcn  Oostaltc-n  wio  BoethiuB,  Cassiodor  und  Priscian 
Doch  zum  Altertum  gehöre  und  etwa  das  Jabr  &72,  welches  die  Bcgrün- 
dnng  der  ersten  eigentlich  nationalen  Herrschaft  in  Italien  bezeichnet,  oder 
in  runder  Summe  da»  Jahr  600  alä  Orcnzmat  zwischen  Altiortum  und 
Mittelalter  anzunchniim  sei,  wie  man  ja  ähnlich  durch  Kombination  vor- 
echiolener  wichtiger  [Jäten  etwa  das  Jahr  1500  als  Beginn  der  neuen  Zeit 
erfamlteo  mag.  Andere  Üelehrto  l)etouen  andere  Ereignisse.  FoUz  Stiuvo 
Uflst  das  Hittelalter  mit  der  Thi-oiiWslcigung  Clilodwigs  (481)  beginnen.*) 
Ed.  Hejrer  erblickt  in  den  filnf  Jtibrhundci-t(<n  von  Diokletian  bis  auf  Karl  den 
Groseen  eine  tJbergangsepoehe,  die  eine  Anseinanderreisniing  nicht  vor- 
tnge.*)  Allein  alle  diese  Abteilungen  bozieben  bicti  vernehmlich  auf  die 
Oeaducbto  dee  Abendlande«:  zwui'  berücksichtigt  Gutschmid  nebenbei  auch 
ifie  ostrOmiscfae  Welt,  aber  schon  die  oben  angeführten  Namen  und  That- 
adien  zeigen  deutlich,  da-t-t  auch  fUr  ihn  das  Abendland  den  Ausschlag 
gib.  Und  in  der  lliat  verlief  hier  die  pölitii«i-bc  und  kultnrelli)  Kntwicke- 
üiRg  ganz  ander»  aU  im  Osten.  Der  grosse  Dualismus,  der  die  europüische 
Vftiker-  und  Staatenwelt  schneidig  durchdiingt ,  kommt  gerade  bei  der 
BtAfte'ning  dieser  Orenzfroge  deutlich  zum  Bcwusstsein.  Insofern  das 
Wort  Mittelalter  einen  rein  zeitlichen  Begriff  ausdrückt,  liUst  es  sich  natOr- 
Bcb  auch  auf  Osteuropa  anwenden;  im  kulturhistorischen  Sinne  aber  ist 
dos  uhendlHndisch«  Mittelalter  etwas  ganz  anderes  als  das  osteuropSischo 
DDd  »{lesiell  byzantinische.  Der  gründliche  Bruch  mit  der  alten  Kultur 
uod  die  Bildung  neuer  Nationen,  Staaten  und  Gesellschaften,  neuer  Sprachen 
und  Litteraturen,  durch  welche  sich  das  abendländische  Mittelalter  ao 
«igBBartig  gestaltet,  fi'hlt  im  Osten  fast  vollständig:  hier  sinkt  der  Uber- 
Brfbrtt-  Kulturstand  viel  langsamer  daniied«r,  und  nienmnd  zieht  ho  tiüfu 
Pärchen  in  den  alten  Boden,  dann  aus  ilim  ganz  neue  Bildungen  hervor» 
ipiMBea  ki^nntcn.  Daher  kann  die  Frage,  wann  das  Mittelalter  beginne, 
gmta  genommen  nur  fljr  MitU^l-  und  Westeuropa  gestellt  werden,  und 
üüpe  Uereioziehung  würde  bei  der  Untersuchung  der  Grenzscheidc  zwischen 
aotikor  and  byzantinischer  Zeit  nur  Verwirrung  stiften. 

Oboe  die  vorbereitende  und  unterstfltzonde  Erwägung  der  Frage, 
au  welche  l^it  auf  den  Gobiet<^>n  der  Politik,  Iteligion,  Kultur,  Kunst 
und  Sprache  der  Üborgang  vom  Hellenischen  zum  Byzantinischen  stattfindet, 
wira  daa  tircnzmal  in  der  Litteratur  selbst  nicht  leicht  festzusteUen.  Denn 
gvade  in  dieser  Abteihing  des  nationalen  Lebens  erbSlt  sich  altes  Wesen  mit 
boMlidfrer  Zähigkeit  und  offenbart  sich  neue  Art  anfangs  nur  schüchtern 
osd  Snasertich  wenig  bemerkbar.   In  keinem  Falle  bildet  in  der  Litteratur 


*»  Die  OnoiboUa  22  (1863)  1. 330—347. 
Wiaiarbolt  Ol:  KleÜM  Sehrilleii  Ton  Alfr«il 
TM  OslAflkmid  6  (1894)  293-417. 

*)  DmIkIm  ZetlMkf.  f.  ÜMchichUwias., 


8(iii(l«iheft:FK8tiffLbi.>  zur  Vera.  doutschürHisto- 
riker  m  MOnchöu.  Ostern  1993  S,  XIII. 

■I  Berliner  uhUol.  Wocbeosolirift   1895 
S.  883. 


ä 


10 


BrusUniach«  LltUrKtnrgMcbidit«.    BJnleitnng. 


das  Zeitalter  des  JuBtinian  einen  wichtigen  Eiiisclinitt.     Etiiersoitä  rci^ 
äio  altu  Tradition   wiat  Über  <lioi<e  '/a^ü  liinaiis.  in  einem  gewissen  Sirui 
bia  ins  15,  Jalirbundert,  andorL'raoit«  offenbaren  sieb  auch  hier  wcscaLliclin 
Merkmale  der  neuen  Zeit  lange  vor  .lustinian.   Schon  die  «ino  grosse  That 
«acho,  da»s  seit  dorn  4.  Jahrhundort  die  cbri.stlicb-tbuo1ogi8chen  Schrift 
worko  in  d«r  griochi&chen  ProHa  und  Pootüo  eine  dominierende  Stolluo) 
erlangen,  Keigt,  dass  die  von  uns  auf  den  Übrigen  Gebiet«»  des  nationiüei 
Lobcne  »ngcnomnioDe  Zcitgi'enze  auch   fUr  die  Litberatur  zutrifft.     Äbei 
auch  innorltalb  der  boidniächon  Litteratur  vorrilt  »ich    in  mannigfachei 
Erscheinungen  der  Form  und  dos  Inhalt«  das  Hinschu'inden  des  antikhellcni' 
schon  und  die  Ausbildung  eines  auf  vtsranderten  Voraussetzungen  beruhen- 
den, durch  rrmiische  und  oriontalisohc  Elemente  beoinfluääton  neuen  Qe- 
Hchniackc».    Dtr  bega!>ti«to  und  einflussroichste  Dichter  in  den  Jahrhundert«) 
nach  Konstantin,   Nonnos,  illustriert  in  seiner  eigenen  Person  den  Über- 
gang zur  neuen  Zeit  am  doutliclisten  dadurch,  dass  er  in  seinem  späterei 
Alter  zum  Chriäteutuni   übertrat   und   zu    seinen  Frofanwerken  eine  Para- 
[ilu'Ose   des  Evangelium  Johannis  hinzufügte.     Unverkennbare    Vorboten 
byzantinischer   Art   sind   die   orientalische  Masslosigkeit  seiner   l'hanlotiie 
uud  die  asketische  Strenge  seiner  metrischen  Form.     lu  einigen  aaderen 
Poo««n  dieser  Zeit  wie  in  des  Musooos  Dichtung  Hero  und  Leander.  ,det 
letzten    Itose    aus    dem    hinwelkenden    Garten    der    griechischen    Poesie' 
(KOchly)  und  in  epigrammatischen  Kleinodien  kommt  der  hoUcmsche  Ooist 
noch  rciuer  zum  Ausdruck:  aber  das  Aufllaekorn  einzelner  Lichter  kann 
über   die  Thatsache   des  Verlftschens  der   hellenischen   Gesamtbelouditung 
nicht  hinwegtSuechen,     lu  der  Litteraturgattung,  welche  in  der  bysantini- 
schen  Zeit  alle  andern  an  Bodeutung  und  Umfang  Überragt,  der  OeschichU 
schroibuiig,  uehliesst   das  Altertum  mit  den  Autoren  der  griochischcn  11©- 
nusstince  im  2.   und  i\.  Jahrhundert,  mit  Arrian   und  Appian,  mit  IHo 
Gassius,  Herodian  und  Dcxippos.    In  den  Zeiten  nach  Konstantin  ermattet 
die  profane  Gc»chichtachroibung  ersichÜich;   es   ist   kein  Zufall,   dass   wir 
»US   dieser   Zeit   nur   wenige   Namen   wie  Eunapios.   Olympiodor,   IViskos. 
Malchos,  Candidus  und  nur  ein  vollständiges  Werk,  das  des  Zosimos.  be- 
sitscn.     Neben  diesen  llistorikern,    welche  im  grossen   und  ganzen  d^ 
alten  Tradition  folgen,  verbreiteten  sich  in  derselben  Zeit  volkiimfissige 
Chroniken.  Werke,  die  uns  verloren  gegangen,  aber  von  Malalas  reichlich  be- 
nutzt worden  sind  und  ihm  zum   Vorbild  gedient  haben.     Dass  Malalaa 
nicht   der   Erfinder  dieser   Gattung   war,    welchü   diu  Bildung   der  Masso» 
im   ganzen  Mittelalter  beherrschte   und   auf  die   benachbarten  Völker  un- 
ennessliehe  Wirkungen  nusUbte,    darf  jetzt   als   sicher  gelten.     So  schiebt 
sich  hior  deutlich  dos  neue  Wesen  neben  das  alte:  Eunapios,  Zosimos  u.  a. 
setzen  die  ererbte  Technik  fort,  neben  ihnen  aber  ersteht  schon  mächtig 
eine  frllher  unbekannte  (Jattung,  die  anfangs  ein  boBchoidones  Stillleben 
führte,  bald  aber  die  grCsste  Bedeutung  gewann.     Noch  schärfer  zeigt 
sich  der  neue  Geist  auf  dem  Boden  der  Historiogi-aphie  dadurch,  daas  jetat 
die  Kirchongeschichte  in  sehnellem  Aufschwung  xur  h(^ch.sten  Blüte  ge- 
langt.   Am  kräftigsten  scheint  sich  der  Ilollenismus  in  der  Philosophie  zu 
erhalten:  aber  der  von  den  inannigfaltigsteD  asitttischen  und  afrikanischen 


1t4gTi8  nad  kUgtoscliie  QMoUolite  d«r  bjunttnloohea  Utterfttar.    (gl)       ^i 


^nÄu 


El'.mcattfa  botiinflusHto  Synkrütüinim  un<]  MystizismuB,  in  welclien  die  neu-' 
fkJiuiäacbe  Weialieit  ausartet«,  hat  doch  woni^  Antik hoIk-iii»'h«s  aii  t-ich 
uwl  ist  zum  Teil  nichts  anderes  aln  ein  tastondor  V'orsucti,  dviu  Dudürfnis 
dtrH«idon  ein  Surrogat  fDr  das  Chriet^ntum  zu  gewabron. 

n'üun  nun  foststobt,  daiw  als  Anfang  der  byzantinischen  Ära  auf 
da  fiebieten  der  Politik.  Kuligion,  Kultur,  Ivunst,  Sprache  und  Littc-ratur 
Mnlieli  Qbereinstimm<>n(l  das  l.  Jahrhnndort  und,  vorlangt  mau  vinc  ivsta  , 
ZiU,  etwa  dos  Jalir  321  angononinion  wc^rden  kann,  ho  ist  ohn»  weiteres 
Ulf,  iasa  dio  Gntwickolung,  botrachte  man  sie  nun  aU  Verfall  eder  als 
BMI*  oder  als  einen  aus  Iwidum  gemischten  Proxess,  nicht  auf  allen  Ge- 
litUii  cino  gleit'bniiUsige  war  und  nictit  ginrallel  vcriiuf.  U«g«linAesig, 
tboo  Stockungen  und  ohne  Sprfflngo,  vollzog  »ich  diu  Weiterbildung  nur 
h(  dem  äebiut«,  weichet»  der  bowiU8t«n  menscblichen  Kinwirkung  am 
■wtoD  entzogen  ist,  dem  der  lebenden  Sprache.  Auf  allen  ilbrignu  (Je- 
Mcfi  aber  bedingte  der  Einflusa  bedeotondor  Iudividu«n  und  i>o)itiHchür 
cim  kirchlicher  En-ignte««  cino  gewiss«  üm-egulniassigkeit  des  Verlaufs, 
vdAe  dit)  Kililtmg  von  zeitlich  umgrenzten  (irupp«n  /.av  Folge  hatte. 
Dite  gilt  naniontlicb  für  das  Gebiet,  wekbca  hier  zunächst  iu  Betracht 
blUit,  die  Liituraturge«tchicbtt>.  Nichts  liegt  uns  fem^  als  das  Beatreben, 
■Khberfihniten  Muntcni  ein  kUnsUiuhea  System  von  Ober-  und  Unterabtei- 
uufzuHiollfln;  einige  Alischnitte  aber  U-eten  dem  guscbiohtlichen  He- 
iler HO  Überwältigend  deutlich  vor  Augen,  dasa  siu  ausdi-uckliuh  horvor- 
pktben  zu  werden  verdieiwn.  * 

Am  Bcbttrfsten  scheidet  sich  von  dei'  vorhergehenden  und  folgende» 
Zait  die  erste  l'criodo.  die  frtthbyzautioischc  Zeit,  dio  vom  Uogioruiig»- 
ulritt  Koitstantiiui  bis  etwa  auf  den  Tod  des  Herakltofi  reicht  (324 — 640). 
Bi  int  dio  Zuit  der  letztem  Kümpf«  des  antiken  riimisch-hellcmwiien  Göist«s 
■Ü  dum  miitclal tertichen  chriätiich-byzantinittcben,  die  Zeit  der  Nougestal- 
Ing  der  Sprache,  die  Zeit  der  völligen  Auubildung  des  Byzantinismus. 
Dit  Utt«;rBtur  dieser  Zeit  bietet  im  grossen  und  ganzen  ein  erfreuliches 
BÜd.  In  Uor  Poesie  werden  die  auf  die  äusserste  Feinheit  der  Form 
gericbtelen  Be«trcbungcn,  dio  im  5.  Jahriiundert  von  NonuoB  und  seiner 
Sikato  ansgogangvn  wurun.  unicr  Juslinian  von  Paulos  SÜentiai'ios,  von 
ApttUM  und  anderen  Epigrammatikern,  unter  fleraklios  von  dem  frucht- 
baraa  üoorgiod  Pi.iides  mit  glücklichem  Erfolge  fortgesetzt.  Hoch  Ubei^ 
ngt  wird  dieao  IVufanpoesio  durch  dio  kirchliche  Dichtung,  die  edion 
ntar  Aiuuiiuio«  1  durch  Itomanos  zur  herrlichsten  Blüte  gelangt,  %'od 
Kliwir  Justinian  seihet  gepflegt  wird  und  im  7.  Jahrhundert  im  Patriarchen 
tefim  einen  talentvollen  Vertreter  ßndet.  Die  profane  tiesckicht- 
•cbreiltung  nimmt  in  diesem  Zeitraum,  nachdem  sie  in  den  zwei  Jahr- 
kaaderteii  nach  Konstantin  meiklirh  an  Bedeutung  verloren  und  derKirchen- 
gBMhichte  den  Vorrang  eingeräumt  hatte,  durch  den  gewaltigen  l'rokop, 
dra  feingebildeten  Agathias.  den  diplomatisch  geschulten  Petros  Putrikios, 
doa  originellen  Menandcr  Protektor,  endlich  in  der  ersten  Hälfte  des 
7.  Jkhrbondurt«  durch  den  iu  »einer  Form  offuktiurt'On,  aWr  inhaltlich 
dncli  aubr  wichtigen  Theophylaktoa  einen  unerwarteten  Aufschwung.  Xeben 
4cr  GMchicIitNchreibung  erreichen  die  Fficher  der  Sophistik,  Uhotorik 


12 


ByzantltUBcbo  Utt«ntnrgesobichte     EmleUnng. 


4 


unii  Epistolograpliie  in  clieRem  Zeitraum  «iurcii  MÄiiner  wie  Libaiiio»,  Th* 
niistius, llimmiuK.  JuliaDO»( cli.'n  Apostatoii,  und  die  JüngordorStrhule  votiflazt 
unter  denen  der  erst  in  noui'ster  Zuit  genauor  Iiekannt  gewordene  Chorikio 
Iicrvon'agt,  oino  nnHehnliche  Ilrdie  und  ihre  Erzeugni»»e  «ind  fUr  die  8piit«r 
byzantiiiisclio  Zoit  von  grflsstem,  noch  nicht  hinlüngüch  Ktudivrtom  Ein 
fluase  geworden.  i 

Die  philosophißchen  Studien  erreichen  zunächst  durch  den  Neu 
platoni8mu.s  eine  wenn  auch  nicht  sehr  erfreuhche  Nachblute;  nachdem  abe 
iksea  nebelhafte  und  wenig  lobcnsfUhtgo  System  durch  den  gowalttfaätigei 
Eingi'ilT  .luatiniuns  seine  kotzte  äus»L'rv  Stütze  verloren  hatte,  fristete  di« 
Weltweisheit  nur  noch  in  vereinzelten  Kommentaren  zu  Aristoteloit  ein  ttnn' 
hchus  Dasein.  Auf  dem  scheinbar  geriugfiigigen,  aber  für  die  Beurteilunj 
der  allgemoineu  BildungshiMie  und  der  Stiidienwoiso  wiehtigon  Gebiet  dei 
Philologie  im  engem  Sinne  iet  in  dieser  wie  noch  mehr  in  der  apilt«rei 
byzantinischen  Zeit  der  hervorstechendste  Charakterzug  die  Sammlung,  Voi* 
arbeitung  und  Kommentierung  de«  alten  Materials:  In  der  Lexikographie 
ist  CS  der  sogenannt«  Kyrillos,  der  im  ftlnften  Jahrhundert  oder  ini  An- 
fang  des  sechsten  ein  altes  rhetorisches  Lexikon  aus  geringfligigen  Glos- 
saren erweiterte  und  damit  ein  Werk  schuf,  daa  in  der  ganzen  hyzan- 
tiniechen  Zeit  im  Schnlbetriebe  und  bei  der  Bearbeitung  neuer  lexikalischer 
llilfsmittvl  die  grÖF^tc  Kolle  spielt«;  in  der  eigentlichen  Grammatik  wur- 
den im  x-ieiten  Jahrhundert  durch  Theodosios  von  Alexundria,  dann  im 
sechsten  und  äicbenten  Jahrhundert  durch  Lehrer  wie  Johannes  Pbiloponos. 
Johannes  Cliarax  und  Oeorgios  Clioeroboskos  die  alten  Werke  des  Diony- 
«dos  Thrax,  des  ApoIIonios  Dyskolos  und  des  Herodlanos  exzerpiert  und 
erklärt  und  so  im  grossen  und  ganzen  in  jene  Form  gebracht^  in  welcher 
sie  die  Lehrnielliode  der  byzantinischen  Äeia  nnd  in  verschiedenen  Um- 
arbeitungen sogar  der  nbendltlndischen  Humanist euiceit  bis  ins  letzt«  Jahr- 
hundert herein  beherrschten. 

Wenn  .iiomit  vom  Anfang  de»  4.  bis  gegen  die  Mitte  des  7.  Jahr- 
hunderts in  der  Littvratur  und  in  der  Fortpflanzung  der  Bildung  eine 
lebhafte  Tliätigkeit  besteht  und  wenn  in  dieser  Zeit  unter  dem  Einflüsse 
chnstlicher,  römischer  und  orientalischer  Elemente  und  durch  die  tief- 
gehenden Voränderungen  in  der  lebendigen  Sprache  neue  Oehalt*^  und  neue 
Formen  kräftig  ausgebildet  werden,  so  überrascht  nach  diesem  Zeitraum 
im  gesamten  kulturellen  Leben  der  Byzantiner  eine  ungeheuere  Lücke. 
Auf  die  Zeit  einer  reichen  und  hHulig  glücklichen  Produktion  folgt  ganz 
unerwartet  und  fast  unvermittelt  eine  trostlose  Verödung,  die  sich  auf  alle 
Litteraturgattuugen  mit  Ausnalimo  der  kirchlichen  ziemlich  gleichmilssig 
ausdehnt.  Diese  unfruchtbare  Periode  erstreckt  sich,  in  runder  Zahl  ge- 
sprochen, von  650 — S.'iO;  denn  von  einigen  volksmässigen  Chronisten,  die 
im  Anfang  de«  9.  Jahrhunderts  ihren  Zeitgenossen  wieder  zum  Bewusst- 
sein  brachten,  dasa  es  auf  griecliiscliem  Boden  einmal  etwas  wie  geschicht- 
liches Interesse  gegeben  hatt«,  kann  man  bei  dieser  allgemeinen  Cliarakte- 
ristik  fllglicb  absehen.  Niemals  ist  der  unermessliche  geistige  Sü'om,  den 
die  griechische  Litteratur  von  Homer  bis  auf  die  Tage  Mehameds  des 
Eroberers  darstellt,  so  lange  und  so  gründlich  vertrocknet,  wie  in  diesen 


BagrUr  MaJ  ülgBistln«  a«aebicbt«  in  bysanUtiiacbeii  Lltteratnr.    (§  1)       13 

Iwitlen  .laIir)tuD<]crt«D.  DJü  profan«  Schriftstelleroi  acliwoigt  so  gut  wie 
rallfitindig:  Li>o  dvr  Isuuner  sclilo««  die  Akademie-  in  Konntantinopc-I,  und 
wenn  Mich  die  Nachricht,  da»»  er  sogar  ihre  HihlioÜick  vt^rhrannt  habe, 
vieOeicbt  uuf  Erfindung  oder  EntstcUung  beruht,  so  ist  nie  doch  bczoich- 
waA  fQr  ckw,  wa«  ihm  die  Spät4.'rL'ii  zutrauten.  Das  Jahrhundert  des 
BOdenttutiDH  (726—842)  war  nicht  bloss  für  die  Bilder,  sondern  auch  für 
die  Bildung  verhängniRVoll,  und  wenn  die  früher  häufige  radikale  Ver- 
orteilung  der  BiUIfiretUmicr  ungerecht  war,  so  fa.'^ison  die  Neueren  wie 
Paparrogopulog.  LAtapro«,  Gregorovius  u.  a.,  welchu  den  Bildeß-tunti  zu 
«iner  dt«r  grü^ateti  Thutcn  der  rOmischen  Staatfiregierung  zu  erheben  suchen, 
die  Erecheinung  doch  zu  autwchlieaslich  %'om  rein  politischen  Standpunkt 
■uf;  ao  sehr  die  wahren  Ursachen  dieser  mächtigen  Bewegung  im  Dunkel 
Sagin,  HO  empOingt  man  doch  aus  manchen  UbcrUefi'rten  KinzLilhoilcn  den 
dmllicbcn  Eindruck,  dius  ausser  den  Bildern  und  den  München  indirekt 
aad)  die  nationale  Bildung  unter  ihr  zu  leiden  hatte.  Was  von  Oolchr- 
umkeit.  FormgefUhl  und  dicbteri^chur  BcgciHturung  in  diesen  wirklich 
.dunkeln*  Jahrhunderten  noch  übrig  bliub,  dtunte  vornehmlich  den  Zwecken 
der  Theologie  und  Erbauung.  Aber  selbst  hier  ist  eine  bedeutende  Er- 
PtUiAing  der  SchalTen-sfreude  zu  bemerken.  Die  einzige  wirklich  grosse 
figir,  Johanne»  von  DaniasJcoft,  der  die  Leistungen  der  alten  Ttiuologio 
•bachlümoDd  zusonunonfasst^  vermag  die  Öde  nicht  auszufüllen:  neben  ihm 
mA  Bcineni  Freunde  Kosmas  von  Jerusalem  sind  in  diesem  Zeitraum  nur 
Doch  Theodoros  Abukara,  der  Ri'zbjschof  (ieiTnanos  (f  7-}0)  und  der  Patriarch 
Tinnus  (784—806)  durch  iLäkutische,  moralische  und  hermeneutischo 
Sehriften,  Aadre4ks  von  Kreta  und  einige  andere  durch  EirchonpoGsien 
roo  Bedeutung. 

So  unverkennbar  und  deutlich  springt  die  Thatsacho  dieses  lango- 
an  Niederganges  der  Littcratur  und  der  Oei»to»bildung  dem  geschieht- 
lichuD  B«trBcktur  in  die  Äugen,  duss  sie  sogai*  dazu  verleitet  hat,  dun 
juuen  Torlier^ehenden  Zeitraum  zum  Altertum  zu  schlagen  und  den  An- 
fing dar  by)uintini)>(,-hen  Ära  in  der  unfrnclitbareu  Zeit  nach  Hcraklios  zu 
Mdua.  80  setzt  Finlay  >)  die  Ausbildung  des  byzantinischou  Sttiat^twosons 
in  das  7.  Jahrhundert  {63;J— 71(!)  und  beginnt  die  eigentlich  byzantinincho 
BMchichte  mit  den  Isauriem.  Ihm  folgt  tiregoro\-ius,>)  indem  er  bemerkt, 
iM»  Mit  dem  Ende  de«  7.  Jahrhunderts  und  entschiedener  mit  der  isau- 
riMbeo  pjnuuUo  jener  kirchliche,  staatliche  und  soziale  Prozess  zum  Durch- 
Jvacfa  gekommen  sei,  in  welchem  sich  der  rhomÜJKche  Byzantinismus  mit 
jüdu  andere  Autonomie  aufsaugenden  Mitt^'lpunkt  Konstantinopol  her- 
l)iJdet  habe.  Ebenso  betrachtet  Zachariae  von  Lingentluil')  dos 
7.  Jahrhundert  als  eine  Zeit  dos  Verfalls  und  der  AufliJsung  des  griechisch- 
rtmtadiaii  Kai«ertums  und  sieht  im  Zeitalter  der  isaunschen  Kaiser  den 
BifiBn  «tner  Neugestaltung  von  vielfach  eigentümlichem  Oepritge,  dos  sich 
■niälhlich  zu  dem  entwickelt«,  was  man  mit  dem  Ausdruck  Byzantiniamus 
a  b«caJcfaD8D   pflege.    Ähnlich  hatte  ich  auf  dem  Gebiete  der  Littcratur 


•Ji 


A  Uatori-  of  OroMW  1  (IS7T)  361  ff. 
6w(Moht«40r8tadlAUiMi  im  Mittel- 
I10& 


•)  GoBchichto  do«  gricoliiBohr3nii»eh«Ji 
R«M:hte',  Bi-rlin  1892  S.  XII  (=  S.  IX  der 
2.  AaBO- 


14 


Bygantlniacha  Litteratiirg«aehicbt«.    Enloitsiig. 


in  der  enton  AufInge  dioitce  Buches  die  Ansicht  durcligeftlliri,  iaw  da 
Altertum  bi«  in  die  Mitto  des  7.  Jahrhundorts  rt-iche  und  diu  byinntinisch 
Ära  mit  der  erwähnten  Epoche  der  Verödung  beginne.  Reiflichere  Erw| 
gungen  und  ein  genauere»  .Studium  der  Lit.t«raturworke  hnhon  mich  aeitdoi 
dft8  Irrtümliche  dieser  Auffassung  immer  deutliehor  erkennen  lassen.  Wa 
aber  iu  der  früher  beliebten  Abteilung  Wahre»  liegt  und  was  den  Irrtufl 
erklärt,  das  ist  <lie  That^ache,  daoa  in  der  Zeit  nach  Heraklins  und  bfl 
sonders  unter  den  isaurischen  Kaisern  das  Byzantinertum  voltstJlndig  aui 
gebildet,  die  QräKisiorung  dos  Stantos  im  grossen  und  gnnKon  vollende 
und  die  Nfugouttiltiing  der  politischen,  ruligiosen.  kulturellon,  sprachlichen  un 
litterarischen  Zustände  in  der  IIauptsa(;he  ubgeachlossen  ist.  Nun  hern<o)| 
das  einheitliche,  durch  keinen  ernstlichen  Konflikt  mit  dem  Altertum  mofa 
gestörte  Kigcnlebcn  des  byzantinischen  Geistes.  Die  Periode  von  324— 64* 
kann  mithin,  um  das  VerhSltni»  durch  ein  abgcbi-auchte«,  aber  immer  nod 
brauchbarem  Bild  zu  illustrieren,  als  che  vorbereitende  und  kämpfend) 
•lugend,  die  folgende  Zeit  als  das  Manne»-  und  Grnisenalter  des  By7.antiiuft 
mus  bezeichnet  werden,  '■ 

Am  schwersten  scheint  sich  mit  der  hier  angi'nommenen  Perioden- 
teilung  die  Geschichte  der  christlichen  Kirche  und  ihrer  Litteratur  vor 
einigen  zu  lassen.  Die  meistim  Kirchen-  und  Doginenhistoriker  «chliessei 
das  christliche  Aitfrrlum  mit  dem  7.  oder  8.  Jahrhtindert.  und  auch  in  dci 
Littoratur  der  giiecbischen  Kirche,  welche  im  4.  Jahrhundert  ihren  Htthe- 
punkt  erreicht-,  pflegt  man  das  Altertum  bis  auf  Johannes  von  Damaskoi 
nusiEudehnen.  Allein  diese  Abgrenzung  geht  von  einem  Standpunkte  aus, 
den  wir  hier  nicht  einnehmen  dürfen;  die  Darsteller  der  kirchlichen  Ge- 
schichte und  Litteratur  berücksichtigen  nur  die  christliche  Zeit;  innerhalt 
derselben  Imt  es  eine  gewisse  Berechtigung,  die  Periode  der  grossen  dog- 
matisch(.<ti  Kämpfe  und  der  originellen  littcrariscIiL-n  Thatigkeit  zusammen- 
zufassen und  als  Altertum  der  Folgezeit  gegenüberzustellen;  dieses  Alter- 
tum ist  aber  das  christliche  Altertum,  also  ein  ganz  anderer  Begriff, 
als  der  für  die  allgemeine  weltgeschichUicho  Einteilung  geltende.  Unr 
kommt  es  darauf  an,  die  Grenze  zwischen  der  antik-hellenisch-römischeri 
Zeit  und  der  cliristlich-by7.antimschen  zxi  linden,  und  diese  fällt  sicher  tn 
das  4.  Jahrhundert.  Freilich  wird  man  diese  Behauptung  nur  dann  recht 
%'orstehen,  wenn  man  den  Begriff  byzantinisch  in  einem  etwas  weiteren 
und  höheren  Sinne  auffasst,  als  es  in  der  früheren  Litteratur  Üblich  war, 
die  dem  Byzantinismus  meist  feindselig  gegenüberstand  und  ihn  daher  gerne 
auf  Zeiten  und  Zustände  bt^ischränkto,  deren  Gesamtcliarakter  zur  Polemik 
genügenden  Anlass  bot.  Aber  auch  in  diesem  weiteren  Sinne  verstanden 
erscheint  der  Byzantinismus,  wie  schon  oben  angedeutet  wurde,  nicht  so- 
fort völlig  ausgebildet.  Die  Zeit  vom  4.-7.  Jahrhundert  ist  \nelmehr 
eine  Übergangsperiode,  in  welcher  sich  die  alten  und  neuen  Elemente 
noch  vielfach  streiten,  mischen  oder  auch  unvermittelt  nebeneinander  her- 
gehen. Dadurch  ent-steht  ein  hnnf*»  und  verHchwommenes  Kolorit,  in 
welchem  bald  die  eiiL'-tige,  bald  die  künftige  Grundfarbe  vorherrscht.  Es 
Iiandelt  sich  also  zuletzt  nur  um  die  Frage,  ob  der  Einschnitt  da  zu 
maohen  i»U  wo  die  antiken  Farbenstreifen  im  geschichtlichen  Strome  so 


hgtiS  nod  »UgemftiDa  GMchicht«  der  byuntinisolieD  Litteratnr.    (g  t) 


pA  no  völlig    vorech winden,  oder  da,  wo  die  byzantinLsoh-niitt«lalterlicho 

nrtang  tuor«t  »n  ein<>r  Ri-öweren  Anznlil   von  Stollon  und  in  einetn  er-, 

kUchwon  Umfange  auftritt.    Man  könnte  nun  voi-8iicbon  zwoi  guiiz  ver- 

«bitilene  Einteilungen  mit  einander  eu  vureinigen  und   di«  Antwort  auf 

ikptieiito  Kragti   altto  formulieren;   Stellt  man  sich  an  din  Qnelle  dea 

Sinäee  der  antiken  Ent^vickolung.  ho  wird  man  das  Ende  dorsolbun  unt 

dmaetzon,   ^o  dio  antike  Färbung  wirkltch  vt>rfich windet,  nl»o  etwa  ini 

'.Mirhundori ;  begibt  nmn  bicIi  dagt»gen  zum  Ende  des  Stromes  d.  h.  auf  den 

SUidpankt  de«)  ausgehenden  Mittelalters  —  die  \e.\xte  Strecke  des  gescliicht- 

Inkfli  Stromes,    die  Neuzeit,  bleibt  boi  dieser  UnteifHichung  ausser  Betracht 

-  Mvird  man  naturgcniäss  die  Turiodü,  welche  man  vom  AltorUim  abgi-cnzen 

li,  möglichst    weit  zut^ckverfolgen  und  ihi-en  Beginn  dn  ansetzen,  wo 

in  wesentlichen  Kigensohaften  zuerst  in  grflsserer  Zahl  und  Schärfe  her- 

nrtretcn,  also    im  4.  -laluhundert.     Da  mm  eine  Darstellung  der  bysantl- 

BKhen  Litteratur  die  Erkenntnis  de«  mittulalterlicheu  Geisteslebens  bezweckt 

■Idedialb    vom    niittt^'kUerlichen  Standpunkt  auageht,   sa  muBS   sie  ohne 

MM  dos    Qrenzmal    im    t.  Jahrhundert   aufstellen.      Wer   freilich   aus- 

mUkbKoIi    dos    Altertum  studieren   will,  mag  sich  immerhin  das  Hecht 

kcnmiehnien.  auch  noch  diu  drei  folgenden  Jahrhunderte  mit  ihren  antiken 

BnIii,  die   ihm    ja  Hoiuit  unterkunftulos  vereinsamten,  unter   da»  Schutz- 

JMk  iia  Altertums  aufzunehmen.     Diesem  /ngestSndnis  gegenüber  muss 

ibcr  iw  M   auiAdi'Ucklicher  betont  werden,  dnss  es  fDr  eine  weltgcschicht- 

litke  nad   vnili^    voraustwtzungslose  Beti'aibtuiig   richtiger  i»t.  innerhalb 

i»  itnitigon   Gebiete»  nicht  da  zu  teilen,   wo  die  letzten  alten  Elemente 

inatuhm.    sondern  da,  wo  der  neue  Oeist  beginnt.     Denn  die  jungen, 

Mmfaflitigen,   Tür  die  Folgezeit  bestimmenden  Elemente  verdienen  mehr 

Bdditoag    als    die   mit  dem  Keime  de«  Todes  behafteten,  in  eine  Uinen 

iNBd  gewordene  Zeit  hineinragende»  alten  Überro^^te.  und  fUr  das  Ver- 

rtMob  der    GosarotentwickeJung  i.st  es   nützlicher,  das    Emporwachsen 

ni  di«  Lebensbedingnii^en  der  erstc-ren  zu  studieren  als  das  Hinsiechen 

■nd  gtorbvn    der  letzteren.     Nur  ein   blinder  Anhänger  der  klassischen 

AlkiDherrschaft  wird  in  Abrede  stellen,  dass  in  der  Übergangszeit  vom 

1.— 7.  Jahrhundert  die  neuen  Elemente,  welche  zum  Mittelalter  hinüber- 

Bhren,  in    wellgeHcliichtlicher  Hinsicht  intere^anter  und  wichtiger  sind 

■fa  die  kaum  einen  neuen  Ton  hervorbringenden  Fortsetzungen  der  Antike. 

Uäno  jetzige  Einteilung  unterscheidet  sich    also  von  der  in  der  ersten 

Aoflago  angenommenen  nur  dadurch,  dass  ich  mich  früher  in  der  Über- 

pagnvit   vum  4. — 7.  Jahrhundert  zu  sehr  durch  die  noch  fortlebenden 

Otflcen  Element«  gefangen  nehmen  üesH,  während  ich  jetzt  überzeugt  bin, 

Jbh  die  durch.'w:h  lagenden  Momente  dieser  Periode  in  den  Anfängen  und 

Vorbereitungen  der  neoen  geschichtlichen  Ära  liegen.   Nur  mit  Hilfe  dieser 

^""■tr-iing  vermag  ich  den  im  8. -Jatirliundcrt  zur  vollendeten  Tliatsacha 

innwileoeD  Byzantinismus  zu  begreifen. 

Mit  dem  Anfange  des  9.  Jahrhunderts  regt  sieh  wiederum  einiges 
IAm,  imnchuwhe  Chroniken,  in  deren  Unbeholfenheit  die  Barbarei  der 
•oraufgehenden  Zeiten  nur  zu  vemohmbar  nachklingt,  wagen  sich  an  die 
QlMtlichkuiL    I/OO  der  Byzantier  erhalt  unter  Kaiser  Theophilos  (829  bis 


16 


Bysaotlniacbft  LltUiatargwclilohtfl.    Blnleittusg. 


8-12)  die  Erlaubnis,  tilfontlich  zu  lehren;')  unter  dem  NachfoIgL-r  ih-M 
Kaiscn«,  Cacmir  Karda.s,  der  in  Wahrheit  im  Namen  Michttels  III  rcgierti 
wird  die  Umvcr!^itHL  Konslantinopol  wicdorliorgostellt.  Ein  neuer  uq 
krilftiger  Hauch  kommt  in  die  goistigo  Bildung  durch  den  groäst-n  Lehrt 
seiner  Nation,  den  Wiederherstellor  der  alten  Litteratur,  den  echtesti) 
Byzantiner  nach  Charakter  und  Lebensart,  Photio!»  (um  850).  Jetzt  gl 
winnt  die  Ti^ihiahnic  an  dem  alten  Schriftentum,  wie  auch  die  produktii 
Betbätigung  an  Ausdehnung  uud  Gehalt;  vn  ii^t  eine  aufuteigendo  Ent 
Wickelung  zu  beobachten,  die  im  12.  und  13.  Jahrhundert  ihren  Höbopaalt 
orroicht.  Auf  da«  Zoita!t«i'  de«  Photio.i  folgt  das  weniger  durch  originelli 
Erzcugiii»»«  alü  dureh  gru^Hui'tige  SanimelthStigkvil  hervorragende  10.  Jahr 
hundurt,  daa  man  als  da«  Jahrhundert  der  Enzyklopädien  bezeichnei 
könnte.  Den  Anfang  macht  Konstantin  Kephalaü.  dessen  Thätigkeit  viel 
leicht  schon  am  Ende  des  9.  Jahrhunderts  beginnt,  mit  setner  henlichei 
Sammlung  der  alten  Epigramme.  Daran  reihen  sich  die  auf  die  meifitiu 
Gebiete  der  alten  Litteratur  ausgedehnten  Sammelwerke,  welche  Kaisei 
Konstantin  I'orphyrogennetos  veranlasste ;  dann  rein  philologische  Arbeitei 
wie  die  Scholicn  (Ich  Arethas,  das  Lexikon  des  Suidas  und  die  Etymologik^ 
endlich  auf  theologischem  Gebiete  die  der  alten  Überlieferung  so  verderfai 
liehe  Legendenredaktion  des  Simoon  Metapbrastes.  l 

Es  war  in  der  That  höchste  Zeit,  dass  dem  Altertum  wieder  rege« 
Aufmerksamkeit  zugewandt  wurde.  Wir  verdanken  diesem  Umstände  äk 
Erhaltung  einee  grossen  Teiles  der  antiken  Litteratur;  die  wichUgHtec 
Handschriften  stammen  aus  der  Zeit  die.ses  Wiederauflebens  der  klassi- 
Bclicn  Studien,  aus  dem  10.,  11.  imd  12.  Jahrhundert.  HAtte  die  BarbarcH, 
diö  in  der  Zeit  des  Bildersturms  am  verderblichsten  wirkte,  noch  lange 
fortgedauert,  so  w&re  wahrscheinlich  ein  grosser  Teil  der  weniger  ge- 
lesenen alten  Autoren,  von  denen  schon  in  der  ersten  HSIfto  de«  10.  Jahr- 
hunderts selbst  die  kaiserliche  Allmacht  manche  nicht  mehr  in  unversehrten 
Exemplaren  aufzutreiben  vermochte,  vollstündig  zu  Grunde  gegangen,  und 
der  Studientrieb,  der  unter  den  Komnenen  zu  hoher  Ausbreitung  gelangte, 
hätte  keine  genügenden  Stoffe  mehr  zur  Bcthätigung  gefunden.  ] 

Dem  1 1.  Jahrhundert  verleiht  diu  universalistische  Erscheinung  des 
Psollos  ein  rhetorisch-philosophisches  Gepräge.  Gleichzeitig  beginnt  die 
Gescbichtschreibung,  die  im  9.  und  10.  Jahrliundert  auf  trockene  Ännalistik 
beschränkt  war,  unter  dein  Einflüsse  der  lebhafter  betriebenen  Studien 
einen  höheren  Flug  zu  nehmen.  Die  Palme  des  Jahrhunderts  gebührt 
zwei  filteren  Zeitgenossen  des  Psellos,  den  hebenswilrdigen  und  geschmack- 
vollen Epigrammendichtorn  Christophoros  von  Mytilene  und  Johannes 
Mauropus.  Zur  völligen  Entfaltung  gelangt  die  litterarische  Renais- 
sance im  12.  Jahrhundert.  Wie  in  der  frühbyzantinischon  Zeit,  so  ist 
OS  auch  jezt  wiederum  die  OeschichtscJti'eibtnig,  in  der  sieb  die  besten 
Früchte  der  Pflege  geistiger  Bildung  offenbaren.  Nikephoros  Bryennios, 
Anna  Komnena,  KinnamoH  und  Niketils  Akomiuatus  schildern  in  vier  bc- 
doutonden  Werken  das  letzte  Aufblühen  des  Byzantinertums,  das  grosse 


<)  Gdorgio*  MoiiAcliDS  od.  Muralt  8.  71S,  2h  IT. 


Bocrlff  nad  aU^meine  OeBchichte  d«r  byzantiatscheit  UtUrator.     TS  i)        17 

Zi>itulter  der  Komnenen.  Das  Studium  der  alten  Litteratur  wird  mit  tT- 
uuter  Regsamkeit  und  nicht  solt«n  mit  dorn  bostoii  Erfolge  von  Laien 
md  Tboologon  betrieben.  Ntclit  weniger  al»  vier  Metropoliten  tret«n  im 
12.  J&hrfauRdvrt  in  den  Dionst  der  profanen  Litteratiir,  der  Aristoteliker 
Eostratioa  von  Kikäa,  dnr  Grammatiker  Gregorios  von  Korinth,  der  rheto- 
risch gebildete  und  dtcht«ri8ch  begabte  Michnol  Akominato»  und  der  durch 
tAUs  HumanitSt,  wio  durch  Gelehrsamkeit  au^gezeicbneto  Eufttathios,  der 
flicht  minder  eitrig  den  ITomer  und  Pindar  erklärte,  als  er  das  geistige 
Niveau  de«  fllr  die  byzantiiiiBche  Kultur  bedeutungsvollen  Standen  der 
HitDche  za  heben  suclite.  Weniger  erfreulich  offenbart  sich  der  gramma- 
ttschu  GiTer  in  Schulhäuptem  vom  Schlage  des  Tzetzes;  doch  legen  auch 
»e  wemgst4.>Ds  von  der  Mannigfaltigkeit  der  gelehrten  Intcresaen  dieser 
^oohe  Zeugnis  ah.  Kaum  ein  Fach  der  alten  Utteratur  bleibt  von  der 
■Igemeinen  Bewegung  unberührt.  Solbüit  der  Geuchmack  an  erotischer 
BrxiUaag  scheint  wieder  xu  er«-achcii  und  die  Gattung  dos  griechischen 
{Contans,  dio  mehr  aU  ein  halbes  Jahrtausend  unfruchtbar  geblieben  war, 
wird  auf  einmal  »m  vier  freilich  recht  Übel  geratene  SpÄtgeburtcu  be- 
rrichcrt.  Mit  grögserem  GKlcke  vorsuchen  «ich  die  Zeitgenossen  der  Kreuz- 
ftbrar  in  der  poetischen  Satire  und  in  Dialogen  nach  dum  Vorbilde  Lukians. 
Sogar  die  Littcraturgattung,  in  welcher  Dyzanz  sich  nm  wenigsten  pro- 
duktiv erweisen  könnt«,  da«  Drama,  hat  damal»  noch  einen  spilten  und 
bat  T(Utig  isolierte»  NaühKilgior  hervorgebracht,  in  welchem  freilich  nichl« 
gahngen  ist  als  der  Nachweis,  das»  Tür  dicM!  Dichtung  längst  ulle  Vor- 
taasetzungen  fehlten.  Besser  glUckten  manche  paneg>'riac)ie  und  epi- 
gnamiattscbe  Versuche. 

IVotz  aller  Kursoren  Erfolge  krankt  dio  Bildung  dieser  BlUtozoit  au 
•Jaem  anbellbaren  Übel:  ihr  fehlt  die  Frische  des  Leben«,  die  erhaltende, 
nn^eBtaltende  und  st^ts  Xoues  erzeugende  Kmft  der  Natur.  Sie  gleicht  mehr 
etaer  wirgfUltig  hergerichteten  Mumie  als  einem  lebendigen  Organismus. 
Dadttrcb.  dass  die  kunstmüssige  Litteratur  wiederum  prinzipiell  zur  klas-ii- 
■dwn  odiT  hclleuistiiitchen  Form  zurllckkobrte,  ontfernto  sie  sich  mehr  ala 
Je  von  dem  volksrnfissigen  Bewusstsuin  und  Verständnis,  Dio  Kluft  zwi- 
■chen  Schrift-  und  Umgangssprache  erweiterte  sich  bis  zu  einem 
Grad»,  der  keine  freundschaftliche  Vermittlung  mehr  zuliess.  Die  Existenz 
■od  dio  B^^rechtigang  eines  eigenen  VulgAridioma  kam  jetzt  deutlicher  zum 
BewBstftoein  und  seitdem  Anfang  des  12.  Jnhrbundert-s  findet  die  neue  Form, 
vm  der  bisher  nur  einzi-lne  w<>rllich  angeführte  Sprichwörter,  Spottverso,. 
naBbcrwtzbare  Ausdrücke  und  besonders  geläutige  Formen  in  dio  Litteratur 
nilg— irirfirt  waren,  in  gr»*iicren  Schriftdenkmälom  Verwendung.  Die  gut 
giM&ltA.  aber  mit  den  Thal^ukchen  der  lebendigen  Sprache  unvereinbare 
ZarScIuchraabung  der  litterarischen  Formen  auf  den  Standpunkt  eines 
bogst  cnUchwundenen  Zeitalters  rief  eine  demokratische  Reaktion  hervor, 
■1*  deren  Fracht  die  viilgSrgriochischo  Litteratur  erkannt  wird. 
itU  berOhren  sich  dio  »chKrfsten  Qegcnsfitüo:  auf  der  einen  Seite  der 
aOlwani  erlernte,  Qbermflssig  gekünstelte,  stcüfleineno  und  innerlich  ver- 
traeknate  Attizismoa  und  Kelleniitmas,  der  durch  die  unüberwindliche  Macht 
iu  IVadition  siegreich  das  Feld  behauptet,  auf  der  andern  Seite  dio  leben»- 

ftatfh«^  *r  Uhl  All« rtn—  ImwikIh«!  U.    1.  AlOf.    2.  >liut  'i 


i 


SyMutlniaab«  Litt«ratiirg«tteUcht«.    Eialeititag. 


volle,  aber  unbeholfene  Herzen!ü<prftche  des  Volkes,  die,  in  der  OrthograptiM 
imd  Morjihologio,  im  Wflrterlnich  und  in  der  Syntax  mit  kunstsprachlichei 
ElL>mt;iitcu  oft  ganz  bizarr  vcrnvtr.i,  von  dun  ma8»gobondon  Krei.<cn  da 
Gebildeten  fast  ängstlich  gemieden  und  zuriSckgestAsson,  sich  erst  nael 
langem  Bemühen  zu  einiger  Beweglichkeit,  Iteinheit  und  Aufidruclunihigkei 
enipurarbcitote.  So  entstand  joner  Riss  im  geii«tigen  Leben  der  Oriecheu 
weleboi'  seit  dem  12.  Jahrbundurt  ihrer  Litteratur  mehr  nl»  irgend  oin4 
andern  das  Gepräge  der  Doppelköpfigkeit  verleiht  und  in  ihre  ganze  natio 
naio  Bildung  ein  gefährhches  Element  der  Unwahrheit  hineingt-bracht  hat 
Wah  ■'»eh  ein  lieh  hätte  dietto  au8  vielen  Gründen  beklagenswerte  Spaltun) 
vcrmiodon  werden  können,  wenn  die  Schriftsteller  des  11.  und  12.  Jahf 
hundert«  das  von  Malalas,  Thtiophaiiei^,  Koniütantin  PorphjTogennctos  tiiu 
mit  besonderem  Glück  von  einigen  naiven  Ueiligenbiographen  vorgobilduti 
System  einer  temperiertfin  Umgangaepracbe  beibehalten  und  in  Ubtüichoi 
Weise  fortgebildet  hätten,  wie  eu  in  den  romanischen  Litteratm-en  geschah 
In  der  min  folgenden  PalSologonzeit  scheint  die  Thiltigkeit  in  da 
kunstniässigen  Litteratur,  wenn  nicht  an  Gohult  und  Tiefe,  m  doch  ai 
Mannigfaltigkeit  und  Ausdehnung  fast  noch  zu  gewinnen.  Indem  d«r  g« 
lehrte  Ättizismus  noch  schärfer  betont  wird  als  selbst  in  dor  Komnenen 
zeit  und  bald  jede  VermitUdling  mit  der  Sprache  des  Lebens  nnd  der  volk» 
massigen  Schrift«t«lloroi  zurilckwoist,  erwaeli»en  au»»  den  Studien  diesei 
Epoche  immer  deutlicher  die  BoBtrebungcn.  welche  die  unmittelbare  Vor 
Kchulc  des  westeuropäischen  Humanismus  bilden.  So  stehen  die  Autorei 
di«)»or  Epoche  zwischen  dem  Mittelalter  und  der  Neuzeit,  zwischen  dm 
letzten  Traditionen  des  Altertums  im  Orient  und  der  Wiedergeburt  desselboi 
im  AK-ndlande.  Obschon  der  staatliche  Organismus,  dem  die  lal+'inisch« 
Eroberung  den  Lebensnerv  gebrochen  hatte,  langsam,  aber  unaufbultsaH 
seinem  endgültigen  Verfalle  entgegenging,  haben  die  letzten  Jahrhundortt 
auf  den  meisten  Gebieten  der  Litteratur,  in  Philosophie  und  lihetorih 
Grammatik  und  Exegese.  Epi.stolographio  und  Oeschiehtsehreibung.  wi( 
aucli  in  der  Poesie  noch  eine  Fülle  an  Wert  ungkiichcr,  aber  ftir  die  Er- 
kenntnis des  politischen,  religiüeen  und  kulturellen  Lebens  der  letzte« 
Jahrhunderte  des  byzantinischen  Volkes  wichtiger  Werke  hervorgebracht 
Ein  hervorstechen  des  (lepräge,  das  oft  mit  Unrecht  auf  das  ganze  byza» 
tiniseho  Zoitaltor  übertragen  wird,  erhält  dieser  Abschnitt  durch  die  mit 
der  Leidenschaftlichkeit  südländischer  Naturen  gufülirten  auf  dio  Unior, 
bezüglichen  Kämpfe,  die  in  mannigfachen  Nachklängen  noch  den  Fall 
des  Reiches  Oberdauern.  Merkwünlig  unansehnlich  und  friedfertig  erschein! 
daneben  die  Polemik  gegen  den  Koran,  gerade  aU  hätten  die  Byzantinei 
ihren  wahren  Lehensfeind,  den  sie  politisch  lange  uuterschätjttcn,  auch  aul 
religiüsi>m  Gebiete  nicht  erkannt.  Für  die  Mannigfaltigkeit  der  Bildung 
dieses  Zeitraumes  und  das  immer  stärkere  Überwiegen  des  blossen  ge- 
lehrton Fleiases  ist  namentlich  die  That«ache  bezeichnend,  dass  die  Littera- 
tur jetzt  noch  mehr  aLs  früher  einen  polyhistorischen  Charakter  ge- 
winnt. Rhetorisch-philüsophiseh  gebildete  Männer  versuchen  sich  auf  den 
Terschiedensten  Feldern,  so  dass  es  zuweilen  schwer  ist,  sie  nach  ihrer 
Hauptleistung  mit  Sicherheit  in  eine  bestimmte  Lit1«raturgattung  einzu- 


Btgriff  oDd  allBemaiB«  a««d)ieht«  der  bynuittBUcheii  LltUratar.    (g  I)       ig 

ordnen.  Der  bcdctutondste  Vertreter  dieser  8chriftatelleriRc]i«n  Vieliwitigküit 
ist  im  13.  Jahrhundert  OoorgtoB  Pachynierei*.  Hocli  über  ihm  Ktoht 
Nikephorgs  Gregora»,  die  litterarischo  Hauptperson  dos  li.  Jahi'liunderts, 
oin  Mann,  der  an  tiodiogonticit  und  Umfang  de«  Wissens,  an  .Scharfsinn, 
u  Gewandtheit  der  Diali-ktik  und  an  Festigkeit  dos  Charakters  von  keinem 
Byrnitinor  der  PnlUologenzoit  übertrofTen  wird.  Die  wichtigsten  Puly- 
historeii  des  IS.  Jahrhundert«  endhoh,  ein  Gcmistoe  Plethon  und  Bce- 
urion,  fuhren  schon  in  die  ausserhalb  des  KahmonH  unsurer  Darsl<.-Ihing 
üeg«nd<-n  Kreise  des  Hiimni)iKinu]<i.  Auf  dvni  altt^n  Kulturboden  von  Kyzanz 
Mtbflt  war  mit  der  Kroherung  des  Itviches  durch  die  Osmanen  ftlr  tüngcra 
Zeit  jede  Vorauttootzung  einer  hUheren  geistigen  und  litterarischen  Bildung 
viimicht«t.  Von  der  Ilarbarei,  die  jetzt  mit  eJonientarcr  Ücwalt  herein- 
bricht, legen  unter  andenn  die  in  gri«chii<«her  Sprache  abgefasHten  diplo- 
natischon  KorrcAitondeniu'n  der  ersten  Sultane')  ein  merkwürdiges  Z(<ugniij 
«b;  tu  ihrer  »iinderüehen  Formlosigkeit  bilden  sie  zu  den  wohlgesetztcn 
AfctettstQcken  der  byzantinischem  Kanzlei  einen  Oegonaatz,  als  wären  sie 
von  ihnen  um  ein  Jahrtausend  getrennt 

Wenn  die  Litteraturen  tvie  die  meisten  monschlichen  Dinge  allmäh- 
lirh  »unitQhon  und  verfallen  und  daher  so  scharfe  Abteilungen,  wie  sie 
da«  Kompendiengebirn  des  Uncrfalirenen  und  Oedankeniosen  sich  zurecht- 
togt,  in  Wirklichkeit  selten  existieren,  so  gibt  es  doch  im  gohttigen  Leben 
dos  efnzdnen,  wie  der  Nationen  und  der  ganzen  Men»chheit  Zeitpunkte, 
4w  ohne  Übertreibung  als  wahrhaftige  Einsehnittc!  bezeichnet  werden 
kOanan.  Wer  zweifelt  daran,  dass  Anstotelea  den  Grenzpfeiler  zwischen 
dsr  Uaansohon  und  aleiianilrinischon  I.itteratur  bildctP  Wer  wollte  be- 
•tnitea,  dsM  mit  dem  Jaln-e  H53  das  geistige  Eigenleben  der  Byzantiner 
■hgmhinfni  ist?  Hit  demselben  Rechte  darf  der  litterargeschichtJiche  Be- 
obadter  veraiichen,  den  Endpunkt  des  Allertunui  festzustellen.  Von  der 
gMdcfiefacn  U><*iing  dieser  Frage  ist  das  geschichtliche  \'er»titn<lnis  der 
kjnantinischen  Litt«ralur  zu  einem  grossen  Teile  abhängig.  Wenn  «in  ho 
gslohrter  Konoer  wie  Bcrnhardy*)  da«  grosso  Wort  gelassen  nussprach, 
dasa  auch  die  gewissenhaftesten  Studien  aus  der  weitschichtigen 
XuKae  der  byzantinischen  Litteratur  kein  Ganzes  horvorzuloeken 
vprmfichten,  »o  war  ck  vornehmlich  seine  falsche  Grenzbestinimung,  die 
ihn  na  diesem  Irrtum  verleitete.  Indem  er  dio  mittelgriechi»che  Litteratui- 
mit  .hittinian  lK>ginnen  lioss,  ergflb  sich  dem  unbefangenen  Büeko  zunächst 
tÜBP  unviirbereiteto  und  wenig  verständhche  Hühenreihe  von  Prokop  bis 
■if  ThiviphylaktoB,  von  Paulo«  Silentianos  bis  auf  Georgios  Pisides,  dann 
CIM  klaffende  Lücke,  endlich  eine  allmähliche  Erhebung  ttber  das  niedrignto 
8|ivawL  Aber  auch  sie  wurdo  von  Bernhardy  und  seinen  Nachfolgern, 
^HM^u)  dio  ganze  mittelgriechiache  Litteratur  vom  Standpunkte  des  6.  Jahr- 


*1  B«(elM  Proben  (n  S.  Biutd«  dar  Acta 
44UMDala  (ifBM«  m«dti  aevihcrauBgeg«b««i 
Ma  Mtklttftich  und  Mfliler.  Ein  recht  er 
^bfif^M  Bti>]ilel  ist  ävi  iD^lukli  hiaturiaoli 
<id>ll^»  CUaiAUiin  d«s  Sulltu»  Selim  II  m 
^  T>M>ciaB«T  vor  seinem  Angriff  iiiif  Cy pen 


(1G10),  Ad«  «t  dipl.  III  ^m  f.,  mich  W 

Satliaa.  Tovfrar^aiovfiirri'Fikrif  S,  130  Oud 
damoDbbei  A,  A.SnkclInrio.i,  7ii  Ai-ripin»« 
I'  (1890)  ''+'.. 

■)  (Jriuidriiw  d*r  griechisch«!!  Littontat 
IM18J6)S.XV. 


tcmtargeBchichte.    Bfatleitamg.  ^^H 

Iiuiidorts  aus  botrachten,  oiaoi-  aprioi-iäclmn  Doktrin  zn  liebe  veric^S^ 
und  gclougnct.  Au  diu  Stollü  der  unvorkonnbarston  Tliatsnchon  sotzö 
man  ein«  luftige,  vom  Geiste  Ilegela  getragene  Konstruktion,  ala  deräl 
Kernpunkt  die  Idee  einen  unaufhalt^amon,  immer  tieferen  Verfalls  vod 
6.  bis  zum  15,  Jahrliunilert  erscheint^  Oasa  dioee  Ideo  der  Wirklichkeil 
vüllig  widi^i'spriclit,  iist  durch  die  obon  gegebene  ailgemcino  Skizze  woh 
schon  deutlich  geworden  und  wird  in  der  folgendon  Spezialdarst^'UuRg  dei 
einzelnen  Litt«raturgattungen  noch  klarer  hervortreten.  Nachdem  die  früh- 
byzanttiiisclie  l'cnode,  in  welcher  nieh  die  alten  und  neuen  Elemente  noc) 
miächon  und  »treitcu,  zum  Absclilnss  gelangt  ist,  be^nnt  nach  «inor  langot 
Zeit  der  Unfruchtbarkeit  eine  einheitliche,  im  Sinn«  dcü  Zeitalter»  naiur 
gemüs»  aufsteigende  Entwickelung,  die  von  dogmatis<^hen,  asketischen  um 
moralischen  Schriften,  von  Kirchenliedern,  Legenden  und  mfinchischon  Chrth 
nikon  ausgeht,  dann  allmählich  durch  das  erneute  Studium  der  antike!) 
Autoron  und  durch  eine  naivere  Auffassung  der  zoitgonÖHei»chen  tHnge  ad 
Mannigfaltigkeit  des  Inhaltit  und  Reichtum  der  Form  beträchtlich  gewinn! 
«nd  sich  mehrere  Jahrhunderte  hindurch  auf  einer  beträchtlichen  Höht 
erhalt,  um  ondlioli  einerseitj*  im  Humanismus  und  anderersoitä  in  der  Volks- 
dichtung die  letzten  Früchte  zu  reifen. 

Das»  unser  Abri»»  trotz  der  gewonnenen  Erkenntnis  noch  nach  attei 
Weise  mit  Juntinian  beginnt,  geschieht  lediglich  aus  praktischen  OrUnden, 
vreloho  einen  nnmittelhai-en  Anschluss  an  die  Litteratiirgcschiobto  von  GliriBt 
orfordorten.  UoffouUich  gelingt  es  später,  bei  einer  abermaligen  Neur 
be«rbeitung  der  beiden  Bücher,  das  Orenznial  de»  beiderseitigen  Rechtai 
ansprUchen  gemäaa  zu  vt-rrüeken.  Der  Umstand,  dass  die  tlbliche  Abtei- 
lung den  wissen Hc^haftlichen  Sprachgebrauch  fllr  sich  gewonnen  hat,  bildet 
keine  unüberwindliche  ächnHerigkeit;  denn  bekanntlich  »ind  in  den  letzten 
Jahrzi^hnteu  auch  andere  falsche  Terminologien  in  der  Sprachen-  und 
LitteraturgescMchte  mit  Erfolg  bekümpft  und  endgültig  beseitigt  worden. 
Übrigens  wird  es  sich  empfehlen,  Erzeugnisse  der  Zeit  von  324—640, 
wenn  man  sich  genau  ausdrücken  will,  im  Üogensatz  zu  den  spätem  alt 
.frühljyzautiuiüch"  zu  bezeichnen. 

Charakteristik. 

Kj_  2.  Die  byzantinische  Litteratur  ist  der  wichtigste  Ausdruck  des 
^filstigen  Leben»  der  grieehischen  Kation  und  de»  rüniiächeu  Staates  vom 
Ausgange  des  Altertums  bi»  an  die  Schwelle  der  neueren  Zeit.  Von  dieser 
'I'hatsache  hat  ihre  Wertschätzung  vornehmlich  auszugehen.  Daneben  ruht 
ihre  Bedeutung  in  den  Einflüssen,  welche  von  ihr  auf  die  orientalischen, 
elavischen  und  wcäteuroptlischen  Völker  de«  Mittelalters  gewirkt  haben, 
endlich  in  ihrem  engen  Zusammenhange  mit  der  klassischen  Philologie. 
Bis  auf  die  neueste  Zeit  ist  namentlich  der  zuletzt  genannte  Punkt  betont 
worden.  Wenn  die  klassische  Philologie,  wie  BUcheler')  bemerkt,  jetzt  ihren 
Fortschritt  hauptsächlich  darin  sucht,  dass  sio  aus  der  ürühcrQn  Äbgo- 


')  l'hiloIogUthc  Kritik,  Bonn  1978  S.  1. 


CfauBktQHaÜk.    fg  2) 


Sl 


wliloasenhoit  heraustritt  and  mit  Vorliebe  dorn  Zusammenhange  und  der 
Gcnwinschnft  nachforscltt.  durch  wolcho  Griochon  und  Rßmer  in  Spracht», 
Sitte  und  Kultnr  mit  Vülkurn  vor  ihnon  und  nach  ihnen  vcrbundon  sind, 
•0  findet  diese  Erweiterung  des  Gesichtakroises  in  dw  That  das  roichfito 
lind  ergiebigste  Arbeitsfeld  in  dem  Scbrifttum  dvr  Byzantiner.  Ea  gibt 
kaum  ein  Gchict  d«r  niton  Philologie  und  SpraehwisscnachafI ,  welchem  eine 
vertieft«?  rnt<>r8ucbung  der  mittelgrieehiHchen  Litteratur  nicht  irgend  einmi 
Nutzen  brücbte.  Die»»  Thataache  n-ird  IfingKt  xugoi<tanden  und  bedarf 
keines  Beweiaes.  Die  antike  Tradition  ist  in  Byzanz  niomaU  gänzlich  aus- 
geeterb«»n,  und  ein  Zeitalter  dos  Humaiüsmu»  hSttc  dort  nidit  im  gleichen 
8iiuie  aufleuchten  können  wie  im  Äbendlande.  Der  Zusammenhang  mit 
dem  Altertum  blieb  bei  den  Mittelgriechen  in  litterariaober  und  politischer 
Hinwrht.  wenn  man  etwa  von  der  FinPterni»  dos  7.  und  8.  Jahrhundorts 
alwivht,  immer  gewahrt  Dalier  kommt  oe,  das»  auch  der  künstlich  ge- 
steigerte KlaattiziBmus,  wi«  er  aeit  der  Komnenenzeit  flblich  wurde,  den 
BjrnuitiDeni  keineswegs  als  etwaa  Fremdartiges  und  Lebloses  erschien,  ganx 
nn  Oe^nsabt  zu  der  lateinischen  Humnnistonlittoratur,  die  nicht  einmal 
von  den  Itnlienern  als  etwas  Kationalos  betrachtet  wird.  In  der  neueren 
Fachlitterut  ur  kommen  die  Beziehungen  der  Byzantiner  zum  Altertum  immer 
nmehmlicher  zum  Worte,  Wenn  man  die  Oosamtsumme  der  philologificlien 
Produktion  in  den  letzten  Jahrzehnten  überblickt,  bemtirkl  man  mit  Staunen, 
welobea  Umfang  fast  unbemerkt  die  Arbeiten  auf  dem  «pälgriechisch- 
bjrzaotiniachen  Gebiete  gewonnen  haben.  Eine  Reihe  von  Gelehrten,  die 
initer  dem  Zeichen  der  klaaiiscben  Philologie  arbeiten,  haben  die  Gegon- 
irtilodo  ihrer  Unl«r8uchung  in  den  unaussprechlichen  Jalu-hundertcn  gesucht. 
Man  denke  an  die  groHsartigen  Leistungen,  durch  welche  im  Chaos  der 
bjFaaotiaischen  Gewhichtscbreibu ng.  Grammatik,  Lexikographie,  Metrik, 
^nrilegienlitteratur,  Uagio(:raphio  und  Kirclionpoesie  allmählich  Licht  und 
Ordnung  geschaffen  wird.  Die  besten  Erforscher  dos  Altertums,  wio 
Th.  Monunsen,  H,  Usoner.  A.  v.  GuUschmid.  W.  Studemund,  Ä.  Reifferscheid, 
C.  Wachsmuth,  C.  Buraian,  W.  Chriat,  E,  Rohde,  W.  Meyer,  O.  Crusiua,  A. 
Elter.  R.  Keitzenstein,  L.  Cohn  u.  a.,  haben  den  Byzantinern  längere  unä 
tTgafantArcichc  Besuche  abgestattet.  Wenn  die  innerliche  Begeisterung  für  das 
Altertum  durch  diese  abgologünen  Studien  schwerlich  gewonnen  hat,  so  iat 
4er  wisaenschaflliohe  Nutzen  zweifellos,  und  das  muss  uns  genilgon.  Wollt« 
man  die  Berechtigung  jeder  Arbeit  nach  ästhetischen  und  pädagogischen  Rilck- 
ccbten  abmessen  und  den  Selbstzweck  der  Wissenschaft  negieren,  so  bliobo 
in  der  Thilologie  wie  in  anderen  Disziplinen  fHr  die  Forschung  herzlich 
*mäf,  übrig.  Eine  künstliebo  Boscbrfinkung  auf  diu  inhaltlich  und  forma]  voll- 
«ndaten  Zeiten  hätte  erst  recht  eine  Ermattung  und  Stagnation  der  Geister 
Btr  Folge,  in  welcher  sicher  anch  der  vielgepriesene  reine  Knthuisiasnms  und 
&  pJUagogischo  Kraft  versinken  wOrden.  Nicht  auf  den  Stoff,  auf  den 
Mnachen  kommt  ee  an.  Wer  hellen  Oeiates  und  frischen  Gemütea  arbeitet, 
wird  nach  von  ßyzAoz  ans  den  Weg  zur  Wahrheit  und  Schttnhcit  linden. 
Trotzdem  rauw  vor  der  Qbermftsfligen  Betonung  der  antiken 
KIcmente  in  Ostrom  gewarnt  werden.  Nichts  hat  das  tiefere  Verständnis 
waA  dia  WertscfaAtzung  der  byzantinittchen  Zeit  mehr  beirrt  als  die  Qe* 


20 


BTSBuUnüicbe  Litterstnrgeaohiohto.    £Iiil«itaiig. 


hundorts  aus  botracht«)],  «iuer  aprioriechcn  Doktrin  zu  liobc  verkannt 
und  güiougnot.  An  die  Stöl!«  der  unvorkennbarston  Thatsachcn  setzte 
man  eine  luftige,  vom  Geiste  Hegels  getragene  Konstruktion,  ttl»  deren 
Kernpunkt  die  Idee  eine«  unauflialtAanien,  immer  tieferen  Verfalls  vom 
G.  bis  zun)  15.  Jalitlitindort  erscheint.  Da8g  dicso  Idee  der  Wirklichkeit 
völlig  widin'spriclit,  ist  durch  die  oben  gegebene  allgemeine  Skizze  wohl 
edion  deutlich  geworden  und  wird  in  der  folgenden  Spezialdarstellung  der 
einzelnen  Litt^ratiirgattungen  noch  klarer  hervortreten.  Nachdt'ni  die  früh- 
hyzantini.scho  Periode,  in  welcher  sich  die  alten  und  neuen  Elemente  noch 
miKchoD  und  ätreiteu,  zum  Abschluss  gelangt  ist,  beginnt  nach  einer  langen 
Zeit  der  Unfruchtbarkeit  eine  einheitliche,  im  Sinne  doe  ZeitalU'rs  nalur- 
gemfiss  aufsteigende  Entwiekelung.  die  von  dogmatischen,  asketischen  und 
moraliachon  Schriften,  von  Kirchenliedern,  Legenden  und  rnSnchiüchen  Cliro- 
niken  «uiügeht.  dann  allmählich  durch  da.i  erneute  Studium  der  antiken 
Autoren  und  dtu'ch  eine  naivere  Auffassung  der  zeitguußssischen  Dinge  an 
Mannigfaltigkeit  des  Inhalts  und  Reichtum  der  Form  beträchtlich  gewinnt 
und  isich  mehrere  «Jahrhunderte  hindurch  auf  einer  beträchtlichen  Hflhe 
erhült.  um  endlich  einerseits  im  Humanisnuiei  und  andererseits  in  der  Volk»* 
dichtung  die  letzton  Früchte  zu  reifen. 

Dass  unser  Äbrisö  trotz  der  gewonnenen  Erkenntnis  noch  nach  alter 
Weise  mit  Justinian  beginnt,  geschieht  lediglich  aus  praktischen  QrUndon, 
welche  einen  unmittelbaren  Änachluss  an  die  Litteraturgeschichte  von  Chri«t 
orforderten.  Uoffentiich  gelingt  es  spater,  hei  einer  abermaligen  Neu- 
bearbeitung der  beiden  Bücher,  das  Qreozmal  den  beiderBeitigen  Rechts- 
ansprllchen  gemäss  zu  verrücken.  Der  Umstand,  dass  die  Übliche  Abtei- 
Ituig  den  wissenschaftlichen  Sprachgebrauch  fUr  sich  gewonnen  hat.,  bildet 
keine  unüberwindliche  Schwierigkeit;  denn  bekanntlich  sind  in  den  letzten 
Jahrzehnten  auch  andere  falsche  Terminologien  in  der  Sprachen-  und 
Litteraturgeschichte  mit  Erfolg  bekämpft  und  endgültig  beaciligt  worden. 
Übrigens  wird  es  sich  empfehlen,  Erzeugnisse  der  Zeit  von  S24 — 640, 
Wem]  man  sich  genau  ausdrücken  will,  im  üegen:Satz  zu  den  spätem  alt; 
jüilbbyzautimöcli"  zu  bezeichnen. 


Charakteristik. 

2,  Die  hyzantinische  Litteratur  ist  der  wichtigste  Ausdruck  de« 
Btigen  Lebens  der  griechischen  Nation  und  des  römischen  Stotttes  vom 
Ausgange  des  Altertums  bis  an  die  Schwelle  der  neueren  Zeit.  Von  dicoer 
Thatsache  hat  ihre  Wertschätzung  vernehmlich  auszugehen.  Danehen  ruht 
ihre  Bedeutung  in  den  £iiiflU.4gen,  welche  von  ihr  auf  die  orientaliachen, 
&lavi»chen  und  westeuröpfii»cheii  Volker  des  Mittclaltei'S  gewirkt  haben, 
endlich  in  ihrem  engen  Zusammettliange  mit  der  klassischen  l'hilulogie. 
Hm  auf  die  neueste  Zeit  ist  namentlich  der  zuletzt  genannte  Punkt  betont 
worden.  Wenn  die  klasaUcho  Philologie,  wie  Bücheier')  bemerkt,  jetzt  ihren 
Fortachritt  liaupts&chlich  doiiii  sucht,  dass  sie  aus  der  früheren  Abge- 


>J  l'liilülugiHcho  Kritik,  Bonii  1878  8. 1. 


^^^^^^^^^»  Ch»r»kUrUta.    (%  2)  -^^^  21 

M-litnKacnheit  heranstritt  und  mit  Vorliebe  dem  Zu»nnimcn1iRngo  und  der 
G4>inciii)*clinft  nachforscht,  durch  welche  Oriochen  und  KOmcr  in  Sprache, 
Sitt«^'  und  Kultur  mit  Völkern  vor  ihnen  und  nach  ihnon  verbunden  8ind, 
90  (indet  dieee  Erwt-it^'rung  des  GcsicfatakreiHe»  in  der  That  da»  reichste 
und  ergiebigste  Arbeitfifeld  in  dem  Schrifttum  der  Byzantiner.  E«  gibt 
kaum  ein  (*cbiet  der  alten  Philologie  und  Sprachwi^gen»cltaft,  welchem  eine 
vi-rlioftt'  Untersuchung  der  mit1e!griechi»chen  Litteratur  nicht  irgend  einen 
Nutzen  brüchte.  Diese  Thutjintbe  wird  längst  zugestanden  und  bedarf 
keine«  Beireisee.  Die  antike  Tradition  iet  in  Byzanz  niomaiR  gänzlich  aus- 
torlten,  und  Ptn  Zeitalter  des  Humniii.'<nnis  liStto  dort  iiiciit  im  gleichen 
e  Rutlduchton  kAnnen  wie  im  Abt^'iidlaudc.  Der  Zu.sainmuniiitng  mit 
dem  Altertum  blieb  bei  den  Mittelgriecben  in  litterarischer  und  politischer 
Hinsicht,  wenn  man  etwa  von  der  Finsternis  des  7.  und  8.  .lahrhunderts 
absieht,  immer  gewahrt.  Daher  kommt  es.  da»s  auch  der  kllni^tlich  go- 
dtetgerto  Klassizismus,  wie  er  seit  der  Komncucnxoit  üblich  wurde,  den 
Byzaotineni  keineswegs  als  etwas  Fremdartiges  und  Lebloses  erschien,  ganz 
in  G^enaatK  zu  der  lateinischen  Huniani»t^nlitteratnir,  die  nicht  einmal 
voa  den  Italienern  als  etwas  Nationales  betrachtet  wird,  In  der  neueren 
FachHtteratur  kommen  die  Begehungen  der  Byzantiner  zum  Altertimi  immer 
vernehmlicher  zum  Worte.  Wenn  man  die  Gesamtsummo  der  philologischen 
Produktion  in  den  letzten  .Jahrzehnten  üherhlickt,  bemerkt  man  mit  Staunen, 
welchen  Umfang  fast  unbemerkt  die  Arbeiten  auf  dem  spjltgncohisch- 
byiantinischen  Oehicto  gewonnen  haben.  Eine  Keiho  von  Gelehrten,  dto 
guter  dem  Zeichen  der  klassischen  Philoloeie  arbeiten,  haben  die  Gegen- 
stSnde  ihrer  Untersuchung  in  den  unaussprecli liehen  Jahrhunderten  gesucht. 
Man  denke  an  die  groseartigen  Leistungen,  durch  welche  im  Chaos  der 
byuntinixchen  OeechichtJichroibung,  Grammatik,  Lexikographie,  Metrik, 
Florilegienlitteratur,  Ilagiographie  und  Kirchenpoesie  allmülilieh  Licht  und 
Ordnung  geAchaffen  wird.  Die  benten  Erforscher  des  Altertums,  wie 
Tb.  Mommsen,  H.  Usener,  A.  v,  Qutschmid,  W.  Stndemund,  A.  Keifferscheid, 
C.  Wachsmuth,  C.  Bursian,  W.  Christ,  E.  Rohdo,  W.  Meyer.  0.  Orusius,  A. 
Kiter,  K.  Fteitzenstein,  L.  Cohn  u.  a.,  haben  den  Byzantinern  längere  und 
M^bnitireiche  Besuche  abgestattet.  Wenn  die  innerliche  Begeisterung  für  das 
AUartum  durch  diese  abgelegenen  Studien  schwerlich  gewonnen  hat,  so  ist 
dar  wisBenscbaflltche  Nutzen  zweifellos,  und  dtis  mitss  uns  geniigen.  Wollte 
BHUt  die  Berechtigung  jeder  Arbeit  nach  ästhetischen  und  pädugogiuclien  ItQck- 
iioiUen  abniesxen  und  den  Selbstzweck  der  Wissenschaft  neueren,  so  bliebe 
m  d(rr  Philologie  wie  in  anderen  Disziplinen  tür  die  Forschung  herzlich 
wenig  übrig.  Eine  kßnstliche  Beschräiikiing  auf  die  inhaltlich  und  formal  voU- 
tMbten  Zeiten  hätte  erst  rocht  eine  Ermattung  und  Stagnation  der  Geister 
or  Folge,  in  welcher  sicher  auch  der  vielgepriesene  reine  Enthusiasmus  und 
fie  pldagogiftcbe  Kraft  versinken  würden.  Nicht  auf  den  Sloff,  auf  den 
Mfliwcbui]  kommt  e«  an.  Wer  hellen  Geistes  und  frischen  ÖemDtes  arbeitet, 
wird  auch  von  Byzanz  aus  den  Wog  zur  Wahrlieit  und  Schönheit  finden, 
Tr^ilüdem  musa  vor  der  übermässigen  Betonung  der  antiken 
Elcmento  in  Ostrom  gewarnt  werden.  Nichts  hat  das  tiefere  Verständnis 
imd  diu  WertAcbAtzung  der  byzantinischen  Zeit  mehr  beiirt  als  die  Oe- 


I 


23 


B7»i)tliiisob»  UttontorfM^ioiit«.    EiBlaitung. 


wohnheit,  in  ihr  allos  nur  als  Fortsolziing  und  AuafluRs  des  Altertiims  zo 
,  betrachten.  Byzaiiz  war  tluti  nKistoii  Forsclioni  diu  uugclioucro  Lciclion« 
fekamiiiDr  des  hellenischen  Ilünungooi'hk^chU'^,  dor  Beachtung  nur  würdig 
[■wegen  der  hier  aufbewahrten  Ueate  und  Kleinodien  aus  län^^t  entschwun- 
'  dener  Zeit.  Wie  die  pro»aiRche  Litteratur  der  Mittelgi'iechon  gemeinhin 
nur  als  Hepcrtoriun)  alter  Können  und  Wörter,  als  eine  FundstAtto  von 
Varianton,  Fragnic>nU<n,  mythologischen,  anti<)uarii«dien  und  hi»torisclic>n 
Nutizeii  angesehen  ivurde,  so  fand  auch  in  der  Poesiu  nur  das  Beaclitung. 
was  an  daa  Altgriechische  anknUpfte  und  den  Gelehrten  die  erwllnttchte 
Gelegenheit  gab,  ftofort  den  Quollen  nachzugehen  und  die  .historischen 
Brück«»'  2U  Hchlagun.  Dieses  niolir  oder  weniger  bewtigat  fi.islgehaltc<ne 
Prinzip  leitete  die  Forscliung  auf  jeuo  Schriften,  in  wi'lchen  die  Verwertung 
alten  Gutes  und  die  Beziehung  zu  den  Vorbildern  am  deutlichsten  zu  Tage 
lag,  d.  h.  gerade  auf  dio  schlimmsten  Machwerke  sklavischer  Imitation. 
So  wurde  den  Erzeugnissen  dicM^s  Zeitalters  die  dogiiiatischu  Zensur  der 
Wertlosigkeit  aufgedrückt.  Dio  einmal  geprägte  Noto  ward  unzählige 
Male  wiederholt,  selten  auch  nur  teilweise  nachgeprüft,  niemals  in  ihrem 
■ganzen  Umfange  untersucht.  Keine  littorarische  Kritik  niht  auf  einem  so 
'geringen  Masse  thatsiichlichor  unil  selbsterworbener  Kenntnis  als  dio  üb- 
licboD  Verdikte  über  das  byzantinische  Schrifttu]».  Trotzdem  lauten  disfl 
Urteilo  meist  hart  und  exklusiv;  denn  die  Halbwissenheit  ist  in  Lob 
und  Tadel  stet»  kühner  und  massloser  als  die  gewisac-niiafte  Forschung. 
Das  entsetzliche  Wort  .Weh  dii-,  dass  du  ein  Enkel  bist"  hat  sich  an 
den  Byzantinern  hundertfach  orfüUL  Selbst  Männer  wie  Bemhardy 
Hessen  sich  durch  die  exklusiv  „philologische"  Betrachtung  der  byzanti- 
nischen Litteratur,  dadurch,  dass  sie  jeden  Gedanken,  jedes  Bild,  jedes  Wort 
nur  als  Nachklang  aus  dem  Altertume  vornelinicn  wollten,  zu  geschicht- 
lich ungerochten  und  vorwirrenden  Urteilen  hinruisscn.  Wer  sich  nur  auf 
dem  klassischen  Standpunkte  wohl  fühlt,  verschÜesst  sich  naturgemäss  von 
Anfang  an  der  Einsicht  in  das  byzantinische  Wesen.  Wer  kann  z.  B.  dor 
gesamten  Persönlichkeit  eines  Eustathios  oder  eines  Nikotas  Akonunatos 
gerecht  werden,  wenn  er  keinen  andern  Massstab  ftlr  sie  ändet  als  An- 
8tarchos  oder  Tfaukydides?  Wer  kann  die  unvergleichliche  Erhabenheit 
eines  Romanos  empfinden,  wenn  ihm  die  christHch-gIftubige  Begeisterung 
verloren  gegangen  ist  und  wenn  er  nicht  die  Fähigkeit  lH>sit7.t,  sich  in  eine 
sehr  .uoldssaische"  Sprache  und  eine  fremdartige  Metrik  hineinzuleben? 
Einen  weiteren  Grund  hat  die  fahrlässige  Maasenhinricbtung,  welche 
dio  Kritik  an  den  Byzantinern  zu  vollstrecken  hetieht,  in  der  üblen  Ge- 
wohnheit, die  griechische  Litteratur  des&Iittelaltei's  als  eine  gleichförmige 
und  gleichfarbige  Masse  zu  betrachten,  aht  ob  diu  Qberall  geltenden 
Unterschiede  der  Zeit,  der  Gattungen  und  der  Individuen  hier  ihre  Wirkung 
vorsagt  hätten.  Man  kann  zugeben,  daas  der  byzantinische  Charakter 
ein©  auffallende  Zähigkeit  besitzt  und  bis  ins  15.  Jalirhundert  ohne  grosso 
Veränderung  fortdauert;  aber  man  darf  nicht  übersehen,  dass  dieser  Cha- 
rakter nicht  so  leicht  zu  bestimmen  ist',  wie  man  gemeiniglich  annimmt, 
und  dass  namentlich  dio  jeder  klaren  Anschauung  feindlichen  Schlagwörter 
wie  dogmatische  Starrheit,   religiöser  Fanatismus,  Verschwommenheit  und 


CbarakteristUt.    ($  2)  (^^^  gg 

iUan'sche  Imitation  ihn  weder  crscliöpfun  noch  zutroffend  bczoicimeii.    Was 
pr  doD  in  dor  »eueren  und  neuesten  Tageslitteratur  so  üulir  in  Schwang 
gikonudonon  Oobraucb  des  Wortes  hyüantiniscit  zur   Bezeichnung  de« 
gaueoAu  Servilismu»   im   st-iiaÜiohon    Leben   beirifft,   so   muss   die   tinbe- 
(ugene  Qeschichtühetrachtung  zugehen,  dass  diese  acblimnie  EigcnHcliaft 
dntdimtu  nicht  don  Byzantinern  eigentflmlioh  ittt,  sondern  sich  immer  und 
IbortO    findet,   wo   absolute   Herrscher   sind.     Mit   dem   SuKttorlichen  Hof- 
MremonieU  kam  der  itmurIJche  Hcrviliisnuis  tiuch    im   Abundlaiiile  zn  ho 
poeser  Verbreitung,  daes  das  gebildete  Mitteleuropa  den  Byzantinern  duroh- 
«us  nichU)  mehr  vormwerfen  hat.   Niemals  hat  der  Dyjtnntinismua  in  Byv-anz 
•0  Oppig  gehiaht  wie  an  den  Höfen  Karls  V,   Philipps  11,  Ludwig.>*  XIV  und 
mancher  DuodcofQrgten  unseres  Vaterlandes.')     Üie  deutlichen  Hofpootoii 
der  guten  alten  Zeit  Obertreffon  an  hündischer  Kriecherei  alti'H,   vrm  die 
nittolgriochische  Litteratur  an  verwandten  KrgUsMen  buHit^t,  und  der  i<i.ios 
paotXtiis  dOB   Paelloa   hat   im   roi-»oleil    Frankreichs   sein   getreues   Gegen- 
Kt&ck  gcfuDdcn.    In  WaJirbeit  ist  Byiuine  weniger  ahsolutistiHch  als  sein  Ituf. 
Trutz   aller   Zentralisation   der  Staatsgewalt   in    dor    heiligen    I'ei-son   dos 
KaiBers  durfte  sieh  der  byzantinische  llof  niemals   jene   grenzenlose  Kor- 
ruption  und  Verschwendung   erlauben,   die  im   18.  Jahrhundert  in  Frank- 
reich   und    in    gehorsamer    NachUffung    des    berühmten    Musters    in    ao 
nutncheu  deutschen  KleinutAateu  wucherte.   Von  der  fabelhaften  0[ipigkeit 
der   emlloHen    Vergtiüguugen ,   der   Mai^keraden,   der   Aufzüge    und   i^üssen 
Schäferspiele,  der  Uluminationen  und  Feueiifferke,  von  den  wilden  Zech- 
gdagßa,  den  berüchtigten  Jagd-  und  Waldfasten,  von  den  ab)  Pagen  ver- 
UlUiUn  6lles  d'honncur  hOi-en  wir  in  Byzanis  wenig.    Die  t>teuerschraubo 
wurde  dort  nicht  minder  orboi-mangido»  angezogen  nl«  boi  un»;  aber  doi' 
grttaste  Teil  der  gewonnenen  Einkünfte  wurde  durch  die  unvermeidlichen 
KfMgD  gegen   die   von   allen  Seiten    herandrängenden   Nachhun-Ülker   und 
dnndi  aonittige  BedörfnisKO  de«  Staate«,  nicht  durch  die  Üppigkeit  des 
üatm  Terechlungen.    Masslose  Selbstsucht  und  uner»ätt  licliu  Herrschbegierde 
ifl  Byzanz   oft  blutige  Verbrechen  geboren;   aber   in   einem  Staats- 
wo   1*0   grosso  Interessen   wider   einander   streiten,   lässt  man  sich 
denttigc  Konflikte  wirklicli  »och   bosser   gefallen   als  die  „satte  Tugend* 
■od  die  .zahhingsfäbigo  Moral'.     Da»  hartu  Metall,  aus  dem  manche  By- 
münar  wie  Nikephoms  ['hokaa.  ■lohunneg  Tziniit^ke«  und  Hasilios  II  go- 
ikintodat  aind,   ist   uns   synipatbisdier   als   der  galante  Sibniutx  mancher 
mitlt^leuropilischor  HOfo  der  »eueren  Zeit.     Dabei  fehlt  «h  auch  nicht  an 
/■nrieti,  die  mit  Grossurtigkeit  der  (Jedanken  uAd  eiserner  Energie  mildu 
Bansnitilt  vereinigen  wie  der  treflliche  Johannes  Koninenos  und  die  glän- 
trada  Rittergestalt  seines  Sohnes  Mutmel.     Der  widerltoho  Chai-akter,  der 
ÜiataicLIidj  einzelnen  Abschnitten  wie  der  traurigen  Übergangsperiode 
Ton  1025— 1Ü8]  anhaftet,  wird  mit  Unrecht  auf  das  ganze  byzantinisehe 
Zeitalter  übertrugen.   Ebentjo  mujw  auch  bei  der  Betrachtung  der  Littera- 
lar  swiscfaoa   den  Zeiten,  Gattungen   und    Individuen  unterschieden 


■(  BiarUker    einigo   giite   IloniRrkiing«!)   1   tiniamuii.ZflitofbrirtfllrallKemeiii«  üwühicht* 
h«  W.  ri#flker,  Kin  Wort  Aber  den  ISytut-  |  b  (S'tultgnrt  liiiii)  t)ö9-i'97. 


Ü^ 


BjiuitiniMih«  Litt«rfttarg«aaluoht«.    EinlMtanf. 


■Mjffft^    Sobald  wir  uii«  mit  lielHtvollor  Sorgfnlt  tiis  EinxA-lm-  vorsonken, 
PvflFddD  Äbst&nde  offimbur,  (lit>  un»  dun  Mut  buneluunD,  dt'r  üblk-lieii  (ienera- 
lisicining  der  Urteile  beizup6ic1iten.  H 

Diu  Hclbütündigc  Bcdüiituiig  des  geistigen  Lebens  der  By- 
zantiner kann  nicht  HusdrückÜch  gvnug  betont  wenlcn.  Was  sie  ge- 
schafTcn  haben,  ist  mehr  als  ein  blasses  Anhängsel  des  Altertums.  Neben 
der  griechischen  nnd  rftmischen  MtU^ratiir  steht  das  bysantinischo  Scbrift- 
tuiu  ulü  ein  neue»  tiebtide,  in  welchem  sieh  griechische.  rSminche,  christ- 
liche und  orientalische  Elemente  zu  einem  eigenartigen  Ganzen  versctimolxen 
haben.  Vtaa  herrschende  Element  in  diesem  Ganzen  blieb  das  grieehiwhe. 
Zwar  war  das  hyzantJnische  Keich  nichts  weniger  als  etwas  rein  Qrie- 
chischos  —  eine  VorKtoliuug,  vor  der  nicht  genug  gewarnt  werden  kann  -^M 
sondern  ein  eigenartiges  Amalgam  griechischer  und  fremder  Bestandteile,' 
unter  denen  ausser  den  rilmischen  und  orientalischen  namentlich  die  barha- 
rieclien  (Hlavischcn  und  germanischen)  zur  physischen  und  moralischen 
Verjüngung  und  zur  materiellen  Kräftigimg  des  Staates  beitrugen;  aber 
die  Ftlhrung  behaupteten  doch  die  Volksteilo,  deren  Sprache  die  griechische 
war,  mochte  nun  ein  Tropfen  mehr  oder  weniger  sltliclleni sehen  Blutes 
in  ihren  Adern  rollen.  Die  geistigen  Äusserungen  im  Staate,  in  der  Kirche 
und  in  der  höhern,  \-ielfacIi  auch  in  der  niederen  Gesellschaft,  in  der 
Litteratur  und  in  der  Kunst  geschahen  so  gut  wie  ausschliesslich  in  gne- 
chiachon  Formen,  und  die  alte  Beabachtiing,  dass  die  Krftfte  eines  Volkes 
auf  der  geistigen  Seite  liegen,  hat  eich  auch  hier  glänzend  bowihrt.  VTi« 
unbestritten  das  griechische  Wesen  im  Reiche  dominierte,  beweist  u.  a. 
die  auffallend  schnelle  Griizisierung  dc-r  sla\'ischen  Einwanderer  in  Mittel- 
gricchcnland  und  im  t'eloponaes.  In  der  Tbat  ist  den  Griechen  niemals 
eine  so  bedeutende  politische  Rolle  zugefallen  als  wähi-ond  des  Mittel- 
alters. Das  antike  Kleinleben  der  Staaten  und  Stämme  erscheint  daneben 
unansehnlich;  und  noch  weniger  darf  man  sich  verleiten  lasüten,  die  Be- 
deutung des  Griechentums  in  der  byzantinischen  Zeit  nach  der  beschei- 
denen Rollo  abzuschätzen ,  welche  die  Griechen  in  den  letzten  vier  Jahr-  ■ 
hundertpn  spielen  mussten  und  leider  noch  heutigen  Tages  spielen.  Der 
gewaltige  reelle  Hintergrund  darf  bei  der  Beurteilung  der  hyzantinisclien 
Litteratur  nicht  Übersehen  worden.  Etwas  Ähnliches  gibt  es  im  Abend- 
lande nicht.  Wenn  daher  im  zweiten  Teile  dieses  Bandes  eine  lateini- 
sche Litteraturgeschichte  des  Mittelalters  als  Gegenstück  unseres 
Abrisses  in  Aussicht  genommen  ist,  so  beniht  diese  Zusanimonst«Uung 
mohi'  auf  einer  Knssei-en  Analogie  als  auf  einer  inneren  Verwandtschaft. 
Wie  im  Westen  an  die  Stelle  des  alten  Imperium  neue  Ilerrschafteu  traten, 
80  t&ite  sich  auch  die  unmittelbare  Tradition  der  Sprache  und  Litteratur 
in  ungleiche  Sonderexistenzen  auf.  Daran  vormochte  die  künstliche  Wieder- 
aufrichtung dos  römischen  Kaiserthrons  durch  Kail  den  Grossen  nichta 
mehr  zu  ändern.  Der  lateinischen  Litteratur  des  Mittelalters  fehlt  die 
geschlossene  Einheit,  ihr  mangelt  die  nationale,  politische  und  soziale 
Grundlage.  Ihre  Dichter  unteniehmen  keinen  bowussten  Wettstreit  mit 
den  Alten;  sie  schreiben  private  Schul  Übungen,  und  das  Streben  nach  dem 
Lorbeer  der  Unsterblichkeit  ist  ihnen  unbekannt.     Gin  llauptgrund  dieses 


CbwftkUmtik.    (§  2) 


grvmco  Gegensatzes  zvischen  d«r  inittcI1atoim«chon  und  mittoljn^echiRclion 
Idtteratnr  iet  in  d«r  Vcrscliiodcnlioit  der  sozialen  Stellung  der  litto- 
nriacfaen  Personen  beider  Gebiet«  zu  euchen.  Im  Abendlando  ist  alle»i 
jütenrische  Scbaflfen  auf  die  stillen  liüitme  der  Klogläi-zcllo  bcächi-üiikt : 
HDRcbo  M;!ireiben  und  sie  schreiben  für  MOncbe.  Auch  in  Byzanz  arbeiten 
■uicbe  Litteraten  im  mcheren  Uort«  eines  Klofitera;  die  meisten  Autoren 
aber  »t«hen  hier  in  lebbafter  Wochaelbezii^Innig  zum  sozialen  und  poli- 
tifcht'n  Leben.  Manclie  der  bedeutendsten  Ueistor  wie  Pbotioo,  l'soltos, 
BMUthios  von  Thoswiionike,  Gregor  von  Cypem,  NUtephoros  Oi-egora»  u.  a. 
Dehnen  in  her\'orragonden  Äintom  des  Staates  oder  der  Kirche  thatkräf- 
tigea  Anteil  an  den  grossen  Bewegungen  ihrer  Zeit;  andere  lernen  das 
Üben  der  Welt  in  untergeordneten  ätellon  kennen;  eine  Gruppe  für  sich 
Udet  undlich  da«  arme  I.itterntenvoJk,  dürftige,  stet«  von  der  Hand  in 
tloB  Hund  lebende  Leuto,  wie  Tlieodor  Ptochoproiiromos,  Michael  Olykas, 
Johannes  Tzetzes,  Manuel  Pbiles,  welche  die  Leit^T  zu  den  einträglic^hen 
Ämtern  nidjt  zu  erklimmen  vermögen  und  daher  in  woiuerlicben  Klagctiinen 
um  die  Gunst  der  Reichen  und  Müohtigen  buhlen.  Durch  diese  niuiinigfaeh» 
Abstufung  der  äusseren  Lebensstellung  der  Autoren  erhält  die  Litteratur 
idtRft  einen  lebendigen,  bunten  und  vielseitigen  Cliarakt^r.  Zwar  wirken 
■ach  in  der  byzantinischen  Litteratur  wie  in  der  niittelalterlich-latoinisehen 
die  alten  Vorbilder  bofraehtend  fort;  die  Huuplsuche  aber  bleibt  in  Byz-nu}! 
<locfa  die  selbständige  Produktion,  die  Daistetlung  neuer  Stoffe.  Nur  in 
Hingen  gelehrten  Fächern,  wie  in  der  (Iraniinatik  und  Metrik,  wo  einzelne 
Sdirin^-n  typische  Oultnnjj:  erlangten  und  behaupteten,  lie»so  sich  der  Ver- 
toA  rechtfertigen,  alle  Produktion  uusschlieeslich  vom  antiken  Ufer  aus 
n  bvbwrbten. 

Die  unvergleichliche  Gliederung  in  litter  arische  Gattungen, 
«ulcliß  die  klassische  Litteratur  ausseichnet,  ging  «eit  Alexander  dem 
Gfo«M>n  verloren.  Her  synkretistischo,  verscliwommene  Charakter,  welcher 
dnr  griechischen  Litteratur  im  alexandrinischcn  und  rSmisclien  Zeitalter 
ukaflet,  herrscht  auch  in  der  byzuutiniächen  Litteratur.  Die  meisten 
SdlriftateUer  versuchten  sich  gleichzeitig  auf  mehreren,  oft  ganz  ver- 
•cUodonartigen  (Jebieten.  Dadurch  entsteht  ein  litterarisches  Chaos,  in  das 
•ekver  Ordnung  und  Klarheit  zu  bringen  ist.  Wollte  man,  wie  Fabricins 
nd  Srhflll  lliBlen,  eine  strenge  GUedorung  nach  Arten  und  Stoffen  vor- 
aehnmi,  so  mttsslen  die  meisten  Auteren  in  zwei,  drei  und  mehrere  StUcke 
HUHioaader  gerissen  werden;  die  Persf>nlichkeiten  gingen  hiebei  vCUig 
TCttorefl  und  die  ganze  Litteratur  Miato  sich  in  «ine  unendliche  Menge  von 
BMuni.  Traktaten  and  Fragmenten  auf,  woraus  isich  dtinn  ein  jeder  nach 
LiMt  und  VwmOgen  die  einzelnen  Autoren  mühsam  wieder  zusanmion- 
MtaBO  mllMte.  Ein  ßerechtes  und  zutreffendes  Urteil  Über  die  littora- 
riKken  Personen  und  damit  auch  über  die  Zeit  und  das  Volk,  welches  sie 
Kctraton,  wClrde  durch  eine  streng  eidologischo  Behandln ngsweise  ungo- 
Ihmt  «rachwert  Andererseits  mussten  doch  wenigstens  die  Hauptgnttungen 
Im  bbtoröcheu  Zosammenhange  dargestellt  werden.  Daher  empfahl  sich 
■a  Kompromiss  zwischen  der  synchroni.sti  sehen  und  eidotogischen  Mc 
timle;  jeder  Autor  wurdo  der  Gattung  zugewiesen,  in  welche  der  Schwer- 


26 


BjtontinUohe  LltUrttargwobJcbt«.    BloleittiDg. 


piinkt  Aoinor  Loiittiitigon  fiUlt.  Iniicrhnlh  dor  cinzelDcn  Gruppen  wardo 
dann  die  cliroiiologiäthK  Ordnung  stmng  boobflchtct.  Wii»  die  Reihenfolge 
der  [tauptgattungen  betrifft,  so  verlangte  in  der  kunstmässigon  Littoratur 
tiaturgemäi^s  die  ['rosa,  in  der  volkHt.ünilicheit  dagegen  di«  Poude  den 
Vorrang.  Die  Durchsichtigkeit,  mit  welcher  iu  dur  alten  Litteratur 
die  Haujitformen  und  Stufen  der  Entwickolung  erkennbar  tdnd,  konnte  boi 
dieaciD  Miachsystem  unmögüth  en'eicht  werden.  Doch  vereinigt  dasselbe 
jedenfaÜH  vor  der  strengen  Eidologie,  welche  eine  unbarmlientijje  Zersplit- 
terung der  «inicelnon  Autoren  zur  Folge  hiltte,  wie  vor  dem  üynchroiu- 
»tischen  System,  boi  welchem  die  Gntwickelung  dor  Gnttungen  ^r  r.\i  un- 
doutJieh  würde,  die  meisten  Vorzüge.  Uier  wie  überall  schien  mir  eine 
gowisiK)  Zweckmässigkeit  wünschenswerter  als  doktrinäre»  Fostlmlton  an 
überlieferten  Schablonen. 

Was  heute  mit  Rocht  eis  das  Lobenaeleniunt  jeder  litterarhistorischen 
Darstellung  betrachtet  wird,  die  Darlegung  der  genetischen  Zusam- 
tnenbünge,  lässt  sich  in  der  byzantinischen  Littoratur  noch  nicht  im 
vollen  Umfange  und  mit  genügender  Deutlichkeit  durchftlbron.  Nicht  als 
ob  eine  Kntwickclung,  wie  manche  etwas  vorschnell  angenommen  haben, 
in  der  byzantinischen  Zeit  mangelte.  Wachstum  und  Vorfall  existieren 
auch  hier,  die  l'rozosae  verlaufen  aber  langsam  und  un  regelmässig,  und 
eine  so  wunderbare,  dem  Leben  eine«  Individuums  vergleichbare  Enlwicko- 
tungsgüächichte,  wie  sie  die  vorchristUcho  Litteratur  der  Griechen  bietet, 
darf  in  dorn  mit  Tradition  übersättigten  Zeitalter  der  Byzantiner  nicht 
gesucht  werden.  Tief  eingreifende  Umwft!zungen  des  Geschmackes  und 
prinzipielle  V'eründerungen  der  Anschauungsweise  blieben  einem  Zeitalter 
fern,  iu  welchem  die  konaer\'ativo  Tendenz  auf  idlen  Gebieten  dos  mensch- 
lichen Lebens  vorherrschte.  Um  die  Unterschiede  des  Alters  und 
der  Individuen,  die  hier  feiner  sind  als  in  Kpochen  wild  gärender  Kraft, 
kennen  zu  lernen,  muss  unser  Auge  noch  durch  lange  Übung  gcschÜJ'ft 
werden.  Wenn  wir  uns  freilich  mit  der  Versicherung  Bernhardyti  be- 
ruhigen, daxs  alle  Byzantiner  eine  gewisse  Familienähnlichkeit  besitzen, 
worden  wir  in  der  Erkenntnis  nicht  weiter  kommen.  Denselben  Eindruck 
der  Verwandtschaft  erhfilt  der  ferner  stehende  Beobachter  auch  von  den 
meisten  Autoren  anderer  Litterutui'on.  Wie  lang  bedarf  es  z.  B.,  bis  nuui 
au»  der  scheinbar  ziemlich  gleichnmstiig  realiätisch-erottsch  gefärbten  Mos^e 
der  frunzii«schen  ItomanschriftstoUer  diu  Typen  herausgreifen  und  von 
einander  so  unterscheiden  lenit,  dass  eine  buliobige  grössere  Stichprobe 
Lzar  Bestimmung  doK  Autors  hinreicht.  Auch  in  ßyzanz  existieren  so 
'grundvorsehiedone  Go6tAlt4,>n  wie  Victor  Hugo,  Daudet,  Zola,  Bourget.  Loti. 
Wer  an  diese  Unterschiede  nicht  zu  glauben  vermag,  sei  daran  erinnert, 
welche  Vertiefung  der  Studien  erforderlich  war,  bis  die  Kunstgeschichte 
aus  dem  allgemeinen  BogrifT  antiker  Kunst  zur  Unterscheidung  des  Grie- 
chischen und  Hämischen,  dann  zur  Erkenntnis  einer  attischen,  peloponne- 
dsohen  und  nordgriechischen  Schule,  endlich  zur  feineren  Distinktion 
eiuzolnor  Künstler  gelangte.  Wer  teilt  heute  noch  die  Überzeugung 
Friedrich  Schlegels,  dass  in  der  christlichen  Malerei  und  Bildhauerei  von  den 
frühesten  Zeiten  bis  zum  14.  Jahrliundert  die  vollkommenste  Einheit  und 


CUraktoristik.    (g  2) 


37 


Gloichhoit  in  der  Z«ichiiung  und  gntizuu  kQDstleriachon  Rcliandluiig  gtv 
herrechl  bal>o?  ,Wo  di«  ulten  Kunstf'roundo  starre  Unvoi-iUidt'rliühkoit 
ni  soliun  vrähnten,  erblicken  wir  einen  gar  mannigfnchen  ^Voclufel.*  ■)  Die 
TOD  Sprinf^  betont«  Scbwierigkeit,  in  der  Ktin^t^escliicht«  die  Abwei- 
cbuDgvD  vom  gottivinsanion  Typus,  da»  AuHeioanderfallon  dos  letzteren  in 
Utflüige  Ii*dividualttät«n  zu  erkenn(>Q.  tiifft  auch  ftlr  dio  Hotraclitung 
frrmdor  Litteraturen  zu.  Auch  hier  worden  wir  ven  dem  fttorken  Ein- 
drucke, den  die  allgenieiuo»  Kigcnächafteii  der  Uattuug  orweckon,  gefangen 
gwnoninen  and  vormögon  nur  sohr  mUhKain  die  besonderen  Scliulen  und 
PtrsSnlii-liketten  zu  «ikennoa. 

Ein  tirund,  der  die  Einsicht  in  die  Kntwickolungsgeschicbtc  dor 
byzantinischen  Littorntur  vornohinlich  getrübt  hat,  i»t  schon  obon  berührt 
worden:  es  wt  diu  von  Bernhardv  und  anderen  befolgte  Methode,  alle 
üittelgriechiscben  Schriften  auf  eine  ununterbrochen  abfallende  Ebene 
kftiwtüch  hinzuzwfttigon.  So  «ehr  war  dor  grosso  Gösch  ichtüchroibor  dca 
SriocliitWThcn  OoistOH  durch  seine  apriorifiche  Doktrin  vorblendet,  dass  ihm 
nlbst  der  unzweifelhafte  AufschwnnR  vom  9.  bis  zum  12.  Jahrhundert 
tnlgeben  konnle;  naoh  ihm  .sinkt  .seit  dem  Ablauf  des  11.  .lahrhundert« 
dio  gnocht.sche  Litt«ratur  uiiauflialteani  und  dio  That^achon  ihrer  Ent- 
krtftang  worden  immer  häufiger;*)  von  den  Komnenen  des  12.  Jahrhundorts 
ist  Bscb  ihm  wenig  Litterarisches  zu  berichten')  u.  t*.  w.;  kurz  jodos  fol- 
pmAi  Jalirbundert  orachoint  immer  dunkler,  klilter  und  Iccror  als  das  vor- 
horgoheDd«.  Nicht  anders  als  der  klassische  Philologe  urteilte  ein  Mann, 
ihr  mine  Lebenskraft  fast  ausschlioHslich  dem  Studium  der  byzantinischen 
Zd(  widmete,*)  kein  Geringoror  al»  Ph.  Fallmcrayor:  .Treuer  Zeitüpiogel 
md  nntragticho  Wandelacala  der  sinkenden  Civilisadon  von  Byzanz  ist  dio 
l))riaotini»cho  Litturatur.  wie  sie  vom  Beginn  des  5,  bis  zum  Schluss  des 
tS.  Jahrhundorta  auf  uns  herabgekommen  ist.  *  Aus  dieser  inigen  Anschauung 
oobipriDgen auch  die  oft  wiederholten  mechanischenZeitbestimmungen 
uA  dam  iiiiKirinigen  und  tausendfach  durch  Hiatsachen  widcrlcgticn  t^chema: 
J«  bossor  Stil  und  Sprach«,  doato  filtor:  je  schlechter,  desto  später.  IH« 
vardarbliche  Komitntktionamanie  der  Schule  Hegels,  in  welcher  Bernhardy 
wie  kain  anderer  Litteraturbistorikcr  befangen  war,  hat  selten  so  schlimme 
Mefate  gezeitigt  wie  in  der  goschichtlichen  Betrachtung  der  byzantini- 
■dwo  Littonitar.  Es  ist  nicht  tiborflilssig.  den  wahren  Grund  dieser  wisson- 
■ehaftKr-lien  Verirrnng  auadrllcklich  zu  betonen,  damit  endlich  einmal  mit 
naer  Aufrassung  gebrocbon  werde,  welche  den  hi.itoriscben  Blick  tUr 
«M  gewalltgt>  Epoche  getiilbt  bat^  Erst  wenn  das  falsche  (inindprinzip 
avf^ageiwo  iat..  kann  der  Ausbau  des  Einzelnen  mit  neuen  Mitteln  und 
mit  AiteBtcht  auf  Erfolg  unternommen  werden.  Iliet^r  ist  fast  noch  alles 
m  tban. 

Wtdclios  Dunkel  noch  Über  der  inneren  Geschichte  der  byzantinischen 
Uttarmtor  liegte  geht  aclion  aus  der  einfachen  Thntsacbe  hervor,  daaa  dio 


'1  A.  Sprinaer,  Bild«r  tm  iw  nt-ueren 
TMtoMiiliicfc|#1'fl8«g>  fä.  wo  di»»«rGe- 
imkim  lUmiBBlK«*'  Weim  nnch  woilor  aas- 


*)  Onndriss  dar  grieoh.  Litt  ]•  722. 

')  Ebondü  1»  T37. 

•)  Gewunindt«  Schriflcn  3  (1861)  378. 


28  Byssatisiflcba  Utteratnrgmohielit«.     Einleittuig.  ^^^| 

Anmchton  über  die  Entateliungszeit  mancher  umfangreiclien  Werke  um 
viele  Jahrhunderte  auBoinander  gehen.  Eine  schärfere  Untersuchung  der 
Z«it«n  iitid  StuclicnweiKcii  wird  hier  zweifellos  wichtige  Aufklärungen 
schalTen.  Ebenso  wird  die  Ungewissheit,  diu  über  die  Autorschaft 
einiger  Stücke  herrscht,  durch  eine  genauere  Individualisierung  und  durch 
niinutiJtse  sprachliche  Unterttuchungen,  wie  sie  z.  B.  Tycho  Mommsen  auf 
dem  wichtigen  Öobioto  der  Prilpositionen  unternonniion  und  Kuletzt  mit 
Glück  auch  auf  die  Byzantiner  auegcdelnit  hat,  BichtTlich  da  und  dort 
geheben  werden  kUnnen.  Ria  jetzt  leidet  das  litterarhistorische  Bild  mancher 
Autoren  unt«r  einem  Wüste  fremder  Arbeil«n,  die  einige  berühmte  Nnmoii 
wie  mit  chemi»cher  AnziuhungEkraft  uni  tiicli  gesammelt  halten.  Freilich 
bedarf  us  einer  erheblichen  Vereinigung  von  Vor«tudion,  um  eolche  Untei^ 
Buchungen  mit  AuR.iicht  auf  Erfolg  führen  zu  ktinnen.  Die  zahlloAen  Yer- 
kehrtlieik-n  und  nutzloeten  Anstrengungen,  die  in  der  auf  Byzanz  boKÜglichoo 
Littoratur  bomorkt  worden,  rflhren  namentlich  von  der  SelbsttSuschung 
naiver  Gemüter  her,  welche  glauben,  nach  einiger  BekanntHchiift  mit  dem 
wohl  angebauten  Felde  <ler  klato^iHchen  Litteratur  sich  sofort  auch  in 
den  byzantinischen  Urwäldern  zureclil  r.n  finden.  Auch  die  alte  Philologie 
entpltingt  alljährlich  tüne  Reihe  vitllig  absiudcr  Beiträge;  sie  ist  aber  zu 
gut  organisiert,  als  dasa  solche  PrivataUnden  mehr  ftls  eine  vorübergehende 
Heiterkeit  anzustiften  vormöchten.  Uyzanz  dagegen  ist  von  so  wenigen 
veriässigou  Truppen  boHchütj^t,  dtvm  oft  ganz  kindische  KinftUle  für  längere 
Zeit  erfolgreich  bleiben.  Es  gibt  in  der  Wisaonechaft  kein  Monopol;  «bei- 
einige  Ausrüstung  darf  von  jedem  vorlangt  werden,  der  ein  dornenvolles 
und  dunkle»  Gebiet  mit  Nutzen  durcliwandrirn  will.  Wie  viel  gegen  diese 
Forderung  auf  byzantinischem  Boden  gesündigt  worden  ist,  muss  man 
oft  mit  schwerer  Unlust  erfahren.  Wie  häufig  mangelt  die  Kenntnis  der 
notwendigsten  Hilfsmittel!  Wie  übel  steht  es  mit  der  Kenntnis  des  mittel- 
griochischon  Sprachgebrauches  seihst  bei  solchen,  die  anf  diesen  Sprach- 
gebrauch weittragendo  Schlumpe  bauen!  Wie  manche  scheinen  zu  glauben, 
daas  die  überall  geltenden  Grundsätze  der  Kritik  in  Byzan2  ein  übei-- 
flUssigor  Zierat  seien!  Liessen  sich  doch  selbst  Gelehrte  von  peinlicher 
Sorgfalt  zu  lockerer  Schncllfertigkeit  hinreissen,  sobald  sie  mit  Byzantinern 
zu  thun  bekamen;  man  übertrug  mit  einer  seltsamen  Verwiming  der  Be- 
griffe die  äetheUsche  und  litterarische  GenngBch&tzung  dieser  Epigonen 
auch  auf  ihre  wissenschaftliche  Behandlung.  Noch  in  der  jnngxlon  Xeit 
fehlte  CS  nicht  an  kecken  Abenteurer«,  welche  byzantinische  Text©  der 
Affeiitliclikoit  vorzulegen  wagten,  ohne  die  Elemente  der  griechischen 
F'alaeographie  zu  kennon.  Wie  voilaut  endlich  sind  oft  die  ästhetischen 
Urteile!  Nicht  wenige  acheinen  in  dem  Wahne  befangen,  im  10.  Jalip- 
hundei-t  nach  Ohr.  müsse  sich  in  griechischen  Autoron  noch  alles  ebenso 
vorhalten  wie  15  Jahrhtmdert«  frtlher.  Solchen  Irrungen  gegenüber  muss 
immer  ausdrücklich  betont  werden,  dass  man  die  byzantinische  Epoche 
wie  jede  andere  aus  sich  selbst  heraus  studiere  und  namentlich  die 
zahllosen  Veränderungen  beachte,  die  sich  in  den  religiösen,  nationalen, 
politischen,  gesetlschafthchen  und  sprachlichen  Bedingungen  allmählich 
voUzogoQ  haben. 


OhonkUrlatlk.    (g  2) 


39 


IXa  irichtigsten  That^chen  in  der  Detailgeschicht«  der  byzantini- 
schen OräzitÄt  kommen  teils  in  den  Einleihiiigeu  der  Hauptabachnitto, 
käa  hti  doii  ciii;i«lii6ii  Autoren  taiv  Spiacho.  Hier  »oi  nur  der  allgemoino 
Estvickeluagsgang  bcHclinL^bcn.  Innerhalb  der  Schrifteprache  sind  zwei 
fiaaptperioden  zu  unU>rsclioid<jn.  In  dvr  crate»,  welcho  etwa  bi»  zum 
Sdihis«  des  10.  Jahrhunderts  reicht,  wird  eine  stark  kirchlich  g«>furbte 
iJdctiun  mit  echt  byzAntii^ischen  Mitteln  weiter  auägebaut.  Einige  Pro- 
«iker  wie  Malulm,  Thcophaiius,  üeorgios  Monaeho8  und  mehrere  Vei-fasaer 
nm  Erbuuungaschriften  und  Uuiligvnleljuii  machen  der  Volkaaprachü  ho 
ririu  KuiuoBsionen,  dass  sie  ohne  Zweifel  allgemein  veratHndlich  bleiben. 
Ähnlich  wahren  dio  moisten  Kirchendich tcr  den  iCusamnicnhaug  mit  dem 
Leben.  Es  herrscht  ein  ungekOnstelter,  naiver,  wenn  auch  häufig  etwa» 
nabdiolfener  Zug  in  der  Schriftj-pracht'.  Selbst  Autoren,  welche  sich  einer 
gewfthltcron  Aumlruckaweisu  belleissen.  schöpfen  nicht  aus  den  durch  eine 
mOberbrUckbaro  Kluft  getrennten  klassischen  Vorbildern,  »ondem  aus 
Fritfabyzantinoni  wie  I'rokop  und  Agathia)-,  die  ilineii  in  StofT  und  Form  mehr 
Terwaodt  sind.  In  der  getsamtun  LitteraturspraeliB  herrscht  bei  allen  Stil- 
anUinchiedcn  noch  ein  einheitlicher  Cliarakter.  Die  zn-eite  Periode,  welche 
durch  da«  Wiodererwnchen  der  klaatiischen  Studien  vorberoiU^it  wurde,  be- 
ginnt mit  der  wiasenBchaftlichen  und  lilterariadieu  Kenaitisiince  im  U,  Jjihr- 
htmdert.  Die  massgebenden  Kreise  (l'aelloa;  später  Anna  Knmnena, 
KUutaa  Akominatos  u.  8.  w.)  gelten  jetzt  auf  die  antiken  Quellen  zurilck, 
wodurch  die  natUrlicIiv  Kntwickuluiig  der  vorigen  Periode  und  der  gc- 
fichichUiche  ZuHainmenhung  unterbrochen  wird.  Die  hüchttto  Steigerung 
wflUirt  dietKW  Streben  nach  Purismus  und  Altertümliehkeit  unt«r  den 
PaliologSD.  Ind«m  «o  die  Schriftsteller  sich  kUnstlich  über  ihre  Zeit- 
gmowon  emponchrauben,  wird  der  Oegcn-tatz  ^.wischen  der  lebendigen 
^nd  dor  Bchriftmäasigen  Sprache  immer  »türker  (vgl.  oben  S.  17).  Wie 
^^bwuaiit  und  eorgfitltig  aber  dio  bysantinischen  Schriftsteller  zu  allen  Zeiten, 
^Hpirohl  in  der  ernten  ala  in  der  zweiten  Periode,  auf  gefälligen  Wohlklang 
^Hlr  DonttfUung  achteten,  daa  ist  klar  bewiesen  wurden  durch  die  wichtigu 
^^Bitdockuag  W.  Meyers,')  dass  in  der  griechiüchcn  Pro»a  vom  4.  bis 
^IBB  lö.  Julirhundert  Rir  den  Tonfall  im  Satzschluae  ganz  bestimmte  Regeln 
herrschten,  liiebei  wurde  wegen  der  damals  schon  zur  Hon-schaft  gelangton 
ItDchrünie  der  Vtdcale  natürlich  nicht  Lftngo  oder  Kürze  der  Silben,  son- 
dern nur  der  Wortaocent  berücksichtigt  und  zwar  ali^u:  Vor  der  lutztoii 
Hebong  sollen  mindestona  zwei  Seiikuugeii  stehen  wie  äniivtav  «v^^jtwv, 
Barb  der  lulzton  Hebung  kann  stehen,  was  will,  wie  iialiyoi-tat  iirif^ioTtai, 
iitürf&tr  tivif^:tw,  amti  ao^oi,  aoifiav  Ufi(t.  Sülbstverstfindlich  wurden 
Mtae  ll«geln  nicht  auanahmetos  durchgeführt;  V»  beäteheu  atlorloi  Bo- 
■hrSnkungeu  und  Schwankungen,  und  die  einzelnen  Autoren  »ind  in  der 
Saubschtung  der  Kegeln  von  sehr  ungleicher  Strenge;  dazu  kommt,  daaa 
fitla  byzantinische  Texte  stark  umgearbeitet  wurden,  wobei  der  ursprQo^ 
iA»  rythmiscbo  Bau  dor  Satzschlüs»«  leicht  Schaden  nahm.  Eine  ähnliche 


I 


*)  Om-  aeoeatairi«  SAtnchhiM  ia  itN- 
■r'i'V-iliin  Pnm  rom  IV.  Im  XV[.  JaI>i^ 
■b^mL  OOUingea  ISOl.  Dm  Dbriga  Litt«r» 


tur  n.  in  ilcr  nllKäraeiu«»  DiblJogrubia  am 
tJolilusM  du«  Uucli««  (Rubrik ;  SprMD«]. 


gO  ByMBttnlaelw  UttwktergeBohioht«.    Emleitniiig. 

Erscheinung,  der  fwgonannte  Curnus,  ist  in  der  lateinischen  Pro«a  de« 
Mittelalter«  boobacht«!  worden. 

Das  Hiiuplincirkmul  dor  byzantinischen  Kunstspravho  besonders  in 
der  zweiten  Periode  ist  der  Mangel  dos  einheitlichen  Gusses,  die  bunt« 
Znttammonklebung  verschiedener,  oft  sich  widerstreitender  Elemente,  l'oo- 
ti.scho  Ithimon  aus  alter  /ott,  joniselie  nnd  attische  Prosa,  heIlcniRtitt«liß 
Nouerungdn,  kirclionspraohlicho  Eiyoiiheiten,  Wondnngon  de«  byzantini- 
Hclien  Kanzleistiles,  technische  Ausdrucke  des  rQinischon  und  mittelalter- 
lichen Lebens  werden  bald  geschickt  zu  einem  gefälligen  Ganzen  verbunden, 
bald  oberflXchlirli  aufeinander  gepfropft.  Obschon  nun  diese  Sprache  bituHg 
zum  Ei'stickon  an  der  Überlllllo  von  Tradition  leidet,  kann  sie  .selbst  in 
der  zweiton  Poriodo  nicht  als  völlig  tot  bezeichnet  wei-den.  Bei  man- 
chcn  Autoren  fühlt  man  noch  den  Puls^chlag  dos  Lohen»,  ihro  Darstellung 
ist  frei  von  Verknucherung,  die  SätZ43  gleiten  ihnen  ohne  ersichtliche  Mtlhe 
aua  der  Feder.  Die  Vorstellung  von  der  abetnluten  Mumien  haftigkoit  die««r 
Sohriftj^prncho  ist  ebensowenig  zutroffoiid  als  die  ontgogengesetit«  Be- 
hauptung, diiss  die  gebildeten  Kreise  dc8  griochiHchen  Mittidalters  ihre 
Schriftsprache  auch  wirklich  gesprochen  hätten.  Die  Buntheit  der  byeonti- 
nixclien  Diktion  macht  die  formale  Charakteristik  der  Autoren  schwierig. 
Dio  isolierte  Vergleichung  mit  irgend  einem  alten  Vorbilde  —  ©in  Lieb- 
lingsthema deutscher  Doktordissertationen  —  hilft  nicht  weit;  die  Spräche 
jedes  einzelnen  muss  als  ein  Ganzes  gefasat  und  gewürdigt  werden,  wozn 
Bllerding»  die  bequemen  lexikalischen  Hilfsmittel  nicht  ausreichen.  Hoffent- 
lieh  ist  aber  wenigsten»  die  Zeit  vorüber,  in  der  man  sich  durch  niebls- 
sttgende  Ivraftausdrttcke  wie  gedunmimo  Breite,  Ublor  Wortschwall,  Mangel 
an  Geschmack  u.  it.  w.  der  Notwendigkeit  einer  gerechten  hiHtorischen 
Würdigung  ilberliehen  zu  dürfen  glaubte.  Neben  den  erwähnten  allge- 
meinen Morkinalon  iwt  noch  ein  betrüchtlicber  Kaum  fllr  individnello 
Eigenheit;  die  Schriftsteller  aibeiten  mit  verwandten  Mitteln,  aber  in  der 
Verwertung  dieser  Mittel  gehen  sie  gar  sehi-  ihre  eigenen  Wege, 

Viel  MissverstAndms  ist  aus  der  Sitte  erwachsen,  die  byzantinischo 
QräziUlt  als  barbarisch  zu  brandmarken.  Es  ist  ein  Urteil,  das  sich 
zumeist  auf  die  lateinischen,  italienischen,  slavischon  und  sonstigen  Fremd- 
wörter stfltict.  Schriftsteller,  die  vor  Ausdrücken  wie  ^naßihtv^  ij^'o^-  9e*e'"<t 
ßovlxiiXaxaq  nicht  zurUckscheuten,  hatten  die  Gunst  engherziger  Philologen 
schnell  verscherzt.  Die  historische  Betrachtung  wird  auch  in  dieser  Hin- 
si(;ht  den  Byzantinern  Recht  widerfahren  lassen.  Da  sie  eine  Menge  neuer 
Ideen  besonders  im  Staats-  und  Militärwosen  auBzudrilckon  hatten,  so 
konnten  sie  sich  unmöglich  auf  das  klassische  Wörterbuch  beschränken. 
Indem  sie  teils  dio  von  den  ItOntem  geprägten  Bezeichnungen  in  die 
Bchrift.M!prache  aufnahmen,  teils  auch  neue  Mittel  des  Ausdrucks  schufen, 
verfuhren  sie  nicht  anders  als  schon  Polybios,  Dio  Cassius,  Uerudianos 
und  andere  Historiker  der  rfimischen  Zeit.  Die  oft  geschmähten  .Barba- 
risnien*  sind  für  das  byzantinische  Wilrterbuch  unentbehrlich;  sie  erfüllen 
ihren  Zweck  und  verleihen  der  Gräzität  ein  scharfes  kulturhistorisches 
Gepräge.  Man  wird  sie  daher  von  demselben  Standpunkt  aus  zu  würdigen 
haben,  wie  etwa  die  unklassischen,  aber  notwendigen  Neubildungen  der 


emationala  KaltnrbeiiehnBg«!!. 

ktalaischBn  Scliolanftik  (i.  B.  muatia),  welchen  nur  ein  völlig  Befangener 
£e  iaaen  Bcrochtigung  absprechen  kann. 

Seit  dem  12.  jAhrliundcrt  crechoint  »oben  <lur  byzantinischen  Kunst' 
nncfae  auch  die  Vulgilrgpmcho  in  grösseren  litterariBchen  DenkmKlom. 
Amt  nc  wird  in  der  Einleitung  der  dritten  Abteilung  gehnndclt  wurden. 


Internationale  Kulturbeziehungen. 

t.   Neben  der  inneren  Beileutung  der  byzantinischen  Litterutur  und 

ikrrn  ßr^iehungen  zur  klossiächon  Philologie  sind  für  oino  richtige  Wert- 

■rlltxuug  dvriM'lboii  noch  die  Wirkungen  zu  beachten,  welche  von  ihr  auf  die 

Ufigeii  Volker  des  Mittelsll«rs  ausgegangen  sind,  wie  auch  die  £infll]8ae, 

«alobe  sie  selbst  von  aunwüri»  erfahren  hat.   Wenn  sich  unser  Blick  zunücKst 

neb  dun  Gebieten  richtet,  welche  im  Altertum    von  den  Schiüpfuiigcn  des 

pJMhitcfaon  Geiätcfi  am   reichsten  und  nachhaltigsten  befruchtet  worden 

»d,   so   zeigt   sich,   dass   gerade   sie   x'on   der   byzantinischen  Kultur   am 

veoigsten   empfangen    haben.      Italien   und    das   Uhrigo   romanisch o 

lid  germanische  Abendland  ittt  von  byzantinitkthen  Kultureleinonton 

teit  weniger    borilhrt   worden   uls   die   orientalisclien   und   »lavisclion 

Nulibarvülker.    Die  dem  Einflüsse  zunächst  ausgesetzten  Teile  de»  Abend- 

Usdes  hatten  im  Anfange  der  byzantiniwhcn  Periode  noch  überreich  von 

4*  eigenen  rßmischen  Kultur   Jtu  zehren   und  waren  somit  zur  Aufnahme 

Irander  Kultur  wenig  geeignet;  damit  blieben  auch  die  übrigen  Ucbioto 

iIm  Aboodlandos.  fDr  welche  Italien  die  notwendige  Vcrmlttelung  hätte  über- 

■duneB  niOsBen,  den  Wirkungen  de»  byzantinischen  Kulturlebens  ziemlich 

oMdtt.  Sfi&ter  wurde  die  trennende  Kluft  zwischen  Orient  nnd  Occidont 

4nrdi  die  inimcr  mehr  verschärfte  Abneigung   der  , Franken*    gegen   das 

iriKhiftcti-byzanlinische  Wesen  und  durch  die  zum  Teil  aus  diesem  Rassen- 

it»  hervorgegangenen  kirchlichen  Streitigkeiten  so  erweitert,  dass  .schon 

im  10.  Jahrhundert  die  (i.stliehti  Welt  der  ronianisch-gcrinam.scheu  alw  etwas 

SUIS  FremdartigeH   und  Feindliches  gegenüberstand.     Kino  nähere  Uerüh- 

nmg  iv»  Abendlandes  mit  dem  Morgenlande  brachten  die  KreuzzUge  mit 

■ch;  allein  einerseits  war  diese  Beriihrung  fast  durchwegs  mehr  eine  feind- 

liAv  als  eine  freundliche  und  andererKeit«>  entwickelt«  sich  damals  im  Abend- 

laade  schon  eine  neue,  kriftige  Kultur,    die  aus  den  Bedingungen  des 

htnuÜichen  Bodens  herverwuchs  und  sich  deshalb  gegen  die  fremdartigen 

BbfBento   dee  Orients   ablehnend  verhielt,     .ledenfalls   ist   die  Summe   der 

Kultnrelomente,  welche  in  dieser  Zeit  des  lebhaftesten  Wechselverkebrti 

mch  dum  Abendlande  strtlmten,  geringer  als  die  der  Neuerungen,  welche 

dM  Kreuzfahrer  nach  dent  Orient  brachton.     Wen»  nun  dto  byzantinische 

Knltiir  auf  die  abendlüiidiKcho  nicht   in   weiterem  Umfange   einwirkte  und 

Ar  OMuntkalorit  nicht  zu  bestimmen  vermochte,  so  fehlt  es  doch  nicht 

u  «inzelium    lokal    und    zeitlich   beschränkten   Erohenmgen.     Am   wirk- 

— ~rtfr    ioseertc    sich    der   orienlaliMche    Kinllu.s.t    in    der   christlichen 

Littvratar  und  Kunst.    Die  Beziehungen  der  lateinischen  Kirchenpocsio 

mr  griechischen  sind  unrweifelhaft;  aber  selbst  hier  wird  die  Verbindung 

Mit  dem  7.  Jahrhundert  locker  und  nur  in  der  kirchlichen  Musik  scheint 


82 


ByMmtiniaoh»  Litter&turgMolücht«.    Einleitug. 


sicli  di«  byzaiitiiii»cho  Lt^ihi-c  lüngorv  Zuit  zu  erhtilUMi  (Notkor).  Auch  auf 
dorn  Ot-biotü  der  Prasttlittertttur  und  der  Wißsenscbaft  ist  im  Wi-aton  von 
ernsten  griechischen  Studien,  wie  nie  noch  im  6.  Jahrhundert  %'on  Prisciiui 
und  BoethiuB')  getrielien  wurden,  alghald  wonig  mehr  zu  spüren.  Doch  ist 
eine  vorcinzolt«,  aber  wichtige  und  folgonrcicliu  T)iatKaohu  uoch  aus  dvr  Zfitt 
EU  viirzoichnon,  in  welcher  sieh  die  Vorbindung  zwischen  der  östlicheu  und 
westlichen  Kultur  schon  aufzulösen  btägann:  die  von  dem  pfipetUchen  BiWio- 
tJickar  Anafttasius  um  870  vernnataltete  lateinische  CbcrActzung  der  Chronik 
f.'do8  Theopliancs,  die  für  die  Inteinlscho  Annalistik  doe  Mittelalters  von 
Bedeutung  wurde.  Im  »pättTLH  Mitlobiltcr  wurden  gi'iefhiseho  Studien 
nur  an  wenigen  Orten,  vornehmlich  von  den  Iren,  gepflegt:  doch  beweisen 
die  hiobei  benutzten  uns  erhaltenen  Hilfsmittel  und  andere  Zeugnisse,  dass 
von  der  En'clchung  oder  An.itrel)Uiig  tieferer  Kenulinsi^  keine  Kode  war,') 
In  der  bildenden  Kunst  gehen  bis  etwa  ins  12.  Jahrhimdert  hinein 
,  zweifellos  mächtige  Einflüsse  vou  Osten  nach  dem  AbendJande,  besonders 
,  nach  Italien;  ihre  genauere  zeitliche  und  lokale  Bestimmung,  zu  der  in 
der  jllng^t«n  Zeit  einige  giüeküche  AnRinge  gemacht  worden  sind,  bleibt 
eine  der  llaupUufgabeu  der  byitantinii^clien  Kunstforsehung.  Wie  in  der 
Kunst  so  orscheinen  auch  auf  anderen  Gebieten  (Verwaltung  u.  s.  w.)  die 
meisten  byzantinischen  Einflüsse  naturgemäss  in  jenen  Teilen  Italiens, 
welche  iRngero  Zeit  mit  Ostram  verbunden  waren.  Cli.  Dichl  hat  mit 
peinlichster  SorgfiUt  alles  zusammongetrageu,  was  hierüber  in  den  weit 
zerstreuten  Quellen  zu  finden  war,  und  die  zahllosen  Stücke  zu  einem 
schßnen  (]e»amtbilde  vereinigt:  aber  alles  in  allem  muss  man  sagen,  dass 
diese»  Bild  bla»»  uud  unbedeutend  i.st,  8o  Hlckriichtälos  da»  Griechentum 
vordi-ang,  no  lang  Ott  von  der  Staatsgewalt  unterstützt  wurde,  »o  blieben 
die  Byzantiner  doch  hier  mehr  als  anderswo  fremd,  und  bald  beginnt  die 
Ausbildung  des  unheilbaren  Gegensatzes  zwischen  der  lateinischen  und 
griecbiHcben  Kirche,  der  die  Trennung  Europa»  in  eine  latciniech-germa- 
oisehe  und  eine  grilko-ahivische  Welt  zur  Folge  hatte.  Eine  wirklich 
grossartige  und  von  unermesslichen  Wirkungen  begleitete  Gabe  empfing 
das  Abendland  von  Byzanz  erst  gegen  den  Schluss  des  Mittelalters,  die 
Kenntnis  der  griechischen  Sprache  und  die  Überreste  der  griechischen 
Liiterutur.  Allein  hier  waren  die  Byzantiner  nur  Vermittler,  und  das 
geistige  Leben,  das  sie  durch  ihre  Lehre  im  Abendlande  erwecken  halfen, 
trug  nicht  den  christlich-hyzantinisclio»,  sondern  den  heiduiscli- hellen! sehen 
Charakter.  Lnmerhin  wurden  damals  mit  den  altgriechischen  Schriften 
auch  die  wichtigsten  Werke  der  byzantinischen  Zeit  verbreitet,  und 
manche  von  ihnen  fiusserteii  einen  erheblichen  Einfiuss  auf  die  abendlän- 
dische, besonders  die  italienische  Litteratur. 

Enger  verwandt  als  mit  den  Abendländern  sind  die  Byzantiner  in 


')  Vgl,  H.  Uaener,  Aneodoton  HoIJyri. 
EÜD  Beitrug  lur  Oeeclitchtu  Roma  in  uat- 
sothiMhor  Zeit.  Peslsplirift  zur  Uu^rUiwucig 
d«T  S2,  deutschen  Pbilelotteuvors,  eu  Wim- 
baden  1877  .S.  27;  39;  47. 

'I  KiiflnmmenfAsaung  der  wicbtjgsteii 
ThaUnchen  nir  Kenntnis  des  Urioobiachcn  im 


ubendlUndischen  Mittelfiller  hat  L,  Traab», 
O  Ruuu  Dobilis.  Abbundl.  beyer.  Ak.  IS.  Ud. 
2.  Abt.  (1891)  363-350;  dortsellmt  S.  Sßl 
Vereeiclinia  der  siif  das  Obrigena  noch  niolit 
erscbil[ifU)  Tliemii  b«iUg]ic]ic>ii  nsuDron  Lil' 
teralnr. 


itionate  Snlt<arb«iieli(iiig«ii.    (§  3) 


I«b*fuanechaiiungeti,  Gewohnlieit«n  und  Int«ri?s8cti  mit  ihren  unmittel- 
fc«r«n  XAchbHrvOlkcrn  im  Orient.  Mit  i]on  Syruni.  Arabern,  Persern, 
iwden.  Armeniern  und  TQrkeii  Ktuiidi'D  die  Byzantiner  so  lange  in  engster 
Wediselbcnehong,  d&aa  ihr  äesamtcbarakt«r  etwa»  Halbnsiatischcs  annabni. 
EiBioIae  Stoffe  erhielten  »e  sogar,  ntlerdings  nicht  direkt,  au»  dem  fernen 
Mien.  Wie  nun  drr  orientalisdie  Ton  bei  den  Mittelgi-iechen  in  Sagen, 
Uürlien,  Sprichwörtem,  Volksanw^hauungen,  im  Zeremoniell  des  Hofe«  und 
4er  fkirchf,  im  Gestu»,  in  der  Gewandung,  endlieb  in  der  dekorativen  Hit-h- 
taag  der  Kunst  und  im  Kunstbandwerk  bemerkbai*  ist.  tto  haben  die  orien- 
llliäeb«n  Völker  von  den  Spätgriechen  und  KyKantinern  das  reiche  G^^n- 
geecbenk  dw  got&tigon  und  litlt'rarijichen  Besitze»  erhalten.  Xamentlich 
twben  die  Araber  seit  üiren  grosuen  politischen  Erfolgen  im  7.  und  8.  Jahr» 
hundert  bedeutende  Bruchteile  der  griechischen  und  bynantiniHchen  Litto- 
ntur.  die  ihnen  durch  die  Syrer  vermittelt  nnirden,  selbsULndig  verarbeitet 
md  nach  der  Eroberung  Spaniens  (711)  den  lateinischen  Valkem  des 
Abendlandes  mitget^-ilt.  Da»  i^-t  eine  längst  bekannte  und  oft  dargestellte 
kikttrgeschicbtiidie  That«ache,  die  hier  nicht  genauer  erörtert  zu  worden 
hnmcht.  Nicht  minder  haben  aber  anch  die  Übrigen  Völker  de«  Orients,  die 
Syrer,  Perser  und  Armenier,  geschichtliche,  philosophiHche,  medizinische, 
lindwirtschaftlicbc  und  andere  Werke  griechischer  und  byzantinischer  Autoren 
Ebenetzt  und  bearbeitet.  Ein  interessantes  Zeugnis  des  l'lhergangs  byzan- 
liaiKbor  Vorstellungen  zn  den  Orientalen  enthält  ein  jüdischer  Midrosch, 
ia  welchem  nach  einer  Schildunnig  do»  salomonischen  Thrones  eine  Be- 
Ithrcibttog  der  salonienisclivu  Ileniibaliii  folgt.  Der  Verfotiser,  der  offenbar 
von  der  Anschauung  ausging,  daas  öffentliche  Spiele  mit  dem  Hofhalte 
fiiKS  mäobtigen  Regenten  notwendig  verknüpft  seien,  hat  den  bcrflhmton 
lüppodrom  in  Konstantiuopel  mit  seinem  ganzen  ZubehQr  z.  B.  den  vier 
PÜtcien  mit  einem  kObnc»  Sprung  über  LKnder  und  Jahrhunderte  hinweg 
uch  Jerusalem  an  den  Hof  Satomoiw  verlegt.')  Ncbon  dun  Htt^rarischen 
Zeagsisaen  der  Knlturbeziehungen  zwischen  den  Byzantinern  und  Orien- 
talra  konmen  epigraphische  Monumente  in  Betracht;  ein  lehrreiches 
Sndt  tut  z.  B.  die  in  drei  Sprachen  (griechisch,  syrisch,  arabisch)  abgcfosste 
laKhrifl  von  Zebed  (»0.  von  Aloppo),  welche  sich  auf  die  521  erfolgte 
Otflndong  der  dortigen  Kirche  des  hl.  Sergio»  bezieht.*)  Manche»  von 
Smta  l>ingen  kommt  im  Verlaufe  der  Einzeldai'stellung  zur  Sprache:  eine 
RivbApfunilf  Beschreibung  der  litteroriscben  Strömung  und  Gegenströmung 
is  iliror  Gesamtheit  Hcheini  zur  i^eit  noch  zu  fehlen.  Zuletzt  haben  die 
Tflrkea  wichtige  Seiten  der  byzantinischen  Kultur,  büsondcrs  diu  Satzungen 
dM  borgerlichen  Lebens,  übernommen.  >) 

Ton  allen  Femwirkungen  der  byKantinischen  Kultur  hat  die  grOaste 
«vithtrioriM-he  Ik-deutung  ihr  unermesrilicher  Einflu.fs  auf  die  slavi- 
■eke  VOtkerwelt.     Dasx  die  südslavische  und  rusMischü  Zivili»ation  in 


; 


*)  Piwn  T«uit  i-il.  mit  gnt«ra  RommcDlu 
Perl«*,   »VukBla  M«IHtMillfin   für    Üh- 
Wia*.  d.  JudratamB  21  (1872) 


IS- 13». 

*)  D*f*n>8»g.veiii  K.F^Sncliaa.  Uuiuil«- 


Ut.  Bert.  Ak.  1881  8.  169-170. 

*|  K.  K.  Zaohariit  von  Lingenthut, 
Qwchiclil«  des  griechisdi-rOmiflchfin  lloehl««, 
8.  Aufl  ,  Berlin  1892  S,  X  (=  S.  VI  f.  der 
2.  Aufl.]. 


I  ter  Umk  AlMrtiiiBMMtMdian  IX.    I.  AbUu.    1  A'id. 


34 


ByzautiDiBchfl  LltUrftlnrgMeUebt«.    BJoleltnag. 


ihrem  allgemeinen  Charakter  wie  in  zahlloseD  Einzelheiten  auf  byzantiui- 
Bchem  Untergninde  beruht,  ist  eine  geschichtlicho  Thateache.  die  meinata 
ernstlich  bwBtritttMi  und  in  dor  jüngsten  Z«it  durch  pine  «tattliche  Iteihe 
noucr  Zeugnisse  genauer  nachgewiesoD  und  illustriert  worden  ist.  Durcb 
die  ungeheure  Eroberung,  welche  das  ByzanUnertum  im  Osten  Europas 
gemacht  hat,  ist  in  der  allgemeinen  europäischen  Kulturent Wickelung  ein 
Dualismus  go»clialTen  worden,  dor  noch  bis  in  die  neueste  Zeit  fortdauert. 
Wenn  auch  der  grosse  Gegensatz  der  grUko-slavischen  und  der  gennano- 
ronianischen  Welt  häutig  nhertrieben  worden  ist,  so  besteht  die  Spaltung 
doch  thatMlchlich  noch  heute,  und  es  ist  nicht  abKusehen,  wann  durch  die 
fortschreitenden  Mittol  des  geistigen  und  materiellen  Verkehrs  und  durch 
die  Europfiisiurung  Rutwlands  der  alte,  tiefgehende  Kontra-st  »ich  ausgleichen 
wird.  Die  gegenwärtigen  Strömungen  im  Gebiete  der  Bfhi5ntn  Littoratur 
scheinen  keineswegs  daft)r  ^i  n^prc-dien,  dass  das  „heilige*  Russland  sein 
orthodox-slavisehes  Au^schliessüehkeitsgefllhl  so  bald  den  Einflüssen  des 
Ocddents  preiiszugebi^n  gewillt  sei.  Die  Ideen  des  Dichters  Chomjakov, 
die  durch  die  Familie  der  hochbegabten  Aksakov  eine  unermessücho  Ver- 
breitung gewonnen  haben,  leben  heute  kräftiger  denn  je.  Der  abendlftn- 
disch  angekrünkelte  Turgenjev  hatte  ti'ot?.  seiner  unleugbaren  poeH.schen 
Begabung  schon  bei  »einon  Lcbzeiti>n  mit  der  Konkurrenz  von  Schrift- 
stellern, in  denen  das  Kuäsentum  unverfälschter  zum  Ausdruck  kam,  schwer 
zu  kämpfen,  und  gegenwärtig  scheint  der  echteste  aller  Itussen,  der  grosse 
Scelenzergliederer  Dostojevskij.  und  der  ihm  innerlich  verwandte  Leo  Tolstoi 
über  den  mit  fi^mden  Elementen  versutztt'n  Ton  ihres  talentvollen  Rivalen 
in  Kussland  wiu  bei  uns  di'u  Sieg  davonzutragen.  Welche  Kluft  zwischen 
dem  slavisehen  Osten  und  dem  germanisch-romanischen  Occident  selbst  in 
dur  wis8i'ii»chaftlichen  Litteratur  noch  herrscht,  lehrt  eine  oberflächliche 
Durchsicht  des  Archivs  filr  slavische  Philologie,  der  Byzantinischen  Zeit/- 
achrift  und  des  Vizantij.'diij  Vremennik,  welche  über  eine  Menge  beachtens- 
werter, in  .Europa*  aber  unbekannter  und  unbenötJitcr  russischer,  bulga- 
rischer und  scrbischiir  Werke  berichten.  So  sicher  nun  die  Thatsache  des 
byzantinischen  Charakters  der  slavischen  Kultur  feststeht,  so  sehr  sind  die 
Ansichten  Ober  die  Frage  geteilt,  ob  der  byzantinische  Eintluss  für  die 
alavischen  V«Iker  ein  ölQek  war.  Wenn  so  hervorragende  Gululu-te  wie 
I*ypin  de«  Byzantinismus  bekämpften  und  in  ihm  nur  die  chinesisch« 
Mauer  erblickten,  durch  weiche  Itussland  von  aller  .Sitten-  und  Geistes- 
bildung abgeschlositen  wurde,  scheint  Byznnz  in  Lamanskij,  Th.  Uspenskij, 
Veselovskij,  Vasilevsky  und  anderen  scharfsinnige  und  begeisterte  Verehrer 
gefunden  zu  hüben,  wenn  auch  nicht  viele  so  weit  gehen  werden,  mit  Kire- 
jcvfikij  die  slavische  Philosophie  der  Zukunft  auf  den  byzantinischen  Kirchen- 
Bchriftstellem  aufliauen  zu  wollen.  Uns  steht  die  Teilnahme  an  dieser 
Kontroverse  natürlich  fern. 

Die  kulturelle  Eroberung  der  sla%'i8chen  Länder  geschah  durcb  das 
Christentum  und  die  ersten  Träger  der  geistigen  Bildung  waren  grie- 
chische oder  gräzisierte  l'ricster;  auch  nach  Abschluss  der  Bekehrung  be- 
hauptet« in  den  geistigen  Einflüssen,  durch  welche  ßyzanz  auf  die  Slaven 
wirkte,  das  kirchliche  Element  die  Oberhand.     Für  dut  tielingen  dieser 


Iiit«nintioii«l«  Ealttu-betiebnnges.    (g  3] 


95 


tin'ßutorischon  Bestrcbun^oii  uur  os  von  groatter  Wichtigkeit,  doss  die 
Cbfvtiiiiuaierung  d«r  Sluvcn  in  einer  Epoche  begann,  in  der  das  oeirömhche 
Rfieli  DOch  ein«  »elir  erhebliche  {»olitische  Kraft  bceaisä.  im  9.  Jahrhundert. 
VfiB  der  ThAtigkeit  der  berahmtcn  SUvenniWHtuI  Kyrillos  (f  869)  und 
Vethodiofi  (t  885)  und  der  Einfilhrung  eines  slavischen  Alphabets  hat  die 
bjTuitiiiiBche  Hi^ajon  thron  Ausgang  genommen.  Zuemt  wurde  Ann  Oiristen- 
tun  bei  den  RddHlaven,  den  Bulgaren  und  Sorben,  huld  auch  bei  den 
Kmaea')  verbreitet,  und  uachdem  schon  956  (oder  957)  die  (lrn»<fUr8tin 
Olgt  mit  Kahireichem  Gefolge  in  Konstantinopel  dio  Taufe  erhalten  hatte, 
vnrde  988  durch  Vladimir  1  das  Christentum  im  Kiew'schcn  Kuesland 
nr  Staatareligion  erhoben.  Mit  der  christlichen  Lehre  kamen  KahlroicliG 
Weiko  der  griechisch-byzantiniachon  Littcratur  und  Kunst  zu  den 
SUven;  die  Vennitt«lung  fibernahnieu  in  den  rnüiflten  F&llen  die  SUdalavcR, 
Jie  Bulgaren  und  die  Serben.  Kyrillos  und  Methodioa  und  ihi-e  Schlllor 
ÜMirtnigen  die  heiligen  Schriften,  Werke  der  Kirchenväter  wie  des 
Builios.  Gregor  von  Xazianü,  Johanne»  von  Damamko»!  u.  a..  Legenden  und 
liturgische  Bdcher  ins  Slavi^che.  Bald  folgten  byzantinische  Chroniken 
tit  Malalas,  das  Kompendium  des  Nikephoros,  Georgios  Monachos,  den 
4er  rosöache  Chronist  Nestor  verarbeitete,  Znnaras,  Manasses;  sogar  alt^ 
griechUdie  Werke  wie  die  indischen  Altertümer  des  Josephoa  yia%'io»  waren 
tduQ  frOh  in  sJavischcr  Übersetzung  vorhanden.  VorüUglieh  war  c»  den 
CWraetzcrn  um  <Iie  Kenntnis  dtii  kirchlichen  Dinge  zu  (hun,  weshalb 
mfiniiiache  Weltclu'oniken  wie  die  des  Oeorgios  Monachos  sich  besonderer 
Vurlii^  erfreuten;  ao  atark  war  das  rein  theologiache  Interesse,  dass  selbst 
doloren,  welche  die  VorgCRcbichte  der  Slaven  behandeln,  wie  Konstantin 
PbrpltjrrogonootoH  unbeachtet  blieben.  Aus  dem  gleichen  Goschmacku  er- 
Uirt  sich  die  Auswahl,  welche  in  der  geographischen  Litteratur  go- 
tntSni  wurde;  die  Hauptqnelle  gengraphischer  Kenntnis  war  für  das 
dtviache  Mittelalter  die  chn.stlich«  Topographie  des  Ko^^mas  Indikopleustes. 
Nsbm  den  kirchlichen,  historischen  und  geographischen  Werken  spielen 
b  dieser  Übersetzungslitteratur  die  gi-tissto  Kulle  mittolalterliehe  Sagen 
Bid  Volkadichtiingen.  Zum  Teil  gehUren  auch  sie  noch  dem  jüdisch- 
liristlichen  Ideenkreise  an,  wie  die  apokryphen  Geschichten  von  Adam 
lud  Bfa,  von  Noah,  von  Abraham,  die  berühmte  Sage  vom  Kflnig  t^alonion, 
£b  OeMchirbto  von  Barloam  und  Joasaph.  Auf  kirchlich-politisehor  Ten- 
droz  beruht  die  Sage  vom  babylonischen  Reich  und  Aas  Hehreiben  (U>s 
IVcabyterkiluigs  Johannes  (die  .Sage  vom  indischen  Keiche*).  Dazukommen 
£»  tm  ganzen  Mittelalter  verbreiteten  Sagenkreise  vom  trojanischen  Krieg 
ml   von  Alexander  dem  Grossen,  die  christliche  Fabelzoologie  des  Phy- 


•)  Dm  lH«8t»  ZeagDW  alwr  du  Auf- 
MM  dir  RA«o-WAij*f«ni  in  Byunn  i«t  «in 
4«  Kaiaan  TlMOpliilM  «lu  il«in  .tsliro 
IHi    akbat«!)  «richligMi  Dflti>n  in  dnr 
hicbl«  ilnr  Ra»nii  unil  lijunii. 

und  MI.     Im  enrtMcn  Jnbro 

&s4  im  nrnmek»  Angriff  *ur  KoiwtaiitinoDDl 
Mi,  nf  «elcbcn  ndi  <Uo  «wi-i  UomiliaD  ik« 
)Wiithim:  941  nnlemaliin  IgorMinMi 


froMpn  Verhn«rungnciig.  Vgl.  K.  Kuntk, 
tnlUilin  de  l'Acndi^tnic  iinp^iiüc  «loa  Hdenceti 
lie  St.  fiiterabourg  27  (IBBl)  88(<--W2.  V, 
VflBilovskij.  Vix,  Vr.  l(!894(2ö!i  f.(Be- 
rirht  in  B,  /..  4  (189.^)  238  f,).  C.  d«  Boor. 
Der  AogiifT  dur  RbOn  auf  Bvxaue,  B.  Z,  4 
{lsa!t)  446  fT.  Eine  xw#iU)  AldianilliinR  von 
K.  Kuuik  Über  de»  Anfiriir  d«r  UIiQh  iiuf 
ByxAOK  eull  demnAoliiit  onciminrn, 

3* 


sa 


Byzantiaische  Utteratnrgeschlelit«.    Einleitnnf. 


siologuB,  orientaÜRche  VolksbQcher  wie  Syntipas  und  St«phanit«s  und  lehne** 
latoe,  ODdlich  das  r«ii)  byzantinische  VolksepOH  Über  Aas  lickeii  und  dio 
Thaten  doB  Digcnis  Aki-itii!<.  Selbst  in  dem  uationab-uätfiHC-hun  Igoiliislu 
ist  man  neuerdings  mit  Erfolg  byzantinischen  Spuren  nachgegangen.  i) 
Ebenso  lassen  sich  in  Märchen,*)  VolksliL^dern,  E^prichwürtern^)  und  Zaubei^ 
Sprüchen*)  vicifuch  byzantinische  Heflexe  aufdecken.  Öroftser  Beliebtheit 
erfreuten  sich  aus  byzantinischen  Quellen  abgeleitete  altslavischc  Sammel- 
werke (Sboniiki)  vermisclitL'u  Inhitlt«,  die  sogenannten  Biunen,  denen  die 
Mthcaa  dpfl  Antonios,  die  ParuUulen  de»  Johannes  von  DamafJcos  und  die 
Eklogen  des  Maximoa  als  Muster  dienten,  Übertragungen  der  Menander- 
sprUobe  und  uuderer  Sentenzensammluugen.  Seib»t  g  ra  m  m  a  t  i  k c h e 
HchriftvQ  wurden,  oft  recht  vorstfindnislos,  in  slavi^che  Formen  umge- 
gOM»en.  FQr  das  staatliche  und  bürgerliche  Lobuu  der  slavisclien  VUlber 
gewann  die  Überti'agung  der  byzantinischen  Itechtsbtlcher  ücdeutung. 
Umgekehrt  haben  die  slawischen  Bewohner  des  Keiches  schon  seit  dem 
6.  Jahrhundert  auf  die  Ack erbau gesetzgebung  und  die  Ausbildung  gewisser 
religiöser  Strömungen  Eintluss  geübt.  Ausser  dun  SUd»laveu  und  Hussen 
waren  infolge  ihrer  geographischen  Lage  auch  die  Rumänen  in  hohem 
Grade  byzantinischen  Einflüssen  ausgesetzt,  und  vieles,  was  hier  von  den 
Slaven  gesagt  ist,  gilt  auch  von  ihnen.  Nur  ist  zu  bemerken,  da«»  die 
Runiänou  manchvi«  httorarische  und  sonstige  Kulturgut  nicht  direkt  aus 
griechischer  Quelle,  sondoni  durch  slavische  Vei-niittelung  erhielten. 

Noch  unumschränkter  als  in  der  Littoratur  herrscht  der  Byzantinis- 
mus in  der  slavischen  Kunst.  Griechische  Architekten  bauten  die  slaxH- 
schen  Kirchen  und  griechische  Maler  schmückten  sie  mit  religiösen  Bildern. 
Bis  auf  den  heutigen  Tag  sind  die  ^lavi>«cheD  wie  die  griechischen  Heiligen- 
bilder rein  byzautinisch.  Schwerer  lässt  sich  nachweisen,  inwieweit  die 
slavifiche,  besonders  die  ruäsischo  Hierokratie  und  Bureaukratie  und 
sonstige  allgemeine  Charakterzüge  auf  byzantinische  Einflüsse  zurückgehe». 
Sicher  aber  ist.  die  sla\'ische  Litteratnr  und  Kunst  in  ihren  wichtigsten 
Teilen  bis  auf  die  neuere  Zeit  ein  Abbild  der  byzantinischen,  und  sie  kann 
nui'  durch  das  Studium  ihres  Vurbildes  verstanden  und  gewürdigt  werden. 
Hierdurch  sind  die  altslavischen  und  byzantinischen  Studien  in  engste 
Wecliselbexiehung  getreten.  Doch  dürfen  auch  wir  Westeuropäer  chu 
abgelegene  tiebiet  nicht  vernachlässigen:  denn  für  den  Kicsonbau  einer 
Gesamtgeschichte  der  mittelalterlichen  Kultur  bildet  (ho  Ostwelt  eine  un- 
entbehrliche Ergänzung,  das  Gegen-  und  Seitenstück  des  Abendlandes. 


')  Är-diiv  el«v.  Pliilul.  2  (1877)  6G0. 

']  S.  I.  B.  Voseluvekij  u.  (i.  Meyer, 
Arcliiv  Blav.  Philul    T  (1884)  3Ü9-S10. 

*)  S.  die  I.ittorntnr  mm  g  ,8|iricli- 
wDrt«T*  *m  Sdiluww  dm  AtwehnitloB  ,V'ut- 


gftrgriechiaohe  Litt«irKtttr*. 

'I  D.  MiiusvBtuv,  Das  byzantinjucba 
Matvrial  der  Krzäbluiig  von  dun  l'JTniuuivicy, 
Muskuu  I8S1.  Aroh.  bUv.  Piniol.  7  (!tt»l)  m. 


ürste  AbSrniiügT 

Prosaische  Litteratur. 


U  Theologie.      Rearbeitet  von  A.  Ehihard. 

4.    Charaktär    und    allgememe    Geschichte.      Di«    byzantiniRcho 

littitnitDr  trügt  einen  weRfmMicIi  kircliliclicm  und  theoiopischen  (.^liarnkter 

m  aich.     Ein  siof^or  IVoxcnt«atz  iliivr  mtiiitlidiün  KfZi-iignisMU   ist  tlivo- 

bgiacbor  Natur;  Mlinnor  »vlb  dun  hüchstim  B«amt«nkreifion,  solbst  Kaiser 

Men  neben  den  kirchücben  Würdenträg(>rn  und   den  Mönchen  als  theo- 

bgiiehft  Schriftatelier  auf.  und  ttolb!<t  in  der  Keiho  der  i^rrtfan-schriftsteller 

bcAfidOD  «ch  wenige,    die  sicti   nicht  auf  einem   oder  dem  anden>n  0»- 

hiet(i  der  Theolojno  verbucht   hätten.     Diuiw    Br»chetiiung  bekundet  ein 

tbtoloi^schea  Interesse,   welches  in  diesem  Umfange   dein  abendländischen 

IGtteialler  unbekannt  war  und  das  als  /eichen  eines  andauernden  Vursttnit- 

tämm  f&r  diu  idealFite  Seite  de«  Ueatellschafti'leben^,  fTlr  die  religiOee,  von 

ikm  Littoratur-  und  Kulturhistoriker  freudig  t>egi-U»>Hl  worden  muse.    Dank 

fiwun  Int^rense   und   infnige   des  Zusammenhange)!  mit   der  altchristUch- 

fltrii4iiN:hen  Lilteraturperiode.  die  hier  nicht,  n-ie  durch  die  VOlkerwando- 

nmg  im  Abendlande,  gewaltsam  unterbrochen  wurde,  steht  die  byzantinisch- 

tboologjache  Utt^-raUir  hoher  aU  die  abetidtändi!s<^lio  bis  in  da-s  12.  Jahi^ 

boadvt  hinein.     Diese  Üborlegeiiheit  utrvid>art  sieh  auch  in  dem  Eint1u»ä, 

im  die  byzantinische  Theologie  trotz  der  immer  wachsenden  Kluft,  welche 

dit  griechische  und   lateinische    Kirche  trennte,    auf  die   abendländisch- 

I    BJttalalterliehe   auflgeUbt   hat.   dessen    Llmfang   und   Charakter   aber   noch 

^BUtf  gonOgond  klargc^Ktellt  ist.   Am  müclitigtteii  macht  er  mich  im  9.  Jahr- 

ändert  gelteod    b«i    Scotus  Erigena,    der    nicht   blo«s  Üborsetzungen  von 

JSMjmoe  Areopagit^s  und  Maximos   Confessor  anfertigte,  sondern  auch 

Mder    Theologe    und    Mystik    in    sich     aufnahm    und    dem    Abendland 

TBnüttalt«.    Thatsache  ist  ferner,  dass  die  //',>'';  j-rfti«*»?  des  Johannes 

ms    Damoakos    dem    ersten    theologischen    Systematikor    dos    abondlän- 

dtacbmi   Mil («dulterv,  l'vtrus  Lomburdu»,  dem  Magister   sententiarum.   zum 

FnrbQd    dient43    und   auch    fUr  Thomas    von  Aquino  eine    hohe  Autorität 

hddet«.    Vom  finde  des  13.  Jahrhunderts  an  wurde  aber  die  byzantinische 

Theologie  von  der  wliolastiseheu  ni-sdt  überflügelt.    Es  fehlte  ihr  der  mäch- 

ImpuU,  den  der  Eintritt  der  Germanen  in  die  laleiiiiäche  Kirche  der  Tlieo- 

wit)  allen  Übrigen  Gebieten  kirchlichen  Schaffens  und  Strebotis  verlieh 


38  Byuntinüche  LitUrfttargwcblcbto.    L  Proaftladie  UlUratnr. 

und  der  sich  in  den  Arbeiten  der  Scholastikor  auf  Scliritt  und  Tritt  fQblbarl 
macht.  Von  «olcWn  Folgen  war  dio  Aufiialim«  der  Slavon  in  die  hyian-' 
tiniscfao  Kirche  nicht  begleitet,  und  «in  zweiter  Faktor,  der  fOr  äaa  tbco- 
logiech«  GoisU?»lcb&D  von  Byziinz  von  befruchtender  Wiritung  hätto  werden 
kennen,  die  IJerilhning  mit  den  Völkern  de«  Islam  und  deren  Gottealebra, 
blieb  ebenfallB  ohne  nennenswerten  Einfluss  auf  die  Kntwickelung  ier 
byzantinischen  Theologrio. 

In  diosLT  Kntwickelung  aind  zwei  Perioden  zu  unterscheiden,  die 
sich  klar  und  deutlich  von  einander  abheben.  Der  Anfang  der  eretea 
Perimle  liegt  zwei  Jahrhunderte  früher  ah  die  Zeit,  womit  un.'ter«  l>ar- 
ptolhing  beginnt:  es  ist  die  patri8ti.sche  Littcraturperiode,  weiche  in  dn 
erRt<*n  Hälfte  des  4.  JahrhundL-rts  die  altchri»tlichu  ablQüt«*  und  dorou 
erste  Vertreter  die  ariuiii»chuu  Schriftsteller  und  ihre  Gegner  wai-on.  Wie 
filr  das  Gesanitgebiet  der  hyzantiniachen  Litt^ratur,  so  besteht  darum  auch 
filr  die  Theologie  kein  objektiver  Qrund,  mit  der  [{egierung^zoit  Ju>«ti- 
«ians  eine  neue  KntwickelungMperiode  beginnen  zu  lausen.  Die  grosse  Auf- 
gabe der  Theologie  int  noch  wosentlii-h  dieselbe  wie  seit  dorn  Anfange  des 
4.  Jahrhundert»:  die  Konsolidif-rnng  der  dogmatischen  Lehren  der  orlho- 
doxen  Kirche,  verbunden  mit  dem  Kanipfo  gegen  dif  gngneriHchen  Meinungen, 
und  diese  Aufgabe  wird  wcKcntlicb  in  derselben  \Vei»o  durchgeführt  wie 
frUhor.  [>ie  Bekämpfung  der  Monophyi%it4>n  und  Monothelet^n,  ja  selbst 
der  Uilderfeinile  im  H.  und  *l.  Jahrhundert  musa  noch  zu  der  gropsen 
dogmatisierenden  Periode  der  griechischen  Theologie  gerechnet  werden, 
Johannes  von  Danioeko»,  Theodor  von  Studien  und  Nikephoros  von  Kon- 
fttantinopel  sind  die  letzten  Vertreter  derselben.  Diese  Periode  kann  mit 
Krumbucbor  fllglich  die  frUlibyzantinische  genannt  werden.  Ihr  Anfang 
lallt  nicht  bloss  chi-onulogi»ch  mit  dertirQndung  von  Neiirom  zusammen :  dio»o 
Gründung,  verbunden  mit  dem  Umsi-hwung  in  der  äu»äeren  Lage  der  Kirche, 
war  auch  mitbeHlimmend  för  ihren  Charakter.  Mit  dem  christlichen 
Kaisertum  entstand  eine  neue  thatiiilchliche  Instanz  in  theologischen  und 
kirchlichen  Dingen,  welcher  schon  der  Anani»miu.s  und  die  arinniwhen 
Kämpfe  ihren  Umfang  und  zum  guti'u  Teil  ihre  Bodeutung  verdankten. 
Der  steigende  Einfluss,  den  dieser  neue  Faktor  vom  Nestorianismus  an 
bis  zu  doD  Bilderstreitigkeiten  gewann,  ist  aber  aus  dem  Verlaufe  dieser 
dogmatischen  Kämpfe  zur  Gendge  «rftichtlicb.  Die  einzelnen  Stadien  dieses 
Verlaufes  erscheinen  durch  die  Steihmgnahme  der  einzelnen  cstramischen 
Kaiser  geradezu  in  erster  Linie  bedingt.  Diese  Abgrenzung  würde  an  sich 
die  llerQbernalmie  der  theologischen  Littoratur  seit  dem  Nikilnum  in  unsere 
Darstellung  fordern;  mit  UUcksicht  auf  die  8toffmasse,  auf  die  leicht  zu- 
gänglichen Patrologien  und  die  Zoitgrenzo  der  Litteraturgeschichte  von 
f'hrist  wurde  davon  Abstand  genommen. 

Seit  der  2.  Hälfte  des  r>.  Jahrhunderts  beginnt  bereits  der  Prozees, 
welcher  zur  2.  Periode  hinfl herleitet  Kyrillos  von  -Mexnndrien  und 
Theodorct  von  Kyirhos,  die  letzten  Auslilufer  zweier  grosso-  theologischer 
t^:bulen,  der  alexandrinischen  und  antiochenischon,  sind  auch  die  lutzton 
griechischen  Theologen  grossen  Stiles,  denen  Dogmatik  und  Apo- 
logetik, Exegese  und  Homiletik  gleich  nahe  standen.    Nach  ihnen  brachte 


monht 
■ter  dl 


1.  Theologie.    <$  4}  ^^^^^V  gg 

du  5.  Jalird lindert  kpine  hervorragenden  Tlieologen  mehr  hun'or,  und  nl» 
im  6.  luv  iintiiiiono[ih>'üitiBclieii  Polemiker  auftraten,  Hclirutiipftü  der  Uiii- 
(luig  dvr  littenuiMiheii  Thiltigkelt  bei  de»  cinzolDvn  Theologen  bcdc-iiU^^nd 
suunineiL  Noch  b(.>duut«amef  ist  aber  dur  Uiimtuiid,  dan»  Rcit  dum  An- 
bng,  dos  6.  Jahrhonili^rts  die  artttlotelischeD  IIegnfl'nbe8tiiiiinuii{jt>ii  in  die 
Tbeologiu  eingeführt  und  in  den  Dienst  der  thoologi^hon  Spekulation  giw 
stellt  wurden:  da»  Merkmal  dea  Auagange>s  der  patnutiHchen  Zeit  iind  der 
beginnenden  Scholastik.  Di«8  geschah  durch  Luontioä  von  Byzanz. 
Bei  diesem  erblicken  wir  auch  die  waclt&ende  Autorität  der  Kirchon- 
Tlter  de«  4.  und  5.  Jahrhunderts;  beides,  I>ialektik  und  VjtteruutoritiLt, 
sind  aber  di«  Elemente  einer  Kichtung,  welche  zur  Jiweiton  KntwickuIungB- 
periodv    ftlhrie,  die  wir  aU  die  ftpftlbyzantininchü  boxoichnen  werden. 

Ihr  Charakter  i»t  W(.-M>ntJich  Tradiliunalinrnua,  der  nicht  blo8.s 
daa  FcfttJialten  an  der  VUttirlehre  als  iVinzip  proklamierte,  sonder«  jodeni 
neuen  tinflui«,  wie  geartet  er  auch  immer  war,  eich  hernietitteh  vorHchloss 
and  durum  jode  NeuschOpfung  abwiii».  Auf  diLt»um  Standpunkt  steht 
M-biin  Jiihsnnoe  von  Daniaskos:  in  seinem  Hauptwerke  verleugnet  er  von 

lOreia  jede  eigene  Geiatesarbeit  ,/p«  fMya^ovv  e/töi-  ovJtv"  und  will 

die  Lehre  der  Vftter  wiedergeben.  Zur  völligen  Herrschaft  kam 
aber  diwor  Traditionaliuiius.  als  mit  d«ni  Foato  der  Orthodoxie  der 
Irizt«  grosse  dogmatische  Kampf  ausgofocbten  war  und  die  griechische 
Kirclio  ihre  Aufgabe  darin  erblickte,  das  Erbe  der  VAter  zu  liewalireii. 
Will  man  daher  —  ea  ist  allerdinga  nirgend»  schwieriger  Demnrkations- 
Imit-n  zu  ziehen  als  auf  geistigem  Gebiete  —  einen  Grcnzpuukt  bi-utimmcn 
zwiiM-bcn  der  putriittiitchcn  oder  frühbyzantiniHchen  und  der  apätliyzanti- 
lUMchen  Theologie,  so  mag  wohl  das  Fest  der  Orthodoxie  (Hi'-i)  schon  durch 
M'iovti  Namen  diesen  Zeitpunkt  am  besten  bezeichnen. 

Diu  Trftger  und  Uichtcr  der  Orthodoxie  waren  von  nun  an  dio  Vi&ter 
lUa  4.  und  5.  Jahihuiidi-rt«  und  ihre  Schriften  die  Quell«n,  aus  denen 
immor  wieder  geschöpft  wurde.  Unzähligemal  wird  (las  Prinzip  der  Ab- 
Ungi^Mt  von  den  Viltem  von  den  byzantiniHchen  Theologen  auc«gi-j«procl)en. 
Theorianoa  beteuert  im  12.  Jahrhundert  einem  syriMcben  Bisehol'  gugen- 
Bl<er,  in  atleia  anderen  »cien  die  llhomiler  „ärifixuii€itin-^,  aber  die  Grenzen 
der  VU4ir  zu  überscbreiten,  das  wagten  «ie  nicht.  Manuel  Kalekas  er- 
^■kttrt  am  Schlüsse  seiner  I>op;niatik,  er  habe  dai'in  nicht  das  llesult^t 
HbgtJtUT  Kornchungen  iiiedi<rgeK'{jt,  sondern  das  von  den  Vätern  und  aus 
i»  hL  Schrift  Krlenite  wiedergegeben.  Symoon  von  Thoiwaloniko  fand  es 
togU  IBr  notweiiilig,  dioM'lliu  Vcrsieherung  im  Titel  seiner  Hauptschrift 
aMBMprvchen.  Dio  thutsäcbliche  Abhängigkeit  von  den  Vätern  ging  aber 
M>  weit,  dasa  eine  umfassende  Untersuchung  sämtlicher  spät- 
lijrzantiniacher  Theologen  auf  ihre  patristischen  Quellen  und 
Vgrlagen  vorgenommen  worden  mutta,  bevor  ihr  geistige«  Kigcu- 
tum  mit  Sicherheit  festgestellt  werden  kann. 

Wenn  die  \'iltenM:hriften  nur  auageschöpft  worden  wftren!  In  der 
altdiriatJicbcii  und  hochpatristiHchcn  l'eiiodc  waren  geistige  ScIiAtzo  an- 
BMunmelt  worden,  die  auch  viner  fast  auf  ihnen  allein  beruhenden 
Littrratur  immer  neue  Nalu-ung  zufuhren  konnten.    Aber  mehr  und  mehr 


40 


By&antiniscbe  UtteiatargOBofalohte.    L  E^saiBche  Littoratnr. 


verBchwand  das  VerstSndois  fllr  die  historische  Würdigung  der  Kirchen- 
väter, und  bald  wui-dpn  sie  auch  filr  die  Th«ologon,  wofilr  das  Volk  sie 
Ansali:  st-arro  Hoiligenge^taltoii  auf  Goldgrund.  Dazu  traten  allerlei  schfl- 
.digendo  Btiäclirünkunguii.  Die  lateini»ehu  Theologie  bliel»  fllr  Kyiuins 
^ein  versiegeltes  Buch,  und  der  grSsat«  Theologe  des  Ahendlaiide»,  Augu- 
stinus, hat  doit  niemals  Fuss  gefasst.  Im  14.  Jahrhundert  wurden  aller- 
dings  ühorKctKUiigen  von  Augustinui«  veran»itA]t<^^t  ~  viel  zu  sj>ät  und 
in  einer  viel  zu  IcideiutL-haftlich  gegen  die  Lateiner  eiTegten  Zeit,  um 
einen  wahren  Einfluss  auf  die  hy^antinisehe  Theologie  zu  emiAglicheo. 
Wenn  <liese  OleirhgillUgkeit,  die  Ilhrigens  in  der  Seholastik  ein  wenn 
auch  nicht  volk-it  Gegenntilck  besitzt  in  der  Ignorierung  vieler  griechiitcher 
VStcr,  »ieh  aus  Hpriiehlichen.  kirchlichen  und  allgemein  kulturellen  Zu- 
stünden erklären  ItUwt,  so  ist  es  im  höchsten  Masse  auffällig,  dass  die 
griechischen  Theologen  der  drei  ersten  Jahrhundert«  fast  völlig  ver- 
[.gessen  wurden.  In  die  dogmatischen  und  excRetisclien  Katenen  wurden 
itllcrdingi«  nicht  wenige  Fragmente  der  Vornikäner  aufgenommen;  fUr  die 
eigentliche  theologische  Litteratur  bilden  sie  über  keine  Instanz  mehr,  mit 
der  im  Ernste  gerechnet  wurde.  Nur  ganz  sporadisch  treten  die  Namen 
der  grossen  Alexandriner  auf;  die  Apologeten  sind  bis  auf  Justin,  der 
Übrigens  in  der  Kegel  nach  unechten  Schriften  zitiert  wird,  ganz  ver* 
schallen,  von  der  älti>sten  Litteratur  gar  nicht  zu  sprechen.  Der  Mfinch 
des  Sabaaklosters  Antiochos  und  Arethas,  Erzbischof  von  Käsarea  in 
Kappadokien,  bilden  fa-st  die  einzigen  rühmlichen  Ausnahmen  von  der  all- 
gemein gültigen  Itegel.  Ein  »amenlosos  Unglück  wai-  aber  die  rOckhaltp 
lose  Verketzening  des  Origenes.  Nach  dem  letzten  Origeniatenstreit  untor 
Justinian  wurde  kein  Versuch  mehr  gemacht,  die  Wahrheitselemento  seiner 
gewaltigen  Theologie  zu  retten.  Selbst  bei  den  Nachnikänern  wurde  eine 
Auswahl  getroffen.  Der  Dreikapitelstreit  eliminierte  die  Antiochenvr, 
und  mit  ihnen  ein  Element  der  Weiterentwickelung  von  hoher  Bedeutung. 
In  der  Exegese  wurden  sie  allerdings,  besonders  Theodoret  von  Kyrrhos, 
beibehalten,  aber  ohne  fruchtbare  Einwirkung  auf  den  Oang  der  theo- 
logischen Entwickelung.  So  blieben  nur  wenige  Autoritüten  ilhrig.  die 
immer  wiederkehmn,  Athana«ios.  der  Vater  der  Orthodoxie,  die  drei 
Kappadokier  Basilios,  Oregor  von  Nazianz,  der  Theologe  xnr'  iS^X^^'t  weniger 
Gregor  von  Nyssa,  namentlich  aber  Kyrillos  von  Alexandrien  fUr  die 
Dogmatik  und  Polemik.  Chrysostomos  ftir  die  Exegese,  Ba.silios  filr  die 
Axkotik,  Dionysiori  der  Pseiidoareopngite  und  Maximos  Confc8sor  für  die 
Mystik,  selbst  diese  aber  nur,  insoweit  sie  mit  den  Glaubensentscheidungen 
der  vier  ersten  Synoden  llhereinstimmten.  Für  die  byzantinischen  Theo- 
logen gilt  vor  allem  daa  Wort  Gregors  I,  dass  er  die  vier  ersten  Synoden 
den  vier  Evangelien  gleich  verehre.  Die  Kirche  vordankte  dienteui  Fest- 
halten an  den  GlaubeUHentseheidungen  ihr  feste«  trinitariHches  und  christo- 
logisches  Lehrgebäude :  der  Theologie  wurden  aber  infolge  einer  einseitigen 
Interpretation  derselben  die  FlUgel  ein  für  allemal  beschnitten;  der  Ge- 
dnnkenflug  eines  Origenea  »vurde  nie  mehr  erreicht. 

Die  hl.  Schrift  wurde  allerding»  als  Qlauben8r(^gel  festgehalt.en  und 
ihre  Erklärung  durch  die  £xegese  gepflegt    Die  Exegese  selb»l  verlor  aber 


■^^^^^^^^^^^^      I.  Theologie,    (§  4)  ^^^^^^^^TT 

jeilc  f>riginalil3t  und  wurdo  zum  Üborfluss  durch  den  Kaiion  Id  der  tniUa- 
nwrhoii  Syinide  (r>92)  an  die  Komniontare  der  VÄter  gohiindfii.  Dioses  cinaei- 
Ügo  Abhaiigi^koitsvorliSItiiiR  von  den  Kirchoiivfiterii,  wodurch  die  Thrologio 
auB  dem  lel>oiHlig«n  Zut^nimcnhAtig  mit  den  geistigen  Strömungen  der 
Ttüi  benusKelinben  wurde  und  oiiien  archaistischen  Anstrich  gewinnen 
mumt«,  ofTi'nbart  «ch  besonders  in  der  Kateneniittoratur,  deren  Änfauge 
mit  dum  Übergang  zur  spfithyzantinischen  Periodik  zusammenrallen.  Die 
Kttdung  dieses  LittüraturxwoigeH  beweist)  das»  selbst  die  ursprflnKÜchen 
Srliriften  der  Väter  in  manchen  Kreisen  als  ein  Ratlast  empfunden  wur- 
den, vcni  dorn  man  sich  durch  eine  Auslese  des  fDr  bedeutsam  Guluiltciiun 
Rl  betri'ien  suchte.  Wenn  aber  eine  Komptlationslttteratur  einen  so  grossen 
Cmfuig  erreicht,  wie  das  bei  den  Kationen  der  Fall  ist.  so  kann  der  Mangel 
an  l4<>benskrafl  und  Schaffenslu^^t  keinem  Zweifel  unterliegen.  Die  gi'osuten 
Nachteile  jenes  Übertriebenen  Truditionalismus  traten  besonders  auf  dem 
ilogmatiacb-polcmischen  und  exegetischen  Gebiete  hervor.  In  der 
KnnlroviT»!*  über  den  Ausgang  des  Itl.  Geistes  droht  sieh  in  den  meisten 
SfJiriften  das  Ganze  um  die  AUf^sonlng<.>n  der  Väter  Über  diesen  l'unkt. 
!>■  nan  aowohl  für  als  gegen  den  Zusatz  der  Lateiner  im  OlaubensKynihol 
&t«t«  aus  Vilterschriften  vorgehraclit  werden  konnten,  «o  wai  die  Dis- 
pütation  zu  einer  wahren  8isv|ihunnrbeit  verurteilt.  In  älitilieher  Wei^e 
bt  die  Litteratur  des  Ilosyehaslvnj-Ireites  von  dem  InttTeBso  an  den  Väter- 
•chrilUilt,  die  von  beiden  Parteien  in  Anspruch  genommen  wurden,  gänzlich 
hebemcht.  Die  Abhängigkeit  der  Exegese  von  der  patristischen  wird  später 
iMch  näher  zur  Sprache  kommen.  Die  Übrigen  Zweige  der  theolugischon 
IJttoratur,  die  Asketik,  geistliche  Beredsamkeit  und  Uagiographi«, 
b»wegnu  sich  anf  Gebieten,  die  entweder  thatsäehlich  nicht  in  den  Boreich 
itr  SynodalontAcheidnngen  der  sieben  ersten  Konzilien  gezogen  worden 
waren,  wie  da«  prakti*(che  Kirehenleben  und  die  subjektive  äoiio  des 
CknittentumB  Überhaupt,  oder  sich  dazu  gar  nicht  eigneten.  Diese  weisen 
dihar  ftocli  eine  grfSssere  Selbet&ndigkeit  auf.  ohne  flbrigens  die  Vorbilder 
m  der  patripitisehen  Zeit  zu  verleugnen.  Kür  die  Wertschätzung  der 
bjmntinisclien  Theologie  in  Itttorarisclter  Beziehung  kommen  domentspro- 
tkod   die««  tetzt«ren  Zweige   mehr  in  Betracht,   als  die  Dogmatlk  und 


B<n  dem  wesentlich  traditionellen  Charakter  der  byzantinischen  Theo- 
Hci«  kann  eä  nicht  wunder  nehmen.  da.ss  innere  EntwickelungS" 
•Udi«n  in  ihrer  Gejw:hichte  seit  dem  9.  Jahrhundert  wohl  nicht  in  Weg- 
fall kommen,  aber  Susserüch  wenig  hervortreten  und  ohne  tiefgehende 
IMatUtudien  nicht  festgestellt  werden  knnnen.  Von  Grund  aus  verkehrt 
H  M  aber,  aie  m  valiige  Erstaming  verfallen  üu  lassen.  Dagegen 
ipidit  die  Thataache,  daas  die  Tlicologie  uiumterbroohen  den  Gegenstand 
Uaoodvrcn  Intdreese«  bildet«,  dass  sie  niemals  einer  völligen  Verödung, 
■ia  n«  von  660 — 850  auf  dem  Gebiete  der  profanen  Litteratur  herrschte, 
aalMimSel.  Sodann  fehlte  es  in  keinem  .Jahrhundert  »n  Anregungen 
nd  oeaen  Einflüssen,  die,  wenn  auch  konsequent  und  mit  bewusster 
Tvndraz  abgewietten,  doch  uicht  ohne  Einwirkung  auf  die  Theologie 
Oerade    die  Theologie    besitzt  in  Byzanz    Vertreter,  die  jeder 


43 


ByuntliÜMhe  UttarBtnrKMHhicht«.    L  ProaaiBcha  Littentor. 


Litt«rutur  mim  Stolz  gereichen  könnten.  Die  inlUthtigo  PentSnlichkeÜ 
des  Photios  brach  im  9.  Jalirhundfirt  don  Zaubfrbann.  der  auf  dem 
gottamten  littürarioclien  Lebuti  lug ;  vine  pli^tzlicho  Blütezeit  der  thoo- 
logischen  Litteratur  konnte  aber  auch  ein  Photion  nicht  hervorrufen. 
Er  selbst  besitzt  als  Kirchonfilrst  und  Wiedcrhenttclier  der  klutixischun 
Qelohreainkeit  «^ino  weit  grössere  Bedeutung  doim  als  Theolog.  In  seinem 
Zeitalter  en-eicht  nur  die  Hainographit>  und  geixUiche  Bered.tamkeit 
eine  gewisse  BlQte.  Der  Anfang  des  10.  .Jahrhunderte  brachte  oine 
fnichthare  Anregung  mit  der  litterarischen  Itichtung  des  Erzbischofes 
Arothas  von  Kftsarim  in  Kappndokieu,  der  die  Schranken  des  iiikünischen 
Zeitalters  durchbrach  und  auf  die  Apologetetdittcratur  de«  2.  und  3.  Jahr- 
hundert:» zurückging.  Leider  war  jedoch  schon  der  Ort,  aus  dem  die  An- 
regung kam,  von  dem  Zentrum  den  byzantinischen  Oeistealebens  7u  entfernt, 
um  in  weitere  Kreise  eindringen  zu  kflniien.  Das  10.  Jahrhundert  blieb  auch 
für  die  Theologe  dos  Jahrhundert  der  Enzyklopädien  auf  dem  ex^ettschon, 
homiletischen  und  hagiographisehen  Oebietc.  Eine  dritte  Persönlichkeit, 
die  auf  die  TheoloRie  neubelebi?nd  einwirken  wollt«,  war  Michael  Psellos, 
der  grosse  Polyhistor  des  H.  Jahrhunderts,  der  wHe  Arethas  von  KiUarea 
profane  und  theologische  Schriftstellerei  verband  und,  während  dieser  auf 
die  älteste  griechische  Litteratur  hingewiesen  hatte,  die  alte  Philosophie,  ina- 
hesondere  den  PlatonJsmus  in  die  Kirche  zurückzufahren  versuchte.  Sein© 
theologischen  Schriften  sind  leider  noch  nicht  genügend  bekannti  um  seine 
philosophisch-theologische  Richtung  genauer  bestimmen  xu  kAnnen.  Michael 
Psellos  drang  mit  seinen  Tendenzen  nicht  durch :  der  gloichz^-itigu  Patri- 
arch von  Konstantinopel,  .Johannes  Xiphilinos.  bekämpfte  ilin  trotz  der 
Freundschuft,  die  sie  verknöpfte.  Eine  neue  Anregung  war  ohne  Frucht 
an  der  Theologie  vorDborgegangon.  Diese  bewegt  «ich  noch  immer  mit 
Vorliebe  auf  den  tiebiek-n  der  Homiletik  und  Hagiographic.  bis  in  der 
Mitte  des  II.  Jahrhunderts  die  Polemik  gegen  die  Lateiner  wieder  er- 
wacht«, ohne  jedoch  grosse  Litteraturwerke  nach  sich  zu  ziehen.  Bedeute 
samcr  ist  das  AurblOben  der  Mystik,  die  zwei  hervorragende  Vertreter 
in  Symeen  dem  Jflngeren  und  seinem  Schüler  Niketas  Stetliatus  fand. 
Inzwischen  hatte  sich  die  philosophische  Bewegung,  welche  Michael 
Paellos  ins  Leben  rief  und  die  mit  der  Neuerrichtung  der  Akademie 
von  Konstantinopel  innig  zusammenhing,  bei  Johannes  Italos  und  in  deren 
Schule  weiterentwickelt.  Sie  bildet  eine  merkwürdige  Parallele  zu  den 
gleichzeitigen  Kämpfen  im  Abendland:  beiderseits  liegen  Nominalismus 
und  Kealismus,  in  letzter  Linie  ÄristoteUsmus  und  Plutonisnius  miteinander 
im  Kampf.  Während  aber  im  Abendland  die  philosoplnsche  Spekuktion 
»ich  einer  gewissen  Freiheit  erfreute,  wurde  sie  von  Alexios  I  Komnenoe 
als  kirchen-  und  staatsfeindlich  gewaltsam  untordrUckt.  Trotwlem  machte 
sich  ihr  Kinlluss  geltend;  der  Aufschwung  der  Theologie  im  Komnenenzeil- 
alter  steht  mit  ihr  in  nächstem  ursächlichen  Zusammenhang.  Die  Ilaf 
nnida  dojtmttxt}  des  Euthyinios  Zigabcnos  verdankt  dem  Gegensätze  gegen 
dio  haoretisclien  Tendenzen  der  Zeit  ihre  Entstehung.  Sie  bildete  aller- 
dings  auch  den  besten  Beweis  datiir,  dass  die  Theologie  ihren  Feinden 
nicht  gewachsen  war;  die  Gewalt  niusste  ersetzen,  was  dem  byzantinischen 


A 


^n«i 


^^^^^^^^^^^^^^^^  T  Theologi«.    (g  ^^^^^^^^^^^^^^^^4^ 

Reiche  in  Kirclic  ond  Staat  an  geistig«!-  Kiaft  f<}h!(e.  Selbst  der  früher 
viel  xa  gUnttti^  beurt«ilto  Itisfhof  Kikolao«  vod  Methone,  der  die  Autorität 
der  Viter  und  der  heiligen  Schrift  gegen  <lie  neupl Klonische  Richtung 
Tffl-teidigt«.  Kchfipfl«  seine  Weisheit  aus  einer  alten  Streitschrift  gegen 
Proklos,  der  des  Prokop  von  Gaza:  eino  WaJirnoIimung,  die  beweist,  das»  die 
oben  geforderte  Untersnehung  auch  auf  jano  Theologen  ausgedehnt  wi.!r(liin 
mtua,  die  auf  den  ersten  Blirk  ganz  selbständig  zn  sein  scheinen.  Am  voll- 
«tindig8t«n  hrnohte  Nikctas  Akoniinatos  in  seinem  tit,aavg6^  tiffVodoitui  diese 
Kämpfe,  sowie  die  unter  Manud  Koinriimoä  (1143 — 118U)  unt^tandenen  tbeo- 
logiBchen  Kontroversen  zur  OarstcUung.  Lutzture  zeugen  von  dem  neuen 
Leben,  daa  in  die  Dogmatik  oingedrung(>u  war,  sie  beweisen  aber  auch,  dnss 
die  groMen  dogmatischen  und  spekulativen  Fragen  aus  dem  Öesicht^ik  reise 
der  grieehischen  Tlioologon  ein  fUr  allonial  versch wunden  waren.  Das  12.  Jahr- 
hoodert  erlebtu  auch  eine  neue  Blute  der  Exegese,  während  Asketik, 
Homiletik  und  Üa^ographie  in  don  Hintergrund  traten.  Eine  der  edelsten 
Gestalten  des  12.  Jahrhunderts.  Kustathios,  Erzbischof  von  Thassalonike, 
nrdient  noch  eigens  erwähnt  zu  werden,  teils  wegen  seine»  ungeteilten 
loterMse«  (lir  Theologie  und  IVofuntitteratur,  teils  weil  er  eine  Refonn 
Kloslorwfsens  erwlrebte.  Dtw  12.  Jahrhundert  bezeichnet  jedoch  nicht 
n  H'^h(:j)unkt  der  byzantinischen  Theologie.  Dir-ser  wurde  nach  den 
•cUtmmen  Zeiten  der  Lateinerhorr.^chaft  in  KonMtantinopc-I  unter  don 
Pailologen  erreicht,  al«  die  Griechen  ihro  letzte  geistige  Kraft  aufltoten, 
OD  (Ue  Gefahren  abzuwenden,  die  sie  noch  mehr  auf  der  Seite  der  Lateiner, 
lla  Ulf  der  de«  Islam  erblickten.  Die  Unionsbestrebtingen  der  PalSologen 
giben  der  Polemik  gegen  die  Lateiner  neues  Leben,  indem  sie  don  tiegen- 
Mlx  Ewiacben  Anhängern  und  Feinden  der  Lateiner  in  die  Reihen  der 
bjzaiitinisehen  Theologen  hineintrugen.  Noch  beachtenswerter  fUr  die  Qe- 
«ntcfattTRkteristik  der  byznntini.schen  Theologie  ist  aber  der  Hesychasten- 
itreit  iQ  der  Mitte  des  14.  Jahrhundert~<<.  Uerselbo  betraf  zunächst  eine 
Penn  der  mystischen  Kontemplation,  wi-lche  sehen  längst  auf  dem  Athos- 
b*r^  bestand,  wurde  aber  durch  die  Behauptung  der  llesyehastun,  doas 
dta  Licht  auf  dem  Tliahor  ungescliafTen  und  eine  göttliche  Wirkungsweise 
td,  auf  das  Gebiet  der  Dogmatik  iibortragen.  [n  seiner  ganzen  Tragweite 
mdwint  aber  der  Hcsychuslen)^treit  al?«  eine  Reaktion  der  griechisch- 
utionalen  Theologie  gegen  das  Eindringen  der  abendländischen 
Scfaolantik,  das  sich  infolge  ihrer  Überlegenheit  nunmehr  einstellte,  dank 
dMBMtlben  Oe»tet«c,  das  früher  ein  entgegengesetztes  Verhältnis  herbei- 
führt liati«.  Daiw  ein  solcher  Einfluss  im  11.  Jahrhundert  sich  geltend 
■idit«.  geht  schon  aus  der  Ckersetzungsthätigkeit  des  Maximos  Planudos 
B»d  Demetrios  Kydonea  hervor,  die  mehrere  Schriften  des  Tlioniait  von 
Afnao  in«  Griechische  übertrugen.  Sodann  wurde  der  lle«ycha»ten8treit 
toa  «ineni  Abendländer  herauf  U'^chworen,  dem  Mi^nche  ßarlaam,  der, 
■Nn  auch  in  Kalabrien  geboren,  mit  der  Scholastik  vortraut  war.  Die 
Vflnrftrfe.  welche  gegen  seine  Theologie  erhohen  wurden,  passen  aber 
iraao  auf  den  rationalen  Charakter  der  Scholastik  überhaupt.  Jener 
Ckankter  de-s  Jlesychafltonatrcits  ^bt  sich  auch  dadurch  zu  orkennon.  dass 
üi»  Oegavr  der  He^'ohn>tten  zugleich  fa«t  alle  in  der  lateinischen  Polemik 


i 


a 


Bftuitiiüsche  Litteratargeschichte.    I.  Froi«isch«  Littontar. 


auf  Sflitc«  der  Lftti'inor  standen,  wahi-end  diu  Anliängor  derselben  auch 
in  der  tützU>ren  Kontroverse  «lie  nationalgriechiscbe»  InleretiHen  vertraton. 
Jeden  Zweifel  an  der  Uiclitigkeit  dieser  Auffasfliing  schUcsst  aber  die 
Watirnohmting  auH,  Aas»  Akindynoe,  der  cifrignit«  AtihAngcr  des  Barlaam, 
dio  FrLiuiidti  dor  Hv^ychaetcn  nicht  besser  widork-gc-ii  zu  können  glaubt«, 
als  durch  die  stÜlschweigende  Aneignung  und  Geltendmachung  der  Siitzo 
des  Thomas  von  Ai]uino  llher  das  Verhältnis  des  Wesens  Oottes  zu  »einw 
Wirksamkeit  (vgl.  §  31).  Dio  Theologie  der  Hesychastcnfrounde  siegte, 
lind  dieser  Sieg  war  glcichbedoutoiid  init  der  Ablehnung  dur  scholastiscben 
Theologie.  Spuron  ihres  Einflussce  werden  wir  trotz  diesur  ublclim-nden  Hal- 
tung gerade  bui  den  zwei  letzten  Verfassern  von  Bystuinatischun  Daiatel- 
lungen  der  Dogmatik,  bei  Johannes  KypariBsiotes  und  noch  mehr  bei  Manuel 
Kalekas,  wahrnehmen.  Im  14.  Jahrhundert  nahmen  auch  die  fihrigen  Zweig« 
der  theologischen  LitU-ratiir,  Exegese  und  HoniiU'til<,Myistik  und  Hiigiographio, 
einen  letzten  Aufschwung.  Seit  dem  Anfang  des  15.  Jahrhunderts  galt 
dio  litterarische  llauptthStigkeit  der  Polemik  gogen  dio  Lateiner,  und  das 
InteresBO  an  dieser  Polemik  hielt  »elbet  nach  dem  Falle  KonstantinopeU 
noch  an,  bis  die  byzantinische  Theologie  mit  ihren  nach  dem  Abendlande 
gefluchtoten  Vertretern  zu  Urabe  getragen  wurde. 

1.  SaminolausgAl)i>ii:  A.  Eine  oisene  SBmmvlfliiagnbe  der  bjziuitiiiiiidioii  Tlio«lof;eD 
ist  niebt  TorliMdon;  %\*  warden  in  die  sog.  v)it«<rbib  I  iothnkcn  nafßonoinmoD,  doron  vorzDg- 
liebst«  folgende  sind :  1.  Sacrn  BibliothecnSanctorumPalrum...  illusUnU  .  .  .  fter 
MnrRarinun)  de  InUigne,  Paris  l5T-'i  f.  in  8  Udon  mit  omnm  Appendix  ir)7!)  (tiauU  Mutrnon 
{;<^ordnpt).  3, Aufl.  IßOSf.—  2,  Mngna  bibliothocn  volcrum  ?atruDietHuU<|uurunii>i:rip 
torum  occtiHianticonini.  prim»  (|tiideiii  a  Mnrgnrino  de  lu  Bignu  .  .  uullijuU  vi  tertiu  in  luccm 
cJit«.  imnc  vuro  pliis(|Hiim  contum  nuloribus .  ,  lotuploUiIu  , . .  upora  et  studio  .  .  iii  alma,  univor- 
siUtc  CoIoDJno  AgrippiDBe  theologoriun,  14  Bdu.  KOlii  1(>18  mit  oiu»m  Su[)f>loni(>uti>  als  15.  tid 
1622.  Hi«riiit  dio  AnurJntuie  ohiwiologisch.  Ui«  Tlivolugi^u  ilc^C.  Jabrliiuidvrta  begiciuuu  mit 
d«ni  6.  Bd.  —  3.  Mngun  üibliotheoa  vetorum  PatFLiin  .. .  urimo  qiiiderii  a  Muigiu'iuo  de 
la  Bi^Q«  ,  .  .  compoBita,  peatea  studio  .  .  CuIunioiiBium  TbeoTogorum  .  .  suota,  nune  vero 
•dditioue  duceiitoruin  oiroiter  autorum,  tam  grseoruin,  (|ui  io  editiooe  Colonioiiai,  iiuani 
üitinonim,  (jai  in  Psrisietisibns  desidenibim^r.  loriiplatnta  .  .  .  .,  IT  Üde,  Paria  1654. 
Hier  ist  wifidvnim  die  Kinteilnng  nnch  tbeologiseben  MHlorien  durcbgcrtlhit,  dio  lifMo- 
tincir  sind  daher  In  a1l>«n  Bden.  lerstrpnt,  —  4.  Maxima  bibliothecn  veterum  Patrutn 
,  .  .  hac  tAndpm  edltinnc  LiigdiinonKi  ad  eandoin  Colenienacm  pxuct«,  oevis  nupra  ccatam 
ntithoribuK  ot  opusculjs  biictenue  dpjnderntiii  locuptolntn  ....  27  Bdu,  Lyon  1677.  Chrono- 
lügiHcb  gcordnM:  die  läy/nntiner  bpginm.'n  im  9.  Bd.  —  B.  BibliutbeoH  veterani  P«- 
trum  .  .  .  postroma  Litgdimcosi  longo  locuplctiur  utquo  aucuralior.  Cura  ut  sludiu  AndreSA 
Uallaodii  .  .  .,  14  Bdo.  Vonedig.  1765-81.  Ilia  llyaintiui>r  buKiii»""  ""^  ^'^"'  ')-  Bde, 
dio  Sammlung  gebt  nur  bis  ins  VJ.  Julirhuudort.  —  6.  PiitruloKi^ae  cursus  completua, 
aooanuito  J.  P.Ui^nc.  SoricH  Kruoca.  in  i|un  prüdi-uul  Patres,  t>cictores  Scriptorosquo  Ec- 
«tesiae  graecae  s  H.  Bamaba  ail  Photium,  104  Bde.  Pana  I8'i7  -80;  Series  graeca  poste- 
rior ...  ab  Nevo  Photiano  ad  Condlii  nsque  Florentini  tempora,  Bd  IÖ5 — 161,  Paria  1862-66. 
Pio  voUstäudigat«  Sammlnng  der  byiantinisclien  Tbenlogeii  mit  Einsuhhiss  vieler  (ioscbicbt- 
acbrwber  nnd  ChrODisten,  Nur  elniolno  lide  besitzen  sKlb^tiuidJgen  Wert,  weil  si«  «nt- 
wador  den  KriacbiBcben  Text  dem  frdher  gednickton  lateinischen  biiaufügen,  oder  Inodita 
cntbulten.  Der  Nachdruck  ist  im  aügemnincn  korrekt.  -  Kin  Veneioimia  der  von  Mrgne 
gebotenen  Schriften  mit  Kinacbluss  dos  Donner  Corpus  der  Historiker  und  Chruuislcn  vor- 
fortigte  IJorothoo.i  Scbolarios,  Klcif  IlBi^vioyiat,  Athen  löTlt,  Bowie  ein  unTulUt&ndigts 
itIphabotiKchcH  Sachregiater,   Tn/itiar  iijf  nitn'oioytaf  Alben   1S(^3. 

li.  Kleinere  Suininlungon:  Uureh  diu  Patiulugia  gruoi»!  von  Migns  aüld  die 
trQkeTen  kleineren  Samuilungen  Dir  den  nächsten  Oubiauch  entbehrlich  geworden;  doch 
Stellt  sieh  öftere  die  Netwendigkeit  ein,  auf  diesulbiiu  zurflclungreifen.  Wir  veTzoiebnen 
nnr  diejenigen,  welche  füv  die  byxantinischen  TLeolegen  von  bMomlerer  Bedeutung  sind : 
H.  Caoiaius,  Antiqnao  leetiones.  6  Bdu,  Ingulstsdt  1601  ||J04.  Eine  neue  Ansgabu  be- 
sorgte J.  BaaSBlf«  nnter  dem  Titel  Thesaunis  monumenterum  ecclesiasticorum  et  histori- 
«oram,  aiv«  Honnci  Canisii  Lectiones  auti([une,  4  Bde,  Amsterdam  lT2,'i.  mit  HerUbernuhm*j 


1.  TheoIofiD.    (§  4) 


45 


iMSamahaif  von  P.  8l«varl,  Tomas  aingaloris inaigninm  nuatomm  tarn  ginocoruin  <|iinm 
latitMima,  lii^bAMlt  1ßl6.  —  J.  Pontmnn«  fDcte  seinen  AusgnboD  von  Simcnn  dem  Jllng«)«]! 
Ibi(«lat«d(  1603)  nod  Philjppoa  Solitarus  (ebenda  160-1)  rauhroro  b^-untinjsclio  .Scliriftcn 
img».  allaa  oar  in  UteiniMliM  UftberMttaag.  ~  J.  Muursiuii.  Vuriorum  tlivinorum  tihor 
UM»,  hriittt  1019.  ~  <Pr<iDto  Duoous>,  Biltliotlipcu  vetcrum  Patruui  grafcolutinu,  2  lidc, 
VattM  1624.  —  BMMidera  r«icli  an  bvMoliniaclieu  Sclirift«[i  euqü  di6  S(iiniiiluui.'pu  von  Cr. 
CoBbefis.  iirsecO'IaliaM  Palniia  bitilJutli«icae  nuvnin  nucUniini,  2  Bdp.  Paria  l&j^.  Biblia- 
Üi*CM»  tr»ec«nuii  Pstrnni  auctsrium  uoviMimnm,  2  Bde.  P&iis  I6TI.  OriKiijum  n-niiniiu» 
C|ilitMunm  inanipotn«.  Piiris  Iß64.  —  Noch  direkter  hystitilinisch  sind  die  SAtnmiuniien 
von  Fatrua  ArcHdian,  Opnscula  «orMi  tbeologics.  Koni  1630  u.  itfteni,  Leo  Allatitie, 
Gniiecü  ortbodoxa,  2  tiie.  Itom  1662— äS  ie.  g  5),  von  doni  l'atrinrdiBn  von  Jerasalcin 
Doiitbeua,  I6/io(  tataiinyr^f  .InsKJ'  1602,  Tofiaf  liyiintit  ICülJ,  Ti/io(  J'B^V  I70I>, 
J.  H.  Culelerius.  Kcrlcaian  grnpcno  monDmonbi,  3  Udo,  Pnm  1677-'86.  DJ«  Port- 
M&EBUg  der  letzteren  bilden  die  Anulceta  graoca  ...  ex  mw.  <:udicibuB  nrucninl  .  .  . 
HoB«ehi  BenedictiDt  Coii|;re|:tilioui9  ü.  Mauri.  Paria  1<I8»  (zuweitun  auch  ol*  4.  M 
iatSmuBlug  ncaCoulerioBbcoeicbiet,  Paris  1603^.  — St.  Lo  Mevn«.  VariaHacra,  BuuHvtlugn 
TirianuB  epaaratomin  graeeonun,  2  Bde.  Leiden  IC6!>  (nur  der  erat«  Bd  unÜiUll  Texte, 
damalar  einig«  byxantiniscliej.  —  3.  Ghriät.  Wulf.  Anecdota  graeea,  aaora  «t  profana, 
4  B4*,  UuBbu«  1722—84.  —  A.  H.  Bauditii.  Graeca«  «cclemae  vetera  monamenta, 
i  Bit,  FlwMUt  1763  (b«fiiidMi  BJch  Mob  in  de«  Verfsaaers  Katalog  dor  Lauroniiiuia).  —  Die 
H—inncMi  pbii«lagiacber  ßohriften  (s.  Knimbachor)  enthalten  in  der  R«««!  aaoh 
kirchliebe  StOcko,  boMndMM  J.  Fr.  {tnitnonnde,  Aneodota  graecn,  h  Bde.  Paris  1829-33. 
-  Km  Inhal tsvemeiebBia  aller  vornlohrndeD  SnmmlungMi  boiTh.  Ittigiaa.  Do  bibliolbecis 
tl  oateus  Palruin.  Le^dg  1707,  und  .1.  (!,  Dowling,  Notitia  acriptonim  SS.  l'alrum  .  .  . 
•DK  in  eolIecUunibu*  «neodoUirum  puat  annum  Chiiati  UDCC  in  Iuomh  editia  continonhir, 
Otbrd  1B89. 

C.  Nesera  SaiiBi1«iiK«ii:  BeirvacTDKeode  Vordieniil«  mn  die  Publikation  der  bjr- 
— faianhen  Tbeoloiften  erwarb  aich  Kardinal  A.  Uai  durah  folgende  Saminelwcrko.  in 
4Mn  dia  Kjiaatiiier  einen  bedeutenden  Raiun  einndimon;  Scriulonun  vetemtn  uuva  uul- 
laette^  10  Bde.  ßooi  1925-38  (besonders  Bd  1-8.  6.  T.  9).  (UaMioi  anclores.  ICI  Bde., 
Kam  l»S»-  Se  (Bd  6.  9.  10).  Spiotleginm  Bonanum.  10  Bde  Rom  1839-44  (Bd  2~S.  7.  10), 
Ihn  Patnim  biUi«tlMCa,  T  Bde.  Rom  1852-64  (Bd  2.  4  -7).  Die  darin  geboteneu 
6cbnrt«ti  koBotMi  all«  Hignea  Patrologia  graeu  einverleibt  werden.  —  INe  FortBetanug 
drr  latxtfln  Samnaluag,  besorgt  von  Coiia-Luii,  brachte  bisher  in  Bd  ti  (Rom  1871)  und  tl 
11606)  Bvr  byiAatiiiiirbe  Theologen.  —  (ieringer  ist  die  Znbl  der  hyxBClini sehen  .Sebriften 
Ib  4aa  Textümmlungoo  dra  Kardinals  J.  B.  I'itra,  Rpicitcgium  Solesmcnse  r.omplectena 
St  Patnun  8cnpl«Tuniqna  ocdeBiaatieorani  aneodoU  hnctonus  nperu.  4  Bdo.  l'nns  1852  -  58 
(U  1  nad  4).  Analecta  aaeni  äpioilegio  Soteainenai  uuuto.  ^  Udo,  wovon  der  6.  nicht 
MseUeoen  ist,  in  Paru.  Venedig  und  Tivoli  gedruckt  1876- l^H)«.  Juris  euctesiiistici  Gmi^- 
onm  hiatoria  ei  documeuta.  2  Ude,  Rom  m64— 6Ö  (der  2.  Band  itit  wiibtig  fQr  dus  kn- 
snaiach«  R«rbt  vooi  6.—  &.  Jalirhundert).  —  AuaaublieeeliüU  byiantiniat^hen  Inliatles  int 
A.  D<MBvlrakopiilo8''Kurl',iii«aii]n}  (Ußliuäijuij,  1.  Bd.  Lvi^izig  leG6.  —  A.  PapadojJuloH 
KaraaaDB,  UntUKia  'li^oaol.rfiiti>njf  aiK^iroln/fcf.  bisher  2  Bd«.  Petersburg  I^Ül^-OI. 
Zm  1.  Rd  TgL  A.  Ebrhard,  Sistorisdiea  Jahrbuch  13  (1802)  807—12.  Der  2.  Bd  eoU 
hIJl  MM  dsr  Zeit  ver  14.^3  nur  ein  Liiurgi«bitch  von  Jerusalem,  Vgl  B.Z.  4  (1$!»5)  180  f. 
Dadordi  iat  die  Mbere.  «cnn  aucb  unvollstfindige  Auagtb«  von  A.  DniitrijovskiJ  nicht 
WnttM  geworde*.  Vgl.  B.  Z.  2  |]K9»|  V)0,  4(IW)1R1,  IS».  —  Lauter  kirchliche  Test« 
kwbUA.  Vanailtev.  An««dolagrnoco-l>5zantinttl  iMonkaa  l»»3J.    Vgl.  B.Z.  3  (1^94)  190  f. 

0.  Alle  diese  Sammlungen  «ntbehrcn  einer  cnnllgenden  diplonmliachen  tirund- 
Isga.  Dies  gilt  Bbrigeu  nieh  ven  den  EiniolsuaKaticn  der  hycantiDischcn  'Iheuloiieri  in  einem 
mUmi  Uaase,  daas  ein  für  «Uomsl  erkllil  werdoo  muos,  dass  diu  im  futgi'iidc'n  lujKHzeiglon 
^MpUien  DBT  daan  den  iMuligeti  AnTorderungen  der  Kritik  cntaijreclico.  venn  iIilvi  aus- 
dncklich  kooalstieil  wird.  -~-  Ein  verbAltniamisaig  Mbr  grüHser  Teil  der  tLeoloaisobvn 
Bdvtflcs  iat  neck  nnediert  nud  harrt  seit  Jahrhunderten  seiner  Hebung  ans  diMn  Staub  dc^r 
BUotbclMa-  Die  Usskataloge  der  Bibliotheken,  die  an  soloban  Schriften  besonders  reich 
■mI,  b.  Iiei  Krvmbscber. 

2.  Allgemeine  Dilfamittel:  Eine  OuaohicbtH  der  byzantioischen  Theologie  in 
twr  üewwtbsit  wi«  in  irgend  einem  flirur  Zweite  fehlt  A.  Vorarbeiten  lilternr- 
kietonsebar  Natur:  Leo  Allalius.  De  GeorKiia  eoruuii[ue  acriptia,  hIb  Anhang  xu  Ueor- 

£Akr«IM>''t«^  ^""  '^-^'  ^'  -29-427,  de  SrnieoDum  scriptia  diatriha,  Paris  1664.  de 
als  juiianit  tat  Aaagaln  der  Briefe  des  NÜOs.  Rom  1668,  da  Psellis  et  eorum  scriptis. 
ll«tSS4.  de^l<-nt■•>,  PhilenibDS.  llieodoris  ed.  A.Mai,  Nova  Patrumbiblioth.  6  (Korn  1>>53) 
ll— 2t&  —  Auch  die  Obrigen  Schriften  deaAllotius  enthalten  viele  littorarhiBlotischi«  No- 
fxagiamtiva  nus  unedicrten  Schriften.  Zu  nennen  sind  bosondura;  Do  KccLewoe 


-I 


46 


ByxontbÜBoh«  Lltt«rftturg«»ohiehta.    L  ProBala«be  Litteratnr. 


ocoMonUiliB  utijUD  orionlfilli  pcrputim  cotmenniono  II.  3,  KCin  l6^S,  Do  ulriumjuo  ec 
oociilt-iitaliB  iiltiuo  oriestulis  ponipluii  in  dugmato  il«  purguloriu  coiiHOusiunc.  Rom 
Viniiiciiae  aynudi  «pbsainao  et  S.  CjtUti  do  jirooMaime  ex  pttlN  et  fitiu  Siiiritiia  atl, 
Rom  1661,  J.  H»nr.  HottingeruB  fmudU  vt  impoataru  niuklfeatae  «oiivictue.  Rum  1661, 
De  oclava  ayaodo  PhoUana,  Bun  IS62.  Iii  ßuborti  Crejritbtmu  app&ratum  .  .  ,  uxercits- 
tioiiM,  Kom  IGijä.  —  UeLer  die  linndacLTiflltcli«»  KoDvktuiepn  d«8  All&tins  m  der 
ßibl.  VallJcelliADB  b.  B.  Lämmer,  Scriptäiimi  Oraoojfto  ortbo4axnn  bil>ltolb««(i  selectA, 
Fr«ibur([  1868  S.  VII— XXXVI.  Mandiwi  liegt  ancb  in  der  Karberina  iii  Rom. 
Uuto  Dienste  leisten  aucli  fQr  die  ÜysmitiDer  die  IttterarbiiitiiriscboD  Nnchnnblaita- 
werke  von  L.  K.  Dupin,  Noiivelle  bibliothbqae  d««  ^crivainii  ocdäsJasliquoE,  PaHb  Itisi} 
und  Oft«n(  in  vnmrJiit-donnr  Itandexnhl.  W.  Cave,  Scriptoniin  ecclcaiastironiin  bisUirit 
lltiimna.  IrfHidon  lOfi^.  Kin  Anpondix  von  H.  Wharton,  I.ondun  168!),  tunTiisat  die  Sobrifl- 
Ktollor  von  lüüO-  lä'O.  Beide  xusiinimen  Öfters,  am  besten  Oxford  1T10-4Ü  in  2  Bden, 
C.  Oudin,  Cimimenturius  de  smptoribus  eccl«BiiiBt,.  3  Üd«.  LuipEig  1722,  K.  Cnillier, 
HistoirB  gtin^ralo  des  «utetira  Bactts  et  ccdi^aiustjques,  23  Bde.  Paris  1?29— 63;  neue  Auf- 
lage in  16  Bdun,  Paris  1(<38— 6^.  —  Von  beaauderem  Wert  ist  J.  A.  FabriciuH,  Uibüc- 
tbeca  giaecn.  M  Bde.  Haoiburif  1703-28.  Neue  Auasabe  von  C.  Chr.  Barl«a,  12  Bdo, 
Hainbara  1790—1^09  (unvollendet).  --  Viele  litterarbiatoriacbe  Notiien  bringt  auch  die 
Scbrift  des  NioolaiisCotnneiius  Papadopulne,  Praenotatioiiee  mysticaeex  jure  canoufco. 
PaduB  1697  (mir  nilEngiinglidi].  —  Die  aitgennnnten  PnlrolngieD  erstrecken  eidi  nur  bis 
auf  Johann*«  von  Damaakos,  wioz.  B.Feäaler.  institutioncs  pHtrologinn,  2  Ode,  Innsbruck 
1860  f.:  dic<  2  Auflngo  besorgt  von  Ü.  Jungmnnn,  1.  Bd  (IHBOj  2.  1  ll£l92)  nlebt  nicht 
Buf  dnr  HObn  des  alten  Fesalcr,  —  J.  AIxog,  ürundriES  der  Pnlrologie,  'I.  Aaß,,  Freiburg 
1888.  -  J.Nirschl.  Lehrbuch  der  Pntrologie  und  Patristik.  3  lidc.  Mnin»  1«S1— 85,  — 
O.  Bardenbuwer,  Patralngio,  Freiburg  1834  (ntit  rielen  Litloniturangnbcn).  —  Mit  dem 
ft  Jahrhundert  sctilieeet  auch  das  Lexikun  von  W.  Smith  und  U.  Wmm,  Dictionarj-  ot 
christiun  biu^raph]^,  titeraturo,  Beets  und  doctrins.  4  Bde,  London  1^77 — S7.  —  Kuum  «r- 
wäluieubwert  iet  (J.  Zöcklura  Gescbicbti?  der  tbeulugiacheu  Lilte<ratut,  Supplement  band  xur 
2.  Aull,  des  Uaudbucbe»  der  tlieolou Indien  WisaenschafteD,  UQncben  18U0  S.  111—113, 
121—123.  —  In  den  jQiigsten  Jubren  bat  die  Erforsdinng  der  byiantiniadien  Theologen 
einen  hocberfrentidieD  Aufschwimg  genommen.  Dem  Stnnd  der  Voradiung  entsprechend 
nandt«n  eich  aber  die  Arbeiter  auf  mesem  Oebiele,  d«ien  Namen  ans  im  folgenden  hOufig 
begegnen  werden,  Spezialfragen  ed. 

U,  Zur  inneren  Geschichte  der  Theologie:  Dio  nben  genanoten  Schritt«a  iet 
Loo  Allalius  sowie  seines  älteren  Zoitgenossi>n  Petrus  Arcudius  LI.  T  de  oonooiTdls 
occlosiae  oiientnlia  et  nccidentalia  in  Septem  sucrnmentorum  ndminiBtmtiono,  Paris  I63S.  — 
Sammartache  Zeichnungen  des  Kntwirkdungsgimges  bei  A.  Harnack.  Lehrbuch  der  Dogmen- 
geaehlchte,  3.  AuH.  2.  Bd  (Kreihurg  u.  Leipzig  1M94)  401- S3  und  passim.  Fr.  Loofs, 
DogmengeBchidite,  3.  Aufl.  Hallo  IfföS  S.  18H  -19IJ.  —  Einigca  aueb  bei  Uelcer,  Di» 
pelitiachu  und  kirchlit^lie  Stellung  von  Byionx.  Verhandlungen  der  33.  Versammlung  dont- 
«eher  Philologen.  Gern  1878  Ö.  82— 54  (nur  bis  lum  Bilderslreit),  —  Hesolorns,  Svfi- 
;lail(vi;  ttjt  SpanJiiinv  i!rnrfiiii'ij(  inriiaiitf  1.  Bd:  T«  at'/ißoiixii  ßtiXlit,  Athen  1883.  — 
W.  Gaan.  Symbolik  div  grit^vbischen  Kirche,  Berlin  1872,  —  F.  Kattenbusoh,  Lehr- 
buch der  vergleichenden  KuufesHionskunde  1:  Die  orthodoxe  anatolisohe  Kirche,  Freiburg 
1892  (ein  unreifes  Buehl.  —  Die  innertheologiscben,  iibilosonlii schon  und  hUretisdieu  Be- 
wegungijii  sind  noch  unvollkommen  bekannt.  FOr  die  PaiiliKianer  nnd  die  f^l)bl^reu  .\b- 
handliiDgOD  von  Schmidt  11826).  Oieseler  (1^39),  A.  Lombard  (I»T9|  und  sdbxt  J.  Ddl- 
linger,  Beitrttge  zur  Sektengeschicbte  des  Mitt^-taltnrn  1  tMlInchcn  ISflO)  1  -'il  überholt 
durch  Karapet  Ter  Mkrltsrhinn,  Dio  Paiiükinnnr  im  b^iintimscbon  Kaiüorreicbe  und 
verwandte  ketseriBche  Frsdieinungen  in  Armenien,  Leipzig  I>'93.  Sehr  wichtig  Dir  die 
Kenntnis  der  ntiilosophiBchcn  und  theolngischon  llewogung  im  11..  12.  und  14.  Jnhrhnndnrt : 
Tb,  UKpeuKKij,  Skiixon  iur  (Jesobirlilo  der  hjüiinlmiHdien  Kultur,  Petorsburg  1892.  Vgl. 
U.Z.  1  11892)  17(1-78;  Q.'i5.  Dazu  crgttuKend  Tb.  UspeuBkij,  Dos  Ijynodikon  für  die  Wocho 
der  lUcblglaublgkeit,  Odem  1898.    Vgl  a  Z.  4  {189Q]  Itö-ib. 


A.  Dogmatik  und  Polemik. 

6.  Charakteristik.  Die  Htternriflcho  Aiheit  der  byzantimsohen  Thoo- 
logon  galt  in  cr^loi-  Linie  tli<r  Darstellung,  Bcgiilndung  und  Vortc-idiguiig 
der  kirchlich-orthodoxen  Glauhenfllehren,  Bowit>  der  Bekämpfung  d«r  ent- 
gcgengeHetzt«n  Hilrosien.  Die  hilrcRiologische  Polemik  iiihbeRondere  be- 
liomchtc  dio  tht-oIogiKcliü  Litturatur  in  d«r  ersten  Periode  ihrer  Kntwickc- 


^^^  1.  Tlieologle.    A.  Dogn&tik  und  Polemik.    (|  5)  47 

\ttog  vom  ■!.  bis  9.  Jahrhundert  infolge  der  dogmatischen  KSrnpfo.  <3ic  sich 
wAhrend  dieser  Zoit  in  der  griechischen  Kirche  Abspielten,  und  durch 
welche  die  meisten  theologischen  Litteraturwerkc  der  Zeit}£eno»Hcii  angeregt 
lud  innerlich  bestiinnit  wurden.  Im  6.  Jalirhundert  wurde  im  ZuBammen- 
haiif;  mit  .lustinians  Kirchenpolitik  der  von  Theodoret  ron  Kyrrhos  be- 
gontwDä  Kampf  gegen  die  Monophysiten  und  deren  verschiedene  Parteien 
wieder  nufgenommon  und  von  einer  ileihc  von  Polemikern  geftlhrt.  denen 
CUM  Htattliche  Zahl  von  monophysitiuchcn  Schrifstätellern  gegenüberstand. 
Der  h«r\'orragendst6  unter  den  Wortführern  der  Orthodoxie  war  Leontios 
TOD  üyzanz,  dessen  Werko  verhältnismSssig  am  besten  erhalten  sind, 
wflbrend  auffallend  viele  Hchriften  der  Übrigen  Polemiker  verloren  gingen. 
Dir  titterortscho  Kampf  gegen  den  Monergismu»  und  Monothetutie- 
nuH  war  weit  wuniger  fruchtbar,  i^phronios  von  Jeruealem  und  Mnximos 
der  Bekennet'  traten  als  die  Ifauptgegner  der  kaiserlichen  Unionsversuche 
anf,  deren  theologische  Verteidigungen  bis  auf  geringe  Fragmente  ebenso 
wie  di«  Scbriflcn  der  Monophysiten  zu  Grunde  gingen.  Bei  Anastnsios 
SinutW  iai  7.  Jahrhundert  waltet  Qbngens  das  Inturetwc  an  der  Bo- 
kimpfting  doH  MonophyuitimnuB  noch  bedeutend  vor,  ein  Beweis  f(1r  die 
Kraft,  welche  Jahrhundert«  lang  der  populSr^teii  Htiresie  des  christlichen 
Attcrtutns  innewohnte.  Der  Bildertttreit  rief  GormanoK  von  KonHtantinopel, 
Johaonea  von  I>Ama«koB,  Theodor  von  Studion  und  Nikephoro«  von 
KonataotiDopel  auf  die  litterariache  Walstatt  und  brachte  die  letzten  pole- 
miacfaea  Schriften  grfls8«ren  Stiles  licrvor. 

Hit  der  synodalen  Fet«tlegung  des  Bilderkulte»  waren  die  Byzanz 
RtgentQmlich«n  tfaoologiochen  Lehren  zur  vollen  Entfaltung  gelangt  Das 
Bemunteoin,  im  Besitze  einen  abgeschloasencn  dogmatischen  Lehr- 
MfltUDB  ZU  sein,  veranlasste  Johannes  von  Dnmaskos  zur  Abfassung  seiner 
Oiff^  /rüottüf,  eine«  dogumÜsclien  Lehrbuches,  Aän  in  seiner  weiten  An- 
lage nicht  mehr  orroiclit  wurde.  Die  zwei  bedeutendsten  dogmatischen 
Enzyklopfidien  der  spfiteren  Zeit,  von  Euthymios  Zigubenos  und 
NikL'las  Akominatoa  verfasst.  erweitern  nur  den  «weiten  Teil  der  Dog- 
natik  dee  Dama.<ikeners,  während  tsio  die  Darlegung  der  philosophischen 
Vorbagriffc  eowie  die  «yst<<niatiscbe  Entwickeluug  der  positiven  Glaubons- 
Ura  ganz  sutut«]'  Acht  liessen.  Letztere  wurde  erst  im  14.  Jahrhundert 
wtoder  %'on  Johannes  Kyparissiotcs  in  AngiilT  genommen,  umfasst  aber 
hfer  nur  die  Gotteslehre  im  engsten  Sinne.  Weiter  angelegt  ist  die  byzan- 
tiuKbo  Dogmatik  des  Patriarchen  von  Konstantinopel  Manuel  Kalekas 
m  dir*  Wi-iiile  desselben  Jahrhunderts.  Die  Hystematisierung  erstreckt  sich 
Her  auf  diu  Oott«»-,  Trinitäts-,  Inkarnation^-,  Sakramentenlolire  und 
SBchatologiu.  Keine  von  diesen  dogmatischen  Gesamtdarstellungen  kann 
itcli  slxir  mil  den  Sumniao  tlieologicae  der  ahendlündisch-scliolastischen 
Blfttezcit  mt-men. 

Photioa  war  kein  Systematiker  und  hatte  fllr  Dogmatik  und  Polemik 
KU  Wenigsten  Oe>»chmack.  In  einer  llichtung  bestimmte  er  aber  die 
fUerv  Dogmatik,  in  der  Ablehnung  der  Ausbildung,  welche  diu  Trinitäts- 
Iclire  ioi  Abendland  durch  den  Satz  vom  Ausgange  des  hl.  Geistes  von 
Vittr  Diid  Sofan   gewonnen   hatte.     Die  aus  dieser  ablehnenden  Stellung 


« 


iJ 


48  Bruntiniscbe  Litterabireeaohialit«.    I.  Proatüache  Litteratnr.  ^^H 

ürwnch>ion4]c  Polomik  gegen  die  Lateiner  sog  »ich  durch  die  ganze 
«pStbyzantiuiHelic  Z»iL  hinclüi-ch  und  rief  i-ine  fntft  anUbemülibare  Lit- 
teratur  hurvor.  Seit  dem  II.  Jaliihuiidirt  wui'do  sie  auf  eine  Rt'ihe 
anderer  Differenspunkte  zwischen  den  beiden  Kircbon  anf  den  Ge- 
bieten der  Diflziplin ,  l^turgie  und  des  praktiscben  Kirchonlubcns  aui«- 
güdohnt;  docb  ntand  die  Lehre  vom  Auegaiig  doiK  h).  (feistes  immer  im 
Vordergründe  do»  dogmatiHch-polL'niiiiclteu  InteresHOs,  und  hier  blieb  die 
Erörterung  in  dem  Kreide  der  dialektischen  Argumente  fut<tgebannt,  die 
Photios  zum  ei-sten  Male  entwickelt  hatte.  Die  Verteidiger  des  latci- 
niselion  DogmnB,  an  denon  es  in  di^n  livihen  der  byzantinischen  Theologen 
nie  fühlte  —  wir  vurwüisun  auf  Nikephurüä  Bluinmido«,  Johannes  Bekkoe, 
Deraetrios  Kydones.  Manuel  Kalekas,  Manuel  Chrysolonw  u.  a.  — ,  griffen 
llbor  I'botios  zurück  zu  den  groasen  Kirchenvätern  des  4.  und  5.  Jahr- 
hunderts und  Kwnngen  dadurch  ihre  Oegner,  ihnen  auf  dasselbe  Gebiet  zu 
folgen.  Diese  waien  «elbätvoratfindlich  viel  zahlreicher;  der  gröRttto  Teil 
ihrer  Schriften  liegt  aber  noch  im  Staub  der  Bibliotheken.  Die  Polemik 
gegen  die  Lateiner  blieb  übrigens  nicht  auf  die  theologischen  Fachkretw 
boschrRnkt  FUr  das  Volk  waren  die  vulgfirgriechischen  Traktate  ge- 
schrieben, in  denen  in  der  liegol  ein  Grieche  die  byzantinische  These  gegen 
mehrere  rönuHcho  Kardiuäk<  (regelniä»Mig  xaXii'vn^im  genannt)  siegreich 
verteidigt.  Ein  Mnsterdialog  dieser  Art  steht  z.  B.  in  dem  Cod.  Vindobon. 
thool.  gr.  244  fol.  79— ö:^. 

Weitere  Am-egung  zur  dogmatisch-polemischen  Schriftstellerei  gaben 
die  Kachkltliigu  der  alten  dualistischen  Hiiresien  bei  den  Paulikianern, 
Euchiten  und  Bogomüen,  ohne  jedoch  eine  tbeologiechc  Bewegung  hervor- 
zurufen, die  sich  mit  der  antimonophysitischen  vergleichen  Üesae.  Theo- 
logische Kontroversen  innerhalb  der  orthodoxen  Theologie  entstanden  zur 
Komnenenzeit.  besonders  unter  Alexios  I  und  Manuel  Koninenos.  Das  Ein- 
greifen der  Kaiser  und  die  synodale  Verurteilung  der  neuen  Hüretiker 
vorhindorten  jedoch  einen  neuen  Aufschwung  des  Kampfes  auf  littera- 
rischem Boden.  Dieser  entwickelte  sich  zum  letztenmale  im  14.  Jahr- 
hundert aus  Anlass  de»  He»ycha8tcn.streites,  der  sich  bald  auf  die  tiottes- 
lehre  konzentriorle  und  mit  Leidenschaft  zwischen  Bnrlimm,  Akindynoa 
und  Nikephoros  Gregoras  auf  der  einen.  Gregorios  Palumaä  »uf  der  anderen 
Seite  unter  reger  Teilnahme  der  kirchlichen  und  mönchischen  Kreise  ge- 
führt wurde. 

Die  Apologetik  gegen  Heidentum  und  Judentum  hatte  sich 
als  der  früheste  Litteraturzweig  der  christlichen  Theologie  schon  im  2.  Jahr- 
hundert zu  einer  hohen  Blüte  entwickelt  und  das  Interesse  an  der  Be- 
kämpfung des  hellenischen  Heidentums  blieb  wach  bis  tief  in  das  5.  Jahi^ 
hundert  hinein,  in  welchem  Kyrillo»  von  Alexandrien  noch  eine  grosso 
Apologie  gegen  Julian  den  Apostaten  sciuieb  und  Theodoret  von  Kyrrhos 
die  letzt«  Apologie  gegen  die  Griechen  verfasste.  Mit  dem  Aufhören  der 
kulturellen  »nd  religiSsen  Bedeutung  des  Heidentums  in  den  oströmisehen 
L&ndern  wai*  da»  Erlöschen  der  untihcidnirfcht-n  Apologetik  und  Polemik 
von  selbst  gegeben,  und  auch  das  Wiederaufleben  einer  antikirchUchen 
Philottopbie  im  11.  und  12.  Jahrhundert  zog  keine  neue  Phase  derselben 


A 


^^^^^^^^^      1  "Hitologie.     A.  Dogmatik  nnd  Polomik.    d^^^^^^^^^^^g 

«trit   sieb.     Aus  der  nrt.ho<Ioxen  Litteratur  erhalten  wir  einige  Kenntnia 

Ton  dem  Kindringon  nltpliilawphischep  Tendoiiz^n  namontlü-Ii  ntMiplatonlsclien 

CliftrAkton;    nur   tlun^li    Nikotao»    von    MotlKHic.     DJo   /onsiir    sorgte   aber 

dafllr,   dftsfl  die  kirchonfcindlichen  Schriften  unechsdlich  gemacht  wurden; 

BOT   wenige   davon    tiahon  sich  ci-liallon  und  von  dioson  woiiigon  ist  noch 

das   meiste   anndiert.     Die  Apologetik    gegen   die  Juden   hingegen   blieb 

wie  im  Abendlando  so  auch  bei  den   Kyzantineni  in  bestandiger  I'flego. 

Fut  J4m1cw  Jahrhundert    hat  ein«   oder    mehrere    nntijüdittcbe   Apologit^u 

lurzuwvtscn.     Am   cifrigstun   wurdo  im  7,  und  14.  Jahrhundert  gegen  diö 

Juden  geecbrieben.    In  jenem  traten  Leontios  von  Neupolis  und  Anastaaios 

Stnaites  gegen  sie  auf:  in  dieflea  fallen  die  Apologien  von  Theophanes  von 

Nikte,  JohAnne.s  Kantakiizeno«.  Matthaeos  HIastares.  Johannes  Saltos.    Den 

BmcMdm   bildet   die  Apologie  de»  Patriarchen  Oennadio»  von  Kon»tau- 

tiaopel  im  IIS.  Jahrhundert.     Ausserdem  liegen    »och  mehrere  anonyme 

Apologien   gegen  die  Juden,  danmter  einige  grltsneren  Umfangea,  in  H»s 

Tor-     Her  Zusßmmenhang  mit  der  altchristlichen  Litteratur  ift  bei  diesen 

Apologien  bi-Hondeix  uul'fallend.    Sie  sind  fiut  ohne  Au»nahnio  in  die  Fonn 

das  Dialoges  gekleidet,  in  welcher  schon  die  älteste  aotijüdischc  Schrift, 

4or  Dialog  zwischen  Jason  und  Papiskoa  des  Aristen  von  Pella,  auftrat. 

Aach  inhaltlich  wurde  der  Kreis  der  Argumente,  welche  schon  in  altchrist- 

Ik-her  Zeit    gegen  das  Judentum  geltend  gemacht  wurden,    kaum   Uber- 

ichntion.    IXt  fmgiorte  Cliarakter  deu  Dialoges  offenbart  »ich  in  der  Hegel 

durch  die  Bereitwilligkeit,  mit  welcher  der  jüdische  Zwiesprecher  die  Lehre 

des  chrietlichen  annimmt  und  den  Wunsch  nach  der  Taufe  äussert. 

Mit  den  infolge  der  chriatologiachen  Kämpfe  von  der  byzantinischen 
Eeichdcirche  abgetrennten  nestoriani»chen.  syrischen  und  koptischen  NatJo- 
^^■Ikirchcn  hOrte  uihnühtich  jeder  litterarischc  Verkehr  in  theolügi»chen  Dingen 
rinf.  Der  letzte  Versuch,  sie  wiederzugewinnen,  schlug  fehl  infolge  des  Wider- 
■tuidt«  der  orthodoxen  Kreise  und  der  Eroberung  der  {istlichen  Grenz- 
lltdcr  durch  die  Araber.  Nur  die  armenische  Kirche  blieb  in  der 
btareoseoBphftre  der  bysantinischcn.  und  mehrere  Versuche  wurden  im 
t.  und  12.  Jahrhundert  angestellt,  die  Armenier  zur  Amtahmu  der  Zwei'- 
■tarenlobre  zu  bewegen.  Diese  ttllirten  zu  theologii^chen  Auseinander- 
Mteaagoo,  an  denen  Photios,  Xiketas  von  Byzanz,  Thcoriunos  sich  betei- 
hgtmn.  lu  den  hlreäologischen  Schriften  des  Euthyniios  Zigabenos  und 
Xiketoa  Akominntos  wurde  auch  den  Armeniern  eine  spezielle  Bcrllcksich- 
ti^Qng  zu  teil.  Um  ao  intensiver  gesUltetu  sich  der  Verkehr  mit  den 
•laviacben  Vfllkem.  Aber  wie  die  Berührung  derIWmer  mit  denGernmnen 
Jcaoe  apulogettache  hitteratur,  Htr  die  kein  gemeinsamer  Boden  vorhanden 
ggwmea  wire,  hervorbracht«,  so  ftlhrto  auch  jener  Verkehr  auf  dem  Go- 
\Mb  der  Litteratur  nicht  zu  XeuschSpfungeu,  sondern  zur  Herilbemahme 
ftmlogtAcber  Schriften  der  Byzantiner  seitens  der  Slaven,  deren  sÄnitlicho 
Lttemtnren,  insofern  sie  wissenschaftlich  «ind,  mit  Übersetzungen  aus 
itm  Oriochiscben  beginnen. 

Der  grOoste  politische  und  religiQso  Gegner  von  ßyzanz,  derlstam, 

lacht  rubbu,  bis  er  den  Halbmond  auf  der  Hagia  Sophia  aufgepflanzt 

wurde  nur  sehr  unwirksam  durch  die  Litterutur  bokilmpft.    Niketas 

0«  U^  Altert UHnrtMcMJian  IX.     I.  AUJm-    2.  AuO.  4 


I 


50 


BjsuiUniBdie  LittetatargeMbiohte.    L  ProakiaeliB  Littenbir. 


von  Bj'Kanz  liat  die  einzige  nennenswerte  polemisclie  Sclirift  gegen  den 
iBlam  vor  dem  U.  Jahrhundert  vcrfaRst.  Im  14.  und  15.  Jahrhundert 
wtirdo  die  i'olcmik  roger:  die  Kaiser  Johanne«  Kantakuzono»  und  Manuel  II 
Palüölogö»  »tchon  in  der  iir»ton  Hoihu  der  litterai'iuchun  Gegner  des  Koran: 
aber  weder  ihre  Schriften,  nocli  diejenigen  von  Demetrios  Kydonos, 
Gennadios  von  Kon»iantinopel  u.  a.  erhehen  sich  zur  HEihe  einer  n|>o1o- 
getisclion  Schöpfung  ersten  ICnnges.  Sprache,  Kultur,  Nntionalitfit,  Iwl  don 
iiyzantinoi'n  die  Verachtung  dtr  Mosleniin.  die  »iü  widi<rlegt  zu  haben 
glaubten,  wenn  sie  einige  Suren  de»  Koran  lächerhch  gemacht  hatten, 
bildeten  eine  nnübetatoigbare  Seheidewand  xwisehen  den  beiden  Gegnern 
nnd  ein  dauerndes  Hindernis  gegen  die  Kntwiekelung  eines  geistigen  und 
litterariüchen  Kampfes.  In  der  letzten  Zeit  vor  dem  Falle  KonatAntinopels 
Biegte  sogar  diu  Abni'igung  dur  Byzantiner  gegen  das  lateinische  Abend- 
land Jlber  den  Haas  gegen  den  luiam:  die  Frage,  ob  es  besser  »ei,  in  die 
Hände  der  Muhammodaner  als  in  die  Gewalt  der  Lateiner  zv  fallen,  wurde 
jetzt  in  nichi-eren  Schriften  nicht  bloss  orflrtert.  sondern  sogar  bejaht. 

1.  PUr  dii>  Toxtaiwgnbdn  und  Bllgemoinen  Hilfamittel  Tgl.  dio  l.ittorntnr  m  |  4.  — 
Pbcu  noch:  K.  Wornnr,  (loacbkbte  der  npolugetisclieo  und  paliMtiiAcIicn  Lltt^mbir  ioi 
dirülliobon  Thcalogio.  2.  u.  S,  Bd.  ScbnlHiaüBen  lb02— 64.  —  Von  den  ncnmtMi  l*br- 
bnehem  der  Dogmiilik  sucht  das  von  U.  Scholl.  KaUioliacho  Dogmntik,  4  ildr, 
I'adurbom  188Ö--y3.  dein  dugiuotisclien  Lahrli-grilT  dor  griochisohcu  Kircbu  am  kenM- 
ijtKnitcHtun  gi>rocbt  lu  wiirdun-  —  Munugraphuicb  wuidu  nur  Jii>  Abend  in  ablslclire  äcr  gtw- 
chiBcliL-iL  Kircbti  bohaudfelt  von  0.  G.  äteilz,  JubrliOdicr  Dir  deutaisli«  Tbeologic  9—13 
(1804-68). 

2.  Polemik  K^i^i  ^'^  Lateiner:  Kioe  growc  AniabI  von  iiolomiscben  Sobriftoii 
■MEcn  diu  Lntoinor  ist  noch  tinediert.  —  Dio  TcxtsHtntiiliinRoii  lat«  Inf  renn  d)icli«<r  Tboulogoa  von 
P«tru>i  ArtudiuB  nnd  Allntius,  Graocia  orlliodoxn  n.  §  4;  Mitor«  fv  nnf  3  ßkndu  b«- 
TMlinet.  Vier  DfLndo  Dillto  H.  LAmm^TS  Scriplonim  (iranciito  ortliodoxim  bibllothec«  selecta 
atnfumn;  dnvnn  i>t  nur  dor  1.  Ud  oratbiencn,  Freibiirg  186(3.  —  In  don  TcxtsaiDinliinaea 
TOB  DoDitboos  (g  4)  und  A.  Demetrukopulos  (§4)  sind  die  Polemiker  gegen  die  lÄ- 
teinnr  uihlrvioh  Tertrötsn.  —  Ein  fast  vollstttadigcs  Vereeichms  derselben  gab  A.  D«ine- 

irnkopulos,  t>p9d(fo{ac  'Kiiii(,  ijiai  icp'i  rnir  'l'.XXiji'fuv  iiuv  yfnipiiytmi'  xirr«  .isrjrur 
»ni  niifi  »wV  avyfi-itfi/itiiuiy  m'tiär,  Leipjsig  1Ö72.  Eb  febleu  e.  ß.  Michael  von  Uyiant, 
Epiatol.  ad  SauluHuuni  de  iirticeKsione  &piritQB  eti.  Icod.  Paris.  049  a.  1581  fol.  195), 
Soiibronioa  Monacboa,  ffr^i  nCi'iUuiv  (cod.  Sabait  415  sa«p.  14  ful.  IT— 41)  u.  o.  —  Knnd- 
Bclirlftticb  tand  such  niancbe  nuunj'uie  Abhandlungen  Kegeu  die  Lateiner  vorhanden,  in 
denen  eine  gross«  Mannigfaltigkeit  zu  bernchen  aoheint.  In  den  codd.  .Sabait.  415  aat>e.  14, 
Pirie.  138.^  9.  14.  Bodl.  riftrocc.  101  ».  14.  Paris.  1287  a.  15,  Tttria,  1012  a.  1492,  Vnl,  PaUtin. 
409  a.  IS50,  Monnc.  St<  »a«c.  1$,  am  nur  (Einige  lU  nennim,  iat  der  Anfang  dos  hetrelTeuden 
Dialoges  jedManal  verschieden.  Eine  spezielle  Cntcisuchung  wird  die  Verfasser  Ti«tleicht 
erkennen  lassen.  V^l.  für  cod.  Monuc.  2S  J.  HergenrO thor,  Pbotins  3,  811.  Be- 
ncbtmijt  vpidienen  auch  die  Sammclcodicos  gegen  die  Lateiner,  dio  im  14.  und  15.  .Tahr- 
hundert  nngelugt  wuidc-n,  wiot.  B.  codd.  Mnrcian.  150  a.  1431,  152  — 58  b.  H.  Paris.  1218  s.  15 
Monuc.  256  s.  14,  Viiliioell.  B.  63  s.  13.  —  Zur  (JeauUicbte  der  Kuntroverao:  J.  0. 
Walch,  HiatuniL  contiüvuraiae  Grneeorum  et  Iiutinonim  de  prueesEiiunu  8pirilua  ati,  Jena 
1751.  —  J.  Ü.  Hermann,  Hiatoria  eoncertatiunis  de  paue  axj'ino  et  fenneDtato  in  civnfl 
Doinini,  Leipzig  1T87.  —  J.  R,  Etealing,  Uiäturia  coocertationis  ürsecor.  et  Lutio.  de 
e«u  cHmis,  fuingninis  et  morticinse,  Krkngen  IT63,  —  D.  Swete,  On  tbe  biatory  of  the 
114-nraiiBion  of  the  boly  npin't,  Cntnbridg«  I87ß  (bis  «i  K»rl  dem  Gioasenl.  -  J.  Langen,  Die 
trinitajrischa  IjohrdiiTeienz  xwiscben  der  nbondlaBdischon  nnd  der  niorgi^nlAndiBchen  Kirche, 
Bonn  I8T6  (obcnfulb  nni  bis  in  Knrl  dpm  (iroBaon  und  l'npat  llndriiui  I),  Vgl.  itnsaerdeni  dia 
LiU«nttnr  Über  dus  K'bisinn  in  der  allgemeinen  Üibliogrnphie,  -  I'opov,  Litl«rnrbiaIo- 
riwher  U*berbliek  Bhcidio  ultniHsiscben  polemiseben  Werke  gegen  die  Lateiner,  Moskau  Ib'ü. 
—  PavIoT,  Krillscbo  Versuebo  lur  C!  esc  hieb  lo  der  al(cet«n  grieo  bisch -russischen  l'olomik 
gegen  die  Lateiner  (rutis.),  Petersburg  lS7ä  (mit  griecbinchen  und  nitruasiscbon  Inedita). 
Vgl.  A.  Harnack,  Theulog.  Lilleruturaeilung  a  (l'iTSj  309— 73.  —  Die  Übrigen  slavischoa 
IJttemtiuen  sind  auch  reidi  an  eolclieu  Streitachriften- 

8.  Polemik  gegen  die  Juden:  Von  den  nntijfldiaoben  Apologien  Bind  such  mehrora 


i 


1.  Theelogi*.    A,  Di^Datik  und  Potvalk.    <8  8)  ^^61 

MOk  SHtdierL  Kux  brHuc!i)<nroii.  the-t  luiTollaUndiga«  VartMohni«  4t>r  hyznntiiiiscIiiMi 
fbfaift«»  g>|:«i>  ilip  Jii<k-ii  l)ci  A.  C.  MtUiff^rl.  Uiologtie  botwnon  >  Chriotiaii  nnd  n  J#w, 
«■AiÜed  '4rt i^oii-  llanimri/F  Ktti  i-iXmmc'lBFitmiHi-  nfö(  /jornxör  iira,  MnrliiiTK  11^898.  IS  -SO. 
rjviM  &nch  hol  O.  ZOckIvr.  Der  [Kalug  im  DionBia  dci  Aiialag«lik,  OdtoniToli  1894  S.  13  ff, 

Die  bMwhdtrifÜjcfc  «vkalMiuiii  BBADymen  Dialiwe  (wiachw  Judcu  am]  Climt«n,  wia  de 
i  ti.mi«u  eodd.  Mow).  Synod.  36  mec.  lO  11.  CoU).  1!>3  o.  11.  Coial.  -282  a.  13,  Oxon.  CoUoi;. 
Dutt  m  «MC.  13.  MftrciRo. 409  n.  U.  Msrniui.  Claas.  2.  flOa&«e.  I&.  Vat  Ottobon.  266  aaee.  16, 
Biril.  CniniTall.  10  me«.  Iß  Toiliegen,  ackoin^n  auf  «eniso  Typen  iiirncJ;xefQhrt  werd««  tu 
fcl«B«B.  bMondar«  Bu<iititii|t  ««rdionrn  di»  grosseren  iiclirift«»  rki«»  dia  Jaden  in  «dd. 
Cofaa.  111  Mtr.  la  MI.  $7S  (Jiwo  i«tnm  H.ST  verfunt).  Pari«.  ST.'iv  A  hmoc.  13  M.  lOü-SfS«. 

AsfaDK  nnd  SckhiM  mbm  Qmfangreieh«n  DUleeM  Kirisch«n  dorn  Jqdon  Aquilm  and 
ilriE  t'kriotM  TiaiodiM*  *.  bei  Mifoo,  P*tr.  gr.  86^  S&2  f.  Donwlb«  Dialog  uieh  in  don 
(■4d.  C««!.  2M  HMc.  1 1.  Vaticnn.  Pii  IMT  MM.  12,  Mmmmi.  132  MM).  1-1  u.  a.  —  Rin« nnonrma 
iUMBdlwuj  e«g*ii  dii'  Jud«n  »ns  cod.  MoM[.  Syn.  80  aoeo.  10—11  «d.  Chr.  Fr.  Matthaei, 
Hntilia  rsditL  Kneranim,  Moskau  ITTB  S.  S8— 48.  -  Ea  gibt  aneh  Sanim«leodieea  K«geii 
tm  JuiIpd.  t.  £  cod.  Paris.  T78  Mec.  16,  cod.  Tnurin,  200  Mec.  14.  LoUtf>n.'r  «nUiBlt  muhrtire 
la^rfita. 

4.  DI»  Polemik  Re^c«»  die  Armenier  war  viel  w(<ntg»r  fruclitbar.  Dooli  liegen 
tack  anic«  ananyin«  Alikandlungen  Kelten  die  Armenier  in  Htm  vor,  i.  B,  in  ood.  Vatic. 
Fvbt«.  3C7  Mvo  18  M.  AB'  61,  rod.  Valic.  Palat,  866  aaec.  14  fol.  121*-iei,  cod.  Mon&c. 
MMM.IflMKS'-M. 

ti.  Rio  anonvmdr  Dialog  gpgnn  don  Tslam.  der  walirsdieinlicli  fUr  weiter«  Kreise 
l«rtMiHit  wtf.  at  erbaltnn  in  dorn  rod.  Vallic^ll.  D.  V>  saec.  13  fol,  241"  44*.  -  Der 
(afaai  iliiM  ratikaaiMhen  DinlogiMi  bri  A.  Mni.  Kova  PaIt.  bibl.  4  (Kam  1^17)  434. 
EWttda  8.  44S  der  Nsrkneia  Pinna  Ilialngra  in  twd,  Ambraii.  Q.  2  mp..  dD««n  VnrTnMer 
Slsinnioa  grammatikaa  nicht  n&licr  bckncnl  inl.  —  Umfanxr^ichnr  \*t  din  iicilnmiiithR 
nJ  anultiKttiack«  Utlvralur  in  ambiocIiL-r  Spracli<>  üwinrhpii  Maslimco,  Clirislon  und  Juden. 
TiL  M>  VMKeictinis  von  M,  Steinschneider,  Abhandlunenn  fDr  die  Kunde  dea  Morgen- 
"     0  ILfipog  1877)  S.  16-161. 


6.  Die  moaophysitiachen  Schriftwerke,  deren  OokämpfuDg  die 
Aufgabe  der  orthodoxen  Polemiker  des  fi.  und  7.  Jahrhunderts 
biUfta,  «ind  zum  gröasten  Teil  zu  Grunde  gegangen.  Nicht  wenige  von 
dfn  tnonophysitiüchon  Biiichöfen  und  ['atriarchcn,  die  in  bunter  l{«ihcn- 
fnlgn  >iif  di'n  pHlriarchnlntiJhK^ii  von  Ak-xnndn(.'n.  Aiitiochk<n,  Jcnit^lem 
«od  Knnatantinopel  und  innerhalb  doron  Sprengel  mit  den  Vertretern  der 
r^kvdnniRrhen  Orthodoxie  abwechselten,  Buchten  in  zahlreichen  Schriften 
im  HniKiphysitismiis  aln  die  cchtchristliche  und  biblisclie  Ixdiro  dar/.u- 
thoB.  Wif  in  den  frllhei-en  Zeiten,  no  wurden  auch  jetzt  dic»e  häi-etitichen 
Iitt«>niturpro<tnkte  in  ihrer  ursprünglichen  Getttatt  zum  Teil  gewaltsam, 
an  Teil  durch  die  UngunHt  der  Zeiten  veniichtet,  und  wir  sind  zur  Kennte 
m  dermUben  auf  gele(:enlIicho  Zitat«  hei  anderen  8chrift»teUem.  wie  hei 
Lraotio«  von  K^-zanz.  Euntathios  MonachoB,  KoBma-t  Indikopleustcs,  Justi- 
ein,  Aniu«ta«io«t  Sinaitett,  Hhotios,  Niketa.s  Akominato«  u,  a.  angewieMon, 
«TWcit  äv  Hielt  nicht  in  syrischen  und  arabischen  Üboreetzungen  erhalten 
h*bMii.  We  Erforschung  der  syrischen  Cbersetzungslitteratur  bildet 
gsaAtan  die  unerifiseliche  Vorbedingung  fDr  eine  umfassende  Kenntnis  der 
itlwiiiti  ?ii  II  tind  theologischen  Bewegungen  dea  1>.  Jahrhunderts.  Die 
fiUcnriiKiheD  Hauptpersünlich keilen  der  Monophysiten  waren  «eit  dem  Ail- 
hag  des  6.  Jahrhunderbic  die  i'atrtarehen  von  Alexandrien  Timotheos  III 
pt0— .t&)  nnd  Theodo«ioB  (585 — 86),  Johannes  Phiioponos,  Severos,  Patri- 
.Aotiochien  {&I2 — 519),  sein  Gegner  Julian.  Bischof  von  llali- 
stlios  Kilix,  Presbyter  von  Antiochien  (um  .'>27),  Anthimo»  von 
Tnpaant.  f'atriareli  von  Konatanlinopel  (585—36),  ein  gewisser  Andreas 
MlMifnii  Joliaunes  Pruebytur  ö  Aiytmifi,  Theniiatios  Kalonymoa,  der  Msnch 

4' 


52 


BrunUniacfae  Litteraturgeschiehte.    I.  ProMiBobe  Idtt«r*tar. 


Thoodoros,  da«  Haupt  der  Agnoeten  in  Alexaiidricn.  SU'pIiano«  Gobaros  uh 
daa  Jahr  COO,  Zotos  aus  der  Partei  dor  Jakobiten,  endüfh  JolianneB,  Patr? 
arch  der  TheodosiaoGr  (fi77^(i8(>).  Der  fruchtbarste  und  bodoiit«ndflt« 
von  ihnen  var  Severon,  gebQrtig  aus  Sozopolio  in  Pisidivn  und  bis  ku 
Koincr  Erliebiing  auf  den  HatriarchalRtuhl  von  Antiochieu  M^incb  hei 
Kleutheropolis  üi  l'alftiütina.  Sovcros  liuldigto  einem  gemUsaigten  Hono- 
plij'siliHmuB.  der  hui  den  Tht'odosiaHtTn  wuitorgepflogt  wurde.  Diesem  Vm- 
stande  ißt  es  wohl  zu  verdanken,  dass  «ic-h  in  den  exegeÜKchcn  Katoneii 
eine  groRsc  Anzahl  von  Fragmenten  aus  Briefen,  apologetiäcliun  Abhand- 
lungen lind  Homilipn  des  Severos  erhalten  haben.  Der  gi-üsste  Teil  seines 
littorarischen  Nachla^^^e»  liegt  aber  noch  ungehoben  in  8yri.sclien  Hs».  .Jene 
Fraginento  lausen  crkennitn,  da»»  Soveros  die  dialvkUwh-po^tiv«  Mi>thode 
seiner  Gegner  anwendute.  Inhaltlich  stützte  er  sich  vornelmdieli  auf  Kyrilloe 
von  AJexandi'ien.  Du  dieser  aber  auch  die  erste  patristische  Autorität  der 
Orthodoxen  wai-,  so  erklUi-t  sich  die  bosondore  Kückstchtnahme  auf  Severos 
in  dor  gesainten  nntimonopliysi tischen  Polemik  des  6.  und  7.  JattrhundertB. 

1.  Des  SevoroB  o'oe^i;  tii-yypii/ititcia  wird*n  auf  oin«r  Synod«  von  Knel  aalet  d«n 
pBtriaichen  Kpiphnnios  auaii  rück  lieh  verdaiiitiit.  Vgl  Mi§ne,  rnlr.  gr  SC,  I,  7>t.S.  -  Die 
griocli  JHchpn  rVagm^nti'  sind  nocb  iiirlit  gosflinmi^lt,  Mondie  sind  in  don  gedruckten  ox- 
«getisclicn  Ifatenen  tcrslreut.  Noiie  ringmenle  aus  nngcdrurJcten  vntiknnischeD  Knloncn 
ed.  A.  Mai.  Classioi  nutores  10  (Kom  1838}  4UF^— 473.  Script,  veter.  navu  collrcl.  »  {Hora 
183T)  725-  -74-J.  S|>j<^il«g.  Homnn.  11)  [üam  IB44J  302—20.^.  Andere  lieaaen  ekii  uiu  vielen 
iinpdiericn  Kolcncn  ^civiuncp.  x.  K.  aus  ood.  Laurent,  pl.  6,  83,  ood.  VBlIiooll.  F..  -10,  ci>d. 
BHrbiMln,  IV  5G,  cod.  Miueiun.  16.  —  Die  *JoÄijSr;t  lietilolte  Schrift  alurat:t«riuurt  Äna- 
ittnsios  Sinnites,  tiudi>(.'c>s  Kap.  6,  Mignu.  Patr.  gr.  ä9.  104  fT.  Sie  war  gvgvn  Ji>liajintia  vos 
Knsnren  gcrirlitd,  üoiii  Scvi-roa  u.  a.  vurwnrf.  3ÜÜ  Au^prDoha  der  Vllfv  g«<fä1ecbt  XU 
hnlien.  Äiiu^tiuius  litii-rt  iiucli  itiidciv  ScliriftoD  des  äevcroft;  vgl.  Migue  it.  a.  O,  104. 
IÜ£.  ilG.  2SU.  Elii'Dsii  EiiHtuÜiiüH  niunacliu8  bei  M  igno.  Putr.  gr.  86,  1.  901—941.  Leontios 
vou  Bj-zuni  (vgl.  §  7).  Euagrioa.  Hlstur.  ocul.  I.  3.33.  44;  1.  4,  4.  11.  —  Ein«  aoiffttigreidie 
Liste  von  Scliriftnn  lUa  Sev«iroe  s.  bei  Monlfanoon.  Rihlioth.  Cnislin.,  Paris  1715  S.  53-S7. 

—  Di«  syrischen  Uebersetxiingon  wurden  von  Paulos,  Bisclinf  von  Kailinikoo,  und 
Jflkob.  Bischof  von  Edcssn  (t  70S),  angefertigt.  Einige  Auazagc  ans  der  Uebenwtxuiig 
der  llomilion  von  Jnkob  od.  Nestle.  t^>-risi.'he  Urammatik,  2.  Autl..  Berlin  108»  S.  79— dS. 
In  syriBchem  Toxi«  ist  nur  noch  eine  Tnuflitiirgic  dps  Severos  gedruckt.  AntworpoD  1572. 
Vgl.  A.  Rosch,  Agrnplui.  Texte  und  Unteisucb.  von  A.  Hnraark  und  O.  von  Qebbardt  S 
(l.eipxig  18S9I  3ßt— DTL'.  —  Einige  Schriflf-n  und  Fragm«iite  aus  dorn  Syrischen  lalcintMh 
bei  A.  Mui.  Sorii'l.  veler.  novn  mIIocI,  U.  742—760,  Spidlcg.  Roman.  10.  169—200  (Liber 
advtirsuB  Julian.  HalicHrn.J,  212—230  (boinilia  du  sta  Maria].  Eine  Liste  der  iu  sj-ria«hvn 
Hbh  ieb  Rrtlish  MuseutUB  vorliegHuden  Sobriftvn  gibt  Wright,  Calatogu«  of  the  eyriac 
inuuuHcripl«  iu  the  Brit.  Museum  3  (London  1872)  1822  ff.  Noch  xnhlreichere  in  den  STrischeu 
Um  des  Vatikans.  —  Dokument«  tu  seinem  Wirken  bei  Mansi,  ConoiLia  8,  989,  11&7, 
IICO  etc.  —  Die  Diograpliie  d««  Severe«  toi>  Zacbniias  Rhelar  od.  in  eTrncher  Tebor- 
BOtximg  J.  Spftuath.  finttingen  IS93.  3ie  vnrde  noch  bni  Lebzeiten  dcsSevonM  grinohiMch 
geschfieben.  Di*  Berlinnr  syiiacbc  Us.  die  sie  onthllU,  iimfasst  ].'>  Schriften  zur  Ver- 
teidigung des  Monopliysitismus,    die  nua  dem  Ciriocbischon   ins  Syrisabu  UberseUt  wurd«n. 

—  Eine  andere  Vita  dos  Seveioa  von  Johannes  rpis«.  rn^iiXoiv  ist  zitiert  bei  Mansi.  Con- 
eilia  13, 184.  —  Nachrichten  Ober  sein  Leben  auch  bei  Euogrios,  JohaaneB  von  Ephaioe. 
Johannes  von  Nikiu.  'rheopliuies  u.  a.  —  Einiees  lur  Theologie  des  Severos  beiGieselcr. 
CommeoUtio.  qua  Monopliyeitomm  vclerum  variao  de  Christi  persona  opiiiiones  iniiirtmis  ex 
tpsoruin  L-ffiida  reccua  i^dilia  illuitnintur.  Irflttingi^r  UniverailMsschriften  1835.  1838.  —  Aaf 
eine  voUrilUndige  AufiUblung  de»  einsebläuigen  Materials  iiiUM  hier  venichlet  werd«ii.  — 
Oute  Vorarbeit  lu  einer  Monographie:  Joli.  Enetratios.  Sev^fK  ö  Mcvotpvaiiijt,  Leipilg 
1694  (nur  die  kirchotipotitisdie  Seite  behandelnd]. 

2.  Die  Qbrijien  moncphysitiachen  Schriftsteller:  I.  Julian,  Bischof  von  Hali- 
karnoM  in  Knrion,  kam  nm  .'il?  nach  Alexandrlen,  wo  er  die  Unvorweitlichkoit  den  I.ciliti» 
Christi  (AphlliHrtodokclismus,  Phanlasiasmiw)  Tortoidigte.  Einige  gri«ichiacho  Fragniente  aus 
dogmatischen  ^'chriftcn  ed.  A,  Mai.  Spicilog,  Kamnn.  10,206  —  11.  Ganz  erhalten  Ist  sein 
üommcntar  lum  Buche  Job,  der  in  der  Ausgabe  dva  Origenes  von  Q.  Uenobrardae,  PariB 


J 


;>lignB.  PMt.  gr.  «8,  437— «I.    ^5in?  ToÜi^^^^HH^  cod.  Vntic. 

cuMr  umAiaUidie  llbar»etil«n  Hoinilie,  Script,  virter.  nova  coli,  i  IKom  1S3I) 
Iticw  Uomilicn  luJ  «JiriKe  Pragni«nt«  bei  Miv;!!«,  Patr.  gr.  80,  2li!f  -2TT. 
5.  VoD  TbeftdftBioB  von  Alexnndrien  (53<'>— 36J  ßnden  sich  Fruiiiiitfiite  bei  Kuü* 
"kofl«ualea.  Uisiie.  Palr.  rt.  .HK.  436  f.  «nd  bni  Msssi.  Concilin  lll,  1121;  11.273. 
AiH  den  eoi.  \»üf-.  •rabic  101  gab  A.  Mal,  Rpicilng,  Roninn.  3,  710  IT.  AuHQge  auH 
da«  Tb««d<M)Ofl  an  (^oTnron  und  nii  dim  Volk  von  Akiandrian  und  nua  oinor  Ilotnilici. 
oll  bat  Uisne,  Potr.  gr.  6S,  2TT-286.  -  Val.  Aniwtiuiioa  i^iiiait««,  Uüdegoe  Kap,  10, 
Iv,  Patr.gr.^,  140,107.  ~  EinMgowiMHi  Kolatho*  "Ex  njc  vif^  ><"'  toftm-  t*io- 
■Ipmxap  HneJioytms  nad  ein  iircdtea  F^ngmaot  bei  Uanai.  Concili»  10,  1117  IT, 
4.  Jokannro  I'biloiionai,  der  auf  dein  Uteologiadieo,  philosDphiscboR  und  gram- 
:«li>cbcii  (irbii-tc  liltcrariacti  ihSiig  war,  bIBht«  in  der  ernten  HUftc  das  6.  Jolirliand^rts. 
lb«o1o^itclieH  lUupIvcrk  wur  .ri«if>jfi;{  belit«lt;  Jobiuincs  spielbi  doria  die  HuIIu  tliie 
larieblm  in  der  facriscliKudva  Kuclroverse  uud  äucbl«  <l»u  Monupliysitisiiius  und 
niw  XU  begfOnd««.  UmfaDKr«toli«  Fraginout«  dieser  Suhrirt  bei  Jubannos  von 
und  in  cod.  ÄUioiM  1S05  s,  13.  17  Kapitel  gegen  diu  Akupbuleii  elehoii  Id 
b.  UimL  IfWf.  99>— 130',  Pbotion  kannte  nncb  '2  nadere  Iheologiaeho  ^clirifteo 
Di«  «iae  war  geK«n  das  Konill  von  Clinlkedon  gericht«!  (cod.  6^1;  dio 
Bpn«  d«ii  PabiarcliMi  Jobann««  Sobolaslikos  von  Knel  (ood.  T->).  Auf  dorn 
pkia«li«B  Gebieto  b«W^an  »ich  dl*  voMxlAndig  orbnllcn^n  l^chilflon  ürQi  aooiionoiiaf, 
»rdoriaa.  Wian  1690,  und  Kurs  li^ötiov  nt^'t  «iAötr;iat  nöofiov  in  IS  ItUcliom,  «d. 
eavollns,  VMIvdig  ISSS.  Eine  dritte  pbiIo»ophieRlia  Scibrift,  Jltpi  ätaaiäat<o(,  i«| 
n  fafpaagsB,  «baäiM  oine  AbbAndlung  IJt^i  »yaXuattiiy  gegon  lamblicho*,  dio  l'hotiofl 
;  (eod.  315).  AaMMdcm  geben  mebrero  Arialoteleskumnipntiirr-  unter  Boinem  Namen. 
i-  S»  eriMiticrendon  Aiticel  von  A.  Btftokl,  Welzer  und  W'cltiti  Kiicbontexlkon  Q' 
in)  17+H  — 5».  und  tia»».  Renli-nojklupadi«  t  prul.  Theol.  16',  47— öl.  -  Lobi-r  naiau 
CM  ».  KTresobel.  Tbtfol.Stud.  u.  Kritiken  8  (1835)  9.5-118.  J,  W.  Scböufcldur. 
iili>ii|.<iiibiibti  Aes  Juhauiiea  von  EpIiMüs.  MUnclien  1862  S.  3'S6-297. 
A.  Baailios  Kiiix  vvrfaMte  neben  einer  Kirobengeecbicbt«!.  dii^  iiacb  Pliolioa 
2}  bic  siun  Tuile  Justins  r<<ichlo  (^37).  «iae  Apologie  g<^gen  Joliaun««  von  SkyUio- 
■  16  btl«h«ni,  von  dw  Photioa,  cod.  107,  eine  Inbultanngabo  gibt 
tf.  Jobann«aPre*byt«r,  i  Jtytiitr,i.  ist  uns  nur  durch  t'holios  hi^kanut.  Dlonor 
MiDr  KirehMIgOMniehte.  welch«  dio  Zeil  von  Tboodoaios  tl  bin  Zeno  in  mono- 
I^IMI  dantoUt«  (ood,  41),  und  neinc  iiolirift  goi;on  dio  Kvnudo  von  <;hnIkedon 
Harrortiebnng  der  Klvh^it  und  Glcgaux  iet  DHral^lIung.  Uii-  Lobcinaiiiit 
ut  noch  nAli<T  lu  bceiiinmen. 
7.  rar  Th»n)t9tioa  und  den  alexandfiniaclieu  Mönch  Theoduros  aind  wir  nuoh 
Mlg«wiMen,  Der  erat«  schrieb  eine  UaoXayla  tintp  lov  fr  nyioit  tttatfaftoe, 
I  «f  Severoa  an^ff.  Darauf  antwortete  Tbeodoros  als  AuliOngor  d««  Snvenis,  und 
Tersntaaale  iwcli  j^en  von  b«den  sa  einer  Replik  jPbolia«,  «od.  106).  — 


S4 


BjruaUnlMhe  UttoratargeMhidite.    I.  ProaKbclie  tiUeratnr. 


9.  Vo4i  J»likiiii«a,  dem  P»triarcb»n  dar  TheodaaiaDer  (ST7 — SS$>iiti«rt  Aus- 
riMiM  SiiuitM.  Uo^os  Ka|>.  \\  Hiitae.  Patr.  gr.  8»,  Sä»  2  t'Mtbfiefo. 

iff.  Ein  riipAjft^lof  Zoirai-  'Jnsoi^lirav  wiid  «rwahnt  von  fl  limtlllfnil.  Büclior  ran  K»- 
rhlll),  MtKn«.  TaU.  Er.  106.  1024. 

2t,  Di«  monophTutiMliiMi  '.lni»ifitni*fioi  «Im  Anthimos,  KMhvfM  tob  TnpMual 
mckI  miltMvn  Patr.  von  Kpol,  ain«!  eriwll««  in  deoi  nodi  nnnJinrton  10.  BncAi«  das  ThNtumia 
orLhodfixiaa  von  Nikoüw  AlcoutinatM.  Vgl.  UiN-ne.  Patr  gt.  1^.  lOÜ.  Kin  n>ifinaat  dal 
Antliimo«  fj'  le»  ic*^  'furarirwi-ör  lo/oi*  bei  MauHJ.  Coocüia  II,  440  f.  —  KikwtMMlfcllt 
«olU  noeb  weiter«  H««t«  der  Monophyiiteo.  —  l'i^bor  diu  .Sinnciiliuig  in  SMh«ii  da«  Hose- 
phyHillHnaa*,  welch«  noecfale  Sobrrilwii  an  Petras  FuHo  ran  Antiochien  entlt&U.  r^.  UkaasvD. 
ilMch.  d.  Qu»)l«o  und  d.  Litt,  de«  esnoniediaD  Rrdila  1  (tinx  1870)  763  IT..  Ü.  Ullnlli«r, 
NMiliricbten  der  OOltinger  Geatllach.  der  Wia«.  PMIol.  Hislur.  Kl.  1894  S.  117~U3. 

3.  U#ber  diesyriHchen  Monopbvsitonnnd  deren  Litt«Tatur  v^l,  J.  8.  Aeaomanni, 
tliblfotboon  iirientaÜ«.  2,  Dd.:  D«  seriploribTia  Syrie  monophysitis,  Rom  1731.  —  W.  Wrighl, 
H^rixi  I/itAmturc,  Kiicyclopnndin  britunnien  9.  Aufl.,  Bd,  22  (Kdinborg  18S7)  831— ttM. 
Km  Abdruck  mit  Ziinlltx<^n  emehion  nU  A  iliort  hiBtorf  of  Sjrinc  lit«rabiT«.  LoadoM  ISM. 
Vgl,  Thoolng.  Littorntunnit.  20  (IHSri)  4.^.  -  An  ihrer  Spitxc  atuht  Pliilaseaos,  Biocbof 
von  Haliu^,  äni  (ieainnuagagpnossn  dea  !^cvcra»,  daason  ohristologische  HoniilJaD  «d.  nr. 
A.  Wollin  BudgD.  Tb«  diiicodrsus  uf  l'h.  Ilislmp  uf  Mnbbugb,  2  Rda.,  London  18M— M 
(der  Bjriiiübu  Text  mit  engtiarlior  L'oborseUung). 

7.  Leontioa  von  Byzanz  (.-'oni'iio^- ßi'^aiTio;).  Unter  diesem  Namen, 
»oben  dorn  hiindscliriftlicii  auch  die  Bezeichnungen  'IfpoaoXv/iirr^f,  «pi;ju/tr^ 
vorkommen,  sind  mehrere  theoloßische  Schriften  llbeHi<?fert.  doreii  Vor^ 
fiMHor  sich  h\»  der  kßdcutßn(l-''t«  Theologe  dett  6.  Jalirliuiiderts  kundgibt. 
DioMo  Budcutung  liogt  in  or»toi'  Liiiiu  darin,  <la»it  er  /uorsl  dio  uridtote- 
lischen  BegriffHt>(>stimniungun  in  dit^  Thuologie.  itpi'ziel)  in  die  HiriMo- 
logio  oinfUhri>e  und  durch  diese  das  chalkedonifiche  Dogma  mit  dei'  grie- 
diitichon  Volk.sauffaAijung  von  Christus  zu  vemnhnen  suchte.  Mail  hat  ihn 
mit  ICi'clit  den  er^^ton  Schola^tilter  genannt  und  wir  halten  dufUr.  dass 
damit  oiii  FoH.'^cliritt  in  der  Erforschung  dv»  CtirisluKgfhtiimtuääL's  gegeben 
war.  Inhaltlich  fusst  seine  Christotogie  auf  derjenigen  des  Kyritloa  von 
Aloxandrivn.  Um  ho  auffallender  rouss  es  bei  dieser  Bedeutung  des  MannoB 
Ht'in,  dasB  die  Tradition  wedor  tiber  die  I'ernnnlichkeit.  noch  Ubor  den 
Umfang  der  litterarischon  TbStigkoit  do^solbcn  Sichvrc«  berichtet. 
Rr  tivlbst  ersithit  nur,  d»s&  er  in  Beiuor  Jugend  einer  Geroeinschaft  von 
Ni^Ntorianeni  nngehOrtu.  hJs  er  durch  die  Gnade  Gottes  und  .göttliche 
MAnner,  die  ihm  durch  die  Schriften  wahi^r  Oottcsguluhrlun  Hand  und 
llorz  reinigten*,  derselben  entri»i)0»  wurdu.  Der  filtcste  2uugü  der  Tradi- 
tion, GormniMS  von  Koustantinopol,  nennt  ihn  ö  rt;;  «'fi^'juot-  /jot-nxoc;  diese 
sowiu  dtw  Johanne«  von  Damaskog  und  des  Theodoros  Studites  Angaben  sind 
jedoch  XU  unbestimmt,  um  sichere  Folgeningen  zu  erlauben.  Die  ^hrift«D, 
luu  die  es  sich  handelt,  sind:  1.  Contra  NestorJanos  et  Butychianos 
LI.  ;1.  eine  Widorlegwng  der  beiden  christologiscben  Systeme,  zugk-ich  die 
Kr^tUnjj;»»chi-ift  de»  Liwotios,  2 — 3.  je  i.'iihi  Schrift  gegen  die  Nestorianer 
utid  dit>  MoDophysiten:  von  der  ersten  fohlt  das  8.  Buch,  die  and«^ 
ist  in  6S'J.io^'at  eingeteilt.  4.  SchoHen,  gewahnlich  über  de  soctis 
litivrt,  in  llt  liffäiui  eingeteilt  und  Qberarbeitet  von  einem  Abt«  Theo* 
doros.  Auch  diese  wendet  sich  nach  einer  summariächon  Besprechung  der 
firOhi^ren  Irrl^brvn  «iedar  gagoa  dio  munopb>*«liiM:hou  Parteien,  Gaianiten, 
AgBoCten  und  Ori^euiittMl.  S — 6.  Eine  kurze  Widerlegung  des  Severos 
und  30  Kapitel  gegvn  donmJbei):  7.  eiuo  Schrift  über  die  Fälschungen 
der  Apollinaristes;  8.  «iaAusahl  von  Fragmenten  «et«  lüir  .-ttoytioVf 


1.  Tb«oIo«ie.    A.  Dogmatik  tud  Polemik.    (§  7) 


5g 


im  !•*>■  axtt^mv  ^eortiav.  Fr.  Loofs  hat  zuerst  den  Vcrsut'h  gemacht, 
du  PrüMi'ui,  das  sicli  an  Leontioa'  Namen  knüpft,  zu  tösoti.  Sein  End- 
[vsultat  liezüglicb  der  SvJiriften  des  Lcoittio»  ist,  dasa  nur  Nr.  I  noch  in 
nraiirflnplicher  «estalt  voi'Iiegt;  <iie  übrigen  wäi-en  sämtlich  Fragiiieiiti^ 
(Sr.  L  u.  (>1  odor  Bearbeitungen  (Nr.  2—4)  einer  ursprünglichon  Schrift, 
vdchu  ax'iiJt*  bvtitult  war.  Nr.  7  schreibt  Loofs  einem  ondoron,  aber 
gleichzeitigen  Autor  zu.  Gegen  die  Hypothese  joner  GrundHchrift  sind  von 
vsradiiedenen  Seiten  gewichtige  Bedenkon  erhoben  worden,  die  es  nicht 
Riluiben.  Loofs'  Untersuchungen  ak  «bschliessend  zu  betrachten.  Doch 
ilt  damit  da»  littcrarisihe  Eigentum  des  LeontioR  im  allgemeinen  fest- 
gftoHt.  Die  untvr  aeineni  Namen  gehenden  Homilien  harren  noch  einer 
ersten  Untersuchung;  sie  gehfiren  wohl  einem  anderen  Lcontios,  PrcHhytär 
in  Konstantinopel. 

Noch  schwieriger  war  dio  Fixierung  der  persönlichen  VerhMt- 
niftffe  de»  Loontios.  Nach  Loofs'  scharfsinnigen  Forschungen  wurde 
Leontios  wahrscheinlich  in  KonMiintinopel  um  4H5  autf  einer  vornehmen 
Familie  geboren,  die  mit  dem  Feldherrii  Vitalian  verwandt  war.  Aus  der 
aettorianjsehen  ICichtung  wurde  er  durch  den  Auächluss  an  diu  skythischen 
Hflnchc  gerimten,  an  deren  Spitz«  Maxcutios  stand.  Nach  einer  Heiße 
nach  Korn  (519)  zog  er  sich  in  die  neue  Laura  des  hl.  .Subas  in  PaliUtina 
xurilck:  Ml  nahm  er  teil  an  dem  berühmten  UeiigionrigeHpräch  in  Kon- 
«Untinopel  und  vcm-eiltc  hier  bis  etwa  539.  wo  er  in  i«ein  Kloster  zurilck- 
kalute.  542  trat  er  wieder  in  Konxlantinopol  auf  und  starb  hier  wabr- 
whwBliflh  bald  darauf.  Diese  Leliensekizze  kann  auch  nur  ak  eine  vor- 
Bfalflge  ang«aehen  werden:  ein  Beweis  dafür,  wie  schwierig  es  ist,  eine 
voD  de»  Zeitgenoasen  vomachliUsigt«  FersOnhchkeit  (Euagrios  nennt  nicht 
mnui  8uinen  Namt-n)  auf  dem  Wege  der  litterarischcn  Forschung  gloich- 
wn  wiudvrzu  Buden,  selbst  wenn  es  dio  Forsönlichkeit  eine«  »o  gewichtigen 
Thaotogen  und  I'olemikers  wie  die  des  Leonttos  von  Byzanz  ist.  Jene 
TemMhliflsigung  erklärt  sich  am  best«n  daraus,  dass  der  hochbegabte 
Lmntios  »ich  nicht  in  dio  extremen  Dichtungen  hineinreissen  iiess,  dio  im 
ÜnQtapit«)-  und  Origeni»teiuitrfit  eur  üeltimg  kamen. 

I.  Amgkbrn:  Nach  J.  LounclavJus,  Basel  löTS.  Canialux-Uatinago  und 
Haasl  bkt  A.  M»!  di<<  AaagalM  Atm  l.oontias  im  wpäciiUiohan  xuni  Absclilus*  gulirnobl, 
■iMU  M-  ibii  grierhiichcn  Tsst  ron  Nr.  1.  S— 7  und  dio  Nr.  2.  3,  i<  xuvrttt  vi^rfiffi^ntliclito; 
•Iba  w imweiigwilglll  bei  Miunc.  I'atr.  gr.  KG,  I2ST-21UÜ.  ~  EbuudH  1975  2001  iJio 
i  llsmilien-  Ami««  aatrt  dom  Samoa  diice  Lvoutius  vva  Kpvl  iu  uodil.  Vaticiui.  löti, 
IlSOv  TalUc«ll.  U.  84.  Parin.  1 17&.  UAndBi'hrifUicIi  wrcdoD  Leoutioa  von  Uyianz,  Loontios 
«M  Kpal  und  L««olio«  von  R)p«Tn  vtuirach  vcrwei-bHtdt 

S.  llilfamillol:  Diu  fi-(lk»r«n  littvrurliiafurisi-ben  Angnben  b(-i  Ciidin,  Chv«,  Dupin, 
hMdaa  riail  mW  unbestimmt  und  eiimndiT  M'idvra}itvch«nd.  —  Uiiuptachriflvn:  Vr.  Loofa. 
Dm  Lakan  und  d»  poImiuscIimi  Worko  dos  LoontiiM  v.  Byisn«.  'IVato  und  Tu tomiic billigen 
i«B  a  *.  GaWiardt  nnd  A.  Hanmck  3.  l  (Loipiig  l»^?)  1— »IT-  Vgl.  duxu  MöIIbt. 
naola«.  UttMitanwitwiR  1887, 8S«ir„  Baraanhewor,  Pntrologie  S.öOH-  MH.  A.  Kbrbard. 
UknrMduir  Uoadwdwr  S7  (HflnHtar  ISfiS)  ß05-&OS.  Dio  AuafUliiuiig«n  voa  Loufe 
UitB  rkHack  dnrdi  lUngol  aa  KUriiait,  CcbcrsichtliulilccJt  und  atreoger  8elb«lkontrolli>. 
MjrfMtMMB  w«rdaM  nf  Ilypotboaen  anrgcbont:  die  Idutilifizienuinvemehe  («bao  «ntaobi«dan 

'"    —  W.  Rtlg»mtt.  LMintKui  von  Byxuni,  Wiinburg  lft94,  mmmt   xa  viulon  Aof- 

~  «an  Loon  gegaiuMiKeh«  ät4.>lluug  i-in,    ubiio  jodocb  positiv  llbor  lioor*  hinniu- 

Dm  Hkuptverdienal  dieser  ävluid  li«gt  in  der  Daralollung  der  Tbcologio  den 

i.  Ihts  okdiftte    BadOrnUs  ttr  die  weitor«  LoontiMraracIiiuiK   iat  «ine  iwrgtälUge 


50  Bjsftotiiiiacli«  LitteratnrgMoUebt«.    L  ProaaiBelift  Litt«ntdr. 

Untpmichang  »llor  «insolilllgigra  Um.  Aiiwcr  lUn  Laoh  hektmnlea  CuJd.  Valiean.  i. 
Turrian.  {ob  vom  Vatican.  rerediiedea?)  nnd  Dodl.  Ijtiidinn.  92  U.  »»JeD  eenanuti  < 
JaaiwiiM.  27  iwac.  II  fol,  328-8&3.  vgl.  Pitrn,  Aonlocln  HHcra  ot  rlnMica  ^  (Itfiin  \f 
*i  tt,  md.  KMCorin].  458  saeo.  11,  cod.  tun».  1385  aiuw.  14.  Vnticnn.  I'dat.  -Wi  a.  Ibii. 
Zu  bauchten  i«t  nuch  ilie  annnyiiin  f^r.hrift  in  cod.  Mnrc.  ■'it.'i  n.  I.i,  in  dor  I,«oatioe  oft  litiert 
wird.  -  Dnn  uuedicrtc  Stück  in  dem  cod.  Laudiiui.  hiil  ItUguncr  a.  a.  0.  S.  4  aufili  in 
eineni  Albodoudex  vmlirfioDiuninoii. 

4.  Ueber  dMi  ,Abl  und  Philoaoplieii*  Tliettdoruii,  den  Uokcraiboitor  dfir  Schulion  das 
I^eoutioa  ist  nichts  HicIacrgcalL-Ut.  Loofa  h.  a.  0.  8,  149  iiuoht  mit  Bddit  auf  din  Nolwondig* 
ki-it  liHiidst'liril'tlii'lai-'r  Forsch  im  iicn  aurui(>[h«aiii.  Zu  deu  ebenda  8.  136  gcunnuton  Iln 
sind  die  «udd,  Muet|.  Typusr.  10  suuc.  12,  Paria.  1100  saoc  14,  KusiuiU.  3(  bucc.  11  lijacn- 
nRIgWl.  Ans  dvm  LiW  de  aeetiB,  Migne  a.  a.  0.  1282,  gebt  bervor,  daas  Tliuudoros  diA 
ücbwwbeitiing  zwisclt«ii  ti70— 608  vomnhm, 

5.  Ala  Worlflthier  der  ukjUiiaubuu  Monoli«.  üii  denen  LeoDtios  «i^bürt  liabon  mII, 
ist  Jnhaniies  Maxentioe  liekunnl.  vuti  dem  muhi^rv  Schnften  in  Inl^inUclieiii  Toxt4 
nach  dnr  od,  iir.  von  J,  Cocliliens  boi  Mignn,  I'nlr,  gr.  86,  7-'i  -IM  vorliegen,  zum  Teil 
in  «ebr  nchlftchtsni  ZuHtand,  Es  bleibt  zu  untor^irbon,  ah  sie  grienbiacb  gnaohriehcin  wurden, 
«dor  ob  niclit  vinlmcbr  dnr  lateinische  Text  der  ursprDngliche  isL  FabriciDB.  UibI,  gr, 
lÜ,  MO  knnnlo  koin«  grinohiache  IIa:  eine  aolcbo  ist  auch  neuerdings  nicht  aufgeUuchl. 
Vgl.  Luefii  n.  u.  Ü.  S.  229  ff.,  Bardonbcwcr.  PuUulogie  8.  30»  f. 

0.  l't'bcr  daa  ttoligionsgesprilch  dus  J«bres  S81  gibt  der  Brief  des  UiscbaCa 
InnokentiuB  von  Muiunlin  bei  I'hilt|)pi  nfiberu  Auakunfl.  In  lateiniscber  Uebcrsotxuog 
und  sehr  korrupter  TeitumtuU  cd.  Munsi,  Concttiu  8,  817—834. 

7.  Kin  euusi  unbuitaimlur  MSuvh  Eustatbius  bebandelt  iu  einem  au  Timotbooi 
8oholaatiko«  gerit-htelen  Briefe  die  Frage  nach  der  Doppelnalur  Christi.  Ulr  sucht  nadi* 
Kuireisea.  daas  Severos  sich  selbst  widerspreche,  und  bringt  tu  diesem  Zweck  Zitat«  AUt 
einer  Reihe  von  Scbriflen  des  Sevwros.  Kr  wird  wohl  ein  ZoiCgenowo  des  Serer«s  gewesea 
Bein.  Ed.  pr.  A.  Mai.  Script.  votoT.  novn  coli.  7  (Korn  18;I3)  277—202;  abgedruckt  bei 
Migne,  l'atr.  gr.  sn.  901-941. 

V.  Verlorene  Polemiker  dos  ß,  Jahrhunderts:  Das  IjOM  der  monoplij-nitiarhen 
llieolagen  trnf  anuh  manche  ihrer  (icgner,  deren  Subriften  oboofallii  verloren  gcgnngoa 
eind.     Wir  nennen  {olgpnde : 

1.  Der  MUnch  Jnbios  verfftssto  zwei  Schrirton:  die  erste  war  gegen  äoveri»  g«. 
richtet,  die  zweit«  ,'>i'jrDfou(xtj  ngayfiaftla'  betitelt,  bestand  uua  !)  BOcbeni  und  4.'>  Kap. 
Eine  DusfUhrlicIin  Annl.viM)  deraclben  mit  Excerplen  hei  Pbotios,  cod.  'i'ü,  Uiune,  l'uU.  gr. 
108,  736— »21>.  Damnph  wni  diese  .''chrift  nicht  poleuiiach.  Zwei  weitere  truginente  uua 
deraelben  od.  A.  Mui,  Clossici  noctores  10,601—604.  Spieileg.  KeuHn.  10.132;  abgedruckt 
bei  Migue.  Patr.  gr.  86,  3,  3313-20, 

i.  Jebaunes  Graniinn  tikos  von  Kaaarea  wird  als  Qogner  des  .Severos,  der  gegen 
ilm  scbrieh.  von  Eustnthios  Monachoa  und  Anaatasius  Sinoites  Öfters  erwähnt.  Seine  Apo- 
logio  der  Synode  von  Chalkedoii  ist  in  Byriacber  Uebersetxung  erhalten  in  dem  cod.  Vaticao. 
sjriac.   HO,     Vgl,  A,  Mai,  Nova  Piilr.  bibl.  2  (Born  1844)  595. 

.y,  .lohannes,  Biaehuf  von  Skythupoüsum  die  Mitte  des  tS.Jahrbundarbi,  dermtt  dem 
Johannes  Scbolnstikos  deraelben  Stadt  höchst  wahrscheintidi  idoatinch  ist,  verfosato  einp  Schrift 
gegen  Snreros.  die  wenigstens  aus  S  Bdchurn  bestjind.  Kino  xweite.  Kmä  luif  «noa/iirriüv 
tfji  hmltjuiat,  in  12  BOehem  war  niLcb  Pboties,  codd.  9.'i.  107.  gogeu  ßusilios  Kilix  girrichlot, 
dor  eine  (iegenscbrift  schrieb,  Johannes  iat  endlich  der  älteste  Kunimciitator  diMi  l'.inndo- 
oreopHgiten.  Krbnlten  nind  nur  einige  kone  Fragmente  aus  der  eisten  Schrift  in  Synodal- 
oklen  bei  Mansi,  Cnncüin  10,1107;  11.488  und  iu  der  Ductrina  Putiuin  bei  A.  Mai, 
Script,  vetcr.  «ova  coli.  7.  21.     -   Vgl.  Loofs,  I.eontius  von  Byianz  S.  269—272. 

4.  Von  dem   MQnche  Nikioa  erwAhul  Pboties,  cod.  50,  drei  Schriften:  Kor«  itJi' 

loe  •^tinniiriiv  ttifnlitiwr  trttö,   Halä  tov  Jvailf,1av!  £evijeov,   K«id  'CUiji'ttif  Xüyai  ifvo, 

5.  Pbotias.  cud.  33.  luB  auch  die  Schrift  eines  Mttncbee  Theodosios.  der  gegen  die 
Äuferfilebungslebrv  des  Pliilopouoa  uuftrat. 

6.  Em  gewi^er  Maron  von  Edessa  wird  von  Anastasios  Sinaites,  Uodegos  Kap,  I&, 
Higno.  Patr,  gr,  89.  2i)3  als  Gegner  des  ,Severos  genannt 

7.  Aoastäsius  Sinaites  zitiert  auch,  Hodegos  Kap.  13,  14.  Migno  n.  a.  0.  2.^6.  344 
die  Schrift  eines  Ammonios  von  Alexandrien  gegvn  Juliuii  von  Haliknrnusa,  der  von  dem 
frObcri-n  Exegeten  Ammonios  nnlerschicden  werden  tnuaa.  —  Ein  Fragment  muh  einw 
8ehrift  gegen  Entvcben  und  Dioakoros  wird  Ammonios  xugescbrioben  in  den  codd.  Mcwg. 
Typogr.  10  sboc.  12  fol.  139  f.  und  Taurin.  200  ancc.  H  fol.  75'-  Tt<. 

8.  Eusebioa,  Erzbieobof  von  Thnsnntoiiike  <5!)0— ÖO'l),  richtete  eine  Kootrovan- 
sohrift  in  10  iJQchcm  gegen  den  obongonannton  Audreoti  Snkleistos,  einen  Anhftsger  im 


L  Theologie.    A.  Dögmiita  ond  Polemik, 


8-9) 


JtUwtoilokeUsiniw.  Tgl.  Pbotius,  <wd.  162  —  Gregoriuii  M.,  Kegwlnim  Epialol.  I.  0,  I5S. 
IN  (Bmfe  aa  EoMbic«). 

8.  Ephräm  {'Etfeu*'^.  'B^^aTftio^).  Patriarcli  von  Antiocbien  (529— Mri), 
US  Aniidu  in  Mosopotainicn  gubürtij;  und  Comes  iIcs  Orienttt  bi»  zu 
■iner  BiBchofswoibti,  ntil»st«  aa  dt»  Seite  doe  Leoiitio»  von  Byüiutz  (;c- 
ridU  werden,  wenn  die  zahlreichen  Schriften,  die  er  zur  V'ci-toidigun^  der 
ijvtie  von  (,'haIhedon  vprfasitt«,  erlialten  wftren.    Von  »i-inur  HtU^rarifichen 

Jgki-it  crhalton  wir  Kcinituid  durch  AnastäHios  Sinuitus,  die  Jolianiios 
Daaiaskos  zugctwliriebonon  Sacru  parsllela  und  besonders  durch  Pliotios. 
Jm6  biet«n  ZiUto  aus  Ilomilien  und  Schriften  gepen  Severos  u,  a.  DiiWwr 
bonl«  3  TofHH  Kphrämfl;  der  erste  war  eine  Snnnntung  von  Homiliun  und 
Briefen.  Von  dem  zweiten  bekilnipften  3  BUchor  die  Soverianer,  das 
1.  MÜiielt  die  Antwort  auf  5  Fragen  über  die  Gonfruis,  die  ein  Mflnch 
Autolios  Ephräui  vor^jclugt  battu.  Aus  den  üahUeichen  Fragmenten, 
£e  Plwtios  mitteiit  und  A.  Mai  ans  vatikanischen  Ilea  nur  unwesentlich 
ntnwhren  konnte,  ist  ersichtlich,  dans  Hphräm,  gleichwie  Leontio»,  eine 
iMgibdehnte  Kenntnis  der  früheren  Vfitermchriften  besasu.  und  in  Keiner 
Chrittologiu  haupU«ilchliub  auf  Kyrillo»  von  AJexandrien  fusitte. 

1.  Fragmente  im  Pliotios.  cudd.  22S  f..  Mi^m;.  P«tr.  kt.  1u3.  9&T— I(J24,  bei  Ana- 

iGaiaHM,  Mit;no.  Patr.  f,t.  »^.  ll'^ySS  uud  bvi  Manai.  Concilia  10.  1108;  ll,433-3ß. 

fn*  rrkgTn«nU>  ia  den  Sacra  raratlok  oiid  bei  A,  Mni  ge«ammelt  hei  Miitno,  Patr.  gr. 

.  :IM-lf.  -    Waitet«  FVasnieRte  in  c^oM.  Pork  II  a.  1186  ful.  312  und  320.  Mncoinn. 

-   !!>,  AUioua  3T0S  ■.  13  fol.  40,  in  dem  TbM.  orthodox,  de«  Niketns  Akominjitn»  de. 

i   tlilfviuillRl:  Fabricids,   lÜhl.  ^r.  10.  7&0  -753.    Hier  die  List«  dir  4.-^  rrOhorcn 

hirrktiiMkriftstclIcT.  dio  in  den  KiHKnionlcn  bei  PhotlOH  genannt  weiden.         Mohroro  bio- 

pifhiadra  lLiiii<ilh«iUn    Ub«r  Kphrüni    lif<i  .lohnnne»  von  KphcsDs.   Commnntnrii   du   boktia 

NiräulibiM  (t  Malor.  ««ol.  fragm.  Intine  vvrtnrunt  W.  T.  vnn  Doiiwon  ot  J.  P.  N.  Land, 

iMltriam  18»9  H,  IH  188,  bmoDdora  2äl--8». 

9.  JastiniaQ  I  {'hvtxuyiai'ic]  527— r>G&  eröffnet  die  Iteilie  der  hyzan- 

tüüdKn   KaiHvr,    welche   das   Beispiel   Sauk   nachahmten,    der   unter  diu 

IVojibeten  ging.   In  den  theologischen  Kontroversen  seiner  Zeit,  mit  donon 

•T  flieh  als  Kirchenpolitiker  intensiv  beschäftigte,  trat  der  Kaiser  auch  als 

lli«ili>gi>*chfir  S<hri(l«toller  auf.    Zeugen  diew*r  theologischen  Sctiriftstellorei 

4im  Kiüsrnt  «ind  Justinian  selbst,  Liberatu»  Diaconuu  und  Eustralio«:  doch 

amg  e«  schwierig  sein,  den  persönlichen  Anteil  -Justinians  an  den  unter 

Moon    Xamen    publizierten  theologischen   Abhandlungen    zu   beHtimmon. 

Jodt'nfalls  nahm  er  die  Mitarbeiterachaft  seiner  Hoftheoingen  in  Anspruch; 

abar  dor  einheitliche  litterariache  Charakter,  verbunden   mit  dem   hohen 

tnlinwm  dm   Kaisers   für  theologiM^he  Fragen,   stallt  Justininns  Haupt- 

uttfjnchnft  ani«er  Zweifel.     Wenn  wir  von  den  Briefen  und  kleineren 

Edikten  thctdogiitchen  Inhalts  absehen,  so  tragen  folgende  Sclu-eibun  und 

Edikt«  Justinians  einen  theologisch-litterarischen  Charakter:   1.  Der  an  den 

Patfiarcheu    Monas    von    Konstantinopel    (r.j:i)    gerichtete    Aoyoi  »axü 

Jiftji!rov4  Avaatßoix;,   welcher  den   Nachweis  versucht,  (lai<s  Origenes 

■cUimmor  aei   aJa  all«  übrigen    Ketzor,     Die   Abhandlung   i.iit    reich   au 

ZiUton   autt    (Roheren  Kirchenvätern ,    Petro»    von   Atexandi-ien ,    Basilios, 

Ünigor  von  Nyssa,   Theophiloa  und  Kyiillos  von  Alexandrien  u.  a.,   sowie 

«a  StcUffli  AUS   den  Schriften   des  Origenes   selbst.     Ihr   kirchenpolitischer 

Zimcfc  ist   uus   der  Aufforderung  ereichtlich,  es  möge  der  Patriarch  eine 


Jü5 


68 


Brunttttüchs  LlttantargMchlobt«.    L  Prottftiedie  LitUratur. 


Synodo  vorHanimvIn  und  dcrtiellien  die  von  Justinian  aufgestdlten  A»atlii>- 
matiemen  vorlegen.  2.  Ganz  dieselbe  tlieologische  Üar8l*IIungBWt>ist'.  vur- 
bundon  mit  derselben  kirclionitolitischon  Tendenz,  zeigt  sich  tn  dem  grUeseren 
Edikte  gegen  die  Drei  Kapitel  (551).  Unvollständig  erhalten  ist  ciiie 
KontrovorMtclirift  gegen  gewis»e  Anbänger  der  Drei  Kapitel,  worin 
Justinian  deren  Verwerfung  zu  rechtfertigen  sacht.  3.  Mehrere  Abhand- 
Inngon  belieben  meh  auf  die  theologisohe  Hauptkoiitroveree  der  Zeit,  den 
Moiiophyi<itismu».  Die  grßsst«  derselben,  an  iLg)'ptiacbe  BlUnche  ge- 
riehtot, stellt  auch  die  orthodoxe  Lehre  an  der  Hand  der  hl.  Schrift  und 
der  Väter  unter  Bevorzugung  Kyrills  von  AJexandncn  dar  und  .-«elilicstit 
daran  eine  Widerlegung  der  Gegner.  Das  dogniatiseho  Schreiben  an  den 
Patriarchen  von  Konstantinopet  Zoilos  (542  bis  c.  550)  ist  bis  auf  ein 
kurzi«  Fragment  verloren  gegangen.  Justinian  und  seine  Theologen  er- 
reicht^>n  ihren  Zweck,  die  Versöhnung  der  Monophysiten,  nicht;  Justinian 
trat  sogar  in  einem  letzten,  verloren  gegangenen  kii'chenpoliti.sch-theolo- 
gischcn  Edikte  fllr  die  extreme  monophysitieche  Partei,  die  Aphtharto- 
dokoten,  ein.  Zwischen  diesem  Edikte  und  den  früheren  liegt  ein  Abgrund: 
denn  in  «Üeaen  steht  Justinian  im  wosentlichen  auf  dem  theologischen  j 
Standpunkt  des  Leontios  von  Dyzanz,  obgleich  Leontios  auch  von  Juittiniait 
nirgends  crwfihnt  wird.  Das  bleibende  Itemiltat  dieser  kirchcnpolitiucbou 
Aktion,  die  Justinian  in  ein  theologi.sches  Uewand  zu  kleiden  vcr«tuud,  war 
die  endgültige  Feststellung  der  kyrilliBch-ehalkedonischon  Cliristologie  inner^j 
ha]h  des  byzantinischen  Reichee,  dos  davon  niemals  mehr  abging.  ^| 

1.  Ausgab  od:  Dia  tlieüluglscben  Scbriften  JustinJans  wurd«ii  in  die  iii«i6teii  Konnlieo-^^ 
Banmluncim  aufoonoiiun«n.    Äin  boi[iieiiiet«ii  llndot  man  aie   bei  Migne.   fatr.  ^.  86,  I. 
B4&— 1149.  —  Den  IVactatus  oontra   Mnnopliyi>ilns  ed.  |ir,  A,  Mni,   Scriptor.  veter.  nora     i 
c«Il.  T  (Rom  1838)  üi—tli,  eowi«  das  Fnißmont  dt-a  Bnofos  nn  Zitüos.  SpicUeg,  Roman.  4      1 

SAm  1840)  iW  f.  aus  dem  Thesaurtu  ortlindoxiao  dea  NikeUs  Akoniinntas.  —   13  Briefe      I 
cologiachoii  Inlinlles  an  dii>  I'ipste  Uormisdos,   .lohaimcs  I,  .\gapc<t(iä  T.   Vigiliiw  and  an      ' 
die   5.  SynodB   bei    Mißno.    Pnti    lat   63,    387  ff.;    66.   11-32.   35-80:    09,   15  -  ITfi.  — 
Mohraro  Edikt«   kirchlichi-n   Inhnlts   stehen   in  JusÜniuiis'  Codex   und   iii   eeineo  Novellvn, 
uwio  bai  Higni),  I'nti'.  Int.  '2,  921  —  1110.  —  (Uno  Gutdbulle  an  den  Abt  di-s  Sianikloalen 
ed.  pr.  C.  Tiiichondorf.  .\ncedij|a  anrru  i-t  prufana,  2.  AutI  ,  Leipiig   1.^61,  56  f. 

2.  Hilfiimittol:  Heber  Jusliuiiuis  tbeulogiscbe  Sclirifleo  und  LeLre  vr\.  HofcIo, 
CoaeOieneoaclüebte  2,  2.  Aufl.  (Freiburg  18751  786  u,  öfter«,  Louf«,  Louiititis  von  Byxani 
8.808-817.  —  1'.  JSra,  Die  Reiciupulitik  KHi8i>r  Justtnian»,  Gies^eii  \Sä3  S.  U-21  (oliao 
FOrderuiiK).  -^  Fllr  Boine  tbeülugischu  ScbrifUtellerei:  Justinimii  Nov«Uae,  «d  Zapliariau  van 
Liogentual  2,  244.  Liberatu^  Dinconns,  Breviariiim  Kap.  24  bei  Mansj,  Concilia  9,  699, 
Enatrattos,  Vita  Eutyohii,  Migne,  Patr,  ^.  ä6,  2^1». 

8.  Vuii  dem  Patriareben  Epiphnnioa  von  Kpel  (520— 5:i5)  bnfindan  nioli  4  Briofo 
an  d«n  Papst  Hermiadaa  und  dtoacn  Antworten  bei  Migno,  Pntr.  lat.  03,  494  IT. 

4.  Schriften  satn  OrigenistenstrcJt.  J.  Bnrsanuphioa  {i  e.  !>^0),  der  naob 
Knngrioe.  IJittt.  »ccl.  I-  4,  88  »in  Kloster  in  der  Nllha  von  liuxn  in  ValAatinu  bi'wuhnt«,  hiul«r- 
ViPSB  f'mc  kwni)  Jxfaoxoiia  ntgi  nüf 'ii^tyfi'iivt,  Ei'ayfivv  *ai  Jiifi'/i'iv  fQirr.fiäiwv,  welche 
sich  Mharf  geg»n  den  Qiigeniümua  nuBspridit  (SU0--54U),  Ed.  pr,  Muntfaui-uu.  üibliulb. 
Coislin.,  Paris  1715  S.  394  -3!I9.  —  Giiid  von  der  ){t<druuktL>n  veMcbiedeiie  .liänaniXitt 
bieten  unter  dem  NnmeD  duo  BuiBiuiuptuoit  und  JubauueH  die  vodd.  Sinalt.  410  aacc  12 
und  412  «MO.  II.  —  BatMUDplilo»  und  «einem  .SubOter  Jubannee  werden  aiioli  (Mkotiwho 
Suhriftea  xugeaohriebMi.  Tgt  Pafaricius.  Uibl,  gr,  II.  '181}  f.  DaWi  wird  OftKrti  bemerkt, 
doas  Barwntiphioa  von  Moem  gleiobnainigen  AnhÜnger  des  .Sevcroa  zu  iintoisc beiden  sei.  — 
3.  Theodoroa,  ein  origunistiacber  MlncJi.  Aet  änirh  den  IiliDHuss  des  Theodoros  Askidu 
von  KAfuinui  Uiscliof  von  Skytliopnlis  viirdo.  arhuror  dun  Origeniamus  ab  und  rirbtoti?  vor 
&&9  oino  Rr-barfo  ErklUrang  gegen  denselben  an  Kniaer  Justininn  und  diu  I'ntrinrchon 
KutvdiiM,  Apollinorios,  Doinninos  und  Euefonhios,  die  in  der  Huutilsucbi;  «Uli  12  Anallie- 
matinn«)  gogcn  Ürigeiios  bcslcbt.  Ed.  pr.  Monifaucon,  Bibtiotk.  Coial.  8.  94—9$;  ab- 
gedruckt bei  Migne,  Patr.  gr.  »6,  I,  231-36. 


^ 


f.  Theologie.    A.  Dognmtik  and  Polemik. 


I 

59 


i.  Dm  Aub^luui:  und  CharuJfteriHii-^ruiig  dor  xuhlrojctian  monnphyititiMfaea  8ekt«o 
hU*t  4en  II«uiitiah*lt  uuier  httenuiacli  woHloduu  äohrift  do  TimothnoR,  i>rMb)-t»r*  der 
bpSoflii«.  bei  Mi)cne.  Patt.  ip-.  m.  11-68.  Timothoon  orwUlinl  die  5.  Syneil«  (-V'-:)) 
•M  KkrM  MHiit  in  der  2.  Hilfle  des  G.  Juluhuud^rts. 

C.  Rut.vcliioB,  der  NHctifnlger  des  Meoks  auf  ilom  PiitriuruluUtuhl  in  Kpol. 
Uk«  Veraube«  Moes  Klosters  in  AinasM  Im  Pontos,  H(ii«It«  uijte  borvurra^euila  Holle  iiuf 
Ih  &■  $71104«:  Mh  wurde  er  von  Jnstininn  v«Tl>uiDt  uiid  ^77  utilor  Justin  II  wii^dur  ku- 
iMkmfu.  Er  aUt^  A82.  Smro  Kontrover«»  mit  Gregor  d  Qr.  aU  Apokrisinr  in  Kpt'l 
Htm  die  QnelitU  doe  Aufamtehangulvibe*  iat  linknnnl.  Sein  Rjograph  EueUaties  epriolit 
lAm  toa  BeiBor  litteraiiachnn  Thfltigkeit  gogon  die  Monophy alten,  heeeadero  fiOKeo  die 
l|Mutodok<>leii,  kber  ohnn  nfiluT  dutnuf  oinjru^ehDii.  Krhniten  sind  nar  ein  ttrief  an 
V^tt  Vigtlios  in  Sechen  in  L>ti.'ikapit<>!aln!ihi  und  eine,  wiibr^chcinlich  fragmontarlsclifl, 
SmuU»  Obrr  du  Osterfett  B«>dr  Wi  Migne.  I'atr.  gr.  »ti.  2.  ■a92  -  240h.  Vgl.  dum 
Sl.it».  JJiTbflebcr  Or  dwtoche  Th.iolügii-  12  (IMT)  2&G-2e2.  -  .ScJirifton  der  Kompi- 
Um*  de«  Eutychioo  enrthnt  Jubauuea  von  EpbMioe,  Kirobengosolucbt«,  Dbontetstt  von 
1  V.  ScbSofelder,  Münoheii  1862  S  76  f..  89. 

7.  Der  Preebjrte«'  Eustretlos  von  Knol  «Ar  ein  Scliülor  d«3  Eutycbio«.  Seine 
Biopi^e  de«  leMeren  hat  die  Form  einer  Urnbiode  and  muw  bald  nach  dorn  Tude  di>s 
htcuRhea  verfamt  worden  Min.  Der  Text  boi  Migno  a.  a.  0,  2'i7-A-2SW.  -  Eiiatretios 
Mbiefcneb  S  Abhandlmgon  gegen  dioTbnorin  de«  Seelanechlnfc»,  worüber  Pbotioe,  cod.  ITl, 
WcUet.  Ed.  pr.  (ober  nnvolletlndigl  Leo  AllatJun.  Do  purgatorie.  Kom  16hhS.  3Id~.S8Ü. 
Kt  dBin  ntierten  Anteren  vcrtMrhnct  bei  Fabriciu».  BibT.  gr.  10,  725—27. 

K.  In    die   Ztit    Jcutiniena    gobOrou    nuch    2   äcbriften.    Üöaot   loiV  'UfiiiQiiiär   und 

iHl«£>(  HttR  /n*)hnWflf^AV  loFfOfia,  wi-Itlie  tirogunllos.  Bincbof  von  Tapbar  im  Lande 

4>r  HiumdeD  in  Sodarabien  iageschrii>beu  wurden  und   die  liokobrunf;  dor  Hiuijariden 

^  CbMentum  xum  G^Kensrande  baben.    Di»  Oeaetwebtuig  wird  aal  üreguntiuii  turUck- 

MMrt  md  bieUt  kulturfaialoriacbee  Ititeretuie:  der  Dialog   will  auf  Aurzeicbuungen  des 

hlaliia,  Scbi^astiko«  dos    Risebor»»    '>r<fentios  beruhen.     UrJiprDDgliahe  Oe«talt,    Ab- 

kHHipMJt.   Verfasser  und    Glaub wOrdigkeit   dieser  Sohriften   müssen    noeh    feetgegtellt 

«■4ml    Die  .V^^o«  ed.  pr.  Boissonade,  Aneod.  gr.  5  (Paris  IS33)  03—117  (der  Anfnng 

ItUi);  den  Dialog  ed.  pr  N.  Onloa.  Paria  168«.    Beide  rereinigt  bei  Migne,  Patt.  gr.  .^6, 

1.  M3— 784.     Eine  neue  Atugabe  1«!  die  Vorbedingung  für  die  geforderte  Ünterauchung. 

b  b*rtdtai(lltig«D   ist  der  cod.  ^jnail.  Hl   n.   ll.^U.    welcber   eine  Vitn  GregenKi  archiop. 

BwwrilMfyw   enlbllt,   die  vteDeteiit  die  imprUngllche  Tcxtesgeslnll    dnrelollt.     Auch   eine 

•Uritd»  Übenotntng  in  einer  ßerllnor  Ha  gibt  din  2  Schritten   im  Itnbmon  einer  Lebcns- 

taKbralbnag  de«  Gngontioa.  ala  deren  Verfasser  eie  eiutin  ungenannten  Giscbof  von  Nofoiin 

^Mtiftoet     Vgl  Knbrioius,   Bibl.  gr.    10,  115  f.     In  cod.  Atboua  Ihbh  suec   U  wird 

JckanOM.  Bbdiof  vom  NwEran.  ale  VorfMSor  djeaor  Vita  genannt.     -  LItleratur  boi  Uiirilon- 

Wver.  Patroleicie  8.  £18.     Dazu  norh:  A.  Dillmann.   Zur  Oeaohiebte  dee  uxuniitiäuhuu 

Kwbea.   Abb.   Öefilnee  Ak.  Phil.  Hiat    Kl.  (Ift7«l  177-23«.  (1880)  1  -51;  Merdimann. 

ZMlaekr.  dentseb.  MorjceiiL  OeaolL  3&  (1881)  693-710. 

10,  Anastasios  (Uraetaaioc)  Patriarch  von  Antioclüc»,  war  aus 
Midttna  gcbürti|;{  tnid  fUhrte  iu»  Mnnch^lobvii.  I)is  er  559  dem  PAtriarehcn 
Ddhiimm  UHclifol^'tu.  Er  H'idM-äütztv  Mi(:li.  wie  Eutigiius  und  EuHtnttiuu 
koricfaten,  der  moiiophysitenfreuiKlIichen  Politik  Juxtiiüaiiä,  i]«r  jedoch  starb, 
bevor  er  Anastasios  bannen  konnte.  Dies  that  Justin  II  (S7(i)  und  erat 
n«ch  23  .Tahrcn  konnte  AnastäHiOR  auf  seinen  Stuhl  ^tnrlUk kehren,  den  er 
nnch  *twft  5  Jahre  innehatte  (t  599),  Wahrend  .'«eineft  Kxileni  «chricb  er 
■'j  dögmatischo  Abhandlungen  Über  die  TrinitJlts-  und  Inkarnations- 
Ictirt*.  die  nur  in  latcini»cher  Übersetzung  vorliegen.  Aimsta^ios  »chhe^st 
«eil  inhaltlich  eng  an  die  Kirchenväter  an:  in  formeller  Hinsicht  darf  er 
wifvo  seines  streng  methedif<clien  Verfahrens  als  ein  Vorläufer  der 
Schol»«ttk  »ngftselien  werden.  Von  den  späteren  byzantiniKchcn  Thoo- 
lo^en  wurde  er  viel  beflchtet  und  zitiert.,  wie  z.  B.  von  MflximoH  Confcstior, 
Jobannes  von  Damft«ko».  der  7.  allgemeinen  Synode  u.  a.  Sein  Uttera- 
riedier  Nwhlaxs  nmfasHte  ursprünglich  noch  andere  Schriften,  gegen 
jJwtininn.  gegen  Johannes  Philoponos,  eine  Abhandlung  Ober  den  dogmo- 


QO  B^uuBtiDtocIie  liUerattugQBcbiobt«.    I.  Proaatacb«  Litterfttvr. 

lanituli  Iiubo.     Vu'lli 
hört   ihm   aucli   die   unediert«  Schrift  UtQt    jtQtnofas  zu,   die  eine  lls  voa 
Ulicims  i]iit«r  seinein  Namon  enttiHlt.     In  seiner  ersten  dögniatiH<:lien  A 
lianilhiiigen  flher  die  Trinitilt  henift  er  ficli  auf  die  Homilicii,  die  or  vi' 
ftUii^l  liiilie.  ,alä  or  nocli  ungeliindurt  scLrcibon  und  sprechen  konut«'.    Drei 
solcher  HoniiÜL-n  sind  unter  »oinoni  Nanien  gedruckt.  ab«r  ihre  Ec)itbeit 
ist  rweifelhaft.    Eine  4.  iet  sicher  unecht,  da  die  7.  Synode  dario  «rwälmt 
wird.     Sicher   echt  ist  nur  seine  Rede  bei  der  Rückkehr  nach  Antiocliien 
am  25.  Mftrz  ö9S.     In   den   Ha»  werden    die   verschiodenon  Tr&gor    de« 
Namen»  Ana^taHioK-sohr  oft  mit  einander  verwechselt:  es  mutw;  daher  da« 
hntidechrifthctie  Material   einer  genauen  Durcliforschung   unterzogen   wer- 
den, bevor  das  htterarische  Eigentum  eines  jeden  dieser  Anastasii  b^stimml 
worden  kann. 

1.  Ausgftboii:  Die  von  Luk.  HoUtein  gttpknto  Auagabo  iIob  AiiilbUiuoii  kam  nio! 
znr  AunfUbrnng.  —  Eine  vorlaufige  Qeafltntau»^iiliL>  Imi  Mikiih,  Patr.  p.  »!>.  13CIU— 1108. 
liier  Hellen  den  b  dogmatiecJieD  Abliaodlun^iMi  umi  i  Buiiiiliuu  Docb  eine  uiiDutitv  "t'jtSi-aif 
«t'rtufioi  niaiivit  un<)  einige  FrapnenCe^     -  Die  Rode  um  2ö.  MSrt  593  «d.  Pitr«,   Jaritna 
«od.  Qroncnr.  bist,  et  docom.  2  (Rom  1868)  251—257.  TM 

2.  Hilfsmittel:    Fabricins.    Bibl.  ^r.    10,   505  -  000.  —   Orogorios  P.,    lie^istr^l 


i 


«piatol.  1.  1,  T.  24  f.;  5,  41  f.;  8,  2  etc.   stnnd   mit  AniuliU'ioe  in  KoirespnndeDE  nna    I 
■ntthl«  nioh   nifrig    um   deasen  ABBliCiiieranB.    —    F.ine   erst«   (Jrundiage   iQr    w«it«re   Fi 
Bobungeii   biotot    l'itrm.   Juris   PCcl,   (irRcoar.  bist,  et  docum.  S,   238—394.     iljor   werdWB 
13  TrOgor  den  Namens  AnnHtaiiius  nnchgewiesen,  eine  Li«t«  von  Hss  Bufgestoltt  und   Opa»: 
oula  von  voracbiedenon  Aniislosii  geboten. 

3.  A.  Mai,  Novn  I'utr.  bibl.  G,  2.  LIII  nennt  einen  Theodoros  prosbjrler  pIm  Vi 
fasMr  einer  liingoge  in  5  surmonee  dogmuiicuB  Annstiuii  Anlioohcni  ohne  nHbtre  Angabi 
LAteiuiHch  ed.  Tilmunnus.  IWis  l.')57. 

4.  Di^n  I'atriim^bou  RuIauioB  von  AluiuadriiMi  (ö80— GOT)  traf  daatwlbo  Loft  wie 
KjibrAui  und  EuljohiuH.  Vou  svinun  iBblreicbvu  Scbriftuu  buben  »idi  nur  Fragmente  er- 
hälton  (naob  Dnieken  vonA.Mui  iiiHAmmengoHlelll  bei  Migiiu.  Patr,  gr,  Si>. '2,  2937~$4I, 
nbgniiehdn  von  einer  Honiüie  (bei  Mi»;ue  h.  a.  0,  2013—37),  der^n  Kclillieit  nicbt  feststvhi. 
Dio  Fragment«  in  don  codd,  üodl.  Barucc.  25  eoec  14  fol  2C7-  73.  r.'Lris  298  Moc.  18 
fol.  19-20"  »ind  noch  nicJit  untersucbt.  Letslere  eUmmen  ans  s.  Sobrift  lli^i  njc  «j-iwt 
I(i(ar<fa;  xai  nini  r>;f  9tln{  oUayofiioi  und  sollen  von  0,  Bardenhewor  publiziert  worden. 
Nacli  den  Titeln  und  Inbnlliiaiignbcn  der  .Sebriflcii  dos  Kiilngios,  die  Plinlios,  codd.  182. 
20S.  220—27.  23Ü.  280.  niltteill.  verfolgte  Kulogios  diosolbim  litteinriacbcn  Zwoclce  wi«  aoiil 
TorgAiifii*r  Ktibrhm.  die  Vorleidigimg  der  Sj-uodo  von  Chnlkpiloii.  des  dogmatischuo  Brief«) 
dee  Paji«l«<*  l*u,  der  CliriBtoIogii-  Kyrill.i  von  Aloxtindrien.  und  diu  BekAini'ruiig  der  MooO' 
uhyeilen.  besuiider»  der  Svkti-nliäupler  Timutbeos,  'I'heodoäius,  Sevuroö,  sowie  der  Theo- 
dosianer  und  Gaiaiiiten.  Auf  diu  kiribtii'bF'  Disziplin  Wog  sieb  seine  Sebrift  Kaiii  Sowiiov 
xni  nifi  ri;c  ointttefitat.  Trott  dieser  lieberbnftcn  AnaU^nguiigeu  konnte  Eulegioa  die 
Orthodoxie  in  Alexandrien  nicLl  xiir  Herrecbuft  bnu^teu.  -  Biugrnpbiscbe  £inMllieiten 
bei  Jobaonea  Hoachos,  Pratuni  epirituale,  Migne,  Patr.  gr.  87.  3,  3009  f.  —  Briefe  dea 
rapatts  Gregor  an  Kutogio»  in  deasen  Regietr.  eplstol.  I.  5.  41;  7.  31.  37;  3,  28  f  ;  9,  17S  etc. 

11.  Die  monotheletischen  Schriftsteller  (633— r>8ü)  hatten  dasselbe 
Schicksal  wie  die  monophysiÜsehcn:  ihre  Werke  wurden  auf  dem  rftmi- 
echcn  Konzil  des  -fahres  ß4{)  unter  pA])st  Martin  und  auf  der  6.  allg«> 
meinen  Synode  in  Konstuntinopel  verdammt  und  gingen  infolgedessen  i«ehon 
frühe  KU  Grunde.  Die  Akten  dieser  beiden  Synoden  bild«n  ivuch  neben 
den  Schriften  des  Maximos  ConfoRsor  die  einzigt}n  Quellen,  aus  denen  sich 
einige  Nachrichten  Über  die  nionothcletisclic  Schriftstellerei  schSpfen  lasseiL. 
Di«  römische  Synode  erwutmt  inehrore  Briefe  und  Schriften  der  monotholo> 
tisch  gofiinntvD  Patriarchen  von  Konstantinopel  Sergios,  Pyrrhos  und 
Paulos,  des  Patriarchen  Kyros  vou  Alexandrien  und  des  Bischofes  Theo 
doros  von  Pbaran,  teilt  einige  Briefe  der  genannten  Pati-iarchen  in  vo! 


4 


1.  TbHiogi«.    A.  DogButik  nnd  Polemik. 


II-  I«) 


gJpMBfcto  mit  und  gibt  ßinigo  AuszQgc  aus  grüsi^oren  dogmatischen 
Qcinma  ow  Thvodoro«,  des  Pyrrtioü  und  nun  den  Kt^äXaia  dos  Kyros. 
1b  grtaserw  Anzahl  lagen  dies«  SchrifU'n  den  Vätern  der  (i.  allgonieinen 
SynoiJe  vor.  Der  Chartophylax  Goorgioa  verlas  in  der  13.  Sitzung  ein« 
giBte  Liste  derselben  aut«  Hr»,  die  in  der  I'atnarchalbihliothok  von  Kon- 
ilantiiiopel  aufbewahrt  wimlen:  e»  waren  Bi-ioft^amniluDgcn  von  Sergios, 
["yrrlios  und  Petroe.  dem  Kachfolger  dos  Iotzt*'ron,  mehrei-e  autographe 
Abhandlungen  des  Pyrrhos,  darunter  drei  Töftoi  /r^ocrywtr.Tixai'  an  den 
iüiscr,  sowie  ßißida  6tä*fü^  des  Bischofea  Thoodoroe.  Don  Akten  der 
^fuAo  wlbst  wurden  nur  einige  Auszüge  au.s  densolben  einverleibt  zum 
^  B«rciw.  daJts  sie  in  VVirklictücoit  den  Monothuletisnius  lebiU<<n.  In  gleicher 
HWeite  wurde  einige«^  aus  den  Schriften  des  Patriarc)ien  von  Antiochien 
^URkartos,  der  mit  seinem  Schiller  Stephanos  auf  der  Synode  selbst  den 
^uloMtbeletisinuR  vertrat,  in  die  Akten  aufgenoDiiticii.  Die  Hcbriftcn  selbst 
MIteD  2  Codices  und  ein  x^ß"^"*'  *frpä<f(Mi'.  Makario»  selbst  logto  der 
Syvodfl  ein  schriftliehes  Glaubensbekenntuis  und  drei  Mtadixiet  vor.  worin 
tr  die  Aoasprilehe  der  Kirchenväter  zusammengestellt  hatte,  die  den 
Moiutheletismiis  lehren  sollten.  Beim  Vergleich  dieser  Auszüge  mit  den 
Hm  der  bctrePfendeu  Vftter  aus  der  Patnarcbalbibliothek,  der  in  der  8. 
Dad  9.  Sitzung  vorgonoinmeti  wurde,  stt>llte  sich  aber  heraus,  do^s  Makarios 
b  tcodonnUser  Weiue  exzerpiert  hatte.  Ausser  einigen  der  genannten 
Schriften  erwähnt  Maximos  Confessor  eine  längere  Abhandlung,  die  I^-rrhos 
in  ibo  geJichtot  hatte,  und  eine  Schrift  de»  Bischofs  Theodoros  ,IIt(fi  ytVtoif, 
imnäemii  tt  Jij  xai  n^oaoi/iQv'.  Maximos  verdanken  wir  endlich  die  Er- 
Utong  von  zwei  'Jnoiiittt  dos  Thoodoros,  Oiakonos  und  Synodikorios  des 
PitfiATchen  Paulos.  Diese  spilrlichen  Überreste  lassen  jedoch  ein  unifassen- 
4m  (Trtr-jl  über  den  litterarischen  Charakter  und  Wert  der  monotheletischen 
SokriftAteilerei  nicht  zu. 

Vfl.  4li«  Akt«4i  <l«r  rtinieoh«ai  Sjnud«  b»i  Manai,  Coocilia  10  iFloroiu  1764)  9.'>H, 
K9,  iTS-'ä.  »S8.  lOtM  f..  t020-2ö  uod  dazu  Hofele,  ConoiliAnguacbicIil»  3<  tVraibun; 
I^»  312~%;i.  ~  Di«  AliUn  der  6.  aUgometnon  Synode  bei  Maosi.  Cunctiiu  11  [ITUjJ, 
t79.  376,  320—376  («b«*  di«  xmJSna  it«  Makario«),  512-Ö17  (AuBZ(tge  aus  Sciirift«!!  des 
HakatiM),  a&7-&60  (Aaruhtung  der  Subiirun  il«r  Mnnotholoten).  &ßO— &73  (2  Briefe  des 
K;n«  aa  Smcim  und  weiUto  Aunllgc),  Dnzii  Hnf^rlo  n.  a.  0.  '2^0—279.  —  t'Or  Maximos 
CMlaMor  roL  MiRn».  Vatr.  gr.  91,  129.  \m,  Sü'i  f.  341.  -  Die  Unoelm  des  Tboodoroa 
ikr  Wid«rt«gntig  4m  Maximas  bei  Mignc  a.a.O.  216--22S4. 

12.  Haximoa  Confessor  (Mä^i/toi  ö  ö/joioj't.rifc)  ist  neben  Sophro- 

fluoi    i'HtriarcIien  von  .leruaalem    (s.    g    K7)    der    Hauptgegner    doB 

muH  und  der  hervorragendste  Theologe  dea  7.  Jahrhun- 

£r  wurdu  um  ^80  aus  einer  vornehmen  Familie  von  Konstantinopet 

gehören  und  war  einigo  Zeit  Geheimschreiber  des  Kaisers  lieraklioi«.    Um 

<Uü  finden  wir  ihn  als  Abt  des  Klosters  Chrysopotis  bei  Konstantinopel. 

AJa  der  monotlteletische  Streit  aii^bracb.  stellte  er  sich  auf  die  Seite  der 

ortbndoxen  Opposition  und  bescbluss  bei  der  Unmöglichkeit,  am  Sitze  des 

Kiiaan  aeinc  Auffassung  zu  verteidigen,  nach  Born  zu  wandern.    Auf  der 

HianiMi   traf  er   in  Afrika,    dessen   Statthalter   Gregonoa   aus   politischen 

Qrlbidcu  die  unionsfeindHche  Partei  üntoriitilt7.te,  mit  dem  Patriarchen  von 

Koutoiitinop«),  Pyrrho«,  zusammen  und  hatte  mit  ihm  die  berühmte  Dis- 

fotition,    die    mit  der  Sinnesänderung  des  Pyrrhou  endigte  (64&).     Mit 


I 


C2 


Byiantinisobe  Litteratargeaehicbt«.    1  PrMaische  Litt«rBtar. 


]etzterani  begab  or  sich  nach  Itom.  wo  or  der  Hauiitworttllhror  iler  Cholko4 
donenser  wurde,  während  PyrrhoB  in  Kavonna  zum  Monotht-U'ti&mufi  zurück^ 
kehrte.  Wie  der  l'apst  Martin  I.  so  wurde  auch  Maximos  durch  den 
kaiiterlichen  Exarchen  vnn  Karenna,  Kalhopas.  gefangen  genommen  und 
mit  üwi^i  Freunden,  die  hoido  den  Namen  Anatttaiuo»  führten,  nach  Kon- 
stuiitinopcl  geschleppt  (653).  Nach  einem  langen  Verhör  wurde  er  von 
seinen  Gefährten  gutrunnt  und  nacli  Bizya  in  Thrazien  vorbannt.  Hier 
hatte  er  eine  neue  Disputation  mit  Tlieodosios,  Bischof  von  Käiiarea,  und 
de»  heidon  Konsuln  l'aulo»  und  Theodosios,  welche  den  Anla«»  zu  neuen 
Missliiiiidltingen  hot.  Ein  zweites  Kxil  führte  ihn  nach  Lazika.  wo  er  662 
ttL-inc-n  Leiden  unterlag,  nuchduin  ihm  der  Müiich  Anastasio«  iin  Tode  vor- 
angegangea  war.  m 

MaximoB  pflegt«  mit  dem  gleichen  Interesse  Polemik.  Exegese, 
Asketik,  Alyntik  und  Liturgie  und  erneuerte  die  univentaltheologischcn 
Beutrobuiigon  der  KirchenvBtor  doi*  4.  und  5.  Jahrhunderts.  1.  Unter 
seinen  polemischen  Schriften  stehen  die  Abhandlungen  obenan,  die  sieb 
auf  die  obscbwebende  theologische  Kontroverse  beziehen.  Combefia  hat  sie 
2H  an  der  Xahl  zusammengeäteit;  diese  Zusammenstellung  bedarf  aber 
einer  kritischen  Itcvieüoii:  einige  Opusciila  wie  z,  B.  Opufc.  2  und  3  ge- 
hörten ursprünglich  einer  grösseren  Schrift  an,  andere  sind  Auszfige  aus 
längeren  Schreiben,  die  verloren  sind.  Inhaltlich  beziehen  sie  sich  aJle  auf 
die  monophysitische  und  monotheletisclie  Lehre;  es  befindet  sich  anch  der 
Bericht  Über  die  oben  erwähnte  Disputation  mit  Pyrrhos  darunter,  die  sich 
im  wesentlichen  über  die  Äutt^prüche  der  Schrift  und  der  Viitx:a-.  bot-onden) 
Kyrills  von  Alexandrien  erstrockte.  Eine  weitere  polemisch-apoiogu tische 
Schrift,  ein  Dialog  zwischen  einem  Orthodoxen  und  einem  Manichfier,  wird 
von  Georgios  ächoiarios  erwähnt,  befindet  sich  aber  nicht  unter  den  ge- 
druckten Werken  dos  Maximoä.  Philosophischen  ("harakters  ist  eine  kleine 
Abhandlung  über  die  Seele,  ihre  Existenz  und  ihre  Eigenschaften.  2.  Die 
exegetische  Hauplschrift  entstand  auf  die  Anregung  seines  Lehrers 
Thalaaiios  (vgl.  g  60),  der  von  ihm  die  £i-kläruug  schwieriger  Stellen  au» 
der  hl.  Schrift  verlangt  hatte.  Sie  war  ursprünglich  in  mehrere,  wenig- 
stens 5  iiifioi  eingeteilt  In  bunter  Reihenfolge  werden  hier  der  SchUpfungs- 
bericht,  viele  Stollen  au«  dem  Alti^n  und  Neuen  Ttistament,  besonders  aus 
dem  Evangelium  des  hl.  .lohunnes  erürtert.  Masimos  huldigte  mit  Vor- 
liebe der  raystisoh-allegoriachen  Erklärung  der  hl.  Schrift,  lässt  jedoch  die 
bistonscho  Interpretation  beatehcn  und  stellt  sehr  oft  zwei  verschiedene 
Deutungen  neboneinandor.  Die  früheren  Vfiter  zog  er  stAndig  zu  Rate, 
und  wo  er  bei  diesen  keine  Erklärung  fand,  da  verzichtete  auch  er  auf 
eine  bestimmte  Antwort.  Mehrere  exegetische  Stücke  geringeren  Umfangs 
bekunden  das  intensive  lntere.sse,  das  der  Erforschung  der  hl.  Schrift  in 
seinen  l^'reuiKleskreisen  eutgegengebiacht  wurde.  3.  Besonders  ft-uchtbor 
war  Maximos  auf  dorn  Gebiet«  der  Asketik  und  Mystik.  Hierher  gohSrl 
ein  Dialog  zwischen  einem  Greise  (yi^tov)  und  einem  Bruder  über  die  Nonnen 
des  christlichen  Lebens,  zu  dessen  Ergänzung  400  Sentenzen  über  die 
Liebe  hinzukommen.  Auch  hier  betont  Maximos,  dass  er  nicht  eigenes 
Oewächs  biete,  sondern,    was  er  aus  den  Schriften  der  Vater  xe^aiatn- 


A 


r 


L  Thftologi«.    A.  DftgmKtik  und  Polemik,    (g  12) 


itmifor  xasammengeatellt  habe.  Ancb  die  Ubri^on  askoii^chon  Sc-liriflcn  sini] 
ifl  dir  Oeeta]t  von  xf^äXina  abgofasst:  in  den  h  ZonturiL-n  über  Tugend  imd 
Lutcr  bemclit  gröstHTvi'  Zusamineiihiiiig  und  eine  forUchreitende  Ent- 
wickdang. Über  tiie  asketiBche  Kat«ne,  die  Maiimos  zagescbriebfin  wird, 
vgj.  3  94.  4.  Sowohl  in  den  potemiachen  als  briHoiidei's  in  den  asketischen 
SckrifUi)  8chli«8»t  Kich  Mnximos  eng  »n  Orogorio»  von  NaKinn}:  und 
4m  Pseadoarpopagiten  an.  Zeugen  diese»  AbhäogigkeitKverhSltm»ses«ind 
■■awMPdcm  zwei  Kommentare  zu  Hchwierigen  Stellen  der  beiden,  der  «ine  an 
«DMo  gewifuten  Tlioma»,  der  7.weite  an  Johanne»,  Kiitchof  von  Kyzikos,  ge- 
ricktei  Pßr  die  Kenntuiti  der  Thi'ologie  und  Myittik  desf  Maximos  und 
dmo  Quellen  »iud  dieec  Kommentare  massgebend.  5.  Die  Erklftraog  des 
«jmbolischen  ännes  der  Zeremonien  des  liturgiscben  GottesdiensteB 
ist  eine  unmittelbare  Frucht  des  Studiums  der  pseudoaTeopagiHschon 
SehrifU'»  und  wurde  »^]hist  wieder  zur  Quelle  filr  die  späteren  byzan- 
tiniKb^n  Uturgiker  und  Mystiker.  6.  DiüBO  weite  ecbriftstellcrischo  Tlifttig- 
kfrt  SfiiegeH  sich  wieder  in  den  Briefen  des  Mu.\imos,  wovon  einige 
pkÜosophische  Fragen  llber  die  Seele,  andere  dogmatische  Lehrpunkte  be- 
huileln.  die  meisten  aber  a8ketJ»cho  Betrachtimgou  bringen.  Mehrere 
mi  auch  reine  Freund^chaft^briefe  und  in  einem  edlen  Ton  abgefasst. 

I>ie  historifKrhe  Bedeutung  des  Maximos  Hegt  vor  allem  in  der  Bo- 

klBpfiing  des    Monotbeletismus,  wodurch    der   letzte    Versuch,   von    den 

fithäen  abzuweichen,  welch«  die  Sj-nodo  von  Clialkodon  der  Cbristologie 

tOfSereichoot    halte,    zurückgeschlagen   wurde.      AJb  Theologe   ist   er   die 

Mzta  QrOflse  der  griechisdien  Kirche.     In  dem  Anschluss  an  Gregor  von 

Xaüiu,  (^eadodionya  und  die  Vftter  Oberhaupt  ."pncbt  sich  auch  bei  ihm 

dir  gMneiDMune  Cliarakter  der  theologischen  Arbeit  »einer  Zeit  aus;  trota- 

Jrfli  hat  er  einen  gewissen  Orad  von  Originalität  sich  bewahrt,   wie  ihn 

•caige  Byzantiner  seit  dem  6.  Jahrhundert  besassen.     Dazu  kommt  eine 

Wrrorragendc   dialektische    Bildung  und  die   spekulative    und    mystische 

OMtcattolage.  die  ihn  zu  dem  christlichen  Neuptatenikur  hinzog.     Pseudo- 

ifionys  ist  durch  Maximos  in  die  griechische  Kirche  eingefllhrt  worden;  er 

Itat  den  Aroopagiten  mit  der  traditionellen  Kireheulehre  in  Einklang  ge- 

Armcht   und   dadurch   auf  die  griechisclie  Theologie   mächtiger  eingewirkt 

ih  Johannes  von  Damoskos.    Wenn  er  trotzdem  die  Bedeutung  des  letz- 

larwi.  der  ihm  «ehr  viel  verdankt,  für  die  Folgezeit  nicht  bekam,  so  lag 

tm  dsnui,  das«  er  »eine  Theologie  nicht  in  einem  »ystematisehen  Zu- 

■nUDenhang  zur  Darstellung  braehto.    Durch  die  Vermittelung  de«  Scotus 

Aigena  im   9.  Jahrhundert  erstreckte   sich   sein   Eintlusa  auch  auf  die 

■IwiHUftndiach-sebolaDttacho  Theologie. 

I.  Anscalien:  OJo  von  Tr.  SirorNDa  gopLuil«  Auspbe  kam  nioht  tu  iiliitd«.  — 
C*Bk«ri*  BUm  den  PUn  ml  (mId  CanspeebiB  der  AuaiuBe  er8chi<<n  i'DriH  167Ü),  konsto 
ikw  «oti  dar  uf  8  Blsd«  bsrwciinclen  Ausgab«  nur  dio  ^  mtfn  fprtig^tcllvn.  Piiris  lß7ft. 
-  Wp  AMe*be  M  wwdMholt  bei  Mifcn«,  Pati.  gr.  »0.  91  (('«ri»  IKIOI  inil  üiuztiftisaniE 
im  mtnt  «ob  Pr.  0»bl«r,  Aoecd.  Kr.  t  tUallu  lf<i>')  Wnimgrffrboncn  ädiuli«u  tu  Cnogor 
*M  FsäfiBi  ud  f^andodwnya,  wofcfae  Tboiana  gewidmet  »ind.  Di(^  nu  Jnhnnn««  von 
tptkm  rwitHatan  BcMito  lu  Paeudodionya  sIehon  bi^i  Migno.  l'alr.  «r.  4.  15  -432. 
uf:  .-bTt,  dar  auf  Gngor  v.  Ku.  badlgbche  Toll  bei  Mign«  a.  a.  0.  Dl,  1060-1417.  - 
ba*  Hutmon  tofMeMAoao  Cbronologia  auccincU  vitno  Climli  «d.  Dratkn,  Zeitacbr.  f. 
rhifciagiaiiblrh'T  18  (I89S)  883-884.  -  Der  Compntoa  eeolMiaBUciiB  d««  Maxime«  «{«Ut  bot 


M 


BjxantiniBche  LitterktnrgeBchEclit«.    I.  ProaaiBcliD  Litterktor. 


MiKne.  Palr.  ec   Ül.  1217-12^0.  -  CW.  Sinail.  88t>  Meo.  13  «titUlt  Muiimi  Cuat.  Ktträlnia 

not  'Agtioi',  J^nfidMar.  ,\>iii«(iiuii  na!  Kviij(«it,  die  lUUdtert  EU  seiii  «'.iRiiittJ.  Diuui-llio 
gilt  von  d*n  lltfi  SfXr^fniioir  roi  irtgyttäf  xtifni-iua  J/itu  fiiiä  aar^iMir  anotffi'frwv  in 
tinm  cod.  Moiiac.  26  soec.  10  Toi.  238—40. 

3.  Hilfsmitt«!:  Pliotiue,  cod.  19ti!~Ifl4.  verbreitet  eidi  Ober  eiaige  Sclirifl«ii  d«e 
Mutnit«  Ui-ber  den  Slü  der  Qneestioiie«  nd  TlialaMiam  (Ult  tr  mii  ungOiistigM  Urt«il.  •- 
Kabriciun,  Uihl.  er.  H,  635— S71.  Die  Liste  der  von  Mnximos  mit  KinscJtliiM  der  Loci 
commune«  xitiorlon  Aut«r«)  658  ■  666.  —  Von  dou  5  DinlogcD  dn  IVinitAlp.  wntdie  viel- 
fncli  unbnn  Bnd«ron  aar.h  Mnximos  hnndschriniich  xueoncliriobnu  werden,  Imt  J.  DrltBeke, 
Tbfol.  filudion  und  Krilikcti  ß3  {ls90)  IST  171.  Apoliin  v.  Laodic-.  Uintig  IK92  .S.  ISt*  S, 
vfl.  don  Toit  »bonda  S.  '2^2  S.,  fQr   dio   3  orstno  Apulltnorioi  v.   LMtdiocs   «Is    VrxfaxwT 

äo«tuli«rt  —  Wni;cnin«nn  in  der  R«ii1-Giixyklci{>lldi(>  f.  protest.  ThMlogis  0'  (Ihnj) 
80—443.  —  Eine  Hono);rBpliiu  ist  dem  lieirurrttgeiid<<D  Tbeologeo  noch  nicht  ge- 
widmet word«D.  Vorarbeit«!!  daeu:  Fr.  Combefie,  8.  MaxJmi  Couf.  rita  «t  acl«. 
■liai|Ue  nrdegomena  ad  «Ju»  operuni  odi(ion«ni,  Paria  IfiTO.  I)ef«ile,  ConcillongeAohiahtc  3', 
189—847.  —  J.  Hnl>«r.  Die  PhiloBojiliio  dor  Kirchenvater.  Manchen  18^9  8.  841-838, 
—  J.  lin«h.  DogmOTgBHchiclile  des  Millelftller»  I  (Wion  ISTa)  15—19,  —  H.  Weser, 
S.  Haximi  Confcsn.  ptnccepta  de  inenrnationo  Doi  «t  doifloation<i  hominis  cxfiannnlur  «t 
oxBininBnhir,  Uorlin  l^tlO.  —  K.  K  A.  l'reuiiB,  Ad  Haximi  Confesaoris  de  Doo  honiiniBou« 
doificNtione  doctrinum  iidnotntianum  pnra  1.  SohaceberK  1894.  Unlersuchto  dio  Quellen 
und  die  Riganifimtichkeileii  seiner  UoUoiilchro.  —  Soltr.  elauridcH,  'II  öiTac  npnc  löf  Siär 
^  tlf^i  rot*  itlni't  tar  nr-tganon  xfir«.'  Mäii/toy  for  duolofijf ifr,  Kpct  \<Si\  (ohDoWwt).  ~ 
t'eber  at>ine  Abendiniihlslehre  o.  ti.  K.  Slciti,  JahrhQcher  für  duutaulio  Thoologin  II 
(1866)  229-288. 

8.  BiograpliiBob«»:  Die  nnunpu«.  an  uin^n  Biacjiof  NikoluoH  goTichteta  Vita 
S.  Maximi  beiHigne,  Patr,  gr.  90,  67- 110  ist  in  der  jetiigon  Form  niolit  von  eln«ra  &it< 
Kennasen  verfassl.  —  Hingegen  atauinien  die  ßerichte  Ober  das  VerhOf  d«s  Haxinioa  in 
Kpcl.  die  Diefutalion  in  Binya  und  den  Tod  des  Maxiinns  und  des  MOnofaes  Anaataaioa  noch 
Ton  dem  lieid^nsgonomea  Anaetasioa  Apokrisiarios;  gedrnekt  bei  Migne  a.  a.  0, 
110  -120,  136—195.  Diese  DokumentiB  sind  in  dra  genannten  Vil«  benntit.  —  Vgl.  auch 
Theophonos,  Chronograpbia,  ed.  de  Itoor  -.>,  liSl  f.,  347,  3äl. 

4.  Rcholien:  Verschiedene  Schriften  d«s  Maximos,  besonders  exegetische,  aind  hand- 
flohriftlich  nnd  in  den  Anegah^n  Ton  Rcholien  bogteilet.  Einen  Teil  derselben  Bcheiot 
Mnximos  bei  einer  Durchsicht  seiner  Arbeiten  selbst  hin2Ugi>(llgt  xu  haben;  die  n)eiflt«n 
mtlgnn  wohl  npAter  hinnugekommen  sein.  —  Den  l'ralog  eines  Komnientara  zu  den  Zen- 
lurion  Do  caiitute  vnn  dem  Metropoliten  Nikotaos  von  Kerkyni  aus  dem  IS.  .Inhrh.  hat 
8p.  P.  Lnmpros,  fc>p«i'pn«H  'ArU^ato,  (Athen   1882)  8,  27  f.  publitierl- 

5.  Annstasios  Apokrisinrioa  f  666  verfoast«  ausser  dun  vorbin  «iwllhntsn  Bo' 
richloD  einpn  AijliiXot  gegen  den  Typos  dos  Kaisers  Konstanz  11.  den  it  selbst  in  acinom 
ersten  Bertebtu  crwOhnt.  und  einen  Drief  an  die  MOncbo  von  Askalou.  wovon  A.  Mni. 
Scriut.  vel.  nov.  coli.  T, '202,  dL>n  Anfang  mitteilte;  abgedruckt  bei  Migne,  Patr.  gr>  89, 
Iini.  —  Von  dem  HOnche  Anastasios,  dem  zweiten  Leidensgenosaen  des  Maximos,  beaitcen 
wir  einen  Brief  Qlior  die  von  beiden  erlittenen  Drangeale  an  die  MiSnehe  von  Kalaris, 
Migne.  Patr.  gr.  9l).  181-  136. 

6.  Von  Theo  der  OS.  Presbyter  des  Klosters  Rait  hu  auf  der  sinaitisrhon  Halbinsel, 
der  als  «in  Zeitgenotiae  von  Maximos  angesehen  wird,  ist  eine  kleine  Solirifi  erbalten,  die 
eine  flkiue  der  chriatologiechen  Irrlebren  von  Paul  von  Samosnta  nn  bis  Severos  nnd 
Jnlian  von  naiilumasa  bietet  Das  Schweigen  des  Verfassers  über  den  Monotheletismns 
nnd  Bsioe  BemeihuDg,  dass  Dberall  FViodo  herrsche.  nOtigt  die  AhfaBsungHeit  dor  Schrift 
vor  das  xv«ite  Decennium  des  7.  Jolirhunderts  tu  sutzen.  Sie  hatte  Dbrigens  unprUnglieh 
einen  grosseren  Umfang;  denn  des  Erhaltene  gibt  sieh  als  Einleitung  va  den  vtoyty^tti»- 

Ktretiiym,  di«  fehlen,  (Jedrackt  bei  Migne.  Palr.gr.  91,  1484  — I&C"4.  —  Johannes  Uekkii^ 
atrinreh  v.  Kpcl.  kannin  eine  weitere  Sihrift  Theodor»  IIcqI  lint^iyotiniat:  die  wenigst«» 
2  BUdicr  umfasalc  (Epigraph,  c.  8.  MiKne,  l'atr.  gr.  141,  080  f).  —  Leo  ADalin«, 
Diatriba  do  Thegdoris  nd-  A.  Mai.  Nova  PbU.  \iM.  6,  2.  149— liM  nennt  noch  andere. 

13,  Anastasios  Sinaites  {'Aratnüatos  Är«f»r;s)  war  ein  illugci-*r 
ZottgcnoBfO  MtiximuH  den  Bekenners,  tnJl  dem  or  in  scliriftstullonschcr 
Beziehung  manche  Ähnlichkeit  hat.  Von  seinen  LebensverhältoigBcn  wissen 
vir  nur,  dass  er  MOnch  des  Sinaikloßters  war  und  nach  Ägypten  und 
Syrion  gr&SRcre  Iteisen  tint^niahni.  um  mit  den  Monopliysiton.  Sovcriancrn, 
Xheo<loeiaDera,  tiaianiton  u.  a.  K«ligioti8ist.'Hi)rachu  zu  halten.     i'aLri&rch 


1.  Thooloet«.    A.  Dogmstik  nnd  Polemik,    (fi  13) 


66 


von  Antiooliioii  war  «r  niclit;  xoinc  Blütcseit  tUUt  KwiHclioii  €40 — 700.    Die 

Brfahrungen,  welcho  ev  ah  WaiKlcnipoötel  der  Orthodoxie  machte,  liegen 

Minor  Kau[ttsclirift  'üJi./tic  zu  Grunde,   worin  er  seinen  Drndern  eine» 

Aiil«itung   zur  \virksamen  liokStnpfnng  der  Monophysiten    geben   wollte. 

Ob^aich  IT  dto  Kftt«gorien  des  Äri-stoteles  &\»  diu  tigontlichu  QuoUo  do» 

llaDophysitiHntus  aDcah,  stetltu  vr  doch  an  die  Spitze  seines  Führers  eine 

gTMae  [{«ihe  von  Begriffsbestiinmungen,  die  udenbar  Aristoteles  entlehnt 

äai.    Ah  wahrer  Scholastiker  gibt  er  sich  auch  zii  «rkcnne»,  wenn  er 

4er  theologischen  BowotsfQhning  ^x  rr^ay/tanxb»'  änodtf^ttav  ausdi-acklich 

den  Vorzug  vor  der  bibÜHchon  gibt     Ein  innerer  Plan  IfUst  »ich  aber  in 

der  Schrift  seibat  nicht  wahrnehmen.    Anastasios  stützt  sielt  vorzugsweise 

uf  lü«  Synodaldekreto  und  die  fi-Ohercn  Vfttcr,  unter  denen  Fseudodionys, 

Basilioe   und    Kyrillos   von  Ak-snndrien   die   ertite  StoUo   einnehmen.     Dci' 

BehSnipfung  des  Monotbeletismus  sind  It  kleinere  Abbandlungen  Tlt^i  lori 

m'  HMVtt  gewidmet,  wovon  die  3.  die  Goitchichte  desselben  bis  20  Jahre 

oacfc  der  6.  Synode  {680)  darstellt.     3  weitere  Schriften,  die  Anaatasios 

mIM  in  der  Einleitung  num  Hodegoa  erwähnt,    Töftoq  6arfiatixög,    Töftof 

ur(tuto}^,iixt>(,  St'rtay/iu  xatR  Xtarot/fav.  sind  verschollen.   l>ie  exegotiacho 

Htaptucbrift   des   Anastasio»  ist    die  Krkl&nmg    des    Hexaemerou    in 

18  Bftchorn,  von  denen  nur  ä&n  letzte  im  Urtext  publiziert  ist.    Anantasios 

k^t,  geetQtzt  auf  den  Aposlel  Paulus,  das  Hauptgewicht  auf  die  allego- 

nwhe  Interpretation.    Xach  ihm  zielt  das  ganze  Ilexaeuieron  auf  CliriKtitH 

wi  di«  Kirche  ab.   Der  Pseudoareopagiti;  ist  ihm  auch  hier  UtiiipiautoriUit. 

Die  Schrift  klingt  au.s  in  einer  Verborrliehung  der  Kirche  und  Evas,  ihres 

ürtjrpus.    £ine  letzte  grüt^ere  Schrift,  die  ganz  in  der  Art  der  Quaestiones 

<tM  Maximos   exegetische,  dogmatische  und  praktiKch-kirelilielic   Fragen 

bikaiidelt,   gehflrt   in  der  vorliegenden  Gestalt  Anastasios  sicher  nicht  zu; 

Hihi III I    Antworten  stehen  mit  einander  im  Widerftprueh,  in  einigen  wei^ 

im  aogar  ap&tero  SchriftsteUer   wie  Nikophoros  von  Kouätantinopel  go- 

■aoaL    Aach  die  Hse  weichen  beträchtlich  von  einander  ab,  und  einige 

waiwil  aht  Verfasser  einen  Ana-itat^io»,  Kr7.bi»chof  von  Nikäa.    Doch  scheint 

der  Grundstock  dieser  Quaestiones  A na.sta.'tios  Sinaites  zu  gebSren,     Die 

litt«r«targattung  der  'E()vittjoni  kw  ä.toxQ(ff»i;  mm»  Oberhaupt  erst  noch 

nfther  urforscht  werden.     Anastasios  bezeugt  selbst,   dass-er  eine  Streit* 

fcbrift  gogon  die  Jaden  verfasst«,  die  wenigstens  2  KUcher  umfassto. 

Diewtlb«  kann  jedoch  in  den  Dialogen  gegen  die  Juden,  die  A.  Mai  ediert 

hat,  lacht  erblickt  werden.    Es  werden  darin  mehr  als  800  Jahre  seit  der 

ZvaUmng  Jem&alems  gezählt  und  von  dem,  was  Anutituslos  als  Inhalt  dieser 

Sdffift  angibt,  findet  aich  keine  Spui-.     Der  weitere  litterarische  NachloäS 

dcAAnaatasio«,  der  noch  ziemlich  umfangreich  zu  sein  scheint,  kann  erst  um- 

innt  werden,  wenn  die  schon  bei  Anastasiux  von  Antiochien  als  notwendig 

fcnüihliiii  li  II  handschrifUichen  Untersuchungen  gemacht  sein  werden.  Hiobei 

winon  anch  die  Zitate  gpftt«ror  Theologen,  wie  des  Johannes  von  DamaskoB, 

dn  Mtclmel  Olykas,  des  JohannM  Kypari»i>ioteä  berücksichtigt  werden.  Diese 

FflnchangcD  werden  wohl  das  Urteil  bestätigen,  welche»  in  Ana-ttasios  ein 

ICtfadgliod  zwischen  Lcontios  von  Byzanz  und  Johannes  von  Dama^tkos  er- 

kwot,  zugleicl)  aber  aein«  laferioritftt  beiden  gegenüber  zugesteht 

awttiA  4u  Um.  II I ■Illilii»i1nn  tX.    1.  Atrl1|.    i.  lull.  i 


gg  ByEbntlnUcho  LltteratarsMebidite.    I.  Prosaiacbe  Litteratnr. 

1.  AuKgalinn:  Kinn  vorlHufigi)  (toMmUmagiibu  nitch  ftlÜicrcn  Drueksti  von  i 

DacorilU,  Bnndini,  Combofia.  Mnttlinci  und  A.  Uni  bei  Ui(;np.  l'ati.  gr.  69,  36—1288.    

SeiU^m  Kind  rJnig«  kidnnro  StUok«  vun  Pitra.  Juris  cccl.  Gra«aor.  biKlor.  «t  docuiti.  3. 
2i7^1JT5   and  A.  l'npoilopulcia  KornmeuB.  'ifrtiknia 'lifMei.  oiaj>i-«).oyiBt  1,  400-404 

rblisiert  worden.  I>u  loUlore  FraEment  tliol  ^low^^i'n«  Htviit  auch  in  cod.  Angolic 
S.  7  aiiee.  10  Tal.  261'.  -  Der  TotlaUadige  Tesl  der  B«xa(^ni«ioniTklanuig  liegt  vor  in 
mehreren  Has  s.  B.  in  cod.  Vatican.  T2S.  Mnlincna.  l&S.  Mutrit.  0  ü7.  ~  Diaa  naeb  din  Um 
doB  üodFgaa  von  dem  Drucke  betrAcljllich  abweichen.  lei^l  t.  B.  cod.  Viodob.  ÜimL  gr.  77. 
—  Die  in  QuHeetio  95  «rwähnte  Scbrifi  über  die  iutellekluellen  und  aittbdien  Cnteraetiiede 
xwiHch»n  <lcii  Menacbtn  eolieint  in  «od.  Ambn>§.  U,  SS  sup.  erlialten  xii  aeia.  —  Cod.  Ca- 
suiat.  0.  V  II  enthält  eine  armenisehe  üehersetenng  das  Hodegw  Kap.  1—3.  ~  Auf  eine 
urabiauhv  Ueberaetziing  der  Homilia  auf  den  li.  Psalm  in  eod.  Vatican.  arab.  71  maofat« 
A.  Mail  Script,  vet.  nova  coli.  4  (Hörn  1B31)  2,  144  anfmarluani. 

2.  ailfsmittol:  Fabricina.  Bibl.gr.  10,571—^95.  —  HanpUcbrift:  J.  B.  Kunipf- 
DiBller.  De  Anustasie  Sinaita,  WQRbnrg  18<!-^  (ebne  %enng«nAt\  diplomntiscbe  UnletUge). 
Von  d<ini  unedtertvn  Material  worden  liier  nnr  2  Stiloke  xii  den  IJiiHnationtis  nae  cod.  Mona«. 
58  milgeteilt  (S.  174—177).  —  Weitere  Nacbweiso  von  Hsa   bei  Titra  a,  a,   0.   248—24«. 

3.  Die  AnosUsias  SinaitM  oben  abgeeproohenen  Disyiiitütionrn  K^fi"»  ^io  Juden  (bei 
Migoen.  ■.  0.  120-'i— 1382)  ataninien  aus  oem  9.  Jalirbundcrt.  Vi^nvnndt  mit  ihnen  Ist 
dio  Uttifiol^  tlanianov  xai  *iiBirt(  'lentuiiur  npric  fiartixor  iivn,  nd.  pr.  McUtTfert. 
Marburg  1HS9.  dio  um  das  Jubr  740  gcnebrinbcn  wunlo,  sowie  der  Dialog  gegen  die  Judot, 
der  einem  Uieronvmos,  Preiibirter  in  Jc«uaal«ni,  tugoschrioben  wird  (FragntoBte  bei 
Migne,  l'ntr.  gr.  ils,  Ml-Mf,).  l.irUIrrer  hoII  naeb  P.  Batiffol,  Ri^vue  de«  iiDeatinna 
histciriquc9  3t)(lKK6)'24S— 2äS  im  8.  Jahrhundert,  iiiubt  im  4..  gelebt  haben.  Di«»^briftMI 
sind  auf  ihr  gegenseitiges  VvrliUltiiis,  Auturi^c.liiift.  Entsteh uneswlt  u.  b  w.  noch  nftliw  m 
untcrsuebon.     Für  di-n  Teit  der  eiüten  ial  (.'od.  Vindob.  theol.  24S  wichtig. 

4.  Anastasioa  SintiiteH  wird  hucIi  in  maiiclieo  Hss  ein  npolcrrphcs.  mnnnigfa^th  bler- 
•aaantos  Keligionagosurüch  am  Hofe  dtr  .StiMaauideii  zugeeignet.  Jus  neben  ItÄher,  währ- 
ech4inlicb  gegen  Knda  des  ti.  .lukrhuiiderts.  enlntuiid.  Kd.  pr.  A.  Va»iiilior.  Anecdeta 
gmecO'bj'xantinA  1  (Moskau  1893)  73  —  125,  (oblerhuft.  —  Eine  iweile,  ebenfalla  nangol- 
hafte  Ausgabe  viTunaluIteto  A.  Wirth.  Aus  urieutali sehen  Cbruniken,  Frankfurt  1894 
S.  143-1210.  Vgl.  K.Krunibacber.  U.Z.  S|18d4)  021—24.  -  Eiuigee  darflber  Bratke, 
Ein  Zi:ugnlB  dc^s  Juaepbiis  Über  Climtus,  Tlieolog.  Utteraturblatt  15  (1894)  Sp.  l&l-ISS. 

5.  Den  Nameti  Anastaaiu»  traeun  S  Enbiscbsfo  von  Nika^  (vom  S.— K.  Jahrhundert). 
Etsoin  duraelbun  wiid  in  cod.  Coi»l,  27ö  aaec.  10-~11  ful.  1—360  ein  Komraoutar  xu  den 
raalmen  lugeeignet.  —  Ueber  eine  andere  ventflninelte  Ha  doasvlben  Kotnmentani  vgL  A. 
Lnuriotes.  'hW^X.  'Ji^».,  12(1892)  134  f. 

14.  Qennonos  (Ap/iarri;)  war  der  Sohn  eines  Patriziers  Justinianos 
in  Konüttantinopel;  als  Metropolit  von  Kyzikos  huldigte  or  einige  Zeit  dem 
MonoUielotismns,  den  er  aber  schon  abgeschworen  halt«,  als  er  den  Patri- 
arclialstuhl  von  Konstant!  nopel  bestieg  (715).  Beim  Auebruc-h  des  Bilder- 
Htreites  unter  Leo  dem  Isaurier  wurde  er  abgesetzt  und  zog  sich  auf  sein 
Landgut  Platonion  zurück,  wo  er  733  starb.  Auf  der  bilderfeindlichen 
Synode  unter  Koiistantino«  Kopronymos  (754)  wnrdo  er  nachli^glich  mit 
dem  Bann  belegt,  wälircnd  dio  7.  Synode  (787)  ihm  weg«n  seiner  Haltung 
im  ßilderstreit  liobes  Lob  äpendot«.  Der  Mangel  an  einem  umfangrüicbön 
litterariMchon  Nadilaäs  iRt  auf  den  Umstand  ziirUckzufUhren.  dasa  Gei^ 
manott'  Schriften  auf  Befehl  du»  Kaisers  Leo  verbrannt  wurden.  Photios 
(cod.  23f))  kannte  noch  eine  Streitschrift  dos  Gcrnianos  gegen  die  Apoka- 
tastasis  des  Origenes  und  Gregore  von  Nyssa,  Er  ist  voll  des  Lobes  über 
die  litterarischen  Vorzüge  dieser  Schrift  und  skizziert  den  Gang  der  Be- 
weisführung, die  in  der  Behauptung  gipfelt,  es  seien  die  Schriften  Gregor» 
von  Nyssa  interpoliert  worden.  Dies«  Schrift  ist  verloren;  hingegen  ist 
eiut'  kk'iniTO  Kontrovorsschrift  in  DJalogforni  erhalten,  die  sich  über  die 
Ansicht  des  Basilio»  von  den  Grenzen  des  Menschenlebens  verbreitet.  Ein 
dogmatischer  Brief  an  dio  Armenier  stellt  die  Zwcinaturonlehro  in  Cliri^tu» 


L  TbAologi«.    A.  Dogustik  nnd  Poimnik.    ($§  14—1! 


iH^Bcfa  Atliannusios.  Orcgor  von  Nj'ssa  und  busonders  Kyrillos  von  Ale- 

xan^nVn.    Als  litt(!rari8cti(<r  Gegner  der  Bildcrfoind«»  nimmt.  O^rmanoR  cino 

nitt«rg«nrilnete  Stellung  i'itt.    Dio  3  auf  den  Hiiiiei'^troit  bczUgliolion  Briofo 

bMten  nur  histomche«  Intereese:  ohne  theologische  Tragweite  ift  die  Be- 

kAodliiDg  dos  horntchenden  Streite«  und  ddr  früheren  Irrlohren  in  einem 

Schriflcheu.  worin  üeniiano»  selbst  ober  den  Mangel  an  litterarischen  Hilfs- 

nntteln  klagt.     Eine  rege  Wirksamkeit  ent^ltete  tiermanos  als  geiMlicher 

UmUht.     Von   Reinen   Hamilien    sind  jedoch    nur   einige    auf  Feste   de« 

HVTO  nnd  llariil  erhalten.      Die  byzantinischo  Rhetorik   zeigt  hier  ihre 

darakteristischen  Merkmale:  Überschvränglicbkeit  der  LobaprOche,  Über- 

iiiitfirag  mit  rhetorischen  Figuren,  Mangel  an  historischem  Sinn. 

1.  Ansgttti«n;  Die  ««nannten  Scliriftün  nach  <l«ii  DruakoD  von  ConibeSs,  M*nM 
ad  k.  Hai.  vttMnist  bei  Ujkii«,  Putr.  rt.  9S.  I— 1J3.  Hier  «uoh  ciiif  iweito,  unecht« 
Baalilliu  der  S  iJlge«n«inon  Synodon  anil  eino.  ebenfalls  uhacIiU.  Erklärung  iler  Liturgii?, 
4it  mA  Uasilio«  Aem  Gnxwfn  und  Kj-rillos  von  Kw\  lugeacliriebeu  wird.  An  GpriuHDOo  11, 
MAltfcMI  von  Kjwt  <I22S— 1^40)  kann  ntcht  gcdaclit  worden,  dit  Her  Vvrta^er  itv  Au- 
kaA  des  AnlicbraiUa)  auf  das  Jahr  D92  fcstaetxt  Diese  MveUgogie  bildete  abrigen» 
IMit  viknehMalicti  die  Vorlage  dos  Pseudo-Sophronios.  Vgl.  N.  Kraanoseljcev,  tJefaer 
tU*  litBKtarlie  Srklknmseii,  Odeamer  Jnbrb.  4  (1894)  Byz.  Abt.  8.  178— 257.  Beriebt  von 
LKirtx.  B.  Z.  4(1»9.M  34. 

2.  Uilfanittol:  Fabrieiua.  Bibl.  gr.  II,  155— 1»2.  —  Ueber  die  Ifomilien  vgl. 
A.  Balterilli,  Dinniaitio  crilica  de  homilUs  Germnno  irisrriptis,  Svllogo  Mnnumnntor.  2 
Ob«  iS&4)  24S  -&i.  -  Nach  eiucr  Notis  bei  A.  Mni.  Spii^ibg-  ilom.  7  (Rom  1»42)  74 
Mrda  Ml  Toll  drr  ScbotieD  des  Maximoa  C<>nfeaaM'  lu  i'seudodionva  Germnnos  xn^ebilrea. 

8.  Zasi  Loben:  Vgi  Tbeouhanea,  Cbronognphia  ed.  de  Boor  2.  hW.  —  AotaSä. 
Uni  3,  t&5  fr.  —  Eiao  anon/ne  Biographie  dea  Gennanov  aus  dem  !<  .Tuhrh.  ed.  Papude- 
fttia»  Keramana,  MmfioyoQJärtiot  flißXioStjirij,  'AvMaia  Mlrjrixn.  Kpel  1884  S.  3  -1?. 
~  flefata,  Coacilieiis«a«biehte  3,  2-  Aufl.  (Preiburg  1877)  863  IT.,  S72  ff. 

4.  Von  Oennaaoa'  nuiiiitEelbaroni  Vori^&uger,  Johauusa  {'f'iXh),  ist  eiu  Brief  an 
4ts  Papat  Konalaolio  I  (708 — 715)  cihallen,  der  aicb  auf  aeiae  Haltung  gegenOber  der 
iSracJe  boiekt.    Ed.  bei  Migne.  Patr.  gr.  96.  1416-1432. 

!&.  Litterarische  Vertreter  des  Ikonoklasmus  kennen  wir  nur  in 
^ringi-r  Anzahl.  In  di-n  Aktt-n  der  7.  allgumcinc-n  Synodu  worden  keine 
Schriflr-n  der  Bilderfeinde  genannt  mit  AuHnahino  des  Beschlusses  der 
üuiiMiktaKÜRcheD  Synode  von  1^\,  der  vermtige  seineB  Umfangen  einen 
litt«r«rischen  Charakter  besitzt.  Der  Kampf  gegen  die  Bilder  wurde  tlbri- 
gnui  bekannt^^rmassen  mehr  mit  den  Waffen  der  SohUiton  als  mit  der 
Podor  der  Theologen  gefllhrt.  Da  jedoch  Leo  HI  der  Isaurier  einer  thoo- 
lag{BG))en  Grundlage  (Ur  »ein  Vorgehen  gegen  die  Bilder  nicht  entbehren 
woQte,  M  mSgen  weht  die  ersten  theologischen  Gegner  des  Bilderkultea, 
die  Bwohcfe  Konstantinoi«  von  Kakolia  in  I'hrygicn,  lliomas  von  Klaudio- 
pab  nnd  Theodoros  von  Ephesos,  zur  Scliri fUit4}llerei  angeregt  worden  sein; 
web  iicheint  Johannes  von  Damaskos  Schriften  der  Bilderfeindo  bereits 
gHtannt  zu  haben.  Unter  dem  Namen  des  Kainera  Konstantinos  Ko- 
pronytnoa  (741 — 75)  erschien  ein  grösseres  Work  gegen  den  ßilderkult, 
toa  dem  Nikephoros  von  Konstantinopel  umfangreiche  BruchstQcko  in 
Mhw  Oi-gnerrichrifl  gegen  den  genannten  Kaiser  aufgenommen  hat,  Im 
mfteo  Bildenttreite  lietw  Leo  V  der  Armenier  (81S — 20)  durch  Johannes 
fimamatikos  mit  dem  Beinamen  Hylihi!*  und  .\ntonio8,  der  später  Bischof 
•«■  SjrlSon  wurde,  einen  Thesaurus  der  ikoiiuklastischen  Theologie  aus- 
arimtan.  in  dem  Bilwl-  nnd  Vaterstellen  ge^'cn  den  Bilderkult  zusammen- 
{■tngMi  worden.     Kine  Klinliche  Sammlung  war  schon   auf  der  ikono- 


U 


S8  Bjniitiiiüiobe  Idttenttargeschicbt«.    I.  Pros^Mche  litteratar.        ^^^| 

kla^tisclifn  Hyitodu  von  754  angi'U'gt  worden;  beide  sind  verloren.  Einige 
ikonüklustische  Qedichte  von  Johannes,  .Sorgiott,  Ignatio»  und  Stephanos 
hat  Tlieodoro»  Studitea  vor  dem  Untergang  bewahrt.  ]>er  l'atriari;li 
Michael  Koiulflrio«  (g  20)  orwfthnt  endhch  Schriften  (aeyypnfiuuia)  eine« 
Ikonök)tD«teii  Gerontios  von  Lumpe,  ,dtir  das  fiift  seiner  Uäreaio  in  Ervta 
vcrbrciteto".  Der  Verlust  der  früheren  Schriften  der  Bilderfeinde  iat  auf 
den  it.  Kanon  der  7.  «%node  ziiri1ck;tiif\thren ,  der  verfügt«,  das«  alle 
Schriften  gegen  die  Bilder  in  die  biechüfliohe  Wohnung  ku  KonKtantiuopoI 
abgeliefert  und  lüer  mit  den  übrigen  liäretiscliün  Schrifton  bcateiügt  wer- 
den sollten. 

I.  Dar  ÜuaoblusH  der  ikonohtiuttiHclifln  Synodo  diut  JahroM  7ö4  atchl  in  den  .\kUn  der 
7.  allgonniineu  Synode  bui  Masai.  Cuncilia  13  (n^'l  2U&— 3C3  mit  t'sarr  uiufiu)grt<iiihen 
Widerloguni^,  dt-ron  Verfnumtr  uithl  gcnonnL  wird.  Vgl.  Hefulo.  CuncilicngMcliiclite  S' 
(Freibarg  1877)  412— ]7,  470  f.  —  Dio  ÄuiaU^u  uus  der  Scluin  dun  Kunatuntiui»  Kopru- 
nymoB  bei  Nike[iburuii  v.  Kpel.  L).  3  Antirrbotici  udv.  Cuutdiuitiauin  Courunyinuiii  (§  17). 
Die  Nnchriclil«!!    Dbor   iluu   Tbeskuruii   dva  JuhHnnt>ii  OriiinTiiatilcoa   und   dus  AntunioB  voo 


SvUnn  bei  (l«<ui  Seri|itor  iucvrtus  de  Leone  ed.  Bonn.  S,  S.')0  IT.  und  Tlieonhunas  «uutinuiitiis 
oü.  lionn.  S.  S3.    —  Die  Oediclite  des  Jübaones  «te.  bei  Theudorus  Studitea,  Refutütio  in- 


tiornm  pocinRtum.  Migne  a.  a.  0.  434  t.    —    Die  Erwilinung  dos  Qeronlins   von    Lavp« 
ei  Hiona»!  Keralarios.  Horoilia  in  feetutu  urtbodnxiae,  Mi^ne.  Patr.  gt.  120.  736. 

2.  Uaber  die  Tlieologie  der  Bilderfeinde  euiigei^  bei  Ü.  SchwarEloae,  Der  tfildaratnlt, 
Gotha  1890  8.  82-101. 


la.  Johannes  von  Domaskos  {'tmm-vrfi  ä  Jafiatrxj^vit;)  ist  der  her-^ 
vorragendstw  Vtrteidigei-  dos  l{ildi'i'kult<!s  in  der  ersten  Periode  des  Bilder- 
streitea;  in  der  Folge  wurde  er  aber  nicht  nur  allen  flbrigen  Polemikern  seit 
dem  6.  Jahrhundert  vorge^zogcn.  die  griechische  Kirche  anerkannte  ihn  sogar 
als  ihren  grössten  Dogmatikor  und  vorluiht  ihm  dioees  Ehrcnprädikat 
bis  auf  den  heutigen  Tag.  Nach  der  Biographie,  welche  der  Patriarch 
Johannes  von  Jerusalem  im  10.  Jahrhundert  verfasate,  wurde  Johannea 
gegen  Ende  des  7.  Jahrhundcil«  in  Danioskoa  geboren,  als  Sproi^s  «inor 
Familie  Man.tiir,  die  im  erblichen  BositzL-  eine»  ^arazeniiichen  StAatftamt«« 
war.  Kin  »izUiunischer  Mönch  Namens  Kosma«,  der  als  Kriegsgefangener 
nach  Oamaskos  gekommen  war,  unterrichtete  Johannea  mit  seinem  Adoptiv- 
bruder  Kommas  in  den  kirchlichen  und  profanen  Wissenschaftun.  .lohaunes 
Obernahni  wahrscliciidich  zuerst  dtis  Amt  seines  Vaters,  war  aber  schon 
danial»  litterarisch  thätig;  bald  nachher,  sicher  vor  73€,  zog  er  sich  in  da.<i 
Sabaskloster  in  Palästina  zurllck  und  setzte  hier  «eine  litterarischc  Thätig- 
keit  fort^  Die  Nachi-icht  seine»  Biographen,  doss  er  hier  seine  Schriften 
einer  Revision  unterzog,  findet  ihre  Bestiltigung  in  dem  Vorbundensein 
einer  doppelten  Rezension  einzelner  StQcke.  Wälirend  Kosmaa  Bischof  von 
Majuma  wurde,  verblieb  Johannea  als  Presbyter  in  dem  >jabaskloster,  wo 
er  sehr  wahrscheinlich  auch  starb.  Sein  Todesjahr  fällt  sicher  vor  754, 
da  in  dicHcm  Jalu'e  die  ikonokloHtischc  Synode  Ober  ihn  aU  Über  einen 
bereits  Verstorbenen  das  Anatliem  aussprach. 

Der  litterarische  Xachlaäa  des  Johannes  ist  ziemlich  umfangreich;  er 
umfasst  aber  auch  (gedruckt  und  ungedruckt)  unechte  Stücke,  die  ihm 
wegen  seines  theologischen  Rufes  spilter  untergeschoben  wurden.  1.  Aus 
unmittelbarem  polemischen  Intereasc  gingen  seine  3  Reden  gegen 
die  Bilderfüiiide  hervor,  von  726—787  vorfasst;  drei  woitore  »ind  unocht. 


J 


L  ThMlogi».    A.  Dogmatlk  und  Polamik.    ($16) 


Eh  borrscht  in  dcns^^lben  «in  frischer,  von  iiinor«tcr  Entrilslung  getragener. 

polemischer  Ton,   JohAiinc«  wagt  00  »ogur,  das  Prinzip  aiiBziisprcrhen:  Oi< 

ßtttiili*>r  tau  rofio^tttiv  ri}  fxxi.i^ai\t,  wt'lches  dem  KäHarnpnpiritiu)»  Leoa  des 

luaBrier»  »chnorstracks  widersprach.   Die  3.  Rede,  deren  Echtheit  zwoifel- 

haA  ist,  bringt  bereit«  eine  Systematik  der  Bi]derltdir(<,  die  von  Nikephoros 

and  Theodoros  Studile«  weiter  nusgebildet  wurde.  Schon  hier  zeigt  »ich  auch 

Ce  wesentlich  positive  Richtung  des  Damaskenern;  am  Ende  einer  jeden 

EMe  bringt  er  zahlreiche  AuszUge  au»  den  früheren  Vfitentchrifleii.  zum  Be- 

bqfB  seiner  Lehre.    Von  den  Vomikänern  »ind  hier  Klemens  von  Alexnndricn 

Dod  Hethodios  von  Olympos  vertreten.   2.  Ein  ähnliches  aktuelles  Interesse 

führte  Johannos  zur  Abfassung  einiger  kleineren  dogmatischen  Ab- 

htndlungen,  einea  Glaubenübekenntnisses,  das  er  dem  Metropoliten  Petro» 

vra  Dwnosko«   Oberreichte,  einer   Schrift  gegen  die  .takohiten.   anderer 

ptftti  NesUirianer,  Monophysiten,  Monotheleten.  Sarazenen  und  Manichäer 

iCnalikiaoer).     Darau  schliessen  sich  kurze  liturgische  und  asketische 

Schriften  Ober  die  Fastenzeit,  den  "J'/iioc  t^iffäyio:,  die  acht  Geister  der 

8(lilcchtigki'it.    welche  noch  direkter  durch  ihren  Inhalt  und  ihre  Adi-oe- 

tatcn  auf  die  palästinischen  Mi'inchäkreise  hinweisen.    3.  In  das  Gebiet  der 

Exegese  gehört  ein  Kommentar  zu  den  paulinischen  Briefen,  der  wahr- 

■chfinlich  Oikumenio.*»  und  Theophylakt  als    Vorbild   diente.     Er  beruht 

huiptsichlich  auf  C1ir>-i<;o(^tomo8,  Kyrillos  von  Aloxandi-ion  und  Theodoret; 

NiiD  niliere  Untersuchung  wird  wohl  nocfi  weitere  Quellen  feststellen.   4.  Als 

Homilottker  ist  Johannei«  nicht  her\oiTagend,  soweit  sich  aus  den  Ki  Ho- 

iaKen  aaf  Feste  des  Herrn.   Moriil  und  anderer  Heiligen  Mchlio»!e;en  liUist, 

ili«  unter  seinem   Kamen    gedruckt,  aber  zum  Teilt»  unecht  sind.     Das 

TDO  Theophanoa  erwähnte  Enkomion  auf  den  zeitgenössischen  Märt>Ter 

EVtroii  fhartulario»  befindet  sich  nicht  darunter, 

5.  Über  alle  diese«  Schriften  ragt  Johannen'  Hauptschrift,  die 
QneHe  der  Erkenntnis  {Uiiy';  yt-töatuie:)  hinaus,  die  neben  den  Reden 
Kbtr  die  Bilder  sc-in  hohes  Ansehen  begründet  hat.  Sie  zerfällt  in  9  Teile: 
Dv  erst«  {li*<füXaiu  tfiXoauifixä),  der  in  einer  lungeren  und  einer  kürzeren 
BcmwioD  vorliegt,  besteht  aus  dialektischen  Begriffsbestimmungen  Über 
Siia,  n>H4'n,  Substanz,  Hypostase  u.  e.  f.,  die  aus  Aristoteles,  l'orphyrios 
und  Ammonio«  gCflchApIl  sind.  Der  Vorrang  in  der  Heranziehung  der 
•ri^toteUscben  Dialektik  gebülirt  aber  nicht  ihm,  eondern  Leontios  von 
Byzaoz,  von  dem  Johannes  auch  manches,  insbesondere  den  Begriff  der 
KnliypostaMe,  herübergenommen  hat.  Der  2.  Teil  {Ih^l  mQr'trtmv)  bringt 
«M  Anficrihlung  von  100  HKreeion,  die  auf  Epiphanios,  Theodoret,  Timo- 
thcM  von  Konstant inopel,  Leontio«  von  By^anz  und  i^ophronios  von  Jenisa- 
len  Birnckgebt.  Sellxständig  scheint  dio  Beschreibung  der  3  weiteren 
Ulraneo  Avn  Islam,  der  Ikonoktasten  und  der  ÄposchiHten  zu  sein.  Der 
S.  omfangreiebste  Teil  (100  KufuXctta  dayucmxä,  "^xdom^  cix^tjltjt  rr^i  i^ito- 
itfmv  n<arn»i)  ist  der  Versuch  einer  voll&tilndigen  Dogmatik  von  der 
Oottcsivhre  an  bia  zur  Lehre  vom  Antichristen  und  der  Auferstehung,  Die 
BehandluDg  ist  im  einzelnen  sehr  ungleich;  fast  die  HiUftc  der  Kapitel 
«tnilt  auf  die  Cliristolop«  (Kap.  4ö— 81).  Die  Systematik  ist  nur  für  die 
lahno  von   Üott,  von  der  SchSpfung,    dem  Menschen  und  von  Cliristus 


d 


70  Bfeontiatsche  LittenktorgMcbfchte.    L  PioBftiaobe  Litt«ratitr. 

(liii'chgurührt;  in  dun  12  luLztun  KapiLuln  fublt  sie  nah»2Hi  vollKtätidig.  lu- 
haltlich  hielt  sich  Johann?»  streng  an  »ein  Versprechen:  'E^m  iw/n^tfi'  ifiir 
oi6£v.  Die  Kirchftnvätcr,  au»  ilcrcii  Aiisäprllchen  uns  Ganz»  gewobt  ist, 
sind  «oltfii  unnihAft  gemacht  Diu  Hauptnutoritftt  ist  Ürugor  von  Nazianz; 
nehcD  ihm  üiud  diu  2  Uhrigen  Kuppudokier.  Dionys  dur  Pseudoareopagit«. 
Kyrill  von  Aluxundi-ien  und  Läontioa  von  ßyKanz  am  häufigsten  hcnutzt. 
seltener  Athanasio«,  Chrj'BOBtomoa,  Epiphanio«  nnd  Maximo»  Confeissor,  Diu 
vomik&ni»clie  Litt^ratur  ist,  »oviei  ic^h  --sehe,  gäiulich  ignuritrt;  Origenes 
wird  nur  gonaout,  um  bekämpft  zv.  worden.  Von  d»n  Abendländern 
wird  imr  der  Papst  Leo  zitiert.  Als  Ganzes  betrachtet,  ist  diese  Schrift 
sehr  verdienstvoll.  Abgewhen  von  der  umfassenden  Kenntnis  der  aristo- 
t-elischen  Philosophie,  der  HtLrosiologen  und  der  Hochpatristik.  die  Johannes 
darin  an  den  Tag  logt,  »etzt  die  Ausrülirung  de»  Uanzen  ein  nicht  un- 
hüclüuteudiü  Talent  der  Systumatiweruug  voraus,  wenn  auch  Vorbilder  wie 
Theodoretä  5.  Bu<;h  des  Haeretlcarum  fabularutn  Conipendium  vorlagen.  D«r 
Inhalt  %'ermittelte  einen  relativ  voUstftndigen  Überblick  (Iber  die  theo- 
logischen Fragen,  die  in  einer  UnmUMO  von  Elnzolächriften  behandelt 
wai'un.  Diese  Vorzüge,  verbunden  mit  dem  Umstand,  dass  frühere  Kom- 
pendien verloren  gingen  oder  zu  unvollständig  waren,  und  gehoben  durch 
die  Gedankenarmut  der  Folgezeit,  crklftren  es.  warum  die  nt^i]  yviäistmi 
du  dogmatiHche  Uandbuch  des  griechisohen  MittchilterK  wurde  und  blieb. 
Diese  Vorzüge  blieben  selbst  im  Abendluiide  niclit  unbeaubtel.  Durch  die 
Obersetzung  des  Burgundio  von  Pisa  im  12.  Jahrhundert  wurde  der  Haupt- 
teil  der  Schrift  dem  Abendlandc  zugänglich,  und  bald  gesellte  i<ieh  dazu 
der  griceliisehe  Test.  Johanni*»  urfn-utv  isit-h  hohen  AnttehenH  lM.'i  Petrus 
Lombardufi,  der  ihn  zum  Muster  seiner  SentenzenbUchor  nahm,  «owie  bei 
Thomas  von  Aquino,  wenn  er  auch  fUr  die  Ausbildung  der  Scholastik  nicht 
von  niassgebendvin  Einflute«  wurde.  Die  Scholastik  hat  ihre  Ideale  von 
Augustin,  dem  grossen  Denker,  nicht  von  Jobaanc»  von  Damaskus,  dem 
Konipilator  einer  späten  Zeit,  empfangen. 

1.  AnsgubuD:  YÄue  G«BBiiiltiu8g«be  jilant«  luoret  J.  Äubert,  der  lu  diuMoii 
Zwecke  viol  Halerml  vun  Leu  Alliitiuit.  Catalogua  operDTn  &  JotumisDainaeceni  in  Xvfifu*im, 
Köln  1(153,2,  448--4&3  orbielt.  NaobHeio  nutih  Coinbofin  nnd  Labbe.  Conspoctus  nur» 
odiÜoaiB  oDiniuin  op^nun  8.  Jean.  Dantaac,  Paris  ))l.'>3,  nirbt  zum  Ziele  knnu'ii,  vnrinstiilM« 
der  Dominikaner  M,  L«quion  dl«  einilge  tiesAintiiiiHgitbo  in  2  HAnden,  rnns  MVi  mit  um- 
fnngrekhen  l'rnlftioineiia  hikI  DisaertsHoncn  litti^rar-  unil  clognii'iiliistoriscli<in  IiihnltiMi.  kh- 
godriiokt  in  Veniiciin  ITiS  nnil  bi>i  Migne,  Putr.  gr.  94— 3ö  mit  den  von  Uiilinndi  und 
A.  Mni  nou  verüilcoUioht«!!  Scbrittcn,  —  P.  TaDnäry ,  K«vuu  des  ätnilas  gr«c<|UU!i  6  (11^93) 
85—91,  273—277  veröffentlichte  Probon  aus  t-inv-r  uubeJüutt'ndeu  und  sicher  uoDcbten 
Snnunlmij,'  von  Notiinn  Hbnr  olle  PIiiloso|ibci],  KöniKU.  rnjIbiBibe  Pctsunon  u-  u.  VgL 
U.Z.  2  (1K9»)  6^7  f.;  ■A  (1894)  19S.  —  Aucb  suiiHti|;(!  Ktt^iuigkeiten  «iud  ia  oxtueXnco  Um 
ohne  Grund  mit  dorn  Mamco  itos  JobuuncB  geBL'hmUukt  ivurdtMi,  t.  B.  der  Tiuktiit  aber  die 
ToI«ufGi«rlagu.  vjil.  K.  Krumbachor,  Studien  tu  den  Lug«udeu  di-s  bl.  TbeodMio«, 
Sitiungsber.  bayer.  Ak.  1892  S.  345,  viellviobt  auch  das  StUrk  Htfü  tiür  ÖQHiirtiair,  du  b«i 
MigD»,  Petr.  gr.  94,  1001—4  und  bv«aer  bei  N.  Politos.  J'ntiäSut  fimu^oXoyixol  /iv9at, 
AUi«n  1&?0  S.  f>  f.  ediert  ist,  Uober  die  Ansgaben  der  «inzeluen  Scbriftou  \%\.  Loif  uion  und 
J.  Lnngon  (u.a.).  —  (.'«bersolztiDaen  der  Hifft} yrnJamK:  Die  lateiniscbou  CebcrMtzUD^cu 
von  Iluigundio  und  dem  Knrraoüter  J.  B.  Panetina  (diese  s.  B.  in  cod.  Fetrur,  198)  «ind  iiooh 
UDodicrt.  DioUebersetziingdesKxaroben  Jehannesvon  Bulgnrion  ed.  A.  Ponor.Moaluiu  lälä 
(msaiioli).  —  äcbuli^n  zum  dritte»  Toil  der  lliiy^  ;'viJafait-  enthnit  i.  I),  eod.  Vind.  theol.  200. 
—  Tobl  und  Anordnung  dor  Kapital  (euch  dnr  Iheologisuben)  zeigen  in  den  llaa  luancbe  Ab- 
woicbungl^n. 

2.  Hilfamiltol:  Die  Proiegomona  und  Disaertationon  in  der  Ausgabe  von  LeijuieQ. 


J 


1.  Ttwologle.    A.  Dogmftttk  und  Polemik.    (§  17) 


71 


KC.  OadiD,  CoBini.  <l*  wript.  ocol.  I,  I7I3— SS.  —  Fabriolus.  Bibl.gr.  9.  682—744.  — 

■ftcr  di«  SpTMclio  dM  Jobannns  «.  Zotnabor);.  Not.  «t.  cxlr,  29(1866)  I,  18  S.  —  Bard«ii- 

lawor.  Patrologi«  S.  SJO-  46.  —  Fobpr  di>  Schrift  von  den  *  LiiHti.Ti;t.isliini:  0.  Zocklar, 

Dh Uhntndc  von  d«n  aMib«!  IlanpUIlndon,  MQnolieti  1S93S.  ^3  IT.   VitlU.Z.  3(1K'J4)424.  - 

HoaoKraphJAU:  AjtORtolid»,  tlip'i  'laiärroti  lov  Jafitiattjrav   18SS  (mir  iuixugfl.ngtiali]. 

—  H.  J.  Grnadla1in«r.  Johuincn  Dttmuccnan.   AcfldcmMch  Proofskrift,  Utrecbt  l!j76,  vor- 

Itcitet  «Mh  bcaonden  Ubor  HDUie  dDgmengowbichtliohe  SUlloog.  —  J.  Langen,  jobantiea 

nn  DiinMkit  G%Mui  1679.  Sain«  litUnubirtoriiwhfii  Cnteraoohuii^en  (S.  1&— 368)  geb«n  in 

4cr  UuptMcb«  llb«r  La<iuice  nicht  htnaiM.    Dio  Vitn  S.  Artemii,  doren  [Jnechlheit  vou 

tofta  DMbfMwMM-n  wind«.  Ut  von  .lohannc*  Kbodios  (vgl.  §  HS  n.  &)  vorfnsat.  —  .r,  H. 

Loftan,  6LJ«l)ii<ifI><iinMkua,  London  lÜM  (mir  anxui;nngTio)i).  —  KnrTbeolngie  dos  Jo- 

boMei  i.  Bneli,  Doicraeafmehiehle  du  Mittolultrni  1  (Wion  IS7S)  49—76;  tur  Bilder- 

kbi«!  K.Schwnrilotie.  Der  Bild«nilr«j(.  Gotha  1>^'M  &.  123— 22Ü  im  Zii&unnianhiuig  mit 

ItrHiMkgio  d«r  Utldvrrreimd«  Oberliaugil.  —  l'obcr  deine  AbeudmuhlBlohTp  vgl.  Slcifl, 

JlktUdMr  tut  denlaobe  Tlieulogi«  VI  { I8ÖT)  37S~2S0. 

8.  Zum  Laben;  Die  Glle«t«  Biographie  dM  Jofaanoi-»  wm  umliiach  i;i>schriobcn;  Hio 
h^  irr  ütiecliMcJiea  Tita  la  Qnuide,  die  der  Patriuth  JobauuuB  von  Jonwalem  If  ÖdO), 
4«  Mb  nbrr  nncb  atarfc  von  der  inxwjselien  Rebildeton  Legende  beeinflusMD  Keeo.  vur- 
(m(  ket.  W.  bei  aiigne.  Patr,  gr.  H  429-^490,  —  E.  Boavy.  Änncrfontiques  totiiques 
ianU  vie  ie  St.  Jena  Dariuso^ih^,  li.  '/..  2  (1^!)3)  110  f 

4.  SaMM.  Liixi«on.  cd-  U.  Uoraherdj-  I,  2  |Mn11i>iind  BrAiinschwcig  lHi2)  481  erwShnt 
riam  .tiyi>{  mrrifp'ifxöi  rof"  iCmiroxariiöf  des  Üischofee  Kniphanioa  von  Soljmbria  in 
Anden,  der  wolil  ein  Zfltgcncun  dce  JohaaneB  von  DamasKos  war,  von  dem  «ob  aber, 
n  m  «cfaetnt.  nichtn  rriioltcn  hat. 

5.  H^ndiiclirifllich  oiiatiercn  ■•■inigo  anonyme  Abhandlungen  flber  den  Bilderetreit, 
L  K  in  ooJ.  Ambro«.  K.  121  sup.»«eo.l2foLIA9-170',ood.  Paris.  nSäAsnei;.  l-lfol.  199-2)0". 
C«i  Bodl,  Miac.  54  MMt  16  fol.  t— 73  enthalt  «inon  Diaing  (wiscbon  eiiHMn  Ikonnklnslan 
■d  «terai  Orthodoxen.    Ed.  ist  eino  uuuonyme  Abb.  bei  Migno,  l'nti.  gr  109,501—516. 

6.  Theodoroa  Abukara,  Bisdrur  von  Kam  jenseita  des  .Itirduna  oder  KarrhS  in 

Iwgwtaoiiw.  gilt  als  «Ja  SchQlet  dm  .lübannus  von  Diunoskoe.    Er  ist  vivbifr  veraohieden 

*W  im  Biacbofe  Hieodoroe  vuu  Kani'ii    uud    sptttcr   von  Luodikcu.    dem   AnhiLugur    und 

ilttvia  Peiad  rm  Pliotioa.  mit  dem  «r  uft  vcnruehBelt  wird,    Uiiter  (»eioein  Nameii  Kebvii 

IIUldM  Abliudhumbei  Migne.  Pnlr.  gr.  97,  UU8-1600.  KOgeu  Neatorisner,  ÜuuupliyuteQ 

ftüfMcfciliu.  JakoMl«n,  TritLeiateo.  iVraber  und  Juden.  Eilige  liegen  in  einer  apaiurvu  Be- 

■MWB  vor.    VieUeicbt  waren  sie  ursi'rQtiglicli  arnbisoh  geacbrjeben,  wie  eine  üotjz  vor  der 

1  AUmadUiBg  uideaM.  die  von  Michael  S,vnkeIloa  von  Jeruntem  Ittiersetzt  eein  will.  —  Vgl. 

n.  Iltig,  Canneot.  ad  Tbeod.  Aboc.  epnecul,  de  bnptismo  ddelium . . ..  Leipzig  1698.  — 

L«o  Allaliu».  Diotriba  de  Theodoris  od.  A.  Mai,  Nova  Patr.  bibl.  6  (Kom  1^63)2,  IG9-171: 

L  Allatina  be^aw  eino  lle  (vinlieieht  cod.  ValUcoU.  B.  63  a.  13),  welche  dio  Opuncnln  'l'Uco- 

im  in  1^ Baal  Uli  Aninh]  und  boMerem  Texte  cmtJiiolt.  —  NBbere  VnlcnnohungvMi  fdilen. 

17.  Nikepfaoroe  (A'ijd^^-epoj),  Patriarch  von  Konstantinopel  {806—815), 

ist  neben  Tlieodoros  Studites  (§ßl)  Hpr  Haiiptverieidiger  des  Bilderkultes 

ÜD  zweiten  Bildertttreit  unter  Lo«  dorn  Arincnier  (813 — 20).    Seine  Familie 

gibört«  EU  den  angc^oticmstcn  dt'r  Hauptstadt;  »oin   Vat^r  war  kaitter- 

bcfacr  SeJcrctir  und  wurde  von  Konstantin  Kopronynios  in  dio  Verbannung 

gMchicfct.     Ntkophoros,  ebenfa])»  kai^erliclier  Sekretär  geworden,  wohnt« 

Jbt  7.  Synode  bei  (787),  zog  sich  aber  bald  nachher  in  eine  wilde  Einödo  am 

UtnoifcheD    Bosporos  eurilck.     Sein  Hiofin'nph    rflhmt   meinen  Eifer  in  der 

PAa^  ivr  weltlichen  und  kirchlichen   Wissenschaften,  denen  er  in  dem 

von  flun  oi4iaat«n  Klo»t<T  oblug.   Beim  Tode  des  Patriarchen  Tarai^ioa  leitete 

tr  du  grosse  Hospital  in  Koimtantinopel  und  wurde  zum  Nachfolger  des 

nntarbenen    Patriarchen    bentellt^      Die   Miüncbapartei,    an    deren    Spitze 

TlModor  von  Studion  und  dessen  Oheim  Piaton,  der  frühere  Abt  von  Sakku- 

6011,  stasden,  waren  tichon  mit  dieser  Erhebung  dos  Xikepliuro»  unzufrie- 

dn,  wtiil  dieser  bis  dahin  dem  Laienntande  angehörte.     Alis  bald  nachher 

de*  nnie  Patriarch   dem  Kaiwr  Nikephoro»  in  Sachen  des  müchianiachen 

SInit««  weit  entgegenkam,  trat  die  Op)K>.sition  auch  an  die  Öffentlichkeit. 

Di*  modgvn  MOncho  bOosten  jedoch  ihr  Vorgehen  mit  der  Verbannung. 


72  B; Kantini Hche  UttoratnrfMchlGht«.    I.  ProBBiBche  Litterator. 

Unter  Michael  I  Khangab«  kam  die  Verafthnung  zu  atande,  und 
dor  Armenier  den  Bildt>r»ttrcit  wicdor  Hnfaclitc.  trat  Nikcphoros  mit  einer 
Entechiuduiiliuit  auf,  dif  iliii  den  berühiiitostuii  VvrtiHdigurn  dur  kirchlichen 
Freiheit  heigeselit  hui.  Die  Verbannung  (Mitte  Mai  815)  brach  Meinen 
Mut  nicht;  gleich  wie  Theodor  von  Studion  entfaltete  er  eine  ficborhat^ 
Th&tigkeit  xu  dunxt«»  dos  ßildorkulte».  Die  Bedingungen  Michael»  des 
Staintnicr»,  die  ihm  die  Thore  Koniütantinopcltt  unt  den  IVci»  de«  Schwei- 
gens öffnc'loH,  vurschinUhend,  verharrte  or  im  Kxil  bis  bu  seinem  Tod» 
(829).  Neunzehn  Jahre  später  wurde  sein  Leichnam  auf  die  Anregung 
des  Pntriarchen  Methodin»  feierlich  nach  Konütsntinopel  übertragen  und 
in  der  Apo-ttdkircho  beigesetzt  (847J. 

In  die  Zeit  seiner  Verbannung  fallt  die  Abfajtsung  aller  seiner  theo- 
logischen Schriften,  mit  Ausnahme  der  verlorenen  Schrift  gegen  die  Juden. 
Kataphrygier  und  Mnuichüer  und  einer  kleineren  Abhandlung,  diu  zu  Beginn 
de«  Bilderstreitee  vurfasst  wurde  (Apologoticu«  minor).  817  folgte  eine 
grUssero  Schrift,  diu  von  A.  Mui  mit  Unrecht  in  zwei  zerlegt  wurde :  LI,  3  Antir- 
rhetici  und  ApologeticUH  maior  pro  »acri«  imaginibus.  Der  erste  Teil  wandet 
sich  gegen  den  Vorwurf,  da»!»  der  Bihlurkult  OStzcndienst  sei,  währeiid  im 
zweiton  die  chrietologischon  AiisL-hauungen  der  Bilderfeinde  bekämpft  wei^ 
den.  Hier  schliesst  sich  Nikephore«  an  eine  Schrift  des  Kaisers 
Konstantinos  Kopronymos  (er  nennt  ihn  slSndig  Maftwvä^)  an,  aus 
welcher  er  viele  wörtliche  Auszüge  seiner  Widerlegung  vornussebickte. 
Drei  weitere  Schriften  beleuchten  die  Aussprüche  von  Makarios  Magnes, 
£usobiog  von  KlLsarea,  Pseudo-Epiphanio«,  (Iregor  von  Xazianz,  Nilos.  Basi- 
lios  von  Süleukia,  auf  welche  die  Bilderfeinde  «ich  stützten.  Eine  zweite 
Hauptschrift  des  Nikephoros  ist  noch  unediort,  Sie  «tollt  idch  als  die 
Zusammenfassung  alles  dessen  dar,  was  Nikephoros  früher  über  die  Bilder 
geschrieben  hatte.  Ihre  Herausgabe  würde  unsere  Kenntnis  von  den]  littera- 
rischen Streite  sicher  erweitern.  Die  gedruckten,  in  denen  sich  Nikephoros 
alK-rdings  vielfach  wiederholt,  zeichnen  sich  aus  durch  edten  Fmraut.  aus- 
gedehnte Kenntnis  der  Bibel  und  der  patristischen  Litteratur,  Vielseitigkeit 
der  Gesichtspunkte,  Hchärfe  der  Dialektik  und  eine  kraftvolle,  Qiesscnde 
Darstellung.  Dus  lange  Exil  veruiilasijle  Nikephoros  gleichwie  Thuodoro« 
von  Stadion  sicher  zu  einer  ausgeJi'hnten  Korrespondenz,  die  auch 
durch  seinen  Biographen  bestRtigt  wird.  Ausser  dem  Brief  an  Papst 
Leo  III  ist  jedoch  nur  ein  Fragment  aus  einem  Brief  an  Leo  den  Armenier 
erhalten.  —   Über  Nikephoros  ids  tlistorikor  vgl.  Krumbacher. 

1.  AUHgubi-iir  Auäiiilmuti  DHn<luriu«  bereitet«  eine  (tesnintHiiHgabfi  vor:  Oou- 
spectus  opuriiin  S.  Nkeplion,  patr.  C^pll..  quAO  pr(ipi>äioni  duobus  tomiä  edenda  sunt  H 
quoram  uauea  hacUnna  «i<lltn  fnernnl,  «um  iiit^rgir^tÄtiono  Intimi,  notis  et  disMrtatiniiibu« 
critici«.  dnttDiiitici«  et  historicin,  Purin  1705.  .Sie  iat  nicht  erschienon.  —  Nachdmn  Coin- 
hofis  und  C.ini*i<ia-BBsna£«  einiges  hornusgcgcbcin  hatt«n.  veriJffenÜiohto  A.  Mai,  Nova 
Palr.  bibi.  5  (Kont  1849)  1,  t  — 144;  2,  1  —  142;  3.  1-271  don  unocbischoR  Text  dw 
ApologoticnH  mttior  und  minor;  Abgedruckt  bei  Mign«.  Pnlr.  gr.  100,  201— S50.  —  Di» 
abrigem  gednickten  ijchnfteii  ed.  pr.  Pitra.  Kpicilog.  SuIc-bri.'I  (Varia  1852)80-2—503;  4  (1868) 
28S— 3ö5.  —  Rinen  weiteren  Bund  mit  Sclirifteu  des  Nikuplioru»  bezeiclmete  Pitr«,  Ann- 
tccta  aiurn  et  elasaic^  5  (Rum  lS8ä)  4Ü  ata  druckrcrtiK :  dereelbe  ist  aber  niobi  ei- 
Bohienen-  —  Ob  tu  seinen  unodierten  Scthrifteii  nneh  die  Vita  S,  Andr«ae  iuniorie  gohori, 
dlv  Ulm  in  cod.  Paris.  1&47  a.  1386  fol.  löä— 219*  nurMohri«b<Mi  wird,  ist  uocb  tu  unter- 
enchen.  —  Zu  notierMi  ist  aucb  cod.  Coisl.  DS  saec.  Iz  fol.  I— (>03. 


1.  ThMlogie.    A.  Dogmotik  ond  Polemik.    (%  |8) 


73 


^g       3.  llilfitinilUI:  COudin.  Commi-at.  de  arriptmlms  r>i>d.  '2  (I^i|</.ii;  ITS'3)4^I0.  — 
K^ricin«,  Bibl  gr.  7,  603—1132.  ~  A.  Elirharil.  W<?ttM  und  Weites  Kirchen ioxikun  a, 

t.  A«ft.  (Fraibarg  IttS)  249— 3&9.  —  Ueber  soin  kirdilich«»  Wirken  «.  J.  HarKflnriJtlior, 

PMJM  I.  261-268. 

3.  KiosrQpbJBcheB:  Bald  luob  Minam  Toila  erfaidt  Nikvphoroii  «inoa  Biaf;re{>hon 
k  d«r  rprwui  dm  DUkoouH  und  Sk^uophrlax  l^nntioa.  Der  Sitte  der  Ii)^ttntini8<ihcn 
BafwmpliM  cntiptcclieDd.  Iial  I^nntiu«  die  Slri^ttis ketten  xuriaclicn  dem  rotrinrvJioa  und 
im  lUnebqwrt«!.  die  wir  durtJi  'rlipu;>liaii*i».  Clifona(i;nipliiii  «d.  ile  Itoor  1.  4X1.  4M 
kcHMB,  mnvlliiit  geloMcn.  Die  Vittt  am  besten  bei  de  Buur,  Niuo|itiuri  «roliiep.  CpolitAni 
iPMCiLi  fciatoric*.  Loiinig  IS80  S.  ISO— 217.  —  Den  emfiiixeiidcn  Uericht  iloa  ('reiib)U*rB 
ntafhaoeH  Ober  aas  Exil  and  di«  TVsDBlation  de«  Nikepboroa  od.  nr,  Theophiloa 
Jaanna,  .Mnj^fi's  liytoloyaä.  Venedig  ISS4  S,  11^—128.  —  Andere  Nidiriubtun  bei  d«[i 
OnoiatM  Tbwpliui««,  0««rf(io«  Monnrtios  u.  r. 

4.  Tarasioa,  iler  uamitlolbare  Vorgänger  dea  Nikepliuros.  enUtammt«  «iner  anjju- 
•tbiaen  Familie  v«ii  Kiwi.  Er  wurde  als  (i^lieiniHchrKihpr  dor  Eaisi>rin  Irene  aam  Hnub- 
htfV  dea  UceaaUaitiNlifa  Pnulun  orkoran  (TA4)  und  «iwnrb  sich  höh»  Verdienst«  um  das 
iMtudekodanen  decr  7.  9]rn<jde  (7)<T).  auf  «clrlicr  der  ilildurkiilt  wieder  hergestellt  und 
ftMlOfledi  befrtod«!  wurde.  Auf  diosc  Angoltigpnheit  linxiithrt)  weh  die  (■  Briefe,  die 
im  tM  erllklten  nnd.  nnbst  ciaer  Homilre  uuf  des  (Vst  der  Vonitclliini;  Mnrill  im  Tempel. 
Übten  wn4a  ihm  mit  l'nrccht  at'geipradion :  die  rnlRmik  gr^gfin  dio  iknnoklnMen  be- 
tlUfH  die  llud>chri(tlicbo  Uebetliefrruog.  Kd-  mit  dc>n  Itriefen  bei  Mignc,  Patr.  gr.  98, 
UMi— LSOO.  Sejae  Rede  en  daa  Volk  bei  atioer  Krnennuui;  hnt  'lliooplianee  in  s.  Chronik 
nipvdaunea,  ed.  ie  Boor  1.  456—60.  —  I^iiatioa  DiakoTion  iirhrieb  nach  eine  Biographie 
i*  T^ranon.  Den  griecbiaoketi  Test  ed.  pr.  J.  A.  Heikel,  Act^i  Soriotatis  ecicnliuruiii 
Fhbmu  17.  UelaniKfon  1S69,  mit  Kommentar  und  Indiüna;  aunh  napamt. 

5.  EtM  Lobrede  auf  dje  Vüter  der  7,  Synode  vun  Epiphanios,  Diakon  vou 
Kilasia.  ist  in  den  Akten  der  Synode  erballoQ  bei  Manei,  Concilia  13.  442—438;  ubge- 
^kl  bei  Migne,  Patr.  gr.  98.  1318-1332. 

6.  Igaslios  DiakoDoe,  dem  Biograplien  der  Patriaroben  TBraaioa  und  Nikephnros, 
wM  aach  eine  ViU  8.  OreRoru  Dekapolitae  (t  »17)  a.  B.  in  don  codd.  Paria.  ^01.  l!>2f,. 
IMP  ngeMibnelien.  Ob  ei«  mit  der  von  Tlieopliiles  Joannu.  Myij/iirn  liyialoytxii 
&  ISS— 164  pulitiiieilen  eoonymen  Biographie  dee  Oregorios  Dekapolites  abarsinslimml. 
*M  dahin.  Narh  UontfnDcan,  Dibliotb.  biblinihncnr.  1  fPans  17^9)  186  wiren  in  der 
Yirtn— i  Bour  ein«  oder  mobrcre  ^i-hrif)en  für  d#n  Büderkull  unter  dpm  Namen  den 
I^riiw  DiaCoaM  vortiRDden.  Dieitn  Angnbn  muss  erst  noch  kontrolliert  wordnii.  Siiida», 
tttftaa  «d.  0,  Bernhardj-  1,  2  (I8.>2)  937  schreibt  ihm  ondhch  nebal  Grabioden  luid  üUm 
latU  Briefe  u.  die  n.  Vi.  nocb  nirgends  aufgotnuclit  sind.  —  llrbor  Ignatio»  nU  Dichter 
t(L  Krambaober. 

7.  t'ntvr  dem  N'amea  dea  (iregorina  Dekapolilos  arlhnt  goht  <^n(>  auf  die  Be- 
trbntiN;  eiiws  SarueDon  bMOgliche  kleine  KraJlbliuig.   Gedruckt  bei  Mign«,  Patr.  gr,  100, 

1301   ms. 

fl.  Thoadero*  Grnpto«,  dem  Bruder  ilot  Dichters  llieaphnnc^  wurdo  ochnn  frlth 
m«<dU  battdaekiifUicIi  (k.  B.  in  cod.  Pari«.  910  Meo.  10)  als  in  Zilelcn  npaterer  Ky- 
nntiaer  «.  tl.  de«  Joliuinca  KypurisaiotiHi.  die  Schriften  dee  I'otriarrlicn  Nikeiihoroa  nir 
tan  Bildetknlt  zugeeign«-!.  CombcfiN,  Oricinum  rarumcjuv  Cpulitnn.  mimitiiilus,  ('urin  1064 
&  IM*  bat  ihn  intttm lieber woine  lum  Verfaaaer  der  V'itu  Ni('l^I>hori  de-^  Ii;iiBlioB  gemacht. 
fidMT  atenunt  vom  ibn  n«r  eia  Brief  an  den  Bisobuf  ,1obnnii»s  vun  Kyiiku«  üKt  «etiii-  und 
«■MM  Bniden  l.eiden  unter  Tfaeuphiloa  (829—842].  der  in  ^eioo  Biuginphii?  iiiirKi;ii'>i"Tii<:'n 
««nie.  Letriaa«  wnrde  nodi  bei  Lebieilen  seine«  Bruders  Tbeophaues.  der  nia  Kniliiärhof 
<•■  NikJU  Mit  «taik.  Terfaxat,  Ed.  pr.  Combefie  a.  &.  O.  S.  191-213.  —  Rinn  Itede 
im  n««daroa  Onploe  bbvr  die  Verstorbenen  erwilmt  L.  Allatius,  De  purgaterio,  Korn 
ICU  8.  211. 

y,  B)>arl«e  rencbollen  int  die  Abhandlung  in  (iunntpn  don  Bilderkultee,  dio  Sophro- 
aia«.  Patriarch  Ten  Alexandrinn,  zur  /^it  den  Keist^m  Thcophib»  (M3)l— S42)  rerfnaslo. 
T|L  Bta^fdiiBa,  Anulc»,  Migno.  Patr.  et.  111,  1137. 

16.  PhotioB  ('t>*ätio()  ist  in  der  byzantinischen  Kirchen-  und  Litteratur- 
gMdiicbtc  eiao  einzigartige  Er.scli«inung.  Ii]  nein«r  Eigennchaft  a1»  Kir- 
eli«Dffirst,  G«l«brt.('r  und  Theologt*  i»t  or  nicht  nur  der  hedeut*ndftt* 
KiBM  d«e  9.  JafarhuiidiTt« ;  er  nimmt  auch  in  dcv  Gom'hichtc  von  Byzanr. 
f^tiillo  tfin,  die  nach  ihm  keinem  Byzantiner  mehr  beschiedcn  war  und 
deo  weltge«ohiclitlichen  Grössen  zagesellt.     Diese  Bedeutung  verdankt 


74  BfssntiiiiBcba  LitterntnrgeMibiolite.    L  Prosaiache  Littftntar.        ^^^h 

er  in  erster  Lioie  (teineni  Wirken  nis  Pntrinrch  von  Konatantinopol  Nach- 
haltiger und  zugleich  verhängnisvoller  hat  kein  Patriarch  von  Oetrom  die  Tage 
seiner  Wirk««,mk(>it  auf  dem  grossen  Bischofsitze  der  griechischen  Kirche 
in  den  Annalen  ihrer  Geschichte  verzeichnet.  Er  ftlhrto  den  ersten  ent* 
echeidenden  Aushruch  jener  ti'ennonden  Bowcgung  zwischen  dem  Morgen- 
tind  Abendlande  herhoi.  die  mit  d»r  Gründung  KonsUnlinopels  ins  Leben 
trtt,  durch  diu  christologiächen  Kämpfe,  noch  intensiver  durch  den  Hilder- 
ßtreit,  genährt  wurde  und  zwei  Jahrhunderte  nach  ihm  in  dem  defiiiitivcn 
\l\sH  zwischen  der  griechischen  und  der  lateinischen  Kirche  ihren  Ahschluss 
fand.  Der  I'erȟnlichkeit  deti  I'ludios.  so  mSchtig  sie  war,  darf  allerdings 
diese  Wirkung  nicht  allein  zugeschrieben  werden:  die  Geschichtsbetradi- 
tung  hat  sich  seit  längerer  Zeit  daran  gewfihnt,  die  treibenden  KrÄflo  in 
den  Kulturzu standen  und  in  den  breiten  Schichten  des  V'olkijs  zu  »uehen. 
au»  dessen  SchoKti  diu  einzelnen  historischen  Thatsachcu  hurvorguhen.  Bei 
rhoUos  lääst  sich  aber  mit  besonderer  Klarheit  das  doppelte  Element 
wahrnehmen,  ans  dessen  gemeinüLanier  Thittigkeit  die  Geschichte  geboren 
wird,  der  Zeitgeist  und  die  Individualität,  t'holiüs  war  in  seinen  kirclilichvn 
Tendenzen  daj)  Kind  seiner  Zeit,  ein  Spross  der  griechischen  Selbat- 
getalligkeit^  die  sich  Über  die  Barbaren  des  Abendlandes  unendlich  erhaben 
wähnte  und  gegen  das  Abendland  in  politischer  wie  kirchlicher  Beziehung 
abzuschlioeson  bestrebte.  Kr  war  aber  auch  Herr  über  seine  Zeit;  denn 
er  wiis»te  alle  durch  die  beiderseitige  Kulturontwicklung  entj;tundenen 
Gegensätze  aus  ihrer  Gebundenheit  hervorzulocken :  er  gab  ihnen  eine  be- 
griffliche Gestaltung  und  dadurch  erst  ihre  ganze  wirkende  Kraft.  Sein 
Ehrgeiz,  der  sich  darauf  steifte,  entgegen  der  Autoritiit  des  I'apsto»,  die 
er  zuerst  selbst  angerufen  hatte,  seinen  Patriarchalsitz  zu  behaupten,  vor- 
band sich  mit  dem  Stolze  der  ganzen  Nation,  der  schon  durch  die  Errich- 
tung de»  abendländitichen  Kuisertuma  emjilUidlicli  verletzt  worden  war 
und  durch  die  Eingliederung  der  neubekehrten  Bulgaren  in  den  römischen 
l'atrtarchalverband  einen  tödlichen  Stoos  erhalten  hatte.  Die  gereizta 
Stimmung  des  Volkes  ermöglichte  es  Photios,  den  ersten  grossen  Schlag 
gegen  Itom  zu  führen.  Dynastische  Interessen  traten  allerdings  seinen 
Tendenzen  entgegen;  er  wurde  abgesetzt  (867),  lUich  einem  Jahrsehnt 
wieder  eingesetjtt,  tini  ahei'nials  abgesetzt  zu  werden.  Ju,  er  starb  im 
Exil;  aber  die  romfeindliche  Bewegung  stieg  nicht  mit  ihm  ins  Grab: 
der  beste  Beweis  dafür,  dass  er  sich  mehr  in  ihreu  Dienst,  als  sie  in  den 
seinigen  sich  gestellt  hatte.  Die  Art  und  Wei^to.  wie  er  ihr  diente,  offen- 
bart einen  ('barakter,  der  vor  dem  Itichterstuhle  unpartKÜsiher  Gcschicht»- 
forKchung  keine  Gnade  finden  kann.  Gänzlich  verschieden  ist  aber  da» 
Urteil,  welches  die  Nachwelt  dem  streitbaren  Patriarchen  als  dem  Gelehrten 
and  Schriftsteller  schuldet, 

Seine  Bedeutung  als  Theologe  ist  oft  überschätzt  worden.  Die 
llieologie  ist  nicht  das  glünzundste  Blatt  in  dem  Bufameskranzu  des  g^ 
lehrten  Byzontinere.  Seine  tbeologischou  Gesamtleistungen  stellen  ihn  unter 
Johannes  von  Damaskos  und  lassen  mit  denjenigen  des  Mnximos  Confessor 
oder  des  Leontios  von  Byzanz  keinen  Vorgleich  zu.  1.  Die  umfung- 
reicltsto  theologische  Schrift   des  Photios  sind   die  Amphilochia. 


1.  Tlivolo«!«.    A.  DogB&Uk  und  Polsmik.    ($  18)  75 

Sm>  Lrigt  dk-aea  Titc-I,  weil  4lie  darin  gcsiiinmülttin  Abliaudlungoii  an  den 
Hetropoliten  AmphilochioB  von  Kyzikos  geriolitot  wurden.  Ihre  Zahl  bo- 
M^  in  der  jüngsten  Aufgabe  H'24;  Photion  be^tininit  -solb-st  ihren  Umfang 
Mif  300.  Er  vorfas^te  »o  wfthrond  seiiice  er»(ton  Extles  (867—77),  und 
diese  Abfaeeuo^Kcit  vcrrfit  eicli  in  den  wiüdvrholton  KlHg4>n  Qbor  ftussoro 
Bedrängnis,  Hangel  un  Hüchcrii  und  Abschrmhern.  Die  Amphilochia 
bilden  ein  Seitensttick  zu  Photios'  Myriobiblon.  Ohne  jede  »yfttemstische 
Ürdnang  und  ohne  KbenniiUaigkeit  in  der  Behandlung  folgt  in  buntur  Ab> 
mcMung  ein  (^«»ai  auf  den  anderen.  Sie  ttind  in  der  Go&taU  d«r  '£?«• 
ff'MK  w*'  ttiojtp*'ff*(;  Nl>gufu»»t,  nint'r  litte rarißchen  Form,  die  sich  schon 
froher  eingebürgert  halto  und  von  Theodoret,  Masimos  Confcssor,  Anastasios 
äi&Mtes  angewandt  worden  war.  Inhaltlich  verteilen  8io  eich  auf  das 
Ikaologifclic  und  {Ti-ofan«  Wiitsensgebiet  und  verniitt^dn  vinon  umfasüiondcu 
GoUick  in  das  gL«unite  wissenschaftliche  Leben  des  photianischen  Zeit- 
•It4ira.  Die  profannHsiienschaftJichen  Themata  gehören  der  Philosophie, 
HitttrwiKHen.schaft ,  Mediziu,  Grammatik  und  Oe»chic)tte  an;  sie  bijdi-n  aber 
■r  einen  klviiien  Bruchteil  dcis  Ganzen.  Über  Dreiviertel  desselben  be- 
kuddn  ext^tisch«  Fragen  Dber  die  Ueno^^iR,  den  Pentateuch,  die  Psalmen, 
im  hlufig!<t6n  über  Stellen  au8  den  Evangelien.  Die  dogin ati.sclien  Themata 
beci«ben  »ich  auf  die  Lehren  von  dur  TriniUit,  Inkanmtion.  Krlüsung,  da» 
Lebensende,  den  Bilderkult ;  uuffallcnderweise  wird  aber  die  Kontroverse 
lut  dun  Lateinern  kein  einziges  Mal  erOrtcrt.  Vjlter^chriften  bilden  den 
Stgeostend  mir  einiger  Quacittiones;  um  8o  grösser  ist  aber  der  Anteil  der 
Hbercn  Kirchonwchriflateller  an  dem  Ganzen.  J.  llergenrfSthcr  hat  naeh- 
Snriosea,  dass  :t2  exegetische  Abhandlungen  wortwörtlich  aus  Theodoret 
ktfOborgonomtnen  aind.  In  vielen  anderen  »ind  I'olychrnnio»,  Epijiliamo», 
EjrriUM  von  Alexandrien,  Theodoret,  Gennniio»  von  Kon»tantiuopel,  Jo- 
bunee  voa  Dauiaskos  ausgiebig  benutzt,  und  das  geistige  Eigentum  des 
Pbotioa  würde  sich  noch  mehr  reduzieren,  wenn  die  seitdem  verloren  ge- 
gUgUHm  Stdiriften  nn.s  nticli  vorlagen.  Wenn  dien  ein  Howei»  fUr  die 
OBMrordentlicho  Aiieignungsgabe  de»  l'holio)«  ist.  so  wird  dadurch  seine 
origiDelle  Geistesarbeit  auf  ein  im  Verhältnis  zu  dem  Umfang  der  Amphi- 
kwlita  geriages  Mass  herunte^edrQckt.  2.  Weitere  .\rbeiten  des  Pliotio^ 
aaf  dim  exegetischen  Gebiete  sind  seine  Bibelkomnientare.  Alt^ 
tadatDvntJiuhe  sind  bisher  noch  nicht  mit  .Sicherheit  nachgewiesen  worden ; 
i&  den  Kat4!nvn  werden  aber  so  viele  Erklärungen  zu  den  Evangelien  und 
I^ulUKbriefen  Photios  zugeeignet,  da*s  die  Existenz  von  Kommentaren 
oder  Scliolien  des  Photios  zum  Neuen  Teotanumt  nicht  bestritten  werden 
kiiUL  Schotien  zum  MatthÜUisevangeliuni  hat  A,  Papndopulon  Keranieus 
jOagit  lienuuigegebcn.  In  dem  (Commentar  des  Oekuinenioi^  zu  den  Pauhis- 
IriafeD  kehrt  Phottoä  setir  oft  wieder,  und  cinii  Durehforsdiung  der  nn- 
•Aarivu  Kwtenen  wQrde  ohne  Zweifel  noch  weitei-es  photianisches  Gut  an 
4ni  Tag  fördern.  Bei  dem  jettt  vorliegenden  Material  ist  ein  Urteil  über 
wae  «XCgetiitchv  Methode  und  sein  Verhiiltnis  zu  den  früheren  Exegeten 
liclit  möglich :  sicher  hat  er  aber  die  früheren  Exegeten  auch  hier  herun- 
gmeen.  3.  Von  den  dogmatisch-polemischen  Schriften  bietet  diu 
■iifjijo»^   n*^    ir;;  Manxaiur  mti^Xacttjatioi   ein    Doch   nicht   völlig   auf- 


ü 


76  BfSUitiDMieb»  I>itt*nitargeachiclite.    I.  Pri>R*iB«tae  Littoratur.         ^^^| 

gcMäi-tc«  Problem.  Sic  zcrßiUt  in  «inen  tüetorischon  (über  1)  und  einen 
polemischen  Teil  (11.  2—4).  Diesor  ist  der  Widoriogung  der  wichtigslen 
nianirbSiHchfn  und  paiilikianiRcheii  Lehren  gewidmet:  er  entspricht  aher 
nicht  dorn,  wft»  am  Endo  des  ersten  Boches  aU  die  weitere  Aufpftl»  der 
Schrift  angekündigt  wird,  und  bildete  wahi-scheinücli  zuerst  eine  wlb- 
stündige  Abhandlung.  Noch  grössero  Schwierigkuiton  knüpfen  sich  un  das 
onttfl  Bnch.  Ein  erster  Teil  dofiselben  (N.  l  — 15)  kehrt  fast  wörtlich  bei 
drei  nnduren  Autoren  wieder,  bei  Petros  Sikeliotai,  Georgios  Monachns  and 
dorn  Hegnmenus  Petros,  welch  letzterer  wahrscheinlich  die  Vorlage  des 
Photiüs  bildete.  Das  Folgende  (N.  15 — 27)  steht  mit  dem  früheren  in 
keinem  inneren  Zusammenhang,  kommt  auf  frDher  Behandeltes  zurück  und 
weicht  dann  davon  ab.  Die  neueste  liflsnng  dieser  Schwierigkeiten,  die 
Karaiiet-Ter-Mkrltschian  vorlugto,  ist  nicht  annehmbar.  4.  Ganz  originell 
ist  diu  Uituptschrift  gegen  die  Lateiner:  flt^l  *^i  lov  äy{ar  :tvtt'- 
fiatof  fivatnyotyiaf.  Sie  behandelt  die  Frage  vom  Aufgang  des  hl.  Geiste» 
vom  Vater  allein,  die  von  nun  an  der  Gegenstand  nnx8hlig«r  Schriften 
wurde,  iliutiu»  hat  hiur  im  wesentlichen  olle  Grtlnde  zutiommengeetetlt, 
weiclie  sich  aus  der  heiligen  Schrift,  den  Vätern  und  der  theologischen 
Spükulation  für  das  griechische  Dogma  gewinnen  lassen;  doch  treten  hei 
ihm  Schrift,  und  Väter  hinter  den  theologischen  Argumenten  zui-ück.  Oro»i»e 
clinlektiscbc  Gewandtheit  und  durchdringender  8chnrf»unn  treten  hier  in 
den  Dienst  heftiger  Leidenschaft,  die  sich  öftei-s  in  dem  gereizten  Ton  der 
Dai-steliung  SuBscrt.  Bemerkenswert  ist  es,  daas  Photios  in  dieser  Schrift 
die  römische  Kirche  nicht  direkt  angriff.  Kr  rief  darin  sogar  die  mpste 
bis  zu  seiner  Zeit  als  Verti-etur  des  unverlolschten  Symbolums  ge^cn 
AmbrosiuE,  Hieronymiis  und  Augustinus  an.  Von  den  sp5t«ren  Gegnern 
der  Lateiner  wurde  diese  Schrift  fifters  benutzt,  besonders  von  Niknlaos 
vonMelhone.  AndroiiikosKamnteros,  Gennadio»>  von  Bulgarien  u.  a.  Anderer- 
8oit«  wm-de  ihr  auch  eine  Widerlegung  «oitens  d««  Johaimc«  Bukkos  ru 
teil.  Zweifelhaft  ist  Photios'  Autorschaft  für  eine  kleinere  Abhandlung 
Über  denselben  Gegenstand,  die  Knthymios  Zigabenos  seiner  Punoplia  ein- 
verleibt hat  Eher  kann  eine  Abhandlung  gegen  den  rflmi.schen  Primat 
als  echt  gelten;  sicher  unecht  ist  aber  das  Schriftchon  77/pi  »«>»'  (PfinYYmv 
»al  T/äv  Xoinwx'  Atnivwr,  die  2S  Anklagen  meistens  disziplintLren  In- 
haltes gegen  die  Lateiner  erhebt  und  eM  nach  der  Kirchentrennung  von 
1064  vorfasst  wurdu.  Zu  den  dogniatisch-polemischon  Schriften  ist  auch  eine 
Reihe  von  Briefen  zu  rechnen;  darunter  sind  die  Enzyklika  und  das  Sehreiben 
an  den  Patriarchen  von  Aquileia  über  die  Kontroverse  mit  den  Liituinern, 
»owic  ein  in  ai'nienischer  Llbei^setzung  erhaltener  Brief  an  den  Katholikos 
Zachurius  von  Grossiirmuiiien  her\*orzuheben.  Dem  Inhalt  nach  kirchen- 
geechichtUch,  dient  die  kleine  Schrift  Swayoiyai  »ul  änoäti^m;  u,  s.  w.  dem 
apologetisclien  Zweck,  die  Legitimität  der  Wahl  des  Photios  zu  beweisen.  Zwei 
weiter«  polemische  Schriften  gegen  den  Kaiser  Julian  und  den  Häretiker 
Leontios  von  Anfiochieu  sind  verloren  gegangen.  5.  Photios  war  ein  her- 
vorragender Homiletiker.  Von  seinen  geistlichen  Buden  ist  aber  nur 
eine  geringe  Zahl  erhalten  und  diese  liegen  noch  nicht  ullo  im  Druck  vor. 
Sie  beziehen  sich   teils  auf  Feste  des  Herrn  und  Maria,    teila  auf  histo- 


J 


1.  Tbeologi*.    A.  DogiDBtik  und  Polemik.    (§  ISS) 


77 


liftclie  ErL-ignis&e  sciiRT  Zeit.     tlUtortHch  wichtig  sind  die  zwei  Homilion 

uUsalich  des  Oberfalls  der  Itmtsen  (860),  die  zu  den  ältesten  Zcugiiii^rftoii 

fon  den  Untemelmiungen  der  8Uven  geg«i)  das  by8»ntiuii«ehu  Rvit^h  gü- 

itflroa.      6.  Vou   zwiMfelliaften   und   unechten   Schi-ifLi>n    t}iL4)togi8clien 

Inhalts  ist  oino  ^iizo  Reihe  nuchgewieson ;  kviue  duvon  kunn  aber  ein 

^^aseres  Interesse  beanspruchen.    Andererseits  ist  nicht  au-tgeHchlosaen, 

dan  ntK-h  einige  Schriften  des  IMiotios  unter  fremden  Xamen,  wio  z.  B.  unter 

dem  des  Stylianoa  von  NeukUsareJi,  verborgen  Hiiid. 

1.  AaagabsD:  l.  Eine  G«MrataB*gHbo  hat  ent  Migng,  Patr.  gr.  lOI— 104  (1860) 
MavtalM.  —  Biaa  kloin«  Sammlung  neuor  Üehriftdii  cd.  A,  rapadonulos-Koramana, 
taJa«  .  .  .  r<r  )i«(N  t«r  (afpov  >dv  Xgtaiov  vnojivJjfiBtioy  .  .  .  ml  «Un  tirti  nortifiätia 
nc  ariei  iXlt;naii  tt  «lu  äf/fttt^atl  yty(/afiuira  .  .  .,  l:*ubl.  d.  mm.  f'nlllstinag«BDll*di. 
n.  Ild.  I'»tcnbufg  ]»92.  Vgl.  B.  Z.  3  (1H93)  34»  f.  Um  dorüi  (s^boU-iKn  t<<:h<))ioii 
n  Johanne«  Klimax  aönd  auf  ihio  tlchüioit  ncich  tu  iinturaacbcn.  —  ^.  V>k  Amphi- 
Uekien  tuMk  T(ir«ctii«ilvDL-a  Auagaben  üdxuIdct  (iruppvo  vun  Muulfuui^un.  Wulf.  Si^ottiiH, 
A  Mai  H.  a-  liemlich  vullatändig  von  Maliiii  u.  J.  Uuracorüthur  liut  Mif^DO,  101, 
I— UM,  I27T— ISOfi,  —  Dh;!U  oIh  »iclitk't^  Ergflusimg  am  Jen  Pnrisvr  Uoruiuguburu 
BWfcaanl  g«hl]«huu(^ ,  auf  L>uii.>r  fiüher  ntchl  bunQtxtuu  Atliualm  borulieiidp  AiiH^abv 
n«  K.  Oikonom»»,  nach  dtwen  Tode  bero.uEgC'gobi.'n  von  srtuoin  Suhrm,  dein  CliinirKou 
JsphvkleaOikoaoiitoa.  Alken  I6S8.  Sie  euüiftlt,  abci-AvhBU  von  VarianUu,  »IT  bisbor 
•(Uif  aabakaiaite  Qaaeationea.  Die  aiwnbrticheo  ProlegoDieoA  liandtiln  mit  reich liclior 
tiufltiiuig  dar  abamdllBdiscli««)  Litteratur  QberL«ben  uuiJ  Schulten  di«  Photios,  hi^sondors 
Ibir  um  AtopUloekit«!  und  di«  Hea  dereelben.  ~  3.  Von  den  neulostain<>ntlinliea 
[«■mantarea  aiod  aar  wanis«  b^agmente  geeaniniell  bei  Migne  101,  USS  — 125:1.  — 
ii4«r*  Vt^nuDl»  santreDt  in  dem  Kommentar  des  Oekumenios  mi  d^n  Paiilaabriefcn  und 
ii  tialan  KataamhM,  t.  B.  codd.  Vatican.  R«^.  9  aaec.  10,  BarberiD.  VI  1.  —  4.  Di« 
I  Bl«li«r  gelten  die  I'aulikianar  ed.  J.Chr.  Wnlf,  Anccd.  gr.,  1— '2  Unmburg  ITi'i; 
viadMkoH  b«!!  Mignn  103.  9-264.  Karapot  Ter-Mkrttscliinn,  Dio  Puulikiacor  im 
^natiaiaebMi  Kaiaorraidio  und  verwandt«  kotxeriBrhe  Kisrheinung<Mi  in  Annc>niEn.  Uovfz. 
un,  eakanst  ala  pbotiBni*rh  nur  Ubri  1  n.  1  — 15  an.  Woiiii  er  aber  die  gituio  f^ulirifl 
ml  ml*r  Alexioa  I  Koinii«noi<  vnfnmt  sein  lOsst.  so  steht  dies  schon  in  \\'idcrspruc^b  mit 
lir  bsBiiMfariniitlieo  febMlicrnrung.  die  mit  Ccid.  Vnlican.  I'ukt.  21ß  bi»  in  dua  ID.  Jabr- 
laadiil  EOrfLckiMckt.  ^  A.  Di«  MvHtagogic  de»  hl.  (Juiiiti^ii  od.  pr.  J.  Ilorgen- 
iHkcr.  BagOMliarg  18&T;  abgedruckt  bei  Miguo  IQ'J,  -^(t-l-Ml.  YkI.  J,  HergL-nrallier, 
Ikaalag.  QvartalMhrift  40  (TObiogen  m5S|  55il  -  6'-'!).  ~  Die  Kpilome  dur  M^BtaL-ogiu  but 
HafgearOthera.  a-0.  118-HtO  und  Mign«  o.  a.  0.  302-4(J0.  -  Dan  unedite  Sdiriftdiün 
MM  die  Kranken  ed.  pr.  J.  UcrgenrSthur.  Menumunla  grauia  ad  l'hulium  ejiisqiie 
liUMlaBa  aertiaenlia,  Regecabu^  Ittftü  S.  I>2— Tl.  —  Die  AbUimdlung  ;;cKen  den  rüiuiHcben 
Pimat  «dd.  Rhalli  et  Polli,  SyitUgina  eanunam  4  (Athen  1854)  4ij\i-415.  —  Die  ^Kt-n- 
m«(«d.  pr.  Ponlani,  Novae  delidae  cruditerum  I  (FIotciie  1TS5]  2,  1— äO;  einen  besseren 
Tkäl  gab  J.  N.  Balettas.  Epiatol.  Photii.  Widun  1864,  &&9  ff.  —  <f.  Einige  Homilien 
■Mb  MbarvB  Drachen  bei  Migne  103.  549— &T6.  —  Die  Ewei  anf  den  Einfall  der  Kiisann 

»licfcaa  Uomilinn  ed.  pr.  Pnrph.  Uapenakij,  Pet«rabi>rg  1864  (nach  «iner  riiotiosba 
Ihoa,  dia  noch  andsra  Horaihen  und  Werk«  da»  Pbotio«  enthalt,  recht  fablerhnft  und 
■>ilhUii<ig).  VoUattndig  and  geoan  nach  domaolban  Codas  ad.  A.  Nauck,  l.oxie«n 
TiAbflaanw.  P«l«nbarg  1867,  2()I-S32;  vgl.  s«m  Prnnmiiim  S.  33  -30.  Wiederholt  bei 
C.  MDlUr.  Ftagm.  hiitoie.  Qraocor.  5  (I8T0)  lfi2  '  173.  Hier  und  bei  Nun«- k  auch  An- 
pba  4ar  klt0r«n  aaf  daa  Rnignia  boflgliobcn  Iiitlorntur.  tlnbor  dio  Chrunulauie  dea  Er- 
mfämt^  vgl.  ofcea  ä.  3ö  Abi».  1.  Eine  AoalT«»  dor  beiden  Homilieo  gab  A.  CbassAng, 
hmmin  daraanoc  d  (llTil)  75— $5.  —  Nene  Homilien  ed.  pr.  S.  Ariatarcbus.  'Kad-i^. 
aw».$(18M-8S)iei  ff..  »08- 12,  528-81.  667-8«,  766-82;  2.  Serie  1(1885)  481-507; 
StlSH)  177—1118.  Die  hier  in  Aoaaidit  ge«toltto  Aua^abu  der  uncdierlen  Uomitieu  int 
■mA  Biebt  etscUenao.  —  Ueber  Fragmenlo  van  llamihen  des  Photies  im  eod.  Valican, 
fkU.  191  a.  K.  K.  Hnllar,  Zeitachrill  für  Kirobengeecb.  4  (1880-81)  130- SQ.  —  Audi 
•InMeba  Dabei  aeüuugaB  von  Boniüicn  des  Pbettoa  »ind  bernoziutehen.  Vgl.  B.  Z.  2  (1893) 
MI  {klar  «iaa  Haailie  in  dem  cod.  .Snpradie»§ie). 

2.  Uilfamitlel:  Di»  Einleituuii»»  an  den  genannten  Anxgnbnn  vnn  K.  0 i k o - 
itaai,  Balellaa  und  Uigna.  ~  Ceber  aeine  kircbenpolitisdi«  Dodetitnng  vgl.  dio 
UCMiCBr  Ober  die  moigODUndtMlie  Kirdientr«nniing.  —  Uebor  soin  VerhUtnis  lu  ignntius 
t-  llalyl«vak:ij,  IHa  tili.  Krrilloa  und  Hatkodioa,  die  ernten  alnviaohen  Lehrer.  Kiew 
Ml  (nw.).   Vgl.  die  Beaprechnng  T»n  V.  Oblak,  Areh,  dnv.  Pliilol.  ]2  (1889)  216    221. 


i 


78  BTX&BtioiMb»  UU«rKtarg«B«hlo]>t«.    I.  PtoB«te«be  Littoratar. 

—  J.  Jaser.  llisloire  il«  Pliotins.  Pari«  1844.  —  nnnptBcbrifl;  J.  HergaorStht 
Pfaotins.  Patriarch  von  Kpel.  aeiii  Leben.  Mine  Schitftoii  iiuil  das  gneuhiacb«  Sdiiaau, 
8  Bde,  RvgODsborg  1867—69.  Ein»  v«it  nnpclegte  Munographi<s  die  iai  RahiDMi  eiDer 
GcKohtcbt«  d»r  griacbischan  Kirch o  vom  4,  .lahrhiiniiert  bis  im-  BofMtiginig  der 
Kirch ontronniing  im  IS.  und  13.  Jahrhundprt  mit  HrrBuiJohang  einos  gr(M»44i  iing<<dnNJ(lMI 
IJnrllniiinnl^Ti«)*  gabotMi  wiid.  CJrandlir.hkoit.  gro^e  (Jolcbrsnmkoic  und  Olij^-ktivitU  üd 
an«rknnnto  VcinDßA  dinnn  Wnrkiu,  du»  dun  Bta&dpunkt  des  Vcrfauai«  »«ll^n  rcrrllL  Dil 
2  risloD  llAndo  «iid  d«r  kirchonpolitinThnn  WrrksnniltMt  dM  Photio«  gawiilin*t;  dordrHla 
behandelt  ili«  .Scbriri«ii  (S.  3—2(10)  tuid  dio  Thaologie  dce  Phoiio»  <3.  284-  652),  aodlioh 
dip  Kort«ntn-ickrliing  das  griuchiachrn  Scbiiunas.  —  Tb-  Slukov.  7.ut  tatuoadjllingo& 
IJcdilubtolufciur  <1™  Vhotiia.  P*lr.  v.  Kpi-1,  Prurool.  sobesjedi.ik  I8»I.  60—70.  360—396, 
397—421.  —  A.  Irflucov-PlatODoT.  Zu  den  Foracliungva  über  Photio«,  iea  Patriaroban 
von  Kpel,  Jouni.  Min.  Bd  280  (1892)  121-US.  Bd  2öl  [Ht-J-ij  1-72.  299-815,  Bd  28S 
(1898)  I— fiO,  20G— 351 ;  dann  in  Buchfonn  ««cbiuuvD.  —  Buidu  vuin  ortliuiluxi-n  Standpunkt. 

A.  Klir<$e(n  hat  die  Schrift  dca  Ictitoreo  tu  der  K«vuu  intemutiunulu  d«  l'hi-ologio  I  iläi>3J 
654-  669;  2  [1^Q4)  SO— 107.  25»-2ei  iti  ahgekanter  Form  ins  FraiitOaiscb«  DbertnM;>?u.   Vgl. 

B,  Z.  1  (lfl92)  366  r,  R32  f.;  3  (1894)  210.  425;  4  (189&)  198.  —  V.  Lukaö.  Uewcbiclitu  du 
Patriarchen  Photioe,  des  Anstifters  dca  griechiBclioD  Schisiaae,  Uaianiara  lä93  (nunfto.). 
KoU«rt  in  B.  Z,  4  [l»&b)  1B9, 

3.  Litternriacbe  Znitgcnosscn  des  Pbotios:  J.  PotroB  8ik»li«les  ^alt  bia 
in  die  jüngste  Zeit  als  der  Pbritlos  zcilgcnüssisi'Jie  VeifasBor  d««'  4  IlQofaer  gegen  diu  Pn- 
likJJint'T,  doicn  «rstcs  mit  der  gleicbaaniigcn  Sebrift  des  Iliotios  nahe  verwandt  ist.  Wstt- 
reod  man  frllbci  dnrüber  stritt,  ob  l'botios  oder  Petros  der  ntt«re  Aotor  eei,  liat  j(ln)EBt 
Karnpet  'IVr-Mkrtlachian  h.  a.  O.  S.  ISIT,  l'clrna  nicht  bloss  diese  .Sclirift,  soodtn 
llberhaupt  die  Existenz  nbgoaptucben,  und  läsat  dio  Schrift  in  dcraclbca  Zolt  wie  di«  pseuda- 
photlnniecho  untiir  Alcxius  Kumnenos  (lOHl—  IllS)  entstehen.  Die  Ejiisteni  de«  Pelr«* 
steht  aidioi  nuf  schwuchcn  Ptlsson:  denn  sie  ist  nur  duTi:h  dio  Sclbslntignben  des  1.  I)u(lici> 
gewIlhrloist«t.  Die  3  Qbtjuen  bUclirr  (unprUnglich  waren  (i  bcnliaichligt  und  wohl  auch 
vnrbiinden)  weichen  von  uon  ontspreuheiidon  KUcbern  des  .Pseuclüpbutios'  vollnlilndig  ab. 
Kurupet  hWte  seine  UnterauobHiigen  such  auf  liii-  iweilen  tftliftcn  dnr  bdden  .Schrlftr« 
ausdennco  sollen.  Dip  eiiBtu  AbfasnuntiBJ^üil  des  .l'Buudoputios'  steht  auch  hi»ir  in  Wider- 
spruch mit  der  hiindsdirifllicheu  Ueberliefuruug  iu  cod.  Vaticun.  SOS  (,nb  iiuctori«  Icmporibna 
üram  dbtunte'l,  Dm  1.  Buch  dea  Petrus  ud.  iir.  M.  Radurus.  InguUladt  1604:  Rodann 
Oicseler.  GOttinueu  1^6  f.  —  Die  3  Übrigen  BOt-her  ed.  pr.  A.  Mai.  Novu  Patr.  bibl.  4 
(Born  1847)  3.  1—79  unter  Wiederholung  d»a  ersten  Buulies,  Abgedruckt  bei  Mignn.  Patr. 
gr.  104,  1240—1349.  —  Ala  Appendix  ad  Pätri  Siculi  bislorisin  MBuicbueurum  vcrOlfant- 
li^te  Gieseler,  ßUttingen  1849.  dioScbrifl  eines  Petros  Hegumenos,  dtiaaen  Identität 
initPetro«  Sikeliotes  er  für  ws.hracheinlic)i  hielt.  Karapet  hingegen  erklArt  diesen  Uegumonoi 
PetroH  fllr  die  Ulteste  untnr  den  bokanntcu  Kriecbisohon  Quellen  Ober  die  Paufikianor. 
Die  Frage  nniss  noch  eindringender  unter«iirbt  werden.  —  Gegen  die  Paolikiauer  achoinen 
aaoh  die  Disputationen  eines  Paulos  und  einos  Johannes  gerichtet  tu  sein,  die  A.  Mai  a.  a.  0. 
80 — 110  bernU!Lt;egebcin  bat.  Sie  stoben  auch  in  cod.  Sinait.  383  sacc.  9.  —  Uabetnate 
MDor  Sammlung  nnlinioiiicbiliiicber  tjchriflcn.  die  BuilioB  I  gcwidiuol  wurde,  liegen  vor  in 
cod.  Mrdie.  I.niiront.  pl.  '■).  23  snec  9.  Doa  (nnrollsUlndige)  Dcdikntionsgedicbt  an  den 
Kaiser  ed.  A.  Itriukmnnu,  Aloxondri  Lycopolit.  oontin  Municbaei  oninlone«  disputatio, 
I,pip!tig  1S9.',  H.  XVl-XXlt. 

'J.  Kin  dogmnliiichar  Brief  nn  den  Kntbnlikoa  von  (irossarmonlen.  Zae-bnrias,  wird 
.lohnnnos,  einem  sonst  unbekn unten  Krxbiscbofo  von  Niklla.  ziigcschriiiben ;  die  Kchlheit 
doasolbr.n  unterliegt  ober  slurken  Bedenken,    Vgl.  J.  Hargenrfilbor.  l'bolius  I,  497—500. 

.}.  AU  i!eit^enu»ac  des  l'holioH  gilt  nach  Bnttholnmneos,  .Mlincb  in  Kdessa. 
iio  nennt  sieh  der  Verfasser  einer  pulemiar.hon  Sobrift  gegen  den  Islam,  die  eine  ninj^clionde 
Kenntnis  der  KchnflcB  nud  Cebrfiucho  der  Muhiimmndnner  verrllt  Ed.  pr.  Lo  HovD», 
Varia  Morii,  Leiden  1  11(1851  3Ü2-42f^;  nb«edruckt  bei  Migoe.  Pnti.  gr.  104.  13ÖS-1448. 
Ebenda  1443-1407  ein  anuojrnies  Sclitillchon  Kma  Mmufit».  Die  Abfasaungwcoit  der 
BWel  Schritt«!!  ist  norb  u&ber  la  busliuimun. 

*.  Gegner  des  Photios  war«n  Thooguoatos,  Arohiroondrit  in  Kpel,  Metro- 
phanee,  MetroDolJt  von  Stnyrna.  Stylinnos  Mappa,  Krxbisobor  von  Neokftiuir«a  u.  a.  Von 
TheogDoetos  Deeilzen  wir  ein  an  den  Papst  Nikolaus  (  gcriohlelea  Refevat  flbor  die  Vor- 
kommnisse in  Kpel  von  858~8f!l,  Mansi.  Conoilis  16,  2U6  — SOI;  abgedruckt  bei  Mi|tne, 
Patr.  gr.  105,  85Ö— 861.  —  Unter  seinem  Nsmeu  «ebt  such  ein  Flnkomion  auf  alle  HviltKen. 
Migne  ebenda 849— t^S  nnd  eine  nnedi«rte  Marienbouiilie  in  otd,  Paris.  763  saec.  lU  fol, 
8'— 11*.  —  Motrophanes  wurden  scJion  frDb.  s.  B.  in  dem  cod.  Vaticsn.  Palot.  216  sae«. 
10,  die  4  lilltdior  gegon  die  Pnulikianer  nnd  andere  Schriften  des  Photios  Euge^ohriebeii,  - 
B.  Ueorgiades,  %faiK'.iii]».  3  (1882.- 83)299-302  ediert«  ein  Knkomion  auf  Polj-karp  von 


J 


^^^  L  ThMlögi».    A.  Dogmfttilt  and  Polemik.    (g§  19-20)  79 

Burma.  £tii  Ew«itM  Eakooiion  wf  di«  Rnengel  Midiool  und  GAbml  onekira  in  der  TiiXifi. 
'Ü^a.  S.  Sorio  4  (1^87)  Säft-393.  —  Eüi  Kummmtar  xu  dun  7  kktlioliMheD  briorcii  itohl 
nA*r  nifieiB  Nbirm  in  cod.  Athoua  8761  sa«c.  IS  foll.  2^.  Binige  Proboo  mih  diesem 
I«mHBUr*d.aOeorgiad<>a.'rjtKJl.'^Ai;».8  [1882 'S3)&I8~1T.  MI- 44.557-61.  ST3  77. 
-  Ueber  aetiM  SlellttDj  in  pholianiaclien  Streit«  viel.  J.  HergeerStber,  Pholina  2,  7ü, 
!&.  10*2  0,  n.  Sftera.  —  Vnn  Slvlianiis  Mapirn  siod  2  Briefe  au  den  Papst  Stephan  VE 
H^iii > I  bei  HaBai,  Concitia  16.  426-  441  mit  d«ni  Antworten  äits  Panalea^  ^  Seine  kurae 
iUandlmg  Utfi  «it  (■/<<■(  T^rAk  ed.  pr,  Montfaucon,  Dililiotli.  Cuisl.  S.  88—90. 

19.  Niketas  von  Byzanz  {üim^tac  Bv^äruiK),  mit  den  B«iiiamön 
Lfii«ffw|toc  und  JitfmTxn^^,  war  ein  jUngeror  ZuitgoQosse  von  Photioä  und 
»l»  Apologet  gf^t'n  die  Ärinvoiur,  Multammedaner  und  Lateiner 
int  Die  apologuti«cho  Schrift  gegen  die  Armenier  «nderlegt  de»  Brief 
4MMlbeD  KiJnigfi  von  Arni«ni«n,  an  den  auch  I'liotir)»  g«srhrivbiin  bat,  und 
mfotgt  den  Zweck,  tlie  Armenier  zur  Anuahmo  dtT  Zweinaturenlehrü  zu 
t««egon.  Sie  lehnt  xich  ganz  an  den  Brief  des  K&nign  an,  der  »ich  dar- 
us  r«konstruier«n  lic(<8c.  Unter  den  Vätern,  die  Nikota.s  ttlr  stiine  These 
uAhrt,  nimmt  Kyrillos  von  Älexandricn  die  erste  Stelle  ein;  neben  ihm 
«iHmi  Ba.<dlia<t,  Gregor  von  Nuziunz,  Leu  I  und  Ambrosius  von  Mailand 
ngenhrt.  Auf  die  Bitte  der  Kaiser  Michael  111  und  Basilioa  I  %'erfnisrtte  er 
3  Schriften  gegen  den  [i^lam.  Die  au^fllbrüchntc  ist  eine  Widerlegung 
katgewäh]t«r  Suren  dt-^  Koran  uud  cinzolm-r  Sfitze  der  Tbuologio  des 
bdiät.  Die  zwei  Ubrig(;n  behandeln  zwei  Driefe,  die  von  üarozenischer 
Seite  ftn  den  Kaiser  Michael  gerichtet  worden  waren  und  besonders  die 
1Vinitit«lehre  betrafen.  Niketas  fehlte  «s  nicht  an  spekulativer  Begabung; 
tr  achneb  sich  aber  Sflerx  »clbst  aus,  und  der  UumUiid,  dänii  Eiugaug  uud 
ScUhm  der  4  erwähnten  Schriften  fast  wSrtlich  Ubereinatiinmen,  verrät 
^(eilige  BchrifUtcIleri-wlie  Gewandtheit.  Die  Schrift  gegen  die  Lateiner 
Impricht  diu  Lt-bro  vom  Ausgang  des  hl.  Geiste».  Nikota»  ist  ein  ganxor 
SdwIaBtJker.  der  dic^  Eleganz  der  Darstellung  der  dürren  ayllogistischen 
form  tnit  Freuden  opfert. 

1-  Ansgabca:  Uw  Schrift  gugcn  di«  Annulier  cd.  pr.  L.  Allatiaa,  Gmeein  ortbod. 
IIB«ilU2>6eS-7M:  absedruckt  Ui  Mit^no.  Palr.  ^r.  105.  588— 666.  —  DteSSchrifUn 
MM  dM  Utuaed.  pr  A.  Uai,  Nova  Palr.  bibl.  4  (Uom  IW!]  I.  821-431;  abgedruckt  bni 
■  laa«  a.  ■-  0.M9— ?41,  —  Diu  Sclirift  geson  di»  Lntisiner  «1.  pr.  8erapb.  PitBidion, 
a^«r  mmlorfitrar  'Partiifiav  Zi%Xirtiiei(,  Luipiig  ITöS  H.  230  —  248.  Ohne  Keuntnia  voii 
MMT  Auagahe  ab  laoditnm  ed.  von  J,  Heritenröthet.  MoDumenta  uraecn  ad  Pliolium 
•ja«|n«  UBl(d*n  pcvtiaeDUa.  ReKensburg  18(Sil  S.  84-188. 

S.  Bilfanillel:  Di«  frühor«»  Littnarhiaturiker  setzten  Nikutou  in  dcu  Anfang  dea 
tt  JtfeliBBd«rts,  Die  riclitijte  ZFitbo^timoiuiiiJ:  mit  EKirtenitigoii  ähnr  diM  Nikelus  Svbrifl«u 
Ui  i.   aoriieDrStiier.  Pbotius,   1,  5ul  ff.,  601  ff.,  645-4il.    —  Ä.   Dometrakopulos. 

V-  ^cu^c  s.  s  f. 

SV.  Die  Dogmatiker  und  Polemiker  des  10.  nnd  11.  JahrhundertB. 
DlglBatik  uuil  I'oK-iuik  wurdcu  iu  liyitinx  tiicinuh  wuniger  ^('[•flegt  u.\>i  im 
10.  Jahrhundert,  während  die  Exegese,  A»ketik  und  Hat:iü;.'ra]ihie  sich  zu 
tarn  gewinten  BlUte  erhoben.  Ks  ist  die  Zeit  der  Ruhe  vor  dem  Aua- 
Indi  dar  ui*u«n  philosophischen  Bewegung  im  folgenden  Jahrhundert. 
1*1«  xwci  eittzigi'ii  Polemiker  des  10.  .labrbundurts,  Demetrios,  Metropolit 
na  Kfziko»,  und  Athanasios,  Erzhischof  von  Korinth,  beHtütigen  diaso 
Vthnivhinung.  Der  grosse  Litterat  und  Philosoph  des  U.  .lahrlmndi'rts, 
Mirbael  Fsello»  (1018— 107d)  bildet  auch  auf  dorn  theologischen  Gebiutc 
^  pitoo  de  r^aiatance.  Er  nahm  den  Kampf  mit  der  eigentümlichen  Sekt« 


80 


ByMBtJniweha  litUratarseeebiehte.    L  ProauBcha  UlUntar. 


dor  Guchiteu,  in  der  die  alt«  syrisch«  Qncmiit  wieileraufleliU',  allein  auf.  und 
seine  Strcibtclirifl  gegen  »lu,  der  Dialog  Jlf^  ^rt^iiag  imftörotr,  bildet  die 
einzige  gednickU'  (^t-llu  (tlr  di«  Kvnntniä  denwlbeo.  Der  Dialog  Jät.  nie  alle 
littt-Turittchen  Erzeuj^i&se  des  Pm>IIos,  in  elegatiler  Sprache  ge)ii'hriol*c-u :  i-r 
behandelt  die  Hauptlehi'en  der  Euchiten  von  einem  hiW-liRten  Oolt  und  seinen 
beiden  SOhnen,  Satanael  und  Cliristu«.  und  ihre  »t^rltsaiiien  religi&ten  /ere- 
mtinien.  Ein  Gedicht  in  jwlitiHchon  Yerson,  an  MichiU'1  Duka;*  (1071  78) 
gericht^^'t,  bielft  eine  kurze  Darstellung  der  TrinitUts-  und  Inkarnulion»lclire. 
Die  JtäaeMttiJa  narroiant^  ist  bis  zum  20.  Kapitel  auch  theologiachen  Inhalt«« 
und  verbreitet  such  (ll>er  die  BegrifTu  oi-ai'a,  yi^crfc.  n^üruinot',  i'nöataotf, 
trvjjuftator  u.  b.  w.  DaKselbe  Thema  behandeln  die  .Theologischen 
Kapit4>l*,  dio  Psello»  an  den  Kaber  Michael  Dukas  riobtute.  An  di>r 
Kontroverse  mit  den  Lateinern  nahm  er  auch  mit  einer  kleinen  Scbrifl 
gegen  das  tatdnische  Dogma  Anteil.  Andere  dogmatisch-polemische  Stücke 
sind  Doch  unediert.  Die  ExuguBv  bildet  ein  weiterex  Feld  iteiner  theo- 
logischen SelirifUtellerei.  Hierher  gehCrt  ein  Nikephoros  Botaniates  gt*- 
widmeter  Kommentar  zum  Hohenliede,  worin  I'sellos  an  die  zutuitRineu- 
fassenden  Auszüge  aus  den  Kommentaren  des  Uregorios  von  Nyssa,  Kilos 
und  Haximos,  deren  allegorische  Erkifirung  er  annimmt,  seine  eigenen  Be- 
merkungen in  polittseheu  Ver?H>n  angchliessL  Andere  exegetische  Schrift«» 
sind  noch  uni-di<.-rl,  z.  B.  Erklärungen  von  schwierigen  Stellen  aus  dem 
A.  u.  N.  Te.ttamente,  eine  Abhandlung  Über  d!>n  Sündeiihock,  eine  Erklfir 
niiig  von  72  Psabnen  iu  Veniea,  Uichael  Dukas  gewidmet,  worin  eine 
weitere  Psalmeni'rklärung  angekOndigt  wird.  Von  seinen  geistlichiMi 
Reden  »nd  nur  zwei  gedruckt,  ein  Enkoniion  auf  BasiUos,  die  bei(l(;ii 
Gregore  und  Chrysostomo«,  und  eine  Kedc  auf  Simeon  Metaphrastes,  durch 
welche  er  die  Clironologie  desselben  In  Verwirrung  brachte.  SchoHen  xa 
Bosilios,  Gregor  von  Nazianz,  Gregor  von  Nyssa  und  Johannes  Klimax 
vervollständigen  das  Bild  der  intensiven  theologischen  Schriftätellerei  di« 
Pselloa.  Inwieweit  die  «ntikirchlichu  philosophische  Bewegung,  welch« 
um  die  Mitto  des  11.  Jahrhundert«  b«i  Johannes  Italos,  einem  SchUler  des 
Michael  IVlIos,  zuerst  zum  Vorschein  kommt,  mit  letzterem  selbst  iu  Vorbin- 
dung gebracht  werden  ntuss,  bleibt  noch  zu  untersuchen.  Ein  Gegensatz  zur 
Kirche  ist  bei  Pi«ellos  Ausserlich  nicht  zu  bemerke»;  kein  Byzantiner  wusst« 
aber  besser  als  er  Tendenzen  mit  einander  zu  vereinigen,  die  sich  iiuit-r- 
lich  fcind  waren.  Die  Vorliebe  für  Pkto  und  die  platonische  i'biiosopliif 
erregte  Bislenken  sogar  bei  seinen  Freunden,  wie  bei  Uichael  Kerularicr» 
und  Jobannes  Xiphilinos;  aber  Psello»  wu^te  seine  Orthodoxie  inim<.>r 
siegreich  zu  verteidigen.  Auf  »eine  Bedeutung  fOr  den  Aufüchwung  der 
Theologie  int  Korancnouzeitaltcr  wurde  schon  hingewiesen.  Über  seine  pro- 
fanen Schrift<*n  vgl.  Krumbacher. 

Jünger  als  Psellos  ist  Johannes,  Diakon  an  der  Hagia  Sophia  in 
Konstantinopel,  von  dem  A.  Mai  eine  vom  christologisclien  Gesicht'ipunkte 
geschriebene  Dogmatik  bekannt  gab.  Eine  nShcre  Zeitbe«timinuiig  lässt 
sich  aus  dem  einsigeu  Kapitel,  das  im  Druck  vorliegt,  nicht  gewinnen.  In 
der  Mitte  dos  II.  Jahrhunderts  ftlhrte  der  Gegensatz  zwischen  Alt-  und 
Keurom,  der  seit  Photios'  Tod  nur  bei  Niketns  David  Paphlagon  (g  7i) 


1.  Theologie.    A.  Dogmktlk  aad  Polemik.    (^  i 


bei   tlem   Patriarehen  Si^innios  von  Kontit-antiiiopfl  (f  999)  und  Leon, 

Hütropolitcn    Von    Rtuislnnd    (f  1008),    zum    Ausdruck    gebracht    worden 

mr,   tum    dt'Bjiitiven   Bruch    zwischen    den   beiden  Kirchen.     Eine  grosae 

BUf-nuiwho    Thätigkeit    wurde    dabei    nicht   entfaltet     Der   bulgarische 

Metropolit    Leo  von  Achrida    eKtIThel«    den    Kampf    mit  einem    Brief 

U  drä  Bischof  JohaiinvK    von    Troni    in    Apulii-u,    dar    Ftlr   alle    .fräii- 

Usclien*    Bbchßfo  bestimmt  ivar.      Er  rügte    darin    di<n   Gebrauch    des 

aagcsiaerUn  Broten  und   das  Sabbathfasten:  beides  solle  man  den  Juden 

Ueriusen.     AU  die  p)l[irit.liche  Uesandt^^chaft,  an  deren  Spitze  der  leiden- 

M liitftlicbL-  Kardinal  Huinbcrt  stand,    nach  Konstantinopol   kam,    trat  dor 

uki^lisch    h(K-1igt.'bi)dole  Mönch   dvs  Studionkloätorx,   Xikutas   Stothatös 

läM).  mit  einer  Schrift  gogmi  di«  Lateiner  auf  den  Plan,  welche  dieselben 

,lGK8bränche*    der    Lateiner    und    die    Priesterehe    behandelte.     Humbert 

Stellt«  ihr   eine  Widerlegung   entgegen,   deren  beleidigender   und  unfeinor 

Ton  von  dem  de«  Mönches  grell  absticht.    Trotzdem  Hess  sich  dieeor  dazu 

btttiiiiiDen.   seine  Schrift  vor  dem  kaiserlichen  Hofe  zu  verwerfen.     Doch 

wgea   andere  Schrifl«.»   de«   Xiketas   gegen   die  Lateiner,    da^s   er   seine 

(ktinnung  nicht  änderte.     Weit  schroffer  war  das  Auftreten  des  Patri- 

udieD  Michael  Kerulario:«,  der  ebenso  luideni^chaftJich  geitinnt  war  aU 

RnubiTt.     Nach  der  gegoiuicitigen  Exkommunikation  (10ö4)  kam   e«  zu 

tiwr  kistorisch  wichtigen  Korreapundotiz  zwischen  Michael  Kerularios  und 

im  Patriarchen   Petroa  von  Antiochien.     Dieser   hatte  schon  vorher  in 

Briefen  an  den  Papst  Leo  IX  und  an  l>ominikus,  den  Patriarchen  von  Venedig, 

lODi'  Hympftthien  fllr  die  Lateiner  an  den  Tag  gelegt.     Als  Lttteratur- 

knktniUur  haben  diese  Briefe  ebenso  geringen  Wert,  als  die  um  dieselbe 

Znt  entstandene»  kurzen  Abhandlungen  eines  Niketas.  Cbartephylax  von 

Xikta,  Ober  die  Äzyma  und  über  die  Zahl  und  die  Ursachen  der  Schismen 

nischen  der  griechischen  und  der  lateinischen  Kirche  von  dem  ersten  unter 

KaiMT  Uratian  bis  zu  dem  de«t  Jahres  1054.     Im  weiteren  Verlaufe   de» 

II.  Jahrhunderüi   schrifben    noch    Johannes.    Metropolit    von    Russland 

(low — 1089),  und  der  von  den  Kreuzfahrern  vurUivhene  Patriarch  äymeon 

(t  IIÜA)  von  Jerusalem  gegen  die  Lateiner. 

Die  Polemik  gegen  den  Islam  i»t  in  dieser  Zeit  nur  durch  einen 
binen  IHalog  des  Bischofs  Samonas  von  Oaza  (um  1056)  verti'eten.  Er 
Wid.t  idch  auf  die  den  Sarazenen  besonder»  aimtSssige  AhendmahUlehre 
ad  ist  znra  Teil  identisch  mit  Opusculuni  22  des  Tlieodoros  Abukara. 

1.  D>>BielTiesv(in  EjukosvMfasateDacli  cod.  AUioiis  927  b.  14■l•^  fol.  268*  u.  ■.  Hbs 
af  (1«Um  das  Kaiaera  KonsUiilioM  Porpli}-r«itt«nnetiM  «in*  Tx^init  «<"'  fmtofi^y  t«S  tnit- 
"itmflitif  üyiunot.  Ed.  pr  Fr,  CombeiliH,  Aartnriiim  noviiin  2  ( ll!4^l  Sßl-S'l  nnonym.  itni 
VigBii.  V*tt  (cr.  137.  fiM  -001  aiitor  dem  Nunnn  doit  riiilippoa SoliUriun.  Sio  iat  nochmnU 
Miff  linii  Nanipn  d«  Katbollko*  Innak  gadrookt.  Vgl.  S.  89.  —  Kine  (Jaoeslia  dc9  .\tlia' 
■  ••l»t  «OB  Koiintli  b«i  Migno.  I'nir.  gr.  106,  1034.  —  Kino  andaro  (junostiu  ist  in  dem 
m1  Uhuc  5SI  R,  Xlt  toi.  62  i-rbaltcn.  ~   Bnidc  Aulorcn  iiulcmisi^ruD  gegan  diu  LFakobiCou. 

i.  tHt  TrakUt  de«  rselloa.  De  ujierMtiuno  daeiuoiiiiin,  mit  Beinen  übri^eu  Kp. 
Aüktan  ÜMologiMlNiI)  ächriReii  bei  Mi^ne.  Palr.  gr,  123.  Ö37~Si3Cl.  —  Die  8c1iri(t: 
4plt  laV  avrMt^rnpo  Utx«KX  KUfiHma  StnXayiMil  Ivitirit  ed.  Duditheos,  Tofios  äytini;t, 
Smj  IOW)  a  400—193.  Daiu  *kI.  «od.  PhHs.  »69  saec.  14  fol.  3IP-314',  cod.  Vntic. 
Nn  8  Mac  II>.  —  EtnifiM  aus  den  'Anm^iaitt  airontixul  des  cod.  Monnn.  3M  od.  Th. 
[•reaokij.  I>aa  SyDodihon  fOr  die  Wooliv  der  Rochtflfiabigkeit,  Odesin  imA  S.  49  -hß. 
biimt  'Jf*tfi«m  BcbenHtli  nr  JiJiiaxoXiit  nuno^oai]  ta  gchCren.  —  Uaa  bniidiiclirillliche 
lilml  iai  Mtcib  nt^Jit  eenfli^nd  diuchforechl.    Thoolegjscho  Sohrifteu  des  l'Bellua  «ntliDlt 

^»  kl«K  AllartmniwMauataatl  IX.    I.  Abu«.    2.  AuO.  6 


1^ 


a 


82 


Byzuiüaivch«  LittentorgMOhEeht«.    I.  Pr«ui>«1u  litter&tnr. 


beaoodera  il«r  cod.  pAm.  11f<-2«iu«.  IS.  —  Vgl.  C.  K.Itn«l)«,  VtlXiK  ärixifi,  BtbIiogr.< 
Berits  in^dits   du    M.   rnolluii  miiria  du  texte  do  S  nicrocaax  in^iU  Je  Psellus  n 
psaijiD«,  Xviloyof,  ll«Qäoi^t4H  X.  Bil  18  (Kpcl  1888)  591-aU.  -  Eine  Vit*  de«  UlrtyMn' 
AiU«ntiM  wird  iuead.  AUiouaSOfll  s.  1&  PwUm  nieMGlin«b«D.  —  J.  DrSieke,  Zu  llicbrnd 
PselloB.  ZeitscIiT.  r.  WM8.  TliHot.  S2  (1S!(9)  808—330.  Duu  C.  V>'«ym»m  «bMda  513. 

8.  Bi«  Scluilt  Am  JoliuDiieti  Dinkoooa  utt  b«4Jtell:  /'fpi  i^c  iS  "?zif  '"<  Hxt' 
tOtovt  ottoyo/iinc  lof  Hfoü  rii  iny  (ii^Awnor.  A.  Uai  beabaichtiKlv  din  tlarwMgabe  di«- 
•olban,  |t«b  nbor  nnr  tils  l'robo  das  1.  Kai<ili>I  doe  1.  Buohw,  Nova  Pnlr.  bihl.  6.  2,  Hi; 
abgedruckt  h«i  Migoe.  Patr.  gr.  120,  i2ifi~-^6.  Da»  1.  Biidi  Btollt  (ioUaa  gnAdig«  FOfa- 
nag  das  Mnnncjbi-ngMobl  echtes  vom  Anfang  d«r  W«lt  bie  aurCbriataa  dar.  Dm  2.  handelt 
VMti  Donrii  Adam.  d.  h.  Chrintns. 

4.  Dnn  an«diert<<D  Brief  d«e  Patrinrchen  Siainnioa  nwkhnt  A.  Dein«(rakopnloi, 
Vipf.  'Siiat  S.  5.  —  Dia  Schrift  llgöt  'Pu/minvt  iitot  rtQÖc  Aatirovt  arfi  iwf  ü^-fior  dM 
Mctrnpoliton  von  Kuaslaad  Leon  ed.  [>r.  I'aviov,  KritiifiiR  Vcntucb«  xv  tioncliicht«  der 
lillcit«ii  gricebiach-niBsiMhra  Polemik  Segen    diu  I.BlciniT,    Pcterabuig   18"?   S.   l!^  — 132. 

ß.  Der  1.  Uriof  dea  I.co  van  A<<hrida  wnr  frUlitr  nur  in  der  lalfinisolwii  UaberMllttOg 
d«s  Kardiiiala  Uuniburt  bekannt.  J.  lieTgourdtbor  (and  ihn  in  d«in  cod.  Moaac  886: 
ed.  C.  Will,  AcU  «t  Boript«.  quao  do  controvcndia  Moleaiaa  gnec«»  «t  latinae  8e«alii  XI 
GOmnom'ta  «xslant,  Ltripzig  und  Marburg  1811  B.  &S-S4,  und  ner^CDrSther  bei  Migna,  Patr. 
gr.  130.  I<8C-.^I44.  —  Ein  2.  Brief  nipi  ruV  nirttur  «A.  pr.  Pavior  a.  a.  0.  IM-l&l.  Dita« 
Brief  u.  nin  8.  ediert  in  >:»J.  AX^.  2.  Serie  8  (188Ci  421  ff..  4(1887)  160  ff.  -  50  tak»' 
liarho  Kapitel  in  cod.  Vlndob.  Iheel.  314.  —  Vgl.  nucli  Kabrioias,  Bibl.  gr.  7,  TU. 

6.  l)in  Korrespondenz  dos  Michael  Kerularios  und  des  Potros  ron  Antioehien 
cd.  Will  o.n.0.  I72-228J  aach  bei  MiRn«.  Patr.  gr  120.  7 SS- WO.  -  Di*  llberarbnit«ta 
tmd  vurkünlc  Kcconaton  eine«  Briefe«  des  Midiael  Keralarioa  an  Potros  ed.  Pavlov  a.  a.  0. 
151  — löT  mit  aJtruaaiach«r  l.'ober«etziinB,  -  And<-To  Itriefo  der  beiden  PiilriBicbi-n  sind  noch 
iinedi^rt.  Vgl.  A.  t>enietrnkopulDii.  ()pft.  'Ei)j)n{  H.  h—1,  —  Vud  MicIihfI  Kcrulariu«  int 
aoasordem  «ine  Abhandlung  gogpn  die  I.atdnrr  hnndnchriftlich  c  U.  in  vod.  Vindob.  theo). 
247  vorbundcu.  Gedruckt  i»t  von  ihm  noch  eine  llomilie  nuf  das  Fi-st  der  Ortbodoii»; 
ed.  pr.  Montrnurun,  Bibliutli,  Coislin.  $.  'JG—Wi:  nbgednickt  b^i  Migiie.  Fair  gr  ISO. 
724--S6.  Der  slivitban-  Putriiirch  köndijtl  dnrin  fiucn  ,*nj-o«  Kni  ioyoypa^n  diiSoAta- 
Uf«  gegen  di«  Uilderft'itidt!  au. 

7.  Die  Abbuudluii]|(  doa  Nikotus  Charti;>|ihylax  über  die  KircheDtrenniingen  ed. 
A.  Mai,  Novn  Potr,  bibl.  6.  2.  446-448;  abgedruckt  bei  Migne,  Pfltr.  gr.  120.  713-729. 
—  Die  Abhnndhini;*n  JIr(>J   lüt-  liivftmv  ed.  jr.  Pavlov  a.  a.  0.  135   -14.^. 

8.  Den  Itrinf  des  Metropoliten  Jobsnnca  von  Hussland  an  Pnpat  Clemena  IE 
ed.  pr.  Suphr.  Oikonomns,  Athen  1868,  Vgl.  Demotrakonuloa.  Xtpa.  fAiiit.  S.  10.  ' 
Oricchiaoh  und  allnianiHcli  nnch  bei  Pavlov  a.  a.  0.   169— IHfl. 

0.  Die  Sclirift  dvH  Putriiueben  Sjmoon  von  JeroBalum  gegen  die  Aijma  iat  i.  B.  in 
cod.  ßodl.  Canon.  21  crbalttm. 

ICI.  Kin  Dialog  gegen  di«i  F'uchitnn  xwti>c;hon  «ioom  TinioLli«ua  und  einen 
Thrakior  ist  ei-hulti-n  in  dem  Cod.  Kincard,  (!!!  snee.  l;(  fol.  1  —  11.  Auf  eine  weitere  Hl 
der  Bibl.  Ceaanut.  bat  Coixu-Lual,  Nova  Piilr.  bibl.  8  (Rom  1871)  8.  XXI  hiugewiMen. 

II.  Den  Dialug  doa  Biadiofii  Samonnii  von  tinxa  od.  ur  <Fronto  Dueaeus>,  Hiblio- 
theca  Tat  Patrum  graoculatina  2  (Purin  Ifi'H)  £11—^2.  Wiederholt  bei  Migne.  Patr.  ^r. 
ISO,  SSO— 883.  EineeiaKehendtiAniüvaodt!!iBi.>lbengabäteitx,  JahrbUoher  f.  deutsche  Theo- 
logie 19  (1868)  17-ti8,  ' 

21.  EuthymioB  Zigabenos  (KiOvinui  Ziyaßi^röi;,  auch  Z»yti6ijv6^)  I>e- 
zuicIiDKt  als  diT  erst»?  den  Aufecliwuug,  <Ien  die  Tlieologie  im  Zeitalter  der 
Komnunen  naht]).  Von  seinen  LebenniiniHtilnden  ist  nur  bekannt,  Aan»  er 
Müncli  do8  Klosters  n"^  Ih^iftkiirtav  hei  Kon.=itantjnopel  war.  Beim  KtiisoT 
Aluxius  Komnenos  (1081— IIIS).  der  den  theologischen  Kontroversen  das 
intensivst«  Interesse  entgcgcubrHchto  und  eelhmt  als  theologischer  Schrift- 
Bteller  auftrat,  «tand  er  in  hohem  Ansehen,  und  die  gelehrte  Tochter  des 
Kaisers  verschmähto  es  nit-ht,  Kutliyniios  in  ihrem  Oesc-liicht«werke  in 
rQhmlicIister  Weise  xa  nennen.  Der  Kaiser  regte  ihn  zur  Abfassung  seines 
dogmatischen  Hnuptwerkon  an,  dessen  Titol  UavonXia  Soyftarix^  nach 
Anna  Koniiicna  von  Alexios  herrUhrt.    Der  Anregung  des  Kaisers  gedeukt 


1.  Theoloeie.    A.  Dogm&tik  ond  Polemik.    (S  21) 


83 


fiitliftniM  8«lb8t  in  der  Kinleitung  r.ar  PanopliA.  die  pflichtg«inB8s  mH 
ihtm  llbcnchwengtichcn  Lobe  det«  Kaisers  anhebt.  Si«  sollte  «ine  Rflet- 
hnmtM*  fflr  die  oriliodoxe  Tlieologio  uiid  gcgon  das  damalige  Sektentnin 
dinttetlen:  einig«  polemi»dio  Au^fÜhningon  in  der  Einleitung  über  dos 
i-rifchiach«?  Hoidpiitiim  und  dessen  Polytheismus  scheinen  gegen  die  neue 
|ibüusophii<che  Bewogun^  gericht^it  kii  sein,  die  damals  immer  weitere 
ttiiM  erfosste.  Ein  wirksames  RekSmpfungsmittel  dieser  Bewegung  var 
lDvilingi<i  die  PaTiii|>lia  nicht:  dam  bewo^o  eie  sich  vic-I  zu  m-hr  in  den 
tfira.  auBgelrftfnt'ii  GtU-ison  d«r  byzantüiischvn  Thc-ologie.  Nai-h  einer 
positiven  Dartitellung  der  TrinitSta-,  Inkaniations-  und  Schüpfungnlehre 
wndet  sich  Ktitbymios  aUbatd  der  Bekämpfung  der  fi-Uheren  HtlreKien  zu. 
über  dit'  Ältesten  geht  er  rasnh  hinweg,  um  desto  länger  hi.-]  der  langen 
Snio  der  trinitarischen  nnd  ehristologischen  Irrlehren  von  Subellioe 
u  bis  zu  den  Monothelotvu  und  Ikonokln^ten  zu  verweilen.  Die  einzelnen 
Iftlw,  in  welche  die  Schrift  eingeteilt  ist,  sind  sehr  verschieden  an  Um- 
hog.  Ihren  Inhalt  bilden  die  Zitate?  ans  früheren  Kirchenväteni,  welche, 
wie  Bathymios  selbst  bezeugt,  von  .erfahrenen  und  gelelirten  Männern', 
lU  denea  z.  B.  Johannes  l'humes  gehiirte,  gesammelt  und  ihm  zur  Vor- 
tSgim^  gestellt  worden  waren.  Die  Kirdienächriftätellur,  aus  denen  ge- 
tdDpft  wurde,  sind  folgende:  ÄtbuniLsios,  die  ;t  Kappadnkier,  Pseudo- 
Dionys,  Clirj'aostomoa,  Kyrillosvon  Alexandrien,  Leontins  von  Kyitanz.  Leon- 
ü»  von  Cyperu,  Maxinios  der  Bekenner,  Ana«tasios  Sinaites,  Johaniieu 
von  Üftinaekos,  und  in  dt^m  Abäohnitte  tlbur  den  Ausgang  des  hl.  Guistes, 
llititioA,  Von  der  vornikSnischen  Litt«ratur  findet  sich  keine  Spur; 
wohl  aber  verrSt  Euthyniioa  eine  genaue  Kenntnis  der  Nachuikäner,  indem 
«■  bi-i  ji-dein  dogmatischen  Kampfe  mit  Vorliebe  die  litternrischen  Haupt- 
pnvOnlichkuitun  huranxieht.  Vom  23. — 28.  .\bschmttA>  hohandelt  Euth>'mios 
di»  Hiretiker  «einer  Zeit,  die  Armenier,  Patilikianer,  Mesealianer,  Itogomilen 
diri  endlich  die  Sara]u>nen.  Hier  bietet  er  seine  eigene  Arbeit;  die  Zitate 
trrtra  zurück,  und  wn  er  davon  (iebranch  macht,  sind  sie  selbständig 
»«■rt)«it«t.  Von  einem  tieferen  spekulativen  Ki-fassen  der  theologischen 
l'rolilenie  ist  jedoch  keine  Hede.  Neben  diexeni  Hauptwerke  verfasste 
Enthymioa  noch  zwei  kleinere  ächriften  gegen  die  Bogomilen,  Messalianer, 
Itliimasten  u.  a.,  wovon  die  zweite  ganz  persönlich  gehalten  ist,  und 
Itdicrte  Streitacbrifte»  gegen  die  Lateiner  nnd  Armenier  zum  Teil 
Briefform.  Von  zweifelhafter  Echtheit  ist  ein  Dialog  mit  einem  sara- 
rhcn  Philosophen  und  eine  ErklÜnmg  des  Symbolutti. 
Eini*  zweite  Hauptgnippe  bilden  Eutbymiua'  exogotiache  Koninion- 
Der  Psalmenkommentai"  besteht  nicht,  wie  die  Panoplia,  aus  an- 
lorgcreihteti  Zitaten;  die  Quellen,  Ba^itios,  Gregor  von  Nazinnz. 
diryKMtoraos  u.  a.,  sind  mehr  oder  weniger  selbständig  bearheitiet,  und 
Eathymioa  erlaubt  sich  sogar,  wenn  auch  selten,  eine  eigene  Meinung.  1n~ 
luhlii:h  Blicht  er  sowohl  der  Allegorie  als  der  liisloriBelien  Interpretation 
prwht  zu  werden.  In  dem  Evangelienkommentar,  der  früher  als  der 
^bncokommentar  verfassl  wurde,  werden  dieselben  Namen  des  Bnsilios, 
(b«|on  von  Nozianz  und  des  Chryaostomos  immer  wiederholt.  Der 
CttUikukomnivntar  bildet  die  Grundlage  des  Ganzen,  so  zwar,  dass  der 


B7«aat{Bia«lie  Lrtteratargfchieht«.    L  Pr«a*i«<ha  Iitt«nttBr. 


KommenUr  za  Markue  fuit  nur  ms  VcnruMO  auf  jm^n  b(«t«bt.  Das 
Lakliwmi0eliinD  bot  etwas  tDvhr  DL-ai-D  Stoff:  ht-i  ik-r  Eügeoart  des  Johaiueft- 
ersngeUitDU  ist  aaeh  deseen  KommeDtAr  Bt.-ll>stäodiger  als  die  zwei  vorh 
hargehvnäexx.  Voa  den  Dbrig^n  Scbriflen  des  neoen  TeeUmeotc«  hfl 
EaÜtyinio«  He  14  Briefe  de«  lil.  Paulas  erkUrt  Er  benutzt  hier  di^ 
■elb«ni  QuelU'D,  befwndi-nt  nUrr  (.lu^'HOstomoa.  Au«  der  Bonätzung  ier~ 
selben  imtmtücbon  Qu^Ik-n  LrklSrt  eich  uacb  die  nahe  Verwandt^haft 
zwMcben  den  neutcslatnentlichen  Komtnentaren  des  Enthymios  und  denen 
deH  Th<!<>phylaktos  von  Bulj^arien.  Ob  beide  Exegeten  noch  in  eine 
nllicrv  B'^tthun^  zu  eiiiand(;r  am  bringen  sind,  bleibt  zu  nntoTBucben. 
Den  lilt«nirif>ch«»  Nachlan«  des  EutliyniiotK  ven'ollittändigcn  uncdiorte 
Briefe  und  einige  Ucden  auf  Ft^te  Murifi  und  auderur  Hviligvn.  Aus  der 
7mM  dvr  IctxUri-n  i»t  nur  diu  Rede  auf  llierotheos,  den  v«nneinÜichen 
BiKchuf  von  Atliuu  und  Lebrer  des  P&eudoareopagiten,  gedruckt. 

1,  Aa«K«l>gn.  t.  Dw  Pknoplta  «d.  P.  Fr.  Zinus,  V«iMdig  11^55  ia  Ut«ta.  L'obor- 
MtiUiig  olise  ii*  Titel  12  a.  13  gegen  dj«  Ltleinct.  Die  ^ediiwbe  «d.  priao«M  brwirgU 
Netrophan*»  lii'iomonachai  Gr«goraB,  TerK«vif(  ITIO;  tus  Parchl  vor  wa  Tttkim 
mird*  aW  dnr  Tit«)  gegen  di«  SatUMifn  wcfgoUäua.  Dimer  Titel  M  Fried.  Sjlbvre, 
SineMic«.  Ildidolbcrg  IM&S.  1-M  und  mit  Titvl  19  n.  20  bot  Chr.  Kr.  Mattka«)  is 
d«T  Auagabo  de«  Kvaiigeli«4ikoiiiiiicfiUra  dos  Kuttijmia«.  —  l>tin  Titol  g<>g<ai  di«  BogoBÜlca 
MhuBt  vi.  <lie«<itor.  OOUiagoi)  1S4I-42.  Vgl.  au<li  J.  Chr.  Wojl,  HätotM  Bmd- 
miUnini.  U'illonberg  1712.  -  DctTmI  voIlatAndig  Wi  Migne.  Patr.  Kr.  130,  30-1300. 
-  C.  Nentnasn,  OrieoliiMb«  GnebicliUuliicibur  und  OeiMibiebta^nclUn  im  12.  Jahr- 
bondnt,  LoipKlg  1888  8.  8I~8&  beschreib)  dvQ  eud.  Vutie.  668,  «n«  mit  BcbfluMi  Minü- 
tnnn  varaelioii»,  wabnchcJnlich  für  den  Kaiser  bestimmt«  Hs  der  Panoplla;  an  der  ^jpitip 
d«r  Tnxlo  stefaen  einig«  tod  NoDmano  mitgeteilte  Widmutif^gediclite.  —  Genau  dicHoIbm 
MInlaliiruii  scfamOclcM  den  cod.  Mosq.  Srnod.  887.  Andere  gleicluoitiea  Um  sind  uicbt 
lieiitdo  ■»Iton.  Haitdscbnniich  ist  di«  Paaoplia  litten  in  2  ÜHchw  (Tit.  1-  11;  12-lSJ 
Kolollt,  wie  K.  B,  in  cod.  Modic.  IiSumiL  pI.  6.  cod.  10.  —  In  cod.  Vatic.  1447  otebra 
schauen  xur  Pnnoplia  von  einem  gowisKon  Pncbomios.  In  dorn  cod.  ratmia«.  102  aaee, 
IS  sind  ilio  Vkttrsilnfo  toils  lltngiir,  teils  kCncr  uU  in  iler  Bedruckten  Ausgabe:  ern  Bo- 
woi*.  diuM  diMi>  Ausgabe  verbeaMningsfUu^  und  -liL-dDrlti);  ist. 

X.  ßin  I.  kirinero  tjohrfft  gegen  die  llu(!uniiK-U  cd.  i>r.  J.  Tullius,  InnignU 
ilinoris  lUtioi,  Uticrbl  16SB  8.  IW— 24.  die  2,  ed.  Nicülsua  Fu(:|i;ini,  Auucdutn  lilnrarü 
4  (Ilum  17H»)  '27-40;  beids  beiUiguc,  P.  gr.  131.4ü-.^7.  —  Don  Dislug  mit  d«n  Sua- 
KMivn  Oll.  i>r.  A.  Mai,  Nova  Pulr.  bibt.  4,  442  IT.;  wicdxrliolt  bei  Higno  a.  a.  0-  20  37. 
Di»  KrklAnmg  dos  iSymboIums  «d.  pr.  Chr.  Fr.  Mntthaei,  Loctinnes  Moauuens««  S 
(liO^g  177-J)  :>:i    5ß. 

S.  Ksugotinclic  Schrirten:  Den  ruBlmonknninientar  ed.  pr.  Ant.  Bongio  vaoni, 
Oponi  Thnoiibyliuli   H^onodig  17ÖS)   1,820—397.  2,  1-417;  wiederholt  bei  Migne,  Fair. 

fr,  l'-'H.  41     1.12(1.  IJmi  KvniigclienkaminMitaT  od.  pr.    Chr.  Fr.  Matthaoi,   Iiaipiig 

7112  mil  der  rrUliir  orwiliienenou  liitoinischon  Uebcraeliung  von  Job.  ܫnt odios: 
wicdrrbull  Im  Migno.  Patr.  gr.  12S,  !)— löOl.  üuiug&ngliob  ist  mir  die  AusKnbo  von 
'l'li.  IMiiirninkldnii.  Athen  1^2.  —  Dtsn  Kommentar  xn  den  Paulusbriufen  eo.  pr.  an« 
dnin  rnd.  Cloiiiinli'n  ü  Nik.  Knlo^eras,  2  Ude,  Athen  1837  mil  einer  K*(«no  zu  den 
7  kntbciliinliuu  Uriafeii.  dio  P'ulhymtoa  nicht  nigehOrt.  —  Die  Rede  aof  Iliorotbeos  cd.  K  a- 
liiicrn»  «.  0.  0,  1  8.  ot;-  c"'.  Dis  Sefarift  gegen  dia  I«teiner  z.  ß.  in  i^d.  Marcian. 
:.ua  ■.  14,  cod.  Pnris.  2782  s.  IC  fol.  237'— 40.  —  «riofe  dw  Kutbymio«  in  codi).  Pari«. 
Rujipl.  ur  2411  H.  1(1  r»l.  IMI  (T..  Tanrin.  20ü  a.  14  fol.  91  ff.,  171  IT..  Vindob.  Ihrol.  247  n.  24H. 

2.  Ililfuniittel:  Fabrieius.  bibl.  gr.  8.  328— 34S.  —  C.  T.'llmnnn,  Nicolaas  von 
Melbone,  Kiiliiymiiin  /igabonna  nnd  Niculaiu  ÜhoniiitoB.  Thoolog.  Studien  u.  Kritiken  6  (1833) 
(lüH  ^74.  Klwim  rinniMlig.  —  N.  KaloKeras.  'AUims  6  K.,  Ei'»rfiio<  ä  74ynfr,röt  utti  «t 
Kifiiit«!  hoyo/ia'.!.  ".iflifwner  »{1680)256—28«;  ebenda  10  (IS?!)  331-362  llbor  d<ni 
KuinnientAr  lu  dvn  panliniBi:l)ea  Briefen.  -■  Ueber  Leben  and  Schrinon  d«a  Eutbymioa 
vurbiettol  sich  Knlufiorns  auch  in  d««"  Einleitung  nir  Ausgabe  de«  Konunenlarua  zu  den 
I'iiului>bn(>rou,    -     Diu  ersten  Nachrichten  gibt  Anna  Komneaa  I.  I&,  9. 

8.  Von  doa  Sohririon  der  gleiehieitigen  Hlretiker  hat  »ich  niclita  erhallon. 
KnthnilM  noanl  ak  llattptinhrer  der  Begonileo  ■niMi  (ewiMon  l^-rhihos  and  desses 
Sclilllvr  Do4<Hu,  8«bas,  Adel^ioa,  Ilermaa,  Symeon.    Dem  oreton  schreibt  or  KttiDmentare 


1.  Tbsotogie.    A.  Doguatik  nnd  Polemik,    (g  23) 


8S 


nrU.  Stbifl  >«.  Cunlta  Boeomil  Uiiinc.  P.  gr.  131,  41.  —  tm  Tilel  gcg«n  dl«  MMai> 
Vmm  leluwplet  EiiibjmKia.  Jom  Mbu  DtrateltiiiJit  ihrer  I^ii»»  auf  emtT  mcaBdliuiiaebeti 
ScWlt  Wnli»  lUigoc,  THtr.  «er-  13u.  1273)  und  illiiabri«i(  iIuh  &x«g«s«  («bendii  1331 -82), 
vm  ibm  KcmiiteBltr«  der  MMsaliuner  rorlio^oii  iiiiis«t«n. 

4.  Von  theoloaiBch«!!  AbhflndlnnRen  dm  Kaiaere  Al^xios  Kftina«iios  hatte 
MM  H»chnckl«B  durch  di«  AloxiM.  od.  Roifforiichnid,  2  (Uipsg  1884)  5$  f.,  350  ff. 
Km  Mieb*  «Lpr.  A.  pA|>iidnpnlo«-K»rnm«QH.  'jräXtiita  'It^oaalvfuiniiit  arn^i'olaj'fdc 
1  (PfUnkwi;  iSOl)  llß— 12^,  Si«  w«ndct  nch  g4-{!<Mi  dui  Eutfchunümua  und  lut 
jMir  d««  Hlr«tik«r  NwIok,  der  os  mit  den  Armcaicrn  Iiinlt.  im  Augo.  Slv  ist  in  d«r 
Uliihi«  iNMuttY-diNlcktbclioB  Mothodo  der  damaligen  Thcolugin  ^cbiut«!!.  Aucb  uii  d«r 
KnatatioB  nit  l'etnu  Chrysolanua  b(i(eili|;b  or  aioli  purvOnltcti.  wi«  nus  der  PanopUu  d«a 
hupNM  ZigalMnM  erliolU. 

i.  Polsnik  f«e«n  die  Lateiner.  Die  Sendung  das  Erzl>iaobof§  von  Mailand, 
NtiaaCbrysolanuB.  nai-Ii  Kdustautünopvl  ltl2  vwantosato  mehrere  polemisoke  Schrifltin 
Pftndie  Lateiner.  J.  JobauDea  Phurnos.  Vnretand  vinon  Klo»ten  aaf  dem  Borg«  Gonos, 
OHT  dar  Mitarbeiter  des  Enthrmioa  an  der  Piuiopliii.  sntwortete  Pvtrux,  dnr  dio  Kontra- 
WM  ObM'  den  lil.  G«i*rt  ror  den  Kaiser  bnbnniidti'.  na«  Hnni  Stogrcif.  Uioio  'AriifiQt/tiitti 
^■l«;i«  od.  pr.  A.  Dometraknpuloti,  TjmXtja.  Bißiio»ijiij;  1  il.alpäg  im$)i6~Al.  Bino 
HinMihomitio  cd.  tir.  Palamaa  in  der  Auisnbn  doa  Tlieuphiuios  Koiauioun.  Jnruaalem  1660 
i!TO— T9.  L'cber  aadero  Schriften  ilta  Job.  fburnu»  Tgl.  A.  Doinutrakopuluii  a.  a.  0> 
&_f'r.  Die  Lisi«  der  Schriften  iat  abar  nioht  vulUtändig;  wir  verwi-iem  uuf  vudd.  Paris, 
1.  IIH-I,  l'i6S  a.  n.  —  ttie  Rede  den  Putruti  v.  Mailuiid  ed.  pr.  L,  Allatius,  Uraeoia 
l,S7«-  8«$:  abgodruckt  bei  MiKne,  Pulr.  jkf.  127,912-20.  ~  J.  An  der  Knnirovena 
MMfl  hervorrageDdecen  Anteil  Knetraties.  Metropolit  von  NihBa,  diiicli  nnibma  Ab- 

(sa  gwan  die  Lateiner,  von  dpuen  Demetrakonulosa.  0.  0.  S  47-127  vior  hnrAM- 

I  h»L  Knstratiaa  nclirieb  His»erd«n  über  den  Itildorkult  gegen  den  Krzbiaahuf  Leon 
NsCUkedoB  und  I  Ahbandliiaggagan  die  Ameoimr  (obandn  127—  19^^.  Irfttitnre  brachte  ihn 
|h  4«i  Veidacht  dnr  IlnU-rodoiie,  gegen  den  aieh  Rnatntias  in  «innr  Eio/jaXöytjaii  reinige 
^tlT).  Rd.  Dnaetrskopalos  n.  a.  0.  S.ia' — it'.  Seino  ßcsinhiuiijon  r.a  JutinnooH  Italoe  sind 
iKkncIrlklarKeBlellt.  Vgl.  U.  Z.  1  (18^)  1?^.  ~  Vgl.  noch  J.  Uorgourathvr.  Photius  3, 
»►-WB.J.  .Sal(ellioii,"-(»ii«"nr4  (1875)211-238,  DrÄsokc,  Arohiv  f.  Gesekd.  Philoa. 
1(IWII  S47  8.  —  Vüz  a,  profantn  Sobriften  vkI.  Krumbacher.  —  3.  Andere  Pol«mik*r 
^fn  d>«  IdlciDcr  aua  Jeiarlbcn  Zeit,  wie  Tlieodoros  von  Smyrua  Kiiropalates  und 
nwi*(  tiir  7<l««v<r*ir,  Niketns  Seides  iiua  Ikunion,  Johannes  Zunaras,  veraeiobnnt 
k.  Il*Bietrakopiilaa.  '"itS,  'KUnt  S.  12— 1&.     Niketas  Seides   wird    surJi   eino  Schrift 

»laf  llDdjf«  iii|[e«rli rieben,     Davon  ein  I^agment  bei  A,  Mai.  Nov.   Pntr.  bibl.  6,  2, 
t;  bei  Sligne,  fair.  «r.  127,  1484—87.    —   Kino  »einer  Schriften  gogon  dio  Lateiner 
Id.  fsvlor  a.  a.  0.  a  IW  IT. 

W.  Nikolaos  (iVi»oi«oc),  Bischof  von  Mothone  im  I'eloponnes,  galt  bis 
jüni^te  Zeit  uls  diT  hL-rvorragonclBto  Thoot»gi>  tif.s  12.  Jahrluindort«. 
BiDtezeit  fällt  in  diu  Kogiurung  «ivs  KaisL-ivi  Maiiiii't  1  Koiniivnos 
l— II80),  zu  dem  er  in  nahem  FreundsthuftHvcrhültnitJ  si-umi  und  dc^iwin 
Üuwlo^acher  B^rat^r  er  war.  Du«  ,lahr  1  ltir>  afheint  (.t  nicht  mehr  crkbt  zu 
hibeo.  Dt«  Bi-di'ulimg  Afn  Nikolnn»  liegt  jetzt  nur  noch  darin,  das»  wir 
IM  mrinpr  SctiriftBlvlIeroi  dio  «ntikirchlichen  Stri^mungen  und  einige 
IhfologiiHcbe  Kontroversen  seiner  Zeit  kennen  lernen.  Sein  Ruhm  tils 
.'Vdriftstaller  ist  al)er  nwh  und  nach  ganz  zerstört  worden.  Schon  J.  Hergei»- 
fttktr  hiit  naehgewieeen,  dasH  er  die  Syllogismen  de»  I'liotioR  gegen  die 
UWiH-T  fju*t  wortwörtlich  ausKchrieh.  Einen  grossen  Tci!  der  'E^mit^Ofti 
«fi  laau^'aitc.  die  sich  Ober  die  Gott«»-  und  Inkarnatioiislehru  verbreiten, 
nnte  A.  I><'metrakopulo»  »lg  identisch  mit  den  Ausftihrungen  Theodors 
lUitbu  in  dettsen  Schrift  Ih^'i  i^«  ift(ai  /rwt^pwrrrjdfwf.  Von  noch 
Tragweite  war  die  Entdeckung  von  D.  Ituftsoc,  daas  Kapitel  1-16 
'AvhttrSt^  f  i'c  iftoXopxr^i  atot^HMami^  IIqüxXov  des  Nikolao»  wortwört- 
bk  abert'rn«timmt  mit  dem  von  A.  Mai  veröffentlichten  Fragment  der 
SlwiWhrift  Prokoiw  von  Uaza  gegen  Proklos.  Damit  ging  die  Grundlage 
*Hltrco,  iiuf  welcher  die  ganutige  Beurteilung  des  Nikolaos  in  «r»tor  Linie 


Bfiantinisch«  Litteraturgeochiclit«.    L  ProaaiHcli»  Litterfttu. 


beruht«.  Wir  könn«ii  hinzurogcii.  liasa  auch  3  weitere  Abhandlungen 
Nibolnos  über  diu  göttliche  Vorhvrbc»tiiniuung  der  tncDSchlichon 
groazoa  aar  Iläupt&ache  nach  auf  die  Schrift  diw  Putriarchcn  Qernmnoe  von 
Konstantinopel  fhQt  ä^i<  ^«rt;;  nirflckg«hen.  GrUsser«  littvrariüche  Selbet&B- 
digkeit  mltgen  dir<  .Sclirifton  dei«  Nikobios  broitxen.  die  aus  meiner  Antmhiflhnie 
an  den  thoologiscbon  Stroitigkoitou  seiner  Zeit  hen'orgingen.  Die 
Kcchtrortigung  doM  Vorgohi'DS  dos  KaiKcrv;  gegen  den  Wortfllhror  der  Bogo- 
uiilvn,  den  Mflnch  Nephon,  speziell  die  Ernennung  des  P(itriiir<.-ben  Nikolaos 
btu/.al»n  an  Stelle  dea  Kosmati,  der  Nephon  begünstigte,  bildet  den  Gegen- 
stand einer  1147  an  den  Kaiser  gerichteten  Abhandlung  Of^'  f^ji  ^^i  «H 
MYrncrncrfi  rof  .lai^fo^j;'"'  öirjiXoytai  xai  nt^l  U^a^x^a^.  Gegen  die  ßogo- 
milen  ist  auch  der  Traktat  über  die  Kuehani;tic  gorichtot,  worin  Nikolaoa 
mit  Entachiedonbeit  die  fiftaßah)  lehi-t.  Eine  zweite  Kontroverse,  die  mit 
einem  Prunk  von  Synoden  verhandelt  wurde,  der  zu  dem  Gegenstand  nicht 
in  ricbtisem  Verhältnis  stand,  betraf  den  Empfänger  des  «ucharisti- 
schen  l)pfers.  Eine  tJioologisch«  Partei,  an  deren  Spitae  der  »um  Patri- 
archen von  Antiochien  ernannte  Diakon  Solericho«  Piuit«agenoa  stand, 
betrachtete  Gott  den  Vater  als  alleinigen  Empfänger.  Soterichos  vertei- 
digte seine  Ansieht  in  einem  Dialogo,  dessen  Widerlegung  steh  Kikolaw 
zur  Aufgabe  machte.  Drei  weitere  Schriften  richtete  er  in  derselben  An- 
gologcnhoit  an  Manuel,  wovon  eino  verloren  zu  »ein  scheint.  Die  zweite 
ist  nur  fraginenturisch  ediert,  wührend  die  dritte  sich  mit  der  Widorleguag 
des  genannten  Dialoges  dockt,  Einleitung  und  Schluaa  abgerechnet,  dk 
Manuels  politiHche  und  kirchliche  Siege  feiern.  Hier  schrieb  sich  also  Nikolaos 
»elhst  aus.  Auf  eine  ohrietologische  Kontroverse,  die  ein  Aufleben  d«« 
OrigeiiismuB  bekundet  und  von  Eustratios  von  NikAa  angeregt  wurde,  bozieht 
sich  Nikolaos'  KrklUning  des  Apostclwortes  1  Kor.  15,  28.  Er  findet  die  Lösung 
in  der  DopiKilnatm-  Christi  und  bleibt  in  der  Verwerfung  der  Apokatast&'ü« 
de»  Ori^'ciie»  der  lierkttinnitiehen  Auffassung  geti'eu.  Ohne  polenii»cheK 
Intereswe  will  eiue  letzte  dogmatische  Schrift  den  GrOHsdome*likos  Jobauntti 
Axuchos  Über  eine  Stelle  Gregors  von  Nazittnz  von  der  wesentlichen 
Einwohnung  des  hl.  Geistes  in  den  Aposteln  aufkläien.  Es  liegt  nahe, 
auch  hier  fi'Ühore  Vorlagen  zu  vermuten.  Als  Hagiographen  lernen  wir 
Nikolaos  kennen  durch  eine  Lebensbeschreibung  des  Wunderthäters  Molotiot 
des  Jüngern  (HKW^-llOÖ).  Damit  ist  jedoch  sein  litterarischer  Nachlast 
nicht  erschSpft;  dieser  bedarf  noch  einer  näheren  Umgrenzung. 

Die  Thatsacho,  dass  Nikolaos  im  12.  .lahrhundert  eine  alte  Streit- 
schrift gegen  den  NeuplatuniKmus  auffrischte,  ist  höchst  beachtenswert 
und  kann  unmöglich  mit  Russos  und  Dräseku  in  dem  Wunsch»  di>s  Niko- 
laos, ,dusH  seine  Weisheit  von  seinen  Zeitgenossen  bewundert  werde", 
ihre  Erklärung  linden.  Die  Schrift  des  Proklos  musste  einen  grossen  lt«i2 
auf  die  Gebildeten  seiner  Zeit  ausllben,  wenn  Nikolaos  es  als  ein  Bedörfnis 
empfand,  .die  Widereprllthe  gegen  den  hl.  Glauben  in  jedem  einzelnen  Ab- 
schnitte dieses  Buches  mit  einer  Widerlegung  sorgnUtiganzuzi<igen,  und  d«i: 
künstlich  ersonnenen  und  durch  Spitj^findigkeit  verhüllten,  aber  gerade  da- 
durch den  meisten  sich  entziehenden  Irrtnm  aufzudecken",  wenn  auch  ar 
dei'  iland  eines  fremden  Führers.     Es  musste  auch  damals  Leute  geben 


i 


i.  Tlieologia.    A.  DoemaUk  und  Polmiik.    (8  22) 


87 


fMlduxUe  .Klaxheit,  Einfacbhoit  und  die  Sc)iiTiiicklo.sigkeit  der  chmtitchen 
'Ukn  ak  otwM  Gemeines  verschniäliten,  diis  St-Uimmernde,  Ratsolhafto 
will  GoD«rt«  de»  Ucidoiitums  dagegen  a\s  wahrhaft  ehrwürdig  und  aU 
Khte  Weisheit  vcrgOtltTk-n",  Dios  stimmt  genau  mit  den  ilhrigon 
Xachrichten  vnn  dein  Aufleben  der  alten  fhilogophic  im  Zeitaltor  der 
KoBDroea. 

1.  AaiKRboB:  Di«  mnuton  der  girnnmitort  !M-Jirifli>n  «d.  pr.  Doill«tr&ko|)ul«i, 
)m1«m  iiiMK.  M*ia}rr,(  iöym  diio  .  .  .  U'ipcig  IKn.'i,  luid  'fjjiX.  fijik.,  Leipzig  18G(>  8.  199 
liilW.  —  A.  D>iinetriik0pulos  lul  2  andere  äohrift«n  flbnr  dia  Kootrovorno  mit  i*D  LÄ- 
Üm»  aiit  Uancht  Nikolaoa  run  Million«  niguobriebcn.  UiMMlbon  gnhOtvn  npb«t  einer 
Uka  WMn  nnbokannten  Colvmilcer  atia  dem  AnfADg  Uta  13.  Jahrhundorts.  Kd.  Araenii, 
IUhi  I6»2.  Vgl.  B.  2.  -1  U^ö)  3Tl).  -  Die  Widerlegung  d.»  l'rukW  ed.  pr.  J.  Tli. 
Tlaal,  IVaakfwl  1835;  di«gl.  die  l^nir)f««i<  in  den  Jithreab^riolit«»  (loa  Fninkrurlor  Uvm- 
Mlfam,  ]88&— 36S.  1—39.  ~  Die  S  Sclmfl«n  t»gtn  die  Lateiner  cd.  pr.  K.  8  im  out  de«, 
IftiÄlM'  tli.^rmr  »toioytmti  y^uifmi  ti«««^tf,  'i.  Aufl.  London  I86u.  S.  1  — SV,  und  in 
MMT  Zwtadirift  M«iinieD,  I8.^0  Iloft  3.  —  Ui«  iwoit«  mcIi  bei  A.  Dometrakopulua, 
U.  ili|(L  &  859—880.  -  Mied«.  Palr.  gr.  IS.'i.  50fl-.SU  «nUiKU  nur  die  schnn  1^60 
iKtSnUkhto  Aktuoidhutg  ober  die  Enebari*<in.  —  Di«  lücgrapliin  den  bL  M«lotios  mit 
fcr  na  TbcodM««  ProJromoii  r«rfMal«ii  Leicbonrodc  nuf  donsi^lEjen  HeilignD  od.  pr.  Va- 
•Üjimkij,  CrarosL  l'nl  itpurrik  1",  Potsniljurj"  I.S86  mit  niaslschor  Kinluitung  und  Ücbor. 
■.(MM.  Vgl.  die  riiigcbund«  BcttpU'ohuiig  von  K.  Kurtx.  B.  Z.  Ü  (1S9S)  30S— 12. 

2,  Iliirimillel:  Die  Angaben  bei  den  frUlicn-D  LiUMnrluskirtkorn,  Oudin,  Coillicr, 
Undn  u.  a.  aiad  xum  grSsstco  Teil  uuricbli«.  ^  Anliigiiivrt  sind  joUt  uucli  die  Abliiuid> 
hwnvvaiCtlntanit.  ThooloK- ^udie»  und  Krftjkcii  i^  (1^3)  !j.  647— 743  und  J.  Drisuke, 
hiaotaiM  von  Melhone.  ZeiUclir  f.  KirolieuKoeib.  9  (1^'^'^)  405-431.  585-600;  den.. 
IEUIm»  WR  MHlwM.  U.Z.  1(18112)438-478.  Zur  Abhängigkeit  desNikolaos  von  Phutiua 
•1^  J.  H»r|tflBrAtber.  Pbotü  libor  d*  Spiritus  eti  ntj-sUgogia,  Regenabuig  1857  $.  XXIV, 
X  *.  IWina  S,  905  f.  -  Zur  AbbAngigkail  von  rrakop,  deren  Grad  jedoch  noch  nicht  mit 
S4HWt bMtiinint  w»rd«n  kann,  Damoatb.  Rnaeoa,  fgw  fftatoi,  Xv/tfioXai  tk  lijr  lorofim' 
■MfiiMAf  Jae  r«Jr  FaCnitir,  Ifoipiig  1^93  R.  ST-ID  a.  J«b.  Dl'ftaeko,  Nikolaoa  tod  Mothono 
mSmttmtsr  des  Proklo*.  Iheu!.  i^ndien  u.  Krit.  6fi(I8&&)&8l<-IIIIt.  —  FUr  die  AbhUngig- 
Ui  nm  GarmaDo«  vgl.  x.  li.  Nikolnos.  cd.  A.  Domntrnkonslas.  "Bjal.  ßipX.  ä.  'JTS'  t.  u.  'IhQ 
■KOmbmmn,  Migna.  l'ntr.  gr.  HIS.  113D.  Ufi  A~C.  und  lOK  A— B.  -  nan<l<n<hnCUi«i»> 
1  kBnacn  aUoiii  «atadic'iileu,  in  wolchoui  Grad«  diu  Liaton  von  Scbririoii  dca 
1  Simonidex  nnd  Deinvlrakuiiutue  tuv«rUUaJK  aind.  Nur  die  kleinere  '/,aiil  di.>r  Tit»I 
ia  kniJoH  llb«n)».  Dim  dii'  unodierten  Schriften  xwiscli«n  xwoi  TrSgoru  doHielbun 
I  Trt1i-i1t  «rrdeD  mOsHcn.  wuvun  der  zweite  um  ein  J)üirliund*Tt  jOnger  ist.  behauptet, 
•41  nut  (.'ncMbl,  Diüaeke.  Ztachr.  f.  Kirchvngearh.  a.  n.  O.  b'iO  S.,  Aro-hiv  (tir  GuHuhichte 
4rrbilMPpfa.4(l81l|)M3-2M).  -  Sp.Lamproii,])ieHMd«aNikoI.T.M«th.imDioii;aina- 
UmIv,  B.Z.  4  (lf^)3ÄS— 6>%  beapricnl  «inon  Athaacadox,  wa]ch«r  dio  Itoicidmuiig  -V'ko- 
i^H  ri'*f  JffJUir^  in  den  StirliBn  d<»  Nikcpboma  rhiloimphoa  nuf  den  Alteren  Nikolaoa 
bwiAL  —  rBM^inslich  bbpbnir  Aiacnij,  Nik.  Mdb.,  Christ.  Ctcnijo  l!^<i}i,  IllT.,  308  fr. 
S,  Drn  Dialog  do«  Solrrioboa  l'anteugouoa  i-A,  pr.  Tnfel.  Annae  Comnenoo 
•fffitautt».  Tllbingeo  1832  S.  R--17.  —  Eine  nreit?  AuBgabL>  vou  A.  Mai,  Hpioilep, 
Naaa.  10  IRom  1844)  3— lä.  ~-  Vinm  bewiurea  Text  lieferte  J.  Dr&tieke,  ZvitHchr,  f. 
»^Miham.  'Um«!««.  29  (186«)  224  --,£37.  -  Bei  A.  Mai  n.  a.  0.  S.  l«-08  Am  Text 
1*  t'X'**'*'*'''''''  *"■"  Jahre  1146  ««"^en  Set^richoe.  —  Die  Apelexi«  dea  Sol«richaii  gngnn 
fc^raMMle  d.  J.  114«  «4.  J.  Sakkelion.  ll«i;j(««i|  fif/Hii»».,  Athen  1800  S.  828-S31.  — 
tnmatt  tu  dtnMit  Siraita  in  cod.  Athnua  3102  a.  14.  —  Srnoduldokrcta  gegen  den  Mnueh 


bei   L.   Allatina,  D*  perpetua  canMUsione  S.  6fi9  -DK-S.    Vgl.  Jobnnties  Siiiuainoe 
•J-Baos.  S.  &4  R.   —  Ü«b«r  dm  dapjinltun  Abi>ndmah1mtreil  im  12.  Jnlirh.  v^l.  Sluitz,  Jahr- 


r.  ^nct»  nöol.  1.1 1  \M»}  32—4.').  Kaberr  AufseblDwe  darOber  eiud  von  der  Ver- 
dM  Thtaaunw  ortbodoxio«  de»  Kikotoa  AkootnnloB  su  erwarten  (vgl.  g  26). 
4.  Zailgvnaasiacbe  l'oloniikcr  gegen  die  Laieiner:  i.  Theodorua  frodro- 
na«,  dn  AiK>M>n>t  frtKibtbimr  S<-hrifNti.>tlcr  (vel.  Krumbacber)  verfasat«  eine  Abhandlung 
Maadn>  l^ti-'iorT.  doren  Anfang  bei  Migne,  Putr.  rt.  188.  lOOSetebt  Ala  w^itars  theo- 
Ufiacke  Prusawitrbe  Th*«don  »uid  iii  neDn«u:  emo  Krkltning  lu  hak.  1,  17  bei  Migne, 
fut.p.  tXi,  1301  — 1312,  ein  K»nunf ntar  ta  d«n  Rirch«nli«d«m  d«a  Koamiw  und  dei  JuUannea 
«a  Smmkom,  di«  ob«»  erwflhntv  Grabrede  anf  den  hl.  Molaüoa,  eine  Abhundtuug  nher 
'  '  M  MwatWlte  FVa|[e  von  der  Beatimmiing  irr  l^bDntii^enKrn  nnd  andere  8c1iriftaii 
.  böiäiJatiaalMO,  litnrgiKbaa  und  kircbcnrochtlicbun  Inboll«».  Zu  uutiorsti  ist  ina- 


ByiantiDiMitae  LittcratiLrgvscltiobt«.    L  Prvaktacbe  LitterKtsr. 


I 

1.. 


ItMadetc  wio  rJuliuenlcotiuiicnlaT  t.  B.  in  coA.  Uuait.  A  111  11  sii-c.  IS  fol.  312—510. 
Ua  Pk.88.  —  VgL  die  Listoder  ln«diU  l>«i  StuvenHoii-PilTa,  Tbeuduri  l'rodronii  comii 
iaiiaa  in  cwmbs  nc»  melodorain  Coama«  BieroBoljria.  tt  Jouiniti  iMmaMwai,  Rom  1 
8.  XVIII  ff.  —  S-  Dia  degmat  DiBiniUtioo  swiacheii  Niketaa,  ErKbiaohuf  von  Niko- 
m edlen,  und  AnMitn  von  Havdborg  {1IS5)  »itSliU  ■•litorM-  tu  s.  Dialojt)  1.  2  u.  8.  Mi)ti 
pHtr.  Ut  188,  U&H-  124&  —  S.  Eiiia  Schtifl  g«gea  di*  t^toinor  von  d«<ni  oti«c  genann 
Patriarcban  Nikttlaoa  Mnsalon  von  Kpel  ist  x.  f),  in  dorn  c«d.  iSoaq.  Sjn.  U3  erluUi 
Vgl.  A.  Domctrakopuloa,  Xlolt.  *£Uii.'  S.  2^  f.  Von  domwllicn  Nikolao*  bict«t  dar  i 
VBticHn.  PaUt.  S8S  aaeo.  IS  fol.  SH— '>(>  «in  Cannon  fu^o  Hunc  rccusnliiiae  opiumpatnii  in 
8H  lambcn.  -  4-  BBailloa  von  Acliridu.  Erabiitcliof  ron  Tliea>utloDi£<?  sclitifb  an  den 
Pajwt  Hadriuu  IV  (1 154— öS)|,  d«T  den  KizliMcbof  ü<^iuridi  von  B«neveut  un  Kaisirr  Uaoud  1 
KamneDiw  Hcaaiidt  batt«,  eiticu  w-br  g<>ni&«igC«ii  Urittf;  ■«dnickt  twi  Hign«,  Patr.  ^.  1 19. 
{^ — 9SS.  Kin  Dialog  ^e«  Ilasiliog  mit  ä*m  genannteo  GoMndton  des  PafaMe  at«lit  in  cod. 
Vindob.  th«oL213fol.  ai-S"— 220'.  -  Vf^ntrhiodon  <laviin  i«t  Bawlioa' OMprftch  mit  An^clm 
vou  HavvlbprK'  '■"■^t)  d«"  Aufioicbnimgm  finci  Mnorhen  Njkolaa  in  ThMMloDika  i»  doo  i'udd. 
Monac  29,  66.  2^6.  Kjnigc  AngAbon  dnrnber  b«l  J.  IlorgonrOthor,  Photina  3.  807  f, 
NHwnw  abnr  Itnsilios  gibt  V  YnslljuTik  jj,  Vüc.  Vrtntionnik  I  (l»&4)  55-1»^.  Vgl.  B.  Z. 
llHih)  173  r. 

■^.  Der  icilgenSasische  ChioniKt  Miohael  älykaa  (vgl.  Krumbachcr).  der  rucIi 
Keiner  Wcltchronik  tin  fiberwicK^id  tbeulugiaohoa  InUreaae  au  dt'D  Tau  Ic^'t«.  b<^hIUldl^It^ 
in  «in«r  ^rCKuipn  Kvibt>  von  Brii^fen  (in  eiiiitpiti  Haa  sind  *s  92)  duuiuatiHchu.  (.■.xouoti.ichr, 
inontliioho  und  lilur|ci»clie  FraKen.  dnen  ÜoenrechuDg  im  12.  Jttbrbuad^rt  bi-lirbt  wv. 
Mit  Unreclit  werden  di«MO  Briefe  in  einigen  Hiw  dem  Johonii^«  Zonaraa  mi^i.'scliriuben. 
Oddraokt  sind  nnr  39  lirioro  (dnranti>r  8  fisgRiftRlnrisch  i  nnch  J.  I'onbinQS,  Laini.  L.  AUa- 
tias  and  A.  Mni  Wi  Mignn,  I'ntr.  gr.  I.SR.  SiS--9h7.  Da»  kommt  noch  «n  Brief  Obar 
di»  Himmoiriihrl  Miu-iU  hei  S.  A.  Mc.rci>lli.  Kukndarium  occt.  Cplanaa  2  (1788)  19»— 208, 
•in  Fnigment  nun  einem  Brief  llbcr  die  Atyma  bei  A.  l)«metrakopulo«,  Dp9.  'RUirf 
8.  IH— 21  und  ein  Brief  bei  Krurabachor  h.  unten  a.  0.  —  Eine  iwoito  thoologiiioh« 
Kchrlft  in  'i  baeliern  wird  Uiabnel  Glvkns  in  dem  cod.  Paria.  160  tneo.  16  lu^eeignct 
Nncb  .^ufxciebnungeii  von  K,  Krumbuclier  luiilen  die  Ueberachrifton :  I.  Hi^i  Stlmt  li^watai;  xai 
AoTTQiaiut,  2.  thfi  t^(  iv  tüfri  «li  ir  tUäfHii  afoiQOffiinji  tfKatiaf  xat  Jtn^oiin;  itmvtoi  aoi 
aaqxiuatai!  »ni  niöc  iuXtiatier  iijf  /«'«»■  tfi-air  tov  atov  Xvynv  atae^xufiO-iir.  Der  Titel  der 
ganzen  ßolirift  lautet:  K/;  r«  Anoen  ttjt  yQif'it.  Den  Titel  Kit  täi  äaoQla^  itj«  Sttiaf 
yQaa^t  irii(i;l  allerdings  aucli  die  Bricfsitnimlang  Mirbael  Citykas  in  den  meisten  Hss.  — 
k.  Krumbaeher,  Michael  Olykas,  Sitinngabor,  bayer.  Ak.  IftW  S.  391  -4fiO  baii-lplt  Über 
die  Adressaten  der  Briefe,  ihie  Ahfiuwnngiizeil.  ihr  VerhAltnls  in  den  anderen  SeliTiKeu  dei 
(iljrkax,  die  UrUnde  gegon  die  Zutcitimg  an  Konornii  ii.  h.  w.  und  vorJUTontlicht  einen  der 
unedirrten  llriero  (nn  Theodoni,  eine  Nichte  des  Kaiseri  Miuiuel), 

23.   Tboorianos  {QioiQiuröi),  itatatmQ  xtä  ifthminfui,   wio  ihn   Kaiser 

Mainipl  I  KimiiunijB   nennt,    wurde   von   IctztcriMn   mit  dorn  Vorstand  des 

armenisclicn  Kloxters  in  I'hilippopel,   Namens  Atman,  im  Jaliro    1170  zu 

dem  KHtlK-likos  der  Armenier  NeiBC-s  IV  gosandt,  um  die  kirclilioho  Union 

mit  KoMstmitinopcl  zu  but.rc-ibtm.     Er   Itintedii-s»  nwci  Berii'iit«  über  die 

zwischen  den  Kwei  Parteien  gepflogenen  Ileligionsgesprächo,   die  sich 

somit  als  eine  wertvolle  Quelle  fllr  die  Kenntnis  der  kirchlichen  KeKieli- 

ungon  zwischen  Byzimz  und  Armenien  im  1 2.  Jahrhundert  darstellen.    Die 

Grundlage  dereiäten  Uiitc-rrcdung  bildete  der  Brief  des  Kai.scr8  nnden  Kutho- 

Iikos;ihr  Ilauptgegenatand  wur  die  Christologie,  deren  byzantini»che  Fassung 

Tlieorianofl  als  mit  den  AnssprOchen  von  AthannsioB,  BasJlios.  Gregor  von 

Nazianz,  Kyrillo«  von  Alexandrien  llherein.'-timmend  darzuthun  suchte.  Audi 

Jutttin  Martyr  wurde  zitiert,  «her  nnch  der  untei'scliobenen  Schrift  IltgA 

t^täinq.    Die  zweite  Abhandlung  beriehtet  über  die  Verhandlungen  des 

Jahres  1172.  Der  Hauptiiachdruck  wird  auch  hier  auf  die  VäteraussprUche 

gelegt.     Des  weiteren  wird  auch  eine  ünten-edung  mitgeteilt,  die  Theo- 

rianoe    mit   Thoodoro«,    dem    Gi^sandtvn    dos    Katholikos   der    syri^cbon 

Jakobitcn,  hatttt.     Die  Verhandlungen  fährten   zu  keinem  Resultat.     AuK 

der  zweiten  Abhandlung  erfahren  wir,   dasB  der  Bericht  über  das  erst». 


ioHgiMprich  in  melir  ain  )iun<iert  Excinplnruii  in  KotiHtantiiiopel  vvr- 
wordiTi  wnr.  Der  litU-rariwhc  Wurt  beiiler  steht  hiDter  dem  hiato- 
nAta  svlir  zurClok.  Auch  lutKUTcr  Ut  iiodi  näher  zu  beütimmpn,  da  die 
Aogklim  dm  Theonam»«  mit  dva  anneniachen  Quollon  vielfach  in  Wider- 
^nidi  Htflliun.  Nach  dem  P'raginent4>  eine»  uiiodiertcn  Briefe»  war  Thco- 
riuM  den  Lat«iD«ni  »ympathisoh  gesinnt. 

I.  Avsgaboo:  t>cii  «retnn  Korii-ht  nd.  pr.  J.  I.«iiiiclftviiia,  lUsol  I■^T8:  KrgSci- 
i^M  dasu  gab  A.  Hai.  S<^Hpt.  rot.  nova  coli,  ß  (Korn  1^:12)  »14  41%  «iiicIeiHi  mit  ijor 
rf.fr,  der  2.  Ahhandliuig  na«li  Vatj knutschen  Hm:  bnido  lt«i  Migno,  Tatr.  gr.  mS, 
ID— m.  •  Von  nintrin  Bri«fo  lUa  Thcorianoa  Qbor  die  Uloinieoho  Kontrorono  »(«hM 
rncMbi  bei   Migni'.  I'Alr.  gr.  !M.  405. 

1  Hiir.initto]:  Fabricius.  Bibl.  er.  II.  281  t 

X.  I>ie  Sdbnhen  des  «nn«iiiaeheii  lUthoDkM  Ncraea  KUjeii  wuril«n  von  d«n 
UMittraton,  VeHMlif  ISSD  armooisch  mit  Utebtaebur  UcborMteiui^  borauBK«g«bi>n.  — 
l«M  BnafHammtiBiK,  woron  A.  Hai.  Script.  v«t,  dot«  cvll  li.  4iri  434  oiuigr  Kxz«rple 
■Heilt»,  »racbiMi  in  K4»cbini8lsiii  1861^;  obcnda  Ha«  .lioh  dv«  Nrraos  iV*  von  Nvrwea 
lisWMFli.  1875.  "  Vgl.  Artak  Tor-Mikflian.  Di«  Nimeniechc  KiK>bi>  io  ilimi  B«- 
mimgoa  lur  hj-riatnimihaB  (toio  4.  13.  Jahrhunilnt),  Leipzig  IV92  S.  88  ff.  l>ie  Dar- 
«illrag  KtOtit  »ch  abor  «iiwMlig  nnr  auf  die  annaniflcbon  (JuoUon.  —  Vgl.  nach  ABatunanDJ, 
Wbibc»  nriratkU»  2  (1731)  3(M  f. 

4.  Eincin  Tcrmciatliclica  Katbolikoa  ron  Groaaajmanian.  Namnnii  laaak,  dor  im 
II  Jahrhundert  lar  byunlininclirn  Kircbo  nbergcgnngcn  aoin  ooll.  woiiUin  Ü  grioahJHch 
(whMaw  Abhandltia^cii  gtg^n  Bciuu  rriUicrau  Otuubcnag«nosaun  xugeachriobon.  Die 
mk  bMfneht  dea  Hauptpunkt  der  Koiilruvorao.  diu  Lvbn.-  von  cin«T  Natur  in  Chriatua. 
t»  dir  V«r(uiwr  mil  AvHÖprflcbeD  dvr  Vstor  dva  4.  und  b.  Julirbuudi-rls  xu  widerloufn  auubt. 
ht  fwrile  rnclbh  aehie  BokehninR:  daraua  ist  aber  ersicbtlick,  duaa  er  nicht  Kjitliolikoa, 
miin  einfacher  Priester  wu.  Di«  dritte  gibt  ejoen  lleberblii-k  Über  diei  6e«chiobte  Anna- 
na *•■  (Irogor  dorn  Erlaacbt«r  bta  lur  Zeit  des  Vorfami^n  und  ist  identisch  mit  dorn 
»Waa  Teil  der  SohrifldeaDeiMetrioa  von  Kyiikoe.  Ed.  Miftne,  Pntr.gr.  132.  ll.'i»  1257. 
teiri  Uatotwcbiingaii  feblan. 

84.  Hiketaa  [Nurt^ta^)  aus  Maroiiiia  in  Thracicn,  zu«rst  Archiadiakon 
und  riiartopliyhtx  in  Kuitstuntinopul.  nachliur  Erxbischof  von  Thi-H«aloniko, 
^||Mit&txtv  die  Uniuntibi^Htrehunguu  dvM  KaiKi-rrt  Manut-I  1  Koinnenoa 
^^^K~IISO)  den  l.at«iiit^m  gegenüber,  wie  TlieorianoH  ex  bezQ^iirh  der 
ArMnier  tbat.  7m  diettem  Zwecke  vorfa.'^te  or  6  Dialoge  Über  den  Aii»- 
Cttg  dm  h).  Ocist««.  die  erste  Schrift  unter  den  unKfthligi<n  AbhanA- 
kagm  Uber  diesen  Lohrpnnkt,  welche  den  SUmdpunkt  der  1ateini»i-hfii 
Crehc  vertritt.  Sie  erfi-eut«  sich  grosser  Beliebtlieit  bei  den  Hpäteren 
OtxiDBangsgenoMHtn  de»  Xiketjut.  Nikcphoron  Hlemmydo»  lobt  »e;  .lahannea 
tickkiw  wurde  nach  ['achymcr««  durch  ihre  Lekttlre  von  der  Kicbtigkcit  der 
llwiillllnHi»  1»f  II  Lehre  i'iWr/eugt;  Bukkos  »elbisl  bunift  kIcIi  auf  nie  und  in 
l^ridwr  Weise  l>L'nUtzten  sie  Uugo  Ethorianus  und  Kon^tantinos  MehteniotcH. 
Ke  3  onrtvn  Diuhige  geben  die  Einwände  der  (Iriechen,  dio  von  dem 
widerlegt  werden.  Der  -I.  handelt  von  der  Erkläningsweis«  des 
den  hl.  UeiHtes  bei  den  Lateinern  und  vnn  der  Übereini^tinunung 
de«  ltt«iniMhcn  ux  fUio  mit  dem  griechischen  di'  vlov.  Im  o.  werden  die 
Iwtiaa  der  Lntetnor  zusummci)ge»tollt;  der  6.  endlich  bespricht  die  ein- 
MMgiggii  Auaaprtlcho  der  Väter.  Das  Ganze  läuft  auf  ein  Konipromit« 
Uuaa;  der  Grieche  gibt  zu,  das»  die  lateimschu  Lt-lire  richtig  .sei.  wäh- 
imi  iiir  Lateiner  zugesteht,  da^fl  der  Zusatz  im  Synibohnu  wegfallen 
■Im.  Nach  den  biahcr  veröffentlichten  Fragmenten  zeichnet  Bich  die 
Wmft  durnii  Klarheit  und  Ituhu  der  Dariitellung  aus.  Noch  andere 
&hrifteii  güljcii  handüchriftlicb  unt«r  seinem  Namen,  z.  B.  ein  Kommeutar 


90 


Bfutatiniftcbe  LiUerBtnrgMchichU.    l.  Proui»che  Utt«rmtar. 


ZU  den  Hymnen  des  Johannes  von  Damaskos,  einige  tutgiogi-sphiäche  Am 
btiiten,  Kirclicnbyinnon  und  11  AnatheniatiKmen  gegen  Johanne»  Italod 
Letzten^  vurdieni<n  wohl  hui  ehesten  edici-t  und  iiAher  untei-sucht  zu  werden] 

1.  Don  Proloff  xu  den  &  Ditloßon  od.  A.  Mai.  Nora  Pntr.  bibl.  ß,  2,  44.'>  f.,  abge- 
druckt hol  MiKn»,  Patr.  Rr.  UiÜ,  IG9  ff.  FiaKinniitc  ruh  doli  fi  I)Ul(ij;an  od.  pr.  J.  Hoi|:eii- 
rOlhnr  bni  Mignn  b.  r.  0,  1fl>^  221.  —  VoTlRttodig  lingcn  ne  v»r  i.  B.  in  cod.  VatM|[ 
1113,  ModicoO'Lxuront.  pl.  31.  37  o.  *.  —  FraBmentc  noitiar  Act»  S.  lliamaa  «d.  IB 
Bonnet.  Acta  llioiniic.  !>«pue  1883  S.  Vlll  f  ai»  ooa.  Paria.  Ihlß.  ToUnUndic  lit««M 
feto  <ror  in  khI.  Sinail.  hiS.  —  Di«  AaatlMnuitiHnicn  goi;en  Jobannps  (Ulos  in  cod.  Vindtd 
Ibpol.  7'.  -  -  In  uidoren  HtM  x.  B.  in  cod.  Pctrobur^.  <J&  Miec.  12.  cod.  Bodl.  Seid.  4ft  ntfl 
lä  wird  ilim  uin  lli/9i.ay«(  tk  rnc  nf^iscfaiv  uni  npncfK  laMirr««  tov  9tali6y«v  JM 
(«setiriubcR.     Dumnch  liAt  er  w(>1il  sncli  AvIr  S.  Joiuuis  verfust. 

2.  Ililf»mitlvl:  Fabrivius.  Dibl.  icr.  T.  7^  f.  Bior  wird  woki  nit  Unntlit  tia 
untrer  Nik(<lA«  v.  ThoMtlonik«.  dur  um  1131  leblo.  anice&oniinon.  Auch  wird  Niket««  mit 
Unrocjtt  an  den  AnfaRR  d««  13.  .Inhrhiiiiderta  itMtellt.  —  Leo  AllaiinB,  Di*tnlia  4t 
NtMti*  Rd,  A.  Mai.  Novo  Palr.  bilil,  H.  2.  13-14. 

"iÖ.  Andronikoe  RomaterOB  {'Avä^üyiims  Ka/iati,^),  um  hoher  SUuU»- 
beanitur,   mUlU>rlichei-H4!its  aus  der  Fdmilie  der  Dukas,  verfasst«  auf  die 
Aiin'K'ing   dtrs  KaiHers  Maiinol  Komnenos   eine   noch   ungedruckt«   .heiUgu 
WattViirtaminhing'  ('/«g«  «t^uJjJxiJ,  welche  ein  8citen»tUck  zu  der  I'anoplia 
deä  Kuthymios  Zigabcnos  bildet.    Wie  dieser  mit  einem  Lobe  auf  Alcxios  I, 
1:10   beginnt  Andruniko»   mit  einer  übvrHchwvngliohen  Lobpruifiung  Manueif 
und  selireibt   diesem   die   geistige   Urheberschaft   des   ganzen  W«>rkeB  lu; 
ihm  .selbst  sei  nur  das  AK^chreihen  und  die  Abfassung  des  IVologca  und 
des  Schlüsse«  xugi-fallen.     Div»e  Beteuerung  braucht  mau  wohl  nicht  allzu 
ernst  zu  nehnu-n.     I>ie  Schrift  hat   nicht  denselben  Umfang  wiu  die  Pin- 
oplia;  sie  ist  nur  gegen  die  Lateiner  und  die  Armenier  gerichtet.    Der 
erste  Teil  zcrfilllt  in  einen  IHalog  das  Kaiserit  mit  den  rBmischen  KaXit- 
rdXtot  Über  dun  Ausgang  des  hl,  OeLstes.  in  eine  Sammlung  von  TpTtter- 
nussprllchen   zu  Gunsten   des   griechischen  Donnas,   endlich  in  eine  Ucih<' 
von  Syllogismen,  welche  den  Schriften  der   früheren  Gegner  der  Lateiner, 
Photios,  Niketas  von  Byxanz,    Eustratios,    Euthymios  Zigabenos,    Nikolaos 
von  Mcllione,   entnommen   «iiid.     Ganz    in  derselben  Weise   i.*t  der  zweite 
Teil    aufgebaut,    nur   mit   dem  Unterschiede,   dase   hier  Andronikos  Mono- 
pliysitisnius,  Monothßtvtismus,  die  theopaBchitisch«  Lehre  und  den  Aphthar- 
doketjsmua  unterscheidet,  und  jedem  eine  besondere  Abteilung,  aus  Vflter- 
zitateu  und  .Syllogii^men  bestehend,  zur  Widerlegimg  widmet,    I>er  kai.seT- 
liche  Disputtttor  ist  natOrlich  (ibernll  Siegor:  seine  Verdienste  werden  auch 
M   oft   hen'or  geh  oben,    dtuis   man  sich   dem  Eindruck    nicht  versehlteasen 
kann,    das«  die    ganze   Schrift    ganz   eigens   zur  Verherrlichung    der 
kirchliehen  und  theologischen  Wirksamkeit  des  Kaisers  geschricboii 
wurde.     Für  eine  nilhere  Untersiiclumg  muss  der  l>nick  abgewartet  wer- 
den.   Die  Abfassung  scheint   in   die  letzte  Zeit  der  Hogierung  Manuels 
etwa  1170— U7.%  zu  fallen. 

1.  (lodrnckt  int  binlirr  nur  die  SamiRlunic  von  bibliecheu  uud  iiaUiqtiJit^lien  StelU 
^eaun  dir  Lateiner  mit  dor  Widi^rleganK  d«s  Juhannoa  Bekkos  bei  Leu  AUaliiiH,  Ora« 
urUiudoxa  'J.  '^b'—bH  u.  bui  Migse,  Palr.  t(r.  141,  396-613.  —  Die  <ibi|t<in  Ant(ftbcin 
rubfii  auf  di-r  Durcheioht  des  ced.  Monac.  929  uec.  18  fol.  I-SOÖ.  -    Dtui  nm  \nhuft  die 
Ha  befiiidlii'liu  KiliKrainin  des  Oeorglos  Skvlitx»  aaf  die  ^loJhfuq  ed.  Dnmrtrakopnlo« 
*»p.1.  VJJj^fS  a«-29.  —  Ander«  Um:  cod.  IWarcinn.  1.^!^  (nnvoll«Ubldi);),  «od.  Moaq.  Syimd.  ,■""' 

2.  HtirsDiittel:  Kabricius,  Bibl.  «r.  11,  87ä  f.  -  J.  Hersomatlior,  I'boLin» 


1.  Tbvotope.    A.  Dogm&tlk  und  PolMsik. 


:ö-26). 


91 


Mit'BH  pb4  BtiM  Aatirte  dw  INtliiges  mit  d«n  Knrdinftlati,  d«r  auch  Mpanil  uud  mooj'ui  in 

Wtm  mat  —  GMir^iM TMibyDiAniH  nd.  Ronn.  3,  Sl  bcMiiKt  iIm  lioh«  Ansehen  d«r  'onioStjxti. 

S   AU  QeicDor  dpr  I.atcinrr  i»  dnr  2.  llBlfte  de"  12.  .Inlirhundert»  sind  tielCAnDt: 

Jtk*BR«8.  Motropolit  von  Klaudiopolia.  ron  dem  in  cod.  AUiouh  S733  »Mio.   16  auch  oinn 

MbnA  gegm  die  Armonicr  atGlit,  Michael  AnrhJalo».  l'iilriiLroh  von  Kpal   (1109--TT), 

Juluna**.    r«triiuch   von   Jonutolpm,    <jcuri;jcB,    Metropolit    von    Ki^rkyin   (um   117^). 

liiieti»)!.  PolriATcti  Ton  JeruBalein  {t  UM).  DomelriuH  TornikioH  uiid  Thcoiloros 

fitiiianion.   —   (.iedrackt  oind  nur  drei  Abhaadtungen  des  Jvhunnos  von  JernaulBm  über 

it  itjm»  bei  DoBJIheoH.  Tn/ief  äytiniic,   Jimv   16SS  S.  00-1— S3H,   eine  Soluifl  dea  Jo- 

hnuB  von  Kln>idiu])olk  bei  PmvIov.  Kriliaelie  Versudit-  u,  s  w.  S.  189  —  191,  14  Kufinkuta 

titit^tMi  de«  Ijeunli««    von  Jemsalem    in    Macarii  Chrysocephali  Hoiuiliao.   Wi<«i  170S 

ul  tVifBeat«    ruD  iwei  Sdiriften   d«ii   Patriarohen    Michael    Ancbialcs  bei  Ii,    Alla- 

iju*.  ß»  puraatano.   Rom    i6M  S.  871  IT.,    De  eccl  oeeid,    et   orient.  p»rpetaa  conaen- 

^■tw,  Ron  l(S4ti  S.  S26  n.  Bflet«,  --  Urb»  dio  flbrigen  KrbTiften  rgl.  Dotnetrakopoloa, 

Pl«.  '£Ui(t  S,  ^— &4.     Die  hieir  genanoteo  IIa»  liesaen  »ich  unachwer  vennalireii. 

4.  l>oia  KoiM'r  Asdronikoa  [  Komnonoa  (llI^S-Nö)  wird  «du  Dinlog  EOKeD 
iitJadeo  lUfirrignüt.  in  dem  die  gewöhnlichen  KonlrovrmpunkUi  dor  Apalogien  gognn 
b  JadM  behiindclt  «rtdrn.  AhgDMlwn  von  andcien  Gründen  kiuin  dicficr  Diulog  schon 
Wnlb  ■•cht  von  d«n)  Koimr  Aixlroiiikoa  rerlaeet  sein,  weil  nun  dorn  Knpilvl  41  ktur 
kiTefB«bt,  dawi  der  VerCuMer  frillieBteiiti  iti  der  2.  tllüfte  du«  13.  JnbrliundvttB,  nuuk 
mar  unlem  Zlblvng  aegar  er»(  um  dun  Jahr  1310  sciirieb,  --  Cedruckt  iu  iHtetniHuhec 
rtbtnrtiimii:  M  CaniBina-Baanace.  Lcv(iüni.>t<  antiquae  4,  JAK— 881;  wiederholt  bei 
Xica«,  Palr.  icr.  139.  7Mi~824.  ~  Der  fiTi«oliisch«<  Text  itil  iu  niehr«ren  Haa  vorhanden. 
I.  B.  in  ood.  Marcian.  CUaa.  £,  l<8  eaec  14,  cod.  Vatio.  Pii  II  18  aaec.  1&,  cod.  Vindob. 
OmI.  v>:>. 

9f».  Niket&a  AkominatoB  (.Vtiii;ta<;  'jx(j/iir«r«$)  «chlicsitt  dio  Reihe 
dir  PoIi-iiiikiT  «ies  KonmonenzeiUlterti.  Über  seine  Idiintiüit  mit  dorn 
^aduuimigen  OfM-liichtscbreibt^*,  die  von  einigen  geleugiit't  wurdu,  ist 
örfit  der  mindeste  Zweifel  zulbigig.  Da«  thcologi.sphe  Hauptwerk  des 
S'tkfUN,  der  Gi^auv^ö^  öp^todo^iai  (die  liitnd»clirirttii')ion  Titel  sind  selir 
Unt  end  n-i-i('l]<.-n  von  niiiandur  ab)  stellt  sich  als  eine  Fortüictzung  der 
I'Moplia  des  Euthymios  Zigabenon  dar,  auf  welche  Nikettis  in  dur  Kio- 
Ubing  «UMlrticklich  flezug  nimmt:  er  wnlle  die  ältesten  Irrlehren,  die 
IrthyiiuOB  QbiTgirig.  an  ei-stor  Stt^Ue  bidiiiiideln  und  bcztlglich  der  von 
ÜiMiD  bwjprocht'nen  manclics  nachtragen,  was  Kutliymios  unuiwühiit  go- 
llto  hatte.  Der  Theaauros  ist  ttoniit  weiter  angelegt  als  die  i'anoplio. 
IV- Anzahl  der  K irchenetchrift-^teller,  die  Niketa.s  heranzieht,  ist  auch  weit 
pfwK-r,  Nikclas  kennt  einige  Voniikiiner,  Ignatio»  von  A ntiochicn,  Melito 
TDoätfdtu«,  JustiuoK  Mai'tyr,  Gn-gorios  Tliuumuturgos  und  Juliu«  von  Kom, 
fia  drei  letzten  allerdings  nur  aus  unechten  Schriften.  Neben  den  Kii-chcn- 
iltem  dee  i.  und  .'..  .lahrhnndert^  her!l<k)*i(htist  er  auch  spätere  Theotogen, 
wit  Anaiitasint*  Sinait^s,  Kpliritm  von  Antiediien,  l'hotios  ii.  a.  bis  zu  seiiieu 
uiutt«R«n-n  Vorgängern  Nikolaos  von  Methonu.  Thenphylaktos  von 
Mfimt-a  a.  A.  Auch  «^'inigu  LatuiniT  wie  Ambromus  und  Augustinus  wer- 
te erwähnt.  Für  die  Zuverlässigkeit  der  Zitate  bildet  die  Sorgfalt,  mit 
*elcber  die  Schriften,  au8  denen  sie  entnommen  sind,  in  der  Kegel  go- 
mut  werden,  ein  günstiges  Zeichen.  Kino  voll.-stilndige  Charakteristik 
dv  uafiuigroieheii  Srbrifl  kann  zur  Zeit  nicht  gegeben  werden,  da  nur 
tn  klrinrr  Teil  im  Orueke  vorliegt.  Ihre  allgemeine  Anlage  ist  mit 
4ijtti^en  der  Pauoplia  nahe  verwandt.  Sie  beginnt  mit  einer  Polemik 
P|in  (iritH'hen-  und  Judentum.  Huch  2  und  S  verbreiten  «ieh  weit  ans- 
tbrVcber  al»  die  l'annplia  über  die  Trinitttt.-*-  und  Inkarnutionslehre.  Da» 
L  BkIi  bringt    diu   -14  ältuoteu  Uäreeieu   zur  ijpiache,    deren  jede  kurz 


92  BjiADtinischa  I.itt«rBtargQBchiolit«.    I.  ProakUcbe  LitUratar.        ^^^| 

widerlegt  wird.  [>io  Bücher  ä — 16  bcliaDdoln  die  grossen  chrJeto- 
logiscbvn  Kontroversen  vom  ArtaniHmuii  bin  zum  Bildersiruit.  Davon  Ist 
nur  das  T).  gedruckt:  es  zerfällt  in  7ll  Kapitel  meist  geringen  rnifangcji. 
Buch  17 — 22  verbn>it«n  sich  llber  die  Irrlehren  der  Armenier,  Paulikianer. 
Bogoinilen,  Saiazuiu-n  und  Latuiner.  l>io  ö  lutKteii  ittvilvn  diu  thcologiiiclien 
KontruvorHon  dar,  welche  unter  den  Koninenen  Alexio»  !  und  Munnel  I 
und  unter  Alexios  Anpelos  verhandelt  wurden.  In  dieser  zum  Tei!  zeit- 
gen&HHi»chen  I>ArAtelhing  liegt  der  flauptwert  der  ganzen  Schrift.  Dadurrh 
wird  der  Tliesauro»  ku  einer  nnonthehrlicbon  Quelle  ftir  die  Kenntnis  in 
hilretischon  Bewegungen  des  12.  Jahrhundert».  Dieser  Wert  liegt 
besonders  tii  der  Mitteilung  von  Syiiodulukton  aus  der  Koiunenenzeit  und  in 
den  Fragmenten  von  verlorenen  Schriften  der  MonophyBiten  und  an<]eriT 
IlSretiker.  Kine  Morgfiiltige  Quellen  Untersuchung  wird  aber  auch  in  den 
frühei'ei)  Bachern  nicht  ohne  Frucht  aitge«tßllt  werden.  Dazu  Ist  aller- 
dings eine  vollstSudige,  kritische  Ausgabe  von  nOten,  die  man  im  Inter- 
e»6ü  der  Geschichte  der  byzantinischen  Tlieolope  nicht  lebhaft  genus 
erwünschen  kann.  Die  Abfassung  des  Thenauro»  fällt  wie  die  des  üv- 
schicht'ffl'erkeä  in  die  Zeit  des  Aufenthaltes  des  Niketas  in  Nikita  zwischea 
1204  —  10.  Nikctas  werden  auch  einig«  geistliehe  Reden  zugeschrieben, 
die  aber  auf  ihre  Echtheit  hin  noch  geprüft  werden  müssen. 

1.  Auagnbun:  Dia  5  <>nilcn  UUolier  di^H TtiUMturoa  eil. tut.  1'.  Mor«ll],  VHria  IM. 
—  Von  liudi  U,  t^lU,  lö.  IT,  20,  '28-25  ku)'  A.  Mai  ^rOsnere  AbMiiiiitIo  im  Urtext 
licraiis;  aU<-s  viTßinigt  bui  Mi^ue.  I'uli-,  gr.  139.  llUl  -1444,  140.  ti -•!»!.  Hi«r  fehlen 
di«  Aiiszilge  aii8  diMii  23.  Buch«  voii  Tufol,  Aniiao  Coninoiiao  f^iippt.,  Tllbinffi>n  1832.  Eist 
litngpi«  Stelle  tu  tlun  KuDiruvorson  nncli  Mnniiiil»  Tod  und  dem  llamtiknr  MJchmel 
Sikidit*«,  der  dp»  zweilpn  Abeiidmfth!*strpit  horvonivf,  ed.  pr.  Th.  Uaponnlcij.  SktCN« 
lur  (iucliiditt-  der  b}-i»n  tili  lach  nn  Kultur,  I'olitnibarg  18tl2  S.  286— iM3.  --  Kin  Knkomion 
auf  MtchapI  und  Unbriel  ml.  Int  l'ntr.  l'oitiiiniiit,  ToulniMO  1687;  itbgodruckt  bi^i  Htßno, 
P«tr.  ^.  140,  12'-M  l'il-'i  Vioüpiplit  gcbftrt  (■■  «bor  NikoUs  Akominalo-i,  Knbinrhof  von 
Clioiiu«.  <I(^m  Ohchnn  unsnrcn  Nikctiin.  nn.  -  Kidd  Hoinili«  Da  nduratiune  uriicia  stcbt  in  cod. 
PiuJB.  778  miHc,  13  fol.  "-'^'^'  -'.»*'  ■  i-inp  nudcienurüen  PolmsonDU^lDCod.  Paris.  llWo,  1306 
ful.  1—4''.  Von  diuBL-ri  _ili  MilUicht  dnssi-itio.  —  Leo  AIIbIiub  «nrthnt  oiuij;»  liie«- 
logisolio  Abhandluniceri  tivt  Niketua.  diu  wuliraoli  ein  lieh  Rnr  Tml«  dns  Tli«Miirus  siod. 
L*tst«res  int  der  Fall  Dir  di«  Tiüit  d«r  Aufniilini«<  von  Saraxenen  in  dio  Kircli»,  «d.  t'r.  Sjrl- 
burg,  Sainconica.  HeidelbiTg  159&  S.  74  90.  Sie  int  niich  Ausweis  des  eod.  Monac.  CS 
BHQC.  Iß  fol,  IQO'  ein  T»il  iIm  '21),  lluvbe»  do«  Tiiesnuina  -  Urs  dos  IVfuiuros  »ind  nicht 
eniten:  dinlgn  bi^ton  di^n  Tlieenurn»  in  nbgekflirter  liantnlt,  win  t.  ü.  eod.  Bodl.  Mi*c.  134 
s.  Itf  fol.  1—40.  In  cod.  Paria.  1234  s.  ISj  stellt  ein  Indi^x  xum  Tlicaaurm  von  Tboodorv» 
Skutnrinles.     F.d.  Montfniicon,  PnlneogrnpluA  grnccn  ii.  S'i'—^^X 

2.  UilfsRiittel:  FBbricins,  Bibl.  gr.  7.  742-T43.  —  A.  Mni  h.  n.  0.  —  AiM 
Dan d inj.  FnsHcultis  icruin  byiiuitiniirum.  Flurcnx  17Ö4  b«i  Mi|cno,  Patr.  gr.  140,  286—292 
diö  Lislc  dnr  im  Tlicsnmos  jinKefUhrton  .ScbriHälfllor,  -  Für  die  Bacher  24-87  vijl.  diu 
uiitnprochendcn  l'nrtica  im  (loBcliirbtswpike  <k-s  Miketas.  Migne.  Patr.  gr.  139,  TiflO— 5m, 
89:t-8UT.  —  Tb.  Uapunskij.  Vtr  bjzant.  Sdiririat^llcr  NikcUs  Akominnto«  Clion.. 
P«ter«bur|c  1874  (ruex.).  —  J.  R.  A&inu«.  B.  Z.  4  11805)  35  tT,  bnt  Eur  K<>konfrtruktion 
der  Kirchenguschichle  den  Pliiluetur^ios  nirlit  obiie  Nutzen  xu  Nikclas  gegrilfon. 

8.  Dio  IdootiUt  dos  Tlieolo^eu  nnd  <les  •.iitHrbirhtscIireibers  Niketiis  Akomiiintom  iirt  mit 
vcillstSndiger  SJcherfaeit  fiewAhrleislet  durch  die  handsuhrifllic^lie  Uobcrtiefcninj;.  dio  Kin- 
lottung  dn«  TbMAUTo«  und  die  Andeutung  der  unter  Mnnuol  Komnenoa  und  Alexioa  Angolo« 
entAtandonon  (heolnffiacbnii  Kontrovrrsfin  in  dem  UcHchiuIitHwtiTke,  di«  in  dorn  TlieuHntt 
weiUr  aiugof^hrt  wordon, 

4.  Zoitgonosio  den  Nikctaa  wnr  Jobanneti  Kamstsroa.  Patriaroli  von  Kpel.  der 
duTob  di«  Kruberung  ü«r  Lateiner  ins  Kxil  getriobon  wurde.  Nikotaa  «iwlbnt  iu  seinca. 
OcHchiehtawrikc  des  Juliaimo»  Kamateros  Schriften  bei  Anläse  der  Konlroretse  Ober 
die  MvHturien  unti>r  Alexios  AngeluB  und  «eine  katecli ottseben  Roden  (Migne. 
Pati.  gr.  13(f,  893  l.j.    ^'on  leUtoreu  sind  2  vurhanden  in  dem  cod.  Fans.  1303  saoc  18 


L  Tbeologie.    A.  Dogniktfk  md  Polemik.    fS  37) 


BM  SSI— 29S.    Ein  Uricf  il<«  JobsDncK  KuiiAtnro«  an  Innoix^nE  IM  fit«lit  in  ^dh  leUtcrui) 
WSiprit,  «piol«!.  1.  2,  '.HKi.    iiw«i  Briefe  ad  donnc'lbDn  i'iipit  in  äta  Ki!nnnnt«n  Piu-iser  Uti 
M  STO'~  275,  BBil  HwAciittin  Ki.-.i|)uiiiiii  theologica  M.  2'h    2»)1. 

y  VoD  der  fatrctBclica  Uttcrnlur  (Im  18.  JiüirbundMt«  iir]i<!int  nich  nomar  d«an 
Ihil«f;«  de«  SoUti«hoe  PantSOMtios  niahta  crbalteii  in  hnbcD.  KinnRinoii  rnrAhnl  in  snüicr 
hjmUaiKWn  QttohicMe  I.  6,  e.  3,  Mixn«.  Patr.  gr.  1S3,  6IT  dii?  .SrJirift  des  Df<m«lri«« 
■al^aip«,  die  er  bei  Anläse  d«r  Kontroverse  Ob»r  das  Scliriftwurl:  .D«r  Vater  ist  grümer 
<tii«k*  *trfMeUi.  D«« Kanera MoBiMl'Qfioc' t/f  (0  ^  Itai^f  fitÜBir  unr/aiircil.  M.  I.  liodnon, 
bl.  Ulr;».  4  (IX^-M)  4A7  ff-  u.  ilflera.  .%  (1^94  -  8:<l  TU  (T..  94  IT.  mit  aadenn  Akton- 
Nfleken.  -  Kin  «vyyfm/ifia  aigl  tüy  iiimv  ftvottjtiiaii-  il«»  Michael  SikJdil es  uunnt  Nikotuit 
Akaniiwloa.  Uign«,  Patr  rt  1^9.  49S.  —  Drei  Srhiiflon  Äff.  Haiutihfr«  Kgnstanlinoa 
CkTfsamala*  worden  in  dom  KynadHldrkri^t  cbnrnktoriHicrt.  dan  dpr  Pdtfiareh  von  Bpel 
U«  8tjpiol««  (Ilä4-n43|  gegon  riicaclboti  orliniK  VA.  I..  Allntiua,  Da  neqwtun  con- 
MNteae,  Kfitn  164»^  S.  e44-e4».  Ob  das  Onuieuliiin  i:iirv><oinalli  do  hnmililati«  u^ea- 
dteta  b  «xj.  Paria.  208;  wtei.'.  14  fol.  322 -m  dioxMii  KonstantiiiDa  Chr^miDRlaa  Kobert. 
riaht  daJuB.  ~  Dvn  WidemiT  Micbaela  von  Tfaessaloniko,  Prutokdikoa  dor  ilagia  Sopkia, 
•ua*  AnMagcfs  des  Solenchos  raiitengenos  od.  L.  Allatiua  o-  a.  0.  S.  091. 

S.  Eia  tbeologiscbnr  Kriof  d4«  Kaisers  laaak  tl  Anaetoa  (I19&-95)  aji  di'ii  Kathotiko« 
*•■  Atwanim  btnebt  airb  aut  »hi«n  UnioiiaTeraudi  mit  den  Amienieni.  der  una  nur  durch 
Ji'aw  SehnftstOeli  bekannt  iat.  Kd.  t>r.  A.  Papadonufoe  Korameae.  ««»coyMdiirtiiK 
ffL.  •Ariti4i>ttt  in.%y..  Kpol  lKil4  S.  .^9-63, 

27.  Die  Polemik  gegen  die  Lateiner  im  19.  Jahrhundert.  Diu 
Enbenin^  KoiiHtitiitiiitipctü  liiin^li  <li*'  Kr«'U/.fii lirer  ( läÜJ).  wickln?  dorn 
bftantiniMlivii  Kt^'ichi.-  auf  ulK^n  Cii'bick'ii  grossL-ii  ächaduii  Kurügti*.  blieb 
Dicht  ohne  RüL-kwirkuiig  auf  dio  littorartsclio  Thüttgkutt  in  dvi-  Theologie. 
Ilor  Kitiwr  Theodor  n  Laskari»  iat  dor  einzig«?  Dogmntiker  in  dieser 
truirigeii  Zeit.  Um  so  bezeichnender  int  e»  aber,  dass  die  anlilateinisctiu 
(Vtlemik  K«hr  eifrig  gc]>fle{^  wurde.  Au8  der  Zeit  des  lateinischen  Kaioer- 
psicbafi  in  Konstant! iiopLO  »ind  als  Vcrti'uter  dcr^lbcn  bekannt:  Jehannes, 
BisdiDf  von  K>'tro.'i  in  Makedonien,  Nikolaos  von  Oti'auto,  der  auch  eine 
Wirifl  g(!gc»  die  Juden  verfasttt«.  die  Patriai-chen  Johannes  Kamateroa, 
Maximo».  (ivrmunox,  Methodios  und  Arttenios  von  Kon»itantinopel, 
■Ii>banne<>.  Metropolit  von  Naupuktos,  der  UeschichtAchreitier  Goorgioa 
Akropolites,  ßa.iilios,  Metropolit  von  Kerkyra,  Hierotheos  hieroino- 
nacho«,  der  Patriarch  Joseph  (t2ßH— 7&)  und  sein  Schüler  Job  Jasitoe. 
Mit  dio«vr  Aufzfthlung  mUisHon  wir  un.s  begnUgen;  denn  die  Hcliiiften  dieeor 
IViIiMnikcT  »ind  zum  wi-itjius  gröuäten  Teil  noch  nnedtert. 

Schon  unter  Theodoros  11  Laskaris  (12.'>4  58)  machte  t*ich  eine 
iteaktioa  gegen  die  romfeindliche  Thoologenpartci  geltend.  Sie  scheint 
Alt  Worlc  dm  vieUeiti(i;eii  Nikephoros  Blvmmydes  zu  sein;  jedenfalls 
bmat  rio  viervt  £uni  Vorschein  in  dessen  zwei  Schriften  über  den  Aufgang 
dw  hL  Oeistes.  Nikephoros  spricht  sich  darin  fllr  die  Lehre  der  Lateiner 
■u  unti-r  Berufung  auf  Athanasio»,  Basilio»,  Gregor  von  Nazinnz  und  Kyrillos 
»i-n  Ali-xundrien.  Kr  war,  abgesehi-n  von  sein«r  profaiion  ISrlirirtstellerci 
(»gl.  Krunibaober).  noch  niif  anderen  theologiBchcn  Gebieten  thKtig; 
ibw  «eine  Bedeutung  fUr  die  byzantinische  Kirchen-  und  Littmatur- 
fMiiidite   liegt  in  diesem  Kintreten  für   die   Lehre  der  Lateiner, 

r«   nochhitlliger  wirkte  als  das  des  Niki^tas  von  Maronaea  und  ins- 
Tc  d«»  Palriarchen  Johannes  ßekkos   zu  seiner  Schriftatellerei  an- 
nfl«.     Öffentlich  trat  er  allerdings  gegen  die  Lateiner  auf. 

Kncii    starken   Äusseren  Hall,   fand   diese  Itichtung  in  den  Union«- 
iitr«bungen    des  Kaisera  Michael  ralflologos  (I2ül  — 1283),   der  selbst 


BTumtiniHbe  LiM«rBtiirg«B«hicht«.    I.  FroMlMh»  LitUrator. 

ni  Gönnten  der  Lateiner  schrieb  tind  die  Union  aiir  dem  2.  Konzil  von  Lyd 
vollzog.  AiiH»tM'  .lolinniii-ii  Bt-kkus  tnitfii  jodoch  nur  woiiiyi^  iiiiiunsfri-unfl^ 
lic'liu  Tlmulugcn  auf,  und  als  nucli  d<*in  Tudu  Michai'ls  Aiidi-oiiikus  Palueo- 
logos  eich  auf  die  Seite  der  nationalen  Partei  stellte,  da  brach  der  Gegensatz 
mit  voller  Kraft  hervor.  An  der  SpitEe  der  unionsfeindlichen  ParH^i 
«tand  Uregorios  Kyprios,  der  Nachfolger  des  abgeJ^^Uten  Johitiitic« 
Bokko«<.  Um  ihn  scharen  sich  folgende  Namen:  MntthuooH  Angelos 
Panarutos,  der  mehr  als  2U  Abhandlungon  gegen  die  Lateiner  schrieb. 
Melütios  Honiologetes.  OeorgiosMosuhampar.  Theodoroa  Miizalon, 
der  Oeachichtschreiher  (Jeorgios  Pachymerea,  AthanaaioR,  l'atriarcti 
von  Alexandrien,  Konstsntinoa  Akropolites,  Uennadios.  ErzbiKchof  von 
Bulgarien.  Manuel  Moschopulos,  die  Mönche  Epiphanios,  Hierotheos, 
div  Athosnii)nchi<  und  nndoro,  deren  schriftstellerische  ThSligkeit  GeorgioB 
Fachymeres  nur  im  allgemeinen  andeutet.  Alle  diese  Schriften  sind  gegen 
Johanne»  HekkoH,  gegen  Michael  PalilologoR  und  besonders  gegen  die  Union 
atif  dem  Konzil  von  Lyon  gerichtet.  Die  weitaus  grösste  Zahl  ist  noch 
ungedruckL 

1.  Vgl.  <li«  tinscIiictiUworko  von  Deorgio«  Akropolit««,  O«orgioa  I'nchjrmtni  Hii 
Kikniihoroii  tirogornji,  —  Dnmotraknpuloa,  tJ^lt.  thUsc  S.  84  — ß8.  —  UrAseka,  ZoitMkr. 
fllr  wiss.  'rhcnl  M  il><»l)  :i2.^-ä5.  Hier  S.  :t5!t  ff.  nach  Slmonidas  und  Uomo4nkopula> 
(lia  KrklKrung  dnr  Knist^rinwitnr  'riiondorn  gogiMi  ilin  Union. 

8.  Di«  Abhandlungnn  den  Nikr|ihornii  BUmmydeN  Qbor  den  Aasgsag  il«a  U. 
Ceisloa  od- pr.  Lkh  Allatius.  (imocut  ortbud.  1  (Kun)  I6.VJ)  1—00,  ab^udrucLt  bvi  Migo«. 
Piitr.gr.  MS.  ö:13  -84.  -  Kino  revidk-riu  Ausenlio  des  ullMliiiniaclicn  Tcxlws  eJ.  B.  Limm«r. 
Suriptorum  GriLOciaci  orthud.  liililiutb.  bl>]uoU  1  «Kri-iburicmSS)  l>J8-18fi.  —  Andere  8ebrif(#n 
fl((j(  lifu^i  mi  iw*tjatu(,  llif'i  amfinmi,  lhi>i  i]'i'/>ic,  ffcp'  niatfme  und  oinv^Miol^Ks- 
Auiiiriu(('(>n  oraubivoou  zu  Lcinxig  l'><t  (mir  unzu^iLii|tlit')i).  -~  Die  2  lotaton  SrhriflNi  suoli  bti 
Mignoo.  H.  O.  ö8ü-6r2.  Di«  }>dirifl.  ff*(ii  ni'nrfwi  abi-r  frnftiueiitariwh  und  Qbora/bpiW.  D»r 
Piiiilmenkomm«<ntur  bei  Mtenp,  Pntr.  gr.  142,  Iii"2l  —1(122  inl  nur  Kum  grringnton  IWp 
echt.  In  d(<ni  gl*icliMiliK«ti  rod  Monfto.  225  ssoc,  13  ful,  282  -3->2'  steht  nur  die  Krklinio^ 
XU  I*K  1  1(1.  14,  !iO,  Hij.  IIn  godnicklc  Koininonlnr  linl  Ton  l's  It  lui  eine  guu  ander* 
(iratall  und  int  nnim-ntlirb  vinl  klliior,  (ji^brigons  engt  Nikuphoroa  selbst:  V"^f"'t  tir«c 
.  .  .  /i'iyovfiiSrt.  ¥.1  kcimnit  bnndsi-hriftüch  auch  unler  dorn  Namon  des  UewyelWM*  Ton 
Jerusalcni  vor  uod  neigt  inulirore  Kcxensiooou.  —  Unter  ilon  uuedierUii  .Suhriflen  beünilen 
aicli  Buch  tliuolugiacbu.  V^I,  Fubricius.  Uibl.  gr.  7,  B8B— 678.  Domotrakopulo», 
'tjrxlrja.  fiifl.  I  (Leipzig  1866)  ä.  in  T.  Dio  Vitu  l'auli  vom  Barg«  Latros  iai  aua  divMin 
Vdnviohnis  zu  strcicliea.  Kbvndu  S.  380— 3S)&  AustQg»  Ubor  Disi>utAtian«ia  mit  den  La- 
leineru  nua  d«r  Autubio^riiiibie  des  N.  Bl,,  wuHu  er  eicli  wii>  iu  iliir  .Schiirt  fli^J  ni'oKM 
]l«S«n  die  Jjilpiner  auR»]-iiclit   Vgl.  Han«'b<>rg,  Tlieol.  Litt«irattirbl   1  (Bonn  18ti6)  77S   -75. 

3.  Von  den  obengonnnnten  Polemikern  gegen  dio  Latoinnr  liegt  folgondn«  im 
Dmrkc  vor:  I.  eine  Ablinndlnng  von  fieorgioa  Akropolites.  ed.  pr.  Domctrnkoputo« 
B.  a.  0.  8.  SSiWIlO.  —  Kino  2.  nber  denselben  Uegenatand  ist  nodi  uogednickt;  obetiM 
Rehalien  n  (iregor  von  Niiziiinz  (in  cod.  Vnt.  Pnl.  24^  aaec.  14  Fol.  2öl'-  &7').  —  ?.  Der 
SchluM  einer  Selhatniiologie  des  Hierotheos  hjeromonacboa  «d.  Demetrakupuloa 
a.  u.  ü.  S.  Mf.  Huacod  Mftrtiim.  Iö3.  —  3.  Die  Oiiidd/deof  ö/jola^-iRdcaPatriarclion  Joaepb 
vuu  Kj'cl  wurde  niil  der  AnlirrhesiB  dos  Neklarion  von  jeruBalem.  Jaasy  1682.  gednickt.  — 
i.  AuHzUgo  uuB  der  Apulugio  den  Job  Jaeites  bei  Demelritkopuloa,  ^ffl*.  "EiXiit  S.  &9  T, 
'I«>n(>i'n  lun  oj^iri^jninc,  Leipzig  1667  8.  61  f.  Und  bei  J.  UurKenrÜlher,  PbntiuH  3,  t(18  f.  -- 
H.  Die  II.  Abhnudluugde»  Mnttliaeos  Au^elua  Pauaretua  anonym  od.  IIeveraKi"">  Syiio- 
dicum  2  (Ixindon  1C77|  273  ff.  -  20  Abhondlnngon  von  ihm  in  cod.Bodl.  Seid.  42*.  1(1  feil,  lit»  n. 
in  n.  Hb,  Kinine  sind  gegen  Thomas  v.  Ait.  gerjoblet.  —  S.  MeletioR  achrieb  in  Vemon  gegen 
die  Lnleiner;  ninigednTon  bei  A  rgontoe.  faviiafiov  tfo^iVciniic  S.  !t2.  —  7.  DenSobluiu  der  Kt- 
ifäXaiH  MHi^Qt/ii*«  dos  GoorgioB  Mnachnmpar  ed.  Dem  etrakopuloa.bp9. 'KltJ«(  S.  (il  f. 
—  H.  Rine  in  ikr  (leaamtausgabe  Athnunaioa  des  Orosscn  Btehenae  Abhandlung  llbnr  den 
den  Aungang  dua  bl.  Qeistea  aobreibi  Demetrnkoputoa  n.  b.  O.  S.  67  dem  jllugornn 
Atliaaaaioa  v.  Alexandrien  um  126H  tn.  -  .f.  Dus  li'ritiyfia  nrpi  (>;;  (tnnQtraitai  dca 
Ocnttadioa,  Enbiacliors  v.  llulgnrien  [am  12X111,  stebt  in  cod.  Monae.  2t>6  anec.  I.*}  fol.  l 
bis  $7  und  beliiuidolt  in  der  bekannten  Weise  die  AuttprQclio  der  VUer,  die  er  (Ur  seine 


^ 


i 


1.  Theologie.    A    Dogmatik  nod  Polemik.     (§  2^) 


Ihii  b«raazi(-hL  Kino  tir«!!;!  Rh  isl  eod  ttoill.  Ilnrocc.  D  Hnocs.  15  fol.  3ft— fl6.  —  in.  Von 
RmhI  Usaclioptilü«  enrJilint  beinutrukopuloH  a.  ■.  U.  S.  61*  ein»  Abbiuiilluiig  gogeii 
4(  UlMMT.  Sio  ist  wohl  iÜMti^ch  mit  iler  klviiiiMi  Jiiii,t;'t  ntföf  .iHiifOvf  iu  cod.  Bodl. 
ante  AS  aaer.  15  fol.  !H'-98  and  cod.  ParlF<.  969  eavc.  14  lol.  31S'-81».  Er  wurde 
UUipR  Ton  Ge^rffios  Uetoobil««.  V;;!.  8  29  n.  4.  —  II.  Oeorgios  Pacliymvres  widm<<t 
im  Vuoa»kätapt«a  ein«  ktom*  AorrnnrliaRnikeit  in  »oinem  Goscliiclitawerk  (vgl,  Knim- 
iirift).  —  Kine  knn«  Ablundliinj;  Qbdr  d«n  Ausgang  dn  lil.  (<«>ieles,  worin  er  ncli  für 
AiPtnn«!  A*  i-A»- «ntachsidct,  «i  I.oo  Allatina,  Grnnnia  (rrthnd,  I,  •190  —  895:  nhgndmrkt 
MUigDo.  Patt.  gr.  US.  BS4— 92tf.  ~  Andirm  thcotoj^iiiclia  SnhriftoD  sind  uncdiort.  — 
U.  Vit  Schrift  ninna  Metropoliten  vor  Kphasue,  die  L'nioiiHVDreuobc  in  ilea  Julircn  121:!- 13 
bMwi  od.    ArHonij  ISn.    Vgl.  H.  Z.  4  (1895}  20tf. 

4.  Auf  ditn    ArBcoianiMdi«  .Schisma  unter  Miehul  PalBolu-^on  boiiuhl  sieb  dna  .Sohrift- 
ikifa  Mi-IeI  io-t  iiionachiis  bvi  Mien«.  Patr.  gr.  140,  7t<l— 805, 

S8.  Theodoros  II  Laskam  (t^iöStagog  j^äana^g),  Kaiser  in  Nik&a 
(UM— S8).  (l«r  ScIiUlcr  des  Nikcphorott  Bloiiiinidi-s,  fand  wiilirc-iid  »»int-r 
Wt^krigcn  unruhigen  Kt-gioruiigszeit  und  troU  einer  unheilharea  Krank- 
Mt,  die  ihn  in  ein  frOhes  Crab  hrachl«,  Zeit  und  Lunt.  um  .lich  philoao- 
fbflH'ii  und  thoolofiischen  Studien  zu  widmon.  für  die  er  mehr  Neipiing 
(■ffud  a]s  fltr  kriegerische  Thatun.  DiuHO  VorUcbc  hat  auf  seinen 
Utattn  ihren  Auj^dnick  gefunden,  auf  denen  or  sieh,  da»  Kreuz  in  der 
Kttitoii,  «inen  Codex  in  der  Linken,  darstelle»  Üess,  Seine  litfurnristlien 
HndilftigunKO"  waren  vielfältig.  Bin«  erste  Schrift,  die  vollatündig 
«difrt  iKt,  hat  den  Zunnrnmenhang,  der  die  ganze  Natitr  trotz  der  in  ihr 
kmicbeDdon  Gegoiuitzc  zu  ■^'iiu-iii  einhoitlicheii  (iaiixen  gestaltet,  zum 
flUiiiiiiiliiiil  TheodorM  ergi-lit  sich  hier  in  naturwiiiäens(;hufllichcn,  geome- 
biditii.  maUiematischeii  und  philosophischen  Betrachtungen,  diu  manch- 
m)  Ncitt  ei^<.*iitUnilich  sind,  die  aber  eine  reiche  Kenntnis  der  antik- 
UuMchen  Kultur  verrat«».  l>ie  AhfasHUngszeit  dieser  Hehrit't  fAUt  vor 
InBcgierunßRantritt  Thuudoi-».  l>as  theologioche  Ilauptwvrk,  Xfiiatui- 
*a^  lHi>XoYi'u4  Aö/m  öxtto,  behandelt  die  Lehre  von  Oott.  von  der  Trinitat 
nl  dem  Ausgang  des  hl.  (ieinies.  Uavon  hat  A.  Mai  die  ■!.  lU'de  %'er- 
BStaUicfat.  die  aus  lauter  Namen  besteht,  die  von  der  tiottlieit  au?igec«agt 
■Mdto  kOnnt'ti,  und  von  dem  reichen  Wortschätze  des  königlichen  Theu- 
llgn  beredtt-s  Zeugnis  gibt  Der  Frage  vom  Ausgange  des  hl.  (jeistes 
vilnwt«  er  oino  eigene  Streitschrift  gegen  die  Lateiner,  die  an  den 
BÜEfaof  von  Korone.  nach  Drftsek«  an  den  Bischof  von  Kutruiut  in  Ka- 
Urisn  (?),  gerivhUit  ist.  Kr  spricht  von  Heiner  Person  immer  mit  der 
rRiM-hrt>ihiing :  >;  ^aaiifitt  iior.  Ausserdem  hinterliess  er  Iloitiiliun  Über 
ix  Tnnitat,  lleden  auf  die  VerkUndiguuf^  und  auf  die  }lll.  Kuthymios, 
Kmows  und  Doniian,  den  hl.  TiTphon,  einige  asketische  Abhandlungen 
ttir  Tugend,  Weisheit,  Fftslen,  eine  Epitomo  ethicorum,  Gebete  und 
■lAnro  Kanones  auf  die  hl.  Jungfrau.  Der  Umfang  .-seiner  theologischen 
äc^rtflAti-llerei  ist  noch  näher  zu  bestimmen.  Einige  Scliriften  werden 
«eb.  Wühl  mit  Unrecht,  Theodoro«  I  Laskaris  (1204—22)  Kugeaohriubon. 
Cbor  win«!  rhetorische  Schriften  vgl.  Krumbacher. 

L  Atiag«b«n:  DxMiuMiBion«  Mtnrali  11.  ö  UtomiiMjh  td,  Claud.  AuberJae,  HmkiI 
Ufl.  ~  Den  «riMkiKliOB  Text  od.  pr.  Migne.  Pntr.  ^t.  HU.  1207-1296,  ous  cod.  Fmi». 
*W  «Mit.  U.  Aoch  in  cod.  Ambro«.  I>  H.'>  inf.  a.  UßS.  —  Da«  Itoeli  H'pi  Onorv/ilmt 
A  A.  Mai.  NoY«  l'niT.  Iwbl.  fi.  2.  •£>»-26i;  abL'.^dnickt  bei  Mign«  «-  »  0.  764-770 
i^tif  mter  Tbc«daroa  1  Ltakoiia).  —  D«r  grieehbch«  Text  dr«  lianjon  io  rad.  Vntio.  II 13, 
„.■ail.  Baraei:.  OT  «mc.  15  lua,  —  Dea  Anfang  der  StreitHoliiift  gegen  diu  Uteiu«!  *d, 
«•,  aiaUiria  litt««rift,  0«nt  ITiO  8.  084.  —  Der  griediiscbn  Text  vdUiandie  v<lierl  von 


K^ 


u 


92  BrK&ntiniaohe  LittoiKtKrgMcUoht«.    L  FrosaiMhe  LitUrfttar.         ^^^| 

B.  8w«te,  Theodunu  laae^\»  iuoior.  d«  proenBion«  Sfdrilw  >ti  «ntio  ipolajcctictt,  ^ndtl 
18T&.  -  Ein  KAnon  auT  diu  hl.  Juna^aa  Ui  Mien«  a.  a.  0. 7T7— 780.  —  Der  cod.  P«a 
1193  BMC.  U  M.  1—137  «ntliält  di»  meisten  Obrigea  tliMdogiacbM  SdirilW  dM  TIim- 
doroa.  —  Cod.  Anilin«.  C  30^  int.  aaec.  13  mit  OndienM  Tfa*oiari  I^Boaris  «oU  bui  Ub- 
i«it«n  domolbea  ^eacbri*bMi  wordvn  nein. 

2.  lliUsmittvl:  1.00  AllnliDR.  Diatribn  d«  Thaodoris  »d.  A.  H*i  &.  a.  O.  8.  190  C 
—  Pabriciun.  BibI  gr.  II,  062  -664.  -  llnnpUchrift:  Joh.  DrSnako.  ThoodorM  I.aalHiii. 
S.Z.  3  (I8M)  49»'&15. 

3.  ThKdilaeoa  Pelnaioto*  vorCuato  im  Jalire  126ö  ein«  ^lirift  gogoB  di»  Jnli^ 
dia  in  den  codd.  Piviii.  887,  12B&,  äuppl.  gr.  I2l>  uriiallan  ül.  Ciiio  Auuab«  danalbti 
venprii'hl  Mctiifffrl.  Dinloguu  betsftipn  >  OhiisUnu  aod  e  Jo«,  llarburi:  IStMl  S.  18. 

39.  Johannes  Bekkos  {'Imtiivi^i  lU'xxoi.  auch  /J/xik,  B^tttaf)  war  An> 
fän^licli  als  (liartophylux  untor  dem  PatriarL-lifii  Joseph  Getier  der  Lateiner, 
willireiid  die  Aicliidiakonen  Kotifltantinoä  Mt^lit^niote»  und  Ooorgios  Hcto 
chitcs  Hchoii  damalä  fUr  sie  eintraten.  Üie  l'olitik  de»  Kaisers  Micliael  Paläiv 
logos  und  die  Lektüre  der  Schriften  des  Nikephoros  Blominydea  stimmteD 
ilin  um,  und  nun  hlioh  lt  dor  Uiiionssachti  tri^u,  nicht  bloss  als  Patriarch  von 
Konstuntiiiopul  {lilb)  unter  dorn  genannten  Kaiser,  sondern  auch  nach  dem 
Umschwung  der  KirchenpoÜtik.  Bekkos  wurde  abgesetzt  und  Joseph  kehrt« 
auf  seinen  Stiiht  zurück  (12K-i|.  Dan  .lahr  dai'auf  folgitc  ihm  Gregorios 
Kyprios  nach,  während  Kckko»  in  die  Vorhaniiiin^  wandert«.  Er  atarb  im 
Kerker  1293;  in  8oi»vni  To»tnmentc.  worin  er  seine-  Habseligkeiten  an 
Freunde  vennuchte,  brachte  er  seine  Überzeugung  nochmaU  zum  Ausdruck. 

Der  Verteidigung  der  Union  und  de»  lateinisclien  l>ogma8  widmete 
Bekkos  zahlreiche  Schriften,  die  da-sselbe  Thema  in  verschiedener  Weise 
variieren  und  einen  umfassenden  Einblick  in  die  grosse  tbeologinche  tVage 
der  Zeit  gewähren.  1.  Die  umfangreichste  Ist  betitelt  iltg*  rr^  inivttts 
xai  ti^tjiifi  tmr  ii);  nuXatt'ty  xal  i-tac  'Pti/ir^i  ^KxXtjOiäiy  und  zorfSIU  in 
2  Tfile.  Zuerut  »ucht  Bekkon  zu  beweisen,  dusa  die  alten  griecbiacheR 
Väter,  Athiinnsios,  die  Kuppadokicr,  Chryüiostromos,  Epiphanios,  Kyritloa 
von  Alexandrien,  Maximos  der  Bekemier.  das  Utteinische  Dogma  bekannten. 
Es  int  nicht  ein  blosses  Aneinanderreihen  von  Aussprüchen;  Bekkos  wein«  gie 
in  lebendigen  Zusammenhang  mit  den  Einwänden  seiner  Qegner  zu  bringen 
und  demgemAoK  zu  verwerten,  Der  2.  Teil  ist  der  Widerlegung  der  spä- 
teren griechischen  Theologen  gewidmet,  dio  Bekkos  als  die  Schöpfer  und 
Hauptvertreter  der  entgei^engesetzten  Lehre  Hn»ah.  an  erster  Stelle  Photios, 
dann  Johannes  Phurnes,  Nikotaoa  von  Methone  und  Theophylaktos  von  Bul- 
garien, 2.  Dem  ersten  Teile  dieser  grundlegenden  Schrift  sind  die  'Eni' 
Yf<tif^{  verwandt,  «ino  Samndung  von  Vitterxitaten  zum  Erweisü,  dass  der 
lil.  (iei>«t  X«'  ^x  lor-  t'iov  hen'orgehe,  und  die  Formeln  »f  t-iov  und  Si'  noi 
danselhu  bedeuten.  Zu  den  vorhin  genannten  treteu  hier  noch  andere 
Thoologen  hinzu.  Soplironio»  von  Jerusalem,  .lohannea  von  Dama.skos, 
ThcodoroH  von  llaithu.  TaraaioH,  Theodoros  Stiiditos  und  Symeon  Meta- 
phrastes.  Diese  Schrift  rief  später  zwei  andere  hervor,  die  '.irtmtyßay^it 
des  (iregorios  Palamas  und  die  dagegen  gerichtete  Verteidigung  der  'Eni- 
yQatftti  von  Boiwarion.  Auch  die  weitere  Schrift  //»pi  ri^i  exnoQfvatwi  tw 
äytav  nrti'ftatog  gchllrt  hierher,  da  es  sich  darin  um  einzelne  Stellen  aua 
Basilios,  Kyrillos  von  Alexandrien.  Johannes  von  Damaskos  handelt,  welche 
von  den  Gegnern  als  Beweise  herangezogen  wurden.  3.  Als  Weiterfübrung 


J 


L  Tlioologie.    A.  Dogmatik  und  Pol«mi%.    (%  S9X 


97 


I  Jm  potemiechoQ  ToiW  dor  an  erster  Stolle  crwilhnt«ii  Sclirift  oreclioiiit 
rine  Serie  von  Hpvziclk-ii  Abhandlungen  gegen  die  genannten  H&upt- 
Ti-rtreter  des  grit>c]iiacli«u  Dogmas,  denen  Bekko»  hier  Georgioa 
JliMcham|>ar,  Andronikoa  Kamat«roit  und  (iregorios  von  Cyporn  hinxufUgt.. 
Dart'li  dc-ii  Druck  hfikannt  sind  davon  mir  die  Apologie  gogen  Pliotios' 
UaupUchrift  üWr  tlun  Aufgang  des  hl.  Geistes  und  äiv.  gegen  diu  zwei 
hizteu  g«rirht«t«n.  Andronikns  Kamateros  hatte  in  dem  entt^prerhenden  Teile 
Miner  'Ir^  Ö!iXoyi]xi,  die  dem  lat«inii«clien  Dogma  günstigen  Viltcrstellen 
lu  entkräften  vennieht.  Demgegenüber  bviiiQht  eich  Ik^kkos  ihru  Bowciüc 
b»ft  mit  den  AuBspröchen  anderer  VSter,  unter  denen  aueh  irieroiiymuB, 
AugustinUi^,  Gregor  der  Grosse  figurieren,  zu  beleuchten.  Die  Widerlegung 
tiDor  Schrift  seine«  persönlielien  Gegnei*»  Gregorios  von  Oypern  ist  der 
Vorwurf  dvr  letzten  dieser  polemischen  Abhandlungen.  4.  Zu  einer 
i.  Gruppe  lassen  lüeb  die  Soliriften  vereinigen,  weleliu  Bckko»  an  Gu- 
linnungsgenoRsen  richtete.  Hierher  gehßren  die  :)  BQcher  an  Theo- 
doro».  Bischof  von  Sugdaea  in  Moesien,  die  den  Briefen  des  letzteren 
ntaprK'hen,  worin  Bekkos  um  Belehrung  gebeten  wurde.  An  demselben 
Tlit-ödoros  ist  wobt  die  knrze  Abhandlung  .über  allo  seine  Schriften"  go- 
richt«t,  die  wie  eine  Einleitung  zu  einem  grllLSseren  Werke  aussieht,  im 
K(-rk«r  verfasst  wurde  und  Homtt  al«  die  letzte  Schrift  de«  Bekko«  au- 
gwehen  worden  darf.  £inom  gowib-Hon  Konstantinoü  sind  4  weitere 
Blelier  gewidmet.  Bi-kkes  empfand  wohl  das  Unangonobmu  do«  ewigen 
Wiedvritehrens  derselben  ErArterungen;  aber  die  Bitten  des  Adressaten  be- 
fUnunten  ihn  doch  wieder  dazu,  diesem  eine  Zii.'^ammenstelJung  der  Wider- 
^ftcbe,  in  die  Grcgorio«  von  C)'peru  sich  verwickle,  zu  bieten.  Ein 
üderer  Anhflnger  des  Bekkos,  der  Diakon  Agalliauos  Alexios,  ging  zur 
Olgrapartoi  Ober;  »ohald  er  es  erfuhr,  schrieb  er  nodi  aus  dem  Kerker 
u  £eM)Q,  um  ihm  seine  Treulosigkeit  vorzuhalten.  ^.  Kino  letzte  Kate- 
gorie  umfaaet  dio  Schriften,  welche  Bekkos  in  eigenen  Angelegenheiten 
nrfiuHto:  eine  Bede  gelefjentlith  seiner  InUircnisation,  ein  Glaiibensbekennt- 
Ü  an  Pspat  Johann  XXI  au«  dem  .lahre  1277,  drei  Ablmndlungon  ttbcr 
niiM  ongerochte  Absetzung  und  eine  Apologie  seiner  StoUungiialimo  in 
fan  wogenden  Kampfe.  Diese  grosse  Anzalil  von  Schriften  siehern  Bekkos 
4m  emten  Bang  unter  den  Freunden  Roms  in  Byzaiiz.  Neben  einer 
{TOMcn  Odclirsamkeit  legt  er  darin  auch  ein  klares  Verständnis  fUr  die 
NKbluilu  der  Kirchen trcunung  und  eine  wanno  Begeisterung  fllr  den 
brvhlicben  Frieden  an  den  Tag.  Für  die  späteren  AnbSnger  der  Union 
«v  er  die  Tundgrube,  aus  der  immer  wieder  geschöpft  wurde. 

I.  AuMgabeo:  Kuch(I«ni  PetTUii  Arcudius.  Opivieula  auran  t1i«i>logici),  Rom  IG-tO. 
«i^  TWOffonllifbt  liatU'.  %n\t  Luo  Allutius,  Gruiiciu  urthadox«  1.  Rom  pG&2j  ßl— STS; 
!(16M}  1-  Ml  Aiv  ui«itituD  ScbrUton  (lt<s  lii'kkuB  heiHu».  Wiedurliolt  bei  Migne.  Pntr. 
V  MI.  16—1082.  Bintge  Sobriften  uavh  Hm  rcviilicrl  vod  B,  Limmer,  Sariiibrnm 
<MMiM  ottbodaiM  bOJioth.  *AmU,  1  <Fr«il>ari;  l-'ai)  197— G.'>a.  Ebenda  S.  lOl-lüS  dur 
MlkmJi»  Tuat  <l««  TostamenteB  dm  Joliaunes  Bekkos,  —  Dio  Widerlegung  dor  |>1iatia- 
«An  Särtn  ltb«r  den  AlMgsBg  dos  bl.  U«tst«B  eil.  pr.  HmgonrCther  bei  Miuno,  Putr. 
p  4.  ■.  0.  726—864.  AuM«!'  den  Keiitinnt«ii  mna  OMb  einige  nndore  uni'diart,  weim 
*»  7*>i  in  Jmi  Bh  nicht  Mgtn. 

S.  Bitfsraitlal:  Anafnhrlicbo  Nachrichten  hoi  Ucorgios  Pnchjmerea.  -  L,  AllatiaB. 
(•»nttMa  eoMMMiwi*  a  T«t-7fi9.  -  KabriciuB,  Bibl.  gr.  11.314-349. 

8.  KonatautinuH  Malitcniotea,    Arcliidiakoa   und  iipilter  Cbartapbylax    in  Kpel, 
*  lurtii— '■  IM  ii«au,n  IX,   I.  Abiig.  z.  Auo,  I 


98 


Byiantlnwche  LiHoratnrgeseliiobt«.    I.  ProHÜaeli«  XJtt«rfttnr. 


-    Vgl, 


Jvtn  Bvkkus  vifllciclii  diu  Sclirift  an  Kiia>1«ntin  wi^mut«,  rerftmk»  2  AbkandliiBgaa  aW  dH] 

Union  und  doli  Atiagntm  (Ivb  lil,  Utintcn.   Itua  liiiu|>tinti;nMe  bildet  UMh  liier  d«r  KMilmn^  ^ 
I  dau  der  Aiugang  di-a  hi.  GvisIob  \'i)ni  Sohne  in  dcu  Schriften  der  gro—m  Tbcologim  diw  t,  a. 
r  J(.  J*hrhuDd«rCs  uvlvbrt  w»nl«.   IiibnllUch  und  fumioll  ist  KoosUllUnM  von  scio«»  liltera- 

riHrlicii  Vnrhjlil.  Uekkuä.   abhängig.    Ed.  pr.  L-  AlUtins.  Qruok  wilwd.  2,  MS-Kl: 

nbgcdruckc  bei  Migtie.  Patr.  gr.  141.  1082—1273. 

4,  Goorgios  Metocliitee,  Arcliidialcon  an  d«r  Hagi»  Siwliia,  ein  treuer  Anb&it;oi 
dos  Bcklcos,  d«r  d4<eMn  Letd»n  iint»r  Amlrvoikoa  teilt«  und  naeb  ISOS  im  K«ik«r  starb,  rtt- 
fuBte  in  dfltmibcn  Aiigolfig^nheit  und  in  dMna»lb«n  Sinn«  wie  Bokkos  and  KoNoUminM 
mehiDt«  Schriften:  ober  den  AuHgHng  dM  hl.  Ovittm  5  Bfichor,  Qb«r  di«  kirditicb« Uain 
und  ^trfiitaelirirti>n  gi?gi>n  d«n  fatriarchcrn  (trfigarioii  von  C}~norn,  Moximos  Planndes  ttnd 
Manuel  MoschoT-iilofl.     Üic  2  leMirrn  cd.  iir,  L  AilatiuH.  Graocia  orthod.  2,  022— IUT4; 

L  vied»tholt  bei  hlign«.  fair.  gr.  141,  I270-140&.  Die  Abh&ngigkeit  ron  BakkM  ist  hWr 

1  AMh  grlbucT  aln  bni  Knni.Untinaii.  —  Proemont«  «ua  i<n  Qbrigcn  Scbriftcrn  g«Minin«U  b« 

'Migne  B.  a.  U.  1405  -14'i6.    HnndscbrifUich  sind  aie  aber  voHnUndig  ethmtün  s.  B.  in 

cod.  Maiciun-  Class    2.  S  awc.  13.  cod.  Puri».  ]2i;0  aaec  16,  Pnrii.  2761  n.  1541.  -    Vgl, 

Loo  Allatius,  DiuLribo  d*  i;«org;iia  &  346—348.  —  Fabricia«.  BibL  gr.  10,412.  - 

Treu.  Maximl  inonaehi  Planudia  epietola«,  Br«eli)u  1890  S,  211  f. 

5.  Aus  derselben  Zelt  elainmt  die  griechische  Schrift  (Mi^tfnvjia'c  (i}f  *!XfM»t  t^ 
niettmc)  eines  lateinischen  Domlnikaiifirs  Donacursin«  von  BolopiA,  d«r  aicli  slft  Mi 
vinl  in  tirieohenland  aufhielt.  |)er  Domiuikaner  Andreas  Dole  Übersetzt«  sie  1820  ins  LiAti-~ 
ninehn.  KrlikltoD  ist  sio  in  euAd.  Paria.  I3äl— 52iiaec,  14.  Vgl.  Über  ibraii  Inhalt  Qu»  tifci 
Eahard.  Scriplorm  ocdiniH  Praeiliralcir.  1.156  ff,  Sin  inlnrMidftrt  nna  bior  nur  als  KttriuaiUl. 
—  Einen  Tnil  derselben  ed.  f.  II.  Iteusck,  Abb.  bn^or.  Ak.  Uist  Kl.  18  (I889j  680-70«. 

30.  Qregorios  von  Cypero  {ror^yöifiof  Kv^r^ioc)  war  der  Haupt^i^nenJ 
des  Johannes  üokko^  gegen  den  er  zuerst  (Ur  Aie  Latx^iner  nurirat  TooH 
Aiidroniküs  11  1283  auf  duii  l'atnai-olKListiilil  von  Kunst nntinopel  erhoben, 
bekämpfte  er  fortan  mit  gi-OBsem  KilVr,  abor  goringcni  Erfolg«  das  latei- 
nische Dogma.  Nach  dem  Berichte  des  GcorgioB  Pachymeres  wurde 
er  in  einer  Dis|iiiUtion  mit  Hekkos,  der  von  Konstantinos  und  Qoorgim 
Metuehitcä  uiitcrtjtiitzt  war.  besiegt.  Als  er  sodann,  um  tliosu  Nioderiage 
zu  verbergen,  einen  Töftof  njs  Jii'attws  vorüffontliclite,  wurde  dieser  von 
BokkoH  scharf  angegriffen  und  selb&t  von  dt-n  Anhängern  des  I'atrinrchcn 
nii3.strauiscU  aufgenommen,  weil  üregorios  darin  zwischen  vrtüpxnr  und 
vrtan^iv  tx^tr,  ixnoqtv»a!tm  «t;  uidtnv  fxifavttiv  und  t<V  ^'*  tffot  unterschied. 
Nun  traten  auch  Johannes  ChiluB,  Mt>lropoht  von  Ephesoe.  Daniel  von 
KyzikoH,  Theoleptos  von  Philadelphia  und  der  Groselogothet  Muüaion 
als  Oegner  dea  Oregorios  auf.  Johannes  Ohilas  denunzierte  den  TifiCf 
beim  Kaiser:  aber  Qregorios  hielt  in  »einer  'JmoXoyfa  an  jenen  Ünter-'j 
8cheidungeii  fest.  Gegen  den  Vorwurf  des  Theoleptos,  dftsa  sich  in  den 
Tome»  Spuren  der  Irrlehren  eines  M'inches  Markos  vorfanden,  richtete 
aeiaß'OftoloYia  und  einen  Al^fXXoi  an  den  Kaiser.  Diese  Anfeindungen' 
und  die  fortgeuetzte  Weigerung  des  Patriarchen  Atlianasios  von  Alexan- 
drien,  Gregorioa  anzuerkennen,  führten  die  nicht  ganz  fruiwillige  Abdankung 
des  letzteren  herbei  (1289).  Er  schrieb  noch  eine  zweite  Erklärung 
seines  Tomos  und  eine  Abhandlung  Über  den  hl.  Geist,  worin  er 
wieder  »eine  Anschauung  zum  Ausdruck  brachte.  Sein  theologisches  Haupt- 
werk ist  die  Streitschrift  gegen  Bckko»,  die  dieser  nicht  oline  Äntwott 
lies«,  Grogorios  war  als  Dogmatiker  seinen  Gegnern  nicht  gewachsen,  und] 
dieser  Umstand  zwang  ihn  in  erster  Linie  zur  Abdankung.  Hoher  stobt 
er  als  geistlicher  Khelor.  Von  »einen  Lobreden  auf  Heilige  sind  die  Eokd 
mien  auf  dcu  hl.  Georg  und  den  hl.  Euthymios,  Bischof  von  Mudyta  ({ 
989 — 996)  gedruckt;  das  erste  ist  mit  rhetorischem  Schwung,  aber  obr 


1,  TliMlo^«.    A.  Dognatik  aai  Polflmlk.    (S  30). 


99 


jedM  historisdio  Vorstttndiiis  gMchriebon.     Über  Gregorios  als  Profan- 
»c]irtftstel]«r  vgl.  Krumbaclicr. 

1.  Anagaben:  Di«  bislior  v«r<}irenüiaht«n  theoloKiacliea  Schririoa  duQngarioM,  der 
Ti^ist  ni«i«aK,  iti«  'Amltyia  (tlld  'UtitXoyia,  die  Schrift  llt^l  tijt  ixnofeiaiait  Tov  äylev 
»nwjumtoi,  d«B  EnkoDiioo  Mif  d«>n  lit,  (teorn  ^oMmmelt  bei  Migno,  Pnlr.  gr.  HS,  ä38-iM5. 
~  lia  Uagtns  FragniMit  dvr  Sclirifi  go^an  Bokkoa  ed.  Banduri,  Dlasertatio  oritioo- 
MilBrici  de  proe— ion*  Spiritn«  «wicti  a.  anbiii  a.  0.  S.  942  IT.  llendsolkrtlüich  ist  Bis  molirfMh 
ntlm»tei  s.  B.  in  ced,  rnrin.  itß4  s.  14.  und  in  dor  Antwort  d««  Joliannea  Bekko«  bei  Migne, 
Mr.  (r  141.  W4-94I  tmt  TDlhUndig  WMid«rg*ig«ban.  -  Dm  Kokomion  auf  EiilhjrmiuB, 
Vmh.  T.  ÜMlrt«,  «d^pT.  Ar*onij,  Votlcmmgen  in  dor  (inmilliiohAft  der  ('Veande  reli^iOsef 
KldMig.  MoaRu  1888  S.  1—70.  Vd.  dia  Anxeise  von  IC.  Kurti  mit  llencilitiKiini^en 
ma  Texte.  B.  Z.  2(1893)  SI4—31<>.  —  Eine  lii>aMra  Autigsb«  varonatnllot«  B.  Antoniadne, 
M>.«r  4  (1S9S-M)  887-4S-3.  Vgl.  B.  Z.  4  (ISS&J  SS7.  ~  Enkonii«u  nuf  HII.  in  eodd.  {'nrm. 
Sil  >.  1541.  ParUL.  2829  Ba*e.  1«,  Vatic.  Palat  59  «.  IMl,  Vat.  PoUt.  374  snoo.  U. 

2.  HtKämittol:  DaaGwchicbtswerk  dea  Gcorgioa  Paehj-merea.  —  Baniluri,  Impe* 
DOM  DTMatmU  2  (Paris  1711)  ea9~80S  (mit Text«o).  -  FabrieJne,  Bibl.  gr  tÜ.  57—63.  — 
T.  Toiglliniler,  Zeitochr.  f.  histor.  Thoolog.  48  (1878)  449— 4«3  |w<Miig  Brauahbar«»). 

%.  JoliaaBas  Ckilfti,    Matrqralit  vod  BphesM  (um  12S4),   d«r   gegen  QreguriuH 

I  anftnt.  UnterfiaM  «im  Schrift  gegoa  daa  AtMmuiiuli*  Sehuma,  daa  anter  Michael 
alugehrwilan  war  und  bia  1310  Tortduiairt«.  Iithaltaangab«  and  2  PmgnieQle  ed. 
A-VaiTfipieilÄf  Rouaa.  0(RoinlS41)S-XVI  XXII;  nV^dmckt  boi  Migne,  Pntr.  gr,  \Zb, 
HM  f  8ia  aulit  in  l&ngoror  Receniiioa  in  dorn  cod.  Vat.  Ottolion-  "i'l^t  fol.  1  —50,  in  ktlnorar  in 
mL  TnL  OUob.  213  foL  1^-230.  ~  Ein  Frngmont  au»  ninor  ScliHft  Über  Ata  Auegnng 
Jm  VL  U«iBt«9  ed.  Leo  Allatiua.  De  porpetua  eunsuuaiouo  &,  %lhi,:  Migni.' s.  n.  O. 
W— Ua  —  Acht  Briefe  von  iUm  in  «od,  Pnriii.  2022  »mo.  14  (bl.  150-157.  —  Vgl. 
Pahriclsa,  BihL  gr  II.  6IU. 

4.  Von  dcBi  GrMshigothoten  Musalon  nennt  Fabrioius,  BIbL  gr.  8,  61  eine  8treit- 
wia^  PC*^»  Bi'kkoa.  —  Andere  Schriften  erwäliut  Georg.  Pai^hymeree,  od.  Bonn.  2,  26.  145. 

A.  Tm  TheetepluB.  Hotropoliteu  v.  Pliilailelphia,  «nlbalteu  die  codd.  Vatlc,  Otlobon, 
401  MOo.  18  feL  6— ISS.  418  aaeo.  15-16  Toi.  80-112  mehrere  Schriften,  ein«n  Brief  an 
4b  ITiiaailn  Irene,  mehrere  asketiache  Abhandlungen,  eine  Streitschrift  gegen  ilie  Schie- 
Hlilbr.  Qediiwikl  atnd  2  atketisebe  Abhandlungon.  die  Ewoite  uolil  nur  oin  l<>ngniont. 
W  MIbr«,  Patr,  gr.  148,  881—404.  Ebenda  404— 40S  einig«  Hyinnoo  in  lat«inischer 
IMacBMtaac.  —  Z«  vevjtl.  iet  anch  «od.  Tnuiin.  8.S2  a.  14  fol.  251—269. 

6.  ToodemNwdifal^ardeaOTwgcTion,  AnnataRioaMnkedan.  Patriarchen  TOD  Kpel 
(ttSt~83  inid  1804—10)  aind  84  r^äfifttna  vQöt  >»•-  «i'ioitparap«  (Andrunikon  It  Palaeologoa) 
wMlaii.  waldw  tnniMst  Angnl«'&**ihait<'ii  der  kirobUohi^D  Disiiplia  und  des  Knltus  be- 
ImUb.  Bfaiiga  daraalbsB  nach  I)rDckeD  von  Turrionue  und  Banduri  hai  Mign«,  Patr. 
p.  142,  4W-^I8.    EliCDda  471    4K0  die  Titel  der  Qhrigen.    Cod.  Pnrln.  gr.  1^7  a.  a. 

7,  Haximos  Plaoude»  Et  um  1810],  MOnoh  des  Klosters  loi^  'AxataXiimov  in  Kpel 
(atch  cod.  Uare.  481).  doRtcn  tittemrischo  HauntthHtigkeit  auf  dorn  nrofnnon  Gobiete 
fa|l  (vgl.  Krnmbachorl.  trat  auch  ttagen  die  Lalt^iiier  auf  mit  4  ^'i<UD;'iir/iai  Ober  doo 
wgaag  da«  hl.  (leiiilGB,  die,  wie  heraita  erwfihnt,  von  GuutgioH  Mctochit»  und  Hpaior  von 
fWiüie*  Ejrdoa««  und  Be«aari«n  wideriegt  worden.  Bei  Text  mit  den  Wtili>rk'gungen  der 
iaai  latotcnm  bei  U  igne,  Patr.  gr.  161.809—817.  —  Eine  iweit«.  uuediert«  Schrift  gugon  diu 
TaMw  in  2U  Kapiteln  in  cod.  Vindob.  (faeol.  209  fol.  1  -77.  —  Die  Angabe  von  Demetriea 
IffaaM  and  Beaurio».  daas  er  luefst  Anhiloger  de«  lateinisclien  Dogmas  war,  stellt  M. 
Trta,  lUaiat)  Plaandis  Eidalalae,  Breslau  1690  S.  195,  ohne  genügenden  Grund  in  Ab- 

Diaaar  Gafiaoaata  n  MtMm  apltoren  AuArotan  passt  ta  der  geganaMaliehon  Stcl- 
dar  Mwer  Michael  uod  Androniko^i  «ir  Unionsfrage.  Auf  frühcto  Sympatbion 
f^  dla  l^teinar  Itat  auch  dir  UcbnrsctiiUDe  von  Auguetins  Schrift  Do  Trinitato 
X  n  MlllH— an.  woloh«  die  lateinincbe  Lebte  klnr  nnMigirecliein.  —  Die  UobsraelzunKathfitig- 
ktf  4m  ICaxiBa«,  «reiche  noch  «ni«  Sdirift«n  de»  Boethjua,  vielleicht  auch  dca  fhumaa 
*.  Afvia»  Snmnia  Üwologie«  unifautc,  wuiBou  ihm  eine  eigenartige  Stelluüg  in  dei 
liMillBbi  lim  Lütentngaeohicbte  xu.  Er  i«t  der  erste  Byzantiner,  der  die  latelniacha 
Tk«»!«*!*  einer  nUeren  Anfnurksamkett  wnrdigt.  Ea  Verden  ihm  noch  mehraTfl  and«r« 
IhaalaKiaehe  Scliriflea  sugeeohrioben,  von  der  Wahrheit,  von  dar  Kraft  des  Gebatea. 
m»  LoSrada  aaf  den  Mfirtj-ree  Diomedes,  «ine  Vita  dea  Patriarchen  r.  Kpol,  Arsenioa 
(tISMk  dkl  Erklmnc  «bief  Sielte  des  Matlhliui>oVHngo1iiims  o.  n.  —  Im  Dnirkc  liegen 
•w.  MMsar  den  (rwBaatea  SyllngismeD,  eine  Rede  auf  die  Grablegung  di^a  llnrra.  oiu 
iMnIaigaa  Eakosiioe  auf  die  Apostel  Petnis  und  Paulus,  einige  BnichstDeko  iiux  Augueilins 
DaTtäut«  (alle«  bei  UigDe,  Palr.  gr.  147.  9Ü.V-1130)  und  die  Ucbcractzung  von  Boe- 
thai'  Da  niiiwilatjuiiri  pbilomplitM,  weitere  I.itterntumngnbcn  s.  bei  Krumliacher, 
V 


le  Xiitteraturgwohiehte.    L  ProMiseb«  UU»rkt«r. 

8.  Die  ^riot-liisoban  UfbersetcuBKeu  laUiiiisoW  ScJirifl«!)  to«  Kirci 
nnd  apBtemi  shpudlfindisuliMi  Tiieotogen  ttinu  iiucli  nipbl  oinlicitlich  nsUraaebt 
HoittMii  buidNcliriftlü  li  sim)  L'elKireeUungen  von  S<ihrift«<ti  CjfTttm».  Id«tantina',  AKbnwiat'. 
Hiluiua*.  AiiKiiiitiims'.  CassianR.  Orecon  Ata  OroMen  vorbMidon.  dio  wanigtlaBi  sohi  TM 
Tor  Muxinioii  Flnniidos,  DcmctriaH  KydonM  und  0«nnadi<Ni,  Piitr.  von  KmI.  venwIalM 
trui<l«ii.  A.  rBpadopiiloK  K(irnni«as,  'Aniltwia  'ltfo«<Atifiit.  oin/rola^in;  1  (Pet«» 
barg  16911  27—88  rorSlTniitlichto  vinc  griocliiiich«  l'ebonctruD);  der  ViU  Ambraati  r«d 
Paulnoa^  di«  er  zwüichiin  7.-9.  JaJirhvndMt  Migtrortigt  teia  laaat  febi'ri»t»in);eD  s]itlart( 
latainisoUer  Tlicultigen  iiiud  üi  gc^ritigi-r  Ancnhl  vorhiuid^n,  N<ib«i)  d««ii>a  der  ao6MB  ge- 
nullit«!]  sind  tu  vvntcichniMi :  Sthriftoo  Ansoluis  vuu  Kunturliurj',  diu  ««ketischea  AlihaM' 
lougen  RüiiiiuDds  van  Meuillion  in  der  Piuvi-tiFL>  (cod.  Putrobarx.  113  a.  1292).  MB  Atbcft 
dmn  Grusfwii  zuguitbrii'buDes  EumDeudiuni  (cod.  Matrit.  0  9),  mehr«!«  Sohriflao  dtt 
Thomos  V,  A(]uii]i>,  Die  Scbrift«D  des  Eatdioala  lliiiiibert  vnrdtn  auf  BoftU  dv«  Kiit«M 
KonntanlinoH  MMiuiiiadios  ine  Ori«chisclio  Qbera^til.  —  VkI.  Batiffol,  libnirinn  t^yiu 
liöon  h  Komn,  Mi^Unma  d'uobünlngjit  pt  d'hiHinJin  S  lltom*  1887)  <I9  ff.  —  Die  griacbtKbwi 
ÜL'lipnietxiingon  mix  dem  SviiMhcn,  iri<>  x.  it.  iaa  Ankatilinr»  Iiuuik  nnd  des  Martyrinn 
d«T  60  MUrtyrnr  vnn  JornMlom  nua  dem  B.  Jnhrhiuidnrt  (S  88  n.  2).  sowie  diejonigno  am  di 
Arabiachon  Kind  nucli  noch  nUhor  im  unlereuchen. 


31.  Die  Gegner  der  Hesychasten.  In  der  eisten  Hälft«  iett  M.  .lahr- 
huiidert^«  trat  in  der  theologiscliftii  Littoratur  die  Uiiinnsfragp  hinter  «iiiur 
nouon  Küiitrovcrxc,  den)  80geiian)iti.^n  Husycliu^tuiiHtivit,  zurUck.  Di«  An» 
regung  zu  dieser  neuen  litteniri sehen  Bewegung  ging  von  dum  MDikIio 
Barlauin  aus Semintiria  in  Kalabri^n  aus,  der  unt(>r  Andronikos  III  nach 
KonatJintinopel  kam  und  hier  als  Feind  der  Lateiner  auftrat  Androniko* 
betraute  ihn  1339  mit  einer  Oej*andlHcliaft  nach  Avigrion,  tthcr  die  Unter- 
handlungen mit  di>m  Papte  Benedikt  XII  hatten  kein  KA^'sultat,  Wiihrentl 
seines  Aufenthaltes  in  Eonstantinopel  nahm  narlaam  grossen  Anstosa  an  der 
Mystik  der  HesycliaBten  und  bekämpfte  dieselbe  in  Wort  und  Schrift.  Er 
wurde  aber  auf  einer  Synode  im  Jahre  1341  verurteilt  und  kehrtet  nach  Ittüion 
zurück,  wo  er  Bischof  von  Gioraci  in  Kniabrion  wurde  (1346).  Als  solcher 
verteidigte  er  in  Briefen  an  die  Unionsfreunde  in  Byzanz  dio  nbendländi- 
Rchcn  Lehren  vom  Ausgange  des  hl.  (Jeistt?«  und  vom  Primat«  des  Papst««, 
die  or  früher  geleugnet  hatte.  Die  lateinische  Kontroverse  bildet  des 
Gegenstand  der  wenigen  theologischen  Schriften,  die  von  ihm  vorliegen. 
Von  denen,  di«  den  Hesychastenstreit  betreffen,  ist  noch  keine  gedruckt 

An  Barlaam  schloss  sich  der  Müncli  Qregorios  Akindyno«  an, 
der  sich  aber  bald  mit  »einem  Kampfgenossen  entzweite.  Über  seine 
Lebensverhältnisse  sind  wir  wenig  unterrichtet  Die  grSaste  Anzahl  seiner 
Schriften,  5  Bücher  gegen  Karlaam,  fi  gegen  Palamas,  von  bedeutendem 
Umfang,  Glaubenserklüi-ungcn.  ein  Bericht  über  den  Ursprung  des  Streites, 
Briefe  u.  ra.  a.  liegt  noch  im  Staube  der  Bibliotheken.  Wenn  von  der 
Streitschrift  gegen  Palamas  auf  die  Übrigen  geschlossen  werden  darf,  ao 
droht«  sieh  die  Koiitrovei-se  auch  hier  im  wesentlichen  um  die  Väter- 
filellen,  welche  von  beiden  Parteien  filr  äich  in  Anspruch  genommen  wur- 
den. Es  tritt  jedoch  noch  ein  anderes  Moment  hinzu,  Akindynos  wurde, 
wohl  durch  Harlaam,  mit  der  lateinischen  ächolastik  bekannt;  das  beweist 
fioino  Schrift  /h^i  ovaia^  naX  dvee7*^''i  >i)  ^  BUchem,  deren  2  erste  iii- 
haltlieli  und  formell  ganz  auf  der  scholaätisehen  GottOKichre  beruhen  und 
würtliche  Übersetzungen  aus  der  Schrift  des  Thomas  von  Aquino 
De  veritate  catholica«  fidoi  contra  Qentilea  aufweisen:  ein  Unikum 
JD  der  byzantiuiscliuu  Littoratur,  zugleich  der  Beweis  f\li-  die  schon  oben 


OM 

an    I 


L  ThMlogle.    A.  IKigautik  and  Polemik.    (|  31) 


101 


j)rochono  Meinung,  dat«  der  Ilesj'chaÄtonstpftit  in  IoUUm'  Linie  den 
Knopf  dcT  abundläiKliHohon,  rntiontillen  und  tiilditcrnon  ScliolaMtik  mit  der 
morg^nländischßn,  extruvajiantcn,  t.hi.'080plii>Johi.'n  Mystik  darstellt.  Ob  er 
tar  AusfUhning  »einer  I'laginte  Thomas  solbst  übersetzte  oder  eine  frUliore 
Übersetzung  benutzt«,  steht  dahin.  Akindv'noA  stellte  auch  die  Vei'^kunst 
in  den  Dienst  scinur  Sache;  ein  Gedicht  in  TtUD  lambL^n  von  geringem 
poetischen  Wert  stritt  dio  vie]«n  Irrlehren  dea  Palamaa  dar,  während 
udere  [amben  Nikeplioros  Gregoraa  zum  Kampfe  anfmimtern  sollten. 
Ihren  Höhepunkt  erreicht«  die  Kontroverse,  alx  Nikephoros  Orcgoras 
imd  Gregorioa  Palumiis  sich  als  Gegner  gegontibertniten.  Um  beide 
MSiiDer  gruppierten  aicb  allu  hervorragenden  ZeitgonoHsun  und  der  Streit 
vntwickolte  sich  zu  einer  kirchlichen  Angelegenheit  ersten  Rangea. 

Jiiki'phor-o«  (iregoras,  der  Hauptgegner  der  Hesychasten,  rltumtß 
nboa  iii  suinom  (juHchichtjswerk  der  Darstellung  der  barlaamitischen 
Streitigkeiten  einen  grossen  Platz  ein,  indem  er  nicht  nur  !5ynotlalakt«n, 
Nodorn  auch  mehrere  theologische  Disputationen  darin  aufnahm,  die  in 
fieserSachc  unter  seiner  Mitwirkung  gehalten  wurden.  Seine  Kauptschrif  t 
liiliU-n  di«  10  jiöytM  nrn^i^xixol  it  xai  aii^Xntfiinof,  denen  nach  1347 
ODch  fi  andere  fulgtt-n.  Sie  sind  »Üintlich  unediurt  und  könmm  daher  nicht 
niht-r  charakterisiert  werden;  gt-druckt  liegt  hingegen  der  Dialog  «P^wprtno« 
»)  Bipi  aoifiaq  vor,  welchem  eine  DisputaHon,  die  er  1330  oder  1331  mit 
Bariiuun  hatte,  zu  (ininde  liegt.  (Jregoriui  nhmt  darin  die  Dialoge  Plntoa 
nod  Lukians  nach:  inhaltlich  bezieht  er  sich  aber  nicht  auf  dio  ächwoboiido 
Kl  ritrl^v^l^»(^  da  beide  darin  einig  waren,  er  bezweckt  vielmehr  die  Dn- 
kiuitiiiiit  Barkains  in  der  Aittronomie  zu  erweisen.  Oregoru»  behandelte 
aueh  die  lateinische  Kontroverse  gegen  Palamita  in  unionsfreundlichem 
Sbo.  Ao-wenieni  hinterliess  er  mehrere  exegetische  Schriften,  Über 
Ce  Frage,  ob  täott  den  ersten  Menschen  sterblich  oder  unsterblich  cr- 
xkuf,  in  Form  eiuoe  Dialoges,  eine  Zusammenstellung  von  Ausspiüchun  der 
groAWD  und  kleinen  Pmphtten  und  aus  dem  Buche  .lob  mit  Erklärungen 
dua,  einen  Prolog  zur  Kpisodo  der  Husanna,  wovon  auch  keine  veröffent- 
Bebt  ürt.  Im  Drucke  liegt  si-in  Kommentar  zu  SyncäioH*  von  Kyrcno 
ff"i  /rr^TiiMr  vor.  Darin  knt'ipft  er  »eine  Uemerkungen  an  einzelne 
-  '  i- :»  und  AnsdrUcke  des  Schriftchens  an.  ohne  einen  inneren  Zusammen- 
bsDg  nrisclien  ihnen  herzu.itellen.  —  Über  Xikephoros  al.s  Hagiographen 
ad  aU  üeHchichtschreiber  vgl.  ^  90  und  Krunibtiehor. 

Auf  der  Seite  de«  Gregoros  standen  Ignutios  und  Isidor,  Putriarchon 
w>B  Autiochicn.  Georgios  Lapithes,  laaak  ArgjroB,  Prochoroa  Kydone«, 
f^f""(rios    Kydones,   ein   gewia-ter   Petriotes.   Johannes  Kyparissioteg,   der 

irch  von  Konatantinopel  Johannes  Kaleka»  und  Manuel  Kalekas.  Die 
ÜMgHipart4'i  mit  Palamn^  an  der  Spitze  gewann  aber  immer  mehr  dio 
fllwiriiand ,  besonders  nachdem  der  Kaiser  Johannes  Kantakuzcoos,  die 
l'atrijurhvn  von  Ronstantinopel  Isidoros,  Philotheos  und  Kallistos,  David 
■«■rhn»,  Theophanes,  Metropolit  von  Nikiia,  Neilos  Kabasila«  und  Nikolaoa 
ITthMilin.  abgoseiliun  vun  den  späteren,  flh-  die  Uesychasten  eintraten. 

Wenn  schon  dio  That«ache,  daas  mehrere  Synoden  bald  für,  bald 
Sifm  di«  Hesycbasten  entBchieden,  recht  unerquicklich  ist^  so  wirft  da«  vor- 


102  B^antinieche  Litteraturgeachleht«.    L  Piosaiaehs  Utteratnr.        ^^^H 

loumdfrisolie  iind  imi'ilk-  gogenirioitigo  HomnterxiclioD  <ler  KUm|)«u  eiu  w4Miig 
gUngtigcs  Liclit  uiiC  diu  hctviligteii  P6i*onon.  Oregorsfi  hatte  ftm  meisloo 
uiilor  i]iv80ii  Muiiüvt-ni  zu  loidon.  Nach  seiner  doliiiitivoa  Besiegun^;  13I>1 
fiel  er  beim  KaiKer  in  votlstäudige  Ungnade,  ahne  jedoch  zum  Abfalle  von 
seinen  Meinungen  gebracht  werden  zn  kOnncn.  Auf  dic^o  ijcit«  dos  Stretto» 
vDrde  eine  voIUtdndigc  Aui<gAbo  «««incr  Briefe  wohl   tmueti  Licht  werfeiL 

1.  Von  Unrlkam  finden  nicli  boi  MJEno,  Fatr.  er.  151,  ISM— 1S80  dia  TotnfeiDd 
tioho  Sclirift  lltd't  iij(  npj'^c  lov  näna,  'I  Ktulon  ror  Bonediei  Xll  «banda  1332— IStl, 
fine  Alihimilliin^  (Gr  den  AungMig  den  hl.  (idiitfB  am  dpm  Sohn«  1SI4— 1330  (InlMnuelt), 
■ein  Uriufu'i-'cliar.-)  mit  Alcxtoa  Kalocliulo«  und  UcinulriiiH  KjrdMiM  in  8mj1i««i  il«r  Usion 
ia.')6— 18U  'ImI.I-  —  UnudiiTl  Bind  mi-lir  nln  2Ü  Sclirilten  g««wi  dio  Latein«,  d«rMi  TKol 
Denietrakoiiuloa  'i>Q9.  >IU('c  S.  73— 7ö  uufmlirt.  ui«liri>ro  Briefe  Ob«!  deu  Heiavchaaleo- 
alrnit,  ein«  Disputation  mit  Akiiidynos  Ober  das  Licht  d««  Thabor  n.  a.,  dvr«B  Bas  nMt 
sdton  sind.  —  Vgl.  das  Qc«oliicht8w«rk  doa  Nikepbofos  Oregons.  ~-  L.  Allatias,  D* 
pprpot.  Minacnmflno  S.  B2b  ff.  —  Fabricias.  BibJ.  gr.  II.  4fi2 — i70.  —  Mnctacbntti. 
4Ui  srritlori  d'ltniia  2,  1,  (Diosris  IT.^i^J  86I)~3T2.  —  U.  Mnndolori,  Tra  tUrlunno  C'&1>- 
bnue,  mnestro  dol  i'otmra.  Itom  1^8.  —  It«bi>r  sein«  nrofunen  Srhrifinn  <rs).  Krumbarhvr. 

2.  UregOTioa  AkindynoH.  Die  2  N?t«in  KOrJicr  fltQi  oieiai  xai/rifytiaf  cd,  pr, 
J,  Gretaer,  Ingolatodl  lRt6  (dnn  2.  Bueh  iwhrunvoUKlAndIg);  wiodnrbolt  bei  Uigao.  I'atr, 
er.  151,  U^ — 1242.  Dio  Vorlage  dm  .\kindyno*  sind  mahrere  SdirtReu  dea  Thomas  v.  Aq,, 
laabooondere  die  Snniina  oontrn  (ientik.i  1.  I,  enn.  7,  32,  16,  44,  72.  —  Die  &09  lamben 
g«gon  PalHmaa  ud.  pr.  L.  Allatiun.  Ctoedn  orlliud.  1,  TS6— 769;  «bgtdrutkt  bei  Higne 
a.  a.  O.  644— 861.  —  Einiue  Epistuluii  et  iumbi  uu  Nikepbor.  Qregoru  bei  Uiginu.  Patr, 
jcr,  148,  6S  ff..  84  IT.  ^  Eine  HHU|ilhiindHebriri  itit  der  leitmiÜJMische  c^.  MuDm'. 
ä23  folt.  363.  Darin  ßriefe  au  Lu)itlbuH.  Üaliras.  Majiiinos  und  mMiref*  8chrin«ii  des  Akiii 
djrnos,  GlnubonserklKningen,  Streitscbrifleii  gegen  Palamas.  iiisbesonder«  die  G '^fr>^>rri»< 
gegen  Palamas  fol,  65'-3e3,  -  Th.  Uspeuskij,  Das  Svnodikcn  Rlr  die  Wuch«  der 
R«cht«lllabigkeit,  Odessa  1R92  S.  1Ö— 96  jiht  AiisKCge  niis  dioaem  Codex.  Vgl.  n.  Z  4 
(1805)  14.5,  —  Einen  ühnlichnn  Wwt  fQr  die  Eenntnis  der  .SrLrifslellerei  d«a  Akindj-no«  bcnilit 
cod.  Marcinn.  155.  Darin  mehrere  Schriften  (der  Tniktiil  tlc^i  oraiat  urofnsst  liier  ß  Ittlcbet) 
und  M  Brie(<^.  —  /um  Lrihen  einiges  in  den  (toscliichts werken  von  NikufJiuroti  tirogorM 
und  .tcibnnncs  KnnUkuzpnoB.  —  ^in  Enkel  Dionysios  Akindynos  vorfissle  eino  Uintori« 
viclorianim  (Jingorii  Arindj-ni.  Vgl.  Fabriciiis.  Bibl.  gr.  Il.tlü7.  —  In  cod.  I'aria.  070 
naec.  1.}  ful.  4I6*--4!)7''  euio  nnoojnio  (Jonfutnliu  oorum.  uuac  Aoindjrnua  sdv.  Barium 
»oriiMit.  -  Hilfsmittel:  Fabriciua,  ÜibL  gr.  11,  S07  (darftig).  —  C.  Oudjo,  Comra.  de 
Bwipt.  ecoL  3,  915-17. 

3.  NikeuhoroB  Oroguraa.  Den  Dialog  flaiQfviiot  ed.  nr.  A.  Jahn,  Jahna 
Archiv  10  (1844)  4@ä-53G;  Emeudalioueii  lutn  Texte  ebenda  U  (1849)  397-392.  - 
Parisot,  Cantacni^n«,  bomrae  d'^tat  et  liiatorien,  Pari«  1^6  gsb  ninn  Annlyne  und  einiRK 
AiMcOg«;  abgedrucJct  bei  Migne.  Palr.gr.  UD,  643—648.  Den  KommnntAr  xa  Svn«eien 
ed.  D.  Petaviua,  Opera  Synesü,  Paris  1633.  3.51-429;  nui^h  bei  Migno,  Patr.  gr.  US. 
S43— 4)i.  —  Nikephoro«  «rnlLbnt  sein»  .le/ai  oVri^piitiKai  in  s.  Iliat  l.  Iti  o.  7  bei  Migno, 
Pntr.  gr.  148.  1161.  t'obnr  diese  und  die  (Ihrigen  Schriften  vgl,  Enbriciu».  Uibl.  gr.  7, 
632—669.  —  Brief«  Z.  B.  in  rod.  Monnc.  10  und  in  cod.  Mure  44j.  -  Di«  Abhandlung  tob 
J.  Boivin  Ober  I^bon,  Sdinftnn  und  Klogia  dos  Nikcphoros  Orogorts  ubgedrucJct  bei 
Uigno,  Palr.  gr.  148,  19-  96.    Vgl.  daxu  C.  Oudin.  Comm.  de  aoript.  eocL  8,  T70— T8ft. 

4. /u  dnn  Ilarlnamitcu  und  Anb  Angern  desNikepboros  Gregor as, die  tetiterer 
Afteni  im  nllgpmcinon  urwiihul.  g(-h<lrl  1.  Ouergiüs  Lapithos.  der  mit  Dnrlaam  und 
Nikopboron  [irogonm  in  Kormijondenz  «tund.  AVir  bnboii  von  ihm  «ine  kurze  .liai^tatt  lür 
»^(  tiotfiiai  niattmt  »ttfoiniior  \n  od.  Pnris,  2i562  saec  14  Toi.  9(J-87",  cod.  Paris,  Siippl. 
gr.  689  saoo.  Ij  fol,  30*— 31'.     Üeber  Oeorg.  Lupilhes  als  Dichter  vgl.  Krurobacher. 

S.  Von  Procboros  K,vdenea,  dem  Bruder  des  bekannlorea  Demetrioa  Kydonec,  iat 
«ine  Dispnlatio  de  lumine  Thnbnrio  erhalten,  t,.  B.  in  cod.  Pnris,  1241  a.  1Ü6!)  fol.  1  —  30. 
cod.  Pana,  1240  a.  1544  fol,  1—23.  —  Der  gepen  ihn  crlaHseno  Toinus  Hynodioua  (1366] 
bei  Migno,  Pntr.  gr.  151,  693  IT.  —  Kniaer  Jolinnnee  Kitntjtkuiciioa  schrieb  gegen  iha. 
Vgl  i  38.  -  Nach  cod.  Atfaous2128  b.  16  fol.  185''~I92'  Ubemi-brt«  er  Hucb  «ine  Sohiia 
de*  hl.  AugtutinuK. 

3.  DomotrioB  Kydonos  mit  dem  MOm^hsnameD  Niphun  beteiligte  eich  mit  [nterHse 
an  dun  xwci  groanon  IhcologiBchcn  Kontroversen  seiner  Zeit.  Diu  Streitoohrifl  Ktttrf  lef 
tloXAiftü  ed.  pr.  Petrus  Aroudius,  Opuso.  aurea  tb'eolog.  Born  1680,  Ausftabo  von  1670 
8.  446-580;  ukRedniokl  bei  Higne,  Patr.  ^r.  1.54,  836--864.  Andere  Schriften  lo  dieser 
KoatronuM  aind  auch  unediert.    In  der  Iftteinischeo  Streitfrage  stand  or  mit  Borlaam  in 


1.  Tbwlogio.    A.  Dogm&tik  und  Polemik.    {%  32) 


108 


■veiter  Peripda  mt  dor  Seit«  der  Latviner  Er  B|iritclt  diea»  Cebamucuiw  Üi 
acknren  Sckrift«n  bim,  in  rnivm  tbiefean  Barlnnm  «Migii»,  Putr.  gr,  151,  1288-^01),  in 
MkM-  Ahbanilliinf:  lUfl  r^t ititofiiwait rov  üylovrtMiiuaiotiii'ttne.Palr.^r.  Ihi. SG^-Shl), 
ia  iwai  RlreilicJiiirt«!!  K«g«n  Neilos  KJib«mlM  and  Huumo§  iTmiMdMi  (uin  fragmont  dor 
UCit«rf>D  h«i  JJign«,  Patr.  gr.  161,  313).  Mit  Muimo«  teilla  er  deu  iu  I)v»iix  8«II«imii 
Tonng  dM-  Kmtitni*  der  InteiniMlion  littoratui.  nun  w^lebor  er  melirer«  Uritoraetiungen 
vinartaltcto,  von  TboDiH  von  Aqnino»  Rurama  theologioa.  OonCra  OontUes  11.  4  nnd  kleiDereii 
fickriftoB,  von  AnKuatiiin  Uanolagnn  t<!nil.  Sablinit.  379  aaDC.  Ih  foL  16— 6ßJ,  ron  Anmlms 
Bdwift  De  prooewjiMo  Spiritus  sti,  von  lateinischen  Haancn  nudi  d«m  rAmiiohvn  nnd  dem 
aaibTMuuuaoIwD  Ritua,  von  Fsigentiua'  De  fide  ad  Petxuin,  endlich  von  der  um  ISOQ  ge- 
Kfcrabctwn  CoBhtalio  Alcoranj  dea  Prodiger- MOnoliea  Kioanlu»  Plerentinu».  Davon  int 
■or  £•  ktita  iwdnwkt  beiMifnu  a.  a.  0,  Il)3T— ll&'J.  Ah  weitere  tlieologiacbo  Solirifton 
nMrea  Deoietijos  a&:  swei  AbliaadluuKeu  Ober  die  Ueosehwerduiig  uud  diu  Qolüieit 
Cluiatt,  malirere  Honaitien  auf  Feste  des  Herrn  und  der  Meiligen,  die  nocli  niolit  untereuclit 
mai,  sadlicb  die  oft  edierte  «HlcettKho  Abhandlung  Ober  die  Voraclitung  des  Todes,  ed.  pr. 
B.  Seiler.  Uwiel  I-VV1;  niodeiholt  bei  Migne  ft.  L  0.  1100-1212.  —  Ueber  Demetrioe' 
rketoriecbe  ücbiiften  vgl,  KrumbacUer. 

4.  Konstant inos  Harmenopalos,  dessen  Ilnupt^achrifl  siif  dem  juri§tisohea  0«liiete 
U«0.  •cbiisb  oaeh  Fabrieius.  ßibi,  Kr.  It,  Sßfi  einen  Tomua  gegen  pHliURas.  AnoovM  ad. 
L  AllatiuR,  (traeda  oHb.  1  (Ifi.SS)  760-R.^.  ~  Kinn  hOroeiologiecfae  SrJirift  bei  Migne, 
fair.  gl.  tW.  -iO  32  int  cnhndmilend.  Kin  l&ngnrer  Text  Mt«ht  in  ood.  Vindob.  jurid.  11, 
ftaafa  WIM  Abhandlung  Ober  die  Kaatenioiten. 

9i.  Qregorios  Palamaa  {rprjÖQiof  I/aXfi/ttit).  (leburUort  und  Ge- 
bnrbijalir  (iiiw.^.  Haupt wortfQhrprs  dor  He9yo}i«.''U'n  sind  unbekannt.  Wir 
Boden  ihn  zuvrst  am  kai»cr]ic)ioii  Uofo  iii  Kongtntitinopol.  vou  wo  er  eich 
ucb  ävm  Borg«  Atlio«  zurückzog.  Hit'r  Icrnto  or  diu  Mystik  dor  Hc»y- 
duud«n  kennen,  und  uU  der  streit  ausbrach,  trat  er  alsbald  als  Vürtoi- 
di^r  dor  angegrifTenon  MOncho  in  Thcssalonike  auf.  Auf  Betreiben  des 
KuaL>rH  .Tobaime»!  KnntAkuzcnos  wciblc  ihn  der  Patriarch  Isidor  von  Kon- 
atkotinopel  zum  Erzbiscliuf  von  Thossaloniko  (1349);  er  wurde  aber  %'o» 
ier  Stadt  nicht  angenommen  und  zog  sich  auf  die  In»el  Lemnos  zurück. 
tn  Jahre  ll^l  wohnt«  er  der  Synode  bei,  die  ihm  den  detiuitiven  Sieg 
BW  dio  BarUamit«n  sichert«.  Ob  er  nach  dieser  Kntscheidung  von  »einem 
BbchorMtuble  Besitz  ergreifen  konnte,  i^t  ungowi»».  Sein  Tod  oreiguete  »iich 
■m  IMO,  BJiher  längere  Zeit  vor  dem  .labr«  1H7(J,  in  welchem  Philotheos, 
Patnarr.h  von  Kon.stautinopel.  starb,  dor  Palamas'  Leben  in  einer  Lobrede 
vfriiorrlirht  und  uin  Ueiligcnofßcium  auf  ilin  vcrfas.->t  hatte.  Wenn  Palamaa 
Itboa  von  Zeitgenossen  als  Heiliger  verehrt  wurde,  so  hürton  Hoine  Gegner 
nicht  auf.  ihn  zu  verdäi^^htigen  und  al»  Ditheisten  liinzuntellen.  Diese  Ver- 
■Uclittgungen  ^ab  Palamas  in  vollem  Masse  zurUck,  indem  er  die  Barlaamiton 
im  Sabelliani^niu.s.  Arianismus,  sogar  des  Kpikuroi^nnis  besichtigte. 

Seine  Bedeutung  aU  Poloraikur  liegt  vorab  darin,  dasa  er  dor 
lyatSt  der  Hesychasten  eine  dogmatische  Grundlage  zu  geben  vor- 
lüod.  Diu  Uuonichaffcnheit  des  Lichtes  auf  dem  Thahor.  dcasen  die  Hesy- 
chMtno  («Uhaftig  Bein  woUt«n,  atQtzto  er  durch  den  liuuptgruudsat^,  dass  in 
Ontt  nicbt  blosä  di«  Personen,  fiondom  auch  die  Wirksamkeit  Untersehiedo 
lli|,iOlMl<i.  eiue  Aufstellung,  welche  der  Ootteslehre  der  ahendllLndischen 
SdtoUstik  Hlraeks  zuwiderging.  Diese  hat  Übrigens  Palamas  in  einer 
tpoieUen  HcJirift  ungegiiSun.  die  iu  dem  cod.  Taurin.  316  vorliegt.  Er 
blUMich  groasc«  Uewicht  auf  die  Aussprltehe  der  VAter,  die  er  in  seinem 
fisM  criEUrte.  Mehr  als  t>U  Schriften  hat  er  der  Verteidigung  des  Hesychaatcn- 
tBBs  gowiduiut  und  alle  litterarischen  Formen,  apologetiache  uud  po- 


lOj  BfZMitinische  lilterfttargMchicht«.    I.  PraMiscbe  Litt«r»tar.  I 

lcmiM.'lic  Altlm  11(11  uiig,  Dialog,  Sviitenzen,  SammluDg  von  VSti>raussprÜ(;beii. 
Briefi.'  uuj  l'ovsiu  HDgewandt.  Am  liSufigstfüi  wandt«  er  sich  gegen 
Baikaiti  und  Akindynoe,  doneii  er  eiiimn]  oiohi-  aU  50  HSrcMcn  naclini- 
weiseti  suchte.  Eine  zwitit«  Sorio  von  Streit«chriflcn  ist  gvgoD  Niki- 
plioi'08  Üregora»  gcricbU-t.  Jliru  Tt-ndcnz  erhellt  schon  aus  dorn  Tit«l  eintr 
domolbun:  t/*^  rr^;  im'  I'^ijogä  tf'fpioypa^iaf  ö/ior  xni  Jivaafßeitts.  Von 
den  übrigen  fle(,'neni  wurden  noch  Ignatioe,  dem  ratriarchcn  von  Aiitiochipn, 
und  JobaniK-^  Kaleka^,  dem  Pulrian-hvn  von  KonHluntinopcl,  spoziolk-  Widi-r- 
legungoii  gewidmet  Von  nlleo  diesen  Schriften  ist  nur  der  Dialog  ^ot/tirtfi 
gedruckt;  er  verbreitet  si(!h  besonders  Über  die  Vätoraussprilche,  gewährt 
aber  nur  eine  unvollkommene  Auncliauuiig  der  Palamitisclien  Kampfes- 
und  DarHt«llungi«wc)»e.  In  naliom  Xusummonliango  mit  dic««p  Streit- 
schriften stehen  l'ftlanms'  asketische  Abhandlungen,  worin  or  eine  positive 
Dai'leguiig  der  Uesychastenmystik  Rab,  7.  II.  «eine  l.'iO  ht^tikain.  wekho 
die  Lehre  von  dem  neuersrliafleiieii  Liclito  auf  die  Oottes-  imd  Schöpfimgs- 
lehro  grtlnden.  In  anderen  tritt  jisdoch  dieses  IntvrcsHO  EurUck  uiid  ergeht 
«ich  Palanift»  in  Erörterungen  Ober  das  geistliche  Leben  überhaupt. 

Diese  intensive  Beschäftigung  mit  dem  Hcsychastenstreit  verhindert« 
ralamaü  nicht',  mehrere  Schriften  gegen  die  Lateiner  zu  verfassen: 
'Avttmy(aif:ai  gegen  .lohannes  Bekkos'  'Emy^ayni,  die  selbst  wieder  von 
Bessuriun  widerlegt  wurden,  und  mehrere,  meist  unedierte,  Scliriften  über 
den  Ausgang  des  hl.  tieistes.  Wir  besitzen  von  ihm  ausserdem  ein« 
Sauiudung  von  Homilion  auf  die  Sonn-  und  Festtage  des  Kirchen- 
jahres, die  zum  grössten  Teile  gedruckt  ist.  Palamos  vormeidet  die 
cxti-emen  Fehler  der  byzantinischen  llhetorik.  In  den  Soiintugspreiiigten 
schlioBst  er  .sich  in  der  Regel  an  den  Text  des  Evangeliums  an.  Die  rwei 
Homilien  .zur  Bnit(.-2eit'  verraten  Naturverständnis,  sowio  andere  ein 
waniiee  Intiirossc  liir  Wohl  und  Welic  des  gemeinen  Volke«.  Auf  d«m 
Athos  verfasste  er  die  Lebensbeschreibung  des  hl.  Athosmttnches  Petros, 
worin  er  die  Art  des  MeUphriij^ten  nachahmt.  Ob  ihm  speicielle  exege- 
tische Schriften  zugeliüreii,  lässt  sich  jetzt  nicht  entscheiden.  Wie  viel« 
andere  Byzantiner  seiner  Zeit,  hinterliess  er  endlich  eine  Anzahl  von 
Briefen,  die  an  hervorragende  Zeitgenossen  gerichtet  sind  und  sich  vieJ- 
facb  mit  den  barlaamitiseben  Streitigkeiten  beschäftigen.  Diese  wQrden 
sich  zunächst  zur  Veröffentlichung  empfehlen.  —  Ober  eine  rhetorist^e 
Sclirift  des  Palamas  vgl,  Krumbacher. 

1.  AiiHgHbon.  Don  Dialog  Seoiparyi  vd.  pr.  Chr.  Fr.  M&tthaei.  Lectiones  moeq.  2, 
Lpipiig  1T70  S.  T — 37.  —  HeUrpti-  asitalischo  Sohritlun  saonit  in  der  *iiixBXiii  iiiii' Ufmr 
rtiitfixmr,  Venedig  1TS2.  lU  Uomiliva  ed.  Chr.  Fr.  Matlhaei,  Moskftu  1116.  ~  41  Uo- 
milieu  erBchienoo  in  JeniBiiivm  1S57.  —  Dii^  Vita  ^t.  Pätri  Athonitoe  ad,  pr.  Acta  Sä 
Junii  2,  biä^hijü.  Diene  Sutirift«a  voreinigt  bei  Migne,  Vtü.  gr.  150,  Q09— 122.S;  IM, 
9~S49.  -  Boi  Migno  fehleu  2  AbbaadlungOD  gogen  die  LKtoinor,  crschionen  KU  l^ndon 
1624.  vgl.  Kaneborg,  Tlieulog.  LitteratarbUtt  1  (Bona  186$}  314  f..  sowio  22  woitorv  Ho- 
mitien,  die  der  AratSoph.  OikonomoB,  Athen  IS61  adiertn.  —  Bin«  Homilio  /Itpi  niaita>t 
auch  od.  vaaK.Simonides,  'OgaoSaiu>''Eüi^fiof9toloytitmygaiFairitniatic:,'i.  Aull.  l^ondoo 
IHÖ.*!  S.  77—84,  —  Die  '.4rt€myQa<fa!  od.  pr.  Potr.  Aroudius,  Opuaculji  fturnu  thnol., 
Rom  IßTO  8.  4  -M;  abgedruckt  bei  Migno,  l'atr.  gr.  101.  244—300.  -  Kill  npologe- 
liaches  UesnrücJi  Hp«  touc  iMat-c  Xt6i-tt(  nd.  A.  J.  Sakkolion,  ^'""!V  l-"  (l^^öS) 
236—246.  Vgl.  B.  Z.  3  (1804)  213.  Kinon  Bripf  an  DaviJ  dtainatoi  «d-  M.  Tr«u,  .^eJiiW 
S,  Ü29— 34.  —  llauptfundgrubDQ  der  untidiorton  Scbriften  doa  Palamas  sind  die 


i 


^^^^^^^  nsologle.    A.  DogntkUk  und  Polemik.    (|  83)  ^lü& 

Grill.  97—100.  Datu  sind  noch  Manche  ander«  hmaDaiii«hDu.  i.  B.  codd.  Pam  970, 
ISSS-SK,    Bodl.  Lud.  87.  AthoDS  3708  «.  U.  3Täß  a.  1^.  3TM  h.  U  u.  a. 

?.  Ililfomittal:  Fahririu«.  Ribl.  »r.  1).  4!)t-:i0fi.  -  TL  UapeiiBkij.  Skixeen 
nr  OvMOucbU  dar  bvuBtuiMohMi  Knltur,  l'ctiviibiiit;  1^1»^  (riHS.)-  Vgl.  ß.  Z.  I  (1892) 
SS-V  177  f.  —  Ah«  J«r  tltcren  I.ittorntiu-  Ober  den  HwiyohiwUnstrcit  vgl  bpsondcr»  I,. 
Allatia«,  De  »onietiui  MniioiisiDiic  S.  S2i — lO.  —  Fi.  J.  Stnin,  Studi>.<n  flbor  dio  Ho- 
«rnhartwi  de«  14.  JahrlinndArto.  Wion  It^TS.  —  Nikodcmon  llngioritn»  bnrvitotn  nine 
imf.  4.  PalMnaa  vor.    Sein  If^dla;-«:  "(«lit  üi  il<;r  '(>>J.  '.4l.  \  0>i»i-M\  a:)--10I. 

8.  Zstn  Leben:  Vgl.  die  Üeeebtcbtswerku  von  Nikophoran  Urr>^oraii  und  .lobiiimeH 
KanUkoMMM.  —  Bei  Uigne,  Pstr.  gr,  ISI,  552— 7"4  lutuli  früburen  Dnifkuo  oiuo  g«nio 
leih«  vom  Schriften  und  DokiinieBttfn,  die  ekb  auf  Pulainos  und  di>n  IteH^cbaMten- 
rtnM  bMb«li«ii.  Daraaler  die  Vit*  Palamae  von  Pbilotbuos.  Pelr.  v.  K|>vl,  da«  F.nku- 
■MO  drs  Nilne,  Patr.  r.  Kpel.  euf  Palamas.  Vgl.  aucJi  den  Toiiius  baxioritkua  de  quietislie 
W>  Mipnr,  pBlr.  gr.  l-'iO.  133.%-  1236.  —  Kiae  2.  Vit«  PaUinae  von  Hierothoos  Sakel- 
lartoB  ict  UDMliort.  Vfcl.  KahriniU)  a.  R.  O.  .519.  —  Die  Dokumente  inim  Kenvchiutonrtreit 
■kJ  neeh  unht  allo  vtrOtfentlicht.  .^Icbo  auch  bei  Mikl»«icib  ii.  MQllor,  Acta  et 
DifJoiMU  gra««  nedii  oevi  1  {Wien  ISRO)  201  u.  nflen-,  '-'  (I96'JJ  2ÖT.  29.S  f. 

4.  Anh&nucr  den  Palamae;  1.  Von  David  monacboH.  der  mit  David  if«re'iinio( 
idaniiaeh  ist,  aiad  meiner»  Sohrifleji  hnndscliriftlicli  vorlinndeii:  eine  'KmpQaaif  ruf  tav 
■aebwii  xoj  le*  '.^»r^rrot-  in  cod.  Monn«^  50ft  saec.  M  fol,  1— i.  eine  2.  Schrift  in  cod. 
BodL  lliK.  I2D  aaec  M  ful.  ]»7— '205,  »in  Ccdicbt  in  4ßlt  lainbun  in  uud.  U»dl.  Land.  87. 
■ae  4..  Sehr,  an  Ntketüoe  Kebnsilo«  in  cod.  Miircian.  133  u.  In  cod.  Paria.  1247  aaec  14— 15 
M  I-Ä3.  —  VrI.  Fabricins.  Bibl.  gr.   H.  604  f..  M.  Treu.  .Mf!oy  3,  227-29. 

i.  TbeophaooH,  UeU-opolit  von  Nikäa  um  1347  war  ein  fruuhl barer  Polemiker.  Oe- 
IrackI  «ind  von  ihni  nnr  3  Briefe  kn  Kleru»  und  Volk  in  Nikila.  das  itiub  in  den  Hüjiden  der 
V«a4*  hofasd.  Kr  wnmt  darin  vor  den  Bailitamlteu.  Der  3.  Brief  ist  ein  kleinee  h'oinjiendiuni 
Itr  hyMBtitiiaehen  Dogmalik.  Kd.  pT.  C.  Ponce  de  Leen,  TbcoplianJe  arohiepiriropi  Nirjinni 
MM  vxtUnl  Opera  .  .  ,  Hom  l.'ißO:  nb^odriickt  bei  Mi^no,  Patr.  gr.  1-^0,  28$— 3.'>CI.  —  Auf 
M  UaafdtMtciMtTeit  beriohen  Rieh  .'S  .\lihnndlungKn  lUfi  loii  iv  9afogiif  tfoiröt,  2  Itriefu  nii 
4m  latainiaelion  Patnarchuti  von  Kprl  roulus.  2  Din]n(>e.  Kr  Hcbrinh  missentem  H  Bnobrr 
PM^i*  Jndea,  8  gegen  die  I,iiti>ineT.  i>inc  .Abhandlung über  dinTrinitnt.  uina  andere  über  die 
■unaiJMI,  Bb«r  die  K»'igki>|[  dor  Wolt  u.  m.  n.  Dioso  l^rhriftcn  sind  liandsdiriftlidi 
•iiUMb  vorhaadein.  —  Vgl.  Fnbnciu-i,  Uibl.  ^.  11,  221  f.  -  Sipllon  aus  ilor  Scbrifl  getreu 
fc  J«dea  bei  L.  Allatius.  Cuniru  lleltiiiecrum.  Kom  IGÜl  S.  I87^1U1,  De  ayuodo 
nafaao*  8.  MI.  —  Vgl.  Job.  KantakuieuuB.  äutor.  Mignc.  Pulr.  gr.   I.J3,   129.   Ißl. 

5.  Von  dem  Protoetntor  Pkukraaeii  vntbulten  dii-  codd,  Monac.  5ö4  eaec.  IG  fol.  121^ 
ha  140,  AlboOB  3728  a.  1368  u.  a.  eine  "Kaiiofiof  *atn  tn  Jt-yiittir  ii^yinit  .  .  .  Aidtinu; 
fi  *M«aitarwev  ffijyofim  xni  rflfefi  tfiXoai^m;   worin   er  für  Palamafl  Partei  nimmt. 

4.  üsd.  Honac.  ÖO^  aaec.  14  foL  147— 173  gibt  die  Abhandlung  »ine«  Muttbaoos  llt^i 
>ft  itimt  güfiiaf  1}  ni^i  iw  Aii'oe  qpwiu«,  aueli  im  Sinne  dee  Palamae.  Nach  oinem  Soholion 
li  dw  Ha  WH  dieiM-r  Hatlhaene  MCnoh  In  Tlieaaaloniko  nnd  Sclifiler  einoa  Mnnchea  l«nak.  in 
iMaa  Kloatnr  er  atarb. 

A.  Ein  ülaabMwbekenntnia  iro  Sinne  der  [lenjchnaton  und  andern  Schiiftfln  (ein 
KakomioB  luil  den  Mftrtyrer  Phokfla,  Oebcto,  8  Briefe  nie.)  de«  Andrt^aii.  x'VV'^""'^ 
>M*u«*  llri«rrfi'ee  lei'  itif«ir,mi  enUitlt  dor  gloichAltcrigi^  Cod.  Monac.  h'ib  aaec.  14 
Hl* — 117.  —  L'ebnr  einen  Reiwbcriebt  deaaelben  vgl.  KrumbnehL-r. 

<.  1«  d<«a  cod.  Monaoene.  6M  aaec  10  foL  140—174^  wird  Konatentinos  bioro- 
■  taarhoa  vom  Berge  AUio«  als  der  TerfuNer  der  Schrift  flepi  t^;  toe  rQtiyo^ö  ii'ci'dix 
n^it  KCBasnt,  di«  in  tod.  CoIbL  100  ala  von  Oregorioa  Palamaa  nie  änä  rivot  Itifii' 
*frrr'V*'t  «Dv«teb«n  wird. 

7.  Ximtm  NvopbjrloB  Prodromonoa  monanfaea  wird  tn  dem  cod.  Pabnine.  42*^ 
li  aiDe  'Arttktyia  npöc  jöf  Hti^Xaäfi  xni  'AxlvSvmf  lageschriebon.  —  Kinu  Reihe 
Schriften  deaaelbeu  p:e(ten  lialoiner  und  llorlaamiten  in  cod.  Atbeua  3T2.S  n.  1363. 

A.  Ein  aonal  imbcknnntnr  Joeepb  Kalolbelen.  der  aurb  xu  den  lleivohaaten  |!i;>' 
Im,  wM  ron  Nikodemoi  UagioiitM  in  IS.  .Uhrbiindnrt  zitiert.  Vgl.  Pb.  Mojrer.  Die 
'  r,  Zeitsehr.  f.  Kirehong««Ji.  II  (lä90)  4S«  Anm.  2. 

9.  Ea  lcuniNir((in   aueh  anonyme  ßehriftalQcko  gegen  die  Unrlnaniiten,     Solche 
ror   b   den    eodd.    Pari».  1277   c.   14  fol.  1  -Ü.    Monac.  27   »aee    lÜ  fol.  492-99% 

■Man.  ISS-eS.   AtJioiui  '2:>24  s.  14,  372:^  a.  136?.  37ß2  a.  l.>  u.  u.  --  L'uber  Johanne» 
bÄkOMica.  PliUolbeoa.  Neiloa  KabasiUs,  Nikohoe  KeboBitas.  Juhuiinea  Bryennios  vgl.  %%  33, 

SS.  Johannes  VI  Eantakozonos  i^lMÜwtfi  Knvtaxot'^iiVoq)  IIMI— 1^5->, 
itav  dn*  htfn'orragend8U:n  kitiftcrlichen  Theologen  von  Byzaiis,  spielte  in 


106 


Bfuntiiiisctie  LitieratnrgMcfai«hte.    t.  Proa&iachfl  Litt«ratiir. 


dem  Uo6jrcliiU9t«ntjtmt  diu  ati:«««ltlHggi!tH.-n<lv  llolk*.  Nüch  ala  KaUer  Idn 
er  dem  lateiniHrben  Patriardien  von  KoostHntinopel,  Paiiluii,  die  .Blospfae? 
mion*  von  Barlnam  und  Akindynos  dar.  S<?ine  zahlreichen  Struitttchriftvo 
in  diowr  Angclegcidu'it  stammen  jedoch  aus  der  Zeit  noiiier  klösterlichen 
ZurUckgozogenheit.  Die  umfAngrviohste  dorselbon  in  i  Teilen,  wovon  jwler 
mehrere  Bücher  umfawit,  wendet  sich  ge{;en  ßarlaani  und  Akindyno8  8elbst. 
Mehrere  andere  mnd  gegen  ihre  Anhänger  Prochoros  Kydone«,  Isuuk 
Argyros  und  den  Palj-inrchen  von  Kon^tantinopcl  JohaniH'«  Kalekas,  den 
or  134:7  iibKülzto,  gerivhttit.  Diesolbon  sind  noch  alle  un«diert.  Eine 
zvettu  Serie  von  polemischen  Schriften  de«  kaitwrlichen  Hfindiw 
Joaaaph  Ohmt'OduW  kämpft  gegen  Juden  und  Molmmmedaiier.  Dio  Strait- 
Schrift  gegen  dio  Juden  umfanitt  9  Abhandlungen ;  sie  iet  «kenfulU  uii- 
odieri.  Die  Apologie  gegen  den  Islam  schrieb  er  für  seinen  Freuml 
Achaomeiiides,  der  «ich  vom  Ulam  bekehrt  hatte  und  als  MOnch  Meletim 
biees,  als  Antwort  auf  die  Aufforderung  eines  gewissen  Samp^tin««  an 
MeletioB,  die  elirinftliche  Holigion  wieder  ru  verleugnen.  Sie  zerßllt  in 
2  Teile  von  Je  4  Abschnitten,  wovon  dio  4  erst<>»  die  Hauptlehron  dcä 
Christentum«  gegen  den  Islam  verteidigen,  während  die  übrigen  die  ab- 
surden Aufatelhingen  dea  Korans  nnd  dessen  Widersprüche  beleuchten, 
auf  flrund  der  KoranUbersetxung  des  IVodigerniOnche»  Kicnrdus,  dio  er 
wahrscheinlich  in  der  giHcchiMchcn  Aiisgiibo  de«  Demotrios  Kydouc»  be- 
nutzt«. Als  theologischer  Polemiker  kann  Johannes  Kantakuzenos  noch 
nicht  in  abnchliosRender  Weise  gewürdigt  werden.  —  Cber  sein  Ge- 
sell ich  t^wcik  vgl.  Krumbachcr.  Unter  seinem  Namen  gehen  auch  eini, 
kirchliehe  Hymnen. 

1.  Ausgaliun:  Vud  den  Iheotngischen  Werken  ist  nnr  ilie  Solinft  scgcn  don  I 
nnah  der  od.  j>r.  von  Basol  VAS  bei  Mignc,  Putr.  gr.  154,  ^73  Wi  gnilnickt.  - 
cnto  Toil  ndor  die  4  Urtaioylai  vulgürgrinchisrh  von  Mplotios  SyrigoH  Jn  ood.  duin.  1 
A  a.  163.%.  Ddh  <jiin24  viilfiärgriechisi:li  in  eod.  Vindob.  Sujipl.  Koliu.  'i'i.  —  Die  gn 
Solirift  gEgeii  Ilarlnnm  und  Akindynos  in  cod.  Lnurcnt,  |)l.  8.  !^  «aee.  14  toll.  379.  Itnndini, 
CAlalof^UH  1,  3*2  -3'ja  gibt  duruns  dio  Vorredo  nnd  die  (.isto  der  silierten  Aulureu.  —  Die 
ScJiriften  ndv.  Isuue.  Argyrum,  nd  Piinlum  mlv.  Borlimint  ut  Akiiidyni  blaapIiHiuiu,  ndv, 
Jndaeos  II.  d  DcliHt  dur  .\jicilogic  gogau  den  Inium  in  cod.  Paria.  ['it2  foll.  43T.  d«r  von 
JoAMtph  solljHt  13TU— T.'i  EiMieliriubcn  wurd«.  ~  WitIvü11i>.  uli'itlizeilige  Us«  sind  auch  oud. 
Pftris.  1241  A.  laeu  r»]).  h'J.  cod.  Mm'iHn.  1.'<1  eaui.-.  14  röM.  373  u.  in.  a. 

2.  Hilfsmittel:  Daii  ti^V'no  libschirliUvrork  lies  Joliaunes  Kant(U:iix<>no«  (violfdeli 
]«ri«llicli].  —  Nik«pboros  Gri^guras  iinosim.  —  Fabricias,  Bibl.  gr.  T,  TtfT-TSä. 

9.  Ein  ^rilaserM  Wurk  (tCfion  Bnrlanm  nnd  Akindynoa,  von  rinnm  Marko» 
mnnnelios  vorfant,  Ist  erhult^n  in  rod.  ('oi'l,  2M^  nacc  1-5  (oll.  SOS,  ■.  ManlfancoD,  Bibl. 
Coial.  S.  404^00.  Ea  linde)  sirb  dnrin  (lin  Urinf  nn  don  PnbiAr^bnn  von  KpelJohiuiDca 
Kilaka»  (I884~4T).  Dieser  Markos  iel  sicher  nicbt  iilentiich  mit  Horkas  Eugcnikoa  v«n 
Ephuwi.  Vielleicht  ist  «<r  mit  Mnrkoa,  Abba-i  der  I.iiuni  de»  Äthan OHioa  auf  dtrm  AtluM 
lU  idontiflzinr«'n,  dem  eine  kleine  Scbrift  in  cod.  Viit.  Pakt.  101  n.  1373  («1,  lü— 24  tu- 
geaebricben  wird,  Dnfnr  npricbt  iiusscr  dur  Tendenz  der  Sobrin  der  Unistaiid,  dang  der 
Cod.  Cuial.  2)^  der  gnnsnnton  Ijiuiii  augohOrto. 

4.  Dor  Nuchfolgrr  des  abgcHettlon  Johannoti  Ka1(<)[m,  dar  Patriarch  Isiduro« 
(1347—50),  bukHmpfln  KiirlAnm  nnd  Akindjnoa  in  soinen  TostMoonle.  Kdd.  Miklosiob 
u.  Hnil»r,  Aetu  ot  dipidinutii  grueca  1.  2i<T— 2S4  (lOekenhafl). 

34.  Johannes  Eyparissiotes  {'twmvr^t  hmfißiaaiaiTT^i;)  mit  dem  Bei- 
namen .der  Weise"  ist  nach  Nikephoros  Oregoras  der  hervorragendsto 
Oegnor  des  Palamas.  Seine  persönlichen  VorhÄltnisse  sind  uii.s  giitu- 
lich  tinbokunnt.  Es  steht  jedoch  fest,  das»  er  Nikephoros  Oregoras  übei^ 
lobU),  dessen  Tod  eine  seiner  Schriften  vorau^setüt.    Seine  Blütezeit  mag 


J 


t- 


L  ThMlogI».    A.  DogBfttnt  uai  Polemik.    (§§  34    S5) 


t07 


d^er  in  das  letzte  Drittel  des  14.  JahrhuadertH  fnllen.  Dar  cod.  Farn.  124fi 

MUtc   ir>  cntliillt  folgende  Schriften  gegen  i'alftinns  und  d<.<«8L'n  Anliiingor: 

Pftfaunituruni  tr»migrc«S)onDni  11.  4.  AtlvuTVUK  Pidunmo  toniuni  ejuscguo  novam 

fidom  11.  8,  be  Inmino  incroato  advuraus  Pulumam  II.  8,  ('untra  Palami- 

tamm  upostasiam  11.  :).  Davon  liegen  nur  die  Utlßher  I  nnd  4  der  <ir»t«n 

Sclirift  im  Drucke  vor.    nAmach  war  er  seinen  Oi-gner»  an  Scharfsinn  und 

(Ji'k'linvainki^'it    durcliaua  gcwacti.ten.     In  dem  4.   Buch  crwShnt  or  eine 

wi-iteru  ächrift  Nfffi  aiffiatfot;  tu  der  noch  5  Bfichi'r  gegt>n  Nc<il<m  KAbu«ilas 

liiiizukomnicii.      Letzter«    ist   aucli   in  cod.  rnris.  1246  erhalten.     Kavit 

rahririus   vprfaaate   er   noch   eine  Schi-ift  gegen  PalamaH,   welche  rhrono- 

logiMch    vor  die  vorhin  genannten  fallen  und  ihnen  in8ge.samt  an  Umfang 

j^chkomniL'n  hoII.     Die  einzige  Schrift  des  .fohannes.  die  (nilordinga  nur 

iti  lateini»^'hfr  ÜlM>rir«tziing)  volI»l3ndig  vorliegt,  seine  Exiftsi^  otmxttmitfi 

f>,a(«>r  ütoÄoYtmör,  hiel*t  ein  beflondereji  Interesse:  ea  ist  der  erste  Vor- 

■Qoh  einer  systematiHchen  Dogmatik  nach  dem  Muater  der  abend- 

lindisiehen  Scholastik.     Wie  die  Scholastiker,  so  heginnt  .lohannes  mit 

JM*  AHfKtcIliing  von  Axiomen,   Definitionen  und  Einteilungen  der  Theologie 

im  Sinne    von  OottcBlehre.     Er   unterscheidet  eine   mystische   und   eine 

denonstrative  Theologe:  die  demonstrative  xeriUlIt  in  eine  aftirmative  und 

(be  negative.    Die  aflinnative  hamlclt  von  den  göttlichen  Au»g3ngen  und 

Niai45a,  die  negative  von  der  Unendlichkeit  (iottes  in  dun  Kreaturen  und 

in  mch   iwltMt^   endlich   von  Gottes  Einfachheit.     Mittelst  weiterer  Untor- 

olitt'ilungeo  gewinnt  .lohannes  10  Dekaden,   deren  jede  mehrere  Kapitel 

■BllMt.     Auf  diese  Ähnlichkeiten  heschrftnkt  sich  jedoch  die  Nachahmung 

IffSdiotastikor;  inhaltlich  hc!<t4>ht  diuHu  byzantinische  Sunmia  de  Deu  aus 

lint<T  Väteratellen,  die  unter  die  angedeuteten  Gecüclttspunkte  gruppiert 

wrdviL.     IHe  Mauptautoritftt  ist  Dionyjiio»  der  Pseudoareopagite;  neben 

(km  kehren   AthHna.-<io<s.    die  3  Kappudekier,   Chrysotitomos.    Kyrillos   von 

Alfxandrien  und  Johannes  von  Damaakos  am  hauBgsten  wieder.  Die  Grenze 

Dich  oben  bilden  uncirhte  Schriften  .Im^tins,  nach  unten  der  Patriarch  von 

KoMUntinopel   Nikephoros,   der  fälschlich  als  Theodoros  (iraptos    zitiert 

"ird,  und  Kuthyniio«  Zigabenos.     Gleichwie  nun  die  fomiülle  Seite  dieser 

Schrill   den  Einilus«   der   abendlKndi»chen  Theologie  auf  die  byzantinische 

Mundet,   »0   läsat  sie   auch    durch   den  Mangel   selbständiger   Forschung, 

i  (  ii  das  Sichznfriedengeben  mit  den  Aussprüchen  der  Väter  den  weiten 

'  -lind  zwischen  beiden  deutlich  erkennen  und  bildet  somit  ein  wichtigüs 

.  :>'ichnngMibjekt  Rlr  die  Geschichte  der  mittehtlterlichon  Theologie. 

I.  Auaaabcn:  IIdrIi  1  luid  4  mir  llalaummir  9infn;to'iifut>  ed.  pr.  Tr.  (Jüiubefia, 
ivrUhun  aoviMiiBiun  2  (1672)  6S  Wh:  w^isderliolt  bei  Mixno,  Patr.  gr.  l.'>8,  6ft4-  T3T, 
-  DmtMtMH  od.  lal.  Kr.  Turriaans,  Rom  15S1;  «riddvrliolt  bei  Mignn  u.a  0.  m-9V2. 
-~  Site«  Schrift  Btfl  a!^(«fn-  «rwkluit  JoIiuom  in  den  2  angngobiMiaa  Schrdti-D.  bei 
«•■■•  ■.  «.  0.  TZ).  TR5. 

IL  UilfaiBittol:  l'abrieiua.  Uibl.  gr.  11,507-12.  -  Kinigo«  nbcc  aetn«  Lelim  von 
*m  CrdM  bM  J,  Langen.  R«vu«  int^'niaL  dn  Üidol.  3  (ISSfi]  300-30S. 

tt.  Fhilotheos  {'PiköOio^)  mit  dem  Beinamen  KÖKiuroif  Patriarch  von 
Kanfauitinopel,  war  im  Gegensatz  zu  Joliannrn«  Kyparissiotes  ein  eifriger 
Aflhlager  dee  Uregorios  Palainaa,  dem  er  ein»  Lohonsbescli reihung  widmete. 
Kr  vir    Vonftand   einer  Laura   auf  dem   Berge  Atbos,    wurde    nachher 


108 


BfMBtitiiBcb«  LittefKturgMHhiehte.    L  Prosaiache  Litteratsr. 


HiK('li»r  von  Horaklea  in  Thrakien  und  bestii'g  unter  Johannw  Kantakujunofl 
tk'ii  Piitrinrclitilstiilil  von  Konstantinopel  {13'».1).  Vertriebßn  durch  difl 
[{»stuurutioii  ilei-  ruläülog<;n.  wurde  er  1364  in  sein«  frflhero  W&nli| 
wieder  einRe(M>t«t,  die  er  bis  1:175  inno  hatte.  Kr  starb  li(7ö.  Sfiö* 
litteruriiKchc  TliAtigkeit  bewegte  sich  auf  verachiedenen  theologischen  Cie- 
biett'u.  Bein  Hauptwerk  i»t  eine  Streitschrift  gegen  Nikephi^roH 
Oregoras  in  12  Bflcbern,  mit  denen  H  weitere  Abhandlungen,  die  Philothitai 
froher  an  einen  OroHsdomestikoa  gerichtet  batt«,  vereinigt  wurdon.  ¥a 
kehren  hier  die  Ausftlhrungen  llber  den  Unterschied  der  göttlichen  Wesen- 
heit von  der  gfittÜrheii  Wirksamkeit  und  über  die  Unerschaffenheit  de« 
gOttlicheu  Liuhti»«  zui-ück,  WL-Icbu  die  Schriften  der  HesychiiHtenfri'uadt' 
fOlleu.  Philothooa  wiederholt  aucli  die  Aiüclagen  auf  Ariani«nius  und  die 
übrigen  Verdächtigungen  gegen  die  Barlaamiten.  Endlich  werden  auch 
dieselben  Väterstellen  betpruchen,  welche  den  Zankapfel  Kwti<o)ien  den 
zwei  ['«rteien  bildeten.  An  di«NO  HnuptKchrift  reihen  sieh  an:  oinu  Wider- 
legung von  14  Kapiteln  des  BaHaam  und  iIvh  Akindyiio».  Ewei  ^öyot  ioj- 
fittnxoi  gegon  Akindyuoa,  die  er  als  Bisehof  von  Hcniklea  verfaaste,  und 
die  sich  Ober  das  göttliche  Licht  auf  dem  Thnbor  verbreiten,  eine  längere 
tilaubenserklftrung  auK  dem  Jahre  13Ö2,  endlieh  eine  Streitschrift  gogMi 
einen  gawiseen  Petriotes,  Anhänger  von  Barlaam.  Ausser  dem  orstcii 
Wi'i-ke  sind  alle  diese  Schriften  unediert.  In  nielinTon  llss  «-ird  ihm  awh 
eine  Homilieneainmlung  auf  alle  Sonntage  des  Kirchenjahres  zugeacbne- 
ben,  au«  der  nur  einige  veröffentlicht  sind.  Auf  dem  (.iebiole  der  Bxogos« 
liegt  eiiK^  Abhandlung  Tiber  die  Bosch neiihnig  und  die  Erklärung  einer 
Steile  dt's  Buches  der  Weisbcit,  auf  dem  der  Liturgik  eine  Anleitung 
tlber  die  Dienst«  dea  l>iakonH  bei  der  hl.  Hesse  und  den  Öottcsdienat  Ober- 
haupt, auf  dem  des  kanonischen  Hechtes  eine  kleine  Abbandhing  gegen 
Hnrmtnopiilos  xuni  Erwei»e,  dn«K  die  Exkommunikation  wegen  politischer 
Empörung  iiiehl  gültig  sei.  Weitere  unedierte  Schriften  sind:  eine 
Kcd<3  Über  die  Einnahnib  von  Ileraklea  durch  die  Genuesen  im  .lahre  i;i5l 
und  ein  Trostbrief  an  die  Diöcesanen,  als  sie  aus  der  Stadt  flHehteten, 
eine  Schrift  gegen  die  Lateiner,  einige  a-iketische  Schriften  und  einige 
liturgi»cho  Geaänge.     Über  PhilotheoH  als  llagiograpben  vgl.  g  90. 

1.  AuflSftben;  Die  15  Bücher  gogt«  NJkenlioroe  Grogoras  ed.  nr.  DoailLeua,  Teuo( 
«j^nr^f.  Jmwv  löft8  S.  I  -289;  »bg^dnickt  bei  Migiio,  Potr.  gr.  151,  778-1108.  -  Pte 
dio  UliriKrn  ^trriteclitiftcn  gcgon  dji«  UnrUnitiiton  vgl,  u,  tt.  cn<l.  Morbc.  905  Mec.  14  M> 
2'-  »•.  cod.  Monac.  508  luiec.  14  fol.  55-145',  cod.  I'Kris.  13T6  enoc.  Id.  ood.  CeiaL  101 
N.  Ht.^.  -  Kinn  t^hrift  gngnndie  LKteiner  in  cod.  Tnurin.  1-M  s.  16  fol.  14S— 49.  ~  Hniig» 
Uuuiilicn  nuch  frOheri-n  DnickiMi  bei  Migiio,  Patr.  gr.  154,  "20-729,  766—820.  —  Kin» 
grSBMir«  Aiizubl  edd.  Kanst.  Triautnfillia  u.  Alb.  Grnpputo,  Änood.  gr.  I.  Venedig  1X74. 

—  Dio  ,liiitu!i(  ii7(  Itimiirmortn^  bei  Mign  e  u.  u.  0,  745 — 7(!5,  Einu  uinfnli|;r«icbo  Jiäialif 
ii;\  ititovQyiBi  in  cod.  Alhoua  '2175  u,  1545  MI.  11)2.  —  Dio  Vita  PuIuidü«  l>L>i  Mignc, 
l'ntr.  gr.  151,  551—656,  —  Eine  vulgargtiocbiaeli«  ÜebersoUiinji;  dur«i.'lb(<ii  in  cud.  Alhaiu 
S120  «.IS.  —  Die  ßeteaUtio  anatheDtalisiiiomm  gogen  Hat  iiiviiu|)iilu8  bei  Mignc,  t'ntr. 
gr.  154, 821<H25.  -  Kinti  ;;roMo  Anxalil  «eincrr  l'ntriiirohnlcHassn  edd.  Miklüaicliu.  UUIler, 
Acta  tt  dipluniula  entcca  modü  novi   I  (Wirn  1(^60)  295  IT.,  449  ÜT, 

2.  Hilfitnittnh  Fahriciu«,  Uibl.  «r.  II.  51^-51}«.  —  C,  Oadtn,  Cotnm,  d« 
Script.  occL  S,  10411 -.59.  —  Vi.  J,  Stein,  Studien  Über  dio  lIonfrJiMtou,  WJea  ISTt 
S.  Ii8— IS3,    -  Einige  Naohriclilnn  xum  I^clian  gc^boo  Nik.  Uregornii  u.  .loh.  KantakmenM. 

8,  Zu  nnicniclicidcn  von  dem  rntriarrhon  Pliilotheos  ist  nin  gleiHinaniiKM'  M&ooli 
de§  MarienkloateiH  rij;  ftarou  auf  der  SinniliatbiusFl,  d«ni  handBoJirifllicli,  s.  B.  in  ood. 


1.  Thsologie.    jL.  Dograalik  nud  Polemik,    (g  38> 


109 


YiCitL  d&O,  omL  rana.  1091  aaeo.  M  u.  a..  ni<')ii-<'ii>  asln^tixcli«  Ablwidliin^en  xaav- 
Mkhaben  weniMi.  0«4nickt  ist  dav<Mi  nur  uine.  ili^i  lüc  Jrmiiiiy  tor  jrt^n'Qii  ig'iiaif  bei 
P.  I'uaainn«,  Tlicaavnia  aacriious.  Pari*  1684  S.  3)6  IT.;  wi«il erholt  bei  Migne.  Palr.  gr 
lit  729—745.  Mijtne.  Patr.  tr.  98,  1869  f.  gibt  anch  don  AnfnnK  einer  w#il«r«n  aeJt«- 
Schrift  —  Diese»  I'liilolliMta  int  fillur  lUit  ilrr  i'alriatvli;  denn  #r  wird  ri^Ikmi  von 
IM  Sinailea  (fi  6iS)  etwalinl.  Da  ab»  der  t'ilharrh  nitoli  nakotiiriiA  Srkriften  Ter- 
so  erklirt  «oh  iHo  ld«ntlfai«niitg  beidot  x.  U.  bui  Kr.  J.  t^tnin.  Stiiditin  ßbtrr  di* 
M,  Wien  1878  S.  178.    Aach  dnrfta  es  §Dliwiorig  nciu,  (tun  Kignnhiin  boidfr  fcal- 

Doeb  |[«ili9ri«  den  PalriarvtieB  mit  8ivli«rli<^it  *.  B.  S  Abhandlungen  über  die 

l'l  Sdil^ollsB  is  codd.  Ambro*.  D.  29  8Up.  Vindob.  theul.  206  foL  21— HO',  die  an  llolona. 
rib  TboUtf  doa  Johaanna  Kanlakuieno«,  K<«idilet  sind. 

^  AnUiisar  d««  Philolhoon  war  Keilos,  Knbiaihof  von  lUioduH  (f  nach  I3T9),  der 
«tot  »hnmo  fndiUiarR  als  violaniligc  K)iriftflloll«<riMhu  TbUiglceit  eutwirk^lt«  auf  äog- 
mUmImhi.  exacetüchrm.  hasiugr^hiMh«in  and  profansin  fiebiete.  Vier  aetuur  IheolüKiHchiMi 
Blkrjflan,  ain  Lebcnakild  der  hl.  Hatrona  von  (Jliio«  nnd  8  Hnmilien  ed.  pr.  Arsuuij. 
■mH»  1891.  VrI.  du  Itereml  von  F..  Kiirtn.  H  7..  4  (lt«U)  37Q~7S.  Er  verdient 
(iiSatiMiJer  g«wardi|Kt  m  u-i-rdfu.  —  Für  diu  profanen  Rcbrifl««  rgl.  Kruinbarher. 

96.  Neilos  EabasUas  {SttXot  Ka^dciXa^),  ijer  Oheim  de»  1)orfl)in)l«n 

■tikers  Niknlaos  Kabiu>ila.<<,  fol^tn  Orcgorio*'  l'niHiimK  um  dn»  Jalir  1360 

Motro|>olit  vou  TheAsalonikc  nach.    Er  stand  im  lIvsycliA»ti>nHtrcit  auf 

dtr  SeiU-  ätm  I'alatnnM  und  vcrfasstv  nnch  dem  Zougitis  steine«  Nachfolgers 

iw>n  (fi'gt-n  Burlauin  umi  Akindynos  eine  Strflitachrift,  die  in  einem  eod. 

Ulicril.  erhalten  ist.   Oegcn  diesi^  waren  wobi  di«  5  Bücher  des  Johannes 

KypanxdiuUit  adv.    Nütini   Kahoi^ilain  g«ricbt«t.     In  erltobUcht-ri'^m  Ma«iw 

brtt<iligtu  sich  Ncilos  an  diT  Kontroverse  gegen  die  Lateiner  und  wurde 

de^ftlh  von  den  Gejjnwrn  di-r  Union  auf  dem  Konisil  von  Florenz  als  eine  ihrer 

Adtnritititn  gerühmt.    Ih-ei  Schriften,  tlber  die  UrHachen  des  Unfriedens 

nüehon  llom   und  üyzanr.,  über  den  Primat  de»  Papstee  und  übor  dm 

F«gf«Der  lii-gun  von  ihm  int  Drucke  vor.    In  den  xwei  ersten  nimmt  Neilos 

eiM  BchraBe  Stellung  ein;  die  hauptflSchlichste  Ursache  der  Trennung  er- 

hfiekt  er  in  d«r  Weigerung  de«  Papste^i,  die  Streitfragen  der  allen  IVaxis 

BHBlaH  durch  eine  ökumeniBclie  Synode  enUcheidun  zu  lusuen.     Xtichher 

ilnHut  0T  al>er  dem  Papxt  das  Itecht  ab,   allgemeine  Synoden  ku  benifcn 

ni  RUItzt  »ich  dabei  auf  die  Akten  der  6  ersten  Konzilien.    Drei  grSt^sero 

ScbriftoD    Bpuziell    ilkor   den  Ausgang    des   hl.  Ocistes  uiiid   uncdicrt. 

Wie  AUS  den  Hss  z.  I).  aus  cod.  Monac  28  saec.   16  fol.  21—266  er- 

BditHcb  ii)t.  hüngen  dieselben  innerlich  msammen  und  stallen  sich  als  ein 

qvttmAtiiichu  Corpus   doctrinne  gegen   die   l^iteiner  dar.     Neilos   stellt 

Mret  diu  Prinzipien  auf.  die  in  der  Disputation  mit  den  Lateinern  zu  he- 

ahtclit«n  seien,  sucht  dann  die  These  vom  Ausgang  dt-x  hl,  Ueistes  aus 

den  Valur  in  Ti  BUchem  unter  Zugrundelegung  der  chrunologitichen  Reihon- 

Mgfl  der  allgemeinen  (Synoden  y.u  howeiRen  und  bespricht  endlich  49  Uga- 

tmatg  tiif  jiai{vv>v,  denen  er  «iner  nach  der  anderen  eine  Ivatt  entgegen- 

UL    Dieser  3.  Teil  i«t  der  umfangreichste.    Diwtc  Schrift  wird  auch  den 

lUlun  doH  Neilos  bei  seinen  spilteren  (lesinnungsgenossen   in  erster  Linie 

Wgiladet  haben.    Sein  Nefft-  Nikolaos  Kabasilas  scheint  sie  heniusgegebeu 

m  halten:    wenigstoita  schrieb   dioser  eine   ICinteitung    dazu.     Demetrios 

iLjtdmiaB  trat  fllr  die  Lateiner  ein  und   naltm  insbesondere  Thomas  von 

Aquioo  gegfo  NeiloB  in  Schutz,  während  ein  zweiter  Zeitgüno^^se,  Demetrioa 

QtrTBolorai«,  einen  Auszug  aus  der  genannten  Schrift  des  Neilos  veranstaltet« 

nad  die  Oegeaüchrifl  de»  Dvmctrios  Kydoncs  seiner-icits    zu    widerlegen 


HO 


Bfiantinisalie  Litt«ratargeB«hiehte.    I.  PrOMÜscho  UttflrftUir. 


Hebte.     Im  17.  Jahrliundert  wurde  der  Schrift  des  Neilo»  öbur  den  rOOiH 

flehen  Primat  von  .loliannc«  AlatthaeoH  Karyophiltes,  Erzbisvbof  von  Ikooiajjfl 

eine  Widerlegung  in  neugriechischer  .Sprache  entgegengesetzt.  H 

1.  Aungobtin:  Zwei  Rcbrift«!)  gegen  dw  Lalnnor  bei  Migne,  Patr.  gr.  M9,  6!M— Tl^| 

—  lieber  fiflhciv  AiugübMi  vgl.  Fuliricius,  Bibl.  gr.  10,  S3  f .  ^  IK«  Solixift  Bbcr  tUui  Pt^M 
fenei  t4.  pr.  B.  Vulouniua,  Iicidon  lö'Jö.  Sie  felilt  liei  Migne,  ~  Die  QegMMlirift^^B 
Ji>li.  HaUliMO«  KarrophiltuH  encbien  Pana  lß2(I:  «ioilorbolt  bei  Higne  a.  a.  O.  729— 8^H 

—  Diu  Binleitung  iv»  Nikulnun  Kabamlati  zu  dun  uu«diert«ii  Schrifton  td.  A.  DemettaH 
kopuIoB,  ^»e».  >Jlut  8.  IS— so.  —  D«metrako{ititi)B  a.  a.  O.  a  60  orwaliot  eino  alaTÜN^J 
UebeneUnoK  der  Schrift«n  des  Neilos.  —  EiDcn  Urier  des  Noiloa  ed.  Chr.  F.  Matlbka^| 
Dresden  17^  (mir  iiniacSiiglicb).  —  Weitere  Briaf*  aa  DametriM  Chryeolora«,  DemettilH 
nnd  Procboroa  Kjdooee  Ih^mi  vor  in  cod.  Vntic.  6S3.       Bsa  im  Neiloa  niad  ntclit  mUc^^ 

2.  Hiiramittol;  Fabriciua  ■.  a.  0.  20—24.  —  A.  Demotrakopalos  a.  a.  0. 
76—80.  ^  Ii.  Allntine,  Diatriba  dn  Niliü  bni  Fabrieiue,  Bibl.  gr.  10,  20—35. 

Z.  Domolrina  Uhry>ulüraii,  ein  Vtirtrnuter  des  Kaisern  Haaaol  FiIrmImn 
(1891  — U25).nn  doli  er  loci  kleine  IIriofnMhheblMid.ri>ri>.ll»t  uieo.  lä  foL  SQ^-ii).  Uni» 
lices  nusser  der  nbon  nngodoutotoii  Schrift  noch  twei  Dialugo  gegen  die  Iiiiteinar,  nalÜMt 
Reden  uuf  Feste  du«  Ucrm,  MnriU  und  auf  dva  hl.  Dumiytlios  (S  Reden  in  dem  eod.  B»- 
«iriiil.  löl  BWP.  15  fol.  I-IUT";  eine  0.  in  cod.  Uurent.  pl.  10,  31  8«c.  15  fol.  I39HW- 
Üedruckt  int  hciik.'  Disnuttilion  iiu't  Autoniu  von  Aaouli  vor  dem  Kaieer  M&uu«!  aber  dit 
Werl  CbriHti:  Es  wäre  ueeser,  wenn  dieser  Meuscb  tiiclit  ge<büren  wSre,  ed.  lat  Q.  Tromba, 
Flureiii  1018  (mir  nDzn^n^lidO,  -  Vgl.  Fabricius.  Dil)!,  gr.  11,  411-18.  —  A.  De- 
metrnkopulos,  Vip9.  EXXtit  S.  BT.  —  Ein  aus  dem  1^,  Jahrhiuidert  henflkreodM  Vv> 
leicbnis  von  Srlirifteo  de«  Demetrioe  ed.  Sp.  Lampros,  U.  Z.  3  (1894)  GOO  1  LatBKOt 
Mlbst  hat  dio  Cinge  nacb  dem  IlmTang  d^r  SchriftAlellGrei  des  D«m«trioB  wenig  gnftraerL 

4.  Die  abrigen  gleichzeitigen  Polemiker  gegen  die  Lateiner.  Die  PoleniOt 
gegen  die  Lateiner  viirde  auch  im  14,  .Inbrhundert  von  zahlreichen  Tlieologen  nfBkit,  die 
sicli  am  lIcs.vrha«tonfitreit  nicht  oder  wenig  bittciligtoD.  Ausserdem  KirchenhlatonkerKike' 
phnioe  Knlliatos  XnnthopnloB,  dem  ßhetor  Niktphores  Cbumnoa,  dem  Kano- 
ninten  Mattlineos  Illnataroa,  dem  Mystiker  Nikoluus  KnbaailBS.  die  diiTok  Aro 
im dor weitige  lilterariaobc  Thlltigkeit  liekuiuilor  sind,  koniiueu  folgende  Numen  io  B«4rMibl: 
Michnel  Bryennios.  tiregurioa  älrongulus.  Areenios  Studites,  Anthimoa, 
Krahiüchnf  von  Bulgarien,  Jubanni^s  äuitvs  und  Neilos  Damylna,  di>rOD  eüiadillgm 
Solmlten  nilmtlicb  unedicrt  Bind.  Vgl.  A.  Deuietrakouulo»,  1)^8.  TMiit  8,  SS— BS. 
Nur  von  der  'Klf/jnt  ii/r  nlciVijc  rwi'  Jaiinuv  Letitelloo  Schrift  des  Mattlineos  UlaaUm 
finden  sich  einige  Fragmente  bei  Doeitlieoa,  Ta/iac  xtnuXXityijt.  Jeg«y  169$  S.  441— 4&5.  — 
MatthaeoB  Blastares  g^liCreu  wehl  sncb  die  unter  dem  Namen  etnee  Matthaeo»  Hiero- 
monackos  flberlie Ferien  &  bncher  gegen  die  Juden /u,  eher  als  Mattbneoa  Kau takiiMaoa. 
In  coi.  Dodl.  Seid.  44  »nor.  14  fi»I.  100 -IDT  sieben  sie  bei  den  nbrisen  Sehrift«a  4e8 
MnItliRone  ilttialjires  gegen  die  Latoinor.  —  Unter  dem  Nnmoa  einen  Mnttbnecm  bicroniD- 
nnrhne  Btobon  nuch  Schriften  gogsn  tliu-lanm  in  cod.  Athens  3701  s.  15,  —  Mehrere  ÄtT 
gonnnnleii  hnlion  noch  Hndcro  tJienlogiache  Schriften  verfugt,  so  Nikephoros  Knlliston  Xantho- 
puloH,  N'ikopbnroH  Chumnos  (t.  U.  cod.  Paris.  2105  saoc.  14,  wo  ihm  Hemilion,  «i«^«* 
tischn  und  nsketische  Abhnndlungcn  xugeachriebun  werden,  davon  einiges  bei  Mign«,  Patr. 
gr.  HD.  U.V.'-U6.5.  1497—1525).  Arsecios  Stndiles  (in  cod.  Kscor.  320  saeo.  LS  fal. 
10^  -117  Uriofo  und  Opiiscula  gegen  Piilnmiis),  Jobonnue  Saites  (in  cod.  Vtndoh.  theel. 
295  iwei  Dialoge  gegen  die  Juden |  und  NeiluaDunLjlus  (vgl.  Febricius.  Bibl.  gr.  10,  19 
und  B.  /.  1  (li^'it  354).  Auf  eine  voltsUUidigo  AuTzUliiuug  dieser  UDediorten  Sohnflaii 
muiut  hier  verzichtet  werden. 

37.  HaDuel  Ealekas  {Maiovijl  KaX^xag)  Htammte  ans  vhwr  an- 
gesehenen Faniiliti  von  Koiiätuntiiiüpi»!,  auh  dur  auch  der  Fril)ii<ru  l'atriarch 
Johanne«  Kalekas  il'.i'M — 47)  hervorgegangen  war.  Er  trat  in  das 
Dominikanerkloster  in  l*era  ein  nnd  starb  UIO  in  Mitylene.  Manuel 
ist  neben  Andrea»  von  Kolossos  dui-  let/to  Theologo,  der  noch  finmat 
gegen  Palamae  und  dio  lleHyt-hanlen  auftrat.  Seine  Schrift  //*pi  ovm'of 
xal  ivf^ytlfti  wiederholt  die  Argumente  »einer  Vorgänger,  denen  er  hü 
in  die  einzelnen  VÄterzitate  folgt.  In  der  ewigen  Kontroverse  Hlwr  dcu 
Ausgang  des  lil.  0i'i>«te8  gehörte  er  zu  de»  Anhängern  der  Lateiner 
und  legte  seine  Ansiebten  in  einer  g]-*Jsseren  Schrift  dar,  deren  4  BUeher 


A 


L  Theologie.    A.  Degmatik  aaä  PoUmik.    (§§  37—38) 


111 


(bn  Kftchweis  vei-folgen,  das«  die  grossen  Tlif^'ilogen  des  4.  und  5.  Jalu'- 
buuildrte  im  Orient  und  0<;cident  in  diostMn  Lchrjiunkk'  Qbomiifitimmleu. 
fr  könnt  nivlir  lati^iniHclio  VSt«r  a\s  seine  früheren  Gesinnungügenosaen; 
nbea  Äuguslinus  zitiert  er  IlilariuK,  [iieronymuH.  Ia^o  I.  Oregor  I  und 
Anftor  X,  Eine  dritte  HauptHchrift  Manuel»  ist  eine  lysantiniüclic 
DogiBAtik  in  10  Abschnitten,  worin  di»  Oott«Hlchro.  Trinitiit.  lukamation, 
illknmenU>nU-tirc  und  E^^clmtologiü  zur  Darstellung  gelangen.  Von  der 
gUdHiügi-n  Schrift  des  .lohunnes  KypariBBiotos  unterscheidet  »ic  sich  be- 
•tadcrs  durch  selbständigere  Arbeit  und  die  Vermeidung  einer  rein  mecha- 
oiKlMin  Verknüpfimg  der  Lelira8t«e.  Der  Einfluss  der  aboMdiandischen 
ScbolftHtik  iiiucht  ^ich  durch  diu  ganze  Schrift  gvlti^nd.  in»betiondere  im 
Eip.  7,  welche«  die  McuHchwenlung  vom  Standpunkte  der  Vernunft  nun  bä- 
tncbtrt,  Im  wesentlichen  verleugnet  aber  Manuels'  Dogmatik  den  Charakter 
itr  brzantinifichen  Theologie  nicht;  die  VBter  stehen  immer  im  Vorder- 
gnnd,  und  am  SchlasKO  erklärt  Manuel  ausdrücklich,  üüh»  er  keine  eigene 
SpahoUtioiien  vorgelegt,  iwndern  nur,  was  er  aus  der  hl.  Schrift  und  den 
VU«ni  gelernt  habe.  Die  Darstellung  ist  klar,  einfach,  Übersichtlich 
vmt  zwecken t>iprechfnd.  Auiwer  diesen  Schriften  werden  Manuel  noch  ein 
grSiwere»  Werk  Iltfti  ir;5  «71«;  T^iüdof,  jiüym  iftokoyixoi',  eine  Abhandlung 
ÄWr  die  Besehneidung.  eine  Rede  auf  den  Eramärtyrer  Stophanos  und 
ndtfere  Briefe  handschriftlich  beigelegt.. 

t.  AaMcabeo:  Dj•^  3  vM^ffentlicbUn  Schriftm  nncli  ßruokon  von  P.  Stovart  nn<l 
OnkS«  bei  Ui|;nc.  fair  gr  15^.  13  -6BI.  —  Die  vtor  Büchor  ^egcu  die  Oriochen 
■H  te  4«r  latMiuAoh^  l'rl)un«txiuie  dun  AmlirosiuB  ÜamoldulenBia.  Der  ^riorhiRcb« 
t«d  y  kuidMlinftlicIi  nii»tirfacli  Torbnndeii,  i.  B.  in  cod.  Muuhc.  2i)1.  Hiortiiw  ein«  längere 
ftdk  bei  V,  I.ocb.  DttB  Degina  d»r  giiechtaclieD  Kiicbe  vom  PiirKaloHuin,  RegonsbuTg  1H4'2 
S.W-4X.  —  RiM  CebenMsim«  der  Schrift  De  TrinilAte  d««  (luethius  wird  ihm  in  ced. 
Ttm^  161  B.  m  fot.  5&-«r  beigelegt. 

2.  Hllfemittel:  PabrtciuB.  Bibl.  ;r.  ll.4;>3  4T,b.  ~  L  Allatiu»,  D«  pnrp.  «on- 
«mkM  S.  V^'i  f.  —  Qttetir  et  Ecbard,  ticriiihires  ordinie  PfMdicatornm  1  {l'arin  1719] 
718-7». 

S.  tn  deoi  Doi.  Paria.  1277  saec.  U  fol.  196'     199  ist  ein  CompiMidiam  dogiiuitum 

peetvm  «t  pdiloeophicomm  nnlcr  d«m  Xunen  einm  Mniichc«  Jolinnnra  Knpoa 
4ar  rjelleicbl  in  diese  7/rit  gahVrt. 

t8l  Xannel  n  Pnlaeologos  {MmovtlX  //rArioAöj-oc)  i:t'.n  — I4'25, 
'  iler  g«w&ndtA.«ten  Stiliäteu  und  Dialektiker  des  hinitteri)endon  Kyzanz, 
btifhte  auch  der  Theologie  ein  intensives  Interesee  entgegen  und  verfa-iate 
Wtiwe  theoIogiscliB  Schriften.  Auf  seiner  Reise  nach  dem  Aheiidlande 
twde  ihcD  üi  Frankreich  eine  Abhandlung  Über  den  Ausgung  de»  hl.  Oeistea 
(■K^iaiMligt,  die  er  in  157  Kapiteln  beantwortete.  Beide  Schriften  sind 
Xeb  ODMliert.  Umfangreicher  und  bedeutsamer  ist  sein  Jittloytii  nt^l  tijg 
nt  X^vttatw'  ägt^oxtüii  rißt*;  mit  IltQdi^r  in  'il»  Ho.'*prächen :  die  gröasto 
^'»ntinifiche  Apologie  gegen  den  Ulam.  Sie  beruht  auf  den 
Heligionsgi'sprBchen,  die  Manuel  mit  einem  türkische»  Muterieis  in 
lakjT»  pflog,  ala  or  mit  einer  Hilfutruppe  an  dem  Kriege  de«  Bajazet 
ItgOi  «ioen  Emir  teilnahm  (llliXl).  Er  »cheint  die  einzelnen  Konferenzen 
lUeb  •chrifUioh  fixiert  zu  haben,  da  noch  Andeutungen  über  ganz  spezielle 
IhwUnJi  in  d«m  I>ialoge  vorkommen.  Die  Redaktion  der  seinem  Bruder 
Tht4anw,  Despoten  des  Peloponnesos  (t  1-107),  gewidmeten  Schrift  ge- 
«Wi  jodoch  9p«ter:  Manuel  wollte  darin  nur  eine  Auswahl  der  bedeutr 


112 


ByeuitinUobo  UtUntargaacliioht«.    L.  Proatiaelie  Litterkbnr. 


sanieren  Ausflllmingon  de?'  MHtcrizi«  und  meiner  oigen<*n  bieten.  Von 
26  Dialogen  »lud  mir  die-  2  vr»lvn  vi-röfTuntUcht.  Siu  hniiddo  vun 
Engeln,  der  Mvnsi^honiM^vIv,  Himmel  und  Erde,  von  doin  FuUe  Adtiine 
dem  Paradiene  Mohinnmedä.  Die  weiteren  haben  folgenden  Inlialt: 
Tiersoele,  die  krieyei-ischen  Krfolgc  des  [slani,  Moftos'  Superioritftt  Öl« 
Mohammed,  die  Überlegenheit  der  «ittlich«n  Vor»chrift«n  des  ChristoDtuniv] 
VüDH'huiig  und  I'raL'iiu^tiiiation.  Vom  12.  Dialugu  an  wurden  die  Haupt* 
lehren  des  Christ^^'iitiini».  Dreifaltigkeit,  UÜderkult,  Kilösung,  Sendung  ins 
Apostel,  Eucharistie  und  die  reale  Gegenwart  Christi  be^rochen.  Die« 
Reihenfolge,  die  kein  .System  veirftU  ergab  »ich  offenbar  aus  dem  leben- 
digen Flu»«  (lue  Hede.  Der  Gegner  i»t  dem  Cliristentum  von  vornherein 
günstig  geMtnni  und  »uine  Einwände  «ind  uieht  «ehr  gefShrlich.  Doeh  wird 
er  nicht  zur  blossen  Kunstfigur,  wie  das  in  so  vielen  Dialogen  der  Bj-tUf 
tiner  der  Fall  ist;  denn  Mann«)  gesteht,  dass  er  den  Muterizis  zur  An- 
naliinc  des  <'liniittcntuiii.-i  nicht  bewegen  konnte.  Die  Eiitt«tehuiigHwi>ii 
de«  Dialogen  lieew<  eine  direkte  Abhfingigkoit  Manuel»  von  seinen  Vo 
gäiigeni  nicht  zu;  doch  kannte  er  sie  und  verweist  insbesondere  auf 
Schrift  seines  Grossvaters  .lohannee  Kantakuzenos.  Aus  der  Zeit  aeini 
Aufenthaltes  in  dem  Kloster  k}»  tIt^i,ii.niroti  (naeh  1421)  niiSgen 
geistlichen  Kodcn  auf  Feste  Christi,  MnriA  und  anderer  Heilig 
2  Morgengebete  und  ein  dureh  Einfachheit  unt]  wahre  Emp6ndung  he 
vorragendes  Kirchenlied  stammen.     Vgl,  Krumbacher. 

1.  AuBgabenrDle  2  0eaprflci]e  ilo«  Diatogos  od.  pr.  C.  B.  QaBe,  Not.  etestr.  Sflfl 
2.  809—892;  abgedruokt  boi  Uigno,   P»ti.  gr.  Iö<i.  126-  173.  —  VoIUtAndi««  Um: 
Paris.  12&8  smc.  16  Toll.  bl*.  cod.  CoJsl.  130  «mc  IG  foll.  21ß,   cod.  Ambro«.    L.  T-i 
SMC  1&  n.  a.   ~    Von  d«n  Homilien   ist  nur  oine.    In  domiitioncm  Doifiara«.   b<<i  Mifil 
a.  B.O.  SI--108  Kodnickt.  —  Di«  2  Morgongoboto  und  «Ins  KirchoDÜod  obonda  .'iG4 -67 

2,  Hiiriiinitt«l:  Fabriuiiis.  Dibl.  gr.  II,  617  -020.  —  Bergor  de  Xivra] 
M^moiro  nur  U  via  et  \rn  oiivritgcs  do  Tempereur  Manuel  PaUoloSDO.  MdmoirM  d«  l'JT 
stitut  de  Fruiee.     Arndcmio  dos  insFiiptions  et  betles-kttros  19  (ISM)  2,  1  —  201. 

39.  Symeon  {üvfum-),  Erzbiscbof  von  Thussalonike  (1410  — HJ 
ist  ein  vollendeter  Typus  jener  Richtung  in  der  byzantinischen  The 
logie.  welche  sich  selbst  von  dem  geringen  Masse  von  Forschung  m 
Spekulation  fernhielt,  das  mit  jeder  Apologetik  und  Polemik  vurbunden  ist," 
und  sieli  auf  die  Erklärung  dos  Überlieferten  beschriUikto.  Sein  Haupt- 
werk  ist  eine  Darstellung  der  Glaubenslehre,  der  mystischen  und  litni^ 
giechen  Riten  der  griechischen  Kirche  in  der  Fonn  eines  Dialoges  zwi- 
schen ilnn  als  f(px"?'<'?  "ud  einem  »Xr^xög.  Diese  Form  i»t  jedoch  rein 
Husserlicb  und  ohne  alles  litterarische  Geschick  nur  zu  dem  Zwecke  an- 
gewandt, um  bei  dem  vielgestaltigen  Inhalt  der  Schrift  den  Übergang  von 
einem  I^nkt  zum  anderen  zu  erleichtern.  f)ie  Olatibonstehre  wird  am 
kOrzcaton  behandelt;  c»  ist  nur  eine  Xusnmnienstellung  von  UAi-csion,  unter 
denen  die  der  Badaamiten  und  Lateiner  nicht  fehlen  (Kap.  1—32).  Um- 
fangreicher ist  der  Abschnitt  über  die  Mysterien  (Kap.  33— 2yU),  Symeon 
erkliii't  hier  den  symbolischen  Sinn  aller  Zeremonien,  welche  der  offizielle 
Gottesdicni^t  seiner  Zeit  umfasste.  FUr  die  Kenntnis  der  historischen  Ent* 
Wicklung  bietet  er  aber  sehr  wenig.  Interessant  sind  die  Ausßihrungen 
flber  die  kirchlichen  Gebete,  inshesandere  das  Slundengebet  (Kap.  29-1  bis 
359).    Den  Scblu.^  bildet  die  Erklilrung  des  Rcgrllbniaritvs.    Eine  zwcito 


L  Th«alo«ie.    A.  DognwUk  ind  Polemik.    (§§  39-40) 


113 


Hfcrift,  nir  rromnie  Gläubigen  auf  Kreta  berititnmt.  i»t  rein  liturgUchen 
Hwe8  und  ein  AuKziig  aus  den  bctrefTenilon  Ab»L-1iiiitt«n  der  grJlBoeren. 
Broi  kleinere  Abhandlungen  Imben  das  nikjiniecbe  61aub«n6»}'mboi  zum 
Bigewtand.  Ahnlkb  wiu  Anästauioi«  SiiiaitL«,  Maximon,  Pliotioa  sclincb 
Hweon  auch  yuaebtiones  et  responsiones  auf  die  Ani'ttgUDg  des 
Bacbofei)  Gabriel  von  Pentapolis,  Die  83  Antn'orten  bewegen  eich  auf 
BD  oxegvtiKchon,  dogmatittchon  und  voi-nobmiicb  auf  di'in  liturgischen 
HUnte.  Eine  letztv  Schrift  an  t-iuun  Münch,  der  zum  l'rioKter  geweiht 
Hvdan  war.  behandelt  die  WUrde  und  di«  laichten  dca  Friestertinns. 
Kmcon  stellt  sich  somit  als  der  letzte  Vertreter  der  myatAgogtschen  Tlieo- 
BBc  dar. 

^ft  I.  AnigaboD;  Rin<i  (InHunlAUiigabo  TcrniiHlultote  ÜtmithnoH.  JnsRy  1(183:  flhge- 
^■kU  U*  MifDe,  fatr.  er  lüö,  2ii — 1004  mit  Piuvm  umfiuiftroichon  Index.  —  Ka  fohlen 

bna  (ipliFli.-  Dad  ander«  Kl«iD«r«  ScbrifU'u.  z.  tl.  2  Briufo  an  di«  Kirchen  seines  Kprcngcts, 
^^(«f.  Atbuua  3724  »,  16,  <li*  in  den  Hss  unUrr  dum  Namon  Symoous  pchan.  -   Kino  npu- 
^ptMbiielie  AUHn^akv  crw^liii-n  in  VonediK  ITUl  und  int  wiodcrholl  naobgodruokt  wurden. 
m       i.  Biiremillel:  Fabricins,  liM.  fcr.   II,  32^-334.   -   L.  Allutiu»,  DiuCrilia  du 
•nuMtulHM,  Paris  ItiM  R  IH'>  -liM.  —  M.  Sokolov.  Symvoa,  der  Kral>iai:li.  v.  TiirKuitun., 

lMJ)a  in  dcv  (leselkoliart  d«r  tVeiindo  rvIigiQs«r  Uildiuig  1894,  M8— U8.    NutJert  iu  ü. 

1 1  |18S;i)  393. 

40.  Die  Polemik  gegen  die  Lateiner  orreichto  ihren  Höhepunkt  in 

dtin  letzten  halben  .liibrhundert,  das  dem  byzaiiüniselion  Reiche  bcHuhie- 

i$a  war.    Je  mehr  die  Kaiser  die  Unmöglichkeit  einsahen,  ihr  Reich  ohne 

di«  Hilfe  des  AlH-ndUiide.'i  vor  dem  Halbmond  zu  schfltzcn,  desto  fieber- 

bfler  gcHtAlteto  sich  die  litterarische  7hitigkoit  der  byzantinischen  Theo- 

Itgni  zur  Verteidigung   der  Eigentilmlirlikeiton    ihrer  Kirehenlebrc   und 

Kildicndiäziplin,  deren  Verlust  »ie  von  der  Union  mit  der  tateiniscbon  Kirche 

bdBtditeteo.     Unter  diesen  Um.itilnden  fand  die  romfreundliche  Richtung 

unAnfangdeM  15.  Jahrhunderbs  nur  noch  wenige  Vcrtrctei'.    Xebcii  Manuel 

Kdcka«  kennen  wir  nur  Maximos  Chryttobergoi«,  Manuel  Chrysoloras 

nA  BtiaiaB  Kyprios,  Der  erste,  ein  sonst  unlxikiinntcr  Mönch,  beschrieb  die 

Kontrorerao  t)l>er  den  hl.  (ieLst  mit  besonderer  Beachtung  der  Vorgänge 

imtar  Pbotim  und  unter  Berufung  auf  einige  Stellen  bei  Athana.sin8,  Kasilios 

nul  KynIloM   von   Ak-xandiiun.    in   denen   er   die  Lehr«   dt-r  Lateiner   er- 

läckt)-.   Manuel  Chrjsoloras  wurde  von  Johanne»  VHl  1'aliii.iolügoä  nach  dem 

■UrjitUande  geschickt,  um  Hilfe  fUr  Byzanz  zu  erflehen;  er  nahm  bleibenden 

iidvDthalt  in  Italien,   wo  er  als  einer  der  ersten  Vertreter  den  Hiinianis- 

IBV  tbXtig    WUT.     Seine  2  Abhandlungen   fllr   die  Lateiner  miid  iiuch  un- 

HÜerL     Esaias  Kyprios  vorfolgte  dieselbe  Tendenz  in  einer  kurzen  Ab- 

badlitng  an  einen  gewissen  Nikolaos  Sklengias.    Alle  übrigen  Theologen 

pafanÜMcmn  gegen  die  I^teiner.    Ähnlich  wie  bei  ihren  Vorgüngern  liegen 

»oith  hier  nur  von  dem  kleineren  Teile  Schriften  im  Druck  vor.     Der  ho- 

^HiLoiHliite  unter  ihnen  ist  Joseph  Bryennios,  Müncli  des  Kleisters  Studien, 

iu  Lehrer   des  Markos  Eugenikos,   der   aucli    auf  anderen   theologischen 

Qdbäcrteo  thUig  war.   Auch  von  Makarios,  dem  Metropoliten  von  Ankjn-u, 

Kakarioe  Makro»,  der  zuerst  auf  dem  Atlios  und  »piUci'  in  dem  Kloster 

ni  üartmi^MtoQOi  in  Konstantinopel  Mönch  war,  und  einem  anderen  Mönche 

KaBMOa  Lazaroa  ist  j«  eine  Schrift  durch  den  Druck  bekannt.    Uncdiert 

hingegen  die   iwtemiKchen  Sdiriften  dci  oben  genannten  Nikolaoa 

trt  kliw.  «IIMtumnlMiueliin  IX.    I.  AbUs.    1.  AaB.  9 


114 


Byzftutiawcli«  LittwrfttnrgMchicIite.    L  Proiaisebo  LUUrftlor. 


1 


Sklongins  von  Eyponi,  dM  Nikotas  Mursiniotes  und  vieler  Anntfl 
wie  Johüuncs  Kubuklesios,  Kilos  Tarchaniotes,  Joseph  FhilagrJ| 
Leon,  Metropolit  von  Preslaba  an  der  Donau,  Athanasios  Kydonios,  die 
KrzbiBchfife  von  Bulgarien  Hadrianos  und  Matthaoos,  Basilios,  MüncJi 
des  Kloster«  Studion,  die  Mönche  KyrilloB  Petrinos,  MaximoH  uiul 
MatthacoH.  Andronikoo  Dukao  Sguroe,  Nikolaos,  Bischof  iM 
ZakynUios,  Angelos  Gregorios,  Nikephoro»  rhiloeuphos  und  TheP 
doaios.  Die  Lebenszeit  «iner  Anzahl  dioser  Polemiker  ist  noch  näher  zn 
bestimmen;  einige  derselben  reichen  vralirscheinlich  noch  in  das  14.  J&li^ 
hundert  zurück.  tirOssbrc  Dintont^iouen  nahm  der  theologiMchu  tiugvn 
innerhalb  dei*  griechiwlicn  Kirche  nach  d<.^m  Unionskonzil  von  Florenz 
Miirkos  Eugenikos  und  nach  ihm  Georgios  Scholarios  st«llt«n  sich  an 
Spitze  der  nutionalgriocbischen  Partei,  wälirend  Bessarion,  Gregorioä  Mi 
mas  und  Joseph  von  Methone  das  Heil  dei*  Griechentums  in  dem  An»cb 
nn  das  Abendland  nnd  die  lateinische  Kircho  erblickton. 

1.  Um  Abhandlung  ilnn  Maxinoii  Clirj'soborges  od.  nr.  I..  A]latii]8,  Or 
orUioil.  2.  I07<-U't*S;  nlßcilttickt  bei  Migne.  l'«lr.  gr.  151.  1217—1229. 

2.  Mhdui-I  Clirj'siiloriia  fiberaolst«  auch  titurgiacbe  O»l)o|jironn«lii  in*  Griacbtaehfc 
Vgl.  KftbriciuB,  Bibl  gr.  H,  4üa-iJl.  —  Ria«  der  boiJon  Trakutc  fflr  dif  I^tninw  ttvlA 
in  coli.  Piiris.  130U  s.  16  foU.  20.  —  Aua  HOtaer  uinfuiigKLcboii  Korrc^uoDijcnt  mai  dni 
BriHfu  gedruckt  bei  Mibii«,  Patr.  gr.  löC,  21—60.  —  Vgl.  Ub«r  iliii  K.  Logrand, 
Dibliagiupbto  bvll^uiiao  1  (Paris  imi-i  XIX-XXX.  —  Voigt,  Di«  Wiodi^rbt-lcfanng  dM 
klaasiacboii  Altertums  1>  (U«rlm  1894)  2:^2-232.  —  R.  Sabbadini.  I/ultinio  v«ii(mwm 
delta  vita  di  Msnode  Crisolorn,  (Üornnle  ligiirino  17  (18B0)  821— 38S. 

3.  Das  Scbriftcbnn  dmi  RsaiiiH  Kypiion  od.  pr,  h.  AlUliaa,  (jraecia  wtliadaxa 
1.  806-889;  sbgedmckt  bni  Migno,  Patr.  pr.  I.W,  Ö72    976. 

4.  Di«  Abnandlung  de»  MnkaTios.  Mrtiop.  v.  Ankyrn,  od.  Do*ilh*os,  Te/iiof  i^f 
xniiMayi^t,  ■Iniuy   l(i92.     Vgl.  A.  Demetrukopuloa.  '('(»>.  TJXiii  fi.  Hü  t. 

>S.  .SAmtlkha  W«Tko  d«ä  Joscpb  üryonnioii  ed.  pr.  Ragonioa  Ritigaris, 
3  Itdn.  Irf^tpxig  liilS— 1^  (mir  uiungftngliob).  Im  I.  Ud  ciao  lüiigi-'re  Abbnndliing  Obaf 
Buiu  liobcn,  —  Kr  war  Zoitgonoaae  von  Demetrias  K,vduiK!a,  Theoduros  MetitoaiotM  aad 
NikuUos  KubiifliluH.  Di»  Dnlitnuig  vun  A.  Denictrakopulus,  "fie-t.  'Ki.Xat  6.  SO,  dtf 
Drjrpimioa  MHl-Sä  «It-rboD  tftsst.  ist  dalier  falacli.  Vgl.  M-  Treu,  B  Z.  I  (18^)  X>-Vl. 
Den  bier  edierte»  Itriitf  jcnb  duhoii  Eug.  Bulgarin:  daxti  E.  Kurli,  B  Z.  I,  332.  —  Nach 
doD  Um  umfasdt  der  lilt>>rai-isdi<>  Nacblnm  de«  Jusepb  Itr.  Ablmndlnngen  gfgeu  IMeiuet  «od 
Uarlaamiten.  «skotisrbe  Schriften,  lldroillon  nnd  Briete.  —  Nikephorna  Kalogeraa,  Tii 
to/arii  ittr  ir  IlvinrTiiji  iXX^rtxoi  i^iitovt  U.  S.  w.,  'KraiQla  ö  'EXXi/t^^/iöi.  Til  ir  tirif 
yiräfiiya  iirtsyrrna/imii  1  (Athen  1894)  !i — 23  hetruchlnt  ilui  llailmittol  g«gnn  dna  ScIiihim  dar 
beiden  Kircben,  in  dcasrn  Besil«  Joseph  Br.  xu  iwin  behaupteti'.  a]a  einen  diploniatfaehMi 
KuitT,  der  dem  .Snltaii  Angst  vor  der  Icidit  durcbfUhrborcn  Union  einflnssoM  sollte.  Tgl.  in 
doiitn^hfin  Anraiig  nun  der  Abhandlung  in  der  Kevuo   int^mnt.  de  thäol.  2  (l.^St)  !tOS~  Ml. 

—  (trOweie  Unterauchungon  über  Joseph  ßr..  dein  wir  liier  uicbt  gurecht  werden  kOMMn, 
wird  Pb.  Mej'cr  dcininäcbst  in  der  B.  Z.  und  in  den  Tbeulug.  Stadien  und  KritibcB  ar- 
«jieinvn  twuen. 

fi.  Die  .Schrift  di^n  Mukurio«  Mukrea  llcic  reec  .^RriVai'c  cd.  Dositlieoa  a.  o.  0. 

—  Ktn  Knkomion  iiuf  die  b1.  Kuph^iiiia  in  tud.  Cuisl.  307  n.  1Ö52  (ol.  43T  — 442'  und  ciii« 
'ExqQoais  nuf  daii  Uild  dos  Mftit.yrer«  Dcinetrius  iu  einer  Florentiner  lls  sind  unedietl 
A.  I'ApndopuIoB  Keranieus.  .ttktlut  8  (1^921  4M-  417,  edierte  aus  «iner  Utnini'fiia  nvi 
den  als  Heiligen  gefeiert«»  Makarios  ein  kurnes  Lebensbild  desselben.  Ks  beslfiti^it  die  Nn<A- 
riebt  dua  (ieurgios  l'hrantzos,  das»  M.  von  Jnliannes  VIII  PnUeologns  an  dem  Pnpnt  Martin  V 
gwondt  wurde.     Dieselbe  Hs  »nthlill  nnob  nino  lltngere  Vitn  dos  Mnkurios. 

7.  DesMOnehes  und  spAleren  Bisehof»  Laünroi  Brief  nn  den  Metropoli(«n  von  liati 
«d.  Simonides,  ^^.VoJ.  FJXi-r.  iiirXoy.  ye"V"''  ^-  Aufl.,  Undon  1S65  8.  215—1^' 
Er  steht  aneh  in  redd.  Paris.  817  u.  1191. 

8.  Die  läute  der  Übrigen  oben  genannten  Polemiker  bei  A.  Dcmctrukopalo*. 
%UflC  R  91  —  98.  Darunter  befindet  sich  ein  F^pipbanioü,  der  in  nii-breren  una  mit  Cn* 
lecbl  nia  Patrioreb  von  Kpel  bwi-ichnet  wird.  —  Von  einem  Makario»  bieromonacUos, 
der  mit  den  gonnnnton  vivlleicbt  nicht  iduntiaeb  iHt,  steht  eiue  Abhandlung  gegen  die 
Lateiner  in  cod.  Paris.   121»  Mec.  lö  fol.  400—502*.  -    Nike[)bo>oa  rbiluauplio«  wi  " 


(in  V 

I 


1.  TbMiogte.    A.  Dftgvatifc  tmd  Polemik.    (§  4I> 


(i»J,  V«l.  OUobMi.  W  SM«.  Kfol.  117—182  «in  t:tniäv*«i  .  •  .  tis  tir  fiiyaf  Ir  nm^i- 

41.  Harkos  Eugenikos  (J/npxov-  Evyn-txö^),  au«  Konülaotinopel  ge- 
wärtig. Münt-h  uihI  spUtt-r  MotrnpoÜt  von  Ephv»o»,   roprSBi3titiei't  nach  ^er 
r»D  jAluninMi  VIII  Pului-olot;oii  auf  dorn  Konzil  zu  Florenz  (14:-{!))  vollzogenen 
Tirion  mit  Rom  jenen  weitaus  grOeeeren  Teil  des  griechischen  Volkes  und 
KlfTUJi,  welcher  aUR  Orllnden,   die   in  erster  Linie   kultimHi^r  Nnlur   sind, 
l^fer   ÜDion    in    »nversirdinlichcr    Keiiid^chaft    ontgogt^'iietiiiiii.      Auf   dem 
^buQ    io    Forrnra    und    Florenz    suclito    er    al»    Vertreter    des    Patri- 
Pvelien  tod  Antiochien  seine  Meinung    durch   zahlreich«;  Reden  zum  Siege 
I  B  bringen  und   verweigerte,   ü\s   die  Union  tmtj^dem  xu  stände  kam,   die 
I  OettfxeiobDung  dea  Unionsdekretes.     Nach  seiner  Rückkehr  nach  Eplieso« 
I  lennD  di©  nationale  Partei,  welche  ihren  Uegneni  sielfach  Bestechung 
I  tmrirf,  bald  einen  »u  grossen  Kinflu^jiü,  da»»  von  einer  Motisrogelüng  des 
I  Ibrkos,   wie   «e  Eugen  I\^   veraprochen   worden   war.   keine    Rede    mehr 
[  Mb  konnte.     Er  blieb  der  grüsate  Feind  der  Union  bis  zu  seinem  Tode 
I  (nhnchoinlich  schon  1443).    Kurz  vorher  bestellte  er  ßoorgios  Schola- 
rioi  zum  Fort^clzer  meiner  Polemik  und  noch   in  seinen  letzton  Worten 
bnchte  er  seinen  tiegeuHHlz  zur  rönüsclien  Kirche  zum  Auxdruck.     Sein 
URJiliehee  und  politisches  Testament    klingt,    aber   zugleich   aus  in  einem 
I  nnBknenden   Hinweis  auf  einen  ziikflnfligeii  Tag.   an   dem  Qott  seiner 
Sinkt  Friede  und  wahre  Kefonn  verleihen  werde. 

UkTkos*  litteransche  Tliätigkeit  galt  in  vorzQglicber  Weise  der  He- 

hnptong  und  Verteidigung  des  nationalgriechi sehen  .StamlpuTikto.'«  in  der 

rBoufrago,     Zur  Abfa»)ung   einer  gi-iSssoren   poleini»ehen    äelirift    kam 

•T  nidit;  wohl  aber  behandelte  er  in  kleineren  Traktaten,  in  Streit- 

nlriflen  gegen  Bessarion   und  Andreas   van  Kolossos,   in   zahlreichen 

Briefen    siimtliehe  Abweichungen    in  Lelire  und   Disziplin  zwischen  der 

|nMlii«chcn  und  lateiniachon  Kirche.  Davon  ist  nur  oinToil  voritffenl- 

UcliL:   ein   Glaubenubekenntnis,   2  Rundschreiben    gegen    das  Konzil    von 

Rontnz,   wovon  das  eine  von  Gregorins  Mamnius,  das  andere  von  .loaeph 

1»  MHhone  bekämpft  wurde,  je  ein  Brief  an  Oeorgioa  Scholarios,  dorn  er 

T«warf,  zu  den  Lateinern  Übergegangen  zu  sein,  an  den  Mönch  Theophanes, 

aam  l'rritbyUiT  üeurgio»  und  uu  den  Kaiser.   Uiu  erste  Stelle  unter  den  gc- 

dracktflu  Schriften  nehmen  die  ^7  Kapitel  gegen  das  lateinische  Dogma 

m,  diu    bis  zum  Kap.  18  (jeorgios  Bcholarios  und  von  da  an  Bessurion 

vith-ri«.'^t«n.      Ein    kurzer   Dialog  ^artvoi   handelt   von    dem   Zusatz  im 

Sfmbtdnai.     Eine   Abhandlung  Über  die    Epikle.se  verfolgt  den  Nach- 

«ita,  daM  durcb  diese«  Uel>et  die  Wosenäuni Wandlung  in  der  Kuchamtie 

liwcbebc.  AiiHser  dieeen  antilat^tnisclien  Kontroversscbriften  schrieb  Markos 

flilM  Abbandlung  gegen  die  Barlaamiten,  einen  Traktat  Ober  die  (üehrech- 

bUtctt  de«  Uenschen  zur  Begründung  der  Lehre  von  der  Ewigkeit  der 

lUtlltutivfon.  die  von  dem   Kaiser  mit  Rücksicht  auf  die  Schwachheit 

iar  mfoaclitichen    Xntur  und    Gottes   Gerechtigkeit    angezweifelt   worden 

war,  Kno  ErkllLning  de«  kirchliehen  Officiums,  eine  Akoluthia  auf  Synieun 

]|«U|)lira«t««,  mehrere  Poesiet^tUckc,  asketische  ParSnesen  u.  dgL  In  einem 

BriBÜi  u  Indoros  bieromonacho«  beantwortet  er  die  schon  früher  Öfters 


116 


Bjsuitüiiacli«  LrttTKtMychicht«.    L  FroauBcli«  littermtar. 


«rfirtertß  Finga  Qber  <iif  Fk-stinunang  der  Todeastunde.   EiiK-  kleine 
bMpHcbt  eine  phikwopluisGkc  Fragt-,  iliv  dor  Kait)f>r  JobmiRC»  l'alAMl 
im   ihn   geri<:hlet,   Dber  die    ÜDst^rbUchkett   der  onvemUnftigen   W' 
VwIm  andere  ist  noch  uncdtert. 

In  der  tbeologiacben  Dialektik  lag  die  SUrk«  d«»  Markos  nie 
er  wicdorliolt   ntir  die  Argninent«,   welclie   schon  bundertmal  gegen 
I^iUiiiKT  aufgcfnhrt  worden  waren.    Schon  Joseph   von  Metbone  maehi 
ihm  ziini  Vorwurf,  alle«  aas  Falama«  und  Ntlos  Kabaailas  herObergenoi 
me»  zu  hülttin.     In  der  KonMtquonz  jvdocb,  mit  welcher  er  den  natioai 
griechiiicht^n  Standpunkt  festhielt,    li'gti<   vr  i-int^'  Auntduuer  und  eine  Kml 
an  den  Tag,  die  ihn  noch  beute  in  den  griecbiM.'hen  Kreiden  zu  eini-ni  il' 
Heroen  de«  Hcllenismas  stempelt. 

I.  AuHgaboB:  Dm  mobtra  g«dnicktca  Sdiriflan  itebon  bei  Uigne,  PMr.  gr.  IM, 
16-204,  &:W-3S,  A38  f..  lOBO-llll.  UU-Väloi  1(11.  I2-3U  teila  dboIi  rrUlicrai  Dracfcra  vodDo- 
«ithoM,  Siinoiiiil««.  BoimodmI«,  letla  von  1.  UergenrQther  tuorat  husttiigegeben.  iii«hrm 
(ItniolbMi  Kugluii^li  mit  dun  Wiiltrti.-|!unKeu  vou  lir«i^orioa  UftmniM,  OvoriciM  Sch«UnM 
unJ  llfiMBrion.  Diu  Ktifäim«  aij^ojidiuii  aßiii  .laiitovs  irrtOnbck  als  iii«dtta.  fi* 
irarm  aobon  drt^mal  borauagegeb«»  in  l^piig  1757.  Wien  1784,  Petenbu^  1797.  Katk 
iat  HorgMirOlhera  Aimgabe  deraolben  UDVollsUn<lig.  Die  Ki^kmit  mrXkoyiatiKri  kuiJ  i^{ 
alftcuut  tiär  Vfcii'ift'i'iaiBiii'  ed.  pr.  W.  Uass,  Pi«  Mystik  d«s  NikuUun  KnliAMilm.  iSrt-ifii 
truld  IHlfl,  At.pn.|ix  S.  217-282  (f*hlt  bei  Migne).  -  Di«  Schrift  D»  b  om  i  Hin  im  berill  üol* 
«<l,  |ir,  A.  Jnlin,  Kritaohr.  f.  histari«rho  Theologi«  lü  (184S>  4.  43—73.  —  Kinigtt  Urirfr  Ut 
l)emiitink«|>alea,  ^A.  'fXXäi  ».  10^  104.  K.  SimoBida*.  Vp»aif, 'ISUifi'.  Stohoy.  yf%mv{. 
I,i>ntlon  IHKb  S.  811  —  814,  l'apadopaloii  Kernmeim,  .VavQoy^dnrtiaf  S'/lii..  "Art'rf*!* 
iXlt,f..  K|«l  IIW4  8.  9»- 100.  N,  S.  Knlouliioi,  tUvJwQu  ß.4&0-  &2.  —  Km  Ubcoanku* 
«Im  Synvoll  Mrlniilirnatra  und  einigu  Veraalflck«  ed.  Papadopulus  KerannuuB  a.  a.  0. 
100-IÜ&.  ItiTi-lilitiungcn  su  dcu  leWereu  im  ./(1».V  (I88S-89)  679-601.  —  rnm- 
(tllflliib  aini)  mii  einiao  lIoinilicD,  diu  in  Kp«l  eracbiMVO  sind,  ebtuao  die  AuA^ab» 
•inigfr  8cbiifli>ii  ilea  M.  K  von  A.  Norov.  Pnria  18&9.  Bemerkoog«»  dam  gab  S,  Oiko- 
n»m«a,  lN«f  fftjyaiiiot/  ftltf.  l^tciravniiUaK,  AUk<ii  1^1,  CS— 71.  ^  -liWi;  wijt  änafimt 
1*^  «rroMpai«^  '(wnrro*  foi^  IlaiaicJuiycv  ed.  M.  Kniiiigeliil«!»,  Peatachrift  Pta  IVoT. 
K.  a  Kontua.  AIhnt  1808  S,  387-  :i97.  Vgl.  B.  7..  2  (1^93)  689.  —  anf<areiuiil  Mär* 
H7/I1/H1  lutUf  Morkoa*  Nainaii  «recliienen  im  £wi<if  !■>  (I^1I3>.     Vgl.  D.  Z.  4  {I8»S]  tiOä 

tt.  iliKHinittol;  Kabrioiua,  Hibl.  gr.  11.  670-677.  Ili««- noch  ntehnro  Inedita  aagv 
gnltMi.  Iti  Hchririnn  d*a  Marke*  RecMi  dio  lAldnnr  venMcknat  A.  Damotrakobnlaa 
K,  a.  0.  8,  IW-lÜ*J,  '  tJwtior aiiMu  rMBUiutagMi autograplioa  Codex daa  ÜartLo«  mit  >'i4  Scnriftia 
tgl.  A.  ra|iad<ipuli>vK«ram«aB,  im  üi^a^mM  4m  SäiXayttt  17  i\i*t^)  47  (.  nsl 
jr«<f>;^f>/.  ,*,fl.  IL  a.  O.  S.  M~9S.  —  Zu  Pttlamik  daa  Markoa  gegoD  llouaniMi  äboc  ^e 
•Un-aU  <  icl  i-rAr4»f  U  »agy*.  ob  m  für  die  Grivclian  hWBn  aai.  d«D  Liteioern  oder  den  TVrkM 
tinlMlUfin  tu  wtnien,  vgl.  Ain  Ablkandhwg  in  dar  1B*»y«UiV  der  Zeitaug  Itia  'Hu^or  19H 
Nr,  HiM»  S)-J.  J.  Driaaka.  U  Uutm»  Bii(Mien,  ZaitMfcr.  f.  Klr^agaecb.  12(1891} 
VI  IIA.  Itaa 8i>lirinif»««nm(fcai*  iimrMrt  Ucr  41  Honaktra.  Er  tritt  Ar  daa  Jabr  I44S 
aU  «Im  'lW..^ahr  ibw  UatkiM  tm.  -  V.  Lo«h.  Anlrtl  daa  H.  H  an  dan  Fortb«8l^M 
il*a  gl     Svtiiautaa,    AwtbMg   l.'Ml,  A.  Demelrakopnlos.   'I^taifia   lov    «^(«^«(ar  1^ 


I  AoBfOhnui^en  1 

Jnr  l^bmwaaH  «Im  Marktw  «t«ql<rHM>tl.  Krinitw  «M  BaackMi  n  aebr  als  I'artomuNUi 
•rm>bv*M«.  Hin  ibw  l'rtt*)  dar  iiw«b*cU«v  w  den«  IbcMtnMJ  «r  dia  baUm  Gegner  «teUen 
tiiiX.  «iKyektiV   ww4v4«*c«>b>M. 

S.    Sa»  Labe«;    Vgl   daa  lUanktcMawk   w«   DiikM.  «d.   Ben.   S.   118-121. 

Km   kHvUNlN«  OOMmm  »af  MmIm  «M  !■  «ed.  Pm«  IStS  Mac  U  fbL  SlM-3t4 

*<*M*Hi»>  KiimAm  wtwMiiiebiw,     Kiiii    ^äfciUi   iU^giwa   mim»m  Bradar   «üe   aoeb 

«a*4t»tl^  I  •kv«»^*erbt«tVHag.    Vgl.    A.  P»»atrak*p«U».  "laiafia  rar  ayimuaioi, 

t«^|wu  !-^*  S    u:         VtwAwrt  w(  BiKb  ««H  OitoibtaMaiii  Am  PMriaRbaa  OediiadMa 


■^t!*aA.'*n  M  ««4.  Mm^  4M.  —  K^  aadara 
^y»twai»w 


Tf 


Sebrift   daa  P«la- 


mv—nmrwvm 


'  :>.  Ein  Ul^nob  vm  itr  los«)   Inibrus  ricIiUlo  an  Kaianr  JnhsnnnH  VIII   PaldeologoS 
fcbnft.   worin   «r  bewebeu  wolllv,   Uusa   die    Dekrete    ilt>s  Knntnln   von  FlorwnK   dem 
fliaabt'u  Eu«ider  aciun.  Sl«  iat  <«ba1l4<n  in  de-ni  cod.  Muuiie.  256  Fol.  143-1-SV. 
Srhrift  folitt  *ia  Brief  il«a  MarlcM  Eufioutku9  uii  il«ii  VivranHer.  wurin  or  don 
■Iot  Schrift,  äi«  ordeniKaiMrObonnittelneolltu,  busUtigt.  Den  Brief  ed.  Deniotr«- 

i*.  ■.  o,  a  loef. 

Bdrras  von  Knlniuo»  wandt»  «ich  iii  ein»»  Dialog  ([0|ccii  den  obeiienrlhaton 
iMko«  Kugriiiko»  nn  den  Pmibj-Ur  (ioorgio«  [nacU  Simonid««  ed.  von  Driseke, 
'.  KirclieiigciiGb.  12.  IOK~  112).  Kin  KrHgmeot  diwsolb»n  ed.  L.  Allatiu»,  De 
cl.  «itaecor.  S.  löö  f.;  *bg«drui?kt  boi  Migne.  Patr.  gr,  1.50,  Sfi2  f.  Vgl.  Fr.  J, 
,  Studien  abvT  dir  UfoychsBlen  S.  202.  Kinn  2.  Rrlirift  dnii  AiidrMi  ivt  botitolt: 
Flu  üntJiiitririj  liir'  riur  aiyyffiiu/iiiinn-  iit«  /lanafiov  Oiu/iii  .  .  .  nifi  iJJf  Ittiat  cvtlat 
tJ-liit-  Vgl.  <Ju(*ti  t  rl  Kcbard.  .Scriptores  ordiniii  Pmudiontoram  I.1W3.  —  Anitronii 
I  ita  KootiliMi  von  KuubIiiu  und  l!ti»rl  uU  Fn'unil  dor  Unioit  bei.  Vgl.  ItEoriUH, 
>,  ad  an.  1433  n,  37  ff,.  ■<!  hd.  USU  d.  »  If. 

ii.    BessarioD  {Bi^aaa^'utv),   «in    Mniiii   von  universaler  Begabung 

Viimoo.  wurde  um  13Ö5  zu   Trapeziint   gclioron.    Er  war 

OvorgioH  Gemistoa  und  wurde  kurz  voi-  Ii:tH  zum  Erzbiscliof 

iUu  ernannt.     In  <licfl«r  Eigonscliart    kam   er   mit  .Johannci   VIII 

ig08  nncli  Italien   und  bow&hrt«  sieb  bim-  als  ein  vortrefflich  gc- 

r  TliL-ologu    und,    im    Gegensätze    eu   suinem    Landsmann    Markos 

ikott.  iilfl  ein  warmer  l'Veund  der  Union.    Der  Vollzug  derselben  war 

r  Linie  die  Fruclit  Keiner  im  Dienste  der  Versßhiiung  t^tobemlen  Arbeit. 

dem  Sc-hUi»M<  Awi  Konzils  zog  ur  mit  den  übrigen  tiriecben  in  »eine 

at  zurück,  worde  aber  bald  nachher  von  Eugen  tV  nach  Born  be- 

Ko  die  Kardtnaliiwnrde  seiner  harrte.     Hier  wurde  »ein  Haus  zum 

-(•uiidlirlit'u  Siiiamelortc  der  rrimiwhen  Humanisten,  von  denen  keiner 

'rcmd  blieb.     Im  Jahre  1463  wurde  er  von  l*iu»  11  zum  lateini^ehen 

in-b(-n   von  Konstaiitinnpel  eniannt  und  richtete  als  solcher  ein  uin- 

i3irhes  .Kchn-iben  nach  Konstantinopel,  worin  er  sich  unbedenklich  den 

f>üiOffini»i/i  nar^tifx'ii  beilegte,  ohne  vom  Papst«  behelligt  zu  wer- 

Kr  »■larf.   U72, 

Von   neinen  zahlreichen  Schriften   kommen  hier   nur  jene  in  He- 
t,  die  sich  auf  die  Union  und  die  mit  ilir  verbundenen  theologischen 


118 


ByuntiniBolie  LltUiatnrgMchleht«.    L  PriMalaob»  littaratsi. 


nn  als  Fortsetxiing  dur  von  tioorgioH  Scholnrios  begonnenen  KuEndef&brtaj 
ticken   fiiiu   zwi'iU)  Schrift  äea  Markus   t»t  seine  Abliandhing  Ober 
Altar  Buk  tRDivnt   gertchtot;   docli    nonnt«  er  darin    Markos   itidit 
ignorierte  die  Übrigen  Schriften  des  loidfnscbnflliehcii  Gugiiers  voUstindig 
Exegetincber  Natur  ist  eine  Auseinanderiietzung  über  .lob.  21,  25,  woti 
or  sich  zu  Üunaten  de«  griecbischen  Text«»  ausRpricht.    Auf  dem  askc 
tischen  (lebietu  liegt  »um  Kompondiuin  der  MiJncliKrogel  des  hl,  Basili 
ftir   die   siciliuniHchen   und   italieniHcben  Batjiliutii<rinünohe,   wovon    um* 
Einleitung  gedruckt  int.     Mehrere  t)ieologi»che  Schriften  Be*wariotui  und 
noch  iinodtort.     BcAttarion  erscheint  in  allem  als  der  vollendetste  Ge^u 
satz    zu    Mark(m   Kugenikoi«.      Die    beiden    Männer    hatten    sich    eben 
den  Diemtt  ganz  fntgegciigt^'äetKter  kircblidier,  politischer  und  litt«rariaclicr 
Idealu  gestellt,  und  wenn  die  Urteile  über  beide  Männer  auch  in  unser 
Zeit  weit  auseinander  gehen,   so  liegt  die  k-tzte  Erklärung  bicfilr  in 
Fortbestoheii  jene»  Oegennat^e»  der  Ideale  selbst,  den  noch  keine 
bosi^Oii  kennte. 

1.  Auagiibeni  Kine  üinminolnusgnbn  nohst  il«ii  hhtoriscbon  und  rbctorndiea  I 
nitch  fr&horiMi  Dnickon    boi  Migno,    l'ntr.  gr,   ISl.  1.17— 74S.    —   Eiaiga  MÖoer  i 
win  den  iiriof  an  Alnxioa  Iiusknri»  und  eain  RandsclirBibcn  tmoli  Kpel.  Obenetit«  Bc 
NüllHit  in«  UleioL^Ehe;   educr   Kedo  Über   di«  Uuioii  gub    er  nuch  i-inige  l>l«iniache 
niagen  bei.  —  Kitiigr  Uieologischo  Inodit«  in  den  cudd.  Viujub.  tbeuL  2^0,  Muroiun.  583  ( 

2.  Hitfsmitlol:  Ucmikm  Chalkokotiilylca,  ed.  flooii.  S.  15&.  228.  ~  Üvat^ 
riiriuitiiMi,  td.  Bonn.  S.  198.  —  A.  M.  BHudini,  De  BeBMrionia  Cardinalifl  Nicopoi 
Tiin.  rubuH  ^»HtiB,  acripti»  comineiilariue.  Rom  1777;  abgedruckt  hm  Higii«  a.  a,  O.  U-CII. 
Kbuudu  B.  CHI— CXL  linpt.  I'lutiuac  Cremun.  Panegjrnons  in  iaodein  Bess&riiMiis  nad 
die  Orabred«  dtb  Miclin«!  AiiuBtuliuB.  ~  AuUlxp  von  A.  Sadov,  Christ  Cleniie,  Petan' 
bürg  1883  S.  6G7-668,  0.  P.  Beglproa.  "BrirJ.  'Ahia.  2.  Seri»  1  (IW.S)  211-224.  - 
Monogntpbien :  Wolfu-  v.  Ooothe,  Sludieo  und  Forsrbungen  Qb«r  dos  I.«ben  und  di«  Znt  dw 
Kardmüa  BaMarioo,  H^ena  1871.  —  H.  Vast.  l^  cardinnl  Bi^Bsnrion,  Paris  187«.  Sadgr, 
BftSNuion  de  Nic^»,  gon  rAle  au  concila  d«  Kernnu-Florenco.  ses  ceuvroa  tb^ologi^uo»  el 
BB  pluuc  iIuiH  Hiintairo  d<>  rhumaniHiD',  Potcrflbur^  IHK^.  —  Angolos  Kandeloa,  äunfif^ 
7it()J  l'f;iii>ii(((ut'o(  cu(  qtXoiio'iiot),  Athen  188-S.  Kinlgns  Neun  boi  H.  Noirot,  Lattrat  inddites 
iti- Miclii>l  AiiuBtoli»,  l'nriif]K.'*9S.iI9'43.  —  Vgl.  uucbdial.itleralunmgaboiilit'iHarkaaKugMi. 

43.  Joseph  {ltaai]tf),  Bischof  von  Methone,  der  vor  seiner  Weihe 
Johannes  Plusiadenos  hieös  und  in  Kreta  lebte,  war  einer  der  wenigen 
geiHtlirlicn  WOrdentrfiger  von  Byzaitz,  die  der  Union  bleibend  beitraten. 
Der  Verteidigung  derselben  und  des  Konzilä  von  Florenz  gelten  seine 
meisten  Schriften.  Die  umfangreichste  ist  eine  Apologie  des  Konzil» 
und  seiner  .'>  Entscheidungen  über  den  Anagang  des  hl.  Geiste»  vom  Sohne, 
ge^iJLuerte»  und  nngoniUuerteB  Brot,  Fcgfeuor,  Zustand  der  Heiligen  und 
I*rimat  des  Pitpste»,  Die  Beweisfilhrung  ist  wesentlich  positiv;  das  Haupt- 
gewicht liegt  in  den  Aussprüchen  alter  Väter,  die  .Joseph  in  grosser  An- 
zahl anführt.  Die  lateinischen  sind  bei  keinem  seiner  Vorgänger  »o  zahl- 
reich vertreten  wie  bei  ihm;  am  nächsten  kommt  ihm  hierin  Manui'l 
Kalekas.  Da«  Bestreben  de»  Johannen)  gehl  überall  dahin,  die  ursprüng- 
liche Hai-monie  zwischen  Orient  und  Occident  in  den  fraglichen  LehrsStzeii 
nachzuweisen.  Den  Schluss  bildet  eine  warme  Aufforderung,  der  Union 
beizutreten.  Denselben  Zweck  verfolgt  ein  sehr  lebendig  geschriebener 
Dialog  zwischen  sieben  Penionen  über  dieselben  Lehrdiffercnzen.  Waren 
schon  diese  Schriften  indirekt  gegen  Markos  Eugenikos,  den  Führer  der 
Gegenpartei,  gerichtet,  so  griff  er  das  Kundschreiben,  worin  der  Metropolit 


L  TbMlogle.    A.  DoffBAUk  ood  Poleaiik.    (gg  43—45) 


mna  Epliesos  zor  Verwerfung  der  Synode  auffordurte,  offen  an.  Ein 
toil«res  Zeugnis  seiner  Begeisterung  flli-  clii<  vollzogene  Uninn  i!<t  <lur 
wJiwungvoIlo  Kanon  auf  da»  Konzil  von  Florenz.  Jn»e[>li  erwoiet  »ich 
diircli  dieae  Schriften  als  einer  äer  gelehrtesten  Prennde  der  Union,  der 
ein  reiches  Wift»en  in  gefälliger,  einfacher  und  volkxtflmlicher  Spruche  in 
.den  f>it>nat  der  Sache  stellte,  die  er  als  die  richtige  erkannt  hatte.  Sein 
littennitchur  Nachla:>w  ist  noch  nicht  voUslSudig  gehoben. 

W  1.  Ansgaban:  Kino  rorl&ullt;«  GaNUntAUHgitlin  nach  DinckMi  von  Zui*tU,  L.  AlUlJua, 

[^laUw.  pMtoi  bei  Mign«.  futr.  «r,  1&9.  960  13i)2.  -  Dio  Apologie  dea  Konxlla  ron 
^Jlonu  ralgb-gtioelilHch  mit  UtainiiohtT  Uobonrtiuiig  cneliion  in  Rom  1638.  —  Einen  Brief 
J^cod-  ModMi.  190  ed.  Ilardt,  CstAlogan  2.  i!r>ß.  -  Uncdicit«  fjohrifU>n:  In  Oetenees 
llAinuticaa  (M(L  Bonoa.  uaivMwt.  23T8).  Epiitoln  do  oiriUitc  |ouil.  I'ori«.  'iHW  sMO,  15 
r  U  £10'— 220*).  AutirrlMiliciui  2<"  contr»  Mmcuiti  EpheHinuin,  Hl  Ifoinliion  nuf  die  FMtonxflH 

{eti.  Vttio.  6TD.  rod.  Bonun.  kiM.  commiiu.  A  I  8). 

S.  HiHRtniltel:  Fabriciua,  Bibl.  or.  II,  45S  f.  —  Dur  liuUjuiduit  Cupur,  Acta 
.    &  IngMtJ   I.  1!>8  ff,   cwiM  die  ApoIoKie  (Qr   Jim  Koiucil    von  Florenz,    die   xuentt   uuUr 

d«a  Nemen  ian  Goonpo«  ScIinlarioB  gedtiiokt  xoritüu  ivHr.  als  Juevpbs  Werk. 

3.  VoB  oinMii  iMncho  UiUrlnn,  der  in  Veronn  im  Kloster  SS.  Kazarii  et  Celsi  lebte, 

Mdit  täno  koiM  AUundlniig  nifi  iftov  fivoimov  nur  TCUijcuit-  xnj  c(vjUoii  tuV  Aatiriur,  dio 

HM  e»Mi  Nikota«  getiditet  iat,  bei  Migno.  TAtr.  gr.  Ui%.  977— 9M.    Sie  inirde  nach 

HB  Kuodl  voD   Klori-iu  i;riif1iri('l>cn, 

44.  OregorioB  Marnmas  {rdt^yÖQtoi  ö  r^  JV«/j;t^;),  mit  den  Bei- 
oftmen  Melisseno»  und  Strategopiilos.  Hlhrto  liingero  Zeit  Am  M9nch!«leben, 
«rtdolt  »odann  die  WOi-de  vincH  I'mtotiyiikello':«  d(.'ä  PatriArction  von  Kon- 
«Untinnpel  und  wohnte  als  solcher  der  Synode  von  Florenz  hei,  zugleich 
in  Vertretung  des  Patriarchen  von  Alexandiien.  Nach  «einer  ItUckkehr 
Miab  or  der  Union  tivu,  und  al»  er  VAib  zum  Patriarchen  von  Konstaii- 
tioo^  erhoben  wurde,  suchte  er  mit  gi-ossern  Kifor  dieselbe  durchzusetzen. 
filU  üb  er  aber  die  Erfolglosigkeit  seiner  Bestrebungen  ein,  entsagte  dem 
IWiardialfltiihl  und  kam  nach  Itom,  wo  er  \\U\)  im  Itufo  der  Heiligkeit 
rUrti.  Goor(po8  von  Traptizunt  pries  ihn  als  Bekennet  und  MSrtyrcr,  Athlet 
der  Wahrheit  und  Säule  der  Kirche.  Schriftstcllciisch  trat  er  als  Gegner 
des  Markus  Eugenikos  auf  und  suchte  du»  eine  Kundsclireiben  und  daa 
fSubt>n8bekenutnLS  desselben  zu  widerlegen.  Oen  Hauptinhalt  bildet  wie 
W  Jiifieph  von  Methone  der  Nachweis  des  hiirmonischcn  /iiMinimonlinngos 
iwivdieD  den  I>ekrelen  %'on  Floren»  und  den  hehren  iler  «lt4^^n  Kirehen- 
tUct.  Die  Väterstellen  sind  dieselbe»  wie  bei  Bekko«  und  den  Übrigen 
fnionsfn'utiden   und    sind   wohl   von   diesen   herQbergennmmen.     Eine  an 

"Ini  Kaitu>r  von  Trapezunt  g(?richtete  Abhandlung  Über  den  Zusatz  im 
•tum  ist  ganz  älinlichen  Inhalts.    FJie  von  Manimas  selbst  ern'ähnten 

.......uiu  aber  die  Azyma,  den  Zustand  der  Heiligen  und  den  Primat  de» 

Paprtee  »od  noch  unediert. 

I.  ABegaben:  Die  S  udraekton  .Schriften  bei  Migne,   Pntr.  jjr.  160,  18— ^K*.   lUn 

EefieD  Marko«'  OlanlboiiabakoniiUiiK  liier  niemt  von  S.  llcrgenrSthor  odiort. 
litf>tDiilEi<1:  Fnbrioiue,  Bibl.  gr.   11,  393  f. 

46.  Q«orgioa  Scholarios  (fW^j-io;  .l^uJn^«;).  ab  Mönch  und  Patri- 

(iHDnsdifis  benannt,  ist  der  letzte  grossere  Polemiker  der  byzan- 

KJrche   und   der   erst«  Patriarch    von    Ronstnntinopel   nach    dem 

I  K^iehe«.    Kr  war  x^ir,';  i']s  j?«ff</<j(i"c  xfticiatc  unter  Johannes  Vlll 

PilanologoM  und  begloitotu  diesen  nach  dem  Abeudhuide.  wo  er  in  Ferrara 

wak  fhprom  eine  unioosfreundliche  Haltung  einnaJim.   SpSter  war  er  längere 


120 


B^MUitiiitflebe  LittanitcirfMoliIctit«.    I-  FrosMMiba  Littontnr. 


Zeit  schwankend,  bis  ihn  Mnrko-t  Eiigt^niko»  dvfiniUv  gcj;«n  die  Union  ge- 
wann. UnU'i-  Konetnntiu  IX  (.•riebt«  vr  aU  Mönch  in  dem  KlueUr  xov 
IIavtoxti{äto^ni  den  Untorgttng  dt«  Reiches  und  wurde  noch  im  Jahre 
14&H  von  dem  Eroberer  als  griechischer  Patriarch  anerkannt.  £r  dankw 
nbor  nBcli  5  Jahren  ah  und  zog  sich  in  das  St  Johanncsklostcr  bei  Scrrac 
in  Makedonien  /.urUck.  Sein  Todatjahr  ist  unbi^kannt;  er  lebt«  noch  im 
Jahre  1464.      Nat-h  Papagcor^u  stArb  er  im  Jahn*  14Ö8. 

Qemiadios'  schriFUtelierische  Thätigkeit  umfasüt  verschiedene  Gd 
biete.  In  der  Kontroverse  mit  den  Lateinern  war  »«ine  Haltung' 
url.  das»  man  frflher  zwei  Autoren  (Ur  die  botrelI(;nden  Schriften  postutiL-rli 
Seine  4  Itedfii  auf  der  Unionf<8vnode  ennultnon  zur  Versühnung  und  zwa 
auf  der  Grundlage  dogmatischer  Übereinstimmung.  Doas  er  die  Wider- 
legung der  Syllogismen  des  Markos  begann,  wurde  schon  erwähnt.  Auf 
der  anderen  Seite  stehen  mehrere  Abhandlungen  über  die  dugniatiBclicn 
DilT«rünz)>unktc,  die  sich  sftmtlich  gegen  die  Lateiner  aussprechen.  Neu«» 
wird  darin  nicht  geboten.  Andere  sind  noch  unediert,  darunter  ein  längerer 
T>ialog  gegen  die  Lateiner,  der  auch  auf  Thomas  von  Aquino  and  Dons 
Scotu»  Rücksicht  nimmt-  Sein  Interesse  an  der  abendländischen  Schola- 
stik bpzeugen  nuch  Übersetzungen  einiger  Schriften  de«  Thomas  von 
A(|uiuo  und  Auscinander»etxuugen  zu  »einer  Lehre;  sie  sind  ebonfalls  unediert 
Die  übrigen  Zweige  der  byzantinischen  Tolemik  fanden  in  Gennadios  ihren 
letzten  V'ertri'eter.  Gegen  die  Rarlaamiten  nahm  er  noch  einmal  Stellung; 
die  Juden  hckRmpfte  er  in  einem  Dialoge.  Gegen  sie  ist  auch  die  Samm- 
lung von  Prophezien  über  ('liriKtus  gerichtet  Der  alten  Strcitfragit 
Ober  die  göttliche  Vorbestininiung  der  LebensgrenEe,  die  er  in 
einem  Hi-iefe  an  den  MJlnch  Joseph  in  Thessalonike  behandelte,  widmete 
er  •>  Klli:hor  Hf^i  ifftag  jrpom«^  x«!  jigoa^ia/iov.  Die  l'olemik  gegen 
den  Islam  inuHsle  durch  die  unmittelbare  Berührung  mit  den  Türken  neu 
aufleben.  Es  spricht  fUr  die  geistige  Gelenkigkeit  des  Getmudios,  daea  er 
auch  liier  eingi-iff.  Er  hielt  eine  Rede  Uher  den  christlichen  Glauben  in 
ÜL'geuwart  des  Sultann,  die  dem  Christentum  Duldung  sicherte  und  zu 
den  BekenntnisMclirifti^n  der  griechischen  Kirche  gesuhlt  wird.  Diceo 
DisputatioTien  setzte  er  noch  fort,  als  er  Konstant!  nopol  vorlassen  hatte. 
Hierher  schürt  auch  ein  noch  unedierter  Dialog  mit  zwei  vornehmen 
Türken,  Ein  weiterer,  recht  hölzerner  Dialog  mit  einem  mnhammedani  sehen 
Emir  ist  unecht.  Aus  der  Zeit  seines  Hofdienstes  stammen  mehrere  geist- 
liche Roden,  die  er  an  den  Freitagen  der  Fastenzeit  vor  Kaiser,  Uofstaat 
und  Optinmten  der  Stadt  hielt.  Davon  sind  zwei  veröffentlicht,  worin  er 
die  li^ucharistie  behandelt  Von  seinen  Briefen  sind  nur  einige  gedruckt. 
Auch  Liturgisches  wird  ihm  beigelegt  Wir  Dborgchen  die  Schriften,  welche 
aus  Gennadios'  Streit  mit  Plethon  über  Aristotelismus  und  Piatonismus  her- 
vorgingen und  daher  ausHerhalh  des  Kahmens  dieses  Abrisses  fallen. 

Mit  Gennadios  wui-den  die  äusseren  Grenzen  desselben  schon  über- 
sobritten;  doch  der  Fall  von  Konstantinopel,  ro  sehr  er  alle  kirchlichen 
TvrhAltnisse  von  Byznnz  umwandelte,  brachte  nicht  das  plötzliche  Still- 
stohen  der  letzten  theologischen  Bewegung  des  untergegangenen  Iteiches 
mit  sich.     Die  Unions&age    war  allerdings  definitiv    beseitigt;  aber  div 


I 


L  Thsolagf».    k. 


■■tlk  asd  Polemik. 


»1 


*o)omik  gegen  die  Lateiner  wurde  noch  roHgO!;4>tzt,  und  xwiu-  sowohl 

vvn  Gc^noni  als  von  Freunden  Kont-s.   Zu  den  i-rsU'ron  gehören  Oemtstos 

P\)-llion,  Tliuodoro«  A^nllianos,  dwr  Ot'jjncr  des  Johanne!«  Arg>'ropuloK, 

Oesrgins  Ameratzes,  Silveüter  Sjropulos,  der  partvilicho  QoHchicht- 

ehreibcr  der  Cnionasynode,  Makarioa  von  NikomtKÜen  und  der  Nonio- 

hjrlax  Liuin.  welt^ho  lieide  das  Uiiiontulckri-t  unU>rsch neben,  später  aber 

üiro  ZuHtinimung  widcn-icfen,  MiittbauoH  Kamariotes,  Lehrer  der  Kho- 

tdrik  in  KonKtäntinopi<l,  Hichafl  Apostolios,    Khotor  und   Kopist  auf 

Cnta,  Johannes  HoHchos  aus  Lakedämon  u.  a.     Ah  Freunde  der  Lu- 

Uinw  Iralen  einige  griechische  Humanisten,  wie  Johannes  Argyropuloa, 

Georgioa  von  Trapoxunt  und  Thoodoros  Oazu»  in  Italien  auf. 

I.  Aa*K*beii:  Kin«  .Sninmlung  UinoloRischor  Schriften  gibt  Mign«,  Patr.  gr.  160, 
13l>-  TT3,  tinth  frtlbor«n  Dracknn  mit  Aannftliine  clor  l.f.  3  -  &  nipl  9tiat  nftralat  kbI  jioo- 
•fXHnr,  ilin  hirr  luont  enwhiaDtiD.  FUr  den  Dncditen  DUlo«  vkI.  J.  C.  T.  Ott«.  Z«ttsc3ir. 
I.  hUM.  TWol.  -HS  I  läW)  »89-417  u.  U  (1W«I  HI  13),  Kiiie  n^it^tv  Schritt  g^gon 
SlLUmun  icit  'i  Onetm  cd.  SimoDidvs.  tf^-f'  fXti^.  »lol.  yfarfaifi.  42- TS.     '  Don  Dial«« 

Rudi«  JailfD  »d.  jir.  A,  JhIid.  Aiivcdota  (jrtMw  IbooInKirn  mm  proli'gnnir-ni*.  liniirMp  lft&3 
W.  EbMiU  S.  hSSS  ijif-  Siiinmliinf.'  von  Prophoilnrn,  llurAiiF  folgen  S,  HS'I'II  Annloota 
WmbILi  tkMloglea  am  b^unliuiHclii'n  'IlieoloRon  wjir  Nikclnn  Dnvid.  Nikcpliorun  tjn-i^unw, 
llnioriM  PalMM»  n,  a.  Die  AmtOge  aind  aber  m  kanc  und  zu  unlirniiclibur.  luii  i-ißcnn 
ttnnehwl  XU  werdM.  V'i^.  di«  ReMDsion  von  K.  KrtirnUairlicr.  It.  Z.  tUlNtt-l)  641-  44.  — 
Imht  d*n  ob«B  g«nHiDl«n  «lud  noch  uickreie  Ki'htiri«ii  di>i  (ioniimliuH  imvdiL'it,  die 
lU.  in  4an  tQ4i.  Athoos  1161.  Pai-ia.  138{l~I2Ȋ.  von  dciiMi  die  codd.  1289  und  1394 
Utflko  dM  QtOBadiM  seia  sall«n.  vorlieicen.  -  YAnen  Codex  dos  PunlukraUirklMt«» 
■r  im  Bare*  AtliM  mit  9!>  Nnmmeni  erw&hnt  Sp.  I.uin|ir«a.  B.  Z.  2  ltKii:i|  609. 

i.    llilfHiBitlah    0«ilM.   Ilintor.  vd.   Bonn.    H.   14?.   l-ii*.  ÜDorsin»   rbnintunn, 

Urin?,  »d,  lionn.  S.  Sm—  8.  —  K-  Rnnnudoi.  Drus^rtatin  do  (iennadü  vita  «t  nrririliH.  t'im« 
iros:  ihgAdrarkt  Ui  Uignt  a.  ■.  0.  IM»  :iOH.  IHf  l.isto  dor  Schriri«n  nmfiuwt  TU  Niimmon). 
-  Faliriciua,  UM.  gr.  II.  H49  -  ^9!)  fllßt  noch  oiiiiRo  hiiixu,  --  A.  Doiiiotrnkopulo«, 
b,  TUn<  .S.   HO     HH  tb«r  die  Srhriflnn  gegen  die  l.flti>in«>r,  K.  SuthiiK.    OoorpM 

SebiliriM.  IH&Ti  int  mir  nniuglnglich.  -  W.  tinaii.  ItiMinsiliiM  und  Plethn,  Aiialoteliemns  nnd 
BrtMMM««  in  d«T  gnecbinelifin  Kirahe.  Urtudau  IBM.  —  A.  Lnbodcv.  Di«  grioehiach-ÖaUitdie 
GnW nolOT  d«r  Minuiiacfacn  Herracliaft  aach  der  Erobonins  von  Kpd.  Itn(-iwl,  VAstnik  18114. 
iMiart  b  U.  Z.  4  <16Si&)  2M.  39».  -  Leber  daa  ßvinbol  doa  Üenmidio»  vgl.  J.  C.  T.  Otto. 
Dm  Patriarobea  G«itn»diiM  ▼.  Kpel  Confcaaiou,  Wien  lä64.  —  W.  Cnss.  Symbolik  der 
eualBatliaM  Kiivbe,  Bolin  1872  S.  34-S9.  —  U«ber  «.  Abendmahlslulir«  vgl.  Ktoitx. 
«MbliM-  f.  daatarbo  T1>«oI  13  iimS)  073 -TT.  -  DrSsolie.  U.  Z.  4  ([895}  3-4 
kwial  Boek  mamal  di«  Kiiibcit  d«r  »chTift«t«lterisc)ien  PeraBnlidiV«it  dM  0.  Sdu  Die 
rwMaaehrin  d.  0.  8ck.  s.  boi  V.  N.  PnpnRoortcin,  1).  Z.  S.  i(l&. 

S.  Vun  Tli«n)ilinneii.  Metropolit  von  Modia  in  ThraEion  um  14i>3.  aind  Briero  und 
lUuadlting  aWr  d«n  UropninK  dor  Sfvia  in  eai.  PnriH.  \2fl2  «mc.  l!<  orIialt«n:  dort 
«ia  Brief  dea  Uennadion  an  Hinophuieii  Dhor  damvlb«  1'li*niii, 

4.  Dir  AaiklAnge  der  Polemik  gogcndidl.ntdini-r:  /.  (tror^ioiifleniiato* 
Flalhon  goktVitu  luj  gricdiiwliun  KommiiHion  auf  dar  Rynndo  ron  Klureiix.  Kiiiigo  Acusho' 
ia|(*  daaB«lh«n  teilt  äUT«al«r  H]rTOt>ulaa.  ilialor.  rotte,  rioretil.  K.  LS.*)  f..  IDT  r.  mit.  t>  ver- 
faaiaMtben  Schrift««  Über  den  Auagsng  d««hl.  Geist«.  Kino  dersL-tbi-n  vd.  Dosith^os. 
Hirn  »pinv.  Jimtf  IC08  S.  810-320.  abgedruckt  bui  Migne.  Patr.  gr.  160.  »ib-SSlI.  Sine 
mimttoA  iuedi«rta  wurde  von  Gennadioa  bekimpft.  weiTPlelhon  dann  dos  CbrielMi tarn  tils 
«UMBaiTlC  VkI,  Ktriatota  GMiaadii  ad  Plolfaon«m  bei  Migno.  Patr.  gr.  Ifl0.&97— C80. 
-  T|tL  L  Allatiu»,  Itittrib«  de  UeOTRÜ«  bei  Fabriciii«.  Kihl.  gr.  12.  M  -102.    -   Pr. 

8<hqlUti,  (toackidit«  dn  [tiilomfliio  der  ItenaiMance,  1.  llnnd.  Coorgiua  GomiBto»  Plctlion 
«d  «n»e  refannatorinclMin  8a«lrMiuigen,  Jona  1H74. 

g.  Pie  SiraitMdniR  daa  Diakons  und  DilcMMphylax  an  dor  Ilngia  Sophia  in  Kpol. 
Tki>ed»raa  A^alliaoos.  gMeii  Joha,nnm  ArgifTopaluH  bei  Mign«,  I'alr.  gr.  Iö8,  1012 
ha  lOSZ.  -  2  Mtdere  Abhandlnngon  gogon  die  tjtt«iii<'r  gab  I)oBilhuuii  ueraiia.  Vgl. 
A.  Druatrakopulea,  t)(-V.  'KUa(  S.  106.  —  Sclhatliiogrupkiachoe  tu  i^od.  Bodl.  Canon. 
*>  mt.  !■'*  fol  lOft-iaS. 

5.  I>M  8i1t  etiler  Srropalun  lUidcbicbte  der  Ploreiittner  ävnoi)i<  <>d.  Robnrt  Crny- 
■klea,  DagMi  16tiÜ  f.  Gegvn  den  [I«iiuegebor  trolmii«ierlo  f..  AlUline.  In  llolietti 
ihajgfclwii  Bppannun  ....  «xetcitalion««,  fem  IC6&.   -  Dia  unioiiefrenndliche  Dnnilollung 


123  ByzuitiiilBche  littftntorgtBcUcht«.    L  ProuiMolie  Litterator. 

du*  Svnodo  von  DurotheoB,  KnbiBi-li.  von  M^Uleoe.  bei  Htirduiit,  CauetUa  9  (Pwü  l'l  ^ 
1—9S,  Vgl,  Tb.  Fruit) III min.  Kritiücbu  Beitrag«  xur  Ouechicble  d«r  Fl»reatin«T  KikIM' 
oinignng,  Hui!»  IS72.  S.  63-8(>. 

4.  (ioorgini!  Ainorutsns  aus  Trnpeiunt  scbri«b  U*fi  xmr «vfiftf^ötnr  ir  tg^Ufir- 
Ufs'-t-6J^.  VrI  I)em#tr»kopnloe.  '»g».  TUÜc  ».  119  f.  -  In  cod.  P«ri8.  SO«  8.  16£«- 
tcnliuG.  ilnUFIornnlin^ral.  IG'      18.    ))•)«  Misni<,  Piitr.  gi.  Ißl.  T2!lff.  oin  ttrwf  an  B««Mrioa. 

5.  Villi  MiittliB^iOH  KBiiiiiriol«!,  w  dtm  tUl  Kpel«  bAwchrHtb,  Kind  noW  A*- 
toriBcbun  und  pontiai^hon  8t(lrknn  mohr«ra  UiMilogiaobo  Sdiriftaa  Ibccliofcrt  c  U.  ia  aiti. 
l'ah«.  1191,  ViH.  vn.    Sici  nnd  gtigtn  LatmoM'  und  ttorUaintlcii  goriebtot. 

e.  Dm  Michael  .^paatalio«  Ufoaipiüinffui  tit  rivitMiUa  Kurctnvttroif  od.  A. !!»■ 
metrskopulua,  f^>-i")>-  Hfii^iAöytoti  1870.  V^t.  A.  Denetrdkopnlus.  tt^S.  'SUä; 
&  121.  —  In  C«i).  lind],  llnrucc.  'li  nato  !■'>  M.  6!l'6y  do«  Sehtifl  Aber  den  AtutgWf 
il«*  bl.  (leJalM.  ~  In  eoA.  Luurunl.  |)1.  10,  25  Ba<tc.  lö  Tol.  47— M  ein  DUlox  Slttiitro^  v  *"?' 
Tpuiifat.  —  In  cod.  Parid.  1744  bul-i:.  l^ful.  3>-fil  V«ree8iirdie.Sunn- iinil  FiwIUgo  duaJabrM. 
-  Vgl.  K.  l.oxranil,   Uiblio^r.  h.^lknique  1   (P&ria  l^;s'>)   LVIII     t.XX  a.  Krambaebcr, 

7.  Von  Johannes  Muavboa  Mobl  oine  Schrift  ttoffon  die  Lat«innr  in  cod.  Ksmf.  SS) 
aaee.  15  fol.  1-88,  -  Vgl,  Aber  ib»  dio  Noti*  von  H,  Noirnt  «.  «.  0   S.  49. 

8.  Viin  dtin  griechischen  Polemikern  k^'K^'^  *'>'*  I'ntninor  int  Iß.  Jnhrhundnrt  gnJfl 
Hanuol  l'eloponiKisine  f  ISM  auf  PonSnlicIikniUn  ein  I.S.  JithrhitnilortH  tiirOck.  Vgl, 
A.  Demelriikupulos,  \}Qä.  'FJXäf  S.  122  f.  DreiSchrifUn  i|p.-»Dllii>n  gnb  .\r»nnij  hcraiu. 
VgL  lt.  Z.  4  (IK95J  Uli  Anm.  Einn  dtinolbeo,  worin  et  uur  lO  Kouljuvcmpunkta  ant- 
wortet, die  ihm  ein  Dominiknncr  Krnnriiikuit  ror^ielogt  halt«,  ed.  pr.  I.e  U  oynii.  Varia  aam 
1  (Uid«n  16Ö5)  26M-293  (unvullnlniaciigl;  Abgedruckt  bui  MiBn«.  Piilr.  ^r.  140.  46!>-4SI 
(unriditiK  als  Schrift  dos  i:i.  Jiiiirhuiidoria).  —  Ueber  weitere  Polemiker  vom  l(i.  Jski- 
biindcrt  an  V|(l,  Demelrnkopulo«  «bcnda  S.  128—301, 

S.  Frounde  der  Lnleiner.  1.  Johannes  ArnjTOpuIoa,  Lebrar  d«r  Qruuutik 
in  KpH.  npSUr  id  Klorenn,  wo  ur  siuli  der  Gunfd  der  UedidUr  «rfreuM^  Terfaaat«  auf  dia 
Anregung  dee  Dux  Lukas  Dukariui  einu  Schrifl  (ibcir  den  Aiingiuif;  daa  hl.  Gmtaa,  w<rin 
er  sich  mi  ilie  1af«iniHdi«D  Vfller  »llitit.  Ed.  I.,  Allatiua,  Drancia  orthod.  I,  400—416: 
Bb|;GdTur.kt  bei  Migne,  l'atr,  gr,  1S8,  993  —  1008,  -  1'.  Der  Hiimaniiit  (ioorgios  von 
Trnpcxuot  nalim  auch  lebbalten  Anteil  an  iltT  l'ninnKrtnge.  ^jcino  Sebriftra  Ober  div 
Streitpunkte  bei  Migne,  Patr.  gr  101,  829-86»,  806-  iKr»  »ind  rormoll  noch  gutx  byuin- 
tiniHcli  ßchnlten.  —  Uier  mflgen  auch  seine  Acta  mnrtvrii  ä.  Audreiw  Chü  t  1465  (od,  in  don 
Acte  !sS.  Miiii  7,  1S5  -188)  orwllhnt  werden.  -  3.  Cod'.  Paria.  1287  aaeo.  16  füll.  133  cnthill 
eine  Sfamniliing  von  Disputntinnsreden  xwiaoben  (irioobm  und  Lnteiiiem  in  Kerrara, 
die  Theodori's  önzcs  If  1475)  voriinstnltete,  —  äeiiic  UeborNetming  eines  Itriefoa  dea 
["apates  Nikelaus  V  an  dun  KaiBor  Knoatuntinus  bei  Migne,  Patr.  gr.  160,  l'JOl— 12. 


B.  Exegese. 
46.  Charakteristik.  Der  Ahst.aii<l  der  »pät«rcn  byzautinisclivn  I,it 
ratur  von  der  altchristlicbcn  und  patiistinchen  ile«  4.  und  S.  .luhrhundt^rto 
ist  auf  dem  exegctbchcD  Gebiete  weit  grfis-wr  aU  auf  dem  doginattsch- 
polemiscliuii,  WUhrvnd  hwr  vom  6.-9.  Jalirhiindert  diu  Arbuit  d«s 
pati-ii«tischci)  Zeitaltern  noch  im  Fluss  war,  hOrto  nach  Kyrillos  von  Ale- 
xftiidrien  und  Theodorot  von  Kyri'hoB  die  selbständige  exegctischn 
Fortirhung  mit  einem  Scliln^o  auf.  VorhängnisvoU  wirkte  der  111.  Kanon 
dor  Trullniiii^clivn  Syiiodo  (692).  welcher  von*chrieh,  da.-««  man  bei 
dwr  Erklärung  der  hl.  Schrift  dit>  Exegese  der  grossen  KirclionvUlor 
eigenen  Forschungen  vorziehen  solle.  Doch  darf  dieser  Kanon  nicht 
allein  ftlr  den  Niedergang  der  exegetischen  Litteratur  verantwort!i(;h  ge- 
macht werden;  denn  er  wäre  nicht  so  einseitig  befolgt  worden,  wenn 
nicht  viele  andere  Ursachen  mitgewirkt  Iiiltten.  Am  allerwonig^ton  gcschali 
filr  die  Erweiterung  und  Vertiefung  jener  Kenntnisse,  welche  die  Vor- 
bedingung zu  einer  fruchtbaren  Ksegese  bilden.  Die  Kenntnis  der  he- 
bräischen Sprache  ging  den  Byzantinern  ganz  verloren;  nicht  einmal 
Photios  war  den  Hebrilischeii  milchtig.  Man  hielt  »ich  an  den  Text  der 
beptuaginta,   welche  die  übrigen  gnechischen  CbersetKungen  du»  Theo- 


dea 


1.  TheoIoKio.    B.  i:za««H«.    (%  4ß) 


lUioii.  Symmiichoa,  Aqmla»  imm^r  mehr  in  den  Hink-rgruiul  «IrSngt«,  und 
t  B.  von  Ooorgioa  Synknflos  tiin  80ß  atiitdrücklidi  iilwr  dpn  tiebrAit<«liun 
Tüjt  geetelU  wurdo.  Für  dio  bililisoliv  Tuxtkritik  liKrU;  jedf»  Vvr- 
M  auf.  Das  Originaloxeuiplar  des  grossen  textki-i tischen  Werkes 
Origenes  ging  im  7.  Jahrhundert  z\t  Orniide.  ohne  dims  eine  einzigo 
NÜcUndige  Abschrift  davon  g^^noinmon  wordon  wfirv.  Fragmontc  davon 
bbeo  äcb  jedoch  in  KommentHi-un  und  c-xogotischen  Katonvn  crhiUton, 
£e  von  Montfauc^)»  und  Fkdd  mit  grosstr  Sorgfalt  gcsainniclt  wurdon. 
fa)  lebendigen  (iebranch  blieb  nur  die  Hexaplai'isoho  HoKunmoit  der  Septua^ 
[;iiitii,  die  nh<>r  immer  mehr  mit  doni  vororiyoniBti»difn  Text  (der  sogen. 
i«i;)  und  den  Kt-zeui^ionen  von  Hesythio»  von  Alexandrien  und  Lukian 
von  Aotiochien  vermitwht  wurde.  Auf  diesem  Wego  bildet«  sich  seit  dorn 
i.  Jahthanderi  eine  neue  xotw;  heraun,  die  in  den  meinten  grie^hiächen 
B«  d«  A.  Testamente«  vorliegt.  Diese  wcichuR  aber  in  unzilhligen  Einzel- 
iwiten  von  «tnandor  ah,  uod  m  wurde  kein  oinzigor  Vontucb  gemacht, 
'  I,  T<-xt  KU  reinigen:  ein  Umstand,  wodurch  die  (lersl^llung  eines  authoii- 
'  iri  Textes  der  Septuaginta  zu  einer  der  s^^hwierig.'iten  Aufgaben  der 
Knük  geworden  ist.  Kur  eine  einzige  Übcrs^^bEung  eine«  Teiles  des 
k.  Ttvitanienten  wurde  von  eini'm  Unbekannten  Endo  des  H.  oder  Anfang 
in  15.  Jahrhundert«  nach  dem  masorethischen  Texte  hergEMlellt.  Es 
i»t  jedoch  fraglich,  ob  es  eine  byzantinische  Arbeit  ist;  jedenfalls  fand  sie 
in  Üyznnz  k*!ine  Verbreitung.  Für  das  Noue  TeHtameut  hatten  die 
ftfz&ntintT  den  Vorteil,  den  Urtext  Holbtit  zu  besitzen.  Dieser  erlitt  aber 
uch  viele  Veründtrungen,  und  es  wurde  auch  hier  kein  Versuch  gemacht, 
BnprQngliche  Iteinheit  de«  Texte«  wicderherzu  stelle». 

ElhaiMO  fehlt«  dio  Süssere  Anregung  wie  das  innere  Beddrfnis  fUr 
Atishildung  der  höheren  Dibelkritik;  nur  bei  Andn»a8  von  Kä»iarea 
in  k'ajipadokien,  Kosmas  Indikopleustes,  üekumenio»  oder  de-ssen  Epito- 
nutof  finden  «ich  gelegentliche  Ausführungen  über  Authentizität  und 
Altohtit  einiger  Bücher  der  hl.  Schrift.  An  eine  planmässige  Unter- 
Hehnng  der  AbfasmingsKeit  und  des  Quellen  Verhältnisses  der  einzelnen 
r  dacht«  man  aber  ehenitowenig  in  Ryzanz  als  im  Abendland.  FOr 
lisehe  Einleitung  und  Hermeneutik  hatten  die  Antiochener 
von  Tarsos.  Theodor  von  MopüUCKtia  und  zuletzt  Adnanos  (um  140) 
^ndAinent  gelegt..  Auch  hier  wurde  nicht  weitergebaut:  denn  die 
Stkrift  de»  Junilios.  eines  kaiwrlichen  Beamten  am  Hofe  Justiuian«.  die 
hitiblta  fegularia  di\'inae  legis,  wnrde  lateinisch  ge*chrii-ben  und  war  fUr 
htMBMche  Kreise  in  Afrika  b4>rechnet.  Diosolbe  Intere?Melosigkeit  betraf 
fie  biblische  Uoographie  und  Archäologie,  obgleich  Origenes,  EueebioH 
na  KAMirea  und  Epiphanioa  von  Salamis  vorgearbeitet  hatten.  Auch  für 
Ae  biMtitobu  Chronologie  haben  die  Chronisten,  welche  die  alHestanient- 
^Uw  Zeitgeacbtchte  regelniäHsig  in  ihre  Ketj-achtung  hineinzogen,  nicht« 
^■ItbtieiiM  geleistet.  Die  griechische  Kirche  empfand  nicht  einmal  das 
cHBrfiiit,  einen  definitivi^-u  Ahtichlu>^ii  des  Kanons  der  hl.  Schrift  zu 
gtmaa^n.  In  der  Auf/Jihlung  der  zum  Kanon  gehörigen  RilLher  weichen 
H— na»  IndtkopleuHtea,  Leontios  von  Byzanz,  Ana8la»ioi<  Stnaites,  Johannes 
tM  Uunaskcw,  Nikephoro»  von  Konstantinopel,  Photioa  und  selbst  nocli 


tu 


»j    IUI    I 


launimr. 


[jlfälan,   «i*  JoImbmb  Zaoana.  MattJMi—  Bkrtaren    von   cinBnd&r 
ha*   4MB  4iiM  Abweith—gE»  x^  GepaiCiBd  td«  Ittterarisclieii 

*»frmimn§m  odor  «yaorfaba  BBtochiiihiigi,B  yAt  wordt^n  wSren. 
S»  wv4»  4mm  war  fi»  cigcRtlich«  Bxes«M  waitergepflc^ 

[  I^MlHb  «a  ia  rwcibriia- WeiM.  dndi  exagetiKhe  Kat«neii  (S  93)  und  dn 
UMnimwiliiiifliinilii  Komnentwe.     Die  Verfkaser  der  letzteren  waren 

:  ahm  AoMabn*  «Udagig  von  dea  pattütisdwa  Exegeten.  lieferten  je<]<' 
naeb  Ua  m  dnam  gairMwo  Orade  cjSmm  Ariteit.  wlfarend  in  den  Kat«n 
AoMClfa  wu  den  froheren  Exegeiea  Iom  und  ttnabbängig  an  einander  gorcih 
wordm.  Kim-  dritte  Oiittunf;  ron  exegetüwben  Schriften  könnt»  hinzu* 
Jffrfllltt  Werden,  die  'Eeioii\tSn<;  xai  nnox^atii.  wie  wir  sie  bei  Maximofl 
tUtnU^^mw,  Anantiifli'^H  SinaiU'«.  PhotiM  vorfanden,  und  worin  mit  Vorli«bfl 
«M.-)iwr4*ri(;('  Ntellr-ii  huü  dem  A.  und  N.  Tostamcnt«  iHihaiidclt  werden.  Wn» 
diu  Interpretationnniothode  angeht,  so  suchten  di«  hyzantimscheii 
Kx«gpat«ti  die  Methoden  der  zwei  grot»en  thenlogischen  Schiden  diw  Christa 
llfthtnt  AlterliMiiH,  dir  uDegoriMihv  der  Alexandriner  und  die  hiatoriscli- 
(triiniinnlikahiH-he  der  Antiochener,  mit  einander  su  verbinden.  Einige 
hiildigen  ntK'h  uiiH>>(:hli«^«idich  der  einen  oder  der  anderen. 

Am  Kiihlrei<liMl<<>ii  nind  die  Exegeten  im  ß.  und  7.  Jahrhundert,  ver- 
trnUriii  i'r»k'i)tioH  von  Ohkr,  Dlynipiodoro«),  Kosmaa  IndikopleUHte»,  Uregorio« 
vfin  Atinueriliitii,  Miiximo»  (liuift'HHor,  AnaHtosio»  Sinaile»  waren  entweder 
aiiDM'hlieMilti'h  auf  dein  exef^eti sehen  Qebioti>  ihKiig,  oder  wei.seit  in  ihrem 
litLerariiieheii  NuohhuiSo  nuch  exegetische  Arbeiton  auf.  Aus  dem  8.  Jfthr- 
liiiii(h>rt  int  nur  .tehnnne»  von  Damiwkos  zn  nennen.  Pholios  erneuert« 
(he  l'tlege  der  KxegCKe,  die  iinrii  ihm  und  wahrnrheinlieh  unter  »einem 
KliiIliiHM'  vi>ti  AreIhnM  von  Kappadokien,  dem  rKtMoIhnfk-n  Oekunienio»,  von 
MiiHiliiiN  vim  Neiipatrn  und  Leon  I'atrikios  weitergeführt  wurde.  Ihre  höchste 
HKltn  erh-hl.it  nin  im  Zeitiilter  der  Komncnen,  als  Theophyliikf  von  Bul- 
Hiirien  iinil  KiLltiyininh /i^iihemm.  unstreitig  der  bedeutendste  byjumtimscha 
Kxeftt'l,  ihre  iinir»ngrei<'lien  I\ oniinent^ro  «chrieben.  Interps.Hant  ist  e», 
durch  NikeU»  AkominatoM  IThexiitini»  orthodox.  I.  24)  zu  erfaliren.  d««s 
Im  12,  .IiilirliiitidrrI  IVi>fe»»oren  der  Exegese  in  Konsliintinopel  augeKtelll 
waren.  NikelaH  hezeielmot  nämheh  Miehael  von  Thessalonike  und  Niki- 
Ithitmw  It«u<ilNk4>H  nlo  iiäämaXt^i  loi*  ftfl/)-f Aiue  reap.  SiSapttaXo^  anoaiöivr. 
Si'htm  im  l:t,  .hihrhumtert  verschwindet  die  Kxegese  fast  vollstilndip,  um 
in  der  N|iII1eii<n  ralilid.>){«'iixeit  noeh  einniHl  aurzuleuchten.  Manehe  Kxegeten 
aind  (IhriBeni*  noch  nieht  wler  nur  sehr  fragment*risch  odiort.  wührvnd 
Ihm  »ndei-en  die  Lebin-i/iit   noeh  nfthor  zu  bestimmen  ist. 

\Uh  drinitenilvit'  ludilrfnis  und  die  notwendisste  Vorbedingung, 
um  dt'n  iitnen'U  Wert  der  byiantinin-hen  V.\<  :;.  -■  erkennen  zu  kOnnen, 
int  eine  umranneude  kritisehe  t'nter»ui  huni;  ihrer  patristischen 
t4»t<llt<u.  I'iewe  yiielhmuntersuchung,  die  mn-h  fiir  keinen  Exegcten  vor- 
liwgl,  wini  ohne  Zweifel  jene»  Wert  auf  eiu  Minimum  n-duzieren ;  denn 
AI*  »i|K^iH>  KrklftniiiKMtu'tH-it  der  ExegvtMi  steht  lu  dem  Cmfange  ihrer 
KvmmmiImv  in  k<u-  ki>im>in  Verfatitui^  Aue  M«itg«>l  »a  Kaum  kjlnnen  im 
ftJg^'nilen  nur  einige  AtMh^tunyaB  IB  dieser  KklrtBa(  (BBUtdit  wertlen. 
AHJ«'ivm-4t»  lUurf  «U<r  ntvht  vwiftguBa  wwdMt.  ^a» oaa Ät  bjiaotmiischc 


1.  Theologie.    B.  Exegese.    (§  47). 


12& 


■OfilU  viele   FVagmente  »m  verloren   g«gaiigoiicn  ttlLcliriHtlk'hen  und 

■^nratäebon  Kommontarfn  erlialtoii  tinboD.    Darin  liegt  ihr  Hauph-ordic-nüt. 

Ad   <ltc    Ex^^'gc'luii    lasi-vn    »ich    die    Scholi äfften    pat  ri)« tisch lir 

^rhriftvn  unroilien,  (Itu  m-)i  die  Erklärung  von  Kirchenvätcni,  bi<M>ndur» 

der  Schriften  Gregors  von  Nazianz  und  des  I'MOudoari'Opugiten,  zur  Auf- 

gike  ttellten. 

1.  FDr  die  TtixinaBiialiineen  rgl.  die  Littor&tiirRngalKMi  zu  g  4.  —  Di«  auDnymr 
CtbMMbnuig  der  A.  T  »im  itm  Ih.  Jnlirblindnrt  ed.  pr,  0.  ncliliurdl.  Lcipxig  läT.i'uiit 
iiMtEinldtiiiiR  TOM  F^.  Delitzsch,  der  cinRn  Jad<<n  Kli^iCiofl,  einen  Zeit^ienoMon  doe  OoorgiiM 
QmUm  PleUioa.  abVerfsasor  nrwcisctn  will.  -  Din  Stichometrie  dea  Kikephoroa  veu 
bil  nWttt  ed.  Tb.  Zahn.  Uniekiebta  do«  noatoeUrncntl.  KaaDiix  S  (KrUn^en  u,  Loipug 
IW)  £9?— SOI  II.  E.  Pri'uAolien.  Anoloebi,  Freiburg  u.  Loifoie  1803  S.  I5i!  -äB.  Gegen 
bMAeit  a.  K.  A.  Credaer.  Zur  GL-ochichl«  dos  Kanom,  TUllo  IHl  S.  97-112. 

i.  Qilfeniilte):  Eiiuhmi  xur  Ocechiubto  di-r  Rx«|<c«i!  und  du»  Knnens  hoi  R.  Simon, 
ttrioir*  crili^no  des  pniicipMix  ceaiuiiMiiu[«ura  du  Nouruau  TcHtamout,  Pnna  161i3  8.  '3(10—168, 
BtnM,  Beeeniannor,  Cornely.  Kaabi-iiljuui^r.  HoltiniuiMi  und  andor«  LohrbDobor 
ii  Kialoilanr;  in  diu  bl.  Scbrlft  —  Uebur  dio  Sc.bwAiikuiiKe^a  des  Kanons  s.  beeuuders 
K.  X  Crcdnor.  (itwcbiRbl«  de«  neatMtament.licIieii  Kanons,  brsg.  von  O.  Vulkmar, 
Balia  I»»  S.  24I-2Ö7. 

3.  Ktwm  300  Hm  der  Septuaginta  wiirdan  Viv^licli«'n  von  Holmes  und  Par* 
•Mt,  Ttlna  UetaHiefitnin  gmooum  cum  varlia  Inrtionilius,  .'i  Ddit,  Oxrnrd  1798—1^27.  -' 
9  etiUre  Uniialliw  und  Hurrogmont«)  bcndiriobnn  von  Tiacbendnrf,  VotuH  lontnmpntuiu 
piMeiaxtaI.XX  iaterptBtoM.  I',  Loitnig  1!^7S.  Uff.  K.  K  lost  nr  mann,  Analoktu  xur  Sop> 
loifiBU,  BuapJa  «nd  Patrialik.  Li>i[aig  1S95.  Cm  ein«  kritische  Ausgabn  der  SoptuagintA 
köUleiieli  beaoiHlet«  P.  de  Lagnrde.  —  Einen  aehr  To!lsiandit;nn  Katalog  der  grie- 
(käcbM  Bm  des  N.  T.  mit  tUnncbluss  der  I. actio nji neu  vorfnwite  C.  K.  (iregorv  in  dem 
FlaIi|e»MMaibaBd  urEditio  uclava  critiun  niujor  von  C.  Tiscbenilurf,  Lvipeig  lt!$4— 94. 

47.  ProkopioB  (//(«wÖTwof)  von  Gaza  war  einer  der  Vorsteher  dor 
L-iwchule  genannter  Stadt,  welche  unter  Anastu&ios  I,  Justin  I  und 
änian  hlUhte.  ClK-r  seine  Leben» verhSltni.-^8e  uiitl  seine  Lehrthätigkeit 
irftfaren  wir  nianibv»  »uü  Keinen  Biiefeii.  Er  verbrachte  fast  i^oin  giUiKes 
Ubni  in  Beiner  Vaterstadt  Gaza;  unbekümmert  um  die  kirchenpolitischon 
Btwegungen  seiner  Zeit,  widmete  er  «eine  volle  Kraft  dem  [ieliranite  unti 
4r  AhfoKKung  von  rhetorischen  und  theokigi.sehen  Schriften.  Sein  Naeh- 
iiUgtr  tJborikios  feierte  die  Verdienste  den  IVokopios  auf  eraterem  Gebiet« 
in  IlMifsrhwengUcher  Weise,  und  Photios  (eod.  206)  rühmte  ihm  nach, 
■  di>r  bellten  Ithetoren  seiner  Zeit  gewesen  zu  sein.  Er  bitllite  iintar 
'i-uuiaü  1;  sein  Todeitjafar  ist  unbekannt. 

Frokppio«'  Htterarische  Hauptthätigkeit  galt  der  Erklärung  dos 
AIt«a  Testaments.  Der  litteraris<:he  Nachlaas  umfasttt  jedoch  nur  fol- 
Sndc  Scliriflen  de«  Alten  TeüitamentH :  silmtliche  historische  liUchur 
Ton  der  (ivnoais  an  bis  sum  2.  Buch  der  Chronik,  den  Propheten  .lesaias, 
üe  Pruverbien.  da«  Hohelied  und  den  Prediger  Salomos.  Der 
KtomientAr  zu  dem  letzten  Buche  ist  noch  unediurt.  In  der  Vonedo  xur 
(tawsia  unterscheidet  Prokopio-t  ausdrücklich  2  Kommenlarc  zu  den  histo- 
riKben  BQchiTrn,  die  er  verfasst  habe,  einen  ersten  in  Katenenfnrm, 
^BD  >itdert>n  aU  einlieitliehen  und  fortlaufenden  Kommontar,  der  sich  je- 
eli  von  dem  urstett  nur  dadurch  unterscheide,  dasa  hier  die  üborein- 
len  Erklärungen  der   frflheren   Exegeten   nur  einmal  dem  Sinne 

initget<iill,  sodann  die  abweichenden  Meinungen  dersu'lben  vorgeführt, 

ttad  eoiUich  Prukopio»'   eigene  Erklärungen   angefil^t    wnrdi'n.     Damit  ist 
I  Arbeit  authenÜKcb  charakterisiert:  sie  besteht  in  der  Hauptsache  iu 


126 


Byzuitinuclie  littentorgMcUchta    L  Priwalsclie  UttetMur. 


der  zusÄnimi-nfassondt-'n  Wiedergabe  der  groasen  Exegetcn  des  3,, 
5.  .lahrhundert«  und  at^llt  sich  daher  al»  'I^pus  der  byzAntinischen  E 
dar.  Jene  Kinteiliing  der  Kommeiitarf  in  2  Grippen  ist  von  Prokopioe 
nur  für  dii>  Iiixtorisclien  Büchi-r  iic)M.'ugt;  i'«  »pruL'hen  »bor  nianclie  An- 
zotchon  dufÜr.  dsss  sie  fUr  alle  Küionietitare  Prokopa  gilt.  Bt-vor  jedoch 
der  ganze  Umfang  der  exegetifichon  Arbeit  des  Sophisten  endgültig  Im>- 
8tinimt  werden  kann,  sind  noch  manche  kritixehe  Fragen  zu  K'lsen,  welche 
eingehende  handschriftliche  Fontchungcn  erhoiMchon.  Sidierge»t4>llt  siuA 
bisher  nur  die  zwei  Kommentare   zu  den  historischen  Blichor»  und 


M 


Jeaaiaa,  während  die  Autorschaft  Prokopa  für  den  Konimcntor  zu  di 
I*rovcrbien  und  die  Katene  zum  Hohenliede  wohl  mit  Unrecht  angezweifelt 
wird.  Die  Katene  xu  den  historiiichen  Büchern  iat  jüngst  von  L.  Cokn 
und  l*.  Wendland  als  die  Grundluge  der  von  Nikcpboro»  bcrnUägcgebeniMi 
Catona  LipeienniB  zum  Oct^iteueh  und  den  4  Büchern  der  KJlnige  nach- 
gewiesen worden,  nachdem  schon  in  der  Au.Hgftbe  von  Migne  auf  die  Ver- 
wandtschaft, de^  Komntentar»  mit  der  genannten  Katene  aufmerkü 
gemacht  worden  war. 

Prokopios  trat  auch  als  theologischer  Polemiker  auf  gegen  d 
Ncuplatoniker  Proklos.  Ein  Fragment  A  tm-  d?  %ä  UqöhXov  itfoXofutn  xr 
lata  üvnaQt]afü>v  hatte  A.  Mai  verQlfentlicht.  Durch  die  Wahrnohmu 
von  D.  lluxäoä.  das»  dieuo  Streitschrift  derjenigen  de»  Nikolaoti  von  Me^ 
tlione  gegen  Proklos  zu  Cirunde  liegt,  ist  .tie  in  ihrem  ganzen  umfang 
wiedergefunden,  wenn  auch  nicht  feststeht,  bis  zu  welchem  (irado  Nikolaos 
ihi-o  ur»prtlngliche  Oostalt  beibehalten  hat.  Auf  Orund  eines  Scholions 
7M  LukianoH  vermutet  HussoK,  da«»  I^okopiuH  noch  andere  apologeti 
Schriften  verfasste. 

1.  Aii«gnl)oii:  Eiue  G(>Bnnit«BBgabfl  der  KominDnUi«  wollt«  0.  OUariiM 
sorgen.  —  Die  Kümiui-nture  tu  Ana  liiBtorlseh«!)  bncheru  uuil  lu  Jesaias  nadi 
Drucken  von  Andreas  ÜceMiior  (l'>!)i>},  J.  Heuraiuatlti'^U)  <ui<l  J.  Curtorins  (l'< 
bei  Migno,  PnU.  gr.  87.  l.  21-122Ü;  2.  1803-2717.  Dcu  juieeliisc-hen  Test  liw.  Korn- 
■nontnn  lo  (it^nesio  1  —  18  od.  pr.  A.  Mai,  CI.-iMici  aucloree  ü  (Bom  I**:'*)  I-3H7.  Kr  i*t 
■bgtdnickt  bei  Migno,  und  In«  wurde  von  l.ii>riee,  18  an  bis  lum  I'Jido  die  Catrnit  Ij]j- 
BiAiiMia  bgntlUt.  Kint  vnllslandige,  wichtig«  IIa  dca  gADZ(>n  Knmmonüirs  ta  <lcn  bUU>- 
rifchen  BUchorn  ist  der  nod.  Moiinc,  ü.SS  (anoc.  fl— lOj.  Sie  knnn  xiir  (irundluf-u  uuier 
kDnftigen  AuNgnbo  gemnclit  worili>i],  ilie  wir  mit  P,  Wcndlnnd  sellnlil^llsl  i-rwurten,  Nocb 
wlohtiger  wUro  dja  Wiedi^rgewinnuD);  der  KRtene  Prokops  xu  dun  liisliiriHcbAu  Bdchprn 
«U  den  Euhlreirbi-n  llss,  in  duacn  oino  und  dieselbe  Knletio  zum  Oclntvucli  nberlii^fort 
iat,  nnch  den  leitenden  Gesitbtsimnklen  Wendl^ds.  —  Don  Kommentur  lu  den  Pro- 
vurbicn  ed.  ]>r.  A.  Mui,  L'luBsivi  auotures  !)  (Huni  1637)  1--25G;  abgedruckt  bei  Migne 
a.  IL  Ü.  1,  12:^1  — 1544.  Mign«  (Dgti-  als  Siippleinuntutn  miB  dun  Codd,  Itiuxell.  :tK9äf96 
FragmuoU)  hinKU.  dio  vt('ll<^iclil  uns  der  Kuteni^  nu  den  Proveebion  süinimen.  In  ood. 
Moirnc.  131  SMC.  Iß  ful.  \'l2-'i*jU  wird  eine  Kateoe  tu  den  Proverbien  l'rokop  rage- 
seIiri«boii.  —  Die  Katene  txart  Kolienlioil  ed.  pr.  A.  Mai,  Class.  nuci.  V.  257— 4Sü; 
abgodruelct  liei  Migno  n.  a.  0.  2,  lö4-5-I"54,  —  Kbenda  175ft— 1780  als  fragmcnl« 
alift  ans  A.  Mni,  CInss,  and.  ß.  348—378  woliracheintidi  Frngmcnto  aus  l'tokooH  Kam- 
mentnr  xiim  Hohenlied.  —  Dor  Kommontnr  roap.  di»  Kntone  xu  dum  Preuigor  in 
cod.  Monnc.  IMl  snoc.  10  fol.  17S  -270,  cod.  Miitin.  l.'.."!  unoe.  l-'i.  cod.  Murciuu.  22.  — 
Kiue  nnbofttiumto  Nnchriclit  von  oinom  Kommonlnr  l'rokopn  tu  deu  12  kleinen  Pro- 
pUelen  hei  Cnve.  Mislor.  l.iltcrnrio,  Denf  174(J  B.  327.  ~  Daa  Fragniont  au»t  dor  apole- 
Mtisolieu  Sdirift  ed.  nr.  A.  Mai.  Ülwaiti  uucluroH  4  [Uom  ISSl)  274;  abgedruckt  bei 
MIgne  B.  B.  O.  2.  2792.     Vgl.  8.  87  Anin.  2. 

2.  HiirftmittehFalriciuü.ltibl.  gr.  7.  563— 555.  -  J.  Ch.  0.  ErneBti,DePri>copii 
(Ineaei  eonimentntiie  graedii  in  hepUiU-uchiim  ol  cuiitiouui  ineditie  cummoDtatio,  Leipslg  1785. 
—  Zun  Knamcatar  Qber  den OcUteucli  vgl.  1'.  Wvndlaud,  Nca  entdeckt«  FmgmeDte  Phil 


1.  TliMlogl«.    fi.  ExegM».    (S  4^ 


127 


BoUd  I6S1  S.  29-105.  109-134.   Hier  »ifd  nnt  siMgicbige  B«nutxung  <l«r  Bcliriflwi  Pliilwi 

Mwi  dM  Origcnea  bei  Trokop  iMohBciwiaKcii.    Auf  din  BenuUnnK  Pliilca  durrii  I'rnkop  wiir 

■WM  R.  Harris.  IVigmoebi  of  Pbilo.  Cambridg«  1886,  Bafmericaan  gAwordcn.  —  /n  <]er 

KaltB»  Prokftpa  in  Octalfucliuin   und    it«r  CatotiA  IJpaifqieJs  n.  Ij.  Cohn.  Zur  inHirdkUn 

CI*U(li«f*nai|  Pbik«  und  dor  ftlturvn  Kirch«n«chriftat«]lor,  Jalirb,  f.  ^t««t.  Tlii'olugi«  lg 

(IStX)  iti—Vi  mit  tinem  Vtehtiuf.  vcn  P.  Wi.ndlnnd.     Vgl.  $$  91  n.  03.  —  Kine  nonli 

alcbl  K^dnekfa-  QMoltenuBtennicIiung  Über  »ftnitliclie  Komm^ntom  F'rokflpe  voii  L.  GiHnn- 

hxrcr.rrwXlint  Ui  llard«nhi>wer.  Palroloicie  S.  Ö(M,  hnt  ilin  gramon  Kxo^«t«ii  de«  4.  und 

&  Jibikusd^rts  als  Ilnuptttut'lli'n  Pri>)i«p«  narKgcwiMvo.    lu  dun  l'roknpioH  itiiKO')cliriHLviieu 

SUn«  wwdui  na  i>olwt  Pbitn  wht/a  in    d«r  l'elier^chrirt  genannt.        Th.  Xalin.  For- 

wbflngtB  IV  0«sckiehl«    dm   nPuUctiiiniintl.   Knncins   und    der   ultkirrli),  Liltvrotiii'  2  [Er- 

Iobm  1683)   S^  239— 'J.>H   vnrbrcit»t   «ich   Olmr    dip  Qni>ll<-iivurliftlluinsf    der  Kutnnn   luni 

BMMSlied.  —   K.  KI«slorniann.  (>ric«bUchi;  (IxM^rjilo  ano  llnmitron  d«ä  Origriic«.  'rexto 

wd  rnUraacbungea  von  Uebbnrdt  uoil  Ilornack  13,3  (1^94)  S.  1  —  13  liul.  dpn  Kpurcm 

Wsdlud*  fotj^d.  dl»  B«nOtiuii);  der  Humilii-u  de«  Origrndn   Ulipr  d*8  Bucli  JohuiiIi  in 

tei  «NliprMdiondea  Koauntatar  Prokaps  nnoligowioHun. 

IL  Zum  Leben:  Di»  Lobr«de  d««  SophiHU-n  Cliurikio*  llbnr  Prokopioa  ed.  pr.  Fn- 
kiicttt.  BDil.  gl.  1.  Aull.  8,  im  ff.  —  K.  Seitx.  Diu  ^rliulo  von  tiian.  Ifuid^lber);  1^3 
K  ä  -21.  Die  ««(««lisrho  Tlia(i(tkvit  Pioliopti  int  aclir  obcrfliiGlilirh  brlinndelL  &«its  kennt 
alle«  riudnukte.  -  C,  Kirsten.  QuauoiioDcii  CliorJoinnao.  IltMlau  IS9*  8.  8  IT. 


48.  Olyupiodoros  {'Olv/irtiötlmgng),  Diftkoi)  ZU  AJexantirien,  wurde  \'on 

JtBi  P«triiirch«n  Joltonntt»  Nikiot^s  von  Alexandrien  (R05— 516)  gow«i)it, 

nnd   war    somit   ein    J^it.genoitse   <ipa    Prokopio»   von   Gaz-n,      (Tl)er  seine 

«ilwwii  per»i>nlich(!n  Verliältnitwc  .sind  wir  oliiio  jede  Naehridil.    Aiia»tuido8 

Sinuit^tH  t-rwühnt  ihn  »ler^t,  bezeugt  aber  nur  eeino  Eigonsoliaft  nU  Diakon 

in  Alfixandrien. ')     Vollständig  Hegt  sein  iimfangroichor  Koinnicntnr 

II  dem  Prediger  im  Drutkc  vor.  Olynipiodor  vorbindet  darin  dw  IiiHto- 

riidie  mit   der    allegorJM'hen    Interpretatinn^inpthodo.      Frnliere   Kxegeten 

wnit  «■  nicht;  ein  Umstand,  der  die  Qtielicnuiitfu-suchung  sehr  orechwert. 

li»  KomniL-ntar  zu    Jcrvtnias    mit  Eimtchlus!«  Aßtt   Buche»   Baruch 

■od  dpr  Klngelieder  ist  fast  vollständig  erhalten   in  dem  Codex  Burke- 

riniuius  V  4.'..     fler  Schrifttext  ist  hier  in  Kapitel  eingeteilt,  denen  jedes- 

Bil  eine  flii»iHf>i>{a  vorangeht,  die  über  den  Inhalt  kurz  orientiert:  er  ist 

MMTrdem  von  Lesarten   uue  don  ÜbersotzuiiKeu  von  Äquilas,   Theodotinn 

od  SfinntnchoH   begleitet,   die    den    Hexaplen    de«   Origenes    entnommen 

nmI.     Der  Kommentar  selbst  besteht  aua  kurzen  Schollen,  in  welchen  die 

ifltgDrijwhe  und  historische  Hrklffningt^weiäe  gleichmiltsig  xiir  Anwendung 

fannt.     r>io   übrige»  Kommeitturu   sobeinen  nur   in  ({cdruckti^n   und  uu- 

pdrecfck-n  Katooen  fragmentarisch  vorzuliugon.    In  unifuugreieheni  Masae 

lut  der  Katenenschreiber  Xikctaa  vnn   Heraklea  (vgl.  %  £):i)  Olympiodore 

Kanawntar  zu  Job  benutzt.     An*  den   gedruckten  Fragmenten   liUät   sich 

ait  Si<;herhfil  erkennen,  diuts  dieser  Kommentar  dioaolbe  Anlage  wie  der 

Joraniaiikommentar  hatte.     Insbesondere  hat  Oiympiodor  auch    hier  den 

äawtBrti  Kapiteln  lif/oiftM^'m  voran geetellt,  von  denen  Xiketas  die  meisten 

iHrtlNMTiilhni.      Von    einem    Kommentar  zu   den    I'roverbien   liegen   nur 

«nige  fVagmente  gedruckt    vor.     Ganz  vcmtcbollcn   ist  eine  Erklärung 

MM  Bache  Eadras,  dio  Oiympiodor  in   dem  IVodigerkommentar  selbst 

vwikat.')     Ifie  Vorrede   zu    dieaem  Kommentar  scheint  am;tuU-utun,  da-ss 

OIpBpiodor  auch  da«  Hohelied  erklärt  hat.   Ob  er  auch  das^'eue  Teata- 


■)  H  ShxaMiuaim  I.  6,  Higne,   P«tr. 


<)  Mign«.  Patr.  gr.  93,  S32. 


128 


BjB&Dtinia«lie  Litteratofgeacliicht«.    I.  Proiaiwb*  l4tt«rftUir. 


ment  erklflrt  hat,  tcann  nun  dcni  oinzigun  Fragment  aus  t^tincni  Lukt» 
komiiiontar.  da«  A.  Mai  ana  I.iclil  guzi>gi^<n  liitt,  ufTunliar  nicht  uiil  Sicherhtst 
gefülgort  w«rd«n.  A.  Mai  Iiut  ouaäerdem  ein  Zitat  ans  einer  poletniscbeo 
Si^lirift  Olynipiodoi'8  gegen  SeveroR  bekannt  gegeben.  In  hnlierein  Marne 
norh  als  bei  I'rokopioA  von  Gaza  werden  wir  hier  auf  die  Notwc-ndi(^eit_ 
handitcltriftlioher  Forncltungen  hingewitxtvn. 

1.  Aiiiit;>bcn:  Don  KoinmRnlar  xiim  ProHicor  «d.  pr.  <F'ronto  Dni'scoB>.  BibL  ' 
i>atl'.  Krnc^'olat-  2  (l'urin  IßV«)  ß'.<2  S.:  iibgr<lnirJ;l  bei  Brignn.  l'atr.  gr.  B3,  477  ~K2A.  -  Dw 
Kritgiucnto  Uvr  KommvuUirc  xu  Jurumiiui.  dt-a  I'tovrrbien  und  dem  Uuohtt  joh  nw  gedraekUa 
Kuttiiion  zuHunroBiiKc«t«tlt  hti  Migui>  «.  a.  O.  I^--!?'.  62^—7^0.  —  Ob  dir  Koonmalii 
XU  Job  in  den  codil.  Ambro«.  M  65  su|i.,  D  -173  inf..  <»il.  Vati«.  33S,  cod.  StuiL  3 
voUttBndi^  rorliegt,  bleibt  zn  nnlenucbM.  lu  iIct  Psalm tiikatuii«  doa  «td.  Bodl.  Hise,  5 
ucc^  9  wird  «icli  Ol^rapinddr  ücn&nat.  -  Du  Fragui«ait  ntu  dem  LukMltomniMlar  * 
A.  Mui.  Scrit>L  vtt  nova  coli,  9.  Oßli;  bei  Migne  a.  •.  0.  790.  —  Dm  ZiUt  ix  roi 
t^lfef  Xiiyon  xuiif  lt,tijfoi<  aan  A.  Mai  abgedruckt  bei  Hlgn«,  Pate.  gr.  89,  1169.  _ 

2.  HiUamittnl:  Fabritiiiis,  Bibl.gr.  10, 937  f.  und  andere  LitterKtiirldUorikM' 
schwankten  in  der  ZnitbcHliinmung  Olympiodom  iwmlien  dem  &.~I1.  JahrbutulerL  iJit 
riebtige  ZeiUngabc  ergibt  nich  nus  dem  coii.  Itnrbor.  V  4-5.  Die  betrelTende  Notii  bai  ä 
de  Magiatria,  Acta  mnrtj-rum  ad  Ctatiu  Tibmnn,  Kom  179&  &.  S85  f .  —  Uetier  dU  g» 
nannte  Hs  vgl.  A.  Ebrhard.  Die  griochiscbe  Potrinrohalbibliothct:  von  Jemaiitni, 
IW.miMbo  yunrtfll-whr.  5(IB01)  237-239. 

3.  Ein  JCeitgvnoaiie  Olympiudora  war  <]ur  sinaitiaclio  Mßncb  KoHmae  Indiko- 
]ilcustea.  wflchvr  aioli  mit  dor  Erklärung  dur  hl.  ächrift  vM  buscIiOftigtc.  l>aii  rAMl 
iiobon  nua  Hcinvin  ^eugrfiiiliisi^lien  Work,  dus  diiruiii  von  Pbolioa  (cod.  36)  obi  ein*  Et- 
klBniug  lu  dt-m  Octiiii^udi  Hufiii^l'itwt  wurdi?.  -  Ein  vulltilfiudixer  PBatmoDkommentai 
sl(>ht  unti-'r  stinvm  NamoD  in  dem  cod.  Paria.  189  aouc.  14  füll.  207.  D«r  Prolog  dm 
«tebt  am  Anfunic  vieler  handsohriftlicben  Katenen  «i  den  Psalmen  t.  B.  in  oodd.  Vitk. 
842,  711,  rud.  Vallicell.  C  4  und  wurde  von  Montfaiicon.  Oper»  S,  Joaoni«  Chn-Mstami 
8,  539  gedruckt.  Einen  Kmuitz  diutii  nd.  Cirill»,  Codicen  graoci  Mm  regiae  biblmtlivm» 
RorboiiicAe.  Neapel  1826  S.  33  f.  -  Kin  Kommnntjir  xu  den  Cantica  den  A.  und  N.  TuBl»' 
mented  wird  üim  in  cod.  I'nriii.  2743  «noo,  IR  fei.  1119 — 20''  zuguschriobcn.  —  Auch  ')'■*»■ 
!Httie  XU  den  4  Kvnngclion  Ügiiricren  in  mimrhen  Hss  uiitrr  sninom  Name«  i.  B.  Ifl 
dorn  Wiener  «od.  luppl.  Kullar.  ni)  (letiteroa  noch  Aufitdcbnuiigen  von  K,  KmnbaebrX 
—  Üober  da*  topograpbiHclie  Work  dea  Kominji  vgl.  Ktumbnchcr. 

4.  Der  UrmnmritikLT  Ueorgios  Uhoiruboskos  acJiriob  im  6.  JahrlniRdetl  eine 
rvin  grainmatjkuliadiv  KrklUrun^  der  PHulnii^n  mit  EintioliluM  der  Oden  (ed.  Th.  Uaieford, 
3.  Bd.  Oxford  It42i.  die  wir  aU  em  Cnikuni  in  der  byiantiniHchon  Exegoae  hier  vonwich»*" 


^ 


Vgl.  Krumbacbv<r, 

41>.  Oregorios,  Bischof  von  Agtigenlum  in  Sizilien,  wuril«  nacli  sein«m 
Biographen  Leontios.  einem  Mflnche  des  SabaHklosters  in  Rom,  nm  die  Mitte 
des  ß.  Jahi-liiiiKlcrli«  in  l^aetorium  hei  Agrigentuin  gehören.  Im  Aller  voo 
IS  Jahren  roisti'  or  üU-r  Karthago  und  Tripu]i.s  nach  dem  hl.  Lantlo,  wa 
er  sich  einige  .lalire  uufliielt  und  zum  Diakon  geweiht  wurde.  Über 
Antiochien  kam  er  nach  Konstantinopel  und  von  da  nach  Rom.  lütr 
wurde  er  zum  BidchoT  vuii  Agrigentum  bestellt.  Infolge  verleumderischer 
Anklagen  wurde  er  nach  Kein  zitiL-rt;  als  aber  seine  Un.schuld  erknnnt 
wai-,  kam  er  im  Triumphe  in  seine  Biachofstadt  zurQck.  Di«  Bewtini- 
mung  seiner  Lehen.tzeit  i&t  von  der  Frage  abbSngig,  ob  er  identisch  ist 
mit  dem  Bisdiof  von  Oiryenti,  den  Papst  Gregor  I  im  Jahr  tH)^  erwähnt. 
Judonftdls  darf  sie  nicht  über  da»  7.  Jahrhundert  horuntcrge^^et^t  werden. 
Leontios  erwähnt  mehrere  SchrifU<n  Gregors,  dogmatische  und  pan- 
egyrische Reden,  die  er  in  Antiochien  und  Konstantinopel  hielt,  eine 
Abhandhmg  Uher  das  Fa«ton,  oin  Enkomion  auf  den  ApostvIfUrsteu  Petrus 
und  (iXXu  TToXlti.  Davon  hat  sich  nur  ein  Kommentar  znm  Ecelesiastea 
erhalten,   eine  Frucht   des  Studiums   der   hl.  Schrift,   das  Gregor  in  Auti' 


1.  Thttologie.    fi.  Exegsefl. 


49-50) 


129 


ochion  und  in  Ägrigvntiim  betrieb.  Dem  Kommentai-  liegt  tm  Text  zu 
üntnde,  der  von  der  xoiii;  der  tjeijtuagiiitA  abweicht  und  daher  dem  Kom- 
meotar  »«Ibtit  einen  holten  kritischen  Wert  gibt  Er  2«rfUllt  in  10  BUcher, 
ist  9«ihr  breit  ungolugt  und  leidet  un  Uüufigeu  Wiederholungen.  Seine  Haupt- 
tvodeiuc  tat  <lie  Feststellung  des  Litterali^iniics;  doch  8ucht  ürugoi' 
■ach  dvn  höheren  Sinn  (/ifffiixuirc^ot-,  ürayioYfXfoteQov)  zu  erfortjchcii.  Die 
(rtheren  Rxogetcn  sind  flei.s.sig  biüiilt^t,  niAnchmnI  auch  bekämpft;  ihre 
Stxnen  werden  abei'  nie  uusdrückHcli  genannt.  Murcetlt  konnte  jedoch  mit 
Rilfo  von  Natnenaangaben  in  der  von  ihm  benUkcten  Hk  mehrere  Stellen 
udtrrer  £xegeten  identitizieren,  die  Gregor  im  Augo  hatte.  Milien  Beweis, 
iam  Or«gi>r  in  den  Profiuiwit»äeii«chaften  nicht  unerfahren  war,  bildet 
4ie  gvlegenUich  eingeSochtenü  Durätollung  der  damaligen  kosmograptii- 
tdtea  Vorstellungen.  Seine  Sprache  zeigt  ausmergewOhnliche  Bildungen, 
teen  oUiere  Untereuchung  ftlr  die  byzantinische  Philologie  nicht  ohne 
Nutzen  wAre. 

t.  AoRKsbe:  Ed.  pr.  St.  AiiL  Maro«lli,  Venedig  1791;  wiedorliult  b«i  Migna, 
PKir.  gr.  ft^.  741  —  1181.  Di»  diiflomtUscli«  Omndlag»  v«t  ungcnOicoad ;  MoKelliii  Aiuii«t- 
Inufwa  gvbno  ilu-  jnlocli  ninnn  doiKirndpn  Wert  —  Hsa  sind  sellon. 

2.  Ililfatnittnl:  Smith  iknd  Wace,  Dicttonary  of  oLrialiiin  biDgrapIif  3.  77Gf.  — 
H.  Mira,  BiUioer.  Siciliuin  1  (Pfücnno  1^75)  458.  —  Ueber  soin«  lt«ue  nnoli  l'iilJliitinK 
Maliniar  el  Tobler,  Itinorn  hii^rniinlvni.  I«tina  2,  1.  213.  —  l.ttnctB  di  Brolo,  Htotin 
Mb  ChiMu  in  Stcilia,  2  (falonna  18Ai)  3S -57  1«ugnot  dio  Td«atitftt  d«a  (irogonoii  mit 
iMi  TM  Oragvr  1  en>thnt«a  Bii><ihofo. 

S.  Xum  Loben:  Uia  Vita  <}r<igorii  von  I.tfontlo*  od.  Horcolli  a.  n.  0.:  bei 
Ktgna  a.  ■-  0.  h4^~7l6.  Sie  iirt  um  688  Torfwut  und  ontblUt  viele  AuüsirbtnUukungeD 
oikiatarucli«!  Nolw.  In  «D«m  wicbtigon  Tuoktc.  din  Ankingo  und  Ktuisprccbuiig  in  Rom 
Mn4Mi4,  wird  atp  durch  Ilricfe  dw  bolvilii^an  I'jxpslen  (Iregur  boaUlIigl.  vorausgewtct, 
tei  hiar  di«  Bodo  vmi  Gn^urioa  ist.  —  Ein  ÜimuirrugmuQt  difsur  Vita  aü'lit  In  cod.  Petro- 
HÜL  80  SM«.  8—9.  —  Auf  der  Vila  des  LcMiiitiu«  bi-iulit  eine  uiidero.  unedierto  Lobena* 
MtdnihMg  d««  UniRorios  von  Markus,  Abt«  dessvlbon  rOmiBcbou  Sabbashlorton,  Mwio 
db  K»»wiioB  dM  Mf'tablirMton.  Kratern  i.  B.  in  cod.  Vatic.  Palat  IT,  mkx'..  ia-11  fol. 
I-Ul  UtüK*  bni  Mitt««.  Potr.  KT.  llß.  IRO-SDO.  -  Ein«  4.  ViU  d<?»  Ur^oriM  ror- 
imAmd,  Fabfiniun,  Bibl.  gr.   lU.  3^, 

So.  Die  Konunentaro  zur  Apokalypse  der  zwei  Erzbischüfe  von 
Elnm  in  Kappadokicn  Andreas  und  Arothas  «ind  innerlich  einander 
verwandt.  I.  Der  or»t«  ontittand  wahntchcinlich  in  der  or»ton  Hälfte 
'4m  6.  Jahrhunderts  und  wurde  von  Andreas  auf  die  Bitti<  eine»  gewissen 
MakarioH  hin  niederg&schrieben  ahi  der  erate  eigentliche  Kommentar  über 
imm  Buch  in  griechischer  Spraclie.  Kr  ist  in  21  .föyoi  und  72  Kf^rxlaia 
liRgtUnlt,  mit  KQcksicht  auf  die  24  Ältesten  der  Apokalypse  und  die 
DnÜKihing  der  menMehliclien  Natur  in  Körper,  Seele  und  tieist.  Der  pla- 
tMriKlH'n  Triehotoinio  entniihni  Androfls  auch  die  Aufstellung  eines  drei- 
bAea  Sinnes  der  hl.  Schrift,  wovon  der  dritte  in  der  Apokalypse  vor" 
batnchv.  In  der  Durchführung  .leiner  Aj'beit  schlie.ist  sich  Andreas,  wie 
ktt»  «|i4t«ren  Exegeten,  an  die  Kirchenvfiti,4-  an,  deren  An.Hichten  er  als 
4h)  Norm  erklJlrt.  von  der  er  ttich  nicht  entfernen  wolle.  Einen  bedent- 
•uten  Ünterachiüd  zwischen  ihm  und  der  grossen  Mehrzahl  der  hyzanti- 
oäncbeo  Exegeten  begrUndet  aber  die  Kenntnis  der  frUhchrit^tlicheu 
Littcrstur,  welche  Andreas  an  den  Tag  legt.  Ausser  Kyriltos  von 
AUxandrien,  Dionynios  Pi*oudoareopngites,  Eusebios,  Oregorios  vonNazianz 
■od  Epiiihaiiios  keunt  er  Pupias  von  lÜerupulU,  Irenoeus,  Justinos,  Ilippo- 

dn  klH«,  JtlUrluai«tBeuMbkn  IX.    I.  AbtiH.    2.  Aiill,  9 


130 


ByxontiniMbo  Litteratnrgeeohiclite.    I.  ProsÜBche  Llttvrmtnr. 


^ 


Ijrtos  und  Mi>tho<lios  von  UlynipOTi.  I>ic  Zitate  sui»  don  letzteren  zerigen 
zugleich,  (lasä  er  dietrO  Sclirift«telk<r  8e-lb)ft  in  (1er  Hand  tiatl«.  Mit  Hilfe 
dieaer  AutoritUtßn  sucht  er  den  Sinn  des  vermegelti'U  Buchet!  zu  durx-li- 
dring«n.  In  richtiger  Würdigung  der  Schwierigkeiten  <les  Textes  verzichtet 
or  aber  auMdrilcklich  auf  eiuc  volktändige  Kenntnis  der  dann  niedergole, 
GoheimniHBe. 

2.  Dieser  Kommentar  bildoto  die  Grundlage  dos  Kommotitara, 
d«r  Erzbiscliof  Arctlia»  um  dan  Jahr  i*'JT>  verfaü&te.  Er  sprach  das  Abhängt, 
keitHverhältnts  schon  in  dem  Titel  fttiH  und  nahm  manche  Stelle  wßrtJii 
hcrilher.     Trotzdem    wahrte    Arothn»    i4oinc    SolbstfindJgkoit    in    maticrh 
Punkten.     Die  Einteilung  in  24   ^öyoi  liotw  er,  wio  e«  scheJnt,  fallen  um 
gab  den   72  Kapiteln  zum  Teil  einen  andei-en  Umfang.     Einigeuial  ent- 
scheidet er  sich  in  »einer  ErklTinnig   gegen  Andrea«,   wie  z.  B.   zu  Apoc. 
16,  10,  das  er  nicht  auf  Babylon.  Koudern  auf  KunittaiitiuopL^  deutut.    Be^ 
deutende  Abweichungen  zeigen  sich  in  der  Benutzung  der  lUtoren  KtrcH 
schriftateller.     Arethas  fllUrt  ihre  Namen  selt(>ner  an  al»  Andrea»;  wo 
HO  Itbcr  anführt,  bestimmt  er  die  Hchriften  näher,  aus  denen  er  schöpfte, 
besonders  bei  Eusebius  und  Epipliaiiio^.     Bei  Arethas  treten  hinwiodei 
neue    Namen    auf:    Philo,    Kk-nieus   v,   Aluxandrien,   Athanauioe,    Baaiti 
Gregor  von  Nys«a,    7"«  nfir^itt  lid/viw;  selbwt  Homer  und  Aristoteles.   Ii 
OegenMttz  zu  seiner  Vorlage  nimmt  er  endlich  Ufter»  Bezug  auf  den  Arta- 
nismus und  die  christologischcn  Irrlehren. 

Ob  Arethas   noch    weiteren  exegetischen    Studien   oblag,    ki 

ohne   bandflohriftliche   ForKchungen   nicht   entschieden   werden.     GUnsti, 

Anzeichen  dafllr  sind;  ein  Hcholion  zu  2  Kor.  .1,  4,  das  Cramer  untor 

Aufschrift  'AfitHa  Jiaxövov  herauingegobcu  hat,  und  der  Umstand,  dass 

in   Püalnumkutcnen   z.  B.  in   oodd.    Vatic,   744,   752.    1422   genannt   wi 

Es  werden  ihm  noch  mehrere  theologische  Schriften  zugeeignet,  ei 

Enkoinion  auf  die  Märtyrer  Samona,  Guria  und  Ahibo  von  Edet^a,  ei 

Grabrede  anf  den  verbannten  Patriarchen  Enthymio»  von  Konsljintino 

der  in   KüsRi-ca  starb   (917)  u.  n.  m.     Über   die    Bedeutung   eines   Fi 

exegoten  erhebt  er  sich  namentlich  durch  das  Interesse,   welches  er 

frOhchnstlichen    Litteratur,    beHonders   den    griechischen    A  poingete 

entgegenbrachte  und  durch  die  Sorge  filr  ihre  Erhaltung  sowie  durch  AI 

faseung  von  Scholien  zu  denselben  ilu^crto.   Der  Dank,  der  ihm  neuestem 

dafUr  ausgesprochen  wurde,  mues  sich  aber  auch  auf  Andreas  von  Käsareo 

erstrecken.    Weser  hat  vor  ihm  die  iilteste  christliche  Litteratur  beachtet. 

und  viciloicbt  hat  gerade  der  Kommentar  des  Andreas  dasselbe  lnt«re 

bei  Arctlias  geweckt.  —  über  die  profane  Schriftstelierei  das  Arelhas  v 

Krumhacher. 

1.  Seil  KoiiiRiuiit.ar  des  Aii<lr«<a8  od.   )ir.  Fr.  Sylburg,   neid»lb0tK  1-'>M 
einem   BasFTl]irlii.'li('ii   Index  vurlionim  ri-   pbrnseon  iiutalitliornin,    der  ttlwr  seinu  Ätiii 
onentiart.  Wied«rh<>1l  bei  Migno,  Totr.  gr.  IW.  20T-458.  1387     1394.  —  In  eai.  Hm 
318  fol.  151  — 'i4  Fmgment«  des  Aniirons  /m  n/c  DiQBrteitiKtjt  dtvrlpnif  jlißlov.     DmkI. 
ood.  rnrin.  2Ü14  shdc  U  —  Vi  fo).  84>'i'-  ^54.  —  Die  ÜU^t^  Androubandaofarift  ist  wohl  < 
«odox  AthouH  139  {^  l'nali  3)  n.  HOO  ron  der  Himd  ieT  Knisorin  Mum  gMehrieboD.     Er  eo 
hllt  auMMir  dc-t  AiidUaIviiso  din  Apastelgnschichl«  und  dio  A|iostalbri»fo  mit  Scbolimi,   d 
OBOh  8p.  Lninpros   vit'llL-icbt  Biicb  AndroAS  nngcdiäreii.     Am  Anfttni;  AM   eine  Bingntpb 
dM  Andreun,   wuvoii  lAinproB  loidor  gnr  niolita  Nalioron  luijjt.  ~-  l'ebor  diu  Uodculung 


L  Tb*ologi«.    B,  Bxegwe.    (9  51) 


131 


^BButM»  (tr  di«  Textkritik  dor  ApokuljpHu  ■.  Fr.  Uvlittsch,  EuilsclirinJiclio  Ftanila, 

Run.  ui^  läe^. 

2.  Die  2ett  des  Andreas  wird  oock  immor  cwiaohnn  dnm  5.-  9,  Jührliuudi-rl  iw- 
|Mt<>L  Dar  Vcrmidi  von  A.  Hiiriiadi,  ihn  lum  Z«itf:eo(MaiM)  de«  Antthnn  zn  marbon.  slflbil 
fliok  lur  dl<>  StAa  bei  dem  latltMVil:  £  rr;c  xat'  ifit  KmaaQtlaf  ttU  Kartrtni-onltti  uiime  '4^ 
lil*ftiar  iu/tir.  Mi^n«,  Patr.  gr.  106.  B16,  iiod  Ist.  wie  aus  di«tM;r  Notix  anlbiil  Iiervot- 
(«b,  mtta^lEickl.  Di«  Uinwb«itnn|t  cinn«  kurz  rorlier  R<>scbriebi>neD  KommontAn  i«t  nach 
m  mA  biklist  nnwBbr«cbointi«li.  -  Ucgon  dm  r>.  Jsbrliundvrt  und  flu-  tUe  obige  itcit- 
bwliuiJP^IIK  tS.  Jkhrb.)  Kiiricbt  folgondcH:  Uio  Uenatsung  von  Kyrillos  v.  Alexandrion  nnd 
Ditsja«*  P>MidiMr«op«£iioB.  die  Aiilngc  iIcs  KommoDtiirs  in  der  Art  der  Byzantiner  mit 
tewrwlbrcnder  Bnngnaliine  auT  die  V>t«r,  die  Bemerkung,  dua  der  kJrelilidin  Ron^  ron 
^h«w  n  Kp«l  Obcrgcgmiiguii  »ei.  d«r  Bfangel  ««nc«  jeden  nolemiaehen  Int^rpsses,  dio  Art 
w  WeiM,  WM!  AndreM  «aninul  ven  den  arianiachen  Zeiten  Bin  weit  xurlicklinfiiiiidi'ii  spricht. 
kltcBd«»  aber  die  Noiis  den  TbewhMiee,  ed-deBourl.  161,  Ober  i-ino  yrruaiiunit  Kw*' 
loUaii  dweh  itie  UuBiien  im  Jahre  508;  daraor  beliebt  taui  «in  nalUrlidi^itcn  di«  Kr- 
■***■■§  d«r  HnaiMn  in  dem  Komoifintar  des  Andre*«. 

3.  Den  KommentM'  dw  Arethan  ed.  pr.Donatne  in  der  Ausgabe  daa  OokameniM, 
Ttraua  l.'>32.  —  Kino  n«iie  Auagab«  ans  dem  cod,  liodl.  Dniocc,  3  Mieo.  II  boMirgto  J. 
h  Crinier.  CalenM>  in  Nov.  Twtament.  J>(1)MI>]  176  -496,  Der  von  Ar«Uias  aelbat  her- 
rtlirradn  Titel  laDUit:  "Kx  lär  Ur^ffii}  Tfi  fiiat!eiaiiaiiji  ci^x"''""°''V  l^'oionpfi'nc  Kirarro- 
tttiat  lii  tr,r  «rtturiili'U^r  .tfnnng/ii'ra>r  3<np(oiaif  avroii'it  a/oliioj.  itoQattHt'aa  ini 
'tt»m  Äpoji'o»  iinatÖ!t»v  Kniao^ine  KartninfoKiat.  —  Aheodnickt  Imi  Mi^ne.  Pnlr.  gr, 
W4M— Tfci.  -■  Eine  gnnx  gleiche  U»  wie  der  cod.  Ilodl.  irf  rod.  Vatic.  Pii  II  50 
Ott.  VI.  -~  Dif  K«dvn  auf  die  Mftrtyrcr  von  Kdouui  und  din  Umbrcde  auf  Rutbjnnioa 
uck  (rDherrn  Itnickeii  bei  MiKne  il  a.  0.  787—806.  —  in  ticiii  eoJ.  I.nu[ciit.  pl.  S.  H 
«Ml  II  fol  12  ft  ein  langes  Scholion  tu  Clemens  von  Alexandricn.  Vgl.  Unndini,  Cata- 
lina I,  4Sf  r.  —  U  cod.  Honoc.  66  ssec.  16  M.  62  ein  Schohum  de  Deo.  —  Reitig, 
Im  Zengnisee  des  Andrea«  lud  Aretbas  von  CIMuir«a  in  Kaupadacieii  Ober  die  Anokalynse, 
TWe«.  SUnd.  u.  Kritiken  4  (1831)  794-77»,  Kr,  Delitrseh,  Wann  kbte  Ar>^tlias, 
»m  Analefter  der  Apokaljrpw?.  Zeitiichr.  f.  Inthnr.  'llteolog.  24  (1863)  I,  13-16.  -  Th.  v. 
OlU.  t'eber  das  Zeitalter  de«  Knhiarhafn  Amtlm,  Zoilaohr.  f.  wiw.  Tlieol.  21  (lS7d) 
Ut  f.  -    Weiten)  Lilterntur  hnj  Krumbnchnr. 

*,  fnter  I*o  dem  WeiKnn  (SW  DU)  blUhte  auch  Lpon  MagiKtnr,  Anthj-patc)«  und 
telkisa.  von  dem  ein  nnifangreicbe«  Scbotirnwerk  ru  dun  hiiilari.iGhRU  tlQrhc^rn  dca  Altno 
l^taMeata,  la  3  Eroagnlien  jUattiilnt;,  Lukaa  und  Jubaune»),  lu  <[ur  Apuslolgcicbichtn 
nJ  d»D  7  kallioliMih««!  Briefen  bandadirifUicb  erhalten  inl.  Kiuigo  AucaÜKe  aua  dcm- 
iAm  »4.  A,  Mai.  Novs  Patr.  bibl.  6  (Rom  1863)  .')41  f;  abitedruukt  bei   Migno.  Patr. 

tlOR,  lOSOf.  —  Andere  Ansflg«  aus  dein  cod.  Patraiac,  177  saec.  10  ed.  J.  Sakkelien. 
titumj  ftfiti^^nij.  Athen  1890  8.  07  f.  —  Die  Soliolien  lum  A.  Testamente  atnd  aucji 
a  dem  rodcx  PalmiM.  1'^  saee.  10—11  enthnltoo,  sowie  mehrere  Briefe  des  Leon,  Letztere 
•i  i.  Sakkelion.  .Uliiar  1  (I88S-8S)  377-410  mit  Briefen  des  DulsarenkiSniRs 
ijmtmn  ■.  a  —  Die  Scholien  mm  A.  T.  «ind  durchweg  au»  Theodoret  rnn  Kyrrhos  ex- 
■iWtI,  Ander»  [Im  x.  B.  codd.  Viadob.  thnol.  l&T  nnd  230.  A.  Mai  a.  n.  O.  5S9  er- 
■ubI  «iop  VatikaniMtin  IIa  der  Bcptnaginta,  wctelie  neben  nndorrn  Miniaturen  dna  PortrÜt 
4«  I^Mi  Patrikiea  nnd  nein««  Bnidem  Kuniitanlinus  bietet. 

it.  Km  aweitiir  iCritgcnwde  des  Arc^lhoa  war  nacli  A.  Miii  der  Bisrliof  ItaHilios  von 
RfOpalrne  in  Tbeaaalien.  Di™*r  vcrraast«'  einen  Kommentar  lU  sUmtliehen  Propheten, 
in  «nrh  unedicrt  i>l.  Den  l'ruloß  dcstielbeu  cd.  A.  Mai,  Nova  Patr,  bibl,  6.  G41)  f.  Dar- 
au&  •nitte  Daatliva  d»e  Arbeit  der  ViUer  in  der  Erkläruna  der  Propheten  forl«etsen  und 
[■tirandiiii  a»  Mnnäinilin  des  Herrn  den  Juden  gegmaber  erweiwn,  Kinitte  Kxinrpl« 
■i  dw  Vaende  etnM  Anonymen  ed.  A.  Hai,  Nova  Palr.  bibl.  7  (Rom  18.'i4)  1.  Vll-Xll; 
%*^wik(  bei  Uigne.  Pnlr.  gr.  111.  413  4t«,  -  Der  eod.  I'ahiiini:  :U  «aee.  12  enthalt 
BMillna  aiiaeer  dem  Koiamentar  tu  den  Propheten  eine  unvollatiindigc  tüffraic  nt^ii 
MOfMi*'  K'i  litrgatm¥  t^t  Stint  yfvii  in  96  Kragen  und  Antworten. 

&].  Oekomenioa  {Oixovftinoi),  Bischof  von  Trikka  in  Ttio«»ation. 
Niuno  Bt«Ilt  un»  vor  ein  wahres  RüUel.  Er  Ht«bt  in  dorn  Codex 
Mtl.  234  mx,  10 —  1 1  fol.  330'  in  einer  Überschrift,  welche  mit  der.ienigen 
dM  Kotnnitititare  d««  Arothas  zu  der  Apokntyp^e  eine  gro8.40  Ähnlichkeit 
bat:  '£x  ruf  Otitovftfrftp  t^>  itanagi/p  imaxörtip  T^xxi;;  0ntaaKtii  ittoy^lü^ 
iun9njur»>r  tlf  «ijr  <ino»nXvtfHr 'lioiiri-op  xov  ftrah'iYor  ffri-oi/n?  ffxoAixi;.  ,  . 
h  dcrwJlwa  Weino    kehrt  diese  Üb«rHclirift  wiedur  in  ilviu  Cod.  Vatio. 


132 


BjuulUaiscIte  IJtUratnrge»chicbte.    L  Prosaische  Littsrfttnr. 


Pii  n  &0»H«f.  lU  fol.  2tiS.  Auf  diu  Übersctirin  folgt,  in  bcidcii  Hss  öJ 
IVolog,  dessen  Autor  sich  Über  die  Eclithoit  und  Kanonizität  der  kfsß 
kaly|)8c  verbreitet  und  vorsicliert,  dnsts  ur  den  ursprünglichen  Konimentar 
im  fulgoudi'H  odiie  wcscntliehc  LUckon  wiedergebi'ii  wolle.  Nun  Lst  iber 
d«r  dftrauß'olgende  Text,  »titi»tii«che  Aadentngen  und  AuHlusfiUiigcu,  d«iiMi 
einige  Zusätze  gegenüberstehen,  abgerechnet,  identisch  mit  dem  Kon* 
mentar  zur  Apokalypse  des  Andreas  von  Kilsarea.  Die  Abwei- 
chuiigen  sind  besonders  durch  diu  Wvglasäung  der  Zilato  der  frQii«rM 
Exegeten,  sowie  der  parUnctiitchen  Schkssstelton  am  Ende  der  24  j/ijm 
bedingte  Da  die  Autorschaft  di-s  Andreas  durch  Arethaa  verborgt  wird, 
und  die  Vergleichung  der  beiden  Text>e  ergibt,  daiis  der  Text  des  Androai 
der  ursprüngliche  ist,  so  kann  von  der  Abfassung  dieses  Kommentars  XDr 
Apokfliypao  durch  Oükumouios  keino  Hede  sein. 

Unter  denselben  Nanien  hegen  seit  dem  lt>.  Jahrhundert  'A  Kom- 
mentare   m    der   Apostelgeschichte,    den    katholischen    Briefen 
und    den  i'aulushriefen  vor.     Uavou  sind  dio  zwei  ersten,  wie  sclioa 
früher  wahrgenommen  wm-de,  identisch  mit  den  entsprechenden  Kommen- 
taren des  TheophyUklos,  bis  auf  geringfügige  Umftte1Iun$;en.  Auslassiiiigcn 
und   Erweiterungen.     Hier  ist  aber  .Oekumenios*   im    Vorteil;    denn  div 
handschriftliche  Überlieferung  dicKcr   Komtnentaru   reicht  fast  ein  lialbe» 
■Jahrhundert  über   dio   Lebenszeit   des  Theopliylakto»   hinauf.     Der   Kinn- 
mentar   zu    den    Paulusbriefen   weist    auch    Anele   Paralielstellen   zu   diiii- 
jcnigcn  des  Theophylaktos  auf;  doch  hat  er  bei  Oekumenios  ^ne  wesfut- 
lich  uhweicliende  Gestalt.     Es    ist  ein  Mittelding  zwischen  einer  exege- 
tischen Kateue   und   einem   selbständigen  Koniniuntur.     Die    meisten  Au.«- 
ftlhrungen  tragen  keinen  Namen;  sehr  viele  sind  aber  als  Exzerpte  au* 
frllheren  Exegeten   und  KirchenMchriftstellem,   Clemens  von    Alexandrien, 
Methodios    von    (llympos,    Eusebios,    Akakios,    Ohi-ysoatomo»,   Soverianoa, 
Kyrillo.«  von  Alexandrien,  Theodm-et  und  am  häufigsten  Photios  boxoichnet 
Die  Suchlage  wird  noch  schwieriger,  wenn  man  unter  diesen  Namen  auch 
denjenigen  des  Oekumenios  selbst  sehr  oft  antrifft.    Auch  dieser  Kommentar 
ist  schon  nach  der  hundschriftlichon  Überlieferung  älter  aln  'rheo]>hylakto& 
Die  Frage  nach  seinem  wahren  Verfaiüser  wird  aber  noch  dadurch  oi^ 
»chwcrt,  dass  in  einer  ganzen  Reihe  von  Hss  der  Text  wiederum  sowohl 
von  dem  gedruckten  Oekumenios  als  von  Theophylaktos  abweicht,  und  di« 
Hss  unter  sich  selbst  verschiedene  Rezensionen  dai'-ttelten.    Der  Kommentar 
zu  den  katholischen  Briefen  muss  insbesondere  verglichen  werden  mit  dem 
de»  Metrophuiies  von  Sinyrna.  Damit  ist  wühl  zur  Oomige  begrQndct,  doss  der 
Name  Oekumenios  bei  dem  jetzigen  Stand  der  Forschung  ein  Kätsul  bildet, 
das  nur  durch  eingebende  handschriftliche  und  kritische  Studien  und  im  Zu- 
sammenhang mit  der  ganzen  Frage  der  Katenenlitteratur  gelSst  werden  kano. 

1.  AuBfinben:  Don  rruloKun  tv  <lc<ni  KominnDlar  tat  Apukul<rpau  ed.  pr.  Mant' 
l'uuouii,  Uibtiotii.  CuisL  8.  277— 27U.  —  Den  Kunimotitar  swlbsl  ud.  pr.  J,  A.  Cikiufr, 
CulenuB  in  Nov.  Ti-^lntn.  8  (OxforJ  lH4Ö)  iHl—öH'i.  --  Di«  3  Dbri^eii  Komni^nUr«  «<i. 
pr.  Dooatus.  T«rona  iri32,  —  Bei  Higiiu.  Patr.  gr.  118  und  119  wiederhat  •■■&  Att 
Änsgabe  Ton  F.  Morollnn.  rsris  1631. 

2.  nitremittel:  Kiibiiciu«:  Ifibl.  gr.  S,  092  696,  Ein  gut  orientiorendM' ArtUcsl 
von  0.  Hsrdonbcwrr,  Wutor  und  Weites  Kirclivnlpxikon  9'  (Frcihurg  1B04)  708  "IL 
—  Kt.  Ovorbock,  Uio  «ug-  ijebolien  des  Oekumenios  lur  Apaknl>psp.  J^itaclir.  f.  inm. 


J 


1.  Thaologte.    B.  Eingwo.    (S  52} 


133 


7  (1984)  192  SOI  li»t,  wi<<  ich  luiohtrilelich  ««he.  daa  Verhsltaia  dkaer  Sdioltea 
dm  Aiidmnn  richtig  «rkaiuit.  Er  vcrDiutet,  do-in  der  waliro  Sotanenlnr  dM 
iw  lur  ApokoIjjM«  noch  imgcdniokl  ist.  Dhh  inum  dii>  lianducliriMiirli«  Porsohang 
I.  W«lirMlMinli«li  itt  ea  iiichl.  Klj<^r  kurm  Oi>kumeiiioii  dor  Kpitomator  d«« 
itara  TMi  Andmui  «ein. 
S.  In  don  cod.  Valican.  IflAO  «.  1087  ist  ein  Kommocitiu'  eu  den  riiula*bri«>f(>ii  von 
Itikniaa«,  Enbwcbof  voti  Reggi»  in  Kiilulirir>ii,  tnllia]l«ii.  der  mit  den  «ntanrocbonden 
KMnnMBtanfi  iem  Oeknmeaioa  und  T)iou|ili>'liikl<je  vcr^ticlion  wurden  inü»t«.  da  rr  viel- 
Udrt  ««  ZwiMbengliMl  x«iiicli«n  buiden  l»trl«r*ii  büdft  Dio  Hs  wtirdu  vi>ii  «inem  Thoodoro« 
ntar  dar  Aulüclit  dm  Autum  selbst  MehriabMi.  Vgl.  P.  Batiffol,  L'abliHr«  de  BotMuio, 
l*»«»  INI  8.  87.  1&&. 

4.  Eintfa  TheodosioB  ärmnmatlko«  worden  in  d«m  cod.  Vati«iaii.  Pii  tl  22  ■aoc. 
II  M.  W*— 88  Solwlla  in  DaiiieÜH  visiones  iageidiTi*bon.  0I>  cti««er  Autor  ■bor  niiÄt 
lltH  iat  «li  «•  Vstauntadi«  IIa,  hleibt  dahmgMtrilt. 

&2.  Thaophylaktos  (fitvifvlaiitof;},  Erzbischof  von  Arlirida  i»  Bulgarien, 
■  mif  der  Insel  Eubooft  gobort-n.  Er  fungicrtt'  als  Dialvoii  an  <Ier  Ilapia 
-  ;  j  in  Knn^Untinopnl,  aU  ibm  <)er  Kuis4>r  Michael  DukiiR  (1071-78) 
£u  Erziehung  eeinos  Sohno»  Konstantin  am'ertrawt«.  Vor  1078  w^lrdo  or 
EnlitBchof  von  Bulgarion.  Dem  foingc bildeten  ByKuntiner  waren  dio  bar- 
WiMrlii'n  Sitten  und  die  ßildungsurniut  dor  Bulgaren  liikhst  zuwider; 
tr  klagt  häutig  darüber  in  8«tnen  Briefen  und  &ohnt  ttivh  nach  Konstanti- 
Ba|K>l  lorQck.  Doch  scheint  ci«  ihm  nicht  gelungen  zu  sein,  das  verhaiutto 
Biriguion  vcrltt«Hun  zu  künnen.  In  Koni«taiitinopel  hatt«  er  einfluKsroicho 
Fnad«;  muiwte  er  sich  doch  einmal  in  Konntantinopel  wegen  Geldmachoroi 
Tcruitworf«».     Sein  Todesjahr  ist  unbekannt. 

Da8  Uauplgebtct  der  schriftHtoilcriitchcn  ThAtigkeit  des  Theophylakto« 
ai  iliu  oxegutische;  «a  umfasutu  mehrer«  Bücher  doM  Alton  Teeta- 
nunU  und  fast  das  ganxc  Neue.  Noch  unediert  ist  ein  Kommentar  zu 
iti-n  ['Kalmen,  der  z.  B.  in  dem  cod.  Paris.  1-17  sacc  15  vorliegt.    Den  (un- 

i'Ii'lt^'n)  Kommentar  ku  don  12  kleinen  Propheten  hegann  er  auf  diu 

der  Kuiserin  Blaria.  die  ihn  aufforderte,  au»  den  früheren  Kommen- 

Urni  i'in4<  kniiippn<)ifise  und  klare  Erklärung  zu  schreiben  mit  Berücksich- 

ti)piDg  de.-<  dreifachen  8inn(>s  der   hl.  Schrift,    des   Htteralen,    moralischon 

oDHgvgischen.     Thoophylaktos  nennt  seine  Quellen  nicht;  dio  vorzUg- 

derstdbon  war  ThcoJoret  von  Kyrrho». 

Von  den  neuleetamentlichen  Kommentaren  ist  nur  diö  Erklärung  xu 
im  t  Evangelien  'J'heophylaktos  eigen.  Der  Kommentar  zu  MattJiaeus 
wmUi  auch  auf  die  Veranla.'«:iiung  der  Kaiserin  Mana  verfasst,  und  es  liegt 
Bähe.  dafow-Ibe  von  den  übrigen  nn/iinehmen.  Dio  Abhängigkeit  von  t'hry- 
•oatinnoit  wird  schon  in  den  Überschriften  dieuer  Kommentare  ausgesprochen. 
Sthoa  rbryMostoniiks  hat  Theophylaktns  auch  andere  Väter  heroiigoKogen ; 
Bit  Nanifn  nennt  er  fast  nur  (iregorios  von  Nazianz,  Die  allegorische 
lal4T])rt«talinn  kommt  sehr  oft  zur  Anwendung,  besonders  bei  den  Parabeln 
im  Ücrrn.  In  den  drei  Qbrigon  Kommentaren  vorweist  er  oft  auf  den 
KwuiHtitar  zum  BlatthäuM>vangelium  und  sucht  dte«H>tbcn  überhaupt  untere 
ÖBanivr  in  Einklang  zu  bringen;  doch  hat  er  auch  Widersprechendes  aus 
«iMii  Vnrlagen  horflbergenoinnien.  Im  Jnhauneskommentar  kommen 
MuiddUMnu«,  AnaniHmus  und  Ne^torisni.tmus  hilulig  zur  Sprache;  ge- 
hpuHitli  wcrdon  auch  dio  Messalianer,  Axmcnter  und  Lateiner  bekämpft. 


lU 


Bjzantintoolie  UttermtorgsBohUht«.    I.  Proasiulte  Uttormtar. 


Die  [Miranotisclion  Anwendungen  sind   seilen,  und  dann   nur  andouUings- 
•neinb  nuHgeapro(rlien. 

Ein«  gowifttte  ä<-Il)Htäiidigk«it  bewahrt  TlieophyliUctoa  auch  in  dem 
umfangreichen  KoninicntAr  zu  den  Pauluxhriefen.  Hier  nennt  er  viel 
mehr  Namon  früherer  VStcr  alu  in  »oincn  Qlmgon  Kommentaron,  1Jlemi>iis 
V.  Al«xftndrit-n,  Mcthodios,  die  drei  Kuppuddkiür,  KyrilloH  v.  Aloxandricn, 
Diouysios  Pacudoareopagiteft.  Die  üauptinstanz  bildet  indes  auch  hiur  Chrj»»- 
BlotnoB,  bei  dein  er  HOgar  die  abweichenden  Lesarten  des  Svhrifttextai 
berdcJcftichtigt  In  der  Kegel  zilhlt  er  aber  die  verschiedenen  Erklärungen 
auf,  ohne  deren  Urhc-bor  ku  nunm^n,  und  entscheidet  sich  bald  fUr  diese, 
bald  filr  jene.  Mit  Kuthymio«  Zigabunos  »tinimt  Thcophylakt  in  diescnn 
Konimeatar  manchmal  würtlich  Uberein.  Ganz  unseihfltiindig  ist  Thfophy- 
laktos  in  den  Kommentaren  Über  die  Apostelgeschichte,  der  in  :t  Re- 
zensionen vorliegt,  und  diu  katholischcu  Briefe.  Dieselben  sind 
im  wesentlichen  identisch  mit  den  Ookumenioskomnicntaren. 
Durch  diese  Wulirnehmung  wird  das  Ansehen,  das  Theopbytaktos  bialter 
ab)  Exeget  geno&äen  hat,  bedeutend  geschmälert;  denn  sie  legt  die  Vei^ 
mutung  nalie,  äa^  Theophylaktos  auch  fUr  die  (Ibi-igen  Kommentare 
nicht  direkt  aus  den  alten  Exegeten  schöpfte,  sonclom  fertige  Vorlagen 
nur  mittels  unwesentlicher  Abändeiiingen  lÜr  seine  Zwecke  zurichtet«. 

Der  litterarische  Xachlass  umfasst  ausser  Briefen  und  anden-n  pro- 
fanen Schriften  (vgl.  Krumbacher)  noch  mehrere  theologische;  eineStreil- 
achrift  gegen  die  Lateiner,  die  aber  sehr  vei'^Ohnlich  gehalten  ist  und  von 
DcinotrioN  Chomatianos  sowie  den  spateren  Unionsfreunden,  z.  B.  von  Johannes 
Bckkos,  benutzt  wurde,  eine  llomilienHammlung,  aus  welcher  nur  tw«i 
auf  dae  hl.  Kreuz  und  die  Vorstellung  Maria  im  Tempel  gedruckt  sioil- 
Elf  Homilion  auf  die  Aufoi-stehnng  dos  Himii  sind  lediglich  Auszüge  aas 
den  Hvangcliunkommonlaren.  Echt  ist  wohl  auch  uine  Hcdo  auf  15  M&^ 
tyror,  die  unter  Julian  in  Tiberiopolis.  dem  bulgarischen  Stroumitze,  dii) 
Marterlod  erlitten.  Dagegen  hat  Fr.  Miklosich  die  Lebenshoscbi-cibuiig 
de«  ersten  Erzbischofes  von  Biilgarien  ricmens  (t  916)  Theophylaktos  mil 
Recht  ahgci<prochen.  Ihr  Verfasser  gibt  sich  als  Zeitgenossen  kund;  auch 
(>asät  die  darin  x.u  Tage  ti'etende  Liebe  zu  den  Bulgaren  schlecht  zu  diii 
AuiMierungen  des  Theopbylaktos  Hber  Ihilgariens  Land  und  Volk,  Anden-s 
acheint  noch  unediert  zu  sein,  wie  Do  Trinitate.  Contra  Judaeos:  doch 
mtlssen  diese  Angaben  en^t  noch  kontrolliert  werden. 

I.  Au«(cnbnn:  Kine  (iosiimtansgabc  dar  Schrieen  Tlicophylukts  vi»ra»at«llol* 
Kr.  FoKciiTi  mit  Uilfo  voii  Uoa.  t'iiiclLi  und  Ant.  BunKiuviuiiii.  4  Ild«.  VoDudip  l'M  -  «t. 
Uann  »raoliiaueii  (uiii  cniUmnul«  dii-  Kommenturo  xti  'i  klciiii^a  Piui>lift«ii.  Hcieeiis.  Itubukuk. 
Jonasi  Nabum  n.  MivlilUs.  zu  dun  kutlioliBi'lK-u  Brivfi^u  und  2  neuo  ToxtrpzeiiMoooii  dm  Kom- 
itumlkra  xuT  Apost«laoMliic1il«,  diu  ji^duch  mit  dvm  ersten  'l'oxio  wi>«ciitltch  flherainsliiauMn. 
--  AUm  wiederliolt  bei  Mi|;u«.  Patr.gr.  12J-  \26.  —  Di«  Scbrift  gogen  di«  Lataiaer 
•oohboi  C.  Will,  AcUet  sorijita quae de cnntinvorsiin Kocinsinn groocAo »t  lat.  M»o.  uiidMtma 
OOmpMitA  «umtnnt,  [loijirig  I(<ßl  S,  1^9  IT.  —  Kiil«  vnn  J.  II.  Lcdcrün  (t  1737)  VMrbomt4<a 
Aiuglbc  dRH  Kumtnwlarasu  den  12  Prophcton  ist  nicht  nmchionon.  Kehto  Komm<'nt«ro  cg  4ra 
T  ftbriiceii  ktuiiiuQ  I'TopheUn  aind  QbrigruiB  nir.bt  bnknnnt.  Vgl  B.  Ünorgiadcii,  'FjixX.  'AkijS. 
4  (ISK-B-i)  ]t)D-n6.  135-138.  UI  14«:  ö  (IS**  85)  10-U.  Hier  der  Anfang  4m 
HoMMkunimvnliLni  und  cioigo  -ii'/oi  des  Tbeopliyliiktdii. 

3.  Hilfsmittol:  B.  M.  de  Rub«is.  UiesorUtiu  du  Tbeujiliylncli  Bulgar.  aicbicp.  gnsli*. 
BCriptift  et  öoctHua  duque  wiiota  oporuin  ejus  viunium  odilK>ne,  im  I,  Haud  der  Gctguat- 
■mgab«  von  Koacsri  und  b«i  Migne,  Patr.  gr.  128, 9— 1^7.  —  J.  C.  Hagenbuoh.  Es- 


J 


1.  Theologie.    B.  Exegese,    (g  ^3} 


135 


■na*  IKeolojpoe-liUvnriiw  d<?  Iht^phyUclo,  Turici  1760—61.  —  FftbriciuB,  Btbl.  ^r,  7. 

tBÜiS8.  —  Eiaice  Utero  LillcrMur  venMobnel  Hoffranno,  Loxicon  bibliosraph.  3  IIi«iiiiiK 

UIB)  741.  —  Za  d«ra  Kaaun.  d«r  ApoBteI(fea«b.  vgl.  OOU.  Üolebrte  Aiuoigon  1762  S.  105S  B. 

8.  Di»  AbbladgkeH  der  KwniiMnUre  4m  Tbeophylaktc«  nir  ApoatvIgenehieJit«  uBd 

n  4«  kaQMUMbea  itrief««  vom  <l«ii«n  J««  eogenasnlcu  Oukiunento«  orliollt  »hno  woitprcn 

b«  ton  V«rgle(ch  dar  beiden  Ti>xt<*.    An  d«r  Prii>iitlt  di^q  Test«»,  d«r  Oekumcnios  lu- 

foduitbea  wird,   Ituia  eber  nicht  gpfwoirell  worden.    Seine  Landaolirifttit-Ii«  L'eberlier«- 

HM  rstdil  Bit  den  ««dn  Ptm.  223  bi«  lum  Jnlirn  KMA.  wihrond  Tlii'ujilivlakt  cnt  lOTl 

■  der  Gcadikbl«  miflrilt.    Ifech  aitirr  dAnkmewnlaB  JüttoiloOK  von  P.  b».UBol    besieh! 

ad  dl»  Dalwrasg  sllndiag»  nur  nuf  ninMi  Teil  de«  Cedex;   aber  der  nbrig«  Teil  seist 

■Mib  titer«  8eliriftrOTTn«^.    -   Tiotx  eifrigen  Suchen«  nt  «■  mir  aber  nichl  geliuigOD,  Im 

ndodig  wi  machno.  in  dMiea  Ooknmcnio«  aIm  Vcrfuaer  dieecr  KomnurntArg  genwiot  wHro. 

Bit  Hm  dm  l>oiuilu9  botco  den  Namen  auch    nicht.     Die  Keakalalugo  trügen,   vroil  die 

Majsen  Te\ti>  lucli  dein  Vergitngo  äva  DunutuH  uiihvilcnklLoh  OtkmnPuiüH  xu^encliriuben 

•Mwa.    —    l.(rlztriirB    i;ilt   auch    TOn   dein  KoininuiitAr  zu  duii  Pau]uHbrivr«ii.     tjiur  raicbt 

dl  kaedechrilUiriie  l'Blwrlivfurung  necl)  hSfaer  liinauf ;  diu  cudd.  Pai-iH,  322  und  Coial.  27,  die 

tMk  ttaer  (renndti<heii  MitUilaBg  von  P.  Batiffel  den  K'ainnxintar  etilliall«'!),  stammeB  aue 

Int  lU,  JalirlHMdeH.     Der  KoionM^tar  von  Theonli};labt  enthalt   viel«  SteUen,  welche 

i*rüitk  mit  dieaetn  Teste  nberv-iofllinimen.     An  uhlmichon  f^tollcn  nbnr  ontfarnt  er  «<li 

'  '1  .'»■■kunM'nioH*.   Wfut  die  Veraobiedeahnit  in  den  lim  luigehl.  xn  int  der  Kommentar  ru  den 

L     .-tirirren  z.   B.  in  drm  cod.  Mona«.  ST.*)  Mee.   lü  Fol.  110  IT.  vcnranilt  mit  Ookuintiniea 

M  l\*o)ihfl»kt<Ni.  dlimmt  abor  mit  keinem  von  bcidi^ii  Uboivin. 

4.  Jehanncn  v.  Cbalkodou  mit  dem  HciDamen  Hieromn««n(in,  Patriarvh  von  Kuol 
Jim  11^),  ■ehricli  «ioe  Vunudo  ru  dein  Kvangclicnkommi-'ntar  des  Theophylakles,  die 
•MiJ  t'iuis.  234  a.  1818  «rhnltcn  ist.  Di>TiiBe]br[i  Jolukiitien  werden  auch  CimUDMltarll 
t»  avaagelia  anniverearia  in  cud.  Paris.  214  a.  1316  fol.  1— 33(i  und  eine  groaMSwBiB- 
!■■*>■  6onataf;tdionuli«ii  in  dem  cud.  S.  Sepulcri  133  »aec.  14  fe).  I— 49{V  xiigeechneban. 
-  vn  Ihm  iat  .luhanne«  Kaetamouitea,  Metropolit  von  Chalkedon  luitetr  Manuel  I 
Imauiee.  wohl  xa  onterecheid«!,  tob  d«in  ced,  Kecer.  262  s.  13  fol.  324*  -  243  aeolu  nn- 
4wto  Jt-imtttaiJmt  M  r^i  »iayytil^  eotbltt. 

6.  Zu  dea  llltarcn  AuMchreibem  doa  Tbeepbflaktoe  gehOrt  eis  gewiner  NikeU« 
Bif  epulca.  ileaee«!  Tf.u^ra/n  ht  ttSf  /^/ii^tiaif  tov  ItavXya^lac  us  ir  «opiifui  th  f!{ 
•/  irifrtitit  >W  «^Vei-  nnoartiee  Uoelev  in  dorn  cod.  I'arin,  228  h,  13  M.  IS— 17'  ver- 
laß Naeh  dem  Inhalt  diaaer  Ha  gehBrt  dicaer  Nikotan  ina  12.  Jahrh.  Vgl.  K.  Kruai- 
kaeber,  Michael  (ilykaa.  Sitib,  bayet.  Ak.  lt»4  S.  409. 

6.  Dem  Climoisten  Jehanne«  jtonara«  (rgL  Krumbaoher)  eehre«bt  der  cod.  S. 
Hifaliii  STD  MW«.  16  fei.  193-  lÖS"  ein  kiine«  'Eyxoi/iier  ttt  lör  i|wlr>;^R  xii.  Vgl.  i  54 
•l^.  4.  -  Nach  cod.  Vatieaa.  tllK  »ehviut  Theoderoa  llaUamon,  l'utiinrch  v.  Antiocuicn 
w  IIW.  SdialMB  XU  den  Propheten  VKrfiWKl  xu  habe». 

fiS.  Die  letzten  Exegeten.  Nach  MiL-ltacl  PselloB  (s.  ^  20),  Theo- 
fbjrlakt')«',  KiithyniiflHXi{;al)oitnH(H.S21),  .loliannc-s  von Chnlkpdoii.  TheodoroH 
Pndroinü«  {».  §22  Amii.  4).  Muliacl  Olyka-s  (a  §22  Aiiin.  5).  fristoto  die 
Isj^geme  nur  noch  liii  kUminiTlichK»  Uiutoiii.  Mau  yali  siuh  olfL-nbui' 
■ifrioden  mit  den  exegetischen  Katenen,  von  denen  immer  wieder  neue 
mplllfl:!  wurden.  Erttt  Nikophornti  B!e!nmyd<<«  erklärte  wieder  einige 
hlilnM>a  um  die  Mitte  Aca  13.  Jalirhiinderlit  (s.  g  27).  Kin  I'salinen- 
hoiuBnvnLar  wird  auch  dem  GcKcliicht«ctircit)or  Nibciitioro»  KallistOB 
kanitN'hriftli<-h  zugüuignel.  Um  diu  MitU<  de«!  14.  Jalirlitindei-I«  schrieb 
N'ikfpliontä  Grugnr»«  mohrtTo  exegotiachu  Abhaudltingc-ii  [».  %  31). 
l'iii  itiiwtlMi /eil  vorTasste  Thoodnroa  Meliteniotes,  Sakcllarios,  Arclii- 
dnkon  und  Jtääaxahti  riSr  Jidnc»uXu>v,  «inen  Kommentar  zu  den  vier 
.JtYMUpjlioii.  die  er  zu  einem  Oiale^aron  von^chmotzen  hatte.  Er  zei^ 
in  ü  ßQcher  und  jode»  Buch  i»  9  duüi^ti^.  Aus  den  von  A.  Mai 
KH-rten  p«rjinutiiic)ien  ächlussstellen  der  *i  Abhandlungen  dcM  4.  Buches 
iich  kein  Urteil  Über  die  Anlage  den  Kommentar»  und  die  darin  be- 
~ittlt«n  (Jiii'IJen  gewinnen.  Ein  Verwandter  des  Thoodoroa  war  .Inhanuc» 
llitvDioles,  dem  in  Cod.  Ambro».  H.  17  inf.  ebenfalls  ein  Evangelien- 


136 


Britntlnlsoh*  Litt«Tftt(iig«iclLiebt«.    L  Pro«&LaelM  Uttontar. 


koinmontar  nugeHchricben  wini.     Dor  Ictzlo  dor  Zoil  nach  ItestJmmbuH 
byKantiniRchc  Exeget  ist  der  Kaiser  Mntthaeos  Kant&kuzonoH,  doM 
Jolmniics  PolacologOi)  mit  seinem  Vater  .loliannes  Kantakuzcnos  KtUrzl«J| 
In  Mctiior  kl&stoHiclion  Einsamkeit  atif  dem  Berge  Atliux  widmutu  lt  sich 
dem   Studium   der   hl.  Schrift,  dc«»on    Früchte   in  2  Kommentaren   zum 
Hohenlied  und  zum  Buche  dorW«if>hoit  vorliegen.  Die  tu-st«  ist  eiDi» 
iScholicnKammliinf;;  mit  allpporiBt-b-mystiBcher  Tendenz.     Von   dem  zweiten 
simi  nur  einij^e  Fragincnt<>  gt-druckt. 

Zum  Schlüsse  mnchen  wir  noch  cinigo  cxogvtixcho  Sehrifton  namhaft, 
deren  nähere  Zoithe«timmung  nicht  crrciclit  worden  konnte.  Ton  dem 
Rvangetienkommenlar  eines  nicht  näher  bekannten  PetroB  von  Laodikea 
liegen  nur  einige  Fragment«  im  Druck  vor:  darnach  llUst  xich  nicht  be- 
stimmen, ob  er  in  das  7.  Jahrhundert  gehiirt.  Nikotas,  dem  Bi.scliofv  von 
Naupnktos,  wordun  Kommentare  zu  den  4  Evangelien,  zur  Apostel- 
geachichte  und  zu  den  Paulusbriefen  handschriftlich  zugeeignet,  worin 
er  Johannes  (Jhrysostomoa  und  Tliuophylakt«»  beuutzt  haben  soll.  Job 
Hamartoina  nennt  sich  der  Veifawier  von  Schollen  zu  den  Psalmen  in 
einer  Turiner  Us.  Ein  Mi^nch  namens  Pachomios  verbreitet  sich  libw 
den  Nutzen  der  hl.  Schrift  und  bcliandelt  >iogar  die  Frage,  warum  die 
Schrift  nicht  in  der  Volkssprache  gcächrioben  wurde.  Ganz  vereinzelt 
kommt  der  Käme  eines  Niketas  AnthypBtioB  Putrikios  als  des  Verfassers  voi 
Hypothese.s  in  Psalrao«  in  der  P.talmeiiktttone  des  (^d.  Barber,  III  59  s.  9  vor. 
A.  Mai  hat  endlich  anonyme  Schoben  zu  den  4  Evangelien  aus  einem  cod. 
Vaticano-PalatinuB  herau»gegebt>a,  die  noch  nicht  näher  untersucht  wurdeu. 

1.  Dor  pM)mt^nlcomm«Iltaf  <lea  Niki>|i1ivro8  Kflllistog  Xan  thopctlos  atebt  t.  ti- 
ia  cui).  Pari».  140  a.  1560.  Vicileiclit  li«gt  aber  iii  der  jungen  tia  ein«  V«rwe«(itliuit 
mit  Nikcplioroa  ßlemmydM  vor.  Unter  dem  mton  Nninen  gelien  nocli  uiilrr«  tbeolmfclw 
Srhriflon:  vomdiindnna  Ilomilipn,  von  denen  eine  niif  MnHa  MugdAlonk  {«ilraoKt  M 
(Wi  Mignn,  Pnti.  kt.  147,  540-.S76).  eine  Vit.H  K.  AndmneJunioriii,  iDohlttn  Kirol)»B- 
hymncn  nuf  <tic  hl.  .Itin)!;frnu  und  iindcro  Hcüipien.  cmo  theorDtiaeha  Sehrift  Obot 
diu  llynineiuUcliliHig.  Nikeplion«  wird  niich  mit  dem  'I'riodiiun  und  Synaxariuin  in  Ver- 
bindung g^briiclil.  Nui'li  md.  Ksuur.  Ü'iO  mee.  14  ist  ubi>r  i-liur  nn  NtkopboriKi  vun 
Mitjlune  ;cu  denken.  —  VrI.  A.  Khrbard.  Weder  und  Weites  KirvlKmloxikaa  ii'  (t'r«i- 
burg  l»m  'Zbi)-'i62.  —  Eine  Uh  der  Flureuliner  Nntiunulbibliulliek  {ttülitr  CuntildoU  ISUl 
aaec.  12  schreibt  uiD«in  Nikepliuru«  Kallistos  XmitbopiiloH  eine  Vita  8,  Enphrvaj'Bai»  jamlari* 
Ton  Sp«]  XU.  Der  Cod.  Büd).  Mii^c.  79  Biiec.  13  «ntlifilt  Opniicnla  litargioa  mit«r  d«4iiMlb«a 
NuDoii.    Darnach  wSro  «in  lüloror  Naniensvelier  <l«a  Kirrlienlilatorikers  ancnnohmfa. 

?.  Die  AunQae  aus  dt<ni  Komm^ntikr  di?»  Tlieodoroa  Molitoniotea  ans  cod. 
Vatic.  684  ed.  A.  Hai.  Hoxa  Tatr.  bibl.  r.  <Kom  Iti-SSJ  2,  451-.^0S;  abg^iurki  bi^i 
Migina,  Pntr.  Rr.  149,  881  — 9flK,  tn  einem  dernr^lbnn  erwIÜiDt  Theodoroa  «ine  vaa  ih» 
SMohtieben«!  ViU  KonnlnntinH  iIcb  (iroMcn.  —  Er  vc<rfns*te  auch  tnehrero  natrooomiaeha 
SctiriR«n,  dHnmtnr  cinn  'Aaniorofinttj  tQlßtßXot,  Dnvun  die  Vortcdo  und  der  Anfuig  d«8 
nmlnn  Knjiit.-lH  bei  Mipne  il  b.  0.  08S  -lOoi.  —  Vgl.  Leo  Allatius,  Diatriba  de  Theodorü 
bd  A.  Mai,  Novii  I'utr,  bibl.  6,2.  181—93. 

3.  Den  Koninientor  tum  Hohenlied  dea  MattUaeos  Kantakusenoa  «d.  V.  Rie- 
eardi.  Rom  I(J24:  wiederbull  bi'i  Migue.  Pulr,  gr.  152,  997-1084.  ~  Di»  Fragment« 
ABS  dem  Kommentar  luni  Ituolie  der  Wei»lieil  in  den  AnmerknoKen  ta  Nikraboroa.  AMi- 
rrhatic  adv.  Conataiit.  Coj>ronym.  bei  Mignv.  Patr.  gr.  100.  ^'ir,,  411.  41$,  447,  489. 
(iani  whslt«^  i>t  er  x.  D.  in  aem  cod.  Taurin,  181  a,  1$  fall.  58,  —  Matthaeoa  wird  au 
ala  aak«t>«r1i#ir  Sehri (Intel! er  in   den  Hss  genannt.  —  Vgl.  auch  Krumbaokar. 

4.  Di«    Prngmento    auk   dem    Kvnneelienkommenlnr   dos   Petroa  v.  I.aodikna 
Mtti.  Nova  I'nlr.  bibt,  6.  rj4Ü  f.;  al.godnickt  bei  Migne.  Pntr.  gr.  SB.  3.  8324-36.  - 
nnonrme  Krklftrung  zum  Üebclo  de»  Herrn  in  der  Matirinernnsgnbo  de«  Origenes  «rkann 
A,   M«i   nl»   Pelron  xugeliOrig.    —    Der   gnwio    KonmientAT   steht   in   3    vulikanisohen 
aiuaenlöm  in  codd.  Ambras.  D  382  inl,  D  2Uä  inf.  —  In  cod.  Paria.  8u]ipl.  ff.  407 


M  td  I47— 1U:  Totri  I.aDiIk.  ontion«*  S.  —  In  m^bror^n  KvaiiffclicnkatcDiin  bildet  er 
te  (inindaUick.  z.  U,   in  caiL  Bonoc.  bibl.  minniiiii-  A  I  3  so'-c  l!(-14. 

5.  Die  AbhandluDg  dea  llAndie«  pAcbomloK  bni  MiRnn,  l'ntr  gr.  9S.  1333^1360. 
—  I)er  VeKaMor  prniit  iriumaJ  Johanovs  ron  UiniBika«  und  nc^inint  Kuio  Spaibyiantinor 
n  mim,  «r  ntbnBle  di-oD  mit  Paclioinius  HuHunon  iilontisdi  iinin.  von  dcni  im  cod.  9.  8o- 
pilm  Mi  s.  15  inulirur«  doginatiMbtf  Scliriften  ni*1ist  pjnor  Akotuthin  */(  'oiIc  öai'oiv  »it- 
1*>t  fr  Jifo^ritit  BnlluJtrii  ttiiid.  Vgl.  A.  P»pfl<lu|>ulus  Kommous.  'ItfoaoXvfi.  (fijtlio.V. 
1  (Ptttfabury  1891)  380  f.,  wo  oinij^  mir  iiiitiigün^liclip  ],ill«nitur  gnnunnt  wird. 

lt.  Di«  oeale8tunMiUi«ben  Konini«4itw  desNikotAA,  Üiadi.  van  Noufinktn*.  irtohnn 
ti-'a eod.  Uwcian.  SS.  in  cod.  Vaüc.  RegiD  6  moc.  U  foll.  886.  —  Eine  uo Jciv  iU  nennt 
rtkricta«.  BiM    «r.  7,  7S3.   -  Mk*tM  ist  obbiogig  Tun  Tb«uphj>bktoH. 

7.  D»  Kinltiitsng  rana  PfalmoiikotnRiMitw  A»  tAtmehum  Job  ist  aus  Pasini  abgudnickt 
U  Hiene.  t'otr.  gr.  15B,  1050  f.  —  Dcf  cod.  Taarin.  1T8  nwc.  18  foll.  TO  uinfawt  nur 
UPtttat*». 

ft.  Die  Hicayincii  SchoUcn  xu  d^n  4  Gvuigeli«!  od,  h.  Mai.  Clntraci  «nctores  D 
IBa  1884)  37»-S0O,  9  (Rom  ISSTj  431—511;  zii»ninm«ii:L'«UIU  bH  Miüno.  fiilr.  er. 
tMk  imT— 1299.  —  Anonj-rao  Kommcnlnro  und  Schuliun  kommen  Otti-ra  in  Um  vor.  x.D. 
■  mM.  Paritt.  lft'> -I6i4  tutec.  11  — 14  (in  PMiInius).  I7i>  »so«.  16  (in  Ecolewwtonl,  2SI--S:2 
■K.  13  lEvBJifietM'nkomnieiitare).  ciidd.  PntiiiiAi-.  91,  0'<  nod  t!6  (KommeaUn  lu  den  i'auliui- 
'  hirfM  md  u  den  Psnlmon).  Tindoli.  tlieol.  1  (Si^liolien  e.  A.  T.]. 

M.  Die  ErUflrnngeii  von  Yftterschrifteii.  K.i  «^ntAprArh  dom 
AMhfin,  Hvk-Iiu»  dio  SuhrifUMi  ilt>i'  Altorfii  Kircliitivutor  lici  (1l-ii  Byzim- 
linmi  genossen,  wunn  auch  diese  zum  ü(>gent>land  der  exegetist-lien  Arbeit 
fmcht  wurden.  Her  grAsste  Tc.i\  dieser  patnHtJRchcn  Hclinlipn  wurde  den 
Sdrifton  dcsOregorios  von  Nnziaiiz  gewidmet.  Dio  BltoMtf^ii  dorsolhen 
■trdon  einem  Abt>»  Nonno«  zugestelinelton;  niv  eiitstiindL-ii  zu  Anfing  dt'S 
K  JibrbumlertM  und  wurden  von  den  sptlttren  Soholiusten  vivifucli  benuM. 
in  <Us  Rnde  dessolben  Jahrhunderts  verlegt  E.  Piccolomini  die  von  ihm 
«trtffeDlIiohten  anonymen  SchoUen.  Andere  wurden  von  Maximos  dem 
Mmukt.  Klias,  Metropoliten  von  Kreta  (zwi.schen  82Ö— 9(>U).  Basilios 
•  r/s(,  Mviropoliton  von  KüsareA  in  Ka|>padokien  (912^959),  Nitetas 
VDD  Serrsc,  Metropuliton  von  Heruklea  am  Ende-  de^i  11.  .iHluhuiiderü«, 
tiMirgioa  AkropoliteH  im  l:t.  verfasst.  Noch  ganz  im  Dunkeln  liegen 
ÄrScholiea  von  Otegorios  Presbyter,  Gregorioa  Mokios  oder  Mo- 
Wm,  Nikephnroä  Kallisioa  Xanthopuln«,  Eumolpu»  I'hiles  und 
*«  «beni  ungi^iuuuitt-n  Erzbiüchof  von  Bulgarien.  Bei  dem  jet»igon 
Sliiii)  d«r  Forschung  ist  es  unmöglich,  diese  weitläufige  InterpretttÜons- 
nVil  in  ihrer  Entwicklung  und  gegenseitigen  Abhängigkeit  zu  erkennen. 
I!ir  K4-tehtum  an  mythologischen  Notizen  i«t  schon  wiederholt  im  Intoretao 
iW  kUiMiixchen  Philologie  ausgebeutet  worden.  Sie  verdienen  «bor  auch 
ihriT  litt«rari!*chen  Eigenart  studiert  zu  werden;  dieses  Studium  sctxt 
itings  die  krilische  Herausgabe  des  gesamten  handseh riCtllehon  Material» 
vnruiL 

NeUii  (iregorios  Theologo«  wurde  Dionysios  l'seudoaroopagites 
kkuflgHten  erklilrt.  Die  liltusten  Heholien  des  Johanne».  Bi»c)>nfes 
l^ytbotiolit,  sind  verloren  gegangen.  Miiximos  der  Bekennet'  begrümlete 
ch  wiui-n  Kommentar  das  hohe  Ansehen  des  l'seudoareopagiten  in  der 
friKhiK-bt-n  Kirche,  das  sich  durch  Johannes  Scotus  Erigona  und 
'■  .  von  SL  Victor  auf  die  abendländische  verpflanzte.  Der  eod.  Laurent. 
-'  «apc  14  enthftlt  die  .Lobelien  einex  gewissen  Andreas,  die  mit 
^nunu^cn  des  Maxinios  groeee  Ähnlichkeit  haben  sollen.  Die  Schollen 
^  l«txtcntn    8clioint  auch  Germanos  I,   Patriarch  von   Konslantinopcl, 


iJ 


138 


BTSKDttttliob*  LiUerBtorgMchiobU.    I.  Proiftiieli«  UU«ntnr. 


wcitorgtiflilirt  xu  hab«n.  Maximoe  folgt  tiucfa  der  OcfichicbUdireilwr 
GGorgioB  Puchymeros  in  i^iiier  Paruphrase  zu  Dionysio».  Kndlich  müm 
auch  OorniAnoH  il,  Pati-iaix^h  von  Konntantinopel .  und  «in  gcwiitwr 
Goorgios  Hioromnumon  die  arcopagiti.tclicn  Schriften  oi'klltrt  halwn, 
waa  jodocli  noch  uiiicr  nfihercii  UntcrMUcIiung  bodarf. 

AI«  wKJtere  Scholiaatcn  sind  liiw  noch  zu  nennen:  Thomaa  Ma- 
gister, als  MOnch  Theodulos  genannt,  zu  den  Briefen  des  Synefuos  von 
Kyrene  (t  iVA)  und  Nikophoro«  Wregoras  z»  d«r  Schrift  litgi  ^rvnriwr 
dci88olbcii,  Johanno«  Zonai-a»,  AJcxios  AnKtenon  und  Thüodorot«  Bal»amoii  zu 
den  «og.  kanonischen  Briefen  der  Kirclienväter  von  Dionysios  von  Alexan- 
drtcn  an.  —  Für  die  Scholien  zu  MaxiinoA  Confessor  und  Johanne«  Klimas 
vgl.  ^  12  u.  56.  —  FUr  die  Kommentaro  zu  den  Gedichten  dea  Oregorioa 
Thoolugos  und  den  byzautinisdicu  Hymnographen  vgl.  Krunibachtsr. 

1.  Zu  dun  Sclioliasluti  doa  tiregürios  v,  Naiiaas  im  aIlg«ni«iMtn :  Kn brician, 
E>ibl.  gr.  H,  439-434.  ~  E.  Picvoloiiiini  in  dor  Eiul«itiing  sa  dor  natMi  gAiuuintoii  Aw- 
gabo  von  nnao}-in«n  Scliali«n  S.  I  XMI.  -  E.  Norden,  Scholia  in  Gngorü  NaxianMoi 
oTRtion««  modils.  HormM  21  (1$»3)  60i>-643.  Vgl.  I).  Z.  3  (1883)  104  r.  Nonlra  gibt 
hier  narh  unedidrt«  Soholion  profanon  1niialU>s.  Kinigo  nen«  Seholion  Uioolo«Mihoo  Cba< 
nklon  gab  «r  in  d.  '/^ituhr,  l.  wi*».  Tliool,  3ß  (I^B3)  2.  441—447.  —  I.  Die  SeJNliia 
dos  AbtM  NonnoN  xu  4  [l«d0ii  de«  lirnsorias  boubsichtigt  E.  I'alxig  bd  TeuboKr  hcnOB- 
xu^oban.  Vgl.  K.  Fat x ig,  Dn  Nonninni*  in  4  oi-ationos  Urogor.  Nax  conamentacÜK 
Leipxic  1890.  —  3.  Anonyme  Schoticn  od.  K.  t'iccolomini.  KstratU  inodili  dai  codic«  ped 
delfa  Bibliot.  Mi-dicco.  LAurcnxianA.  Anniili  dclln  L'nivontiUt  tosfuin«  16  (18711)  231—^*^: 
auoh  Mirnrnt  Pia«  ISTü.  Korrekturen  doxn  gab  K-  Norden,  Henui«  a.  a  O.  —  J.  K« 
SgIioIihd  £U  Id  Ki.-di.-D  des  Or«goriM  von  Khan  v.  Krolu  grivi-hiscb  od.  |ir.  A.  Jahn  tn 
M  ign«,  Patr.  gr,  3l>.  75T-908  (aimu^woiae)^  lateioiBuh  ncbuu  in  frfihi-Mrn  Anngiibon  CwglM  , 
WeitL>rv  äcbcilieu  de6  Kiias  v.  Kreta  aind  nunh  unodii^ri.  —  Au(i»«r  dem  kanonüchvo  aide 
an  einen  MOndi  Dionyaius  bi>i  Migno.  Putr.  gr.  119.  9S'>-  D3T  wordpii  ibm  in  lim  mphnri) 
BaketiHcli«  Srliriftcn  iiigc«igncl.  —  4.  Von  Üasiliua  ö  riet  sind  nur  tu  4  H<id«n  dio  Sdiotita 
naeb  frlllioron  Drucken  bpi  Migne.  I'str.  gr.  36,903 -616.  1090     1205  TollwUtodig  hcmi» 

Scgcbni.  Kinigo  im^cwablle  8cLoli«n  aus  cod.  l^iaronL  pl.  4,  13  ed.  Puntoni,  Stuü  , 
i  flloiiigift  giccn.  Turin  1.'<S2,  133  (f.,  207  IT.,  «iich  Mipnrnl,  Turin  ISfti.  —  Eise  wU-  , 
sUlodigo  lU  dui  Si-holiun  des  Bnailioa  iet  cod.  Paria,  h'^  siirc.  11  fol],  279;  il*o»b«n  llri 
noch  niolirvru  niidcrp  lls«,  n.  a.  codd.  Vaticnn.  409.  409.  Laurmt.  Coiiv.  ao|>pr.  (I$S.  Coi^ 
240—242.  m  vurKl<^ii:b<:u.  —  Das  Widmungsschroibcn  dos  Biutilioa  an  Kunataiitin  VII  Pw 
]diyrugi-uu«t4rB  bei  Mignu  a.  n.  0.  lUiH  — lOtilO.  —  ii.  VonNikutas  v.  8orra«steb»DSohoUtt 
KU  2  lt«d»u  grii'('hi«Gb  bei  Migne,  Patr.  gr.  36.  !)S3'-dKi>.  lateiniach  lu  mefarprta  ludaita 
bei  Migno.  I'alr.  gr.  137,  I1T7— 148Ü  uud  in  dur  Auseabi' Orogors  von  Itillina,  I'am  1-S6i). 
^dii-lien  EU  16  Roden  in  den  eudd.  Cuisl.  M  tMoc.  Vi.  Sinaitic.  3M'3-'i4  u.  >n.  a.  -  C.  Kint 
kurs«  Erklärung  von  <.)«orgio3Akropolitositi2  Aus»i>racliande«[iuiunii.'ncnat<>hl  in  tvA. 
Valieono-Palat.  2438aec  14  fol.  2&l"'-2&7'.  -  7.G*orgioa  Mokonon  wird  oUSrholiart  de« 
GrutorioB  gowBlinlicb  in  d^n  H«h  d(<r  Dasillowrholion  genannt.  %.  Ü,  in  den  codd.  LaurcnlHn, 
4,  18  aaec.  10.  Nt>apol.  II  A  22  iiaei:  Vi,  .S.  (^omilcri  44  saec  10  11.  Darnac])  scboiat  tIasiliM 
dMMii  Sclioticnwork  bcniilzt  in  haben.  Oli  er  mit  dem  von  tnioa  Cretaasis  genaniilen 
(loorgioa  identiacb  M.  »tclit  cluliin.  —  '/.a  oiuor  Kcdc  dw  (iregurioa  wf  Oet«ru  »toh(<a  di« 
Salioßon  doa  lirorgio»  Mokio^  (lli  sich  in  cod.  Coisl.  238  »nee.  11  fol.  208— 812,  -  H.  Pw 
Sdiotion  des  Nikephürua  Kiillistus  .\anlbo|iulon  xu  30  lt«don  dw  Gmgoriofl  Rtebnn 
in  den  codd.  Mui-iau- 7C  und  77.  -  .i.  ExpüBitiunen  Hrcliio|)]sc.  Bulgarin^  rnju^dam 
sind  in  cod.  Ca«Aeoflt.  jil.  28.  6  naoli  Muceiuli,  Cutalog.  1.  103  vorhanden.  Je.  7m 
Kumotpoa  Philo«  vjil.  Fabricius,  Dibl.  gr.  8,432.  Aiiaacrdam  wftron  noch  manche 
lUui  ilrji  NnxiAnxenotB.  in  don^  der  Tnxt  von  Schollen  beBloit<rt  iat,  wta  x.  B.  codd.  Vind. 
theul.  79.  80,  Maician.  TS  *.  12,  Pntminc.  2  s.  1],  oAlier  xn  nnlorauoheti.  "  Zu  den  KoM- 
uienliilonMi   dor  Uadichta  dM  (inigorins  von  Nnxinnx  vgl.  Krumbaobor. 

2.  7m  den  Soboliaiilon  doa  Dionysios  I'aoudonroopagilea:  Dio  Schollen  t«b 
Uuiuius  und  lieuTgion  PiiebrinerM  xuHunmon  bi-i  Miiino,  Patr,  gr.  4,  I.^-;>77.  -  Otr- 
liiano«  [I.  Palriari-'h  von  Kpef.  und  (Joorgioa  Hiuromncniun  werden  als  .Sobotiaeten  des  Dio- 
ujraios  genannt  vuu  Fabricius,  Bibl.  gr.  7,  lU.  —  Zu  dorn  .Scloliaaton  Andreas  V(L 
»andini,  CuUlogus  I.  50  -&2.  -  Dieselben  Scheuen  hielel  cod.  Taurin.  369  a.  14.  — 
I^  irerlor«ne  Schrift  doa  Pivehyters  Theodoroa,  wolch«  für   die  Kchibeit  dor  psoado- 


J 


1.  Ttawlogi«.    0.  Aaltetlk  nnd  Ifjvlik.    (g  &5) 


1S9 


Wimilii(liB«  Schrift—  omtnit,  Uc  naeb  PbotiM  rar  (ood.  l).  —  AaoariBe  SoholiiMi  rtolwii 
t  B.  in  c«<U.  ViBdob.  ÜMol.  4»,  Morciiui.  142  ■.  IS,  AUidob  it&il7  h.  14. 

S.  bi«  Scbotien  d»  Tli«odor«e  moaaokoa  «der  Thomas  HaRiator  st«boa  s.  D. 
Ia««d.  AKiwtM.  L.  44  aap.  Sciu«  lt«ilv  auf  Gr«$arioa  von  Nuiaru  (e4.  k  Normannne. 
VtaalatnS:  abgvdnMkt  bei  Miana  14&.  316~3öai  Huhmlickfn  ZiUlo  aiu  Ilotnnr.  l'indar, 
iitM,  Doaoatbnwa  und  EitripidM.  —  Smdo  abrigeu  llieologitäliffn  ScirifUn  aiiid  noch 
Bidictt.  1  B.  CID  Knkomtuii  aiif  JohAnii««  dm  Tlufer  |eod.  Vubcon.  PnUl.  374  looc.  U  fol. 
W— IIK),  auf  EuUiyiiiiü)t.  Itücliof  vgo  ÜMlyts,  «lue  Schrift  De  minutiUa  returin  o(  nuvi 
iMHumli  <c«d.  AmbriM.  H  'Jl  «u|>.)  -  Ob  cod.  CoisL  208  &.  16fi6  thni  mft  lUcbt 
ScMmb  cnas  BOmsrhrief  niachivibt.  int  bei  dorn  8eriitfi«n  Alter  dsr  Ud  twoifelbafL  — 
C4*r(*)M  profufoi  Srhriftco  vgl.  Krumbaefa«r. 

i  Dia  Scholinn  von  Johann?«  '/.onaraa,  Aloxios  Ariateaos  und  Tlieodoroa 
'ijt-aaon  Ca  Arn  kanonÜKliea  Uriefen  von  KirdieiivSlDni  xii«aiiiin«ii  W  MigBa<  Patr  ff. 
•  '■'i  U37.  -  Vgl_  J.  Driaeko,  ZonarW  KomnMat«'  xuni  kanon.  UrMifo  dM  Gragonoa 
i-n  NcvklMraa,  Zvitackr.  f.  wiaa.  Theol.  37  i\^M\  240—60.  -  Von  .lohanni'ii  '/.onarmn 
<M  aaMrdMii  notiri'Ti'  theologiscbe  .Schrifleu  unedi«rt,  2  HoinJUrn  au  Kcslon 
4»  Uami,  2  VÜm  d»  bl.  SilvMtM  und  Jm  IiI.  SuplironiiHi  v.  JtnuitJiMn.  roeiiuila  d« 
wiMitiw  8pir.  «U  «t  aba  advMvin  Uliiios.  V|;1.  Fabricius.  Uibl.  f.r.  II,  222-228, 
T|^  Mab  Kr«BibBeb«r,  -  Von  ThoadvroB  HalsanioQ,  dem  Palrurchun  von  Autiochien 
n  IIH,  «nrAbot  Pabricins,  Dib).  gr.  10,  3S2  aoaew  kiichenruclitlidien  Sebiin«n  oüi 
"  rtjTiasi  Tloodofi  «t  Claudii. 

h.  Kwmym«  Svliolinn  tn  UanUioa  d.  Or.  und  (irnßor  Ton  Nissa  bi(-l«t  d«r  cod.  Mitflm. 
I4l-  SoJcbo  m  5  Elotnilien  d««  Job.  ChrvMMtomo«  eil.  A.  Papadopnloa  Kcramoua, 
«nr.  Mfi^.  '^>^»i.  i»-.  Kpcl  Itiai  8.  «6-  »3. 

C.  Askfltik  nnd  Mystik. 

ftS.  Charakteristik.  EiTri'ultc)irr  gi-stutlttt  .4Jch  cIbh  HJId  Avr  byxan- 
Ttieologie  aaf  dem  asketL-tchon  und  mystischen  Gebiet«,  auf 
lir  ein  freierer  Spielnitim  al»  auf  A>\m  dugntatiitchfn  und  exvge- 
i^ahrt  Itlicib.  Allerdings  tritt  luioli  in  der  A^kc^tik  die  Ab- 
tlngigki'it  von  doii  VStern  doa  4.  und  5.  .lahrliunderts  bedeutsiini  genug 
krrrnr,  aber  da»  praktiscbe  Oiriatenleben  und  die  Nonnen  detwelben  waren 
ia  ik-r  {lalrintiwlien  Zeit  nicht  der  (icgernttand  Hynndalcr  Behandlung  gu- 
«onlen,  und  dichter  l'ni.-«Und  wtu'  filr  die  weit«i-e  Atüibildung  der  nHkcti- 
"l"-!)  Utt4>nitur  von  gfln«tiger  Wirkung.  Eino  fortgesutzt«  Anregung  dazu 
'  i  I-'  das  Mönchtuin,  welches  wiUirend  des  ganzen  byzantinischen  Zeit^ 
tlUtrs  in  tinzähligen  KlQstem  und  Einsiedeleien  blnhte.  Die  anketifichcn 
(Uirift^n  ttind  datier  auch  fast  ohne  Aufnahme  von  Mönehen  verfaast, 
«ihn'nd  die  dogmatischen  und  exegcti>tohen  »um  grösseren  Teile  geistticbo 
ud  wplUil'he  WUnlentriiger  zu  Verfassern  haben.  Unsere  Kenntni«  von 
dm  konkreten  /uslünden  in  der  byüantiniaehen  Klost4H-wclt  iat  nun  leider 
■Dck  m  lückenhaft,  nm  den  historischen  Hintergnind,  von  dem  eich  dio 
paxe  Litteraturgattung  abhebt,  f>ennu  erkennen  xn  können. 

Am  Ix-Hten  aind  wir  Über  die  |ialft»tini-t<'liun  Kloster  und  Lauron 
<lu*  (i.  -lahrhuiiderta  unterrichtet  durch  die  Biographien  dej«  Kyrilloa  von 
I^kytbopiili».  Infolge  der  Eroi>erung  von  Ägypten.  Palästina  und  Syrien 
Juirh  die  Araber  w'ur<Ien  die  Klbster  dieser  Länder  emptindüi-h  geic-hüdigt: 
dofh  «rrhiellen  sich  manche  derselben,  wie  z.  H.  das  berühmte  Kloster  de« 
btSahha«!  Ix^i  .lerusulem,  wlUirond  des  ganzen  Mittelalters.  In  Kleinasien 
nkivlt  Mcl)  das  Klosterweften  am  IXiigsten  in  voller  KlUte,  deren  Kcnntnia 
4Didi  die  Publikationen  her\'orrugender  MOnchrtbiographien  in  jUngster 
Z*it  gi>mnliTt  wunie.  Die  Iteiebähuupistadt  Helbtit  bcKflUK  eine  Menge 
vm  KlAfitorn,  an  deren  Spitze  das  berllhmte  Kloster  von  Studion  otand, 
4m  «ino  Koiho  von  hervorragenden  kirchlichen  Fersßnlicliketten  und  aske- 


Bfiaatintiehe  Lltt«rBtarg«a«bIelit«.    I-  Prouisoh«  LltUralar. 


tischen  Sclinffstellern  wie  Thnodoros,  Sjmenn,  NUcetas  Stethatn^,  lion-or- 
hrnrht^v  Keit.  <]t'm  11.  Jahrhundert  tri'tt'n  din  zahlrcictieit  Kifwtor  nnil 
EiiMitidoIcicti  auf  dem  Berge  Atlmn  in  den  Vordergrund.  Hier  bJlJHto  ■ 
Kich  die  Mystik  der  Ih'^sydiHKton  au8:  der  growDC  Kntnpf,  di<ssen  Gegei^l 
stund  sie  im  14.  Jalirhuridort  wurde,  verpflanzte  sich  »her  gleich  vodH 
myAÜRchen  niif  Ann  dogmatische  Gebiet  Ohne  Bedeutung  ftlr  die  AsketOfl 
sind  die  lia-sitinnerklöHtcr  in  Sicilien  und   Kalahrion  geblieben.  ^M 

Dan  byzantinisiOie  Klo^tei-we^sen  erlebt«  auch  Perioden  doe  YftrfalltJB 
die  noch  nicht  genilgoiid  bekannt  sind.    Von  bobom  Interesse  ist  in  diMen 
Beziehung   eine  Hefomischrift   des  trefflichen  ErKbiacliofea  Eiistathios  ren 
TlieBSflIonike   aus   dem    12.  .lahrliundert  (§  66  n.  3).     Sie  ist   mit  gnem^J 
Freimut  gcj^cliriohen  und  ricbtot  ernst«  Krmahnnngen  an  die  Miünche  *4^| 
ThoKsalonike.  Der  Er/.bischor  ntUHr^tt^  sogar  ihren  Mangel  nn  Interosso  fBrd^[ 
Vätorsch ritten  rügen   und   erzählt   mit   schmerzlicher  Knti'üstung.  wie  M^V 
KloBtervorsteher  ihm  auf  die  Frage  nach  einer  Sclirift  des  Gregorios  von 
Nazianz  geantwoitet  habe:    ,VVbs  brauchen   wir  solche  Schriften'!     Solche 
Zustünde  niügen  wohl  nicht  in  Thes-salonike  allein  geherrscht  haben.    Zeuge 
desaen    M  das   etwas   frühere   tiedieht   Katii  ilyovfitrutr    de*  Thcodoros 
t'rodromos,    welches  denselben  Verfall  in  der  Klosterw-oll  bei  Koiifit«ati- 
nopet  voraussetzt  (vgl,    Krumbacherj.     Eine  Ursache  diese»  NiedorgangM, 
sicher  nicht  die  unwirksamste,  wurde  besondei-s  von  dem  l'atriarehen  von 
Antiochien  .lohunnes  zur  Zeit  des  Aloxios  Komncnos  bekämpft:   das   d«io 
Karolingischen    Bem-tizialwoHen    entsprechende    Institut   der   Charisti- 
karier,  d.  h.  die  Schenkung  von  KIHstorn  an  Laien persnnon,  von  wekheti 
sie  mu'  allzu  oft  zur  Besserung  ihrer  Finanzen  ausgebeutet  iivurden.    Dieser 
Brauch  geht  bis  ine  10.  Jahrhundert  ztirtlck    und  erreichte  seinen  Höhe- 
punkt   unter  Alcxios  Komnenos.      Die  durch   diotte  und  andere  Crmchen 
hervorgerufenen   Misstünde    können   jedoch   die  hohen  Verdienst«,   welch« 
die  byzantinischen  KlOstcr  sich  um  das  Kiichen-  und  Kulturleben  erworben 
haben,    nicht   schiniilem.      In   lilterariseher   Beziehung    beschränken    sich 
diese    Verdienste    nicht   auf    das   ai^ketische   (iohiet.      Die    byzantinischen 
Mc3nche  stehen  nicht  nur  in  der  ersten  Reihe  der  Uiunlogisehen  i5chrift- 
stelter;   ohne   sie   würde  auch  die  Zahl  der  profanen  Littfmten  nicht  un- 
wesentlich  zuntammenschninipfen.   namentlich    wenn    man    beachtet,   (Iam 
xnele  derselben  enit  dann  Zeit  und  Lust  zu  litterarischem  Schaffen  fanden. 
oJs  isiü  sich  in  ein  Klnst<>r  zurückgezogen  hatten. 

Die  Asketik  und  Mystik  blieb  indes  das  Liehlingsgebict  der 
mdnchischen  Litteraten  von  Byzanz.  Dieser  Umstand  sowie  die  dunuiH 
folgende  Beschränkung  des  Leserkreises  der  asketischen  Schriften  bedingt 
die  beim  ersten  Blick  auffallende  Einseitigkeit  dieses  Litteraturzweigea. 
Zu  einem  einheitlichen,  alle  Verhältnisse  «nd  alle  ThÄtigkeilsgebiel«  des 
christlichen  Lebens  umfasi^enden  System  der  Sittenlehre,  wie  v»  k.  B.  In 
der  Summa  theologica  des  Thomas  von  Aquino  vorliegt,  brachte  um  di« 
byzantinische  1lK-«logie  nicht.  Das  Mönchtum  mit  seinen  spezifist^hon 
Vorpflichtungun  und  Anforderungen  au  das  sittliche  Handeln,  dieses  Ideal 
des  christlichen  Lebens  in  der  griechischen  Kirche,  bildet  fast  den  einzigen, 
immer  wiedei'kehrenden  Gegenstand  der  asketischen  Schriften,  und  zwar 


> 


1.  Ttioologie.    0.  Askatik  und  Mystik.    (}  A5) 


iBcIstons  nicht  tn  streng  systematischer,  8ci))(]«rn  iii  populAror  BiOiandlung. 

We  d«r  A»lcetik  eigentflnilicho  littoramche  Form  ist  dio  ilwr  KK/älma, 

Iraner.  «phoriMti^clifr  Ahisclmittt^!.   wvlctit^  gL'wU]itilic)i   zu   einer  Xenturie 

(Bunontii)  vt'rt'inigt  wurden.    J«  nach  (lein  Inhalte  wurden  sie  nUherbin 

kU  Ht^tÜMin  TiffantiKit,  •ftiaatiKÖ,  StaXuyixü  hezeio)in«t;  8olt«n  sind  aber 

div   ein£«lnt>n    SAtze    innerlich    r.a    einem    (iaiizon    verkettet.      Auch    dio 

littoraturgnttun^;  der  'Ei^tr^ang  xa\  ünoxiii'atti  wird  (lir  uskctiHche  Zwückc 

■Cewuidt     Kiuu  spezielle  Gattung  hildeu  üodann  die  Typika,  Samni- 

hagto  der  in  bestimmten  KlöHtoni  geltenden  Kegeln,  die  sich  alle  an  die 

j  llgBlll  dee  Begrilnder>)  des  byxuntinischen  MOnchnlebens,  den  hl.  Ba.iil)os, 

I  IMcliloaBen,    und    wovon  die  Typika  des  iSabbaskluKters   in    l'tililittinn   und 

d(i  Studionklostcrs    in  Koit-ttantönopel    die   vcrbreitetstiMi   waren.     Kinc 

I  Wlrdjgang    dioM.'r    Typika   iitt    noch    nicht   vorbnudon;    dioi^elben    bieten 

j  Btk  IwHODiloru  8t.'bwi«rigkvit4.-ii.  weil  »io  in  der  liegc-l  beütiiutriten  l'ensön- 

'  tdtkciU'ii  zugeschrieben  werden,  während  sie  doch    in  Wirklichkeit  das 

Wtrk  zahlreicher  Generationen  (dnd. 

(>«r  L'nU'rH4;Uied  zwischen  A.sketik  und  Mystik  ist  oft  unklai'  oder 
n^  lalwh  betttiniint  worden.  Im  einzelnen  i»t  o»  auch  oft  tiicbwierig 
a  ntsdieiduH.  wo  die  Asketik  aufhört  und  die  Mystik  beginnt;  im  all- 
gWMOeu  aber  Iwhandelt  die  Asicetik  die  Susseren,  vielfllltigen  Pflichten 
;  Im  diristlicben  I.^hetut  und  zorfiUlt  in  die  Lehre  von  den  Tugenden  und 
4(a  fDtgegun^itc'henden  La«tcni,  wiüireud  die  Mystik  die  innerstun  tieitcn 
de»  n-ltgiOiwo  Seelenlebens  bvti-achtet  iu  HOiiion  unniitU'lburen.  Qber  jede 
hriüninto  Fomi  erhab<men,  eminent  geistigen  Beziehungen  zu  Gott.  Weit- 
IDl  die  grOsst«  Anzahl  der  moratiseben  Schiiftfii  der  Byzantiner  fallt  in 
4u  Ouhtet  der  Asketik.  Die  inasi^gebende  Autoritilt  ist  hier  lla-silios  und 
■dmi  thm  dio  Meiitter  dex  geiKtlioben  bebens  aus  dem  4.  und  5.  Jalir- 
bodert.  So  normt  z.  B.  Theodor  von  SUidiun  als  seine  Meisti^^r  die  früheren 
Aik«tiker  Markos  und  KHaiaa;  andere  sind  abhängig  von  Makarios,  Kilos, 
DitdoclMM,  Isidoro-t  von  Polusion  u.  a.  l>iefles  Abhängigkeitsverhältnis 
Um  »rat  noch  genau  bcHtiuimt  werden,  bevor  die  Arbeit  der  byzantini- 
wätm  Afketiker  in  ihrem  eigeutliehen  Wert  gewUrdigt  werden  kann.  Ein 
«wentlieher  FurljM-'britt  über  die  patristisc-be  Asketik  hinaus  wird  sieb 
iüwi  kaum  herausst^dlen.  Das  Ideal  des  MGnchtums  und  im  Znsannnenhange 
itMÜl  die  AuffaDKUiig  der  .Sitttitdikeit  blieb  itnveründert ,  und  von  den 
ätllichkdUiprohlemen,  welche  das  Abendland  auch  im  Mittt-lalter  beschäf- 
tjgfam,  Ut  kein««  in  der  byzantinischen  Kirche  behandelt  worden.  Doch 
zu  einer  vollfttändigen  ObarakterisÜk  die  Uesultate  der  geforderten 
ichung  abgewartet  werden. 
Hoher  ttUiht  die  byzuntinittche  Mystik.  Den  Ausgangspunkt  derselben 
die  myotischon  Schriften  desDionysios  Pscudoareopagite», 
denen  aie  ihre  Eigenart,  ihre  kultisch-synibuliscbe  Itichtung, 
pEdagea  hat.  Maximoa  Confe^sor  gebührt  aber  das  Verdienst,  die  Mystik 
pMudoaroopagiten  von  ihrem  neuphitonischen  Hintergründe  losgelöst 
1  innerlich  mit  der  orthodoxen  Lehre  in  harmoniseheu  Einklang  gebracht 
■  luU'R.  Maximoa  ist  daher  auch  der  eigentliche  Schttpfer  der 
kjliaatiuiiivlion  Mystik.     Ihr  bokanntestor  Vertreter  iu  der  spStbysan- 


t4a 


BjiantiiiiBche  Ljtteratiirge«chiehte.    L  Proiaie«lie  Ijtt«nttiLr. 


tinisohpn  i^t-it,  iNt    infolge   <lor  Mniiui^injihic  von   W.  tioss  der  ErzbiäcÜB 
von  TliütiKftlonike  Nikolao»  Kuljutiiläs.    Uic«iiir  liattc  jedoch  im  11.  Jah? 
hundert  einen  Vorläufer,  Symeon,  dun  Vorsteher  doH  MamasIclosterB  in 
Knnj<tantinopel,   der  jenen   an  Tief«   der  mystischen  Spekulation  zu  Rhcr- 
ti-offüti   scheint.      iMuk    diesen  beiden   Mystikern,  an  die  »ich    NikclAt 
Stotliatos  und  Kallistot)  Kataphugiotcs  anreihen  lassen,   braucht  die 
byzutitini»i'he  Mystik  den  Vergleich  mit  der  abendländiseh-ronKiniächen  im 
l:t.  und  mit  der  germanischen  im  14.  und  1'),  Jahrhundert  nicht  zu  f>cheuea, 
obgleich  aie  die  letztere  niclit  erreicht  hat,  und  auch  inhaltlich  wesentliche 
Vorsdiieilenhoiten  zwischen  beiden  obwalten,  ('hnrakt^ristisch  Tür  ilie  by« 
xantitiiächc   ist    der   innige   AnBohliiiie  au   das   Kultleben    der  Kii'che,    das 
schon  dadurch  zum  Ausdnick   kommt,  daes  die  byzantinischen  Mystiker 
ihre    Theorien    vielfach    in   der  Üestidt    von   Erklärungen   der   tieferen, 
symbolischen  Bedeutung  der  Susseren  kirchlichen  Zeremonien  dariegtwi. 
Hio  kilmpfUin  gegen  die  VerfiuSKcrIichung   dos  cliriütliehen  Leben»,   geg«R 
das  Aufgehen  di^sselben  in  «tereotypen  Formeln  und  mechanischen  Hand- 
hmgen;  sie  leugneten  aber  die  relative  Bedeutung  äusnerer  Formen  niclit 
die  eine  kirchliche  Organisation  nicht  entbehren  kann   und  deren  Berech- 
tigung in  letzter  Linie  auf  der  sinnlicIi-geisUgen  Natur  des  Menschen  »elbtl 
beruht.  Sie  suchten  vielmehr  das  Wesen  hinter  der  äusseren  Ersclioüiuiij. 
das  nicht  in  Gegensatz  zu  dieser  steht,  aondoni  daiin  zum  Vorschein  koniml. 
Ks  muss  aber  auch  hier  auf  die  Notwendigkeit  von  Kinzcluntersucbungeo 
aufmerksam  gemacht  werden. 

1.  ToxtKfinimhiiignn:  P»tr.  Posainiis  TheMunu  nBOstianii,  l**ri*  1884  («olhtt 
nur  oinin<>  bj^7.iintmiHrli<i  ^diriftan).  —  UmfuiKraioiier  i*t  die  von  Ji>fa*iino*  Hcnr«- 
korilntoH  virnnlaiiiito  Snmmluii): :  •filatBUa  ttär  U^iür  rr^rtiiKiüv,  Venedig  \7fS.  --  StU* 
i^niniluiigr-ii  bliebnii  mir  un/ugiliigliih.  «in  wiinlrn  nbor  Mignes  Pstr.  gr.  cinvMidbt. 

'i.  Ililftimittcl:  Ujo  llvi^jLiiliiinr  fnndrn  bislinr  in  drn  UarsUllungMi  dar  ticMibieU« 
Am  clirinllivhcn  Klliik  u-i-tiig  (icinlituD^.  Chr.  K.  Lutlianlt,  ()«Mhiebl»  der  chrialliolM 
Ktliik  I,  l#i|)£ig  iÖKS  S.  13ü  I.V2  Doiint  nitlit  Qiiimal  NikoUoa  KabaailH.  —  Uebsr  J» 
Kii'liluiiy;vii  <l«r  grii-uliisdien  Mystik  b.  W.  üasn.  Dk'  Mystik  de«  Niholiuia  CaltwilM. 
Omhwuld  1^9  S.  31  -G3.  -  lii  di-r  (fencbichtu  <lt-r  thri9t1ii.'bcii  Klhik  vou  W.  Gas»  1 
(Barliu  1^81)487-4^7  ist  dii>  auf  Uyinm  bv^KÜcbc.-  Daratvllung  aiiffallonil  oiivo1lBUndi$. 
--  0.  /.Sckler,  Goscliiclit«  dor  A«ki»Bi>,  Frankfurt  IS":t,  war  mir  nniugknglich, 

S.  Sehen  tttüiar  wurden  die  griediischen  Asketen  in  .Sanimolcodicrs  VM«iiügL 
Pbotios,  cod.  801,  b«aolireil>t  ein«  Hh,  die  Markos,  Neilos  und  KnTpnthias  «nthjolt  Nabca 
dimon  Sonim langen,  von  denen  aa  alte  H«s  gibt,  vi»  e.  U.  rod.  Angolio.  U  5.  7  aaMi.  lO, 
md.  I'nri».  918  nac.  10,  cnd.  Mntin.  13  aaee.  II,  cod.  Vindob.  Ilieol.  238.  twd.  Atlwat 
!)0T8  x.  II.  '.i(Si<\  H.  11  a.  in.  a..  wurden  Aii^d^n  nu«  vprurliicdtincn  Askclikero  lM>rg«(rt«lt(i 
wie  t.  II.  cnd.  Mnnni:.  Slü  sacc.  15  teigl,  in  linndlidiom  Kuraiitt.  nu^enacliiMDlicb  xa  pnJt- 
tiolicn  Z wölken . 

4,  Vür  ilic  bj'EuitiniBcli«  Honnsleriologie,  die  noch  «in  weite«  Arbeitaf^ld  bielM, 
vgl.  Sd.  Lampren,  U.  Z.  1  (l^SSf  IST  (ganz  allgemein  gebalUne  BetraobtuMen).  —  1. 
Sokolev.  Die  Insaero  und  inncTO  Lngc<  des  byzant.  Münrhtiuna  von  itt  MiU*  dea  9.  J*lii< 
biioderta  bia  »iin  13.,  Praroel.  aebe^odaik  1SU-J-U4.  Vgl.  B.  Z.  2,  850;  8,S09f.:  4.l$tr. 
—  Woitm«  liittoTatarMigaben  tn  ^  88  nnd  bei  Krambacber. 

h.  lieber  das  Cliariatikarierwcaeu  rgl.  Tb.  Uapeaakij,  Diw  lynko«  de» 
Kleoloi«  de»  hl.  MamM  in  Kpol,  OdeaaMr  Jabrb.  3,  1  (Odem  I8S2)  72.  7.'>-7t(.  Vgl.  t).  ^ 
ü  (1S9S)  1S7  r.  —  W.  Kissen,  Die  Diatuia  d«*  Michael  Attaloiato«  vun  lOTT.  Jena  MfH 
8.  52— U4  (etwas  otnacitig). 

ß.  Dna  Typikon  dea  hl.  Sabbna  ed.  pr.  A.  Dmitrijevski,  Di*  KlostorrageU 
dM  hl.  Sabbaa.  IVudy  Klevskoj  ducb.  nk.  IK90  1.  Heft  a  170—198  (roadsck).  Tgl.  E. 
Xnrts.  B.  Z.  8  (1894)  167—170,  der  einen  rerbcuaertsD  Nenilraek  des  IVxtM  vetis- 
•taltol«.  —  DImo  TexteardUAsieu  ist  eicbur  nicbt  die  BrB]>rrSii):b<'be.  Auch  ia(  «•  ftac* 
lieh,  «b  der  knne  Text  vollstSudi);  ist.  F.in  weit  Ungetee  Tipiken  rteht  in  d^m  dm, 
Coisl.  m  Stec  14  fol.  318  m  iuit«r  dem  Ti(«l:  Jmtoi>(  fir  funrm^wr   mtI  äjitm 


I 


i,  Tlwologie.    C.  Amketik  and  Hjatik.    (g  S6> 


143 


Wt/fiW'  Stif»  tt  I»i'  liiyäXnt  Kai  HtoJooiov  loi'  xvtroftdQX''*  "'t*  r""''  Uorajüv  .  .  .  , 
im  Anhnx    alitninl    nirbt  mit  itvin  kURon  Text  fibomin.  I^m   Typihnn   ili«   Staditto- 

Un(ni  ei'ht  unf  Tbeoduro»  Sludite*  mrdck  (vgl.  $  Qlj.  —  Durch  AlhanAciu».  A^n  QrilnJnr 
IvUnra  aiir  A»xa  Athoa.  viiril«  es  tarn  ü«iiitiiugul  itur  AtJioriklGKkr.  Die  drei  ima%it 
LdttÜdmi  Sclirift«n  de«  Alhuaaaios  (c.  070-1020)  eil.  I'b.  Hnynt.  Die  Hiiupturkuiid«n 
(b  £«  HMcUdile  dur  Allioaklüaler.  liOipci^  1804.  S.  102-140.  -  Eioi^e  andorv  T.vplkft 
Aaaw  Art  veRMchiMt  W.  Niestfn  a.  a.  0.  S.  S  T.  ~  Sie  »ind  niclil  tu  venreohMla  mit 
in  titontisrliMi  Typikon,  w«von  L  AlUtiuH,  De  Itbria  «oclfs.  Oraecoruin,  Poriii  164ß 
9  4  10  budelt,  iMcb  mit  don  Tatmü  »iijtDfiKH,  dio  flbng»n«  manoliiniil  auch  «inen  nalc«- 
ImIitr  TeD  bi«l«a.     Vgl.  NiiRrn  n.  n.  O.  5     SI. 

7,  K*  ^M  Msig*  bMtitnmIn  ThcmntA  wiknlischDr  Nalur,  din  nicht  mir  von  den  By- 
HBhBWU  vrnichirdMitlich  h<>hiuidu]t  wurden,  sondern  ihr  (iogrnBtQck  auch  in  «ndcren 
UtUnlarsn  besitzen-  Vgl.  ilin  Studicu  von  Tb.  Bntjuskov,  Ujo  Krtilhliini;nn  flbnr  Hmi 
Sm  ntMlii'D  der  S«ule  lind  dem  KOrpur  iu  der  iiiittulalturliuheii  fiilturittur,  retorshnrg 
M  <b.  Z.  1  {Wm  ns  r.).  K.  8.  ähuckburgh.  TIio  suiil  and  Uiu  budy.  Cumbriüso  11^ 

A  Z  4,  1T2  n  und  J-  Kdanov,  Du  Gtapttoh  der  drei  lieiligttn  VAtnr  und  die  iocA  monA- 
«bnn,  Jeoni.  Hin.  Bd.  279  (169?)  1&7-194  (B.  }{.  I.  3GS  f.). 

8.  Von  Inlerene  ist  die  von  Jul.  Nicolo,  Vd  tnaii  do  murale  |in>*cnnn  diristinnisil, 
•W  Ifl92,  fo  dem  wd.  Qener.  41  s.  15  walirKeaummi-De.  fDr  die  Jiiguid  losUmmte,  ehrist- 
lirtu  llraibeitsDM  d«e  Konunenlan  d«e  Uierukiv«  iii  den  K^ildi-iion  ^teben  dw  l'j-thagonui. 
V;],  1).  X.   1  {\o^^  3r>2.    Die  KnUtebiuigMi»i(  divavr  Ufurboilung  Ist  noeh  so  bMUmmcn. 

56.  Johanne»  Klimax  (7w«i-i»j5  Äi(>i«f).     Nach  oiucr  von  Daniel, 

■Mira  Mriiic-Ii  Jus  KIo»tiT>i  Ituitliu   am  roU^n  Mfier,  vorfassten  Biographie 

nrd«  JohanitcH,  der  iHt;  ßeinamen  .Scholaetikos,  SiniiitcH  und  nach  Beinern 

Hn|tw«rkc  Klimax  fllhrt.  um  hZ'>  geboren  und  trat  im  Alter  von  16  Jahi-en 

Id  Äan  !*iHaik!i..si*!r,  wo  Martyriw  und  Aiin.sta»ioK,   dor  Npätoru  I'ntriarch 

mn  Anliochii-ii,  ihn  in  da;-  Mönchsk-boti  C'iiifUhrli.-n.     Nach  dum  Tudc-  dus 

Miirtyrios  wählt«  er  da»  Anttchorvt«nlehcn  und  verbrachte  10  Jahro  in  «iiicr 

'!"!■    iitn  Fu8s»>  dps  Sinai,  \-iel  besucht  von   Asketen,   die  seinen  Rat   or- 

I     Der  Unf  der  Mftnelie  vom  Sinni,  die  ihn  zu  ihrom  Abt  erwählten, 

ihn  in  dmn  Kluntcr  zurUck,  wo   or  das  Vorittc-Iieranit  oinigo  Jahre 

ilii'ti.'.  um  bald  wieder  in  die  Einsamkeil  xnrDckzukehren.    Er  utarb 

s  Jiüir  r>(HI. 

Sein  asketisches  Work,  da»  or  auf  <tie  Bitten  des  Johanne«  von 

Bdthu  Diiik-nichrivl),  nnnnt«  er  KUfia'^  mit  Bezu^   auf  die  .lukobsluiter 

■ad  tciltf  e«  in  'M\  Abücbniltv  ein,   entsprechend  den  :W  Jahren  dea  vor- 

hvgHtt^u  l^W'im  des  Herrn.   Inhaltlich  zerflillt  es  in  nwc-i  Teile,  wovon 

fcr  nstu  die  dem  chrisliichen   I*ebe»  enlgegenttteb  enden  Liisler  behandelt 

(Kap.  I  —23).  wAlirend  sich  der  zweite  über  die  moralischen  und  theologischen 

TI|]Jmm)«u  verbreitet  (Kap.  24—30).     I>er  genelisdie  Zusammenhang,  dou 

JakutHM  Qberull  horjCUHtellcn  sucht,  ist  oft  rein  itusserlich.    Seine  (pullen 

md  di«  hl.  Schrift  und  BOJne  persönlichen  Erfahrungen  im  Geintcaleben. 

Di»  I)«nit«llang   dersen>en.   die  auf  unbedingte  M'ahrbftftigkeit   Anspruch 

■acht.  unt4>rbr)cht  OftorK  den  Gang  seiner  Ausftlhrungen.   AusKerdem  zog 

V  (rflherv  Asketen  horbi»,  von  denen  er  aber  nur  Euagiios,  Kaaslaii,  Paput 

ir  I  und   einen  gewissen  Georgios  Ariilaites  nennt.    Die  Darstelhing  ist 

und  entbehrt  jeden  rhetorischen  I'runki's,     D*'r  vulki-tUniliihe  Ton 

iriht  «ich  auch  durch  die  hliuligo  Anwendung  \'on  Sprichwürtcru  kund. 

jeLtl  «jllwtifindigo  .Buch  a»  den  Hirten'  bildete  ursprünglich  den  letzten 

_     hnitt  der  Klimax    und   ist   an  Johannes  von   (taithn   selbst   gL>richtet. 

Ib  BewetH  für  die  Beliebtheit  der  Klimax  in  den  byzantinischen  Müneb»- 

knim  int  dio  reioliv  Aiuuhl  von  Hss,  in  denen  sie  ilberliofert  ist. 


144 


BjsmatiDÜichB  LittflTatargeechiohte.    L  Proeaiaobo  Littöratori 


1.  Ausffab«ii:  K-1.  iir.  MatthSus  Raderus,    Paris  lÜiS,  mit  aiocr  aoaitUiTlikkM^ 
KinUituiiK.  iti  Vit«  ii(«  DadioI  nnil  Scholim;  wiod«rhall  M  Mittno,  Patr.  gr  9B,  5M-i209. 

—  Kitiv  n«iip  Aiuignba  b^iorgU  8o|>hr.  Kremiton,  Kpol  18H3  (nir  ■nzmsitiiglicJiV 

•2.  üilfHiniltal:  C.  Uudin,  Cumm.  ilo  iicripL  ocel.  1,  1437—39.  ~  J.  F«*til«t. 
IiMlituI.  I'atrol.  -.'.  UDO-  8»7.  -    Kabtiniu«.  Bibl.  gr.  9,  ä22-S£ä  hat  viol«  Ihi  vonoiebad. 

—  Diu  voll  Jubnniioa  Klimax  uiiKcnkitun  Sprichw&rter  lUMaineBgMtolll  b«i  K.  Kram- 
baoli«r.  Uittolgrieehiadio  SpriobwarUr.  UQaGb«ni  l>*St3  ä.  220-232.  Eb«nda  H.  KH  f. 
«iniiKu  SiiriubvOrtn  mu  iaa  Pntuui  »pirituale  iIhs  Johaan««  Hoacboa  (vgl  g  St).  —  Haa  dar 
Klimax  mit  Hiaiataren  hobaiidelt  .1,  J.  Tikkanea,  Acta  mu.  »oiMittar.  Founicae,  IV 
(».■iMii^fore  1893)  Nr.  2.  Vul.  B.  Z.  4  11890}  2ä.V  -  Eine  rnciallis  der  Klltnax  ist  mi 
VaUcan.  8059  mm.  10;  Üt^  ml  cod,  Paris.  1069  «aM.  ».  —  Einige«  bei  O.  ZSckler. 
Das  Uhrainck  ren  dnn  7  Uauptaanden.  ManchoD  1893  S.  47  ff. 

8.  Zum  Leben:  [>ie  Abfamfun^atcit  der  Biograpliie  de«  Jobannea  von  Danini  ««■ 
Raitlia  (bei  Mignn  a.  a  0.  596—608)  ist  nocb  nOhor  tu  beatjmmnn.  H«i  Miga<>  rhir()>)j 
60^-609  andef«  biograpliiai;!)!)  Fngmente.  —  Kine  Tal|$lrjrieeliisrho  Uob^raotxung  ilicaHr 
Vitu  Ton  Sopbrunius  IliuruiDunnchua  äUbt  in  oed.  Athoua  SiSTS  a.  IC. 

4.  Srhution:  Sulcbo  werdon  Mobon  Jubunnea,  dem  Abte  von  Rnilbu,  EU^eecbrieWli; 
Intoiniadi  bui  MiuUH  a.  ^  0.  1211  -  121S.  ~-  Das  gioMg  Scbolieiiwork  des  Klioi  v.  Knt« 
(tluhl  t.  B.  in  cuad,  Memsn.  128—131).  EiniKea  davos  mit  ScLuLen  vna  Pliutioe  n.  Am- 
sOgen  aas  andeien  AHketik^rn  steht  bei  Migne  aiii  Sclilueae  eines  jeden  Kauitelii.  ~  Frtf,- 
■nanto  von  Scbolien  dm  l'halioe  ed.  A.  Papadonulos  Keramena;  vkI.  S.  77.  —  Ced. 
Sabbait.  407  »wo.  1'2  -13  cnth&lt  «in  laogM  Kcholion  von  Midiael  Piello«.  -  In  oed. 
Ambro*.  O  8  lap.  aaee.  11— IS  «lehen  Sdiolia  Dindnchi  znr  Klimax.  —  Cod.  Tiodob. 
tlii-el.  1^0  eiitbnit  EinlHtun^iwIUcke  xia  Klimax  von  «innni  Mftnchc  ilit-rothueit.  —  MfdiraN 
IIhh.  t.  B.  c»d.  Vutit.  -tlU,  oudd  i'BriN.  K6H.  684,  Mb,  Ml,  eod.  KUraiiio.  Cl.  2,  l»5  mm 
III  otc.  (SDtbullun  unbukuiintp  Sobutitn. 

ö.  L'ubersetzuuguD  dur  Klimax  sind  in  rerscbiedenen  Spracliun  vorhaatoi: 
«iiiu  IntuiiiiBubu  von  AngvIuH  Je  Cingulo  12!)4  wurde  von  Ambraaiu»  CnmiLldaliriiiiia  rrri- 
diert  nnd  («rscbien  Venedig  1581  u,  Cfters.  eine  vulgBrgriechjscIie  beeorgle  Maxiinot 
Margunioa,  Veuodtg  l&BO,  eine  altiteüeniache  liegt  vor  in  derCellcsione  «i  «pi-ro  inediii 
o  rare.  31,  Bologna  187.^,  sogar  eine  aiabiscbo  in  cod.  Panorm.  bibl.  uatten.  III  D  2.  Eist 
elnvisclie  erwnbnt  Knbricina  a.  n.  0.  Ji"27. 

ß.  ?i<<itgnnii>isn  dra  Johaiinni  Klimnx  war  Johannes  dnr  Fniitnr  (i  r^jartn^i 
Patriarob  vnii  Kpnl  r)>{2— ->D'>,  bekannt  durch  »einon  streit  mit  (ircgor  I  wi!g<>n  d«  TilcU 
UaiQia^jxli  oitavfiinmt.  Kr  «alt  frllliuf  aU  Virrfnasor  einer  Anloilung  lur  Vervolluna  dn 
BuaiiHakrampnt'^s,  dio  in  *«fi  Koci-iiaiom-ri  bei  Mi^nu.  Pulr.  gr.  8S,  1889— 19S2  itaVut^- 
i.  A.  Bintorim.  Diu  vonBgliibstun  Doukwardigkpituri  der  ehnstl.-kAtbol.  Kir«he  j.  ^ 
(Maliu  lt>29)  ä8!t-:ttlO  wivH  ibrpii  niiill«ri>n  UrHpruii;;  nach.  Sie  wird  xiier«t  ran  Km* 
ataiitinuH  Hnnneiiupiitus  und  Malthaeos  Blastorea  bentitit.  Pitra,   Spicileciiun    Sei» 

menHei  4  (PariH  \fi:A\  410-444,  und  Jaris  ecoles.  Uraecorum  hisloria  et  Tonnen ta  t 
(Rom  |H<!R)  Tii  237,  bat  indessen  nenn  PoenitontinlaRhrirten  iinlnr  arinem  Namen  vtr 
nfl'nntlioht,  »)  dasa  die  Frage  Den  zu  iiiit«niHcJir>n  ist,  Ein<>  Homilio  UiqI  fiiitirmm  ki 
Mi(;nr  n.  n.  0.  111117  —  1977,  die  such  .Inhanni^»  (t<>ni  Fnator  xugcnclirii.'bi'n  wird,  bowift 
xii'ii  unT  di-mnrlbDn  (inbiet.  —  leider  ron  Sevilla,  De  viris  illuabibus  cap,  H9.  berichtet, 
itoH  JdhanneH  dor  Fuater  «ino  Söhrift  Über  dia  Taufe  an  L(-uider  von  äevilla  achickto.  Sie  W 

Jant  VPMrlmllon.  Kin   Aäyof   ntQi   itäfov   i^"(   ^i'/^;   ■■'«u    roö   erujuvrn;  «"iid  ihm  il 

um  ead.  Tniirin.  HS  ».  15  fol.  IU6  — Uli  buigulegl.  —  Von  der  Biographie  d«i  JobnmM 
Neatouten,  di«  der  Pri.'sbyt«T  Photinus  in  Kpel  bald  iiuob  denen  Tod  verfaßt»,  habcB 
diu  Akten  de«  7.  Koti/ik  ein  Fragment  erliolten  (M&riai,  Coneilia  13.  80—80), 

T.  Jobannt-B  Klimax  nennt  einmal  den  latoinisrben  Abt  Ktinsian  (Migne  e.  a.  O.  71&X 
deaaon  Schriften  Hiiinil  >ii'hon  im  G.  .Isbrhanderl  in  grincbiachor  tTobersetirnng  voriam, 
nicht  rnil  cur  '/M'\t  äe*  Pliotins,  der  in  dem  Myriobiblion  cod.  197  droi  Opuflcul«  deaaelMB 
orwäbiit.  M.  Petflohonig.  Jiihannii  Cnimiani  opcra  1  (Wien  l.St^)  XCVI  -Ctlll  bietet 
einiges  xiir  Ki>niitniii  dieser  Uobomebtungen,  die  noch  nAbor  tu  untcniudien  aind. 

8.  Anantiisioe  II.  Patiiareh  v.  Atiliocbii-n  {399-602),  übcraotzle  um  dttwe  Zeit  db 
fiegala  fmutoriiÜB  des  Pnpeles  tiregura  I.  Vgl.  Urugurina  1.  Regiatr,  epiatul.  I.  9,  ISQ;  1.  12, 21. 
Dieau  t.cl)uT«utjiung  ist  noob  nicht  wiedergefunden  wurden, 

57.  Symeon  Stylites  der  Jüngere  {ivfituir  ä  vt'a;afviXii^i).  »o  I»- 
nannt  zum  Unkmchiedi!  voi]  dtMii  gioäüeu  ätyliten  dos  5.  Jiilirhundtit^ 
int  einer  der  hfirvorragt>nd.sten  Vertreter  der  griucbiscben  SäulutibeiligtiiL 
Seine  IHiltezoit  filllt  7wi»elti>ti  521  —59ß;  er  war  ein  Zeitgenosse  und  pei^ 
tH>iüit.-lio-  Bvkauuler  dea  Kirdiuolibtorikei-s  Euagriw,  der  iltn  wiederltult 


J 


J.  ThMlogi».    C.  Aaketik  and  Mystik.    (§§  57—58) 


145 


t.     Von    Hvioc-m   frü)ii-»tcu  Ju^ciidoltvr  an  lUlirto  er  das  StyUt«n- 

Mf  «inmii  IlQgol  in  der  Nähe  von  AntlochJen,  der  von  dvn  wuudvr- 
hnn  Begebenheiten  im  Leben  des  Heiligen  ,der  wuutterbAre  Borg*  go- 
DtttU  wurde.  Tnter  Btiinem  Namen  siind  'Mi  aeikoti^cho  Abhandlungen  cr^ 
hdUm.  wi'Iclie  i«irli  ii)M.T  v<;i-)>i.']iiL-di-iic-  i'unktv  dv»  cbriHtliclu-u  Tugendlebena 
Ytrirvitcn  mit  spt-xifi^tch  niöncbifH^her  Färbung.  Symeon  wäre  aufrichtig  zii 
Wenn  dio  Aoficbt  von  Antonio  Iloct-lii  zuträfe,  das»  er  difjie  Al»- 

ngen  im  AIUt  von  etwa  14  Jahren  niederge^chrielM'i)  habe.  Diese,  un- 
liebte  des  toancbma]  ))«dentcliobeD  Inhalts  der  Abhmidlungon,  wahrhaft 
iUnIo  Aufittellung  beruht  auf  oiner  fatscliuii  Vorstollung  des  Styliten- 
bkna.  Von  dein  lutervtuiu  Symcoiui  an  dun  gleichzeitigen  theolo- 
liickon  Koiitroveraen  und  kirchlichen  Wirren  zeugen  t'i-Agmento 
m  Rriefen    an    Justininn    und    .lustin   II,   die  sich   auf  die  Ne»<lui-ianer, 

!iyi(iteii  und  die  Sekt«;  der  Sanmritaiicr  bciciehcn  und  von  Suphronioe 
T.  JttUMlvni  und  .lobauiiuä  von  DanmiikoH  bor^utzt  wuideu.  Ks  wird  Ihm 
■Mk  eine  Apokalypse  ziige-sehrieben,  die  das  beliebt«  Thema  vom  Ausgang 
4rr  Swl«-  au»  dem  Kilrper  behandelt.  Ausserdem  gehen  liturgische  Gebete, 
Ujniiwn  und  Troparieu  unter  seinem  Namen. 

1.  A*«Kab»n:  Die  30  uk«4ischMi  AblunitliinKcn  ed  [ir.  .1.  C^txa-l.mi,  Nova  Pittr. 
ttti.  S  lB«n  1871)  Ä.  4— 1S6.  —  FVngmenta  kns  dnn  WzMoa  bei  Migne,  l'iilr.  gr.  86. 
'  £14-  SD.    •     Diu  ApacaljriMB  Ulflinwofa   in  Bibl.  mHxinm  rntT.  Lugd.  7  |1U8T)  1228  ff, 

2.  I]ilf«iDil(«l:  [.   .MlatioH,  De  Rx>>>oonuTn  tcnftin  ilinbibo,  l'uitt  ISlH  S.  lT-ä2. 
Antonio  ttoL'cb).  D«  uttbonlicin  wraiouibui  S.  ^^;^K>(lIlU  KtyliUo  in  der  AuHgHb«  von 

fxia-luii  .S.  XVII— XXI.  —  A.  l'kpadopnlon  K«rumeuii,  Iv/inüf  i  ffaffiri«re«ffirw 

iK  .,«ve"V«f  «"'  f*^*'f-  Vi».  Vr.  1  11894)  UI-löO.   Vgl.  U,  t  4  (I89i)  IW.  -  Uebw 

'  liien  UiMluupt  n.  die  intriviiHntc  Studie  von  H.  OcUbaj^e.  Lvs  StylitM,  St.  Simäun 

iimUIcots.  lU-vue  il.  ^uMtiuiui  biülur.  Nouv.  S66<).  13  (1891))  :>2-\QZ. 

i.  2«m  L^ben:  Auuner  4rn  Nodiricblun  tob  Kiugnus  Ilist.  occi.  6.  21:  0,33  Iw- 
atan  wir  8  Itlattniiibieii  Symeonn.  Di«  lJt«at«  wurde  vuu  «oiui>ui  SubQlor  Arkadlos, 
frtwiliiif  roB  Kusslanliii  auf  C}'|)»m.  verfuat  und  tou  Jobann««  von  DomnAkiM  und 
ttl  itt  1.  Synod«  lilicil.  Aiiffitlge  ans  dctMlben  gd.  A.  Papado^nlns  Koramvun 
i  «.  0.  UA— 148.  aDI-«H.  Oani  erhalten  in  oodd.  Sabbait.  IOSIl  11.  cod.  Rodl.  Itarocc. 
SU  k.  i:;.  )l<iaae.  8H  a.  II.  Eine  vollatindige  Auagsbn  w&ro  whr  wflnsrlioiiHWcrt.  V»!. 
^  '  ^  "^  '.;  S80.  -  Di«  iweit«,  von  Nikoplioros^  Ovgaröt,  Magister  in  AnlioRliion, 
pr.  AcU  SS.  Haii  5.  807—401;  nhgcdnickl  bei  Migno,  Pnfcr.  gr.  S8,  2. 
..'^  ■...:.,  wt  nn«  rhrioriiKliD  t'vbnrarbtiitting  dor  orston.  Uimo  bpatelit  nux  vielen 
fiMabntblonErn  >tin  M'andcrUiattin  den  Ik'iligcn  und  bi*t«t  in  lUHnobrn  IVrticii  kiittur- 
Uiinnt.  l.i  •  InIcTcww.  Üvo  Lc-brnMoit  dta  Nik«uhor«ia  Uranos  fttllt  in  die  Kipgi«rung  tJuai- 
t  102.^1.     ßoncUnng  v*fdi«iien  audi  aie  Itixot  toi-  Ovpafvp  iif^c  iiir  Svfttoira 

•<'  I ,   att;f  in  cod.  Valican.  Ollab.  834  aaoc.  15  fol.  198.  —  Die  dritte,  <run  einem 

'■«annca  retria«»  Terfannt,  int  noc^  uncdiert  und  aU>b(  iu  d»in  cod.  Monac  8  auc. 
14  M  137—143.  —  AtuallgK  aua  der  erBtou  Vita  bei  Hunai.  Cuuoilia  13,  73—30. 

4-  AI«  2ellf«aMse  SyniMina  gilt  laaak  der  Syrer,  dcwau  ultvUacbs  Ahhandlnngon 
•w  irv  llABchcB  d««  Sabbttakloalera  Patrikios  und  Abramios  in»  Uriocbiac^ho  Dber- 
MU  «MrdeR.  Kd.  fr.  NikapfaorosTheotokea,  Loiiwig  1770  (mir  nncnRflnglich).  Kinnn 
IM  M  SyaiMo  (Slylili-H?)  od.  Costa-I.uii.  Novo  Fatr,  bibl.  8  (Rom  1^71)  »,  157.  In 
4m  Rm  iai  itiii  AuäU  dimrr  Ahlinndlnn^on  v»noliJ«d«n.  Vgl.  A.  Khihnrä,  Diui  Klo*tor 
MbEMa  ia  PalJMiM,  lUtn.  IJu^aUrbr.  7  (1893)  MI.  Der  altrrio  /.«ngo  der  i:nbnf 
«toi«  i«  ibr  Vnülciod.  Paria.  Suptd.  gr.  698  (a*n.  8-  9  roll.  7tS. 

&  Km»  MkelMoliv  Abk*»dl«itg  «in««  Symeon  ■■'taanois^Mced.  Coxm-I.nxi,  Nova 
fitr   UU.  R  (RaH   1871)  8.  t— S.     Nab«r0R   int   Qbcr   dicKD  ['orvUnlirbkoit  nicbt   bnkiinnt. 

&6,  Dorotlieoa  (J»eöit€o^),  Arcbimandrit  in  Pulilstina,  war  ein  Schaler 
il»  Abtra  .Icibanne«  tov  Ste^äov,  der  selbst  BarKuituphios  zum  Meister  ge- 
habt katte.  Damit  it«!  neim'  Lebmiszeit  um  Endo  das  6.  und  nm  Anfang 
it»  T.'Jahrbundi^rts  feutgentellt.   Wir  besitzen  von  ihm  ausser  8  kurzeti 

IMtaMfc  4m  IUb.  AlttrloiBdrlHawlan  IX.    1.  Ahl1(.    2.  AuS.  10 


U6 


BysantLnlBch«  UUentargwebIchte.    I.  Pfoaaisclie  Uttoratnr. 


Briofon  utskcUüChon  Inhalte  eine  längere  UHketiüclie  SchriTl  ^/lAm 
xttkiut  ifii'xtaiftitTi  iiä^oQo*  in  2-t  Abxclinitten.  Sic  itit  ausHchliewtlicIi  Mp 
MOnchskroJB«  bestimmt  und  bekandolt  in  zwangloser  Itcihonfolgo  die 
Pili  cht  veHiültitiiuic  du»  Klost«rU>bcns,  von  der  W(>1U-iiti^ii)^ng,  Ot-inat, 
Ciotti-}>fitrcht  an  biB  zu  dt>m  Amte  des  SpeiRemeieters  und  d<;i'  GeHtalt  ies 
Mönehskleidei).  Wie  bei  der  Klimax  sii  bilden  auch  liier  die  eigenen  Er- 
fahrungen des  Agkelon  und  seine  Uiiton-fdtiiigen  mit  anderen  r*'pnri»s  liic 
HauiJ^uclic  V'on  Kchriftlicbun  Quolk-it  lienutztci  er  dati  rfff'nitxui, 
BoHilioa,  Gregor  v.  Nazianz,  Chrysostomos  und  Euagrioa  Die  Daratelliing 
ist  sehr  einfach,  nQcliteni  und  ohne  rlieti^nflchen  Schmuck.  'I'hcodoros 
StuditcK  zKhIte  ihn  zu  den  liorvorragen<i»toii  AHkeU>n. 

1.  AuNgahuu:  &I.  pr.  Bnuil  1^6!*.    Satti  ilrr  Auii):iLh«'  von   KnMito  Ducjicih  and 
Gallanili  bei  Migiie.  f«lr.  jjr.  HS,   160Ö— If^H.     Der  24.  Alnctiiiilt  nur  latvinwcb. 

2.  Htiriimitt«):  C.  Ouilin,  OuuiDi«iitariui  ilo  Hcriptor.  etd.  1.  1623  16W,. 
FabrioiuH.  Itibl.  Kr.  U.  103—108.  Bi«r  du  Vercnchiiia  der  von  Dorothiemi  gctuuinipii 
MOncJie  null  vuu  Haa  4er  DoctrioBe.  Die  Zahl  im  l<>Uti.Tau  li«am  aidi  Iddit  Tormobroa.  - 
In  die  jetzia«  OvstaJt  Bcbeioeo  die  DoctrioM  «rat  durch  viueu  Maacb  dwKt<Hrt«n  Stadion 
imlur  iltMii  PnlriitrclieD  TarAsios  v.  Kpcl  geliraclit  wurden  lu  sein,  Dieser  ve/sEiaU)t«4e 
jedvufHlls  «ine  Ausgabe  ileraelbe  mit  einem  Vorwoit,  iIia  einif[e8  BiaKrapliiacfae  ealliAlt.  — 
Eine  Untenncliiuig  Ober  die  Tnnrhi^denen  Trfliter  d««  Namen«  Doi^faeoe  fehlt.  Ondiit 
Aufatellongen  mOsecn  necbgeprnft  nnd  namcntlitli  miuse  dM  Umfang  der  Dodnnae  noeli  ent  ^ 
UDigrenit  werdi'n.  ^m 

59.  Antiochos  {'Arfhx''i),  Münch  des  Sahhattklosters  in    PalästiniH 
wurde    nach    einer    Noti^    in    einer    Wiener    Hs    in    M«do»aga    unweit 
Aolcyra  in  Oalatien  geboren.     Änf  diL>  Bitte  tyKinv»  Land^manne«  I^u>4«- 
thioe,    Al>tee>    des    Kloeiters    Attaline    in    Ankyra,    der   auf  die  i^chwicri^- 
keit  hinwiott,  hei    den  damaligen  Kriegttwirren  viel«  ßUchcr  mit  sich  »i 
schleppen,   verfajwt«   er   um  620  den    Ilarät'xt i^g  trg   äyta^  ynntft^i  in 
130  Kapiteln.     Dieser  Abrlas  der  Schriftlehre  «mfasst  nur  die  Sitten- 
lehren, welche  die  MSnche  intereBsieren  konnten;  nur  das  erste  und  Aoa 
Mziü  KnpituI  hi^Hlhren  die  Olnubenslelirc  mit  unverkennhnrem  Seitenblick 
auf  die  Munophyisitc-n.    Alle  übrigen  verbreiten  )«ich  über  die  Laster  und 
die  Tugenden   des   praktiach-rcligiösen    LebLins.     Wie   Johannes   Klimax 
80  sucht   auch  Antiochos    die   einzelnen  Kapitel   logisch   untereinander  zu 
verknüpfen.   Neben  der  hl.  Schrift,  auf  welche  der  Hauptinhalt  der  Schrift 
zurückgeht,  benutzte  er  fluch  Väteriichriftim,  die  aber  nur  Heltcn  mit  Xamon 
genannt  werden.    Daas  durunter  Ignatios  v.  Aiitiochien  und  li'cnaeos  an^ 
drücklich  erwiUuit,  die  zwei   Klemens  von  Rom   zugeschriebenen    Bri' 
über  die  .lungfrauBchHft  nurigiebig  verwertet   werden   und   der  Brief  Pol; 
karps  an  die  i'bilippor  Antiochos  nugunscheinlich  vorlag,  da»  alles  ist 
Beweis  fUr  da»  Interesse  des  Kompilators  an  der  ältesten  cbristlichfi; 
Litteratur    und    verloiht  seiner  Arbeit   einen    neuen   Wert      Das 
Schrift  angehängte  Gebot,  eine  ergreifende  Klage  über  das  grosse  Klei 
welches  über  Jerusalem  und  das  hl.  Land  hereingebrochen  war,  rührt  au 
von  Antiochos  her. 

I.  AuHgnben:  Nnob  einer  taUiDtHcben  Ausgnbe  von  GotlTr,  Tilmann,  TariB  154 
ed.  pr.  <Ftontu  Ducaou»>.  Ribliolk  votorum  Patr.  graceo-Iatitia  l  (Paris  1624)  1019— IM 
■bgednicltt  bei  Migne,  Pilr.  gr.  m.   M15-1B4D, 

3.  üilfsmittel:  Fabneius,   Bibl.  gr.  10,  490  -504.    —    Ducbosne,  MiseJon 
mont  Allioa,  Archiv  des  tniAsicne  eeieDtinques  .1.  !t  {Väx'w  I^Tß)  438  hnt  FraRmente  nt 
Uuiialha  ateo.  7—8  wahrgenommen.    -    Die  BenatnmR  dnr  («oitdok  lernen tiniitclien  Brie 


I.  noologift.    C.  Aaketik  and  Kystik. 


59-61) 


Tml  de«  ra1ykHr|>briBf«a  wurd«  lueret  BHcbRCwieiseii  von  J.  M.  Coltcrill,  Moil«tn  Cntioimn 

I  •sd  ClomonU  KoMtt«ii  to  Vtrgiiia  (tlrat  prinloii  ]7.'>3)  or  tltfrir  Or«ok  rcnioii  nowly  dücafiir«d 

b  ADtJoeliiM   Pda««tiiMinfli^   EdinbiirK  1^84;  dorselb«.  Tb»  Egiistle  of  Polycurp  to  tbo 

ni>1ip|>iuis  *mi  the   BamlliM  of  Aatiorha«  Pnlflpslinensis.   Tlie  Jonmal  of  Philoloej:  19 

\\y9\]  'Mi— 286.    —  Der  Atwiclit,  w«Mi«>   Colterill  xujRloich  Saesertc,  AbümIim  sei  il«r 

wulilirfae  Vurfuaer  d«e  Polykupliripfc«,   hitt  C.  I'aj-Ior,  St.  Policarp  to  tbo  Pliilippianfl, 

'TW  Ja«««)   of   rh)>nloB7   20  (i^i)  e.'i-lIO.    zu   vjpl  Khrn  onricevn.    --   Dur   Drk'f  Jm 

:  Arttocböa  «n  Em*thiM  «nthnlt  rinigc  wertwollo  Niioiiridhlon  tut  Gmrliic.lite  d^  Sttlibas- 

tWiim    TrI.   A.  Ehrbard.  D»  griccbiiicbe  Kk>t«r  Mür-Kobnin  PnlAjiIinn.  ROm.  (JuartAl- 

•ckrift  7  (1^3)  Sft.   —   Di«  kuixo  Noiic  flbor  diui  I>cbnii  iIcs  Antiochnii  ncbut  Vorwii  oitiM 

KaBalantinoa  Tmrait««  auf  den  PaiiJüVtea  ed.  nlui  dotn  uod.  Vindob.  thnol.  73  r.  1129 

Laabaciua  Kollar..  Comra«uU  d«  bibl.  Cfl«ear.  8,  8üO,  354  f.    Vgl.  Mob  9  65  Anm.  1. 

S.  Zwei  ZcDtBcien  uk^tiacber  AiimpiUch«  an  «inun  gewiiMn  Tboaduloa  sind  g«> 
<niekt  naior  d«m  Nunen  d«s  ProiibyUra  He»)-cbios  vuii  JeniBa]«iii  (b.  Jalirh.).  boi 
iigBv,  Pkir.  gt.  9S,  148ä~l&44.  Sic  Keb3n<n  aber  «nom  Hrafcbfos  an.  d«r  Kiitbcgu- 
wtaim  de«  Klo>t«n  t^c  i<n'«D  nnf  der  SinaibalbinMl  war  (so  nacb  U<<bi>r8ebrift  in  t^oil. 
VaDicvIL  B  21  Mec.  U  fol.  2C0'.  Dodl.  Cromw.  .'■  snoc.  15)  und  wobt  in  das  G.— T.  Jabr- 
knderl  ^»bArt.  Dia  lill«4sri>ich<<  Matt^rinl,  wcli^lio^  iint^r  d<^m  Nnmeii  Hemrhioa  g«bt,  Jat 
aMh  n  siditvB.  Die  von  A.  Mai.  ClomiH  niictorm  in  fitont  l«:!")  S.  XXXI  uigoldlndigla 
tmgfb«  iat  nicht  n  atando  fti-konitiirii.  Die  Krklnnintf  di-x  liucbnn  l.«Titicna  bei  Mign» 
LL  0.  T87— 1180  (nur  lat^nisoh)  int  aichDr  «odcT  von  Hc^^ios  noob  von  einem  andcron 
Marhen  Tcrfaa»!,  4b  aio  den  Vulgatatext  zu  Örundo  logt 

60.  Thalassios  {^aXtkaioi).  Prit'«ter  und  Vorstolier  oines  ICIostors  in 
Ai't  liLywrlii'ii  WiUlc  um  OrjO,  war  ein  Zeitgenosse  des  Maximns  Uomo- 
logftcs.  der  ihm  Keine  'Ef&>Ttjtriii  7.\ir  lil.  Scbrift  widmete  und  in  Korre- 
spondenz mit  ihm  stand.  Er  liintorliess  4  Zenlurion  ff»pi  öyärTr^s  xal 
ijn^itiai  Koi  «rjc  xcirti  rovr  nohtn'ai,  die  an  einen  Presbyter  Paulos  ge- 
riditct  ttind.  Dio  Anfangsbuchstaben  einer  jeden  Zenturie  bilden  ein 
Akrusticbon.  InhaltJicti  »lind  4)i>  kui^EO  Aphorismon  Ober  dn-s  ttskeÜscho 
Üben,  ohne  weiteren  Zut^umnumhang.  nU  den  durch  den  Üogvnstand  selbst 
gqpBbwieii.  Gegen  Ende  der  4.  Zunturie  geht  Thalusäios  nuf  dogmatische 
Lehnm  Ober,  aber  ohne  ausgesprochene  polemische  Tendenz. 

l.  Auagabcn:  Ed.  pr.  <Kranto  Dacaeua>.  Bibliutbeoa  Palr.  sncco-Utinn '2  (Pnria 

^nilllTVa.:  wi«Jerbo1l  kiOallandi.  Vct«r.  PHtr.bibtioUi.  13(1779)  »-■>]  und  hjernua  bot 

HpEa«,  l'atr.  gr.  91.  U28-Ui;9.  —  Eboiida  147S— U80  oin  LibeUus  ad  Thoodoaium  impn- 

VwMi.  weirber  «in^ni  ZcitKenoBaen  Kjrills  rnn  AlexandrioD  naroena  TbnliuMion  EusahOrt 

3.  Iliifsmitt«!:   Fabricias.  ßibl.   rt,  II,  II-2     tU,    -  Aettvr  ala  die  biet  «r- 

"llaliin  U«s  ial  «od.  Polropolit  SS  mwc.  9     10,   Hi^  fol.  21  Toii  ctvtov  HaXaaaiov  ttaxiifm' 

wl  ^av/iiain'  ngiXoyot  ih  rifr  rteiinpcuioiiitji'. 

S  Wenig  bokannl  ist  Jobannoa.  Disrliof  dor  Inaol  Karpatlioe,  der  wabraclicin- 
Utk  m  da*  7.-9.  Jabriiaiidnrt  gohnrt.  Tnlir  «i^inom  Namen  geli«in  CnpitA  linrtatoria  ad 
■■atrknu  ia  ladia.  latainisr-b  bni  M  igno.  Patr.  gr.  Sh,  T91--827,  griniihiBrli  in  dar  •^■la- 
taiit  imr  Ufär  rtpitutir,  VnRDdig  1782  S.  241— 'J57,  die  Pbutios  in  acin«r  lliblinthoc».  cod. 
Sil.  bmpncbt  Kino  xwpitc  nakdincbo  Sohrifl.    117   Ktaiikaia    .ftalojizii   xoi   j-nunoifJ 

■haand.  aUhl  in  oi.  Sabbait  408  aaec.  9-10  fol.  12—34.  cod.  Subbait.  6(1  ita-ic.  Vi 
kd.  IltV  — ISS.  co<l.  AaKdio.  fl  &.  7  Baac.  10  ful.  24j  ff.  No<ib  weiti>rc  Kttfiilnta  in  cod. 
TaU.  Ibrot  3u7.  --  Di«  Um  nenn«n  ihn  duichw*«  Biacbof  von  b'arpatbua.  -  Vgl, 
Filiririn»,  Bibl  gr.  10,  73.S  f  ;  11,  \Tt.  Sab  Zweifel  an  der  Eigeu§<'.bart  dt<a  Joliannca 
■b  hiMik*r  iat  nagerecktrertif^t;  wohl  aber  mnss  die  Lebensz«!!  dogsolbcn  nocli  naber  be- 
litmä  wardan. 

81.  Theodoros  {fifi^w^o^).  Aht  des  Klosters  Studinn  in  Konstnnti- 
Bnpd,  iitt  oino  dor  odtiUtt-'H  GiiitMiten  dvr  ganzen  byzantinischen  Kircht.-ii- 
luil  Utterattirgf-schicht«.  Er  wurde  geboren  zu  KonstAntinopel  im  .lahro 
TSB;toin  Vutcr  PhotinOK  war  kaiwriirher  Zolleinnehmer,  seine  Mutter  hiesa 
TWiktiati».  Thoodorofl  hat  ihr  in  uiuer  Urabrodo  ein  »ohOne»  Denkmal 
hpr  I-ielx!  gesetat.  Hier  erzahlt  er  von  seiner  ersten  Eraiehung, 
i  I-  Werk  winer  Mutter  war;   apllter  wurde  «r  einem  Lehrer  an- 


t 


10' 


146 


BjniatitiDiMbe  LtU6r(ttarg«Hchiaht«.    I.  ProaaiBobe  LitUratur. 


vertraut,  der  ihn  in  der  Grammntik,  llhetorik,  bialeklik  und  Pbili>äu|>lm- 
untcrricliteto.  Bcstiniinciid  für  »eine  B«ruf8wn)il  war  dfv  KinHiii»  »eiiKs 
mUtltM'lirhon  Oheim»  I'lutun,  dt-s  Abtei)  von  Sukkudion.  der  auch  die  gaiiz« 
Familie,  die  noch  aus  2  Sühnen,  .lost^ph,  dem  späteren  ErzbiBohof  von 
Tliematoniko  nnd  Hyninographcu ,  und  Euthymios  eonie  einer  Totlitor 
bestand,  zum  KintriU  in  da»  Klu)sl«r  bcwog  (781).  Hier  genosa  Th«o<lor 
seine  klOütorliobo  Erziehung,  worüber  or  EinzeUu-iten  in  der  (iralirode  a«if 
Ptaton  erz&KU.  Um  787  wurde  er  zum  Pi-iuatcr  gt'Weiht  und  folgte  7*1 
seinem  Oheim  norh  bei  def»on  Lebzeiten  täs  Abt  nach.  Jetzt  entfaltete 
Theodor  in  Sakkiidloii  und  von  79S  an  in  dem  KloRler  Studion,  wohin  er 
mit  »einon  Möndmn  üborsiedeltf,  eine  rogo  rcr«rniat(irisch-ft.sketi»ch(j 
TliKtigkoH,  von  der  seine  usketischi'n  Schrifton  ein  borcdtos  Zougnii 
ablegen.  Dieses  stille  Wirken  wurde  melirmals  durch  die  kirchlichen  und 
kirahenpolitisohen  Wirre»  unterbrochen,  in  die  Tlieodoros  mächtig  ein^rilT, 
und  die  ihm  ei«  dreimalige»  Exil  zuzogen.  Ute  erst«  Verbannung  war  die 
Folge  »eines  mutigen  WiderutunduM  gegen  Kaiser  und  Patriarch  in  der 
Eheangelegunhoit  Kon»tuntinü  VI  t7Ö<>).  Infolge  de»  TbronwtM'hueU  koiuit« 
aber  Thoodoros  schon  7D7  zuiilckkehren.  Der  mOehiauiacbc  Sti-eit  kehrt« 
unt«r  dem  Kaiser  Nikophoros  und  dem  gleichnamigen  Catriarchen  wii-der 
(806).  Die  Weigerung  de»  Äbte»,  die  kirchliche  Itchabilitation  des  Oek»- 
nomo«  Joseph,  der  di«  zweite  Ehe  Konst^intins  einge«'gnet  hatte,  an«- 
eriiennen,  führte  zu  setner  xweijährigen  Verbannung  auf  die  Prinzeninseln 
bei  Kon^antinopel  (809 — 811).  Nach  dem  Tode  des  NikephoroA  kehrte 
Theodor  als  Sieger  in  sein  Klo.stx'r  zuHlck.  Als  drei  .labre  nachher  L« 
d«r  Isaurier  den  Bilderstreit  erneuert«-,  fand  der  Kaiser  keinen  nmtigoroit 
Gegner,  der  Bilderkult  keinen  «nergischeron  Vorteidiger  als  den  Abt  von 
Studion.  Ein  drittes  Exil  in  Metopa,  Bonetä  und  Smyma  kannte  jedoch 
Theodors  Mut  nicht  bre<!hen.  Auch  jetzt  Überlebte  er  ^nen  Gegner;  infolge 
der  schwankenden  Haltung  MichaeLs  li  verliesw  er  bald  wieder  Kun»tanti- 
nopel.  de!<sen  Thoro  ihm  geöffnet  worden  waren,  konnte  jedoi-li  keine»  ruhigen 
Aufenthaltsort  mehr  finden,  bis  ihn  der  Tod  am  11.  November  82Ö  ereüto. 
1.  Die  schriftstellerische  Thätigkeit  Theodors,  dessen  kirchen- 
pntitisohe  Bedeutung  Ober  die  wisseu.'<cliafthch-theologiMbo  hiiiau»ragte, 
bewegte  sich  in  erster  Linie  auf  dem  asketischen  üebieto.  Diu  Hsupt- 
maitse  der  a.-'keti^ehen  Schriften  bilden  die  zwei  Sammlungen  von  Kate* 
ehuson,  die  ^hon  Theodors  Biograph  Michael  als  fuxfä  und  ntyäXi{ 
ix*n\Vfl*i  unterscheidet.  Die  erst«  amfasst  134  AiLtpracben  an  die  Mönche, 
•»<*\\\  eiiM>  Auswahl  aus  den  Ann-den.  die  Tliei>dor  dreimal  in  der  WodM 
hielt.  Sie  halH"»  alle  die  l'äichten  di«  Möudislebens  zum  Gugcnfitandc; 
Tlwodor  logt  aber  «in«  gro!»e  Kihigkeit  ao  d«Q  Tag,  demselben  Thema 
immer  neue  Sotten  abzugewinnf  n.  Er  knQpft  an  seine  eigenen  Kriebnisae, 
an  die  TageM'reigniMie  innerhalb  und  ausserhalb  dea  Klosters,  kirrhon- 
poIi(iM.'he  \\'tm<n.  Abfall  von  Mi>neheu,  Tod  von  Brfidem  an,  sogar  ao 
den  WiH-liM'l  der  Jahrtwxeiten,  uu  bald  in  schwungsv<^l  poetischer,  bald 
tu  eiuraeher.  aWr  wtn  imierer  Bflgeütomag  getragener,  bald  in  väterlich 
«luahHcnder  Spruche  soitw  Mönche  auf  die  IdtNile  christhcher  Vollkommeii- 
hoit  huuuwMittta.    Massgebend«  AuturiUt  IXlv  das  geistliche  Leben  ist 


1.  Tb«oIof!e.    C.  A«ketik  and  ÜTstik.    <%  «1} 


149 


BftBilios,  nicht  der  PsPiuInarHipagito.  Er  schiSpfl  aber  meiRtene 
kl  itiiü  der  hl.  Sciirifl.  und  aus  sciiic^r  pcräOiilichen  Krfaliriing,  Di« 
ti»siy  Katechese  war  ui-spriinglieh  in  :i  Tiii'^fiata  geteilt;  d'imc  Eiotei- 
g  hiit  sich  aber  nicht  erhalten.  Auch  liogcii  nur  77  Katechesen  ans 
r  2.  Sammlung  vor.  Inlialt.lich  mitert^dieidun  sie  sich  nicht  wesent- 
lich von  der  kleinen  Katccht-so:  doch  hüben  einzelne  einon  grösseren  Um- 
nnd  macht  sich  hier  das  Strebon  nach  gröaseror  .Systematik  geltend. 
ido  Sammlungen  war«n  ursprtlnglich  naih  dum  Kirchenjahr«  geordnet. 
Von  der  HoehschStxung  und  hitittigcii  Benutzung  besonders  der  kleinen 
n  zeugt  die  rühmende  Erwähnung  derselben  in  den  liturgi.'^chon 
em  und  die  grosse  Anzahl  von  Hss,  in  denen  sie  Uberlierert  »nd. 
Nahe  verwandt  mit  Thoodoros'  Kat4>che)!en  sind  seine  geitttlielion  Kodon. 
lümw  waren  unsprQnglidi  in  einer  fl«if;yreix/  lii'ßXii^  vereinigt,  welche 
■acb  Michac-I  Heden  auf  di«  Fesl«  des  Herrn,  Mari«  und  anderer  Heiligen, 
besonders  aber  auf  die  des  Patrons  von  Studien,  des  -lohannes  ßaptifites, 
aitfaidt.  Mit  dieser  Andeutung  stimmt  der  Oegenstand  der  unter  Thoo- 
den  Nanuyn  gedruckten  12  ItiMlen  ilborein.  Duruntitr  bufiudc-n  steh  auch 
4e  2  Grabreden  auf  Theodors  Mutter  und  den  Abt  Piaton,  deren  histo- 
ris.-lie  Kedeatang  schon  hervorgehoben  wurde.  Unter  den  kleineren  as- 
ketinL-hiMi,  liturgischen  und  knnonistisohen  Scliiifton  bieten  jene 
ilaa  inuiMto  Inti'ruRMe,  die  uns,  wio  besonders  die  /iidaoxaXi'a  zponxi;  und 
£■  'tnoftvTitKiii  i!j(  xaiuetnatiii  ti;<  /tuvi;;  loi*  2irovJiov,  einen  Einblick 
in  du  innere  Kloster  leben  von  Studien  gewjLhren,  und  damit  auch  in  dio 
EloatcrdiKciiilin  der  zahlreichen  gneehischeu  KlOstor,  welche  die  Kegel  von 
Bladion  annahmen.  Asketiselien  Inhaltes  ist  auch  Theodors  Tustainont, 
dubuigej^eit  an  seinem  Feste  vorgelesen  wurde.  2.  Gegen  die  Mfiohianer 
^■fahti^te  'ilieiidor  zwei  Schriften,  die  verloren  gegangen  sind.  Die  eine, 
^■Dd  ihm  Hel)*st  unter  dvr  Bezeichnung  Ttt{iii<Sts.  2ivrtayfia  «rwflhnt,  cnthtolt 
fi»  AnssprUc-ho  der  Vater,  die  in  diesem  Streite  filr  Theodor  massgebend 
nmi.i)  Ihp  zweite  war  betitelt:  Ih^l  r»"<  tutäälov  olxotofu'ai.*)  Es  ist 
jpdocb  nicht  au-tgetichlossen ,  das»  beide  Bezeichnungen  einer  einzigen 
Scfarin  gelten.  3.  Auf  den  Bilderetroit  bezieht  sich  eine  grCsaore  An- 
ulil  von  Schriften.  Auch  davon  sind  zwei  verloren,  der  jii'yig  ctijlttn'- 
»«ic')  und  diu  Tupnrf*;,')  vorausgesetÄt,  das«  nicht  auch  liier  bloss  eine 
'  '  I  fl  (jcmeint  ist.  Die  griisste  unler  den  erhaltenen  zerijlllt  in  '^  Bücher,  dio 
'i'<r  wie  sein  fteitgenotti^,  der  Patnareh  Nikephoro».  jtöyoi  litn^Qt^tiKoi 
'  Itt*.  Die  2  ersten  sind  in  dialogischer  Form  geschrieben.  Von  den 
'  ren  Sihrine»  über  dies>L>lbe  Streitfrage  ist  dio  Widerlegung  büder^ 
l.i-her  (iedichto  wegen  der  Erhaltung  dieser  Proben  der  büdorfoind- 
!"  II  Dichtung  interessant.  Theodors  dogmatische  Aiiffassimg  gipfelt 
~.ilz.'.  da«,i  die  Bibk-rfcinde  christoloi;iT»che  HSretiker  sind,  weil 
.  .ijtrfitellitarkeit  (eigentliib  Umschreibburkeit)  Chriiiti  und  damit 
iMitwendige  Eigenschaft  »einer  menschlichen   Natur  leugneten.     Er 


•1  tpkL.  L  t.  48.  Migno.  I'ktr.  gr.  09, 
}pUt.ll,i9.  UigBa«b«ad«  I08&. 


')  Antirrhet.  1.  l.  Mißno  (iliond«  320. 
')  Knirt.  1.  I,   U-17.    Migno   «bendo 

iieoff. 


l&U 


Briantiaikcb«  LitUiAtnrgeMbicfaU.    I.  PiOBklaokt  Lltt«ratur. 


iift  v'ivlluiclil  rlur  »cliiirrMiinitpite  ddUt  i1i>ii  Vvrtoidigern  <les  ßiliivrkntU; 
doch  miuiti  B«tno  ßildertheolngie  auf  ilir  VerhäUms  za  dorjenigen  il«a 
Jotianiies  von  DamaskiKt  und  de»  Patriftrchen  Nikephoros  noclt  niUnr  tuitci^ 
isuclit  werden.  4.  Einen  uiufftäi^endbu  EinMick  in  die  gc«anit«  iisk<.-liHcli<', 
puMtöralo,  kirebongwlitischu  Wirkfitinikuit  llifwlors  vcnnittolt  seine  iitn- 
Tangruiclie  ßriof&ammlung,  die  auch  vom  litterarischen  GesichUj-tinkt 
w>hr  wertvoll  ist,  rrsprllnglicli  wiu-en  seine  Briefe  in  5  Bilchern  gcsamnitlt. 
Davon  scheinen  nur  die  2  ert^n  ganz  erhalten  zu  Kein:  bvi  weit4!*«n 
277  Briefun  fehlt  die  BQc)ivi-oiQt«i)ung.  Et)  kauo  (Über  nicht  entschieden 
werden,  ob  in  diesen  50(1  Bnefon  etwa  die  ganze  Kon-espondenx  Theo- 
ilors  vorliegt,  lubnltlicli  bezielil  sich  ein  gruKser  Teil  auf  dun  uineii iitiii»clivii 
Knnlltkl  und  den  Bilderittml.  Letztere  eind  bistonttch  sehr  wichtig:  im 
tx^eugen,  mit  welcher  Energie  und  in  welch  groBsurtigem  Umfang  Theodor 
dun  Kani|)f  um  ilie  Bilder  mitten  unter  Verfolgimgen  und  Drangsalen  jeder 
Ai-t  aufnahm  und  durchfocht.  Andei'eu  Uieologi^hen  Fragen  sind  nur 
wenige  gi^widniet,  ein  Beweis,  wie  jcm^  Kampf  das  ge»amtu  religiöse  und 
kirchliche  liiteresse  der  Zeitgenusson  beherrschte.  Um  so  zahlreicher  sind 
diu  Pastoralbriefe  Theodor».  Mit  feinstem  psyehoingischem  Takte  wei 
hier  Theodor  einem  weiten  Kreise  Worte  des  Trostea.  der  Aufrichtung 
Leid,  der  Mitfreude  im  ülQck  zu  spenden.  Unter  dies«^in  Trost-,  Empfeblun, 
mid  Freundscliaflsbriefen  linden  aich  wahre  Perlen  der  byzantini 
Epiatotographie :  alle  aber  erweisen  sich  als  der  Niederschlag  eiiteB 
Qottealiebe  und  wabix^r  Humanität  beherntcliten ,  reichen  tioistcs- 
OemUt^lebens.  Zugleich  olTenburen  «ic  die  zwei  gry»!Wii  Triebfudern  seiner 
Tlmtigkeil:  eine  leidensehaltlirhe  Liebe  für  die  Freiheit  der  Kirche  und 
einen  selbstlosen  Eifer  ftlr  die  l-^rbaltnng  der  kirchlichen  Einheit  zwischen 
Morgen-  und  Ahcndlaiul.  Dadurch  wiinlc  Theodor  einer  der  letzten  grosseti 
tiegner  di^vt  byzautiniseben  CiicäuropapiKiiiufs;  da»  flthrtu  ihn  auch  znr 
energiseliun  Behauptung  des  rllmiscben  Pi-imates,  die  seinem  Ansehen  in 
der  griechischen  Kirche  keinen  Eintrag  gethaii  hat.  —  Über  Theodor 
Dichter  vgl.  Krnmbaoher. 

I.  AuRgnlicin:  Ad  der  Uoraasgaba  dvr  Schriften  Tbi^odnn  liul)r'ii  UnrunluK,  Sir- 
mondi  Hin  Mnurinur,  Anlaiiiua  Arvudiiii),  A,  Mui  uiiJ  J.  Coxt*-Luzi  gniuhcital, 
nfan^  doM  HJ«  abgpuclilowon  vr&io.  Dio  Viiriiilinitcii  dnr  Miiuriticir  in  codd.  l'arin.  Kupp]. 
BT.  276.  2S7  f.,  804,  402  f.,  WS  f..  412-41$.  Dipjomgoii  de»  .VolouJua  Arcudiua  in  cud.  ÜatbtT. 
VI  22.  -  t.  üio  l'nrva  CatochonU  etih  Job.  I.ivJnciuB,  Aalwerpen  161/2.  lucnt  U- 
(rininch  hemus;  nbgedruokl  bei  Mipn«,  l'ntr.  gr.  39,  hD9—6i<»  mit  dem  gricK^bisubcn  Test 
oinigtir  K*t nehmen.  Den  griochi»cliDn  Toxt  ed.  pr.  C'uexA-Luii.  Nova  I'Htr,  bibl.  S 
(Itom  ISfW)  1.  1— S18  auf  ungonOKcndor  Imacliriftliobur  Grundlage.  Kino  weitere  Aiistub« 
MtMSnchmZAckartikü.llpnnupohBlaurSyra)  I88T,  IM  mir  uiiiugUiiKlich.  "  Kiiie  kriti»cbe 
Amg^M  iMMTRt«  fudlicb  K.  Auvrn,v.  Tbeoiloii  porra  talvcbosia.  l'nriH  1S91.  Dm  T«xt 
n&di  18  Hm.  oi«  Aiivray  in  2  Fniiub<-ii  crutipiert  (1 -^'l):  noch  maiirlie  ändert)  lim blUon 
BMChtuiiit  v«nliuiit.  8.  4T2  — 684  felgt  der  tritiflcho  Ajiparat,  und  um  die  Amtgabe  roUentb 
unpridtlisoli  in  ai*ob«4i  S.  G3A— 6M  AdnoUliones  faislonca».  Die  EinUitung  S.  I— CXII  bo- 
aprlchl  di«  beonlzItMi  Rn  und  verbr«lt«t  eicb  aber  lliwdora  Leboi  and  SchnfloD  (dieuM-  Tvil 
Ist  von  A.  Toaicard  bemioitet}.  -  2.  77  Sermon«  dw  Magna  Cnl*choiiin  ed.  p».  J. 
Cotiu-Ittiii  a.  B.  O.  2,  I  — 217.  Dio  Qbrigon  Hind  fUr  doa  10,  Bd  der  Nova  l'ntr.  bibL 
bwtiianil,  dut  noch  nicbt  erachienMi  ist.  K.  Auviav  kennt  ITH  gr»»«  KiUeclicaen  uoA 
■dimnl  *«oh  dioco  h^mMg^beo  tu  wotltin.  Die  volliitAndigitc  lU  der  Magna  CstecliMia 
Ü  eod.  Piria.  891  «.  1I8S.  Za  rorgl.  sind  au«Ji  ood.  Paris.  1104  itaec.  II.  eod.  Mm8aii. 
SS  >.  UM,  ood,  Matrit.  4  um.  18.  cod.  Ambras.  E  101  nin.  —  S.  Die  geiBlIiclii;!!  lifdeu  naeb 
Mhoroo  Drucken  bei  Htgne  i.  ■■  0.  688—901.  E«  lind  der«n  13;  di«  ort»»  gehört  nl 


1 


1.  Theolo^i«-    C.  Asketik  tmd  Hj-atik.    (§  62) 


151 


^E|Wr  m  Jen  K«t«eli6Mit.  Riae  in  don  Ada  SS.  .UmW  '<,  r>ll  IT.  auoajm  atehcnibi  Rod« 
^■JulMDiies  ita  'ÜuFer  wird  in  cod.  S.  Svpulori  U\  n  1  >^0  fol.  378* -282'  ThooiloTM 
»^Mrlirn-tien.  —  RlointiroiiiikrliiielieSobriftci]  xuiininm(inffnel«1|t  bei  MiRno  »bonda 
Wl-n'M,  t8IS-l^.  —  4.  l'io  daemntJBcbeu  Sohrifton  l>d  Miffno  cliiviilu  32)*-i>05. 
—  &.  E|ii>tftl*(UiD  1.  I  ti.  2  Oll.  [ir.  J.  <le  la  Uenunv.  Siniiaadi  üpcrii  >'.•  (VduediK  17^8] 
JX7-iSii  Ubflodnickt  twi  Migne  obd.  904- leS'J.  —  Wciture  2TT  Ilriofn  od.  ur.  J.  Cotxa- 
li,  Nw«  P«tr.  bihl.  8  (Rum  1871)  1.  1 -2+t. 

2.  lliUemittfll:  L.  Allaliu»,  Dbtriba  ilo  ThWorift  bei  A.  Mni,  Uov.  Putr.  bfbl. 
■HJ8.  —  KnbrieiuB,  Üibl.  «tr.  10,  43*  -474.  --  Dw  Piulugomonn  d«  i;onannl«a 
—    J.  Im.  Mflllor  et.  J.   V.  Boumolliiie,    Studium  ootMiubium  Cpit.,  Leipzig 
21     44  (mo^i-r).  —  C.  Tbomas.  Thoodor  Ton  Sludicu  und  iwiii  Z«iuIUir.  Oraa- 
imi.  »thiUett  'l1»Mdor  bMODd«ra  sJs  Kirchcnpolitikw.    Die  Ausfaben  der  kltjaen 
._        kme    von  K  Auvrajr,  der   ^roaMn  Kat«ch«a«  und   dar  xw«tton  Brltfaiunmlung  von 
Caa-Lou,   wovun  ktctere  ilurdiwvg  neu*  Aditimiutv-n  nufwcjst,  «ind  Tlioiims  uubokanat 

Jibliebmi!  —  J.  Rlebtt>r.  t'fber  dio  L»hn>  Ttioodon  vom  I'rimnt  dir«  rAmiacbon  ItiachofN, 
«tb«Iik  .'>4(l'^74)3.  3S'V4I4.  —  U«bor  Thnodon  Uildcrtboulugje  iiichrnroK  boi  ICSobwarx- 
]«■«,  £>er  Uildvrütjint,  liulha  1990.  12311.  —  A.  Tuugurd,  Ln  pomti-ation  ioooocloärf« 
Cmt*«  U  twn-^foadanve  du  St.  Tböodoro  ßluditu,  Revue  doa  queatiuns  hintariqaea  &Ü 
Itni)  00-118  (rveht  mniErr)  und  Kopint  Puri»  18D1. 

9.  Zum  toboD:  Wir  bcniltcii  zw«!  I,oboosbeaohreibans«n  Tboodor»,  dip 
«ria  lA)  od.  de  In  Bobudi!.  Ouvru  Siimoudi  5.  1—88.  di«  sweite  |B|  od.  A.  Mui,  Kovii 
rar-  biU  6  (lUim  IfiftS)  2»2-SeS;  bi-idi-  «b^i'druclct  boi  MJKii«  a.  a.  0.  lt3-»2^  Viu  B 
irt  Ha  Alli'ro:  nie  wird  «Jneni  M6ncli  Micliui'l  lunieHcIi rieben.  Jedenralla  wurde  aie  im 
tlwUr  budioii  BeBchrieben,  aber  nicbt  vur  MÜ,  dem  Tode^abro  ilva  Nikolu«,  eine« 
SdMlara  Tbaoilot«.  de«  iler  Biograpb  oucli  k&nnto  (MiRno  293).  Sie  steht  vielfaoli  in 
VU««jiru<Ji  mit  den  Aua(;«b«D  Tbcodora  selbst  in  »einon  ßriefen.  —  Ü'm  Vita  A  wird 
■abl  BÜ  Unreobl  audi  I'iumu  Mftnobe  Hicbael  iuK''s<^^ricbnn,  fa  Ha«,  x.  D,  lu  cod.  Mouao. 
4(7  wBc.  11  fol.  191  wird  ancb  Theodoroe  Daplinopat««  nla  Autor  gODRont.  Erboitemd 
«irkt  der  Vtrrsucb  vnn  C.  Thom«i<  a.  n.  O.  8,  22,  dies  nus  der  ullbeluinnt^n  und  viel- 
kauMMi  UnUndurifWoriiivI  d«T  fcriechiacbcn  tlmuiehrfiibor  ^coii  tö  dtüpof  nnoh^wojsan. 
,  Dia  Till  A  befiilit  im  w«mtillirh«n  auf  Viln  II  und  int.  ubgMcben  von  einem  i>ing«h«n- 
tmta  iUrirht  Dtier  Tbnodoin  Klnatr rieben,  nirhl  viel  indir  nis  eine  jttnj;eii)  lUtxension 
d*r  ViU  B.  -  ■  Die  twni  Hltratcn  Biographien  'rbnndum,  «inv  pnf'Iinvhe  utiil  «ino  prnanische 
)■  dw  Perm  eölM  £nkoliiioD)>,  die  aobon  in  der  Vita  U,  U  ignt-  223,  cmilhnt  WNdcn,  siad 
Baganiien. 

4.  liankralie*,    der  Liebün^cbOlor  Tbeodani  und  aoin  Nacbfolsor  in  der  Abta- 
r.  nigte  4an  Tod  do«  MeiatMs  dca  wrstrL-ulun  MSacben  von  Studion  duroh  ein  Zirkulnr- 

wbvlban  an.    Uodruckl  bei  Migoe  a.  a.  0.  1826 -1849,  ~  In  cutl.  Paria.  1018  sncc.  10 
U  314'— Sl.i  Ananj'iiii  vtniud  «tcgioci  in  luudom  Naaoratil 

5.  Der  iwüile  NafliMgor  Thuodura  wnr  Nikolaoa,  dessen  Tlieodor  Öfters  Krwilh- 
•aw  tbni.  Wir  bcnilzen  «ine  anoRf  mo  Biographie  desselben,  die  sieh  bt>BDndon)  über 
fa  Laidm  vcrbrett«!.  die  Nikolaoa  mit  Theodor  im  Bilderstrcito  sa  ertrage»  halle.  Nikulaoii 
«Itble  noch  die  iKnalisnisch«!)  Wiireii  und  stund  auf  d«r  Seil»  des  Igoatius.  Kr  atarb  HAH. 
S>«>  nkclaiten  KsMiMKer  waren  Klvmens  und  Illlnrion,  Dican  Vite  ist  nicht  xeitgenBaaifidi ; 
•>  «stda  aber  vor  der  VertreibnnK  dvt  Snriar-non  nnn  Kintu  unter  Nikephoros  l'bolcaa 
iHrluM^Hia.  Ed,  pr.  CombeTiR,  Novnm  nucinr.  2,  )<S9— 9<^3i  ahgedrackt  bei  Migne, 
Pill.  (t.  loa,  W4    92.S. 

C  Ema  uiafaflM<ndr  MoooerapbiB  tbcr  die  Oenobichie  dos  Klosters  Stndiun, 
Ihv«  mtfl  lirnaM  TbRnd<>r  int,  hat  ¥,.  Uarin.  i'rafcaaar  um  Colltg«  de  la  Mnlgrango 
■  J^nvlli'.  al>i:rf;iul.  aber  ouvh  nicht  vcrillfcaUicbL  I)ie  buhe  Bedeutung  dca  Kloütcre  in 
inrblirbrr.  Iiitrh<'npcliti[idb«r  und  lilteraruichcr  Hwcieburij;  nnitht  eine  Spcnialnolirift  in 
4m  n«t  M4ir  wltnBckeaaweri  Auch  rQr  die  prtucbiachu  I'ulilu^upbic  iat  .Sludiun  mit  m'iner 
SdnalMvei-linIr  von  WicJiligkeit.  Im  Kluster  i^Iudion  geschrieben (>  Cudice»  sind  in  manchen 
IWiitfciikwi  vorhaadoB.  Als  Belog  dafQr  seien  geuunnt:  cod.  Paria.  TU  n.  974,  codd. 
^mtm.  I«6U  B.  »16.  IK9.  1971.  1G7.\  cod.  &  &e|.alcr.  1$  aaec.  10,  cod.  Sinait.  319  o. 
MK.  »4.  AUwoB  10»  a.  l!-«2. 

88.    Theodoroe,   Bittchof  von  Edoasa,   lebte,   wie  jetzt  durcti   eoino 

BN>(npbie  vno  Bssilios  von  Kme^a  feststeht,  in  der  1.  Üälfte  des  9.  Jtth> 

kawlMtN.     Qeboren  in  Edo»«»,  trttt  or  in  dn»  Kloster  di-s  hl.  Sabba«  bei 

'nwiIvii)  ein,   örinnjrtv    hiur  in   suiiicm  SZ.  .fuhru  die  AbtHWÜrde,    wurde 

•^ter  mm  BtKchof  «einor  Vat«i-Htadt  prnunnt  und  fand  sein  Grab  in  dorn 

MiUiklqgter,  nBchdom   er  im   Auftrage  des  Sultanrt  der  Perser   in  Kon- 


n 


152 


BfiABtiniube  LitterabirgMohiohta.     I.  Pr««aiMha  Uttorfttur. 


stantinopol  gewctwn  war.  Unter  scinom  Namitn  1ii<gt  ciiio  kurze  n»k»fl 
ti8cli4H  Srhrirt  in  100  Kufäluia  vor,  diu  vr  wob]  alit  A))t  Av»  Sab1>»«^ 
kloxtvi'H  vcrfiut)<U'.  llir  liitmlt  bt-wegt  «ich  huT  doia  gcwUtinlkhun  Cii'!<i«td 
dur  Tlioorio  des  asketiHchcn  I^buiui.    Anderes  ist  noch  unediert.  ■ 

I.  Ati§Kabeii;  Die  100  KttfäXiatt  afwtUMä  ed.  pr.  P.  Posftitiiis,  Tb««a,tirus  as4^H 
ticus,  Pari»  1^  S.  S45  ff.  (feblt  Wi  MigDo).  —  Inedil«:  JiJiMx^ia  tttfl  rtlvfiiot  if^lU 
Jot^v  in  ood.  Uawj,  Tjrpogr.  6  üi  4*  8*eo.   16,   Aöyof  ni'tfifoK  wi  Aa>p'a(aK  alfni*vr  It^ 
cod.  SobbAit.  409  Mac^    13  fol.  aiS-  382.    -    In  Oh,  t.  11.  in  cod.  Atfa«ti.  831.    wir4  m 
M«li  SmAo^oc  i  iBffitiUijc  gouanat. 

S  Hilfüinittnl:  Dio  Affgib«n  b»i  Fabricina,  Car«  o.  tt.  aiail  darch  ilio  Pul)Ii- 
kalion  dM  ttiographi«  den  ThmuttniMt  gHnxtidi  ab*riMlt.  —  Aasfinanui.  Oilitiotb.  urieDUlit 
2,  231,  3Ti>:  3.  1.  143  anlorschridot  vvrHciii«d«nc  Thcodori  Mmmw,  di«  noch  nicht  ge- 
nQKond  idnnlifouerl  nod- 

3.  ÜiA  LobonsbenchrciLuni;  d«a  Tb^odnros  wnrdn  von  ii44n<>ni  ScbwMC?rs'-)in 
BkailioM,  Itittcliof  von  Kmi^B»  ia  S^«ii.  vsrriuut,  der  Theodor  in  diir  2.  Uiin«  aeinM  I.ebviu 
Mhr  nalio  «tunit.  Hi«  ist  nuch  «i-rlvoll  (Ür  di«  Kircliongt«obi«ht«  dw  fl.  JahrhiuidoiU, 
besoild«n  für  die  KonntDis  dm  Verli&lUiiMi's  der  CliriHtcn  m  den  mahamDiodaniiirliM 
Herracfaera  in  EdesM.  Ed.  pr.  J.  Poiiijalovakij.  rolvrebur^  1892.  Vgl.  Ü.  2.  1  (I«>2tis:!:i 
Hier  wird  aucli  «Um  slavisdie  CebcrMliuii);  erwAbnt.  x,a  »eklii-r  V.  J(ugt^),  Arcb.  «Uv. 
t'hil.  U<  (1(408)  SlO  f.  HsB  and  Litterutnr  norieHe.  —  PonijalovHJiij  bumiUtc  dj«  mM. 
Mneq.  Srnod.  lA  n.  1**,  ein*  Qs  de«  Klosters  der  hl.  Jungfrau  auf  Ckalki«.  Kr  kanal« 
Rurh  rod.  Puiit.  T7(i.  -  Andnro  Uss:  cod.  Ang<Jic.  tl  1.  S  «aec.  II  fol.  219— 205.  e*d. 
Tnnrin.  14T  Hti«c.  16  fol.  191  -  284.  cod,  Pwis.  Sopnl.  gr.  441  saue.  IT  lVorarb«it  w  vinH 
Au)i6>bc).  V.  VaoilJDT.  Jniirn.  Min.  Itd  3»ß  (It^snt  301-210  macLt  auf  etiw  arabiKb» 
L'nbcnmteiing  in  dn-  Pnriiiiir  Nntioniilhihliotliftk  anfmerksAin  und  vorbreiUil  sidi  tkvt  dro 
in  der  Vitn  nmaiinton  Klialire»  von  Bngdud  Mnviat,     Vr),  lt.  Z.  2  (181)3)  M9. 

fl!).   Symeon  (.^'t'/ifo>i')  mit  dem  Beinamen  Miog  itfokäyttq,    Vni-atehfr 
des  Mamfi^lcluMtori«  in  Konhitnn tinopol,  wurde  in  Pnphlagonicn  um  Ana  Jahr 
I02ü  geboron.     Diircli  diu  Wnuittcluug   t-inua  finflussrciflion  VorwandUtn 
kam  er  an  den  Hof  und  bckluidLlf  noch  in  jungen  .lahren  das  Amt  cinos 
SpatharoknbikularinH.     Nach    dem    Tode   seinea   GAnnem    ging   er  in  das 
Kloxter    Ktiidion    und   le^te   hier  bald   ein    aHmterordentliche»   aaketiKcbeti 
Streben  an  ilc-n  Tuy.     IHnii  Al)te  gefiiO  sein   Wesen  nicht,  or  musxtc  au.-»- 
trüU-n.  wurde  iibor  auf  die  EnipMiluti):  des  Symeon  Studitctt,    dun   er  al.s 
seinen  M«iHt<>r  verehrte,  in  dita  Mamasklostcr  aufgenommen,    liier  golaiigt« 
er  bald  7ur  AMawUrde  nnd  brachte  das  Klnnt^r  7.\\  neuer  BlUte;  hier  bi]d«t« 
or  auch,  oline  in  der  schuhnÜMisigen  Tlieologic  bewandert  xu  .sein,  seine  mysti- 
schen Thoorion  an»,  weli-he  ihn  neben  Nikolao«  Knba»ila^  eX»  den  grOssten 
Mystiker  der  griechischen  Kirche  erseheinen  lassen.    Nikolao»  übet^ 
trifft  er  an  Originalitüt.  an  Kral't  der  Empliudiing  »nd,  soviel  sich  jetzt  ur- 
t4)ilon  lÄsst.  an  I )ar.''tellungsgabe.    Heine  my-itL^eho  Uichtung  zog  ihm  viele 
Feinde  zu,  zuerst  nus  der  Mitte  »einet-  Mi'mi^he,  dio  abi-r  dnrch  den  Hymeos 
gtlnntigen    I'atriarcheu    zurückgewiesen    wurden.      Den    Anla.s»    zti    neuen 
Feindseligkeiten  gab  der  Tod  des  Symeon  Studites,  dem  Symoon  der  JQngprv 
Hymnen    widmete  nnd  <)ffentliclie  Verehnmg  erwiea.     Patriarch    Sergio« 
billigte  da»  Ueschchcne,  aber  der  Synkolln.')  de^s  Patriarchen,  ^l«phanoa, 
frllhor  Biachof  von  Nikomodien.  erhob  meh  g<.-gen  die  Verehnmg  do.-^  Stnditen 
und  nihrbe  diu  Verbannung  Symuons  nach  Clirysopoli»  herbei.    Symcoa 
wurde  jedoch  bald  zurUcrkgcnifen,  zog  aber  den  angebotenen  Wflnlen  die 
Einsamkeit  vor,  erbaute  da»  Ivloster  der  hl.  Marina  und  blieb  fortan  unt«r 
Sergios  und  dcaaen  Nachfolgern  Eu.stAthiofl  und  Alexios  unbehelligt.    Unter 
soinoQ  ^itgODosaou  zählte  Symeon  auch  viele  Anhftnger,  wie  Hierothoo«, 


J 


1.  Tbeologi«.    C.  Aaketik  and  K;ntik.    fS 


ISS 


<l«i>n  Vorsteher  dos  Klo*i«rs  ttji  ff'iY'i?,  den  Grnssnieister  Alcxios  Philo- 
MphoA,  Biir^ilios  IVoto(iäukr(.'lis.  (K>ti  (imniU>i-  dea  KJoetors  nj^  Ei'fpY^'ti4»i  ti.  n. 
Deaundt-ni  irugethan  nar  itini  Kikctti»  St^thatos,  der  ihn  in  cii>or  vigvnon 
Schrift  verteidigte  and  Hein  I«bon  bcticlirioh.  Sein  Todmjahr  int  unli«kannt; 
Bcher  ertehlfi  er  noch  duK  Jahr  1092.  Im  Hnsycliusttnstruit  wurd«  er 
von  dun  ßMimaniiten  z.  Ü.  von  Doniotnoü  Kydoncfl  aU  der  geistige  Ür- 
brbor  des  Uosychaiit«ntiimH  hezeidmet,  Demefrios')  atlltzt  sich  auf  eine 
Stelle  in  SymeonR  Kpde  /Ifpi  ci^'i/'*«!;  »ni  hqoooxT'c.  wt-lclie  dio  (Jciltot«weiflp 
der  Ho^yoliaÄlcn  HiiMirilcklich  lehrt,  in  .SyiiieoriN  yudruckten  Scliriftvii  nb«r 
nicht  zu  findon  ist. 

SrtneonR  Kahlreictie  Schriften  rIiiiI  ikk^Ii  sohr iinvnllntKRdiß  bdiannt. 

Lmi  Attatiu.t  ßibt  die  l'ilel  von  79  AbliAiidttiii^oii,  von  dciR^ii  t>ii-h  nur   12 

ia  dvr  h>tcitii*ioh«ii  Suminluiig  von  .Symcon»  Schriftmi  bttfuidon,  dii>  .1.  Pon- 

taiiuB    vt'ranstnitet«.     Dii'^e  bringt    zunächst   \V.\  Heden,    welche  Symeon, 

Uinlirh  wie  Theodor  von  Stiidiou,  vor  Reinen  München  hielt.     Parin  wird 

lin  hohe»  Ideal   sittlichor  Vollkumnieiiheit   t-ntwir'kt'lt   und   dessen  Krstre- 

biug  von  den  JtiihOrern  verlangt.   Synieun  »it<<lll  hier  auch  eine  Uc-ihe  von 

ögentOtnlichen  Lehren  auf,  die  .).  PontanuR  durch  wilikilHicIiu  tnterprt^tAtion 

vergebens  z«  eliminieren  auchl.     Aul"  die  (iahe  der  Tliränen  wird  jtrosBO» 

(»pvirht  gelegt   l>ahei  stfltzt  moIi  Synieoii  innner  «-ioder  auf  die  groHsvn 

Asketen    der  Vergangenheit,  Antonio».  Euthyinioä,  Stthbiu«,  ArsenioB;    er 

Dtiürt  mil   Vorliebe  Uregor  von  Kaxianz  und  .lohunni-s  (^hiytioftoniOK  und 

btrnft  eich  uiehrniuls  auf  seinen  Meister,   Symeon  Stniiites.     I>je  beliebte 

(iitlung  der  httfnXaia  yrwanKä,  iteoXoYiMti  xui  TtftuituHii  hat  Symeon  aiidi 

trpflegt.      In    kurnen    Sülzen    werden    hier    die    I'flichten    des    M<inehturaa 

rnnnnliert:    intere^tMint    iitt   hiebei    die    Wuhrnehniung.   doHt«   8ymeon   die 

I  inigkcitKÜuHserungen,  Gebet,  Liturgie,  Fasten,  nicht  vur«dimaht,  son- 

'Uii,  in  ihnen  Mittel  erblickt.,  um  Kur  wnhi-en  Vollkommenheit,  die  in  der 

Lj»b»  zu  (iott  und  »1  dem  Nfiehmtcn  gii>felt.  /u  gelangen.     Der  Feier  der 

ütHTfiM-hün   Fente  und  dein  ßihlerkitit  widmete  er  sogar  spezielle  Abhand- 

tfin.      Der   Oott^siliebe   gilt   sein    llnuptwerk:    f^    /(*«»*«    iwi-    üiiwr 

eine   nur   in  lateinischer  Übersetzung  gedruckte  äammlung  von 

t&eken   und  Hymnen  tlber   diese«  Urundlhenni   aller  Mystiker.     Das 

dhi  AtiMiheu,  welches  diese  Schrift  genoss,  gibt  sich  kund  in  der  Vor- 

nU,  welche  Niketiu»  Stothatos  dazu  schrieb,  nnd  in  den  Gedichten,  womit 

SmtiUKw,  AlexioH  F'hiiosophos,  Niketaü  Diakonos.   Basilios  Protoasoci-etis, 

IttolWMi  von   Kerkyra  unti  'niirnjiliytakt'Os  von  HulgArien  dasselbe  verherr- 

elit«ri.  Durch  den  Schleier  der  Überselzung  leuchtet  die  Uhit  der  mysti- 

tn  Kinptindung  hindurch,  die  Symeon  ebenbürtig  an  die  Seite  der  besten 

Ijatiker  des  abendländischen  Mittelalters   stellt.     Iteiderseits  dio- 

*Äe  Weltflucht,    dasselbe  Bewusslsein   der   eigenen  Schwäche   verbunden 

M  dem  Itingen  nach  Geistesfreiheit,  dieselben  KrgHsse  mystischer  Liebe 

ta  iatimen  Verkehr   mit  der  Gottheit.     Mit  den  originellsten    unter  den 

dobubon  Mytitikoni  hat  Symeon  die  pantheit^ierende  Tendenz  gemeinsam. 

Ai  M  ihm  Oftora  horvortriU,  obgleich  J.  l'ontanus  viele  anstääing«  Stellen 


•)  HlKae,  F>tr.  gr.  IM,  B40. 


154 


BjTMtiUtuMh«  LittoraturgsMihiolite,    L  ProauMh«  LItt«ratar. 


tii<;ltt  in  eoinc  Ol>cr»cUiinß  aufnnlim.  Aiirfnllend  ist  e»  auvli,  dass,  wiii 
di«  deutsvho  Mystik  in  feiner  '/mH  crbiaht«,  aIs  ditr  iiU8»or(!  ßlunz  tmi 
U«idi  und  Kirche  iiiiinL>r  mehr  ürlili'ifhi«,  äymoono  LoWn  in  die  traurigtito 
r(>rio(le  deü  byxantini»cli«n  Kt^icIieH  fallt.  Oetdurseits  regte  der  Vi-rfoll 
dffs  InlisL'heii  zur  Bctrat^bhing  dos  Ewigen  uii,  das  durch  dio  Kinkvbr  in 
sich  i«>ll>»t  gofiiTidcii  winl:  ein  [towcin  fllr  Aaa  Walt«»  «iooii  grtMsen 
Annlo^ivKt^tietEi'd  und  für  diu  Vcnvtuidt^chiitrt  di-r  goUurfullten  äocien  zu 
utk<n  Zeik'ii.  äyincM)n  ist  uiizweifvihnft  mnur  der  tdcUk»»  in  dieser  Gcuind* 
scliaft  der  Liebhaber  Gottes.  Wie  sein  ganzes  System,  so  bleibt  Meli 
sein  Vcrhiiltnis  zw  dem  INcudonreopagiton  noch   nilher  ?.u  Hnt«r8üchciL 

1,  AuHgtibon:  Dio  Siiiiinilniig  von  .1.  I'oolanun,  IngalMtailt  1Ü03,  eatlillt  in  Utn> 
ninlicr  ITolinninUuni;:  Onititiii(u>  ii:l,  IJJvinnmm  oniorum  liW  lingdHna,  CSipiU  (tscÜM  « 
theologicn  '22><,   11«  nllitrolionibiu   tnvntis   et  curporiii:   allus  &1i|^vilniokt  bai  Mign«,   P*lr. 

5r.  ViO,  321— 6Q4.  Hior  ntM  doT  4-iXaiiiiiin  i<ür  U^r  ri,-»ii*nir  dc?r  ulriucbiaclM  Twt  n 
Ot>  Cnpita.  soviio  iiiiio  vulgireriuohiichc  IteePimiaD  dur  AIiIuikIIuhuvii  /fr^ii  nlvttmc  ni 
diänaxakiat,  I7(pi  nur  iQuäf  ii/inoir  t^t  ii|ia<t(i'W;  CST  — 7ü9,  onilljt.'li  Scliolsntici  eonudia 
«lialugu»  Jo  Deo  nd  Sjmcionpin  Tbuulugiiiii  7üü— 712.  —  Eine  uriocIiiBfln!  Auagvbe,  dw  lBt$ 
in  Srayrus  endiien,  Ut  mir  uicJil  xuidluK^icJi  jioworduii. 

2.  Hilfamittel:  lijo  Titi-I  der  IncdiU  hei  L.  Allntiua.  Dialfiba  du  Symeon.  acrifHt, 
Pikrie  10G4  S.  1.'>1  — 17^  mit  B(?lru(-liluiif(«n  Obur  Syinouns  ZuMmtnonluiig  mit  den  IImt- 
cbaslsD:  abgedmckl  bei  Mi^iii-  a.  h.  O.  287—317.  —  Fabriciue,  Dib],  gr.  It,  3l)3~3w 
HU>r  einig!»  Haa,  durfii  Zabl  leicht  vi^nuuhrt  worden  kann.  —  Am  wDnacbenHitrrtuaico  itl 
die  HnraiieKübe  ilor  T^ui«;  twr  ffd'nii'  r/iriuy,  woldi«  e.  B.  in  codd.  Uodik.-.  177  a.  IlHI. 
5211  noc.  )>'>,  Pnris.  Su|>i>l.  p  103  t»w.  U.  cod.  PatmtRO.  427  rncc.  14.  Maictaa.  494  o.  IX 
IWÜ.  24S  «noc.  13,  bior  .cuil  nnti«  innsicis*  varliogMi. 

R.  Zum  l,ebi-n:  Kino  InlinllsAnK^be  der  imvdiorton  Viln  Synmonis  von  Nikol« 
KInMintnfl  itnb  Fr,  L'oiiibufis  in  <lvr  Vonodo  zur  AuNgaho  duM  Mnnucl  Kuldkiut  {\tri  Hi|(D«, 
f'atr.  ür.  1.'>3.  im  270).  —  Ob  S«  anoRymr  Vita  Kymconn,  x.  tS.  in  rod.  Part».  1« 
en^c  II  r«l.  1  -  09".  ood.  Coisl,  iil'i  iraoc.  U  fol.  180-20!J  nüt  jracr  idcntiiK'Ji  iat,  ' " 
dubingcHlplll. 

4.  Sym«oii  8tudit*s,  der  Mpiintnr  l^ymcon*  i<-x  .liln^cmn.  suhriob  nncli  Nik« 
StoIhntoH  /iii^Xo!«  olrjf  lutfiXtiat  orani'  ni-cr/iaiu'i'i äyt/iiauaiot  mr  (ti'teao,  Patt.Er-  1-W,2i 
Dimu.'  itßbrift,  wricho  don  Voi'bllttntn  Syiixionn  xu  m-iiiciii  (ErialcsJäircr  erkennen  \ua», 
Hc.hi-int  VRrMbolInn  zu  seia;  nin  mllKtli^  dnnti  idoiitinnb  nrio  mit  den  32  Sormuüos  >Hc;oti«i 
i-invH  &]rni«on  Muniirbn»,  din  in  rod.  Junui'nn.  KCl  sacc.  l'i.  cud.  Itodt.  Ilarocc  107  n.  1314. 
cud.  Paiiii.  I13S  Mivc.  14  u,  H.  orlmllcn  siuü.  lljrr  uiOhbIp  xunäcliat  featat«Jirii.  ob  ilie 
[■alBoftrapIiiiiohc  ['ebL'rllL'rcning  dicaer  Si'niiüiirs  niobi  Qbur  dio  Zuit  Symvona  binausruichL 

5.  In  d«r  1.  lUlflu  dm  II.  Jubrliiiml^rrls  sobriob  Mnrkua.  dvr  VvrBlchur  d«r  gmiea 
Laura  duH  hl.  tJubbHs  in  PnlJmlinii,  «im-n  KuinuKMitiir  xa  drin  Ty|iikuni  des  hl.  Salibiii.  uäriu 
die  acli  wi«<rii|[un  Slvlkn  dt«  vielbi.>nutzli<ii  Buchi'B  crklfirt  wcrdvii.  Dieser  Komiucut^ir  lat 
vielravb  diMii  Tyiiicuin  Giiifcuruin  lUiiiehltti^t,  i.  B,  in  der  Ausgabe  von  V«flediK  lö4^.  — 
Von  einem  Miirku?  njtt  dem  Bciniiineri  MakrrinuH.  der  aiicb  kIh  VursUik«r  d«r  Laum 
dm  bl.  Sabbns  bezeiobnet  wird.  enlliAlt  d«r  Cot),  Vslicuii.  703  mehmrn  AbliNndlungen  mAn- 
lisclien  Inliultes,  Kd  int  7,.  7,,  nirbt  möulicli  zu  nnlersi'bfiidi'n.  ob  beide  Autoren  tdeiili-iOj 
■ind  oder  uitbt.  Der  Noine  Marko«  kommt  noeh  ilflers  bandnebritUipb  vor,  obnu  mit 
i^icberb^it  identifiziert  weiden  zu  kennen. 

fi4.  Nikotas  Stethatos  (AVjti'*«v  —ii.'>rtioc),  bei  don  I,at*.'incrii  Niicta? 
P«ctom|.u!i,  war  um  dit;  Mitk-  des    11.  Jalir hundert»  MOiich  do&  hlo»t 
Studion  und  ein  eifriger  Auhüngor  Syiiieon»  dos  .lUiij^eren.     Aus 
Stille  seines  Klosti>rH  wurde  er  durch  das  Wietli>raHfli)ben  der  Koiitrover 
mit  den  Lnt^-inorn    h(>rau9geri»flei).     Diese  Kpisoiie   seine»  Lehens   ist 
zeichnet  durch  niohrero  Schriften  gegen  die  Lateiner  (vgl.  g  20).    l'nlenuttcdu 
Natur  »iiid  auch  einige  unedierte  Abhundhingun  gegen  die   Irrlehre  d< 
Armenier,    Niketas'  litterarische  llauplthätigkeil  liegt  jedoch  auf  de 
Gebiete  der  Asketib  und   Mystik.    Von  den  zahlreichen  Schriften, 
denen  er  seine  Anschauungen  niederlegte,  sind  nur  eine  kleine  Abhandln 


1.  TkeoIoRl«.    C.  Aak«Uk  und  Mystik.    (§g  64-  65) 


155 


iltfi  toi  diä  X*'e^  mfnttaftw  un<)  drei  /«nturicn  von  Keiji'duia  Ti^nKiDtä, 
^rßiiui  xal  yrtsatimi  im  Dnicko  Vfirliaiiden.  DiKSon  üoat  «iio  Einteilung 
ilvr  iirvi  Stufen  di-tt  ntskclit<cli^n  Li.^lii.-n»  zu  Grunde,  tn^n  na^nginiij,  ifoni- 
fftu»;,  fiftniKv,  dvrcn  Iniiült  und  innorer  Zusammenhang  in  kurK«n.  prftg- 
iwntcn  Sätzon  dargelegt  wird.  Den  Anfang  bildet  die  pmktisulio  Aekose. 
von  da  erhobt  sich  die  Seel«  zur  Bctrat-btuiig  d«r  Werko  Oottt«  in  dur 
Srlnl|ifiing  {ifvann^  .'ftta^'a),  um  »ie)i  dann  aufzutH^'hwinguu  zur  [H'fftiuij  %ov 

K'»e  ;ttolopa,  in  welcher  sie  ihre  Ruhe  findut.  überall  bewährt  er  sich 
SehQler  Symrons  des  JUngeren;  er  hat  jedoch  den  Fantlieifmii»,  an  den 
leoo  vielfach  stroift,  llbcrwiuide»  und  den  Begriff  der  Mtacig  der  Men- 
•dltiti  lN!«ünunter  gofiui»L  hivw  Vorzüge  »iclieru  ihm  eine  liervurragi^nde 
StaBv  unfur  dun  byzantinitiche»  Mystikern.  Die  Titel  der  handsL-liriftlich 
■  rhaKenPH  .Schriften:  //fp!  il'vx>,y,  t/ffü  naffti^fi'vov,  Ete  rr;)'  ov^nifffv  xal 
iixli^atrtatiKiy  {«^ipj/n»',  Aöjoi  n(inifft;tii*tii  »rj  »rjr  /imovtar,  ttfifl  loti 
m^  dttöra  a.  a.  w.  laicsen  deren  Inhalt  mehr  oder  weniger  erkennen. 
Hiinuw  geht  auch  hei-vur,  diuts  Niketiut  unmittfUiaror  ola  Synieon  äer 
Jtagore  an  den  Paeuduareopagiteu  sich  anlehnt. 

I.  AuBnbva:  Dia  3  Kviitnripo  ed.  |ir.  -filoicnlLi«  mii'  f»(>iiii-  i'r;^! rijfui',  Vonrtlig  1782; 

lABHlrarkl  bei  Hlgn«.  i'alr  gr.   120.  '^>2   -lUOU.  —   Di<>  Abbanrlluu|;   llfgi  lov    Jui  //(poc 

>»r  pd.   |ir.  A.  Mai.  Nova  PiUr.  bibl.  b  (Uom  18411)  4.  ll'<  IT.;  wm<l«rliolt  b«  Migna 

"    10)>S~1012.    —    KiiiiK«    rrMinente  ans   a«ini-r    Vurrodt*   tu   Symoonn   Ilymnen- 

MsaÜMW    bei    L   AlUlins,    DUInba  da  Syinconuiti  ecriplis  ^.    |.'>2.      IMi^m!    Vurrv<)u 

nlUto«it  L  a  in  cod.  fari«.  8u|>i>l.  ^.  10»  moc.  14  M.  I     14'.  —  Ui»  Sohiift  nur  Vor- 

tmÜgmifi  SriBVOtiM  (scheint  wrlorrn  zii  sein.   -   U«iier  dio  ViU  Sym^onia  \g\.  §  63  Aum.  3.  — 

Bi»8«bflil    e«ecn  diu  l.atninrT   in  ilnr  IT^üerRetiiing  (Ina  Kuidinnls  Htiitibert  und  mit 

n  WidvHnßaiie  bai  C.  Will.  ArUi  i>t  iwri|irM,  üvrim  IftCI  S.  126  — lüO:  nucli  >ipI  Mignv 

a.0.  K'll      1022.   J>aii  gricdiiaehcii  Tnxt  M.  pr.  A.  D^nKttriikopuloB.  'liril'it.  Iltlllio».  1 

Dg  l'*W)  18— S6.   —   Ein«   twcitc   Rcbrifl   ßngon    dio    LnUiui-'r   uiiil  Arineiiior  tit.  ur. 

largwnrfllher.  Monnmcnla  K»eM,    Kcgi^nHbiirg   IW9  S.   I»'J     ir>.'i.     Kiriu  aiidurv  Ab- 

llnBf;  s<«<?0  di*  AnBcniur  «Wit  in  cod.  Vindob.  tbool.  2S3  M.  UU'— 124'. 

3.  UilfHiniltel;   L.  Allatiua.  l^iulribn  de  Niwli«  od.  A.  Mni,  Nova  Palr.  Uibl.  C 
lK.;(f  2.  10-12.  -  Kinlg«  II™  » t-m-itlinel  FubriciuB.  Üibl.  «r.  7,  7.'>3  f.  -  Kiiia 
4(7  .^btirU'H  d»«  NikuUd  mit  37  N)iDinii>rii  boi  A.  Di'uielrnkopiilos.  'Kr*L  ^i^Xiii^,l, 
i'i.    Xthrrt*  4vt*t\luin  wollte  DcDietTiiltupulo»  in  seinMii  2.  liando  hcrauecobca. 

6Q.  Nikon  iNfxm).  Mönch  des  Klosters  Haitliu  auf  der  ttinnitisdien 
RtDiiDKd,  verfallt«  eine  noch  unedierte  iimfangreiphe  asketische  Schrift, 
Ai-nn  liandschriftliche  Titel  verschieden  wind.  I)or  kllrKeste  lautut:  '£■(>- 
tUjtiia  twr  ütiuv  irtoXiär  ro?  Kr^i'ov.  Nach  einer  Vorrede,  die  Montfaucon 
T»rtffentli<;bt  hat.  lobte  Nikon  unter  Konstiintinos  Üiikas  (Hir.l!  liu;7). 
Dw Zweck  «einer  Schrift  war,  ein  Kompendium  dur  Askctik  zu  schaffen, 
4i  die  vielen  Bücher  erseteen  sollte,  welche  hei  den  durch  die  KinfilUe 
^vSuazeoen  verursachten  Wandoningen  der  Miinche  nicht  tnitgcnoninicn 
wrfwi  konnten.  Nach  jener  Vorrede  befolgte  Nikon  das  Heibpiel  dos 
Vilnrli««  Antiocho«  (vgl.  g  59).  Im  Unter»oltiedo  von  der  Schrift  des  letz- 
twiB  boKtehen  die  G'i  Kapitel  der  'EQUtjn'ti  t]vs  Nikon  vnniclnnlich  au» 
^^tentellen,  an  die  Nikon  sein«  Bemerkungen  anknüpft,  während  die  hl. 
^hntt  bei  ihm  in  den  Hintergi-und  tritt.  Seine  Ilauptnutorität  ist 
■''•hannan  Chryttoftloinos.  dann  Bai^io»,  Orcgor  von  Na/.ianz,  Athanasio« 
"w  Alfiandrien  und  alle  früheren  Asketen;  von  dun  V'üniikänern  kennt 
«■  wiiugHloiiü  (leniena  von  Korn  und  Ignatios  von  Antiochien.  Auch 
Udi((inlobea  uud  Synodalbcstiminungen  werden  hier  in  grUt»er«r  Anzaltl 


156 


ByuatiBlHk«  Lttterktai^sohlcht«.    I.  Prosalach«  Lltteratnr. 


herböig<«zogCD.  Dio  Zital«  sind  in  der  Regol  «ohr  genau  bortiminl.  In- 
hiiltlich  konimcin  dii*  verschifdonsten  VvrliUltiuHite  des  pr»ktiü<:li-rfli}Hi'i.wa 
Lfiboiis  ohiio  «ystiimatij'clio  Ordnung  xiir  Darhlelliing.  l>eiiir'fnK'ii  Vtr- 
fmsitr  u-ird  such  t^'iiio  kiirzo  Ahlmndliiiig  (Ihcr  das  Knstuii  Marift  und 
cino  Strcitocltrifl  gegun  diu  AriiieniiT  EUgc»cliriobon. 

1.  l]#ii  I'Tolog  mit  Niirl<rii:>itnn  nhnr  Nikon  nnn  cnil.  Coinl.  117  n.  13S2  ai.  Maut- 
rmioon.  Bibl.  (!oi»l.  K.  ISB  f.;  HliRoilnickt  boi  MiRno,  Pjitr.  gt.  127,  513-516.  -  DW 
Kni'itrtübF-iHvIirifti-n  iinil  maa  (.iHtc  iIct  dnrin  nngnfQliiloD  VAtsr  nua  ead.  L«ur.  f\.  ß.  4  miet. 
HWi  lluiid>iii.C«li>lagiM  I.  US- 100:  wiodcthciU  liui  Higao,  Pntx.  gr.  106.  1360 -IS'«!.  - 
Alliiere  Hw;  CoJ.  I'nri«.  1077  hbpc.  13.  codd.  CoUl.  l'ja  oae«.  U.  i97  »wc.  12.  298  ante.  IS. 
cu<l.  Taurin.  :!U<  luiui-.  12.  cud.  Moiiilc.  1+<  ew.-u.  13  u.  m-  a.  Di«M  Uim  wbeÜMn  beiUnlaol 
vuti  «iiiHiidtir  iLlixuwL-icliuu:  Hl^)l^  oft  fühlt  u'k-Ii  dur  Niimu  dM  TerEuso».  —  Das  OjMuadBa 
ii4<  JHJiiiiiu  ndpuiii«  iD  cod.  l'ailn.  1:{T0  u.  1297  Tu).  (16-  TU.  Hier  iMrun  skh  Nlk«ii  M» 
■ItOoklii'li  surfteiii  Uuub  iwr  V,'"^''i"'>'  ""'■'  ''''u<ta)i-  r«il  xi'pi'on,  Vjtl.  Cotelortus,  IwcImiu 
grnncn^  monuni.  3,  M4  f,  Hivr  vird  it  auch  aU  MCncli  d««  Klcat«T8  ßaiiku  bMcieha*!, 
wkhrr^d  im  rod.  UoIaI.  122  ein  IUtk  ini  I.ilisnonfioliiel  al»  sein  AnfMitWtsort  onsngtbfi 

wild :  ir   tip   Ö(mi    JVitiipti   r';i   l4ynu^ria   Ilnyii6ilf4inr. 

2.  Voll  All aHtnsioa.  Disriiiif  von  KÖsArvin  in  PaliUtinii um  Kndo  du«  11.  Jiilirlmndrrti. 
gab  Cittelcriui.  Kvcl.  gr  niuniiincnln  :i,  4:13—^7  fbei  Mignr.  I'atr.  gr.  1^7,  h'iO  .VJ.'-l.  rin 
tiFliriftcbun  n»p'  ci/orfinv  iijc  Afornioi'  hTnuii.  da»  mit  dem  sonbon  trwilhnten  *on  Niku« 
8«ibr  nubc  vurwimdi  scio  null.  —  Kinc  Wionnr  11»  onlliKll  von  AnaBtuBius  pino  Abband liint: 
aber  dl«  7  KiulviiwuebcTn.  trod.  Cbisiiui.  K.  IV  11  ancc-  12  bringt  vun  ihm  tVagmeuta  «i 
tibru  Iheraimutioo  do  roniirfcotionc. 

WIt.  Johannes,  Pati-iartdi  von  Antiochien  unter  Alexio«  I  Komnonm 
(11181  — 1118(,  fiüh»n- Mönch  *r  r;j  "WJ*('p  ii;ff(ji,  <>rhob  ach  in  einer  schuf«) 
Schrift  gegen  den  Missbrauch  dpH  Charit^tikiarierwo^enB.  daa  unter  den 
genannten  Kni)i»'i-  bo-sondi-rs  im  Scliwnnge  war.  Kr  erblickt  darin  eino 
Aufeindung  des  wahren  Zwecks  der  KlUster,  diu  er  wie  alle  Übrigen  in 
den  frilhoron  .Jahrhunderten  auf  dio  Mat-binalionen  doe  Teufel«  xiu-ikk- 
liihrnn  zu  uiilHson  glaubt.  Es  herrmdit  in  der  Sehrift  ein  Ton  edler  EnU 
rilstung.  wie.  mnn  ihn  in  Byxanic  mir  selten  hlirt.  Johannes  zeichnet  sich 
darin  auch  aU  ein  gut«r  Kenner  der  ib«keti»ehen  Littcratur  aus.  dei-on  Enwiig- 
niAKu  er  hl»  auf  die  KatcchiiHcn  Theodors  von  Htudion  fast  alle  uufxihlL 
Theodor  Iial»tini()u,  einer  seiner  Xachfolger,  erinnerte  lui  dieise  Schrift  id 
»einem  Kommentar  xa  den  Konsilien;  wir  kennen  aber  da»  Klosterlebeo 
von  Byiiauz  noch  zu  wenig,  nni  sagen  zu  kftnnen,  ob  dieser  l'role«!  ein«! 
Erfolg  hatte.  Die  übrigen  Schriften  des  Johamics.  —  darunter  auch  eiM 
Stroitechrift  gegen  die  Lateiner,  —  sind  noch  unedicrt. 

1-  AiisRab^ii;  hie  Hckcitt  lUei  fionaotitc^t  diitttaraXint  «A.  pr.  J.  lt.  Coteleri 
Kccl.  gr  nionumcnta  1  (Ili77]  l^d-  191;  itb^iednickt  b«i  Mij^iio,  Tutr.  gr.  \X1.  MIT— II 
Eine  Steile  siis  dem  Dricf  «n  den  Kntbisi'bof  Thtmdoron  von  KphMo«  fd.  k  Allatil 
Do  Hotflto  pt  interetitiin  in  lollntionc  nrdiniim  elinin  npiid  (Srnncon  Hurvaiidis.  Kon  1838 
8.  •iih.  ~  l'ncidiertn  .'^obiillnii:  lUgi  nCi'/Jw  in  rodd.  Ma»|.  Kyti.  tOH.  'ihi^.  3.^5,  toi. 
Booon.  biU.  univcrx.  2412,  Vnlicnii.  .'MO,  Vallirnll.  B  43  »iidc.  1»  fol.  183,  De  miflnito 
Mr|ioriH  et  nnngtiiniB  Chriali  in  oodd.  ruriK.  Wl  naet.  14  Toi.  £32*^40,  iltria.  IIKI  MM. 
18  fcl.  2U2-314,  r.*Xo)-«i  »<i*<;u*-i  in  cod.  Vindob.  thool.  241  fol.  1—136'. 

2.  Biir«miltel:  Oudin.  Commonlar.  de  acriplor  eucl- 2,  )m2 -850. 

3.  ItcfoiniutiMiHelic  HcBlrohun(:iMi  tnten  noch  krSfliicur  bpi  Enstnlhine.  dMn  bth 
lObmten  Metroi>olil«n  vua  'J'he.-oiiilonike  lll'&'-c.  1194).  hervor,  besondvrn  in  dor  SdiriR 
'l.'n  1*0X1  Uic  fliaii  iioi-njrinoi!  ^jii  dtD(i9»>n(i  luir  ntg'i  nrisr,  «uf  deren  Tondunn  ivlion  oben 
(S  !•!>)  hin  BD  Winsen  wnrd».  Ed,  jir.  L.  Fr.  Tufui.  Franbfiirt  1832;  Hheedruekt  hei  Mign«, 
Pstr.  ST.  13&.  T2fl-»00.  Tun  Tafel  auch  iti»  Deutsche  abenebit:  Hotrnchtungrn  Ober  d«a 
MihicfeasfMid.  Ana  dem  Griechücli»n  des  Eiwtalhine  von  Thewaloniob.  Iledio  Ü47.  -  Bt* 
Miena,  Palr.  gr.  136,  217— S64  ein  llrier  de^  Kiintulhio»  an  oinon  äl)-]il«n  von  TboaMr 
lonilo,  worin  dicanr  «indrinRÜch  «n  «ein«  l'flielil'in  «irinnrrl  wird.  —  Einen  trwffbchM 
Hewoix    fdr  den  tCrnst,  mit  volchem  Ku«t«UiioH  dnn  ohriMlichn  Leben  seinon  Di'Sc«Mn(o 


in^ 


i 


1.  TbeoloBio.    C.  Asketik  nod  Kjetik. 


66—67) 


157 


•intcIlAffte,  crg«b«it  twiac  4  l'aiiteiiiiredigteD.  bti  MiuiM  l:'..'.  ->'U— TZ^.  Eliuoiiu  V20— iieD 
•«Itara  L'ebemotc  einer  fnidilt>arMi  boniiletincliiMi  Sjiiifi.-.l>'l!<<rio,  dflnirtli»-  uiiw  RmIi* 
ütf  4(a  Begtaa  üca  JiUir<^  wotdie  uaf  ilio  Kabeln  ilrt  H]>liinx  anil  lior  ,SkvlU  anqiicJt.  Ala 
fwmt^fjräuit  Icraua  wir  ili»  keiiii«n  Onrcli  Hciijv  Lubivdi-n  auf  d*ii  lit.  Aliikpo«  und  Mino 
Qmommi.  m  der  er  rioe  Hißi'nx'}  aryyiivqi]  \<vimir.\v.  auf  Dl■ml^trio>.  den  .SchutdisiliMi 
Mb  TliiinniilniHTrn,  und  auf  Philutlieos  0{>Hikiiii>us.  ilio  nicli  altv  von  il?r  vchciuatiaolMii  B»- 
badttoBit  des  M«tubras(«ii  WMuntlicli  eiitr«riK'n;  l<t'i  Mignr.  Putr.  i,t.  13ß.  Hl  RÖl.  — 
Im  eod.  Esevrial.  3&  M«c.  IS  rol.  !>6'  — 60'  eino  A1>1iiiii(t!iiiiic  «Iva  Kuslathios  £iV  ro  AVpit 
fl/y»*.  —  U*twf  Bubilbin«  als  frofansohriflRtciUr  vgl.  Kruiiibacliur. 

4.    Wvitar«    askottsrli«   Srhrift«t*ilor    des    12,   nrifl    13.   Jnlirhunilurt«: 

I.  In  dM  12,  vicilnidit  noch  in  dnii  II.  Jalirli.,  nilt  di<i  l^^bonntMl  dos  Bi^otiofeD  Tfaeo- 

dar««  von  Andida  in  Küpiiadokifiii,  düT  in  andcrRB  Hu  t.  (t.  codi).  Vatic  430,  640.  1  lAT.  Parib. 

13Aä  awc.    H.  AUicn.  360  h.  12  Nikulaoa  gnniLunt  wird.     L'nli^r  di^in  »rdtoren  Nain«n  gab 

S    Mal,  Nora  l'alr,  kihl.  6,  2,  M7— SM  «ine  »p'.anupi'n  nfpi  riüf  (V  15   Sti^  Ititov^yiii 

}ti«ftirmr  atfipoXar  rat   ^cdrijpi'air   burauB.  wi-ltlie   den  UHkflmclicn  Zweck  verfolgt,    üon 

Mmtmn  die  SytnbuJisicrung  dea  |;aii£cn  irduiclicu  IivIil-ilb  tl»  Hcilundno  dumb  diu  Liturgie 

atoilprigwi.   Wiederholt  bi'i  UiKD'!,  Putr.  )cr.  I4i<,  4IT     4<J?     Auf  ditai- Svlirilt  i;«<bt  unvb  N. 

Craanoaeljcer  d^r  (trltwl«  Teil  der  M}'6tjiK<-uie  lii-s  P»euJu*^'i>pbioiLj(js  xuiUck.  \)et.  S.  67  n. 

%^<.    -  y.  Line  kinoe  AUiandliini;  1I((>'  i'ovr.Knji,-  rnarirniiJaisii«  von  ein«'iii  K!<iatervortitub«r 

I  >•  au«  dem  12.  Jahrbaiidvrt  »tebl  lateiniacb  in  der  Dtbl.  maxini,  Psir.  l.nt(dun.  23.  750 

■-    Uricrliifleb  ist  w  in  mebraron  Itsc  vurbaiidon.  z,  ß.  in  cod.  VaticAn.  ral.il.  ßl  naue.  13. 

M.  m  -  1^.  rod.  Pnris.  1680«««.  14  fol.  74 -TG.   In  md.  l-Af/>r.  4t>4  •>.  U  M.  lli  Unt*t  dn 

tltal:  Km«titiof   ^wwjfvp  n^nfni^tv  «n!  ■J/aii/iiVoi'  Uitfiiti  icür  Mithjitiuf.   withtond   dio 

Haliwailiiii  ihn  tam  Vomtand  d««  Säbbaakloalnr«  Wi  Ji>ii]«nli>m  mnrblcn.  /Ht  und  AurnnUialtn- 

Drtd««B*Kilio*  "ind  noch  nühi^r  za  bnitinunon.  >   3.  Mehrrri*  jittkctiHrliii  Schriflcii  dm  I'otroa 

Damnufcoii.   au<-h  Potro*  Mannin  genannt,  dar  uni   ll.^Cf  gelnbt  ha\ien  soll,  sind  vor- 

id'D  ^.  II.  in  doD  rudd.  Monao.  318aaee.  IS  fol.  28tj-291.  Pnriii.  11:14     »7.    V|(l.  Pubri- 

n.  MM,  gr.  ö.  7lf*;  11.  336.  —  Dioaer  Petron  wird  uucli  iila  Vcrfiiüser  von  iwri  SfUrilt- 

Mfk'ii    Ol'Fr  da*    Abendmahl   bulradibet.     Vgl.   äteiti:.    .lulirbCichi'r   fdr   deutdcbe   Tlieo- 

hei*  IS  itMJ^I  23—31.  ~  4.  Uebrure  Schriften  einoaTbeoduru^.  BiBdiufa  von  Aluiiia  in 

HitlBwIiiid    tat  Zeit   de<i  Utcinisebtiu  Küiüerreioboa   in  Kpd.    bowiLbrt   ein  ciid,   Vuticauus, 

I  A.  Hai.  wie  gewObnlidi,  nicbl  nh\wi  bcztii^bnel  baL     A.  Uui.  Nova  Patr,  bibt.   fS,  2, 

l'-U97,  eatnabn  dettiHvIbeu  nur  «iu^ti  Ueridit  Tlieodon  Qber  seine  iiastornle  ThUlJgknit 

l^nd«  dar  AlaMW  an  die  avraiot  /rilijuuran  in   Kpel,  die  hisloriscMS  Inleressn  bietet. 

'VUMholl  be>  Migae.    Pati.  icr.  140,  3>i8-413.    Kiuo  dincr  Scliriften  in  10  Abschnittan 

irt  VStu  biititKll  und  wi>bt  aMkeliseben  luliattes. 

67.  Qregorios  Sinaites  (rpr,r''pi'>s'2ii'nrfi,$).  geboren  in  Kukuloa  b«i 
KlitoneiiBe  als  Sühn  eiiK^r  nnohc-ii  und  voniehiiii'n  Kiimilic,  tiol  in  die 
Gffan^tuichafl  der  TUikun .  aiw  dur  «i-  aber  duR-b  diy  llilf'o  oinigt^r 
'ibu)i«iisgono««sen  Iwfreit  wunle.  Von  Cypuni  kam  or  imch  dein  Büfgo 
Sbai,  wo  er  MOiich  wurd«'.  Von  di^rn  Ijiiiaikloäter  Hiedelt«  er  nach  dem 
B«8»  AüiM  Qbvr  und  ti-iit  hier  unter  Androniko»  l[  Halaoologo»  (12B2 
fa  l:)28)  reformatoriiuili  auf.  Er  gilt  aU  dor  BogrUndor  des  Uesy- 
nhims  auf  dem  Bi>rgu  Athnü.  S<.-in  Schiller  Kulli»toT<,  Avr  »tpStcfO 
v\\  von  Kpel,  widmete  ihm  ein  Lebennblld,  das  reiche  NathriobtL-ii 
IW  Min  uiistctee  Wandern  von  Klooter  zu  Kloster,  von  Land  zu  Land 
{Sil.  Tnlor  (licM'ii  Uin^ilAndon  konnte  Oregorios  keine  bedt-utende  bttera- 
iMw  Tlifttigkeit  entwickeln;  dock  hiutoHitiiH  er  einige  kurze  aakotiRche 
S'rliriftoii,  voll  denen  eine  Sammlung  von  137  KuffiXmit  die  umfang- 
rriLh>u-  tot.  Da»  durch  die  Anfangxbuclistabcu  gebildete^  Akrostichon  -iiiyot 
ii«q*^  rttffi  t'noXiZt;  Joyftäiur,  ajtftXöif  x«i  ^nayyrXimr  ■  trt  Si  7r*pi  Xvyia- 
JMT  jtti  ^a^mr  xai  rt^fcÜi-  -  in  di  ntfii  t'^avy^iui  xa!  n^oitfi'X'^i  ^bt  den 
labalt  diiui«r  Uim!  aneinander  gereihten  Sentenzen  zur  üenflge  an.  In  zwei 
■mit'Trn  kurxeu  Abhandhingen  spricht  Gregoiios  im  Sinne  der  heiü^'chaa- 
tiMibwi  Uytttik  von  dei-  'Havjii'a  na'l  ^^oafvx'l,  "'""^  jedoch  die  Theorie  vom 
Lichte-  vorxuttugeii.     Kr  emxitiehlt  nur  einige  Asketen,  wie 


ISS 


Brsuittiii*ch«  Litt«ret«rg«aehiclit«.    L  Pro«u*cb«  liitWTktBr. 


JotianneB  Klimax,  Maxbaos  ConfeHSor,  ijymeoti  den  JQngeren  und  d«eeM 
äclitller  Niketiw  St«th«to8,  eadlicb  PliUotbeoa  Sinait<>.4,  Kor  LektUre.  all?' 
andiTAn  oolk«  d«r  A«k«t«ii»<;hQl«r  bei  State  Iumil    Kinigo  andere  .Schrift«» 
d<M  Oregorios  eohctnvn  noch  aDvdifrt  zu  sein.  M 

|.  Aunitabe:    4  Schriften  das  äri>i(oriM  ad.  nr,    w  #tlo>alia    rvr  Itfitir  nf<ifi«^P 
VenMli«  ITH-2;  abiir^rurkt  b»i  Mi^ae.  P»tr.  rt.  IM,  1240-1886. 

2.  Ililfsnitteh  Fabrieius.  BiU.gr.  II.  632  TenakliDet  ünigtUm.  —  Dun  et* 
Puri».  ämnl.  cr.C4  sa»c  E5  fol.  119-184:  Efistoh  ad  NipltMen  i«  nodi»  vnaii.  roi 
aüib«il.  378  «u  18  toi  117'— 126":  U«^  >}«i';>i«imV  ttc  —  Du  UbM  da*  Gragorie»  8üiuto 
voaKatliitlnii.  rntrinicbenmiKH  (13-^  &4. 13U— 1868).>iL  p.  P»mj»1ov»kij,  Pclm- 
burR  l^tM.     Vgl.  II.  /..  4  (inSb)  EOO-  202  u.  S  »1  Kum.  4. 

S,  Ili^r  rnd.  Vnlicaa.  TSO  brvahrt  .10  -liyM  ijav/avrtxijc  nap«xllj7efni{  von  «iiwm 
Kalli*laH  Unlit*(iiot«s,  il*r  «mbncbniilkh  n  der  iw  14.  Jahrbandert  blobondeii  Fanuijj 
itr  MulitMikilaH  gnUrt. 

BS.  Nfkepbmxu  f  A'ix^V^?*^')-  MSnch  auf  dem  B«rge  Athos.  üt  n«li 

QoorgtCKi  Hinailoit   der   frata   litlerariRche   Vertreter  des    lie^ychast^ntui 

im    H.   Jahrhundert.      Er   gilt  »l8  der  geistliche  Lehrer   de»  (iregoriM 

l'alaniUM  und  iiIk  der  Verfu«M>r  einer  Ähhundhmg  //(pi  vr^tf'tbh;  »al  yvia*^ 

tietQr)iiii,    welche    ans   Exzerpten   der   Biogiaphien    verschiedener   Askoti.'a 

von    Antonio»    und    Thendasio»  K<%iiohiarchoii    bitt   Symean    dem  .IQnger«ii 

hc8t«ht    Miil    einer  jeweiligen    Erklurting   der   darin    enthaltenen    Leli 

Zum  SchluMO  empfiehlt  er  das  hef>yehaetiHcho  Gehet. 

Ed.    pr.    P.    Poasinus.   Tbeuimta  Mceticu«  S.  404  ff.;   «u   d«r    •hXoxaXia 
Ufü»  »•ijnri«uc  wj«dnlialt  bei  Mif[ne,  Patr.  gr.  147.  W-S— 965. 

69.  Nikolaos  Eabasilas  {Sixihioc  haßtiaiXai),  der  in  einigen  Hs 
Bchriftoti   den    BL-inamcn    Xttjtiutög  ftlhrt,    ist   der  letzte   hervorragend 
Mytttikar  von  Hyzunz.      Die  erste  Würde,    die  er  nachwei^thar  bek)ei<l 
war  die  eines  Sakellarios.    Wahrend  des  Bürgerkrieges  zwischen  Johannes^ 
l'iilaeologos    und  Johanne.^  Vi   Knntakii7.enos   nahm  er  Teil  an  den  Erei| 
ni.ssen  dureli  mehrere  OesaiidtÄchafkin,  die  ihm  von  Johannes,  dem  Pati 
arehen  von  KonUntiuopel,  und  Johannes  Kantakuzeuos  .seihst  auf^etrage 
wurden.     Letzteren   begleitete   er   mit  t^jmetrios  Kydone«   in   da«  Khx 
räir  MaY-ytivm;   wohin  der  Kaiaer  sich  xeitweilig  zurückzog,   und  erfreu 
sich    (lalior   der  hc.'fon deren  kai.serlichen  Oun.'«t.     Nach  der  definitiven  AI 
dankun^  rloM  Jnlnunies  Kantiikuzenos  bestieg  er  den  crzhiRchflflichen  StuI 
von  TheNsalonike  al»  Naclifulger  seines  Oheims  Neilot<  Kaba-tÜns  (vgl.  g 
und  ftUrb  im  .lahrc   l:i7I. 

Den  Uulim  ileH  Nikolaos  Kaba»ilas  aU  Myfttikera  begründet  in  er 
Linie  eoino  Schrift  /?*?»  rt"?  ^v  X^tai^t  f«»;«  in  7  Büchern.  Er 
von  dem  Grinidsatze  aus,  das»  der  Christ  da»;  Lehen,  da«  im  Jennoit»  seil 
Vollendung  Hndot,  schon  hienieden  beginnen  müsse.  Biesos  Leben  besteht 
aber  in  der  '\''«reinigung  mit  ('hristiLi  und  wird  durch  die  ft  grosäen  Myste- 
rien bewirkt:  Die  Taufe  teilt  e«  mit.  die  Firmung  verleiht  Bewegung  und 
Wachstum,  die  Euchiuistiu  verbindet  die  Seele  mit  dem  auferstandem'ii 
(^iristns  (1.  1—4).  Der  Ocilnnke,  da^s  der  Altar  die  Wurzel  der  Mysterien 
itei,  leit(^it  über  zur  Betrachtung  desselben,  seiner  Weihe,  seiner  versehi*- 
denon  Teile  und  seiner  Symbolik.  Ihirch  die  Übung  der  Tugenden,  d« 
Oebetes  und  der  Hetrnchtuiig  wird  das  Lehen  erhalten;  es  findet  seinen 
AlwchluxH  hieniodon  im  Uenusso  (Jutt<^'s  durch  Liebetuchmcrz  und  Liet 


1.  Tbeolofi«.    C.  Anicetik  und  Hyatik.    (g§  $8-«dj 


159 


b  (L  & — 7).     Id  dieaer  Anlago  seiner  Schrift,  zu  welcher  sich  in  der 

■rtinischon  Askotik  kein  Gegenstück  fiiiJel.,  ist  Nikolaos  durchaus  t«!li>- 

m^.    Inhnitlich  int  ur  Hhhiingig  vun  den  Hchrift^^n  de^t  I'üeudnai-fopat^itori, 

■nzigen  SchrinMiuHcrs,  den  er  «•imnal  unfllhrt,    Mysttii^chen  IiihaltcH  ist 

F  twiue  'Kffiit^rn'a  tjj<  Ötiaf  i.fnorfy{ac,  welche  die  inncir.  HymboÜReho 

eotunfi   der   UtnrKiBcIion  Handlnngen  und  Gebete    uiiäführÜth  darRtellt. 

k'n-  liturgiwhe  Sthrifteii  sind  noeh  unediort;  ebenso  eine  Ahhandliiiig 

diu    Menächwerduiig ,    die    judeufttlU    auch    zu     «einon     ni>':iiti»chen 

gebSrt.     Nikolao«!  beteiligte  sich  anch  an  don  theologischen 

rovortien   seiner  Zeil.     In  dem  He^ychaxtenntrcit   stund   er  auf 

L<itu  den  PalRina.'',  wie  die  Unterredung  zeigt,  die  er  mit  Nikephoros 

>T*8  hatte,  olino  «ich  jedoch  nuf  die  Tlioori»  des  unerschuffenen  Lichtes 

nJBTJ —       Näheres   Über  seine   Stellung   in    diesem   Streite   würde   die 

iptoUichung   Heiner  Schrift   Adver^un   (iregorae   deliranti»   Konuiiu   er- 

n  buMii.    Sein  Standpunkt  in  der  lateinischen  Kontrovome  er^ 

ams  der  schon  frflher  erwilhnten  Vorrede  zu  der  grossen  Streitschrift 

I  Oheirnt)  NeiluK.    Auch  in  tier'fiftfti^vn'a  n';  !ftiai  itnovQyiat:  spricht 

ib  gegen  die  Lateiner  aus  (Kap.  29  u.  :U>J.    Eine  weitere  Gruppe  von 

ten  boiit«ht  aus  Homilien  auf  Feste  dc^  Herrn  und  der  hl.  Jungfrau 

uui  Hoden  auf  tieilige.    Davn»  nind  die  bhikoniien  auf  Demetrio»  und 

Ipn  %'on  Tliei-^alonikc  gedruckt,  nebst  einer  Hede  gegen  die  Wucherer. 

zeigt  darin  rhetorische  Gewandtheit.    Hundscliriftlich  gehen  auch 

riselte,    philosophische    und   logische   Schriften   unter   seinem 

Gednu'kt  liegt  davon  ein  Fragment  steinef"  Kommentarji  r.n  Ptole- 

vor.     Uistori»chvs   Intere»»»   durften   »eine    Briefe   bieten,   welche 

Korreflpoiidenz  mit  der    Kuiseri»  Anna,  Dunietrios  Kydoncs  und 

rn  hervorragenden  Zeilgenossen  zeigen. 

I.  AD«£Ati(in:  De  Vita  in  Cliriato  II.  7  ud.  pr.  W.  Gnss.  Die  Mystik  ilca  Nilcolniiit 

H  nm  LotK-n  in  Cbriato,  Oreihwnld  ItMiP,  i,  \^2(I9;   »bgc<)ru<<kt    bei   Migiin, 

',  150,  49S  -IUI.    Einige  Annftge  sdion  frObcr  von  P.  Arcudiua,  lA.  7  du  conconlia 

mmImiI.  «1  ociratrü..  Paria  1628  S.  180-  IS»  und  von  A.  Julin.  TIicoIük.  Studien  n. 

lA  (IWS)  729-"46.  —  Vit'Kf/iijrtla  nj<  Oiitif  imatQyiat  ed.  pr.  <Fruntu  Du- 

~il.vH.Patr.BTHecolaL2|FarislA34)200ff.;abg»Jrucktl><-iMigD«a.B.  O.SG8-492. 

_rMl««i  aar  dl«  bl.  'rh«od<ira  in  Acta  SS.  Ai>ri1.  1  8.  I.V  -  LIX ;  bei  M  Igno  a.  a.  0. 

~    Dm  RnkoMiion  auf  Domatrioa  ed.  pr.  Theophilos  Joannn,  MnifuT«  «ym- 

I,  Vpnc<li)t  1^  8.57—147.  —  Dur  ^i}oe  x-ttl  toKiiörtmr  vtTto\\»tHmii^t  nach  coid, 

(170.  P213  W  Hignn  a.  o.  0.  TZ»    749.       2  llrinfn  oil.  A.  PnpfldnpiiInH  Rora- 

U,  Xrilpyt.  IltilaiBy^aif.  ttskilar,  2.  iloilnXP  zu  Itd   IG  (Knol   IK^.i)  14,17  f.  oiw  coi), 

Ik.  1&7.  irt  \0  autogniplii^  Ilriofn  dfw  N.  Knli.  an  s^ini^n  \'iil«r  und  an  |  Dcmcttio*'.') 

wmm  miUiAK.  —  QaaptfunJeruboD  für  din  unpdinrtcn  Scbritlun  sind  u.  u.  ood.  Carin. 

Ih  fol.  1  —  309   leDtliAlt  licnnndm  liüTnilnli»ch(-  und  rhutorinoliu  i^clirirteii.  anHi 

^Hgramne  n.  Il>  tlnefe),    cud.  Cui>l.   S\b   suou.  IT.  wulimelK-iiilich   di«    Abeulirift 

BptMi  Ms.  ttxt.  Viudub,  tb«ul,  207  fol.  1-   4Ü8   (Inbult  u.  AnoidiiuiiK  ftt^nan   fie 

1218).   ood.  Fiiriii.    I24t!  HUitc.  15   fol.  11t)  -i:i:}  (niolimi^    llomilien).   cud, 

5  Fol.  7^^139'    (CummvDtar.    in  IHulouifici  consttiiclionia  1.  3).  cud. 

pL  74.  13  (Briwfe). 

lliiramittol:  FabricioB,  Bibl.  er.  10,  25—80.    —   Meliroros  xu  seinem  l.obnn 

c»  Kantakuuno«,  IlMtoriau  I.  3.  Mignc,  Pflir.  p.  lUX.  1131.  I3R0.  1293;  I    4, 

12-'>.  2S■^.  IKn  UnternMlnn|[    mit  Nikculi'^us  (!ri>tj;«nui  fliiAfUbrlirli  nnilbtt 

in  »einer  iri»lnr.  1,  22  r.  4     I.  24  p.  1,  UifCn»,  Patr.  rt.  14S.  132«     1433.   - 

Daral^ituni;   Rainer  Mfatik   gab  W.  üasa   ata  Kinicitnng   xu   der   oben- 

I  {8.  63    Sie). 

EfldedM  14.  Jakrfcunderia  vcrfamtm  Knlliatos  und  Ignnlios.  beide  mit 

Xantliopatoa,  sw«i  M&ncli«  aar  dorn  Brrgn  Atlios.  ein«  Siliiift  unl»r 


100 


BjsaaUaiaclis  UtUntturgeBcluctaU.    L  ProcaiHliB  Utt«ntiir. 


il*m  lltcl  U{9oSot  xoi  «nruV  air  9t«>  nv(i,?yVi  wuria  uie  den  VenMcli  Rmelitoa,  eis 
tiscbus  Lbbrnyatom  berzuHtolW.  Dii-tter  Vi-nudi,  dm  SjmMn  von  Thn—Uaik»  i 
lobt«,  iat  nicbl  gelungen;  diu  cinulnvii  Ka|ii(el  rabMi  meb  am  tkunmaiich  »aeiiaaidet 
der  FortHvbnll  iu  d«  Erörti-niuK  «ird  tmr  darcb  sckwoifHllif-p  l'ubotjlag«  cnklt  \m 
einieloen  «iilbOlt  ubei  dio  Sclinlt  uiuucbBS  Wertroll».  Auä  d«i  +ailiHr«il(R  rwc  b(Wr  nft- 
rour  «liKvdrackc  b«i  Mign«.  pAtr.  gr.  147,  G3<t-  812.  Ein  PrachlexeiatiUr  dicMi 
Sclirifl  isl  d«r  codex  Taiirin.  3&2  »aac.  14.  '-  Kalliato«  wurde  später  Patnu«b  vo«  Kpl 
(139T)  and  veffAWite  nabracbeinlidi  die  Kttfoktiia  ,i«pi  npAati<j[ijv.  welche  einem  KiUkldi 
XiiKiuiHmolion  wordon  (bei  Migne  nbonda  813  -817),  »owio  di«  (iebvtc,  welche  NtkeplNna 
KnllixloH  ziipctfiilt  H-iuiliii.  Sein  <ilnubuiiibci«nntniii.  du  bnMndvfn  »nS  SotvrichM  PaDt- 
oug^inoH  und  IIii.TlnHin  Itcjiig  niniint,  und  2  Rrla«M  odd.  HJkloiieli  u.  Uollar,  A<da  et  diplft- 
matA  grHDcn  2  (Wiim  166^1  293— S&.  347—3^2.  Homitien  auf  Kirciicafeat«  rcruiclml 
CabriciuN.  Bibt.  gr.  10.  247,  2ü9,  283.  Di«»e  gebOmn  nbor  ebnr  möimii  gteiebnaniigiM 
VoTgfin;;»  Knlliiiloa  I.  Vgl.  ^67  u.  tii.  —  Eiii«  klBino  Abbundlune  iuil«r  d«in  Nanu 
roii  irriitiv  KnJiJii'Eirot'  lov  r^Aiaordij  ntni  ija»/i«iiixfj<  'p'i''^  bei  Hign«  ebenda  8IT-83S 
biit  Acluiliobkcit  iriil  dvr  Sclirirc  de«  Kallutoe  und  Ignatioe  und  gebt  vtubl  iitu  dunaeftaa 
Kieiseii  biTvui-.  Mi)  dem  Pnlriiui-hen  Kallial«a  ist  niohl  lu  Terwv<bH(-la  K>1li«le* 
KntapbQgi«t<-a.  von  dem  !<2  KriftHam  nf^I  9*lv(  inäatiut  khj  tliov  atiuptiiirti  bt» 
MifEne  a.  a,  0.  ^6—941  abRedriiclit  eind.  Der  Stil  dieser  kKftilom  ist  ganx  abweitbrad; 
ei«  sieben  iiihiütlicli  vitil  lifilier  und  küniicn  A<!b  besten  KraeufinitMR  der  bjiniitiiiiKbrai 
Mjnlik  KOjiodlbH  werden.  Dieatir  Katliiikni  iHt  finnx  iinbciknnnt;  eine  nlÜiere  ZeilbeslimmHtV 
iel  nuH  dnr  Srhrift  selbst  nicht  zu  gewinnen.  .Sic  zitirit  iwllen  frQbero  A«liel«n  nnd  iaia 
alt«,  wie  Bimiliotj,  Diunjüius  Psriidoiircupvgitca  und   MnxiinoB. 

4.  Von  Alexius  Makrumbulitc s  nun  dem  H.  JubThundttil  bewahrt  d«T  cod.  SalibuiL 
4I~  xwi^lf  Schriflen  moiet  oEketiacbeD  InbiiltKii.  Vfil,  A.  fapodopulo»  Koraman«,  'ItfMt- 
kvf,.  ,4r>iLioS.  2  [PoUreburg  WH}  Ö3'2  531},  Denelbe  tiulobitc  hat  ein  hiatoirwchMi  Stick 
voD  AlfsioH  b«riiuage(;ebeu.  uud  verttpriclit  nouh  woiterM  lu  pubtixiercn,  'Ji^X.  Ve^oeglr^. 
£r«x»'el'i'y.   1  (Pftersbunt  1S9I(  U4-1&9. 

5.  AuHwr  dpa  im  Vuretebeudeii  wiifderbolt  nfiinhaft  gemaobten  unediorteo  Ankr- 
likvrn  verraicUiK*»  wir  bier  eine  Reibe  nuderar,  deren  Lebensiett  Hieb  nicbl  he- 
stimmen  liesH:  Daniel  monacho«  scliolastikoe,  .UiaatnXiii  n^at  ÜQnafioit  iiornfni:  in 
cod.  Atliüiia  4t  18  saec.  16,  Dion^sine  monnclios,  Orgsniim  HSi>i«4il)He  epiriloaltfl  m  rodd. 
Paria.  SiiO  e.  15  u.  Parie.  8,M)  a.  1389,  Kuaebioe,  EVeab^ter  und  MOncli,  Opusculwm  adverms 
aalronoinoa  tu  cod.  Paris,  1098  enec.  11  fol.  SB'  — 94,  hsnioa,  Mf>D<Tb  und  friester  in  Nik» 
modien,  S«nno  de  liliiTcii*  in  rud.  Coial.  301  tutet.  14  fol.  2  3.  andern  noketiacbe  Ab- 
bnndlungnn  unter  dum  Nnninn  ninoa  Eaaiaa  presbyt«r  in  cod.  Pari*.  Supfil.  )^.  28  «ncc-  15 
foL  Ufl^-'  101  gcbCrrn  vii.-lktrht  dem  Abte  KsBio«  aus  dem  4.  Jabrliandrit  an.  doiM* 
Subriflen  noch  unvollkommen  bi?kunnC  niud.  LSoorgios  Nouapbylni,  De  origine  Klli 
et  tentuliotiibun  in  rod,  Paris.  Snppl.  i;r,  64  eneo.  \7t  fol.  86-44.  Hermaeon.  Mflncb, 
ein  ürief  iin  den  Abt  Duliu  uud  deoticu  Antwort  iu  cod.  Paris-  lläl  saue.  VA  fol.  IUI  -171'. 
Jobaiiues  Kostuniutrus,  Mvirupulit  v,  Cbulki'dvu.  Opustult  8  de  ublatiuaibu«  mjaticit 
in  cod.  Pmis- Suppl.  gr,  1089  saec.  Iß  fol,  20—24,  JuliHrines.  Abi  auf  dem  Sbai.  SB 
AbbaiidhmKen  in  dem  cod.  Ambros.  M,  4&  rnip,  Isakios  Kunetantinos,  De  atatu  pw- 
fecli  hominis  II.  8  in  einer  Vatikanieoben  His  Koaiuas  i  rttctCttovKioc,  Uifi  Ao- 
yrmoiiae  tiir  oMiu  Xoytafiiür  In  cod.  Vntipan.  Ottob,  41fl  snec.  16  fol.  67—108.  Lukas, 
MOnob  und  Presbyter.  Aöyoi  nn^Buntmi  n^ö(  naQ.lirovf  in  eod.  Vindob.  Iheol.  238  feL 
SEI— 32&,  Micbnel,  Metropolit  Ton  Kuchailn,  ein  Driof  niJcf'tiNi'.hMi  InlisllHnn  einen HSntl 
iobanOM  ia  cod.  Vnllicell.  K  21  n.  14  fol.  162-  169.  Natbannol,  MCndi.  oaketiscbe  Ilnleo 
in  codd.  Vntican.  Palnlin.  »ß4  hocc.  14  fol.  149-1Ü6',  Mnrdnn.  Clniw.  2,  87  anec.  14,  Sidmib. 
/Irpi  (Jyiirrjjc  ete,  in  cod.  liodl.  Mincell,  56  hucc  15  fol.  92— lOO.  Theopbanea  S  rfot  rai 
ifiiöaoifae,  Aöyoi  didnxtixoi  ti't  t^i'  ihirnXoyny  in  cod.  Bonon.  bibl.  uiiivera.  3642  a.  töOS, 
Tul|;Argiienbiiidi.  vielleicht  nii^bl  mebr  uuh  der  byurntiniscben  Zeit.  Aus  dioMr  atamnl 
die  anonyme  KrklArung  des  Dekttiü(!es  iu  cod.  Viudob,  tlieol.  188  fol.  15—24.  —  Anonyn« 
SaiumlunjjEeu  •und  in  vielen  Hm  vurlinndeu.  t.  U.  in  codd.  Paris.  1137  A  nt«.  I2L 
1131:1  saec.  14.  Coisl.  119  s.  15.  Vatitan,  Iteg,  48  s,  14.  Patiniac.  1  s.  II  nodS02aM«.  Iä 

D.  Geistliche  Beredsamkeit. 
70.    Charakteristik.      Aul'  kciiivni  (.ictiitite    der  Theologie   hat 
byzan  Ulli  seile  KiicIil'  h»  viule  (.-iiizi'lnf  LitU^'iitui'deiikiiiüler  Iicrvargubr« 
wie  auf  Avm  der  geistlichen  KeredAtinikcit ;  keines  hängt  ja  auch  so  im 
mit   dem   iiraktinchen    Kirclioulehcn    xuAaminen.      [)ie    Erinnerung    dtu*! 
Ua-ss  die  Predigt  das  ordcatUt;h«  Vorbfeituiiösuiittel  der  christlichen  Lol 


1.  Theologi».    D.  Q<istltche  B«tedsamkeit    (§  70) 


161 


war,  bevor  die  ersten  theotogiachen  Schriften  geacbriobeii  wurden,  erhielt 

■cfa  in  di-r  (!rit*t;Iiischtin  Kirchf.  immer  wach.     Die  Iit-rvorraiftMKie  Stolle, 

«eiche  die  Priiligi  in  di-r  AltoMton  griocliiitehuii  Liturgiu  iane  liutte.  wurde 

■ilvrdin)2:H  später  eingeHC-hrünkt:  gepredigt  wurde  aber  auch  in  der  byzan- 

bniachen  Zeit  »ehr  viel,  an  Sonn-  und  Festtagen  wohl  regelmässig,  und  be- 

Modimt  in  der  Fastenzeit.     Die  IVullanisehe  Synode  (692)  veipflichtL'ti'  die 

Bischöfe  uusikacklich  dazu.   Religiiiite  Vortj-Ugu  wurden  übrigens  nicht  blotu) 

b  den  Kir<.-h<<a  und  [C10sU.>rn  gcdiaJt«n:  Hclbsl  um  kaieerUchon  Hofe  hatte  »ich 

die  Oi'wolinheit  heraUBgefaildet,  die  naeh  Eusebiog  von  Kääarea  bis  auf  Kon- 

•tautin  den  Grosiien  zurückginge,  dass  ein  religiAtter  Vortrag  an  Sonn-  nnd 

Ftwttagen  vor  dem  Hofstftat  gvhalten  wurde.   Dadurch  crklili-t  »ich  die  auf 

jm  enUta  Blick  auffallende  Erscheinung,  doss  äich  Kaiser  und  hoho  Staats- 

bMUnten  unter  den  b,vziiiitiiii»chen  Homiletikern  und  I'ancgiF'nkern  vurBnden. 

Wi«  dif  byzanliiiiM'he  Ithutonk  übtrhaupt,  so  ist  auch  die  geistliche 

Beredttamkeit  in  formeller  Hinsicht  abhüngig  von    der  altgriechiacheo 

":      'irik.  die  von  unflliertrofrencii  Meisteni  de^  Stil*«  und  der  Itcde  aus- 

■  H.I  worden  wai'.    Dicm)  Abhängigkeit  tritt  besonder»  bei  de»  Kuiusel- 

ndneru  des  a.  Jahrhundert«  und  der  IVIüologenzeit  hervor,  die  sich  be- 

"''ti,    ihre  Heden  mit,  Zitaten  aus  den  Kla-isikern,    mit  m)-thologischen 

>  lungon  u.  dgl.  auszuKelinUliken.     Noch   nShor   lag  nber  filr  die  Oe- 

uinilheit  der  byzitntintttchen  Homiletiker  der  AnachlusH  an  die  grosscii 

kirchlichen  Kudner  des  4.  und  5,  Jahrhunderts,   die   auch    hier  diu 

msgebenden  Vorbilder  wurden.     Ab  solche  wurden  sie  auf  der  Trulla- 

Synode   (692)   autulrflcklidi   proklamiert   durch    die   Bestimmung, 

man  nieh  l>ei  der  Unterweisung  de»  Volkes  mehr  an  die  Vftter  halten, 

■bvigvne  Keden  vortragen  solle,    Jetzt  fing  man  an,  Honiilien  von  früheren 

KinlieDVätem  zu  Ubi-rarbciten  und  dem  Geachnmck  der  Zeit  uniinpaÄsen, 

Ittadv  wie  ch  auch  im  Abondlande  üblich  gewnrdt-'n  war.     Kin  treffendes 

B«tk]M«l  hiefilr  iat  die  9.  Homilie  des  Kyrillon  von  Alexandrien,  die  ßichbi 

nim»  wt  aU  die  Umarbeitung  seiner  4.  ephesiulscheu  Homilie.    Zugleich 

nnivo  den  Kirchenvätern   de«   4.  und  5.  Jahrhunderts  Ilumilien   unter- 

•ekobcn,  entweder  weil  steh  bei  diesen  keine  Homilien  gleichen  Inhaltes 

wfiuden,  oder  weil  man  den  neuen  Elomilien  grossere  Autorität  versuchaffen 

»«Jlt«.    Daher  die  grotwe  Aniuihl  von  uiiediten  Homilien  der  Kirchenväter, 

btawitürs  de»  hl.  Clir)i»o8ionio8,  der  ersten  rhetorischen  Grösse  de«  chriet- 

idiwi   Altertums,   dessen   Lob   zu    verkünden   die  Byzantiner    nicht  müde 

nnlea.     Eine    weitere   Ausnutzung   der   frfllieron  Redner   he»tand   darin, 

4m  die  Stellen  au«  deren  Schriften,  die  denselbeu  Uegunstfind  behandelten, 

(Mnunelt  und  zu  einheitlichen  Homilien  verarbeitet  wurden.    Dazu  warcu 

haanderH  die  exegetischen  Kommentare  des  ,Johuimes  Chrysostomos  mit 

imi  umfangreichen    Partoeaen    geeignet.       Neben    den    .'Anmitia^aif^, 

CillKOilmtHS  DnphnopatM  im  10.  Jahrhundert  veraustaltete,  gibt  es  noch 

wkrM«  atwnyme  'ExXo^ai  dieser  Art. 

DiMe  Verhältnisse  brachten  es  mit  sich,  dasa  dieselben  Heden  Rowohl 
HnAtiwben  al»  byzantinisclieu  Autoren  und  selbst  wiederum  ver.<(chiedenen 
^uattiüttchcu  Schriftstellern  zugeschrieben  werden,  und  dalier  noch  manche 
Ecbthoitafragen  zu  Itisen  »ind.     Wenn  nun  auch  die  Abhängigkeit  der 

AltMtOBMMMDMblA  U.      1,  *I>U«.     ^t.  Allll.  II 


162 


BjumtiiiiBcbe  LitteraUirgeBcliichte.    I.  Pro«&iache  Utt«rfttor. 


Homilotiktir  von  der  patristischen  Litloralur  nicht  so  weit  ging  als  bfl 
den  Exegetcn,  i<o  cr^bt  sich  doch  aus  dem  Geeagton  die  Kolwcndi^ufl 
einer  oingcliondcn  Quvliciiunt«i-8uc)iung  nU  der  iinerlässliclien  VorbedingnM 
zu  fincr  abschlii.'issendüti  1ittuntniM;lK,-ii  WUrdi^ng  der  byzautinischi^n  Hfl 
mileUk  und  I'anogyrik.  Ob  sie  einen  inneren  Entwickelungüf^ng  durcH 
gemacht  hat,  und  welcheR  deflB«n  einzehte  Stadien  ttind.  ls««t  sich  «n 
Abttchhiit»  jener  Vunintersuchungen  nicht  uniiCHM^n:  vorläufig  sind  vm 
zwei  relative  Blütopc-riodcn  im  9.  Jahrhundert  und  unter  den  Paläologeo- 
wfthrzu  nehmen.  fl 

Im  grossen  und  ganzen  Dbertrifft  die  byzanUnischo  peisUiclie  oM 
redsamkeit  die  Predigtiitt«r»tur  dea  abondläudii^ohLMi  Mittolallors  inH 
mdge  ilire»  engon  Zusammenhangs  mit  der  griechischen  ICIai^izitat  und  in- 
folge dei-  naturliehen  Kednergahe  der  Oiiechen.  Auf  die  IlUhe  der  kirchHclien 
Beredsamkeit  des  4.  Juhrhundertü  hat  »ie  («ich  aher  niemal.i  mehr  hinuf- 
geschwungen.  Vielmehr  haften  ihr  in  liUerariseher  Beüiehung  hedenteiKlc 
Mängel  an.  Üherschwenglichkoit  der  Lobsprüche,  alhwigroJüBe  Häufung  voii 
rhetorischen  Figuren,  Tropen.  Antithesen,  ProsopopOien,  gesehinacklo«.' 
Anwendung  dos  Dialoge»,  ermtldender  Öehrauch  der  Aasonanz  und  Isokolie. 
Langatmigkeit  und  Breite  der  oinzeluen  Äusfljhrungen.  Unebenheiten 
der  Anlage  des  Ganzen.  Dazu  kommt  ein  empfindlicher  Mangel  an  bist 
riBchem  Sinn,  infolgedessen  Vorgänge  geschildert  und  dun  geft-icr 
Persönlichkeiten  Reden  in  den  Mund  gelegt  werden,  die  zu  den  betreffend 
Zeiten  und  IVrsonon  durchaus  nicht  passen,  über  die  Regeln  der 
liehen  Doredhamkeit  scheint  man  wenig  reflektiert  zu  haben,  da  keil 
einzige  Theorie  derselben  aufgestellt  wnrde.  Der  Inhalt  der  geihttlicb 
Reden  apiegelt  besser  als  irgend  welche  andere  Litteraturdenkmäler 
EiROntilralichkeiten  der  griechischen  Kirche  wieder,  ihre  Vortieho  für 
matische  Krörterungcn  gegenüber  den  praktisch-kirchlichen  Tendenzen 
Abendlandes,  ihre  heitere  Auffassung  des  ChriHtuntums  gcgeuQl>t>r 
ernsten  Religiosität  der  germanischen  Völker,  aber  auch  ihru  starre 
zwängung  in  dieselben  Hahnen  und  ihren  Mangel  an  Vci-stSndnis  lllr 
BedUrfni»i<e  dm  Volkes  gegenüber  dem  fri-sch  pulsierenden  Leben  und 
innigen  Verbindung  der  lateinischen  Kirche  mit  dem  Volke  und 
vjclgeslaltigon  Lebensformen. 

Als  litterarische  Hauptgattungen  kttnncn  unterschieden  we 
Fcstpred igten,   Panegyriken   anf  Märtyrer  und  Heilige,   Epitaphien 
Grabreden  und  Homilien  im  engsten  Sinne  des  Wortes,  d.  h.  KrkliSrunj 
der  Evangelienpcrikupen  an  den  Sonntagen  des  Kirchenjahres.     Am  xah 
reichsten  sind  die  2  ersten  Gattungen  vertreten;  sie  entstanden  im 
Schlüsse    an   die  Feste  des  Herrn,   Maria  und  der  flbrigen  Heiligen. 
Fostpredigten  auf  den  Herni  und  die  hl.  Jungfrau  sind  in  der  Regel  dog 
tischen  Inhaltes,     Die  Panegyriken   auf  die  Märtyrer  und  Heiligen  su 
nahe  verwandt  mit  den  Denkmäleni  der  Hagiographie.   Abstrakt  gcnomtn« 
verfolgt  die  panegyrische  Rede  parfinetisclie,  das  Heiligenleben  historis 
Zwecke;  beide  Gesichtspunkte  sind  aber  bei    den  Byzantinern   meia 
miteinander  vereinigt,  und   nur  da^  Vorwalten  des  einen  gegenüber  da 
anderen  kann   die  Zugehörigkeit  zu  der   einen  oder  anderen  Litterutii 


iTThSöIOBie.    D.  0«Mtlicfae  Bereäaunkait.    (S  71) 


163 


guttung  bogrflnden,  Aio  im  einzelnen  oft  zweifeltiaft  blcibL    Am  spfitosten 

tritt  die  eigcnt]toliv  UomilJo.  die  zur  patritttiselioii  Zi^it  bitii-bU-ete  Gattung, 

wieder   auf.      Duh  Kircli«njiiiir   fand   iu    der   giiechiöcben   Kirche    nie  die 

i-inhcitliche  und  lebendige  Aut>g«staltung,    welche  ea  im  Abendland  durch 

den  ••iifj;i^ii  Ansrbbiha  an  das  Xuturjahr  empüng.   T>ie  einzoliiou  Festkreise 

■ind  nur  U'kv  unoiiiarider  gereiht,  und  die  dazwinchcn  Megoiidon  Sonntage 

«Brdoa  nicht  noch  den  Festen  benannt,  denen  sie  vorauKgeheu  oder  folgen,  J 

jondern    nach    den  Evon^ohen,    die   an   donuetben   verlesen    wurden.     Die 

Stete  Siunmiung  von  SonutHgsprodigten,  die  sich  über  das  ganze  Kirchen- 

jithr  eratmekt,  ist  die  des  Patriarchen  Johannes  Xipbilinns  von  k'onstanti- 

DD|M-I  (t  ll>75),  wiUirend  «ich  aus  der  fi-ilheren  Zeit  wenigNtons  keine  er- 

Wt4.>n  liulx-n.     In  der  Folgezeit  nielirten  sie  sich;    die   inoisteti   dt^trsolben 

«od  abt^r  enlwe<ler  gjiuz  oder  wenigstens  zum  grOfifttou  Teil  noch  unediert. 

I)M  KuttN-heiBe  veriKchwindet  mit  dem  Katechumenat  schon  vor  dem  Be- 

gina  der  l>yzantinis«hen  ZeiL     Es  gibt  wenige  byzantinische  Theologen, 

hntiT  deren  Schriften   keine  Homilien    nder  l'iineyynken   vorhamlen   sind. 

mbt  folgenden  worden  nur  jene  Schriftsteller  behandelt,  von  denen  uns  nur 

1  gnrtliche  Reden  Überliefert  sind,  oder  bei  denen  dieoe    diu  liauptmasse 

I  im  IHlvrarischen  NaoUasoM  bilden. 

I  1.  SkinEnelAUs^abeii:  BiblEothscii  lioutiliamm  et  sernionum  {iriacomm  EcalesiM  Pk- 

I  InM,  tn  4  tUva,  b«gonii«n  von  I.niir.  Cuodiua,  vollendet  von  0er.  Mosanus,  hyoa  I&88,  , 
I  IM  na  inuaginglJeli.  -  Humiliae  stMcorain  Psiruiii  ed.  Th.  Poltanns.  Iiigotstadt  1579. 
I  '  J  r>r«tA(-r,  £^  «tire  Clirieti,  2  (tneoliitadt  IGOO)  nnd  in  den  Oiwnt  omnia  2,  lU'^enBburg 
I  ITU  IuJ>lr«kh«  ü«inili«a  nnf  vnnichinddn«  VtMbf  [I«h  IiI.  KrauM«}.  -  Fotr.  l'antinus.  Coli- 
I  mmm  ^rwoorum  pAtTum.  AnlwnrpRn  Xd'ii.  --  DI«  rnnfangwohBt« fjnminbng  ist  iJJo  von  Fr. 
I  C*Bbiria.  lin>liothc<A  I'AÜ'uni  cancionnlorin,  8  Udo.  Purk  1662  (uiicli  dem  Kircii«'iyAlir 
I  ylu»! :  ilM  griKliWchon  lIomilioQ  nur  ktcininiih i  vgl.  Ci>inbufia.Rcci>n8itiauctoresBibliotli. 
I  nirem  cuadiHMiM.,  I'mw  166S).  —  A.  Uallcrini.  äyllogu  tnuiiumcutoriun  nd  mj-Ktoriiim 
I  «MBifboBH  imnMsUUui  Virgintti  iltuBtrattJuin,  2  ttdo.  Kuin  l'<ri4— ^6  (vido  ^ieubieobo 
K  KirhMMniUtrB).  --  Die  lU^igtiocIiiBcb«  Huu|>(!iuianjluiig  ül  der  «'r^aniitin;  do«  Btudit«n 
I  fttHiakanoa.  Veaedig  l^TO  u.  Öfters,  äic  enthält  uurb  fiPreiligten  dos  PicHbytcn  Albertos 
I  lariDM  Mu  Chioii.  V^l.  E.  Lcgrand.  Uibliogr,  h6\.\*u.  2,  12  ff.  und  die  Mütixun  van  l'b. 
ftll(J*r,  H.  Z.  2  (IKiS)  35«  t.  —  JiAirui  des  Preebyt*ra  Alexioa  Etutrtoros  nua  K«rkym 
■  ■ill  1:>6D.    Vgl.  I.oitrana.  BiblJoar.  UÜ6n.  I.  308  IT.;  2.  356  (T. 

H  i.  Uilfsmiltel:  R.  Rotb«.  (ioBcbicltte  dpr  Prodigt,  ber^f;.  von  A.  TrOmpelinantt, 
■bn»B  1M7  8.  I^'ITI.  203  im  (sehr  unvollntAndig).  -  N.  Katfljev.  Ueacbichte  der 
^bvAist  in <l«r  rataMcknn  Kircbo,  dnuloch  Ton  A.Mnrkov,  Sluttgnrt  1X90  (mir unxugAnglich).— 
^MH  ZttHUMiwMiluUiB  drr  cbriHtlichoD  tkroduninkpit  mit  dor  luitikon  lihntorik  vgl.  Job.  Dnner, 
^Bh«  Tn*ljwd«n  dM  tiM-gotion  vm)  Nyua  in  ihrom  Vriblllnis  (ur  nntikeii  Hhetorik,  Mnr- 
HkK  um.  Pub  di«  Bvncrknn^^o  tod  Job.  UrUai'fce.  Wochonacbrift  f.  kinss.  Pliilol.  Iä92 
^HllTSC  -~  B.  Tb.  l'^vnickij.  Div  Bildung  der  lil.  PicdigL'rvatc'r  im  1.  Jabrhuudort, 
KMy  rmdioj  dndi.  »k.  18»-2.  8-61.  2(11-304.  Vgl.  B.  Z.  ■^  (18ä3>  347. 
r  a  I,.  AlUtiis,  !>•  lihriafoelefl.  Gnt»ooram,  l^s  1646  8.  03— 95  vuneicbuet  tinter 

[    hm  gntrhitftrtw  KErdMiUtacbMn  tUs  tlKr^yvgiKÖr,  nU  Saioinlutig    von  Reden  auf  die 
1    FM*  ir»  Uam  nnd  d«r  HetliseD.    -  Samni^tcodires  von  «eistliclien  l{«den  sind  sehr  Eahl- 
I  aaJ  raicfcn)  U»  ine  ff.  Juirbundert  xorllck,  wie  x  h.  cod.  Pann.  766,     Die  Anord- 
iv  Bomilian  iat  rusdiMdwi:  aacb  Mon>l<m  »nd  TKgen  od«r  ohno  bMÜmmtc»  Ord- 
nip,    Ulla  ntil  mIcnnilKdilmi   IIMligonl^bon.   teil*  obno   dioaolbnn.    Kino  Unter- 
Jm  aiugüdcluitm  IlHnuiterial*  fnblt.    Miincba  diosM-  Hmi  mQMion  bei  dor  Krfor- 
d«r  LaKeBdaiiinenJI««  nittb«ifl«kKiehliEt  werden. 

71.  Qregorioa  {rii\yöetoi),  Patriarch  von  Äntiochien,  war  nach  dem 

.  Z"^^^1i-■'•e    de«   Johannes   Mo-schos  Vorsteher   des  Kloster»   iwv  Bv^arifusv 

a  ^jnen.  der  Laura  I'haian    und  Kuivtzt  dos  Sinaiklosters,  als  er  von 

iortiiiB*  n    an   Stelle  dea  vertriebenen  Ana»tasioä    (vgl.  g  10)    auf  den 

htharduiUtahl  von  Äntiochien  erhoben  wurde  (57U— 93).  D«r  Ooschichtr 

— U" 


I 


IM 


ByxdBU&lMh*  UtUnttargMducbU.    L  Pnwuaok«  Utt«ratar. 


1 

.1.« 


Hvlirciber  Euagrio«  utand  ihm  sehr  naho:  al»  äregorios  sieb  in  KoueUii 
nopel  verantworten  mufiste,  begleitet«  t-r  ihn  al«  Anweit.  In  seiner  Kirch« 
geechiclito  gibt  er  eine  Keihe  vor  biographischi-n  Angabvii  ijlier  fl«n 
Ottnncr.  mit  deiwon  Tod  er  »ein  Ueschichtswerk  abechliesst.  Er  t^'ilt  di 
de»  Wwrtlaut  der  Kode  loit,  welche  Gregor  an  das  aufatündiBche  IK-ep 
Lilurba  hielt  und  die  von  Erfolg  gelcixint  wurde,  (tregor  weiss  geschii 
an  den  Ruhm  de»  rOmiechen  Heere«  und  un  einen  Soldaten  wie  Manl 
TorquatUB  eu  erinnern.  Von  den  eigentlichen  llomilien  Grogora  hal 
»ich  nur  wenige  erhalten,  eine  auf  das  Leiden  und  die  Auferstehung  i 
CW«i  auf  diu  Taufe  de^i  Herrn,  die  Gregor  an  zwei  aufeinander  folgern 
Sonntagen  hielt.  Gregor  scbliesüt  sich  streng  an  die  Bericht«  der  S][ 
gelic-n  UL 

1.  Auipa1i«n:  Die  Anicile  an  du  rSmlAcbe  Hnit  bei  KuagriM^  Iliator.eeeLI 
-  Dkm  und  di«  3  andnuD  nHcb  den  Druck«»  voll  Coiubefts  Vlid  A.  H*i  b«i  Hie 
Palr.  Kr.  HX.  ]84S-  lim.  —  Die  Bomlhx  ui  itiimrtuiii  PomIi«  in  «od.  Paris.  1174  mm.  IS 
tSb-WV  «clioint  davOD  vencJiiedMi  xa  sciii.  ~  >4R0  Itamiti«  Eit  lör  irt4i<fiiffiiw 
Kt^lai  «Übt  in  cod.  Atboua  360&  s.  10. 

S.  Uilfvmitlo]:  UiogntpbiMhw  boi  Kuninia<s  llist  m-cl.  1.  &.  S,  9;  t.  6.  T.  11- 
19,  W,  S4,  bei  Jobmot»  Uoscho«,  Pntum  niiritiin}«  t.  139  ii.  14Ü.  —  (irvgat  d«r  Gn 
Itci^.  «Mit«).  L  5.  16;  L  0,  88.  ricklete  2  Briefe  aa  ihn. 

S.  Dem  6.  JabrbimdMt  gehttrt  auch  d«r  Mfiucli  Alexaudur  an,  von  den  wir  *i 
UfnlknBBiclieil  Aiyat  tif  ri;>-  t'\i}ieir  ror  ti/iiov  xni  Cn""l<X"<''  "»■'pot'  bMÜMO.  Auf 
UnÜiüug  von  der  Äuftinduti^  dei  Krt-iufs.  die  weil  aiubolt  iind  bin  mir  Solii>]ifiing  i 
Dinge  dnroli  dpii  I.o^oa  mrilck^ebl,  fut^t  «iu  Enkomion  auf  da«  Kr«u  in  d«r  flbie 
fcjantiniHcheii  Riietonk.  die  m  wiibrsi-h«iDlich  niHclit.  daas  dns  Gant*  eäno  Red«  bei  Aa 
dM  KrMiaBrflodiinaafeateB  ist.  Ed.  pr.  J.  Gretsvr,  Opern  omnin  2  IKtgenaban;  I' 
I-SOj  abaadrackt  bei  Miicn«.  Patr.  «r.  87.  3.  4015-4076.  Kbondn  4077-4087  t-ia  k« 
Auatng.  DMiuvIbMi  Akxnnd«?  «iid  »in  Knkomion  niif  dnn  Apoat«!  Bnrnabaa  ii 
Bohiioben,  daa  allMn  Anncheino  nach  in  d»  linmnbonkiTvIio  auf  Cypcni  geJialtao  VB 
Darnach  wird  CjMm,  inexicll  Rnlamiii.  al»  die  Heiinnl  Alexnadera  hu  genommen.  POr 
]deutilfit  des  VvrliiuiL'ni  kann  üif  f!laii!lib«it  di-r  Aiilugu  uiid  diT  Rlietühk  in  dm  bei 
R«don  ({«llond  jieiiiaübt  vmdcii.  Kini;  iidbeiu  ITulvraucbunf;  fehlt.  Die  R»de  auf  d«a 
Barnabaa  latein.  bei  Mifcn«  a.  a.  O.  4U8T— 410U.  V|i;l.  duzu  R.  Lipsins,  Die  apokrr; 
ApoatirlKnBrb teilten  niid  AiioalelleKeudeii  2  |  Brftuneobvieig  1884]  2.  298-  304.  -  Von  i 
Proiibvtei'  Timntlioos  in  Antioolüen,  der  am  &85  lebt«,  ist  «in«  Homilie  auf  die  Vn 
nuig  dctiDerrn  KndruckI  bei  Mlsne,  Tnlr.  gr.  h6.  1,  256—265.  —  Kbmdn  S^7— 2S3 
eiuum  iindorco  xeiteonOiuiiiichfln  Timnthnos.  {'rrsbytor  von  Jerusalem,  eine  Hen 
auf  den  hl.  Sjmoon.  -  Abmmios,  Uini^bof  von  K|)bi!Ko»  im  6.  Jubrbuiidert,  hinlerl 
eine  Huniilie  auf  die  Voratellunu  den  llurni  im  Tenifiel,  die  noah  unediert  ist  (eodd.  Pl 
1174  wioo.  12ful,  102-106  u.  11«0  11.  K>Ü8  fol.  lÜS'-UO,  Taurin.  »Sa.  16  foL  SS'- 

72.   Modestos  {MöSiatoc),  Aht  dos  Theodosioskiosters  in  der  WO 

Juda,  dniin  Sk'llvertretor  und  Nachfolger  des  Patriarchen  von  Jenisal 

Zacharias  6^1 — &a,  zog  schon  ilio  Aufmorküamkeit  du»  Photioi«  auf  si 

Dieeor  gibt  Auszüge  aus  zwei  Homihen  MV  '"i  fiVQO(/ni/o>ti,  Eic   n;r  pj 

nniTjJi-,  die  wir  nur  dadurch  kennen,  und  erwähnt  eine  dritte,  die  iin  Dnii 

voliatAndig  vorliegt     Sie  verbreitet  sich  in  Überschwenglicher   lihoU 

Ober  den  Tod  und  die  leibliche  Aufnahme  der  hl.  Jungfrau  in  den  Hinui 

14  SflUe  beginnen  mit   Si  nafi/titKUßia  xotfit^at?  t^^  vnt^frSöJliiv  i>*«i« 

15  mit  Xafgotg,  It  mit  ii  i'^^oyti^«  auffirrov.  PhoUoH  hat  dun  Unlerxcl 
zwisehen  dieser  Itrde  nnd  den  beidon  snduren  nicht  Qborsohen;  doch  schi 
er  die  Echthvit  nicht  in  Frag«  ge»ti.'llt  zu  haben. 

1.  Dia  von  Photioo  frrliflltnncn  Fragmente  ali^hen  in  Beiotr  Bibltutb.  eod.  27.S.  Mi| 
Pate.  gT.  104,  1M4  f .  —  Die  Huiniliu  ^Y(  njV  xoifiiiciv  iijf  wtoioxai'  bei  Miune,  l'atl 
86.  2,  8277-  3312.  -  Kbenda  äl!38-3?0S  ein  Upuaculum  De  pM«ica  o^ivjute.  dw 
viollatoUl  d«n  Pnir.  XaeliRriaa  cnm  Vurfoaacr  liaJ.  -  Krogmenlo  dn«  Mod«atoä  bielel 
(■■fttOMulEaleue  im  cöd.  Tatir.  342  a.  7-8  fol.  207,  208',  208",  216,  246'  u.  a.  w.    " 


"A 


1.  Th«oli>gie.    D.  Ooiatliolio  B«r»d*&iiikeit. 


72-73) 


165 


^K    fi.  Die  n«  l4>Kend&re  und  apokryplin  I.rb<<nsb»8clireibuD^  des  Morlnato«  in   zwei 

Mmlw  4m  Mbn  Selirifttnnm  Heft  91  (P«l«nibarg  1892)  IS— SS,  buxiobt  sielt  nicht 
■f  In  btatoHacliM  Patriurbon,  Ronilpra  gehört  lu  ior  (iattuag  der  apokijpbvD  Li^gcnd«i). 
1  Ein  EDkoffiioH  dua  Knbincbnfii  l'Iotinoii  von  TheaBalonilEe  &ur  den  Blltrtirrar 
Bliüi»  vi.  fg.  Tbvoph.  Joannu,  Hi-i;fiiiti  äyeloy..  S.  40— S8.  Nach  dem  Heraus- 
fiWr  IrbU  dv  MMM  uubokiinnt*  Plotiso«  xur  Znit  dm  Knincn  rbokiis  (002  —  10). 

^  7S.  Andreas  (^itf^af),  KrzlnHchof  von  Kreta,  wiirdo  um  dio  Mitte 
H?.  Jatirtiundert«  in  DamSHlcofl  geboron  und  lebtn  lange  Jahre  aIs  HUnch 
■I  Jenwalem,  daher  auch  sein  Bvinamo  Hieroftolyniit«^.  Tlieodor,  Patriarch 
tan  J«nisalvni.  Kchickto  ihn  als  twinvii  VortrHer  auf  das  6.  Konzil  (680), 
[|  dcesen  Akt*«n  er  als  Tonoti^^i^i^i  toi'  nntifftiXixuv  ^^irov  'If^oaoXvjttav 
hofichnet  wird.  Tnter  PhilippikoB  Bardaaos  (711 — 7i:t),  der  de»  MoncK 
tktleliiunuK  nooh  einmal  zur  0«llung  bringen  wollte,  trat  or  mit  anderen 
bchOfMi  auf  di'KHun  S«itv,  kvhrlo  alter  nach  <Ioni  Sturze  des  Kaieera  zur 
vUiodoxen  Lehre  zurUck.  Nach  einem  Frn((nK'iit  über  dit'  Verehrung 
dtr  Bilder,  (las  ihm  in  cod.  I'aris.  HV-iO  zugeischneben  wird,  erlebte  vr 
Mrh  den  Ausbruch  dett  BildcnttreiteH  unt«r  Leo  dem  laaurier.  Unter  diosor 
V<niiMM9t2ung  fallt  Kein  Todesjahr  nicht  vor  726. 

Der  grOfinte  Teil  des  litt«rarischen  Nachlasses  des  Androas  best«ht 
an  Kodon  auf  Feste  des  Herrn,  Maria  und  anderer  Heiligen,  und  au» 
8«Dnlag»liumilien.  Dieselben  scheinen  alle  aus  der  Zeit  .seiner  Wirk- 
imkeit  als  Erzbischof  von  Kreta  zu  Ktanimen;  von  einigen  wie  von  der 
Ftatn>de  auf  Titos,  auf  die  Enthauptung  des  .fohannes  Baptistes  ateht  das 
fcrt.  Andrean  gibt  die  OiKpo^itinn  seiner  R^^len  immer  genau  an  und  be- 
Hlirt  Mrh  tUwrall  nU  dogmatisch  ge^ebiilten  Kiietoriker.  Bei  den  Fest- 
Mif  Ueiligo  benutzte  er  walirschcinlich  KItcro  Vorlagen,  wie  z.  B. 
Bede  auf  den  hl.  Nikolaos  von  Myra.  wo  er  dioß  ausdrücklich  be- 
Itfi  den  Übrigen  »chliesst  er  sich  meistens  an  die  Perikope  dee 
iiuniH  an.  Au8^r  den  22  gedruckten  Beden  geht  noch  «ine  7m\x\ 
welche  derjenigen  der  gedruckten  fäst  glcicli  kommt,  unter 
Nomen.  Nicht  selten  werden  dieselben  Reden  aber  auch  anderen 
nilclikern  zugeschrieben:  ein  Umstand,  der  eine  bestimmte  Umgrenzung 
«bw  litt«TariM:hen  Kigentiims  schnnerig  macht.  Andreas  darf  wohl  al» 
bwlff  kirchlich«  lt«dncr  der  byzantinischen  Zeit  boselchnet  werden. 
IJhvr  Andrea»  iils  Dichter  vgl.  Krnmhacher. 

1.  Anagaltpnt  21  (i«d«li  nocii  Kr,  Combofis'  AusRnbnn  l>oi  Mi^no,  I'nlr,  gr.  97, 
•lilDI  -  [)ia  Ht>Ao  tat  d»n  Aponlel  .Inkiibim  od.  pr.  .\.  !'a|>ndopi]Ina'Kernnieus. 
na  Itfottt.  aimji-vl^jiiac  1  (l'otdinburg  1H91)  1-  14.  Vgh  duu  J.  llausslcitur, 
hr  I.  KiroboBgoaeb.  U  (189»)  73—78.  —  Rin  wHturos  Uomilivnfra^ent  cd.  Sak- 
Uliu»,  Ibflt^^  flnr^iAjci;,  Athen  1890  8.  SSO  f.  —  Diu  Kru^sniciit  De  imagianiD  wdo- 
toiM  vrMniioa*  au«  rod.  .l'aris.  1680  aae«.  M  ed.  BuiaaoDade,  Aoecd.  gl.  4.  471; 
htMi^aa«.  a.  O.  ISO]  -1804. 

II    i.  Bilfiinittel:  Kai«  lAate  ruu   18  iiiiiidii'rivn  Homilien  bei  FaliriciDS,   BihL  fT. 
M  (,     Kb  fvhlon  iu  di««er  Liste  t.  II.  Kiikutriiuiii  in  martyres  Cn}t>^nsn8  (cod.  Taunn.  ^0 
[1,1  U.  H—2i<'i.  Hoanüta  in  eilpotiuru  S.  ^^hario«  «1  nntj>-itat«m  S.  Jouuiia  (ood. 
i  »4  aaK.   M).  mm  8.  Uoroili«  in  I^HVinun  [cod.  8.  Sepalcr.   133  n.  1592  fol.  432'  bia 
i.    ~-    Di»  handacbriniich«   Zunigniuift   von    KoTiiiiirnlRivn   zur    hl.  Schrift   beruht    auf 
mit  AndiPa*  von  KHaart«  in  Kappndokinn.   '--   3  IVogrammn   UW  Lcheii    u. 
da«  Ä.  T.  K.  von  (t.  Wallin,  Üpaoln  1~30    :!2,  blicbon  mir  uasuglUigbidi. 
Xsn  Labnn:  tUniga  Nachrirhtm  über  Andres«'  l^bnn   ntchcn    in  cJDar  apBtaran 
(Udo  aof  dcB  bl.  Patupio«,  bei  Htgne  n.  a.  O.  ISü-J—USS.  —  Kin«  Vita 


186 


ByunUnUdi»  Utt«r«tarKMeliicht«.    I.  Proauache  Littorktar. 


AndnM  Cntenaia  b  e«d.  EacoHal.  319  mw«.  12  fol.  lft9--209.   Eine  Viu  Andnoe  < 
TMNiketaaPatrrkioain  dan  coJil.  Arbui  48a.  I&.  laKi s.  U, 3Kä2 a.  IS. —  Bio. 
Aagaban  aua  d«n  Triodtoa  Bl«bBn  in  Onteera  Aitagata  des  GewRioa  Kottiaoa  bei ! 
Palr.  gr.  167,  ft^S^  f.    —   Rm  Krivclittr-ha  Vita  nitt  iUlieabcber  ÜebereetiUD«  od. 
|)h»roa  I'aiirfaaln.  Vvncdif;  1573  (mir  iiiiinKiUlgUcb). 

4.  Eine  Kt«]k  nt»  ninnr  Rndn  aaf  nlla  Ulftyntr  vcn  KoBatantisoB,  Dil 
C\ttaiop\ij\tx  an  dor  Hugia  Sophia  in  Kp«J,  wurdo  in  d^r  7.  alLtanMnon  ^ynoda  vo  _ 
n>n).    Dio  anoxo  Bcdo  «il  pr.  A.  Mai,  Spicüeg.   Komati.  10  (Rom  1844)  d4— 16$: 
draokt  bei  Nigne,    Ptta.  gr.  88.  ifO—iW.    Au«  (tom  Texte  iat  ein»  atken 
wung  awiachen  O.—d.  Jaliriuiodert  nidit  in  gcwinnc^i.    KriÜier  ab  doa  6.-7. .' 
darf  aia  jedonf alla  nicbt  an^eaMit  ««rdun :  der  buttorinvlie  UinUrsnuiI  ist  vAlUg  v« 
dis  hfArgTcr  aprocfaen  wie  die  byzaiitiniachou  Tli«ol<iK*n. 

h.  Joliannon,  Pnxlijlor  (nm  744}  and  aacLh«r  BiacUof  ron  Eubfia,  biab 
«inigD  Iloniilira,  von  den  2  «diort  sind,  bei  Mi^n«.  Patr.  gr.  94.  UGO  -1006.  6ie 
dio  Kmprunsni*  hlariu  und  da«  Martvrium  der  unschnldigeD  Eind«r  lu  BoÜeboBi. 
Homilie  aiil  die  Ceburt  de<i  Herrn  ninhl  rn  «od.  Pari«.  1179  M»&  II  fol.  95— lOS. 

74.  Qeorgioe  (r^wj/io;),  Metropolit  von  Xikomedien  in  Bitbyoien, 
iUb  Ctiurtopliylax  an  <Ier  Ha^a  Sophia  mit  PhotioH  ong  bcrr«uti(lct  und  wm 
von  dienern  um  860  zum  Metropoliten  von  Nikomudion  gowoilit. 
Rolchor  stand  er  in  reger  Korrespondenz  mit  Phottos,  dem  er  auch  im 
glUek  treu  blieb.  Von  »einen  vielen  geirtliclien  Heden,  deren  Zahl  anl 
angegeben  wird,  sind  nur  i(  im  Trlexte  verüfff-nftieht.  Die  meisten 
«ulben  beziehen  sich  auf  Marienfesto  und  offenbaren  einen  gänzi 
Hnngol  an  hUtorischcm  Sinn.  Er  beruft  eich  in  der  Kegel  auf  apok 
Schriften;  in  der  Aui^mnlung  der  Situationen  im  Leben  Mariil  legt  er 
unbesehrankte  Phantasie  an  den  Tag.  Die  hl.  Schrift  tritt  ganz  in 
Hintergi-und;  um  so  breiter  sind  die  tlieologi»chen  Erörterungen.  Übr 
iitt  Hi'in  litterariRclic»  Eigentum  von  dem  anderer  Träger  des  bfili« 
Miimens  Georgio»  isowie  anderer  tiemiletiker  abzugronzon, 

I.  AnnKuhon;  [ppnliln  Mnraeci  wollt«  minn  Mnrii^nharniliCD  anter-doil 
Uariale  (inoripi  Niromodiooais  bcmuigobon.  --  l>in  godrackt«n  Komilio»  ijeaaiiiflii 
Higne.  I'ulr.  gr.  lOU.  1S3$— 1528  (10  UomilioD,  wuvdd  uino  nur  lutcioiacb).  —  ün 
findan  sioli  in  inandien  Bas.  Uebnr«  kainni«Q  auifa  unter  andreren  Nuneti  var;  i 
%.  U.  in  red.  HoMac  146  a.  1019  fol.  S69-888  tbu  »eian  üomilien  einen  Tbeo 
Pndtylor  iMid  SyitkeUos  in  Kpel,  ■ugawbrid>en. 

3.  Ililfsinittol:  Fabrioins.  Bibl.  gr.  13,  9—14.    -    tTober  Hoin«n  Aotail 
IgirtJaniarfiew  Wirrca  e.  J.  Horgniiratber.  Photim  3.  21%  318.  967  a.  a.  f. 

3.  ADd«re  Il«niil<>(ik<>r  di>a  9.  Jahrhundorta;    I.  Chrialopbarus.  PatI 
T«M  Alrxandrieo  (t  S36),   hinlDrIi<«  «ira  karte  Uomili«.   worin  er  daa  iileiülims  von 
Haaritedtier  und  der  Sichlnnft«  «entwickelt,   bei  Higno,   Patr.  er.   100,  1216-1299; 
Brief,  den  er  mit  Job  von  Antinrliten   und  Baailioa  vom  Jeraaauan   JR  8aab«Q  Je* 
atrrile«  ui  Kaiaer  lleaiibiloa  riobtele.  Mcbt  iuat«r  d«a  Sobriften  dca  Jokaniwa  v.  Dan 
bei  Mifin«.  Patr.  gr.  M,  84a-S8JV.  -  S.  Veo  Prokopioa,  Diakon  and  Cbart«]i^ll 
■in  eiaa  Lobrada  auf  di«  RmiigaliataK  Marko»,   dt«  utrh  ab  ItodandtMl  euer  grt 
■wilinl"-«  kvndsibt,  sedmekt  in  den  ActaSS.  Apnl.  S  .«i.  XLVIII  -  L;  wi*dariiolt  bai  II 
Ihir.  gr.  100,  1188-  li>X>.  i'rakopMa  verglaicbt  darin  .Varkosnut  l^tbagonw,  DesM 
OiplMM  uad  aacbt  AmpnJhomii   a«f  di»  piadinche  Mf  tltologie.    Eine   griiaacra  j 
VOM  Baden  asf  andacr«  AMataI,(Cra  Mtf^rarPnkotiioa.  dioKrmHl)licbac4aadtiabti 
M  in  Ha»  eilMlIaa.  Eim  danalban  (Weit  daa  Fest  der  Ortbadwda  (HS);  aadmiMt 
dta  HUocrasImelw  UabatrUafbraig  bia  in  daa  la  Jabrlmdait  nrCefc.  —  3.  UJebmai 
ltall«a<rMi  )«nMJain.aia  7/nt-  und  LaMaaigaawa»  daa TWodor«  Stedita«.  v*rti 


kaadoH  bmT  DkoyaiM  den  Pw»i»doaiaapagi«aa.  Ed.  pr.  Pvw  I&47  S.  »^:  bei  HlL 

r.  4,  SIT— 488.   Kfai  Pnis<*«nl  ans  aMmn  Enkoni«  aof  Ifsatmi.  Patriaicliaii  v«b1 
aderua.  Acta  CoMitä  ooUfi.  Ingabtadl  IMH  8.  t«6  -  V»:  voUatSMÜg  artialtfn  iA 
omI.  E»r«rial    U*  »»e«.  1«  fol.  S4-   1.18.     -   Seia  UlattbeMbakanbaiB.   Aiftll-n  nr 
dfJiWf«»  i.atf.K.  ed.  pr.  Munlfaacon.  HtU.  Caial.  8.  90— 99  av  «ad.  Coial.  St  ■ 
^  Uawbtftuitttieb  aind  wwk  ander*  BokewiaB  de«  Hicba«l  ^rskeUea  ^rballen.  a. 
Rad»  auf  JoImmm«  den  TlHlu  (e«d.  Paria.  ISSl  aaM.  1*  foL  &S  ~«1).  auf  die 
MMmI  «ri  QaWal  {«ad.  CbiaL  146  aaae.  14  M.  SI7-Sn).  —  XiM  wediertc 


1  TltMlogl«.    D.  a«iatUofao  Beredsamkeit. 


74-75). 


167 


Tb(ri[Aiii  de*  lUeliM>)  Syiikellos  alekt  in  cüd.  Jai:iii-ii.-<   ^3  »irio.  10  M.  T— 44.  —  4.  Von 

MOB,  l^tr.  von  Kbel(842-  4G),  gebUrlig  hiib  :>jTi>kun.  Hind  nnr  einig«  llumtlion 
r»  (»«IniclEt  bei  Migae,  Palr.  kt-  100.  12T2-1!I'^.  Doxa  koinmen  dn«  Martvrium 
loonopa^lon  bei  Mignt>,  l'nlr.  gr.  4,  669— SM.  und  2  Rodea  nuf  den  hl.  NtkoUw 
M  Kjm.  ed.  pr.  N.  C.  r»l«oiiinii,  Suioti  Nicolai  eota  primigwis,  Neapel  1(51  S.  39—74. 
I-  E(D(i  «oitftr*  Rode  auf  den  MBi-tj-rar  Aeatlionikos  iu  cod.  Valliocll.  B  34  naec.  12 
iLlüß'  ff.  —  Naeb  dnni  JinnHcuin  aclimb  er  g(>s»n  iliw  biIderf«iDdo,  und  sein  Itiograpli 
nfbnl  Tifivw^  ir*/^nriioiii  ijnM  öpoe«  iiiSoitiiiat,  die  Methodioe  dem  üiiiaer  Michna!  11 
toracMe.  Küi  -liy^s  ittffi  iiür  lipior  ttxöriar  «rurdr  in  di-r  TItat  von  B.  A..  I8!I3  verAITent- 
liAL  V|;].  B.  Z.  4  (lä9&)19i^.  ~-  8eine  Biugrajihit-  dex  ChronintrTiTliconbnnes  Ceiifeaaur 
i4  to  Genftliliu  deaaelbtu  Hoj^olo  ist  iDckfuhiift  urliultun  in  dem  cod.  Mom).  Synod.  160. 
r^  B.  Z.  2  (iraS)  312:  —  Srholivn  eu  dem  MRrtvriuin  dvr  lü.  Mnrinn  ed.  pr.  II.  Csener. 
Mb  S.  UariM*  et  8.  Cbristnpbori.  IIoud  1886  S.  48-53.  Vgl.  y  82  Aniti.  I.  Dies« 
Attw  eiiid  ron  Interewie.  veil  ei«  xeigen,  wie  itlelliodies  die  wunderbaren  Begelionlieiten 
Utk  AlUhforiaiartuig  ntniudeaten  sucht«.  ■■  Die  aooDj'me  Biographie  des  MclJiodio« 
.b*i  HicD*,  Patr.gr.  IS44— I2Ö1.  -  Vgl.  J.  LogoleU,  Commentarius  erilieo-tluulupDiis 
*  lietbodM  SfnMunuM,  L'atania  1766.  —  5.  Pantnleon,  Diakon  in  Kpel,  wunlu  in» 
X.  JiMiundert  gcactxt;  diese  Zeilbealinnnung  wird  Hchon  durch  die  nnndiiolmftJiclio 
hbuKereniag  widerlegt,  die  mit  cod.  Uaroisn.  Cl.  2.  IT  bin  in  diia  9.  Jahrhiindort  Enrüek- 
dda,  TurauasMeUt,  daaa  PhüUIouii  Diakonoa  mit  Haiitulubn,  l'rcsbyter  den  KloKters  iwr 
{•{cn^Mr.  idcntiecb  i«l.  Unter  buiden  Kamen  geht  vtno  duailil  von  Uomitien,  nun  der 
I  TfflHTratliclil  (aod.  Kacli  früheren  Drucken,  2  davon  nur  lateäniMb,  bei  Uign«,  Patr, 
^.  m,  1344-  ISCä:  140.  hlZ  -&92.  Sie  beliehen  aivli  auf  rerechlwleDe  Feele  den  Horm. 
U  (Mtnfen  Cnfanges  und  rein  theologieclien  Inkaltes,  —  Eine  Sehrift  Di.>  «rrorrbiui 
Imwwhuh.  die  nr  spUea  Dfiti«ruiig  Pnntaleooe  den  Anläse  gAb,  stainml  aus  latuiniHuben 
Mtta:  Mdrockt  bei  Uigne.  Patr.  gr.  140,  4S7— &T4.  —  e.  Petroe,  Bischof  ven  Argua 
taicb  1^).  gebaren  um  850.  rerfaiwlo  nach  dem  Zeugnis  seines  Biographen  viele  Enko- 
lU>  asf  HXrtjrer  und  llniligc,  von  dnnon  nur  4  bishi>r  ediert  wniden:  2  davon 
MB  A»  hl.  Anna,  ein  dritti-.i  diu  IUI.  Koamn.i  und  Dnniian.  diu  vierte  ist  eine  Grabrede 
U  ilfcwwatiM.  Diitcbof  \oa  Mvtbone.  Obgleich  l'ctroa  wiederholt  noin  rhotorineheii  Un* 
MatatB  UMifncht,  bowftbrt  er  aioh  in  allen  4  Reden  aU  ein  finpigur  byMiritiniiicIiDr 
Mltnur.  In  der  Grabrede  auT  Atbanaaioa  findet  er  diu  (iclegcnheit  Lykurg,  llomor, 
MM,  KUBtheiua,  Sokratea  o.  a.  ku  erwSbuen;  dii-se  klaBslBchi-ii  Krinnorungcn  »iad  ikm 
Imm  Mlbtig  als  die  bibliscben  Namen  leaac,  Jakob.  Joeuph.  Job,  Mosea,  Aurun,  l'hineo«, 
M^  DMriel.  Jobaanea  der  Tsufer  und  die  Apostel,  mit  denen  ur  dun  Bischof  von  Mt'thono 
iVa^aMk  bringt.  Der  .fiyoc  irfgi  qi'yjt,  den  er  verfasste.  aU  or  daa  Erabitilum  Kuriutb 
■HlHg,  M  noch  nicht  wiedergefunden  worden.  Die  4  Hedeii  nebet  der  Vita  cd.  xuja 
il  Hm  «nrtaiiiDBl  J.  Coixa-  Lnxi ,  Nova  I'atr,  bibl.  ß  (üom  ISSä)  3,  1—80.  mit  einer  Ein- 
HMgebeada  S.  XXII  — XIJV.  Vgl.  aurb  Daniel,  Itiiohnf  von  Arge«.  'ArolavSia  tat'  naig, 
ft,llfrfe>afi/ii)).,  Atben  1^70.  -  'JandcreHrdonütrhoninroiI.  l.esb,  S.  .loau.  7s.  13fol.  137^  O. 
I.  Vm  Tbeopkanon.  Metropoliten  von  Klwura  in  Knppndokion  um  S8G,  ist  eine  Red«  auf 
iiHlrlyrer  llenae.  UermogencH  und  Kugruphoa  crbnltcn  in  cod.  Parin.  USS  saee.  11  Fol. 
'''  --  S.  Arecnias,  Bischof  von  horkfrn  im  if.  Jahrhundert,  htntorlieea  3  Enkomien 
'1.  AndieBH.  Barbara  und  "nicrinoe.  Di«  2  eraton  od.  Muatoxidi,  Dotle  coao 
B".  Corfu  IMH  8,  XXIII-XXXIV.  da»  8.  ed.  Sp.  Laraproa,  K«pairpnia<i  '.irinSoia. 
B  1^3  R  11-22.  —  ;'.  Uebrere  Bumilieo  sind  von  dem  Encbiaoliof  Joeoph  von  ThcH- 
aikc,  dem  bekannten  Hymnendirbter  (f  um  630),  erhalten.  Das  Enkomion  auf  De- 
xtiMa  Ten  TkeMalonilce  ed.  Aisenij.  Hoekau  lEt69.  Vgl.  E.  Kuitx.  B.  Z,  2  (1803)  63t  f. 
;Ba  «)dl«r«a  auf  den  Anoetel  Dartboloimaeo«  lateiniscJi  l)«i  Migne.  Patr.  gr.  10&.  1421 
b  U7T.  Anilore  aiud  noeb  nacdiort,  x.  Q.  eine  Homilto  auf  den  lil.  I.azarDs  in  cod.  Atbooa 
Ria  13. 

36.  Niketas  David  {Stxi,xu^  Mivli),  Bischof  von  Dadybra  in  Papliln- 
um  890).  mit  den  Boinnmcn  riiiluntophos,  Itliotor  und  Paphlagon, 
^rinigCD  auf  zwei  PcrsoiMsn  vt^i-Unlt  wurden,  ist  »oben  Photioa  der 
tmamgundst«  Panegyriker  des  9.  Jahrhunderts.  Er  ist  der  Verfat<80r 
MT  Rrihu  von  gcistticheii  ttwien,  von  denen  20  im  Druck  vorliegen. 
inntuT  Mnd  die  lA)brcdon  auf  die  Apcttol  interessant,  weil  üiie  den  voll- 
|atig»n  Uangel  an  historiftchui»  Ven^tündiü»  fllr  dio  apostolischen  Zeiten 
f  dw  klunttt)  ilarthun.  Wio  in  diettor  Kritiklosigkeit,  »o  zeigt  er  auch 
Bbutorik  t^roeiie  JÜiiilichkeit  nitt  Georgios  von  Nikomcdion.    So 


168 


BTtADtlnisob«  LftUnttargaubicht«.    I.  PrOMiMh«  liUentar. 


bostohl  die  PVstmil«  auf  Putnis  und  Paulus  aus  einer  einzigen  Äpootrophe.] 
Faot  reg<>linä8äig  kehrt  am  Schlüsse  da«  endlose  Xwqt  wieder. 
Apß&teh-edenhatNiketa«  dipapokryplten  ApoHtelgeflchichtenalsl 
quoU<^  bnnutzt;  fllr  die  Illingen  frHhere  Mfirtyrcraktou  und  Hcilif 
Ii^gondcii.  Die  üc-de  nuC  diu  Märtyr(ir  Eusläthio«  und  TheopisU.'  )w<r 
Huf  Akten,  dio  Nikot«»  im  wfML'utlichcn  wiedergab,  aber  bis  zur  Unkenn 
lichkeit  mif  rhotfliiachen  Floskeln  auaschmückte.  Er  ist  ein  Vorläufer  de 
Synieon  Metaphraatefl.  Von  hi8ton»chem  Wert  ist  nur  dio  Kiugraphij 
d»8  Ignatios  von  Konstantinopel,  worin  Nikotaa  eich  ttcbarf 
Pliotiott  wendet. 

I.  AimeabnD!  20  FertroHm  nitoh  den  Dmoken  von  Fr.  Conberja,   bcoimltn  { 
AaeUriiiin  iioviiaim.  1  (Cnrin  1«7'2)  327—477.  geMRimelt  bei  Migne.  Piitr.  g;r.  lO-S,  l«- 
Dio  [.»brudo  buf  lirngar  von  Nuihiii  nur  lalouiiaob.    Der  grifcliinclKi  Text  i.  H.  in  ' 
PuHh.  IXS   scvc.    II  fol.  167— tH9.    —   Weitera  PoncgyrUEen  auf  Aie  itoi  Jftn 
Fi-iu-rofrn,  iliv  MArtvror  filcphiuios.  Kosmoa  und  Duninn,  Johannva  (^rj-uMitoiiMS,  I 
Paiilcli-omu».  TliL-uiluroB  il  a.  iu  luehroroii  Hae.  br-Kdudcn  in  coil.  I'nria.   llSOoaM.  Id 


Dil-  Vitii  Igijulii  Ciiolit.  od.  pr.  M.  RaderuB,  Act«  Cutiiilii  otUvi.  Ingoliriadt  16W  S,  78>I1 
wiod^rliult  lit>i  M  iK  u«  a..  a.  0. 498— A73.  -'  Kbendn  576  i.  nucb  Dnick««  von  A.  Hai 
m<<nt<'  AUS  f'iiipm  liukaskommentdr.   die  abvr  wohl   nur  AunOfe  sind  am  Reden. 
Nik«Ua  diM  linka««TAiigoliuni  horanKog. 

2.  Hilfemittel:  L.  ADatiue,  Diairiba  de  Nicetib  ed.  A.Hai,  Nova  PaU.  bibtl 
2.  3--R,  —  Fnbricins.  Bibl.  gr.  7.  747-749.  -  Ueber  eine  Schrifl  «gen  da«  i 
Brot  dri  t.«tetner,  die  ihm  hondschrirtlich  KUKeschrieben   wird  ona  ajcher  fjtlaoh 
Johanne«  Philoponos'  Namen  lioraiHkani.  vgl  A.  Domelrakopatefl,  ^9.  'RU«(  &  4. 

9.    Von  Konetantinos.  Diecbof  von  Tion   im   Ponte«  um  870,   ist  «oe  Fe 
nur  die  Aufflndung  der  Itetiquien  der  lil.  Eniiliemin  in  den  Act«  SS.  Septemkr.  &,  214-1 
gednidtt. 

7«.  Leo  der  Weise  {Aim  «  1709«;).  Kai.ser  (886—911).  \tr 
oinc  Envübimng  unter  den  byxAntini.sc)ien  Panegyrikcm  wegen  dur  lleuülifl 
und  Festreden,  dio  er  in  kirchlichen  Versammlungen  selbst  vortrug.  Hil 
Zahl  beträgt  in  einigen  lläs,  t.  B.  in  dem  Codex  Veronensis  121  saec  1^ 
nicht  weniger  als  Hß  Nummern,   wovon    I!)  gedruckt  sind.     Ihren  Oeg 
stand  bilden  Fest«  des  Herrn  und  von  Heiligen,     Unter  den  letzteren 
dio  Rede  auf  .Tohanne»  ChrysoHtomos  die  umfangreichste;  sie  beruht 
im  WL-senUiclimi  auf  der  Biographie  dieses  Heiligen  von  Gregorios,  P«t 
arehen  von  Alcsandrien.  Dogmatische  Ausfllhrunpen.  meist  christologiscb 
Natur,  nehmen  darin  einen  breiten  Kaum  ein;    lico  heküinpft  auch 
die  Juden  und  in  der  13.  Homilio  die  Lateiner.   Die  Anlage  der  einietno 
Itodon  ixt  fast  imuior  die  glei<:he:   von   der   hl.  Sehrift   macht   der  kODi| 
liehe  Prediger  einen  sehr  massigen  Gebrauch   und  licht  t>s,  klas»is«l 
Reminiscenzen  anzubringen.    Er  verfasste  auch  Hturgische  Gebete  DI 
schrieb  einen  dogmatischen  Brief  an  den  Kalifen  Omar,  der  verachiBdcD 
Kontrover»punkto  behandelt.     Dieser  theologischen  Schriftstellorei   hat 
wohl  den  Beinamen  n  oo^tii  zu  verdanken.  —  Ober  seine  fibrigcn  Sclinf 
vgl.  Krumbacher. 

1.  Ansgaben:  Die  19  HomUien  nocb  frühere«  Dracken  von  Combefis,  I. 
rneoi  (booni«  Mariale.  Itum  16bl),  üretsor,  Sc  Maffei  itesaminelt  hei  Migne, 
gr.  107,  fl  29ß.  Kignntlich  sind  e«  mir  19;  denn  die  6.  flomilia  iet  nnr  «ine  Reo 
d<ir  A.  Itui  Mißnn  a.  n.  0.  ftOO— 324  HUch  die  ilbri|;(in  theniogisohcn  StQeke.  irnedit 
■ind  niuciDr  den  14  Hamilion  (diVsc  z.  I).  in  cod.  Vatikan.  HOS,  Voronen*.  121,  Ma 
Cl.  2,  i9ü)  ttovh  flinigc  nskctiarh«  Alihnndlungen,  x.  li.  in  cod.  l.aucent.  Conr.  mipnr.  ^ 
fol.  321'^— S2S:  HtQi  nnxijrix^t  xomniitatai;  jipdt  tira  fiorriCorin,  in  ood.  Paria.  396  a.  1 
fol.  638—675:  CupiLu  190  de  monnchia  inatituoudin. 


L  Bilfsniiltel:  Paliriciu«.  Bib),  ^r.  T.69S-TIS.  —  Ondin.  Comm.  doMcript.  ocd. 
^  I.  —  In  cod.  Vonm.  121  findet  ai«h_nub  J«r  IS.  Homilin  diu  Kotix;  'Vfuiiit  ii' 
Hff>ftwt  imtt^mrijfi^rti  t^  Xti^  ir  ii^  mwim  Hup  nin  rigr  Ufär  tr,(  itiiiwatoif  rav 
iit  fi*9t^vi'  tiftifttr,  tr,t  fitviiix^t  n»^ai<r<A(  inlp9tierit  Jin  iirai  riQeyuHiiar  tlit;[£XoPt 
•*ihirtti(.  woraiM  bervorfHit,  dOM  IiM  «ein«  Hoiiiillt>ii  in  der  Hc^d  notljnl  vuiini):.  - 
Captv,  Kaimr  I>*<i  VI  and  Mino  ft^KJaruoK  in  lcircli(-nK<'Hchicli(licW  Uinwulit,  M<nk*u 
Ml  V|L  •!••  Bapr«clMMg  von  Tb.  l'Hponxkij,  li.  Z.  2  (IS98)  682-84.  -  -  J.  Herren- 
ir.  Plioliw  2,  66fl— 691  OW  laiu  Vprhnitnin  «i  l'bolin«. 
i.  Von  Nikolao«  UyiitIkciH.  ratiiurrhin  von  Konitnntinopol  (AD.^  DOfS.  911  — !>2&), 
I EpMolOicrnpli  *oo  Bedoirtnog  iM  (vgl.  Krumbacbdri.  p;uh  A-  Mai,  Spkilof;.  RiiniHn. 
I  I8U)  8.  XXVI  f.  «in  hVagincnt  iluii  vincr  Hoinili«,  die  er  lici  Anlnai  dcH  I'allra  von 
okik«  (904)  an  da«  Volk  hielt,  luid  durcn  Anfang  imf  eino  wcilnrc  borailctiiKJiD 
keit  MhlicMea  liait.  Diu  Pflichten  dea  Hfloabtloben«  bubnmlrll  «r  in  «nor  L'ol«r- 
iaag  aa  den  Klwl«rvonAand  dM  Atheabet^M.  Ed.  yr.  A.  Mui,  ?Scri|ilar.  v«lur.  nuTa 
UkI  V  (Ron  1837)  611  '619.  -  Vielleicht  R«hSrt  aurh  ihm  der  TrakUt  Ober  die  drvi 
«banüni  in  in  cod.  Paris.  1133  ut-e.  13  fol.  814  3!t2'.  AnHcto  R«moam  ad  inlor- 
■)a«ia«b«rani  Hngioiritanim  von  Nikolatn  sl«li«n  in  c»d,  Paria.  IS21  saec.  IS  fol. 
DI'.  -  Smm  AbdankanBKDrkunil«  ed.  Sp.  Ltiniproa,  a  Z.  1  (l!(92j  A.')», 
^4.  Johannra  Kyrioton,  mit  dvm  Beiaaman  OenRiHrnH,  Proloapothorioa  und  nach- 
'"nah.  i»abnii'l»iDlich  iin  KloatM  Stadion  in  der  S.  Hitifto  den  10.  Jnlirhnndert», 
Uauptkcdtiubiag  auf  dem  Clcbintn  der  byiantiniaehoR  l'oaxie  li«gt,  hinlm-limiii 
•  gtMtlioh«  K«<tcn  onf  da«  Ii«iden  Cluisti.  naf  UariS  Verkündigung  und  Morili 
(köliea  m  Grecor  von  Nuinnx  und  Johann««  von  I>ama«ko«  u.  n.  Kdicrt  int  diiviui 
nkrede  auf  Maril  Vtvkitndigunc  (ed.  A.  Bnllerini,  Sjrllagc  Rlunuiiii<nloruiii  'i 
~B)  141— a06;  ali|c«dru«k(  bei  Uignc.  Patr.  gr.  tOO.  812-848)  und  bVuKmvnlu 
Enkatnioa  Mif  Onaor  v.  Pia«iuni.  Dur  Uunuistiober.  P.  Tucehi- Venlnri.  Du 
<tn  cjiMop«  in  &  Gi«g«riiiin  iu«dita  UudiiliorMi.  Studi  rt  dociiinenli  lü  Sf^iin 
14  11998)  182— 1l>2,  hat  n«ch««vi«««],  dam  Jobann««  die  ßioxrapliio  dM  Gn- 
Ttn  Nnflaat  tm  OiesorioB  Ww^ter  aln  Grundlage  nahm,  im  Stil«  Mwr  tirc^M'  v. 
•rllKrt  nnclishmle.  VrI.  U.  Z.  3  (18fr4)  SU  Ift.  -  Die  Kcd«  vcilhtandig  in  cod. 
Mk  PüM.  4U2  aaec.  II  fol.  S28-3&2'.  Hier  »udi  SelWhiogniphiKhca:  In  ae  ipmm. 
MMt  piTMbytor.  fol.  S«0*— 363. 
_  da«  10.  Jnlirliiindert  apItealoiM  flllt  «noh  «in  aonat  BJini  nnbokanntfr  Koama* 
Tr  tKaofi«(  D(0((;i(u().  Ton  dem  biindicliriftlicb  niehmrw  Kndcn  erhalten  HJnd,  auf 
[■barlragimg  drr  Hnlii|«i»n  dmi  hl.  Chryaoatomos  (cod.  Cnninona.  277  nnec  ID  fol. 
I2T.  rod.  Pari*.  .'i.^U  ucc  14  fol.  67*  — 74),  auf  Aen  l'n>|)hi<ti>n  Za^haiiaa  (cod.  SabWt. 
rr_  1:;  fol  I-.<t),  auf  Tadiariaa  pontifM  (coil.  Purin.  76U  sm'c.  It  ful.  14-l(tj.  iiuf 
in  luid  Abim.  LrtxlRrn  ed.  pr.  Ballerini.  Syllwgc  monnuipntOT.  2  (Rum  I^Iitll 
*-Wt;  abgedmckt  bri  Migao,  Pktr.  gr  lOß,  lOOA— 1013.  Vau  d«r  luerat  genaant«n 
1^  FncmMite  bei  Uign«,  Palr.  gr.  fi&.  82!i -831.  —  Die  HoAitlla  de  S.  Joanne  Clirya»' 
■■  et  de  ejua  (iMSOMriMae  ia  omL  Pnns,  I4ö4  booc.  10  fol.  ]6S-lit  ecJieint  davon 
ndiodaa  m  aein. 

(.  Ocoraioa  oder  Oreforiua,  Pr«ebjrter  in  Ktanrmi  m  Kajipndobien.  d»r  um  940 
LU  haliira  MiH,  iat  der  VerfaMer  «Inar  pan^ttyriachen  Rodo  anf  dio  Vlll«r  den  Niküniachon 
Fr.  Comb^fta,  Novum  Auctarium  3, -H^  -568:nbpndnickt  b^iMigne.  I'ntr. 
140.  —  Vgl.  t'abric.iua.  Dibl.  Kr.  H.  627.  Die  liobcnRu^il  dinicii  UrRgoriu« 
nAbnen  (.^ntemuclinnf;.  iiowi<<  din  Prago,  ob  or  idrntiarh  Inl  mit  dem  ubcn- 
(lr«god«B,  von  dorn  ein  lanf^ea  Knkoniion  auf  lirrgorioB  v.  Kotiuui  cednickt  iat 
Ip«,  Palr,  gr.  35.244-304).  DtMoa  wird  m«ielen8  in  doaH.-  10.  JitlirliunJert  viTlegl. 
iliWaro  Zeit  int  aidiGr  eu  a^t;  dann  daa  Eakomiau  ist  srlioii  in  dvm  i'aHi>or  rnxiäl- 
hi  4m  Otügorioa  von  Nouanc  (cod.  r>10  anec.  9  fol.  Vii'—Ü'S]  vorhanden. 

1,  Selbst  Art  urcMo  BnKjkluiindiiil  de«  10.  Jahrhundert«,  Kon«tantinoa  Por- 
•  i*C*an«laa  (vgl.  Rruaibnobui!.  ist  hier  xu  iii^nen  wegen  «Mner  Ki-de  Qber  dan  iiotih 
■I  irtfarachla  ChriMuabild  tob  Edea».  Ed.  \"  Fr,  Combofiii,  Originum  mrumiinu 
»hfitiarBin  nanlpaliM.  Paria  1664  S.  7&  -  101:  abg«drnfkt  bei  Migne.  I'nlr.  gr.  113, 
t-  IM.  —  Ein«  >wf  ite  gviattielie  Hede,  nber  die  Uol'tirlragHng  der  Reliquien  Ata  .lohiiniies 
"i — ''-rnaa.  wfH  Konatantinos  in  ood.  Bnrberin.   V  10  fol.  ^'A  tT.  xugracbriebun. 

Von  eineni  Leon,    Diakon  in  Kpel,    Ai\t  vinlleiulil  mit  d«ni  lleachiditnuhreibor 
--   m   idcalifitieron   iat.  entbnil   cod.  l'iiris    1*85  aaec,  lu  fol.  81— 84"    eino 
i'rtnng«!  Wchaol.     -  Rinvin  Lnon  Presbyter   in  Kpel  wird  in  eoit.  Pari«. 
r-    •■■     ■  ■  -i   aaeo.  14  foL  32    40  nina  Elomille  xugr<'ijj;iiHl. 

9.  Thuadoron,  Uatronolil  ron  Kyiikoa  im  10.  Julirbundort,  vurfusite  «in  Knkomion 
4«B  M.  Umm,  daa  c  B.  in  cod.  Vallicell,  B  34  muc.  12  fol.  132  B.  erhalten  Iat 


It^jHBfl 


I7M 


BruattaiMb»  LiUantargMcfckkta.    L 


Ltttsntw. 


lOUbxln  10  Jakrh.  *4.  TL  J.  l'>ptaiikij 


lllWiltMigl«   ta 

JifafcL  4.  t  (194)  48 


1 

n  vffl 


77.  Tbeodtn-OMDaphiuipateBf^tovJwfoctf^afTwtitfrr^,  aadiA/oriffi^l 
PrAfcoMknUr  und  Patrikioa  in  Koiwfamtiiiopd  bb  die  Mitte  dw  lu.  Jul 
Uundf-tis,  venroIUtAndigt  durch  setne  ExurpteoiBnunlaiig  ans  den  Ilomi: 
dem  Johtaavn  OiryMMtMDM  dait  B3d  dee  enn-kJopSdiachen  Zeitalters 
KAiM>r«(  KniiMtaiitinoB  VII.  Von  den  48  'Exlojm,  die  anonym  in  den  A 
tfaiNru  ilfio  nir>-<HiNtomo8  atdien.  wird  ifam  bandnchriftlicfa  d«T  grSssk'  Tvil 
zugiMKhriwbeii.  Nit-ht  ulinv  detichui  «ind  hi<^  di«  .SUtUc-n,  welche  in 
Mchiudttnon  Moniiliun  da»  ChryttontoDiM  daNtelbe  Thema,  «-ie  z.  B.  die  Lii 
du  tii'bitt,  tili!  BiiMto  beliandeln,  zusammengetnigen  und  zu  einem  0  _ 
vflruinigt.  UU-  lM->wereii  Hw  gehen  jede»<nial  die  Schrill  de«  C%rytio«toB>or 
an,  niM  der  dio  betreffende  Stelle  eatliehen  i«t.  Indemen  weichen  dn 
uiftxelnvn  IIhh  W)  bedeutend  von  «innDdcr  ab,  dos«  eine  Umgrenzung  der 
von  TtiiixInruM  angelßgten  Exzerptensammlung  nur  auf  Grund  ttorgfllltiger 
Unlerf>ui.'liimjjen  vorgenommen  werden  kann.  Von  den  i'igenen  Homili 
des  Tlieodoro«  ist  nur  diejenige  auf  die  Übertragung  der  ICeliquton 
hl.  .loIuuuMM  BaptiifteH  von  Anliochion  nach  Kon)^tanliiio[>L-1  gedruckt 
wurde  un  «niten  Jahrestag  der  Üht^rtragung  gehalten  (!).i7).  Bei  andei 
unodierteM  llomilion  streiten  verHchiodene  Verfasser,  die  den  Namen  Th 
doro«  b-ugvn,  um  diu  Autorschaft. 

I.  Auixaben:  MTtnXoyai  änn  iiaififtmf  löyair  laf  'laiärvov  Xt/Moatiftov  MMi^i«. 
Pair,  Rf.  6!t,  M?-  902,  Davon  werden  nur  din  .10.  und  4R,  Thoodoro*  n<udiOrkli(ih  luir 
Mchhfll»>n.  IHn  IIh.  di«  Kcinnti  Naiii«'»  nnnn«i,  nie  dinradd.  Vntifjin,  h^\  u.  ItS'A,  Vindol). Iti«iil. 
1.VK  II  LM  (In  biiidim  :m  Homilien),  -md  «eltcn.  In  dorn  l^□d  Paria,  l.>3!)s.  Vi  M.  HH-t'»- 
»tnlil  nin  Mnrivriuiii  S.  (i oorgii  uutor  BOiuoin  Namen.  —  Die  Kudo  auf  JobojiD««  Uaplialm  m 
lut«ini<iflliboiMiKriu.  Patr.  gr.  111,  811—620,  Der  gneoliiaobaTcxtiitelilE.  B.  in  cod.  VinM 
lliool.lll  fol.  H7    U3.  ood.  8,  Seimlor.  18  weo.  11  fol.  M'-6ü'.  -  V«L  «i»oh  «61  Abb.» 

'i.  IliUHmitlul:  FabriuiuH:  llibl.    ^r.  10,  3:^5  f.   —   L.    AlTatiua,  Dialrib*  ' 
8yiLipuiiiiiii  Hi'ri]ilin  S,  87.  scihrvibt   iliin  rini-  Ri-du   Huf   diu  Gvhurt  At»  JuliAnnM«  Ba[ 
III.  ilio  iiiilvr  (IdU  VVrrkoTi  Tbouilurvts  von  Kjrrhoti  iMign«.  Patr.  ^.  >^,  33  If.)  rf«H 

'A,  >ii>iiiinii'ii,  Palriuirli  vuii  Kpd  (U96— 999},  liintorli«a8  «in  Knkofliiuin  tat 
Mnrtyivr  Ki'rvko»  iiiid  Jiititia  (oi)d,  ^lam.  .'lOl  »aec  13  (ul  TC-  96J  urnl  *iae  Itcds  i 
i>iii  Wund«  (Idh  bl.  MirlinrI  iii  Chonnp.  l^otltM«  ist  f^odrackt  in  don  Acta  SS.  Si-ptPinlir.  ^ 
41'  47.  X.H'ri  DamMbiiiitnii  dpuMbnii  Wundcnt,  dl«  nin»  von  Synirim  MotaphrasUH.  ili" 
Blidwra  Tim  dem  l'niiLtiioiiatIo»  drr  Miclini'liikiichi'  In  Clionaii  .^rchippos,  ud.  pr.  M.  Dunacl, 
Anali'cl.  ll<illi>i>a.  8  (lri»il|  IW— 316  u.  Mipnint.  Pnm  IHW.  LoUIcti«  bilduti»  diu  VcrlMV  d'' 
Siainnioa  u.  Je*  M^Uphnatan.   Uonn«t  Icujni't  diu  witklicbo  Rxistcmi  di»  Arebippo«.     ^ 

7ft.   Johumas  ZiphUiuoe  ('/nfniii,«-  ö  Si^tXtroi),  goboion  in  Tr-up^zuil 

um  lOlfl'  12,   kam  als  wisshegieriger  JUngling  nach  Kon»tanliiio])e]  uiiJ 

sohhuw    hier    bald    einen    iniiigf»    Kreiind.schaflabuud    mit    dem    gronwi 

IVlyhintor  Michael  l'):iol)o».     Nachdem  er  in  Kon.-<tantinopel  als  Rcchla- 

anwalt,  kaiwrlichor  Itichter  und  Noniophyhix.  »l  h.  A'orstcher  der  itclil»- 

wüuM'nsH-haftlichen  Abtcihnig  der  neu  erstandenen  Akademie,  thätig  guweewi 

war.  ton  er  »oh  im  Inviliii  Maunesalter  infolge  niedriger  Angi-ilTe  auf  scint 

IVroon  in  ein   Kl«--I'  r  ili.s  l>i<rflhuilcn  Korgos  Olympos  in  ßithynien  zurück, 

urohiu  Michaol  lNi'll»s  Iktilil  nai-hkam.     Withreud  Pi>elW  das  Kloster  htÜ 

uMm  vcrlit-w«,  kam  \i|thitino(<  entt   nach  Kon»tantinopol   zurQck,   als  er 

auf  den  ratnari'haUtiihl  der  Hnupl^tadt  K-iufen  wurde  (101^4).    Als  solobM* 

entfaltete  er  fiiie  ix-gt-  uskelisch-reformatorische  Thätigkcit,  bosoitdon 

auf  dem  Itebivte   der   tiveetEgi'hung  und   der  Klerikaldisziplin.     BCit  dem 

lutvrviKH*  (br  die  Aruienpficge   nvband  er  die  Liebe  cur  Kunst,  die  er  in 


A 


1.  Tliwlogl«.     D.  Oetatlioha  B«red«avkeiL    OS  77—78} 


^^Kn  Restauration»flrl>uitcn  bcthätigte.  Bei  aoinem  Tode  (2.  Aiiguat 
IB^plt  ihm  MichaH  I's«llos  eine  Leichenrede,  worin  er  ein  anfn-hau- 
rhi*  BiW  von  der  Wirksamkeit  des  bedeutendsten  l'atriiu'chcn  von  Kdii- 
antinapvl  im  11.  Jtthrhundert  entwarf. 

AuK  der  Zeit  seines  Putrinrc-Imtcti  »tummt  eiiio  umfutiKruicIie  Iloini- 
latammlung  auf  daa  ganze  KliL-hL-njuhr,  uns  der  biä  jt^tzt  nur  0  lloniitien 
Dfi.  Nach  diesen  Proben  zu  urteilen,  zeichnet  sich  diene  Sammlung 
iorch  Einfachheit  und  massigen  tiehrauch  riietoriseltor  Sprach kUninttf, 
durch  eine  eingehende  Kenntnis  der  hl.  Sclirift'.  an  deren  Honntagnt- 
Hkopon  Xipbilino»  sielt  anschliei^t.  In  meiner  frOherun  LelmDMstotlung 
Huale  er  juristiiicho  äcliriften,  von  denen  «ich  nur  RAndsdiolieu 
BD  Batiilikon  erhalten  haben.  Gunz  verloren  sind  »eine  philosophischen 
ifiriften.  von  denen  l'seltos  einige  Titel  nennt:  //*pi  yinatut  xul  pyogne, 
t^  f^nfff,  Bi^  tivi/^.futr  tfvoftoq,  Ut^l  {^tptor.  Er  war  Ariistotcliker 
h)  bdkimpftv  den  i'latonixmü)«  seine«  Freundes  Psullotf,  dem  er  hart  zu- 
tat«. Der  He^ensatr  zwischen  diesen  zwei  hervorragendi^n  IVreönlichkeitcH 
kll.  Jahrhundert«  ist  ein  deutlicher  Beweis  i\\r  das  Leben  -~  denn 
I  <iff«ul>art  sich  mehr  durch  Gcgenntittzo,  als  durch  Harmonien  — , 
IM  in  wiBMDSehaftlichen  Kreisen  wieder  pulttierte.  Düss  dieser  Oegen- 
itt  auf  theologischem  Gebiete  zmn  Ausbruch  kam,  ist  ein  Bewei»  für  dio 
ikraide  Stelle,  welche  dio  Theologie  einnahm.  Johannes  XiphiÜnoH  scheint 
i(  philo«ophüicheni  und  theologischem  Gebiete  P.tellos  weit  nachgestanden 
ihabi>n:  M'ine  Stärke  lag  in  der  Richtung  de»  praktiacli-kirchlichen,  aske- 
«lien  und  kirclienrechtlichen  Geiste«,  der  eine  sichere  Ba»iä  braucht  und 

S  allen  Spekulationen  al)hold  ist:  es  war  ein  GlÜek  fUr  die  Theologie, 
ioine  Tendenzen  nicht  allein  das  Feld  behaupteten. 
1.  A«ii|;abcn:  Uin  <S  Hnmilion  und  dor  Anfiuig  «iner  T.  nach  Drucken  von  Clir. 
allliBi'i.  G[cl»«r  and  Mingatolli  bni  Mi^ac.  I'ulr.  gr.  1120.  12al— 129^.  — 
erkalten  in  vcruchiodraon  H».  t.  B.  in  mil.  viitic.  I'ulut.  221  auoc.  13,  cod.  Murcion. 
S7  •auf-  H,  cwl,  Vi>ron.  l'ij  bocc.  H-  1.>,  cud.  Mutin.  1Ö8  Bn<?c.  1&,  cod.  Monno. 
M.  I(!  tliicr  im  isiiacn  M  Uomilion).  —  Di«  Sclmlia  iu  Evangelia  in  i'ud.  Siniiit. 
It  laM-  14  und  Wühl  idunliacb  mit  den  Ilumilion.  —  Eine  Liei((<udi>  der  trapezuiitiBi'liiiii 
Utfnt  EagenitKi,  Konidiu«.  Valeriana  und  Akvlae  witd  ilim  in  «iuer  H»  von  Clialko 
'Makro.  Val.  B.  Z.  2  (1693)  631.  Sio  sU>Iil  »ich  in  den  codd.  Vnr'a.  1467  eaoc 
fol.  834-S4«  luid  AlliouH  3688  «.  |.'>  fol.  :i»-  *!••. 
HilfaBitl«!:  W.  FiBclier:  Studien  xiic  hvxnniiniachen  Oascbiclite  dos  tl.  .lahrh., 
BSD  TOD  Planni  IdSi  S.  1-49.  -  V\*ebpT  a.  a.  (I.  S.  27  nrklUrt  dio  Ilomiliiin  fllr  du 
:  ■Ibm'HSmIm«  an»  dem  1>^.  .Tahrhundnii:  nin  onjir  rndikiiku  Vnriji^bcn,  diin  indnuon 
dia  baadachnftlicli«  Unbm-licf^nuig  widoricgt  wird!  —  Di«  limbrcdu  dos 
.  fWlM  anf  JobaoMM  Xipliilinoa  cd-  pr.  K.  N.  Si.thas,  Aha  ^i,1i.  i  (1874)  4^1-468. 
van  ll«tropkan«ii  i.  J.  lASl  nuT  diis  rii-disU-n  Am  .lutiomies  Xiidiilinos  ge- 
I  Tvtraatieham  at«bl  in  tiiour  Us  d«<  Uiuolugibcliuu  Scbulu  von  Clialki.    VgL  B.  Z. 

Ein  Uterar  Z(*tjMnMBe   de«  Joliaimu«  XipliilinDS.  Joliannes   Mnnropus.   von 

MatrofMUtaaeitx  Eucbaitet  Eubon&nnt  |iim  die  Mi(l«  dL>s  U.  JahrlinndorUI,  ntn« 

■>nt«8t«B  P«nQBliclikMt«ii  der  byzantiiiisclien  '/,«H  nnil  tiiii  hcrvoirnftcndor  [>irhtcr 

inbacbpr),  liiDt«rii««S  tn^hrcr«  «oifitliHio  Heulen,  die  inlinittirli  und  furmoU  liOhor 

ala  ilia  HiMiitlian  da«  Xliikilino«.    Die  mci«t(^n  wiinlon  ttii  Festen  Uitriä.  der  Kuu], 

0*af|ii<iw,   an   ilom   von  ihn  gratifUlnn  gninninHnmnn  Feste   ilca   lil.  Uosilioa,    uro- 

ThaoloftiM  und  CbryaoatoniM,  and  droiar  Hftrtvmr  oAmoon  Theudoros  gehollMi  und 

ti»  alAric    rhatoriaehea  Ooprtc«.    Zwo!  donallion  »ind    bei   wtahtiicen   hiHtori«ch«n 

n  <lia  Diaaawnea  doa  J«hannea  gerichlut.    hji  sind  wühl  nur  UeborrMto  nlncr 

kottulotiaeken  ThltudtMt.     Dazu  komineii  zwei  Uioi^rnphiun  dM  Porothoos  tlea 

im  Qitodcn  d«a   Klosteira  Ckiliokomun    in  Punto«,   seine»  Zeitgenossen,    und 


iteeh 


172 


Byiaatitiiieta»  LiUerittnrgeMbichte.    L  Proaaia«he  Litt«ir«tai>, 


I 


doH  Mltnclimi  IlMrim,  der  um  F.nclo  •)<>*  fi.  Jnbrhtindi^rls  itsa  retraktoaler  ta  Kpol  Gttalrid 
Ili(uptauvgiilir>:  I'nul  il«  Lu^unli'.  JuliHnnia  Kuclinituniin  in«lii>|ialtlae  (|Unf'  in  csdiM 
THticaDO  (;ra«ro  676  supi-mml.  i4bl)a[iHltiii{:i'(i  ijer  OMIinger  ücsolbcJi.  d.  Wm.  Ü 
(1&82)  9S— Sltf.  —  Die  Uiugra|)lii«  dc-i  Iklüni'Iu-^  BaiHS  ei.  jif,  fnpadopaloa  KcrKinett, 
^«»po^-MiTMlflix  »(/f;ii'>.7<>>;,  -.IrtMaoi«  iUt.nt'i.  K|iol  1864  S.  SS-^A.  -  C<hL  VmL  l'küi 
188  a.  läil»  ful  3U'-'2IS'  vnÜiiM  oiii  litnrftiKliM  OfBcium  und  tiam  Kaaon  aiir.toüag^ 
Maiuopii»  von  efinoin  Neffen  Tli«odoroB.  KabÜnüarioH  und  kiiM«licbi<ia  Not«r.  —  2iu  Ih» 
gnphitj  vitl.  K t uniliaclier. 

4.  AU  ein  Ilnniüelikfr  df«  II.  Jnhrhnnildrts  gill  nach  Jakob,  lUiHjb  des  KlMlm 
Ki>kkiii»bnplioA.  rnn  dem  ß  Rrilrn  auf  Mnnpnrr«t«  im  Drucke  Torlie^n.  Kruigl  «ihm 
Auhnliehkdit  mit  (icorgioii  von  Nikomcdieu  und  Nikotwi  David  townlil  in  ib^^nwkr 
llcxii^bung  Hl*  (lurcb  Hninan  Mangel  an  hiaU>ri»di«ni  Sinne  und  diu  llfnuUung  dpr  Afo- 
kry phcnlittcrulur.  (Seorgios  liliorl  er  in  dM  Red«  auf  die  VoTstclIang  Marik  in 
Tümpel,  und  die  li-dc  nuf  MnriA  Gebart  beatobt  wie  die  dea  Nikctaa  aua  (-iDera  7.vm- 
K«»pi*tdi  EwtBcheD  Jundiim  und  Anna.  ~  Die  eben  mvlbnt«  Rede  od.  pr.  Kr.  Combofit, 
Kovdhi  Aucturlum  1  (I'aiia  1648)  1248—86:  die  !>  andorvn,  wotod  di«  l«tj(l«  mr 
raentariavh.  od.  pr.  A.  Balletini.  Svllot;«  mnnnm<int(ir.  1  (Rom  I8M)  163—193  o. 
«na  dem  ond.  Vntic.  1162,  der  durcli  d«n  neulich  nn  leiniin  MinJAtnrMi  verllbteti 
•Uhl  «relthoknnnt  g*wordra  int.  Alln  6  tanunm«a  bm  Mignti.  Patr.  gr.  127,  M— 
—  Kine  giOKMtro  Anzabl  von  Mnrionhomilien  do*  Jakob  fintliült  d<tr  cod.  Paria.  I2ÜÄ  mm, 
13  foll.  260.  -  Di«  HinintQren  der  beiden  ilas  wurden  bexptni^ben  und  xnm  Teil  reproduBNt 
von  A.  Kirpifnikov,  Zur  byxnnlimiidien  Miniaturmalrrei.  B.  7..  4  (1'*^''^)  lOB— 134.  - 
A.  Kirpifuikov,  Der  llricfw«ellBl^t  des  MOiicbe«  Jukoboa  mit  der  Kniaorin,  Odiwaw 
Jalirh.  a,  1  (18921  255—2^0  (nisaietbi,  eohreibt  demselben  Jakob  die  43  Brwfe  an  tino 
Kaiserin  Irvue  xa.  die  in  ilrni  cod.  Pftris.  3089  asec.  12  einem  MOn«bn  Jakob  m- 
fl«ei|iiiel  werden.  Die  Kaiserin  ideulifixierl  er  mit  der  lierQlimlen  Gc-^nerin  der  Bidot- 
feinoo.  Wenn  die«e  Idontinzierurii^en  iiilretTen.  nillHMt'i  J«kub  in  das  Knde  doa  6.  Jlll^ 
htmderla  vereotxt  werden.    t)ie  FrnRn  iint  vor  dir  Publikation  der  ItrJefe.  von  d«nen  A.  Ki^ 

[ifniknv  nur  Awun««  millnilt,  nicht  Hpnichroif.   Vgl.  Q.  Z.  3(1892)  HO  f.  and  SS2f,  tor 
'otemJk  EWiHcben  Kirpic'niknv  nnd  Vaxiljnvnkij. 

79.  TheophaneB  Eerameus  {Sfo^iivr^t  «  AV^n/tfrc).  Unter  dicMm 
N'nmcii  iiiid  mit  Acr  Hi'zcictiiimii:!  .scinc.t  Inlinbprs  al«  Krzhisfhofs  vob 
Tuorniinn  in  Siziliuti  odk^rlo  Fr.  Öcur-'^o,  Pari»  1644,  ilie  unifungreicli 
Sammlung  von  Sonntag»honuliun  und  FoHtrodoD,  dio  uns  aus  der  hyi 
tinieclieii  Zeit  im  Drucke  vorliegt.  Leider  liegen  aber  die  VcrhiUtnis 
diotter  inlerea.'ianittn  Sammlung  nicht  ho  einfach,  wie  der  ftmUi  und  noch 
der  zweite  Hcransgelier  dfradhi^tn,  Orcgorios  Palama.'».  Mi^nch  de«  hl  Grab- 
kloätcrs  in  Jorui^alem  fI8(iÜ|,  sidi  dic-Mdbon  daehti>n.  Hnndt^chriftlich  geht 
die  Sammlung  in  verschiedeneni  (Imfango  untor  ß— 7  Namen:  Theophaues. 
Johannes,  Philippoa,  firegorioa  rettp.  (Jeorgiop,  Nikephoro«,  all*'  mit  dem 
Iteinamen  Kerampu.i.  Dazu  kommt  Codox  Mab-itenst,  16  resp.  3.%  «ior  dieselbe 
Sammlung,  die  liier  91  HomiltL-u  umfat^t  (wovon  nur  C2  gmlrudct  sind) 
oiucm  Philagatho»^  Plulosophcis  zuschritibt.  Scorso  idontifizier|.e  kumer 
Hand  UregorioB  und  Thcophanes,  wogegen  Montfaucon  sich  aussprach; 
Iriart«!  erklärte  Philapathos  fUr  den  Mfinchsnumen  von  Theophaups.  was 
wiciiorum  von  Villuison  in  Ahrode  gestellt,  wurde.  Trot7.dem  blieb  die 
Meinung  vorhcrratht-'nd,  diiss  dor  Erzbiscliof  von  Taotmiua  Theopbanee 
Kerameus  der  Verfasser  dieser  Uomilien  sei,  bi«  nouording«  Lancia  di 
Brolo  den  Erweis  erbradit«?,  das«  sie  von  einem  gleichnamigen  ErzI»is<:lM>f 
von  liossano  in  Knlabrien  im  12.  .Iiihrbundert  henübron.  Seitdem  hat 
V.  Batilfol  noch  einmal  die  Anfmerksamkeit  auf  eine  zweite  Ha  des  .lobannes 
PliilagatboM,  Mönche«  und  Pliiloi^ophcn.  eines  SchOlera  des  Kalabiiiolien 
Abtes  Bartbolomaeo»,  in  dem  Codex  Vatican.  20u6  gelenkt  und  die  Ver- 
mutung ausgesprochen,  daes  die  Sammlung  unter  diese  beiden  Verfasser. 
Theophanea  Keramoua  von  ICo^ano  und  Johannes  Fhilagathos  zu  teilen 


A 


L  ThMlogt*.    D.  0»iatUcbe  Ber»aBuiikMt.    (§  19) 


173 


■    am. 


m  R'i  die»«r  Stichlii}^^  ist  <-iii(i  metliodJHcho  Untemiichung  des  umfaitg- 
nidipii  Htunmtoriuls  daei  erste  Bedürfnis,  iini  »irliereii  Boden  f.u  gewinnen, 
Die  nSchste  Forocliting  muso  von  den  oodd.  Vationn.  2006  und  Mutriteii». 
Ut  n.  '£i  aimgchon  und  festttMleii,  ob  nur  «ine  Ausscheidung  der  Uomilien 
Bm  MOnche»  i'liilagAtliOK  urid  dw  Tlioupliuni'»  Keraineus  vorgenonimon 
■tfd«!)  miiMt.  oder  oli  die  übrigen  Namen  uuch  in  ßetnicht  zu  zieiien  sind. 
ntglfiKU.'  Zahl  der  gedruckten  Honiilieii  otfonhari  riicli  als  da.s  Werk  oincti 
ill4  desselben  Verfasnorn  durch  die  Ätiidi<;likeit.  in  ihrer  Anbige,  die 
liÜBtische  Verwand  t^lmft  in  den  atebeiidun  Übergangitformeln.  die  Be- 
■ttnug  dei-s^dben  K ireheiivStor.  de«  MuximoH.  der  3  Kuppiidokier,  de» 
Kytük»  von  Alexundrien,  dejf  Eii»ebiuä  von  Ka&urua,  eiiiig<'r  Asketen  und, 
tk  iQagaton  Schriftätellers.  des  S>'meon  Mehipbrastes.  Nach  Inhalt  und 
fma  sind  sie  aber  dieser  Bemtlhinigen  um  ihre  eildgllltige  wissen- 
idiaftliche  Idetitiflzierung  nicht  unweit.  Kiiie  derselben  (die  ^5.)  wunle 
W  KGuig  KogeriuM  (I12d — 1152)  gehulti^i  und  gibt  eine  ansprechende 
Buehrwhung  der  Cappellu  pHlatina  von  Palermo  und  ilirer  berChmten 
Umiktn. 

i.  AiiHjtabcn:  Ed.  {ir.  Kr.  Soata«,  Pari«  IG-II:  ali(;t.' druckt  l>i-i  MiKHU.  i'ittr.  ifT. 
'.134      ll>7?.    —   Kju(^  2    Xuitfiphe  lieMr|te  Ur.  i'uluuiUB,    Tot'  «nrfpuiiiiinv  .   .  .   Htafii- 
rmi  .  ,  .  tifzim.   TKtfo/jfn'ov  tiji  ^Uxdtiai  öfiiXim,  JvniHiilein   IHHO,  tiurli  2  Hstt  aus  K pol 
tri  CUk«.     Die  diploaialiwil»'  ■.irumllagi!  isl  in  lieiiltici  Auisiul-""  iiii|(^>iilReiid, 

%  RilfHBiillpl;  IJm>  uiitrAnftr«lc.hfr  Kirileitiing  von  Fr,  Scoiho  ist  xum  'IVil  un- 
tnaaUar,  weil  «o  nich  in  ganx  *<ir(»hlt<-r  tt>i8o  mit  dem  Kmoisc  abmOht,  dam  diu  llomiliBii 
»ifr\  tof  ifta  bviflDtiiiiscliKn  KaiHor  gehalten  wiitrien!  —  L  Allntiux.  Uiutritiu  itn 
Gfwpbi  S.  4l4-4iß.  Fnt>rii:iafl.    llibl.   gr   M,  ä08 -218.    -    Kino   nuofUlirlicIii'  ti-i- 

Klmbmi;  der  codit,  Untnli<ii*cH  Ifi  und  SU  (der  ursprOnetioh  «inon  1'«il  di-a  cail.  16 
ytaij  gibt  J.  IriarU,  ISibl.  .MntriimKix  rodicc»  erociii  1  (Mndrid  17'^'.))  S.  bb—lD.  133  f. 
Ur  «FrtToll  jund  bior  dio  AnKibcn  der  'Vngii  und  iirtct»  uiicli  dt'r  Orte ,  Reggii» 
<•  Kaltkii-n,  Aleeaikl,  Tacrminn,  I^J»^n<l,  an  doneu  i>iiul-1iii>  Huituliuti  Kobultun  wurd<Mi.  — 
Uau»  dl  Brolo.  Storia  de4U  CliieM  in  Sicilin  2  (Puk-rinu  1884}  i^J-idi.  Di«  llaujit- 
niillal«  aein«t  l'nlcnncliiiiii;  sind  durcli  diu  trufflicliv  ItuweinfllliTung  geeiclicrt.  Sio  stQtit 
•4  aar  die  'rbataaube.  daas  1'auriniiia  im  12,  JHlirLiindi>rl  gar  kein«n  Elisehor  beuaa,  nuT 
Üt  AifibvB  des  cod.  Vaticun.  21)Üti  Uhor  den  Ott.  wn  die  llomilion  gebalteii  worden,  auf 
Ai  Ulm  Krwlbmitifi  einer  '.4KHfiineir;i<ie  fUaiy  der  lil,  Jungfrau,  die  in  Rowiflnn  vfir- 
•bf  «nrd».     Auf  die  Kinwllioil^n  kann   hitr  nicht  »ing^gangcn  wttrden.    Zum  Kclilnu 

rlitixt  Lancia  di  Urolo  n.  a.  0.  4tlH-'4'Jä  <>inn  der  unediMtnn  Ksden,  De  Inudibus  Sli 
K,  fiaidiAlotnaei.  in  IdoiuMchor  Urberectxung.  -  I',  Uatiffol,  L'abliNVu  do  Kossitna, 
y^k  1981  8.  XXXI.  Stf.  t>6.  -  i.  Langen,  Kcmiiteho  KnlsolinngMi  griocbischor  Sdirift- 
*iUm.  RaTiM  ifttcmat.  d«  Ui^«l.  $|lä9&)  122—27  will  den  Krwi-is  i-rbringvn.  da£sdlu  5.>.  Hu- 
■)>•  Dt^ea  di«  Üriecbvn  inUrpoliert  seil  Lmgen  li&tte  gut  durnn  getbiui,  die  Vurrragcn  za 
'  I«.  —  Chr.  Fr.  UalthaDi,  ProKr.de TkuoplLCeTUiieu,  Dtvadi'u  1788  (llhLT einige  Hm). 
S.  Anaacr  Theu|>1iaiiM  Kerameua  tkind  ale  gtisUidi«  Itudnt^r  dv«  12.  Jnbrhundorts 
'■•d  KaslatbioB.  Bischor  von  Tlieasalonike  (vgl.  %  6Gj.  Neujih,vles  KnklnintoK  (vgl, 
[nBbacber)«nd  Michael  Akominato*.  KrabiscW  von  Atlien  (vgl.  Krumbncher).  tn 
«Hbn.  Von  NeopbrtM  l>^k!eislo8  antbfiU  dor  <wd.  Paris.  1180  h.  13  14  fulL  23&dreiaHig 
iHdh«,  VM  deBCM  nur  10  gedruckt  (und.  Mohior«  dvrsvlbcn  biuinhon  Bich  auf  byxautiuiBchu 
llttp.  Zn  bnadilMi  iat  auch  dor  cai.  IjAab.  2  snec.  I.*),  Walimchuiiilich  cebDrt  ilim  aucli 
te  rw  K.  SatbaH,  .Mm.  bfX.  1,  274  «tnrahnt«,  auch  in  dotn  «od.  Alhoua  3628  a.  1322  vor- 
^|t^d^  Pvalinenkomineatu  lu.  Vgl.  §  93.  -  Zu  den  I'Htiug;riknn  kanii  auch  Leon 
■•litalln»  careebnel  werden,  vuo  den  einige  Koden  in  eud.  EMorial,  262  aaee.  I!t  fol. 
1*  l<7,  lt)2*— IM'.  Ml  f.,  542— 4ß  erhnllrn  smd.  Leuu  war  ZeilgonOMe  des  Patrinrrhon 
>«Kp*l  Uuiliuti  II  (1183—11.86).  Die  gi'unnntu  Hb  ist  »ebi  wertvoll  fQr  din  Kcnnlniii  der 
t^iMinacben  llbetonk  im  12  JuhrliundurI,  Vgl.  W.  Regel.  Fonloa  rcrum  byuiDlinnruni 
1.  I  (PeUrabarf  l><92|  S.  tll  t.  -  I>«m  rutriarchen  von  Kp«l  L»en  (1134-1143}  wird  in 
•od.  Hanian.  Claas.  2.  101  ein  Senno  de  llne  miindi  lugMchrioben.  —  Rine  Rede  d«« 
■rabtm  von  Alh«n  neorgios  liurtzes  F.ii  ttjr  Myiiw  ra'i  fityakt^v  Wij-jrijr  od. 
<l**tciade«.  Albea  18S2.  Nacli  ntnT  Inschrift  tm  Poithenon  Htiirb  Biirtjna  im 
IIW.     \%i.  tt.  Z.  2(18tl3)M»  1.  nndUregoroviuR,  (icMlu  der  l^tadC  Atbon  1,20». 


P>^Ka 


174 


BjxuttinUclie  liUenittiTgMctdcbU.    L  ProMiB«lw  UtUr&tnr. 


80.  Qermanos  TT  (riQ/iaföt),  Pstriarcli  voti  Konstunlinopc-I  zur  Zdfl 
des  UteiniM'hc'ii  KaiM-ireichci)  (1222—40),   wurde  zu  Änaplus  in  der  Prtfl 
pontift  geboren.     Er  wnr  Diakon  an  d«r  Ha^a  Sophia,  als  KonstAntinopfl 
von   di'n    LaU>in«.'rn  erobert   wurde,   und    zo^  »ich    in   <la.i  KlOHter  des  bl 
(■eorgios    T'uneumorpboe  zu  ÄchyreiMie  zurück,   bis   er   zum    orthoiloien 
Patriarchen  bestellt  wurde  mit  der  Iteeddenz  in  MtkSa.   Von  zwei  Synodi-n. 
die  er  1232  und  1234  abhielt,  wind  die  Akten  noch  vorhanden.   Die  letzl<re 
wiinic  durch  dto  Ankunft  von    vier  Ix^gnten   dvn  Papstes  Gregor  IX   ve^ 
aidasst,  dt«  in  Suchen  der  Union  verhandeln  sollton.    Die  Verbandlang 
Vfirliefon  ohne  lieaultat;  der  Zeitpunkt  war  nach  don  jüngsten  ErBt| 
schlecht  gewählt,  und  Ucrmanoü  .selb.«t  liei»  sich  an  Abneigung  gegen 
I^tciner  von  niemandem  übortjoffen.     Diese  Abneigung  tritt  in  mel 
Ilricfen  au  den  l'ap»t  Uregor,  den  lateinischen  Patriarchen  von  Kor 
nopel.  an  die  (Iriochen  auf  Cypcrn  zu  Tage,  «owie  in  mehreren  unedtcrt 
Ahhitndluiigun  über  die  Differenzpunkle,  Hifi  ir;<;  ix^iofffvanai  top  tr, 
TH'tvfutioi,  //*((  tiäv  ä^vfiioy  a.  a.     Sein   titteranHcher   Hauptnachlas« 
steht  aber  aus  geistlichen   Kedcn   und   Homilien.     Tn    dem   Cod. 
linianuH  278  umfaKitt   »eine  Honiilieiisaminliinp    iü  Honiilion   und    6  KntfP" 
ehuffeii.     Nur  8  Homilien  mnd  gedruckt  und  davon  werden  mehrere  au 
dem  älteren  tiormanos  1  von  Konstiiiitinopel  zugo»ehrii-ben.   Eine  Charakfl 
riatik  des  GermannB  TT  al«  llomiletikers  setzt  dalier  ausser  der  VcrßfFenS 
lichung   einer   grösseren  AiiKnhl    van   seinen   TTomilien   auch    eine   sichere 
Ausscheidung  der  dem  Altorcn  (Icrmanos  zugehörigen  geistliche»  Itedcn 
voraus.   Anhaltspunkte  dufllr  Iiilden  auf  der  einen  Seite  der  Cod.  Coisl.  278, 
auf  <ler  anderen  die  GennunüHh»ä,  welche  älter  als  dos  13.  Jahrhundert  sind. 

1.  Ai]H|tali«n;  8  Hnttiilieii  (loa  Gitiiihdq^i  tiacli  den  Dracken  von  D.  HSecbel, 
tirctiiiir  iiiid  A-  ftnll«rini  lusoniinengestelil  bei  Mign«.  Patz,  fr  140.  ß21— 757.  Ein« 
der  von  A.  Ilnlloiini,  Syltncn  nioniimenlnr,  2  (Kom  l^i>}  2&8-3T6  e(liorti>n  Ilomilixn  i*t  dun 
wd.  Moimc.  Hl<}|  nntnuniincn,  dnr  iius  di<in  11,  .Inlirli,  slnniint.  —  Ob  einig«  von  <{«n  llomilicn. 
(iie  ixxitet  dorn  Nomoa  (Irnniiniis' I  1>oj  Migno,  Vatr.  gr.  98,  221  IT..  343  IT..  IiI9  tf.  Hipbcn, 
Ü«nnHiiu(i  11  iiUEohOren.  bleibt  nucb  tu  untersiuben.  —  Uriefo  an  dio  Kv^rioton  und  «n 
PijAt  lirogor  IX  ruJotzl  ed,  K.  N.  SiitliBS.  Mta.  flißl.  2  (VenediK  I873M-  20,  39-4«. 
Ein  Fmniincut  Je»  Ilrivfi'S  an  dfn  lutciniachun  Palrinrcbcn  vöh  Kpel  ed.  pr.  A.  Dcmctis-, 
kopuloB,  ^>9.  'fUi.(t;  S.  40-43.  ~  t'.iuvn  PMasii  des  UermAnos  aus  dum  Jaknt  1230  ^M 
3.  Nico]«,  BeviiP  t\t»  6t.  gr.  7  (1894)  6^-80.    Vgl.  B.  Z,  4  (I89&J  2^  t.  ■ 

2.  Hilfsmittel:  Fabricius.  [libl.  gr.  II.  162—171.  —  Sclirift«!)  Kegon  die  Latriiwr 
venwkJinet  A.  D«m«trnl(i>puloB.  tip».  'aX«{,  S.  38—40.  —  In  cod.  ItudL  Burocc.  131 
»MC.  14  ful,  185-1^6* :  Thnodori  Alnniensia  «piaMpi  orntio  in  S,  Germannm  pAir,  CpoUtaaimi, 
(|nnndo  jirimnm  in  throniini  iintrinri^lialam  nwondcbnt.     Vgl.  %  66  Anm.  4. 

81.  IKq  letzten  Honületiker.  .Tohanue.i  Ulykys,  der  den  Patri- 
archalstuhl  von  KonMantinopel  in  den  Jahren  1316 — 20  tniie  hatte,  wird 
in  einer  Pariser  TTs  als  Verfasser  von  Snnntagshomilien  genannt,  von  denen 
indessen  keine  bis  jetzt  gedruckt  wurden  itit.  Besser  bekannt  sind  .Tohannee 
ölykys"  profane  Schriften  (vgl.  Knunbacher).  ITnediert  sind  auch  einige 
Predigten  eines  Kyrillos  von  Kyzikos,  der  um  LISO  lebte,  eine  grossere 
Anzahl  von  Homilien.  die  Makarios  (Mirysokephalos,  Metropolit  von 
Philadelphia  um  die  Mitte  des  11.  Jahrhundert*,  zum  Verfasser  haben,' 
und  die  HoinilienBammlungen  der  Patriarchen  von  Konstantinopel  Kal- 
liatoa(I3S0— 54,  I3r>5— I3fi3(«ndNeitos(i379— 87).  Der  schon  genannte 
Patriarch  vo«  Konatantinopel  Johannes  Kalekaa  (1A33— 17)  scheint 


1.  Thcologi«.     D.  Oeiatliobe  BsrodKunkeit. 


80  -81) 


I7i 


^bf  ivta  homilftjschen  G«l>iete  litternrisch  tltütig  gewesen  xa  »ein.  Im 
^Ketychaslenatreit  xtand  or  auf  der  Seite  des  Bärluain  uiiil  Akindyiios 
Hagen  PaUutias  und  tie^Mii  AiibSngcr.  Diese  Stell utignahme  kostet«  ihm  noitiG 
'wünU'.  Er  wurdu  zuerst  von  7  Ei  zbisfliöfeii  bei  der  Kaiserin  Anna  verklagt^ 
Uie  fls  scheint,  ohne  Erfolg.  Aber  aU  Johannes  Kantaku7.eno»  an  ä»i*  linder 
|u,wunle  eine  Synod«  gegen  den  Patriarchen  abgehalten,  deren  Absetzung«- 
Htail  dor  Kaiser  bestätigt«  (13-17).  Seine  Sammlung  von  tiO  Sonntugs- 
^bmUien  mit  Au8schtu«s  der  Heiligenfeste  ist  in  doni  Cod.  Coisl.  2fiG  aaec 
^B  «m  Imaten  erhatten.  Gedruckt  »ind  davon  nur  zwei  auf  das  hl.  Kreuz, 
^■takfa  streng  an  die  SnnntagHperikope  halfen  und  dnrch  EinfaehhcJt  nuK- 
^BdlDOD.  Die  hyzanüniseho  Hhetorik  kommt  ttielir  vAiv  Ueltung  in  de» 
H ^tdriickt4-n  Manenreden  de»  Erzbixchofus  von  TlieSHulunike  luidoroa, 
^k  ain  Ende  divi  14.  Jahrhundert»  blUhte.  Hilt  tritt  aueh  wieder  die 
Hydcryjihenlitterstur  an  die  Stelle  des  Evangeliums,  wie  das  bei  den 
Horienrednern  nicht  selten  der  Fall  i^ts,  Kngenios  Nomophylax  spendot 
bM  (dnem  Synodikon  der  Kirche  von  Thesisalonike  Isidoro»  da«  Lob,  dam 
Wß  tiglich  durch  Wort  und  Schrift  »eine  Herde  zum  cliriMtlieben  Leben 
^nthnt  habe.  In  der  Thut  itit  eine  weit  grÜHgere  Anzahl  von  IlomiÜen 
Hm  Uidoroa  noch  ungedruckt.  Naeb  dem  Zeugnisse  seines  Nachfotgera 
Bgmeun  liat  sich  Lsidoros  auch  am  Hei<ycha.itcn.streit  im  Sinne  de»  Falamas 
FitbrsriMi-h  iM'teiligt. 

I  1    Hnfniline  r«riHe  doiniaicalo«  dm  Johannox  Olykj-n  Rind  oihalUn   in  ilom  ead. 

hlk.  ISIO  Mre.  16  f«L  I  -  7:><.     üb   du  du-uuf folgend«  KvQiaxoiQÖftior  [lol  7i^ -SU") 
^■(k  Um  ■egoMrt.  sUliI  dnliiii. 

B       2.  Vn^wUa  At»  Kyrilloa  von  Kriikoa  eutliAlt  dor  ood.  Bodl.  Barocc.  20  suo. 
■l  rat.  ST5-  -W.  29&  r. 

^K  S.  Durailkn  it«a  )I«k«riuH  Clirj'Bokoplialos  find^ii  sicli  t.  B.  ia  dtu  oodd.  Coial. 
■P  1.  |:>.  1»:  ■.  1432.  Ambro»  H  23  !n(.  a.  10,  Athous  1568  a.  14.  Oedruc.kt  wurdou  14  in 
PtkillTtS  oiet  UM)  mit«  d«n  Tit*1:  Aiyoi  nanjyvfjiiiol  iJ'  tor  .  .  .  "pj-KTruiKÜüoit  -^lilfr. 
I  Alfi«  .  ,  .  Mum^tK  roi'  XfivaoiftftiXov  (mir  Tinj-ugünglidi >.  Bei  Migiii>.  Patr.  «r,  IM). 
■dB-  333  «trbt  mir  mbo  Uomilie  auf  i\*  Kratuniifflndnng.  ('ragment«  «in<^r  and>>r<'n  Homilie 
■NHiKn*.  Palr.  gr.  100.  231.  23A  otc.  —  Vgl.  mich  g  9.1  und  KninihaRUor. 
P  1.  £ia«  Saaiinlitn(  von  52  Homilion  und  ./iJa<tirn>i»i  des  Pfltrinrclien  Kntljntos  iitniit 
•  iaa  «od.  Atkon  2*29  s.  |.V  Davon  ist  nur  ciiio  Ifoinilii'  nuf  dn^  Fi-st  dri  KrRiizrrliAhiiug 
t  *f  tM  Orwlaer.  Da  rracc  Chrioli.  Opnra  nmnia  2  (Kogonaburg  lTä4]lS7'&T.  Kalliatoa  wcod«l 
I  ibk  (ft  g(gMi  die  Lalrincr  und  dii-  UarlaainitoD,  boaonder«  gouon  Nik(i|iliorM  Gragoraa. 
I  Umt  Imm  Mrh  wohl  dnfcli  di«ac  KDindadiaft  leiten,  als  cv  Kalliirioa  Koboit,  Oewalt- 
I  klUffctit  Bbd  Maagel  aa  UUdmig  vorwarf.  Vgl.  dcuc«  QeeobldiUwerk  ed.  Bunn.  2.  873, 
I  n  -  Von  KallistoN  b«eitsni  wir  ftuaa«rdHm  «in  Ubenabild  dea  Gregorioa  Sinaitvti  {v^.  g  G7) 
I  liJ  «  EBkunim  auf  Johanneit  Neslvulp«.  den  Wi»d«'rlii!niti>ll«r  dt<s  Potraklostere  in  Kpol 
Lau.  Jahtbund«rt.  Ulzt«re  ed  ]>r.  H.  GoUor,  Zcitec-lir.  f.  wis«.  Tlioo).  29  (1886)  »9-8». 
^^^■iDd*rva  ilomilif'n  und  aaketisclien  Abfaandlungeu  Ist  oa  iwMfolliaft,  ob  ai«  dieniMn 
^^^^N  oikr  M-iaem  gUichiianiig«»  Narbfolgor  (1307)  zugebCnn.  Vgl.  %  69  Anai.  3. 
^^~!.  4S  Ilumilien  di-n  Patriarcbra  v.  Kpel  Neiloa  (13T9-S7)  aind  in  dem  lod.  Coial. 
PPll  MK.  Kl  fol.  1  191  nrhaJten.  AnaMirdrai  oma  Red«  auf  dnn  lil.  AntliimuH,  Enbiscliof 
^la  aUmi,  und  oina  »kntJKhn  Ablinndliing  (pbondn  fnl.  191  20.),  253  -2ÖÜ).  Gadmckt 
tf  mt  ia»  Knkonnion  da«  Nclloa  auf  ürcgorios  l'alnmnK.  bei  Migne,  Palr,  gr.  \h\, 
W~nt,  und  dae  Ainabl  aciacr  Patriarchalcrinssi:  bei  Uikloaich  u.  Mtlllor,  Acta  ot 
'|Ini  h  gr.  2  (Winn  IMS)  1-   111. 

&  Dm  S  Homilion  de«  Johannoa  Kniokn«  aind  uuJruckt  bei  MiKii«.  Patr.  gr. 
m  E4-2S0.     Die  2.    wwde  »o«  OroUar   unter  dem   Nuiiu'u  dm  Piiilolli^'os,  Pntr.   v. 

Ifrf,ad*vrt.  —  Die  TtXtA  dwBOSoiUilagahoniUii'n  aus  eoA.  Cuial.  286  bei  Montfaucou.  Itibl. 

Caial  a  4U2  -  4M.  —  Anden  Hw:  e«dd.  Vindob.  tbool.  2C3  mit  56  Honiiüen.  Vbdub.  tlieol. 

9M  MiÜ  21  llonilitD,  Marcjan.  604  a.  \h.  AÜiuus  2123  a.  14,  Smjm.  A  m  a.  15.  u.  a.  - 

Pbr  via*  StollufiiE   im   Be«Ycbaatrnatroit  a.  Jobannes  KanlakuEcnoa.  Hiator.  I.  3,  21.  — 
JUmm  PattkrrlialiTlaaa«  edd.  Hikloaiub  ii.  MOlUr,  Acta  et  diplom.  gr.  2,  11^    243. 


r.^-  ~ 


176 


ByuntiaUalie  UtUratorgBMhlcllte.    I.  Pro«aiaoha  LltUratar. 


—    KinigM  AklMinalaml  bMO^ieli  MiMr  Abaatmic   «labt  b«i  Uignn,   Patr.  gr. 
768-774.    And«»«  Mt  noch  ittiMi»rt. 

7.  Von  JohNnnsu  (iabran  rtaM  rinn  Oratio  in  ingTVNMm  B.  Jttuimo  in  Mncbii 
nun  im  cod,  l'Nria.  3010  H.  15  M.  ^Ou-324.  -    Kin  Hri«f  do«  Grcganoa  I'alunu  tui  Um  i 
in  coi).  ttoiJI.  Uai.  tr,  M.  SST. 

».  Diu  i  Maricaredon  Am  IsiiloioH  Ton  TlieaiiBlonikn  ei.  pr.  A.  Ballctiii. 
Syllug«  munuiuptitoniin  1.  205  ff,.  418  IT.,  2,  S77  ff..  ^7  ff.:  tiii>amiMii)(fist«lh  li«i  Miütt. 
rmt.  Kr.  l'ii:  lä— im.  —  Haa:  cod.  Vatioaa.  651  mttiHtt  16  Homilien  nnd  4  .löyv.nl. 
Piuin.  1192  «MK.  Ib  M.  1—822  «a«  Sammlung  ron  29  Souiitanlioniilmi.  cod.  Airimk 
3  DI  iiif.  Ilomilio«  nl  aüa  scripta.  —  Eogonki«  Nomoiihrlax  inrd  titiaii  bai  L  Allaliti, 
H»  Kvmennnm  scriplis  S.  IM.  —  Srmoon  TOn  TliasnaloniJto,  Oontnt  bamoM«  c  31,  MigM, 
r«lr.  Rr.   IW,  US. 

n.  Von  Msnnal  Cbriatonyinoa.  der  eine  Hoiiodi«  Bkfr  dno  Fall  KmIb  atbiU 
(PabriciuK,  Bibl.  gr.  II.  6m.  ist  ein«  HanMir«d«  ortialtoo  in  ra<l-  Tnri».  I^ISS  mm«.  H 
fol.  75—91,  Kin«  rn>dij;t  anf  drai  PniniMinntag  ron  Angaloa,  Abt  ia  Kalabräa  am 

1470.  Bteht  in  dMn  cod.  Pari«.  80r,7  h.   16  fol.  7e-8&. 

10.  '/.vm  KrlitiiMut  vnrzoirbnpn  wir  in  alphabotiaolior  Roihoafolge  die  (nMiialeu  n- 
»diurten)  Uuinilrliki>r  mid  l'ancfyiikrr.  deron /vilboatimmuuf;  nifJil  crxivlt  werden  kranti: 
AnatolioB,  Kwbincbor  von  ThMsolonilsn.  rioigo  Elomilitn  ia  cod.  Vnijc.  Ottob.  IH. 
Antonius  StuititoH.  eine  gvistlichc  Hede  in  i-od,  Vindob.  Ifarol.  (U  fol.  261t— ^Tf. 
Julian  monaclioB.  einü  äiiti(j|ug:i>liuuulio  in  cod.  Smyru.  A  14  a.  16,  OoorgioH  Ba^i»- 
'^liti-s.  «<iij  Ell  cum  tum  in  hukpIob  in  cod.  Keoor.  iill  aacc.  13,  Greuorioa,  OJaktSM 
Rffnrondnrioa.  Knkoniiuu  uu(  di-n  hl.  Dometrioa  ed.  Tbeophilua  Joannu,  Ur^ttt 
äpoioyiiiii^  Ii4  Cd,  Junsaiili,  Hiennnonachos  und  Frot«qrnkello«.  Ho^nilia  in  hjaianB 
■hiif  liofir  in  rnd.  Vatic,  uoki»'  46  saec,  16,  Johanne«  Uonachoa,  ein«  [Uds  vi 
den  Prophi'tc-n  Klin»  in  coA,  AtbciuB  2n;M  n,  II,  Jnsopb,  Hi«iradiaki>ni»i  und  Sekridan  da 
IJagin  Sopliia,  mnhiiro  Ilomilien,  wovon  eine  Inlniniacli  b«i  Hign«,  l'iitr.  gr.  I0.\  940— 9i(k 
l.ukni.  Dpinc.  Uoairnais,  Onilionoa  (l,  im  cnd.  Parin.  Ruppl.  gr.  407  a.  1592  fol.  158—174. 
Miiximus  inonui^hus  Maxari«.  in  Dominic.  11.  Mnttltaoi,  im  cod.  Bodl.  Hotom.  211  f<l. 
317  r..  MiuhncI,  einer  der  l'airinri.'lK'n  von  Kpul  dienoa  Namona,  3fi  SuniiUipihannliH) 
in  ciüd.  Monnc.  2ß2  sncc.  13  füll.  Vi'i.  Michael  niuuaoboa,  vialloieht  identinch  nut  itm 
Uiu^nmiibun  dea  Tbeodoroi  Studit«»,  muhrure  Hüilijienredoa  in  codd.  Pam.  bti  ■>.  II  fuL 
27n'-2y(!',  Paris.  1180  a.  10  fol.  822-32*,  Paris.  14M  s.  10  fol.  18-44".  Nilcel« 
SkulariutoB.  8  Sonntogsliomilien  in  cud.  Vindob.  tlieol.  268  fol.  169'— IB8,  NikoU» 
PepRRomanoB,  ofn  Knkomion  anf  d<.>n  M&rtynir  Isidoros  in  cod.  Athow  8762  a.  14'^l  M 
25t^  '276*.  Paisioa.  Metropolit  von  Kliado«,  SO  (lomilien  in  cod.  MaTwian  CUsa.  2.  101 
ancc.  16.  Philippoa  Kcramitos,  'AU  lloniilicn  in  cod.  Vuticnn.  12ä7  (ob  idnntiiwb  mit  Theo- 
pbanm  KnrnmniiaV).  l'bntiati,  Diaknn  und  äkouopbylni  nn  dnr  .Ipohlclkiicho  in  l£f*L 
t-ia  Knkumion  niif  dio  MArtyror  Lutilliano»  u.  Ucooiisiin  ed.  in  doo  Acta  SS,  Juiiii  I.  iit 
bi»  286.  (.'in  Knkumion  nuf  don  lil.  liukoa  in  oud.  .tml'foit.  ,\  63  inf.,  Symoon  vunCbiot. 
Iluniiltcn  in  cod.  VutioBn.  2021  aaei;.  12.  Tbeoduros  d  Hiviot,  Eukumion  a»t  dir  \<\ 
Kiipbuniin  in  cud.  Subbait.  10!»  aaou.  14  fol.  208—226.  Tb«odoroa  Munacbos,  Humili'n 
in  cod.  Anibrus.  F  132  aup,  saec.  11-1'^.  Tlioiidoroa  Qoaastor,  ein»  It«do  auf  da 
lit.  Ocoi^  in  cnd.  LiiKdun.  ^42  saoc.  12,  Thoodoros  moneremitos,  «ine  Bomili«  uf 
die  VorknndigunK  od,  A.  linllorini,  Syllogn  monnmontor,  2,  211  -S3ß,  ThaoJote* 
Protothronnu.  pin  Knknminn  nuf  den  Propheten  Küau  in  cod.  Alhoui  1040s.  14,  Thnopbili» 
Knlckua  von  Kpp|,  33  SonDln);sbomJllcn  in  cud.  Mnnnc.  'll'-i  aaoc.  16  foll.  211  :  anfku^li'^ 
atiinmen  die  Ilomilicn  mit  dcni'n  iks  l'ulrinrchun  l'hilcithcuH  von  Kpol  flborpin,  von  Avt  3. 
an  ubw  nioht  mehr.  —  Von  dioBcr  Linti'  bliubcn  diu  nnonymon  HoiniIianiiantinlnn|;«>i. 
wie  sie  I.  tl,  io  don  rudd.  Puris.  1'2'2I  23.  Vindob.  tlicul.  14  u,  i'A  vurlioKon.  atnujMcUoasnl- 
Uti  viller  plaitmAAaigen  Durch rutiichuu((  de«  gtMHmt«u  Imiiditcliiiftlicbvu  alaleriiila  v>rd  liu 
wulil   nu(th  ein  reicher  Zuwachs  ergeben. 


I 


E.  Hagiographie. 

83.  Stand  der  Forschasg  und  Charakteristik.  Kein  tiubiot 
byzAntiniscIien  Litk-intiir  lioyt  iiodi  sn  dtiiiki'!  uiul  so  vorwyrroii  vor  des 
Angen  dea  FgractuTs  w'w  dus  Imgiogniphiscli«,  Eo  gk'itht  einem  dicIiUa 
Urwalde,  der  nich  «itdlo»  und  lichtloe  ins  üngemessone  ausdehnt  und  io 
dessen  Inneres  ki'in  Pfad  führt.  Auf  Schritt  und  Tritt  läuft  nmn  Oefalir. 
sich  in  dt>n]  Dickiclit  r.\x  wrlieren,  wührend  schon  die  i}chatt4.-u  dur  Nacht 


fogie.    B.  Hagiographie. 


177 


B  Horizont«  herAufziehen.  Und  doch  hahon  Theologen  und  Philologen, 
rofnn-,  Kir('h(^n-  und  Kulturliistorikor  oiii  gk-ithcs  Tiiti>re6ae  an  der  Kr- 
irschung  der  Ilagiograptiio.  die  an  Vii/Iscitigkcit  vielleieht.  allo  anderen 
ivantiniitchen  LitteraUirgtittungon  Übertrifft.  Sie  bietet  wertvolle  Ergän- 
mgea  lu  den  ncschirhtBchreibern  und  C'hmnixton;  sio  gewährt  einen 
inbliok  in  da«  Kulturleben  der  Volk.4kreiRe.  <1itJ<  von  den  übrigen  Litterst«n 
ir  zu  oft  vornAchlits^igt  wurde;  sie  otTcuburt  vine  Friüebo  dt-r  Üeligio»t%t, 
■Ml  Spuren  man  i»  den  Kreisen  der  Zunfttheolo^en  vergeben»  sucht; 
(■pricbt  in  vielen  ihrer  Erzeugnisse  eine  echte  VolksApracbe,  die  von 
tt  KUseizitAt  der  Gelehrten  nicht  angekränkelt  ist.  Ihre  Kenntnis  ist 
thmT  fDr  eine  wahre  tie-schichte  der  byzantinischen  Zeit  uneutbehrlieh. 
rir  sind  von  diesem  Ziele  noch  weit  entfernt.  Im  folgenden  kann  nur 
er  Versuch  gemacht  werden,  im  Liebte  der  jHngsten  Forsehungen  einen 
rstea  Pfad  in  das  duidde  Gebiet  zu  bubnon. 

Um  den  jetzigen  Stand  der  Forschung  klar  zu  erkennen,  miUsen  von 
ein  2  KalegoHeu  von  hagin<{raphiscben  Denkmälern  unterschieden 
Die  Mftrtyrerakten  und  die  Heiligenleben. 
Die  Mfirtyrerak ten  verdanken  ihre  Abfassung  dem  Interesse, 
bes  die  altchriötlithen  Gemeinden  den  Helden  unter  ihren  Mitgliedern 
nbraohten,  die  ihr  Leben  fikr  den  Glauben  hingaben.  Ihre  tie»lält 
fixivrt,  ihre  Heldenthaten  aufgezetrhnet  werden.  zunSchst  zur  Mit- 
■ng  ao  andiTC  Gemeinden,  dann  aber  auch  zur  Ermahnung  an  die  zu- 
kSlftigen  QeBchlechter.  ihrer  vorausgegangenen  Brüder  nicht  unwert  zu 
Nia.  Auf  die  Mär^rerakten,  welche  die  Hauptmasse  der  hagiographi.'tchen 
Dmkniäli'r  bilden,  passt  in  erster  Linie  der  Vergleich  mit  einem  Urwald, 
LKt  l'nblikulion  derselben,  an  der  seit  Jalirhunderteu  gearbeitet  wird,  ist 
nidit  abgeK<-btuiK»eu,  gescliwetge  denn,  das«  die  eiuzelneu  Texte  und 
naionen  in  befriedigender  Weise  untersucht  wären.  Die  bis- 
Iwii^  KofMchungen  erlauben  es  jedoch,  in  dieser  Masse  mehrere  Klassen 
B  MBtarvcheiden.  Die  wiebtiysU-  Klasse  bilden  die  eehten  Mfirtyrer- 
kkt«l)  aus  der  Verfolgungsperiode  h\»  zum  Frieden  der  Kirche,  die  in 
4(f  Zeit  Julian»  de«  Apostaten  und  ftUM  Anla«8  der  späteren  Verfolgungen 
Beb  «inigen  Zuwachs  erhielten.  Eine  Sammlung  der  echten  Märtyrer- 
iktra  bif)  gegen  Knde  des  4.  Jahrhundei-ts  hat  D.  Huinart  ir>H!)  veran- 
•Uh«t,  und  die  neueren  Forschungen  haben  ihren  Umfang  eher  verringert 
rijUMB-OMert.  Die«e  Klasse  gehört,  abgesehen  von  einigen  Texten  AUüt 
^H^terea  Zeit,  nicht  in  den  Hahmeu  dieses  Buches.  Eine  zweite 
^Bm  die  apokryphen  Apoatelgescbichten,  welche  aus  einem  ithn- 
^nu  Iiit«res8e  an  den  Personen  und  Krlebnisaen  der  hervorragendsten 
ifoäM  hervorgingen.  Sie  zerfallen  in  zwei  Serien,  eine  gnoatische  und 
Mn  katholische.  Dies«  besteht  aus  UnuirlK'itungen  jener,  die  in  der 
IBUft«  des  4,  Jahrhunderts  begonnen  wurden  und  der  Hauptsache  nach 
vor  itm  6.  Jahrhundert  vorlagen.  Neben  den  Aposteln  bilden  auch  andere 
NWacbo  PorsGnliehkeiten  aus  dem  Alten  und  Neuen  Testamente  den 
Ofgmutatul  der  Apokryphenlitteratur,  deren  Ausläufer  sich  in  dem  d.~LO. 
Wirhnndert  verlieren.  Auf  die  dritte  Klasse,  die  Umarbeitungen 
lnidoifcber  Mythen  und  Logenden,  hat  H.  Uaener  zuerst  mit  Nach- 

AII>nnnii*l>H>iMlun  IX.     I.  Abll^    t.  Ana.  12 


179 


tut» 


irmk  «e 

atimlkk  im  i,  »ai  i. 

ttMludBewM  OMtoltMi  aJb 

iliDiiaC  dwartiftr  Ca 

•bt  iMMimHiwili    kritiMlie  Gabe  sad 

nmM.   Um  BcHfial  tm  A.  Wiitk  hat 

4»XM  vcfWilCB  luMO  kjuuL  PhMJoMM  Mdu^ji^ea.    Diem  Harne 

«IniaK  gcoontBum  gar  sieht  zur  üagM^nfUe:  m  tet  die  gdsüiche 

Um$  itr  bfMBliiiiMikca  Sagiea-.  VsioDeo-,  KoveOeii-  md 

hn-,  duTMi  MoaUnUklc  £e  BnÜtlung  too  Bariuni  oad  Joosaph  bOdet  (i 

Krambttcher).    Aach  dSrft«  ei«  onter  den  viele«  Deikuälcni  der 

grspUe  nicfat  m  zobtreicfa  vertretea  seto.  aU  maa  neurdiags  anzai 

g«Üigt  iat.    Wenn  diene  Klawe  hier  nicht  näher  behandeH  wird,  ao : 

btevoti  nicht  uuf  dio  Vericennung  ihres  hobea  rebsioii»-  and  kalt 

licliuu  Wirrt«»  gMwblrmM-n  werden.    Bei  dem  heatigen  Stand  der  For 

kann  lui  him  zaMniineiiüutMcndt;  Dantellung  noch   nicht   gedacht  ve 

So  Meilwn  nur  die  unechten  Mirtyrerakten  fOr  unsere 
Utng  flbrig.    Diene  bilden  die  omfangreicbste  KI&Bse,  in  der  aber  wiede 
innortich    Muhr    Vontcbiederuirtigea    vereinigt    ist.      Die    einen    sind 
arbottunffon  echter  HArtyn-nikten.  die  dem  Iitter»riM'lien  Gert^-hniHcke  • 
«piUiran  Zeit  angepaiMt  werden  Holleu:  andere  beruhen  auf  älteren  Nl 
richtirn,  dio  ta  KiiEilhlungen  ausgearbeitet  und  rhetorisd)  erweitert  vnirdaa 
Vi«ln  lUii'l  »lieh  reino  Erfindungen,  die  irgend  einem  erbaulichen  oder  and 
praktLncliKn  /.wecke  dienen  aollten.     Die  grosse  Ma.«»;e  dieser  Aktvn 
in  IteiEug   uuf  KntHtL'hungNXtiit,   QuollenvorhSltnia,  GlaubwQrdigkeit  u. 
rioeh  in  iliuhti'ii  Dunkel  gehUllt.     Den  AbschluHs  der  byzantinischen  Arb 
mif  ilii'Mimi  OuliieW   be/eichni^t  die  LegendenHammlung  des  Symeon  He 
pIinuttoH  in  der  2.  IllllfLe  i\m  10.  Jahrliundert».    Hymeon   fand  alle 
NuiilifolKer  im    H,  Jiihi-Iiundiirl^   dio  auch   hernngezogeu  werden   mO 
ihre    Itedciitiiiig    ist  jedtidi  weit   geringer,    weil   Symuon    ihnen    mit 
weil  greifend  (in     Revision    des    früheren    Materials    vorausgegangen    wi 
HynieonH  Arheit  wiir  von  warmer  Itegeistoning  für  die  Helden  der  Ha 
gniphie  gi'lniKeii:  oliiie  efl  m  wollen,  hat  er  aber  die  byzantinische  Ha 
gni]ilit<-  K""''li>'h  d(<)torgtiiLitiieri,  weil  seine  Snmmlung  —  und  dic»o 
h«ui)t«auUtirh  HU«  MilHyreraklen  —  die   früheren  Texte,  die   für  uns 
onillleh   wortvoller  wilreii,   xuin  grSssten   Teil  verdrängt  hat.     Methodil 
von  KoniHlHntiii»|i(iI  lititle  mich  oiiii<  Sammlung  von  Legenden  veranstalt 
aber  er    Hiidi'ile    iiiilitM   am    Text<^',    Hondern    brachte   seine    Hemerkuii 
in  die  Komi  von  Schollen.     Uieeos  Verfahren  »clieint  keine  Nachab 
gefiuulon  XII  hiibeii.    Daieu  kommt,  da».t  Syineons  Sammlung  selbst  keil 
fettteii  Aiii>g«ngfi>iinkl  bietet,  von  dem  Bus  weiter  zurückgeschritten  w< 
kann.     DU«   fnllt   allertling»   nicht  Symccn   selbst  xur  Last,   sondern 
«liÄteren  Abnehr»>iborn.  die  Symi«ona  Legenden  mit  anderen,  filteren  Te) 
verniim-hten.     Da«  entle  Itedtlrfnis  i»t  daher  eine  reinliche  Scheidiil 
d0r    meta))hrnHliiichen    und     nicht  metaphrastischen    Märtyrel 
Akten.     Oh  der  Weg  der  inneii^n  Kritik  dazu   führen   kann,   ist  zweifa^ 


J 


1  TliealoKi».    B.  Ha|r1ognipble.    (g  83) 


ft;  jedenfalls  wird  die  Scheidung  »uf  Grund  innerer  Kriterien  durch  den 
Arakter  der  Bymeonisclien  Arbeit  sehr  or»chwert.  Eh  miiss  daher  zu- 
eilst der  Weg  der  handscUrifüichen  Forachiing  bewhrittcn  worden,  mit 
•oadervr  Berücksichtigung  der  He»  und  Hssfragmonto,  die  älter  sind 
I  lletaphraHtea  oder  wenigsten«  Texte  hii-tcn.  die  von  der  t^erarbeihing 
t  Ifetaphrafite«  naberllhrt  blieben.  Dies  fuhrt  aber  zur  Fordonmg  eine« 
«Btntkiitalogos  aller  griechischer  Hss  mit  hagiflgrapbJKclion  Texten 
i  der  nolwcndigsk-n  Vorarbeit,  um  (llr  die  fextkrittschen  Forschungen 
le  feste  Grundlugo  zu  gewinnen.  Zu  bcrdckriichtigen  sind  sodann 
eh  die  Zitate  aus  Märtyrenikten,  die  sieh  bei  früheren  SchriflsteHern, 

bbci  PhotioR.  Niketaa  David  Paphlagon  u.  a.  vorfinden,  nowie  dio 
i«cbi>n  Übersetzungen,  die  von  AnaHtaaius  Bibliothecarius,  Paulus  Dia- 
Otts  IL  u.  vor  dorn  10.  Jahrhundert  veranstaltet  wurden,  der  orionULlischen 
h1  dlavtsehen  Übersetzungen  nicht  zu  vergessen.  Nur  da^  Vorgelien  auf 
leo  diesen  Wegen  lässt  für  die  Erforschung  der  Märtyrerakten  aeit  dem 
Jaliriiinidert  wahre  Fortschritt«  erhoffen.  Keiner  davon  \si  bisher  kon- 
fqaent  eingotchlage»  worden.  Fflr  eine  zu-samnienfa-tRcnde  Darstellung 
ihlt  daher  jed«  Torarbeit;  Einzel  Untersuchungen  ki>nncn  aber  hier  nicht 
orgeiegt  werden. 

2.  Weniger  ungOnstig  liegen  dio  Verhältnisse  fllr  die  Heiligenleben. 
Kes«  treten  seit  der  Mitte  des  4.  Jahrhundert»  auf,  als  die  Hagiographic 
kb  den  durch  Tugend  und  Wis-senschaft,  lieiligmä.'*sigen  Lebenswandel 
nd  erfolgreiche  Wirkuuinkeil  ausgczuii-bneten  Pcrsünlidikcitcn  zuwandt«, 
tD  auch  diese  Gestalten  gleich  denen  der  früheren  Märtyrer  historisch 
M  fijioron.  Dio  PilblikationRarbett  ist  fllr  die  Heiligenleben  auch  noch 
Mfct  abgcschtoesen ;  siu  wurde  aber  in  den  letzten  Jahren  noch  intensiver 
Mtrieben  als  fUr  die  Märtyrerakten.  Wir  erinnern  an  die  Ausgaben  ein- 
cbBgign-  Texte  von  den  Boltandisten  und  vielen  einzelnen  Forschem, 
rioH.  LTscner.  A.  Papadopulos  Keramen«,  Theophilos  Joannu.  A.  Vassiliev, 
l  Smphimoe,  Kyrillos  BoVne,  Cozza-Luzi,  V.  Itose,  Arsenij,  l'omjalovskij, 
9.  Seher,  P.  Kremos,  VasUjevskij,  M.  J.  Oedoon,  Ch.  Loporov.  ,).  A.  Heikel, 
W,  Ktgf\,  K.  WeBsely,  Sp.  Lamproa  u.  a.  Dio  Ai'beit  der  Kritik  ist  ahcr 

6ire«eatlich  leichter  als  bei  den  Märiyrerakten.  I>io  Heiligen  »elbiiit, 
I  Leben  beschrieben  wird,  sind  liistorisch  faasbarer  als  die  Märtyrer, 
I  th«t«ttchIicho  Existenz  vielfach  in  Frage  steht.  Sodann  tragen  die 
BliligBaMicn  im  Unterschiede  von  den  Hlirtyrcrakten.  die  taut  alle  anonym 
■^  anstens  den  Namen  ihrer  Verfasser,  und  diese  Verfasser  sind  in 
kr  Regel  Zeitgenossen,  die  als  Schüler,  Nachfolger  oder  jnngere 
ElrUder  desselben  Klosters  mit  dorn  Heiligen,  dessen  Leben  sie  bo- 
<rbnben,  in  näherer  Beziehung  standen.  Bei  anonymen  Heiligenleben 
flMet  die  Persßnbchkeit  des  Heiligen  gewHhnlich  einen  sicheren  Terminus 
k  ^M,  vor  welchem  die  Biographie  nicht  verfasst  sein  kann.  Aus  inneren 
[filtriBD  UUat  «ich  aber  in  der  Hegel  feststellen,  ob  der  Verfasser  zeit- 
nBMiKb  ist  ü<ler  nicht.  \a  letzterem  Falle  kann  die  nähere  Zoitbeütim- 
kug.  dan  Quellenverbältnis,  die  Glaubnürdigkoitsfrage  Schwierigkeiten 
miten,  dio  aber  Helfen  unflberwindlich  sind.  Endlich  hatte  dio  ßednktious- 
rbeil  des  Symeon  Metaphraste«  weniger  nachteilige  Folgen  filr  die  Heiligen- 

12' 


180 


STzuitiaiselia  IiU«TfttBrg«aclüekt«.    L  Proauadw  Uttvrfttnr. 


leben  alk  nir  dk-  AUrtTrerakten.    FOr  Jone  haben  sicli  S)-tnoone  Vorlagl 
to  grÜMiTur  Anzahl  erhalt«!),  and  wo  dic«e  Vorlage  fehlt,  unterliegt  ^| 
Legend«  eolbut  nicht  dentu-lbe»  hi-stonachen  SchwierigkeJteiL    E»  i»t  dah^ 
Nchon  jätet  inniglich,  eii»on  urii-iitiürondcn  ÜlK-rblick  über  den  äu^fteros 
Kntwickclungx^Rng  der  Uagiograpliie  im  engeren  Sinue  de»  Worte« 
zu  geben  und  eine  litterarische   Charakteristik   derselben    zu  vei^ 
HUchon.  M 

ti.  Von  Allfang  an  bekundet  die  Hagtographie  eine  gro«i»e  Vorlietfl 
(Qr  die  Möiichowctt    Schon  im  4.  und  5.  Jahrhundert  wurde  ihren  Van 
tretem   «ine  Ki'''>»>'L'r<-  AiiftncrkHiiinkeit   geschenkt   ah  den  hcrvorragCDiIll 
(JiwtalU-n  UUH  iti-m  Woltkleni-H,  während  mit  Ausnahme  de»  ,a]lerehristlichHt«B!l 
Kftixei-H,  Kon-stantina  deo  Grossen,  der  bald  von  einem  reichen  Sagenkreis 
umgaben  wurde,   die  Heiligen  au»   deni  Laieiixt^kiidc  ganz  zurüdctntau 
Schon  TiniotheOH  von  Alexuudrieii  (1180^3^4)  ^U  uuch  Sozomeuo«.  Uilfl 
ood.  6,  29  eine  äammlung  von  MOnchsbiographien  ungelegt  haben;  cipo 
Holcliß   benutKt<>   sicher    PalladioR  um   -120   in   seiner   Historia   Lausiact. 
Eiiixi-Ine  Diographien  von  MCnchon  und  Bischüfen  aus  dem  1.  und  !t.  Jahr^ 
hundert  Hind  in  nicht  geringer  AiiKalil  vorhanden,  aber  noch  wenig  unl^M 
HtichU   An  der  HpitEO  dt^<r  Mönehsbiogruphien  üteht  da8  berühmte  LebonM 
bild  des  hl.  Antonios  von  Athaiiasioa  von  Alexandrivn.   Sehr  iuterceMOH 
ist  llatiffols  Wuhrnolimung  von  Spuren  einer  ausgedehnten  arianischtfl 
Hagiographio  im  4.  Jahrhundert,  die  ein  Mittel  arianischer  PropagaoS 
bildute.     Die  Bevorzugung  der  MOncho  tritt  auch  bei  den  Biograplul 
des  (i.  JiiliHiimderts  hervor,  mit  denen  unsere  Darstellung  uiiht-bt.    Von 
hohem    bixtoriiichen   Wert   sind  die    Lebensbilder  aus  der  pulastini»L-liei^ 
Mflnchswelt    ilc-t   KyrilloB  \'on  Skytliopoli«.     Johannes   Moschoa  verfa 
im   riil^i'udoTi    .lalirluiiiilert   ein   Oegonstüi^k    zur   Sammlung    von    MOnc 
bi(ignipliit'i)    ilvH    l'iilludioH.      Noch   interessanter   sind    die   volkeUiiulicl 
Biographien,  mit  denen  Leontios,  Bischof  von  Keapolis  auf  Cypem,  et' 
Hpiltitr  auftrat.     Die  Hllltezeit  der  Hagiographie  beginnt  im  8.  Ji 
hundert  mit  den  Ijubcnsbildern    der  Mfirtyrer  und  Bekenner  des  BUda 
kultes  und  ertiiireckt  sich  bis  in  das  11.  Jahrhundert  hinein.    Zahlroicb 
zum  Teil   noch    unedierte  Münchsleben   entstanden   in  dieser  Zeit  in 
grossen  asketischen  Zentren  in  Konstantinopel,  Kleinaaicn,  auf  dem  Atll 
berge,  in  Palästina,  Kalnbrien  und  niidentwo,   als  Denkmäler  begeie 
Liebe  und  Anhänglichkeit,  welche  die  zurückgebliebenen  Brüder  den 
.VBtern'  ihres  Klosters   treu  bowalirten.     Die   Brüder  sind    dou   VStcii 
sobon  tftngst  ins  Urab  narbgefolgt;    ihre  Bio^aphien    sind  aber  wcrtv 
Quellen  (Ur  die  Klosler-,  Kin-hen-  und  Kulturgeschichte  der  bj-zantii 
Zeit  geworden,  mit  denen  sich  die  gleichzeitigen  Biographien  von  Bischof 
und  PulriartJten  nicht  messen  ki^nnvn.   Symeon  Metaphrastes  steht  hint 
dieKt<n    Biographnn    weit    zurück:    er    war    kein   produktiver  ilagiograi 
sondern  ein  iledaktor  und  Kompilator,  wie  das  10.  Jalirhunderl  der 
auf  allen  Oubiet^'U  der  Kitteratur  besass.     Mit  dem  II.  Jahrhundert 
ginnt,  mit  Ausnahme  der  kalubn^chcn  Mönchskreise,  das  Ermatten  d( 
Hagiographie,  das  sich  in  dem  geringen  Zuwachs  an  neuen  Heilig 
leben  olfenltart.     In  der  TalSologenzuit  urlcbtu  sie  noch   eine  Nachblfit 


1  TbMiogfe.    B.  Hafio^apUe.    (§  83) 


«r'ffieM  WQcbs  nicill  aits  dorn  Lob«n  Iioraus.  Die  Hagiograplion  des  14.  und 
i.  JahrhunderU  sind  gelehrte  Bhotoriker,  welche  nicht  odor  scIU'n  in 
IwDdigbm  7,ii!<amm«>rihang  mit  äen  Heiligen  stoheii,  di«  Bio  schildern, 
fr  KunirtüU«ratur  vcrhleibt  anch  in  der  Hagiographie  da«  letrt«  Wort. 
In  litterarischer  Bi'm-hung  la^on  schon  die  stehenden  Überschriften 
i  den  Codices:  "Cjrxw^Koi-  und  0/«*-  xcei  naliTn'a,  zwei  Öattiingon,  dio 
mgjrriitchen  und  rein  erzählenden  Heiligenleben,  erkennen.  Oaei  'Kyxiöfiiov 
t  bestimmt  in  kirchlichen  Ventaminlungon.  inftbexoiiderc  am  Festlag  dus 
itraflienden  Ht>ilig(.-n,  vorgetragen  zu  werden,  während  die  tiim  zuDäcIiet 
m  Gegenstand  erbaulicher  Lektüre   bilden  sollten.     Formell  gehört  das 

Eiion  zur  geistlichen  Beredsamkeit  und  wurde  denigeinils.')  im 
imenbaiig  mit  dieser  behandelt.  Die  Bioi  käsen  sich  ihrei-äoita  in 
ppen  einteilen:  die  rhetori^ehen,  volktiitflniHchun  und  litur- 
is«lien.  IHe  rhetori-ichen  tragen  den  Cliaraktor  der  Kunstlilluratur 
i  »ich :  «e  aind  von  rhetorisch  und  stilistisch  geschulten  Autoron  vorfassi 
kd  richten  steh  an  da»  gebildet«  rnhliknm  der  höheren  Stände.  £r- 
ichsL'o  ihnon  hieraus  einige  litterarische  Vorzüge,  no  bilnsten  sie  anderer- 
itj4  an  Originalität,  Natürlichkeit  und  daher  auch  an  kulturhistori-schem 
ort  weit  mehr  ein.  Die  Legenden  de«  Symeon  Metaphrast«»  sind  khi*si«eho 
Brter  dvrvcllK<n.  Die  volkstilmüchon  Heiligenleben  waren  fllr  die  weiten 
)lki^krt.HtM)  bestimmt;  sie  «nd  einfach  und  .tchlicht  geschrieben  und  ge- 
llen eich  besonders  in  der  Erzählung  von  Wundorgeschiclitcn,  die  xu  jeder 
öt  vom  Volke  mit  Vorlieb«  gelesen  wurden.  In  der  Rogel  stammen  sie 
iloch  nicht  aus  den  Volkskreisen  selbst;  sie  wurden  auch  von  Gebildeten  go- 
hriebon,  |die  Bb*r  einen  offenen  Sinn  ftlr  die  BodQrfnis.se  des  Volkes  hatten, 
iBicr  diisser  Gattung  sind  die  Heiligenbilder  dem  Loontiox  von  Ncapoli» 
if  Gypi-m.  .allmählich  füllte  das  immer  anwachsende  hngiographiacho 
iUnal  eine  Ueihe  von  Händen  und  drohte  unübersehbar  zu  werden.  Das 
lltfl  BOT  Herstellung  td^rk  verkürzter  Texte,  die  in  den  Menologien 
iriänigt  wurden.   Die»e  K-SKcrpt«  gingen  dann  in  die  liturgischen  Meniten 

S,  Wo  sie  unter  die  Ubngon  BeHtundti>ile  der  liturgischen  Festfeier  zu 
ta  kamen.  Vielleicht  war  der  Vorgang  auch  der  umgekehrte.  Die 
irpto  wurden  fllr  die  liturgischen  MenUen  gemacht  und  wandert,en  von 
«wn  in  die  nackten  Legendennienäcn  oder  Synaxanen  hinllher.  Diese 
llurptt'  nennen  wir  die  liturgischen  Heiligenleben.  ¥üt  die  <)e- 
üUelitu  der  Hagiographie  und  ihre  Entwickelung  sind  .sie  ohne  Bedeutung, 
fc  sie  ftltoren  Texten  entnommen  wurden;  wo  jedoch  di«»er  illtero  Text 
■rlorrn  gegangen  ist,  sind  sie  als  Überreste  umfangreicherer  Biographien 
■B  Wurt. 

Biusichtlich  der  Behandlung  des  Stoffes  treten  bei  den  Hagio- 
npkco  Unterschiede  hervor,  die  besonders  für  die  Beurteilung  ihres 
btoriachen  Wertes  wichlig  sind.  Die  lleiligengestalten  erscheinen  in 
iiMr  Kategorie  von  Legenden,  die  besonders  aus  unechten  Blärtyrerakten 
jJLrliatorischen  Heiligenleben  bestdit,  ans  dem  natürlichen  Zusammen- 
Bi  d«r  Dinge  zu  einer  Hübe  gehoben,  die  das  Auge  nicht  mehr  er- 
wSa.  Siu  eratrahlen  in  einem  himmlischen  Glänze,  der  den  historischen 
fiil«;gnitul  nicht  bloas  veritlSrt,  sondern  sogar  ganz  verwischt.   Als  Nach- 


182 


BjHsUmiKba 


L  PrtMuacbe  Litteratar. 


tiiile  dieser  Betndrtm^miBe  8t4>Ilcn  sich  «bcr  Schei»ati«eruag  um 
Sebabiinäsäemag  ein.  £•  ist  nicht  mehr  Geschieht«,  sondern  in  geschiebfl 
UcIk»  Gewand  gekleidet«  Dogmatik  oder  Uorai,  die  hier  geecbriebeD  wird. 
Jedes  p^cbologiisclic  InkTvaeo  an  dor  htstorischen  Person  tu^thüt,  an  ihmi 
Kinipfen,  Leiden  und  Freuden  bat  aofgeb^M;  dss  TbateBklilicbo  dienl  nur 
der  Einkleidung  von  Ideen  and  moralischen  Vorschriften,  dii<  dem  Lvscr 
oiagflprigt  wi-rrlcn  »ollfn.  Oi&s«  Betrat^htunssweiae  war  besonders  häufig. 
wenn  dei  llagiugraph  alten  Heiligen(ti-^8tuUun  gegenOber^tand.  I)vr 
historische  Wert  dieser  Heiligenbilder  iet  dunun  such  sehr  gering.  Un- 
gJetch  hfiber  ist  er  dort,  wo  der  Heilige  noch  als  kboodigc  PorsOnltchkett 
empfunden  wurde.  Dann  wird  der  Heilige  in  »einer  Individualität  ertuest 
und  in  iebenavoller  Wccb^-lwirkung  mit  )«einer  Umgebung  und  der  Kultor 
neiner  Zeit  ^crAgL  Diese  Gattung  von  Heiligenbildern,  die  beftonders 
»US  den  zeitgen^süischen  Mfindisbiographien  besteht,  besitzt  den  kirch««- 
und  kullurliiotoririchen  Wert,  von  dem  oben  die  Kede  war. 

Allen  ÜAttungen  der  byutntiniitcben  Uagiograpbie  )i«t  Obrigens  eta 
Charakter  gemeinsam,  von  dem  nur  wenige  einzelne  Biographien  JVci  Kai, 
die  Kritiklosigkeit.     War   dies   die   notwendige  Folge   de»  im  Morgi^n- 
wio  im  Alicndlande  wfthrcnd  des  ganzen  Mittelalters  herrschenden  MangoU 
an  hiidori»chem  Sinne,   so  bracht«  der  Gegciiütaitd  und   der   Zweck  iat 
Hugiogruphii'  die»e  Gefahr  in  eHiöhti-m  Mttii«c   mit  .sich.    Den  Gegenstaal 
bildeten    hochverehrte   IVrsünlichkeiten ,    filr   deren    Mflngel    und    UnvoU-    • 
kommeiiheit«n  der  begeisterte  Biograph  kein  Auge  hatte;  ihr  Zweck  war  ' 
ither  Kiimeiflt  die  Vermehrung  des  Ansehens  der  geschilderten  Heroen,  die   i 
MiltL-iliing  der  eigeiteu  Begeislenirig  an  andere,  die  Kibauung  des  Lesen, 
den   duM   uiiladelhnftu   Leben   de»  Heiligen   zur   gleichen  Bcthfitigung  ä» 
»rtliüdoxeii  Oluubens  und  der  kirchlichen  oder  mönchischen  Sitten  anfouen 
sollle.     Kein  Wimdor,  wenn  die  meisten  Heiligenbiograpluen  die  reinsUo 
Freilichtiimleroien  t^ind.  ohne  jeden  Schatten,  mit  dick  aufgetragenen  Farben 
und  uiigetrllbten  Lichtelfektcn. 

1.  TextKammlunK»!):  Die  lütcslo  fiammlnng  griocfaiitolior  MII)-t7roraJtte«  v«t 
KnsobioB  (Hiat.  ced.  4,  1-V  47;  ^.  4.  S;  5,  23.  .S)  jnt  fimt  vMIig  verlMcn:  ein  luumtä- 
llolier  Verlust.  —  Uio  Snmtnlung.  wt-loho  von  Mutliodioa  von  Kpfl  an^vlo^l  und  von  ibi 
wlbat  nindcTKusrliHcWu  wurde,  iat  Hucli  veHurrn.  Sic  Vfurdo  benuUt  von  detn  ScbmUi 
dw  riiil.  l'arit.  HTU  a.  SViO,  ävr  aus  ihr  die  Acta  S.  Miiriuuii  liorOfaenialiin  unt  in 
Soliolicii  ilca  MrlliudiuB.  K«  wUiiio  sich  lolinoui  den  Sjinr«!!  ilii-Hvr  f^Mumluns  naelna^hoa. 
WiDdivAoln  Mkrtnao  Iiovoison.  hatte  di«  Summhinit  oucb  itnoclit«  T«xt«  sadliaDs  d^srail 
dar  EuMbianiMboD  nicht  vergürhon  wiirdoii.   Vgl.  H.  Uii>nor,  Acta  S.  Murisae  «I  S.  ChtkM- 

KWi.  Itonu  lt*86  8.47ir.,  Jahrb.  f.  prolost.  Theol.  13(1887)247  7.—  Kür  dio  griochinchtii 
bivrrinktpn  und  Logonden  kommen  von  den  Samnitiugaii,  die  altes.  iiiitt«lBtli>rtirJieK  «sJ 
jllni(p|>MTi'xlniat«riulumfiuaien,  b«HUDil«nifulgm<lainBotraclit:  B,  Mombritius.Sanclujrnni 
•.  vit*i>  h>uo('luniiii.  2  ßiis.  o.  J.  u.  0.  (Itom  14!>TV),  lüilhKlt  nur  btutniscb«  Texte,  ibtt 
daninter  |i»nan«  tJubera«t<unMn  kiia  gntun  gnechisehen  Bas.  ~~  A.  LippomaaiiB,  Sanctoma 
urUcanun  ratram  Vidio,  4  Bde.  Voiwdig  IS5I— 54;  Hiatoriae  de  yiti»  Banotortan.  Lona 
1&(M  {«iB  AuMUg  ans  dor  grtuoron  Sominliing;  nur  InteinisrhV  —  U  Suriua,  Da  prabilil 
UMotonim  vili*.  4  Bdo.  Kala  1570— 7\  naebgcdmrkt  Kaln  lftl7  f.,  T^ria  I8T&— IBM. 
IS  ))il#.  KntliKlt  aurh  IntMulsch«  IVberseliungPO.  nbvr  in  willkDrlicbw  Be«r4>«itBnK.  — 
Kr.  Cuuibofifl,  lllnslriiuu  Clirisli  uurtvnim  ImIi  Iriumpbi,  Paria  1S60  faunh  KriackiadR 
1*N(I«V  -  Tk.  lintnarl,  Aot«  jinutontw  niartvTum  ua««va  «t  aolBCtm,  Paria  iS^,  adili» 
■aciMHla  «b  ffM  auotor*  rMXwdiU.  AiMtcrdwn  1713.  Moer  Abdruck  mit  •inam  NaeMn« 
bMMVl  TOM  Oalura,  Ausabats  ISl».  letito  Ausiaba  BtMaatiiri:  I.i.'-S  (die  wiehtifll« 
mttammn  dw  Mti^rrwaktNiV  -  Daa  amfaucrpifbato  HalärUl  RH«cbii>clier  Aklw  ad 
MCtuka  loila.  ia  Utitahofcg  Uahanrim«.  teiU  in  cmÄiacheB  Urtext  entbaltoa  die 


L  TbMlogJe.     B.  Hagiograpbi». 


^Kb  SftBclorura  d«  ßoUanJi«li>n.  P'M  lt^Iv  .luniiaibaiiil  »nialiien  iii  Anlwerpnn  104?. 
BS.  Novombnbvixl,  I.  UkUte.  in  ItrU^Hl  1^^4.  LaiuBuil  1»8^  AuaUota  BolUndinna. 
mk  KU  Toxtp«blikMii)iii'n,  <liifiinl<>r  vivlo  grivcliisclio.  Zu  ilcti  Acta  Sä.  vul.  Pnpfbrocrli, 
Acta  8S.  BoImiicIUiu  •nologl>^k'i■  tibm  vindicAl«.  Aiilw«rpi>u  1755.  —  Pttr&,  I'^tuilu  »nr 
Ic«  RalUndiiil««.  PhHh  In&O.  --  A.  Tnui;aril,  Qniil  nH  profanos  mores  ititcnosc^ndos  au^cnda- 
«M  Uxtca  i.'oiirvranl  Acta  Sä.  Rrneca  UotlRndinDa.  Pnn's  1874,  gibt  S.  f~44  eine  Li»te  der 
M  Hun  0.  OktobcrtiNnd  gohotcnon  184  griccliisi^hon  Vilne.  —  A.  Toagnrd,  1)«<  riiiatoi» 
pnifiiiw  itam  Ion  Actu*  groe»  d««  BollMidisti-s.  t'iiijs  1874.  ~  Dnhaianoa,  I.m  Origiue« 
im  A«U  SS.  «I  In«  protcctrun  dfl>  BollandisUs  dnns  In  aorä  do  1b  Pruncn.  l^TO.   —  Nur 

Vi*c4iK  lt*iK.  ^  ÜMXk  koninit  eine  Mougo  vuu  Kiuxctüusi; Alien,  die  sicli  licaundora  in  den 
Irtrien  Jakran  gemvlirl  liabun.  Eml  in  jUn^slor  Kl'Ü  liiit  niHn  uHcli  dem  Vur):»igo  von  II. 
DM««r  bagoaMB,  den  ha^KlugrapliiMh^u  Tcxtmi  luae  MursHlltitre  nliilulugisuL-krttJueho  Bo- 
haAntg  sa  «ridmeit.  --  FQr  die  apokiyptien  ApoBt«lgA8oliiciit«n:  J.  A.  Pabrioiux, 
Cainc  BMcnrptiiu  Nori  Tmtanionti.  i.  Dd.'  llaiiihurft  1703.  —  C.Tiscbendorf.  Acta  Apootol. 
(foktipha.  LripxiK  )8&l.  —  M.  Bonnet.  Supplomeatam  codicia  npocr^phi,  1—2,  Leipzig 
IKta— Itüh^fAclnThofna« und  A.  Andren«),  -  ArtAnpostoloram  npocryphaodd,  lt.  A,  LipeiiiA 
mH.  UoRDwl.  I.  l^ipiis  1891.—  Monlngun  Rhode«  Jumne.  .^poerypliannocdola.  A  col- 
lectie«!  of  tbirtem  npocrvpbid  booka  «Dd  ftaemont«  now  ftrst  odilcd  frora  manuBoriptn.  Texts 
MdStudiM  by  Armita'gc  Kobinaon,  2.  3.  Cnmbridgu  189:1.  Vgl.  C.  Weyman,  B.'l.  3 
(\^H)  4^  f.  htm  M.  Bonnvt.  8iu  l«s  Actoti  de  Xnntbifiiio  ot  Pol,vx«4i«,  Cliiasioal 
f»™w>*  (!WM)  SSß-lMl  (textkiitiscbeBMnerkungnn).  —  A.  Vassiliev.  Aneed^raacvbyutnt. 
I.  Moiliaii  ISüä  eniLfill  mului>re  apobrypbo  Text«.  Daxu  kommen  Euhlreicli»  UuelauHgabeD 
nm  LipaiuB,  Boiiiiel,  Muntattiie  Rliod««  Jantea,  Buliffol,  tlauner.  Zahn  u,  a. 

2.  Hilfamilttfl:  A.  Allgomeino;  Ein   vullst&ndigea  Veraeichnia  der  bis  Oktober 

16M  ■t»ehJcD«iMagriecbiscb«n  Texte  ron  MSrtjrerakten,  apokrynlten  Aposlelgeach iahten  und 

Haaigaiil«f«BdMi  entliAlt  die  bOchst  danhenswerie  Pnblikation  dar  ßollnndisten:  Bibliotheca 

W)<^Tapbi<«    K"*"^'    Brtoiel    lti9A.     -    NaHitrüKe    diwu    von    I).  Uunnor,    Drutacbe 

i  LiH*™iuttcilnai!    1W34,  Bp.    1443  -46,   Ph.    Meyer,  Thoobg.    I.ittomturaoilung  20  (lHa5) 

Uiiff.,  K,  Krumbarhor.  B.  Z   1  (I89.'>1  191.     llintiunifllgen :  Callinici  Do  Vitu  S.  Hyputü 

^Kk,   «dd.  Miminnrii    l'hitolog.  llonncnii.  sadnlne.    l.cipxig  1895    und   das  I.i>bori   ili.'»  Atbu- 

^BBoavoB  Atbt)«-   -  l>cr  Werl  die««*  uncntbehriiehcn  Hilfaraittetii  liAllcnuch^uwunniMi,  wunn 

4m  h«luuu)(«  od«T  DUttmaasttche  Tudeojubr  d«r  Uriligon  udor  wt-iii^qtL'iiii  iliier  l{iu>!riipbDii 

UntOKafbt  wwdGa  «Are.   —  FbrdioKrforaebung  des  muBfienbari<>nbundH(-brLril]cL6n  Materials 

hM  K.    Ktuinbacber,  Slndieu  ca  den  Ij.'Kuud(-ii   des  H.  TbeodoBJoft.  Srtzuuicsber.  bajrer. 

UtA.   1802  S.  25fl'^U    leitende    Priuctpi'en   Hufgoätelll.    —   F.    USrres.   beitt^«   lur 

nhp«en^    der    griecliiBvbcn    Eirrhe.    Zeitachr.    f,    wim,    Theol.    38  <188a)   491~&04 

InrtraiUl  nith  in  eiii>)citi|i;er  Weise  Ober  d«ii  liibtoriscUeii  Werl    d»r  MeooIoKion).  —  B. 

ttaavr,  Bcttitee  (ur  Gueirbidit«  der  l.egendenlilteralur.  Jnlirl.  t.  prolesl.  Tbeol.  13(1S8T) 

lt>— 3&II   bandelt   beaundei«   flb«r   den  Legen  de  nnimtansc])   der  gncchiscbon  ii.  rOmiscben 

Kinlw.   —    VaealorakiJ.  Ewaya  XUt  KntwicklnngagesHiirhln  dor  cbristl.  I.«t;nndc,  Jonrn. 

Mi»,  iint  <nir  mtMRknKlicIi).  —  Tryphon  F..  Kunngclidita.  vi  ,itoi  tüy  uyiiar,  Äthan 

I8H,  Kibt   eHwo  kim^n  Lebonanbriu   mit  ncuun  Texten.    —     Kin   hviaptivir   ioQiniöytov 

Wkaätict  a«cli  H.  J.  (iodoon  xa  publiiduren.    Vgl.  U.  Z.  4,  -iüe. 

ft.  8p»(ial*chriftoD:  I.  Zu  den  Mlrtyrurukten;  I,e  Nuin  deTillemont,  K6- 
■«m  |H>ar  «rvir  k  l'biKloire  «ocUa.  de«  six  pn-miets  aiifclua.  Pari»  1603  ff.  Bd  4  u.  &.  —  Lö 
ÜlanI,  LfH  acte*  dn  Marlvm.  tJuppMmenla  ntix  At^ta  arncdra  de  Dom  RuinArt.  Mimoirea 
t<  riaatiltil  national  do  t'rance.  Acadeinie  dea  Inamptiuns  et  dea  Belle«*  Lettre»  80 
(IW»  IXfit  2.  &i  — M7.  Vertritt  die  Anerhaunng.  dase  tuaDcbe  Märlyrerakten,  die  Kuinart 
ab  narlit  iiMiianliindrin  bat,  ibieni  Kerne  iiacb  eclit  «eien.  Er  atieaa  auf  vielfaeben 
VUwapwib.  Vg],  u,  a.  Fr.  Gdrre«,  Neue  hngiograpbiacbe  Forvchnngnn  nnlor  bcsondorcr 
Bwickairhti^itiu  ven  U  Hlant  ond  Auh*,  .Inbrb,  f.  prot.  Theolon.  1»  (1892)  lÜS— 128,  — 
La  Blant  bllt  aacb  io  a.  jOsisston  Werk,  Lns  per^^eutonrn  ot  lea  martj'ra  iiux  premielK 
Je  lutTe  tn>,  Paria  I8B8.  foat  an  »cini-n  Aufatpllungon.  —  K.  J.  Neumann.  Dtr 
b>  Staat  nnd  dia  allgeniain«  Kircbo  bie  auf  Diokleliun,  1  (Loipxig  18901  274—381 
M  die  Martyri«D  von  CoiniiiodM  bia  auf  Deeiua).  —  K.  Preuachan  in  Hamacka 
ite  d-r  ■ItobrMJichra  Littanitur  bii  auf  Euaebiiu  1  (LeiptiK  1898)807-834.  -  Q. 
IrlEcr,  )t*«<:hi<-hto  der  altcbri.it li erben  Ijttvralur  in  den  eraten  drei  Jahrhunderten,  Freiburg 
atlrtfttti  Ix'Jh  a.  2Se— 24Ö.  —  Für  uinxulnoMfirtyrerakten  vgl.  di«  Uutursnchnngen zur G»- 
MlMladFr  Vorrotgui0perio<l»v«iiB.  Aub«,  P,  Allurd.Fr.  GSrreslinxablreichen  Abband- 
la^f.  a  H  Kritüeb«  UnloMoltiiiigaii  Ober  die  IJcinianische  Christen vorfolgnng.  ein  Beitrag 
mt  ttütk  der  UIrtyrarakleti.  Jena  1871>),  C,  Arnold,  K.  L»  Blant,  «owic  hnsiographiscbe 
£iaiBÜ»dipn.  Etite  «frlleUmdi^e  Bibliograplile  denelben  iat  hier  nicht  durcbfllbrbur.  Man 
*kL  im  bntitAia   d«a   publications   bngiographiiiaes ,   daa   die   Anul.   Uollnnd.   seit   «inigm 


184 


BfiAntiniMb«  Lttt«rattirge«chicht«.    L  ProM&Ucb«  Litt«rKt«r. 


Jslin>ii  btüigoB.  Uw  ümtamck,  ßtMr.kidito  lUir  altoliristl.  Lilteialor  S.  S1S-~6IS  (MH 

einige«  Dbor  die  Alloirtoii  HaT^roloieieii.    flr  <Lm  HwtjToloi;ium  liieroBjmiiiinfli   tat  j*d| 
die   Atugabe  von   J.  B.  de  HosHi  und  L.  Dacbesne,   AoU   SS.  Norcmlw.   i,    l  \lv9tt 
[1—195)  iiiJMigeb«nd. 

j;.  Zd  den  apokrjrphen  Ap»Bte)gescbielit«n:  HauptseliriA  iat  die  Terdi«iMT«Ue 
Arboil  von  K.  A.  Lipsiaa,  Die  apälmrjpbea  AMvUlgeschtcbten  nsd  AparteUdgendea,  8  Bde 
und  KrgiiuiuigBlieXt,  Braonackwe^  168S— 90.  ~  Pli.  Mejer.  KMhricblciii  über  eitagt 
binbur  uubenaU«,  Ufls  Mich  nnb^aonU  griochiiurba  Hw  lur  bibliMb-apoltr^pban  Littentw. 
Jnlirb.  r.  pmt.  Th«Kil.  12  (168$)  STS~89T.  -  K.  Prousehen  in  UwumIu  Q«Mbidite  dtr 
nlt^linMlirb"»  I.ilUrahir  1,  116—139  («teilt  d«in  jetxtigen  Boetand  nnd  di*  Uaberbefetn^ 
du).  ii.  KrOiter  n.  >■  0.  8.  M  -59,  227—39.  -  Heidi  tu  UatietiMtxiuigeD  von  fpntht- 
•eben  Apokryph  (in  Hind  die  «laviaclien  Littcruturen,  diu  d>h«r  genMu  Urrtckiith' 
tl^Di;  nnbon  den  Intoiniacliiin  and  orienUliBi^lioii  reberSL-tiuiiguo  verdienen.  Vgl  " 
Ttebonrnvov.  DcnkmHlnr  der  nuHiiicIion  Apokrj|ibMiliIl*r«tur,  P«tunliur^  1865.  —  i 
KoKak,  BibtiogtnphiKcbe  L'cbemidit  der  bibliBdi-H^krijtJKiD  LiUeratur  bei  den  " — 
Juhibnvlivr  r.  prolMtunL  TbeuL  18  (1892)  127-  16«.  —  V.  JagiC,  Slavische  BeU 
dun  bibliitviivii  Anokrrphen  1,  Die  allkirdiensUviüichon  Teste  d«e  Adambuckee, 
aobhflon  rlur  k.  Aknd.  d.  Wim.  iii  Wien,  Philo«,  hirt.  Kl.  42  (1893)  104  8.  Vgl 
2  ll91'3)  r>41.  ~  R.AbicLl.  l^ue]leiinHchw«iM>  zam  Codex  Suprulienai«  (alavi»cb«  Stm» 
hing  von  Upiligvnlebon  und  Honiilicn,  diu  au«  dem  CirioohiRcbon  tiboiwdzt  sind),  Anb 
■lav.  I'hilol.  1.^  [l^HDä)  821-337:  IG  (l^f'l)  U0-U3.  -  Bonwot-ch,  Die  cbriOl.  ja- 
nietiiiaolii)  ütlnratnr  in  altalavinclicn  i'ob(iriicl2uni;ea  in  llarnockii  UcochieliUi  dar  altehrisU 
IiitUmtur  1  (I.vipxig  1403)902  DIT.  Notiert  sei  uuch  M.  Spcraankij.  SieTijwhe  tfo- 
krjrpbo  Kvangelicn.  Allgnmiiinn  Unbonicht,  Moaknu   18U5. 

S.'/.u  den  nnbernrboitungcn  hridniECher  LeKi'ndoD;«.  GutHchmtd,  Ueht 
die  Sage   vorn  hl.  Ueoig   lü«  Beitrag  Ktir  iraniHohen  Mvliiuugc<sobic.bte.   Beneble  über  dil 
Terliudl.  der  kgL  «tob«.  OeMlIichaft  dor  Wi«si-u!H;b.  l'bilut.  Hih).  Kl.  13  (1861)  1<S-M 
Wiederholt  in    A.  v.  OutHcbmids  Kleine  Sehriften,   krag,   von  F.  Itafal.   8  (Leipd«  IMS 
173-204  laiitKiniert).  —   il.  Ueener.  Ugeiidun  der  Pelagja.  Bonn  1879  S.  111— XilV. - 
Doro.,  tJubt^ntubimoB,  Rhein.  Mueuuin  50  |l^ai>)  144—148.   —   Ä.  Wirtb,  Dane«  b  duni^ 
livlien  licuunduu,   Wien  }89i  tpUiuiUstisch).     Vgl,  0.  Schmidt,   UottiDger  G*lebrte  j 
ivigen  lt*V2.  8ÖT~89.  —  Verbeaserungeti  zum  Tnxte  der  darin  edierten  liegende«  derl 
IIntW«  and  Irane  braobt«  C.  Wevnian.  B.  2.  2  (I49H)  298.  ~  A.  VVJrtb,  An«  orie 
•cbon  aironiben.  fWikfiirt  1894  8.211-  2S2.  —  Diotorich,  .VbriuKiui,  8tudion  ciu  Keli« 
geechielilu  de«  «pUeren  Alterlnmn,  I,oipxig  lt^9l.   —  Vgl.  anch  Krumbaoher. 

4.  Zur  ariliniacben  llacingraphie;  1'.  Uatilfol,  Etüde  d'hagiu^npliie  atie 
La  iwaeion  de  6t.  LiiHen  d'Antiocho.   Comptm  rvodus  da  eeagrto  acitaüt,  niiernatiaii. 
CatbolisuM.      2.  SooUo«   (IK91)  ISI   -IHfi;   dirrs..    PuHhAiiins    de  Lwnpaaqae.   lUtmii 
gnnrlaUrbria  S  (1892)  Sü  -51.     Vgl.   dosu   Anal.  Bolttod.  12  (1893)  7a  und  die  Aste 
von  »atitfol.  Hörn.  QuartalMbr.  7  (I89S)  298-301. 

8.  IJ«ber«eliiitigen:  Die  vulgtrgriecbisehe  Uagiograpbi«  benilit.  wieeai 
ün  weeonllicheii   itnr  der  l'olwrtnignag  von  Texte«  au;i  der  Scbriflafndie  i«  da«  V« 
RriMbiMbe.    Die  IlMqi(e«nmliiMK«n  v«u  vn^kignecbiechm  Logenden  «iod:  Maximott ! 
guiiiiiit,    Rh'**   li^MT  ia   n^c  lU^rtvqc  yimniit  ^rm   i*   luir  ovralai/iar  /marf^mtiin» 
Venedig    165$.    ~~    Agapiea  Lande«,    "Fjütofior   ^le«  ei  H«inöiaie>  ^i'ei    iwr  äyi«>r.   Vi 
nedig    17>%>S;    X4ot    nnfndMef    ^«  Xoyw   Ao^o^   ■ni  fim    ayiur  ix  toi  Mitaif^aatoi  *' 

:*mr*t  tit  f  ■.'•■  *iiirx,r  ^fitt^f  dknltaT«*'  fittmyl^ttita^intf,  ne«or  Abdntck.  Venedig  I£ 
■loemfini,  Venodiii  lUT.    —   Nikodemoa  Hagietitee.   Xior  'tj/Xopor.  Venedig 
and  MI«  Reibe  asdurer  hagk^ranUetiber  Arbeiten.    Vgl.  K.  Sathaa,   St^XXijrt*^ 
Imfim.  Athen  t8((8  S.  UM  ■.     -  Kin»  volUludige  Anftcitbniuig  der  neogriecUeclien  f 
liHifeB  ti4  bier  nielit  b«s««ekL   —  In  den  Hj*  «erden  Uaximoe  bieromonaebm  <oad.  T 
»«Sa.  ITI.  Ignetiea  hierenmineliee  (eod.  IVib.  IttS  «.  1«),  Sephronie«  (a.  $  M  A 
tleniMMia  (mhI.  AtbonaMH  «.  17)  ma.  aU  Ueberaetaar  genannt     -  Diaeyrischen  Ue 
lllllWgl«  (Tierbuchcr  Hc^ligm leben  siDd  aicth  niebt  im  ZnaaBOMdliaBg  «Blerancbt  - 
SHunhng  v«n  )\  Uedjen^  Avu   nartynsot   et  aancteevai  aTria««»   Uaber  b  B4a, 
1880— U,  gabt  M#Bt  auf  gneoh.  Originale  mftok.  —  V^.  f  8  Asm.  1.    Dum  ein  *a 
itat,  wäg.  ven  H.  Kaabe,  Pabwdar  Iberer,  . .  «niailM  Dihereetnmg  einer  ata  dae  Ja 
UO  vertb— tMi  grieetmeb««  BJegriftie.  Leipaig  Itw^    --   Zvei  rnsiiicbe  Bpiu-bMung 
eteet  (teeegioabgeade  ed.  Cbr.  Leparev.   Dankaoler  des  aliro  Scbnftiuina.   Heft   ~ 
Pvhnbwg  ISM.    VgL  B.  X.  i  (I8ft!i)  Iftk    b  vtllrttndigBn  UUci»tanngabea  («hll 
4er  RaMRL    -   Du  fnterwitfcM»  4er  «na  4««  rtiiiAiarhra  ine  Laleiaisell*  llbenet 
UeJUgMleben  bia  um  !&  Jafcrtwndw«  riaUte  4i»  Fuinr  Aea4««ie  dw  iMoription 
FNiMtfinU  nr  4Ba  Jabr  I8ML   -    De»  gBMe  ■ri«fliiA  AigOiHnlii  C«ker«eb 
MWnMr  k«Mri  Utt  inBettnebL 


Anift.! 


weite 


1.  Theelogi«.    B.  Hagiographie.    |§  S3) 


185 


H  4.  Di«  Qw  und  llaarTOffincDta  mit  alton,  von  dt-r  ülifrurbnili'niltin  TliStigkeit  diB 
Hob  MrUjibmilw  unliL>r{|lbrt«ii  LcKf"«'«"!  "U"!  Dovh  niclit  o  in  li  eil  lieh  vmojchnat 
H^.    K.  KrambacbuT.  Stuiliuu  ni  d«<n  Legend«!!  cl<4  hl.  Tlivodusion  S.  ?5M.  Imt  xunnit 

Sekt  Wir  ftg/m  folt^ndo  Hw  hiom;  oodd.  Muonc.  3  tatee.  10,  Ambrun.  tt  ^  icf.  naL":.  3. 
■itio.  491  iM«e.  9  wbmI,  JanneiiB.  33  moc.  10.  34  m*c.  11,  3Ü  anec.  II.  Bcruliu.  l'liiUipp. 
9  ■.  9—10,  Vatf«.  1669— il,  Moeq.  ^od.  159.  Dain  ein«  vorUufigie  Liste  von  Uw- 
pMatM,  di«  paltoDspkiwh  Alt«r  sind  al*  Symoon  Mctüphrostfia  und  dnber  bosoaÜMc 
iobtaas  Terdienen:  Codd.  Coial.  2(t  Fragm.  vitaa  [xingini  iwio.  9  fol.  SSO  -Sl.  Coisl.  261 
ritlfhuDnentc  fol.  I  u.  304.  Monac.  Wi  PalimpuMlblaUar  IfoL  106 -  lOfl)  mit  M&rtjrorakt'tn. 
imt,  Conv.  noppr.  TTO  Palimfaoat,  nnlore  Schrift  Martyrium  Clomvnti*  u.  a,,  AnK«lic. 
i,  Si  Uitziiilfraglnont  einer  l'bcadoronbioftrupliio  aaoc.  9.  I'nriti,  Soppl.  gr.  K24  L'nxialfrag. 
m  Vita  S.  Uarbarao  moc.  9  foll.  10.  in  «edd.  PiinH.  ^'uupL  gr.  480  und  ComoL  10  n- 
iMianlilliriirn  Uamalfngnietitu  von  \'ilae  JobHoiiis  Hn|<l.,  Tliomae,  Paobonüi,  Pari».  Sui>|)I. 

0M  URsiairragneata  Ober  Joliaiinva  Elapt.  saec,  0  ful,  Si^—SS.  P»tropol.  2S  ein  Unxiiil' 
m  ••ec  8  einer  Vita  Jobiinni«  vom  Sohboaklosler.  Petr«pv)tt.  47  oiti  Unxialfuliuui  snuci.  i< 
■r  Vita  8l  Autioebi,  in  der  Adiniimliiuidiichrift  de»  PvtmMcvnnftf'linins  ein  L'tiiiHlfrAjfinont 

Martvriunia  einen  Julian««,  UMnJn.  ^  (Palimpiwit)  Martj-rium  des  hl.  Artemios  in  d«r 
<t«a  Unualacluifl,  Veinm.  134  (Palimneirt)  MartTrium  dm  hl.  Kloutherias  n.  a..  Monac. 
1.8  f'ati*D  in  CniiaU^britt  mit  Mani^tiiibiagraphinn,  Paria.  4B7  n.  OTO  Fragmente  von 
itymaktMi  (fol.  327    :.>9i. 

■■■Ihbw  di»  Uaaivn.  McnolDgiea  und  Synaximcn  ■.  Leo  Allatius.  I)>^  libria  oocl. 
^^Hfc  Paria  1HÄ  S.  78—93.  Ginu  neue  Aiugnbo  der  Menllon  in  l'2  Udcm  er- 
S^^VcBcdig  lt>M.  -  I>aa  bekannteete  Monolugium  i»t  da-s  von  Bosilioa  11  (U7G-I03&}. 
,  Card.  Albuni.  t'rbin»  1727,  3  Bde;  «ied erholt  bei  Mtgoe.  Patr.  gr.  II*.  —  ZurOrien- 
ma^  vgl.  J.  E-  MarttnoT,  Auuna  eccttitiiH'iticua  tirm'cü-BlHviuus.  Acta  SS^  Oetobr.  II 
U)  1-385.  S«ie)oii,  Polnj-j  Mi^ajucuslov  Veslokn.  i'  ESd<^.  Muskuu  1875- 7A.  N.  Nilloa, 
I— dariiun  niaDuJe  uliinaque  «cd.,  «rienl.  ut  orcid,,  [uij^ibruck  iSTJ.  --  Knl»tehnnR«xeil, 
rtDm.  biatorieoh«  Antoritftt  dieser  Bfidier  sind  noch  nicht  tinlenudit  -  V.  itolntov, 
ta»  der  all«D  HoiMlogieD  einieJner  KirchoD,  Cbriat.  dt«iiije  1S1^3,  177-210  {nm.).  Vgl. 
B  (1894)  SOS  f. 

83.  Eyrillos  von  Skythopolis  ist  dor  hervorragcndate  Hagio- 
'aph  (1*%  n.  .1alirliiiii<K'rU.  In  ^(>iiK-  LebciisbililLT  hat  or  ciiio  Keilte  von 
Ibethio^aphiiichen  Ang»)>on  eiiigeflochten ,  aus  denen  hervorgebt,  d&vs 
'  Bin  5U  in  Slcythopnlia  in  Galiläa  geboren  wurde  und  als  angehendor 
«Msiger  in  da»  Kla^U-r  des  hl.  Kuthymios  eintrat  (543).  Hier  verbrachte 
ie  10  —  11  ersten  Jftliry  euines  Mönchsk-boiis;  nach  uinoni  vorüboi^ 
iid<^n  Aufenthalt  in  der  von  den  Origeni»ten  gesäuberten  ,Nouen  Laura' 
er  da.4  Kloster  des  hl.  Sabbas  in  der  WQste  Juda  {neit  ■'i.'i?),  wo  er 
Ba«*(Tleben  beachloBa.  Sein  Todesjahr  ist  unbekannt,  kann  aber  über 
oieht  weit  hinau.-4hügen. 

wumies   Intcrossc    fUr   die    grossen    Gestalten    der   BUHsci"K'elt 
bcwog  KyriHoB  schon  bald  nach  seinem  Eintritte  in  das  Kloster 
N»chri<hteu  über  das  Leben  des  CtrOndcr«  neinns  KIo.'>tera  (f  473) 
\im  hl.  Sabbas  (f  r>31),  der  xwei  vomeliniHten  PoreiSnlicbkoiten  unter 
vMen  Kliiritergrllndern  l'nlJiiKtinas,  einztisuminiln.     Trotx  den  Mangel» 
ttbotorischer  HÜdnng.  den  Kyrillos  alters  beklagt,  der  aber  ein  wahres 

tf&r  ihn  war,  konnte  er  nelwn  den  Biographien  der  zwei  genannten 
mclinrre  Lebensbilder  von    palilstinischen  München   fertigstellen,   die 
9    Mi»Kiror«Iontlioht:'ni    Quelleuworte    itlr    die     Kirchen-    und    MOncha- 
rhte  Paläntina»  Hind.  Diu  zwei  ersten  grost-en  Kiographien  wurden  556 
geben:  ee  folgten  vier  kleinere  Lebensbilder  dor  Heiligen  Johannes 
Iftatea,  Kyriakos.des  KönobiarchenTbeodosios  und  des  Bischöfe« 
lios  von  Botelia.    Bei  den  zwei  letzten  lehnte  er  sich  an  die  früheren 
rruchen  Lebeoabilder  de«  Thcodosios  von  Theodoros,  dem  Bischöfe  vou 


J 


186 


ByuaUaiwibe  Litt«ratarg««icbicht«.    L  ProaMsche  LitUrfttar, 


Petrao  (um  1^30)  und  dos  Tlioogiiios  von  Paulos  Hdladikoti  (um  526)  ui. 
die  er  jedoch  mit  kritisclioni  Sinn  bunutzto.  Seine  Absicht  ging  dahin, 
oinft  grosse  fSammlua^  von  Mönchübiographien  anzulegen:  er  wurdi.-  aber 
wahrschpinlich  durch  einen  frühen  Tod  lUi  der  Ausf&hrung  diuHc«  Vor- 
habens verhindert.  Die»  ist  tim  »o  beklageottwertcr,  als  <lio  von  Kyrilloe 
vcrfoMMten  Lobi'nKhilder  eich  durch  ZtiverliLssigkeit  der  berichteten  'lli^* 
Sachen,  ungewöhnliche  Sorgfalt  in  den  chronologischen  HeBtimintingen,  einen 
fOr  seine  Zeit  auffallend  nilcbtemen  histori»cben  äinn  (obgleich  Kyrülw 
dem  Wunderglanben  der  ihn  umgebenden  Mönch»wol)  zugethan  war),  Ver- 
stiindnis  ftlr  iiskutii^cbe»  Loben  und  HMketischo  Fri^mniigkeit,  endlich  durch 
eine  einfuche,  juder  rhelori»ctieri  Ausschmückung  tkbholde  Darstellung 
wfliso  auszeichnen:  lauter  Vorzüge,  die  KyriUoe  eine  Ehrenstetle  unter  d^ 
byzantinischen  Hagiographen  sichern. 

1.  Auaguboti:  Kmc  tiDHiimUuH^uli«  den  Kyrilloa  fehlt  und  int  «in  dringenilM 
ilOrriiiH.  —   Dil-  Vitu  Kiithymii  d-K-  MoDtfiiucon,   Anal.    (IT.   1  (Parii  16S8)    1-' 
Vits<<  ShIik.'  Uli.  j>r,   Cut^lvriue,  Ecül.  ^r,  iiiouumL'iittt  3  (PuriB  lflS6)  220— SiG;    Vil| 
JoliAiiiiis  äileotmrii  ud.  pi.  Acta  SU.  Mai.  3,  16—21;   Vit*  dsi  hl.  Kjrriakos  «d. : 
Act«  SS.   Scplembr.  S,  147-129:    Vitti   do§  hl.  Theodosios   ed.  pr.  Useaer.   lai 
Schninrum  für  ilas  Bt>tntiicr«eni(>eter  1890.  Bonn  1S90  S.  IV— VI  und  n»ch  einer  eraenli 
ennaiirn  Koltnticin  in  «,  Srlir.    Der  hl.  TlinodOBJos,  Scliriftan  dM  Thoodoroa  nsd  Kjnlli 
lioiinig  ]t<90  »^.103-  11^  mit  wirtvnllon  Anmorkungdn  S.  190—187.    K.  KraBibkcb« 
StuJion    KU    dpi)    I.pgnndcn    dcji    II.   ThMidogiD«.    tiiitiiuigiilrar.  bnjor.  Ak..    JdQiicIion 
S.  2-^1— 25.'>  t;nb  Viiriantin    iiiw   zwei   neuen  Km   und    kriti»cho  Bemorkuagon  tun 
ITeoncrs.  —  Vita  des  hl.  Th«(i!;niuH  od.  pr.  <!'.  J.  vun  dun  (!hcjro>,  Anal.  Bolh 

10  lläDl)  IIS— HS  und  uiglojch  A.  rapudopuioa  Keritmous,  ['rnvoot.  I'al.  Sbonrik 
(PetfinhUTg  1891)  mil  ruwuchi'r  UobcrMtxunu  vun  G.  ä.  Ü^atunea.     V^l.  Anal.  Bolk 

11  11899)  477;  B.7..  1  {lüVi)  173  f.  —  Kint  lütahiviadw  Ui-Wr!.eUun(f  dw  ViU  SMmi 
l'oiiijalovbktj,  Pi<t«rsbujg  18d0.   Mil  Uuinigung  d«fl  icriechiHch«!!  Ongiiials  um!  uiav  E 
leitung  (nUH.). 

9.  Uilfamitteh  H,  Usänor.  Der  hl.  Tbcodusios  S.  XI-XXIII.  -  Anal.  Bolla 
10  (1891)  78-78.  -  Fr.  Loofs,  LeuuUiw  v«n  Bywini,  Leipiig  1887  S.  274-297 
brclM  nich  cinjtolipnd  Qber  dio  Clitonulogic  des  Gutliymins  und  itts  Rabbnii  und  Bb 
don  Ori);<iii]titpii  T^i»iitios  der  Vita  Sftbbiie.  —  A.  Khrhnrd,  Uos  gri«ichiscliti  Kloster  Ut 
ßabbn,  Kninini:hi'  lJt]HrfalK''hr,  7  <IW3)  4:^— 4-'i,  RS,  V»  bleibt,  wio  hiur  ongadAUleL  i 
unletüuc'bnn.  oi>  dir»  Vit»  i>iiu<n  NcbOlcis  des  hl  Sahbas.  AbrnniiDB,  die  in  dorn  ood.  Lin. 
Tiüchcnd.  2  liiun  d«ni  ^Hhiianklo^tcr)  in  arabischer  Uebeiscizung  mit  ander«)  Sckriflen  Jm 
KjTitldH  dloht.  von  Kyrillnn  vorfaast  itit.  Dicsu  Hypolboso  guwiunt  an  WuluBotiaiiiäcUiHt 
durch  di>ii  Umtdund,  dnim  dio  Vitji  Ußi/nnfiiov  iniatötiov  tpriid'iK  uiich  ia  dem  Umlalood«! 
Siiiiiititi.  404  nucc.  1)  mit  undori'ti  I. o hon nbi] dorn  don  Kjrillcia  lusaiumoiuilobl.  -  Zu  bp- 
ncbten  utt  auch  dor  cod.  l'oU'upul.  ili  n.  8  mit  d#r  Vita  duä  Johanne«  aus  dor  Liiin  i 
hl.  äiibbus.  dio  wohl  mit  di-r  von  K^rillu«  vcrfmiBt^u  idonlisc.h  isL 

3.  Andorn    HHiciograuhun    d»a   6.  Jahrhuudorts:   J.  Paulos   i    rij<   m»i« 
nii'Jtiiif  r)nr/"<i",'<  wird  vuii   flpu   Holland  ist  en  mit   Paulos   Holladikoa,  den  JohaM 
Moschus  orw&hul.  tdcnliflxiorl  und  nis  V<>>fHSs«r  eines  historischen   KnknRiiums  auf  Thel 
(tnios,  Biscbof  von  UeUlin,  nngesrilien.    I'nulns  bat  dio  Ücdc  wahiscbdinlich  i.  J.  U'ifi 
Kloster  des  hl.  Tbvogniüs  gehalton.   Kvrillos  bat  slo  violfnr.h  bpnäti^.  ¥A.  pr.  in  don  .^iinl. 

10  (1801)  7S-  118.  und  von  A.  Papn'dojmlaa  Keramcus  n.  a.  U.  )j.  2--31.  ~  Aniil.  H 

11  (188''2I  477  brnobten  »inige  Korrokturoti  xutn  Texte  und  oinon  Üriof  dus  Paulos  lidli 
diko*.  —  Uehor  äan  bl,  Tlieagnios  vgl.  Van  den  Oheyn.  St.  Th^uguius,  tivCqua  do  ~' 
Ml  PaloatiDO,  Rene  dos  questioos  histor.  18D1  Oetubr.  S.  äUT— 429. 

2.  Tboodciros.   dor  in  dor  Subulo   vun  Üwa  Boiiie  ihetoriscb«  Uilduns  ge 
BpSt«r  Biscbor  von   i'ctrno,   hielt  wahrschoiulicb   an    dor   orttton  Jahresfeier  d«s  Todos 
hl.  Theodoaioa  (f  529)  dio  (TodlivbUji<ri>de,  welchu  Kj'rillos  ehunfalls,   aber   mit  kritiu-hs 
Sinn,  bennttt  bat.   Dio  Bodo  aticbt  durdi  ihii>u  rliotonschen  SubiwUt  und  ihre  Wundorsu*' 
unvorteilhaft  von  dor   kumou  Biographie  des  Kyrillus  ab,    —  Nach  cod,   Ijiiir.  II,  U 
pr.   H,   Usener.  rniversitfiUprogramiu   von    Bonn    l-HflO    S,   4-42,  Der  bl.  Thcodo 
Schriften  des  Theodoro«  und  Kyrillos.  Leipzig  ISDOS.  1  —  101  mit  worivollen  Anmerkuni 
S.  114-  18»,  —  K,  Krumhacher,  Studien  zw  di>n  Logondnn  dos  hl.  Tbeododos  ?.  338-f 
278—321,  hat  den  Toit  nach  5  nenpn  H«s  rovidiart,  vvnohiodene  Nncbtrlge  und  13« 


1.  Tbeologi»,    E.  Bagio^splüe.    (%  S4) 


187 


^■nnB  mn  KonmenUr  t'arnoni  goUefwt,  «luiuiiti-i  pino  nnur  pontJHchn  lieiuboiluiiK  d«r 
BMaoamlagMido  und  cinon  TnkUt  Aber  dit-  Tutvnt'ciuHago.  Bililiogrnpliinchi^  und  lisnd- 
■ekrifUicbn  NMihtatK«  la  üeaem  TrultitX«  von  K.  K..  B.  Z.  1  (IS92)631,  und  (i,  Vitvlli. 
Stadi  ibü.  di  fil«l.  «Imml  2  (1803)  188L  V^l.  B.  Z.  3  |I894)  194.  -  Zu  den  9  boJ  Krum- 
b«dMr  geiMBnIon  Ha*  des  Eiikuininii»  von  Thoodoroa  kommt  aoch  eine  ia  Unuiiii  [coiL 
ÜMiM.  nrboj).  33  ■.  10  ful.  l'(2-l!i:>')  ond  rbo  in  Ueb««.  Q.  Vitelli.  Sludt  ilal.  di  GIoL 
dML  2  11^93)  U^  und  374.    Vgl.  B.  Z.  '2  flKm  64.1  nnd  3  (1894)  194. 

S.  Dir  von  (!ii>ein  Z«itfe«iiMA«n  dnn  palaKtimHiiilinn  MOiioti«»  Dositliäos  [f  um  SSO) 
mtüst«  Biuf[T«;Jiiv  stellt  in  laUinisclicT  Uebnni'lzung  in  Ana  ArU  S8.  Fvbni&r.  3.  382—84. 

4.  Vua  drwi  Patriarclieti  von  K|>c1  im  6.  .lulirhnndr^rt  IicK*n  die  l)ioiiro[iliten  im 
Drwke  vor.  dtp  d«  M«<naB  (t  -^531  in  den  Acto  SS,  Aui^uiil.  5,  169  f.,  di«  des  fliity- 
(bi«a  it  &)<?)  vMi  seiiiem  SchQlor  l!)ii.itr)itioti  (vgl.  §  9  Anm.  6);  dio  des  Johnnnos 
NiKtROteii  von  dem  xeitcenfiasiscben  rriosUr  Pbotinos  int  nur  fragmentarinch  crhnitnn 
U  UkBoi.  C<mdlift  13,  8l>~85. 

5.  Tod  dnr  Vit*  iIm  Tlieophiloe  ron  Adanft  in  CUioien  (t  538),  dio  KutycbiiiniM, 
■ta  Zmtgmomt,  vortuoto.  iot  dio  DtterMtiung  d««  l'fiuluti  Diftconus  gedruckt  in  den 
Itb  SSl  Fchnur.  I,  4S3  ff. 

€.  Di*  Bwcmpbie  der  Mutter  Symcons  Stjltlee  Ar«  Jüogftea,  Ma  rtha  (t  ^^I},  wird 
B  dw  Acta  BS.  Hu.  b,  403—431  ebenfaJls  einout  Z^itgeiiusscn  tuguscbrivlieu. 

7.  Eaa^Tioi  U-  E.  1-  3.  33  ervi&lint  einu  liiographie  des  SeveruH  v.  Aulioohien 
mt  Manl  il.  6.  Üi)  Sti'phaiios.  Itiscbof  von  Hientjiolis.  als  den  Verfasser  einer  Vita  der  hL 
(Undscb,  ite  xa  Fju^o»'  Zelten  den  Mftrt«rtoil  erlitt, 

0.  Ei*  Beispiel  fDr  d>«  niRte  Abfassung  von  Mürtyrerakten  bieten  die  Aota  der 
UL  Kw^lcoe  und  Julitt«  von  Tneodoros,  Biaoliof  von  Ikonion  i.  Zeit  Jnstiuiane.  Zu- 
Im  mL  AmI.  Uollatid.  I  (1883)  10'J-20T  mit  einem  Ilrinf  des  Thoodoros  mi  dun  Biscliof 
iMioM,  der  ibn  dun  nurgefordort  bnttc.  Ana  divsam  Briofo  ist  ersieh tlicli,  dass  dsnial» 
mA  hlntisclin  MArlj'rvrsktMi  im  Umlauf  waron.  —  BosMlb«  erlielli  an»  dorn  Kannn  6S 
im  TMJaniscbon  t'^ode  <ß93|,  wnrin  deren  KntCarniing  nus  dem  kirchlich««  (tcbrauch 
nl  dervn  Vvrfar«nnnns  sefoidnrt  wurde. 

9.  r>M  au«  dorn  6.  Jahrb.  Btiuiimendc  l.cbon  dea  BiHtthofii  und  MUrtvrnrx  Auto- 
««■o*  ed.  pr.  in  doa  Arla  .SS.  Supl,  4.  16-  VJ;  aiicli  bei  .Uignn.   I'ulr.  gr.  l'l.i,  Be'i-698. 

tV.  Die  Utrtyroraklcn  dar  bl.  Hirn,  die  httü  in  romiun  gomiirtnrt  wmdn,  atchen 
ia  d«B  Act*  SS.  Hai.  4.  172— IS."}.    Die  BollundiHtcii  iiAi<-n  ai»  für  gloivbxcilig  lui. 

84.  Johsnnee  Moschos  {'ItonvvTji  ^^öox"i)■,   niit  dem  Beinamen  Ei- 

>f«rä(,  war  einer  jenei'  von  Begeisterung  ftlr  das  Asketenlebcn  ergriffenen 

Mtaclid.  welche  die  Klöster  des  Orients  bereisten   und  ihi^  (!rfahi*ungcn 

hl  Scliriftcn  nioderlegtiin,  die  allerdings  in  erster  Linie  tuiketi»eliu  Zwecke 

verialgtcn,  die  uIht  wegen  ihres  tU^olittim»  an  biographi^elien  Angubon 

ar  Qagiggraphi«  gezählt  werden  könnetL    .lohannes  lebte  nnter  Tiherios 

«d  Haurikios  (678—602)  in  dem  TheodotHoH-  nml  Kpüter  in  dem  Sal)1)a.<<- 

Uoster   in    Patttstina.     ZuinoiRt   von    dem   äopliiiHton  Hophrunios,    dem 

ipUerrn    Patriarchen  von   JenisAlem,    begleitet,    unturnuhm    er    mehrere 

BÜMm,  ilte  «ch  auf  Paläslinn,  Ägypten  mit  Einschluaa  der  Sinaihulbinsel, 

Srrton,  Eleina«ien  und  vci-scbiedene  griecbische  Inseln,  (^pern,  Samos  u.  a. 

(nitn<ckt«n.     Nach  dem  Persereinfall  begab  er  sich  nach  Antiochien  und 

ÜEXUidrien,  wo  er  in  nahe  ßozioliung  mi  dem  Patriarchen  Johanne»  dem 

Buvbvrxigen  trat,  zuletzt  nach  Korn,  wo  er  619  xtarb.    Die  Erfahrungen 

iw  »idgjTeinten  Mönche»  liegen   in  der  Schrift  vor,  die  Johanne*)  »elbat 

J*tfuif  betil«lt«  und    seinem  Begleiter  Sophronios   widmete.      In  bunter 

Ibtltiing    und   Anordnung,    de.n    Blumen  auf  einer  Wte^e    vergleichbar, 

»frieo  darin  Krlebnisoe,  (.liarakterzilge.  AnftfprJlcho  Kahlrcichor  Mflnchc 

Mitgeteilt,  t«iUau8  eigener  Erfahrung,  teil»  auf  Grund  von  Borichtortttattem, 

iKa  Johaotu»  für  glaubwürdig  hielt,  oder  von  früheren  Durstellungon  Ähn- 

Gshm   tnlmlts.     Viele   dieser  Notizen    hüben   kutturhiHtonsches   InturesäC. 

Dir  Wert  dee  Ganzen  liegt  für  una  in  der  Zeichnung  des  Klosterlebeiu 


188 


BfutoUolscbe  L[tt»nttiirgM«bioltt«.    L  Pros&isch«  Litt«rKtar, 


und  in  den  vielen  Natnen  von  K]Cst«rn,  die  Jßhannefl  nennt.     Die  Srlirfl 
erfreute  sich  groiuKT  BelieMheit,   ivurdc  aber  auch  infolgcdos^cn  vielfaM 
Obornrbcitct  und  orwititurt.     Schon  zu  I'ltulioti'  Zi<itcn  boten  die  flsa  biQ 
3W.  bald  342  Abtk.'hnittö.   Dio  ursprÜnglichL«  Gestalt  derselben  muss  nodi 
auf  Grund  handschriftlicher    und    kriti&clier    Untersuchungen    festgesteUt 
werden.     Vom  «praclilichen  Ges*icht«punkte  bietet  dio  volkstflmliclie  Au»- 
drurlcH-  und  Danütolltingtuwcisc  Interesse.     Übctr  das  Loben    das  Jokaano« 
des  BarnihunEigvii,  du»  er  gemcinscliafUich  mit  Sopkronio«  verfoseto,  Tg 
g  86  Änm.  1. 

t.  Ausgaben;  Di«  Sehrifl.  wpIcIm!  auoh  die  Titel  .ifftuniftar.  lV/o;  na^äiua^,  Sit 
nofaihi'aior,  latPiatuin  BptriliiuU'.  lilbrt.ud.  jir.  <l''rüulu  Ducuvu8>.  Elibliolh«cu  Knwcolalifl 
(Paris  1624)  10^7-11,^9.   -  Siipptenientedaiueil.Coteleriiia.Ecd.  Kr.inoniim.  ä,S41-4" 

—  AIIm  niuinnivfi  Wi  Mitin»,  Palr.  gr.  87.  S.  23J^2-3112  in  216  Knpitdit.     -  Die  ' 
woieben  von   •innixlvr  betrUclitlicIi  ob.     Cod.  Mitrcian.  CIsm.  3,   21  onec.  10  li«t  Ifi^ 
■ohnitto   und   miiM  bei  einer  kiitisrhen  Ansgab«  horaduachligt  wordMi.     Er  onlUII 
dm  MOiichobiogrilphitin  von  T1inndor«t  und  I*alladi«s, 

2.  Ililfsmitt»!:  Kin  nnnn^mfir  I'rolng  in  d^  Ansgabci  von  KiodIo  Dueaco* a.  a, I 
lOM— Klü"  mtbnll  biogrupliiacbn  Notiii^n  and  ist  wnlirscbointlch  Mihati  boi  der  cr)t«mAB 
Itatio  rlui'  Sclirift  d«ti  Juiannca,  dio  ficiplironion  besorgte,    liinjiug«fQgt  wordua.    —     I'h«'' 
«od    lue,    uibt  dipBM    1*1010^    inliMlUicIi    wiudcr.     Sfin  Urteil  Ober    den  Slil  d*B  Job« 
laot«t:    'H  «     für   Xnynv  tiifivvfia    ll(    tu  inttiroifp'iy  .   .   xai    «unStWi »(><«■    ärtvxXii'H.     _ 

H,  G«i)xor.  Ii^uoliua'  von  Nt'HiH>lis  Lubcn  d^n  bt.  Juhunn«s  des  Uartnbvrugen,  Frtaburf  n 
licipEiK  \S9H  S.  117  f.  —  Ui-br<T  Nacbwirkiing  dua  l^ratum  B.  Max  Uofcrer,  loamn 
Monnr.bi  liibpr  d«  Miraeulia.  ljj'mnH(ira]f^u|;r..  WUnburg   1S84  8.  49  ff. 

9.  Vm  d«r  Abfaaaungsxiiit  uiid  den  Que  llou  verhillnisnen  d<ir  Uifo^tij- 
ftom,  riforiixtl,  /Iiir()ii>a',  die  in  viii^'r  grussen  AiieaIiI  von  Hau  Torlie)telt.  luMi 
wir  noch  kein«  klar«  Voritellnng.  Im  weevntJich^n  bonihen  »in  vobl  aaf  dwi  MMel» 
biDgnipbi««,  di*  sdion  im  4.  und  .'>.  Jubrhniidert  fiowininii-ll  «urdon.  tkknn  JohaniM 
Mowboaiiaiint  <>in  Btfih'oi-  ytfot^itiiv  (l'rntnin  «pirit.  Kap.  ^-^  n.  -'>6).  »owio  '^n 09^(77(11111  >«> 
ifj^dr  ütnifttr  (obnn^a  Ka|>,  112),  Kin«  Ahnlicbp  Sammlung  hrselirciU  i'hoti«s.  tud.  IM 
ttnlcr  d^m  Titel  UlfXai  ^yltir  JInr/pur.  -  (icdruikt  ninil  twri  aaunfma  tjaiiunluui;« 
unter  det»  Titel  Apophlbcfimnta  i'atrnm  und  Aogj-plioram  raonschoram  historii 
«ivK  ParadiHna  livi  Mtgiic.  l'alr.  gr  &h.  71-442.  442-450,  —Ein«  gross« Sanahini; (au 
Ili'if|iu<;rti'«(>]'tiii'^i-,  KrtpvrKro.'indcn  Has  betitelt)  wird  Paulo«,  d«lllOrttltdcr4MKIul«n 
ifi  N<ui«i<M'  it]<  fTtifyiiiJot.  mgcM'linctwn  und  ist  in  Venedig  1783  erseliiMMii  (mir  Uh 
vaglBfflioh):  vrwAbnl  von  Pli.  IkU.ver.  Zvilacbr.  f.  Kirrhet>(t««rh.  11  (1890)41)8.  -  Aadm 
Test«  in  latAiaiacker  U«b«T«elau>g  Muun«lt«  Her.  Bosweyi).  Vita*  Sandoi«».  Alt 
w>«*Mi  ISiy  ~  Tob  iut  KUrkeil  n  IranMn,  naaa  u  dee  Dm  mrackmpiffm  weidca. 
in  JvMu  aiiFh  «in  RewiBsor  Htraklidea  undanDsaiet  Sketiotos  ((.  1).  in  <xidd  VM. 
äiS  D,  1 1 ,  I,anr*nt  10.  3  ■.  12)  als  Voranataltar  aolobar  Samhuigoo  gMiannt  nrr>lc«i.  Einig« 
Kprivoltv  Wiake  für  die  lundadiriftlieliea  TonAwatgm  gab  Flaaa  in  der  KioleiKug  tu  dM 
UetnUca  4m  Hakario»  bei  Jlicae.  Patr.  «r.  34.  1-=^  ff.  Das  uAchate  B«dlMiiia  ist  «Im 
kriliartia  AnngaU  der  llialoria  laMiara  von  l'alUdio»  ;^m  Migne,  Patr.  $t.  S4.  995—127«^ 
trtirin  scbon  timt  MlMra  Sdirifl  braStii  i.->t.  Vgl.  1*.  E.  Lncias.  Die  Qacllrn  d«r  liUito 
UvachMhlo  ilM  terpItwAea  M«mMiu».  Zniluhr.  f-  Kitvt)eDg(w4i.  T  (I8S4 -81>|  163 -IK 
R.AM<lia»aa.lV  hidtn^a  Laniüa«*.  Parw  1K^7  (daiw  ki^tiscbo  Fragnaeate  dm  Pallaü*»). 

—  Dt*  *p4torT«  B*«rt<rilQncTa.  die  in  uaiAUigva  Bm  TorLi>miDi-n,  liefw  nodi  gaat  in 
Duaksla.  Dm  Whaa»«  Arüit  «ftnle  tieh,  ahgeatha«  vom  ihraa  RMnltaipa  fQr  di«  Ijttn- 
tini*<)i»  Mpaaatarintogie.  auth  vom  ksltulüatmelmi  Stas^okt«  au>  InburD,  da  «ir  r4 
kiwr  mit  VoUuMdmr«  tm  w*at«t«*f«adt«  EiaAaaaa  ■■  Iboa  kaibaa,  -  Aad<tn>  'Jot^-Uf 
>H.i(..  «i«d««M  Bftiseaaa^a.  Am(J.  «r.  1, 1»  t.tabcateektMHigne.  I'atr.  gr.  M 
)SS4    K«l  MMt  kal.   iiad   ohM  hafh^raffctsAaM  Wart     Vgl.  S  M. 

Si.  Sophronios   (^farf^nnc),    Patriarch  von    Jeru^lem.    wurde  ia 

|)«Hia»ko«  iKiMtrMt  und  ftlhrt  Joi^halb  auch  öfters  don  Beiname»  JaitaaxT^tv;. 

Kr  war  lan^  Jahrv  Mflnch  dt-,»  Th«>odo?iir«klo!<ters  Ixti  Jerusalem  und  be- 

cUntot«  als  MMwir  .lnhannv«  Moovho«  auf  seinen  ReiseiL     In  AI«xantlrion 

Itvkart«  er  Mtrfa  sn  dem  nniinitini^iraiin  d««  JohaoiMB  Eleemon  und  folgte 

i.  J,  l}$4  H«d«Kt(wi  ilU  l^ttriarcli  nm  Jensalem  naeli.    Seine  erste 


L  TbMlagl«.    E.  Ho^iogrmpbi«.    (g  8S) 


189 


£eeer  Stellung  war  der  Erla»»  oinos  SyDo<ta1schröibens,  welche«  in 
geron.  weitausgreifenden  Auslilhrungen  die  TJnverträglichkeit  des  Moner- 
D)us  mit  der  tlinlkedonischen  Christologi*?  darlegte.  An  dem  weit*reu 
rlauf  des  Streites  nahm  er  keinen  Anteil  mehr:  »clioii  636  kamen  die 
•ber,  and  Soplironioa  üb<-rlul>t«  die  Übergabe  der  hl.  Stuilt  kaum  ein 
hr  {t  638).  Von  Maximos  tloni  B«k«niiur  und  Johuniie-s  von  Daniaskos 
irdf  er  hoch  gereiert,  und  das  ß.  Konzil  erklärte  Bein  Syiiodalschreiben 
adrücklich  al»  dogmatische  Autorität. 

Seine  litterariache  Bedontung  liegt  auf  dem  Oobicfe  der  Poosiü 
gl.  Kninibacher),  der  Hagiograpbie  und  ileiniletik.  Das  l>iü^raphi»ch(.' 
tuptn-erk  ist  eine  iimfengreiche  Daislelliing  des  Martyrium«  und  der 
'oiwlertliÄtigkeit  der  ilg>'ptiflchen  Nationalhoiligou  Kyroa  und  .lohannes. 
I  7  Dekadun  eruihlt  Sophronios  eine  Auswahl  von  Wundern,  welche  dio 
tdigen  au  Bewohnern  von  Alexnndrioii.  dann  von  ganz  Ägypten  und 
!b;en,  endlich  an  Fremden  aun  »Heu  IlitnineUgogendcn  gewirkt  hatten.  Den 
dikm  der  ^aüftata  bildet  die  Heilung  von  einem  Augenleiden,  die  So- 
knMÜM  selbst  erfuhr  und  den  Heiligen  zuschrieb.  I)ie«<e  Schrift  benititt 
bt  noch  biHton«chen  und  kultiirgoschichtlichen  Wert  infolge  der  vielen 
agaben  von  Örtlichkoilen  in  Ägypten  und  der  eingehenden  Schilderungen 
r  p«r»Gnlichen  Verhältnisse  der  Kranken  und  ihivr  Krankheiten.  Dio 
sb&ter  Ton  Hippokrales  und  Oalenos,  die  Jlftera  erwähnt  werden,  kommen 
Urfngii  8clitecht  dabei  wog.  Da»  in  einigen  hinkten  hedenkliche 
tÜigenteben  der  Maria  Aegyptiaca,  einer  üfTentlichen  Sünderin  von 
bxandrien,  die  -iü  Jalire  in  8ireng>itor  BurirüC  in  Palätitina  lebte,  wird 
iphtvnio»  eiehon  von  .lohannes  von  Damu^^kos  zugu»chrieben  und  offen- 
äi  Miio  grosse  Lokalkenntnis  des  hl.  Landes.  Es  darf  daher  Sophronios 
dit  abgoapFM-hen  werden,  obgleich  en  in  vielen  Hsti  anonym  geht.  Dio 
che  Qewandlheit  de»  Sophronios  kommt   noch  mehr  zur  Geltung 

einen  llomilien.  Davon  sind  einige  Beden  uuf  Feste  des  Üerrn  und 
er  Heiligen  gednickt.  flistorischen  Wert  besitzt  besonders  die  Kede 
if  daa  Wfrihnacht*ifest  des*  Jahres  63-1.  Theologisch  die  wichtigste  iat 
ijinügo  auf  das  Verktindigungnfeät.  Andere  sind  noch  unediert.  Weitere 
che  Stacke  de«  titterariM-hen  Nachlas«»«  von  Sophronioa  sind  auf 

,  Echtheit  hin  noch  näher  zu  untersuchen.     Die  ünechUieit  der  frag- 
Mystagogie  ist  jüngst  von  N.  Krasnoseljcev  nachgewiesen 

!•  Aiagaben:  Dni  Synodnliwihmboi) ,  ilnn  in  it«n  grossen  Koniilicnanmmltingf'ii 
lät.  m  b«qnMniitMi  bei  MiKn».  I'alr.  gr.  BT.  3,  314«  32W.  —  Vau  'Eyma/tior  t/t  rWc 
fitrt  Irow  x«(  'ItBrnir  ed.  pr,  A.  Mm.  S[>icil<-(!.  HoTniui.  3  (Korn  1S40)  1-070;  abge- 
l«U  bat  Utga»  ■.  m.  0.  iHm—S&M.  A.  Mut  vi-rOflliMilUclite  uua  dtreolln-n  tis  (cod. 
'Ute  IW1)  noch  2  ander«  Iliograpluen  diuei-r  HeiliuiMi,  i!i?  sioh  mit  SutiLixiiiioa  nali«  be- 
MfM,  ■kar  wolil  mit  Dsratlit  von  A.  Mai  SojibrüuiuH  tMsIbst  xiigi!«chri«buii  werdeu.  Eine 
■MMfa»  ü«lMiM4sMn^  dw  firoBM'ii  Bingmubie  Teruietflllotcn  ItonifRCJue  ConBiliarius  and 
Vmämtm  i)iUioUi»e*riu«.  Im  12.  Jalirlinnilert  macht«  Pntmn  rnrtlicnoii^nsi«  »inon  Ans- 
V  tmna.  Noeb  and«!«  Bnoebiaehe  und  Iat4>ini8di«  Toit«  bomhon  auf  dorn  von  gnplironion. 
-  iW  UMniltCB  nacb  fritberai  Drucken  Ton  (irtlBDr,  A.  Mni.  A.  Bnllerini,  dnmnUir  mohrcro 
■flllliMiwh.  ^luuunmt'ngHMll  bei  Migni>  a.  0.0.  3217  -  33S1.  —  Uon  i^inrhiaclicn  Text 
bri  HmuiIx-'D  aa(  d*i  WoihoAchUfMl  und  diu  Darstellung  do«  Herrn  oil.  pr.  11.  Uxuncr, 
'  '  '  '«•  MBMnun  41  (Itlti6)  C00-6I8,  UniTorwUtaprugr.  von  Bonn  \sm  S.  H—lH  (mit 
■M  ni  ti«p]ir<»loa'  OrnexiUlt).  —  Di«  klewenn  iJlUvke  bot  Migu«  a.  a.  O. 
-7^  I96t--4013.     Das  hi<T  tulebt  mitgot«i1ti.>  Intiiiniache  BruclialUck  aas  oioar  als 


190  ByxiBtliiU«]i«  LIUMfttarfMeUeht«.    I.  PrMaiBch*  Litt«rfttar.  ^^U 

UBRcfat  lio(r*rhU<lnn  A)ko«t«Utgaad«  iteU  in  ä*m  PalimptMlncMlex  AÜtmm  S625  ald  B>>l«n| 
ScLrift  und  in  liLngoror  PWwuait  ■ntur  miwin  Kmewo.  -  Die  ÜMumtauigake,  die  A.  Mn 
wraiMUHwi  wolll«,  kam  nicM  *a  xtan<lo.  —  Du  l«bM  dar  Mari*  AMurptiaca,  vnlcM 
grlMbisoh  von  DaniMkcno«,  «rechi«n  ia  Athen  1S77.  —  Ueber  ■btatlUBiUBche  U«Mn 
MtnngMi  iliuwr  Vila  vgl.  11.  Knont,  G«*rhirhte  der  Lwcaden  itt  hL  Katharina  na 
Alexandrim  unil  der  Ul.  Maria  Aeurptiami,  UalU  1^90  &  1K-22&. 

2.  HitramitUh  Fabrictus,  BiU.  rt.  9.  162-169.  -  A.  Ifai.  fipioila^  Roma. 
S  8.  V~XX.  —  U  ae  8t.  Aignan.  Vi«  tl«  SL  Sopbron«.  patriareh«  i«  JeraMl*».  Orliaiu 
1884.  —  Ufber  die  WeHiudilande  vkI.  H.  Csener.  Boli^oMgWchicIitliclio  TnUr- 
■uobBngOD  I  (l)onn  1889)  826— )80.  —  U.  Oelz«r,  LMutioa'  tod  NsbimIm  Leb«  dm  U. 
Johanne«  des  Itannliencij^en  8.  US  120  nimmt  die  (rOhcve  Ansminanc  irr  Idpntitlt  dai 
Sophiolon  nnd  de»  l'atriardien  Soplironios  Eurilclc.  -  E.  PoporiC.  SophronM*,  Tatr. 
von  Janiaitlom  ul«  TbfoloE  nnd  Vorfamor  von  Predigt«ii  und  KirdiMgaalngeB,  1V«J; 
Ki«vnkr>j  diich.  ak.  18eft-tH>.  Vgl.  ß.  Z.  2  (1808)  848.  —  U.  Ua«nor,  AcU  H.  Am- 
atmii  I'eninn.  l'nivenilktMdhrift  von  Ronn  1894  8.  IV  f.  hat  eine  Krdc  aurd«n  Ukrtjttr 
A  naalflnio«,  din  biihor  üom  Dichtrr  fieorgioa  Piaidea  tagMehncboD  wurJu  und  unUr 
deamn  Namen  bei  Mign«.  I'alr  gr,  92,  1880—1739  gedrnckt  ist.  dorcli  inner*  nnd  Ia»«» 
Xriterion  a]a  ein  Werk  dif«  äotibionioa  f«elge«t«Ut.  Sie  bemht  uuF  il«ii  AkMn  des  Hirtjna 
(6  80  Anm.  8),  dis  aie  rbiMoriwli  nufputeL  —  Noch  N.  Kraenosaljcov,  OdcasaM- Jahrb.  4,f 
(1''04}  I7H— *2&7,  gubt  dii>  iincchta  Mytitu^ogie  nuf  di«  Sdirift  dea  Bieobofa  TheodoitM  ' 
Aiidida  (vgl.SQß  Anm.  4]  und  auf  eine  Rexension  der  bicli;«ut«t>jnj  tmofila,  die  * 
(lormanoa  von  Kpol  u.  a.  xDKoacbneben  wird,  als  auf  ihre  Quellen  surOrk.  Auf  die  Unli 
Buchung  folgt  «in  Alidmok  dea  Pseudo-Suphronios  mit  einer  rVMischen  CebersctxDiig  hk 
der  Text  der  Kyrilloa  von  Kpel  nKsacb riehen en  ftlteslen  nnd  reinstMi  Rodnktioti  d«r  1 
Khjatavrur^  faroafa.  Di«M  gab  Millea,  Oxford  1708,  xiieist  hernna.  —  No«h  nnodieit  i 
da«  hiiitori«cho  Rnkomion  dea  Johanne«  Zonaraa  anf  Sophionios.  Es  steht  x.  B.  in 
cod.Athoua  1848  *.  15. 

96.  Leontios  (yttofnoi),  Bischof  von  N'eapolU  auf  Cypem.  ge 
mil  .lohannoe  MohcIri^  und  Sophrouios  von  Jerusalem  xii  <)om  Freunde»-] 
kreiBe    <1«8    Er/bittciiors    von    Aloxandriun,    Johannas    de»    BaniihoriigM 
(BU— 610).     Seine  Lebenszeit  fällt  zwischen  5*JÜ— 668.     Er    hiiiterlifM . 
Kahlreiche  Schifften,   unter  denen   auf  der   7.  Synode   flokkä  «j-xw/jin  icalj 
nari.rtfixoi  iöyot  crwiLhnt  werden.    Seine  litterarische   Hauptbeden* 
tung  liegt  auf  dem  Gebiete  der  volkstümlichon  Hagiographie.     In  daa 
zw«)  «rhaltenen  LfbeiiHbildern  dvs  genannten  Erzbisehofes  und  des  ^it)eoil| 
SaloR  bewährt  er  sich  als  vortrefflicher  Volksschriftsteiler,  der  ,den  naiveii«i| 
kindlichen  Volkston    aufa  gtQcklichst«    zu   treffen  wusst«'   (Geizer).     Dil ' 
or^TO   besitzt   da/u   einen   xtreng   hiMonnfhen   (liarakter.     Leontios  b^' 
nutzt«  das  biographische  Kiikomioii.  Aas  Julianiie»  Mo^cliOä  und  Sophronk*! 
gemeinschaftiich  fiir  dio  g«hildtit«u  Kreise  verliest  hatt«n,  und  das  durdi 
Leontios'  Lebensbild  in  den  Volkskruison  ersetzt  werden  sollt«?.     Anssur-i 
dem  schCpfto  er  aua  den  Mitteilungen  .gläubiger  und  ft-ommcr  M&niwr'J 
aus  Johannes'   Umgebung  und   aus   seiner  eigenen    Erfahrung.      Dadl 
bekommt  dies«  Biographie  eine  hohe  Bedeutung  fOr  die  Kulturgcschich 
der  ausgehenden  griechischen  Herrschaft  in  Ägypt«n.     Geringer  ist  da 
kulturhistorische  Wert  der  Biographie  d««  schon  von  Euagrios,  Hist.  m 
4,33.  vm-ähnten  Symeon  Salos.  einer  joner  ,Narren  um  Chriati  willen^ 
die  einn  spezielle  Gattung  griecltiBclier  UOnehe  bilden.    Die  Sprache  ist 
beidon  Lobensbildern  ein  eigentümliche«  GemUch  von  Schrift-  und  Voffc 
«pracho,  wiidiiivh  Li,s>utio«  seiner  Erzählung  den  f^araktor  der  Popularitl 
nufiu-Sgen    w<.tllto.      Kino    dritt«    Biographie   d«e    Biscfaob  Spyridon  vg 
'l'riniithiiH.   d(>8S>i>u    tA>bt>n   tmi   dieseliK'   Zeit    von   Theodoros,    Bischof 
rapluw,  tUrgv^tt^Ut  wurde,   liegt  iu  der  CtH'rarbeitung   des  Synieou  Uet 


1  Tbeologie.    B.  Bagiograpbie.    (g  86) 


191 


ükraates  vor,  hat  sich  aber  vielleicht  unter  den  handscliriftliclicn  Vitac 
Beses  Bischofs  in  ihrer  ursprflngllchoii  Gestalt  erhalten. 

Leontios  vorfaÄst«  au8»or<lcm  ein»  Schrift  gegen  die  Juden  in 
i  BOcbem,  die  von  Jolianno»  von  DamaskoR  und  Eiithyntion  Zigabenoft 
VwUmt  wird  nnd  aus  der  ein  längerer  Abschnitt  auf  der  7.  Synode  vor- 
fimcn  vurd4>.  Sie  entstand  auf  die  Anregung  eine«  oloxandrinischo» 
ÜDodiv«  Kosmag  Scholaiftiko8  und  vrt^int  somit  auch  auf  den  iig)-pti selten 
Fnandeijkrvis  d«6  Leontios  hin.  Gedruckt  dud  endlich  unter  Leontio«' 
NaineD  zwei  geistliche  Reden,  die  aber  mit  einer  grßsaeren  Anzahl 
aediorter  t^ila  Leontios  von  Xeapoüs,  teiU  Leontio»  von  Kyxanz,  teil» 
«MBi  Leontios  von  Konstantinopel  resp.  von  Jerusalem  zuge^jdi rieben 
ward«D.  Der  vahru  Verfasser  dieser  Homiltvn  muss  erst  noch  festgestellt 
vtfden. 

1.  ABBcaben:  Di«  Tita  Sym«aiii8  Sali  ed.  in.  Act*  SS.  Jalü  I.  186— IGd;  ab- 
nInAt  b«  MiRne.  Pate.  kt.  fi:i,  IG^S— 1';48.  --  Den  grioohJscVn  Text  <1«r  iweiteii 
a»y»phi»  ad.  yr.  il.  Onltor,  I.«ontioii'  von  Neniiutia  LoWn  dm  Koiligon  .Tchannos  de« 
BirailMruicen.  hntUncItofii  von  Alaxnndricn,  SamltilunR  niisttowfthltflr  kirühnn-  nnd  dogmen- 
intbifktlklier  (jai-ll<>niichrifl<)ii  von  (i.  Krflgnr.  •*>.  Iloft  iFroiliurK  und  I^cipüg  IB9H) 
■il  Mau»  •orf;ÄltieFn  kiitinchcn  Appiimt,  inlialtinir.lirn  AnInI^rkung(^n  und  einem  oua- 
MfÜcbaM  W&rMrvcncirliDin.  Anhangiwfiso  folgt  nuf  don  'l'i^xt  nitio  l'robo  dar  Parn- 
fkamt  Jm  Laonlioatextta  aus  dum  cod.  tturolin.  fnl.  .'>T  und  dnn  von  Syrni^on  Motn- 
jfaalaa  Nkalteoe  BraebatDek  d«»  von  Jobannb«  MMcboH  tmd  dum  äo|)liiHtuu  äopliruuiuH 
■rwtamtn  LebMialnU««  daa  Joluuuica.  —  2  Frnr;nieuto  tm  den  5  BacbiTii  tiefen  di»  Judon 
W  Higne  a.  a.  0.  IltST— 1618.  Dm  sweit«  FroKineul  nur  lutemJHi-li:  ^Tiodiiscli  in  cndd. 
Tatinn.  717,  MO.  Valieas.  Ottobon.  860  n.  a.  Gin  drittoH  Frattmeut  in  cod.  Tanrin.  200 
»  14  fol.  29(— 396:  «ia  Tiwioa  in  cod.  Ambros-  C  257  a,  13  toi.  143.  —  Dio  2  Homilion 
UMjgae  a.  a.  0,  1!«»-  1»«7. 

f.  Hiirbinilt»]:  1).  Qnlxer.  Bio  griocliiBdier  VolkBHpliriftJrtolIcr  des  7.  .luhr- 
twilMla.  Bistar.  Z«it»clirift  N.  i\  2b  (ISflS)  1—88  nnd  die  Kinldtung  von  (iekors  Ansgnbo 
A  VII— XLV|.  Ifior  di^i  ItnachrRibung  dor  10  Usa,  niif  dcnr>n  der  Text  borulit,  nnd  di^r 
lUvaia  m\a*r  kSneioo  und  oinc^  llUig«rcD  ßMOiwion.  Di«  /.nhl  dor  liiu  dor  ViU  dun 
Monaa  tob  Alcximdri««  llbutt  «ich  tcicht  veTmi!lir(>n. 

8.  AndrrR  tfiilgonSaHrachL'  Hai:iui;rnphna:  1.  Ucbor  Arkndioa.  lliHahof  von 
laMtanlia  uf  Cyf«n  (am  630— S»),  d«n  Vctfiunct  dur  Vita  S^muunia  Stvlita»  If  Sfö),  vgl. 
in  AsBL  S.  —  In  den  codi).  CoitdiiL  I-IG  u.  ItO))  ati-lit  von  ihm  vin  Kiikoiuiun  auf  den 
U.  oäorg.  —  Vgl.  Bb«r  div  Vita«  des  Jubannvs  Kliinnx.  iv»  Maximoa  Homo- 
iagaU»,  d«*  Gregorioa  v.  Agri^ent  die  twlreffonden  i^, 

2.  Von  groaa«in  W«fl  ntr  di»  byiantiniscbo  Klo6l«rgesc1iii?lit'>  iat  das  Lcbon  des 
Qi*T|)oa,  Honobaa  tom  CboiJba  in  Paltstinn,  von  seinem  Sdifilor  Aiilonio».  VA.  pr. 
iMlMt  BoUanl.  7  (1888)  »6-144,  386  -8(9.  Kbcmda  »60— DTO  Miinc^uk  H,  Marino  Vitk- 
hCboiik«  von  dciuelben  Antaoioa.  Variant«n  tu  b#idon  T«xt(in  aua  cod.  Coinl.  303  in 
Im  kml  BaUand,  8  <l889t  209  f. 

S.  Grctforio"  beacbWib  diu  [.eben  aeinea  l,«hrpra  Tbeodoros  SykcoloH.  oitioa 
lMl>lilnii  Amimandritoa  i»  tialaiica  und  frQhdraii  liiaeliufi.>a  von  AnasUaiupülia  (5i)0~613f. 
Up.  Tba»pli.  Joaanii,  .Vrtifiiim  äyiol.  8.  Wl—iOh.  Einig«  Stullen  wurden  in  dii> 
Ul»  «Im-  7.8yna«Io  aufgenommen.  Vgl.  Manai.  Coucilia  1S,89-M.  —  Der  VerfaMer 
*Mtmfk  KlruKian  genannt.  '-  Em  Enkumion  auf  denMlbcn  Thcndoros  mit  dir  ErKAtilung 

I  ^  TnMlatwn  iKiner  K«lK|uicn  nauli  Kpul  run  Nikepborns.    Mi^nch  und  Skcunjiliylnx 

I  1»  lOulwniMilcireli«,  der  aucli  ein  Lebensbild  dea  Tlieopban«»  Confoiwor  rerfosale,  ist  «r- 
Uba  in  Md.  MoaMi.  8  BAec.  10  fol.  6&'-80. 

t.  Rme  Riogtapbie  dea  Bischofs  Spyrtdon  von  Trimitlina  nuf  Crporn  verlas  deren 
'iriawr.  Tbeodoros,   Bischof  von  Paphos.  am  aed^nktikHi^  dnt>  Hoiligon.    12.  t)ciruibi>r 

I  H  w  d«r  Kirrbe  von  Trimillms.     Einise  tVagment«  deracibon  cd.  pr.  II.  Usuner,  Jahrb. 

,  ljn*»tTbi«>l   13  (1R87)  222— SS2.     Si*  ist  gani;  orhalUn  in  den  codd.  Curi«.  H&l  fol. 

I  »-»T.  Vi>d«b.  hlslor.  2«  fol,  138'  -ler,  Sabbait  18  s.  10  fol.  80&-27  u.  a. 

I  L  Uaorgioa,   Palriarcli  von  Alnxandrivn  (t  630).  achrieb  eine  Diograplile  des  lil. 

UiHM  Oirnogloiaom,  dio  seringcn  Wert  besittt.    Kd.  pr.  H.  Savilius,  Opera  s.  Joati. 
OiTHaL  8.  t&7— SS&:  «b(;adrackt  bei  Migne.  Putr.  gr,  114.  104.'>-I210. 

t.  Van   Thafdoros,    llischof  von  Trimithua  auf  Cypera  uu)  6ä0.  beaitaon   nir 


192 


ByEiatinlBche  LittorfttnrgMchiebt«.    I.  PnMataebi  Uttoratur. 


•in*  Immot»  Biograpbie  iea  Jobaame»  CkrysostmuM.     Kd.  nr. 
.  .......        .      .      .     _  .^^  ^  ^j  y 


A.  Uai.   KoxM  Pati  Ulfl 
8  (I85S}  2.  26.W28tl:  «bgmlnickl  b«  Uignfl.  PMr.  gr.  47.  Li  -  LXXXVIll.  J 

7.  Um  dimsrib«  Z«it  *«raiwUll«Ii>  Jobanne*,  KnbMckof  von  TkoMoluiiikc  tiifl 
cnte  Suntniunf;  von  Waadfni  de«  fi;n>wt«n  und  v>olec]>tMiiMi«n  Stadtiwtroaen  DMneliioifl 
Kil.  Ada  SS.  Oetobr.  4.  I04~1ß0.     SDppietnMite   daxu    edd.    C.  B.  H&a«,   I'«an»  dum« 
bistorio.  l'iuiB  lfll9  S.  2äO— ä6S  ond  A.  Tongarü.  l>e  rbinUiro  profaoe  doua  Im  ActM 
groM   dca    ttolluii<lintci>.   I'nri«  IxTJ    S.  »0,  H2.    —    Vun   oinuin  -loyoe  ««pi  iij«  «oi/ii«Mfl 
**tot6xot;   dtn   nchoii  K|iipliuiiios  I'nwbvtct  JobuuiM  zUH<.'br»ibl,  h&bvb  C.  Tl§cbeR4orrJ 
und  M.  Bonnet  yn^mtat«  bpIuu■ß<^gc\lI•n.    Vgl.  Bibliutb.  Ha^ingr.  S.  &>.   Guu  obdlM 
in  oodd.  Pafüi.  GSS  nee.  12  ful.  21»-219.  IlT«  micc.  12  ful.  821—336.   —  Eina  Abbnd- 
Ituif  D«  ooiuMiuitia  ersD^liataruni  wird  Jubacnva  xiiKoaobriuben  i.  B.  in  cod.  Pom.  T!4 1, 
Ä74  fol.  831~rä&.  ~  Zwu  ander«  ifaiiiinlimufn  von  WiiTidortbal^n  dra  l>nKi«tria«>  «adnr 
»lehnet  in  i«t  Btbliolb.  bafto^.S.  3h.  —  Kuch  unedieit  int  lüe  di'n  Jobanna«  StaarakiM. 
Dinkdiios  niiij  Cliartimbylax   in  TlMOMtoniko.  deMan  l.nbpnflecit   noch   xa   bmrtinuneii  el 
tfin  int  in  mclin>rv'n  mm   vorhand^o.   x.  B.  in  md.  noill.  SflJ.  4ß  xanc.   12  fol.  95'  — 1U'. 
I)i>nisi<1bnn    Johannns  vird   auch   «ino  tljagrojihici   der   Nntiannllic-ili^i^n   von   TbiMMhiaik*, 
der  bl.  Thooilora,  migo^ignct,  i,  lt.  in  cinnr  lUdnr  NationiUliibtiuUipk  von  Florrni (IMbtf 
Camiildoli  1214  naoe.  I2j,  dio  Knkomirn  umurhlioMlicli  auS  wuibliciic  Heili^iMi  enthill. 

S.  Dum  T.  Jahrhundert  grhCrco  auch  dio  iwci  I'ubbiuds-  und  TriuiHluliotiBerdbian^M 

dc8  Mürlyn^T9  Anu^lanios  r^ria  (t  6'^SJ  nn.  dio  vun  vincni  MUDdi(>  des  AnaäUüJMkliMUn 

bei  JuriiBilpm  uninitti-lbur  nnuh  d«»)   Martyrium  (i'iSt  und  nitch  di?r  Traiislnlion  l63lj  rtt- 

faast  wurden,    Gd.  pr.  U.  Useucr,  Buuner  UuiversiUtaachrifl.  Bonn  18SI4  S,  1  —  14.    Ehrrnli 

S.   14  — SS  ein  Beridit  Über  ein  von  Antialasiiie  iu  Rom  gevrjrkt«»  Wunder  und  ltracl>liii:kc 

tnuir  DinfMareichcroD  Wundi-rearainlung.    Vgl.  D.  7..  4  (18,95)   1S6  (eine    Korrektur  »u 

Text«  des  Mut}'riun)8  von  C.  Wejrman).  —  Kine  lateiniecbe  UeberseUung  den  Bi-richlei 

tfbar  dnn  rOniinche  Wnnder  ist  in  einein   cod.   VallictlL   vgihanden.     Uaener,  a.  u  0. 

BTI-  VIII,  gibi  einig«  Probfm  davon.   —  Frogmaot«  ans  dor  Pnaninn  und  dar  Wundui- 

^ktnmtunK  «leben  nach  in  d<-n  Akten  der  7,  Sfnodo  bei  Manni,  Cnndtin  13,21-24. 

9.  Notiert  Koien  »iich  daa  Knkomion  auf  .\ntonioi;  At\a  Kiniiodler  and  oin  Wnads 
douelben  (in  eod.  Äthane  674  a.  14)  von  (leorgion,  Itiachof  rnn  Naxoe.  und  d«  Aal- 
■tuaioi,  Biiinhofa  von  Nihopolia.  Iliitoria  rnnini  in  IVraido  gostnmm  lin  cod.  i'nris,  VA* 
B.  11  Tot.  7  2ä'),  Ob  dio  bcidnn  iVutorrn  mit  gloidinanügon  l'oraAnt  ich  keilen  idenUMli 
und,  die  d«r  6.  Synode  (680)  boiwohutun,  stobt  dahin. 

87.  Epiphanios  ('Eni^dnof).  Die  Lobonftzeit  diese»  Fi-<>.sl>yters  und 
MOncheR  <li-M  Kloster»  itär  KuXXtat^äiiav  in  KonotanUnopel,  der  mit  Epi* 
phanioR  llagii)|iolites  vcrwocbsclt  wurde,  ist  noch  nicht  mit  Siolierheit 
bc»tiinint;  oJiiigo  Äiissuningcn  in  KC-ineiii  Lubcn  dos  hl.  Apo«tfls  Amirea« 
dcutvu  jodocli  an,  Anas  sie  in  dio  letzte  Zeit  des  ersten  Uilderstruilei 
um  78Ü  f3IU.  Diese  Lebennbescbreibung  und  eine  Dai'st«1luiig  dcf 
Lebon»  Mnriil  weisen  ihm  eine  eigenartige  Stellung  in  der  Ha^no* 
grftpbiv  zu:  Epiplmnio»  treibt  uiibowuestor  Weiue  eine  IWutlukritik,  wie 
sie  nicht  schlimmer  gedacht  worden  kann.  In  der  Einleitung  «ur  Viu 
S.  Andreae  beklagt  er  den  Mangel  pragmatiat-h-liistorischer  Biographion 
der  Apostel  und  berichtet  umatfindlich  Über  seine  Vorarbeiten;  er  link 
sich  nicht  mit  der  Benutzung  des  Clemens  von  Koro,  de.t  Buagrios  Sikul« 
und  Epiphanios  von  Cypcrn  begnügt,  sundern  den  ScliHupIatx  der  Tliiltij^ 
keit  des  hl.  Aodreaü  mit  dem  Mönche  Jakob  bereist  und  eich  v» 
Augenaeiigen  unterrichten  lassen  über  dio  OrÜicbkeiten,  wohin  er  nicfcl 
»olb«t  kam.  Dem  gegenüber  bietet  die  Vita  das  Bild  reinster  Kritiklosijj- 
keit.  Die  Uede,  welche  «r  Andreas  in  den  Mund  legt,  ist  eine  Miist«r> 
iMstung  von  Naivität  und  historischer  Vorständnislosigkoit.  Ähnlich  ver* 
bUt  es  »ch  mit  dem  Leben  Maria:  auch  hier  dio  Klage,  dass  eine  »(•''üf 
xai  n'itmoitünttg  geschriebene  Biographie  fehle.  Seine  Vorgänger.  -lakob  den 
Ilebrilor,  AplirodisianoB  den  Perser  (gemeint  ist  das  Ueligionsgespräch  am 
Hofe  der  Öaüwiniden,  s.  g  13  Anm.  '^),  Joblimie»,  den  Krübiscbof  VOD  Tb 


^^^^^  I.  Theologie.    E,  Hag;ii>gr»pliie.    (|5  87-86)  ^^153 

Mnike  und  Androiiä  von  Kreta,  behandelt  er  gcmgHchätzig.  Ale  ttotiio 
jaellun  Dvnnt  vr  £ust.-liio8  vou  Kfi^aroA  und  diu  übrigen  ^'<7^f  y«r<;,-  nii8 
ä«  Apokrj-pheDÜlUTatur  werdu  in-  our  tvmattt  xni  lii,iaia  xal  üh^ifi]  auf- 
nvlimen  und  die  Quelle  jedeema]  am  Rande  angob«».  TroUdom  ist  da« 
(«•tM'ritibilil  bistorirtdi  gfinzlich  unbrauchbar  und  gibt  mir  die  Erzühlungen 
dor  Apokrj-pboniittorätur  üIht  Leb«n  und  Toil  Mariü  wiudur.  Die  Namen  am 
Hände  «ind  verloren  gegangen;  im  Texte  »elbet  nennt  er  die  Apokryphen 
4er  ApoMtel  Jakob  und  Bariliolomäos.  Dionys  den  Pseudoareopagiten,  den 
fngüiclien  HippolytA«  TbebanoR,  Athana«ios  van  Alexandrien,  Leo  von  Rom 
Bwl  Andreas  von  Kreta:  eine  Zuäammenüitellung,  welche  bowetBt,  dass 
BpipbanioM  in  der  Auswahl  seiner  GewälirsniAnner  pnnziplos  vci-fuhr. 

1.  Aas)(*beD:  Diu  Lehen  MaiiU  ed.  or.  J.  A.  Miiignrelli,  Anoc^l.  littornrJa  3 
Aani  [7831  39-^.  Beide  Hi?i1  igen  leben  ea.  A.  Dres8el.  Kjiiplisnii  mouacbi  et  pro«' 
IjtMi  BcrifU  «dita  nt  in^il«,  rnrix  n.  Ui|<K>g  1^3  S.  13— S2;  abgndruikt  bei  Migno,  Palr. 
0.  190.  Ilv)  216.  Kbcodn  2'S— 28G  »in  Liboltus  de  religione  cliristinna  ex  Kutplianiu  u 
Mtonai  ■  Potro  da  Monte  triiductiM.  dio  Erzilhliing  einen  Vorgnngis  in  einer  litivliu  von 
Jawalasi.  die  vrokncboititidi  reo  Kpiphanioi,  dem  Verfasser  der  Besnbreibiins  des  lil. 
bada^  bercBltrl. 

2.  Uilfutnittvl:  Die  KioleJInne  dor  Ausgabo  von  A.  DresBel  ist  x.T.  unbrniirbbar. 
—  Di«  Angiibc  des  Klootem.  xu  d«in  ^iphaBJoa  gebCrte,  entiiHlt  die  Ueberschrift  meiner  Vitn 
4«  bL  Uati«  in  isid.  Vuttcon.  Ollobon.  ilh  saeo.  14— 1&  fol.  31*1.  Durnnch  ist  dio  IdeutiUt 
niKlwB  dl^Mm  F.]'ij>h>iiioB  and  dem  ^li-ie)uinnii|:en  ViTfantiur  oini-r  iteBcIireibung  des  li). 
'     "      mliallbar.  -  J.  Oiit>«ku,  U.Z.  4(181)5]  346-3Ü2.  bat  die«  aus  ifincm  VMgloiub 

itta  Lebwi  HtrÜ  und  dem  WiillfAlir^rbucb  mit  Ri^^ht  ifnoLloMcu.  Väi  dio 
BBg  d«a  MflBohM  EpipIuimoB  mit  dem  Bischöfe  Eiiipbauius  von  ätljmbrm  liegt 
Onuid  vor. 

Di«  Dialege  Greg«ra  des  Qrossen,  die  sich  Über  das  Wunderlebon  nnd  die 
halan  fromiMr  USaner  Italiens,  beeoiidere  des  bt.  Benedictus  von  Nunia.  vi>r- 
VBrdaa  ran  d«ni  Papste  Zaclisriae  (741— ä2)  ins  Griechische  Übersetzt  und  er' 
^^  tioh  M  d«n  lt7TMituie<m.  die  (.Iregor  mit  dern  Beinamrn  A  Mäloyot  schmOchteo, 
■riiMWB  UolioblhMt.  Bei  Mign«,  l'ntr.  Ist.  77.  149-4:10,  i!t«>ht  dieao  Üebersetiuni« 
'  Im  lal*iaiaiJi*ii  TaxI  g^geonbcr.  Di*  Das  derselben  sind  Hobr  uhlroicb  ilnd  daiuiitcr 
fafadro  töA  Mbr  alt«,  win  dio  codd.  Hoeean.  (vgl.  P.  Hntiffol.  Mi'dungra  d'Aroh^ologie 
«I  d1»t«iR  a  (ItiSS)  297-30»J.  Vindob.  thoul.  Itf».  Athouti  S12U  u.  a. 

88.  Die  BlUteperiode  der  Hagiographie  vom  8.-11.  Jahrhundert 

Weidincn  zunfichM  die  Biographien  von  Märtyrern  des  Bildfrliultes, 

vte  da»  hl.  tiregorioe  Sptthnrio?»  mit  12  Qenositen  (t  730),  des  hl.  Andreas 

ttgfitti  {t  7*>7),  de«  W.  Paulo»  des  Jüngeren  (f  771),  dea  hl.  Stephanoa 

vm  Berge  des  hl.  Auxentios  bei  Xikoroedien  (f  7(17).    Die  Biographie  des 

T'-n,    der  den   Ehrennamen   ö   i-*'oc   nQmtoftngri'f  erhielt,    wurde   von 

'  -;:UiinoK.    Diakenoii  an  der  Hagia  Sophia  in  Konstantinopcl.  im  Jahre 

iOSvntiwt  auf  Orund  Stierer  Berichte.    Das  Haschen  nach  rhetorischem 

I  Bllkt  and  die  b£u6gen  Worl-^ptele  voriinzi<.Tcn  die  tinirai)grei(-he  Lcbens- 

Wtkraibung;    di«   ausführliche   Erzählung   dea   Bildcrstrtitt-s   unter   Kon- 

tfiatinos  Kopronymoa  gibt  ihr  aber  hiatorischen  Wert.  Eine  Iteihe  anderer 

hwÖBlichkeiteu  ans  dem   8.  und  9.  Jahrhundert,    der  Ohronütt  Thco- 

rkaaes  CoofeSBor  (f  817),  Oregurio^  Dekapolitcs  (f  um  817).  Jo- 

kiineii,  Bischof  von  Ootlhia.  Niketau,  Hegumenos  dea  Klosters  Mcdikion 

'  i>  Bitlijntieo  (t  824),  die  Brüder  Theodoros  und  Thoophanes,  Mi^nche 

I  im  StbbuUofltera  in  Palaestina,  die  von  ihrer  Stigmatiflierung  den  Bei- 

MMB  r^niM'erlüelten.  Stephanes,  Bischof  von  Suroxia.  Michael  Syn- 

kilw  von  Jeniüaleni,  Theodoros,  der  berühmte  Abt  des  Klosters  Studion, 

dw  UMft  Umi^annmt rnalitn.  IX.    I.  AUI|.    X  Aufl.  13 


194 


B^tutUalMbe  Litt«rBtnrgMoUelit«.    t  Proi«it«be  Iiitt«ratiir. 


Euthymios,  Erzbischof  von  Sardee,  JohÄimoB.  Vcn-stclier  des  Mariei 
kloBtera  Toi-  Hhxä,  Jakob  der  jQngere  (f  um  824),  Miuliael,  Krzbisclii 
vou  S>'nnada  in  Phry^en  (t  um  820).  die  Patriartlien  voa  KoiUftontino: 
Gerniniio8(t  733),  Tarasio»  {f  806).  Xikoplioros  (f  828),  Methodio. 
(t  848),  dio  Kaisorin  Theodora,  der  Uymnograph  Josephos  (f  888)| 
verdanken  die  Fixierung  ihrer  Lebensgcechicht«  in  orster  Linie  ib: 
Auftreten  im  Bilderstreite.  Dipse  Biographien,  von  duni-w  fcinigo 
imedittri  simK  verlouguon  Allerdings  den  panegj-risthen  CharakU-r 
hyzantinitscho»  Uagiogrnphio  idcht:  üo  bo!iite«n  aber  dennoch,  weil  m< 
von  Zuitgonosson  gifgehriobun,  »iiimi  grossen  hisloriMchon  Wert. 

Einige  nt-ue  Mürtyrerakten  »Tirden  veranlasst  durch  den  M&rt; 
tod  der  60  Märtyrer  von  Jerusalem  (um  724),  der  20  Mönrh«  de«  S«b1 
klosters  in  i'a1ao»tinA,  die  787  von  Araberhorden  überfallen  wurden, 
■12  Märtyrer,  Theodoros  I*roto»(pathai'io8  und  Genossen,  in  Syrien  um 
Jahr  841.  Das  Hnnptintcroseu  wandte  sich  abor  mehr  und  mehr  di 
hervorragenden  MönthsgoBtulten  zu,  deren  Lehcnsbeschreibungi 
autiserorduiitlieh  wHchtige  Quellen  filr  die  byzantinische  Monasteriologii 
Kirchen-  und  KulturgpHchicht«  bilden,  I>ie.se  Heiligenifigenden  vertoi 
sich  auf  horvorragendü  Klüster  in  KoustantJnopcl.  Palaoi<tina,  Kleinaai 
nuf  dem  Berge  Athos,  in  Sizilien  und  Kalabricn  und  lassen  sich 
jetzigen  Stand  der  Forschung  in  filnf  Gruppen  bringen. 

Zur  konstantinopolitanischcn  Gruppe  gehSren  ausser  vielen 
grnphien  aus  den  BitderRtreiligkeiten  dio  Lebensbilder  des  Flaton,  H 
incnoe  de»  änkkudionkloitter^.  von  Thoodoros  Studitu»  {»i.  g  61),  de«  Nik 
1ho8  Sludites   (868)   von  vinvm  zettgenfis&iHchen  Mönchu  do»   Kloei 
Studion  (i*.  §  tu  Anni,  5),   des  jUngeren  Hilarion   (t  84.')).  der  Kli 
vorstellen  Irene  aua  dem  11. -10.  .lahrhundei-t.,  des  Andreas  Salos  ti 
Nikephnros,    IVnsbyter    der  Sophienkirche    um    die    Mitt«  des    10.  J 
hundert.*«,    des   Anachoretcn    Basilios  (f  um  952)  von   seinem   SchSl 
Gregorio». 

Palaestina  ist  bi»  jetzt  nur  vertreten  durch  die   Bio^ip-aphie 
Stephanos  Thaumatiirgos  aus  dorn  Sabhaskloster  von  einem  Miincho  Leon! 
zu  Büginn  duK  9.  Jahrhundtirt'S,  und  diitjtiuigo  de»  Johauuos  von  Dam. 
welche  der  Patriarch  von  JeruHalem  Johannes  um  969  vorfasste, 

In  Kleinasien  bildeten  um  dieselbe  Zeit  die  Berge  Latros 
Latnios  am  Maeander  und  Olympos  in  Bitliyiiien  zwei  gross«  Zen 
asketischen  Lebemt.  Von  einem  Müncfac  doe  erstercn  Berges,  Paulos  i 
■lungeren  (um  ll46),  liegt  eine  Biographie  vor,  dio  von  einem  etwas  jQn, 
Zeitgenossen  und  Mitbruder  um  das  .lahr  S69  verfasat  wurde  und  ein 
interessanten  Einblick  in  das  M»nchsleben  des  10.  Jahrhunderts  gewähl 
Die  Biogi-aphie  eines  zweiten  MOnchee  vom  Latrosberg.  Nikephoroa. 
früher  Bischof  von  Milet  war.  wiirdo  bald  nach  dessen  Tode  verfABst. 
aber  nui-  unvolkÜLndig  erhalten.  Von  den  übrigen  Latrosmönchen, 
Abraham,  Arsenios,  Demetrios.  Athanasios,  t'aehomios.  sind  noch  k< 
Lebensbeschreibungen  aufgefunden  worden.  Dieselbe  Bedeutung  wie 
vorhin  genannten  besitzen  lUr  den  Olympos  dio  zwei  Biographien  dos 
Johannikios,  eines  Zeitgenossen  des  Tlieodoros  Studitos,  von  den  Münc 


1.  Tbeologle.    E.  Htgiograpbie.    fg  R8) 


19S 


et  ro  e    und  S  a  b  &  s.       Andere    Biographien    von   MQnchen    am    Borg« 
Ajmpofl,  wie  die  Konstaitlino«  äen  Juden,  Antonio«  des  Jüngeren,  de« 

Fa  Ton  Atros,  sind  noch  nnediei-t. 
Vom  Berge  Olympos  filhrt  nns  dio  Biographie  des  Euthymios  auf 
Aihos.  zu  dt"ti?on  ürsU^n  B(.'wohm?rn  difspr  gohBrf«.  Kr  kam  vom 
llynpos  und  erbaut«  im  Jahre  Ht)!l  ein  Kloster  auf  dum  Borge  hinter 
lieMuttonike.  Die  von  seinem  Schßlcr  Ba^tilio»  goschriobcno  Biographie 
Agar  in  Bnichatilcken  gcdnickt.  Nodi  byduutsamer  war  ahor  das  Wirken 
bAthanaHios  (Ende  dos  JO.  Jahrhunderta)  fJlr  die  Eiit«'ick<>lung  ripr 
ilgioritiscben  H&nohsgemeiode.  Darüber  berichtet  die  Biographie  des 
iUaaBsios,  die  ein  gleichnamiger  Haginrite  unter  dem  Nachfolger  des 
tttuutBtos.  dem  Hegumcno»  En^tratio»,  vcrfasstc.  An  weiteren  HeÜigen- 
iken  i«t  der  Berg  Athos,  wenigstens  nach  dun  bisherigen  Drucken,  aiif- 
iDeod  arm.  Mehrere  etiheinen  aber  noch  unediert  zu  sein,  wie  7..  B.  die 
liographien  der  AthosmOnche  Dionysios  und  Johannes  KnkuKelts. 
■  Sizilien  war  schon  seit  dem  Beginn  des  7.  Jahrhimdei-tä  in  das 
PntiniKchc  Kulturleben  hineingezogen  worden  infolge  der  massenhaften 
Snvinderangen  von  Grieclten,  die  vor  dem  siegreichen  Halbmond  nach 
Im  AWndlande  flohen.  Als  Kizilien  selbst  am  Anfang  dos  9,  Jahrhunderts 
w  den  Arabern  ('robert  wurde,  da  wanderten  die  Griechen  und  unter 
liaea  viele  Ba^iliauennßneho  nach  Kalabrien.  Diese  wurden  die  Träger 
•r  Kultur  Knlabriens  im  10.  und  II.  Jahrhundert,  und  dieser  Umstand 
[kibt  den  griechischen  MHnchsbiographien  aus  Kalabrien  einen 
eren  Wert.  Die  «lt«8t«  derselben  ist  die  des  Elias  des  Jüngeren 
i^).  Welche  dessen  Auswanderung  aus  Sizilien  und  Ansiedelung  in 
[llabrien  umständlich  erzSJtIt.  Auf  Elias  den  Jüngeren  folgte  Elias 
Ifvlaeotoe  (t  um  9ß(i),  der  sich  in  der  XBhe  von  Iteggio  festsetzte, 
id  »ine  Zeitgenossen  Lukas  von  Oorleone.  Lukas  von  Armonto, 
^itahH  Von  Kapolla  (f  994).  Jeder  von  ihnen  erhielt  seine  Biographie, 
nril  neben  wortvollem  historischen  Material  auch  jene  wunderbaren  Er- 
jnjwe  einen  weiten  Platz  einnehmen,  die  ihnen  einen  eigenartigen  Reiz 
Hihea.  Z»  ihnen  gehört,  auch  das  Lebensbild  Habas  des  JUngercn, 
Fnerst  in  Sizilien  Aht  des  Klosters  des  hl.  Philippos  von  Argj-ra  war, 
w  die  genannten  Mönche  nuch  Kalabrien  floh  und  990  in  dem  Kloster 
Im  U.  CoMarias  in  Itom  starb,  sowie  dasjenige  seines  Vaters  Christo- 
nfcoros  und  «eines  Bruders  Makarios.  Beide  «ind  verfasst  von  ihrem  kala- 
iriKben  Mitbnider  Orestes,  der  später  l'ntriarch  von  Jerusalem  wurde 
\  1013).  Eine  zweit«>  kultiviertere  Generation  beginnt  mit  Fantinos 
of  dem  Merkurherg,  dessen  Loben  van  Petros  .fvnxög  aus  Tauriano 
IMctirii'lien  wurde,  aber  noch  unediert  ist.  Ihr  bedeutendster  Vertreter 
kt  Silos  von  Rossano,  der  GrUnder  von  Grottaferrata  (t  UIO.I),  dessen 
itwiliiinchrcibung  fllr  die  zeitgeni>e.sischc  Kirchen-  und  Kulturgeschichte 
iäkaß  and  für  die  Charakteristik  Ottos  III  Wort  besitzt.  Ihr  Vcrfas-sor 
«•  wahrscheinlich  der  hl.  Bartholomaeoa,  Nilos'  dritter  Nachfolger 
f  lOCÜ).  IHeser  fand  seinen  Biographen  in  Lukas,  dem  7.  Abte  von 
Ifottafürrat»  {um  1085).  In  Kalabrien  setzte  sich  die  hagiographischo 
eit  noch   bis  ins   12.  Jahrhundert   fort:    /«uge   dessen    sind   die 

13* 


ä 


196 


Byiuitiniaelis  IdU«rftt<u:g«achieht«.    I.  PraB«i»cb»  Uttontnr. 


Lebennbililer  der  kalabrischen  Mi>&c1ic  l'hitaretos  (t  1070)  von  seinem  Zvibl 
geiicsscn  NtIo.s,  ikvt  Jotifttines  Tlicmtus  (f  um  112U)  und  des  Grüud« 
du8  Ptttirkloätcrs,  BjirtltolomiuioB  (f  1130);  k-tzti]>rvit  wurde  etwa  um  lisd 
verftuisL  I 

Ausser  diesen  Gruppen  gibt  es  noch  manche  erwähnenswerte  U^ncM 
und  Nonnonbiogrnphien  au8  derselben  Zeit,  wie  die  BiographieD  iltl| 
Miiticliei-i  Dnviil  von  Tlics^nloulke  aus  dem  Anfang  de»  8.  Jahrhunilurti, 
der  KlosturvorstchuHn  Athanasia  auf  ävr  Inuot  Acgina  aus  dorn  ü.  J&ll^ 
hundert,  der  Tbooktitit«  von  Le^bos,  vorfaSMt  von  Niketas  Mt- 
giflter  am  Anfang  des  10.  .lahrhunderta.  der  lil.  Theodora  von  Tliessa- 
lonike  aus  d<-i'sclben  Zeit.  In  der  zweiten  Hälfte  desselben  .Iahrhtiiidert> 
wurde  die  Legende  Lukas  desJOngcren,  eines  Tliaumaturgen  in 
Attika,  vcrfariät,  die  an  Notizen  iiKÜviduuller  Natur  reich  it>t  und  lit^l')- 
ristlu'fi  Matfrial  zu  den  Boxiobungeo  zwischen  Byzantinern  und  Bulgaren 
enthält.  Dem  Anfang  des  11.  Jahrhunderts  mag  die  Biographie  der  hl. 
Paraskene,  der  Schwester  des  Bischofcs  Euthymios  von  Madytä  (t  iw.98S 
und  99ß)  angdiüren.  Nicht  zcitgonösHiiich  und  daher  von  geringerem  hUW 
rischc-n  Wert  ist  daa  Leben  dos  Germanos,  der  gegen  Ende  dos  9,  Ja 
hunderts  das  Kloster  Kosinitzes  gründet«.  Michael  Maleinos,  Heg 
des  Kyminasberges,  der  Lehrmeister  des  Athanasios  vom  Athos,  fand 
einen  Biographen,  der  viele  goiKchichthche  P^rdgiUM^e  aufnahm.  Nicht 
erwähnt  darf  Christodulos  bleiben,  der  Gründer  des  Johannesklos 
auf  der  Insel  Patmos  (1079),  dessen  Leben  von  Johannes,  dem  Uetro- 
politen  von  Rhodos,  geschrieben  wurde,  und  der  noch  mehrere  andere  hä^o- 
graphische  Schriften  veranlasste.  Paulos,  Bischof  von  Monembusia  zu 
Beginn  de«  10.  Jahrhundert«,  der  Bruder  des  Bischöfe  Petros  von  Argos, 
hinterliosH  cinc-n  kurzen  Bericht  über  einige  kleinasiatieche  Einsiedlerinm^n 
und  Ober  Martha,  die  Vorsteherin  eines  Marienklosters  in  seiner  Bischul* 
Stadt.  Zur  .Münchi^welt  des  10.  Jahrhunderts  gehört  auch  Nikon  Meta- 
noites  (t  um  Ö9Si),  der  im  Pelopormos  und  auf  der  Insol  Kreta  wirkt 
Seine  Biographie  ist  im  Urtext  noch  unediert 

Weit  geringer  ist  die  Anzahl  von  Biographien  einzelner  Biachflft 
die  vom  8.  — 10.  Jalirhundert  verfa.s8t  wurden:  offenbar  standen  sie 
Popularität  hinter  den  Verbcteni  des  Mönchslebeiui  weit  zurQck.  Au 
den  oben  genannten  Bischöfen  und  Patriarchen  aus  dem  BUdersti-oit«  wo 
zu  nennen:  Leon  Thaumaturgos,  Bischof  von  Katania  (f  um  7S(| 
dessen  Leben  von  Leon  Kenturipinos  dargestellt  wurde,  Theodoros,  Btseh 
von  Edessa,  dem  Bosilios.  Bischof  von  Emcsa,  sein  Neffe,  eine  BiogrnpH« 
widmete  (s.  g  62),  die  Patriarchen  von  Konstantinopel  Ignatios  (+  877) 
und  Antonios  Kauleas  (S93— 95),  als  deren  Biographen  Nikotas  David 
{».  §  75)  und  Nikephoros  Philosophos  zu  nennen  sind.  Dazu  koininea 
die  Lebensbilder  der  Bischüfe  Georgios  von  Amastris  in  Paphlagonien, 
Clemens  von  Bulgarion  (f  916),  Athanasios  von  Hothono.  LetxteroB  hat 
Petros,  Bischof  von  Argos,  zum  Verfasser  (+  nach  920).  der  seihet  wieder 
einen  Biographen  in  einem  seiner  Nachfolger  fand  {s.  g  7-1  Anm.  3).  Weun 
auch  diese  Lebensbilder  vielfach  kulturhistorisch  nicht  so  wertvoll  sind 
wie  die  Möaclisbiographien,  so  kommt  doch  manchen  (Ur  die  Staats-  und 


A 


I  onv^Diiwi 


"  Die  VHi^^^^^^HBiTiRn^AlUMBMt  KlJun  in  Kpol,  «<l.  AniJocte 
Puia  ISS8  S.W^KOfmgBmU  IM  Hl^h*.  Palr.  gr.  100.  106ä-ll.'<6.  — 
Chrattisten  Tbco|>hiinca  gibt  e«  4  Biogrnphiciii  eine  ononym«  od.  de  Boor, 
^dironocnfbU  2  (l.e^poii$  18S5)  3—12,  eino  iweil«  von  NikophorM.  Sk«Uo- 
BladienMiikir«li«  in  KpeJ,  od.  d»  tioor  o.  o.  0.  S.  13— :2T.  Dio  dritte  von 
ot/owtkntii»  in  codd.  Uonoo.  3  mmo.  10  n.  Bunil.  F  V  29  s.  H.  oJ.  K.  Kram- 
i  Bttnogilier.  bflj-er.  Ak.  1896  («rini  donuiO«!»!  «nchi^inon  I.  Uober  die  vtort«  (too 
■)  TgL  fi  74  n.  8.  ~  Die  ViU  d«a  NiketuH,  HaguniLMiuH  vuii  Mvdikiaa,  VM^UBt 
iScbOlerThteateriktoB.  ed.  Acta  SS.  April.  I.  Apiieodik  XS— XXXII.  —  Kin« 
Vita  diasM  NikttM,  verfMBt  von  Johannes  HMgioolites.  ed.  Tryiihon  K  Ka- 
l«a.  Ol  fioi  ruf  ay{ai¥,  Athen  IS9b  S  288—313  aus  dem  cod.  Munao.  3  aacc  10 
'65',  dor  domMlbrn  VarftMor  nach  ein«  Vita  BmjIÜ  pr«sbyt«ri  Ancyran.  »schreibt, 
-3S*.  Efii«dritt9  VitBdMNikctaHiiti>ht  in  dem  cod.  Dnixell.  gr.  108.  Es  irnrdea  ibm 
kraBMgrspbiMgamdmct.  —  Die  VitAdm  Joliannea,  RtHchofa  vonÖotthU,  od.  Acta 
i  5. 190— IM.  atammt  von  «Intrm  Zeitgenossen,  —  Die  Vita  des  Stephanoa.  Rincbora 
in  der  Krim.  ed.  V.  VHailiovskij.  TcUrsburg  18D3.  Vgl.  Anal,  llollnnd.  13 
Ifil  und  B.  Z.  2  (1893)  346;  4  I1RÜ&)  211.  -  Mehrere  biograpliiscbe  T^ito  Ubor 
iTbeodora  vrrzvichnet  die  Bibliotb.  hngiogr.  grnoca  S.  126.  -  Die  Vita  JoKcphi 
trapbi  von  Johaanea  Diukonos  cd.  AeU  SS,  April.  1.  Appeud.  XXXIV— XLI; 
DU  M  Hiin*,  PWr.  K.  103,  940—976.  Jolinnm-n  erwillmt  tinf  vun  uinem  Theo- 
Hhilnigliiiliitrilii  nii  Vita,  derun  LDcken  er  auHfUtlen  wolle.  —  Eiuum  JofannneH 
^jier  vi«]lei«lit  mit  dem  Biographen  Juacplia  idenliauh  ist.  aolmibt  ood.  Paria. 

saec,  13  fol.  3A&*— ti8  eiu  Opiuiculiiiii  contra  eoB,  qiii  de  culta  eancUirum 

■D.  —  Das  I;oben  dea  Johannes  Paiuhaite«  steht  in  den  codd,  Modbo.  860  a. 

{14-224.  Bodl.  Bnr«cc.  S40  a.  12.  Vgl,  Ober  diesen  Heiligen  Acta  S8.  MaÜ  C.  100. 

koniott  im  Wiaebm  Thvophanes  Annstnsiot«s  auf  Jnkob  den  Jüngeren 

Mut.  3,  S&7-i9)  bietet   der   cod.    Athoua  3294  a.  17.   —    Die  Uiograpbie 

ijmioa.  EraÜaebofM  von  8Ardes.  v^irfa^t  von  irin^m  MSnohe  Mctronhanes,  steht 

[c>h1-  Budl    Ijwd.  69  a.   11  lunvolldtHndig).  Die  Vita    des  blrzbiachofs  Michael 

■kada  steht  in  dem  <xid.  AtliuUB  IlM  s.   19  (Kopie  ciaor  alten  lls). 

L  Mlrtyreraktnn:  IHa  Akten  der  60  Märtyrer  von  JeruBolom   od.   A.  Pnpado- 

■•ramena,  Pravtsl.  I'al.  Sbomik  S4  (Petersburg   lttli'2)    1  — T  Uub  dom  nod.  Cojal. 

hl.  B.  Z^  2  11893)  316  f.    -    Aus  dersclbeu   Hti  Htnmint  der  Berichl   des  Slcpbuiiua 

M   iUtijm   des  SabbaskluBlent   nus   dem   Jahie  ISl.     Ed.   Acta  SS.    Mart.  3, 

S.  3—14   (d«r  Anfang  fühlt).    --   Die  Acten   der  4S   Märtyrer  in   Syrien  von 

.  tinmn  ZMigciMaeon.  r^.  Acta  SS.  Mart.  I.  987-903 

L  MSocbsbiographien:   A.   Au«  Renstantinopel;  Die  lÜDfirnphic  der  Kloator- 

"    Irene  ed.  AcU  SS.  Julii  6.  602-684,  -  Die  Vit«  Andr^rBo  Sali  von  Nike- 

PtM^i«r  der  Hagii  S^bifl.  ed,   Ada  S8.  Mai  6,  Append.  S.  4     lll:  ubgodruckt 

■a,  Patr.  gr.  II],  «2&~8it8.  —  Den  Text  der  Kap.  2>'i  u.  2ß  orgAnxtc  A.  Vuaai- 

Mod.  graeoo-byxaaliiiB.  I  (HoRkna  I89B)  SO— £3.     Sie  «nllilüt  viele  wunderbare 


198 


BrKaiitiiuscbe  LiUerBturgeacliicht«.    I.  Ftoaüaeh*  IiU«rfttiir. 


U.  AuH  rnlAitina:  Vio  Vit»  Sloptinni  Tliuuiuiklart;i  von  lUtn  M&ndie LmnMm 
od.  AcU  SS^   Juti    3,  531-613  aus  dum  coO.   Oisl.  Ü03  (Anfang   felitt).     Sie  tat  tÜi 
wertvoUo  t'rkuado  f&r  dia  ä«sohklit«  ■]«>  SnlibBskleatM«  iumI  di«  Konalaia  dar  Ztutlidt 
d«a  hl.  Lande«. 

C.  Aus  K]«tnR!iien:  Dia  Vitn  Pauli  juniuiia  ia  mont«  LaUoad.  <U.  D«leba;»>, 
AnoL  ßoUand.  11  (1892)  19-74.  I3Ö~lB3;  auch  »epAntt.  Vgl.  B.  Z.  I  (189Ä)  6W.  - 
EVagnienlo  doreelben  hatte  Vasiljevakij  ia  b.  Scbrift  Über  Symeoa  UtUifbsuitt^  Prtin- 
bUTg  1880.  publiüert.  —  V«!.  U-  Deleh*^«.  La  vi*  de  St.  Paul  !•  jwM  «t  1»  GlinMl*fM 
de  M^tai>liraf<l«.  Reviie  dea  iineBliwia  historiqnea,  Noarelle  itfrie  10  (1898)  49  -f^S.  — 
Diplome  tut  (io^cbiobt«  dea  PaulMkloetora  nof  dem  Bwko  Latroa  R*b«B  HikloRJrha. 
Malier.  AcU  et  Oinlomat«  graccA  medii  aevi  4lWipn  IKTt)  290-329.  —  Dm  DioKnpUt 
ilcB  MCncbe«  Ntkepboroa  od.  pr,  <H.  Dalebnye>.  Aiuil.  BalUnd.  U  (189&)  130-tH 
—  Die  Kograpliicii  dea  Johnnnikioii  vod  don  MOnrlirn  I'etroM  uitd  Sobaa  od.  Taadci 
Qbej'll,  Aet«  SS.  Nnvembr.  2  (BrUiuel  lß9(l  1,  311-435  mit  Rinloilimg  und  wortTOlkl 
Angaben  über  die  KlOstcr  und  unodinrt«  Itio^ppbian  underoi  UOnah«  du  Öljrnpta.  — ^ 
Sabal  hat  au«h  dus  Loben  des  MOncbea  l'Dtroa  von  Atroa  am  FuB»e  den  Olympos  (*  ' 
Aet«  SS.  D.  «.  0.  32&  f..  371)  verfuanl.  da«  oouh  nicht  aufgelauebl  iot.  VIelleiebt  iM 
Subua.  der  Vertasacr  der  Biograpbie  eine«  Arohimandrit«»  Makarioa  («od.  Paiia.  &4tl 
11  ful.  ISä-lU")  mit  dem  graaDnleii  Sabas  id«Dtiach. 

D.  Vom  Bereu   Atbea:    Di«  Vitu  EuthymÜ   von  Baailio«  in  BruchiitllclEeB 
Sopbr.  Kalligas,  'ÄSurlat.  1863  8.  22  IT.  —  Die  Biotcranbie  d««  Atbanaaroa.  AmSÜC 
der  Lama  anf  dem  Albes,  ed.  pr.  J.  Pomialovsbij,    P«it«n>bar9  1805  (aas    ud.  1' 
S^nod.  Nr.  898  nach  d«<r  ZnhlnnK  Vladimira).  VkI.  Anal.  IloU.  14(1895)213.  EiMvn. 
grioobieche  Bearbeitung  bei  Attapios  Landen,  KnXiuiinpn'^  VatudipliSl  S.  Qfia  B.    Vg 
weh  cod.  Coial.  2SS  a.  1301,  Honlfaacon,  ßibl.  Coi»l.  S.  274.  —  ffin*  Omtio  in  S.  Pioln 
in  cod.  Tnurin.  SiO  Bcb^int  AthaniutiiM  xu  gehOron.    VgL  i  hä  Anm.  6.  —  Alex.  K.  L»D' 
riotoa,  ilayioi  'jyioftitai,  Knit.  '.IX^^.  13  (1883)  £29  B.  verbreitet  aicb  boaoDdem  Aber  <üd 

fidebrto  Itildung  dce  Athanasio».  —  Fragment«  von  EraJLbluu^en  aus  der  KoiUiHMBHit  ti 
h.  Meirer,  Dio  Iliuipturkuiidco  fSr  die  Geacbichte  d«  Atboeklatiltr,  Lejpug  1884  $.  iU 
bis  IM.  Kingnngs  dorai-lben  werden  IJaXloi  twV  äyiur  tiHtt(ia»'  und  mMMOndwe  «ii 
Leontio«  ul»  Uost'Jiichläcbroib(>r  d«?s  Eloslet«  genannt.  -  Noch  uoediert  iat  Aau  Leben  d« 
AUiQinnOiicheB  .lohanucs  Eukuzviie,  Davon  gab  P.  Svrku.  Jeuni.  Min.  Bd  282  (18SS) 
130—141  den  Anftintc  iu  riiMLocIier  Ueberaeteung.  Vgl.  B.  Z.  1,  689.  —  Sitie  BiegniUi 
des  Dionyaius.  da»  Ürilndera  dea  gleichnamigen  Kleelers  auf  dem  Athos,  erwUul  Dritese. 
B.  Z.  2  (189S|  92. 

E.  Alle  Kalabrien:  Die  Vita  Kliae  junieris  nur  latoiniMib  in  Act*  SS.  Ang^. 
»,4S9-S0Ö.  —  DieVitaElinn  SpeUeotiii  ed.  .Acta  S.S.  Soptembr.  S,  848— 887.  Vgldm 
1j.  Minnsi,  I^o  ^poleeln  ovrero  S.  Klia  di  Koggio  di  Colnbria,  raonaoo  boxUiane  nil 
9.  e  10.  Bocolo,  Nonpe]  1K03.  Vgl.  B.  Z.  3  (1^94)  IUI.  —  Dio  iliograpliieo  de«  Lukas 
von  Corleonc  und  den  Lukas  von  Armento  nur  latoin.  in  .Aot«  tiä.  Uart.  1,9^-liM 
U.  Oetobr.  G.  832  IT.  -  Die  Vit«  Vitalis  Siculi  ebonralU  nur  lat.  in  Act«  8^.  Mnrt  S. 
20—34.  —  Die  Viln  Sabau  junieris  von  Orestea  ed.  J.  Coiia-Luii,  Sludl  e  douunituti 
di  atorio  u  diritto  12  (1891)  83-56,  135- IG8.  312- 82ä  Die  Tt-ktaasgab«  iat  acbleclit. 
Vgt.  D.  Z.  1  (1892)  685.  VaHsnten  daiu  ans  cod.  Bmxell.  8329  in  den  Anal.  Balland.  II 
(1892)  184.  ~  Dio  Vita  Chrietopberi  et  Mncarii  von  deinaolben  Vetf asser  ed.  Ceii*- 
Luti,  »tudi  e  documenti  13  (1^92)  37^-400.  VgL  U  ?..  3  (1894)  211.  Dmh  VariontM 
aus  cod.  Dmxell.  8S(tN  in  den  Anal.  Bollnnd.  12  ilt<93)  317  f.  -  Dio  Biographie  dea  Nile» 
von  (irottaforrnta  nd.  M.  L'aryopliill<-N.  Rom  1624;  windi-rholt  bei  Mign^.  Patj.  gr. 
120,  16— I6-S.  —  Vgl.  (S.  Minasi.  S.  Nilo  di  Calaliriii,  uionnea  baailiano  nel  detime  Mtolo 
oon  annoinxioni  sloricbe.  Neapel  1^92.  Dazu  BiHturiBch.  Jahrbuch  13  |lt<92)  894  L  ~  A. 
Rocchi.  De  coenobio  Cryptoferrulcugi  etc..  Tivoli  1893  8.  9—16.  —  Zu  beiden  Sobriflon 
v*l  B.  Z.  2  (lti»3)  644  f.  —  Die  Vila  Bartbolomaei  Cry ptoferrat.  cd.  P  Poaaine». 
I^eaaunia  ascetiruit,  Paris  Iti^  ^  439—55;  niieb  einer  Ausgabe  von  A.  Mai  iricdothotl 
bei  Migan,  l'atr.  gr.  P27,  476—497.  Ebenda  500  M6  ein  Enkoraion  auf  den  bL  Bsrtke- 
lonifteoa  von  einem  seiner  Scbdlcr.  —  Die  Vita  Philareti  von  NUoe  nur  laL  in  den  Acts 
88.  April.  I.  (106^618.  Kin  Compondium  demelbeo  von  Pmabyt^ir  Joiuiphnt  in  der  Uni* 
vemtBtebibl.  von  Meeuinii.  —  Die  Vita  Joounia  Theristno  nur  lat.  in  Acta  S$,  Pebnnr. 
3,  481—83.   ~   Die  Vita  Bartbolomaei  au»  Kulabrien  vd.  Acta  Sti.  SepL  8,  810  -1^. 

f.  VersehiedeDo;  Die  Vitn  des  David  von  Tliessatunike  (f  527—535)  ed.  fr. 
Val.  Rose,  Berlin  1887.  Krititii'be  Bemerkungen  znm  Text«  vun  P.  Papageorgis, 
B.  Z.  2  (189S)  287-290.  Vaiiant«n  aus  dem  cod.  Eeoorial.  V  ]1.  »  u.  einer  Ue  des  KlurtMs 
anf  der  Inncl  Chaiki  gab  Uapcnskij,  Odeasaer  Jnbrb.  4,  ßyz.  AbL  (1894)  81— H3.  VgL  die 
Bbtnrrkun):f<n  lu  dieser  Vuiiantensammlung  von  K.  Kurti,  B.  Z.  4  (189Ä)  8—4.  Heft  - 
Ab  4.  U«  int  hinzoKiifQgcn;  cod.  Ätboua  3586  ».  13.  —  Dio  Vita  Athauasiao  von  einein  T  " 


iTheologie.    B.  Bagiognpbis.    ^  88) 


199 


I  nur  UL  in  dvil  AeU  t^S.  Au);u»l.  ä,  170— 175.  -    Dm  ViluTheoctialaH  Levbiao  vgn 


■rapU«4erTlieoilara  vaoThMMtofiikeK«))  V,  VHsilJKvaicii.KingTiuchi'LDli^ 

in  NoakaMT  SynoiUlbilitioth..  Joiitti.  Mi».  B<)  2*i<  i|ss(>).   Vgl.  B.  Z.  Ü  (IS^II;  313  f.  -  Dvr- 

■ribe  c«il.  Uoaq,  lli9  enlliilt  ian  I>ebcn  ein«»  Ijoknlli»iligeii  von  Tliossulonikc,  Fliolios,  der 

«otM-  Banlioa  11  (976— 142&)  («bt».  —  Di«  Vitm  I.ucae  juninris  e><J.  P.  Kromoa,  #wnia, 

llAlbu)  ]874)S&— fiS.  IVagmont«  liart«  Combafi*  iicnuagfi^cben  [ub^tudntckt  bei  Migne, 

Mr.  ET.  111,  141—iSO),  diaE.  Martini.  Ann).  Bollnnd.  18  (I$94)  («1-121  visrvullstandigl«. 

—  TgL  Cb.  Diohl,  Viglm  »t  Im  m(M>n1<|Ui!!i  <Iu  nouvcnt  dn  St.  Liic  en  Phociile.  Biblio- 

thteM  4oa  teolM  fniRf.  d'Ath^ni«*  ot  de  Kumu,  äö,  rnris  IK**!!,  —  Die  Vita  dca  Miohaal 

Xtlctnoa  nur  vnlgargrii>«)ili)oli  bd  Agnpio»  LoiidoH.    Bio  iit  wichtig  wegen  vielor  geadiidit- 

bik«  DatflB.    Vgl.  Vh.  Mi-y«r,  Die  Uanplmkundeu  dua  AthosS.  22,  ^<;hluinb«rg«r,  üa 

■f«nr  kjsantan  an  10.  u^cle,  Niod^ore  PhukuB,  pHria  18UÜ  S.  314—24.  der  nnoh  einer 

■Irnnagkägliebon  Sekrin   von  H.  P.  Syrku.    Poterabiirg  li4^.  sidi  äbrr  Michel   nnd 

MM    BaJahmcNi    >u    »eiaem    luiiaerlion«ii    NefTen   verhroitet.    —    Die    Vila   Cliriato- 

tili  «d.  J.  SaXKelioB,  'jteoJat^fi«  ff|>ri  loii  ootW  .  .  ,   Xqi«jc4ovIou.  S.  Aiifl,  betwrgt  ron 

ETrill»*)  BotBe.  Atli«a  1884  8.  10!>~133.   -     Kbenda  S.  134— 22.'>  BomliU    Dbor  die 

TbailalioB  da*  Ckriatoduloa  von  AtlianasioB.  PiitrinrcheR  von  .^rindii«ii,  und  Wunder- 


von  MMiH  MCnoha  Theodosioii.  -  Don  TypikoD.  dnn  Testamf  nC  dm 
Cktiatadulft«  nnd  udcrra  Drkundeii  abcir  ihn  odd.  Miklnuich  ot  Mnller,  Act« 
•t  DipUtnata  gtB*oa  6  (Wien  ISSÜ)  2t  -90.  —  Vonuhicdeo  von  doni  eben  (irwAlintcn 
Ltfta«  iit  dorSlriit«  Iiukna  der  Jtliigare.  der  auoli  lUii  die  Milt«  den  10.  Johrliundorta 
Ute.  rad  TOM  dem  eins  uncdierl«  Vita  in  dum  cod.  Purin.  1458  vorliuf;t.  Vgl.  Dcloliajro. 
L«  .Stjrtitao,  Kctu«  dm  iiuMit  bin).  13  (1^95)  67  f.  —  Di«  Vit«  dur  hl.  Paratikuue  ed. 
A.  Pipidopalo«  Kerameu».  UvnXma  itpovol.  arn/Doi.  1  (PetersburK  l^Ül)  48t) — ISS, 
~  btt  Vila  des  KluHtergr1lBd«ra  Gcrmanos  ed.  Acta  SS,  MaÜ  3.  7—12  (unvollständig). 
~  Dt»  Jiiiyr^'<  ttffi  imftiiäv  ilrJ^iär  ml  yt-rttixär  des  Paulos  von  .Monorabania  od. 
(bifH.)  M.  Oedeua.  f:>nJ-  Ul];9.  4  il8;$3-84)  8.  236  f.  Di«  kurze  NoUz  Ober  die  Kloster- 
MMriHrä  Uanka  Btekt  in  d«u  AoU  88.  Mwi  5.  432.  -  Hsa:  codd.  Sabbnit.  265  s.  U 
M.  tt>.-3S6.  Paria,  nnppl.  gr.  38  n.  15  fol.  340'-  4-5  u.a.  -  Die  Vit«  des  Niketaa 
Mtlakttltea  ed.  laL  Mart^D•  et  Durand,  Vater,  acript.  nrnpliaa.  oollectia  S  (Paris  1729) 
tl7— 887.  Qriechjsrh  in  dem  «d.  Athoua  S288.  —  Kin  lutoiniacher  l'oxt  aus  8urius  bei 
Vigie.  Patr.  Kr  113.  fl7.S-9?8. 

4.  HinitrBpliien  von  BlAcIlOf«»:  Dns  T.nbi-n  dca  Leon  ThaumatiirgOit  von  Leon 
I  CmIoiIm  nur  lal.  (und  nannfni)in  Actn  S.S.  Pnbniiu.  3. 223— 2.S.  —  OcmHclben  Loun  Kontii- 
der  aucfa  licon  Nikuln«  iiniinimt  wird,  worden  Knkamion  auf  den  bl.  Nektiuius  vcrn 
nd  deu  Apostel  Jakob  biindntliriftlicb  tuiirui^iiut.   —   Die  f^riecliiiicb   uouli  unedierto 

■  AaloDioa  Kanleoi,  Patriareben  von  tviiol.  stebt  luteinincb  in  d«n  Aet4  8S.  Febr.  2, 

W-nSvadbei  Uigne.  Pntr.gr,  lOß.  ItSl-Ü-JU.  D*r  w)n8t  uiebt  bekuimto  V«rfa88or.  tJiku- 

ßm  PtiUeao|>lu>a,  war  ZeilfiiMiotia«  des  Aotoalos  und  blQhle  unter  Luo  A*a\  Wetaen.  Kr 
ItUtäiatte  Ana|»eluD)CHn  und  huldiatder  tlberschwcn^licbcn  ltli«torik  seiner  Zeit  -  Niclit 
■  »rwechMJD  damit  vA  eine  t «eile  Vita  des  Antonius  von  Nikepboroa  Orognras.  — 
Bn  BiosrapUe  d««  liiscbofa  Goorgios  von  Amostriii  od.  Vasüi  evskij,  KuaeiBch- 
tjWlÜifinli«  Foraclinngeo  2,  Petersburg  1893.  Rio  erwAlint  ernon  lUub^lUg  der  Kusaen 
MM  Spot,  der  von  K.  Kanik.  Bulletin  hiatorioo-plitlalaf-iiiu«  de  rncndrimio  da  Üt,  Polers- 
MDB  S  |1Ä47)  3<— 39  als  der  8Ö&  (bexw.  RflO)  orMgte  ungesobon  wurde,  wAhrond  W.  v. 
6bIi#II,  BvlIaÜD  «t«.  27  (1881)  838  sieb  für  den  At-i  Julirea  'J41  aiia^pnioli.  —  Vgl.  diu 
AM%e  tarn  V.  Japi*.  Arrfc.  »lav.  PUilol.  16  (lH!)4i  aiü  -221.  -  Ueuon  Vasi\jeVBkg  pule- 


JBeoerdiagH  Vi  von  täutzoit.  Di»  Ijiguudeu  van  Amastris  uudSsoros'lj,  Riga  1893. 
-  Die  tttograpiiie  de«  Encbiiidiorei  Klomena  von  Bulgarien  wurde  Trnher  mit  Uurpcht 
Ikatskj'laJii  ngasdtrieb««;  Fr.  Mikloaich.  der  sie  neu  liermisgab.  Wien  11M7,  urkiuinto 
ib  *1>  da«  W«Tfc  einea  Zeil^eneHsen  aus  dem  10.  Jabrliunderl. 

.V  AU  Hagiograjiben.  di«  das  T«l>en  früheror  MArtyrer  und  Hniligen  biuichriobeo, 
■•In  nmiwB:  'iregorios.  Presbyter  voiii  Käserea  (s. f  7lt  Anm.  6),  Jobannca,  MBncJi  von 
KMo«  ua  0.  Jalirh..  von  dean  uns  mdo  Biographie  des  MArtyrem  Artamios  Oberliofort  ist, 
«•Ue  (tiüiar  JakaniMa  ron  Danueko«  fugaaonrieben  wurde.  Ed.  A.  Mai.  Spicilcg.  Koman. 
iM*-t»7:  akgcdror-kt  bei  Uigne.  Pntr.  gr.  96.  1251-1320.  —  Diu  d<u^>n  bi^ndUchen 
'^rhoftcke  an«  Philonlorgioa'  Hiotor.  ecol.  boaprach  P.  Baliffol,  KäiuiBulio  QuarUtlaohr. 
252  -239.  Dieeer  Johannes  ron  Khodoa  ist  von  dem  Uiographeu  des  hl.  Christo- 
I  mtereeheiden.  —  Von  Johannen.  Biaohof  von  Sardea  um  die  Wondi«  des 
>  Jihrboaderta,  Kind  auch  Akten  doü  UBrlvrera  Nikepburua  erhalten,  welch«  die 
fclkiau  M«r4>Tcrakl«n  doMclbun  rh^oriacb  aufputzen  (bitetiL  in  Acta  88.  Febr.  3, 286—288) 
N  MM  HwdMrU  ViU  88.  Uarbvs«  et  Julinuae  in  ced.  Paris.  14^3  aooc.  II  rol.  46—49. 


^ 


BrcAntiaiaefa«  LKt«ntar««*ehieht«.    L  ProeaUcIte  Uttsratar. 


Fin  uunTOMa  EiiI[«mioa  utf  itm  lUrtjmr  Thfrapon.  daa  daasM  TruiaUUon  ud 
Kpel  i.  J.  806  Mert.  iat  g«dr«ckt  ü  ^m  AcIa  S$.  Umi  i;.C82~693.  -  Arsanioa.  ßiscUi 
r«ii  Kcrkjn  fnBi  800),  verCuMa  ttn  biatortM-h««  Rnkonitoa  Mf  den  Hlrtyr«-  ThvrinsB. 
Ed.  Sp.  LmiDproM,  Ji:ffKrrMjnf  nrixitia,  AUiea  I8t<2  S.  8  -2ä.  Testkomktaran  Aal»  jp 
der  T£Hl.Ulii«.4  <1SS3~84)  612  f.  -  Ytt  Ntkaphorcs  Umsos  vf;!.  S  57  Aiun.  3.  J 
6.  Dm  titaist  bi*  j*til  Wkunle  l>b«iwbiU  mdm  t.«ion1iPili|[en  aus  dieMH 
Periode  irt  dio  ViU  d«a  til.  KodokimM^  der  vo«  Kmmt  Tlkoaphilo«  nun  SlratonpiarclMfl 
«raunt  *Uiil«  Bod  33  Jahre  all  ob  MO  in  Cbkntiaaon  *Urb.  Ed.  pr.  Clir.  l.aparafl 
Paterabnrg;  \>^.  .Dia  VtU  nliOrt  lu  doa  naorauicklifluten  ErungnuMa  dor  IlBSi«nwliifl 
K.  K.  i»\  Z.  $  (ISM)  4»  f.  JI 

S9.  Sjmeon  Hetaphrastes  {Svnttnr  a  /irray^mrii^f)  ist  der  bekaiufl 
teste  tint^r  den  byzantinischen  Hagiograpfaen,  zugleich  aber  der  Nan» 
an  den  flieh  Ak:  meisten  iingein«itcn  Fragen  der  byzantinischen  Hagic^ 
graphie  knUpfen.  Seine  Lobenuiüit  kann  »unini^hr  niit  annähorndor 
Sichcrboit  in  di«  zweite  IlSlfte  de»  10.  Jahrhunderts  angeset^ 
werden.  Der  frtlhere  Ausgangsponkt  zur  Bestimmung  derselben,  die  bi« 
graphischen  Angaben  in  dem  Lebenübild  der  hl.  Theoktistc  von  Leebon 
wodurch  »ich  schon  Michael  Pscllos  irrefOhren  üess,  muss  definitiv  faDafl 
gelasDon  werden,  nachdem  der  wahre  VerTasser  dieser  Vita,  Nikot« 
Hagiater,  bekannt  worden  ist.  Auf  diesen,  nicht  auf  den  Metaphrs»tdM 
beziehen  sich  jene  auinbiographi^chen  Angaben,  wonach  Niketas  an  d(fl 
Expedition  de-8  Admirals  Uimcrio»  imcli  Kreta  als  Legat  des  Kaisera  teifl 
nahm  (002).  Schon  vor  der  Ktai-»ti>Hung  dieser  Vi<rhä]tai88e  hatte  0(1 
Vasiljevftkij  die  neue  Datierung  vorgenommen  auf  Grund  eines  BChr  b<H 
stimmten  Zcugninflen  aun  der  Clironik  des  JahiA  von  Antiochien  und  dM 
Annahme,  die  allerdings  nicht  zutrifft,  dass  Symeon  Metaphrastee  da 
Verfasser  der  Vita  de»  lil.  Paulo»  vom  Latrosbcrgo  «ei.  Weiteres  Beweifl 
matorial  bietet  daftlr  die  Vita  SamHonia  unter  den  Legvndon  des  Hc4dH 
phrn:«ten,  deren  zweiter  Teil  die  Wunderthaten  des  Heiligen  bia  auf  ^1 
Zeit  ihre«  Verfasner«  erzKhIt  und  hiebci  die  Kaiser  Romanos  II  (959— 6«| 
und  Johanne!«  i  Tzimiskes  (969—976)  erwähnt.  Dieses  Lebensbild  isfl 
aber  echt  metaphraatiach;  der  Prolog  weist  sogar  auf  dio  ganze  Kodaktionn 
Uiittigkeit  des  Metaphra.sten  auf  dem  hagiogi-aphischen  Gebiete  hin.  Wtn 
Michael  I'koIIos  des  weiteren  in  meinem  Mnkomion  und  Kanon  auf  SymeoB 
dioaom  den  Titt-I  Logothotes  gibt,  dessen  hoho  Vertrauensstellung  bei  .difl 
Kaisern'  erwühnt  und  ausdiiicklich  berichtet,  dass  er  seine  hagiographischfl 
Sninmlnng  auf  Oeheias  .des  Kaisera'  angelegt  habe,  so  besteht  kein  gfll 
nügender  (.Irund,  die  Subatanz  dieser  Nachrichten  anzuzweifeln.  Die« 
Kai.ser  war  wohl  kein  anderer  als  Konstantin  Porpliyrogennetos  (ill'i  id 
9ö9),  und  so  erscheint  Symeon»  Sammlung  aU  ein  Glied  der  umfassenden 
Kompilationsarbeit,  die  der  genannte  Kaiser  anregte.  Mit  Gr.  Vaau 
Ijovskij  halten  wir  auch  dio  Identität  des  Hagiographen  mit  dem  Chr« 
niaton  Symeon  Magister  und  Logothetes  für  sehr  wahrscheinlicn 
FOr  dieee  Identität  sprechen  die  Benennung  als  Logothet.  die  Mtchafl 
Psellos  dem  Hagiographen  gibt,  die  wahrscheinliche  Abfassung  der  Chroufl 
unter  Nikephoros  Phokas  (9ß:i— 69),  die  mit  der  Lebenszeit  dos  Med 
phraaten  trefTlich  stimmt,  endlich  der  Charakter  der  Chronik  Symeon 
selbst,  die  »ich  wie  die  hagiographische  Sammlung  des  Metaphrasten  AB 
Kompilationsarbeit  darstellt  und  ausdi-Ucklich  bokoimt.  M 


Weit  Mlivieriger  ist  os.  tion  Charakter  der  Arbeit  dt«  Mota- 
p1tnat«n  zu  bestimmen.  Auf«clilUsHe  darüber  «nthSlt  nur  dos  Enkomium 
d»  Uichitel  Psellos.  Dit'sor  berichtet,  das»  die  alton  Märtyr«rakten  und 
Hciligeidegenden  infolge  de»  Neuerwachone  altgriuchi»cher  Gelehrsamkeit 
im  Oeschiuaeko  der  Oelehrtenkreiso  von  Byzanz  nicht  mehr  entÄprarhcn, 
ind  dsM  Symeon  HetaphrMtcs  es  unU'rnahm.  dieselben  durch  rtietorisi-hvn 
snd  BtJHstiüchfn  Aufputz  seinen  Zeitgenossen  wieder  goniesubur  zu  roavhen. 
Vicha^  Psellos  gibt  jedoch  die  Mittel  nicht  an,  wodurch  Symeon  seinen 
ZiTM'k  ZD  erreichen  suchte.  Der  einzig  sichere  Weg,  um  diese  r.a  er- 
kennen, ist  dor  Vergloiuh  zwischen  d«n  metuphrastiachen  Legenden  and 
'  Ihren  &lt«ri>n  Vorlagen.  Derartige  Vorlagen  sind  jetzt  in  genügender  Annahl 
briunot,  am  eine  solche  vergleichende  Studie  zu  ermöglichen,  diu  leider 
oo«h  nicht  unternommen  wurde.  Die  Vor«tellung  einer  absoluten  Sch«- 
bloQO  »cheint  uns  auf  joden  Fall  unzutreRiund ;  Symeon  gewährte  sich 
nlbat  einen  grosseren  Spielraum  bei  seiner  Redaküonsth&tigkeit.  Nach 
Wihmehmungen,  die  hier  nicht  nillier  dargelegt  werden  kennen,  w^en 
«ir  Tcmacht.  drei  Kategorien  von  oiutaphrastiechun  Heiligen- 
l«b»n  aufzuatellen.  wovon  die  erste  jene  unifasst,  die  Metaphrastes  in 
ihrtr  nraprflnglichen  Ciestalt  fast  ohne  Ändening  in  seine  Sammlung 
kirlAeroabm.  Der  Zweck  seiner  Arbeit  selbst  bt^diiigt  den  geringen  Um- 
fug  dieeer  Kategorie.  Die  sweite.  umfangrelohste,  hest^'ht  aUH  den  Le- 
SOdoB,  bei  denen  eine  gKnzliche  stilistische  Umarboitung  vorge- 
Bommaa  wurde.  Die  Feststellung  der  Art  und  Weise  diuser  Umarbeitung 
t4  die  Aufgabe  jener  vergleichenden  üntersudumg,  die  vom  litterarischen 
Genclitapunkte  manches  Interesse  bieten  wird.  Als  Kigentllmlichkeiten 
4tt  DMtaphrastiachen  Umarbeitung  stellen  sich  schon  jet7.t  dar  dos  Btä- 
ktkalteo  von  chronologischen  Bestimmungen,  von  Wendungen  und  An- 
pimt,  die  nur  für  den  ersten  Autor  pa^Hten  (das  klassische  Beispiel  daf\ir 
Uriet  das  Leben  der  Theoktiste  von  Lesbos),  sodann  Abiinderungen  von 
ttariiachen  und  kirchenrechtliclu-n  Bestimmungen  nach  den  Gebräuchen 
^  10.  Jahrhundert«.  Sehr  oft  kehrt  auch  die  Bemerkung  wieder,  dass 
der  Auswahl  des  Stoffes  aus  den  frQheren  Legenden  der  Ge.iichtspunki 
praktischen  Nutzens  und  der  Nachahmung  der  Heiligen  massgebend 
■ei,  dass  also  das  historische  Interesse  dem  ethischen  untorge- 
wiirde.  Eine  dritte  Kategorie  scheint  solche  Legcn<len  zu  um- 
bei  denen  die  Kedaktionsarbeit  einer  neuen  Abfassung  gleich- 
Der  Fall  der  Lebensbeschreibung  der  Theoktiste  von  Lesbos 
nfcBl  allerdings  nir  Kiisscrsten  Vormcht;  die  Arbeit  eines  früheren  Vei^ 
hiaen  kann  beim  Mangel  des  botreffenden  Toxios  leicht  Symeon  selbst 
nfCBcbriebun  werden. 

Di«  Frage  kann  nicht  vollstAndig  geißst  werden,  weil  eine  weitere 
ank  der  LOaiing  harrt.  Diese  bezieht  sich  auf  den  ursprünglichen 
l-'nfaog  der  metaphrastischen  Legendensammlung.  Mit  dorn 
Klage)  an  ausschliesslich  mctaphraslisclien  IIss  konnnt  ein  erstes  Mittel 
»r  Feststellung  ileaselben  in  Wtigfall.  Die  Zusätze,  die  sicher  schon  früh 
um  {iraktisclien  Gründen  hinzukamen,  wurden  von  dem  Eigentum  des 
KUiphrastea  ftuaserlich  nicht  unterschieden,  so  dose  die  jetzigen  IIss  von 


««'«IM«  UfAhMU   (M«»rnft  Am 

iHk  M.-  ,1  f(i.r  wibrm 

Hj'NtMfif*  nUUi  i'ti)>')ifi)«f(,    i;nl*r  mHikiid  Nubm  gehen  zvei  SaDmlani 
ViJK  i<llil«fi|iM(  At|iiH|ir(ktitfn  «iiH  den  W«rfc«i  4w  Bssilios  dw  _ 

illlil  IKIM  iliiii  ((«Mtdit'ii  ilfiM  ll)(y|rtiM(i)ir<ri  Mukarios.  HandxchnfUich.  z.  B.  in 
itiill,  I'hI'I«.  f'Ulf  iifi«>«i,  M  Till,  n;I  ^2tf,  winl  ihm  aach  eine  fthnlio^e  äenunluBg 
NIM  ilt<ll  NiiliilfItiM  iIm  .IttliaiiiD»  lUiryiioKtomoa.  aowie  eise  Sammluig 
Villi  im  Afyi(i«i((i  fvm(tiiiii  /,iiK>'<>iKn"t.  Dazu  kommen  zwei  U«dei 
Hilf  itlii  lil,  .IiiiihCiiiii,  II  lliitifii  IUI  vorHoliivilcne  FrouDtle.  inehn-ru  Gelicto 
(1(1(1  ||(iUllli>liii  l>litil<ii',  illi>  iillnntiiiKfl  auf  ihre  Ecbtlmit  noch  zu  untt-r- 
Hlli<lii<il  «liiil,  Woiiii  lliiii  Miiiili  <lti>  ('lii-uiiik  <ton  Symeon  Magister  aogehOiti 
Uli  iTtlllii  hIi'Ii  niiH  iti>iit  MiiiKiMi  Kill  Hilil  liom  littorarischen  Schaffens  des 
Mi<lM|>lii<t*lii||,  ilit«  Htm  tilim  hitl'Vitn-ugontlo  SU<II»  im  kompilatoriKchun  Zcit- 
itlltti  ilt>«i  KihihUiiIIiiiui  |'iii'|>Uvit>Ki<niietcw  luaiobei't. 

I    «uaimlioii    |««viiil<.ii  ilr«  UH*|>knMMi  «ndiiMoa  luenl  1al«iaiacli  in  Bd  t-T 

1I(h  wMivlMUm  |MU>-«tiiMi  tStiiui»   v"«!   lil|>)«im*nuB.    Vepvdü  1&06— &8,   aodana  IR 
kH>ii>luiuii  Sfu  »imii«    |iu  |tti>b«li>i  SiuntiMuiu  *ili".  Venedig  1770—75.  —  Dm^ih- 
'  <  (H  iIn  viil|fit(iirivoliii>rh«D  rMkrbviluQS  d««kMn«lMa 

|S<  -   «Hl«!  ilv«  wr\f(    »*i  ■»»^■htuH.   V«Mdig  1641    nad   .\i«r 

><td^  \y\*         tW  v«)W«n4i««l»  AmwiW  im  Kti*chiack*ii  Urtext  «t  dii 

V IN^  »^  (M     It«     MU  h*l  »to  kMMMtMkUwM  Weit:  M.  wttrd<.w 

^  <«.  in>wi  IW  vwkMt««**  «MwIm«!«  T»t(  *«  UiMdM  <eU*ta.  veteb*  b«i  Sana» 


I 


L  Theologie.    £.  Hagiographie.    (g  90) 


203 


^Vla  dcii  AcU  SS-  il»UplirMtee  SDgMcljrivbcii  wcnlrn.  Si«  nniftuat  ISG  I^eeiuleii;  da- 
^K  ■mige  nur  Uleulilwb.  — '  Andere  Scliiifteii  Jes  MoUpbroAlMi  Ttreiiiigt  bei  Migno, 
nÄ-.  gT.  114,  S09— 893.  —  Die  Sammluii^  dw'ff.lKai  Uyiu  do»  BMilio«  atoht  bei  Miene. 
Ptfr.  p.  32.  III6-I881.  Vgl  Fr.  Dickanip.  Tli«ol.  LtunrtalKlir.  77  (1895)  284  f.  -  Die 
P""—'— C  ■*■*  ^'^  UomilieD  de«  MaltArios  bei  Hixoe.  rntr.  gr.  84.  >!41  -  901>- 

2:  Bilfamittel:  Doa  Entcomion  und  das  OffizJuin  auf  Syincun  Motaphrairti?«  von 
VidiMl  PmUw.  bei  Miene.  Pntr.  er,  114.  184-30&.  —  L.  Allatiua.  De  Hymnonum 
niptie  4i«triba.  rwis  leM  S.  34—151.  I..  Allntius  gibt  liiur  eine  Liste  von  12'2  L«gnnd«n. 
'~  »Is  adit  Betaphrastisoh  vaah  ^S.  VH—l^O},  tinil  dienen  er  twoi  undc-ru  Usloß  ran 
wti|dtfwtiaebea  Logenden  gegenüberetellt«  ti^.  80—134).  ~  Kino  iwvite  Liat«  von 
.  '  BwtaphTMliaehm  Legenden  van  Hancke  umfnKst  87  Nitmm4>rn,  eiueS.vojt  Dan.  Nessel 
[NnniMien:  beide  bvi  Mignc  ■.  n.  U,  21>3  — 3i>4.  --  F.  llirxob,  iffzantiniscbe  Studieu, 
1876  S.  30H-~3I1  uod  A.  Knmbuud,  1,'i^mpire  crnn  nu  10.  oiMo,  Porta  1870 
lm4  tkediolt.  —  Gr.  Vaiiiljtfvskij.  Üober  Jas  fjebnn  und  die  Workn  dpn  Symeoii 
Jotto.  Ui».  Bd.  212,  Nuv.  Di-i.  IH80,  aVö  -437  (mit  imKugOtiBÜch).  Vgl. 
neige  Ten  V.  Jaji6,  Arcbiv  aUv.  Philol.  &  (1S81)  487  f.  -  Theopliiloti  Jonnnu. 
V«  b^idI..  Venedig  1864  8.  II  ff.  beliaiiplet  die  lilvntitSt  dea  Metupliruateii  mit  dem 
«n  Svneon  und  Mwar  mit  NikotM  David  Paplilagon!  —  H.  Deleliaye,  La  vie 
L  Paul  te  jeUM  et  I*  obronalogie  de  HiHapliraale.  Revue  des  qoeslion»  hiatoriquea; 
_t  edrie  10  (I^9S)  49  f>^,  spricht  ftpgrn  \  «KÜjevskü  dem  Metepliraslen  die  Auter- 
der  Tita  Panli  rem  LntroHberg  mit  Keeht  ab,  nimmt  aber  die  neue  Datierang  unter 
'  Jt  an.  ~  Der  Utnuland,  daae  anoh  Nikrpboroi)  tir^gona  in  seiaeni  Leboosbild  der 
HieopliBBo,  cd.  ilcrgonrSIbor,  Monuninntn  grancn  nd  Phntium  .  .  apeobuitia, 
arg  leK9  S.  M).  den  Uetap)irast«n  in  din  /nit  Leos  dea  Weisen  «ofxl,  achoint 
die  nene  Dstierung  nicht  beaoadera  ina  Gewicht  zu  rntlen.  Viellciohl  bieten  die 
I  «rwlhnlen  ~*'X«*  r«!  »ifavm  nQai  roV  Sv/jtiärn  iSr  MttaifQnettjr  (■.  %  fi7  Anra.  3) 
MQCD  AtilniilBpunkt  fBr  die  UoBtiinuiung  dar  Iiubcnneit  dos  Molnpbnuitan. 
t.Aelltrri'  Vorlagen  des  Mutupbrnaten;  Als  »olrbo  aind  folgende  orknnnt.  die 
■^babcti'tfher  Iiiit1iMifo1|:e  vuneidiuen:  Die  Akl^n  dea  MArtyreni  AkiiidvnoH  und  e. 
■  (vgl.  Acta  SS,  fiuv.  1,  4611.   die  Akten  dos  MArtyrrn   Auuataaiuti   des   Perxora, 

^ dea  Daniel  .Stviil««    in  cod.  Vindub.   liintor.  28,   die   Vita  Guthymii    von  Kyi  itlos 

I  SkjIbopoliB.   die  Vit«  Gre)tors   von   Agrigeul    vun  LHuntius   vun    Rom.   das  Eukomion 

lAMraM  von  Kreta  auf  den  Ajio^tel  Jakub,   die  Biugnipliie  den  Möiichea  Jobannikios 

~  '    1^  die  Vita  IfaitinUjii  Kremitae  (vgl.  Ada  S8.  Februar.  2.  667).  di«  Akten   des 

Nikephoroe  (vrI.  Ada  SS.  FebntHr  3,  283),   die  Vita  der  ßQsserin  Pela^ia  von 

DiahoD«»,  die  ItioRraphir  de«  Biacbofes  SpTridon  von  Trimitlinn  von  Leontios  tok 

^  daa  Uar^rium  do«  Theodore*  Dax  von  AuKaro»,   da»  Enkomion  dt«  Theodoros 

'Ptlraa  auf  dem   K&nobluchnn  Tlieodoaio»,  di»  Akten   de«  ApoeteUchnlnra  Timotheofl 

B.  ferner.  Moonvt  llniveraitAtsai^brifi  1877  S,  30]  u.  «.     -  Znm  V<<rK!iiidi4   sind  nnoll 

Panfgyriker.  «ie  Goorgioii  von  Niknmedien,  Nikelna  David  Pnitliliison  u.  a.  hernn- 

M.   Die  Hagiographie  Beit  dem  11.  Jahrhundert.    Die  Legenden- 

tion  dea  Symeon  MeUphraAies  entsprach  dem  Öeflchmacke  der  By- 

in  hohem  MA:<«to.     Nicht  bloss  Michael  l'scllos,  auch  Theophanes 

leua.  Micliael  Glyka».  Th«odoi-08  Ba)»anion,  Nikophoros  Kallistos, 

Blantart«  «,  a.  spcndet^-n  ihm  begeiatort«»  Lob.    Seine  Samm- 

iwnrde  unzäbligemal  abgeschriebeD,  und  in  kurzer  Zeit  warpn  die  alion 

auü   dem   titurgi.ichen  Oebraucbo  vcrscIi wunden.     Der  Zuwatliti 

nri gi n  a U'  n    H  e i I i ge  n  1  o be n    war    in    dun    folgondon    Jnlirh linderten 

Imiig:  tiini'  ErM;bfiinung,  die  sicher  nicht  bloss  auf  die  uuvutlcitäiuligd 

IMiuiife  d«e  noch  unodiertun  Materials  zurückzuführen  ist,    eondom  mit 

4r  Bntwickelung  der  byzauti machen  Kultur  M>lbst  zm^mmenhängt.   Noue 

ten  lernen  wir  im    11.  Jahrhundort  aun^soHmlh  Kalabrien 

«eilige    keniioD,    t,   B.   Dorotbcos    den   JUngcrcn.    de«8on    Lebens- 

JohannüH     Mauropua    vtM-fafr&to.     Syincon     den     .Tfln goren, 

denwn   Billgraph  Niketaa  StetbatoH  schon  genannt  wurdo  (».§64). 

In  12.  Jahrhundert  fand  der  Wundorthäter  Meletioa  der  Jüngere 

i*d  Biogniiihen    in  Nikolaos  von  Uethone    und    Thcodoros    Prodrontos. 


a 


204 


BrutaUnisob«  LitUrBtargeachiclit«.    L  FroBsiische  I.itt«rattir. 


In  daAsetbo  Ja)irlitm<lcrt  gehiJrßn  auch  Heiligenleben  von  .lolianni«  ZH 
n&rati,  Theoilorou  BHl»aiiion,  »ou«  AkUin  des  Apoetele  Thomas  von  Niketi^| 
Erzbischof  von  Thessalonike,  die  Lebonsbeachreihung  den  hl.  f'hiloth«^| 
Opsikianos  von  dem  berühmten  KrzbiMihoff-  Kustathlo«  von  ThestialonifcH 
^'ielIeic)lt  auch  da«  Lieben  dos  Bischöfe»  Looutios  von  Jeruttalein  (f  119^| 
von  TheodotüoK  von  KoiigtanÜnopel.  Gegen  Ende  des  13.  Jahrbunderfl 
waiidt«  der  Patriarch  von  Konstantinnpel  ßregorioo  Kyprioa  der  Uag^| 
graphie  wieder  ein  intenniveren  Interesse  zu.  Sein  Zeitgenosse,  der  Hi8tofä^| 
Oeorgioe  Akropolitcs,  und  bald  nachherlvikophoros  Cbumnos,  Th^H 
doros  Molocliite»,  TheodoroH  Muliteniotea  versuchten  sich  audil^| 
diesem  Gebiet«.  Erst  Konstantinos  Akropolites  entfaltete  aber  wie4fl 
eine  grössere  Thätigkeit  auf  demselben  und  erwarb  sich  dadurch  den  Ehr^| 
namen  iV^o;  Mtutf^üßu^c,  Er  war  der  Sohn  dos  gouaniiton  Hisborik«^| 
bekleidete  hohe  Staatsümter  in  Konstantinopcl  und  ütand  mit  GeoffjiH 
Kyprios,  Manuel  Moschopulos  und  anderen  hervorragenden  PeraJinlichkeiigB 
setner  Zeit  in  Korrespondenz.  Er  lebte  noch  im  Jahre  1321.  Aus  der  /äH 
seiner  Heiligenlegenden,  die  den  gi-össten  Teil  seines  umfangreichen  üttM^| 
rischon  Nachlasses  bilden,  sind  nur  vier  gedruckt.  Sie  beziehen  sieh  aat^M 
Märtyrer  Dometrios  von  Thessalonike  und  ßarbaros  von  Bulgarien.  4H 
hl.  Theodosia,  welche  unter  Leo  dem  Isanrier  fQr  den  Bilderknlt  lAi^M 
(72(>),  und  Johannes  von  Damaskos.  Die  Khetonk  der  PalftologemJ 
zeigt  sich  hier  in  ihrer  ganzen  Üppigkeit,  obgleich  Konstantino«  i^M 
Ruilensarton  Qbcr  seine  rhetorische  Unfähigkeit  fast  alle  seine  Yor^iii^H 
Übertrifft.  ^M 

r>on  Namen   eine«   neuen  Metaphrastcn  wUrde  auch  der  Oeschidfl 
echroiber  und  Polemiker  Nikephoros  Gregoras  (§31  und  Krumbach^H 
ein  jiingoriT  Zeitgenosse  des  Konstantinos  Akropolites,  verdienen.     HonH 
8chnfllic.')i  ist  von  ihm  eine  ganze  lieihe  von  Heiligenlegenden  erhalten,  dfl 
in  einer  derselben,  in  dem  Lebensbild  der  Kaiserin  Theophano,  braeifl 
Grogora^  se11i.st,  da.ss  er  deren  viele  verfasst  habe.     Diese  scheinen  MfjH 
die  Legenden  des  Metnphrasten  zum  Teil  wenigstens  aus  dem  Gottesdien^l 
verdrängt  zu   haben;  denn,  wie  Gregoras   selbst  berichtet  (Histor.  1.  J 
Kap.  2),   bedrohten   ihn   Nikolaoa   Kabasilas   und   dessen  Mitsprechor  iH 
oinM"    theologischen    Dit^putation,   der    Kaiser    wllrde   seine   Heiligenleb^f 
SffiH  i^ft'  ixxXi^adxi  tv    tai^  %öJr  üyi'uir  äf(tytriüefxavta4    fnt^fiaic,    verbreni^| 
lassen.    Mehrere  derselben  beziehen  sich  auf  hiMtorischo  Persönlichkett«P| 
der  byzantinischen  Zeit,   wie  auf  Antonios  Kauleas.  Pati'iarclion  von  Koo- 
Mtuntinopel,   Michael  8ynkellos  von  Jerusalem,  Johannes,  Erzbischof  von 
Ueruklea  im  Poutos.  den  Oheim  des  Gregoras,  die  eben  erwftlinte  Kaiserin 
Theophano  q,  «,     Gedruckt  sind   davon    nur  zwei  Stück«,  das  Martyriain 
des  hl,  Kodratos  von  Korinth  nnd  da«  Lebensbild  der  Kaiserin  Theophano, 
der  Gemaldin  Leos  VI.     Eine  Quellenuntersuchung  kann  daher  hier  nocti_ 
weniger  «I»  bei  Konstantinos  Akropolites  vorgenommen  werden. 

Der  dritte  gi-össere  Hagiograph  des  1-f.  Jahrhunderts  ist  Philotho« 
Patriarch  von  Konstantinopel  t  1379  (vgl.  g  35).     Im    Drncko  Hegen 
ihm  vor  zwei  Lobreden  auf  die  M&rtyriu  Aiiym  von  Thessuloniko 
anf  die  3  Kirchenväter  Basilios,  Gregorios  Theologos  und  Chrj-soston 


1.  ThMlogle.    B.  H«glogTBpfal«.    f§  90) 


205 


[«Iwt 


IOwio  das  Leben  ftoinVH  Zuit^^cnoHHon  Pulumax,  clor  bald  nach  seinem  Tode 

Üs  Heüigef  verehrt  wurdo:  haßdscliriftlich,  z,  B.  im  cod.  Marciaii.  582.  ist 

»b«»r  eine  grössere  Anzahl  erlialtt^n.     Vielleicht  Hollteii  »io  die  Heiligcii- 

n  i*einc8  OogDCrs  Nikeplioro«  Oregoras  vßrdriing«n. 

Als   weitere  Uagiograpben  des   14.  und    IT).   Jahrhunderts  sind  zu 

nennen:    Maximos    Planudiis    (s.  §  :I0  Aum.  7J,    Gregorios    Palama.'v 

(S  32).    Kallistoit  Xantbo[inlos,    FatJ'ißicIi    von    Knastantinopel  (§  69 

Aam.  3),   Johanne»   von    Nikoiiicdien.    Neilos.    Mctjupolit  von    llhodos 

(g  36).  der  um  i:t(!ti  die  hl.  Malrona  von  Chios  vci-hL-rrlichte.  Phüotbeos, 

Snbiächof  von  Selymbria  in  Thrakien  (um  i:it!5),   der  Lebensbilder  des 

Bttcbtib  Agatlionikos  und  des  Mönches  Makarios  von  Konstantinopel  vcr- 

iuste,   deren   Rhetorik  deutlich  auf  die  l'aläologenzeit  hinweist.     Kinem 

Laurt'ntio»   Kutienäiä.   Mönche  cinex   kalahi-itichon    Klosters,    üichri'ibon 

die  Bollaudist«n  verschiedene  Ueiligeuluben  zu,  die  in  uinuui  von  Laurentioti 

MJbkt  geschriebenen    cod.   AmbrosianoB    des   14.  Jahrhunderts   enthalten 

nd,     Als   die   jüngsten    byzantinischen    Mäi't.yrerakten    sind    endlich    die 

lohaane»    Kpirotcs  und  des    Andrea»  (.'hios    (f  H6,'>)   zu    vcr- 

en,  wovon  letztere  von  Georgioa  von  Trapczunt  in  Itom  verfasät 

eo. 

1.  Die  Itie«nt]ifai«  dcd  Leontioa  Ton  J«ra8ftlem  von  Theotlgaios  wurde  gc- 
it  mit  iW  Homilioii  <lcti  Mnkarioe  Chrj-iwkepbtLloa  m  Wiou  aT93¥)  S.  380—434. 

2.  Die  Biogr«)4iiou  ilnr  Tln-odosia  uud  4ea  Julunui-s  von  DumuilcM  von  KooBtaa- 
1  AktopDlilcH  Bt^hculwi  Miicuo.  P&tr.  gr  UO.  612-SS5.  893— £96. —  Die  Lobreden 
"i  lUrtvtFT  DeiiicU-itä   »Uli  ItHrbaros  ed.  A.  Pafiadopulos  Kerameas,  WvtutcxiB 

.tfi  *iaxf«X-ri«i  1  (Peteraburg  1891)  160-205.  40&  -420.  —  Der  dem  Autor  gleicli- 

ümI.  8  S«pul<Ti  40  eDlhjllt  noch  20  weitere  Sdniften   desselben,     Vgl.  A.  Papa- 

:oi  Ker*Ri«U!t.   'Iif'^elr/,.   ^i,1h<i»^!in>    1  (Petwsbnrg    1891)    130—126;    Jfirlay  3 

-  l«l?)  44.'>  f.  —  Don  Jiwcilon  Teil  seiner  Si-irifteD  cnthUlt  coil,  Ambros,  H  ftl  eiip,. 
itn   M.  Treu,    Jiitior   4  (le9'ij  3a -bO   berichlet.     Rr   entlmlt   moistana    Heiligon- 

■■ch  «tnigo  Onef»,  Dichtungen  und  (!obete.     Einig?    kl<>inere   Stllcke   <yd.  Tr«u 

8.42-&0.     Vgl.    tL'£.  1  (1M92)  622  f.    -    Einen    [Irief   ies   Konstuntinos   Akro- 

I.  4«r  oiB«  bScIut  «iuMitigc  Kntik  d«e  Tiniorion  enUihlt.  ed.  M.  Treu,  U.  Z.  1  J1H1I2) 

—  V(l.  auch  M.Treu.  Maximi  raonnchi  Plunudia  upisloluc.  Uri^lau  1!^90  R.  24S  f, 
S.   Das  Martyriiini    dm   Kodcntoa   von    Koniith    von   NikophoTOH   tiregoraa    nus 

irtaSB.  Hart.  2.  696-700  bei  Uigne.  Fatr.  gr.  149.  Ö04-521.  -  Die  Vitu  der  Kiiiscrin 
haw  amvafßweit»  cd.  J.  UergenrOther,  MoutLiiii>ntu  uraacu  nd  Pbotium  ujuk<|ui! 
am  fartinentia,  Rcg«naburg  IS69  8.  72—83.  —  AndMH  Legond«n  vcrw-iclinct  L. 
tni.  De  Sfmtwnuni  H'!rj|i[tti  iliatribtt.  Part»  IG64  S.  3GT.  —  UandechrKÜicb  sind 
TMkasdeo    in  cxhI.  Vaticaii.  10fi6.  cod,  Monac.  10  m«c,  16  u,  a. 

4.  Die  Vita  de«  Biacbofa  Axatlionikos  tod  Pbiletbeos.  dem  Erzbischut'  vou  .Stlynibrin, 
Üb  bei  Higne.  Palr.  gr.  154.  1229—1240.  -  Dm  Eiikoraion  auf  Mnknrio»  v.  Kpol  ed.  A. 

&i  VarisnmuligBIlrteil  in  Philotbeoa  e*g«n  NikeldioroR  Orogoriw  (130^)  edd.  Hiklo- 
■i«b  «,  ÜBlIer.  Act«  et  diplomuta  graora  1,  490.  —  Einem  nndiron  Bi.ii'hof  von  Sdjrmbcia, 
|ta*li«a  (bm  1431).  <*inl  in  dem  rod.  Vntic.  üttob.  441  n.  14TT  uino  ViU  Conatantiiu  et 
miimm  ■■■■afhritbin  die  Theophiloa  Joannn,  Mrtiptia  üyioicy.  S.  164— S29  ab* 
^mmra»  ÖAiia  9*\mt  hat. 

ft.  Ein«  Vita  do>  niachofii  von  Amasea,  BasilioB,  von  Johannca  von  Kikomedien 
im).  Bd.  AcU  SS.  April.  3.  L-LV, 

5.  Tob  den  bwaoidea  d«a  Laurentioa  Rutienaia  In  dem  cod.  Ambro«.  N  162 
8  b  daa  Acta  K.  mdniekL     Vgl.    Bibliolhoca  bngiogr.  grucca  S.  143.    Sie   feieni 

ivd  Utac*  BeiUgea. 
T.    Di*  IfKrt)-r«rBkt«n  doa  Johannea   Epirotea   aluhen  in  den  Aota  SS.  April. 
L  (bteia.   ana  einem  griecli.  Üriginnl),    diejenigen    des   Andreas   Cbiaa   von 
IVapaaut  in  den  Acta  SS.  Mai  7.  Is^— 188  (iHteiniech;  ob  Original  gri«- 


B^zanUdiacbe  tEtt«rfttorKMcIii«ht«.    I.  ProB«lwh*  Littonktar. 


F.  Eatdnen.  H 

91.  Allgemeines.    Cat^nai?,  ^nqul  nannt«  man  Rchon  im  Mitlflalt^l 
die  Sammln rijj(-n  von  Aii^tzUgen  aus  den  S^'lirift^n  der  KirchcuscIinftHteUflH 
die  von  einem  einheitlichen  Gesichtspunkt«  au»  ang:e1egt  wurden  und  ^1^1 
tnOgc  der  Qleirliai-tigkc-it  de»  Themiu«,  auf  das  »i«  »ioli  beziehen,  wio  d|H 
OUoder  einer  Kutl<>  xu^ammenhängei].     An  solchen  Sammlungen  ist  9^ 
theologische  Littoratur  der  Byzantiner  ausaerordenUioh  reich;  sie  liegefl 
aber  noch  Kiim   gi-Q^nten  Teil   i^oi'irtreut  in   den  Bibliotheken  des  Morge^| 
und   Abend Iniidos,   und  ihre  Erforschung  steht  noch  in  den  ersten  A^| 
filngoii.     Enlstehunj^rizi'it,  Verfasser,  Quellen,  innere  Anlage,  gegcnaeitig^| 
Verliältnis  der  zahlreichen  gleichartigen    Katenen,  Wert  und  Bedeutuufl 
dieses  letzten  Zweigea    der   theologischen    Litteratur,    nllo  dievo  Fraggfl 
bnnnen  daher  jetxt  nur  eine  allgonu-inu  Beantwortung  finden.     Auf  ihlfl 
Bedeutung    für    die    Qeäamtcharukloriiitik    der    byzantinischen    TheologJ 
wurd«  schon  oben  hingewiesen  (».§4):   schon  ihre  blosse  Existenz  offä^| 
hart  das   Ermatten  der  selbständigen  (JeiKt««thRtigkeit.  von  welcher  v^^ 
griechische  Theologie  in  der  zweiten  Uülfte  des  5.  Jahrhundi'^rt«  ergriflfl 
wurde,  und  die  aie  niemals  ganz  Qbcm-unden   hat    Damit  ist  auch  l^H 
EulKtehungszeit  dieser  Litteraturgattung  im  allgemeinen  bestimmt.    Begl^| 
und  wesentlicher  Charakter  derselben    \&Ast   auch  darüber  keinen  Zweifl^f 
dai^    der  )ittcrAri.sch-IUtthcti8chc  Wert    dieser  Koni[>ilation8litteratur  c^| 
sehr  geringer  ist;  dem  Kutonentichreiber  gehört  nur  die  Anlage  und  ^H 
Wahl  der  AuszDge  als  geistiges  Eigentum  an,  und  selbst  hierin  schlo»<^| 
sich  die  Spateren  mit  wenigen  Ausnahmen  ihren  Vorgängern  in  der  Wei^l 
an,  doss  sie  deren  Sammlungen,  nicht  die  Werke  der  Kirchenschrifti<t«llfl 
selbst,  als  Quellen  ihrer  Kompilationen  benutzten.    Damit  hörte  die  Ictlfl 
Geistesarbeit  auf;  ohne  Geistesarbeit  aber   kein  Litleraturprodukt.     KällH 
daher  fitr  die  Katenen  nur  der  litterarituche  Gesichtspunkt  in  Betracht,  M^ 
wären  der  ihnen  gewidmeten  Worte  schon  zu  viel.    Eine  höhere  Bedeutong  , 
besitzen   sie    filr    die  Überlioferungsgesciiithto    der   älteren    theo- 
logischen und,  wenn  auch  in  geringerem  Masse,  der   antiken  klis- 
siBchen    Litteratur.      FOr  die  letztere  vgl.  Krumbacher.     Was  dio 
crstere  angeht,    »o  ist  bekannt,  dass  viele  Schrifto»  von   Arianern  und 
Semiariancrn,  wie  Thoodoros  von  Hcraklea,  Eusebios  von  Enu-Ma.  Eudoxiee 
von  Konstant!  nopel,  Eusebios  und  Akakios  von  KSsarea,  uns  fast  nur  durch 
die  Katenen  in  Bruchstücken  erhalten  sind.    Diusselbe  gilt  für  mehrere  El- 
egeten   der   antiochenischen  Schule,   wie   Eustathios  von  Antiochien.   Dio- 
doros  von  Taraos,  Theodoros  von  Mopsuestia,  t'olychronios  von  Ai>Ame«, 
Victor  und  Nikolaos  IVeshyter,   sowie  filr  Apollinaiüos  von  Laodikea  und 
filr  die  MonophysJten   dos  6,  und  7.  Jahrlinndert,«.     Selbst  für  Alhanaeioe 
von   Alexandi-ien ,    ,dcu   Vater    der  Orthodoxie',    Didymos    den   Hlindeo, , 
Asterios  von  Amasea,   Hesychioa  von  Jerusalem,   Theophilos   und  KyriUos 
von  Alexandrien,  Theodotos  von  Ankyra,  Ammonioa  von  AJexandrien,  Gen- 
nadiont   von    Konittantinopel ,    um   von    den    Spilteren ,    wie   Oljnnpiodoros, 
Kosmos  Indikoplüustos,  Maximos  Confcs»or,  Photio«  und  anderen  abzusehen, 
sind  wir  bezüglich  mehr  oder  weniger  Schriften  auf  die  Katenen  ange- 
wiesen.    Noch   wichtiger  sind  diese  fllr  die  vornikämschen   und    ältesten 


A 


1.  Theologie.    P.  Katenen.    (3  »]). 


rtdrchticben  wie  liäretischen  Litteraturworko.  Sic  hnben  mancho  Fi-agmtintfi 
I  von  Kiemen»,  l>emetrios,  IHonysio«  niid  l'ctros  von  jUt-xanili'ien,  Hippolytos 
von  Kuni,  Origonc«,  tJivgorios  ThiiuinuUirgO!^,  Metltodio»  von  Olynipos  u.  a. 
rar  eioMn  Bicberen  Untergang  bewahrt.  Dt-i-  l>ro)H>ntAatz  (liosf>r  Fragment« 
ist  im  Vergleich  mit  den  AiiRStilgen  nti»  (Ion  KircIit-nviltiTii  dtw  4.  und 
5.  Jahr1iun<li-r1i«.  auf  die,  und  untor  ihnmi  vor  ftllom  auf  Jolianiios  Cliry- 
KmUhuim.  diT  Löwunt«il  in  allen  Knteneu  entfiÜlt,  allerdings  itelir  gering 
wird  immer  geringer,  je  naber  wir  den  ältesten  Zeiten  kommen.  Ire- 
von  Lyon,  Melito  von  Snrdea,  der  echto  Jii.'ttinw*  der  Mitrtyrcr  und  die 
n  Apologeten  de»  2.  Jahrhiindertü,  IgiistJOR  von  Atitio(^hi(^n,  Hcrinas, 
laa  %'o»  Hierapolis.  trete»  in  don  Katonen  nur  v^ieinzdt  auf;  noch 
ovr  begegiH'U  wü-  den  Natnon  der  älteeten  Häretiker,  wiß  Kerintlios, 
ides,  Saturninos,  Montamis.  Markion.  Habetlion,  Paulos  von  SamoRata 
Bei  dem  traurigen  Loh,  dan  die  älto^to  christliche  Littemtur  traf, 
auch  äaa  Wenige,  dan  die  Katonon  gerettet,  wertvoll  genug,  um 
Wertschätzung  zu  rcchtfortigt^tn  und  zu  hogi-Qnden.  Aus  deu  Gründen, 
der  Gesumtcharaklon^itik  der  byzantinischen  Theologie  entwickelt 
n.  ht  eine  wesentliche  Vermehrung  de»  ffltcf^en  christlichen  Litteratur- 
nach  einer  nmfaKsenden  Erformchung  der  Katenenhanduchriften  mit 
itfacit  nicht  2U  erwarten.  Aber  auch  ein  geringer  /uwach»  an 
lenten  dieser  Art  wird  der  Foracherarbeit  genflgendeu  Luhu  bringen; 
die  spätere  Zeit  rer«pri(^ht  aie  aber  auch  jetzt  noeh  reiche  Ernte. 
Die  Erntefroude  wini  freilich  öfi^jrs  getrübt  durch  die  Befürchtung, 
BDt«h(e  Fnicht  einzuheini>)en,  Das  Misstrauen  gegen  die  ZuvcrlüHMigkoit 
drr  Katenen  in  den  Xanienangaben,  daa  wiederholt  auaguaprochen  wurde, 
i4d«-n  Dtnicken.  den  jünpr-ren  Hss  »owie  de»  jüngeren  Kezenitionen  filterer 
ÜAtcnt-n  gegeuDber  ohne  Zweifel  berechtigt  i)a»  wiodorholto  Almclireiben 
ilux-lhen  Katenc,  die  Anwendung  von  Namensiglen,  die  Nachlässigkeit 
dnr  Kopisten  a,  dgl.  konnten  leicht  zur  Verwechslung  der  Namen  führen. 
Xrlx-ii  Kalencti.  die  jeder  philologischen  Akribie  entbehren,  gibt  es  aber 
urh  wiche,  in  denen  die  Autorminiun  Kohr  tiurgfdltig  angebracht  sind, 
uachnial  sogar  mit  der  Bezeichnung  der  Seliriften,  aus  wekhen  dte  Stellen 
iriaonnen  sind.  Die  Vergleichung  verschiedener  Katenen  gleichartigen 
UblHi.  daa  Heranziehen  des  gedruckten,  bereits  nU  echt  anerkannten 
TUtenai»,  die  Einsicht  io  die  ArbeitAwoise  des  KatoneDwhroibcr^,  die  einer 
lon  Kritik  entlieheniju  inneren  Kriterien  sind  ebom>oviclo  Mittel,  nm 
VeUer  zu  verbessern  und,  abgesehen  von  besonders  schwierigen  Fillle», 
I|ieiiilic]i8t«  Sorgfalterheischen,  den  wahren  Kigentilmer  eines  bestimmten 
leotutt  zu  erkonnen.  Die  »lomit  gut  begründete  Aussicht,  neben  den 
ten,  di«  bisher  durch  das  Finderglück  einzelner  Fortjchcr,  untor 
Chr.  Fr.  Matthäi,  J.  B.  l^tra  und  besonders  A.  Mai  hervon'agen,  aus 
KaU'uen  gewonnen  wurden,  weiteres  Material  zn  heben,  die  Not- 
twligkcit  Illwrdies,  In  diesem  I^inkt«  zu  völliger  Klarheit  zu  gelangen, 
>Hhaii  ea  den  Freunden  der  altchrisllicheu  und  patrisliächen  Studien  zur 
|lMi|«i  lachen  Pflicht,  endlich  aa  eine  planmässige,  von  gesunden  kritischen 
OnudfAtzoD  und  der  bei  der  Langwierigkeit  der  Arbeit  unerlässUchen  Bo- 
fMtaniog   für   die  Sache   gotragono  Durchforschung  der   byzantinischen 


BfiantiniBche  Litteratargoschlclit«.    I.  Prosaisch«  Litt«rfttor. 


KaUiueiüitter&tur  c-nurgisch  und  xiclbewusst  heranzutrctvD.  Hivr 
nur  eine  allgemeine  Orientierung  über  das  weite  Porachungsgebiet  Hib 
greifen.  Zu  ilieAem  Zwecke  und  dem  Inhalt  der  Kateiien  entsprecheo 
unterscheiden  wir  drei  Artvn  von  KnUmvn.  die  dogniiitischeii.  die  exe 
tischon  und  die  atiketinchen  oder  diu  ohrisüichen  Fturilcgieu. 
FUj  dio  Allf[«4n<<iD('ii  Bilfunitt*)  vgl.  %  93. 

93.    Dogmatische  Eatenen.     Diese  Hanimhiiigen    von   Autcsprflche 
der  Kircheiivüti<r  über    uiiiu   beKtinniite  theülogiiH:bo  Lehre   «ind   ttU8  de 
|>rakti»ch(<n  Bedürfnisse  livrvorgcgaiigun,  bei  den  cbristologisebe«  Di« 
tationen  sowohl  auf  den  grossen   KircbenTersammlungea   aU   in  Privi 
kreiden  bequeine  Übersichten  tlber  die  Lehre  der  bedeutendsten  Tbiwin 
zu  t>e»itzen.     Schon  Kyrillos  von  Alexandrien  hat  auf  der  Synode 
Elihef4o.s  AuMzOge  aus  Schriften  der  Vftter  und  de«  Neetorioe  ge 
um    die  <-/uf«i    xwv    äyrnr   Hartiiter    den   üamy^ovlta    soiooa    Qi^nttV 
gegenzustellen. ')    Eine  ähnliche  Sammlung  steht  in  den  Akten  der  Syn 
von    Chalkedon ')    und    auf   der   5.  Synode    bildeten    in    gleicher  W<ia 
Sammlungen  von  dogmatischen  Exxerpteu  den  Gegenstand  der  Erörterung.^ 
Duginatischo  Katcnen  in  ausgebildeter  Foi-in  wurden  zuerst  auf  der  6.  i 
gemeinen  Synode  vorgelegt,  und  zwar  eine*)  von  dem   Patriarchen  Ml 
karioii   von   Antiocbien   zu   Gunsten   des   Monotheletismus   (in   3   C«dico 
eine  aiidere^^)  von  den  Verti-etor«  des  Papstes  mit  entgogenaosetzter  Te 
denz.     Beide  wurdeu  in  mehreren  Sitzungen  geprüft,  und  deren  Exzorjib 
mit   den    vollständigen   Schriften    der   zitierten   Kirchenväter   verglich« 
Aus   Aniflfls   des   Bilderstreites  wurden    auch    Katenen   angelegt:    in  <1« 
anonymen  Lclieasbild  des  Bischofs  Johanne»  von  (Jottliia  (vgl.  g  88  Anra. 
wird  berichtet,  dass  eine  Synode  von  Jerusalem  (um  760)  dem  genMin 
Biächof  eine  Katene  mit  Aussprüchen  der  hl.  Schrift  und  der  KirchünvH 
über  Bilder-,  Reliquienkult  und  die  Anrufung  der  Heiligen  zuschickte, 
die  Akten  der  7.  Synode  selbst  wuitlcn  zahlreiche  Auszüge  aus  den  früher 
KirchoiischriftstcUern  aufgenommen.     Dlo  von    Feinden    des    Bilderkult 
angelegte  Kateno  wurde  schon  oben  (§  15)  erwähnt. 

Die  älteste  erhaltene  Katene  dieser  Art  ist  die  von  A.  Mai  au» 
"dpdex  Vatican.  2200  teilweise    edierte  Antiquorum  Patrum  doctrina 
^*rbi  incarnutione,  welche  Aussprüche  von  melir  als  70  Scliriftjstellern  ab 
die  Zweibeit  der  Naturen  in  Christus  enthält.     Der  jüngste  zitierto  The 
löge  ist  Maximos  der  Bekenner.     Loofs  lässt  sie  zwischen  C62 — (t79  ed 
standen  sein.     Dies  führt   in   die   unmittelbare  Nähe   der   6.  Synode  UB 
läBst  die  Vermutung  aufkommen,  daas  die  Doctrina  Patrum  mit  der  ort 
doxen  Katene,  die  auf  der  G.  Synode  vorgelegt  wurde,  zusammcnhSn 
Diese  Frage,  sowie  die  weiteren  über  die  Quollcuverliältiiisse  und  die  11 


'I  Vgl.  Kyrillos  V.  Alex-,  Epist.  hb  bei 
Miene.  Piitr.  gr.  77,286.  —  Munai,  Con- 
ciliii  4. 1184  ff. 

•)  Vgl.  Mnnai.  Comiiia.  7,467-474. 

•)  Vgl,  Mansi.  Couoilio,  D,  202 -SSO, 
230-2S4,  2aö-2ö7. 

')  Vgl.  HikD«i,  (Joncilin  11,  SSO.     D« 


Titi'l  Idutete:  Xpij«ti(  iyiuv  llatifm*  h  i 
luv    xvqIov   'figooti    Xpmiov    StXtj/ia    AS» 

')  Uunai  a.  u.  0.  S.  829.     Die«» 
ObenohriebeD ;    Xpijaoc   üylair  xui  iyrfin 
Hofifoir  itaptaiiüaHi  diu  Slkij/iaja  »«i 
iffgyiiat  iitt  luv  kvgiov  , , .  'ti^oi  Jlp«- 


L  Theologie.    F.  Eatenea.    (g  62) 


209 


n  der  Doctrirui  I'alnim  »etzeii  ein«  kritiöche  Ausgabe  der  in  tneli- 
<te>  vorliegenden  Kat«nc  voraiiii.  Mit  ihr  ist  eine  Katonc  ganz 
ÜiulicJKin  Inhalte««  verwandt,  die  Photios  in  seiner  Bibliotheca,  cod.  231,*) 
Biehrvibt.  dio  ab«r  ganz  verschollen  7ii  nein  »clioitit.  Sic  verfolgte  auch 
Kl  Zweck,  die  Zweinaturcnlohro  durch  die  AussprUcho  der  Väter  zu  be- 
kriftittt'tn  und  das  Autorenverzeichni«  dv»  Photäos  weist  auch  auf  diei<elheii 
hin.  Photio«  nennt  den  Kompüator  dieser  Kateno  nicht;  au»  dem 
L  ...^-.udt..  das«  sie  mit  dem  Sj-nodalschreiben  de«  I'atriarchen  Sophronioä 
von  JeruHalem  in  einem  Codex  vereinigt  war,  kann  auf  die  Autorschaft 
d«B  let2t«?ren  nicht  ohne  vr-eitcTos  gesthlostitin  werden. 

Ala   Autor    einer    katenenartigon    Geäumtdurntellung    der    Theologie 

«•imt  der  Codex  Matrltenaia  0  1  saec.  16  einen  MHnch  Doxopatres,   dw 

||Uktcht   mit  Johannes  Doxopatres  aus  dem  1 1.  Jahrhundert  (vgl.  Kruni- 

Htber)  identisch  iat    Sic  umfai«^te  6  Bücher,  von  denen  in  der  genannten 

^p  noch   die   2  ersten.   Ober  Adam   und  Christus,  vorliegen.     Das   3.  be- 

Kndelt«   die  Evangelien   und   die  christlichen    Dogmen,   daa   -1.  hatte   die 

Apest«!  und  deren  ThAtigkeit  znm  Gegenstand,    In  dem  5,  endlich  kamen 

£•  Häresien    und  die  allgemeinen  Synoden    zur  Sprache.     Der  jüngiste 

i  Aator,    der    xitiert    wird,    i«t   der    Patriarch    Sergios    von    KonHtantinopoI 

It  lu*9).    Übrigens  stimmt  die  Überschrift  des  1.  Kapitels  mit  demjenigen 

dl»  Schrift    wflrtlicli   llberein,    von   der   A.  Mai   unter   dem    Namen   eines 

Joliinnux  Diakunos  eine  IVohe  herausgegeben  hat  (s.  g  20).    Doxopatres 

tat  abhingig  von  Johanne»  von  Damaskus  und  wurde  solbttt  wiedernm  von 

Intlijriiiioe  }^igaI>euos  ftlr  seine  Panoplia  dogiuiLliia  benutzt,  diu  ja  selbst, 

twMiJcJU  in  ihren  Fi'Uheren  Partien,  eigentlich  nur  eine  Katene  ist.     Daa- 

•«Ib«  gilt  von  dem  Thesauro»  des  Niketas  Akoniinatos. 

Die  fibrigvn  dogiuntischeu  Katenen,  die  in  vor.tchiedenen  Hs»  vorliegen 
ud  noch  nicht  naher  untersucht  wurden,  »ind  sümtlicli  anonym.  Die 
pAivte  derselben  ist  wohl  die  de«  C«dex  Viudobon.  theo].  47.  die  auf  &'iH 
f*lH.>n  in  Qaartformat  die  Dogmen  des  Christentums  durch  Aussprüche 
4r3cbrilt  iinil  der  Kirchenvtlter  gegen  Juden  und  HUretiker  zu  verteidigen 
■ehL  UDt«r  den  zitierten  Autoren  heÜnden  sich  nobou  Justin  dem  Mär- 
^rrcr  UBil  Origenes  auch  Augustinus  und  Beda  Vunerabilis.  Nicht  ohn« 
ytmmuv  iat  auch  die  Katene  in  dem  Codex  Vindob.  theol.  28'!  f»l.  l — 810, 
*'<nn  Scbrilttext^,  Synodalbe-^chlüsse  und  Auszüge  aus  griechischen  und 
i  latrinischen  Kirchenvütern  sowie  ep&teren  Theologen  zu  Uun-sten  der 
Lateiner  aufgeführt  werden.  Die  jüngst»  unter  diesen  Katenon  wurde 
Hier  dem  Kaiser  Johannes  VIÜ  Palaeologos  (t  U4S)  und  dem  Patri- 
■Rbn  JoKM-ph  von  Kontttantinopel  {f  ll-lit)  verfa.>>st.  Sie  ist  auch  in  der 
Wimfer  Uofhihliothek  erhalten  (cod.  Vindob.  theol.  288  fol.  1—2-10)  unter 
Ind  Titel  A'^riof  und  zoHttllt  in  SO  dogmatiHcho  und  200  philosophische 


1.  !>•«  Antiquoratn  Patruin  ductriiin  du  Vi'rbi  iiicunintioii«  ed.  pr.  A.  Miii.  Si^riptor. 
M*a  euUpctiu  T,  I,  t--79.   Div  llHUptba  vou  Mhi  »Kr  <l»r  ccid.  VitticiiD.  2'2<|0  h.  fi.    Vgl. 
•  ,  Aiul.  Mf-ra  el  cluaiM  !>  (ItuTii   l>iK8j  S.  XXXIII  IT      Titm   gtU  ein  photutypisdiM 
fiMnule  ivw    auch   paliograpliucli    «elir   inUirfowinloti    Pitpi^tli«,    deren  nfthore    l'iit«r 


nt. 

Pitr 


k. 


*}  Vgl.  Mi«no,  Pkir.  gr.  103.  10K9-10U2. 

ikr  tl«a    MltTlI^vilHniK'likn  TJ.    ],  AtiUc.    I:  AuB, 


U 


210 


Bjtuittnischo  Lltteratnrgemibicht«.    1.  Pr<iB«ü»ab«  Litt«r&(iir. 


Buchudg  unJ  vollst Itndigc  H^rau^Rubi.'  öL^lir  wQtiscliMiswert  »r»r.li«-int.  Die  Nr.  4l 
2,  VaticaiiiaclieD  Us  ist  mir  unbvkHiiiit.  Eiii«<  3.  U«  ist  der  cod.  DodI,  Mi»o«ll.  IM  sufl 
IS  fol.  83—191.  Si«  ist  iileiiliseh  mit  dem  cud.  ClaromonUn..  au«  dm  Labba.  C»- 
spectns  novae  etjitionis  itmiiiiini  o|i<>niin  S.  Joaniiis  DamiMani,  Paria  ieS2  S  40— M, 
die  Kapit«lQlterHplirif|on  mit  oin<>m  Vera«<ichniH  der  duin  tillrrtott  Sckriftatvllor  mil- 
toilt«.  Sie  ontluilt  ein  Knpitn]  mehr  als  df-r  cod.  Viitirdn.  S20(>  mit  dor  UcbotKirifl: 
Jiiitfogot  änoStUen  ■«<  fiegivfiim  luiv  äyimr  llirtiifmr  ntfi  jAwnir.  VgL  oneb  I'ilri, 
Archirea  de»  miiurionii  RcirntilicjUiii,  I.  Sonn  4(11^6)99.  --  Au  di«a«r  tln  «tamnoB  aseli 
hOcbat  wAlirscheinlinb  dio  Colloetanea  inoerti  Auoloriii  oonln  Severiaaa«  et  Aceplialaa,  «dd 
Canisius-Hnsnage,  Thoaaunia  iiicmuinoDl«niiii  'i,  l,'i^0~2&).  die  nur  ein  Aimag  d« 
Doctrinn  l'atnuii  ■lod.  —  Vgl.  die  l'otcranobaag  tod  Kr.  Loata,  Leonlins  vm  Byimt. 
Leipzig  IK87  8.  9S— 108w  die  indca  niebt  abacUIesMnd  ist. 

2.  i'üT  die  Schrift  de«  HQBche»  (Jobannea?]  Doxopatrea  vgl.  E,  Htller.  Kot.  «1 
extr.  31.  2  (Paria  1886)  29-  5G.  Hier  di^  Kapit«labMwbrineii  der  svei  mmUd  Blieb«*.  StA 
reBtcu8l«ll«u  ist  doä  Verb&ltiiie  dt<-<ior  Schrift  lur  Panoplia  dogm^ea  dM  Enth^ioa  Sg^ 
benoa  sowie  xu  einer  aiidemi  Paiioplia.  aiia  der  A.  Mai,  Notr  Patr.  bibl.  2  (Rem  IMi) 
597—662  nnoh  dem  cod.  Vatic    1904  einiges  ediert  bat. 

S.  ünodifrte  do^atischo  Kntonen  sind  anmer  den  oben  gonannton  in  folgnidMi  Ha 
Torbaadnn:  codd.  Marcisn.  &T3  sncc.  12  (verschiml«ii«  Sammluagen  von  Aine^tllclM-n  Ob)t 
don  Bildorkult,  die  Munnchwtirdung  tind  dio  zwo)  Naturon  in  Chriatiw).  CoüIim.  2M  mm.  II 
foll.221  (Tgl.  LCohn,  Jnbrb.  f.  protcat.  Theol.  IS  (1892|  482-85),  Atboua  S718aaM.t) 
{Tjiiiiy^  »Bui  'j^tiai'äi-  Hai  '/orcfnituc),  Paris.  H.^4  a,  13  fol.  121— ISl  (Doflnitioöe*  tb* 
lof;icuu  e  ä.  Clcmcntis  ätmranL  et  aliorum  Putr.  nporili.  eollecla«).  Paris.  1115  a.  1274  ti, 
i'~ZV^  (AnoDjmi  summa  tidei  cbristianae  ex  cudcüÜb.  ÜH.  Patribiis  et  acripUiribna  ^ 
logiüis  esccrptiH,  IWis.  15&Ö  A  saec  H  ful.  l"9  — lö6'  (obristtilo^isdieii  ItibMlM),  eine! 
der  jetniiceD  SlriiEsbiiriicr  t'niversitUlsbibliotlick  aus  d.  J.  1286  (dM  AnTang  «rie  in 
cod.  Coiaiiii.  2&1).  oodf  Valicin.  1431  (erwalmt  von  A.  Mai.  Nora  Patr.  bibl.  2.  hOi). 
Vindob.  tbeo].  48  fvt.  1— jP  fin  44  Jojoi  uiiiKetcilt,  doreii  eraler  UberschrtcbeD  iat:  ' 
iijt  tgiavnocititev  Srötrjtee).  Viiidob.  tbeol,  lfi&  fol.  71*— 91''  f'lpoi  ifinifepoc  ana  Kl«a 
TOD  AtexandrisD  u.  a.).  Athous  41)8  s.  14.  Unronl.  CO.  II  s.  15  fo),  G'-  &5  (Anasprilii 
Ober  die  Labre  tud  der  TrinitAt  und  dem  hl.  (leiste,  auch  aolche  von  Nilntea  tob  B«aiJÜM; 
uiiTolUtandig),  cod.  Vallicell.  F  30  fmnc  l'>  fol  I— tiC  (gfgon  Gr<^«rios  Palanaa),  Mo 
IM  H.  14  fol.  lät)--303  (Collectio  dn|;nint.  nnceäaBrior.  ex  dlveraia  Patribns).  Diese 
erhebt  keinnn  Anspruch  auf  VollstJlndigkcit. 

98.    Die  exegetischen  Eatenen  bilden  die  Hauptmasse  des  b; 
tiniscfaen  Katcnenbf-Btandps  und  beRtfttigi^n  durch  ihre  grosse  Anzahl 
Urteil,  dos  ubon  (^  46)  über  die  Lcitsliingen   der  Byzantiner  iii   dor  El 
gcse   getiillt   wurde.     Sie    »ind    zum    wuitauH   ^röstiten    Teil   anonjin 
bieten  daher  fUr  die  Hentimmniig  ihrer  Abraa-tiingszeit  und  ihrer  Ii 
\'idualit3t  keinen  anderen  Anltalttipiinkt  nl»  die  HandschHrtcn,  in  den 
sie  vortiügeii.    DioKer  Umstand  bnt  ilie  Vorstellung  hervorgerufen,  als 
spreche  jeder  HaniUdirift  eine  eigene,  eelbstänthge  Katene,  und  als  st 
man  daher  einer  unabsehbaren  Anzahl  von  verschiedenen  Katenen  geg 
über.     Dom   ist  nielit  80.     Wendlnnd  und  ('nhn   haben  die  Wnbrnehman^ 
gemacht,  doss  die  Katenen  zum  Oktateuoli   und  zu  Teilen  doi«tielben, 
sie  in  Um  verschiedener  Bibliotheken   untersuchten,  nur  Exemplare 
gedruckten  Cntena  LipüienRia  sind,  und  daas  diese  mit  der  Katene 
Prokopios  von  Qaza  im  wesentlichen  identisch   ist.     Diese  Waltrnehinai 
hat  sieh  uns  bei  der  Dui'chfortichuRg  vieler  Katenenhandüchriften  bestStii 
sie  b&ngt  Übrigens  zusammen  mit  dum  wesentlich  traditionellen  Chi 
der  byxantiniächen  Theologie  Überhaupt.    Doch  liegen  für  andere  K* 
die  Verhftltni»we  nicht  immer  so  einfach.     Die  hand.schriftlichen  Kat 
zn  manchen  BQcIiern  des  Alten  und  des  Neuen  Tei^tamcntes  »teilen 
auf  den  ersten  Blick  aU  ganz  verschieden  dar  und  künnen  nicht  auf  eir 
einzigen  Typus  zurilckgeiührt  werden.     Wie  viele  Katenentypen  fUr 
einzelnen  Bücher  anzunehmen  .lind,    welches  Verhältnia  zwischen    ihn 


1.  Th«olo{Je.    9.  EfttoBMi.    (§  93) 


211 


raltet,  diese  Fragen  können  nur  durch  die  Durchforschung  dce  go- 
nton  hatKlBchriniichen  MatoHaln  ihro  f^onügondo  Lömmg  finden. 

Neben  den  anonyme»  cxogotischeii  Kutunen  liegt  eine  zweit«  Gruppe 
II  xolclion  for,  die  bMtimnittin  Verfassern  zugeschriebeu  werden.  Als 
r  tlUwU'  bekannte  Katenenschreiber  gilt  Prokopin»  von  Oaza  (.t.  g  47), 
r  mal  selbst  aU  den  Vorfaswr  der  nunmehr  wiedergcfundennu  KnLeno 
m  Octateoch  und  xa  den  Qbrigea  1iiiit»ri»chen  BQehcrn  de»  Alten  Teata- 
ntM  bekennt,  und  auf  den  wahrscheinhch  auch  Katenen  zu  Jesaias,  zu 

0  SprOcben,  zum  Prediger  und  zum  Hohenlied  zurückgehen.  I^okopios 
iff  jedoch  nicht  als  der  SchOpfer  der  exegetischen  Katenen  hetrachtot 
■don.  Dieser  )»t  kein  geringerer  als  Eu»ebios  von  K&aaroa.  Das 
Bt  ftu«  den  Unterschrift«»  in  Um  dvs  hexaplariHchen  Septuagintatextee, 
9  HUB  z.  B.  der  Codex  Murchaljanus  (jetzt  VaUcanus  212^)  erhalten  hat, 
id  wovon  eine  lautet:  üiVt'/dof  Vjrw  0j;öAia  Tta^'^i^xa,  Nach  einer 
idnea  wurden  dabei  die  Kommentare  des  Origenoa  und  de«  Euschios 
llbtt  berücksichtigt.')  Damit  war  der  Anstoss  zur  Ausbildung  iw  ex- 
SBÜBCJieD  Katenen  gegeben;  denn  es  lag  nahe,  in  weiteren  AbHcbriften 
M  biblisehon  Texte«  die  ächoUen  zu  vermehre»,  um  neben  dem  Texte 
idl  eine  Erklürung  desselben  zur  Iland  zu  haben,  besondom  nb  die  ex- 
ptieclie  Litteratur  stark  anguschwoUen  wai-  und  die  eigene  Oeisleukraft 

1  verkümmern  anfing. 

Nach  ProkepioH  ist  ein  gewis^r  Andreas  Presbyter  zu  nennen, 
n  dem  Katenen  zu  den  SprQchen.  zu  JRsaias,  x»r  Apostelgeschichte  und 
t  den  katholiwrhen  Briefen  hand-schrifttich  erhalten  sind.  Die  Lehenszeit 
M  Andrea«  ffillt  zwischen  das  7.— 10.  Jahrhundert:  denn  er  zitiert 
luimus  den  Bekenner  (f  ti62),  und  der  Codex  Coislinianus  25,  der  eine 
jnar  Katenen  enthält,  stammt  aus  dem  )0.  Jahrhundert.  Ob  er  mit 
Birow.  dem  Scholiasten  äctt  Dionysios  Areopagites,  und  mit  Andreaa 
■BirUloe,  welchem  in  dem  eod.  Paris.  771  s.  \4  fol.  107"  ff.  eine  Homilie 
rfden  PalniMinntag  zugvt-'ignet  wird,  identisch  ist,  muss  noch  untertaucht 

EIL  Vor  dem  10.  Jahrhundert  oder  sptttestens  in  demselben  schrieb 
•in  gewiatter  Johannes  Drungarios  eine  Katene  zu  Jeeaias,  die  in 
ir  Ha«  vorliegt.  Die  Aufnahme  von  Erklärungen  der  ,HRretiker' 
Eaea,  Eusebios  von  Küsarea,  Thuodorus  von  Heraklea,  Eusobios  von 
B,  Apolliuarios  und  Theodoret  von  Kyrrhos  entschuldigt  er  in  »einer 
do  mit  «iuem  Ausspruche  des  Kyrillos  von  Alexandrien,  der  nicht 
kl,  was  von  UÄretikorn  herrühre,  verworfen  wissen  wollte. 

Bekannter  als  die  eoeben  genannton  ist  Nikotas,  der  Freund  de» 
phylukto«,  der  schon  unter  den  Scholiasten  des  Oregorio»  von  Nazianz 
int  wurde  (s.  §  bi).  Niketas  war  zuerst  Diakon  an  der  Uagia  Sophia 
»nstantinopel:  Hplitcr  wurde  er  Bischof  von  äerrae  in  Makedonien  und 
rh  Metropolit  von  [Ierakk>a  in  Thrakien;  seine  Blütezeit  ßtllt  in  (ht-t 
Drittel  des  U.  Jahrhunderts.   Unter  seinem  Namen  gehen  unifaug- 


Bwia«  Mberm  Andeulungea  in 
B.  *)uAriftlactiriri  h  |l»91)  281   -  Vgl. 
Hnsaplonira    iiniui   »□pontunt. 


1  (Oifnril  1875)  R.  C  t.  (die  Anbrineimg  vou 
Scliolioii  duruli  KuRobioKj. 


W 


212 


BrsutiBluh*  Lltterftttirgeachiolit«    I.  Praaaiaehe  Littonttar. 


rüiclio  Kfttenen  zu  den  pBaimun.  za  Job,  zu  den  vier  gro»sen  Prophet« 
zu  den  Evangelien  von  Matthaeus,  Lukas  und  .Johannes  und  zu  den  Faaltf' 
bviefen.  Davon  liegen  die  Katoneii  zu  Job,  HatthaeUH,  dem  1.  KorinUi«r' 
brief,  ein  AuKxug  au»  der  Katcne  zu  Lukas  und  dioKinleitung  zur  PBalm«»- 
kat«no  im  Druck«  vor.  Dass  er  nudi  Katenen  zum  Pcut«t«uch,  zum  Hohen- 
lied, zum  Prediger  und  zum  MatthaeusevangeÜuni  schrieb,  ist  hchaupt«! 
worden,  iäi^^it  mch  aber  au»  Nsskalalngen  nicht  nachweisen.  3«in  NuchluH' 
umfaest  noch  einige  profane  ritUcke  (vgl,  Krumbacher).  De«  Niketaa  Katenen 
mnd  von  Th.  K.  Pusey,  Th.  Zuhn,  Fitra  und  bcsouddrs  von  A.  Mai  als  walirc 
Goldgruben  benutzt  worden:  eini>  Untersuchung  über  die  Kut(^<nen  üCilh«! 
fehlt  aber  ganz.  Doeh  hat  Th.  Zahn  festgestellt,  dasa  Niketas  die  vw- 
Rohiedenartigsten  Quellen  beniltzto  und  die  Exzerpte  durch  stilistische  Ali- 
ilndeningen  um  Anfang  dcruelbün  in  einiMi  g«wt»>en  Zusammonhojlg  mit 
einander  zu  bringen  suchte.  Die  Katenen  des  Niketas  worden  Tiel&dl 
gekürzt  und  umgearbeitet,  und  manche  der  anonymen  Katenen  nO^ 
auf  äo  zurückgehen.  Die  mit  dem  Namen  dos  Nikcta-s  versehenen  und  in 
ihrer  uraprünglichen  Geütult  vorliegenden  Kat*«nen  bilden  dubor  einen 
festen  Anhaltspunkt,  von  dem  die  Erforschung  der  Katenen  vorwärts  und 
rtlckwärtt  .schreiten  kann.  Der  nUcbsl«  Katenenschreiber  ist  Nikolaos 
Muzalon,  der  ntchon  frUlier  gi-namit«  Zeitgenoirsc  des  Nikoloos  von  Me- 
thon« (s.  §  22).  Er  war  zum-st  Erzbiwhof  von  Cypirn,  cutsagtti  aber  divM' 
Würde  und  zog  sich  in  das  Kloster  Kosmidion  zurilck,  bis  er  auf  den 
Patriarchnlfttuhl  von  Kon^tantinopel  erhoben  wurde  (1147 — 1151),  Wir 
besitzen  von  Üim  eine  grosse  Katene  zu  Jesaias,  von  der  nur  die  Einlei- 
tung gedruckt  int,  und  die  mit  dem  Jo»aiaskoninientar  von  Prokopio«  so- 
wie der  entsprochenden  Katene  dea  Niketas  von  Heraklea  verglicbeft 
werden  mUsste.  Hier  ist  auch  Neophytos  Enkleialos,  der  Zeitgenosse 
dos  Eustathios  von  Thessoloniko  und  des  Michael  Akominato»  im  12.  JabN 
hundert,  zu  nomion.  Er  verfossto  eine  unedierte  Katene  zum  Uoheiilifd, 
deren  Prolog  kritisches  Versländnis  verrät.  Darnach  mag  auch  sein 
P.sahnenkonimentar  (s.  ■$  ~li  Anm.  3)  eher  eine  Katene  sein.  Im  13.  Jahr- 
hundert schrieb  der  IVotciMtrator  Michael  Duka»  tilabas  eine  exeßft- 
tischu  Katene,  die  Manuel  Philei;')  iu  einem  seiner  Gedicht«  beschreibt 
unter  Angabe  der  darin  zitierten  alten  Kommentatoren.  Sie  acheint  vui^ 
loren  zu  sein. 

Der     letzte    bekannte    Katenenschreiber    ist    Makarios    Chrysi 
kephalos,  Metropolit  von  Philadelphia  um  die  Mitte  dos  14.  Jahrhunder 
Er  nahm  Anteil  an  dem  Hettychasteustreit  und  unterschrieb  als  .'Fn«'^n/(«f  i 
(?agXOf  näat^i  jfviiai  xm  xaitohxä^  "^"is  (üc  'Piafiaitar'  das  Verdainniung 
urleil,  das  auf  der  Synode  von  1351  gegen  Barloam  und  Akiudynw 
gesprochen  wurde.    Er  verfassto  3  Kutonen  zur  Genesis,  zum  Mattha«»^ 
und  zum  Lukasevangelium.   Die  erste  zerfiel  nach  seinen  eigenen  Angaben 
in  zwei  Teile,   die   er   Koafioy^vtta  und  üai^täcxat   betitelte;    wir   kennM 
keine  Hs  dei-selbeu.     Sehr  gross  angelegt  ist  die  Kntene  zum  Mattbaow 
evangeliuni.   Nach  der  gedruckten  Vorrede  ist  siv  in  diel  Bücher  eingeteilt 


•)  TA.  K.  MilUr,  2.280-33. 


meön  MecapfTfäsCefl,  MiöMeT'Peeiioe  üritT'rnco- 
vertri'tfii.     Er  zog  ausser  den  esog«tischei)  Koinmontaion  «ucli 
miscbea  Schrifton  der  Ge»aiint«n    g«gen  die  Heiden,   Juden   und 
heran  und  Hlgte  eigen»  Bimierkungen  hinzu,   dio  er  mit  seiner 
gl«  vorsah.    Nach  »einen  Vorreden  ist  die  Ansicht  begrUndet,  da«a 
die  Schrift«»,  ans  denen   er  Auszüge  gibt,   selbst  zurückging.  — 
in  Florilegiuni  vgl.  Krumbachor. 
bne  vollständige  Kenntnis  der  exegetischen  KuteneRÜtteratur  erfordert 
He  Krforschung  der  syrischen   und  anderen  orientaiischon  Ka- 
l    Die   au«  dorn  7,-8.  Jahrhundort  stammenden  He«  der  syrisch- 
krischen Bibulübersetzung  in  Mailand,   Paris    und  London   enthalton 
Dch  nicht  untersuchte  Katene.     Als   syriiiche  KatunenHchreibor  sind 
von  Edessa  (um  H0\)  und  Dionysios  Dar-iSalibi  (f  1171)  bekannt; 
tou  syrischen  Katcnen  sind  ahcr  auch  anonym.    Panl  de  Lagardo 
ent«  einer  Katt-nu  zu  den  Evangc-lion  in  koptischer  Sprache  publi- 
on  geringerem  Belang  sind  die  lateinischen  Kuteuen,  deren  erste  von 
»,  Bischof  von  Hadrumetum,  im  6.  Jahrhundert  angelegt  wurde.  Sie 
AnszOge  aus  Intetnischcn  Ktrchenschriftstellern.     Die  bekannteste 
sidteren  Zeit  ist  die  Catuna  aiiroa  des  Thomas  von  Aquino  zu  den 
angehen,    welche  zahlrvichü  Exzerpte  aue  griecliischun  Kirchen- 
onthlilt. 

AaBgab*n  anoaxinor  KataDAii;  Zur  G«ii««i*  und  xur  Kxodax.  ed.  AI. 
■■■R,  2  Dd«,  Pariii  IMS  u.  IhhO  (hlviDiech-.  in  b«idi-D  benutzt«  LippoinunuH  gri*- 
[■tMMn;  Am  kmo«  iat  aber  vino  vun  ilim  »ulbat  v^rrnsüte  Kumpilutiun  iiua  ^a> 
nsd  lidrinincbcn.  altoa  und  inDdorui^n  fkdirKterklfircrD).  —  ituui  l'uatuleuob, 
phyrnit.  Florcnx  154T;  Rbgtidruckt  in  Ki>]ii  15UT  (lutviii,  mit  i-iuer  vuu  A.  Ca- 
aton  Ka(«t>i'  zu  drn  OiIcd  dvs  A.  u.  N.T.).  —  Zum  OctMlviich  uui]  di-n  ItDclieni 
*4.  NikopboTui»  bieroinoiiachas.  2  f)d«.  Wipiig  l'Ti  iCutviiii  I.ip^ipiJBÜ : 
i4  3  Kateneo  aus  Kjitfl,  ruil  Humit'.  ^JtS  und  Vat^muHgaWi.  s,  %  47).  —  /it  Atta 
_  .  aj.  Dan.  Barbuni*.  Vi-n«ili)i  liSS  fUtnin.  l'pbpfwUung  pinct  griechinclicn 
■Btfaast  nsr  die  (lO  ersten  pHaliiion,  l)i«<  nbrignii  i'snlmen  Botlleo  2  iuiclur(>  Üdu 
Ma  «lenwlben  kvu  nn  Kr,  llnflinriiKl.  od.  ü.  Cordeiius.  '.i  Udf.  Aulwvi-peu 
_  ..tt  and  &  Wj«npr  und  2  Mllnchonor  lins,  ausserdom  ein  imun^inur  Kunuiioiitu 
Wiaaar  B».   itm  Cordmiun   fUr   dm    Kommontnr   des  Tbeoctoroü   von  Herakl«a 


i*h.  t«»ic*rii.  BMft  MS8, 

Ar-Aiijf^l     -  Alb  4iM*  iMfalM 
k*t«>ii  «irUrMi  AMfMpMb  Ar  Jw 

Im«  »»rauMirtir  wsrfca  in  itr  R««cl  grfff  TwMUaaMS  IVfM  tevb- 
',  WB  «rlMMI  KMUilMiMM    lo  rrrcidwä,  aad,   «V  BM-  Ha 

K  mImIiM  4w&UI,  Bldd  4»  6U«  ior  Ha,  Ocr  «•  GraaA^  4«  Awpbt 

2.  UlWamilt«!:  I>U  iJtM«  liUerabir  hf  Tiiwlirft  tilMglii  p^^tir  4v  A«li^ 

«•Idi*  illo  KrfandHWi  iIm-  KatMOi  kc^Mtet.     Wh  iwuiaM  arfS.  Smaa.  Hiiteir* 

citlli|ua  iIm  frlMotpaax  «MBnMMlalaara  Ja  NMT«aa  TaaliBiA  fiA  lOS  a  4S3ff^  Jok 

Chr.  Wolf.  II«  utMi*  «rM««r.  Patrara  UaqmaatiaaiMm nn.  mtaalbar«  ITI'iftT.ifc- 
ixlraiikt  tiot  J.  A.  Crauiar.  CaImiu  ia  Kor.  TMtuaeirt.  I  &  V  f.).  J-  Chr  n'olf.  Aorcd. 
H,  H,  UV  10414.1  118  (KxMrpt**"* 'M  Kal«mBsiirApaabl(WcL  wd  n  dMk^i^ 
lUehnn  Httufna  Mark  dum  <i6.  Oson.  Coll«^  aftvi  fA,  d«r  na  Cimmt  (ms  adbaft  woHa). 
—  JA.  Nrinaill,  [In  ratonj«  ktioi^ot  Patnim  ia  Nor.  Tvatmi.  «baarntioBaa,  I]«Ue  ITSi 
K)ii>  Kul«  t '■'ImtKiiiliI  tllior  ilia  ii"drnclilnn  KittMiea  luiU«' Angabe  tm  Hm  gibt  Faliritiu«. 
Ilibl.  Kl-  K.lläU  TUO.  VkI  nuch  J.  II  Waldi,  HiblioUi.  patiMiea.  2.  A«l.  bMorct  tr«n 
l>aai,  Ji'iia  INIH  H.  '^ftT  'JM,  und  drn  itllntdingn  nnganngead  orieatwr«atlea  Artikel  von 
«.  I'r.  frMxaiiliK,  ll*alMir)'kl(inUdin  fdr  prnt.  "I'heol.  V,  «9-*5S.  —  Lialen  von  Wli- 
kanlaoliMi  Kalonnn  nmlrn  airli  M  VHrn.  Anal,  nacia  2.  3&0  £.  S59  ft.  406  ff.  -  ^ 
VMnuInliiil*  voll  Kutotinu  in  <l«ii  llililiütli.  von  Mailand,  Verona  und  Vemtiig  gab 
ft«d|ialh,  IV  AdAilomy.OKlobr.  Ift92  R.  M2  -114,  —  Die  ainfenKretchat«  liit«  voa 
Int  iiiii>aiiiiii<'iiK''*l«IH  von  l'raDanhnu.  Iioi  A,  Harnack.  Qeschiekl«  dw  altcbi 
IJlUiralMi  I  tljotHit  tN»B)  KHfr-tMS,  Dm  Maniinl  an  Raum  verlii*t«t  nna,  di«s« 
fortan ntlir*»  Kulisil  aolm  nur;  Ood.  MairlnilinniiJt  (Vaticnn.  2125  a.  6— 7t,  pl 
«illtn*  miinnl«  J.  Camnljuai.  Ilani  I^IIO,  Hin  oban  nngMogeneo  ITnl^rsebrif^n 
■iif  diin  ("'u.  171  r,  n.  Mir*.  Hvholinn  aiohuii  nflcrn  nm  Hand  und  acbciuon  nicJil 
iitnl'ii  IImmiI  kenni'lllironi  nUMorilviii  lliift  ilni  gaiixon  Codex  binilurcli  ruud  uro  d<ii 
iiliiii  Kutan«,  die  Im  13,  14,  Julirliiindort  liineiiigpa«hrLt<bi>u  wurje.  Ein  wiklior  h 
MliKur  K«min«n(nr  wurdet  olwn  im  lil.  JnliHiiindort  midi  in  dem  Codex  B  (Vaticaa. 
iiupibrilufal.  -  (^fiil.  Kv.  Xh.  H  in  London  «ntlillll  i^inc  roiolihaltiKO  Katene  EU  hato» 
OlueiiMi,  Cliryaiwtumoa,  Kyrilloi  ii,  a  Vgl.  Trccnlloa.  Codex  Zitrynttiius,  l^oiidon  ISft. 
(1.  R.  Oteuery,  l'roloKuinana  I.  406  ff  -  Ood.  Kv.  X  bibl.  univnrt.  Monac.  s.  fi  entiOk 
«lieh  Bihe  Kulone;  v«!,  f,  IC  ()T«>«ery  n  «.  O,  S,  Hfl?  f.  —  Cod.  Taurio.  342  mc«.  H  biet« 
uiiM  el||panr11|tn  KatMiu  tu  den  INulmen,  worin  nebon  Raatliiri.  Oragorio«  von  Njsä, 
JnkaiinM  Tbl)  wialAinM,  Oi-iitinnoii  von  Kpel,  Modeetoa  nnd  Hesydiios  von  Jonuitlfn. 
Ulan  aWol)  ilW  urlet^liUi-be  lli«i<inirinn«  vurkomml.  ~  Für  di«  neuteelamenttichon  ICat«ii«c 

a\  »milk   V   H.  (lr*||ui<r,    l'rvl^uiiienH  in  Tieehandorf.   Novnm  Tmtamentmn   graece 
9,9,  l-'S  tUtiwig  lt<N4-IH>,  de«  dl*  QtgeBwart   von  Kaloneo   in   den   vua  ilun  )■ 


i.  Tta«ologia.    F.  Kat«ii«i).    (g  dZ) 


215 


■eluifb^nen  Hm  angibi  —  Bpnutxt  wardoD  dj«i  Kut«-»«!)  tat  llNKiugnb«  MUT  Vnmmlb» 
der  KirthrDrAt«r  bM«aden  tod  A.  Mni  und  J,  0.  Pitru,  in  ilaron  I>ablilutioiieil  oft  Hin* 
miae  Mf  Koleii«!!  §tehan.  Nobcn  ihnnn  Hind  ala  Beuulz«r  von  KatMian  m  nctanoa 
Th.  Zkba  (Dir  KI«meM  von  Alnxnndrion),  llonwetacli  (flir  MeUiodiM  von  Olyinpua], 
J.  Rvndel  Harris  und  F.  Wandland  (für  Philn  vou  AK'xuiidrionl.  A.  PanadopuloB 
l[«raiD*as.  A.  Thnnn  (fDr  Origane«),  A.  K.  Drooko  (fdr  Origi-nuH  imd  llcirnklaoii), 
n.  Aebali«  (Olr  Hippoh-tM  von  Kom)  u.  n.  — -  P,  Wondlend.  Neu  entdeokto  t'ragmonte 
PUIm.  Bm^ih  1(^1  (i&  dar  Vorrcflo).  L  Cokn,  Jnlirb.  f.  protest.  TlieoL  18  (1092)  474  ff., 
Drlnakp.  'Mtitchr.  f.  in».  Thuul.  3t>  (1892)  376  ff„  Laufs.  9tadi<>n  aber  die  dem  Johannos 
t,  Damaik.  xagonchiieb.  Parallelen.  Leinsig  1892.  Prirusclien  bei  A,  Haruack.  Gcacbicht« 
der  AlUbriatl.  LitUnUur  I  [LeipEiK  1S98)  B35  u.  a.  haben  in  jUngst«>r  Z«it  auf  die  Not- 
««■digkait  der  Erfuradinng  der  Kal«u»n  und  der  christlioben  Flnrikgian  mit  Naclidruek 
UagainaaaD. 

3.  F>r  den  Prrabjter  Andreas  kommen  fulK^iide  Bbh  In  Bntrncbt:  Codd.  Coial. 
B  tmmc.  10  (Kalme  zur  AjidCiUlgeach.  und  xu  den  Icalbul.  Brieren),  Vindob.  theo).  26  a. 
liU  <sn  dett  BprAchea  nnd  zu  Jo8aia»),  Mooac.  82  a.  IG  fol.  I— äT  [tu  don  t^prllchen], 
Tatioaa.  OUobvn.  T  und  Uonac.  ^  fol.  334  ~  805''  (in  Jesaiaa).  Divae  Kuteno  war  in  drei 
BOdMT  aiagetailt,  von  lUnra  id  dem  ood.  Mnnac.  88  das  er«t«  vcriiegt.  —  Da  cod.  (^oIhI.  26 
UamU»th  ia(  mit  den  e«d,  Oion.  Colleg.  nnvi  .SS  soac.  13,  aas  d^ni  Cranier  aein«  Katnnun 
^  ApOTlalgfMb.  U»d  E»  dan  knthol.  Briefen  uionym  horan^KAb.  eo  linbcn  wir.  uUhoro 
PahüwldiiUiH  rorbahullan,  in  diesen  Drucken  die  Kutonen  des  Andiens  lu  eibliuken. 

4.  Den  Prolog  d««  Johannes  Drungnrios  xur  Je«aiaskitt«n«  ed.  pr.  Montfaucon, 
(Mtaetio  DOTa  Patr.  2  iPoria  ITOS)  3.'>0:  abgedruckt  von  FAbrlciua.  Uibl.  Kr-  8.  663  f. 
Da  diaaar  Prolog  ancfa  in  dem  cod.  Viodob.  theol.  26  gebolon  wird  (e.  Anm.  3).  so  erbebt 
lidi  dia  fYiC*.  in  walcbom  VerbUtniB  Johannes  Drungarios  und  der  Pri>«hyt«r  Andreas 
da  KalanTMaekraiber  m  einander  atelua. 

i.  Von  den  KatanoB  das  Nikctaa  von  Seiroo  oder  Hemklon  eitid  fnlgondo  gedruckt; 
I.  Calaaa  in  Job  lot.  ad.  Paul.  Comttolua,  Lyon  15ä&;  2.  Aafl.,  Venedig  15^7  (nacb  Haa 
4m  C«i4inal>  Canfla,  dea  Jo.  Vinc.  Pluellua  u.  a.).  Comitolun  nah  Olymniodor  aU  den 
. Tiifiaaii  an.    —  Den  griMih.  Text  ed.  pr.  Patr.  Juniua,  London  1637.     Diener  Text  iat 


d«B  ood.  Alexandr.  aaec.  5  entnommen  (so  Fabriciua  und  uuch  ihm  E.  l'ruuHoheall, 
Jnnius  ÜMB  aiof  die  Katene  den  Text  dea  Job  aua  dimer  Hb  folf^uu.  Abgedruckt 
M  Miene.  Palr.  gr.  93.  13—470  (unter  dem  Namen  de^  Otvmptodoros).  ~~  Haa:  Paria. 
SqfJ.  gr.  IfiS  a.  12  folL  4(H.  Viudub,  tbeol.  gr.  231  füll.  241.  taurin.  22  o.  1^62  füll.  380. 
Bmm.  btbL  cMimin.  A  I  2.  ~  Eine  viel  SUara  Kat«D«  sa  Job  steht  in  den  oadd.  Valican. 
iÜ  MM.  8,  Palmemt.  171  s.  7—9  u.  in  manchon  anderen  Hss.  —  2.  Calona  in  Mattbaeum, 


«4.BL  Corderina,  Sjutbolae  naeoor.  Patrumin  Mntth.  3,  Toulouse  1647  (aus  cod.  Uonac.  30. 
ttm  ahn«  die  hitt  slaliaade  Vomde).  —  3.  JHa  Kntene  «um  I,  Korintbarbrief  od.  J.  Lam  i , 
i«nidilonun.4(Floreni  I73?)!— ßSanarod- l.nur.  t),  10.  Kin  Varglaiob  mit  dem  Kom- 
■daaOekniDaniuBioigt,  daait  dieenr  Kommentar  in  jener  Katfne  anngjebig  bcnutat  wurde. 

—  Dnadiart  sind:  1.  Dio  grown  Kalnnc  tum  Lukaiovangetium.  dit>  in  4  Dlleber  ein- 
Phalli  iaL  A.  Mai,  Seriptor.  vnter.  nova  cuIL  0.  626—724  gibt  mohrors  Probon  und 
•I  liat«  dor  darin  gnunnten  Aa(or«n  und  onlnnhm  ihr  viele  leinor  unodierten  Vllt«i- 
b^maait«.     Sie  liegt  vor  x.  b.  in  folgenden  Usb:    Codd.  Vutiean.  1611.  Monac.  4T3  a.  13 

■i  7  Iturh).  Coial.  201  ".  I-''  fol.  3—605,  und  in  andoren  anonymen  Ha».  —  Die  VOU 
rdurioa  «diorte  ancayme  Lukaakatene  aoU  ein  Auxzug  aiia  diesor  Katone  sein.  — 
i.  i-1*  Kaimia  cnm  JabanneaeTangelium.  t.  B.  in  codd.  Taiu-in.  4  u.  1214  laueli  su  Mattb.}, 
r«ia.  3mnL  gr.  1(9  a.  14  fol.  G7— 406.  Pnimens.  203  saeo.  13,  Munuc.  37  s.  16  u.  427  n. 
tl-tS  BW  hb  Kuiit«!  8,  14.  Vgl  tu  den  2  Muten  Ha»  A.  K.  Uruob«.  Texta  and  ntudicH 
I.  4  (OMabridg«  I891J  19-30  (aber  2  Origencsfragin«Dt«  aus  dansolben.)  und  Britlko, 
INa  liwlianiniihiin  KtretenvUar  in  dor  ungedruekion  Katano  de»  Nieatas  tarn  Kvnngolium 
JiAaBBia^  naolog.  Stod.  u.  Kritiken  1^9.'i,  361—372  (bespricht  boaondern  Oiigoncnfrogniente, 
•la  ^  ta  daii  eodd.  Mona«.  37  u.  427  vorliege«.  Beide  llaa  sind  für  diu  ToxlOberliere' 
t  daa  Ntkolaa  JnUrawant:  cod.  37  xerlegt  nuuielimal  einen  otnhoilliuben  Tvxt  des 
.  437  und  gibt  dafDr  twel  VM^cbiedona  Autoron  an.  mtcb  fehlen  in  cod.  37  manche 
Talk.  4ia  cod.  427  bietet,   wlbrond   «r   die  Nuneu   aucinymer  Text«  dea  cod.  427  angibt. 

—  VA  a*l«h  Pb.  E-  Puaojr,  Cyiilli  Aleiaudr.  canimont.  in  Jebonnia  evangelium, 
I  (Oslörd  1872}  Vin  f. :  2.  243  (fUr  eine  Moakauer  und  Pariiier  Uaa).  —  S.  Die  Katene  tu 
dai  pMlusbriafan  steht  z.  U.  in  den  codd.  Ambrua.  K  2  iuf.,  A,  241  inf.  (anm  Helirik>rbrief), 
laMwil  It.  in.  vgl.  oben.  —  4.  Dio  Kalune  lu  den  Psalmen  flndat  aicba. B.  in  den  codd. 
CtU.  IM  a.  14  foll.  259  <Ps.  80-1&0),   Vntic.    Pnlnt.  247  a.  12  (daraas  bat  J-  B.  Pitra. 

M»  e(   claaaie*  &  (Rom  1888)  3-20  Kxuorpl«  aoa  Atbaoasios.   7.'>— 103  uua 

gtmthüftt),  Taurin.  7  s.  13.   Mos>).  8vnod,  19»  iwec.  13  n.  a.     Die   Kinteilunu  lu 

EkI«m  sUbt  nacli  A.  Mai  bei  Migno,  Patr.  gr.  00,700-715.    -    fl.  Kino  Kateno 


216  BTtuitia lache  UttermtargMohicbte.    I.  Prosaiwihe  Litt«rahir.         ^^M 

fm  im  4  graooun  Proleten   wird  iii  <l«<in  c«J.  lAurent.  b,  9  mec.  11  Nikclu.  aller Jn3 
totale  Biber«  BeMidwniie.  Eii|(i>vi«nvt.  —  Celi«  Nikebu  im  ultgL-mi-mtMi   vgl.  C.  Oudiaj 
Oomm.  ^e  Script  «od,  2.  TN  ff..  Fuliriciuii,  llibl.  gr.  ',  TäO-  &2. 

6.  Det  Prolog  lu  der  Jf^tuiHBhiit^DU  des  PHlfiurehco  Nikolaoa  HuialoB  iat  f|o- 
dnidtt  bpi  MiKnc.  Patr.  gr.  lUG.  )06u  f.  Er  v«r)ir«itot  noh  OW  4i«  Orttiide  der  C'nlilw 
hait  d«r  hl  Schrirt.  —  Di«  Katvne  ti«lb6t  »telil  x.  B.  in  d»n  eodd.  LanrMit.  ^.  8  s.  li 
(bin  KapiM  IT).  Bodl.  Cnnonir.   b9  a.  16.  Moaac.  14  s.  16  foll.  460  (bw  Kapilol  16.  U>. 

7.  Di«  Ntfophytoa  Enkleiatos  nKeMhriebeae  Kateoe  lun  BobonUad  t4«bt  i.  B 
in  ilcD  codd.  Mutiit.  155  a.  15.  Miilrit.  0  iS  a.  155«  n.  0  63  a.  1$.  Mooac  13)  a.  16  foL 
72~16S''.  -  Nnob  Atiawciia  d«*  cnd.  Mon  nc.  XII9  ixt  no  mit  der  frokopto*  von  (lata  tu* 
gcacrliriobonDn  Kntonii  naliMU  idontiich. 

ä.  l>io  Vorrodon  dnr  Kntontin  do«  Maknrioa  Chrf aokopbaloi  ed.  pr.  Jo.  Cki. 
Wolf,  De  catuiiia  graccor.  E'bIt.  Siit!.;  ibgodTUokl  bei  Fabriciun.  Bibl.  gr.  Ü.&Tif. 
6ä'2  f.  und  bui  Mtgne.  Patr.  fr.  150,  240  ff.  —  Di«  Katen«  cum  HBtElilLuBevwieeliiiiu  iil«hi 
in  den  cudd.  Bodl.  Harooo.  16«  m.  134«  (dB»  I.  Buch,  vgl  Wolf  ■.  a.  O.  8.  23  ff.).  Paünaiu. 
381  a.  1349  («nlliätt  das  2.  Buch  von  Matth.  8.  5-17,  18;  vgl.  Rubioseii.  The  daMinI 
review  1887.  2^1),  Paria.  Suppl.  gr.  28  a.  15  (Fragmeut«).  —  Die  Katene  la  Lukas  liMl 
vor  in  d«n  cudd.  Vatiean.  1437  u.  1610,  Budl.  BaroM.  211  s.  15  foll.  233  (16  My».  tcL 
Wolf  a-  a.  0.  S.  80  IT).  Taiirin  101  e.  10  füll.  I'JI  (nnvollaUndig),  Siniut  314  a.  17-13 
foll.  246.  —  Kind  Ei-z^  /ni  imJQO/tiK  iSnir  boi  Mi^ne.  Patr.  gr.  150,  237—240.  —  Eiu 
Kxpoütio  in  canones  Aposlnlnr.  «t  concü.  onrtthnt  I.,  Allntius,  Contra  CrrjgbtniMini  &  68(1 
—  Vgl.  Villoison,  Anecd.  gr.  2.   5  ff. 

9.  Die  syrische  Katonc  dea  Sevorua  von  Edes^n  beflndnt  aieh  in  dorn  ooiL  «yri 
I  [158  doa  British  Musoum,  die  von  Dionysios  Bnt'Snlibi  in  cod.  Kidi.  7184.   Wright,  C 
'  logil«  of  tho  srrinc  maa  etc  ,  em-fthnt  noch  «iniga  andere  sjriachc  KiLt«n«ii  (mdd.  ajrr. 
K55.  oud.  FHrsh.   1).  —   Der  cod.  ßodl.  cnreh.  143  eiithAlt  t'ragnieiite  ein«T  K>leBe.   — 
nutzt  wurden  die  syrischca  Katenen  von  Cureton.    Martin   (für  Pitra.    Analccla  i 
tid  4),  de  LauHrdi-,  Cuwpur  u.  a.,  dooh  vornehmlich  nur  fllr  die  Uteron  Kirchenad 
ateller   und    ohut-    »vatf^iuHtiachu  DurehfQlirung.    —    De  Lagarde.    Cat«tia«    in   evaaji 
aeKVi'ti^K  jn'  i|ii.i'  -ii|.iTHiiiit.  liMiiiiiiren  1886,  —  ¥är  einen  arabischen  Kommentar  mr  G(«i 

in  it'  III  :  th  I  Li.  ii.    I   11  .  Mii.|t  weirden,  vgl.  P.  de  Lagard  e,    Mat«ri*U«n  anr  Ki 

und  i<irB>.*iiii-iit»  lU»  I'viiiiiieiK'lii-   1—2.  Loipiig   18i)7.  —  Die  Catonn  anrra  dnaTbimai  V; 
Aquino  ed.  ii.  a.  3.  Nicolai,  neae  Ausgabe,  Paris  1809.  3  Bde. 

94.  Asketische  Eatenen  oder  christliche  Florilegien  »ind  Hamm- 
tunge»  von  A iis.-spili(;li<:ii  «us  der  lil.  Hclirift  uml  doii  Kiiclieaschriftetdlorii 
Über  Tugoodcn  und  Laster,  Pflichten  und  Übungen  dos  religiösen  Lelicu». 
Sie  liilden  da«  Seitenstück  zu  den  asketischen  Abhandlungen  und  stehen 
zur  askutischcn  Litteratur  in  demselben  Verhältnisse  wie  die  Ketten- 
komraentare  zur  exegeti^hen;  nur  sind  sie  weit  weniger  zahlreich.  Di« 
einfftchsten  FInrilegien  sind  diejenigen,  welehc  sich  nnf  einen  Aut«r  be- 
sclirllnkon  und  düt^eti  Kerstri-ulo  A\isspriiclie  über  nioriklischu  Vorvürfe 
I  sammeln.  Gregor  von  Nazianz,  BasJUos  d.  Gr.  und  besonders  Johannos 
Chryaostoraos  wurden  bei  der  Herstellung  solcher  Katenen  bevorzugt.  Si« 
lasHen  sich  bis  in  das  10.  Jahrhundert  znrilck verfolge»  und  sind  mcititens 
anonym.  Viel  Älter  ist  ein  weit  angelegtes  chrtNtliclic«  Ploritogium.  da» 
wulirscheinlioh  im  6.  .lahrhundcrt  entstund,  ursprünglich  in  S  Bücher  zei^ 
fiel  und  Tti  ir^ri  bL'tttelt  war.  Das  erste  handelte  über  Gott'  und  gött- 
liche Dinge,  das  zweit«  über  den  Menscht-n,  das  dritte  über  Tugenden  und 
Laster.  Spfiter  wurde  die  Dreiteilung  verlassen  und  das  Ganze  nach  Ktitb- 
Wörtern  in  alphabetisch  geordnete  Kapitel  oder  TltXot  gebracht.  Die  be- 
kannteste Itezeuition  in  alphabetischer  Anordnung  ist  Tä  U^ü  nttfuiXÄtla 
betitelt  und  wird  ohne  ersichtlichen  linind  Johannes  von  DiimaskoH  xn- 
geschrielxin.  Diese  heiligen  Parallelen  sind  »elbst  wieder  in  verschiedi-uen 
Rezensionen  handschriftlich  vorhanden,  und  von  den  zwei  ersten  umpräng- 
liehen  Büchoru  sind  neuerdings  auch  Bearbeitungen   in  Hss  nochgewieaeD 


t  Tbeologie.    F.  Kateii«B.    (§  3j) 


217 


-don.     Eine  Rezeaeion  do«  ursprAo^ichen  eriiftcn  Bticliea  liegt  vor  in 

9  Codex  Ooislinianufi  27C>  satv.  10.  Eine  Kczctkiioii  des  zweiten  hatte 
on  frOlipr  A.  Mai  auEUiig^weine  verflffontlicht  aus  dem  Codex  Vatimnus 
>S,  der  CK  unt«r  dein  Titc-1:  yttovifav  n^tü^vt^eov  *al  'Iwm-rov  tüi' 
«y  ßißh'or  dti-itpor  outhält.  Loof»,  Wendland  und  Cohn  liabon  unsere 
ootnis  des  .christlichen  Urflorilegiums'  in  neuester  Zeit  gefordert;  aber, 
t  der  erste  9elb«t  bemerkt,  die  Zeit  fUr  ahschlieK8eiidL>  Untersuchungen 
rd  erat  kommen,  wenn  die  HaupthandKchrift«n  Uberselihar  geworden 
vL  Die  handschriftlichen  Forschungen  werden  sich  auch  Qber  die 
rigen  christlichen  Florilesien  erstrecken  nnd  deren  Vcrhültnis  zu  den 
fä  nagäXii^i,a  fo3Ut<,-Ileu  mil».sen.  Die  Erforticliung  dieses  ganzen 
HMVttinwetges  ist  auf  joden  Fall  eino  der  vielen  wichtigen  Aufgaben, 
(feka  die  bTsantinische  Theologie  an  die  nächste  Zukunft  stellt. 

BiDS  dritte  Gruppe  von  Florilegien  bringt  neben  AnszUgcn  aus  der 
i  Schrift  und  nu8  den  Kirchonvätcrn  solche  nun  den  klassiiichen  Schrift- 
lOcrn.  Inhaltlich  unterechoiden  tue  sich  von  den  christlichen  Florilegien 
tdi  Art  der  hl.  Parallelen  durch  den  Wegfall  der  spezifisch  christlichen 
MAhrungen  und  die  Beschränkung  auf  dax  Gebiet  der  allgemein  mensch- 
Am  Moml.  Eine  solche  Katone  iitt  unter  dem  Numen  des  Maxime» 
Mdteaor  gedruckt  und  trägt  den  soeben  bestimmten  Charakter  an  sich. 

10  Aatorschaft  des  Maxime.«  ist  aber  sehr  zweifelhaft  und  entbehrt  vor- 
u8g  jeder  inneren  Begriindung.  Von  deu  Kirchenvätern  werden  Basilios, 
ffffir  von  Naxianz  und  Johannes  Clirysostomos  am  meisten  eiticrt,  neben 
locn  eine  Reihe  von  älteren  Asketen.  Viel  zahlreicher,  aber  in  der 
egd  viei  kflnter  sind  die  Auszüge  aus  den  klassischen  Schriftstellern, 
'anrandt  mit  dem  Florilegiuni  de-s  Maximos  sind  die  der  Mönche  -lohanncs 
oorgidee  und  Anlonios  und  andere  anonyme  E-Xzcrptensammtungen  {vgl 
Inralucher).  Die  Forschung  wird  beide  Florile^eiiarten  hei-Ucksichtigen 
iOhko,  um  das  VerhUltnis  beider  und  deren  gegenseitige  Beeinflussung 
Iber  m  b«fltiuuDon. 

1.  KatottMUtig«  SiuBraliinKOii  von  «tliiiichen  .^nmprUohen  einzelner  Kirelinniichnft- 
ktir  Ummi  vor  in  rolgwiden  lim:  I.  Aiu  Johnniio»  Chrysostnmos  in  dnn  codd. 
lh«B  2127  ■.  10  (in  100  Kapiteln).  Vnricui.  i'nlitl-  8TT  «.  10  -1 1  (in  :1'2  Koinilinn).  Angelic. 
ILI 1.  II,  UareÜB.  119  s.  II  lin  ü'i  Homil.),  Murcinn.  I'20  a  11  (in  h  iCentiu-iiMi).  Uxoit. 
U^.  ami  t<3  •.  II  (JM  80  Uomil.).  I'nm.  ]ü'>S  h.  13  (in  U  llomil.),  PiirJs.  1029  o.  Ih4'i  lin 
t  finil.),  Paria.  lOSO  s.  16  (in  ^ä  Homil.).  Vgl  nuoU  S  77  Ubor  Thoaclan»  Du|iluiupHt«8. 
■t  Am  BaaJIioH  i.  Grosaen  in  ileii  eoAd-  Paris.  973  tt.  104ö  (üi  24  SörmoHus;  vor- 
iitim  ron  itt  Satnmluiig  AtA  Üywvim  Mi-tnplirastB«),  Coiiil.  114  s.  14  (iu  22  Homil.), 
jilaB.  F  ^7  ■.  I't7&liii31  Hoini!i«n.  ziuiHmiiii>M  inil  JuljonucH  Cbrj'auslomos),  —  .V.  Aus 
lra|or  von  Katiaai  in  (Um  cod.  Mmu,  ayoüd.  213  b.  12.  —  4.  Au«  JolianncH  Klimax 
•  4m  eo4.  Paris.  1140  A  s.  14  fol.  26-38. 

2.  Dia  JakuaiM  von  DamaakoR  ingeacLricbenen  Sacra  Parallek  ed.  jpr.  M.  Loqiiicii, 
i  iNaaia  Dmusc.  Op«nt  S  (Paria  171S)  374-790  ua  i)«m  rod.  Vntic.  l'iÜB  n.  i!>  (aua  ilcra 
**  Itfals.  Cafcawatatng  von  J.  Uillina  1S77  baaorgt  «nrilon  war)  mit  Proben  aus  ilum 
iA  HtpahalÄtM  (j***t  Barolin.  Ptiiltinn.  1450);  abgodmckt  b»i  .Migne,  Patr.  gr.  95, 
M-lliM.  M,  9— 544.  ~  Ein«  Mtnr«  ttrannaiDn  il«*  2.  Buches  der  urBprQnKliebim  IfQii 
*.  rr  Mai.  Script  r«Ur.  nov*  coli.  1  (Kom  1K2&)  S.  43-90  u.  7  (Rom  1HS8)  74  - 109 
ili'aiaii  •0»  mhI.  VatJc.  1553:  ebgedniekt  bei  Uigne.  Patr.  gr.  »6.  2.  2016-2100. 
'••fa  bkH  «•  Ar  wabniefceiiiU«li.  doaa  Leontioa  von  Dyziuix  an  der  Abfaaaung  daaselban 
Mbt  war.     Dwaa«jbe  Buch  ale  nnlcr«  Schrift  in  dem  PalimpBOsImdex  Vstio.  I45ß  a.  8 

11  P,  BatiffuI,  L'abbaj«-  ds  RoBsanu,  Puris  1891  8.  65).  bei  Avm  die  ureitore  Fonichuni; 
tl  4a>  3.  BmJi  Diiia^tx«!)  tnuM.    -   llHUptsi-linft:    F.   I.oofs,   Sludieii   flb«r   die   Jahannea 

e: — "- 


BysMiUiusclia  UU«ratarf««clilefat«.    L  Pro««wei«  Iitt«rAtflr. 


tM«  «•  anfTtaglMli«  Tom  d»  Sturm  ParatMa.  OtÜ»  ISM).  LeofB  besprickt  dii  Um 
%tt  bakaaat  gawtrdMtea  Um  der  PanlUca  |hmamiWg«i»  iat  ii«bw  Mm  voa  LmA 
■MfttrtsGeb  twiMülw  «o«.  MaMl  0  &  nodi  4ot  cod.  Ambrw.  B  26  tnf )  a»d  «rtctK- 
ao4aam  im  Qwllwi  md  Gnndrtl»  nr  KckonatrakHoa  der  3  BUdwr  d«r  V(fn  mit  bo 
■M4««r  Bortcknitlitiniag  dar  codd.  Vatic.  I&&8  md  Coisl.  2T6.  —  Zo  dsneelbao  R<«it 
Ittan  gabncto  I..  Coha,  Zu  ii>dirritt«a  üeh«rti«f«mig  PhÜM  md  dw  Blttfron  Küxkts 
TU«r.  Jkbrb.  f.  pnt.  Tbaol.  (18)  M^i,  480-90.  Vgl,  dam  P.  Woadlknd.  B.  7.  Ml»93| 
e04-e00,  N*a  «nUMkU  Krmtnwxil«  PUk«,  B«rlin  1N91  S.  18-20.  -  €.  W«cfa»malb, 
Btadica  at  dm  eriecbiscliaD  Flonlefito,  Bariin  1^^  S.  1—44  balle  oino  genaue  fi«- 
•dmibuc  dca  cod.  l.aaniit  I*.  2i  mgabto.  ~-  VgL  auch  J.  Rcaclcl  Uarrta.  i'nt' 
mrti  of  Fliü*  Jodaana,  Cusbridga  im  S.  VII-XXVII  (aber  die  codd.  Rapefac.  P*ni. 
n»  m.  Coial.  20). 

8.  Koeb  Hieb  mtmwobt  md  (blgaada  Hm,  die  ehiistUeke  Fkirilegi«D  mtlialtaB] 
codd.  Paria.  9jH  s.  10  foU.  870  iLod  tammmaea  Ibealosici  24%  ex  88.  Palram  opcdbu 
exoenrti),  Tnria.  S43  fol  32-271  aaec.  11-12  (wafaracbalnlicli  eba  MlbaUadlge,  alolit 
alpbatwoMlia  B«z«nHion  d«r  Sacra  Paratlela;  daa  laalicfc«  FlorileciBm  ataht  in  einer  Ht 
in  Ath«n,  aaa  der  J.  Sakkeliun,  JtXiinr  2aStU)  681— JU  die  Cabenebrifton  d«r  100  i:«- 
piUil  miiuilta).  VaUc.  Palat.  388  a.  13  toi  1— S»  (Apopbtlwfnata  ohriatiaaa  in  II.  3  <ii»(incU| 
•laa  1.  l{u«li  f*h1t).  PAiis.  1143  a.  13  M.  1—310  (CoII««taBaa  SZaüMtio),  Bodl.  Baiooe.  i 
a.  14  Tal.  I  153,  Puia.901  saec  14  fol.  96-232*  (Excanta  s«u  MmionaoH  o  SS.  Piiri- 
boe  ad  morea  informnndoa  portjnratia).  Patsieaa.  bH  saeo.  14,  Paris.  1141  s.  15  fol.  1-Gi 
(narilngiiini  de  virtotibos  «I  vitiia  ex  Hrriptorib,  sacris  et  a^wiawWcia  oolloetam),  Pim 
1144  a.  15  folL  227  (CoUaeUnM  es  ecriptor,  eccl.  Mp.  3-35),  Tatto.  OUob.  43S  a.  1131 
fol  7-80r. 

4.  Zu  den  eakeÜHchon  Kat^inm  iiil  ancli  doe  Urieiöyior  yvotfumr  dea  Elias  Ek- 
dikea  ana  Kr«ln  Imn  dom  12.  JuhrhuncJMl)  tu  rcchorn.  daa  bei  Migne,  Patr.  gt.  ]tt, 
1138-114»  nnvullBtandig  ediert  iat.  Miy;ne  ebenda  S.  114^—1170  gibt  140  Kttfälmi 
yrmvtixii  von  domaelben.  Haa:  Vnlic  Palat.  91  a.  13,  Eamnal.  2G»  a.  14.  Pari«.  362  & 
8S8,  Viadob.  Ilieol.  287  u.  234  il  a.  (die  Anulil  diT  Kapit«!  iut  iu  den  einM'lnvti  Ha» 
•obiedsn),   —    KOr  dJo  ' Jinuf9(yiiaTa  tivimr  Staifneeiv  nm^poH'  vgl,  §  84  Anm,  8, 

ü.  Uelier  die  aaeroprofaiieii  Florilegleo  des  Muximua  ConrvMor,  Johannes  Oeo 
Antonios  o.a.  vgl.  KramDBchor. 


2.  Geschichtschreiber  und  Chronisten, 

9&.  Einteilung.     Koin  Volk,  die  Chinesen  vielleicht  ausgenommen, 

eine  «o  reiche  histfiHschp  Litterattir  wie  die  (»riechen.   In  iinuntei^ 

ler  Kcihenfolge  geht  die  Überlieferung  von  Ueiudüt  bis  auf  Laooikos 

kondyle«.  Dio  Oriechon  und  Byzantiner  haben  die  Chronik  de»  Ostens 

swei  Jahrtausende  mit  gennssenhafter  Treue  fortKeführt.     Bei  allen 

Enkungen,  die  .sich  aus  der  Kmpfdngliohkeit  und  dem  Vermögen  der 
er,  aus  dvm  Wechsel  der  Stoffe  und  der  individuellen  Ffthigkoiten 
n,  hat  sich  die  historische  Litterfiturf^attung  bei  dun  Griechen  bis 
t  Vernichtung  ihrer  nationalen  SElbatändigkeii  durch  die  Osmanen  stet« 
feiner  ttiu^ehnlichcn  Hnhe  behauptet. 

la  der  byzantiniMhon  Zeit  zerfällt  alle  Darstellung  goschichtlichor 
in  zwei  stark  verschiedene  Gruppen:  in  Geschichtswerke 
ntiken  Sinne  und  in  Chroniken.  Der  Untentchied  beider  Gattungen 
kt  Mch  auf  Stoff  und  Form  und  demgemflä»  auch  auf  das  vorau»* 
Publikum.  Die  Vei-faaser  der  Qeschichtswerke,  die  wir  schlecht- 
lab  Historiker  bezeichnen,  behandeln  einen  massigen,  von  ihnen  selbst 
en  oder  ihrer  Zeit  kurz  vorauKgehendeu  Abschnitt  der  byzantinischen 
Ucfate;  «ie  schreiben  also  Zeitgeschichte.  Zuweilen  ziehen  sie 
Thema  auch  Brtliche  Grenzen.  In  ihrer  Technik  und  Sprache 
I  sie  alten  Vorbildern  wie  Uerodot,  Thukydidas,  l'olybio«  oder  solchen 
Jfantinem,  die  sich  an  diesen  alten  Muxtern  gebildet  haben.  Ihre 
Üktioa  ist  daher,  wenn  »ich  auch  nach  Zeit  und  Individuen  bedeutende 
AwühnngaP  ergeben,  im  Prinzip  altertUmhch  und  puristisch:  sie  streben 
^H|iMher  oder  wenigstens  hellenischer  Vollkommenheit.  Das  Publi- 
H^n*  welchoi«  stio  schreiben,  i.st  der  au.serlcsene  Kreis  der  Gebildeton, 
Is  Hofes,  der  hinhören  Goisthchkeit  und  Beamtonwelti  ein  Kreis,  der  nach 
In  «Qgemeinon   Stande  der  byzantinischen  Kultur    bald   grOsser,    bald 

rr  wird. 
Kebcn  dvn  Historikern  Htehon  die  Chronisten,  die,  wenn  sie  auch 
ttlit  raaeclilieflslicb  der  byzantinischen  Epoche  angehtlron,  doch  erst  in 
Btwr  Zeit  za  einer  grosseren  litterarischen  Bedeutung  gelangten.  Ihr 
llill  ist  die  Weltgeschichte,  die  sie  von  der  SchöpÄing  bis  auf  ihre 
i|Me  Zoit  oder  einen  kurz  vorhergehenden  Abschnitt  heruntcrnihren;  mit 
»diliesfien  sie  mit  der  Tbroubetitoigung  du»  zu  ihrer  Zeit  regle- 


teibb 

(UmI   änyphn 

'.Hinnuken,   wie 

«ndscfarift  \CüL 

VaA  w  BBhn   die  Be- 

fttafet  «sf  «n»  raderdmnnk  xortci. 

"•i*- 

SMuhfln, 

ist  4tt 

ZwttXtB 
QO<fiHicMidw 
m  %«BerkeiL 

&*(■    BMBBOHiBWII    niM 

«Apnefat  die  Form. 

gleicligaitiBt 

«•  ab  m  tMDperierl« ' 

D»  abar  alk  Sunar  gi>bi]ilet«ii 

fiKtfiibreB.   die   tnuUtw- 

n.    so  gelang  w  d% 

'ia»Hm  Krfftoi  Atr  Cknoirten  nicht,  die  ve 

""  .>-i,i(tMyfc  md  »ftHaktiatk  w»  Teredda:  «ie  blieb  unter  ili 

Hm  tnl^h  nnjytAfpM  aui  ftamfm  Werkmag.     Schon  die  Wa 

Mtf  iroi  KflhrM'ri  d«T  Liru^ratur  m  grladbch  vermcht«t«D  Mitteln 

Vfif-: lU-i'iM  howid*!,  rlM)i  Aitr  Chronviten  aidi  nicht  mn  denaetben 

hrM«  WAfi^M,  fr)«>  d)«-  ll)*t/>nk«r,  Konderii  an  die  groese  Uaase  des  Vo 
In  utmUn  t.iiih-  hk  'I)i<  Tii<i>HiiidrT  N4-hwachgebi)det«T,  aber  nach  fromtner 
li'htiirtM  Dtffrf  den  (luitu  (I<t  Wcltlicgvbeahoiten  begieriger  Kloet^rbewohner.j 


nmüm 

I  Hifl  *lb* 
-     KniM  irmbi 

KewhrtnkMn   An 


',  V-l  l(  ;i-l...    ii^.i  |,|,|M  WmIm.ii- 

I'    "  '  Wt»    HKbr 

I    '        '  tinllinaiiliriiDilIii' 

"'■     ■   ■      ■  hl.        ,4,.   iiiii'li   III   llln 

II ("1*1  »|i|ii'H    A  |>»iiiiit||iiiiiihli'lil»ii    "Iri- 
(Imtiini.       VmI    H     4 


hniovii 


Aii4'it»l»< 
|tti<  I  ..    . 


l,l|<iili<N,    ll|>>    n]i»- 

''    "     tlllil      A|>uatal' 

<ll'i    iltiil  hUi'HI' 

ii>linkr>l|(ii|il«  ili»«ur 


RigRi»tllinli«bk«fl  rnrdtrat«  nim&al  im  ( 
ZiiHMiiniMibRCgd  ontersucht  xii  wvrdrii,  «^ 
liDi    «ucJi    die    KiiDStfieMbicht»    (Alkuoni 
bilrli  u.  ft.  w,|  XU  licrticksichligno  «uro. 

')  Ein  liab«rh(>a  Uegeostück   lUi   DiB 
mixi«ruii)(    <I«r  Historiker    luid  Chr 
tii  tl«r  l>j  lAiilinischen  littenlur  bililon 
Uomarkiingon  desScmproDiiu  Aairtlici  abot  ( 
UnlHMithicil  v«ii  Annitlei»  und  Uintertl 
W  tioUiiw  B.  \  18  (I  $17-320  ed.  M.  1 


2,  O«achiehtaohreib«r  aai  Cbronisten.    (g  95} 


221 


H«Ai|Ba||»fi||jiGwchioiiti4wcrko  hiiheroii  Stils  als  die  populären  Chroniken 

"VUIM  <m '^nefra    MiüvIhIU^-,  »U   infolge    (Il'I-  »tvtig  foriächreitendcn 

Tertaderimgea  der  lebenden  Spraclio  eclbtit  die  einfache  Darstellung  der 

QroBist«n  den  weiteren  Kreisen  niclit  mehr  villlig  voratändlioli  war.  vicl- 

bdi  in  dio  zcit^nQasisclie  Volknhprache.  flbcHrn^en;  liiliifig  blit-b  vn  nicht 

bei  der  bloKsen    Cburirngung,    sondern   ck  wurde  aaa   mehreren  älteren 

Werken  ein  neues  zusummengefügt.    Dabei  wurden  nicht  bloss  die  Formen 

ud  WSrl^r,   sondern   auch   der  ganze    Ton    der  RrzAhhing   popularisiert, 

ond  wtb»t  der  Inhalt  wurde  durch  Einflechtung  sagenhafter  ZUgc  dem 

OeMhiDacke    des    Volkes   iiilher  gebracht.     Die    Bearbeiter   htillL'u    sieh, 

«pU  ohne  Ausnahme,   ins    Dunkel    der  Anonymität;    dass   ein   Historiker 

•eUwt  eine  Volksausgabe  seines  Wi.'i'k»  veriiustaltet  habe,  wie  man  geglaubt 

lut,')  t«t  dnreh  nichta  bezeugt    und   vOllig   unwahrsrheinlich.      IJic  Zahl 

nlchier  Unuirbi-itungen  ist  erheblirh;  doch  hat  man  sie  er^t  in  derjQngsten 

Zeit  richtig  gewürdigt,  und  nur  wenige  Exemplare  sind  gvnauer  bekannt 

geworden.   In  dieser  volkstümlichen  Gesehichtslitteratur,  welche  den  Dualis- 

m*»  in  der  mittelalterlichen  griechischen  Sprache  deutlich  illustnert,  troffen 

wir  <na  alten  Autoren   Josepliiün  FlaviuK,   von   Byzantinern  Theophanes, 

G(«fies  Monachos,  Kedrenos,  Zoniiras,  Manusses,  Anna  Komnena,  Xiketas 

AkoBÜnatoa   n.   a.     Ihren   volksbuchartigen    Charakter   verraten  manche 

dieter  Werke  schon   durch  das  Format  der  Hanilschriften;   z.  K.    hat  der 

(U.  Marc.  Vli  20,  der  ein    mit.  Manas.'^es  verwandtes  vu]gäi-gHcchischef< 

OnchichtAbuch    enthält,    dasselbe   kleine   Quartformat,    das    wii-  bei    den 

Mirten  Uandachriften  der  Vulgärromane  und  dann  auch  bei  den  Venezianer 

Ikwkao  denelben  Wmerken.     Kine  xusammenfassende  Untersuchmig  und 

Dtratedong  di««er  ganzen  für  die  Gesehichto  der  Bildung  und  Sprache  des 

piedüscben  Volkes   im  Mittelalter   ungemein    wichtigen    Litteraturgruppe 

Hre  erwQnscht.    über  einige  Vorarbeiten  und  Handschriften  wird  in  der 

8paaldar«tellung  berichtet  werden. 

NatQrlich  ist  mit  diesen  zwei  Gruppen  die  Gesamtmasse  der  aufOo- 

Kkicbte  bezüglichen  Schriftwerke  der  byzantinischen  Zeit  nicht  erschöpft. 

EsLoumeii  zu  den  Historikern  und  Chronisten  noch  vor  allem  die  HeiUgen- 

Wbta,  von  denen  manche  als  Quellen  ersten  Itanges  fflr  Geschichte,  üeo- 

pifltic  und  Topographie  gelten  dUrfen,  dann  Bonatige  Biograpliien,  mono- 

pifhiache   Schilderungen   wichtiger  Ereignisse.    Klosterstiftungsnrkunden, 

Men,  Briefe  und  Oelegenhcitsgedichte.   endlich   die   unübersehbare  Zahl 

na  itaatlichen,  kirchlichen   und  privaten  Urkunden  jeder  Art.     Näheres 

•fcfT  diese  lustoristhe  Neben-  und  Kleinlitteratur  tindet  man  teils  In  eigenen 

hnigrqiheD  am  Schlüsse  des  Kapitels   Über   die  Historiker,   teils    in    den 

Ahteknitten  Über  fUiotorik   und   PoLisie,    teiU    in  Anmerkungen.     FUr  die 

fMH  Miaw  der  Urkunden,  die  für  die  Geschieh tsforschung  wichtig  sind. 

*be  ijiw  aelbstündigü  lilterarische  Bedeutung  zu  beanspruchen,  kann  nur 

uf  dio  unten  angeführten  Kollektiv-  und  Kin^ielansgaben  verwiesen  werden. 

I.  SaMnelsUHeabeu  der  UJntorikür  und  Chrouiiilcn:  A.  Uns  l'ariiter 
a*tfm»  wwde,  Bachdein  durch  rrQli«rc  Aungiibun  cinKobor  Autoron  der  Budua  vorburnitet 
■■^  im  &irftnge  d«»  Ktatgs  Ludwig  XIV  aaUn  dor  I^eiliuig  de*  Joüuilon  fliilippLalibo 


')  Salmaii««  bat  PaWidiM,  Bibl.  gr.  «d.  llsri.  7,739. 


222 


titt«r«tar. 


AUktii^   Ha 
Zeit  sUnneiiB« 
begMUiMM  Oh 
Bodi  181» 


4tr  B«rifMr  Akmi^mm  farteMiM, 


PsriMr  C«]ai 

g«n.   Jamen  ■! 
aachssdrüdit.  Sm 

B.  G.  HhMb«  makamammta,  tfiUi  t» 
1*B,  Ba«B  1SS8— 1ST8.  Ot^nalittf; 
Or  iM  Cofpw  atKik  im  SMmilfmi  dMZaMns  tm  Tb.  BBttatr-WoM  varbmüd 
!»•  vamn  üvUrngm.  «»  «ck  «■  Amm  CaUiMfeMa  gBkaapft  hatten,  «ardan  «mh 
4aa  lUanl  «Mar  awhtMJigiaii  «»d  inirgianhiii  ObtrUtaag  va4  nMihr  no«b  dweh  Ä 
OUabüuiikail  ni  AliMigBi«  4(v  mtitttm  mbAtUtr  Ctm.  L  tUlcon  und  W.  Dindoi«) 
faM  rtNIs  rtnML  Von  da  M«t  dam  bwUiMa  4m  VancMovr  Na«bdnMkM  m 
•niKUMal  vara&DÜidM«!  ABtorcn  wie  Kqnat  P^mki  i  ag—— In«,  OsorgiiM  I'üuda«.  PhnslM 
a.  a.  w.  atyafcBB.  M  diaa  Bowaer  Caiy  mÜ  «Milcn  AwotdinM  niehta  ab  ein  tAUM 
rarlilhirtar  Abdnck  dar  Pariaar  Stnntmag.  Wim  «•  Tat«  wa«ig  KeflMert  wnrdcD,  ai 
vMartillalt  aoek  dl«  UanarWtaoi  odar  Ke^wtaltang  ihr  KMBvaatar«  und  iDdicaa^  Hia 
bagniKU  akh  meita  mit  dun  AMracl:»  d«r  klua,  oll  wailachweiflgaa  bihI  üer  VerUa» 
nwi  ündOrflix«!!  AemBritiisg«n  drr  Pariatr  ABag*b«a:  dia  IndiEta  «ardea  teils  vSlIif  <B- 
vnrlnilTt  lir>laM«ii,  ao  ilaaa  lÜe  Stfllaa  Mck  den  ■■  Band»  baigiAgtea  SeilmmMea  im 
l'ariMr  Anj^alio  xu  sueliea  afad,  teib  aacb  dar  Benan  PipiiieraBg  •ii£«|MMt,  eine  Ift- 
ICMMwiiiMix,  dr«  jnili'in  i.eaer  bgorliclin  Staaden  baraiteL  So  iat  dM  BoBner  CcnOi 
^Brahiaa  Biclit  m  t'mom  ,ftr  dio  Philotefia  md  Gaaclucble  höchst  erbebUelieB,  nr 
UBaorr  Ifation  rutrmvollmi*  Warkn  grvorier.  «in  m  Niebohr  in  Anaeiclit  gwlellt  haU*: 
nliriicmi  hat  nr  iwIlMt  knnt  wr  »iTiiim  Toda  du  gntue  Unternebtnco  bIh  uiBbarUgl 
boKi'lrlinnl.  Man  Eili(<rt  in  tVankicith  Doch  tncnt  UAch  der  Pariser  Sammlung,  häi 
iinM  i|AU'ilhnlirh  nndi  i]«m  flonnpr  Corpun:  Uns  IcUore  wt  aaa  pnüctiach«!!  tirAadna  «oplifa- 
lenawrrt,  da  di*  oIwm  Miltvne  fnriiter  äammlaus  miDclicui  nn»WK>iiglieh  faleSit  nd 
ndniD  in  llir  mnhrer«  im  Bunnirr  Corpua  BUfKVnominun«  Aut»reti  foDMi.  BeKrtdlongn 
d««  llntinor  Coniun  von  K.  Hopf.  Jalin»  Jahrb.  T&  (1657)  76U  IT.;  von  O.  L.  F.  Tafelt 
Kimm II rinn  und  Nartiiniinvn  !^.  XX  ff..  Silzuiiit^bur  Wien.  Aked,.  )thil.-bist.  Cl.  llÜ'i,  31  C 
und  UUiicliun«r  (I<il«brU  Aattintn.  hibL  Cl.  l>*!>*.  %  150  I..  \»l  f.:  von  C.  de  Buor.  Thw 

ehaiiea  9  (1861^)  UM  f.    Vul.  nncli  deu  BencH  Niebuhrs  Über  den  Forlgang  de«  Bonmc 
uriitw.  Rhein.  Hua.  1  (IfUlS)  :i^9. 

1),  Kti'ltiiili  wiirduiL  die  nieiMten  Teile  dee  Bonner  Cnqino  mit  RommeBlarea  ■•! 
loilliioe  ohnii  kritinpli»  Vci'b(<w«<rn[iguti,  aber  auch  ohne  allin  reiclilirh«  DraobfcJUcr  wiedi^ 
llult  Im  dor  rntmliinia  (ii-aurn  vuii  MIgne  |16I  Bind».  Pann  1S.^T— 1866).  die  akk 
xnin  Itunnor  Corpus  ftbiilirli  verhalt  wie  der  Toneikner  Nachdruck  xur  PariMT  ScaunlMC. 
Vun  den  (iri<"^"*chuii  'ri'Xlcn  den  Bonner  Cornus  fclilm  hier  Johnnw«  Lydo«,  Zummh 
l'rokopiiw,  Thnnpliylnkta*  .^iinoknltDH,  Gf  nrt;ia>i  Synkollo*.  Miohaol  Attoliatcs  and  die  Stflet« 
ana  der  'l'ureofnweia  dne  Martin  (!^i'iimnii.  Urr  von  Migne  vomostaltolL'  Abdruck  hat  tb 
die  bytantiuia«h«n  Studien  voMii^nInni  die  Bodoulung  eiaea  Notbehelfes,  weil  Mcb  ia 
mnni'hpn,  heaoudi'r*  IhnoloKliii'bon  llibliotheken  keinu  der  drei  froheren  ^mmliingCB,  «aU 
aber  dia  Hiumrol''  l'iklf<>]ü|iie  bpündpl,  Wur  Bifh  oiti^beudi-r  mit  deu  lljrMBtineni  bv- 
Bchnniiien  will,  wjrd  iii>]ii<>r  iiuf  diu  PariB^r  biw.  das  Bonner  Corpna  turDekgreirta,  M- 
«att  nicht  vAllia  ni<ii(>  lli<nrbi<iliiU):en  vorliegen  wie  fQr  TheophAues  a.  a. 

K.  /ulutnl  muu  noi'h  urwhbnl  werden,  dnn  diu  Verlafahudlua^  B.  (i.  Tesbaer 
In  lioipiift  b<>K<>niu>n  bat.  niicli  dii>  byiunlitiii^huti  lliolorikec  und  Chrontaten  in  kitiMtbM 
UeuhMtimiCoa  dnr  wellbckiinnlvn  llibliotbeca  Toubneriana  einin verleibe«.  Bis  >att 
Uad  dia  manientc  di<r  klointm  Historiker.  Agalhiaa.  Tli«»)pb]rl»kti>«.  N)kei|iboraa  P„  ZmmM 
BBd  Abim  Ktiiiinon«  rnti'liieiipn,  --  Kanig4>  auf  die  KreuaUg«  beaOgltebMi  Stlkcke  aurdM 
iuiw  T«il  mit  ucrivullcu  nrurn  Kommentaren.  aBrcenenun«!!  ia  dw  Racaeil  des  hi)l<- 
ri*na  dea  croiaade«     llwiori«««  tntm,  it  voll ,  Part*  187&— 91. 

t.  Fragmente  der   thilorikar:   Fragment*  afiUgriechiaeber  nad   bj-iantiDiatfaff 
llialoriker  (lVxif|HM  n,  a,  w.)   ed.  U.  II,  Niebukr   im   oratev  Bande   de«   B«niiar  CorfM 
tliatorici  Oraoei  ninnre*  ed.  L   Diadorf.  2  voll..  Leipng,  bjbl.  TeaV 
tli  der  enito  Band  eothAll    v«ntehiulHh  die  von  Nielwbr  a.  «.  0.  heraa^ 


lUuu  lt<9tt. 
IMliMM  19W 


MCebeoea    FragMeat«,   der   iwoil«    UiMiaBder    frolvktur    und    Agalhiaa.    —     Ftagmeali 
llBUricorBM  OmofornBi  «d   t'ar.  Nnllcr.  tuL  4  nad  6,  Pan^  DldM  186ä— TU: 


2.  QwcliichUchreilHr  uai  ChronUtra.    (fi  9&) 


223 


«dt  1683  (Dd.  &)  nad  1685  (Bd.  4):  euUiAlt  nach  imnoiiwoh«,  tat  gri«cliiBc1i«n  und  tyii- 
•harn  Qmdleii  bcrahand«  HistorilcM-  id  rrnioSBi Hoher  Uobonwlsang. 

S.  Kolleklivaua^iben  von  teilweisv  biatoriKchom  tnlialt:  K.  N,  SalliAH, 
luf'mwittj  fijliioititr,,  -,  Bfiad«,  VMvdii;  187-^-1804.  Enthalt  mniat  onniltorle  W«<rbe 
ri*  die  Ueachichtr,  K«<l«n  oad  Briefe  des  PscUm,  NtKrhtrHgn  tu  Attnlinbait,  Chrnnilion, 
U»dM:linflcnkiiI>log(<.  Unefe,  OMatzummtuBgen,  Urkandm  il  >.  w.  Zum  7.  Bunde  vgl, 
M  mmkendo  BesMvcbaag  tob  A.  UebeoWK.  B.  Z.  5  (lÜtfS).  -  W.  Hog»l,  AnnWta 
|wMbM»BitMka.  PcUrebarg  1891.  VgL  di*  BesprecboBg  von  S.  ß-sky.  Jonm.  Min.  1893 
11.  2S0  Awil  S.  420— 4SI.  -  FobIm  wrum  B^xnntinanim  nccar  W,  Beg«l.  Tomas  I, 
[Me.  I.  fUMtonmi  MMdli  111  orBtIonas  potllicaa.  KJidenint  W.  R«eel  el  N.  Novu*- 
Uiktkj.  PeUnban  IfiSS.  -  ilisloriNclMt  Text*.  Chrjunbull^n,  Synodaloktva  u.  a.  w.  bringt 
t.  Papidupaloa  Karamrus.  Uriilrirn  '/rpauoli/ioiri;,-  aiajiioieyiin,  hia  jeUt  voll.  1—2. 
rrtMibwg  1801  -  ISU.  Vgl.  die  BcHprochuDgcn  von  C.  D<i<ititni<i,  Jonm.  Um.  1892  Bd.  282 
AiCMlWt  8.  3S5-4I»,  K.  K..  B.  Z  I.  G-£H ,  4,  I8ü  f.,  und  K.  Knrtjt.  Vji.  Vr.  1  (1884) 
nO— Cft7.  —  UrOMlentMla  th<<oloKiti('hi>u  Inhalls  ist:  A.  Vanailiov,  Anapdota  Oraeoo- 
Bnaotina  I.  UcricMi  18&3.  V^L  d!«  I)(-ai>r«chun^rii  von  A.  Kirpi£nikov  and  R.  Karti.  Vii. 
Vf.  1|1«M)  180-207.    Inh»tl8«ng*U«  B.  Z.  3  (1801)  ISO  f. 

4.  CtkuDden.  A.  Allgemeine  Sum tu) Unheil:  Aot«e<  diplumatii  graocji  niedil 
i  «dd.  Fr.  If  Iklosiob  et  J.  Müller,  ß  vult..  ViodoboDM  18Q0— t»m).  UicwMi  fdr  die 
■itUUUwUdie  aeaobielil»  tii»d  Goographie  [des  Ostens  nnoehUibue  Wfrk.  ilciwon  Voll- 
■  inng  koSairtBck  dureb  den  Tod  d*r  beiden  bcrch verdienten  HermagehuT  nicht  vorhindnrt 
md,  eatlitlt  RrlMse  ätt  Kniiwr  und  PAtriarchen.  polittsch«  Vertrt#e  und  K«tTpn|)andcaxnn, 
HÜBwai .  Kanf-  and  Scbeakou^Kutkundon,  ProieasaktMi,  Kloatemgvin  ii.  t  iv.  uus  dem 
UL-IbT  Jakrliandart.  Kiaiga  Britxkgo  xum  !>.  Dnndo  bringt  die  Ueatireehiini;  von  Bexo- 
hraiev.  Jonn.  Mia.  1808  Bd.  2:>7  JudI  S.  41ü  417.  -  AOKUst  Tfaeinor  et  Fr  Mi- 
hlvoch,  Monameatn  apcetantia  ail  aniunom  cndcAtnrum,  Vjndohona«  187*2.  Kathüll  auf 
S»  l'oicn  Waglicbn  AktcftitOckv  von   lrJ-l-1582  K-  N.  Satliao.  M"iat!n  'UJI>;r>ji^f 

kiifitiK.  DecDn^nt«  infJils  rcUlifa  ^  l'lijHtuire  dn  In  (iriSce  au  movon-Agn.  Pn>ini4re  aäriei 
ftii—<ii<i  tin^  An»  uchitofl  de  V^mso  |UU•J-I.^UU),  ü  ÜAnde.  J'iiHs  1^80- 18D0.  Hier 
Met  MM  lalctniücbo  uad  itatioiuadie  nuf  diu  viiniMiuiiarhc  Ilcmicliafl  im  Orimt  be<Qc- 
U*  VrkwideB.  Karten  u.  ».  w„  ili»  lU  iea  btitiMi  liyEonliiiJächca  lliälorihnrn  wertvoll« 
KlKlnugMi  bildrn.  —  Rtiuofalla  auf  dm  luluinisrljuu  Hcriaclioftcu  im  üriont  und  die  letzte 
Im  d«a  hjtantintH-.hcm  licichM  befiehl  sich  dn»  lRt;etu  Werk  des  grossen  Konohirs  Karl 
Haff.  C]iiMiM|U«i  lirfLHi-HunMBM  ia4ditM  uu  pou  csoiiuudji.  Burlin  I^7fl.  Von  unscliSI<- 
Imm  W«H*  mA  die  bcigoRlglM  geoeak>gisvli«ii  Tafvln  der  luloiDisohm  tieanhlochter  dos 
OaMla.  —  Zur  ■aclili«liea  Kr^tantnaR  diell(^^  biw.  die  .Urkunden  cur  ütloton  Handels-  nnd 
Kubpichicbt«  der  Itopublik  Voneing  aiit  faesonderor  B«£ivliung  auf  liysani  und  dio  I^- 
*M<a  Vim  aeant«n  b»  zum  Auagang  des  fllDfiabnten  Jalirbundeila'  herauagugeb«n  rnn 
G.  L  Fr.  Tafol  uad  O.  tf.  Tbomas.  3  Teile,  Wien  |Kbe-18:>7(^  Pontes  reium  AuatHa- 
om  II  12 — 14).  —  Cel>er  die  Ausgaben  von  Urkunden  de«  Atlioa  vgl.  die  Iiitlcrntiu  mm 
Ukm  |a.  deo  Indes),  Über  filoelerrageln  a.  8  136. 

B.  llvaaatiniacbe  Urkonden  aus  Sizilien  und  Unlerilalien  entlinllon 
(^Mda  Wvrke  und  A bhandl nagen :  Sp  Zanipolios,  'ItiXaiiXi^riiin  ijrm  rpttisi]  n^ityiiaiila 
••fi  nä*  ir  i«V  np/ii'*«  SivnoXitui  MMxiKuvr  JU>;v.  n(p}-rt/f>;*'wf,  TV  'A3^n<if  1B64  (Vr 
imita  aaa  der  Zeil  von  V83  — I2S1).  —  (i.  8pata.  I«  pfrrgamene  Oreohe  esistenti  not  grande 
«divw  dl  Palermo.  Pal«Taia  1862-64  |lTkund<.n  von  1091  1380).  ~  Q.  Spata.  Diploini 
Qm  üivtliaKi  iaudili,  in  den  Hiac«iUDea  di  utorin  Itnliiina,  t«rao  9  (Torino  iMO)  878— &07 
mi  LI  (1871)  1  -112  lUrkundipn  von  1084  124»).  -  Vgl.  <;.  Bpaln.  Sal  dmetio  diplomaüoo 
U  iaiima  di  iloareAle.  Palenno  186.^  (kunai,  alluemdn  gebalteoer  Uoricht  mit  Hespre- 
•tag  füMT  Urkunde  vom  i.  1151).  -  ■  Oiaa.  UQlIor.  Tc«  carte  Ureoho  dotl'ltnlin  meij- 
^Mala,  Anhivio  alorioo  lUliaao.  Sario  teria  T  (1868)  1—37  (grieohiaolier  Text  mit  italio- 
iMWr  Uehttaotsung).  —  Pr.  Trisebora.  HyllabuHtiTaeoaruro  roeiubraiumiiii  etc.,  Nonpoli 
UK  iDrkandca  an«  der  Zeit  von  ^4ü~133l;  im  Anluuige  noob  drei  StOeke  von  1427, 
lO,  I450y,  —  Deber  dm  Publikation  von  Trinohera  handelt:  Oiua.  do  Blasils,  Le  porga-' 
■aa  hlaanliao  degli  archivi  di  Napoli  '  di  Palermo,  Archivio  »lorico  Italinno.  Sehe  terra, 
IdMB)  78-101  ~  Salv.  Cuaa,  I  diplomi  Oreci  ed  Ar&bi  di  Sicilia.  2  voll,  Palermo 
:  (Mader  Zeit  von  Iü7d~133ä>.  ^  A.  Salinas,  Di  un  diploma  grvco  di>l  münastcro 
riaäiilii  di  Scilla  in  Calabria,  Arcbivio  alortco  Kicitiano  1888  (mir  niUQ ging! ich). 
"  fTiritlrfMT  u  IViacbera  gab  ü.  Parisio,  Aichmn  etorico  par  1«  proviocie  Napole- 
BlM)  8W-860  aad  13  (1888)  772—781.  —  N.  Pariaio,  Duo  l)oe.nmeiiti  gr^ici 
~  \  Oertaaa  di  S.  StefaBo  di  Boeco,  Neapel  18&1  (mir  unstugBnglichl.  ~  Raff. 
.  Diplomi  Graei  em  le  verwoni  Latin«  del  Hticolo  XVII,  in:  Documcnti  per  scrviro 
■Ib  «erla  di  Sidlia.  Priana  aerie  —  Tabalari,  vol.  I  faae..  C  (PaU-nno  1HM7)  335-523 
(UsaiM  VM  lUC— 1218).  --    Von   griechiechvn   I'rkutxlrn   in    Menninu  und  Rom  gibt 


224 


BjxantJDtHobe  Litteraturgeaciiioht«.    1.  PrOftuache  Litteratar. 


Kttnntnw  P.  Batiffol,  L'nrcbire  du  Saüit-SMiv«ar  d«  Uvssin«  d'npr«§  nn  regiatt«  ia4H 
Kdvuo  du»  quostionii  hisbir.  43  [18ä7j  5^-567,  nnd:  Dm  Archiv  im  griecliiMhea  C«llS 
in  Hom,  ttsm.  «JuArtoliichr.  S  (1^88)  217-221.  -  7.^m  Stn^k«  mm  d»n  Ardiir  de«  fS 
r.hiiuliDn  ICoUcgR  in  Kam  od.  I*.  llatiffol,  Charh«  byinntino«  inidtJlM  de  Oruid*  Orte«.  MH 
d'oicbüologic  nt  d'liiatoire  10  (1890)  ÄS—llt.  Kinig«  d«r  «cbon  vno  7Viii<^ber«  htnlifl 

gcgcbi'Dcii  Urkuuilon  (de«  11.  Jfthrh.)  Nind  wioderholt  und  xum  Teil  fncnlmiliitrt  in:  CcJ^B 
diplomuticus  CavenatB  nuno  priinum  ia  luoom  odiina  enr.  DD.  Micbaal«  Vtomi^ 
Hiuirv.  .St'LiW.  Sylvtmu  de  Steubano  0.  S.  ß.  Tom.  4.  5.  T.  (NoapoU  1877—79-88).  - 
Vgl.  aiii'h  die  griBchiHchoii  äubätcriptionvn  und  di«  Stieren  (Ut«nuii«li«ii)  Dokument«  bd 
Cam.  Minieri  Riuoiu.  SH)cgio  di  Cudici'  diplomatico  1  (Napoli  187$)  1  ff,,  und  die  uf 
dia  bj'Euutiuische  P(>riudB  ySiJO^l'JHi  buxU^liulien  Dokumentu  in  d«r  Pnblikatioo  na 
Dom,  Murua,  II  cliartulaHuin  de)  moDularo  di  8.  tttiuudMto  di  CouvorMno.  V«l.  L 
SyMutina.  Nurinanna.  Suovs.  MuiiUcoBsinu  1892,  —  Dk  lur  Krläutprtiu^  aller  dicMr  &- 
künden  dienenden  SchhtUn  Aber  Liyzanlioiscli«  Uerrschaft.  byiuntinisohe  Eia- 
flUsse  und  griechiscli«  S|irMclie  in  Cii  toritalten  und  Stsilien  bind  im  biblioan|Ai- 
sehen  Anhänge  am  Schlusee  des  Uuahs  (Kubriken:  .Hisloriscli*  Mono^rapliiea'  und  •Knial' 
g«achichte'J  unfg^Ulhll. 

C,  KiniioUuaBaben:  Kinig^  Chr^vsobnlkn  ed,  R.  Miliar,  C«talni$uo  iIm  tm. 
gracs  da  tn  hiblioth^ue  de  rEncnrial,  PaiH  I84K  S.  Äff— 6$.  -  Tb.  UnponskiJ.  Htm 
liishirisrb»  Uokumnnlir.  ggsnmmelt  nuf  niner  »■■■tündiwlicn  Ucinn.  l'nblikation  d«r  arclil^ 
loKiacbcn  Kommiuiian,  l'otiMvbuTg  1)^1  (nur  2  hyinntiniiiclin  L'rkandpn),  -  Zww  Argyn' 
bullen  Am  Ucopotcn  Thoinii*  l'alnnologok  nd.  nuK  dnni  Cod,  Atlioa«  329S  Sp.  I.aranr«*. 
Oufi'oaaöi  1  ilHUi)  472  IT,  -~  Kinc  Clirvnobullo  du.i  Androoikoa  Patncologca  ron  1289*4. 
Sp.  LoniproH.  Jfitior  t  ilij.-«:i-l»<4&i  113-119.  -  Kinigo  aus  der  THrkotuwit  aUmmaai* 
gneobiaclio  l'rkuudmi  im  Areiiiv«  von  Vooedie  od.  8p.  Xaniproa.  JrXrior  4  (1895)  tU 
bia  It^:.'.  —  Kiuo  ini  Jahn-  l!<l)j  uulKefntiKt»  ruIeiiiJBrue  l'rkund»  diu  KOnAen  va>n  Tar«al 
PliiUppii  II  vDi>  Aiguu.  welt-li«  dia  ut.  D«iierHi>Liiiij|c  vinur  Cbrj-avbull«  Mictia*Ia  II.  Dm- 
potoii  Ton  EpiruH.  enüialt.  cd-  J.  A.  RomanoH,  J(i«'<]f  2  (l^^~1^9i  ^7  — KOt^.  —  EtM 
ChryBübulle  JuljnDu«a  V  tvun  1863)  und  oinu  ArsyroboDe  Jokannen  VIII  (von  I4Ü~I  n«h«t 
einem  l'uüiurL-bHliikt  «d.  J.  Sukkelion.  Jikiio^  2  (I88&-I889)  609-621.  —  Kio* 
FälBcbiiiig  einer  bui«erllofa«n  Bull«  wies  nach  J.  8nkk«11ion,  4tXiiw  2  (l$ä5— 1801 
2fi&— 275.  -  Kine  Privaturknod«  aus  dam  Jahr  IS.'iS  «d.  J.  Sakkelion,  JiXrhr  i 
(l8Eß— 1889)  46»—i7!i.  —  H.  Oinont,  Lettr«  grecqu«  sur  papyru».  Revue  arehMt^ 
Kl°  airie  19  |l!<il2)  384  -  39»  (dor  b^rahmtn  Paiiyrusbri»!.  dor  walmchainlich  ron  Michad  11 
an  Ludwig  den  Kroitimen  geriebtot  wurde).  —  Konst.  Jicofek,  Kine  t'rkund*  Tun  ISJ! 
bis  1240  xnr  OeBchirbtii  von  KorFu,  1).  Z.  1  (1892)  3^0  f.  —  Einige  oU  WandioacbriftM 
in  «incin  Kloüter  zn  Myslriia  orbnltunc  kniserücbe  IJoldballen  cd.  K.  (1.  Znsia,  'J9f;tä 
3  (1881)  461  IT..  wiodcrliolt  in  seinen  £v/ifi,xta,  Atlieti  l!^H2  S.  43  ff.  —  K.  K.  Zsobari*« 
von  Lingontbnl.  Einige  ungednirkto  Chtysobullon.  JU^moir«s  de  IVwid.  imp,  dfasciencM 
de  St.  Ftftorabourg  Vit''  »('■rie,  tamo  41.  Nr.  •(.  Petersburg  1893  (mit  Uoincrkung«»  Ober  d« 
Zw«ck,  diu  iJnticrutigsR'cise  und  die  L'ntorsi^b ritten  der  byxontiniacben  UuUen).  ~  W.  R«K«i 
Ein  CiiryKibull  des  Kniaers  Andreus  t'iiliiiologua  vom  13.  April  1483,  Vix.  Vr,  I  (ISttf 
IJl  — lütS  —  H.  Uudcou.  ßvinritva  aifißolaii;  B.  Z,  &  Il8ilß|  Heft  1.  ^  Zu  aiMf  «^ 
echOpfondDn  AutzILhIung  der  lüiniulauagubou  inQs8(on  di«  nur  in  Athen  volUrtAadig  t«p 
luuiueuun  Olleren  urieuliscban  Zi'itsi'lii'U'len.  Zeitungen  u.  s,  w,  beigexugeo   tcord«n- 

ü.  Hilfsmittel:  l'eber  die  Teebnik  der  grieohischen  Kaiaururkund«o  und  di«  frflbtv 
nbenehcnc  'I'bnttiUGhc.  dass  uns  eine  Kcilie  veneiiunischer  UeK«uurkiiud«n  fehlen,  handall 
die  orgobniarniehD  Studie  von  C,  Hcumann.  lieber  die  uriciindlicben  IJucllen  nr  0*> 
«ehicbto  der  byxBnliaiscb-venetinnisoben  UeKicbungen  vomehnilicb  im  Zeilallvr  der  KomuenM. 
U.  '/,.  I  (1^92)  'Sm-  3~H.  --  Die  Form  der  ürkniiJcii  llber  private  R<-cbUKesi-ba(le  und  di* 
Stellung  dor  xwei  Kiuaaen  vun  ürkuudenacbteibern.  di>r  tafovXä^iat  und  der  rou}r-'  ^- 
Bpriebt  K.  K.  Znehariui^  vun  Lingcntbal.  BeitrAge  Knr  Gesnbicbt«  dpa  hifuinii 
Urkunden  West  nn,  EI.  Z.  2  (lSt)3)  177  —  186,  -  Eine  Snnimlung  und  cbronologiaclie  1  <  ..i 
mung  aller  byxantiuisdien  Urkunden.  Briefe  und  sonttligen  Akt^in  nla  VorarlwJt  ta,  do 
projektierten  .Regusten  des  byiantinisch^n  Reichs'  ist  von  der  k.  ruiuiach«ai  Akademie  dM 
Wisse nsdinflen  aiif  Antrag  der  Akademiker  A,  A.  Kiinik  und  V,  Vnailjcvskij  bondiloMi 
und  die  Ansfnhrniig  der  Vorarbeiten  dora  MagiatFsnten  B.  Moliorsnskij  Dbartra|M 
worden,     Vit  Vr,   1  (ISflJ)  «ig     2M, 

5.  Uobersetiungen:  Obno  Bedentuni^  sind  jetxt  die  seit  dem  16.  Jahrhund««!  I<^ 
anstalteten,  oft  wied(-rlio1t<in  lateinischen  l'obnrsetzunßen  ein xelner  Historiker,  ans  daM 
Vereinigung  sieb  ein  victgolmtoies  Itandbiich  der  byxitntinisdien  Geschieh tv  ergab:  ConM 
vnivenM  historin«,  prnesertim  Itjinntinae  ....  Jo.  Zonnruo  nnnnles.  Nie.  Acotninati.  !<>(- 
OrHOttM,  Laoniei  Chaloondylnn.  liUtotian  1567:  Fruneofurti  od  Moenuni  156ä  und  OfM 
viaaerboit.  —  Kin  Alinlichcs  llandbuob  critcbion  auch  fraUKlIsiach:  tludotre  de  Conslaa-    ' 


I 


8,  QMcblobtoobrfllber  und  Chrontstfln.    {%  d5) 


sa& 


A»  dvpOM  !•  ttgtm  de  JmÜa  jtwqo'lt  lu  Gn  (((■  l'ünipiiv,  trndraito  nur  Im  originwu  gnoa 
L.  CftUNia,  R  voll,  i'aria  1671-74:  wieilethult  l'unii  I6fih.  Noch  ilio  HMoiN  du 
Enpira  von  l>n  BcMQ  mit  ibreu  FurtBUixuiiKua  bentoht  xum  gruKEiuo  Ti'il  aiM  Uebar- 
>nSM>  bvxonlinJacboT  Text«.  —  Euie  xmii  IVil  rcclit  un(;cimuc  und  inclir  aJn  freio 
tiHiacb*  Uabenotxiuig  iM  (I«in  Paiia«r  Cur[iUB  (aucli  ilvm  Vi-ncii.  Nncbdruck)  lii>iuece4iun 
in  Bi>iiii«r  Coniiui  wiederbuil.  kbe'T  )eidt<r  uur  ftlr  einxulnc  AuturtMi  ii'Vidi«rt.  Dadutcb 
1  muirlte  Kontcbtr  iiMb  dMU  SbIm  .Oraeca  «ddI,  non  lefcuiitiir'  sieb  mehr  an  die  oft 
I  vcrdtcble  lalnintBcb«  Ceb«Ttragung  statt  Mi  die  Ori)f;iiittle  biull«!).  ist  viel  VvrwimiU); 
I  MiMiientAiidBi«  «Btstasd«!!.  —  Eine  rusfliscb«  reberaetEiiDg  einiger  byuntini scher 
lorikor  wi«  des  Nilt«<pl)or«s  BiyvnnioB,  d«r  Anna  Komneiia.  dos  Kiniuunos  und  Kikatas 
nigalMT«m>slaH«ledieeeiatlichn  Akadeini«in  Polorebnrfi.i  ttand*,  Petanbnrg  1860— 68 
r  ongiBKlicb).    —   UaltersQtxiingen  eiiixalnnr  Werk»  sind  in  dam  batraffmdon   Para> 

^^^bllsemfian  Ifiltsmittol.  A.  Kost  nntaloa  ist  jetat  das  für  sein«  Zeit  be- 
B^^VarR  van  0er.  J.  Vossia*.  Ue  hislorida  Graecifl,  Lugduni  Itst.  IßS-I;  wiedar- 
1  Lo^.  Bat.  IfiÄl;  Frsnrofuiti  od  M.  tö'T:  Amstelodami  16SS:  pmlÜHi  noldllrftig  am- 
uMtat  Ton  Ant.  Wostarmana.  Upniae  IK.'iS.  --  Grundlegendn  und  bi>at>>  norb  nicht 
•taia  Üilfmeiltol  tarn  Stadium  der  bjiajitiniHchen  UesuhichtaUttaTatur  hnt  Da  Cnng« 
HhaSni;  os  sind  auincr  aeinen  EuTnmviitiueD  xa  Nike]>h<>ros  Brjrennios.  Anna  Komnena 
d  KinnaiiMa  baa.  die  im  biblioi^ru^iiiiBchon  Aiibanj:  notierten  Gesvkicbtswerke.  —  SIna 
■Beb  «berfllcMkb«  littvratargeachicbtliohi-  Kvinpilatiun  iriuobte  d?r  Ureslaucr  Prafesaor 
Baabn,  Di*  Bj-cinlinunun  ramm  scriptoribus  Graecis.  I.ijiiililu  1GT7.  —  Weniger  wichtig 
p  Ita  Gange,  aber  für  Ei[u«Uieit«n  noch  immer  braucbbur  iät  A,  Itandurl,  Imiieriuiii 
IMda,  9  tootu.  Pans  1711  (wiodarholl  Venedig  1721i).  -  Fur  die  kirclilichuD  Verhalt- 
M  tOatttdita  dar  Fairiaicban.  BisohQte  u,  s.  w.)  blt>ibt  das  HauntKork  La  Quieo, 
!■■  dviltiaiHie,  Paria  1740.  —  NachliHge  nnd  Krganxungen  zu  L«  Quien  bei  K,  Golu- 
•ablj,  KuA  Skia«  der  ortbodoxen  butgsrinch^n,  serbischen  und  mnldnu-wnlnctiiscboD 
nbn,  Voakaa  1B71  (rvsa.),  —  Dam  diu  im  bibliogrnpliincihän  Anhange  (Rnbrilc  .Kirchan- 
•cbkUa*}  aD^fübrl«  lattarttur.  -  KUr  dns  Bibliogrniibiscbe  ist  imtllrlich  mich  bior  dl« 
tttlÄMa  Oraacm  von  Fabrieiua  beixoziehcn.  —  Hocht  Ternilufligo  nllgempino  An- 
pHM  nb  Karl  MnreeDHlerii,  Ucber  dns  Studium  der  byxuntinischeu , (iedchlcbt- 
MMr,  MOMlnw  pr^anntia  b  racnd.  imp,  den  soiencoa  de  St.  Pdtorsbourg  i  (IStri)  169 
|W&  —  Gliitlicb  wertlos  ist:  Kajinond  Frnnfois,  Loa  deniiera  joura  d'nn  empir«. 
titm  Nr  Im  hiatariaits  BjfantuLS,  faha  1^70;  <e  eiitd  keine  .Studien',  eundeni  geistlos«. 
f  wlMiiliiaii  Qoellaai  barubande  8albad«reieQ.  —  Debersicbt  der  wiobtigHlcn  byxont. 
pflM  lir  griaehiaclie  und  rilniiaohe  öeaehiefale  bei  Arn.  SobaTer.  Abriss  dür  Quellua- 
■ii  dv  griacfa.  uiul  rOn.  0«M<htcbte.  2.  Abi.  Leipzig  1881  9.  1S6  -1%.  -  CnentbchcUch 
I  tUarsa  Stadien  iat  daa  adhltne  Werk  von  0.  Schlumbergor,  Sigillugraphie  de  l'enipiio 
Ulla.  Paris  18S4:    darfiber  eis  orientierender  Bericht   im  Jonrnal  des  aavanta  18S& 

B.  lu  utattta  Ztii  bat  man  such  angefangen,  die  Quellen  verh&ltnisse  kriÜBeh 
^nlenneben;  doob  fliad  erst  «inielne  Abschnitte  sufgehnUt.  n«n  »rsten  Versuch  machten 
UJliker  und  UOller,  t7nt«r«ucbanK«n  lur  mittWnn  Geschichte  heraaseeg.  von  Max 
liiager  1  (l)<7)>Se8--  S80;  die  Arbeit  betrifft  die  guellen  (Ur  dir  7^lt  von  8^S— 9S7.  ^ 
iMMkchtigen  Anstaw  gab  Kerd,  tlirHch  durch  sein  grunrllegi''ndnH  Werk:  itvnanliniach« 
Ma,  Leif«ig  1876;  ea  nmfnMt  din  auf  die  Zeit  von  813— Ü6tl  bcxUglichon'Cescbichte- 
wt*  mhI  Cbroaiflten.      Vg).  di«   Bamreohung  von  A.  v.  tiulachiuid,   LH.  Centralbl. 

ES.  aSI  «  KIbIoo  Bohtiften  h  (läM)  4S9-44B.  ~  Hauptwerk  fDr  die  QuellenvurliBlt- 
dfv  nwaial]  dronologiichen  Werke  ist:  H.  OeUer,  Sexlus  Julius  Africaiius.  bia 
M  I  and  11 1.  Leipdg.  Teubner  Ig»i(>-Iä83.  -  Doa  Verhältnis  des  Skjrlitxes.  AHaliates, 
»Am  nad  dar  nbrigep  Quellen  für  die  Zeit  von  97G  -107G  stellt  in  den  Haapting«ii  fedit 
tScfcl,  Stadien  w  byiant iniseben  (losch ichtsob reibe m,  BlAttor  fQr  da«  Mjar.  Gym* 
-)'•  iliili  II  I  20  (\^f!4>  ?77~3?2  und  21  |188.'>)  4  -19,  —  Dann  Tersprneh  J.  »ogor 
IrftMOiB  der  (weiten  Hälfte  des  10.  nnd  die  des  11.  Jabrh.  tu  prtlf^n;  ernühienen  ist: 
tegar,  BjMUrtuuacbe  tiescbicbtschreiber  des  If.  und  11.  Jnbrhundorts.  I.  Nikophoroa 
lyälHu.  Mknobas  1888.  --  Daran  schlimat  sich  dss  geistvolle  Buch  von  C.  Neumnnn, 
MddMke  Oaa«bMilMltr*ib«ir  nnd  Geaohicbt8i)uellnn  im  13.  J uh Hui n dort,  Le>|»:ig  1RR8  (Qbor 
ÜModoroa  Prodromos.  Kinnoino»),  ~  Kurxo  und  uDitivorlUiuige  IJebr-niiobt 
bao  Uialorikei  dra  6.  Jahrh.  nnd  Ober  die  nuf  ihnen  bvrubetidt-ii  Chronistea 
s.  tJoarfiios  Monjkcho*.  (ilrkun,  Xonnros  u.  n.),  iiowie  Ober  einige  orieiitoliaeha 
Kurt  Grob.  G«tcbichle  den  oetrSmlschen  KiÜHon  Justin  II,  Li-ipxig  1880 
—  Daa  Verblltnla  der  griiwbixchcn  (Juellen  für  KaiaiT  Maurikios,  also  dea  Euft- 
tTbaapbyhJttaa,  der  Oalcrcbronik.  des  Thcuphnnes,  Georgios  Uonachos  Q.  s.  w.  untor- 
h^O  Adawak,  Beitrtge  rarGoodiichto  des  bjwniiniitdiea  Kaisers  Msnrikioa.   1.  IL 

I  mr  U^  aUcTtnaniKHitaxi  DL   ).  aMi«.  X.  AwB.  13 


226 


BfsantlniBclia  Lltteratnrg««cliicht«.    I.  Prosatsche  Litt«ratar. 


Ovannasialprogramine,  Oraz  1^90—91,  —  Nur  znm  T«i]  auf  di«  b^xsntinisch«  Z^H  rEuagrit^  ' 
Tfieupiiaiiee  u.  a.)  bczi(<l>t  mdi   die  grllndlicho  Mono^raiihi«  von  L.  J««|>.   QiMillnuualth 
auahuDK«!)  m  den  griodiischoii  KirclieiiliiBU>nken].  Jahn«  JabrbOeber,  SupplMBeaUi.  M  llt^ 
63— 1T§.  —  UmfaMODda  Untcrauchungcn   Über  dir  iju«lleBT«rhiitiiiiM  der  bruntisiMka 
Wclt^hrnnikvii  von  C.  da  Boor,   lUmiache  KaiaergMchicbto  in  bysantinLKdifT  Ftmim^ 


B.  Z.  I  I1H92}  13-83;  2  (1898)  l-'Jl:  195-211,  und  von  £.  Catsig.  Dm  H/potfaiA 
in  Dindorffl  AuKgabo  drr  Od}m>BDachüli«ii,  B.  Z.  2  [16d8)  413—440;  JobaiuiM  AMmcImh 
Fr.  200  Kahn,  tinci  ['rokoji.  il.  Z.  2  (18t>S)  &U1— &98:  Lac  Grammatieiw  und  aaüe  SiM 
B.  Z.  a  (1B94)  4>0-4»7.  -  Kfir  die  Ut«ren  T«ile  der  bnanttniMhaii  ClinsülcmlittNtMr 
(Malnlon.  Ontfrcbranik  u.  u.)  komnen  aucb  iii  Butruclit  die  Texte  und  CjBcHanuiUwiniiMiipa 
in  den  Chronica  miiiora  ed.  Tb.  Momraaen.  MuuutnuDta  GMmania«  faiatoriea,  Aootoni 
ant.  I.  IX  1,  Burliu  1892,  und  in  den  Cbrttnica  iniiioru  od.  Ü.  Krick,  voL  I.  Laiptü,  BÜ. 
'I'etibiioriana  1693.  Vgl,  die  BcaiirecbnngeD  der  letit('t«u  rublikstion  von  U.  Götz»',  Btriiuf 
]ibilul.  WuobenHcbnft  1894  Nr.  40  Sp.  1955-1801.  und  K.  J.  If«unianii.  Dentadie  IM- 
tvruluireit.  1894  Nr.  18  Sp.  !>!>2  -558.  —  Eine  allgemaJna  Daratallnog  der  orienUliKiha 
(AgyiiUBcbeo.  babylonischen  und  porsischan),  jOdischvo  und  gTi«cliifidian  Oeadiicbbaolirabai 
im  Altertum,  dann  der  chriatlicben  Chronogrnphia  bei  den  GHedien.  Sjrcan,  Arabvs, 
Armeuiem  and  ijlaven.  endlich  der  islamitiscben  Annalistik  bei  den  Arabern,  THrkann.a«. 
nobet  Texten  byinntinisdier  Cbroniken  und  AusxOgen  nua  orieotaliachan  dlronikon  gib 
Albr-  Wiith,  Aus  crientaliscbon  Chruniken.  Frunkrnrt  a  M.,  in  KanunisBi<ui  bei  Moriti 
DiesterWGg  1894.  Alkin  di<«i>s  Buch  ist  tuit  so  beispivlloser  OborflOchlicbkuil.  lo- 
kenntnis  und  I'bunljuitik  gforbpitet.  duae  nicht  die  übliche  Malinuiig  zn  .voraicbligtr  Bk 
nUtxiing'.  Eondrrn  eine  iibsülulu  Wiirtmng  vor  demselben  nm  rtatzn  ist:  d«n  ABfia|K 
kann  ea  nur  vcrwincu,  den  erfAhri-ni-'n  Forädier  kann  es  wenig  lehren.  V^l,  dl«  &*■ 
Bprcichung  von  K.  Krunibucher,  B.  Z.  3  (1894]  6U7— 625.  —  F.twus  braurbbaier  itt  di« 
einigen  Apozinllhcincin  gewidmete  .Sdirift  vuu  Älbr.  Wirtb.  Chronogrniibiaohe  Sfla». 
Pruiikfurt  n.  M.  1S94.  —  Eine  R^ilie  byziuitiiiiuchcr  Quell««  Ar  die  alt«  Q«Mliicbte  vi« 
I'bulicH  und  die  KuuHlutilinisebvD  Kxzoi|ile.  UtiBj'chios  von  Hilet  und  ZonAnw,  dja  chciM- 
liclM^n  Cbruuo^iapbeii  wie  Sextu»  Julius  Africanna  u.  9,  w,.  Molalaa,  Jobnnni-ii  AnliochaiiMi 
di«  Oätc-ruhrunik.  Nikephoi'o»,  UcorgioH  Mennobna,  Kedrenos  u.  a,  cbaraktonniert  aaoh  ibrM 
Wert  und  Kegenseitigen  Vorh&ltnia  Curt  Wacliemutb,  KinleiluDR  in  dwi  8tiidiam  der 
altöo  Oeflchicble.  Wpzig  1S9.^  g.  67-77:  12-2-134;  l.-i.'i-ltiS.  -  Die  auf  di«  SDdtlavM 
besDglicben  Nadiricbten  dor  Ictztnn  bvEnnlinischen  llistiiriker  und  Chruntsten  iNikopboni 
Gregoraa.  Johannen  Knntakuzenos.  Kumnenos  und  Proklns.  Cliraiitfes.  Dukoa,  JobanMI 
Aoagnostes.  Chalkondylm  nnd  Krilubtilutii  iirbft  im  Zunammenbang  VI.  KaÖnnovikiJ, 
Die  l^.  Cbroniat(^n  nl*  iJuoUo  für  diu  (iusrliicbtu  der  äUdalaven  in  der  Z«it  ilea  VcrtiOf 
ilirer  SolbsllLnJigkoit.  Joura.  Min.  1)S78  Ud.  1»8  Juli  Ü.  63—112.  -  Kin  RwainmeDfaMaadM 
Werk  Ober  sliivischc  Kellcxo  ilvr  byxaiiUniaiihvn  Chronixtik  gab  .\.  Popov,  UeWsttkt 
Über  die  ruBsischen  C'biünogrii|iben.  2  Öde,  Pvlerebuig  18G6  (rwsa.l:  vgl.  nacli  di«  n 
Mutulas  u.  a-  liticrton  nfUiTpn  Muuograpbjeii.  —  Die  ajiMitlleru  Littemtur  s.  li«i  den  ata- 
Keinen  Autoren.  —  Auaoer  den  liier  g^nunnliMi  Hilfatnitlulii  nind  die  im  bibliompUMbaa 
Anbang  genannten  allgeneben  historischen  und  cbrunologiscbvn  '"irlrii  KriimilifcMi, , 

A.  Die  Oeschicbtschreiber. 

96.  Allgemeine  Charakteristik.    Die  hyzantinisclien  Dar>it«ll6r 
geni^aBiflcher  £ruigtii»st>  fo)gcii  ohne  Aui^nalimo  der  all^iochischeii 
Üon.  Bei  den  HiRtorikern  aus  dem  (i.  und  dem  Anfang  des  7.  Ja)irhan<l 
wie  Prokop,  Agathia?,  Menandei-,  Theophylaktos  ist  das  Kiemlich  mIIu 
vcrntändlich;   denn  sie  i^telien  in  der  ÜbergangRepocIie  %'om  heidnisdifl 
Altertum  zum  chrisÜicliou  Mitti4alter  und  knUpfen  uniiitttclbar  an  die 
auegvlionde  üi^toriographie  an.    Aber  auch  die  Autoren,  welche  nach 
verhäiignifivolli'ii.  von  der  Mitte  deB  7.  bi.i  in  die  Mitte  des  Ö.  Jahrhi 
reichenden  litteruriächen  Lücke  die  ÜeschicliUiohrcibung  von  neuem  ins  Leb 
rufen,  wenden  sich  alsbald  wieder  alten  Vorbildern  zu,  und  in  der  Zeit 
Komnenon  nnd  r«lSologen  ist  in  der  Anlehnung  an  das  Altertum 
noch  eine  bedeutende  Steigerung  zu  bemerken.     Von  den  Geschichtscli 
bern  des  6.  und  7.  Jahrhunderts  unterachoidon  sich  dio  des  11. — 15.  Jb 
hunderte  im  grossen  und  ganzen  nur  dadurch,  dass  die  äusseren  Uit 


Q*»ehiahUchr«[ber  iis<I  CbroniBten.    A.  0«achiebtgelir6i1ier. 


227 


^m  Darstellung  in  einem  viel  höheren  Orado  künfitltche,  echuliiiäsBig  er- 
me  geworden  sind.  Prokop,  Agnthias,  Menander,  EiiaRrio»,  Tbeophy- 
iktoB  verbleiben  bei  all  ihrer  verschieden arttj^cii  Kflnstclei  und  bei  nllor 
nitalion  doch  noch  einigemiaseeR  auf  dorn  Boden  der  fcinoron  ümgaogs- 
Ipncbe  ihrer  Zeit;  eine  Anna  Komnena  dagegen  studiert  diut  Altgi-iochiHche 
rö  eioo  fremde  Sprache,  und  in  der  gleiohon  Notlage  befinden  »ich  alle 
BifitorilvCT  dos  12.  und  der  folgenden  Jahrhunderte.  Zu  ihrer  Zeit  hatte 
MCb  die  lebendige  Sprache  vom  Altgriechütchen  morphologisch,  lexikalisch 
md  sjntaktisch  ao  weit  entfernt,  dass  die  lierkOmmlieho  Kuiistsprache 
ohne  grflndlichc  Vorbereitung  nicht  einmal  mehr  verHtundeii  wurde.  Daa 
frt  der  einzige  wirklich  durehgroifeiide  formale  Unterschied,  welcher  die 
^Itgriecbischen  und  die  eigentlich  byzantiniachen  Hintoriker  trennt.  Es 
nt  aber  xa  betonen,  dass  dieser  Untnr«chied  nicht  aus  der  Individitalittlt 
ud  freien  Absicht  der  Schriftsteller,  sondern  aus  der  unabliSngig  von  ihrem 
mBea  volhEogeucu  natürlichen  Umgestaltung  der  Sprache  eelbst  er- 
wsdieen  ist 

In  allen  Übrigen  Dingen  bieten  die  Historiker  von  Prokop  hia  auf 
UmuluM  Cbatkondyles  herab  ein  ziemlich  gleichfV)rmigcs  Bild.  Verschieden 
«ad  di«  Stoffe,  indem  ein  Darsteller  meist  da  anknüpft,  wo  sein  Vor- 
ifagtr  aufgehört  hat,  verschieden  ist  nach  der  Bildungsbaeis  der  Zeit 
■n4  nach  der  persönlichen  Stimmung  und  Fähigkeit  die  Krzählungaweise, 
tt  pijpchologischc  Charakteristik,  die  Uriludliclikeit  der  Information,  die 
BdoBUBg  des  kirchlichen  oder  staatlichen  Lebens:  aber  keine  neuo 
Technik,  keine  neue  kritische  Methode,  keine  prinzipiell  neue 
AiffaKSung  vcrSndert  erkennbar  den  Oeaamtcharakter  der  geachichtlichen 
Portcbung  und  Darstellung. 

SVie  im  Leben  des  byzantinischen  Staate»  die  alte  römische  Idee 
dmtk  alle  Stürme  der  Jahrhunderte  ungebrochen  fortdauerte,  so  herrscht« 
4in  Tradition  auch  in  der  Darstellung  dieses  Lebens.  Die  ungeheuere 
I  Vlriuatnlccit  der  oralten  Schulung  wird  sofort  klar,  wenn  man  sich  die 
'lOlke  nimmt,  einen  Psellos,  einen  Kinnamos,  einen  Niketa»  Akoniiiiatos 
Bil  gleichzeitigen  Erzählern  dea  Abendlandes,  mit  italienischen,  franzü- 
IBtclwo  und  deutschen  Chronist«n  zu  vergleichen.  Wie  unbeholfen  und 
'■M  bu-barisch  erscheinen  die  AbendlAnder  in  der  Komposition,  in  der 
fiyclwUigiMehen  Charakteristik,  im  Verständnis  politischer  Absichten  und 
Ihttm!  Diu  byzantinisehen  Historiker  haben  »ich  niemals  bei  der  trockenen 
AafalUang  von  Ereignissen,  b«i  der  Verfertigung  nut^^barcr  Handbücher 
>r  Bebbrang  aber  vergangene  Zeiten  beruhigt.  In  ihnen  blieb  stets  dio 
DbaRaogung  lebendig,  daas  ein  Ooschichtswerk  eine  geschlossene,  wohl- 
ifaritgte  and  sorgßltig  durchgearbeitete  Kunstschüpfung,  nicht  ein  zur 
kndHukenen  Unterweisung  dienender  Bilderbogen,  eondem  ein  die  Jahr- 
badort«  tIbertUnerndes  (iemäldo  sein  müsse.  Die  Cirundaatze  und  Uilfs- 
■tttel  lUeaer  kfiitstlerischen  Bethütigung  übernahmen  sie  voll  und  ganz 
*W  dMB  Vorfuhren;  sie  habmi  nichts  hinzugeliigl  und  nnr  wenig  hinwcg- 
IIHonDeD.  Selbst  die  bedenklichste  Seite  der  antiken  Ueschichtschreibung, 
Ab  hiidttische  Form,  wirkte  wenigstens  bei  einzelnen  kräftig  fort. 

Wi«  die  allgemeine  Tektonik,  so  ruht  auch  die  apracbliche  Dar- 

IS» 


S28 


ByULnUiiiKcbe  LiU*rftttirgeBohichte.    I.  Prockisobe  Utterfttnr. 


Stellung  der  Hintoriker  auf  onüken  Mustern.   In  keiner  anderen  Utterat 
gattuiig  hat  die  spracliliche  Tiadition  so  nachhaltig  fortgewirkt  wie  in  de 
Geschichte.     Das  ist  aber  keineswegs  so  zu  verstehen,  als  ob  alle  V« 
treter  der  Gattung  ilbi>r  ditnsolben  Leiston  geitrbeitet  hätten.     Wenn  sie 
Ih-okop  vomclinilich  an  Thuk)'dideH  anschliexst,   so  glaubt  Agathias 
Idi.'iule  i'iner  kuiistniäsRigen  Form  durch  reichliche  Anleihen  bei  d«a 
Dichtern  näher  zu  kommen;  Tbeophylakto«  hält  »ich  mehr  an  die  bÜ^ 
reiche  Sprache    der    heiligen  Schriften    und   des  Komana,    die   er  du 
Schnürkel  eigener  Erfindung  zu   bereichem  sucht.     Menandor  Protek 
und  Leon  Dinkonos  folgen  dem  Agathiaa,  Kinnamos  dem  Prokop;  der 
datischo  Nikephoros  Bryennio»  greift  auf  den  einfachen  Xenophon  zurtd 
dagegen  wetteifert  «eine  golohrto  Gemahlin   Atma  mit  Thukydides 
PoTybios;  Niketafi  Akomiiiatos  fllhlt  sich  zu  den  altvn  Kirchenwhnf 
hingezogen.     (Hialkondyleä   und  Kritobulos  endlich,   die  letzten  V«r 
der  Gattung,  vollenden  den  Kreislauf,  indem  sie  sich  wiederum  aufs  < 
an  die  ersten  Hi.storiker,  an  Herodot  und  Thukydides,  anschlieasen. 
den  klossiächou  Muftorn  kommt  natürlich  auch  bei  den  Geschiohtschreiti 
wie  bei  fast  tilltm  Autoren  von  Byzanz  der  mächtigu  Einfluss  der 
liehen  Diktion. 

Einzelne  Historiker  gingen   in  der  Bewunderung  ihrer  Vorbilder 
weit,  da»8  sie  ihnen  nicht  bloss  in  der  Auswahl  der  Formen,  Wörtor 
Ausdrucke,  sondern  auch  in  der  Anordnung  des  Stoffes  und  in  der  Schild 
rung   bestimmter  Ereiguis&e   und  Zustände    folgten,   wodurch  die  Ktarfa^ 
und  Treue  der  Erzählung  zuweilen  stark  beeinträchtigt  wurden.     Äl; 
vcrfuliren  übrigens  auch  die  jüngeren  römischen  Annalisten  und  die 
schichtschreiber  der  karolingiscben  Zeit.') 

Von  der  Mannigfaltigkeit  der  Vorbilder  abgesehen  ergaben  sich  do 
bedeutende  Schwankungen  durch  die  Verschiedenheit  der  individudb 
Bildung,  der  stilistischen  Befähigung  und  des  künstlerischen  Geschmi 
nicht  zum  wenigsten  endlich  lUnch  die  Wandelungen,  die  sich  unabhäng 
TOD  der  blüsHon  Imitation  im  Innern  der  offiziellen  Kunstsprache  »eil 
vollzogen.  Nichts  wäre  daher  unrichtiger  als  aus  der  Thatsache  der 
gemeinen  Xachahmungslust  auf  eine  rein  nuichanische.  schablonenartig 
Form  ?.\i  schlibssen.  Die  byzantinischen  Historiker  traten  hinter 
Vorbildeni  keineswegs  vOlUg  selbstlos  zurück.  Sie  besassen  meist  m> 
allgemeine  Bildung  und  ktlnstlerisches  Empfinden,  dass  sie  die  reic 
Schätze  der  Vorfahren  bis  zu  einem  gewissen  Grade  mit  selbständig 
Kraft  ftlr  ihre  eigenen  Zwecke  zu  verarbeiten  wussten.  Eine  genau 
Erforschung  der  tausendjälungen  Geschichte  de«  historischen  Stils  bei  ds 
Byzantinern  fehlt  noch;  sicher  ist  aber  schon  jetzt,  dass  mit  der  la 
läufigen  Vorstellung  von  der  chinesischen  Stanhcit  deäselben  durcbanBi 
brochen  werden  niuss. 

Wie   die  Form  der   byzantinischen   Geschichtsclireibung   durch 
antike  Tradition  bedingt  ist,  so  beherrscht  der  alte  0«ist  auch  die  Auf 


')  Vcl.  Ed.  Zarnck».  DerEinfluu  ävi 
gtitck.  Litt.  auT  die  Entwicklung  der  rOin. 


ProM.  Cotnniontftt.  plulot.  fBr  0.  Ril 
Leipzig  m&  8.  282  S.,  317  ff. 


IS.  G««eUehUeb reiber  nnd  ChroniaUn.    k.  OwohlohUdireiber.    (g  96) 


229 


KSBOng  do»  inneren  Wetione  und  Berufes  der  Geachiohtß.  Dio 
uüU'n  Historiker  von  Byzanz  besitzen  ohne  Zweifel  geschichÜiclien  Sinn 
Ukd  Qhen  an  der  Ühorlioforuiig  Kritik.  Dass  »ig  hintttr  der  modernen 
Jeouiiglteit  weit  zurückbleiben,  ist  kein  Vorwurf;  dtnn  diese  ist  erst  durch 
ÜB  goflt«igerten  Mittel  der  VeröfTentltcfaung  und  Vervielfältigung  möglich 
gnrorden.  Soweit  es  aber  die  persHnlichen  Kräfte  und  die  Bedingungen 
ies  Z«italt«'r»  gt-t^tatten,  streben  die  Ucdchiclit^olireibcr  in  Byzanz  nach 
Information  und  bemflhen  sich  von  wohlunterrichteten  Personen  ausfuhr* 
iBdu)  Nachrichten  lu  erhalten.  Sie  verschmähen  es  nicht,  zu  diesem  Bo- 
Ml  rohe  Kriegsleut«,  die  wichtigen  ßreignissen  beiwohnten,  gründlich 
Hkofragen;  sie  verstehen  sich  sogar  dazu,  fremde,  von  , Barbaren"  wie 
Hiem  und  Armeniern  abgefa^ste  Schriftwerke  zu  benutzen.  Grosse  Sorg- 
A  T«rweiidon  manche  auf  die  Beschreibung  der  Lokalitlltcn,  in  deuvii 
fia  Begebenheiten  »pielen;  mit  Vorliebe  werden  geographische  und  sogar 
•Unographische  Skizzen  eingeschaltet.  Sehr  bemorkeniiwert  ist  auch  das 
ttnbon.  der  Erzählung  durch  Kinrcihung  von  Aktenstllcken  und  Briefen 
Jibn  Biöglichtit  urkundlichen  ('harakter  zu  verleihen.  Nicht  allen  gelingt 
aflniticli  zur  richtigen  Erkenntnis  der  Thatsachen  vorzudringen;  am  besten 
«tntcbea  diese«  Ziel  die  Durpitellcr,  welche  in  hohen  Ämtern  des  Staates 
!«Aar  der  Kirche  an  den  politischen  Dingen  setbstthätig  Anteil  nehmen; 
&  2afal  dieser  Bevorzugten  ist  recht  .ttattlich.  Schwieriger  wird  die  In- 
bnution  in  den  letzten  Jahrhunderten,  als  dio  Leitung  der  Angologen- 
kitm  den  Händen  der  Byzantiner  entschlüpfte  und  von  fremden  Völkern 
■fc  den  Türken  übernommen  wurde.  So  konnte  es  namentlich  dem 
Itcmikoe  Clialkondyles  beim  besten  Willen  nicht  mehr  gelingen,  den  Schau- 
fktz  der  politischen  und  kriegerischen  Verwickelungen  zu  Übersehen. 
, ChmkteristJM-h  für  den  theoretischen  Grundzug  des  ganzen  Byzantiner- 
'lUi  ist  das  gro.*«»«  Gewicht,  welches  die  meisten  Historiker  auf  diplo- 
attische  und  theologische  Konflikte  legen.  Bei  aller  Wichtigkeit, 
{Olk^  seit  der  Komneneuzeit  die  dognmti^chon  Streitigkeiten  lUr  dio 
itribMuintereBsen  des  Staates  besassen,  st-hcint  der  Ituum,  den  die  ErzSh- 
luf  dieser  Kämpfe  beanspruchts  doch  allzu  reichlich  bemessen.  Übrigens 
Kichtung  erst  in  der  Paläologonzeit,  die  man  als  die  theologische 
der    byzantinischen   Ge^chichtschretbung   bezeichnen   konnte,   un- 

rUch  stark  hervorgetreten. 

Eeio  Grundsatz  der  alten  historischen  Schule  liat  sich  den  Byzan- 

tmer   vererbt  als  die  Objektivität;   dass   der  Historiker  uopar- 

und  wahrheitsgetreu   verfuhren  milsso.  ist  allen  ohne  Ausnahme 

und  wird  von  vieltm  ausdrücklich  hervorgehoben.     Dags  trotzdem 

Dnventionelle  Neutralität  häufig  durchbrochen  wird.  erklÄrt  sich  teils 
doKpotischen  Drucke,  unt*?r  dem  die  meisten  schrieben,  teils  aus 
h«n  Antipathien  und  Sympathien.  Am  bedenklichsten  wird  die 
ObjftktiritAt  getrübt  bei  den  eigentlichen  Hofgeschichtschrcihem  wie 
flndot^  Aber  auch  wenn  diese  Erzähler  piirteüsch  sind,  bemühen  sie  sich, 

Jtigst  ihre  Empfindungen  zurückzuhalten  und  sprechen  mit  der  Miene 
Etiletchmatc«  über  Freunde  und  Feinde,  Über  Glück  und  UnglUck. 

Zaietxt  ist  bei  der  Beurteilung  der  Gesamtleistung  der  byzantinischen 


230 


ByzantiaUdie  Utterat Urgeschichte.    L  Ptoa&i>obe  Littentar, 


I 


Historiker  wohl  zu  bedenken,  dana  die  wtclitigntcn  Vorbedingungen  fOr  fifl 
AuahiMung  einer  dui-ch  irrzioliemchc  Kraft  und  kUnstlerisdio  Form  aiuMM 
Koicbnotün  Gfäciiiclit^ohreibung,  auf  Freiheit  bcgrDnd4>tv  Vatvriandfl 
liebe  und  politische  Überzeugung,  in  Byzatu  in  einem  weit  fH 
ringeren  Mati^o  vorbanden  waren  als  id  den  Ländern,  wo  »ich  die  Qfl 
acbtdilechreibung  in  alt«r  und  neuer  Zeit  Eur  hSclisten  Blüte  entfaltet  liM 
Zwoifelloä  iiber  sieben  die  Uistoriker  an  der  Spitze  der  byunitimBchoB 
ProHa.  In  keiner  anderen  Litteraturgattung  ausser  in  der  Kircbeopoeö^ 
bat  daa  byzantinische  VcmiOgen  ao  reiche  und  so  gediegene  Früchte  hM 
vorgebracht.  Bei  aller  forniHk-D  Abbfingigkoit  inu8st«n  die  QesdüwP 
Hohrcibur  doch  etwas  Neueti  schuifon;  denn  »iu  hatU'U  dui-cbaua  Doao 
Stoffe  vor  eich.  Diese  Stoffe  waren,  namentlich  bi»  zum  13.  Jahrhundert, 
keineflwega  unbedeutend.  Die  niftciitigen  Figuren  eines  Jusünian,  Beliear 
uad  Nar»c8,  eino.t  Hi^raklio»,  die  ungebeuoru  Kraftbethfitigung  unter  den 
Kaiseru  du»  nt&kedoni  sehen  Hauses,  der  politisolie  und  litteraritwbo  Auf- 
schwung unter  den  Komneiien,  endlich  die  Überflutung  des  Ostens  durch 
die  IränkiRchen  Eroberer  gehßren  zum  g]'Of«artigsten  Material,  daa  die 
Weltgeschichte  kennt.  Kin  tauwndjilbi'iges  Ringen,  furchtbare  auswärtige 
Kriege  und  blutige  innere  Konflikte,  stuuneiisworte  H«ldontkat«n  und  das 
unheimliche  Spiel  der  feinnten  Diplomatie,  die  edelsten  und  die  vti> 
worfen.iten  Züge  der  menschlichen  Natur  waren  hier  zu  schildern  und . 
häufig  mit  bestem  Erfolg  geschildert  worden. 

Zur  Cliarakteristik  der  bjzaDtiniscIion  Historiker:  A.  v.  tinlsobmicl,  OiaGt« 
boten  22  (1863)  1,  344  f.  =  Kleine  Schriften  S  (1B94|  412  ff.  -  C.  N.umiiBii.  Griochi 
Oeec)iichtsolir*iber  und  Ge8chiciitar|iiel!en  im  zn-nlfton  Jalirbundort,  Lttiiaig  114)^  H.  1- 
—  U*her  hvxnntin Ische  Uoniistonognipbie  vgl.  W.  t'ijicber,  Hitt«iIungMi  den  '~^ 
für  Saterr.  (icschiolitnfonichung  T  (1^^)  ^"i*  S. 

97.   Prokopios  (//puxoJTcs-).  der  bedeutendste  Goscbicbtschreiber 
spätgi-iechisrh-ljjzantinischen  Epoche,  wurde  gegen  das  Ende  des  S,  Jah^ 
hundert»  xa  Keesare«  in  Palästina  geboren.   Er  wandte  sich  der  juridischen 
Laufbahn  zu  und  suchte  ätm  Feld  »einer  Thätigkcit.  nie  es  schon  diitnal« 
und  noch  mehr  spat4.>r  diu  tubigen  Köpfe  zu  thuu  pflegten,  in  der  Huujit- 
Ktadt  des  Reiches.    In  Konstnntinopel  niuss  er  sich  bald  bekannt  gemacht 
haben;  denn  schon  im  Jahre  Tt27,  kurz  vor  dem  Tode  des  Kaisers  Justin, 
wurde  er  aufgefordert  den]  Oeneral  ßelisar  als  rechtakundiger  Rat  und , 
Sekretär   (als   ^vfißovXog,   nüfitJffo^  und  vrroypa^fii;)  zu  dienen.     In  dierifl 
wichtigen  und  Verantwortung» vollen  Stellung  bugloitute  Prokop  den  Bblii^ 
auf  den   meisten   seiner  KriegszUge.     Im  Jahre  ä'iS  zog  er   mit  BeltMT 
gegen  die  Vnndalen  nach  Afrika,  wo  er  nach  dem  Abzüge  Relisars  noch 
einige  Zeit  verblieb;  536  ging  er  nach  Italien,  wo  Belisar  gegen  die 
kämpfte;  dann  folgte  er  ihm  nach  dem  fernen  Osten  zum  Fi-ldzuge 
die  Perser;  542  treöen  wir  ihn  wieder  in  KonstAutinopel.    Xach  Nikeplio 
P.  und  Suida8  wurde  er  zum    Bange  eines  llluKlrios  erhoben.     Die  Z«t 
8oini-8  Todes  ist  nicht  genau  bekannt;    doch  hat  er  wahrscheinlich  di« 
Jahr  562  noch  erlebt.    Prokop  hat  die  Zeit  des  Justinian  durch  dr^  iiocb 
Inhalt  und  Zweck  «ehi-  verschiedene,  sich  gegenseitig  ergüiuiende  Wi!itfl_ 
bekannt  gemacht. 

1.  An  der  Spitze  steht  aowolü  chronologisch  als  nach  seinem  iim« 


3.  G«aeUohUolir«iber  asd  Chrontateo.     A.  OeschiobUolireibsr.    (g  97).     231 


foto  das  grosse  ÖeachichtBwerk  in  8  Büchern  ('/ffiofixör  iv  ßißijots 
«•>.  Photioe,  cod.  63).  Prokop  erKffhIt  in  deniaclbüii  ilio  Kriege  der 
lUner  g«g«n  die  Pcr«or  (2  BHchor).  gegen  di«  Vandalen  (2  Bücher) 
gegen  die  Goten  (3  Bücher);  im  8.  Buche  gibt  er  noch  eine  Ubei^ 
Jidie  Darstellung  der  Ereignisse  bis  zum  .fahre  ühi.  Da  jedoch  ausser 
Kriegen  mich  andere  Begebenheiten  orwilhnt  werdon.  kann  man 
Werk  (leradezu  ale  eine  Ocü'chicbte  der  Zeit  JusUnions  bezeichnen, 
her  bemerkt  AgaUiias  in  »eincni  IVoGmion,  Prokop  habe  die  meiBton 
BreignisM  zur  Zeit  des  Justinian  {tä  n^^iVra  räv  xatä  lovi  'lovativiavov 
jgmvg  jf^fvi^fUrmr)  beÄchnchen.  Dasa  bpi  späteren  üiatorikem  das 
hSufig  als  Ueschichte  der  KricgAthaten  Belisars  aufgefaest  wird, 
«ich  aus  der  doininierondon  Stellung,  die  Belisar  als  linker 
EreignisH«  einnimmt,  und  aus  der  grossen  PopularitSt,  die  der  selbst 
Helden  einer  Volkä»age  erhobene  Feldherr  im  Mittelalter  gouos».  Die 
long  des  StofTes  ist  in  den  ersten  sieben  Büchern  wio  bei  Appian 
lokaJe,  wodurch  freilich  der  geschichtliche  Zusammenhang  hfiulig 
lien  wird:  nur  im  achten  Buche  ist  Prokop  von  diesem  Prinzipo 
en,  weshalb  er  seine  Darstellung  liier  buntscheckig  {rtoindij)  nennt. 
grOsete  Teil  der  Historien  war  wohl  sclion  im  Jahre  545  vollendet, 
Partien  wurden  in  den  folgenden  .lahron  geschrieben.  Die  erst«D 
iBicher  sind  von  dem  Verfasser  selbst  im  .lalire  550  oder  551  heraua- 
worden;  das  achte  Buch,  das  eine  Art  Supplement  bildet,  erschien 
Tor  554.  Für  den  Bericht  über  die  seiner  Zeit  vorausgehenden 
eben  hat  Prokop  umfassende  Quellenstudien  ')  gemocht.  Er  erwähnt 
ihistoriker,')  zitiert  den  Herodot^  Aeschylos,  Aristoteles,  Arrian  und 
mbo:  doch  nennt  er  seine  Quellen  meist  nur,  wenn  er  von  ihnen  ab- 
Wtkkt  Für  annuDiseh«-  Dinge  benQtzte  er  da»  Gesell  ichfit  werk  des  Faustus 
Wi  Byzanz.  Die  Darstt^Uung  der  zeitgeuössisi'lii'n  Emignisse  beruht 
_|ttat«oteiU  auf  sdnen  eigenen  Erlebnissen,  Beobachtungen  und  pcrsSn» 
Erkundignngon.  Daher  rührt  die  gro-tse  Menge  spezieller  Züge  und 
istiacher  Anekdoten,  die  dos  Werk  beleben. 
i.  Nach  den  ersten  sieben  Büchern  der  Kriegsgeschichte  verfasate 
kop,  im  Jahre  550,  das  merkwürdige  Memoirenwerk,  das  von  8uidas>) 
inekdota,  in  der  neuuren  Zeit  gewöhnlich  als  Geheinigeschiehte 
ria  urcnna)  bezeichnet  wird.  Die  Schrift  schliesst  umuitti-'lbur  an  die 
aiehi'n  Bücher  der  Kriegsgeschichte  an:  sie  bildet  zu  diesem  Werke 
Berichtigung  und  Krglinzung,  indem  sie  alles  nachträgt,  was  dort 
Forrht  vor  dem  Kaiser  und  »einer  Gemahlin  Theodora  entweder  gar 
ht  oder  nicht  wahrheitsgetreu  gesagt  werden  konnte.  So  wird  die  Go- 
liichtc  zu  einer  beispiellos  bitteren  Anklageschrift  gegen  die 
che  Regierung  des  .Justinian  und  der  Theodora,  zum  Teil  auch  gegen 


')  Agilkiu  tV  -JÖ  (8.  264.  lU  od.  ttonit.): 
[«U«ia  fUfinlltitoia  ao(  nnanf  w<  rrt»(V 

'^Iß.VMdil.II  lOfS. 449,-29 <^<l.  Bonn.), 
INn.Il  n  (ä.  2üä,  17  ed.  bona.). 


jnr  aitor  (»c  'lovvtiviavov)  ngätio";  (J( 
timi  ä/nfäitpa  iii  ßijSXitt  iyvt«  .  lo  flifiXley 
Itfioxaniai;  ro  »aXovfitvov  'Arixiata  ipöyavs 
xal  luifitjiiiiit'lovaiirii'rov  top  flnitiXitii  rrt|)(- 

finf   xai   otilov  Btljeiifiov  xai   t^t  jrafutijt 


ByiMrttttoclw  LtttanauBMuMlhU.    L  Pr— ■liBhu  LUUntnr. 


BifiMT  nd  «ciae  Geouhlin.    Trotadeaa  fadeo  nch  xwiaeiMD  den  Am-kdoufl 
md  dar  KruffieiMehidite   wenig  saeUicfae  Widenprtehe.     Dort  batlo  lA 
di<>  TbjitMclim  olijektiv  angefUift  nsd  dam  rersltndigen  Leser  QberiaDoi 
zwücben  d«n  Z«il«a  zs   le«eD:   hier  ziclit  er  die  Uoral  selbst  und  nrw 
mit   einer   rttcbülitrioaeD  Strenge,   die   manchmal   nngerecht    und   kim* 
ncbtig  wird.    Jnatiniaii  ist  nach  IVokop  aa  allem  schuld,  sogar  an  elenKm- 
Uren  EnHgniixiftn  wie  Oevittern  und  FeuerebrQnsten.   B<>i  der  Schilderung 
der  Wrwoffonhttit  Theodorte  scheut  der  G««cfaichtechr eiber  im  Feuer  seiner 
Entrostung  selbiit  vor  bedenldichen  ObscßnitUen  nicht  zartick.     Es  ist  lu 
vermuten,    doMi   Prokop   die   Anekdota  ata   eine   Art  geheime«  Tagvbuch 
ntetig    auMarlM<itet«    und    als    Vcrmicfatain    seiner    Wuhrboit^Uebe    eineni 
Kreunde   zur  Verftfffntlichung   nath  Justinians  Tode  Ubeigab.     Sucht  m«il 
für  dieMw  eigenartige  Werk  ein  antikes  Vorbild,   so  mag  man  an  Theo- 
pompH  OeHchicht«  des  KiSnigs  Philipp  denken,  in  der  ja  auch  die  gebedne 
Oiwrrhicht'C  r>ine  gDMM,  von  Dionysios  von  HAlikAmasei)  besonders  bervor- 
gebobeno  Kollo  afnelt«. 

Wegen  der  unerhflrten  AngrilTo  auf  Juiitinian  ist  die  Echtheit  der 
Antikdota  hiußg  bestritten  worden,  und  die  Dborrcicbe.  zum  Teil  recht 
uiikritiH-hc  liittcratur  Ober  dieit«  Frago  steht  im  Mittelpunkt  aller  auf 
l'rokop  gerichteten  gelehrten  Beidrebungen.  Die  ErkenntnU  de»  lUchtigra 
wurde  früher  namentlich  durch  die  unsinnipre  Manie  getrUbt,  die  Frago 
als  Pni't^'mnche  7.\i  behandeln,  Di«  JuriftUni  k&mjift«n  gegen  diu  Echtheit, 
weil  sie  auf  ihren  geliebten  Justinian  nicht«  BitfrCti  kommen  lassen  wollten; 
katholische  Theologen  glaubten  durch  Erweisung  der  Echtheit,  protestan- 
tischo  durch  Behauptung  der  Unechtheit  dem  Interense  ihrer  Kirche  ta 
dienen.  Oegonwllrtig  Ist  die  Autorschaft  des  Prokop  durch  sachliche  und 
stilistiHclu- ')  OHiudo,  wenn  nicht  evident  erwiesen,  so  doch  höchat  wahr- 
Bchoinlich  gemacht. 

:t.  ZuleUt  schrieb  Prokop  das  Werk  Ober  die  Bauten  Justiniani 
{tlt{fl  xiioftmwr,  [)o  aedißcÜs),  das,  wenn  Theophancs  den  itau  der  riur 
Prokop  erwHhntcn  lii-Ucko  Über  den  Sangarios  mit  Hecht  ins  Jahr  MH) 
Hotut,  Cffct  niicli  dieBom  Jahre,  in  keinem  Falle  vor  558,  vollendet  nnJ 
herausgegeben  worden  ist.  Während  Prokop  in  der  Kricgsgcschidil» 
manch«  bittoro  Wahrheit  aiisgeeprochen  hatte,  erscheint  die  Schrift  Qb«r 
die  OchlliuK'  iil»  i'in  echt  byzantinischer  Panegynkus  auf  den  KÜSir, 
als  ein  Mii»ili<rstück  und  Vorbild  jener  unerquicklichen  Gattung,  welche  JD 
der  Zeit  der  Komnenen  und  Palflologon  ihre  h&chste  Ausbildung  erroicble. 
Die  Veranlatwung  des  Werkes  ist  nicht  bekannt;  wahr»chotnlich  h«tl« 
Prokop  dringenden  Orund,  die  Vorstimmung,  die  «eine  ziemlich  unwr- 
bohlene  Kritik  in  der  Kriegsgeschichte  hervorgerufen  haben  mochte,  durtb 
eine  duftige  I^brede  tu  beseitigen;  vielleicht  handelte  er  auch  geraden 
im  Auftrage  des  Kaisers.  Vir  rflhnit  alle  guten  Eigenschafton  Juatinian«. 
seine  Milde,  seine  giMWtxgeberiscbo  und  politische  Tbitit^c-it;  dann  wendet 
or   sich   sunt   Hauptgt^'uetAnde   aeiner   Schrift,   einer   Beschreibung  voo 


')  Do   ImlUticn«  Ubrornai  roliuniM  vd. 
U.  Usktivr.  II<,>«N  1869  S.  M 

*)  S.  Dahas  Wort  ftW  P»k«|)  S.  41« 


Us447tuid  H.SrauB.  ProeopiiuC.  qn 
übH.  att  TbiKryd.  S.  64  ff. 


i.  a«acbioht*cliT«ib«r  ood  ChroniBteD.    A.  QMchiohtMbnlber.    ($  97)      233 


Juftinians  Bauten  in  allen  Teilen  des  weiten  Reiches,  um  diesem  Thema 
MIC  panegyrische  Seite  nbzugi-winnon,  stellt  er  alles,  wa»  iintor  Justiuinne 
Begiening  irgendwo  aus  Staal^mitteln  gehaut  wurde,  als  »olbstuigeneü 
IVerk  Aas  Kaisers  hin.  Trot^  der  rhetoi-isolien  Üburtroibung  und  des  un- 
■Inigen  Lobes,  daa  zuweilen  fa»t  wiu  Iroma  klingt.,  gehört  die  Schrift 
dntfa  daa  in  ihr  angehäuft«  goographi&clie.  tnpnf;raphiflctie  und  tinanz- 
■haftlichc  Material  zu  den  wichtigsten  Quellen  (ii'r  innorea  OMchichte 
byxautimscbi^u  Keiohes.  A«h  vcrsohiedcueu  Hinweisen  geht  hervor, 
Prokop  heabeii'hligte.  auch  die  kirchlichen  Verbal tniaae  des 
rftmiMhen  Staatea  in  einem  Werke  zu  behandeln;  doch  kam  er  nicht  zur 
AoBfUhning  dieses  Planes, 

Prokop  st«bt  als  Historiker  wie  als  Schriftsti>ller  bedeutend  da.     Er 

Wms  einen   hoben   Grad   litteranBchor   Bildung   und   erwarb   »ich    durch 

Bciiie  Stellung  al»  Begleiter  Belisars  eine  suvtrIiUwigc  Summe  von  etaats- 

Bdiiiii«cben,  militftrischen,    geographischen  um)  ethnographinchen  Kenat- 

niawB;  eo  könnt«  er  seine  Werke  auf  einer  sicheren  Grundlage  aufbauen 

wie  wenig  andere.    Wie  Polybion  legte  er  bo8ondei-»  grossen  Wort  darauf, 

die  Leser  durch  goographifiche  Exkurse  über  die  fremden  Völker  und  die 

Sdiaaplitze  der  geachUderten  Tluiten   zu    unterrichten,   damit  sie,   wie  er 

niuul  bemerkt, ')   nicht  Leuten  glichen,    die  mit  unsichtbaren  Schatten 

Uapfen.  sondern  wUKsten,   mit  was  für  einer  Mouschonart  sie  zu  thun 

laken.   Selbst  dte  Mirabihon  verschiedener  Landschaften  verwertete  or  zur 

Cl■^akteri^tik  und  zur  Erregung  der  Teilnahme.     Seine  nahe  Verbindung 

lüd^n  leitenden  Kreiden  macht«  es  ihm  möglich,  »ein  Zeitalter  von  einem 

irkabeoeo  Standpunkt  aus  zu  Ubcrschaui>n.     Mit    diesen  Vorzügen  ver- 

lUeliretilo  aditungxwerte  Wahrheitsliebe.    Das  devote  Verhalten  gegen 

Jotttnian  in  der  Kricgitgeacbichte  und  noch  mehr  in  der  Schrift  über  die 

Btoten  wird  durch  den  de:4potiischeii  Druck  entschuldigt,  unter  dem  «r 

tdoMb;  trotz  aller  ecbeinburen  Anerkennung  gibt  Prokop  dem  verständigen 

Umt  immerhin    noch   genug   Mittel   an   die   Hand,   um    die   verschleierte 

Wilirheil   zu   erkennen.     In    Komposition   und    l>ar^tcllung   folgt    Prokop 

iltim  Vorbildern,  vor  allem  dem  Herodot  und  Thukydides.    Ihnen  cnt- 

hhal  er  zahlreiche  LieblingHwÖrter  und  Wendimgen  und  iiuwoilen  seheint 

tr  ngar  die  genau«  Wahrheit  der  aus  Thukydides  entnommeneu  PhriLse 

|Nfif«rt  lEU    haben.     Im    schwierigsten  Teil    der  Sprache,    der  sich  am 

D  nachahmen  lässt.   in  der  Syntax    verrat  sich  freilich  auch  bei 

da»  Abwinden  des  altgriechischen  Spracbgffilhls ;  Symptome  hiefllr 

mA  der   unpaK^ende  Gebrauch   des  f)ptativs   und   die  Verwirrung   in   der 

KoBrtruktion  der  IVüpositJoncn.     Immerhin  schreibt  Prokop    im  ganzen 

mta  klaren,  anschaulichen  und  krüftigen  Stil,  der  i<icli  von  der  blumigen 

Muflritelci  des  Agatbias  und  dem  dunkeln  Marinismus  dos  Theophytaktos 

wtaiDiafl    unterscheidet.     Wie  sehr    Prokop   von    der  alten  Geschicht- 


'l(Mk  IV  1  (a  462.  2  eil.  Boiin.):'Unut 

*  f«(  («A   Britity^iriDt    lii^ia    tii   isfi 

,  ^>ii*^<  fV'"  l'i'i-  **"  "  }*>'*''(  nr.VfiiuniDc 


9iU  arayuäiairtai.  ei  /loi  nnä  xoi(>ai'  l^oii'' 
rirot  ävay^ätliitaini  iytarSa  lew  Uj-oy  Öytirii 
)h]    t^änoy   ür9^ioniu    oigoiat    für   Kvlnyor 


234 


BrtuitiAiaeb«  UtUfrtMg— AJcht«.    I.  Prouiacb«  LitUrfttur. 


Bchreibung  nti!iii!i;.-ik-  i^F,  bewdst  am  d«t)Üichst«n  die  seltoame  Verwirrung, 
(lif  in  KoiiK^iii  Wt-rki-  Juroh  div  Wrqoicfcang  aattki-r  WHIuiiscbauung  iiod 
cliriwllicher  Lehre  pnUtandeu  ist.  VoQ  der  höheri^n  Macht,  die  über  d«a 
menfwhiichen  AnRoIegenheiteü  waltet,  spricht  Prokop  bald  wie  ein  Clirirt, 
bald  wib  ein  itltor  Hellone;  sie  encheiot  bei  ihm  bald  ah  ,9ftig,  bald  als 
itttov,  Jai/iutr,  iaiftiuuv  oder  gar  alt«  (t'^i;-  Die  au«  dvn  utitikun  Autoren 
Qb«rnoininene  Schicksalside«  durchkruuzt  gich  mit  der  tbeistiscben  Vot^ 
Ktellung  deH  <*briitt«n;  za  einer  Vermittelung  kann  dieser  Gegensatz  ans 
dem  einfachen  Grunde  nicht  gelangen,  weil  bei  Prokop  die  Konzt«8ioB 
An  diu  alten  Vorst«Ilungi-n  nicht  aus  philosophischer  Üborlcgurig  und  Über- 
zeugung, sondern  aus  rein  tektoniscbon  Absichten  «ntfipringt  Wie  er 
»einen  alten  Vorbildern  Wörter,  Phrasen  und  Bilder  entnahm,  ao  folgt« 
er  ihnen  auch  in  der  Art,  wie  sie  »ich  über  die  letzten  Grilnde  der  mensch* 
liehen  Bt-gebonbeiten  Äussern.  Da»«  die  antike  Tyche  sich  mit  dem 
Christentum  nicht  verträgt,  lieaa  er  unbemerkt  oder  wenigHtena  unbeachtet. 

Wenn   man  das  fitld  de«  Prokop  durch   einen  Vergleich  mit  alt«n 
Htfitorikem    noch    deutlicher   machen  will,    »o    fllllt  die  Ähnlichkeit  mit 
l'olybio»  in  die  Augen.     Beide  stehen  am  Wendepunkt  zweier  Perioden 
der  gricchtschen  Geschieh  tschrcibung.     Folybios  vermittelt  den  Übergang    | 
von  der  kiaiudschen  Zeit  zum  Uellenismus,  IVokop  blickt  ans  dem  sinkenden 
Altertum  ins  byzantinische  Mittelalter.     Polybio«  und  Prokop  haben  im 
Gegensatz  zu  den  zahlreichen  Stubonhiatorikem  der  hellenistischen  und 
byzantinischen  Zeit  den  Vorzug  gemein.tam,  dasa  sie  als  Begleiter  und- 
Borater  eines  grossen  Fuldherru  an  den  politischen  und  militArischon  firfll 
eiguisscn  als  Augen-  und  Ohrenzeugen  lebendigen  Anteil  nahmen  und  die" 
weit  ausgedehnten  Schauplätze  der  geschilderten  Thaten  meist  durch  ei 
Anschauung  kennen  lernten. 

1.  AiisRAben:    Di«  älU>8loD    Auagnlifm   einEclnor   W«rk»  von    Bntiw  Rken. 
Dikrid  llomchplius  u.a.  haben  uur  antiiiiM-i»rlii>n  Wert.    Wiclttigor  sind:    Aufcdoti 
pr.  N.  AliimnnniiH,   Lngilniii  16^3,  mit  einem  xeivhrten  Kommen tjir,  Act  in    il«r 
AUfl|;Abo    winiicrholt    ii;t,    iini]    Anoodotü   od.   .loli.  F.ichclius,    Helmstndi   IGA4. 
Ausgnben  sind  cbnrnkliiriiitlRoh  für  dio  Art,   wie  Prokop   in   die  poIitiBchon  und  r«li| 
Hireitigkoiton   ikr   Itiifonniitian    liindingracigan    wurde.  —  Neuere  Auagsben   der   An 
von  Orelli,  Turici  W2,'.  und  vnn  linmliorl,  Puris  1856  (ein  oberfllebliobw  Uacb' 
~-  (icaamtausgnbc  zunriit  itn  I'atiai^r  CorpUB  voo  dem  Josuilen  CL  Haltrstaii,  S 
Paris  1662—63  (nuf  ungontigundor  (irundlii,e<fl.  —  Wiederbolt  Venedig  1729.  —  Im  Boi 
Corpus  ex  roc.  0.  Umilurrii,   S  vutl.,    Uunnu«  1833—38.   ohne    nenni-nswertv    Fl 
de«  nocb  inim^r  stark  viTdorb<<nen  Tvxlea.     V^l.  van  Herwcrden,  Ud«uio»jim9 
l&l,  und  K.  ScliHukl,  BumjHns  JHhrMWricht  38.  255.  —  AusgowOlilte  Kapital  au»  t 
Vandaleokrieg  11  19-28  sind  kritiscli  liergeetellt  von   W.  Mcy»r  an«  Spaier  bd 
Partacb,    Coripuua   (=    Moniimenia   Germ.  Hist,    Auet  anliqninaimi  III  3)    Bedto 
B.  XXXVIII-XÜII.   —   Kritisob«!  Au^gabo   doa   (iotenkrioges  mit  itnl.  t^vlianatsüg 
D.  Comparotti,  bis  jetut  vnl.   primn,  Korn  1S95  (=  Fonti  per  la  Hlorin    d'ltnlia.  Scrittorii 
s«0olo  vlj.  —    Kinn  krilisohe  (iesamtausgube  wird    für  die  Bibliatkocn  Toubneriana  V«Hw- 
rajtat  von  J.  Haury. 

2.  Ueb(>raclxungon;  liiitoiniacb:  Noch  vor  dor  VnrOITontlichung  daa  (riadiscbfa 
TexIcM  gab  4<ine  frei«  ISnnrbt^itung  des  Golcnkringtu  mit  VemiibH-rigiing  d(«  AatonamiM 
uU_«i-in  cigcin«H  Work  Leunurdo  Arclino  ,I)c  bollo  Itiilico  advomio  UoUiim',  PotigD* 
HiO.  -  Die  IrUten  4  BDoliur  der  Krieipigetichiehtc  Int.  von  Criatofoio  Pemonn.  Rom 
l.'iOe:  die  enitnn  4  von  Raffaolu  Volaterrnno.  ßoBi  1501).  —  Weitoro  lat.  t.'nbor- 
IragmgMi  in  den  oialen  Ausfaban  des  griecb.  Toxtva.  —  Vier  ÜDohar  der  KriApigoacliicUe 
mit  Exiteqiton  aua  Agathiaa  nbartniK  ins  Lateinieclie  koin  Oerinaerar  als  Uago  Gr«- 
liu«:  IlisUiria  Guthanim  etc.  ab  H.  Grolio  partim  v«r«a,  partim  in  omaeu  diKcala.  AnMt*- 


S.  0««oliicbUalireJb«r  und  ChronisteD.    A,  GMohle]iUcIirelIi«r.    (g  97)      2SS 


iMtsini  16&5.  —  tAt«ini»cliu  [/ubnaetnuig  aäjntliohcr  W«rkn  ron  dem  Parier  Hentiia|$«bor 
ÜsUratti«,  dio  aaek  in  Jtr  S<ina«T  Aiu^abe  wicdorliolt  int. 

llAlitBiaob;  Zuentt  wurde  der  äoloiikriug  im  Auftmgo  de»  Hercules  von  Kot«, 
tl«>ceB  von  PomuR  {BliMi  H<»aul«  Dur«  de  Kerrora:  te^.  Uli  -l-'iO.^)  iloJ.  Uboreetnl  vmi 
Hieofo  di  Looigo.  Dus  WidtnniiMfrxeinpl&r  ilieMr  urigud  ruck  ton  (JebcrBi>ttiinK,  ein 
Mhanet,  mit  Koldcnni  und  koloriertoa  InitiBlen  gMolmiQckter  Purganienthuml.  n.  IS,  i*t  ann 
in  Cod.  AmbroB.  A.  272.  Inf.  erlmlt«».  —  Dann  Uliertru);  den  Ootoakrii'g.  auf  Urund 
der  feiücrli*ft«ii  laL  ü«benetzun(i  dm  I'eraoDa,  Uäuedutto  Egio  aus  SpoJeto.  Vvoudit; 
LSM:  von  detiia«lb«n  im  Pantt-  oad  Vtudaleakric^.  Voni^dig  1547,  uai  Dt  aedificiia, 
T«iMNlig  1M7.  —  Endlich  M«ofaieii  dor  g^iuM  Prokop  it«t.,  die  Kriegsgeacliiolite  vou  Oiua. 
Roaai,  die  sw«  Midtna  WMrko  von  Compngiioni  in  der  .Colliiii«  degli  fintichi  sorittori 
Srani  Totginssti',  MüLud  1828—1630.  —  itulvtit  gab  »iuo  mnatevbAfte  Uobereetnug  des 
Ootankri«^««  D.  Cotnparolti  in  der  oben  «wAlmtcn  Ausgabe. 

FisniSRiHcb;  liotonkriog  vooi  Uu.  Paradin.  Lyon  irü^.  —  Vondalon- und  Got«a- 
khag  von  Fnmi^r  Sioar  d«  (lenillii,  Paris  15ST,  —  l'oruir-  und  Vnndalonkriog  von 
L  d«  Uasgor,  Paria  1669— 1670.  —  Anecdat«  in  dor  AuBgabo  von  Isambort. 

Rngliach:  Kri«««ge«clii«bt«  von  Ueory  Holcrofl,  liondon  I65S.  —  AnnkdoU 
Toa  oisotn  l'DgsDaontiin.  London  1(74-  ~~  l)e  ucdiliciia  von  Aubr^y  ütuwurt  mit  Koni- 
nMvUr  von  C.  W.  Wilaon  and  Haytpr  Lewis  als  ttr.S  der  .PtUealinu  Pilgrima  Text 
Stdriy-.  London  1088  (mit  Pl&nen  und  Karten). 

Da« t ach:  Kriogagesohiciite  von  Fr.  KanngioHBor,  4  Bdo..  (imiratralde  1827— 31. — 
OaiNkriag.  Nebst  AmoügMi  uns  Agulbiaa  aowie  Kni|;monton  doa  Anonymus  ValMianua 
ni  im  J<linnn«B  von  Autiocbiu  Dbui-HeUt  von  ü,  Cuaiu.  Ii«jp»g  1885,  '-  Voiidalen krieg, 
ItBUtrt  von  D.  Coste,  Leipzig  1885.  (Beide  =  Die  (icmdiiclitaabreibur  der  dontseben 
TacMit  in  deula«lii>r  Bearbeititug.  6.  Jabrii..  Band  III  und  II,)  —  GebMmgoschicIit«  von 
l.f.  Reinbard.  Erlangen- Lt-ipxig   I7&8. 

Russisch:  Prokopios  von  Kaesar««,  Gesolijclito  dn  Kriege  mit  den  Pereeni,  Tan- 
41m  and  Goten.  Sberaetzt  von  Spyr.  Doslunia  und  komnientiert  von  Oabriol  Doa- 
tiaia.  OascUclit«  de«-  Kriege  mit  den  Vandalen,  ßucli  I,  Petersburg  1891.  Beaprooben 
na  D.  BolJaj«T.  Jours.  Min-  1802  ßd.  2S4,  Novomberheft  S.  163—176. 

8.  Üilfamittol;  Dr«i  aIlg««n«ino  Oaretellungen :  W.  S.  Tenffala  Abbnndl.  in 
tklwda  Zaitschrift  fOx  GMcbiohtawiiunnaobaft  8  ( 1S47)  nn  -79,  wiederholt  in  W.  a  TeufTeb 
MiM  md  Charaktwristikon,  Lerpiig  lft71  (in  2.  Aufl.  Li>ipz,  1889  S.  2iS  ff,),  Fnlix 
Atkna  Prooa|ritis  *on  COiwrra,  llcriin  ISßS,  nin  ■nHfUhrlicbita  Wtrk.  di»  don  I*rokop 
MMhalieb  *oio  Standpunkt  de»  Ili-ilorikcni  aun  bohandclt,  und  din  nidil  gan:^  glückll(\bi> 
Una^raphie  von  L.  r.  Knnki>.  Welt(;«<iohiubl<;  IV  '>  i|iS8:j)  ■if^!>  ai2  <I)io  (iohoim- 
pMbthl«  kftlt  Banko  [S.  300  IT.)  fBr  uino  Kom|iilation  ans  drei  HlUc.kon,  von  dcnon  nur 
fa  «M  de«  Prokop  gobAr«n  k^nnu.j 

Eine  ErUntcruug   und  Erklärung   von  Prukops  Na<'brtcbti>n    Üb»   diu   nurdiaolieD 

Uadar  «anudit  F..  C.  Wertauff,  Det  Kong.    Diiiutkp  Vidl>nskabr.^m(lB  äi'lnkabn  bistoriüko 

«  fktbwMhiake  Afbaodhuger  184&  $.41  —  1^4.   —   HuuptscIiTLft    Ubor   die    Berkunrt   und 

M  CbnJncr  4er  gougraphiacLeu  Nachriubteu  duM  Prukoji:   Jutiua  Jung,    Üeu- 

pif liimh ■  BiatorMclwä   bvi  Prooopina  von  Caeaarea.  Wiener  Studien  ö  (1883)  85— U&.  — 

m  tDMntion  de»  Kacfcricbt«n  Prokops  Ober  Afrika  bielet  reicbea  Mali-rial  Cli,  Diohl, 

RMcrt  anr  denx  miamom  arohdologiqnoa  dans  rAfrique  du   Nerd.     Extrait   des  ,NoU' 

niM  Arebive»  dea.Miasiona  acimti&jaM  et  Ultiiraires',    l'sria  1894  (vgl.  I).  Z.  4,  1S9  IF.); 

4b  Ob   DtobI,    Ktndna   mr   l'hialoit«   da   la   dominntion    byzantinn  rn  Afrinup.    B.  Z.  4 

(ISM)  97— dl:    «ndlich  Diohia  snmrnnoDfaaaandViS  Wnrk  nbor   die   byuint.   Horn>ohnft  in 

lA^k^  da*  Moh  UDli^r  d«T  Presse    bpfindot.    -  (iuto  Bumerkungon  von  K.  Uopf  in  oinot 

BafRcfawig   der  AuHg&bi>  laamberts.   Jahns  .lyihrbüplinr  'h  (1S57)  759—777.    —  IVber 

OUahvOrdigheit  und  Quellen  s.  anaior  den  oinnrhlOgigcn  <!«■!! hieb lawerken  folüeud« 

KMtpnBhiMi;  U.  UeiRkena,  Anecduta  aintao  scHpU  a  Procopio  Ctieeiuiensi,   VratisTavia« 

UUt  pM  ackwaebe  Arguinent«   gegMi  di«  Eobtbuit  der  Anouduta.  —  W.  Gnndlaob. 

OlMiiiniai   Pnkapiaiue,   Progr.  Uaoau  1861    (aucb  als  Dissert.  Miuburg  tSGl).  eine  be< 

■^ma  AthtU  ftber  die  GUnbnQrdigk«it  der  An.  mit   guter  Uebersicbt  Ober  die  ganz« 

Ibfa  nad  4ie  asf  sia  beaOglit^a  Littantur.  ~  H.  Eckhardt,  De  Anocdotis  Prnkor>ii,  Diss. 

tlwptirg  18111,  und:  Zu  Cliamkt«ristik  des  Prok.  und  Agathias  ala  Qnellensohriftstollor 

fb  M  0«t«nkneg  in  It4)liMi,  Progr.  KAnigsberg  1864,  —  Aug.  Aul»r,  De  fid*  Prooopii 

Caa.  ta  ■•rundo  Mio  Pvnieo  Jnatiniani  imn.  enarrando.  Diu«.  Bonn.  187S.  ~  Karl  Hof- 

■bbb,  tmr  Kritik  dvr  byiant.  yndlon  für  di»  ROmerkridge  Kobnds  I,   Progr.  äL-hwoinfurt 

IIC7.    -     Znr  B««irt«ilaBg  dnn  VanduIrnkriagMi:  J.  von  Pflngk-IIartung,  BeliHurs  Van- 

fclMbritga      liliX»y<x,    CilxMiiiti'innijpjV   (nirgäft.  toü  iij'   louoi',    18ti6)  &  25»- 293.  ~ 

Cabar  mkop  (Vandalcakrieg  II  10)  al*  direkt»  odor  tndirokt«  Quoll«  doa  Mueen  von 

Kkma  ft,  A.  Carritr«,  NoaroUe«  aourooa  da  Uolao  de  Khonjn,  Wien  1694.  —  Kirchner, 


isß 


B^usUnlacb«  Lllt«r«tiirgMahiebte.    L  Prae«iB«l)a  Uttontor. 


Bemerlciingun  xii  Piuko|]S  Dai>it»ltuii0  der  Persefkriege  d«s  AiueUsEo«.  JufUin  ui»4 
»Uli,  Pn>gr.  Wismur  IH8T,  —  Zu  il«o  P«inwiTkrieg«n  Tgl.  niich  B,  l]flen»r.  Der  hL 
doNOB.  Leitizig  1890  S.  180  f.  -  l'ober  Faiintiis  nia  Quelle  d««  Pn>ko|>  im  P< 
vgl  H,  Gelier.  DI«  AnfSnicn  <(or  umKnimrlifin  Kirche,  Ilnr.  d.  k.  Buch«,  iJw.  d.  Win.  I 
S,  1 1.*!.  fielen  di«  (lUubwnrdigktiit  dri  '.IvMotn,  nuf  di«  ninh  daroh  Sardoil*  Thtodocs 
neuerdings  ein  &ltf(nmein»rrii  Intcrcssn  gcricbtot  hnt,  nnridit  auiNor  I..  r.  Kuikc  a.  t.  0. 
noch  Dehidoiir,  li'impdrAtrica  Tli4>odora.  Puris  mR'),  nnd  Hallet,  Th«  «mprmw  Th«odora, 
Tlio  RngliHh  hiM.  leviow  2  (IWJT)  1-21.  -  .1.  B.  Uury.  A  hinlory  »f  Ih«  latvr  R«mn 
empir«  1  (IX!^9)  S-'iS  •'ifll.  nehliesst  «ich  bex.  der  Eoblheitarrnge  dut  AnecdoU  dm-  AnneU 
I..  V.  Hankm  no.  —  J.  Ilaury.  Prooopiaaii,  Progr.  AugoWg  IBOl  (l'nt«n»)cbiuig  dar  Ab- 
foaaiingiadl  Art  Wrrkt'  l'rokop»  und  Verteidigung  lii-r  Kcbtheit  der  AnucdoU  c^geo  HankaV 

—  Rud.  Hiriel.  7Mt  Chnraklrrinlik  Tbeu[ioiTipH,  Rh<<iii.  Muh.  47  (1852)  ^70— STt.  be- 
obachtet gewiaa«)  ullgeiiK^ine  UHbi>reiaHtiiiiinung«ii  ProkupK  mit  Tbeofioup,  g»l)t  aber  u.  K. 
tu  weit,  venn  «r  ein«  dirr-kte  Atilehuung  an  Thropeiup  erweiaon  wUl.  —  A.  Dinitriv, 
Zur  Frage  über  die  Uisloria  A^ana.  OdMM««-  Jahrb.  4  |1S94)  Bji.  AU.  &  S»8-  901  (ba- 
trnclitel  die  G«)ioimgescliicht#  nU  ein  dem  Proko«  fremde«  jmtitiMliea  Pampblvt,  beatebfl 
aus  Kvei  Teilen,  von  welcben  der  erste,  den  Beliur  betrAflaiid«,  i.  i.  M9  wdil  baitpteieb- 
liob  ttiit«r  dem  Einfliuee  de«  NiirsM  entstand,  der  xueite,  weeenllicb  auf  Jratmiaa  waA 
Tbeodora  heinRÜche,  i.  J.  hh^  mit  dem  emlen  uraprilnRlieh  «elbnUndigan  SduiftaHUlM 
genK  Hiinnrlirb  verbunden  wurde).  --  U.  I'nnj^enko.  lieber  die  (leheimgonehiehU  ^HPfokM, 
\'h.  Vr.  2  (I)^9ö)34— ri':  340 -STI  IKortaelnog  rolgt).  In  dorn  bin  jelat  rorliogaoden  Teil« 
Boiaer  Abb.  ^itit  der  Vorh  eine  dunkcnswcrto  iJebaniicht  Aber  die  U««obteble  d«r  anf  du 
AoekdolA  bc£agliebeo  Fragen  und  unlcnucbt  die  Kntnlohungiuceit  nnd  Kohthcil  doa  Wwkee. 

—  Uebor  die  taktischen  und  Btruloguebeii  KenntniHse  den  Prokop  •.  Max  J&hna,  Uotehicbt» 
der  KriegawiMCGSohaftcn  I  (MllnoheD  1889}  143  IT. 

4.  SpTRcbe:  L'ober  die  Nnchnlimung  de«  Thukydidea  efiTBch  «eben  Poppo  in  aeigar 
Aiiagabo  doa ThlikydideB.  Pars  II  1  S.  77  tf.  -  Felix  Dahn.  Procopiu*  8,  410—447.  nod: 
Die  Könige  der  Outen  (1^61)  2.  Abt.  S.  200-26^.  -  A.  Duwe,  Qualenua  IVooopiiB  Tbü- 
cydidem  Imitatua  sit,  Pregr,,  Jevcr  \%%fi,  eine  magere  nnd  Tast  wertloae  lexikaliMbe  Z*- 
«unmenfltelluiig,  -  Mefbodiselier  nnd  fruchtbarer  behandelte  dasselbe  Tlieuia  H.  Brau, 
Pracopiiis  (-Hee,  uunlemiH  iiiittatiiH  ait  ThDcydidem,  Diu.,  ErlAiison  18''*<'>  ^=  Acta  aenfaunü 
Rrlangen»;«  4  (1H86)  161-221.  H.  Braan.  Die  Nanhahmung  Heiodots  durch  PT»k«v, 
Progr.,  NnmUerg  IHD4,  Vgl.  die  Bceprecbiing  von  A.  Hcixenberg.  B.  Z  A  (1896)  Heft  2. 
-~  Job.  Scheftlein,  Do  precpoBilianum  usu  Procopiano,  KrUnger  Di«a..  ancb  ab  Progr. 
flagonaburg  1893. 

ü.  Textkritik:  K,  L  Struvo,  Opnsculn  aolocla  vol.  1  ^Lipsiae  1854)  S4S  ff.  - 
Vfin  Horwordon,  Mneroosyne  9  (1S8I)  104-112;  149—166.  -  Nachtrag  dam  wn  J.C. 
Vülgrnff.  Hnemosyne  10  (lSfi2)  422  f.  —  Tb.  tSompori,  Wiener  Studien  2  (1880)  6t 

—  J.  Haury.  Kritisnhea  wi  Prokop.  Philologiw  -18  (Iö89)  756—760.  —  J.  »nury,  IW 
copiana.  It.  Teil.  Progr.  d-  k.  Realgjmn..  HOneben  1)^S.  Vgl.  die  Besprechungen  von 
H.  Braun.  B.  Z.  2.  621  f,  und  K.  Krumbnuber.  ßerl.  phil.  Woubensehr,  ISÖS  N.  43  S.  litiT  ff 

—  J.  Haurj.  Zu  Prokop,  B.  Z,  2  (1893)  290.  -  H.  Brnun.  Zum  Teste  d«  Prekcp, 
a  Z.  2  (1898)  106-109.  -  0.  Vitelli.  Riviata  di  flJologia  1896  8.  404—408. 

6.  Ueberlieferung:   Carl   Bauer.    Hnnderbriftlicbea  su  Prokop,   Abhandhuij 
etc.  W.  V.  Christ  dargebmclit.  Mllnclien  1S91  8.  418—421.  erciLiiit  aus  Cod.  Mon*e.  gr. 
der  Exzerpte  De  Runiauuium  leKuliuuibiia  ad  gentea  enthftlt,  «iue  kleine  Lücke  bei  Prok 
I  292.  9  ed.  Bonn.    Seine  Lesefehler  verbeaeerle  K.  K..   B.  Z.  2,  1C5.    -    HuaptachriftetE 
J.  Hnury.  lieber  Prekopliandechrifteo,  Sittnngsber  bayer.  Ak.  1895  S.  129—176  (l'el 
■ioht  and  Kiasairuieniug),  —  H.  Krafieninnikov.  lieber  die  handschriftlich«  lleb«rlt 
nuig  der  Geheiiugescl lichte  des  Pmkop.  Viit.  Tr.  2  (1893)  416— 4S&. 

7,  Zur  F.rgfintnng  der  ereton  Kapitel  von  Prnkopa  Peraerkrieg  diMt  di«  i.  J. 
(oder  kiin:  vorlier!  von  Joaua  Ktyliten  in  syrineher  Sornche  verfaKSle.  ab«r  wobi 
na^h  dem  Tnde  d<'H  KniBere  AnnatanioH  I  verOfFent lichte  Cliinnik.  die  durch  Anscbatiticii: 
und  Trenn  dnr  RrjAhlung  ausgexnicimet  int.  Krulo  Aiisgnbe:  Chroni(|Uc  de  ioaa6  lo  St^lita 
Texl«  et  (rnduetinn  pnr  M.  I'abb.?  P.  Mnrtin,  l.eipzig  l«76  (=  Abknndl.  fllr  di«  Knad« 
dea  Murgen lund es.  hornnnge geben  von  der  duutdcben  morgenl&nd.  Üob.  Vi  1).  Vgl.  £t 
Besprechung  von  A.  v.  Üulaehmid.  Rleinu  Sebrificn  2  (I8i>0)  .^59—667.  —  Neue  Am- 
gsbo  von  W.  Wright.  The  thronicie  of  Joahuii  the  Stylile,  Cunbridg«  1882  (miMbcr 
Text  mit  englischer  Ueheraolzung  und  Kommentar).  —  Ueber  die  venniltelndle  S(e]lu| 
dw  Joaua  in  den  monophvsitisdien  Streitigkeiten  handelt  B.  Gelier.  Joaua  SlylitM  und  di« 
damaligen  kircbllchen  Parteien  des  OHteiiB.  B.  Z.  1  (18921  84-49.  —  Daiu  Tb.  Nöldeke. 
Die  Synoden  von  i^idon  und  Tyrus.  B  Z,  1  (1892)  888—885.  —  Ditss  Joaaa  seine  Chronik 
d«m  ArchiatTas  und  Pmibylor  Sergioa  von  Resaina  gewidmet  habe,  vermalet  Ant 
Baumstark.  Laoubrationca  Syro-graecae,  Jahns  Jahrb.,  Söpplementb.  21  (1894)  373  f. 


S.  OMohiohU«breibar  nnd  OhroniBten.    A.  OMcluobU«br«ibsr.    i^  98)     237 


6.    Etn«  reeU  donUe  ExioUiiz  üil  der  Preobjrtur  Bägamilux  d.  h.  ThDophilo§, 

■^•fclicb  ZdleencMO  uai  Lahrer  Juatiulans  I.  der  eiiio  Itiouraptii«   dicsta  KaiBcre  ver- 

hmi  hthtn  mH.     DImM  MOat  nirg«nd§  bei:<»i^ti>  Werk  will  dt^r  aU  Viclwi^aer.  aber  auch 

ber  OeBealogiat  bekuinte  JoliAtiii««  Muniavicli,  di-r  Kiuionikus  in  Sebenico, 

Biadiftf  von  BMnien  wat  <t  1630),  in  »iner  mit  .illyriscben*  Zuicb«!)  goacliriubsnon 

(ifcaahsBdsckrift   fnr  di«  von  Iboi   in  IntniniHclior  Sprach«  abgefaB^lv  Lebuuabvnchtt'ibuiig 

Im  Joitiiiiui  b«iifltat  bAb»n.     Bryce,   der  Ilorniisgeber  des  StUok««,  liat  fEtaeigl,   daiw  diu 

ftaAUmg  d««  MunjiTicb  «invn  ^nni  romiui haften  Clinrnklor  trügt,  und  v«<ruiulut.  äata  seine 

Qaeli«  «ioMn  Ss^ealcniia  nnKobOr«,  trnlclirr  sieb  bri  don  Rlaroniiirn  iim  die  PereSalichkeit 

dM  Jnctiaüln  letiildot  babni.     Aber  iinlbst  diasc  Annubmo  wird    noch  lU  KOnetig  mid.     Da 

Mlbat   K-  JirMek    dl»  T-arkommondcn   HlBviacbon  Niuiicn.    welch«   angeblich  JimtinJAn  und 

(MB*  VarwandiMi  gsflUirl  haboii.  fUr  verdächtig  hüll.  dUrfto  aioh  di«  ganze  Arbnit  als  eine 

m  >UvophilMi  Sinne  untomommBnc  KlÜaoliuue  h(.Tiiu^ti.>!len_    Die  Rrkuntitnia  dinwtr  Sucb- 

bge  Mt  nicht  ohne  Wtchttgkcil:   denn  das  äobnindclwiTk  di«Bi-H  aiii^i-blicbon  liogomfl  int 

ciüBigo  <Juctlo,  in  welcher  im  lat-nt  voa  Aluniunnud  iu  seiner  Aungubo  der  Anok- 

'  •  Fnikm  milgeteitluii  uiid  duraus  in  die  gftnie  hielorisclie  Litt«ratur  flbergvgiingMien 

iber  dl»  slAviiNib«  Abkunft  de^  Juslinian.  seineo  Nmiicu  U|irHvda  und  anderfi  HonHt 

•hakaant«  Zttg*  llbaaUefart  sind.    James  Drrce.   Life  at  .TiutiniMi   by  Tb<o[thilua,  Thu 

Trn^rt  hiatMinl  review  2  (1887;  6&7— Ö8Ö  mit  den  BemeTkunKon  von  K.  Jiref^k  »her  di« 

k  dar  Biofiaiihie  votkMiiin«indeu  slavisch^n  Nam^n,        Vgl,  .Iiigi6,  Arcfa.  slav.  Phil.  11 

I18S8)  SM— 3lH.  ~  Ein  auefnhrticlies  Koreriit  Obor  die  Arbeiten  von  thyco  nnd  Jagi6  gab 

JLTaiiljeT.  Die  Fra«e  Ober  di«  «Inviscbe  Herkunft  d«i  Juntinian,  Vli.  Vr.  1  (1894)469—403. 

Sä.  Petros,  gewöhnlich  nach  seiner  Würde  Patrikios,  auch  Ma- 
(iiter  (/7*'iptj;  /laifiixiog  x«J  Mtryiai^og)  genannt,  wurde  um  Aas  Jahr  öOO 
b  ThMsaloiiikH  gobüron.  Prokup')  nennt  ihn  lllyrior,  was  viell<-ieht  iiielit 
wo  der  Nationalität  zu  vorstuhon,  sondern  duraus  zu  erklären  ist,  dasä 
&  Diözese  Makedonien  zur  Juriadiktion  des  Praefeotus  praetorio  von 
DI]rrico  gehörte.  Sein  äusserer  Lebensgang  hat  manche  Ahnlichki^it  mit 
4m  KinM  Z«itgfino8)ibu  Prokop,  Durch  nusgczoichnfitc  Beirdsanikvit  al» 
iwnii  in  Konstatitinopel  »clmvil  bekannt  geworden,  wurde  er  vom  Kaiser 
iMtt&tan  '>S\  als  Gesandter  an  die  Ostgotin  Amalaauntha  geschickt,  die 
■ch  dem  Tod«  ihres  \''ater8  Theodonch  des  Grossen  im  Namen  ilirea 
^rtndigen  Sohnes  regierte.  Infolge  der  politischen  Verwickelungen  in 
KlSea  wurde  Petros  lange  gefangen  gehalten;  erst  538  erhielt  er  durch 
TttigM  die  Freiheit.  Für  seine  Verdienste  wurde  er  vom  Kaiser  zum 
ll^irier  ofKciorum')  und  spÄter  zar  Würde  eine«  Patrikios»)  erhoben. 
Um  das  Jahr  550  ging  er  al»  Gesandtor  dtat  byzantiaischLm  Hofe»  zum 
NraerfcOnig  (%osro«8,  ohne  jedoch  wesentlich«  Erfolge  zu  orziulon.  552 
Übt«  er  zu  Chalkedon  dogmatische  Unterhandlungen  mit  dem  Papste 
VigiEax.  Zehn  Jahre  spfitor  reiste  er  abermal.'*  als  Gesandter  nach  Persien 
nd  bnclite  «inon  Frieden  auf  50  Jahro  zu  stände.  Bald  darauf  starb  er 
■il  HinU-rtüs^ng  eines  Sohnes  Theodore»,  der  576  ebenfalls  als  Gesandte 
i»h  Peraien  geschickt  wurde. 

Jufaaniios  Lydos,  Cassiodor,  Menander  Protektor  u.  a.  l>o- 
wagBD  QbereiuHlimmend,  daas  Petros  sich  durch  eine  unwiderstehliche  Be- 
ndaunkeit,  durch  Gewandtlieit,  genaue  Kenntni»  der  Gesetze  und  einen 
bobei  Grad   altgemeiner  Bildung  auszeichnete;  mit  diesen  Eigenuchafton 


nO«a-IS(SI,7  «J.Bonn.). 

*)  Kitt  Amt.  ivt  vlwa  dMn  .Miuisivr  der 
nrirtigien  AngeUgenbeilvii  (<ntspricbt,  mit 
■  aber  noeb  andere  Oblieg  enluritou  «La 

il«bui*cihai]unl  verbaitdea  u'sren. 

'i  Da  RiitHal,  d«n  P«rson«ii  ia  ver- 


^ 


eehiod«nen  Aeint«m  erlin1t«n  konnten.  Vgl. 
di«  Praeratio  der  Bonn«r  AunfiHbe  4aa  Petros 
S.  21;  Ch.  Diohl,  i.lnde»  mir  l'iidmtniatration 
Brmntin«  dana  rexaiohnt  de  Kuvennu.  Parin 
1888  8.  173;  E.  A.  Stiickclbcrg.  DcrKonntiin- 
tiniache  Patriciat,  ÜBa«l  und  Genf  1S91. 


238 


By^ftntittlache  VX 


eaehfcht«,    I.  Prosaisch*  Litteratnr. 


verband  er  einen  liebenswürdigen,  heiteren,  weltmänDiBcbcn  Cliornktcr,  dtg 
ihm  bei  der  AiLiUbung  seine»  diplomatiüchen  Berufes  wohl  zu  statten  kun 
Nur  Prokop>)  ist  nicht  gut  auf  ihn  zti  iriprccben  und  wirft  ihm  vor,  C 
habe  im  Auftrage  der  Theodorn  den  Theodat  zur  Ermordung  der  Amda- 
HuntJia  angivttifttit;  auch  boHchuMigt  er  ihn  einer  unersättlichen  HabmichU 
Allein  seine  Schilderung  ist  mit  grosser  Vorsicht  aobninehmen:  schon  der 
eine  UniRtand,  dasa  Petr«s  sich  hei  Justiniau  und  Theodora  in  steter  Gunst 
zu  erhalten  wusstc.  reichte  ftlr  l^-okop  hin,  ihm  das  Schlimmste  zur  Last 
zu  logen  und  nur  die  dunkeht  oder  zwoift^^lhaftvn  Scit«n  sciiics  Cliarakters 
zu  bdtonen.  Der  grosse  ReitOitum  des  Petros  wird  allerdings  sicher  be- 
zeugt; er  besasB  nfimlich  nach  Stephanos  Byz.  (a.  v.  'Axörat)  die  gegenOber 
von  Chalkedon  liegende  Insel  Akonitis,  auf  der  sich  bedeutende  Wetzstein- 
lager befanden.  Die^e  Thatsnche  ist  aber  zum  Erweise  einer  Übermässig 
materiellen  Ge)>iunung  nicht  Ausntiohond. 

Von  der  Bchriftstellorischen  Thatigkeit  des  Petros  zeogoa  2  Werke, 
von  denen  umfangreiche  Bruchstücke  erhalten  sind. 

I.  'lato^iiti.  die  von  >jiiidas  s.  v.  Uit^o^  ohne  nähere  Angab« 
Inhalts  genannt  werden.*)  Wir  haben  vou  diuitem  Go8chicht«iwerko  19 
monte,  von  denen  17  in  den  beiden  Titeln  De  logationibu«  der  Ko 
tinischen  Exzerpte  stehen.  Daa  erste  derselben  bezieht  sich  auf  ei 
Gesandtschaft  der  Parther  an  Kaiser  Tiberius  im  Jahre  35  n.  Clir., 
folgenden  auf  Eroignisufo  aut^i  der  Zeit  de»  Claudius,  Domitian,  Trajan  u: 
niehroi-or  der  folgooden  Kaiser;  das  letzte  Bruchstück  berichtet  über 
Oberbefehl,  welchen  Julianus  Apostata  als  Cäsar  im  Jahre  35S  n. 
in  Gallien  führte.  Ausserdem  stehen  noch  zwei  kloine  Fragmente  in  eini 
syntaktischen  Lexikon,')  wo  llitQog  tis  %ä  tttgl  'Aitut-iov  und  tlf  td 
fttna^X'as  Kaiatt^Di  zitiert  wird.  Daraus  lässt  sich  schliessen,  das»  dio 
'IofO(fiut  die  Geschichte  vom  zweiten  Triumvirat  bis  auf  Kaiser  Juhan 
behandelten  d.  h.  bis  auf  den  Zeitpunkt,  von  welchem  an  Eunapios  die 
Ereignisse  ausfllhrlicher  dari^tcllt.  Ausser  diosen  ausdrücklich  unter  den) 
Namen  des  Petras  Überlieferten  Fragtuentuii  staiiimeii  aus  seinem  Worko, 
wie  0.  de  Boor  meines  Erachtens  Überzeugend  dargeüian  bat,  auch  dio 
auf  die  Kaisergeschichte  bezOglichen,  bis  auf  Konstantin  den  G 
reichenden  Exzerpt«  De  sentcntüs,  deren  Schlus^teil  (von  Valerian 
auf  Konstantin  den  Grossen)  in  der  neueren  Lltteratur  gewiJhnüch 
.Anonymus  post  Dionvm'  oder  als  .anonyme  Fortsetzung  des  Dio  Caasi 
angeführt  wird.  Unter  den  Quellen  des  Petros  kQnnen  wir  vor  altem  d 
Dio  Cassius  nachweisen,  dem  er  vielfacli  mit  wörtlicher  Anlehnung 
FUr  die  »päterc  Zeit  (Dio  schliesst  mit  dem  Jahre  229)  benutzte  Po' 
den  Horodian  und  wahrscheinlich  den  Dexippos,  ausserdem  (itr 
Schluss  den  Eunapios,  aus  dem  das  letzte  der  erwähnten  Fragme: 
De  legationibus  exzerpiert  scheint.  Aus  den  Zitaten  und  Fragmenten 
deutlich  hervor,  dass  das  Werk  des  Petros  nicht  in  BUcher,  sondern  d. 
dcu  Regierungen  der  Kaiser  eingeteilt  war. 


folf 


>)  Aiwcdota  c^  16  (66,  IT  cd.  Dooii.)  uod 
0.  »  (139.  17  od.  Bonn.). 

■)  Quvllo  do»  Suidas  ist  vieUeiolit  He- 


sfcliios  von  Mtlot    S.  Ilnxyrh.  HP««.  Oa 
matul.  ed.  FIacIi.  Uipng  1»»2  8.  167. 
>J  l.  Bekk«r.  Anocd.  tir.  I  ISO;  U9,  { 


S.  0«Hhieht«clircil>er  ond  Chroalat«!!.    A.  Qe«cliiobtselireili«r.    (g  96)      239 


2.  Offfi  TToXtTtiir^  xaraffcäi7C<d$  d.  h.  über  Staatswesen,  staatliche 
Einrichtung.  Aus  dicftom  von  Suidas  bezeugton  Werkt)  «!<>&  Petros  stammen 
waiiriii'heinlicb  das  84.  und  85.  Kapital  du»  ersten  ßuchtift  äea  von  Kon- 
Btuotin  i'orphyrßg«nn«to8  veranlassten  Hammel wd'kes  De  oacrimoDÜft 
■ulac  ByzantJnoo,  die  dort  mit  dem  Vermerke  'Ex  t^v  tov  fiay/arQov  /lixQov 
und  Tot*  avioi'  Itt'fQov  ausdrilcklidi  auf  l'utroa  zuruckgefQhrt  werden; 
vicUficht  gehören  ihm  auch  noch  dim  S6. — 95,  Kapital  desselben  Kiichee.') 
A.  Mai  rersucht«  mit  dem  Werke  litui  noi-ititci^f  naotaatüatui  ein  in 
ciD«ni  Vatikan  Jüchen  Palimp^icste  rragmentarisch  erhaltenes  anonyme«  Werk 
w  idcntifizii^ren.  weicht'?»  nt^i  rruÄjKxi;;  i!it<m\ittfi  bt-tilolt  ist.*)  Allein 
»ine  llyiwthea«  hat  gewichtige  Grundt'  gegen  und  »ehr  wenig  für  eich.') 
Koch  weniger  geht  es  natürlich  an,  die  Schrift  als  ein  eelbsiandigei)  dritte 
VtVrk  des  Veiro»  aufzufllliren. 

Mit  grOsMtrem  Hechte  kann  mau  den  Petroe  ale  Verfasser  oinee 
udereo,  freilich  nicht  erhaltenen  Schrift^tOckes  bezeichnen.  Monander 
Protektor  erwähnt  bei  der  Schilderung  der  Friedensgesandtechaft  an  Choft- 
roM,  daM  er  die  von  Petro»  mit  Chosroe.i  gefllhrteii  Unterhandlungen  nicht  in 
ttÜMher  Sprache  wiedergebe,  »ondern  mit  autbenti»cbcr  Treue  und  in  der- 
■fteoForm,  die  Petros  selbst  gebraucht  habe.'')  Daraus  folgt,  dass  Petros  über 
■fae  Gesandtschaft  einen  ausfuhrlichen  Bericht  erstattete.  Wo  und  wie  da» 
gnekali,  wiiiscn  wir  nicht,  In  dem  Werke  //*?>  nolmurfi  »aiaitiaaeiai  hfttt« 
faj^eicliün  wohl  Platz  gehabt;  aber  ebenso  leicht  ii^t  o»  denkbar,  dass  Menan- 
Iseinea  of&zivllen  Bericht  dos  Petros  an  die  Regierung  vor  Augen  batto. 

1.  Aaagabvn:  Die  an  erat«r  Sl«!!*  Rfiiannt«ii  Fragmente  (aus  dan  Kxoerpta  De 
lipUmAiia  uad  aiM  dan  Lexikon)  ed.  B.  G.  Niehahr  im  Bonoer  Cnrpus  mit  DeiipnoB  etc., 
Bw  1829  S.  121-182.  -  Wwderliolt  bw  Migne,  Patr.  gr.  113,  063-676.  -  Kd.  L. 
^iadorf.  ilieloT,  gr.  Bio.  1,  425  4-tT,  —  Diese  Fragmimto  nnil  dou  aogonnonlon  ,Ano* 
miM  poet  DionMO'  cd.  C.  Mllllcir,  FUG  4,  184  —  199.  —  Die  ^bsoinUn  ont  vnn  do  Boor 
m  Vf/ntMm  A*»  Potro«  orwi«>>Rn«n  Kxi^erpta  De  Icgntintiibuii,  diu  in  oiciom  ratiknniitcheii 
flküevt  lb«rli«rnrt  lUDd.  cd.  A.  Mai.  Srriptorum  votcruin  novu  oullui'tiv  2  (Hern  lä2T) 
117-««.  —   Wii-ilctboll  von  [,.  Dindorf.  Dio  Cnssius  &  (1883)  181-232. 

2.  OiKninittul:  Niobuhr  in  »piiior  Auagnbo  8.  XXI  — XXVI,  —  Wiodnrhalt  in 
Ab  Awgakeii  von  Higne.  Dindorf  und  Müller.  —  U.  W&SL-bbe,  Ueb«r  daa  von 
Ulke  TCnnatstoPracniMil  der  F-xiorptu  KtinHtiuitiiiB  lUol  liyuynQfvetait,  Prugr.,  Dessau  18T1J. 
~  VAkü  den  .\u(ar  der  vulifiuiiiiclieu  Exzcrpti'  Du  legatiuiiibus  baudulii  uusser  Nic- 
ki» and  UMIm  «.  a.  0,:  Tb.  Muiomaeu.  Hcrmee  6  [1S72)  82~S8.  —  Franx  GOrrea, 
!■  Kritik  d«  Ambjibiis  poet  Dioneiii,  Jabus  Jubrb.  111  (IH7&)  212-219.  --  Ph.  BeiB- 
Hfaia,  D«  KxcNplia  Plaiiud«it«  el  Cciustantiiiianis,  Progr,  Rotterdam  l!^84  —  0. 
Ictiriadia,  Zur  Kritik  den  .loliannes  von  Antjocbin.  Jabus  Jahrb.  Supplempntbd,  16 
(M8)  n  ff.  —  L.  U^ndolssohn  in  seiner  Ausgabe  do»  Zosimos,  Leiiizig  ISH"  8.  XXXIV  ff. 
-~  BwftMlffifl:  C  do  Boor.  Rr>ini»cbe  KniBorgenchicbto  in  hyxantiniiK^cr  Foiuung.  I,  Der 
tM^aiM  pMl  DiDOftii).     1).  7..  I  (1F<92)  13—38, 


')B«*k«  «olH«  dk  ganze  Partie  von 
t^  H— 95  dem  Petroa  mt«ilMi.  waa  von 
Wlaikk«  lartFlcxewieMrn.  von  K.  Patsig,  B. 
It,4iQt.  gcbtlligt  wurde. 

'i  U.  «M  A.  Uai,  Scripluniin  vet«niin 
awaMUMtio2(Boiiiael827)a71-609.  Die 
■hlkiia  TdJe  haudria  lUier  mQtUriadie 
IV«i)iBu.  BW  den  Vorok  de«  Fuuvolks 
nr  dar  Reiterei,  die  Venrendang  der  lieitarai. 
da*V«liallsfl  der  Soldaten  g«een  die  Borger  i 
Bbar  daa  KSnlglna)  und  dl«  richtige 

*j  ringiUMi  bat  A.  Mai  recbt,  wviui  er  die 


Ton  ihm  gefundene  Scbrift  mit  dem  ron 
Pholios  cod.  37  analysierteii  auoovtnen  Werke 
UtQi  no/iitx^c  fär  idurilisuh  erklArt:  damit 
b&tte  er  eich  bognDKeii  nolleu. 

')  FHÜ  ed.  0.  Moller  4.  317  =  Hisl.  gr. 
min.  ed.  Diudurf  2,  32.  Wichtig  ist  die  Be- 
merkung doH  Menftßder  fltier  die  Spmuhe 
jeuer  Vurliimdlungen ;  sie  wurden  onenbar 
Im  all^enieiu  veretSndlicben  Vulglrldlom 
getnlirt.  WSro  ans  dieser  Beriobl  «rhidton, 
»o  wollten  wir  gerne  auf  allo  übrigen  l''rng- 
meute  dea  Petroe  veraicbten. 


J 


240 


BysMiUnUclie  LitUiktiirgeaebicht«.    I.  Prosaiaeh»  Litt«rfttar. 


8.  Bei  KüJiDüs.    Do  n^dißoüs  Cpoli«  114,  10  ed.  Bonn.,  beiast  M  roB  triiMin  nailj 
JuBtüiiaD  lebeiiilün  Ihigai  itatQirioi,   d«r  mit  il«in  uoerigen  jedenUla  idpnti»ch  *eia  >dH 
niui    liabe   ilin   mucL  Bitgavumväy  lir  2spav   y^eheiswn.     DJMO  Notix   bvntbt  ofliMibu  vM 
dem  MissvergUndnis  oinor  Nachricht,  dio  liei  Saidiw  n.  t.  Jtt'it  itoht:  dort  wird  nftmli« 
«irwühnl.  äium  iint«r  Jiintiiiinn  »in  gtiwiiMor  nit^ot  Ilafat'fttjc  aU  gnvkndtur  TMcbeadi«b  Mfl 
küiint  war.    Kinn  mif  dieanii  Uiipot  Da^ii^i;i-  lirzagllrlio  ßeroRrkuDg  muss  Kodinod  brw,  dl^ 
Verfasser   sninor  CJuelle  irgendwo  (ni^ht  bni  Kuidns  sellist.  wo  der  ZtuuU  ^'t^  f*UI)  |*- 
fnndon  linbi-n  und  er  verwcc b»elt(i  dicMin  I'otroa  mit  dem  Pclroa  pAtrUcios.     Uebn^teas  1K- 
wBhnt  P[nko|)    eclbst,    Anecd.    c.  ^2  (123,    15  cd.  Boan.l.  als  Liebting  dar  Theodon  aiDtB 
tiflldweclialer  sjtisclicr  Abkunft  niuiitnii  llripos  «npotluiji,  den  er  offenbar  von  d»in  PatriHT 
unterscbeidet     l\un  darf  ulsu  iiicbt  ilnrim  dcnkuo.  mii  C.  MöIUt,  FHO  4,  ft70  d«D  Proklf 
nacli  Kodinos   zu   <Mni.'iidii>T<^ti.     Vg;).  W&iiuliko  S,  d  dur  üben  titiertui  Schrift. 

9^.  Nonnoeoa  {Növroooi)  stammt«  aus  einer  Fauiilie,  in  welcW, 
wie  in  der  des  Petros,  der  diplomatisclie  Dienst  erblich  war.  S«in  GttiM> 
vater  wurde  von  Kainer  Aimi^tasios  nit  einen  ^araxetiiüchen  Pttrsten  ge- 
schickt; sein  Vater  Äbram  diciiti*  in  der  gleichen  Eigenschaft  dem  Kai»er 
Jtitttiii  I:  Nonnofio»  selbst  fllhrte  unter  Juetinian  am  533  eine  Q««aiidl-a 
Schaft  zu  den  Sarazenen  und  anderen  V&lkem  des  Oriente.  Aus  dem  NanB 
seines  Vat«re.  den  Photios  Uhorliofort.,  lä-sst  sich  «chliessen,  das«  Könne 
semitischer  Abkunft  war.  Vermutlich  war  o«  die  in  der  Familie  vercr 
Konntiiie  oriontaliDchvr  Sprachen,  welche  den  6roaavat«r,  Vater  und 
zu  diplomatischen  Missionen  gelangen  lies.t.  Seine  Stelle  in  der  griecl 
sehen  Litteraturgcschichte  verdankt  Nonuoaos  einer  Schrift,  in  welcher 
«eine  Oesandtschaftaroiso  schOderte.  Wir  berätzen  datiiu»  ©in  Stück 
PhotioB  (cod.  Ü).  der  uns  auch  einiges  über  den  Verfasser  mitteilt, 
geographisch  und  ethnogi'aphisch  nicht  unwichtige  Fragment  enthält  au 
Bemerkungen  über  die  natürliche  BoBchaffeiibeit  d«r  auf  der  Heise  borOlu 
Gegenden  Nachrichten  über  ein  von  Nonnosos  getroffenes  Volk,  das  vo 
kleiner  Statur,  von  schwarzer  Hautfarbe  und  am  ganzen  Körper  behl 
war.  Austter  I'hotios  benutzten  den  Nonnosos  die  Chronisten  Mal 
(S.  465  ff.  od.  Bonn.)  und  Thuophanes  Confessor  (vol.  I  377  ff.  ed.  Boihi.| 
ohne  jedoch  ihren  Gewährsmann  zu  nennen. 

1.  AuHgnben:  Ed.  B.  0.  Niebuhr  im  Bunner  Curiiua  mit  Dexipuos  rt(^„  Bonn  IBM 
8.  478-482.  -  Ed.  C.  MDller.  FHO  4.  17Ö-180.  -  Ed.  L.  Dindorf.  HiaJ.  ^reec r"^ 
I,  473-478. 

2.  Bilfamittel:  Dillmanii,  Zur  Oesdiichte  dea  axunii tischen  R«ic]i«s,  AliLi 
Uorliucr  Akad,  d.  Wise..  uhilM.-hiet.  KI.  1878  &.  177—288  und  1880  S.  l-M.  —  Zur  ' 
tening  inPg  idhu  die  im  l[iimerit«n lande  lur  Zeit  des  KAJeera  Justin  1  ep«elend«  LegenJ 
des  bL  Aretliae  und  seiner  üenossen  heiiiehen.  Ed.  Fr.  Boiasonado,  An.gr.1 
(1888)  1— 1>3.  Ed.  in  Acta  SS.  Oclob.  X  7S1— 7^9.  Kino  ander»  Version  bei  UigU 
Patr.  «r.  115.  124il-129n.  —  Vgl.  anch  die  Gcsctie  der  Homeriton  fa.  S.  M.) 

KMI.  Agathiaa  (A-fti^iai)  wurde  um  das  .lahr  liM  zu  Myrina  in 

kleinasifttischeu  Aeolis  geboren.  Als  Knabe  folgte  er  seinem  Vater  HeB 

nonios,    der    Lehrer  der   Beredsamkeit    war,    nach    Konstantinopel. 

Jahn'  554  weilte  er  zu  seiner  juridischen  Ausbildung  in  Alexaiidria.    Ni 

dem  er  in  Byzanz  seinen  Kursus  vollendet  hatte,  wui-de  er  Advokat; 

her  sein  Beiname  axaXaüfttiK.    Er  starb,  etwa  4G  .fahre  alt,  im  Jahre  58 

Agathias  gehört  zu  jenen  Byzantinern,   welche  dem  antiken  Prinzipe 

wider  in  völlig  verschiedenen  Litleruturgattungen  th&tig  waren.   In  (teil 

Jugend  widmete  er  sich  der  Poesie,  später  der  GoBchichtechreibung. 

»eine  erste   Periode  gehören    1)  Neun  BQcher  Jatfviuxä  im  episcb 

Masse,  die  kurze  Darstellungen    erotischer  Mythen  enthielten;  Ober 


WM 


.  OM«Uobta«btolb«r  natl  CbroniiUs.    A.  QMcMobteobreiber.    (§§99-100)     241 

»heu   in  der  griechischen  Anthologie.     2)  Eine  Sammlung  %'on  Epi- 

rammon    witgenOesischer  Dichter,   ant«rmisclit  mit  ojgoiien,    nach  den 

oSen    in    7  Bücher   geteilt   (A'iwio;   räi-    rt'mv   iniY^afiiuitwt).'}     Durch 

me   Sammlung  sind   in    der  Anthologie  muhr  uls  100  Epigramme   dos 

prthio«  crhfiltcn.   -i)  Ander«  kleinere  Gedichte  und  i'roj^aischost.") 

m  dieiH'u  Prosasehriften  ist  bis  jetzt  nichts  Näheres  hokannt;  nur  einige 

tut    iDtc-re&santu   Kandbemerkungen    zum    Periegetuii    Pausanias 

id  dem  Agathiau  jUngitL  mit  guten  (JrUnden  iiugetoüt  worden.   In  seinen 

^tgraminen  erscheint  Agathius  al«  ein  gltlcklii^her  Nachahmer  der  Alten; 

jnentlicli    uind   unter  den^Erotika   treffliche  StQcIce,    die   sein  ]K>cti»cho» 

üentr  ausser  Zweifel  setzen.     .Er  zeigt  mehr  dichterischen  ächwung  als 

■  nrnsten  Epigrammatiker  auch  der  Mheren  Kaiserxeit*  (Beitzenstein). 

Erst   nach   dem  Tode  dt-s  Juistinian  liess  sich  Agathias  %'on  winen 

rettnden  bewegen,  geschichtliche  Studien  zu  unternehmen.     Als   Frucht 

melben    besitzen    wir    das  Werk  Of^i  tijf  'louffitfiavoir  ßaailrfat, 

as  in    r.  Büchern  die  Jahre  552  —  558  umfaest;   den  Inhalt  bilden 

ornehndich  die  Kampfe,    welche  die  Byzantiner  unter  Narses  gegen  die 

lotca,    Vandalen,    Franken   und    Perser    fahrten.     So   schliesst  Agathias 

miittelbar  an  die  Kriegsgeschichten   des  Prokop  an  uml  übergeht  daher 

Uefa  alles,    was  joner  »choD  erzfthlt  hatte,   mit  ausdi-Uckl icher  Beziehung 

■of  denselben.*)     An  der  Voltenitung  de«  Werkes  wurde  er  durch  »einen 

Mhen  Tod    verhindert;   seine  bestimmte  Absicht   auch   die    folgende  Zeit 

a  bebandeln  erhellt  aus  vielen  Hinweisen  auf  später  zu  Erzählende»  und 

iketonderB  aus  dem  letzten  Kapitel,  wo  er  deutlieh   eine  Darstellung  der 

Braigmase  nach  ^58  verspricht.     Wie  Agathias  den  Prokop  stofflich  fort^ 

■tst,  eo   folgt  er  ihm  auch  in  der  Form,  in  dem  episodenreichen  Gange 

nd  ia  vielen  einzelnen  Wendungen.')     Doch  erreicht  er  sein  Vorbild  nur 

h  luBserltcbcn  Dingen.     Bei  ihm  Überwuchert  die  (licht«rische    Neigung 

^  Freiheit  und  Sc-hiü-fü  de»  hiHteriHchen  Blickoti;  Phantasie  und  Heflexioa 

Mbt  die  ZuveHä.<<Higkeit  der  Erzählung;  die  Sprache  i^t  über  Gebübr  mit 

BiUero  und  prelio^cu,  altertümlichen  Ausdrücken  beladen.'')     Uichtig  cha- 

nktehsiert  ihn  Oibbon  als  den  Dichter  und  Rhetoriker  im  Gegensatze  zu 

IMuf,  dem  Staatsmann  undSoldaU^i.  Während  »ich  Prokop  vermöge  seiner 

ftdoBg   militärische,  politische    und   geographische  l)i'tHilkenntiiiri»e   er- 

warb,  acbeint  sich  Agatbias  vorzugsweise  an  die  mündlichen  Berichte  von 

<n  gehalten  zu  haben.     Kür  golegenUiche  Exkurse  tmd  Bcmer- 

flber  die  Vergangenheil  venvertet  er  die  Alten;  ausdrücklich  zitiert 

Aloxaoder  Polyhistor,  Aristoteles,  Asinius  Quudratus,  Athenokles, 


AfBlbiM    im    Vorworte    Muiaa    0«- 

>«rfcM  S.  6,  10,  od.  Bonn.:  iiiy  ^i- 

ttur  tm  mfttytri  Jtni  riaitifitt.    tiuiilwi 

CvsAw    iMf    r{*ir  irtiyi/ntifiatoiy, 

ftdt  »wnjllr   ta  iwr  »aiä  mipor  noi- 

1b  4er    Astb.   Pol.  IV  3  wird  <lw> 

j  dea  Aivdruokä  kot«'  ■»i^r 
'  T|L  Li«  Rlarnbach.  U«l«4«inBta  (jnecft 
IL  fit,  dem  Md«ob  KottxenHteinJn  l'aulya 
B«bMrclof4dM  1  '1894}  T4(  nüt  Rocht 
\  tm  UMft  uiaiwDfvUKöMbyt  U.    1. 


nicht  boiHlitnmt. 

■)  fJuidA*  H,  T.  itiiia  fifütt  ififtnqä  u 
iMii  iMnaJtc^(Fr;f. 

')  Z.  ü.  II   19:   IV  15  (S.  105,  6  und 
237,  6  od.  Bonn.). 

*)  Wie  in  dem  liiufigon  fJoii  ftm  ov* 
«n«  i^noti  t"'(fi. 

')  Dioae  Manier  war  im  flcechmacV  der 
KmI,  und  A|;iLUiiiiB  fuuil  uirH^e  I)owuii(tnrar 
nnd  Nnuhalimer  wis  den  !ldu]luucll^^  l'ratoktot 
«nd  noch  apKt  den  Leou  Dinkiinoii. 
Abu«.  l.*ua.  lö 


^§2  BysuiUnUcli»  UttentarfMohieht«.     L  Prosusche  Litt«r*tar.  H 

Bcroso«,  Bion  (Uistoriker),  Diodor,  Hcrodot,  Ktesia«,  Konno«  (^loi-twiimfl 
Paulos  Silcntiarioa,  Pindar,  Plato,  Prokop  von  Kaesaroa,  Siinakos  und  Xeniv 
photi.  Bemerkenswert  ist,  da*»  er  auch  peraische  Chroniken  benQlitf. 
aiw  denen  ihm  «ein  Freund,  der  Dolmetecber  Sergios,  Auszügo  maditc 
und  ins  Gric>chi»<:he  Qi>cr«<vt2to.  FortHctzvr  do8  Agathia«  wurde  Henander 
Protektor;  alg  Quelle  diente  er  dem  Theophanes  Co  nfessor,  and  ein- 
zelne Teile  seines  Werkes  gingen  in  die  konstantinische  ExKorpteo- 
samntlung  Aber. 

1.  Aa«gkben:  1^.  pr.  d«a  giinUMÜiMt  TaxtM  von  B.  Ynleanius,  Lnxj,  BtUr. 
1594.  -  Wi«d«rlMll  r>ri«  1660  (»  ScMoM  ab«r:  165S).  -  Vsaadj«  IT29-  -Im  ÜMon 
Corpa»  ed.  U.  <>.  Ninbubr,  B«an  1888,  mit  dar  Ui.  UeboraetniMg  du«  Pcrswi«,  deu  KoUa 
4mi  VnlcasisH,  den  KpigraraiBaa,  oinom  Switiiidnx  luiil  cinom  ungnaagciiilAD  Vwuicfam 
der  ■prafiklicboa  Eigen lamlkhkcitcn.  —  Wiod«rboll  bei  Mi^iio.  Vau.  gr.  68,  124^- ICOtIL 

—  Ed.  L.  Dinilorf,  Hiirt.  stmo.  mio.  vol.  2  (IMTl)  1»2— -15».  —  Uio  Kpisramm«  utatu» 
uuiMr  in  d«n  Aaagaben  der  0«««lii«hte  von  Vulumius,  Niubulir  and  Dindorf  itacb  b"!  t'L 
BruQclc,  Analecta  11133-68.  Fr.  Jacobs.  Aiitlioiogia  ämeca  IV  3-39;  XIIl  «IT.  uai 
in  d(T  AbÜioI.  Palaliaa  «d.  DOboer.  —  Di«  Randnuttien  tu  Panaaniaa  od.  Fr.  Spjr«, 
Hend«i2»  (1894)  148-149. 

2.  Cebersetiung«a;  Lateiniscb:  Vor  d»m  gri«cbiBGb«D  T«xt«  enclii«io: 
thina  (!)  da  b«1lo  Gothoram  rt  alüs  perüßriuis  bisloriis  Umporuni  suenini  p«r  Cbr.  Porio 
Roanaanm  »  Gtagco  in  Lntinnm  traductu«,  Rom  1M6.  —  Wiederbolt  Angaburg  1&18  f 
Schlnaae  dnn  Manäta  1519),  —  Wied^rbült  mit  Piokop.  Basel  1531 ;  mit  Zuuoio«  eto.  B 
1IV70  u.  nftpT.  -—  F^cctrpta  ex  Agntliia  H.  Groti«  uiterpreto  in  »eiD*r  ,Hi»UiTia  Ovtbonnt'. 
Amsterdam  1655  S.  .'•29—573.  —  Wiederbolt  bai  Ant.  Maratori.  Reruin  IiBliowiia 
aoripter««   1  (Mailand  ]723>  379  B.  —  Außerdem  in  don  Ausgaben  des  grieohiaclieo  TuM 

Fraozüaisoh:  Von  Fumde  Sieur  de  «.ienillä  (mit  i*rakop),   Paria  1587.  —  Vi 
H.  CoDtin.  in  der  Histoire  de  Cple.  Paris  1674.  ~   Wiederholt  AmHierdani   1686. 

Ooulioh:    AuexDg«   aus   Agatbiaa    {Biidi  1   1  — II   13).   deutsch   roD    t>.   Coat«, 
.Prokop,  (lothcnkries*.  Leifucig  1885  S.  327—371  {=  Die  UoschichCachroiber  der  dcalaÄli' 
Vonait   in   doulscbor  Boorbeittiog,  6.  Juhih.,  üanU  Uli.    *-    Epigramme    dautacli  ra 
W.  K.  Weber.  Fltegische  Dichter  der  Hellenen,  Frankfurt  1622  8.  896-402:  784-101 

—  F.in  Teil  der  Epifcminme  von  0.  Tbudiohum,  Griecb.  Antliolo);i«.  Stuttgart  1888—1310 

aiüs4— iiya. 

3.  Hilfamilt«!:  Bi-m erklingen  von  K.  0.  MDlIer.  Rbein.  Mua.  3  (1829)  23  ff.  = 
Blaina  deulHcho  Schriften  S(Br««Uu  1848)  100  ff:-  Einige  EmeDdaliamen  tod  A.Heiaakt. 
Pliilologoa  14  (I8&9I  K  IT.  —  L.  Dindorf.  Jabna  Jahrb.  99  (1869)  467—495,  gibt  nitb 
aincr  imagintr«!!  EinheitaaehabloDe  gearbeitete  und  daber  iiun  T«il  verfeblto  Korrdtlnr« 
de*  Textoa.  —  H.  Eckhardt,  At^athiaa  und  Prokop  als  Quell uuschrinslalkr  ftr  dM 
GothenkrieK.  Progr.  Königsberg  1864.  —  Fr.  BOcheler.  ConieaUnca.  Kbein.  Um.  17 
<1382)  331  f.  Im  Agathiaa  II  17  =  S.  100  IT.  ed.  lionn.).  —  Emendationc«  und  B«in«(kanii 
Ubor  den  Stil  gibt  U.  van  Herirerden.  Varia  ad  varioa,  Mnemoa}'Be  N.  S.  IT  llstt 
I6--23.  —  Bchwaoti  und  rielfach  ganz  verfehlt  ist  Ü.  Spyropnlos.  Kor«  ti  fuoiUa 
'AyalHat  'UoiJinar  ftii  UQoxnitior:  Diss.,  Athen.  Panwkouaa  l^onaa  1802.  Vgl.  Ü.  Z.K 
163  f,  —  Heinr.  Reffel.  Uebcr  den  Sprachgebrauch  da«  Agalhiaa,  GrBinaaialprfp. 
Kompten  1894  fgibl  auch  kririache  Bemorkungon  j:um  Toxt«).  —  Hauptachrifl:  W.  S.  Teufltl. 
Pbilnlegua  1  (1840}  49,'i-.Ml  ^  Studien  und  UhiirAktcniitiken,  Leipiig  ISTl  S.  237  t,  |li 
xwnitor  Aufl.  Leipi.  ISI^S  S,  286  fS.). 

Zu  den  Epigrammen:  J.  Corn.  de  Pauw,  Diutribu  de  alea  vet«nim  ad  epgrunaa 
Agatliine  schol..  Trejoeli  ad  Kbcnam  1726.  -  Kriliache  und  exegetische  ItaitrHge  gab  bt» 
Sternbach.  Meletematn  (irneca.  P.  I,  Wien  1HS6  S.  20  ff.  und  sonst;  dann  ia  %mm 
Sehrift:  AnlholoKiao  Planndano  nppondix  Biirbtirino'VHticuna.  Leipxig  1890  S.  64  ff.  mI 
sousl.  —  Pnul^akeloiraki,  Üe  ActhulcgiB  Palalina  qunoetiunee.  Dia«..  I.cipiig  1893  8.(9 
bis  «4  (Aber  die  Abfauungsifit  der  Duuhninc«  u.  s  w.),  —  H.  SlB<itmalter,  7ja  Bri^ 
cfaisohcn  Anthüloeiu,  in:  Festaohrift  zur  Einweihung  des  neuen  OebSudes  far  dna  UroHbtO. 
Oymnasium  in  flridelbcrg,  Leipzig  IKÖ4  S.  30  f.  (macht  wahrHcbeLuhcb.  da**  die  BiWl 
den  AKathiaa  eine  Tochter  des  PnulüS  .Sili^ntiarios  war),  —  Th.  Eori,  De  AntbolafiM 
quibuadiim  Inda.  Filolog.  Üboarjenie  (Moskau)  4.  83  IT,  —  Oute  Charakteristik  der  I^h- 
tungen  Ton  K.  Reitxenstoin.  Paulya  Realen  eye  loptldio.  Nene  Ueaibeit.  1  (1894)  744. 

Zu  den  I'nusnniaBglosBen:  R.  Reitaenstein.  Hermes  29  (1894)  231— 239. — 
ü.  V.  Wilnmowitz-Moellendorff.  Hsrmes  29  (1894)  240-248, 

f.  Die  Salbst vor«telIiuig   dee  Agatliias  im  Eingänge  aeinee  QeecJiiditawariLM  (6^  IS 


tobtacbroilMr  Tind  ChroolsteiL    A.  OeBcbIelit«olir*Ib«r.   (§§101—102)     24$ 

fäfdifitt  Mml  «t  lür  dijriwfr/piur  ayiäru  i«t  uine  NücliabmunK  ät*  bcrQhtntnn  yfiifot 
Ijrmsohoa:  TvfrMMt  tt^naiunjcif  nnr^ic  .V«liti;Aiiv  .  i;  äi  t'fvn  veqir,.  R. 
lein,  HcraiM  2»  (1894)  237  Aum. 

bi  nunehm  Uta  i.  B.  ia  d«n  Codi).  Valic.  29  fol.  -iSl.  Valia.  ragin.  Su«c.  16ß 
U  Vindob.  phjl.  ^.  165  fol.  S&'  rird  dem  Agatfaiaa  (las  burilhmle  Epigramm  auf 
[aurikion  and  >einc  Famiti«  sugosobriobea.  daa  ihm  oobon  aUB  chronologi- 
iden  Riebt  gchSrcn  kuin.  VgL  die  traflNcbe  Auegnho  und  KrklftruDg  dieses  Epi- 
pn  C.  Diltfaoj-,  Symbolae  oriticM  ad  »nUiologiAiD  gruccani  ex  libm  nias 
Idojt  Inet.,  UtUtngcn  1S91  S.  18-23. 

Der  mit  Agatliiu  bofreuudeto  pumische  DolmetBch  Sergios  {li^tut  ä  Atg- 
tordo  fral>«r  irrt&mlicli  mit  dem  durch  sein»  Husgcdelinte  lleberantef-rtbAligkrit 
(  ArebiatroB  und  Prii^iiter  tJcrgios  von  Itesniiia  (t  '^^<I)  idcntifiiiOTt ;  Tgl. 
»X»r,  «Joacbicbte  d<^^  Botanik  3  (KAnigsbcrg  lüöRf  ^^  ^-  '''>'  n^"*^  nber  schon 
Hogii»cbeii  OrOndoii  von  ihm  KettchiedoD  werden;  das  botncrkto  Atit.  Uaumatnrk, 
^••t  »yTo-Ora«eu.  Jahns  Jntii'b,,  Supplemcntb.  21  (IgSI)  MH  f. 

L  Theophanes  aus  Byzanz  (©cuyarr,^  Bv^ävtioi)  schrieb  ein  Ge- 
irerk  in  10  Büchern,  das  nach  Photios  (cod.  C>4)  die  Ereignisse 
p  —  581  betintidelte.  Er  begann  mit  der  Ersilhlung  der  ßegebea- 
relche  nach  dorn  Bruche  des  562  von  Petros  Patrikios  auf  50  Jahre 
Friedens  mit  den  Perseni  erfolgten.  Ausaerdom  bvHcliriob 
ch  der  nicht  ganz  klaren  Angabe  des  Photios  auch  Dinge 
BegioruDgszcit  des  Justinian  und  fUgto  zu  den  erwähnten  10 
»och  eine  Fortsetzung,  diu  Photios  nioht  gdtiebon  zu  hüben  scheint, 
^ch  hat  Theofhaneti  in  derselben  nocli  einen  Teil  der  Regierung 
tio«  dargestellt  und  demnach  wohl  gegen  das  Ende  des  C.  Jahr- 
gesdiricbcn.  Das  bei  Photios  erhaltene  Fragment  ist  nnchtig 
ie  auch  von  I^kop  und  Thoopliytuktuä  b«t<tJi.tigto  Nachricht  von 
BfQhrung  der  Seidenzucht  in  Byzanz  unter  Justinian  und  durch 
|te  Erwjüinung  der  TUrken,  die  seitdem  aus  der  byzantinischen 
pbt«  nicht  mtthr  verschwindeu. 

ragaent:  Ed.  B.  0.  Niebuhr  im  itonnor  Corpus  mit  Upxippos  ot«.  R  483  496; 
KtO  i»  (slehrt«  Komm«ntar  de»  l'hil.  Ubhlus.  —  Ed.  C.  MuUor,  FUG  4,  270  f. 
Dindorf,  Hi*t  graoc.  min.  1,  446  IT. 

Xenander,  aLs  Mitglied  der  kaiserlichen  Leibwache  Protektor 
{Mitay4(iOi  Uifinlmtof),  wurde  tun  die  Mitte  des  6.  Jahrhunderts 
geboren.  Über  sein  Leben  macht  er  selbst  in  der  mork- 
und  durch  den  in  Byzanz  seltenen  Charakter  der  UrsprilngÜcb- 
Lbbonswahrheit  ausgezeichneten  Vorrede  mit  anerkennenswerter 
ktigkeit  genauere  Mitteilungen.  In  »einer  Jugend  widmete  er  sich 
ndintn  der  Jurisprudenz,  nahm  es  jedoch  damit  wenig  ernet,  und 
reuiger  fand  er  nach  Beendigung  seines  Kiinte»  an  der  gerichtlichen 
1  Gefallen.  Um  so  eifriger  folgte  er  den  Iloizon  de»  Hippodroms  und 
pitomime.  Erst  aU  er  durch  sein  leichtfertiges  Leben  in  die  äutt^erste 
riet,  wurde  er  aus  einem  Saalus  ein  Paulus;  es  war  zu  dor  Zeit,  da 
ein  Freund  der  Klln!*te  und  Wissenschaften,  zur  Herrschaft  ge- 
l(&82).  Menander  heschloss  eich  einer  ernsteren  und  durch  die 
he  Htmifizenz  nun  auch  materiell  lohnenden  TbStigkoit  zuzuwenden. 
^orbitd  nahm  er  sich  den  Agathias.  Wie  jener  wurde  er  vom  Juristen 
oriker;  wie  jener  versuchte  er  «ich  daneben  in  poetischen  Kleinig- 
Agathias  ist  auch   ftlr  die  sprachliche  Form  das  Uuster,   dem  er 


U4 


B^antiniscbe  Litt«ratiirge«chlclit«.    1.  Prosuache  Litt«rfttiir. 


unermüdlich  iiachBtrvbtQ.  Das  Oeitc1iichtüw«rk.  wdchos  Menandcr  nach 
BeiniT  Sinnesänderung  abfassUj,  itc)iUc«>>-t  unmittolbikr  an  tln«  d»»)  vVgathias 
an  und  beimndelt  die  Zeil  von  558  —  582.  Wir  K>»iitZL'n  von  demselben 
bei  Suidas  und  in  kon-ttantinischen  Exzerpten  zahlreiclie  und  sachlicb  hoch- 
wiehtigo  Fragnifiitc  Durch  den  Reichtum  und  die  V'eriflssigkeit  der  Naob> 
richten,  beuoiiderä  durch  ihre  googi'aphiMohdu  und  cthtiographischi'n  An- 
gaben gehören  de  zu  den  bedeutendsten  OMchichtsquelien  des  6.  .laUi^ 
hundert^.  Ausser  diesen  tiicher  bezeugten  BruchstQcken  sind  die  politisclies 
Nachrichten  im  •>.  Buche  der  Kirchen  geschieh  te  des  Eaagrioa,  die  aller 
Wahrücheinhchkeit  nach  direkt  oder  indirekt  auf  Menander  zurUckgtdii'n. 
und  ein  Exkurs  de»  Theophylaktoi«  beixuxiehen.  In  Verlegenheit  sind 
wir  bezüglich  der  Qucdlou,  nach  denen  Menander  eine  so  ereignisreiche 
Periode  ausftlhrlich  darstellen  konnte.  Einen  Teil  der  Begebenheiten  hat 
er  selbst  erlebt;  aber  seine  Erzählung  beginnt  mit  einer  Zeit,  in  welchur 
er  nach  seinen  eigenen  Andeutungen  doch  noch  recht  jugendlich  gewesen 
sein  mut».  Für  die  persischen  Aiigelogonlieiten  dient«  ihm  neileicht  Tht 
phanes  von  Byzanz. 

1.  AuHKnben:  Div  Frapuente  in  dun  Euurpt«!)  Da  Mulentjis  od.  xu«t%t  «lu  mr^ 
vstikaDi^cben  PHliinpsvat  A.  Mai,  äcriptor.  vet.  uova  colleclio  2  (Roma«  10271  362-'9K- 
RJ.  U.  Q,  Ni«bulir  im  lluuner  Curpas  mit  Dt-xippoH  otc.  S.  282— 444.  —  WtediAritalt  ki 
Migue.  P«tr.gr.  113.  791-92^.   -    Ed.  C.  Müller.  FHO  4.  200-269.  —  Ed.  L  Dimliiij 
Hut.  graec.  mm.  2,  1  — ISI  (mit  neuer  Kollation  cwcier  codd.  Muaa«,), 

3.  Hilfsmittel:  Eiiio  Naobk Dilation  des  vatik.  Palirnpsest«»  mit  Eiii«i>il«tioitM  i 
VKD  Herwerdan,  Spicilegium  VAticnnum,  Lugdnni  Batavoriun  16S0  S.  316 — 221.  — f 
EmMldatianen  vnn  Meiiioko,  HermoB  3  (1809)  162  f.  —  Uober  das  Vertialtnis  n  Em_ 
Guido  Uertiseh.   De  scriptoribus  lerum  impcrntoria  Tilir>rii  Conntuitini.   Coronent. 
Jenensoa  3  (ISSt)  21   IT..   und  L.  Jeep.   Jahns   Jalirb..  Supplvmonlb.   14    {I8M)  lÜ  t 
Debor  dio  gnogniphis<:ben  Na(^briolltI'0  des  Munandcr;   U.  MArinolli.   Oio  £rdkusd*  I 
don  KirdiunvAtsrn,  Loiptiit  lUä4  S.6  f.  —  Zur  I^urat^Uiuig:  M.  Apatitalopalas.  m>mrt( 
Ufott*iioQ  fiifiTitijt  'Ayn^ioi',  Di«.  Atbun  WJ-i  (zu  wonig  ecinchtclo  >itÄItaiMainahuiBj.  < 

8,  Vun  dc'n  poutmclivn  VcmuDhen  dHa  Meuundcr  schuinl  xidi  nur  daa  Epigmia 
aaf  den  pvrsiaolieu  Magic-r,  der  aiuli  tum  Cliriateatum  bokulirto  und  den  M&rtyrvrtod  «fU 
«'halten  zu  liaben.    Autbul.  Pal.  I  101. 

4.  Zweifellos  mit  L'nredit  wird  dem  Menander  Protektor  iu  di>n  üodd.  Fari^ 
Coial.  2Wo  fol.  414  -424^  und  Atben.  34»  eine  Red akUon  der  Erz&lilunf:  vod  d«T  An 
finduDK  d<'s  hl.  Kreui«s  iuge§eh rieben.    Titel  und  Anfang  lauten  im  i;uisl.:  Mtnir' 
jifOfiiitOfoc   dir,yji<ils  n((>i  i>/{  iiriiC'li'jatait  Ki'i  tCf^ufuit  raii  Jt/jinv  rrii  Zuiunaii»'  «liiv_ 
l^C   yifofiiytjf   i^i  kainitoyiirov  xk'i  'EXf'r^t  Tiüf  iv <>(/(( diniuir  /iiyiiXiuf   xal    n^'rtu- i 
Xffioimrori   jlaaiXeiuy,     'F.r   Im    Ifitöfitfi  tijf  jlitaiXiint  Kairciafiimv  tov  |Ut}Wi*B  ia^iUi 
/Jijvl  {nol  iaryopopiifi  ifJöfin   avrijjStiaar  nÜij.Vij  ^np,i..'puu-  ^iti   töv  noiafiör  irit-  URW^tP 
Jäiov^r,v.     Wie    diese  Zuteilung   xu   crklllren   ist.   konnte   ich  nicht   fMt«lell«'n.     Van  ib 
droi   godilicktnn  Texten    der  Inventio   Bi^beint  dem  des  Coisl.  dpi'  von  E.  Neatle.   B.Lj 
1169AJ  319—345,  beeprorbune  und  i'dierto  am  unchntnti  (u  kommon. 

103.  Johannes  von  Epipfa&nia  in  Syrien  {'lmä%-ri,i  'Eni^vtvi) 
fasst«  gegen  Ende  des  6.  Jahrhunderts  ein  Oeschichtsverk  über  die 
von  572 — 592,93  (bis  zur  Wiedereinsetzung  Chosroes  II).     Eine  {wohl 
einzige)  Nachricht  Über  dasselbe  verdanken  wir  seinem  Landamanne 
Zeitgenossen,  dem  Kirchenhistoriker  Euagrios:  Ka\  tä  i%6pfva  ii  toiki 
Uyaö/ip  (<)  ti^  ^t'jtofit  Mtü  'Itaävvij  ift^  <«  TToXi'ti^  «n!  avyrfrit  xa>'  »i^p 
ietöffiitm  nt'xflt  ii]i  Xoapaov  toS  rt'ov  nfoi  'iVi*«/oiif  <ff/T;i  xal  r^c  *'{ 
aviov  ßaoilu'uv  moxrrf aattiafiD^.*)    Wir  haben  von  Johanne«  ein  zier 


')  Riatoria  «cclea.  od.  II.  Valmiiis,  Paris 
167S,  V  24  (S.  44S)  =  Migoe,  Patr.  gr.  86. 2, 


2841  A.     Die  Bemerkung,  dass  JobaaBM  I 

Agathins  nnacUlieaso  (nt^'  (/p^uor),  ist 


hlehtsobnlbar  und  Cbroniatea.    A.  0  ea  chic  btach  reib  er.    [gg  103—101}     24o 


»clies  Fragment,  wt'lclios' die  Vorrede  und  den  Anfnng  dm  crston 
enthalt.  Der  Titel  lautet  in  der  HanJsclirift,  oinom  Vatic.  dea 
^ahrliuudort«:  'tiaärrof  ax"^'"*'*"*'  "«•  ""•»  ^■Tii^x'"*'  'f-ifffftiiwe  w*pi 
vi'  rtov  XoaQÖov  7TpotfX*'e'J*^**'S  -Tp«?  Mav^ixtov  töv  'Ptafiaftniv  aviOK^ii- 
iatoifitär  loju»;  a'.  Nach  dieser  Überschrift,  die  jedoch  schwerlich 
rerfasser  selbst  hcnilhrt.  hätten  den  Uaiiptgegenstand  der  Schrift  dio 
^nisM  gebildet,  welche  die  Beendigung  de«  zwnnzijyilhrigcn  Krieges 
leti  den  Khoinliom  und  Portern  herbeiführten;  doch  beginnt  die  Dar- 
ag  in  dem  erhaltenen  Anfange  des  ersten  Buches  mit  den  UrBachen 
Dm  Ausbruche  des  Krieges  (.''j71'72).  Die  Orilnde,  welche  den  -lohanne» 
?fthl  »eines  Htoffes  bewogen,  erzählt  er  selbst  in  seiner  Vorrode.  AU 
ind  SokretJtr  de«  Metropoliten  von  Antiochia  hatte  er  üolegenheit, 
[nnig  Chosmn'»  und  ^^ele^  anderen  her^'orragenden  Persern  persifin- 
zu  Verkehren;  nach  Beendigung  des  Krieges  ging  er  solbat  nucli 
fiivn  and  lernte  den  Schauplatz  de«  Krieges  kennen.  Seine  Schilderung 
it  demnach  auf  eigener  Anrichauung  und  auf  Berichten  von  Personen, 
den  EreignixHen  hctoüigt  waren.  Der  Verlust  des  wichtigen  Werkes 
teilweise  ei-setzt  durch  Theophylaktos,  der  seine  ausführliche  Er- 
)g  der  l-*lucht  und  Wiedereinsetzung  des  Hiosroes  im  4.  und  5,  Buche 
ihat  wahrscheinlich  dem  Johannes  von  Epiphania  entnommen  hat.  Die 
fkche  und  klare  Spniehe  des  .lehamies.  der  ofTcnbar  den  Spuren  des 
^dides  folgte,  ist  freilich  bei  Theophylaktos  nicht  wieder  zu  orkonnon ; 
pt  seine  Quelle  in  die  ihm  eigene  »chwülsti^'e  Diktion  umgegossen. 
a  Euagrios  hat  im  6,  Buche  seiner  Kirchengeschichte  den  Johannes 
Atzt  Endlich  fand  Johannes  eine  späte  Bewunderin  in  der  kaiserlichen 
•chichtschreiberin  Anna  Komnena,  welche  fUr  dio  mosaikartige  Vor- 
le  ihrer  Alexins  auch  dem  Proömion  des  .lohannea  einige  Phrasen  wört- 
b.entlehnte.  Vielleicht  hat  sie  ihm  auch  ihre  Manier  im  Tone  des  Thu- 
zu  r«den  abgetauscht. 
Dm  KraRBiont  d*a  ,Toh.  td.  zusrat  R.  Hand  mit  L«o  Diaeonna,  Puis  1819 
'■■8;  rgl.  Min«  Vc-ircd«  R.  Mll,  »nino  I*iolcgoiii,  zum  Job.  I^m  S.  X  (=  S.  XIV 
nit.»  nnd  No(-  rt  oxtr.  ü  (IClü)  2. '2^9.  ~  £d.  (J.MlUUr.  FH0  4.  ST2-2T6.  —  Ed. 
■  dorr.  Iliat.  gnce.  min.  I,  STl— Sttö.  —  Vgl.  L.  Jeep.  Jiilins  Jahrb.  fjnpplomcntb.  14 
Mff.  DBil  die  tu  g  loa  genniiDti!  Scbrift  von  ß.  Hertiitoh  S.  21  S. 

IM,  Euagrios  {Et'äyQioi),  der  bedeutendste  Kortsetzer  des  £u8e- 
vurdo  um  536  zu  Kpiphania  in  Syrien  geboren.  Er  lebte  meiet  in 
und  bekleidet«  dort  das  Amt  eines  Advokaten,  weshalb  er  wie 
biaa  den  Beinamen  ex*>^auti)iäi  führt.  Als  der  Patriarch  (Jregorios 
otiocliia  sich  wegen  einer  gegen  ihn  erhobenen  Anklage  in  Kon- 
iipe\  zu  verantworten  hatte,  folgte  ihm  Euagi-ios  als  Uechtsbeistand; 
wurde  er  am  kaiserlichen  Hofe  bekannt  und  erhielt  von  Kaiser 
die  Würde  der  (Juästur,  später  vou  Maurikios  die  eines  Ehren- 
Uektea.  Sein  Todesjahr  ist  nicht  genau  bekannt;  doch  tobte  er  jeden- 
!•  bi«  gegen  das  Ende  deit  6.  Jahrhunderts.  Wir  besitzen  von  Euagrios 
Ivoibugrvicbe  Kirchongeschichto  in  6  Büchern^  welche  im  An- 


\vai  wolil  UH  eiiMir  auMveraUUidlicbeo  <  klllr«ii.  wo  Jubannes  d^n  Prokop  und  Agntliias 
dar  Slvll*  im  ProOmioa  xu  m-      Hin  (N>in»  Vorg&ii^er  nennt 


246 


Byzantiniache  Litt«ratDrg«Bcliidite.    L  Pro«aUclie  Litteratur. 


BcUuseo  an  Sokrfttos,  Sozomcnon  und  TheodnretoH  mit  d«>r  Synodo 
Kphesoft  i.  J.  431  begitmt  und  bi»  zum  Jahre  '>ft3  fnrtgefikhrt  ist.  Euag 
Ut  der  wichtigste  Oewährsmatui  für  dio  Dognicngeschicht«  des  5.  und 
6.  Jalu-liiindcrifi  und  diente  hiefür  dem  Clironislun  Tlioophanes,  dem  Kirchcn- 
hi^tonker  Nikephoros  Knllintos  XanÜioputo»  u.  a.  als  Qui>lk>.  Auch  diu 
liMerariBrli*  Bedeutung  dos  Werkes  ist  zu  beachten.  Während  im  Abend- 
lande dii*  Kirchengesehichtt',  »oweit  mnn  sich  nicht  mit  der  Übernetzung 
griechischer  Wi-rkc  begnügte,  bald  die  dürre  Form  der  Chronik  anDshm. 
lebte  in  Euagrios  nicht  minder  als  in  den  Profanhistorikera  seiner  Zeit 
dio  milchtige  Tradition  der  altgriechischen  Oßschicht«chreibung  wlrküam 
fort.  Seine  Darstellung  charaktorii^iert  l'hotios')  mit  Itecht  ala  anmotig. 
wenn  auch  etwas  breit. 

Neben  der  kirchlichen  Entwickelung  berücksichtigt  Euagrios  auch  div 
'Profangeschichte.  Die  auf  sie  bezüglichen  Partien  seines  Werkes  and 
troti  mancher  Oberflüchliclüsoit  und  Parteilichkeit  von  erheblichem  Werte, 
weil  «ic  a«f  gute,  zum  Teil  verlorene  Quellen  zurückgehen.  Im  2.  und 
3.  Buch«  bonQtzte  er  die  bis  mm  Jahre  502  reichende  Chronik  seiiwe 
Landsmannes  Eustathios,  dem  er  auch  seine  Imitate  aus  Priskoe  ver- 
dankt.  Für  das  i.  Buch  diente  ihm  Prokopios,  und  zwar  nicht  bloss  die 
Kriügsgc8chicht«n,  fsonderii  auch  die  Anekdota  und  wabrsckoinlieh  audi 
dos  Buch  Do  ftcdißciis.')  Die  profangeschiohtlichen  Nachrichten  d« 
5.  Buches  gehen  direkt  oder  indirekt  auf  Monander  Protektor  zurikk. 
Die  im  !>.  Buche  bemerkbare  Verwandtschaft  du»  Euagrios  mit  JohaDOM 
von  Epiphania  erklärt  sich  nicht  aus  direkter  Benutzung  des  Johann««, 
sondern  daraus,  da»s  auch  Johannes  von  Monander  abhängt.  Erst  in 
G.  Butdie,  das  vornehmlich  der  Erzählung  des  persischen  Krieges  gevidmei 
ist,  schöpfte  Euagi-ios  aus  Johannes  von  Epiphania,  der  ihm  sein  da- 
mals noch  nicht  verilffentlichtes  Werk  privatim  zur  Verfügung  Kt«llte. 

Ein  zweites  Werk  des  Euagrios,  welches  nach  seiner  eigenen  Ani^dlxi 
Relationen,  Briefe,  Erlasse,  Iteden,  Dialoge  u.  a.  enthielt,  scbeiut 
verloren.  Euagrios  VI  24:  Dtnivt^tm  Si  rjirr  mai  IV«^oi*  tti'xoi,  ärayoQti;, 
f'.iKtioXeig,  \pijtf(o(iuia,  löyot'i  if  xitl  JiaXt'Stic  xni  ft/p«  inta  txot.  VoD 
den  «royopa/  bumürkt  er  noch,  dass  er  sie  im  Namen  des  Pat 
Gregorios  abfasste. 

1.  Ausgnben:  Nucl)  früheren  Drurkcn  nm  besten  od.  vou  U,  Valoiiiaii, 
1675.  —  Nvu  auCuule^l  vun  Reading,  Cambridge  1720  Imit  einigun  Ziia&tx«n  und  iv 
8Ulln(>^rcipn|.  —  Werlluoer  Abdnick  obno  liitcin.  llnburaeUiing  tind  ohne  Not«n,  0x1 
1844.  -  Zulelit  wiHderLult  von  Mipnu.  I'ntr.  gr.  B6.  2.  240:^—2908.  —  Da  Valcai»  i 
xwoi  llandsrliriftcD  «iner  g«tiübtL-u  Ki-diiktiuti  bvoObito,  ist  eine  kritiatilie  N«ubMrb  '*~ 
die  nich  vnrnehmtich  tat  cud    Luun.>nl.  70,  23  HtUtxi'n  iiiQKBte.  ein  Bedürfnis. 

'i.  llilf"inittol:  C.  Fr.  Sttludlin,  (jtoichiubtu  woA  Lilvralur  d^r  Kirdimgesdiii 
lUnnovcr  1H2;  8,  TS    ^,'i  (nnbedeutendj.  —  F.  Cbr  Uaur.  Die  Epochen   der  kJKhli 
LleachicIiUliltfrntur,   Tllbjnffen   18&2  8.  29  —  32   diHrHkt«riaier(.   ohne   auf  Einz«lbMt«0 
xugelien,  Huiir  treffend  dio  Stoltuiig  des  K.  in  der  Reibe  der  grieoli Ischen  Kirehrabbt' 
—  Ktuen  KiiLon  l'nbnrblick  llbor  den  dogniongescbiclitüchen  Inhalt  dta  E.  gibt  W.  < 
Realeuiyhlouadie   fUr  jirot.  Tbeologia  4  (1879)  420  f.    —  Zur   Verbesacnuit   diw  TvxH 
Kulte,  Tübrnger  Uioologiioh«  Qiiar**lBohrirt  43  (1881)674  -706,  —  Zur  banawchrtFUicb 
UelOTliefening:  Cnrl  du  Boor.  Zeifecbrift  fllr  KirchengMchiobto  5  (1881—82)  »1&-I 


')_Cod.  29.'Eö(i  ii  njV  tpQättir  nr*  ngaifit,   1  ')  Vgl  Q.  l>Ang«rs  a.  natm  t.  Ol  8.4 

it  *ai  nun  nt^titCteltai  iviou  ioxti.  \   and  L.  Jaep  «.  a.  0.  S.  161. 


8.  OwaUclitMhrelber  and  CiiroBiatea.    A.  GeBcMohtschieiber.    (3  105)    247 


nd  6  (I6SS— 84)482-4^.  —  Qn«ll*Dfor«Rf)iinK:  Pin  nmaillinien  sog  Ouat.Dangor« 
in  MUMT  fMt  vemhollwon  PraiMchrift:  D»  fontibiiH,  indole  et  iUgnitato  librorum  uuoa  ic 
kixtaria  («clMiniHf«  »cripsurunt  Thcodornn  l^etor  «t  Evnerias,  OQIIingen  l$ll.  —  U«Dauor 
Ludw.  J(>«ip.  Jakii«  Jahrb.,  .SuppIrinoiiUi.  If  (1&S3}  1A9— 178.  —  U»ber  dto  BeoDUung 
d«B  Jabannoa  Rlitilor  1=  Mnlalu!)  durch  Euagiios  vgl.  K.  Pnixig,  I'norkiiniit  nod  lui' 
ktkamnt  gi>blivb«iic  Unliiliii>-I''>B(;inpiilo.  i*togr.  dct  Tliornnsachale,  Leipzig  Jr^DI  S.  IT  H',, 
B.  W.  Brook».  Tb«  dit«  of  Üi«  hiatori»  John  Malnln,  Tbe  Kngl.  llist.  Keriew  T  (18B'4 

VI— SQI,  und  S.  Sontakor,  D«t  JohaiinM  Rbftor  Aer  Kirch  eng  ose  liichte  des  Euflgrios, 
i.  Il*ft  dor  galcbrtcn  ÜenksebriftsB  d.  Uiut.  Kuaii  1K9U  (ruas,).   Vgl.  die  Uesprochung  von 

C  K.  Gleyc.  t).  Z.  3(I8M)  «36- $30.  und  die  Erwiderung  von  Sestakov,  Vii.  Vr.  2 
,  (in&l  2«t-24&,  -  Tgl.  C.  E.  Gleyo.  KoitrHge  lur  JoiianiK^sfrage.  B.  Z,  5  (I89S).  — 
\  Vgl,  dl*  S.  92&  ntierton  Pmgmmm«  von  Otto  Adnmok.  die  in  g  102  sitiwie  Schrift  von 

G.  nattiHch  S.  2S  ff.  aad  A.  UQldonpoaDing,  Die  Kirchengeachichto  deaTheodoret  von 

Kpri>«.  ll>lln  1869. 

3.  Von  oin*r  karigefnssten  Kirehcngvsehichle,  welche,  dn  sie  einerseits  den 

KliMr  Plioku  noch  orwUiBt.  iindr«rsciU  von  Theophanes  in  niisgedohntcm  Mnsse  benUbt 

■ord«,  cviaefaea  fiOO  und  80U  alitidfust  sein  muss,  sind  une  vetäcbiodene  Kxzorpte  erhalten 
I  L  in  den  TOB  CraoMT,  An,  Pnrie.  2  i,It*39)  87— IM,  herntiBgegcboncn  'Kxioyai  liio  iijtArjtJi;- 
I  lu«ii>if(  tatof/int,  2,  in  Cod.  Bodl.  Barocc.  H3,  3.  in  den  von  Vivleaius  burnusKcg ebenen 
1  ft«atg«o  «na  TbeodorOB  Anngnu^I«».  4.  in  den  Euerpten,  welche  E.  Miller,  f''rii):iiitnla 
I  bMiM  d«  Th^oitot«  le  lettt-ur  et  de  Jean  d'  Eg^e.  Btivue  urcliüol  SC  (IttT.'i)  273— '208; 
I  W— 403,  ediert  bat.  Die  Duratelluijg  in  diesem  Werke-  wiir  dDrflig,  Ala  QnelluD  dienten 
i  Ar  di*  <nt«B  drei  Jahrhunderte  Kust-liius  und  die  iini  430  verfaMl«  XQiaiinug^  laioQla 
I  dMPkilippoB  von  Side,  für  die  spuiere  Zeit  Theoderos  Änagnoates  and  Johannes 
I  DUkrlaomroon.  Vgl,  C.  dn  Boor.  Znr  Koiintnia  der  Hm  der  griech,  Ktrcheohistoriker, 
I  Iitbckr.  f.  Kirclwngweh,  6  (ISS:!  1S«4)  47>i-43i,  -  C.  de  Boor.  Neue  Fragmente  de» 
I    hflM,  Hefwippa«  und  i'ieriiin  in  binhnr  unbeknnnten  Excerntnn  »na  der  Kirchengfachicht« 

■  4n  FUlinva  etdvle«,  Tnxln  und  l^nlnrnanhungen  lur  Geschichte  der  »ttcbriatlicbon 
I  Uhmtm' 5  (1889)  2,  167-184.  -  C.  de  Boor,  Zur  kirchenhintorischon  Littcratur,  B,  Z.  5 
I   {IM)  ES. 

■  4.  H«cb  TOB  •ni«r  andorMi  EirchenBonohtehto,  die,  im  Anfang  des  10.  Jahr- 
I  hi4»ta  gMtcbHcbcn,  wobl  mit  drr  Schapfung  bcgnon  und  in  zwei  Teilen  bis  xura  Jahre 
I  M  mtkle.  haben  wir  Kunde  durcii  Noluen  im  Cod.  Bud).  Bnrucc.  142.  Sie  ist  wahr- 
I  *diinlich  idonliiKb  mit  einvin  im  Kataloge  der  Biblintliek  den  fnUnookloaters  vom  Jahre 
I  UU(Wi  A.  Hai.  Nova  bibl.  patj-.  6,  &3u)  urwfilmten  Werke,  und  ein  Teil  vou  ihr  steckt 
I  mlbkkt.  wcmiKBleH  dem  Inhalte  nach,  in  der  KirchongcBcbicbte  des  Nikepborua  KaUiatoa 

■  Tmkfla«.    C.  de  Boot,  Znr  kir.;henbiK(er^«ebe[i  Lilleralur,  B.  Z.  &  (1896)  16-23. 

I  1(>5.    Theophylaktos  Simokattes    (wotiigcr   tx-glmibigt  Simokato») 

I  \ß*^vXa>noi  Xiiioxinttj;  odtr  ii/iwraroi)  aus  Ägypten  gebürtig,  nach 
I  Pbotios  ItouserUcher  Sekretär  und  Präfekt,  lebte  unter  Kaiser  Heraklios . 
I  ((10-640).  Wir  hnh«n  von  ihm  ein  imturwiescnschaftlidies  Scliriftchen, 
I  (M  BnefBammluiig  und  ein  Qvscliiclittiwork.  DIo  beiden  crt>t«D  sind 
I  nkncbeinlich  Jugendschriften.  Wie  Agathias  versuchte  er  sich  zuentt  in 
[  Uclil«tvn  Litleraturßaiinngen,  ehe  er  sich  den  ernsteren  Aufgaben  der 
I    flacbicIitKolircihuMg  /.nwaadt«. 

\.  Seine  Schrift  //f^t  dta^ö^tov  tfvainmv  aTio^intätmv  xa\  im- 
\  'mi«(  atWtei  (gewBhnlich  kurz  zitiert:  Quaestionea  physicao)  gehört 
I  ii  fi«  reichö  Gattung  der  I/apttSu^a  und  (Oavftäaia,  die  sich  als  wunder- 
I  KeW  Eurio«ität«nkrain  schon  früh  von  den  umfassenden  nntum-istenschaft- 
f  Eduo  Leistungen  der  Altt-n  aI>l(iBfen.  bis  tief  in«  MitU'Ialtcr  hinein  eifrig 
I  bwl>eit«t  wurden  und  ihre  Wirkung  bis  in  die  neuere  Zeit  fortpflanzten. 
I  Dm  Wprko  geht  ein  kleines  ProOmion  voraua,  eine  wahre  MusterBamm- 
I  ltt|  geachraubtur  und  gCH>chniürkelt',-r  Redewendungen,  aus  doiion  es  oft 
I  lAmr  wird,  die  Gidanken  herauszuschälen.  Theophylaktos  scheint  sein 
[  W«t  ala  eioo  öffentliche  Verleihung  anzukündigen.  Zuerst  bittet  er  um 
[   KitWcht,  dann  »her  schöpft  er  Mut:  »Ich  werde  siegreich  sein,  ich  weiss 


348 


ByutntiniaeJie  Litt«ratiirg«Mbiclite.    L  PriMaüche  Litteratar. 


es,  ob)>chon  it-'h  küin  Barbarculand  botrctp;  wenn  ich  aucii  koin  Solin  in^M 
Kan^t  bin,  §o  habe  ich  doch  Vt»niuiifl  wie  ihi';  dio  R«<Ib  ist  mt-in  Vat«^^ 
land,  and  wa-i  Rriechenland  gehtirt,  gehOrt  auch  mir.*     Die  Schrift  »elbst 
handelt    in    Form    eines*  plnt^niftchen  THalogs   ziriüchen   AntisÜienps    und 
rolykratös  über  alchimistiHchu  und   andere  gehoiTnn-ijKiteni<chafUicbv  Pri>- 
bleme,    z.  B.  Warum  wird    dur   Dianmiit    vom    Fouer  nicht  angejtriffcn? 
Warum  erweicht   Bocksblut  Diamanten?     Warum    trinken   die    Kuben   im 
Sonmior  niclit?    Warum  set^t  sich  auf  den  attischen  Honig  keine  Fhege?     ' 
Ek  sind    moiitt  dio  aus  Aelians  Ticrgeritchichtenbiich  bekannten  Problem«,     i 
Trolxdem   lauscht  Polykrat»»   den  Belehrungen  dos  Antii^thcnos   mit  stei- 
gender Bewunderung   und   fragt   ihn   zuletzt   ganz   ausser  eich,   woher  all     ' 
diese  Weiaheit  atamme.   Darauf  nennt  ihm  dieser  eine  imponierende  Beih^H 
von  Schriftstellern,  gleichinam  ein  Quollen vcrsieiehnis,  daa  sich  freilich  bcfn 
nShoror  Betrachtung  al«  eitel  Hunibug  erwciid. 

2.  'liTTiattilai  ^ifiKai,  äYQnixixiii,  itaiptxtii,  eine  dor  zahlloeen 
Sammlungen   rhetorisch-sophistischer  ttbungssttlcke   in  Briefform,    die  u: 
in  der  gi-iechischen  Litteratur  bi»  zum  letzten  Tage  des  byzantinisch 
Ruichciii>   begleiten.     Einzelne   Stüt-ke   sind   dem   Thcophylaktos   nicht   ü 
geraten ;  in  den  meisten  fehlt  aber  das  Studium  der  Natur,  die  naive  A; 
fassung  der  «irklichen  Verhältnisse  des  Lebens,  die   malerische  Treue 
der  Schildenmg  der  Empfindungen  und  Erlebnisso  der  fingierten  PersoD' 
Komisch  wirkt  der  gespreizte  Schwulst  des  Briefschreibors,  wenn  er  h: 
lose  Personen  vo»  gemeinen  und  alltfiglichen  Dingen  sprechen  lässt  z. 
N.  7-i,  wo  ein  Bauer  von  seinem  Nachbarn   .den  Mist  des  Herdenvichft* 
((Ml-  !f(tfifttiitDv  ri;r  xörrpor)  erbittet.   Das  Landloben  erscheint  im  faUch 
Spiegolbildü  einer  uDäslichon  Schönrednerei.    Am  ertrfiglichaten  sind 
moratisehen  Briefe;  sie  enthalten  Oharakt«rftchi)deningen    mit  berQbmti 
Namen  an  der  Spitze;  bezeichnend  für  diese  Phanta-sieattlcke  ist  die  Shaki 
speare'sche   Misstachtung   dor   Chronologie;    AntiBthones   richtet   z.   B, 
Porikles  einen  Brief  über  Kfinig  Alexander,     Wir  wissen  nicht,  ob  di 
zwei  Jugendarbeiten  den  Ruhm  des  Theophylaktos  begründeten ;  jeden: 
aber  wurden  sie,  wie  die  grosso  Zahl  der  Handschriften  beweist,    spli 
viel  hSnÜger  gelesen  als  das  für  wettere  Kreise  zu  ernxto  und  zu  spezie: 
Geschichtswerk.      Naturwissenschaftliche    Kuriosiläten    haben     dem 
schmacke  des  Mittelalters  immer  ztigosagt  imd  rhetorische  Briefsammlimgi 
waren  das  beliebtcfto  Mittet  zur  Ausbildung  des  Stils. 

3.  Dio  Vffiopmi")  des  Theophylaktos  erzählen  in  8  Büchern   di 
Regierungszeit   des   Kaisers  Manrikina  (.182  —  602).      Wir   beail 
ausser  dem  Werke  selbst  einen  umfangreichen  Auszug  bei  Photios. 
rhetorische  Richtung  des  Autors  verrSt  sieh  sofort  in  dem  künstlich 
schraubten   ProSniion,  dos  durch  einen  Dialog  zwischen  Fhilosophio  ii 
üesrhicht*i  eingeleitet  wird.    Sie  herrscht  aber  auch  im  ganzen  Wcrb 
während  die  ftlr  einen  Historiker  notwendigen  Eigenschaften  »ehr  vermi 
werden.    Theophylaktos  war  nicht  in  der  glücklichen  Lage  eines  Prokoj 


')  So  wird  das  Wnrlc  von  Photin»  (cod, 
BS)  Mtriolinot:  in  dm  lliknilsebrifton  tMit.r>t 
der  Titel:    ^toTrlniiDu    lirid    indaxw    'al 


äftty^aifiait  einen fiit-mijs  titj«flmt  \ 


>  ^IVHHUAIk) 


einer  der  wichtigst«!)  Historiker  der  ganzen  spfitgriechischoD  Lit- 
Prokop,  Afzathius,  Menander,  Kungrios  und  Thcophylaktos  Icnien 
QuellenschriftstitUer  des  6.  Jalirhundcrt«  hochschätzen,  wenn  wir 
trortlose  Leoro  der  folgenden  Periode  blicken;  fllr  mehrere  Jahr- 
:©  nach  Maurikios  inUi>son  wir  uns  in  Ermangelung  zeitgenflssiecher 
ter  Nachrichten  mit  der  unkritischen  und  dllrren  .XuMlose  späterer 
begnDgcn.  Als  Quelle  dtonto  dem  Theophylaktos  fUr  einen 
aber  diu  Pünsorkriego  unter  Justin  und  Tiberios  das  Werk  des 
nder.i)  fflr  das  4.  und  r».  Huch  .Inhannes  von  Epiphnnia.  Kinc 
ng  findet  m»»  in  der  >>eehshündigcn  KirchoDgeschidtto  dt-M 
rioK.  der  die  ersten  II  IlegierungHJahro  des  Maurikios  noch  zu 
Lebzeiten  beschrieb,  aber  freilich  gerade  hiedurch  in  der  Unbe- 
leit  »einer  Darstellung  stark  beeinträchtigt  wurde. 
M  Bedeutung  des  Theophylaktos  zeigt  sich  auch  in  dor  Benützung 
di«  Späteren.  Photios  (cod.  65)  widmete  ihm  einen  ungewöhnlich 
rKchen  Artikel;  Thenphanes  OonfeRRor  exzerpierte  ihn;  er  fand 
le  in  die  historische  Enzyklopädie  de»  Konstantin  Porphyro- 
itos.  Inwieweit  die  aus  Theophylaktos  stammenden  Berichte  bei 
'18,  Kedrenos  und  Xikephnros  Kallistos  XanthnpuloR  auf  ihn 
oder  aufkonstantinische  Exzerpt«  oder  andere  Kompilationen  zurUck- 
,  mDw  noch  untersucht  werden. 

ESno  besondere  Beachtung  verdient  die  Darstellung  dea  Thoophy- 
Pbotios  spricht  über  sie  das  ilherraschend  scharfe  und  treffende 
•io  sei  nicht  ohne  Anmut,  aber  der  unmS«eige  Gebrauch  bild- 
AusdrQcke  und  allegorischer  Gedanken  erzeuge  einen  frostigen  Ton 
Brrate  jugenfilicho  ÜMchmacklosigkeit;  auch  aei  sein  unzeitigea  Ein- 
n  Ton  Sentenzen  ein  Beweis  von  Uberschwftngliclier  und  ungezügelter 
dt.  In  anderen  Dingen  kOnnc  man  ilin  weniger  tadeln.  Mit  Hrokop 
gathtas  verglichen  bildet  «r  den  Gipfelpunkt  einer  »teil  ansteigenden 
Der  Geechiclitscbreiber  BeUsars  iat  bei  aller  Fülle  noch  einfach 


a&o 


BruDtlDlBche  LlttaratnrgSMUcbt«.    I.  ProaBÜche  Litterator. 


zflglor  bomorklich  macht.  Dio  Erfindsamkeit  des  Thoophylaktos  in  rm- 
migon  Wendungen  ist  erstaunlich.  John  Lilly  hätte  für  steinen  berUhnit«n 
Euphuoa  keine  reichere  Fundstätte  entdecken  können,  als  die  drei  Werk» 
unseres  Byzantiners.  Sowohl  die  duftigo,  gcflilligo  Schnrirkclniiuiii-r  £« 
der  auf  Stolzen  gaukelnde  Bramarhiuiton  Pislok  haben  hier  ihr»  Vorbilder. 
Glaubt  man  nicht  in  einem  Shakespeare' sehen  Jugenddrama  xa  lesen,  venn 
ein  Soldat  einen  ltlt<tigen  Gegner  »die  Drohne  seiner  Tapferkeit* 
nennt?  Tir  )t>^Aft]fu  tijf  iaviuv  te^nFji  intTvnv  tnnöv  tvv  Jh^tji^v  änt'xtut» 
(108,  18  ed.  Bonn.).  In  den  Xaturprobleraen  will  er  den  Polykraten  sagen 
lassen:  ,Die  Leute  sprechen  über  einen  wichtigen  Oegenstand,  Über  den 
Diamanten,  und  suchen  in  die  Gcheiinntäso  der  Natur  einzudringen*;  das 
lautet  bei  ihm:  nKcin  geringer  Vorwurf  ist  es,  für  den  Zungen  und  Reden 
und  Theorien  schlagen  und  geschlagen  werden;  zu  einem  Diamantenkrieg 
hat  man  sich  gewappnet  und  entrollt  uns  den  geheimnisvollen  Gottesdienst 
der  Natur".  Zu  diesem  Marini^mus  stimmen  die  seltsame  Vornehmheit, 
welche  allbekannte  Dingo  bohutsain  erklärt^  die  breitspurige  Umschreibung 
gewöhnlicher  Thatsachen,  auch  tektonisclie  Mittel  wie  die  Häufung  kleiner, 
stetig  anwacht^ender  Sat]:teile.  Das  letztere  Kunststück  mag  er  den  be- 
kannten Kircbenhymnen  eines  Komanos  oder  Sergios  abgelau.'^ht  hab«ai 
obHchon  die  rythmische  Verbindung  kleiner  Satzglieder  Hicli  «chon  frfllitf 
in  der  Prosa  nachweisen  lUsst,  Übrigens  scheint  die  Kirchendichtung  und 
Kirchenprosa  auch  für  sein  Wörterbuch  mehr  Anregimgen  geliefert  zu 
haben,  als  sein  gespreiztes  Wesen  christlichen  Dingen  gegenüber')  er- 
warten  lienme.  Ein  anderes  zum  Ubordruss  wiederholtem  Kunstmittel  de« 
ThenphylaktOR  besteht  in  der  Stellung  des  Verbums  zwisehen  Adjektiv 
und  Substantiv,*)  Zu  den  Mustern,  denen  er  gerne  folgt,  gehören  die 
landschaftlichen  Schilderungen,  die  aus  den  Ithctorenschulen  und  den  Ko 
manon  jedem  Byzantiner  geläufig  waren.  Man  »ehe  z.  B.,  mit  welchem 
Aufwände  von  Bildern  er  den  geachlängelten  Lauf  des  Tigris  vor  Augen 
stellt  (S.  86,  2  ff.  ed.  Bonn.).  Dagegen  hat  er.  im  Gegensatz  zu  dem  k!a*- 
sisoh  geeierten  Agathias,  von  den  Übrigen  alten  Autoren  ausser  Homer 
nur  wenig  gelesen.  Klasaisthe  Reminiszenzen  sind  bei  ihm  selten.  Wu* 
er  nicht  aus  der  Sprache  der  Kirche  in  Prosa  und  Poesie,  aus  der  des 
Homanes  und  dos  Lebens  schöpfte,  darf  als  seine  eigene  Erfindung  gelten. 
Daher  ist  der  Wortschatz  des  Ägj-ptci-s  neu  und  fremdartig;  er  htit  lÜe 
griechischen  Wörterbücher,  zuletzt  noch  das  Supplement  des  Thesauni* 
H.  Stephani  von  Kumanude^  mit  einer  Masse  von  seltsamen  Eindring- 
lingen bereichert,  die  nur  seiner  Überquellenden  Phantostik  ihre  Knt- 
stehung  verdanken,  Die  Abuonnit&t  dieser  Diktiou  erstreckt  sieh  jedoch 
nur  auf  das  Wörterbuch  und  den  Stil ;  in  der  Formenletire  und  Syntax  irt 
er  auch  nach  den  Vorstellungen  der  Schulgrammatik    ziemlich  korri 


')  Er  ist  Christ  unil  \iM  in  einem  vfillig 
elirisUicIivii  Zciliütcr.  schT<>ibt  nbor  von  chriat- 
lichon  Diiigi'u  wio  ein  Hi-ide.  Von  einem 
Kloster  i.  B.  sagt  i^r  (S.  Ii2,  11  ed.  Raun.): 
.DnrtaelW  IwCndut  sit'li  Mucli  eine  Pflun*- 
sohulti  von  USnnern.  die  ein  philoaapliiKfheH 
LitboD  fuhren,    MOnche  nenot  man  dioiw 


l^ut«.*    Der  Mtlnoh  als  ,1'liilusupli*  but  M 
dureli  das  gaiuo  MitteUller  erhulten. 

flav.    Dieses  Sohemo  ist  ein  iilt«9  Lioblinp- 
slHi^k  der  rythinisFlieD  t'ru-^n  nnd  verili 
wohl  eino  liiBloriwlie  l'iitijrsuphung. 


rdi»!^ 


t 


2.  OMobiotaUchralb«r  and  Obronisten.    A.  QeMhlcliUchrtiber.    (§  105}     251 

Tlwophylakto«  Hat  durch  »eine  g«btitttto  Eliotorik  der  späteren  Entwicke- 

In;  der  byurntinisclien  KuiiBt«praclie  watirarheinlich  viel  gosctiadot,  ob- 

ichon  ein  prelJOeer  Stil,  wie  «Iaa  Slmk«spear«'sclie  Zi^italtc-r  beweist,  nicht 

temer  zum  Verderben  wis^whlAgt;  ee  inuss  aber  wmiigHtuiit)  betont  wonlon, 

l  hat  durch  ihn  wie  noch  durch  inancho  andi^ro  die  ittereotype  Vorstellung, 

I  Mlche   in  aller  byzanlimschon  Produktion  Unselbständigkeit  und  blnxse-s 

[  Imilatinnstatent    erblickt,    eine   sehr   wesentliche    BeschrSnkiing   erleidet. 

1  Fruilii^   ist  TIicopliylAktos  gerade  durch  Hein  Stj-oben  nach  Neuheit  und 

I  f)rigiualimt  uiu  dorCbnrybdis  der  NachahmuRg  in  die  Skyllu  der  Slanieriert- 

I  keit  geroton. 

I  1.  AnSjKib«!):    N»turpro1il«mo:  Ed.  pr.  B.  VuIoMnius.  Lugtt.  BaUv,  1590  (biw, 

■  1UT|.  -  Ed,  Fr,  BoiBsoBRi)«.  P&m  1^35  (mit  don  Briof«'»)  -  Ed.  J.  Idel«r,  Soriptorus 
I  i|rr«ci  tt  »«dici    1  (IMlt  IG8— 188,  ~  Ein«  fnuiiöalHoli«  üeborsclzung  vod  E.  Morol, 

■  hm  leOSi  windnrliolt  1606. 

I  Brief«:  Rd.  yr.  in  ä^t  Kromon  Sftmmliuitt  griecliiacber  BrJofe,  Veiwdig.  Aldus  1409. 

■  -Edd.  Vnleatiia*  und  BoinRonad«  mit  den  Natiirtiri)bl«m«ii.  —  Ed.  IL  HercUer. 
I  lrte«l««raphi  <ira«d.  rnnii  1R78  !4.  763—7^8  (mit  BennUung  Mhlr«ichar  ilondnobriflon). 
I  '  VcL  Ant.  Wcfltermiinn,  De  cpietolaram  scriptoribiia  Orwcin.  pan  VIII,  r.ipnnD 
I  liU  o.  7.  --  Ein«  IktoiniNr.ha  Uaborscliun^  ätr  Brief»  doa  Thcophjrlakton  i*t  die 
I  ^Üolofbcli«  EnttliugMrbrit  dra  Erourn  Astmiiiimpn  NikotnQS  Kapcrnikus.  Hie  bo- 
I  tM  tit  d*r  lAiva  tiiiähnti-a  .Mdinn  and  nnicliipn  i;it  KritVaii  1509  unter  dem  Titel:  Tboo- 
I  lfc3Mti  ScaUotni  äiin«cati  Epistoin  moinlcii,  nirnlnii  et  lunaturie.  inturiirclutiuno  Utina, 
r    uiMvla   in  dorn«  Doroini  JuLanuin  Ilnllcr.  nnn«  soliitis  nostrc  MDIS.    Eiiieii  Neudmok 

Im  mUwmb  BOtiiletiM  Turaniitdtcto  FrAnt  Hiplor,  Snicilegium  Couuriiioauutn,  Brauns- 
I    kts  1873  S.  74-102. 

(iasobickte:  Ed.  pr.  (nun  einem  »cbIccbl»D  C<><1.  Barancua  d«H  Iß  Jabrb,  =  Manoc. 
ÜT.  i<<)  Too  dem  iBgoiHtftdter  jMuitan  Jac  ronlnDus.  TnfiuMudt  1604.  —  Im  PnriMtr 
C«rpiu  4k1.  A.  FabrottuB,  P«rM  1M7  (mit  den  Fehlem  drr  tuftulDtädt«!  Ausgabe  und  «inor 
Lipba  von  neaeBl-  ~  Wiederholt  Venedig  1729.  —  Kec  I.  üekker.  Buonao  18^4  (wiodor 
MI  Abdnick  dor  Au^abe  de«  Poelanua  mit  unweMi>iitIitlieu  Kunekturunl.  —  Erste  und 
tntup  kntivbr  AnaRabe  nur  OnitiH  dea  alten  Cod.  Valic.  97T  von  Carl  de  Boor,  [<eipnB, 
b&L  T«<ib«iMiana,  1(^7  (mit  einem  aorgAltiiteo  Wort-  uod  Sarbindex). 

t.  IliKauiiltel:  Treffende,  nur  etwaa  la  whr  im  Standpunkt  d»r  KlamiiitAt  bo- 

faMaa  B«an«ilatig  «n  G.  Bernhardy   in   Form  einer  Bwi^nnion  der   Aiwgntien   von 

HfU«  umI   BMMWoadn,  BiiHiner  Jnbrb.  fllr  wiMcnitrh,  Kritik  1^36.  Nr.  5ij— 59.  —    Zur 

Kriltt:    AnjE.  Nauok.   M<^lang<«i  (Irflfo-Itoniainos  III  ^9  f.  —  Zur  Beurleilung   der  Nach- 

nebl«a  de*  liiMplijrUktoa  nbnr  CItinn:  F*rd.  von  Richthnfon,  China  1  |18T7)  551  tT.,  und 

A.t.Gvtschmid.  Klein«  frbriftnn  S  (1S62)  607  f.  -   Ueber  die  guellen  des  (!(«chicbt«- 

»«k«r  L.  Jeep.  Rhein  Mm.  Sfl  (Ififil)  Shl  ff.  und  .labnn  Johib.  Supplemcntb,  U  (1W8&1 

IM— IT>*.  —   Gegen  Jeep  »uebt  (i.  UertxHrh  in  aoinor  tii  ^  102  pcnnnnlen  Sclirifl  S,  2&  ff. 

H  «rveisen,  doiiH  l'keupbvlaktoa  iten  Johanne«  roo  Kpiphimiii  schon  vom  9.  Kapitel  des 

1.  Badwa  an  benDtil  hslie.  —   l'eber  cbronologiacthe  8r1iwieri|!kvitrn  in  der  zweiten  HSlfta 

i»l  KiaiwiHig   d««  Manrikios,   namentlicji   Ober   eine    LOcke  von  '•93—697   handelt   J.  B. 

Bari,  TbvchrMdoByefTbeobli.  i^imokalta.  TheEnglJHb  Hiatur.  Review  3(1888]  310- S15. 

-  UUBdilionen  am  OveehkM^WTkr  ed.  de  Buor  gub   H.  vun  Herwrrdon,  Varia  ad 

»«•.  lIliaaMqni«  N.  S,  17  tI889)  34—48,  —  üeber  ein  Kojj>iki'rfrngmi>nt  in  einem  Briefe 

4m  TbanbjUitM  n.   [.B4  Strrnbach,  Curae  Menaiidreae.   I)i>«eert.  closus  philol.  acad. 

ktt CnNTMnaia  1.  IT  (l»93j  171. 

t  Spranba:  Zu  dna  auffallfinduten  Dingen  geliitren  die  Form  /ptJ  ala  Pr&e^ns  (von 
IWllwS.  iw.  8  mit  unrecht  anRP^riffrnl  nnd  die  liiliiflg»  Vorbinduns  eine»  Partitips  im 
IW.  mit  Btaem  Femininnm  «.  IJ.  arpi/ivaarjair  dinifiiioi:  Allein  dieser  Vnlgarisnuw. 
■■•  4»ni  4ie  Konatraktion  «iti«  Supotl.  im  Mnsk,  mit  einem  Fomininiini  verwandt  int, 
IMmM  aeit  INodor  ein«  Art  TOD  BQrgprrecht.  B.  Lobeck,  AulnoplinmuB,  KOiiig^horg  I''29 
*-a«f.    Zu  tev  vgL  K.  Krumbaeh*r,  .'^itxtmgi.ber.  hiiytT  Ak.  1806  S,  417. 

4.  Hier  nrilge  nodi  der  aaa  unbestimmter  Zeit  dtiimmeiidu  anonyme  Bericht  Ober 
'i*  l<>>)Bt;«rnDg  von  Konalantinopcil  unter  Heriiklio*  erwilhnt  wordnn,  der  im 
JV  Vaiic,  I!i7'J  {10,  .lahrb-l  und  anilrren  Handarbriften  erbtilt*«  ist;  "fpi  tiäy  öHieiy 
*>'f»r  tl  KHi  Itifamir  natu  («  ^lotpvtäiitw)  noltwc  ftariiääavt  riiyatiif  rai  tji  ifiXar- 
•foii'f  «fv  */o»  Ä«  r(ä<  iimnmov  fitt'  «r/tfj^Hme  nno/aiptjatnir.  Di*  Ing^ndcnbad«  Er- 
itthng  W  mit  den  Mnnti^pkieti  dea  Knmenialea.  Kananoa  und  Anngnoste^  lu  v«i^ 
Ed.  A.  U«i .  Nova  p«tntia  bibUolheca  roL  «  (Romae  1853)  2,  S9«— «16. 


252 


BfunUiUache  Litteratnrgeachicbte.    L  ProuiftchQ  Litt«ratiir. 


106,  TheodoBios,  i'iii  griecliiBcher  Mönch  in  Syrakus,  wurde,  nAcli 
dorn  diese  SUdt  im  Mai  8H(t  durch  die  Saraz«nen  erobert  worden  vaj 
von  den  Feinden  nach  Panonnos  gefUhrt.  I>ort  schrieb  er  im  Gifiin^iiw 
an  pinen  gewissen  Diakon  Leo  cinoii  Brit^f  ühcr  die  ihm  no«h  frisch  tu 
Gedächtnis  »tehondu  Eata^tropht! :  Quidooiov  ftoraxoii  mr  luii  ^-^/i^nns» 
irmtioXij  n^öi  /t4t)Vtit  dicixvvov  nt^'i  tiji  äiaiartai  Svnctxovaiji;.  Kr  gib 
freilich  weniger  eine  objektive  ßrzillilung  als  eine  an  wichtigen  That«acboi 
ziemlich  arme  Deklamation  Über  diu  lange  Not  der  Belagerung  und  seai 
eigene«  Schicksal.  Verwandte  Stücke  sind  die  kloinen  Monographien  de 
Kanienintea  und  Anaiinostes  Über  die  Eroberung  von  Thesaalonike  durd 
die  Araber  90-1  und  durch  die  Ttlrkeii  U30. 

Ed,  B.  Huao  mit  Uo  DisGoaaa,  Phü  1619  S.  177— ISS;  vgl.  di«  PtnJ.  S.  XV. 


« 


Konstantin   PorphyrogonnetoG. 

107.  Ij«beiL  Kon.ttantin  VII,  Solin  Leo'8  des  Weisen,  Enkel  Basi 
iio8  I.  dc8  BcgT-ilnders  der  makedonischen  Dynastie,  war  dem  Nauien  nad 
Kaiser  von  912—959;  doch  blieb  er  durch  die  Riinkc  seines  Schwieget 
Vaters  und  seines  Schwager.'«  lange  von  der  Regierung  ausgeschlossen,  bi 
er  945  durch  die  Gunst  der  Verbilttiüsae  zur  Alleinherrschaft  gelangt« 
Daraals  waren  die  schwierigsten  Künipfe  gegen  die  von  verachiodenei 
Seiten  drohenden  Feinde  misgefochten  und  das  rhomäischo  Reich  «rfreuti 
sich  längere  Zeit  hindurch  verhältnismässiger  Ruhe.  So  hatte  Konataatii 
reichliche  Gelegenheit,  die  litterarischen  und  wiasenschaftlichen  Bestn 
bungen,  welchen  er  seit  frUher  Jugend  ergeben  war,  auch  nU  Allein 
herrscher  fortzusetzen  und  im  grosseren  Massttabe  durch  zu  filhron,  fi 
that  ee,  indem  er  mit  kaiserlicher  Macht  und  kaiserlichen  Mitteln  groGa 
Sammelwerke  veranstniten  liejts.  welche  die  nicht  mehr  UbersichUioh«a 
oft  schwel'  zugänglichen  und  zum  Teil  schon  vom  Untergang  bedrohtoE 
Sobitze  der  alten  Litteratur  fUr  die  Zwecke  des  Staates  und  der  Kircbi 
nutzbar  machen  seilten.  Für  die  Heranbildung  der  jungen  Generattm 
_aorgte  er  durch  die  glänsondc  Eniouerung  der  grossen  Uardasunlver^itil 
Konstantinopel,  die  für  diis  WicduraufblUhcn  der  höheren  Bildung  in 
Jyzanz  von  nachhaltiger  Bedeutung  war.  Budlich  versucht«  er  sich  sdW 
als  Schriftsteller.  Wir  kOnnen  die  mächtigen  Litter&turinassen,  die  mit 
dem  Namen  Knnstantin.s  zusammenhängen,  in  zwei  grosso  Gnippon  teilen, 
1.  in  die  von  ihm  selbst  oder  u»tt>r  seiner  persönlichen  Mitwirkung  v«« 
fassten  Werke,  2.  in  die  durch  den  Kaiser  vomnlassten  SammluiigOi 
alterer  Texte  und  die  au.«  Exzerpten  bestehenden  Enzyklopädien.  Di« 
Werke  der  zweiten  Gruppe  werden  hier  nur  summarisch  behandelt,  weil  tk 
bei  aller  Wichtigkeit  doch  nur  Ergobutsse  eines  mechanischen  SatnuM^ 
fleisHC«  sind  und  weniger  in  die  Geschichte  der  Litteratnr  als  der  Texte» 
ilhcrlieferung  gehören.  Eine  erschöpfende  Darstellung  des  verwickelt«ll 
philologischen  Details»  da»  sich  an  die  konstantininchen  Saniinluitgto 
knüpft,  würde  die  Grenzen  unseres  Abrisses  llhorschreiten. 

L«l)nii  und  Werk«:  Kino  |iHni't[yri«ch  e"t>il'^iio  Biograjibi«  Koniibintins  «tebt  it 
der  FortactziiDg;  dns  Tlinnphniios  od  Kann.  >S. -H^l  469.  -  Eine  krilieoh»  U«b«nidhl 
der  hio^apliiBchen  Tliiitaacben  KJ>>t  Ferd,  UirBch,  Kooatutin  VI)  PorpbjrrogMwetal 
ProgTHmB)  der  KitnigsUdtischnn  Knnlschul*,  Borlin  1S73.  —  Httuptschrirt:  Alfr.  Ran 


i.  OoMliiolitMhroibBT  und  Cbroniat«ti.    A.  (leB«hicliUcbr«{ber.    (33  lOft— 108)    253 

bku4,  L>mi>ir(!  ;rvc  an  dixitm«  siAcIa.  ConHtantin  Parjihvrnjti^nAto.  Paria  1870;  <l«rtMlb«t 
•aob  r«iclül«li«  NMcbwpne  der  i«TttlreuluD  UilrKlittcmtur.  Vgl.  dj«  iiiliaitscwliibe  B«<pnolliUiK 
««rcrd.  UiTsoh,  Oattinp.  Gckhrlu  Aiiicigca  1)>7»  S.  ASO  hQS.  —  Zar  Ueberalditder  Le^ 
Ann  Jm  KnttCT«  dimt  die  im  viiueliMin  fmlicb  ntcbt  imuigulbafU  ti«9&int>naK>be 
Ullign«.  P*lr.  gr.  liJ!>.'22.J-369.  112  und  113. 

los.  Eonstantius  schriftstellerische  Thfttigkeit.  Wenn  wir  von 
lelbsteigciH'ii  Worlcüii  des  Kaiser»  Bpruclioii.  ho  muas  auädi-flcklich  bo- 
n»rkt  werden,  dass  bei  ihm  wie  bei  vielen  anderen  ftlrstlichon  Sclirift- 
ellem  die  Öreiue  zwischen  eigener  GeUtesarbeit  und  biower  Anregung 
Überwachung  »chwer  zu  ziehen  ist.  Inwieweit  die  Werke,  welche 
vntvr  dem  Nmmeii  Konstantins  gc-h^n.  auf  seinem  Schreibtische  oder 
Xähe  desselben  entstanden  sind,  lässt  idch  beute  kaum  molir  fest* 

1.  Am  meisten  Anspruch  aiiF  den  Namen  det«  Kaisers  hat  ohne 
ZvuiffI  die  Geschichte  seines  ÜrüssvnterFi  Bnsilioi)  I:  'larogiiir^ 
tii-pfiii  tot-  ßiof  xtii  %täv  rrga^tiov  ßnaiXu'ov  toi'  üotUftnti  ffaailitaf,  ijv 
StnvjaytTvOf  (iaüiXtvi  4v  &t^\  'Ptoftolutv,  o  roiVot'  virnrof,  (ftkonövrag  (t.iii  iia- 
fipHr  ä^^olaa^  Ju^yi^fiäiur  np  YQiiifovn  ngoaetr^itno.  Die  linupt^sTiehlich  auf 

'hm  biTuhcndo  Solirift,  welche  jetzt  da»  5.  Buch  der  Fortsetzung  dea 
.»^anea  bildet,    ist   von  Konstantin  während  »einer  Alleinbemtchaft 

-959)  abgefas-it.  Der  Beriebt,  in  welchem  Basilios  natürlich  im  reinsten 
erscheint,  mu.'ts  mit  ziemlicher  Vorsicht  bendtzt  werden. 

S.  Ad  si'inen  Sohn  Komano.s  richtet  er  das  Wnrk  Über  die  Staats- 
irwnltung,  das  gewöhnlich  unter  dem  Titel:  De  administrando  ini- 
rio  angefUhrt  wird.  Die  Originalüberschrift  lautet:  KiaruiattirDv  tov  ir 
itf  ßaeiJitT  aiwi/f>  flaitiX^ioi  'Paifiainr  Ti^f  töy  idiov  viöi-  'Pm/iaröv  tvr 
>nn»^]  xm  .-ropt/i-^oj'/ri-f^ri»-  ßaaiiia.  Konstanthi  oder  sein  gelehrter 
Iknter  behandelt  hier  die-  iiuswürtigo  Geographie  des  10.  Jahrhunderte 
nit  Digr«»>ioRen  Ober  die  Methode,  nacb  welcher  man  mit  den  Nachbar- 
*Mkem  Terkebrou  aolle.  Der  Hauptwert  der  Schrift  besteht  in  de» 
Kithfkhten  über  die  Vßlkcr,  welche  daa  byzantinische  Heich  im  Noi-den, 
(Mu  and  Westen  umgaben.  Wie  Konstantin,  der  in  sprachlichen  Dingen 
«Bm  gefunden  Sinn  besaBS,  eine  volksttlmliche  Au-sdruckswcise  schon  in 
dir  Oeechichte  de«  Baailios  wegen  der  Ignoranz  der  Menge  empfohlen 
battt,  80  verzichtet  er  auch  hier  aus  praktischen  Gründen  auf  den  sonst 
b  Byzaoz  herrschenden  Pseudo&ttizismue  und  vorwendet  nach  Bedarf 
nlglre,  ja  »elb»t  Hlaip-ische  und  andere  fremde  WiJrter. 

3.  Ein  Werk  über  die  militfirischß  und  administrative  Rin- 
t*tlitng  des  Iteichea,  die  zwei  Bücher  Do  tbematibus  (Du  pracfecturis): 

eo^mwätov  ßaaiX^tiK    K»ivx(iirtivi>v    vov    nofqv^OYtvvr/tov    ntgi    iwv 
itiiMv    tiöf    ävi^vörtuv    r^  ßaatJui^    t£v  'Ptafialiav    niSiv    la%»v   rö; 

Jitt(  «li  if'  ffrjiaSvQvCtv  cd  tovtwv  ngofftjyoffat  xai  oii  tä  für  ai'iSv 
ifpi^wot,  tä  Si  vf'av  /xrr^atxo  niV  nQotTT^yoQim:  Wie  die  vorhergenannte 
fithnft  die  auswärtige  Geographie  dos  10.  Jahrhunderts  behandelt,  so  er- 
*Vtat  man  hier  für  denselben  Zeitraum  eine  Geographie  dea  Reiches 
■Ihäv  ■utheoCische  Mitteilungen  über  Grösse,  Bevölkerungszahl  und  Ver- 
Vibong  der  einzolneD  StAdto  und  Bezirke  za  flnden;  statt  dessen  ont- 
lUi  du  Werk  im  grossen  und  gaiuMin  die  Geographie  dos  Reiches  unter 


Bfiaotiniflctie  LtwnlklQrgeacblcbt«.    I.  ProMalaoh«  litteratur. 


Justintan  nebst  allerlei  falielhaflon  Kr/.äliluiigen  Qbor  don  Ursprung  <{«r 
Städte  lind  boshaften  Epigrammen  über  ihre  Kinwobner,  währoti(i  aus 
dem  10.  Jahrhußttcrt  nur  die  iiouc  Henoiiming  und  Kint«iluiig  der  Pro- 
vinzen vermerkt  wird.  Statt  eiu  gotrouos.  Ruf  ««Ilwtindigün  Studii-n  be- 
ruhendes Bild  der  zeitgenössischen  Vt-rhältnisBO  zu  geben,  hat  dur  Vt-r- 
fasser  die  zwei  wichtigsten  geographischen  Hilfsmittel  einer  längst  ent- 
scbwundenon  Periode ,  die  Werke  dce  Steplianos  von  Byzanz 
(wahrsL-boinlieh  im  5.  Jahrhundert)  und  dos  Hiorokles  (unter  Juetinian) 
exzerpiert  und  zum  Teil  wörüicb  ausgeschrieben. 

4.  Ei»  Work  Über  das  ZeremonienweDea  des  byzantinischeo 
Ilofes,  das  in  der  ersten  Äui^gabo  mit  dorn  Titel:  "Bxiftaii  it;^  ßaoi- 
Xfiov  tä^toit  De  cerimuuüs  aulae  byzantinae  verselten  worden  ist 
und  so  zitiert  wird.  Der  handschriftliche  Titel  lautet:  Koitvta tt/ivv  tor 
^iXvx^fotov  xal  iv  ai'tt^  t<p  Xftffrtp  f^t  aimfirp  ßaatXtT  ßaaiXtuii  rlov 
Aiovtoi  tov  Ootfuttitov  xa*  unfti'ijatov  fiaaiXiwi  Orrtayfiä  tt  xai  ßciailiit/P 
ijrrnvdr,(  ot-ru);  ä^tov  noir^fta.  Die  bis  ins  Feinste  ausgebildete  Etikett« 
des  oHtrUmischen  Kaiserhofes  nebet  den  Gegenständen,  welche  die  inodonuoi 
StaatshandbUcher  enthalten,  wird  hier  in  umstRndlicber  Breit«  (aof 
800  Seiten  der  Bonner  Ausgabe)  verhandelt.  Ho  seltsam  uns  jetzt  du 
ungeheuere  Gerüste  von  Vorsclirifte»  ftlr  die  Feierlicbkciten  des  Hof« 
bei  einer  Taufe,  Yermäblung,  KrOnuug  und  Beerdigung,  bei  Bef)irdeningen, 
beim  Empfange  und  Abschiede  auswärtiger  Gesandten,  bei  Triumph« 
u.  s.  w.  anmutet,  so  hat  dieser  riesige  Haus-,  Hof-  und  StAatfikalender 
doch  eine  unvor&cbtlicho  kultui-bietorischc  Bedeutung,  indem  wir  durrh 
ihn  einen  Faktor  kennen  lernen,  durch  welchen  Byzanz  im  diplomatische! 
und  sonstigen  Verkehr  den  barbarischen  Nationalitäten  lange  als  das  erste 
Boicfa  der  Welt  zu  imponieren  wussto.  Das  starre,  mit  Volk  and  Staat 
fest  verwachsene  Formenwesen  bat  der  Stabilität  der  ostrfimischen  Herr- 
schaft %'iel  genützt;  es  hat  einen  grossen,  leider  noch  zu  wenig  unter- 
suchten Einfluss  auf  die  Hofe  des  Ahendlande«  und  des  slaviscbun  Ostens 
ausgeübt,  und  lebt  in  manchen  Ausläufern  uoch  beute  nn  der  hohen  Pfort«, 
der  unmittelbaren  Erbfolgerin  der  osti'ömischen  Herrlichkeit  An  fesselndem 
Detail  ist  diese  Sammlung  byzantinischer  Hof-  und  StaatsaltortUmer  nn«^ 
wartet  reich.  Zu  den  ftlr  die  Litteraturgescbichto  wichtigeton  Teilen  ge- 
boren die  poetischen  Akklamationen,  die  dem  Kaiser  bei  verschiedenen 
Gelegenheiten  dargebracht  wurden.  Die  Faktionen  hatten  ihre  eigenen 
Poeten  und  Musiker,  welche  für  die  Festlichkeiten  Lieder  verfasst«n  und 
komponierton;  für  ihre  Mitwirkung  erhielten  sie  Geldspenden,  deren  Hübe 
geregelt  war.  Im  Texte  des  Werkes,  wie  er  in  den  Au^ahon  gedruckt 
ist,  sind  die  metrischen  Partien  freilich  schwer  als  solcho  zu  erkennen. 
Hire  Form  ist  bald  jambiecb,  bald  trocbäisch;  auch  finden  sieb  kunstvoll 
gegliodortc  Gedichte  in  der  Art  christlicher  Hymnen,  z.  B,  ein  in  Oden 
und  Troparien  geteiltes  Alphabetarion.')  Die  gi-össte  Beachtung  verdient 


')  Do  cnr.  R.  883,  4  ff.  eil.  Bonn,  l'pbcr 
erbuutichc  nnd  Ichrlinfi«  Alphnbetc,  ilio  in 
der  mittel grieobisclieii  Litlerutui  eine  groase 
Bolle  Bpioltcn,  vgl.  die  betreffende  rarn- 


grajihen  in  don  Abschoitt«!!  ,PrDfani><r««)t' 
und  .Vn]g&rgri«ch)Bdi«  UttcnUui';  e.  dn 
lodi-x  s.  V.  Alphabet«. 


l«Mhlcht»ofarelb*r  nnd  ChronisUa.    Ä.  OeBchichtacimibor. 


glksniäflaiffea  Frühlingäliod  in  politischen  Verson,  vielleicht  du» 
grutM^cn?  Beispiel  dieses  Metruraa.     S.  367,  19  ed.  Bonn.; 

'in,  I«  iHf  ro  yXnii  fiiiXiy  itamliUil, 
/«friv,  iyliar  «ni  inijr  »ai   tijv  nr;/il{f\itr. 

mal  wun/r  9toMfr;i«f  xsirf  lovv  noitfiiutf. 

istisebeo  Kreisen  wtinlo  d&a  Zoremoiiionbuch  viel  genannt 
der  darin  enthaltenen  Beschreibung  des  gotischen  Woihnachts- 
in  welchem  man  früher  alle  möglichen  gcnnaiu»chcn  Uraltei> 
zu  findcu  glaubte.  üegeiiwÄi-tig  steht  aber  vüllig  «eher,  dasö  der 
Hymnus  weder  germanisch»  Spracholemeitto  noch  germanische 
enthält,  sondern  aus  lateinischon  und  griechischen  Wi(rten)  besteht 
h  in  keiner  Weiäo  von  den  sonütigcii  byzuntinischeii  Akkloinationon 
itidot.  Die  Diktion  ist  im  Zoreniontonbuch  ebenso  harmlos  volks- 
wie  in  der  Schrift  übor  die  Verwaltung  des  Reiches.  Die  Quellen, 
\ea  das  ganze  Werk  bearbeitet  ist,  bedürfen  noch  der  genaueren 
long.  Eiujcelne  ältere  Schriften  fanden  so  gut  wie  unverändert 
imc.  So  stammen  dag  84.  und  85.,  vielleicht  auch  noch  das  86. 
Kapitel  des  ersten  Buchw  aa»  einer  Schrift  des  Petros  Pa- 
e  (a.  S.  239).  Den  Scbtuss  des  zweiten  Buches  (Kapitel  52—57) 
,«iD  von  dem  Frotospathar  Philotheos  unter  Kaiser  Leo  dem 
i&i  Jahre  900  abgefasstee  Buch  Über  die  Itangfolgo  der  Beamten 
mden  Oäste  bei  de»  kaiserlichen  Hoftafeln:  'AnQißoXvyia  t^;  t<äv 
V  xXt^twfitar  naiaaiäfffb>i  xm  ixtrorov  iwv  ii^iütfiiittin-  n^öaitXi^aif 
rj  avrtaiQttaa  il  ä^yalw  nXifito^oXofmv  inl  Adtnto^  toi  ^iXox^ffntt 
wrötov  r^fim-  ßaoiXiio^  (ttjt-i  2trtttfiß^i'(i  tvdixt.  y  frot'i  äno  Kti-cn/)^ 
'*«()  MÖofiov  ,cr'/  i'nö  0ilo&iov  ßuathxov  7iQiatita7i«itftQ(itv  xai 
Diesem  Buch  tet  die  Schrift  des  Erzbischofs  £piphanios 
pern  Ober  die  Keihenfolge  der  Patriarchen  und  Metropoliten  (als 
4)  einverleibt.  Das  Zeremoiiienbuch  bildete  utTenbar  ein  unentbehr- 
InventarstUck  im  kaiserlichen  Hoflialt  und  wurde  später  gelegent- 
ircb  ZusAtze  vermehrt;  am  deutlichsten  ist  das  im  96.  Kapit«!  di^« 
idis  (S.  433  ff.  ed.  Bonn.),  wo  die  Proklamation  dos  Nikephoros 
s  zum  Kaiser  (963—969)  l>v«chrieben  ist.  Das  Werk  ist  in  einem 
in  £xemplare  auf  uns  gekommen,  das  jetzt  eine  Sehenswürdigkeit 
eipziger  Stadtbibliothek  (Itep.  I.  17)  bildet.  Es  ist  eine  schüno 
MDthandachrift  in  groä»  Quart,  snec.  11—12,  mit  roten  Ober- 
en and  Inbaltfilisten  (stivttMi),  hübsch  kolorierten  Initialen  und  de- 
ven  Randleisten. 

fcsftiEal»«!!  und  Uilf«niittel:  1.  Leben  des  ßasilioH;  Rd.  pr.  Leo  Allatius, 
M.  CeloD.  Aj^pp.  1658.  —  Ed.  E.  Comliofjs  in  den  äcriiitorr«  poHt  Theophuiain, 
I»  S.  ISS  K.  -  Ed.  L  lii)lck«r.  Theopbunes  continuatui.  Bonn  )H3H  S.  Sll~3.^3. 
itAuAt  b«*  Hf^ne,  Va.U.  gt.  109,  22ä— 3GD.  -  tluuplsvhrirtca :  A.  Hninbaud, 
■   gree  tu  diueni«  titeh  B.  187—164,  und  F.  Uirscb,   Itjauitininoho   Studien 

t.  De  administr.  Inperio:  Ed.  J.  MourBiua.  Lugd.  Bat.  1611;  wiotlrrholt  1617. 
A.  ttnaduri,  Iinpehura  cririital«,  Tom.  L  farid  L'll.  —  Zur  hUtoriticlicn  und 
■|ilHKbes  llrl&iil«ningt  N.  Lavrovbkij.  ttemfTkuni;  Ober  Gyroa  bei  Konit.  Purfib,, 
nr  I>e  Admin.  TJ,  Ib:  iii  n^i-Jin  «  Xiytiat  y'-iin),  Jouni.  Min.  l^A  Htl.  IQG 
yjg  8.  Ha-I2L  —  C.  J.  ÜTOt,  Di«  NftchrichlBD  dea  Kunnl.  Pcijib.  ftb»r  dia 
HB  CborwaUo,  P«4et«burg  1880  (nae.);  einen  Ausiug  »vin«r  Sobrift  gibt  ijr<rt| 


356 


Bj-iantmiacbo  Litt«rfttiirgaBClücht«.    I.  PriM&iacli«  LtUWAtsr, 


Archiv  nUr.  I'hilul.  :>  |i^-'ll  aw  897.  Vgl.  Au«h  dio  tSeMirM^rag  T«n  T.  FloriDBlclfl 
Joum  Ulli.  l(^bl.  U<l.  .il'l  U.Lrz  ».  1311- ITU:  Üd.  21.'i  Juni  S.  300-3^.  —  I7eb«r  tiäm 
denwolbun  Gsgomituiid  jjtwiilmiitc  SoliriCt  voa  Kr.  Kufki  «in  Agnini)  beriditet  V.  J4|;if, 
ArcJi.  »Iav.  fhilut.  !i  (Ibf^l)  178  ff.  —  Zolilrekhc  udümv  ScbriRui]  xur  ÜMcliicbl«  d«r&a4- 
«Invon.  i.  ß,  die  Arbeiten  von  Noviiküvif;  »  Archiv  «luv.  Pliilul.  4  (ItäSO)  M6.  —  O.  Kr«k. 
Kinleitun^  iii  die  aluviächu  IjtleniturK'räuliiditH,  'i.  AulL  (inu  ltU47  ü.  34<J  luicl  boimI.  — 
Zur  KrlUuterung  di«iit  aucb  F.  Uuutnivy,  Mu^vururiiji^  (■th4iu^apbiuju  (mir  uiiiagünglichl, 
■-  Utich  utihenQtzt  sind  itiD  Prattniout»  dus  Werke«  im  Cod.  Mulm.  111.  F.  1  eiu>c.  li>. 
3.  De  tfaeinntibusi  Das  «rat«  BacL  ed.  Buu.  Vulcauiua.  Lugd.  Bat.  IbSH.  Vb» 
xweit»  Buofa  «d.  F.  Morollu«.  fwi«  1609.  -  Beid«  Bacher  mit  De  admin.  imp.  nd.  J. 
Moaraius,  Lugd.  Bat  IUI".    ■-  Ki.  A.  Banduri,  Imjioiiurii  orieutal«,  Paria  lill,  vol.  I. 

—  Dab  iwcito  liuoh  odiorto  mit  oiuoc  Kinloitiing,   dio   xu  d«ii  besten  LeiBtungon  über  by- 
untinisoh«  (ieogrnphi«  gohOrt,  L.  Fr.  Tufol,  Const.  Pori>l).  U«  provinciia  rogoi  Bjrz.  Lb 
SACnndiu,  Tubinguo  1847. 

Dil)  KioteiluDg  dos  KeioheH  id  Thumen  war  eine  rnin  miliUriiicho.    Der  Or 
iimfiiHitr  17,  dor  Uoddeut  12  Tbamoo.    Vgl.  A.  Knmbaud  >.  a.  U.  S.  17^  IT.    -  Ch.  Die 
ätudni  nur   l'tidininisU'HtiDD    bjtuilini:   dun»   J'exiirabat    de   HaToonc,   F«ia  18!^   S.  31  : 
Hä  IT.  —  L.  M.  Hurtmann,  L'uteruucliuugvD  cur  Uesohicbl«  der  byx.  Venrolluiig  in  liali« 
Iicipiig  Ibii'J  S,  G'J  ß.,   lU'i  L  —    Diu  gt-uitueateti  AufisoblUaso  gibt    li.  iJchluiDborgoif 
SigiUogmpliiu  de  l>m|>iro  byzimtiu  8.  ^7  —  320. 

i.  D«  ceriiiiDiiiis:  Kd.  pr.  H«nr.  l.«icbiuH  et  J.  Reiiike,  2  voll.  LipaiaelTSl- 

—  Zur  KrUuteruug:  0.  Burntiardy.  B«rliQ«i-  JiüirMkher  Mr  wioiienHubartliob«  KiiB 
1882.  2  S.  U4  ä.  —  A.  Rambaud  a.  a.  0.  S.  12ä— IH».  -  H.  WüHcbku.  tjtudieu 
im  CcrcmonieD  doa  KoD»t.  Porphyrogeimet<is,  Futitsobrilt  di<a  berzugl,  FranciiKwuma 
Zerbst  xur  37.  Vciraammlung  dtiutscbcr  Cbilologeu  und  ?^l:bull^aIlIler  iu  DMaau.  Zorbol  IG 
S.  6—14.  —  Vgl.  aDch  den  Aiil'snüi  von  W.  Fiacber,  Eine  KaisurkrOuuag  in  BytaatiM, 
Zeitschr.  f.  allgemein«  UoBdiicbte  4  (l!^!^T)  81— ll}2.  —  U«<ber  tine  BaudachTÜt  dea  1§.  Jabrh., 
die  ein  Fragment  des  Uiic.hea  Do  c(^^.  entblüt,  handelt  K.  E.  Zacliariae  vod  Lingei 
thal.  Monataber.  Itcrl.  Akudemie  t<W)  ».  79  S.  —  UiOastenteita  »q(  das  Zer«a  ' 
blieb  bczielien  sieb  die  tUc'itigen  Untersuc Illingen  van  1).  Beljajev,  Kyuntina.  Skii 
Matcrinlien  und  Nutizon  über  l)}';^iinlinisclic  Altertümer.  2  Udo,  E'et«rsb<lrg  1891' 
(S.  A.  Bua  den  Ablinndliingen  der  k.  russ.  DrcliAoIogisdiieQ  UesclIschAft  in  Pet« 
(ross.).  Vgl.  die  Besjirec billigen  des  1.  Bandes  von  U.  Destunis,  Joam.  Min. 
Bd.  277  Okloberbeft  S,  M2-Ö47  und  B.  Z,  1  lläa2J  344-347  und  des  xwoit*n  tob 
Unpcnakij,  Juurn-  Min.  IHÜlt  Ba.'.;»U  Dexembarh«rtS.SII4     37iP.  undll.Z.  »{imi4)l.M-l 

Ürber  dus  merkwürdige  gotiscbc  Wcibnaobtiiapiel.  welches  in    dem  llucbo  D« 
I  83  uuHführlicb  beschrieben  ist,  vgl.  folgende  Arbeitun:  MaBnmiinD.  Haupt»  Zctiaehr. 
deutachoB  Altertum  1  (1841)  368—378,  -  J.  Orimmj  Öeecbiobto  dor  deulscbea  Spn  ' 
Leipzig  1848  S.  451.  —  K.  N.  Sathas,  'lategixär  iariftiw  nt^i   tov  9i>i%\fov  xtil  iij;  ^ 
oun}f  roiv  HuCsi^ifuV,  Venedig    1878  S.   189  ff.   —   Cour.  Müller,  Zeiltwbr.    f.  d««b 
Philologie  14  (1882)  442—460,  —  A.  N.  Veselovskij,  J&iitiHn UBuliea  und  Goten^iel«] 
Byianz,  Jnum,  Min,  1885   Bd.  241  Sept.  S.  1—18,  nnd  .Untvrduchungeu  auf  d«in 
der  geistlichen  Poeaic',  Petersburg  \%Ji^.  6.  Teil.  Nr.  14  S.  S);(l— 286  (let>t«ras  mir  unzugt 
lieh),  —  Kad.  KOgol,  (iesrhicbCe  der  deutseben  Litteratur  1  1  iStnoaburg  18M)  S4- 

—  Carl  Kraus,  Dosgotiscbo  Weilmachtsapiel,  Beiträge xur(ie9chicbted«rdeiit«c)iei>r 
und  LitterRtur  2Ü  (1895)  224— 2ö7  (erledigt  die  HsaptTingen  in  vüllig  Übeneus«nd«T  ' 

HUclist   intere^nnte    l'arjillelen   zum   Zeremonien  buch   enthlUt   der  im  Cod.  ! 
Munir.ipatbibliolbek    von    Cainbrni,   saec.  12,   enthaltene    liiber   cenBUum   d«a   Catioaio 
Benodiet,  Ober  den  Paul  Fahre,  Le  polvplfquo  du  clinnnin  Bonoit,  Travanx  et  mdmoin 
de»  fncnlti^s  de  Lille.  Tome  I.  Dii~m.  3,  Lille  XüKi.   nUlierc  Mitteilungon  gemnoht  hat. 
grieehiacben  Äkklamalionou  an  den  Papst,   die  dor  Libei  censuuiu  in  Iat«in 
Triuikkription    nufbcwulirt,    findet   man,    wie    im   Zeromumenbuob ,    ein    Alphabet «rio 
(S,  28  und  32): 

Alpha.  Archios,  ton  nponto  d,  h,  'Aitpa.  'Jfgijyöt  rwc  anartuv 


Bitabiaiteu  y  curioa 

ßcspondcnt  RumaniamoD 

Gamma  gonnute  o  christos 

Deetaddidlugu  l'bcicu 

R.Ro. 

Eiubetu.  opisKsgis 

Zithasiuo,  (orito  cosmu 

R.  Ro. 

Ita  iloB  Eit^hoto.  K«selin 

Tetbaleou,  rrotcinumeD. 


S^fii.  Baailltv»!  trptaf. 
(Respondent  Romani :  Amen) 
rifufia.  Ptrvdtm  i  Xfiatif 

JiXio.   Jiä  Xüyov  »titoi: 
(Respondent  liomoni:  <Am«D>) 
<£>'L^2<[iu  feil  i^c  yift, 
Z^iR.  Zai^r  ^t'Qti  tf>  Kua^fi. 
(Kespandent  Romani :  cAmeo» 
i/in.  "UXioi  ((e_f(rBl)  xai  «tX^r?/ 
Bijia,  Stör  nqueuvroKfAtf. 


ttUcbreiber  nnd  ChroaUteo.    A.  OeM!hic(itaolireib«r.    (%  109)     257 


imd*r  Meht  du«  Alptiiibct  bior  vh.  Ah«r  schon  die  weatg«ti  erlmltcauii  Zi-ilen  g.v 
Mm  m  Mtg««,  data  wir  ca  mit  oinMn  echt  griorbiaflion  und  xwar  mit  i-iiiein  alton, 
iBiBeban  Li«de  in  tbiin  babon.  l)l^lln  ein  gani  nbnlidlitis  kiinxuiiigea  Alphabet  iet 
ifDr  di«  Tiügfirgmcbiitche  Litt«nitur  so  wicbligen  Coii.  Vindob.  tb«o[.  ^r.  344 
I  BbMli«fer1: 
i  '-^tri  '*"  *^f"V  yfyover  4  wti^lijt  »«»■  änärtnr, 

L rin-nlaii  o   Xpieiöt^ 

^^B  '^;ffTai  4  Ktipuv. 

^^P  lifimfr  lor  'tavJnioi, 

I  Ibw  ißo)  tör  imäaovviy  u.  a.  W. 

Im  bflstoU  liMr  «ffeahsr  »ine  Verderbnis.  Der  politlBr^li»  F)infiehnsin)(>r.  mit  dorn 
Ittbct  boginiit.  pMBt  nieht  m  dem  folgenden  KureMileii:  er  ist  hichor  gornten 
im  äaima  t.  B.  im  Cod.  Pariii.  4^0  fnl.  114— Hiß'  orbHltcnvn  At(>liubut.  dn»  nii« 
B  in  fOlittMh«n  LcugMilm  brstrbl.  Nuch  bcul.igon  Tage«  wird  in  OriuvliRulund  in 
■rvMM  wa  Kua  Umlicho»  olphubntiecbes  Liedrhcn  gnsiingen.  Ein«  vuii  Knrynti- 
I  dar  "Bnia  1S89  Nr.  693  ü.  SSG  f.  mitgeteilte  Vnrianto  nua  Andros  b(>ginut  giinx 
WM  d*r  Toxt  doa  Wiener  Codes: 

^^  BaeiXti't  tpjrtiai 

^^^^^  Ji9  äyyiXot  tö  Xatft 

^^^^^P  ZijfU  loi'iTaiov 

I  TerieMenin^  de»  in  diesem  wi«  im  Wiener  Texte  vorliegenden  Entiilclluneoii 
wa,  iai  hier  DKht  der  Ort.  Dagegen  »ei  noch  auf  eine  andere  SU>Ue  bingewieaun, 
ker  die  iwei  erwäbotea  Werke  wiedemm  eine  hOchet  merkwürdige  UebereinBliuimuiig 
Es  ial  das  oben  eraähnte  PrOhlingelied  der  bTrantiiiiBchen  Akklafflation.  da« 
tr  eenaoBn  in  einem  htibsch  ansgrfbhrti^n  Schwalbenliede  (xthJari/ifiu)  sein 
iUk  kal  iS.  28  f,  Iftteiniflch:  S.  30-32  griechisch).  Dioao  von  niemand  hp- 
I  ZiaMiBBenhin^e  verdienten  weiter  verfolgt  imd  auf  ihren  Ursprung  lurtlck geführt 

lau.    Aach  die  Ilentellnng  der  gricchiechen  Texte  kann  nooli  weiter  geßtrdart 

t  ata  M  P.  Fabra  galiugaa  iat. 

f.  GasanlaDaiab«  dar  drwi  Schriften  Do  odmin.  intp..   Do  thnm..  De  corim.  im 

ECaryna  vaU.  I— il  es  reo.  lo.  Inc.  Keiakii,  voL  III  rocogn.  I.  liakkoron,  ßennHo 

PÜ.  ~   Wiederholt  bei  Uigno,  i'atr.  gr.  112—113. 

Ion.  Die  Basiliken.  Von  den  littoi-ftrischon  Untoriiotiiiiungoii,  wulche 

luitJn  PorphjTogennetos  veranlaitste  (Klor  unterstützte,  ohne  persönlich 

ilueii  mitzuwirken,  nennen  wir  zuerst  ein  Werk,  welche»  in  seinen 

niit«ilfn  iiocli  unter  die  Regierung  Leos  des  Weinen  gehört,  die 

ken  (rrt  Brtffilixti).     Dieses  grosse  Ge.setzbuch    de«  hyzantinischen 

ist  eine  KonipiUition  aus  den  Indico«  der  Digesten  und  d«»  Cudcx 

ins  und  aus  den  Novellen;  sie  wurde  unter  Basilios   begonnen, 

aus  den  Vorroden  der  unter  dienern  Kaiser  entstandenen  Rechts- 

Procbiron  und  Kpanagoge  ergibt,  und  unter  Leo  dem  Weisen 

Unter  Konstantin  Porphyrogonnctos  wurde  der  Text  der 

durch  Auszöge  ans  Bearbeitungen  der  Digeston.  des  Codox  und 

Tellon  erweitert.     Auch  später  wurden  die  Basiliken  noch  vielfach 

litrt,  erklärt  und  durch  Novellen  bereichert.   Für  die  Sprachgeschichte 

die  ßrfizitfit  dieser  zum  grossen  Teil  aus  dem  Lateinischen  Uber- 

Text«  manches  gute  Material. 
LatiUAiugabe  4tr  Baailiken  von  W.  Ernxt  Heimbach,  6  voll.,  Lipsine  1888  -70, 
wk  afaenen  Klaia**«,  daa  trete  des  Mungvia  au  jibilologiiieher  Metlind«  fDr  dio  (io- 
.  daa  iTxsnUniaetiea  Reohtira  nueh  immer  die  Gnindlnge  bildet;  dum  'IVxtn  ainil  eino 
th*  t*eb«raetxiui|c  und  kritiache  Bemerknngen  boigegcbcn,  der  6,  Hnud  entbiLiC  Pro- 
Ibar  die  Ücaeliiobl«  daa  bjzaotiniaeben  Rechlos  von  534-8ST,  Notixun  Über  di« 

4«  kliH.  lIKrliaMvHnMtbtft  IX.    I.  Alrtln.    2.  Aufl.  11 


m 


Bf  santiDlsche  Littoratnrg«aa 


».    1.  PMMÜsob«  LiH«ratiir. 


U«bet1iofonine  der  Bneiliken  und  diu  ticuvi«  Litlentur.  —  Ven«iebiii§  soBstiger  TmUm- 
giAtn  und   Uilfiiinttt«!    xur    b}-zantiaiaoheu   BeclitsgMoliielit«  a.  Im  Kapitel  .FsabwiaMii' 

Holiofltm'. 

110.  Eriogswissonschaft.  Olinc  Bedeutung  i^  die  fraginviitariBch 
erhaltene  krii-^swiaaciiMrlmfUidie  Kompilation,  die  unt<?r  dom  Namen  Kon- 
stantin» g«ht,  «in  SiQaifjYWÖv  rr«pi  ^ihäv  iiayö^tor  fO^i-atv,  dos  ilton 
Naeliricliton  Hber  dio  verschiedenen  Kampfeflarten  fremder  VnJker  Eueam- 
mciiätullt.  Inhaltlich  verwandt  sind  einige  Titel  der  von  dem  Kaiser  ver- 
anlaasten  historischen  Enzyklopädie.  Die  gowöUnlich  ebenfalle  dein  Kon- 
Rtantin  Porphyrogennetos  beigelegte  Taktik,  eine  ganz  ua'4elh»t&»digo, 
fast  wrirtliche  Wiederholung  der  Taktik  des  KaioerH  Leo  (wohl  de^t  fHau- 
riors),  trägt  in  der  Überschrift  den  Vermerk:  oirtQ  ^vr^r^ail't  Knifatartiit^ 
/fttcnJUi';,  6  lov  'Ptoiiarov  i'i'n;,  und  gehört  also  nicht  unserem  Kaiser,  sondcm 
Konstantin  VIII,  dem  Sohne  Homanoa  U  (1025—1028) 

Bcid«  Sdirin«u  sind  ed.  von  J.  M«nrBiiis,  Ln^diini  Bat,  1617  (mit  tif  admto., 
De  tbem.];  auch  in  J.  Meursii  opera  as  rec  J.  Lami,  vol.  fi  (Flnrentiao  1745)  ISII  hu 
UlS.  -  Vitl.  C.  Maller.  FHQ  5  l>raer,  S.  IS.  -  Ford.  Riracli.  GOttiDg.  G«L  AmaiM 
1878  S.  496  ff,  —  Vgl,  das  Knpitol  ,FacliwiaaenHcIi«fl«n'. 

111.  Exzerptensammlongen.  Unter  den  Sammlungen  aua  der  Zeit 
Konstantins  stehen  an  litterarhistorischcr  Bedeutung  obenan  die  Gx- 
zerptenenzyklopädiBU.  Der  Gedanke,  dio  zu  ungeheuren  Ma«sen  an- 
geRchwollenen  Oeista^erzeugnisBe  der  Vergangenheit  in  nieMiodiscb  ange- 
legten Auszügen  dem  bequemeren  Bedürfnis  der  Zeitgenossen  und  der 
Nachwelt  isu  vermittchi.  war  im  10.  Jahrhundert  nicht  mi^hr  neu;  fUr  die 
GeschichtschreibuDg  wart-n  Inngst  Johannes  von  AnÜochia  und  anders 
Chronisten,  ftlr  ein  umfa^senderea  Gebiet  der  Patriarch  Photios  vonjf 
gegangen,  der  in  seiner  Bibliothek  fast  alle  Zweige  der  alten  Litteratw 
berdcksichtigte.  Neu  scheint  aber  die  Idee,  dio  Exzerpte  in  liandbiich- 
artigen  Sanunlungen  nach  Fächern  und  Materien  in  Abschnitte  oder  Kapitel 
zu  zerlegen.  Die  rOmiscben  Enzyklopädien  des  M.  Terentiiis  Varro,  dm 
älteren  Plinins,  des  Apuleius  o.  a.')  waren  doch  im  Grundplane  von  des 
Konstantinischen  Unternehmungen  weseutltch  verschieden.  Die  Frage,  ob 
durch  diese  Sammlungen  die  Tradition  der  alten  Texte  gewonnen  oder 
verloren  hat,  ist  schwer  zu  beantworten.  Dadurch,  dass  man  statt  Abt 
vollständigen  Werke  bequeme  AuszUgo  erhielt,  mag  der  Untergang  mancber 
Originale  beschleunigt  worden  sein;  mehr  aber  muss  wohl  die  konser- 
vierende Bedeutung  de»  Unternehmens  betont  werden;  viele  Texte,  die 
schon  damals  nur  nocli  in  spärlichen  und  verstümmelten  Exemplaren  voi^ 
tianden  waren,  wären  ohne  die  durchgreifende  Operation  Konstantins 
verloren  gegangen, 

ll'i.  Enzyklopädie   der  Geschichte.     Den  ersten  Rang  unter 
durch  Konstantin   veranlassten  Exüorptenwerken    beansprucht  die 
Enzyklopädie  der  Quschichte  und  Staats  Wissenschaft.  Im  ProOmto 
der  Exzerpte  Do  virtutibus  et  vitiis  ist  das  Motiv  des  Unternehmens 
gegeben:  .Ins  Unendliche  und  nicht  mehr  zu  Bewältigende  ist  der  Umfa 
der  Geschichte  angewachsen'  (^n'  anet^öv  tt  xal  äfij^x'**'^*'  V  *^  ^f« 


'J  Vgl.  0.  Jalin,  BoTichie  der  attclia.  Oeeellach.  $.  Wiaa.  1850  S.  S9S  ff. 


«achlobUelir«1b«r  nnd  Chroaist«ti.    A.  0«sctiIehtBcbreiber.  (gS  HO— 112)     259 

rcMo  cr/tniox^.  Dem  wollto  Konstantin  duroh  oineinoth<Hli»c1ic  Blumen- 
'  aas  den  alten  Hi»tfirikem  abhelfen.  Kur  Au»ftlhning  dai  Planes 
il«B  jedonfftlli«  zahlreiche  in  litterarischcn  Dtiigon  bewanderte  Zcit- 
ossen;  doch  ist  von  den  ^amon  dioser  Redaktoren  nur  Ofodö^rn;  6 
}ii  gesichert.  Borflcksichtigung  fand  fast  die  gc^sanitc  litutonuche  Li(- 
ttar  der  Ori«clicn  und  zwar  aus  der  kla-ssisclicu  Zeit  Herodol,  Thuky- 
w  and  XoDophon,  aus  der  aloxandrinisehen.  rUmiscben  und  hyzanii- 
ihen  Periode  Polybios,  Piodoros,  Dionysios  von  Halikarna»»,  NJkoIao» 
Daniasko«*,  Joftepho«  (judische  Archäologie),  Appiano»,  Arrianos  (Ana- 
ts),  Dio  CaH»iug,  Herodianos,  Eu8«l)io8,  D«xippos,  Eunapios,  Zosimos, 
ikoa,  Halcbo«,  Ualala».  Johannos  Antiochunus,  Prokopios,  Agathia«, 
IHlder  Protektor,  Theopliyluktns,  Theophunes,  Nikephnros  Patriarche» 
i  GMrgios  Honacfaos.  Valiig  isoliert  steht  der  in  den  gnomiscben  Ex- 
pt<^n  bonntzte  Roman  de«  Eamblicho«.  Bomcrkenswort  ist.  das»  die 
adschriften  der  alttn  Ocächichtechrciber,  welcho  ilon  IJedaktoreii  zur 
rAgnng  standen,  nachweislich  schon  i:um  Teil  unvollständig  wwon.  Doss 
Ao«fllhrang  des  Planes  nicht  exakt  und  gleichmAsi^ig  vor  sich  ging. 
f  bei  der  Ausdehnung  des  Unternehmens,  bei  dem  wahrüchetnlich  sehr 
Ibaren  Mangel  wirklich  gelehrter  Mitarbeiter  und  bei  den  lockeren 
MMdiafÜicben  Grundsfitzen  der  Zeit  nicht  im  mindesten  verwundern. 
^^Bbtsten  Teil  der  mechanischen  Arbeit  vollzogen  ofTcnbai-  unter- 
Snnne  Schreiber,  die  nicht  genflgend  kontrolliert  wurden  und  aus 
uigel  an  Sorgfalt  und  Ver«t5ndm«  viel  Verwirrung  anrichteten.  Da«  fUr 
t  Arlieit  aufgestellte  Programm  ist  Kiemlich  mechanisch  und  nUchteni; 
H  Baiikeicbt  auf  den  litt«rarischen  und  ästhetischen  Wert  der  Scltrift- 
iBer  BoRte  dos  gesamt«  Material  nach  »achtiohen  Üeeichtupunkten  in 
I  Abschnitten  untergebracht  worden.  Man  berücksichtigte  dabei  ver- 
hndne  Gebiete  des  Ilofes  und  Staates  z.  B.  das  Gesandt»c1iaft«wc»en, 
hr»abMt«igang  und  Thronfolge,  Verwaltung.  Kolonialpolitik,  Kri&gsfllh- 
log,  sogar  dio  Att<intate,  der  Litteratur  z.  B.  Beschreibungen,  Reden, 
rirfe  anil  Sentenzen,  der  Kirche,  der  Moral  und  der  Kuriosität.  Mit  Siohcr- 
Mt  können  wir  in  den  Oberlieferten  Bruchteilen  4  Titel  erkennen.  1.  Die 
'.tl^yal  ftf  p)  uqtaßtiüv,  Excerpta  de  legationibus.  nl^o  eine  Mono- 
■|Ufc  to  der  die  Kachrichten  der  Historiker  Über  da»  Gusandtschaftd- 
HKBBamincQgeKtclH  wurden.  Das  Ganze  zm-ttlllt  in  einen  Abschnitt 
^^mt  Geeandtscbaften  fremder  Völker  an  die  Itümer  und  einen  zweiten 
Iv  dia  G«Bandtechafien  der  Ittimer  an  fremde  \'Olker.  ]>ie  spedello 
■ditBog  diMM  Gegenstandes  n-ird  verstAndlich.  wenn  man  sich  or- 
Mlrt,  welche  Bfli-uiung  für  dos  durch  endlose  Kriege  beunruhigte 
im  diplomatiHch«  Verkehr  mit  den  melir  oder  weniger  wilden 
lianjtlkem  besasa.  Man  vo-gleicho  z.  B.  die  auafllhrlicben  Vor- 
über  den  Verkehr  mit  Oe-'tandlen,  die  in  dem  Werke  Do  cerimon. 
' — W,  n  c.  47  niedergelegt  eind.  2.  Exzerpte  llt^l  ne»r^5  »al 
i,  Üe  virtutibuB  et  vitiis,  eine  Sammlung  von  merkwürdigen 
wu  dem  Gebiete  der  Mor^.  ^.  Exzerpte  UtQl  j-i-oi/iräi-,  De 
eotiis.  4.  Exzerpt«  üt^'i  imßovXiov  xuta  ßaail^mv  yfyorvimv, 
niiidiia,  ein  Titel,  der  deutlich  zeigt,  dass  auf  dio  iipeziellstcn  /.wecke 


260 


BysftntlnlBobe  UEtmAÖrgceclü cht«.    I,  ProMÜscbe  Litt«r«hir. 


des  Hofes  und  der  Regierung  Rücksicht  genommen  wurde.')  Gaaz 
halten  ist  un8  nur  die  Sammlung  De  legationibus,  zur  HSIfto  die  De" 
virtutibufl,  in  bedeutemieu  ke»ton  die  l)e  isententiis,  in  geririg*>ruQ  di« 
Do  insidiis.  Weniger  «ichcr  iüt  unsoro  Konntnis  bozQglicb  der  zwei 
folgenden  Titel  5.  W*p(  atQanjyijitatair,  De  strategc-matis.  Das  sind 
Auszüge  aus  der  historischen  Litteralur  in  einer  von  Miuoides  Miiuis  go* 
fundenen  Athoshandschrift,  deren  Zusammenhang  mit  Konstantin«  Enzy- 
klopfidio  jedoch  nicht  sicher  emt-icsen  ist.')  6.  ßt^i  Si^fAi^yo^tvi',  De 
contionibus  militaribu«.  Solche  Ansprachen  an  da«  Heer,  die  zur  Tapfer- 
keit anfeuern  sollen,  dtjfi\yo^itn  Tif/otutTttixai  Jipös  avdutiav  ix  dm^vifwv 
ä^offftiäv  Xanßüvovacu  r«;  vnoäicti{,  stehen  zwar  in  einer  FloreuUner 
Handschrift  des  10.  Jahrhunderte:  doch  ist  diese  Schrift  nicht  eine  Sunm- 
luDg  von  Rcdvn  aus  alten  Autoreu,  sondern  inline  milit&ri»che  Rhetorik 
d.  h.  ein«  mit  kloinen  Beispielen  aus  ungeuanntim  Quellen  unt«rmi»«,'hu 
schulmässige  Anweisung  zur  Abfassung  von  Peldhen-nredeu.  Ob  diiB  Mach- 
werk den  Konstantinischen  Titel  //*p(  (I(^f4»,yo()iwi*  vorstellt  oder  wenigstt-o* 
in  einom  nilheren  Zusammenhange  mit  ihm  stielt,  i^t  bis  jetzt  nicht  fe 
gestellL  Altü  übrigen  Teile  der  historischen  Enzyklopädie  scheinen 
Wen;  doch  können  wir  aus  Randbc^merkungeu  zu  den  erhaltenen  Stflch 
von  eiuer  Anzahl  der  verlorenen  Kapitel  wenigstens  den  Inhalt  vormut 
80  werden  Titel  Ilt^l  ißaatXiav  äraYo^fiiaKtig,  tffc'i  Jtaäoxi^i  ßaaiiMor, 
yäfivn;  flict  xriij^oi'»;  u.  s.  w.  genannt,  Eine  Aufzählung  der  Titel  &e 
man  in  der  unten  zitierten  Schrift  von  Wäschke  S.  i. 

1.  AuegBlien  und  Uilfsmittot: 

ntfi  tniiajlfimy,   Kx  libm  Polybü  Megnlop.  selecU  de  loKAtionibua  etc.  ex  lii 
theca  Fnivii   Ursini,    AnCveqiiae  I5S§.      Die   hior    fehlenden    t'rngnieril«    v«ififl^eaiUii 
Uuescliol  (Exeprpta  UoeBcholinnii),  Aug.  Viiidel.   16Ü3.   —  Vgl.  Uistorici  OraMii      '" 
L.  DiodorT  1  Praof.  15.  27  ff.,  bü  ff.  —  Mit  dem  einen  der  iwei  rroninieD  dieMT 
ist    düs  43.   Kupilel    der    von    Eöchly,    Griech.   KriugscIiriftsteUer  11 2,  her*u8gegeL. 
aiionympn  Taktik  identisch.  —   Ceber  die  i.  J.  IGTl  verbrtuint«  alte  Escai-inl)i§  di««er 
lerjite  and  ihre  Kopien  vgL  die  unten  xitierto  Diseerbitiuii   von   K.  ächulzc  $.   19  ff. 
Ch.  Graux.   lüseai  aur  lee  originos  du  fonda  itrec  de  l'Escunal  (=  Bibl.  da  l'^colc 
liiiutea  «tudca  46.  fascic  )  Pnris  ISÖO  S.  ü3— 97.  —  UoljBr  den  wichtigen  Cod.  Anbros. 
L.  MendelsBuhn.  Hhoiu.  Muh.  31  (1876)  2l)4  Anm.  2. 

Ilegi  n^tiijc  »ai  xaxiuf.     Ed-  B.  Val«BiuB,  Paria  11)34  (huh  einem  cod.  I^si 
cinnuB.  daher  Excoqitu  PciieBUtiiuu  Kenn)iut).  ~  Vgl.  Iliu  UuasiuB  ed.  E.  Groii  rol.  1  (I 
Introd.  S.  57-&4.  —  L,  Ilindorf.  HiBt.  G>.  min    I  Praef.  8.  7,  M  ff,  —  J,  Wollrnbvrd 
Kxcer|)ta  ex  Joaniio  Aaliocbeno  ud  tibniin  Peiteecitunuiu  a  se  excussiuii  etDoud..  l'rogr. 
(laniftB.  G,vDiuuBiiima.  Ui-rliu  I8Ü1.  —  J,  Wolleiib#rg,  LXIIl  locoe  tx  Ucroduto  exeei 
qui  ex  conl«cUueia   CunatHoliui  Aug.  Porpli,  nipi  vfii^g  xai  xuxiag   in  cudice  Pet 
cxstnnl,   rec.  Piogr.    des  fraiiiOs,  GymnHaiuma,  Bsrlin  1862.    —   J,   Wollenberf, 
ceneenlur  LXXVIl  loci   ex   Flavi  Joaepht  scriptis  excerpti   qui  03c  conlectan«is  CcnalJnl 
Augusti  Pür()l)jT<igenn*tao  ntgl  li^ciiyc  »«(  «njü'nc  in  codiee  PeiroBciano  rxlaiil.  G^mni 
urugr,  Berlin  1S71  (mit  anzugftnglifb).    —   Vgl,   C.  de  Boor.   Zu    Johannee   Antiocb 
Hcnnea  20  (1886)  827—323.    —    Fr.  Hultech,  Pol.vbii  Historiue,  ed.  II.  1  (l*<e8)  Hl 
Eioen  »rsrhnpf enden  Bericht  Über  die  Geschichte  uiid  dun  Bestand  des  von  Nicolas  Cl 
Fflbri  de  I'eiresc  (1Ö8Ü— 1<'37)  in  Cjpem  orworboncn  und   von  U.  Volesios  Kii«r«t  edu 
Kxierptenkodex    gab  im   Aurirng«   dar  k.  B&cha,  GcBellaoh.  d.  Wias.  nls  Vorltnfer  i 
vollständigen   Auegaho  Tb,  Büttner-WobBl.    Der   t>od«x  PeiresciauuB.     Ein  Uvitrag 
Kenntnis  der  Bxierjito  des  Konntuntinoa  Purjih)'rogenu«tüs,  Bor,   d.  k.  sUchs.  GomUmu 
Wias.  ISUS  8.  261-352. 

n$el  yriauiär.    Ed.  A.  Hai.  SoriptoT.  vet.  Dova  collevlio  v.  II  (Romao  ISH). 
Die  Exzerpte  ntfi  yrv/Äiür  aus  ['otybiuH  gub  neu  heraus  Theod.  Beyse,  Berlin  tM9. 


'J  Vgl,  Maller,  KHQ  &  S-  XIV. 


I 


•)  Ibid.  5  a  Uli. 


2.  OMcUebtachrelber  and  CbroniatoD.    A.  GeeobichUclLrelber.    (§  113)     261 


Dan  TcrVramrung«!!  dbcIi  ciii«i  nratn  Kollntion  run  1).  vnii  Rcrwerdon,  Spicilcgiiim 
falMwnuB,  Lug4.  Uulav,  iSGO.  —  Knie  Ne-uvi-rgkiehiiDg  der  d^n  DJo  Cassiiis  bctrotTvtiiieii 
CxeMte  i*ffi  yrttfimf  Ii«r«r1e  f.  Ph.  BoiHHOvain,  Propr.  Botterdnm  I8S4.  —  Vgl. 
*k.  lloiDmavD,  Htmea  0  (l8Th  89  f.  -  C.  de  üoor.  Die  rfa  h<toai(  des  Eiinnnios, 
tUn.   Mm.  47  (1892)  821—928  (nb«r  du  Proümioa    dor  Eunopiusexierpt«  im  Titel  De 

a»fi  iatflovXiüf.  E  md.  E»oiiri&li«iui  ed.  C.  Au^.  L.  Fedvr.  3  voll.  DormiitAdit 
M&-&a.  —  KrBiniiuifipn  üben  Tli.  Momrosen.  Germ^s  8  (I8T1)  S23  IT.  und  C.  HQlIor, 
BG  &  (1B70)  2fi. 

atfl  «tpdnjyQfia'tvf.  Vgl.  C.  MOlUr,  FHO  %  81—42.  und  a  Proleg.  8.  VIl  f. 
Md  8.  21  IC   —  Väi.  C.  Woiieh«r,  Po]ioi«iitii|iia  dp»  Orao«.  Pftris  1867  8.  I!U— 279. 

Iltfi  ^r,fiiiyofiiär,  Anonymi  ßyiuntini  ibnloncn  militari)«  »d.  A.  Koechlj',  zwei 
ifUat»  ImImmiuii,  Zari<li  l&öS— 56. 

/fapl  itraj-optvattit.  H.  Wnnchlce,  Unbor  dun  von  Reiahe  v^rmiitot«  Pragmmt 
W  BK»wy*B  KuaKtantins  ntpi  ärayi^tvatiut.     Prugr.,  ücasuu  IST8. 

AHawrd«m  vgl.  G.  Bornbardy.  B«rlbur  JHhrliUülier  fUr  wissonachnft liehe  Kritik 
BSl,  2,  880  ff.  —  Ueinr.  Kisaen,  Kritibcbc  Unlvniuolmiigisn  Itliar  die  Quellen  der  4. 
ad  &.  Dekade  des  Liiiti».  Uvrliii  It<e3  S.  313-  3:^3  «Über  diu  Gt-aandtscluiftseMei^te).  — 
l  Sebalie,  D«  i-xeer]itis  ConeUul.  quacat.  critiviii^.  Du».  Üoim  1H&>.  —  L.  Dindorf, 
ikaa  JuMt.  99  (I8S9)  114.  —  Eino  sacblicli»  OruppiKTUiig  di>r  Titel  und  Horatellung  der 
nfrtDigbclMB  Onlnnog  vttaudit  ti.  Witchkv.  L'eW  die  Ki-iiieiifulKi)  dvr  Gii«rulu  Kan- 
tutinii.  I'bilotogna  41  (188S)  270—289.  —  l'eber  Doppel euerpt«.  i.  \i.  Aber  Huleb«,  die 
•aftibrlicb  und  diBeban  in  «Dur  Eiritome  vorkommen,  handelt  C.  de  Boor,  tlemies  19 
IBM)  123^ — 148.  —  Sp-  LamproH,  nXoviiifxti«  linuyäiaftuia  tv  'Ayta^uiixi^  xiüStax  rcjc 
•»^t  Jtnrwiov,  Jubilflumsacbrift  dir  tIrivcraiUvt  Athen.  Athen  1SS8  S,  31'i  337,  V'jTBiieJit 
kMiple  MH  den  Biographien  des  Plütwirb  mit  Kciiiatflntin  in  Zu8iunmonhniij<  x>i  bringen. 
-2i  den  Exswptanm*  l)ia  (,'aäsiiis  vgl.  auch  (•nut.  Nordmer«T,  D«  Ortavia  fnbnln.  Jahns 
ibrti.  SuppkMnentb.  19  (l»42j  257-363.  —  Uobor  dio  GrnndnAlzo  der  Kodaktnron  in  der 
Viadencalw  der  Taste  «gl  C.  de  floor,  B.  'L  1  {,\Wi\  32  f.  Sprnohlichn  Abwoichungcn 
e—lanUaiacbcr  Euerple  vom  Origiaalte'Xl  notiert  L,  Radcrmnebcr,  (irnmmati.ichca  xn 
liad«r.  IUi«iii.  Utis.  4»  (1804)  166  f.  -  C.  Wnchamuth.  Kinlnitunt'  in  dnn  .Studium  der 
Itea  U«aGbiclile.  Leipug  l^^ÖS  S  69— T7.  —  Weitere  Litteratur  a.  in  der  Abhandlung  Ton 
itlwli«  S,  ß.  Anaaerdem  aiod  für  rioKelue  Fragi>n  natOrlich  di<>  AuH^ubun  und  kriti- 
<b««  BilfaiBiKel  der  eiDielnenoiierpiorten  Historiker,  beaundera  dia  Vurrodon 
■  dM  AiMcabea  dea  PttljrÜoa  von  HultaHi  uud  Bütlner-Wobat,  dea  Dio  Caaaiua  von 
Mhar,  des  Appian«s  nad  Znaimoa  von  MendelHauhn,  dea  Suidaa  vou  Bemhardy  heran- 

2.  Aiuuwr  dan  hier  aufgexlblt«n  teils  in  Oriicinalhas  aoa  der  Zeit  Sonatantina  (t.  B, 
»4.  PdmcTaniwi  taiU  in  apftteren  Aluchriften  erlialtenen  BmcbstOcken  kommen  fiLr  die 
flaitelliuig  der  t'JiijkloBMie  noch  mnipe  andere  Werke  in  Betracht:  vor  allem  das 
UkikoB  dea  ^nidaa,  der  don  nrRiuilcn  TfliI  »einer  hiatoriachen  Artikel  ana  konjutanl.ini- 
•abi*  Exicrpton  geatbnpft  hat;  dann  w  ah  räche  in  lieh  eine  im  10.  Jahrh.  entstandene  Be- 
IfMtng  de«  duutlicb- profanen  Plorilegioms  fT«pdlli7lto;  endlidi  zwei  grosse  Exzerpten' 
IHBtemn  an«  Poljrbio*  nnd  Diodoroa,  die  vielloinht  ans  Vararbmton  fUr  daa  k<m- 
iMiaMK  Uatentehmen  urwachiuia  lind.  jedenfolla  en^  mit  ihm  xmiammenhAneen.  Dia 
jtairtfa  aiia  Polvbioa  ed.  pr.  nun  cmom  cod.  t'rbinas  Hervogon.  Unnnl  1Ö4S.  die  nua 
Hidw  aaa  «iaem  Codex  den  FlurMtlinmi  I,ud.  Alemonnus  D.  Iloeachel  im  Anhange  dei 
Kb«m^  De  l«fBti«iitbaa  8.  l.'iO— 172.  Wiederholt  von  Dindorf  in  der  noaeen  Anagabe 
da  Dwdew  II  2,  I  0.  (ExeerfU  Hoeacbeliana).  —  Ueber  die  Ucnfitzung  KonataDtinUcber 
UMtyle  dveb  Snidas  TgL  bee,  C.  de  Boor,  Die  Chreuik  des  Georgiu«  Monnchua  ala 
Ma  daa  Sküdaa,  Umaae  21  {188«)  1--2S.  —  Wie  aus  den  uhigen  Li tteratii rangaben 
Mvitfakt,  ixt  daa  Material  dw  KonataiitiniBchen  Exwrpte  sehr  i«r«lreat  and  aohr  m- 
iM^rtie  irrOlfaBtlicht,  ao  daM  ««aa  abaehliesseode  ^'erwertiiug  and  bea.  eine  syslema- 
^(W  Vaifjaiohiing  ntit  der  •OMtimn  Ueber tieferunit  der  Hisfiriker  xut  Zeit  nicht  mOglieh 
K  Ca*  aaefa  «iäaitlicban  Gnuiorttun  eenrboilet«  Geaamlausgabe  iat  daher  ein  drin- 
'     BadarrBia. 


US.  Landwirtschaftliche  Sammltmg  (rfunot-ixA).  Das  vorzüglich 
^  dea  FUJinorn  gepflegte  Gebiet  der  Landwirtschaft  hatte  auch  bei  den 
ftMwQ  bMOodert»  Hott  der  alesan<lnni^li(.<n  Zeit  wiseenitchaftticlio  Dar- 
ridkagmi  bervorgemfen.  Das  praktische  B«dUrfniEi  mnast«  hier  noch  mehr 
■b  io  dar  Geschicbtslittcratur  Kompiltttionen  und  AuazQge  veranlassen. 
5»  tng  «n   gewisMT  Viadanios  Anatolios,    den   man   mit  dem    von 


202 


BysaDtiauctt«  LitteiatargeHCtücfate.    L  Prouisch«  Littantu. 


Libunios  Uftor  erwähnten  gleichnamigen  Juri»<ten  aus  Beryt^s  idenüfiiMlfl 
hnt,  au»  jllt«ren  Workon  eine  •cin/iu/i;  yftoppxmr  irttti^SfV(täiuf  zusamniOB^ 
welcho  Photio8  (cod.  163)  gek'»*u  hnt.  Etwa«  spater  (im  4.  oder  5.  J«lir- 
huiidmt)  vorfasHte  t>i«  gewiesor  Didymos  /Vw^ik«  in  15  Büchern,  lüt 
Hilfe  dieser  Vorarbeiten  veranstaltete  ein  sonst  nicht  bekannter  ScholaatüCH 
Cassianus  ßassus  eine  groi^c  landwirtAchnftliche  Sammlung.  Du«  gio> 
Kcliah.  wie  dor  nach  Kaiser  Hvruklio»  nicht  mehr  ilblicliu  Tit^d  axoXutnvtii 
(Kvclitüanwalt)  beweist,  noch  im  ti.  Jahrliundert,  spätestens  im  Anfange 
des  7.  Jalirhunderts.  Im  Anfang  des  ß.  Jahrhunderts  wurde  das  landwirt- 
schaftliche Werk  des  Vindanioi«  Anatolios  von  dem  Archiatro»  und  Priester 
Sorgioft  von  Kosaina  in  die  ttyriHche  Sprache  übersetzt;  aus  der  H^-rüclieD 
Üborsotzuiig  tloHH  die  sehr  freie  arabische  Bearbeitung  des  Koata  ihn 
Luka.  Die  Sammlung  des  Cassianuet  Bassus  wurde  unter  Kaiser  Konstantin 
Porphyrogennetos,  dein  man,  durch  das  Widmungsscli reiben  verleitet, 
früher  die  Gooponica  schlochUiin  zugeschrieben  hatte,  von  einem  uube- 
kannten  Bearbeiter  um  das  Jahr  SliO  in  einer  neuen  Ausgabe  vorgelegt, 
die  80  schlecht  ist,  dasn  die  alten  Exemplare  damals  gewiss  bedeutend  im 
Preise  gestiegen  sind.  Das  früher  hoeh  gcprieaeue  Verdienst  dos  Kaisen 
um  diu  Erhaltung  der  geoponiechen  Litteratur  und  die  praktische  Fftrdfr- 
rung  des  Landbaues  schrumpft  durch  diesen  erst  neuerdings  festgostcllteo 
Tliatbestand  auf  ein  sehr  bescheidenes  Mass  üusammon.  Die  xahlreichnn 
Zitute  aus  alten  Autoren  über  Landwirtschaft  stammen  natürlich  nickt 
von  dem  konstantinischen  Redaktor  und  auch  nicht  von  Cossianus  Baasu, 
sondern  aus  seinen  Quellen  wie  Didymos  und  Anatolio«.  Ihr  Werk  ist 
sicher  auch  die  Umgics»ung  dor  ursprünglich  jonisch  gcscliriebonen  StUcke 
in  die  attische  Form  dor  xniv»;';  dagegen  sind  manche  volkstümliche  Wort« 
und  Formen  erst  durch  die  Bedaktion  des  10.  Jahrhunderts,  die  hieria 
ganz  im  Uei»te  Konstantins  handelte,  in  den  Text  gekommen. 

I.  Ausgaben:  Zuerst  voUnUlndig  ed-  von  f.  Nondhsm,  Camhriiig«  1704.  —  BcMr 
von  N.  Niclaii,  4  vulL.  I^lpxi!;  ITKl.  mit  Ami  iVärntioiion  dor  fiDberen  Äuagabon.  ciiwn 
iipllrliohoii  kriliBchun  Appiirnt.  KcgiBlur  Aer  zilicHcn  Autorun.  liiiitoriBchi'm,  fceograplÜK^MD, 
graininstiBt.'hi!Di  uiid  siti/liliclieiii  Itiilux.  dooh   obui^    goDÜgniido   huudsctriflljche  Omodll^, 

—  Kritisch«  Aiuijj;ub»  (Huf  Uruad  vou  (3  crivcliiiiciiuti  Hiia  und  mit  Beizieliung  Att  ftyriaoboa 
Ueberaetxunal  von  H.  Beckh.  Lvi^tita,  Bibl.  Tcubnuriunn  1805, 

Z.  üeberai>tEun^(>u:  Svriscii:  (üeoponicoo  tu  aermuuoiii  Syriacum  veraorom,  qu# 
BUperaiuil.  ed  P.  At  LngArdi.',  Lijisiae  1860.  —  Dheu  vkI.  P.  ile  Lagardo,  Do  OeoponwoB 
vfraione  Syriac»,  Progr,  d.  LouisensUd tischen  Re&Ischule  tu  Berlin  I85ö  (=  QemnmtHt 
Soiniften  vou  P.  de  Lagarde,  Leipzig  1866  S.  120  IT.),  Uast.  Sprenger.  Duleguag  ihr 
Ornndsfitse.  nnch  denen  die  eyn'ecb«  D«bertraguDg  der  griechischen  OeoponicR  Keamitrt 
wurden  iat,  OSttlnger  Preisedirifl.  Leipzig  1889.  nnd  Ant.  fisumstark,  Lumbi-itinDea  S/r» 
OrMoae,  Jahns  jäjirb.  &ipplemonlb.  21  (1894)  884—405.  —  Armcoisch:  Ein«  in  imb*- 
luinnter  Zeit  entstandene  nnonymo  nmienischc  tlobcrectxiing  dor  lieoponica  «d.  LvDI 
Allschan,  Venedig,  8.  I'iixnro.  Dnii^kGri^i  der  MechiHiRristcn  l**TT.  Sie  ist  ■ber  nach  der 
HoiniUIg  de»  Heraus  geh  eis,  dem  Znrbhulanian,  Bibliothek  der  alten  umicni  schon  Uvbtf- 
Htningon.  Venedig  i8S9  (neunnneniscb)  S.  69S— 704.  beipflichtet,  nicht  direkt  itadi  dm 
sriechisclien  Originnl,  sondern  mich  einer  nrnbisahen  BearbeittuiK  gemacht.  —  Da«  Vn< 
hlÜtiiia  der  nniianieehen  Ueberanlzung  beKw.  ihrc'r  ambiaclieii  VorlHge  lum  griechiadw« 
ond  Bjriachon  Texlo  orllft  eingehend  C.  Urocketmann,  ß.Z.  5(1396)  Hüft  2.  —  KoniS' 
Biauh  und  Deutsco:  Das  Vortrouen.  welches  niun  in  der  Hum&uist^uieit  jeder  nJ Im 
Weishoit  eulgcgenbraohte,  heiteugt  die  oft  nufgulegte  fromsBaitiGhe  und  deutsehc  t'^bet- 
B«lzuug  des  16,  .tahrbunderts:  Les  XX  liurcs  de  Constaatin  Cäsar  ....  tniduicla  un  Knii- 
oojrs  par  M.  Anthoine  Pierre,  licentie  en  droit.   PoictierE  1(45  (Vorrede  datiert  von  l.VtS^ 

—  D«r  veldtbaw    oder   das   buch  von  der  veld  arbevt  ,  .  ,  .  Alles  vor  tansend  jaiea  vcti 
dem  £e}-Ber  Caoatantüio  dem  vierdten  (Ij  io  KnecWoh«t  sprach  boschriebeti   Und  f«l 


2.  Geschieh t*ol>r«iber  nnd  Chronisten.     &,  Qe*chlchUd>re)b«r.    (}  114)     263 

■atilifth  darch  D.  HichMl  Hormn  ■.um  tltr  Kin.ulii'.cliuii  in  Tuulflcbo  Kfraeb  rortoltiH-tqolit, 
fÜiiMliiiH  1M5;  wMwbolt  1551.  i:-o6.  Iba  u_  <i. 

S.  H tlfsmittol:  Artikel  licoponioi  von  A.  Ünumatiirk  in  l'aaly'ii  R«Ht<ilUfkhi- 
BpÜr,  wo  j«iiock  WiKindm;  ilio  votbjiAiitioisoho Z«it  bi^rOvIcaicbli);!  ist.  —  Krniit  Mo}'«r, 
Uli  hiTlll  4tr  Botanik  Üd  !t  (KSnigoberic  181ÖI  83H-SU0.  wo  Blieb  flb«r  dio  nntiirwi«mn- 
■AinHiilwi  Bcfariftca  do«  ävnieon  S«th  (U-  Jubrli.J,  des  StopbaDOS  Magnetss 
(II.  Jmfarh.^  dM  NicoUoa  Hyrepsoa  (nm  12801  und  d«a  JohkRii««  Aklanrioa 
(li.  Jftbrk.1  9»li«iidolt  winL  —  Bin«  kiuw  AnAlyM  der  Oeopomka  gibt  M.  de  Raynal, 
ttadm  Mr  Im  OfopoolqMa.  Ananiir«  de  t'aaaoo.  S  (18T4|  89-122.  —  Bauptacbhßen: 
W.  Ukinoll.  VnUniKihwigen  Ober  die  Qaelleii,  d«n  Vwfemer  nnd  die  Abfassuauieit  der 
Ommom.  BerlüuT  Sludieo  1  (1R)U)  1—280.  -  Engen  Od^r.  Beitrage  «a  OMobioUe 
dn- Lndwirt»diafl  l>ui  d«D  Onecfaen.  Bliehi.  MDsaun  45(1890}  bB-99:  212-923  nnd  48 
(ISSS)  1-40. 

4.  L'«berliefervag;  ZaliJroidin  Hm,  nach  ihrotn  Worte  und  verwandtMlianUchen 
TnkUtaiaee  uut<-rai»clii(  ven  Henr.  Beckh.  Do  G«opOTii(«ram  codioibua  ihm.  Acta  srati- 
narii  pbilol.  Erlangeasis  4  118^0;  3ßl  -346.  -  7.a  den  dort.  nufgeslUilten  Itu  kommt  nach 
C«d.  Berol.  Phillipp.  15&4  s.  16.  Vgl.  W.  Studcmund  et  h.  Cabn,  Codices  es  bibl. 
MMnBSBniana  Phillippici  gmoci  nunc  BMiiIinoDgioa,  Berlin  ISIIO  S.  68. 

114.   Enzyklopädie  der  Medizin,  ein  medizininche»  Handbuch,   dio 

SunmloDt;  der  '/nt^xu.   AU  umfassende  Vorai'bcit  diciito  die  um  350  durch 

1^  OribaBios   wruiifitidtete  'Emtoptj  ttiv  iar^txür  &tuQt^tinnor.   Im  Auftrage 

^boaUntins  übernahm  der  Arzt  Theophanea  Nonnna  eine  niimmarischc 

HUjüction,  die  von  dem  Verfalle  der  medianischen  Wisson^choll  im  by- 

nntinifichen  ZeitaltAr  ein  unverkennbares  Zeugnis  ablegt 

I  Bedeutender  ist  das  Handbuch  der  Tierurzneikuude,  die  Samro- 

'  liing  der  'lit.iiatQixa,   die  man  ft^her,   durch  die  Analogie  der  Obrigen 

Sammlungen  verleitet,  ebenfalls  auf  eine  Anregung  Konstantins  isurQck- 

nhrte.     Doch  tüsat  sich  weder  ein  engerer  Zusammenhang  dieses  Werke« 

■it  dem  Kaiser  noch  überhaupt  seine  Entstehung  im  10,  Jahrhundert  be- 

«aiaeo.    Unaer  sicherea  Winnen  über  diese  Sammlung  ist  sehr  boacheid«D: 

Dater  Konstantin  dem  GroH^^^'n  schrieb  Äpsyrtos  zwm  Bücher  Über  Tier- 

keilknnde  nnd   wafarsL'lieinlich  gleichzeitig  verfaeste  der  Tierarzt  Hippo- 

kratea  eine  Schrift  Ober  denselben  Gegenstand.    Später,  vielleicht  im  5. 

ffier  6.  Jahrhundert,   schrieb  ein  Jurist   Hierokles   zwei    BOcher   über 

Plwdebeilkuode.    in   denen    er  den  Apsyrte«   «tark   benützte.     In  welcher 

Zeit  aber  die  zwei  uns  erhaltenen  Sammlungen  von  Hippiatrica,  von  denen 

iiv  eis«  S.  Ürynaeus,  die  andere  E.  Miller  ediert  hat,  entstanden  und  wer 

W  redigierte,  läsDt  sich  vorerst  nicht  feststellen.     Eine  Spätgretute  bildet 

im  Alter   der  Handschriften :   die   älteste  Handschrift   der  Sammlung  dea 

fitJUMUii  (in  Berlin)  stammt  aus  dem  10.,   der  von  Miller  veröffentlicht« 

OiduE  rorisinDS  aus  dem  11.  Jahrhundert. 

Goe  Ergänzung  der  landwirtaehaftlichen  und  medizinischen  Hand- 
WW  bildet  ein  Auszug  aus  der  Tiergeschichte  des  Aristoteles: 
TW  'Jfii/rtttt'Xtu'i  m^  {die»-  initoft^.  Die  Grundlage  bildet«  Aristotolea 
a  d«r  Epitome  des  AristephanOM  von  Byzaiiz;  damit  verband  sich  manches, 
*M  aita  qiSteren  Quellen  bei  Aelian  und  Timotheos  zu  linden  war.  Die 
'■Mang  ist  aemlich  frei  und  selbständig.  Von  den  4  Büchern,  welche 
dn  fkmmlitftg  uraprlinglicb  imifasttte,  lönd  bis  jetzt  nur  2  gefunden.  Dio 
>B  Paria  bvflndliche  Athushandsclirift  trägt  den  Tttet:    SvXXoyi}  t^(  nrf^i 


ByzantintBche  Litteratarg«Bcbicht«.    I.  Prosaia«he  Litt«rat«r. 


1.  'laipixii:  l'otvr  dum  Titul:  NuniiuB  Tbooplunes,  ppitome  d«  curatioiie  morbonnfl 
ed.  Ste)jli,  UorDord,  2  voll.  Uuthuu  IT'Jl— lil&.  ^  Vgl,  Kurt  äiireii);»!,  «Mchicbte  i^ 
AraoeikuDile  2  (lS28j  8'2'i  II.  (uiibo(leu(«nd|,  —  MancbHs  hierher  (MhOrige  bei  G.  A.  Coele- 
niiria,  Ktudea  aur  lea  ^orita  inädiU  dee  ftci(?j(-na  mdilicins  Krece,  Reviie  dee  it.  gr.  2  (188S) 
84»~8»ä.  8  ilSm)  lU-179.  4  1)891)  97-110  and  h  (1S»2)  Sl -18. 

i.  *tnn»((ißixa;  VetennsrUe  modiRiniw  libri  duo  a  Jonnae  RiulUo  Saewoiiieui 
olim  niiidem  latinitste  donnti,  niino  vero  iidum  sun,  lioc  a«i  Greoca  Itngmi,  prifluun  in  1im«ib 
oditj.  Biwiliu  1&8T  (mit  «jnor  Vorredn  von  S.  (>r,vna(iiiH).  -  Einen  gnecbtMbeo  Tttl 
tinirh  pJn<Mn  cnd,  Itnrbpr.  nd.  mit  InteiniBEhrr  nnit  italionJHclinr  llflberaetxnng  und  Kom- 
monUir  t'otrus  AI.  Vnlontini,  Hipporratis  votorinoTiii.  Hnmuc  ISH.  —  Kineo  nrbablich 
nbwoiclicndnn  'IVxt,  dnr  dio  ünaclcr  Ausgabe  brndiligt  und  orglLiut.  cd.  aas  oud.  Pjri*. 
(ir,  2:J'J2  K.  MilUr.  Not.  et  oxtr.  21  {1^6!,)  ■^.  I-I63.  -  Eine  neue  A>iS(;nte  der  llippia- 
trika  wird  von  K.  Oder  für  dio  üibl.  Toubuenunn  vorboreitot.  ~  KnuiE^aclio  Uobct- 
»otKUiig  von  Ivan  MsBstf  untiT  dvm  TituI:  L'art  vM^rinure.  Paria  1&63.  —  Vthtr  tnt 
tieiigt'fuititi'iio  tut.  Uebereebuug  dee  AMjrtoe  vgl.  W.  Meyer,  Sttttiogaber.  baj^er.  AL 
IS^b  S.  3t)<>.  —  Hundavlirift liehe  Mitt^ifangen  von  L  Coho,  Verhandltmeon  der  40.  denl- 
ecben  PhiluluKeiivere.  in  Gerlilz.  Leipzig  1890  8.  lOO.  —  M.  Ihm,  l>ie  uitipiatrio«,  BbtiL 
Mii«,  47  (1^!I2;  312—318  (Ober  Quellen.  Doarbeiter  nnd  Kiil«teliungai«it  der  Suumlung 
und  llbdr  den  von  K.  Miller  edierten  Teil). 

a.  tlt^i  ibiur  initofiri:  Das  oralo  Buch  ed.  ans  einer  in  Peru  befindlichen  Alba» 
hendiichrifl  (suppl  gr.  49.^)  Val.  Roae.  Anecdolji  Uriieca  et  Groecolntina  2  (Oetulitii  lYTfj 
1—40.  —  Kmcndutionon  von  H.  Rnuppe.  (iötting.  Gel.  Aoz,  1872  S.  920  fr.  —  Zwei 
BOcbor  mit  UonUtxiing  des  Pnrisinus  und  des  Alhous  3T14  b.  14  od.  Sp.  l.aropros.  Ki> 
cerptorum  ConalunlJoi  de  natura  nnitnuliuni  libri  duo.  Berolinj  läKS  (bIh  VoJ.  I,  1  te 
von  der  k.  prfuss.  .\k.  d.  Wiss-  hernua gegebenen  Supulementum  Arintotelicutn).  —  Kl 
ahnlicliL.  Honipilution  ilub  Arinloteles.  Avlinn  u,  ti,  ist  (lie  unter  Kaütor  Konstantin  V 
maolioH  (UI42i  verftisate  unoujuie  Tiereeechichte.  Ed.  C  Fr.  Mutthnei:  iroix'itii 'EUig 
MuiiquHi}  IHll. 

4.  Auch  undviu  .Saiuin«lw«rke  dea  10.  Jahrhunderts  uiBgeu  auf  eino  direkte 
indirekte  Anlegung  KunstanliUB  mirllckgehen,  ohschou  die  daiuÖI«  an  der  alten  Iiitti.T 
voUiogeaen  Kettiinuewvrke  in  letzter  Linie  dem  Zug  und  BedQrfnia  der  Zeit  Oberh 
eolspravlien.  Da»  beweist  die  Antliologie  dea  Kephnlns.  dio  vor  Koiiatantin,  viell«ia 
schon  am  Ende  de»  9.  Ja!ir1iiind«ris  zuMimmengnatellt  wurde.  Ebenaoirenig  läast  eich 
Suidns  und  anderen  WCrterbllohcrn  ein  engerer  ZuHammenbanR  mit  Kunelanti 
nachweisen.  Dagegen  ist  dio  Logondenanninilung  des  Symeon  Motapbrastea  wahraefa 
liuh  auf  Anrogiiugon  dos  Eonetaiitin  Porpliyrogonnotos  zurückzu Fuhren.  Vgl.  oben  8.  30OI 
EboDHO  dUrfto  dor  geaobeite  und  gebiidolp  Urheber  der  berUlimtrn  Uoidtilberger  Pari 
doiengraphenhs  (cod.  Palut  ittf!^  s.  lU)  in  der  gelehrten  Umgebung  des  Kaisen 
BUehen  BL'in,  Vgl  die  Boachroibung  dieser  Hs  bei  A.  v.  Uutschmid,  Kl»ine  Schrif 
4  (1893)  59ü-6oa. 

115.     Joseph   Oenesios   (rivinwq)    stamniU-    «us    ciniir    voniohme 

Familie  in  Dyzanz;  at>iu  Vater  Konstantin  war  unter  Michael  III  Bofehli 

h&ber  der  Leibgarde  und  LogotheL     Genesioä  gehörte  zu  de»  Oolchr 

welche  Konstantin  Porphyrogennetos  um  sich  vei-sainmelto.     Im  Ai 

des    Kfliöcra    scliricb    er    (swischea    94ö — 959)    vier    Bücher    KtJttigl 

geschichte  {ßaetlumv),    nämlich   die  Geschichte  Leos   V   (813 — S 

Michaela  II  (820—829).  des  Theophilos  (829—842),  Michaels  111  (842—1 

und  Ba^iliu»  1  (867 — 886).     Nach   dem    ursprünglichen    Plant!   miXie 

Work  wolil  nur  die  vier  ersten  Kaiser  umfassen,  also  bis  zur  makedonische 

Dynastie  reichen.    Die  Geschichte  des  Basilios,  welche  Genesios   mit 

Michaels  111    im   letzten  Buche  vereinigt  hat,   ist  dürftiger  behandc-lt  UE 

erscheint  als  ein  Anhang  des  ganitcn  Werkes,  das  der  Verfasser  in  zw« 

heroischen    Distichen  dem   Kaiser  Konstantin   widmolo.     Seine  Quellt 

waren,  wie  er  selbst  im  Anfange  des  ersten  Buches  verrät,  Mitteilung 

von  älteren  Leuten,   welche  die   erzählten  Ereignisse   noch    erlebton, 

das  .umherlaufende  Gerücht".  Da.-is  er  mündliche  Berichte  von  Zcitgcnoe 

reichlich  verwerten  konnte,  erklärt  sich  aus  der  hor\*orragenden  Stelli 

die  sein«  Familie  am  Uofe  Michaels  III  eingenommen  hatt«.     Auf  voll 


ioliUcbralbsr  nsti  Cbr<ini«tei>.    A.  GMchUbtscbraiber.    (^  115—116)     265 

i8G)g«r  Tradition  mOgen  nanientlieli  seine  Nachrichten  Uhcr  WciMagungcn, 
nonen  und  andere  Wunderdinge  beruhen;  auch  den  von  der  orthodoxen 
rt*i  gfgon  die  bilderstürniendcii  Kai»or  verbreiteten  Lügen  »chenkte  CJen«^ 
« leichtglSubigo  Aufmerksamkeit.  Daneben  benutzte  er  aber  auoh  schrifl- 
lie  Qaellen,  so  die  Biographie  des  Patriarchen  Nikephoro»  von  Ignatios 
it  die  de«  Patriarchen  Ignatio«  von  Niketas  David  Pupblagon,  end- 
li  dio  umprflngliche  Kedaktion  der  Chronik  des  Georgioa  MonachoB. 
HattMial  hat  es  dem  GönGsios  mithin  nicht  gemangelt,  wohl  aber  an 
itik  nnd  Wahrheitsliebe.  Seine  Liebhaberei  für  Vorzeichen  und  andcron 
mtilerkram  mag  man  ihm  iiaclieielien,  micl  auch  der  heftige  Ilass  gegen 
^Bildenttjirmcr,  den  er  mit  »einen  schriftlichen  Quellen  and  anderen 
■nisten  gemein  hat,  \&sst  sich  aus  der  orthodoxen  Keaktion  »einer  Zeit 
D»  erklären;  bedenklich  ist  aber  der  offene  I'arteistandpunkt  im  letzten 

t,  wo  er  die  dunkeln  IVnkt«  im  Leben  Basilios  I,  besonders  die  von 
'«ranlaaste  Ermordung  Michaels  Ut.  nach  Kräften  m  verschleiern 
Vielleicht  hat  er  hier  im  Auftrage  Konstantins  VII  gehandelt, 
B  daran  liegen  muaste,  seiner  eigenen  Schrift  ütjor  seinen  Grossvater, 
fc  Ohjeklivitit  der  Nachwelt  leicht  verdächtig  erscheinen  konnte,  ein 
KtOB  Werk  als  Stütze  und  Bestätigung  zur  Seite  zu  stellen.  Trotz  solcher 
jMnI  ffft  Genesio.i  als  primäre  Quelle  Rlr  eine  wichtige  Epoche  wie  als 
^^Bachichtliches  Denkmal  von  Bedeutung.  Seine  teudcnzinse  Darstel- 
I^^Ht  als  Vorlage  der  Fortsetsung  des  Theophanea,  des  Symeon 
>goth«tefl  und  des  Johannes  Skylitzea  noch  später  fortgewirkt. 

Die  Sprache  de«  Oenesios  riecht  noch   sehr  nach  der  Barbarei  und 
wra  dos  8.  und  9.  Jahrhundorte.    Verkdnstolt,  schwerfällig  und  holperig 
jMÜflt  sie  sogar  dem  Veretindnis  manche  Schwierigkeiten.   Diu  Krüchto 
dOrftJgen  Belesenheit  in  der  klassischen  Litteratur   werden  in  ge- 
be! den  Haaren  herbeigezogenen  HomerKitaten  und  in  un- 
«tymologisohen,  historischen  und  mythologischen  Ab«chweiftingen 


A(itgab»n:  Kd.  pi.  im  23.  ßiuid«  don  Tenenanar  Coriiu«  der  lij^eaDliuiscben  Bifto- 
t  hiatMÜcb-knlischen  Noten  von  Stcpliac  Uergler.  Vcnodiu  ITSä.  —  Nach  i!iii«r 
«OB  K.  WbbiUi  vrranatftlUiton  KoUiittuD  der  i-iiixitiiMi  HanilHcLrift  (cud.  Litwiouiua) 
I  Carl  LachniBBii,  Itonnite  1834  (ubn«  die  W  L.  gc-wulititv  Sorgfalt).  —  Nacli  ii«r 
Ansfabe  wi*dc«bal(  hn  Higu«.  Pnlr.  gr.  lUÜ,  9JSÜ-1179. 
t  Utir8mitl«l.-UaaM8ctirift:F.  Hiracb,  BfiuiitiiiLscIi«  Studiun  8. 116-174.  —Vgl. 
L  BarabarilT,  Berlui««'  Jahrbflchor  fUr  wiMenai-liuftlicIiv  Kritjk  1836.  Nr.  bH.  —  B. 
rUcht«.  fUMogna  ST  ill^T»)  2hb~21!}  handelt  Dber  dj»  HfLndarbiift  <ind  Kiugrapbie 
aa  IlMaaiaa  nad  anelit  naiii«inttich  Keson  Hirsch  lu  orweieon.  daes  jener  Konafuntin.  der 
awMkfcaal  III  lebtn,  airbl  drr  Vwi«r  des  GanMioa  aoJn  ksnne.  -  J.  B.  Bury.  The 
haUhr  at  nonaa  tb«  Slarnniiui.  B.  Z.  1  (1&93|  56-  80,  luitnrHUcbl  dio  EnAbluiig  dea 
^■Ha  aber  den  alavinrbcD  (od«r  nrnicnrnnbcn)  Hobi<lI(>n  Thanias  (S.  ä  IT.  cd.  Uutiii.) 
9t  ntiglnohl  liv  mit  eiotm  Urjcfe  Mirbiwl»  li  ao  Ludwig  den  Froiiimen  (Buroiiitut,  Atmal. 
wlaiML  XIV  62     66)  und  mit  dem  Briirht«  im  Thoophanus  cuutinualuB- 

116.  JohannBe  Eameniates  (Acr/ifiKrn^«),  ein  frommer  Priester  von 

>Dikv,  be.'^chrieb  auf  Ersuchen  Oregon*  von  Kappadokien  die  Erobe- 

seiner  Vaterstadt   durch  den  Anführer   der   ki-etischen    Koraaren 

Tripolis  (31.  .luli  904):  'l<»ärrov   xXr^txov   xtii  KQvßovxi-ftaiov   vor 

map    lii   vijV   aXuOiv   d;;  SfaaaXofiMr^^.     Johannes   steht   ganz   auf 

Standpunkt«  des  byzantinischen  Kleriker«;  daher  iat  ihm    aus  der 


266 


BTauitiniaoho  LittorntargoHcliiohte.    L  PrwaUobe  Litteratttr. 


Vorgeschtcht«  der  Stadt  nur  ihr  VcrliKItnia  zum  Apoet^il  Paulus  and  xa 
ihrem  berühmten  Schutupatron  Domvtrio»  ftv^oßÄtitr/;  nennenswert.  Seine 
ablohnende  Stelhing  gegen  die  heidnische  Vorwelt  glaubt  er  durch  «cbaifo 
Auofälle  gegim  Orplieus  und  Homer,  gegen  Sirenen  und  Bollonuu  nach- 
drücklich betonen  zu  mUsson.')  Sein  politischer  Blick  reicht  kaum  Ober 
die  Mauern  seiner  Vaterstadt  hinaus;  wir  vermissen  vor  allem  eine  I)a> 
legung  der  Machtentwicklung  dea  arabi.'tchen  Firatent»ni.s,  durch  welch« 
der  waghalsige  Scldag  auf  die  zwcitgriisste  Stadt  de»  Kaiserroiches  mög- 
lich wurde.  Trotzdem  verdient  die  Erzählung  des  Kameniatee  im  allge- 
meinen Glaubwllrdigkeit  und  wirkt  durch  die  frische  Wiedergabe  des  Selhst- 
erlebten  »ugur  kil»Htk-ri»ch.  Seine  historische  KruditJon  ist  allerdings  ei» 
minimale,  wie  seine  Leichtgläubigkeit  gegen  Volkssagon  und  ein  bedenk- 
licber  Anachronismus  (8.  40^,  17  S.  ed.  Bonn.)  erkennen  läset;  er  ist  keto 
Goachiclitscii  reiber  von  Fach  und  hat  die  Feder  nur  aus  einem  por»OnlidMD 
Aniftnrm  orgritTon;  aber  gerade  hiedurch  erhebt  er  sich  Über  manche  Sckft* 
blonenhistoriker  der  byzantiiiisL-heii  Zeit,  welche  mit  dem  landläufigen 
Quellenuppoi-atc  wohl  vertraut  sind,  selten  aber  zu  einer  selbständigen 
Auffai^sung  und  warmen  Empfindung  gelangen.  Im  Verlaufe  de«;  Berichtet 
erfabron  wir  über  die  in  dvr  Umgogund  von  ThoDsalotiike  wohnenden 
nicbtgriechischen  Völkerschaften  und  über  das  friedliche  merkantile  Ve^ 
häitnia  zu  dennelben  wichtige  Details,  aus  denen  sich  ergibt,  äass  die 
ethnographische  tiruppioruug  Makedoniens  schon  im  10.  Jahrhundort  eine 
ähnliche  war  wie  heutigen  Tage»,  Wegen  seiner  sprachlichen  Form 
erspart  uns  Kameniates  nicht  die  hei  den  Byzantinern  stereotype  EntM'hal- 
digung  der  eigenen  Unwissenheit.  Wie  sehr  ihm  aber  eine  gute  Form  Ko 
Herzen  liegt,  beweisen  die  wiederholtoii  naiven  Hinweise  auf  die  Not- 
wendigkeit einer  symmetrischen  Komposition.  Sein  Sprachschatz  nilit 
ganz  auf  der  Soptuaginta,  dem  neuen  Testament  und  anderen  kii'cblichen 
Schriften.  Er  weiss  seine  UilfsmittGl  aber  wohl  zu  vorwenden,  und  der 
lebhafte,  klare  Fluss  seiner  Rede  z,  B.  in  der  reizenden  Schilderung 
Lage  von  Thessalonike  (i'J2  S.)  und  in  der  anschaulichen  Ik^ächreibu 
der  Erstürmung  Aar  Stadt  (531  ff.)  verrät  ein  natürliches  Fonntaleut. 

AusgabiMi:  Ed.  pr.   Loo  Allntiua,  ZiWtinn  II  179  fr.     -  Ed.  F.  Conibefis 
den  Soriptores  post  ThenphnnPin.  I'nris  KÜb  8.  317  ff.  —  Kd.  I.  Bokker  mit  Th«Op 
continuBtua,  Bonnne  ISSS  S.  487-600.  —  Wiederholt  von  Migne,  Putr.  gt.  109,  ftI9-ll 
—    Vgl.   G.  Seh luni berger,   Niniphore  Phocnii,    rari«  l)f90  S.  8S  ff.    —    L'obor   die  : 
die  £rob«niDi;   von  lliesäutonikc  i.  J.  Wi    bciUglioliDU  IlDmilio   doa  Patriarchen  Niliali 
e.  den  PivagrHphon  Nikolnos  MyntikuH  im  AbBolinitt  .Rliotorik'. 

117.   Leon  Diakonos,  dor  mit  dem  von  Skylitzes  im  Vorwort  seiner" 
Geacbichtü  .Leon  der  Asiate",    von  Kedrenos  „Leon  der  Karier*  gi&- 
nannten  Leon  sicher  identisch  ist,  wurde  um  das  Jahr  950  zu  Kaloe  am 
TnioIoH  geboren  und  kam  schon  nU  Jüngling  nach   Konst-anUnopel.    Als 
Diakon  folgte  er  dem  Kaiser  ßasitios  II  Bulgaroktonos  in  den  Krieg  gegu^ 
die  Bulgaren  (986),  wohnte   der  Belagerung  von  Triaditsa*)  bei  und 


■)  D>a  ist  vohl  «ines  der  letzten  Bei- 
spiel« offener  Polemik  t!«Rcn  ilu  licllunische 
Heidenhun  als  loleh««.  Schon  imt«r  den 
KnuDOueu  wird   du  VcrhtUtnis  lum  Ält«r- 


tum  rein  Antiiiiiarinoh ;  unt«r  d«n  Pallolo 

beginnt  in  lijznnz  dio  i^it  dos  IlmnAoui 

'}  Das   nlte  Sardicn.   äio  [iMmat  h 

Diana,  du  heutign  Sophia. 


2.  äMcUchtocbrelbar  aad  Chronüt«!.    A.  QeMhiohtBohreiber.    (g  117)     267 


kum  HHcb  der  NiodorUg«  des  kaiserlichen  llcores  mit  Miiho  den  nänden 
dt-r  Feinde.  Er  beschrieb  in  10  ßUcliorn  diu  Geschichte  der  Zeit 
ton  »59  —  975,  also  vorucliinlich  die  dnn  grossen  Krieg©  der  RhoinSoi- 
die  arubisc-hen  KorsuroD  auf  Kreta,  gegen  die  Sarazoiteii  in  Asien 
;eD  die  Bulgaren  und  KuAsen.  Das  Werk  ixt  uacb  992  geschi-ieben ; 
BB  der  btwbitichtigten  Vollendung  wurdo  Leoii  vermutlich  durch  den  Tod 
Terhiudcrt  Die  Wichtigkeit  dio«er  Durstollung  leuchtet  sofort  ein,  weil 
die  Regierungiizvit  des  Kikeplioros  Phokas  und  des  Johanne«  TziniiHkes, 
mae  der  glÄnnendsten  und  erfolgreichsten  Perioden  der  byzantinischen 
Oeeohichte,  früher  nur  durch  (.'hronisten  wie  Skylitücs  und  ZonariiR,  durch 
arabische  Historiker,  den  Oeäandt^chuftäbericht  des  Luitprand  und  beiläufige 
Enrabnungen  bekannt  war.  Leon  Diakonoa  ist  der  einzige  7e)tgci)üi>>i8i8cho 
Historiker.  Seine  Quellen  sind  mllndliche  Mitteilungen  von  Augenzeugen 
■ad  eigene  Beobachtungen.')  Er  folgt  «oinem  Stoffe  mit  grosser  Teil- 
nahm« bis  ins  einzelne  und  belebt  ihn  durch  eine  Monge  charakteristischer 
ZAgeL  Wir  linden  unter  anderm  wertvolle  Nachweise  über  Wohnsitze, 
dkbkoolt  und  Sitten  der  Bulgaren  und  Ru^t^^en,  für  deren  GoHchiclite  Loon 
H^er  der  ältesten  Gewahr«tnäiuier  ist.  Die  Glaubwürdigkeit  seiner  Elr- 
^Dilung  wird  nur  durch  ihr»  loyale  Tendenz  etwa.s  beeinträchtigt.  Aus 
l/Gon  (ichflfifte  später  Skylitzes  und  Zonaras;  das  Werk  selbst  geriet, 
irio  es  scheint,  früh  in  Vergessenheit.')  Eine  unmittelbare  Fortsetzung 
der  Darstellung  Leons  bildet  das  Geschichtewerk  des  Michael  Psellos, 
dar  noch  mehr  als  sein  Vorgänger  als  eigentlicher  Hofgeschicbtachreiber 

to  seiner  Darstellung  nimmt  sich  Leon  wie  einst  Menandor  Pro- 
tektor vorzQ^ich  den  bltiniigcn  Stil    des  Agathias   zum  Muster;    doch 
kno  er  aiu  Hangel  an  Helb»tündigeu  Dichtei^tudien  und  feinerem  Sprueh- 
^tttÜ  nur  den  Schattten  dos  Vorbildes  erhaschen.  Sein  Stil  bleibt  trivial 
DB'l  Echwerlällig,  der  Periodenbau  unerträglich  einförmig.   In  seinen  affek- 
ÜirtMi  Umschreibungen  wie  in   den  schwtlUtigen  Bildern,  mit   denen  er 
dM  Erscheinen   der  Jalires-  und  Tuge*zoitcu  «cliildort,  gleicht  Leo  dem 
Tbtophylaktos;   mit  ihm  hat  er  auch  die  Manier  gemein,  gewöhnliche 
Wörter  «o  viel  als  mftglirh  durch  poeti.'<che  oder  seltene  Ausdrücke  zu 
vteteen.*)     Von  anderen  Profutmchriftslollern  verwertet  er  nur  noch  den 
Prokop  und  in  einzelnen  Ausdrücken  Homer,  den  eigentlichen  Schulautor 
vm  Byzanz.     Uro  so  belesener  ist  er  in  der  Septuaginta  und  anderen 


'J  7d   0i  toviwf  ixiiuro,  xiii  iaa  6if- 
Mßmf   mt'tit     n9tmiia*    (ittip    öffHalfiol 

*fittmw  U«rtwr  tjri^tttoa,  laitu  ttü  imou 
Tfft-  S.  5,  16  *d.  Bonn. 

^  Wf  «■IgcsdiiciiUn  witfdmi  durch  di» 
NpMUna  nod  nnfwiiwndaii  WolUlirotiik«« 
■ds  aatikgwbliigt:  «ric  (•«■«von,  Nik*- 
iWo»  BmaiUM  und  Kinnamoii,  «o  ixt  aiiph 
Um  '»  vom  •■■sigeaDudBelirift  dbor. 


")  Statt  «A^d'c  gelmaeht   er   liober 
aiünUf^,  ifMi/imr,  «irmftof,  Ar  lUo  Hb- 


ge^riffvnon  untl  wpgcn  der  itiixintinc heil  Aus- 
sprache in  der  'I'liat  undpiillich  gRWordonen 
Formen  von  (/ui  hnt  er  eiav-  wuliro  Muster- 
k«rte  von  l'criplitiiscn  wio  ndot.  jti.i'9», 
tlUn,  vrtiipfio,  n/^iffn,  aii/v'ri,  jf(ji;^o(iC(u; 
da»  E*'''^''^SB  <izoiiii>  crsotit  er  gerne  tluroli 
äKmnlCofi,  ^itfijx^ta,  ■Titfurifoi,  dyuiii^v; 
(ttAtt  oi'rot  sngt  BT  oft  f  oioüto;.  slult  ir  hebor 
ttatii.  Uiuses  streben  nnch  kirmgvullvii  und 
Ton  dnm  gctnvinon  L>«bruuch  ubweicliendsn 
Formen  ist  tteilich  in  Bytnoi  auch  Mut 
woit  verbi«iti»L 


368 


ByEnsttBiMb«  Litt«TBUirKescbicht«.    L  ProaaiBebe  LittoraEor. 


kirchlich«»  Scliriftcn,  den«»  er  eowoh!  don  grösaten  Tvil  seines  Wor 
bchatzeti  al»  auch  votlstäiuüyc  Sfiitcnzeo  und  Bilder  entlehnt.    SyntAktiscfad 
SeltsBinkeiton  wie  den  nnertaubton  (gebrauch  de»  Dativs  hat  er  mit  ander 
hslbgelehrten  Byitaiitincrn  gemein.') 

1.  Aungnbnn;  Kebnn  CombffiH  hnlte  Dacli  der «iitxigsn  Itnndtdhrift.  dun  oo4. ; 
1712  (■.  XI  — Ali)  cina  AuHgnbc  vorbereitet;  doch  wurde  der  l>ni<-k  durch  dM  Wfui 
Krbrolgckriog  uotarbrochan  und  nicht  mubr  nurgciiDiiinieii.  —  i',iaa  Auslyao  do«  Work« 
und  den  gricthiacbcn  Tfxl  de«  C,  Bliebe«  mit  Intoitii scher  UobcraotaitiK  g«b  H.  Ilinf, 
Not.  .^l  uilr.  8  (ISIO)  2,  2bi  -290.  ^  Diia  ganiu  W^k  cd.  pr  |uU  letoteo  Band  dM 
Piiriser  Uurpua  der  byzaut.  Eliatciriker)  1).  Uhh«,  Furis  IHVJ,  mit  einem  miurtorkafUB 
Kummeiitar.  iu  dum  Ühm  bcsuuders  sein  giu8»iartigofi  l«'XikaliMbi<«  Wucmiu  verwerM«L 
Vau  trulTliili^  Werk  wiitde  bnld  sett«n.  w«il  ISO  Exemplar«  Huf  der  Fahrt  nach  Kiuataad 
durch  SchtlTliruch  verloren  gingen.  Doch  vnrde  die  Ausgabe  wiederholt  im  Bvonar 
Corpus  182'j  (mit  Uase'a  Kommentnr,  Hber  ohne  die  dem  Parisar  Druck«  twigogebenM 
Gemmentafiiln  und  die  dazu  g«hürigen  Urmoikiingon).  —  Wiedorfaolt  bu  Uigtie,  Palr. 
gr.  117.  63.%-ti2ß. 

2.  Rilfemittcl:  Vorläufige  litte rarhietoiisclie  Notiz  von  B.  Ha»»,  NoI.  «(  «xlr. 
8  (IßlO)  2,  "ihi  S.  ~-  BoBprnchung  der  Ausgabe  UoaoB  von  ä.  Darnhardv.  Berliner 
JoiirbDchor  für  niBsenschuftliche  Kritik  \»'i%  1.  121-  132.  —  W.  Fiachor.  tteilrbe  nr 
hU.  Kritik  des  Leon  Diukonos  u,  n.  w,.  Mitteil,  des  Instituts  fUr  Aitorrnich,  (iesi^idäl*- 
forMbone  T  y\V%i)  353  -37 T  Ibnndelt  über  ulirunulugische  Fragen  und  den  offiiiatlon  Cha- 
r>kt«T  der  Gwchichtsclircibung  I.oual.  —  ^'gl.  die  durch  Uerboi^ichung  der  arabtscbüi 
Quellen  wortvolle  Abhnndiuug  von  K  Ll^onhardl.  Kaiser  Nikeuhoron  II  l'faukm  und  die 
Hamdaiüden  »f;ö-t)»».  Diss ,  Hnile  1B87.  —  Hauptwerk  iiir  Kilftuterung;  li.  Schlau- 
berger. Nici^phore  PhucHS.  Paris  lääO;  S,  763  tF,  VeneicbniH  alltr  lOr  die  j^ritgfohtfhti 
wichtigen  Quellen,  u.a.  einer  vuu  P.  .Svrku,  P«torsliiirg  IB83,  he  tu  usgeg  ebenen  altbulgir, 
Version  der  Eriäliluug  vom  Tude  des  Nikephoros.  —  Zu  der  Publikation  SyrkuB  vgl.  au«li 
die  Besprechung  von  A.  Vcselovskij,  Joum.  Min.  1>^  Bd.  231  Jaa.  S.  7l>~'Ji>. 

3.  Mit  Leo  edierte  Haae  einifte  andere  auf  die  Zeit  des  Nik^hom  Phukim  und 
JohaDDUs  TxiiuiBki-B  hezbgliL'lie  ScIirittcD,  die  auch  im  Bonner  Coqius  anfgetiouiinen  uud 
dort  von  Niebuhr  noyh  um  einige  Stöcke  vermehrt  sind: 

A.  Kiu  Buch  (ffpi  naQttitQo/iiif  noXi/iov  |l)o  velitatione  bellic»)  d.  h.  Ober  deo 
kleinen  Krieg,  über  PUlnklergefeehle;  es  geht  unter  dem  Niunen  des  Nikenhoroa  PfauL*B. 
ist  nber  nicht  von  ilini,  sondern  von  einem  seiner  Offiiiere  nbgefnsst  und  wohl  vnA  unter 
Basilioe  II  herHnsgegt'bon.  Der  hiateriacbe  Wert  des  Buebee  ist  gering:  va«  uns  in  de 
selben  foeeolt,  ist  die  naive  JJoldHtengr&zitAt,  die  %ii,at  an  die  sprachlichen  (jrandMtM  i 
Konstantin  Poiphyrogenuetos  erinnert^  und  die  fachmAnniaehe  äehilderung  des  hriauC] 
BObeu  Kriegswesens  mit  seinen  detaillierten  Vurschriflen  und  seiner  grauiumen  Uiniplia 
Vgl.  Max  Jahns,  üeschiphte  der  Kriegs« i^ensuhufLen  1  (MOncbcn  IB8'J|  176  ff.  — T 
SohUmbergor,  Niei^phoin  Phocus  ä.  IÖ!>  IT.  —  Ueber  eiiie  Hä  des  lU.  Jidirh.  im  Kaca 
welche  einen  .Truttä  militairo*  des  Nikephoros  Phokaa,  hIsu  wohl  unaere  Sebrift,  enlJ 
vgl.  Ch.  üraux,  ArcbivcH  des  miasions  ecientlflqnes  III.  srine.  t  ^  (1879)  196; 
eine  Ha  in  Linköpin^:  vnl  Uh.  Ornuz.  ebendit  III.  särie.  t.  13  I188&J  363, 

B.  Die  Akruaiun  des  Theodoaios:  s.  den  Abschnitt  , Profan twesis*. 

C.  Ntttfiai  iliaivltif  d.  h.  Novellen  defl  Phokns.  die  oicli  ToraDglieli   mit 
schrünkungen  der  Macht  dea  Klerus  beschUftigen. 

D.  [*hilopalris;  a.  den  Abecbnitt  .Ubetorik'. 

E.  Der  lateinische  GesandlRrhaflsbcricht  des  Luitprnnd  von  Crcmnna      Vgl,  R< 
Anasl.  Koepke,  De  vita  et  scriplis  Liudprundi   episcopi  Cremenenals  comnientatio  brf 
rio«,  Berlin   1^43:  bes.  S.   50-62;   105—111,  —  Ddndliker  und  Müller,    lindprand  ve 
Cremon«.  Untersuchungen   znr  mittleren   Geschielilu  lierausgeg.  von  M.  Blldinger  Bd. 
Leipzig  Hill.  —  Praefatio  von  Pertz  zum  h.  Band«  der  Mon.  Ueno.  Uistorica. 

K.  Kxzerple  aus  nrabiechen  Historikern. 

A.  Der  Bericht  des  gotischon  Toparchen  (Kapisk  gotskago  toparcha).    S« 
leiobneton  Kunik   und   andere    Gelehrte    einige  bocbinterusaunte  Fragmente,   die   B,  Hi 
im  Kommentar  zu  Lnon  Diakonos  S.  254— 2M  (406-505  ed.  Bonn.)  mit  lutcinischor  Ucb 
setcong  und  kurzen  Bemerkungen  verOlf entlieht  bat.   I.eider  knüpft  sich  an  die  HeikunR  die 


')  Auf  halbgelchrtem    Mi^sveretJLndnia 
bcnht  t.   B,  die  Verbindung  von  nporp^no- 

«■(   mit  Dativ:    zahlreiche  Bciiipiete   dieser 
ativmaoie  Dndoji  sieb  in  der  Vit«  Eutiiymii, 


im  mittelgriecbischon  Al^xanderroman  nn 
sonst.   Vgl  Krumbncber.  Euhos  Zeitscb 
f.  vergleich,  eprnehforsch.  B.  29  (ISI7(: 
und  Berliner  phiL  Wochenschrift  18^9  S.  1770, 


i]«lit»olirei1i«r  nod  OhroniHUa.    A.  Geschieh tHchr«ili«r. 


118-119)     269' 


nckMclt«  «in  m.  W.  bi^  jitzl  notli  iifl^'^lrinict  nnUol.  Nacli  Hm«  6t«btMi  sie  in  einer 
M  Ita  Ekl4a  il9  10,  JaLrlmiJitertR  Alanimi'niliin,  itrinfi>  <)«<s  lil,  DaailifM.  de«  Phalaris  und 
n  U.  Gramer  tob  Naziaai  enthaltAniK'-it  Hu.  die  dffr  k.  Ijibliothelc  In  Paris  geliOrte 
qo  (uil  BtUiatli«e*e  B*)riae*).  Auf  (.Itiinü  Himor  nlwiw  ^<ib«iiniiisvolli3ii  Angabe  «uobt« 
Doik  äio  lU  in  r«rif)  Dni)  im  Vfltiliiin,  «Im«  ihre  Spur  xu  tind<<n,  nnil  v^nnul«!)),  ilnss  sie 
thiehi  in  Venodift.  MOncben  oiiw  Hcidslborg  «cl.  MOchto  sio  bald  wim  Vorscbein 
WMsI  Der  «ilMttge  Besibwr  dieser  Hs.  der  ein?  bj-uiitiniache  (iesundtsc hilft  In  die  Q«<gend 

■  Dnkf  r  ffehrla  nnd  Platikamnuindant  in  cict  Krim  »ur,  benlttute  loorgDblioben»  Ul&tter 
r  Enbrägnag  ren  linrichton  oder  Briefen.  Di«  Sdirift  derselben  ist  nicht  viel  spiter 
I  die  da«  Ceid«x  wölbst  noA  geb&rt  alao  uocb  dem  Ende  des  10.  oder  dem  Anfnneo  de« 
•  itktkaadmrta  ul  Di«  t«ider  veirstOminelten  Notiien.  die  xuernt  von  einem  ^efbhrlielien 
mgang  BImt  den  mit  Eissdiollen  bedeoklcn  Dniopr  uml  einer  Winterroise  m  RuaalADd. 
U  BbCT  Samiife  mit  Birburen  in  der  Krim  hoiiHiteii.  gewahren  für  diu  Geschichte^ 
ggraphie  und  Etbu<^raphie  des  Utesten  Unsulnnda  wiohlige'.  freilich  gm  sehr  der  Er- 
Icntäf;  bedUrftiK«  AufschlBMe.  Die  Snrncbe  int  aurritlK'nil  gewandt  und  sogar  bunio- 
ÜBfb  aeflrtit.  BaonlHChriften;  E.  Kunik.  t'obrr  den  Uorirbt  dos  gotisoJien  To- 
riin. Z«f>Mki  der  k.  rnm,   Akad,   d.   WIh.  24  (IRT-I)  Ill-IGO.     -  V.  Vosiljo vskij, 

■  Bmnrht  d««  (lotiacben  Toparchen,  Joum.  Min.  1^78  Bd.  186  S.  368-434.  —  l'l.  Du- 
|kA^Uobf>r  den  tl«rkht  dea  Rotiacban  Toparchi^n.  .loum.  Min.  IH'I  i)d.  192  S.  leT— 252, 
^^^UiUiuidhiiigflD  find»!  mu  oneh  die  nilcru  Litturntur  vereeiuhnel. 
mPIPraWn  der  «benfalla  nntor  dem  Namua  dos  Nikephoros  Pliotcaa  gehenden 
UriMban  Sebrift  ürfi  Kaieaiuaiiai  n>iJii;iruv  ed.  Cb.  Graux.  Annuaire  de  Ta^oc.  9 
K)8S— 89.  Aach  in  den  OenvreH  de  Cb.  i;ruux2Ü»A6)  144-149.  —  Vg).  G.  Schlum- 
rg*r.  Kie^nbore  Pbocu  S.  ISS  ff.  —  Die  Schrift  steht  auch  im  eod.  NeBpol.  III. 
&  toL  129-167'. 

I  118.  Eekaumenoa  {Ktxavutroi),  ein  byzantinischer  Optimal,  vorfassta 
11.  .lahrhundert  tin  älinlithos  Wurk  wio  <Iio  obfn  geiianntu  Sehnft  I/fgi 

i^fii^i  jiokiftof.  Vi»  sind  lehrhafte  Aufzfichimiigen  eines  Soldaten  von 
der  sich  erst  im  spateren   Alter  mit  dem  Schriftwesen  und  dor 

re  taktiwlicr  und  historischpr  Weiko  bctchüftigte.    Ausser  Aiiwei- 

agen  (iher  Kriegskunst  enthält  Ana  Bik-hlttiii.  das  »ich  durch  volksmässige 

iJTiUt    auszeichnete,    Itegeln   über  Moral  und  Oaushaltung,  Über  Welt- 

id  Hofverkelir.    S*>in  Hauptwert  beruht  in  Aufschlllssen  llher  die  ethno- 

npbtKhca  Vorhiiltniss«   dos  byzantinischen  Reichon  und  in  historischen 

Mrkfaton  aus  der  Zeit  von  Bosilio«  II  bi«  auf  Ilumunos  Diogenes. 

l.  Aaagaben:  Ed.  pr.  V.  Vasiljuvekij  unter  dem  Tit«!:   Ratschläge  und  ErzlLh- 
■■■  (Sevitjr  f  rsiskkiyl  etui«   bvxautiTiisdien   Magnaten   des    II.  Jahrhunderts.   Ji>um. 
1881  Bd.  21S  8.  242-299;  Bd.  216  S.  102-171;  3lß-3.i7. 

Hilfemiitel:  W.  Toniaacbek.  Sitiungsber.  Wion.  Ak.  99  (1^81)  492  -498.  — 
Slorni,  Uanld  Haardraade  og  Vaeringeme  i  de  Grnesko  Koiseres  'neneale.  Hiato- 
■takrin.  3.  Ebakk«  4  (Krittiania  1884)  »54—3^;  vgl.  ebenda  S.  203.  -  K.  Mon- 
,  Die  VladiM  dw  Kekavitienofl.  KomAn.  K«vuc  5  (Wiän  1889)  1T8  ff.  (mir  unxu- 
di).  —  A.  Lipovakij.  Ana  der  (Itmchichte  des  griäcliiscli-liiilgnrischon  Kampfes  im 
.«d  II.  Jtfatfi..  Joura.  Min.  1891  Bd.  27k.  Novemberheft  S.  120-141.  -  K.  Neutnann. 
etlatrllaiig  d««  li}-»n(iniHch«n  Koidi««  vor  den  Krcundgeo.  Leipug  li<94  S.  4&  f.  und 

HO.   Michael  Attaltates  (MtxaiiX  ö  'AnaXtimifi)  hat  seinon  BoU 
wahrscheinlich,   weil   er   auB  der  Stadt  Attatia   in  Pamphylicn  go- 
war,  BO  doas  also  'AitaXfimin  bei  ihm  noch  nicht  eigentlicher  Fa- 
wftro.    Die  Vermutung  von  Sathaä,')    das»  Michael  in   Kon- 
geboren  sei,  stutzt  luch  auf  die  Bemerkung  in  soincr  Diataxis, 
in  Konstantinopel  kein  erbliches  Besitztum  überkommen.     Allein 
laniUelbur    folgende,   von  Sathas    nicht   angef^Ihrte  Satz   beweist   im 
iloO,  dasa  Michael  nicht  in  der  Hauptstadt  geboren  war:   cnry'  i/iin 


•)  «M.  Bi^  1  S.  r. 


270 


BTnmtinlBGlie  LitUratnrKWoblcfate.    1  IProRaiaehe  Litteratnr. 


^V  el^OV,  fv  V  trjv  yf'vtetr  iaxr^na.  xai  tai^  (?)  avfyöv'u^  xatä  yitn/it^v  ^f^ 
iiavfYinf,ftu  tmnaa.  Aus  seiner  neimat.  Biedelt«  Michael  schon  frOh,  nralt^ 
Bcheinlich  im  viert-on  Jahrzehnt  eins  11 .  Jiihrhnn<Iorto,  nach  der  Hauptsfodt 
über,  wo  or  den  Bonif  eine«  Anwalt«  ergrilT,  Ihircli  geschickt*  Bau-  uni) 
LandspokiiluHoncn  in  Konstantino])ol  und  Ufaa«d«sto8  erwarb  or  sich  «in 
^br  ansehnliches  VermSgen.  Ohne  sich  in  den  Öffentlichen  Dienst  zu 
ptongon,  wurde  Michael,  wahrscheinlich  nnt«r  Kaiser  Konstantin  Dnkaa 
flor,'"!  1<ir,7),  wogen  seiner  anorkanntfm  Tiichttsk^it  in  den  Staatsrat  nnd 
da«  nlni>ti'  kaiai'Hiche  Gericht  um  Hippodrom  btTufün  (er  wurde  Wj  w 
»^  ffiiyxiijrof  ßovXf^i  und  «(iirjjc  tov  ßrjXov  *«i  /;ri  rov  intrcS^itof),  Dea 
Romanos  Dingi'nos  hcgleitetc  pr  als  Kriegsrichter  (xpiri;;  ro?  arQaion^Svt-i 
auf  Hoiiifn  Fctdzügc-ii.  In  dii-««r  Zi>it  wurde  ihm  Rang  und  WUrdv  l^'^l^» 
Putrikios  verliehen.  Auch  unter  Michael  Tarapinakos  behauptet«  er  noh 
in  Heiner  Stellung;  nach  dem  Sturz  dieses  Kaisers  sclilo&i  er  sich  in 
Nikephoros  Hotaneiaf^s  an.  der  ihm  den  Titel  .Magister"  verlieh  und  die  kure 
zuvor  von  dem  Attaliaten  vollzogene  Stiftung  eines  Armonhausos  bestfitigta. 
Von  seiner  letzte»  Lebenszeit  wissen  wir  nur,  dass  er  noch  einmal  hofOrdatt 
wurde  und  zwar  inim  Proedros.  Zum  Freundeskreise  Michaels  gehlMa 
der  Arzt  und  Übersetzer  Symoon  Seth,  der  Staatsmann  Manuel  Butu- 
mite»  und  wahrscheinlich  auch  Thoophylaktos,  £r2bit;chof  von  Aclinda 
(a.  §  r>2). 

1.  Michael  verfasste  im  Auftrage  des  Michael  Parapinakcs  1072  tit 
Rechtskompcndium:  liötijta  voftixiiv  ^toi  ovvoi^'ii  uQuyftattx^.  ObechoD 
er  die  nach  den  Basiliken  erlassenen  Novellen  nicht  genau  bertickinchtigte, 
80  hatte  das  in  zahlreichen  Handschriften  (Iberlir-ferte  Workchon  docil 
grossen  Ph-folg.  Uu»  dient  es  namentlich  zur  Krgiinzung  lückonliafter  T«ile 
der  Basiliken.  Identisch  mit  dieser  Si-rotfis  scheint  das  in  einer  Hand- 
achrift  des  Athosklosters  Tov  BarontSiov  stehende  öpo);«poi'  to/iwf.  2.  En» 
zweite  Schrift  Michaels  ist  das  .Statut  für  das  von  ihm  orrichtctt 
Armenhaus  und  Kloster*:  <^tärafi;  irci  %^  na^'  «vroti  uvaräyri  mm 
XOT^otfttiii  xal  jf  fiorfUTTijQifp.  Es  sind  testamentarische  Bcstimmtingai 
und  Invontare  för  das  von  dem  Attaliaten  1077  gegründete  Armenbaua 
und  Kloster.  Diese  umfangreiche  Stiftungsurkunde  ist  durch  zahlreich« 
Einzelheiten  für  die  byzantinische  Kulturgeschichte  des  11.  Jahrhunderts 
von  erheblicher  Bedeutung.  Von  Wichtigkeit  ist  u,  a.  das  Verzeichni» 
der  (Dr  die  Klosterbihliothek  gestifteten  Bücher.  A.  Ende  1079  oder  Anfang 
1080  vollendete  Michael  ein  dem  Kaiser  Nikephoros  Botanoiatea  gewidmet«« 
Geachichtswerk  über  die  Zeit  von  1034  —  1079:  'Imoffa  fKita*tvu 
TtaQn  Mi^tn^X  alSuTifimtätov  xdiTov  f'ni  toi"  inTTo6(>ri(iov  xttt  top  ßi^htv  r»p 
'AttaXttütov  (so  in  der  Pariser  Handschrift).  Das  Werk  beschreibt  mithin 
die  verhängnisvotlo,  durch  endlose  Intriguen,  Palastrevolutionen  und  Weibcr- 
horrschaft  getrübte  Übergaugözeit,  welche  das  Ende  der  grossen  make- 
donischen Dynastie  und  das  Aufblühen  der  Komnenen  und  Dnkas  in  sick 
begreift.  Dem  Schlussworte  zufolge  beabsichtigte  Michael  daa  Werk  noch 
Ober  das  zweite  Itegierungsjahr  des  Nikephoros  fortzuführen:  wir  wissen 
nicht,  ob  dieses  Vorhaben  durch  den  Tod  des  Verfassers  odur  vielleicht 
durch  den  plötzlichen  Sturz  seines  kaiserlichen  GCnners  vereitelt  wurde 


I 


[>«■  AttÄliate  schildert,  wio  Loon  Diakonos,  zum  grossen  Toil  Ereignisge, 
fie  er  selbst  oriobt  und  beobucUtet  hat.')  Sein  Werk  wurde  von  Nike- 
fhoros  Bryennios  ergänzt  lind  weitergeföhrt,  von  Johanne»  Skylitzes 
IDr  seine  Chronik  auttgeheutuL  Zur  Ergänzung  dient  dw)  GoMchicht«wcr1c 
i»  I'Hellöi«;  doch  vi<rdiunt  diu  verständigi?  und  aufi'ichttjie  Erzählung  do« 
AtUliat««,  in  der  sich  da<i  »charfe  Urti'il  und  der  Gerechtigkeitssinn  de« 
Scklers  wider«tpißgolt,  vor  den  paiiegyriachcn  Wendungen  des  glatten 
BoAuau  zweifelio»  den  Vorzug. 

Zur  Beurteilung  der  Dftrstellung  des  Michael  Attaliatea  ist  von  der 
KivOlsti^o  Widniung»epiKt«l  und  der  vcrflchnArkelton  Kinleitung  abmsehen. 
bl  Swchielitgwerk  settmt  zeigt  er  zwar  trotz  Heiner  Von^iehening,  knapp 
■dailtfacb  (ßfax**  Till  ^ytnii  Ktti  itTtloiiUfi)  erzühlcn  zu  wollen,  die  lii^tigu 
Unfang  von  Pleonaaincn,  Bildern  und  poetiHchen  Eleganzen,  die  ucti  seit 
LgiUiiaa  fast  alle  HiKtx>riker  eigen  gemacht  haben;  im  übrigen  aber 
dmibt  er  weit  g«si;hickter  und  flie^sender  als  seine  Vorgänger  I^eon  und 
kratnofl;  »ein  Werk  steht  sprat^hlich  schon  auf  der  Überganguätufe  von 
er  dem  Altertunie  abgewandten  Periode  des  7.  — 10.  .Jahrhundert»  zur 
ttnstiichen  Wiederbelebung  de-s  Klnssizisinui«  unter  den  Komnenen. 

1.  Aaagaboii:  RaektiikniRprndiutn.  .laria  Cmtvxi-Knmnni  .  .  .  tomi  dua  JohnnniH 
•■■elKTÜ  .  .  .  rtudw  ax  varii*  Kiiropn«  Aiiamiiui  bibliotliccis  rnili  .  .  .  nunc  iiriniura 
Kti  eora  Hatqnnrdi  Frchnri  J.  C.  Cruitofurti  l.'tSQ,  v.  11  l—Ti.  —  Vgl.  i^.  Zachn- 
[■•Ton  I.ioi:(^Dtli>l,  IIiitorMu  iurU  linu^o-Kamani  detinoatio,  tliudi>tber^  1S39  8.  Tl  ff., 
L  HorticDil,    Histu^ie   du    diuil    Itp-*"''»  t.  III  210-239   und   di«  Obnge   im   Kaiiit«! 

RMhwHieiiMbalU'D'  iilii-Ttc  ri'plilsyi'Bchitliliicbo  IjttM«lUr. 

Dw  KloateraUitttt  cd.  K.  Sutliu»  aus  eiuur  mit  dua  Altuüuton  «j^enli&udiger  Be- 
BÜgVIg  VMMbnwa  Handwlihrt  dn  bi-i  KoniUntinupcl  lii'i;«Liduti  HtKitiof  *<H>  nartylitv 
•fM>  M  Am  Mm.  ptfX.  I  (1ST2}  1—6»;  vgl  aeinon  tt^i-eyot  8.  ;  -ir; .  -  Wiederholt  von 
Fr.  HikloBiok  bbiI  i.  Maller,  Ä«U  et  dipIoinaU  graeca  medÜ  oovi  S  (1^87)293-337. 

Di«  Oascbiebtawerk  sog  aiu  ood.  Paris.  Saiigenn.  136  mit  Uonntiung  eines  rer- 
tümmiiima  EMnrinlieiMis  Brunei  de  Preal«.  der  sein  Material  an  I.  Ilnkkor  na  Ver> 
inHirilwii4  m  BoMMr  Corpna  QberlieMi  Micb.  AUal.  UisL  opus  «  Wlndiniiio  Brunst» 
1*  Fred«  itmotaM  dMcriptnin  coirectnm  recogn.  I,  Bekker,  llonna<i  H-S3.  —  Dio  aaf 
b  Kl  iMiBg»  beaOgüdben  Partien  aind  wiederliolt  in  dem  anpraktiMhon  iSammolwoTk» : 
ImmÜ  Jm  Uitorinn  de«  eroiaad««.  Hinteriena  greca.  T.  I  (Pvis  187&]  mit  einem  Kom- 
■mar  nm  8.  Baaei. 

1  fliiremittel:  Ceber  das  Vetlialtnla  des  Skjrlitte«  uad  Kndionoii  xiun  AtfAlintcn 
kBriaet  de  l'rcala.  Praef.  der  Bonner  Ausgabe  R.  9  IT.  -  S.  Kacbl.  Hl&lb^r  fOr  dua 
bpr  UjrmMwialMjhnlwoMn  20  <I684)  277  ff;  21  |lS8i^}4IF.  ~  W.  Fi<ichar.  Mitki1ung<Mi 
Im  iBiUrato  ttt  OatMTMcb.  Ueecliiditereraohuiig  7  (1SS6)  372  ff.  --  J.  ^cgor,  Niküpliurua 
knaake  S.W  tl.  ■—  Ziir  Erllntenmg :  V.  Vaailjevakij.  WBrin||;u-ruii».  und  nnrjiigu-iMiKl. 
Ihia  Kpcl  OD  11.  mA  IS.  Jalirli^  Jouni  Min.  INT-l  Bd.  ITC  Nov.  S.  10&-144;  187S 
H.  in  P«kr.  &  894--I51:   Bd.  178  UOn  S.  T6-l.'<2.     Dam   d«r   Nacbirag  V.  Vasil- 

Ell.  ItoiiMh-bTunliuHGhe  Framienl«.  III.  Uunicikiuig  Obor  FiiMgftnger  nad  Reiter«. 
Min.  ir>7S  Bd.  184  TAin  8.  178—187.  ~  J.  B.  Burv.  Roman  «mperora  from  Bainl 
baae  Kemnenoi^  TI>«  Knglidi  hi«torical  reviow  4  n&BS)  41-64;  2&1-  285.  —  Hnupt> 
■W  di»  Diolaxis  und  dM  Penon  Uiclia«!«:  Wald.  Niaa*»,  Die  Diataxi«  dre  Micbxel 
flfctwifea  IVM  1077.  Jena  ISK  Hi«r  S.  23-80  »ino  DanteUang  dt^r  Iliograpbic  UicbacU. 
-  In  tHatuia  trI.  %  IST.  -   Vgl  auch  Fabricius.  Bibl.  gr.  cd.  Ilorl.  11.  1»3;  ^K3. 

120.  Nikepboroa  Bryetinios  (.Vixf^^opo;  u  B^v^tnoi)  wurde  um  10G2 
■  Adrianop«!  geboren ;  er  stammte  aus  einer  berühmten,  schon  im  9.  Jahr- 
hidtft  urw&hnten  Familie,  der  das  byzantinische  Reich  einige  ausgc- 
hMfawtu  Feldherrn  verdankte.  Sein  Vater  war  jener  Stratege  Nikephoro« 


»fÜMfu^,  eil*  Ji-  «e(d(  mitintiit  aoJ 


tiKT^t  ixevi*'"^*-    S.  8,  13  ed.  Bonn. 


Bfsuitinisoli«  L{tt«rntiirg«M)l 


I.  ProsalMb*  Ulterator. 


BryouuioB.  der  1078  mit  Erfolg  gegen  den  nnföhigen  Michael  VH  Dukaa 
ulä  Krunprätondeut  auftrat,  dann  aber  voo  Alexion  Konint^nos,  dem  Feld- 
herrn seines  Rivalen  Nittephoros  Botanwatos,  üborwundcu  und  auf  BefeU 
des  Kaisers  geblendet  wurde.  Bald  ober  finden  wir  den  alten  Brytnnio«, 
der  freilich  nach  dem  Verluste  des  Augenlichtes  nicht  mehr  geföhrlich  sein 
konnte,  am  Hofo  des  Alcxio»!  Komnonoe  in  nicht  unbedeutenden  Stellungen, 
Sein  Sohn  Nikephoros,  der  tdch  durch  SchUnbeit  und  Bildung  aller  H«n«a 
gewann,  wurde  von  Alexio»  zum  Gemahl  seiner  gelehrten  Tochter  Asm 
om'Ahlt  und  durch  die  bohc  Wflrde  eines  CACsav  ausgezeichnet.  Forlui 
erscheint  er  als  der  Vertraute  dcä  KaiHei«,  dem  er  durch  Mine  militilrisciw 
Tüchtigkeit  und  noch  mehr  durch  seine  glänzende  Beredsamkeit  widitigB 
DiciiHti)  erwie«.  Im  Jahre  lOtil  leitete  Nikephoros  die  Verteidigung  ier 
Muuoni  von  Konstaiitinopel  gegen  Uottfried  von  Bouillon;  1103  vermittelte 
er  den  Frieden  Kwischcii  Bohemund  und  Aloxios ;  1116  eiitscliiod  or  duml 
rechtzoitigus  Eingreifen  den  Sieg  über  den  Sultan  von  Dconion;  in  drai- 
selbeii  Jahre  bediente  sich  der  Kaiser  eieine»  Hei.'«tandeei  bei  der  Bekehrung 
der  Manicliäer.  (4egen  den  Plan  seiner  Sohwiegormutter  Irene  und  seiner 
Getuahliu  Anna,  ihm  statt  dem  Sohne  de»  Älexios  die  Thronfolge  zu  sicliem, 
verhielt  sieh  Brj'oimios  abk-hnend,  besass  aber  doch  nicht  die  Energie, 
der  verbrecherischen  Intrigue  der  beiden  Frauen  von  Anfang  an  oBtB 
entgegenzutreten.  Auch  unter  Johannes  Komncnos  war  Nikephoroe  viel- 
fach an  den  Rogierungsgeschäftcn  buteiligt;  nachdem  er  den  Kaisci  zuletit 
noch  in  den  syrischen  Feldzug  des  Jahres  1 137  begleitet  hatte,  starb  er 
zu  Byzanz  an  einer  Krankheit 

Eine  litterarische  Leistung  von  einem  so  vielseitigen,  militftriach  unil 
diplomatisch  so  erfahrenen,  mit  dem  kaiserlichen  llau.ie  »a  lange  und  M 
eng  verbundenen  Manne  muss  ohne  weiteres  die  grüsstc  Spannung  erregOI. 
Ausser  philosophisch-rhctorischen  und  historischen  Schriften,  von  welcbn 
wir  nichts  Genaues  wissen,  schrieb  Nikcphoros  im  Auftrage  seiner  Schwiei 
mutter  Irene  ein  Werk  über  die  Geschichte  des  Alexios  Komne 
das  er  in  der  Vorrede  als  Goschichtsmatorial  (vXij  iattgiai)  bczeichi 
Xach  einigen  Vorbemerkungen  Über  den  Vater  des  Alexios  beginnt 
dem  Jahre  1070  die  ausführliche  Erzählung,  die  Bryennios  bis  in  den 
fang  der  Regierung  des  Botaneiates  (1079)  herabführt.  Die  ersten 
BQchor  scheint  er  noch  zu  Lebzeiten  des  Alexios  abgefasst  zu  haben, 
beiden  anderen  erst  später;  an  der  Vollendung  des  mitten  in  der 
Zahlung  abbrechenden  Werkes  hinderte  ihn  der  Tod.  Vennutlich  wi 
er  in  einem  fünften  Buche  die  Regierung  des  ßotaneiat«s  zu  Ende 

Das  Werk  des  Bryennios  ist  weniger  eine  ZeitgCKchidito  als  eine. 
Familienchronik.     Den    Inhalt   bilden   die   inneren  Kämpfe,    welche 
Erhebung  des  Komiicncnbauses  vorbereiteten,  die  Enipürungon  der  Ai 
Parteien  und  die  Intriguen  des  Hofes,  von  äusseren  Ereignissen  vornel 
lieh  die  stets  wachsende  Bedrängiing  durch  die  Türken.    Der  Hauptn: 
druck  Tällt  auf  die  Thfltigkoit  der  Mitglieder  des  Komneuenhaua«, 
deren  Schildonmg    die  übrigen  Ereignisse  als  Folie  dienen.     Die  oh: 
logische  Anordnung  des  Stoffes  wird  wie  bei  den  meisten  Byzantinern 
pinor  lokalen  gekreuzt,  bei  welcher  die  alte  Einteilung  des  Reich««  in 


er  dor  0««chiditMforsohiiiig  oin  woHvolIcs  MAterinl,  das  jodocb  der 

«n  Sichtung  bt-darf.    I>i<3  Forteetzung  und  Ergänzung  seines  Werkes 

m  seine  Gemahlin  Anna  Komnena. 

(nformatioit  dienten  ihm  ziinächM  mllndlicho  Borichtcfilteror 

n.  wie  Miines  Vat«r)(  und  Schwiegervaters;  auf  xic  gehen  allorlei 

zurück,  die  auB  dem  Leb«n  der  Komnenen,  der  Dukaa  u.  s.  w. 

«erden.     Danehen   benutzte   er    aher  auch  ausgiebigjst  schrift- 

'Quellen;  im  ersten  Bii«ho  hat  or  das  OeKcbichtawcrk  doePaoUos 

rhronik  dM  Skylitzux  auf  iSngorG  Strecken  ausgeschrieben,  in 

igen   drei   Büchern  verwertet  er  neben   S  k  y  I  i  t  z  e  s   auch    den 

lol  Attaliate»;    an   zahlreichen  Stellen  hat  er  »eine  Vorlagen  aus 

eigenen  Kennln»  und  von   irieinein   I'arteiHtandpiiiikt    aus  ergiinzt 

Uicbtigt.    Seiner  Darstellung  nach  gehtirt  Bryonnio»  in  den  Kreis 

khftateller,   welche  die  UtterariBchu  Reformation  der  Komnenenzeit 

D.    Doch  tritt  hei  ihm  das  Streben  nach  abgenmdeter  und  klassinchor 

I  %"iel  weniger  hervor  aU  hei  dem  Haupt«  der  neuen  Kunstrichtung, 

nwsen  Stihsleu  Psello«,  weniger  auch  al»  bei  seiner  gelehrten  Ge- 

Anna.     Wie  »ein  Werk  nicht  eine  nach  den   traditionellen  Prin- 

dor  hixtoriüKhen  Technik  aufgebaute  Ueachichte,  nondern  eine  naive, 

»vellenurtigv ,   mit  huinoriHtisclien  und  heldenhaften  ZUgen    ausge- 

»  Schfljtfung  ist,  so  hat  auch  seine  Sprache  nicht  jouo  runde,  wohl- 

ete  Folie,   welche  den  meisten  übrigen  Autoren  der  Komnenenzeit 

bL     In  der  Anwendung  von  Tropen,  Sentenzen  und  Gleich nimson  ist 

pilttusniftssig  sparaam;  sein  Sntzbau  ist  schlicht  und  knapp;  er  hat 

TOD   der  HoIdutenrnSseig^n  Einfachheit  des  Kimmmo».     Der  grSsete 

rines  Sprachmaterials   ist  natSdich   by^antininehea  Gemeingut;   von 

Uo    Autoren   erscheint   nur  Xenophon   mit   genflgender  Dcutlich- 

Vorbild,  dem  or  militärische  Austh-Ucke  und  ganze  Satzt^chcmen 

.  Aaigab«»:   Dm  Werk  dM  BrjeDtiios  wurde  HUa  der  einiigen.  jetzt   glniUeh 


274 


ByzantEalache  LitteratnrgeBcliiehte.    I.  ProaaUeh«  Utterattir. 


ViMzeichma  der  IkUoron  LittM-atur.  —  Für  ilae  (iMcliicliUicbe:  A.  Fr.  GfSrer,  Byzantin 
(icBchichlcn  S  (Graz  1^77)  741  f.;  791:  828  f.  --  Ki>i«ikdatianen  vonS.ltSckl.  [tlUt«r 
daa  biiyer.  GyiiiiiaHiulacliulH'ce«n  21  (1885)  18.  —  Hiiupt8chrift:JolianD<>sS«gar,  B; 
tlniscb«  Uidturikor  il«s  l(i.  iinil  11.  Jahrhunderts.  I.  Niknpboroa  BryNinioa.  Diaa.  Mlhich«i  i 
"  Vgl.  C.  VV>j;inaii.  UcHinM  philol.  WochoniichriR  1889  8.  lW2ff. 

3.  Ein  kritisrbes  PrnblMn  bildqt  din  dom  Wnrko  voraucffalioBdai,  am  Anfaitg*  t 
Binnimdlo  Einleitiiog.  di«  von  Petrmon  aus  sachlichen  and  »praehlkban  GiUnub  i 
iiiicHit  erklärt  worden  ist.  Segor,  der  (a.  o.  0.  S,  t.^  fF)  neun  und  btMwr«  Argma 
beihrncbtci.  bat  sobr  wnhn^obeintich  gemacht,  das«  nivhl  die  gaots  Vorr«d*,  aoiidäni  i 
der  grOsatD  Teil  denelben  (bis  S.  10,  16  der  tioiiTic^r  Ausgubo)  ein  fremde«  Maofawaik  ,_ 
ureldion  dem  echten,  mit  USXoy  1A7  rorio  beicluneiideii  Pniümion  dos  Bryermtaa  nacJiMgliil 
vorongestt'llt  wurde. 

121.  Anna  Eomnena  ('^i-i-r  •:  Koftrt^^)  wurde  aU  diui  S]t«et« 
des  Kaisers  Alexios  Komnenos  !083  geboren.     Wie  die  meisten  byi 
nUolion  i'rinzo  SS  innen  erhielt  sin  eine  aiiHerwählte  Erziehung,  die  anftll 
lieh  von  Marin,   der  Witwe  des  verstorbenen  Kaisers  Nikephoroe 
nointee,  geleitet  wurde.    In  ihrer  utnrasecnden  Bildung  Kpiegelt  acb  scb 
der  litterariaehe   Aufschwung    der   Komnononepoclio.     Sio    liest  Ho 
Herodot,  Thukydidea.  Ariatophanes,  die  Trapiker  und  den  Polybiofi,  selb 
vorstandlicli  die  heiligen  Schriften;  sie   beweist  Kenntnisse  in  dor 
Mytliologio,  Geographie  und  Gcscliiclit«,  in  Hhctorik  und  Dialektik, 
in  platonischer   und   ariBtoteliecher  Philosoplue.     Ihr  Vater   vermählt« 
mit   dem   trefflichen   Nikeplmroa  llryennios,   dem   Sohne   des   Kronprftb 
dentcn  unter  Nikephoro«  Botaneintes.     Beim  Tode  des  Alexios  (1118)  Us 
»ich  Anna  von  ihrem  EhrgeiK  und   ihrer  weiblichen  Eitelkeit  dazu 
reisHcn.  im  Veroin   mit   ihrer  MuttiT  Irene  eine  Verschwörung  gegen  de 
rechtmlt^igen  Nachfolger  des  AlexioB,  seinen  Sohn  Johannes,  anzustiftei 
um  ihren  eigenen  (Jemahl  Nikephoros  auf  den  Thron  zu  erheben  nrid  du 
ihn  über  äan  lieich  der  KhoniiU-r  zu  herrschen.     AU  durch  die  kluge  Ei 
achlosscnbeit  des  Johannes  wie  dureh  die  ablehnende  Haltung  des  Bry« 
nios')  die  weibliche  Intrigue  vereitelt  worden  war,  fügte  sich   Ann» 
Unvermeidhche.     Bald  nach  dem  Tode  des  Alexios  zog  sie  »ich  mit 
Kaiserin  Irene  in  das  von  die^r  gegründete  Kloster  7^«  Ktxt^^vfit'njti 
zui'Qck,  um  in  tiefer  Abgeschiedenheit  ihr  Lehen  zu  bescbUessen. 
vorfaHstü  sie  daa  ohne  Zweifel  schon  früher  vorbereitete  Werk,  wek 
ihr  eine  nicht  unbedeutende  Stelle  in  der  byi:antini.schen  Litteraturgeschic 
sichert,  die  UXtS'<'(;  im  Jahre  1148   hatte  sie  das  Werk  voUondot; 
Todesjahr   iat   unbekannt.      Diu    Aloxias,    ein   umfangi'cichoa  AVerk 
15  Büchern,   ist  die  Geschichte  des  Ale.\ios  Komnenos   und   amf* 
die  Zeit  von   1069 — 1118;    es  werden  also  nicht  nur  die  Ereigni.>«.'«o  unt 
der  Regierung  des  Kaisers  Älexios,  sondern  auch  seine  früheren  That 
und  die  Mach tent Wicklung  des  Komnenonhausos  goBchildort.    So  ist  Annal 
Werk  eine  H^gänzung  und  Fortsetzung  des  von  ihrem  Gemahl  Xikephord 


')  Ann»  war  Über  dns  Benehmen  ihres 
Goniahls,  dos  aio  als  Mutlnsi^keit  austcgte, 
höchst  unglöt'ktich  und  machtp  ihrem  Acrgur 
In  einem  derbon  und  kmitn  Ubuisctzbiiröii 
Spottwurle  Lufl.  dun  uns  Nikelaa  Akominatas 
(1&)  18  ed.  itunn.)  Qberlief^rt  bat;  n/v  Kcuaii- 
(lasar  'Arrttr  rt(inc  rö  j^tri'ror  ler  tavitji 
iyit^t  tffagfgitirovaai'  ....  djv  fvtw  ttt 


iteiXii    tniitf/tipeoSat    t'n'    titiiar    ii4t«« 

1(1   aQSfof   Mal    tyMoiiaravar,   ifi  nl 

tufaiQBiaiteay. 

'}    Ueber    di«    Sliftungaiitlttndo 


^te  81«  «dl  iil>er  di©  Feldztigo  ihres  Vaters  berichten  tiess  —  froi- 
jftp  ctu-as  bedenkliche  Quelle,  auf  die  vrnhi  mititche»  Jägerlntein  in 
zurückgeht  Ausser  diesen  mündlichen  Mitteilungen  beitOtztc 
licr  nuch  schriftliche  Quellen  wie  Staatsarchive,  dipIomatiHcho 
andcnzen,  kaitorlicho  Reskripte.  Was  sie  unter  den  schlechten 
irmlosen  Schriften  versteht,  von  deren  Verwendung  sie  einmal 
>)  ist  dunkel ;  vielleicht  waren  ca  biographische  oder  memoirenhAfte 
die  von  ungebildeten  Kriegern  oder  Beamten  in  der  Zuriick- 
iheit  abgofiuwt  wurdt-n.  Kndlich  iet  eine  nierkwürilige  Qut-llu  der 
;  nachgewiesen  worden,  die  deutlich  beweist,  wie  sehr  sich  Anna 
Informationen  angelegen  sein  liess.  Sie  hat  nämlich  filr  l>inge, 
auf  KoIhtI  Guim-ard  bi-zieheu,  eine  verschollene  lateinische 
vielleicht  ein  Werk  des  Archidiaconus  Johannes  von  Bari, 
die  auch  von  ßuillermus  Apuliensis  fUr  sein  zwischen  1099 
|ll  ubgefaiMte«  lateinisches  tiedicht  .Gesta  Roberti  Wiscardi'  ver- 
[worden  ist.') 

Kritik,  welche  Ann«  an  ihre  Hilfsmittel  anlegte,  ist  hänfig  nur 
Bmrliclie  und  scheinbaie;  sie  sichtet  zvfftr  »orglUltig,  sie  stellt  gc- 
vfl  verschieden  lautende  Xachrichlen  zusammen  und  spricht  gerne 
er  unbestechlichen  Wahrheitsliebe;  im  Grunde  aber  siegt,  was  auch 
um  natürlich  finden  wird,  die  kindliche  Eitelkeit  und  Liebe  über 
»equente  Objektivität:  es  kommt  ihr  wesentlich  darauf  an,  dos  Bild 
aters  und  ihrer  Familie  im  bestem  Lichte  zu  zeigen.  Die  pan- 
cho  Tendenz  vcrrfit  steh  schon  im  Titel  Alexias,  der  eiu  Epos  oder 
flicht  in  Prosa  anzukündigen  srheint.  In  ihrer  Auffassung  der 
ge  ist  Anna  si^lbstvenitändlich  ganx  und  gar  Byzantinerin.  Die 
Jie  und  «oiale  Idee,  welche  diese  mächtigen  VHlkerbewegimgen 
gticb  leitete,  hat  in  ßyzanz  stt>ta  taube  Ohren  gefunden,  und  wie 
I  Misstraucn  der  Griechen  begründet  wai-,  hat  später  der  »chUud- 
iml    erenelvollo  Aussans  des   vierten   Kreiizzucea   nur  zu   deutlich 


276 


BriaBtlalschs  LltteratorgOBCfalcbte.    L  Proa*ia<cbe  Litt«ratnr. 


MiuähoUigkeiten  fUr  Alexio«.  Dazu  »tinimt  dvr  konfi.»isionel1c  Uosa  geges 
die  Lateiner,  den  sie  mit  ihren  Zeitgenossen  wie  mit  ihrem  Xachfolgvr 
Kinnamo»  gemein  hat  Bedenklicher  als  diene  aus  ihrer  vem'andtachaft- 
lichon  Stellung  und  iliror  KationnlitJit  leicht  erkUlrbaren  EigenschafUn  isi 
ihre  mangeHiufte  Chronologie.  Zur  Vorsieht  mahnt  auch  die  SoTK* 
losigkeit,  mit  der  Anna  nur  um  der  schönen  Form  willen  erborgt^.-  Plirasen 
ihrer  Vorbilder  auf  die  Schildenmg  ganz  verschiedener  Verhältnisse  flbe^ 
trSgt  Ein  Beit^piul  oiuer  di>rartigcn  Anleihe  bei  Pecllos  bat  0.  Keunuuu,  j 
B.  Z.  3,  377  f.  nachgewiesen.  Vgl.  Sathas,  M,o.  ßißl.  4  Il^ilnyog  S.  UT 
Anm.  7.  J 

Eine  wirklich  hii^torische  Auffassung  der  Begebenheiten  witu 
man  im  12.  Jnhrhundi^rt  nicht  erwarten,  am  wenigsten  vou  einer  CteAclndifl 
sclireiberin.  Wie  sich  die  Frauen  immer  und  Oberall  mehr  für  das  ÄnsiUn 
liebe,  Individuelle  und  Konkrete  als  für  innere  Zusammenhänge  und  letitfl 
Motive  erwärmen,  m  schildert  auch  Anna  lieber  glänzende  Stnat«aktion«d 
pomphafte  Aiiiiienzon,  Kirchviifoste  und  Älinlielii<s  al»  die  Bestrebungen  unfl 
Krfelge  ilucs  Vaters  Im  Heere,  in  der  Vonvaltung,  im  Finanz-  und  QlM 
richUwesen.  Bei  allen  Mängeln  bleiben  diese  Memoiren  einer  Tochter  flbd 
ihren  Vater  eine  der  hervorragendi^ten  Leistungen  der  mittelgriechiaclufl 
(ii«itchichtschroibuug :  tiie  sind  vm  quellen müssiger  Bericht  Über  eine  gUM 
zende,  auch  für  das  Abendland  wiebtigo  Periode  der  byzantinischen  ÖH 
schichte;  wir  erblicken  in  ihnen  das  mit  liebevoller  Sorgfalt  ausgefQhrlfl 
Oemftlde  eines  Herrsehers,  der,  durch  militärische  und  politische  ThatknJB 
wie  durch  überlegene  Klugheit  gleich  ausgezeichnet',  zu  den  grossartigstM 
Gestalten  de»  Mittelalters  gehUrt.  Unter  den  menschlichen  ZQgen,  die  fl 
Anna'«  Werk  hervortreten,  bemerkt  man  ein  beti-ächtlicbes  Talent  ffl 
Witz  und  Spott,  die  weibUche  Schwäche  fllr  Klatsch  und  VerleumdanM 
vor  allem  eine  starke  Eitelkeit:  der  Stolz  auf  ihre  Bildung,  ihren  RmS 
und  ihre  griechische  Abstammung  tritt  bei  jeder  Gelegeiilieit  liemfl 
Schwer  wird  da*  idyllische  Bild  dieser  sonst  so  anziehenden  Frau  dunfl 
die  dämonische  Herrschsucht  getrübt,  welche  sie  sogar  der  schwesterlicbd 
Liebe  untreu  werden  liess.  ■ 

In  formaler  Hinsicht  ist  die  Alexias  das  erste  grüssero  DopkiaJ 
der  litterarisehcn  Renaissance,  welche,  durch  Männer  wie  I^9enfl 
wirksam  vorbereitet,  im  Zeitalter  der  Komnenen  ihre  schönsten  Früchfl 
zeitigte  und  noch  unter  den  I'aläologen  fortdauerte.  VVäbrend  Oeneskl 
Leon  Diakonos  und  zum  Teil  auch  der  Attaliatc  noch  unter  dem  EinfliuH 
der  dem  Klassischen  abgewaiidten,  wesentlich  auf  kirchlichen  und  byxad 
tiniachen  Mitteln  beruhenden  Darstellungsweise  der  makedonischen  ZflB 
etobon,  ist  Anna  schon  ganz  Kunianistin.  Sie  schreibt  nicht  mehr  ^M 
Sprache  ihrer  Zeit,  wie  es  bis  zu  eiuc-m  gewissen  Orade  die  Autoren  d(l 
genannten  Epoche  thaten,  sie  wählt  ihre  Muster  nicht  bei  Ägathias,  Tbfln 
phylaktos,  (ienesios  oder  Leon,  sie  ist  ferne  von  jener  GleichgQltigkcit  gegM 
Vulgarismen  und  Fremdwörter,  welche  man  in  den  littcrarischon  KrciMfl 
des  Konstantin  t'urphyrogennetos  und  seiner  nächsten  Vorfahren  bemerln 
ihr  Ideal  ist  der  Attizismus.  ihre  Vorbilder  sind  Tbukydides  und  Poljfl 
bio«,  dem  »ie  in  der  Vorrede  sogar  einen  ganzen  Satz  entwendet  (S.  S 


2.  Q«aeblehlaebreib«r  nnd  Chr«Diateii.    A.  Oeaobielitocliretber.    (§  121)     277 


26  II,  «il.  Tcubii.  =  I'olyb.  I  14),    ncbonboi   auch  Spätgriecheu  wie   Jo- 

banoe«  von  Epipliaiiia,  der  ihr  woh)    als  Fundgrube  schilnor  Phrasen 

kus  Thukydides  dient,  und  Psellos  (b.  o.).    Fremde  Namen,  dio  nach  ihrer 

Ansicht  den  historis^rhcn  Stil  befleoken,  wie  auch  vuIgSr«  Wörter  gebraucht 

«i«  nur  im  Notfälle  und  liSufig  mit  aiiedrilcklicher  Entschuldigung.  ■)   Was 

lue  Form   der  AJt'xia«  am   prinzipiollstt-n  von  den   Werken   der  vorher- 

^fceoden  Jahrhunderte  unterscheidet,  ist  die  That^iache,  da»8  die  QrftzitXt 

Uar  eine  völlig  künstliche,  schulmäiuig  erlernte  geworden  ist.     T6  'EXXt,' 

nXttr  «V  «x^»-  ^anovdaxvla  rUhmt  Anna  im  Proöniiow  ganz  richtig  von 

Bcb;   sit'   hat  das  Griechische  .«tudiert*    wit-   eine   fremde  Sprache.     Der 

originalbyzaatinische  Zug,    der  die  Litteratur    vom    ß.— 10.  Jahrhundert 

belebt,  ist  nun  einer  fast  ganz  mumienhaften  Schu1»prache  gewichen,   die 

a  dem  gleiohzoilig  her\'ort,retendcn  Vulgliridiom*)   den  deiikbur  ^-Ossten 

Agmeatz    bildet.      Die   l>oppeIköpfigkeit    der    griechischen    Sprache   und 

Litterattir  ist  von  nun  an  unwidorniflich  entschieden.    Trntx  ihres  pedan- 

tiKbeo  KlassizismuB  kann  aber  auch  Anna  die  Spuren  ihrer  Zeit  nicht 

y farieognen :  auch  de  beweist,  da,*«  es   leichter  i»t,  den  alten  Voibildom 

^HTtirtcr  und  i'hrason  za  entnehmen  al»  ihnen  in  den  schwierigeren  Teilen 

^Ver  Spruche,   In  der  Konstruktion  und  im  ^ile,  gleichzukommen.    Seibat 

im  Wörterbuch  sieht  sie  sich  zu  manchen  Konzctusioncn  an  die  mihtärischo 

■nd  pvliliüche  Terminologie  ihrer  Zeit  genittigt. 

]■  Au*)eab*n:  Znerat  eraohien  die  Kpitome  de«  Cod.  Mnnsc.  opora  D.  Hoeach«liJ, 
Aw^n  1610;  wMwholl  1618.  -  Du  ganse  W«ik:  Kd.  pr.  Petrua  Posainua,  Patin 
\tSl  (uleabwvr  Toxi  mit  «<n*m  »«rtlown  Ulossir).  —  Wiederholt  Venedig  1*29.  —  Im 
BWMr  Corpiu  vol.  1  (tludi  I  -9|  rd.  J.  Schopon  W69.  vol.  II  (Buch  10-1.^]  ed.  A. 
M«iffartcbcid  tKiU;  boi{«Scban  Nind  ['amllohtellen  nus  IntDiniscIicn  Cbraniken.  uino 
mi  laUÜRiMfaD  Uebaraolinag.  du  GIomot  d»  l'oaslo.  der  unschUtzbaTo  Kommontur  von 
Bl  CHe*,  i^iti  bintoriKClm-  vnd  •pnclilicher  Index,  ttegistcr  di^r  lj[inGliH'Ortor  und  MUni- 
tMi;  dar  Cod.  Floront  i*t  «irt  fDr  den  2.  Uand  buigtiiogcn.  —  Abdruck  der  Pu-isM 
AoMkb*  bri  Mignc.  Pdtr.  gr.  131,  69— 12i4.  —  Die  nuf  den  eiatun  Kieuuu^  bMltglidi«ii 
hrti»*diwtc  K.  Millrr,  Kccncil  iva  hitrioric^iiB  des  eraitudea.  Hial.  ffuco  t  I  ^tParis  1^73;; 
4ttB  tia  KttnincDlar  üi  lomo  II  ilt*6l).  wo  üu«h  ein»  Kollation  de«  Cud.  Flur.  boigu)cubeu 
Hl  ~  V ollst jliidii  iiit  der  Cod.  Flor.  (M«(  verwertet  iii  der  neuen  Ausgabe  vuu  A.  Reirfer- 
tthtid.  'i  ivll.  Lipiiie,  bibl.  Teubo,,  18R4;  dudi  int  daneben  diu  l)uou«r  Ausgab«  iregen 
'  wkhntM  ({«igaben  aidil  ganx  xu  entbehren. 

t  febctBelKiinReii:   Dcutach  in  Fr.  Schillers  Allgemeiner  Sammlung  hjeto- 

*  Uamoirr«  rom  1^  Jahthundert  bia  nuf  die  iimieHten  Zeit«D,  Jena  1700.  I  l—i.  ■- 

lik*«b  von  O.  A.  Hovgaard.  2  Bde.  Kcpciibagen  1879-1^82.    -■  Russisch  in  der 

ng  der  PoUnbwjer  geietlJcheo  Akademie  [mir  uncugSn glich).    —  Seihst  tu  einem 


'I  Nacbde»  SM  L  a  X  8  (=  rd.  II 

iSt  «dL  Tfohai.t  ein«  R«lbe  fremder  Namea 

Ihrt  hat.  ■>>gt  ai«  :  Mni  /itfitf/aSai  ftljttit 

AfU'i't    »ml    dtf'  Bir  ftfri    ••    i'«»f     l^( 

■Hfaf    Ki;l''«*«*    I>«(W(o(-<    irauä^fir     Ktti 

■cvt  faffaifiJttt  r^»Pi  Jiri  i^¥  i^t  Uitc- 

f^[   iifituir.      Aelmhch    rerhtr«rtiRt   «e 

l')  It  (-.  I  &  323  1^.  Teubn.)  di«  Aafielh- 

S|nnai«rh«rNamaD:  xe'l  T"^  '<■'  ri;c/n«f 

ffttf  fiifur^9at  rwr  ■vi'  ariavs  ä^iaiait' 

■'•d^'r,    »t   Mml    ro  ttifta    w^t    lato^iat 

ttriaii  amtKfttalrttmt,  Dinte  Abneigung 

St»  frvBMlklucende  Namen  ma^  durch  die 


Schwierigkeit  ihrer  Wiedergabe  in  griechi- 
«di«r  Schrift  gesteigert  worden  sein,  ihr 
üauptiErund  ist  sb«r  dar  flelt«Hme  apraeb- 
li^e  Purismus,  der  noch  hent«  in  (irieoben- 
land  Idatoriscli  gewordene  neaere  Ortsnamen 
massenhaft  ins  Altgrie-ihische  Übersetzt  hat. 
EbeaM  liebte«  Anna,  beim (iebraucbcvolka- 
tQmlicbor  WOrlor  auf  den  dunkeln  Ur- 
sprung derselhi^n  hinxuwcjsen,  i.  B,  fltetiafi- 
itti  ^  avf^Siia  ««1(1  IV  4  (=  I  S.  138  ed. 
Toubn.). 

')  .^nnn  führt  selbst  nn  tirei  Stellen 
(I)  4  und  VU  3  =  vol.  I  S.  6S.  6  und  240,  & 
od.  Toahn.)  vnlgKrgrioohiaobe,  vom  Volk« 
gog«n  AloxioB  gesungene  äpottvvrse  an. 


278 


Bfiuntiiiiscbe  Litteiftturgesobiaht«.    1.  Prosawche  Utteratnr. 


ft«ilicli   xinin1ii:h   üliul   guliin);urit>ii    lii^torischcij   Ruiliiiii    bat   diu  AIfxim   aebat   ''■kW^H 

H.  UilfBiuitlcl:  Juh.  CoDr.  FneatJn,  DIm.  dv  Alesiado  Anna«  ComDcna«,  ZOn'di 
1766:  wiudurliult  in  dur  UibliutliHca  Haganu  lii<>torioo-pbiloIogioci-lh«alDKie«.  Claasia  primM 
fi0C.  {iriiiiun,  AuiHleladanii  et  Lugdanl  Bat.  1768  S.  1^47.  —  Fr.  BnclibalE,  Bemtr- 
klingen  übi?r  üuu  G«isl  der  Alexiade  d«r  Anna  Conmoiia,  in  itt  von  K.  L.  Woltmann  k«r- 
uuB^«(;<-bLMioii  Zeiteclitirt  .Go«rliiaht«  und  Politik'  2  \\SOb)  167—210.  —  Fr.  Wilkvn, 
Rpniui  ah  Alexio  I,  Joanne,  Manu«)«  ComneniB  gpstjtrDtii  libri  IV,  H*id«l1>eTgae  1611  8.  IdO 
und  soDst.  ~  L.  Fr.  Taf«l:  Annao  Comnuniic  auppl^menU  liJ«torisni  ecclMMuticaa  gra» 
Mm  8.  XI  ot  XIl  Rportantin,  Tnbingon  1882  linlr  unzD^Anglirli),  —  Uio  Knibliuig  Anu'l 
Über  den  Unlnrricht  In  dorn  Ton  Uiroin  Vutur  |;e3liftotcn  Wniaenbaua«  XV  7  [=  II  US  £ 
0(1,  llonn.l  Minulet  lt.  J.  F.  Ilcnriolia«».  Om  Sdicdagraphion  j  de  BrEAntinske  Skolo. 
Kopi'nhngnn  lKl:i  ti.  12-14.  -  K,  Wilinuuti.  Anna  Cumn.  Tergliohoa  mit  <juil,  Aptdiuun 
Aroliiv  diT  (iesell Schaft  för  iIUmu  deulsoli^  LiiwcliiobUkundo  voa  Pertz  10  (If^-M)  37  — 121. 
--  H.  Krnii.->e.  Die  BywutiiK-r  de»  MitWulIu«.  Hallo  1869  S.  299-303  (wertWl.  - 
B.  KiigliT.  Pelor  der  Kmiiilf  und  AlboH  von  Aachen.  Histor,  Zcilacbr.  44  HSSÜ)  Ö 
bis  42,  —  B,  Kuiilvr,  Kaiser  Aluxius  und  AtbrecM  von  Aachuti.  Fonchungvn  lur  doutKkta 
G«»cbirbt«  2it  {\mii  4^1-504  (b&ndelt  auch  Ober  dun  falstlit-n  Brivr  Atoxioa'  1  an  d« 
Ornfon  Rubrrt  von  Flandern).  -  B.  Kngler.  Albert  von  AuoWii.  Stuttgart  1S8&.  —  H. 
von  8ybol,  Oi'flvliichti»  de«  ersten  Kronxziiges.  2.  Aufl..  Leii'Kie  \fiS\.  wo  die  AleoiM 
allenthalben  benUlnt  und  kowmentiert  istu  —  V.  Vasiljevskij,  Ityiaux  und  di«  Petacb*> 
nogen,  Jinim.  Mio.  187S  Hd  164  üov.  u.  Det.  —  Ueitrikg«  xiir  aaclilicbeD  Kritik  und  E^ 
klHning  Ton  W.  Piseh^r.  Tropeiuft  im  II.  und  12,  .fahrliundert.  Mittoil.  de«  Institut«  Kr 
{tatcrrcicb.  aesrbichlsforschaDB  10  (1889)  1*7—207.  —  H  Hag»DRiey«r,  Anonymi  {Mtl 
Franoorum  ot  alioium  Ilieroanlyinitunonam,  neid<>lberg  1^90  und  diu  dort  S.  SOÖ — &10  rtc- 
zoicbncle  Littorntur.  —  K.  Dieter.  Zur  Olnubwilrdiekoit  drr  Anna  Komoenn.  I.  Da 
PotscJicncgenkriPS  1084—1091.  B.  Z.  3  (1SÜ4|  3Mß-3!)Ö.  —  Zur  KrllWtorui«  von  AUuu 
1  237,  h  ff-  cd.  Bonn.  vgl.  T.  A.  Arch»r.  Tbc  hatllu  of  Hanlings,  Th«  Eogliali  Uht.  He- 
view  Sl  (1H94)  24  f.  —  Zur  Sjjracbf;  A.  Rvirforiichoid.  Anal.  cril.  ot  gnimm.,  Inclci 
loct.  Br«luu  18"7— 7SS,  11.  —  Erklilrung  einps  <.k-t  von  Anna  angcMkrton  milslligncobi' 
Bohun  SpDdvtise  von  W.  Fischer.  Berliner  iibiluldgiBcbo  Woubcaeehrift  -S  (IK-^'i)  SSI  t. 
Hkhtigur  handelt  über  diesen  und  einen  «weilen  vulgären  Öpotlvers  ß,  6.  I'apadimitlia, 
Zwei  Vulksversu  bei  Anua  Koinnons,  Odeaeaer  Jahrb.  2  (IS'Jit  281— 2e7;  vgl.  den  Hanclit 
von  E.  Knrli,  B.  Z.  2  (1^93)  141.  ~  Zum  Texte:  Sp.  P.  I.ambroa.  B.  Z.  1  ll^| 
2B2.  -  J.  B.  Bor.v.  8om«  notea  on  the  text  of  Anna  Como^nn,  B.  Z.  2  il^Sj  T6— 78.  - 
Kmondulionen  tu  dem  von  E.  Miller  edierten  vii1gSi^j«chiacheu  Auaxng  (s.  n.)  fA 
S.  D.  Papadimitrin,  Odescwcr  .Ubrb.  4  (1)^04)  l.ns-iaB.  —  Uauptachrirten:  E.  OHtei, 
Anna  Komnena,  3  Progr.,  Rastatt  1^68.  l.*<70.  1871,  —  Carl  Neumann.  Griechische  U«- 
achiditiichrniber  und  Gtischicbtsquellon  im  12.  Juhrhnndoi-t,  [.«ipiig  1^8  S.  17—80.  — 
ZuHommenHlcllung  der  ttltertn  Littorntur  boi  Osler  1  52. 

4.  Uoberliefcrung:  Die  Abxios  ist  in  nenicpn  Ilandnchriften  erhalten,  dem 
VorbSJtnia  noch  niaht  ganx  aurgeklürt  ist.  An  dcir  S)<itze  stobt  der  Florentinua  70l  9 
a.  12.  mit  vrelcbeni  eine  in  H  BUober  eingvtcitle  Kpitome  der  ersten  14  Bdrher  im  Cod. 
Uonac.  gr.  3ü5  und  im  Cod.  Vatic.  gr.  i'^1  übereinstimmt,  Ihnen  gegenüber  sttJil  di« 
um  ScIiluHae  den  Florent.  ergänzende  Paria.  Coial.  311  s.  12.  aus  welchem  oin  Barberin. 
und  ein  Vaticun.  (wohl  Cod.  148«)  geflonaen  sind.  Der  Poris.  ontblUt  eine  groww  'IM 
offenbar  im  Pnrteiiuterottae  der  Kuniii«<nen  auagefOhrter  Aenderungeu  und  IntorpoUtianMi. 
Ob  dieselben  von  uineui  Kupialen  oder  von  der  Verfiisaerin  Ei-Ibst  berrObren.  Meibt  noöb 
eine  offen«  Fm^e,  Auch  Über  die  Entalehimgaieit  der  genannten  Kpitoino  dea  Uomto.  und 
Vatic,  die  an  einer  Stelle  ans  Zonaras  interpoliert  i«t.  lAaat  «ich  nicht«  SiolierM  fMt 
stellen.  ~  E.  Miller.  Cnlalogue  dea  msa  grees  d«  la  bibl,  de  l'Escaria].  Paria  164$,  t^ 
willst  S.  SÜ6  eine  Ha  der  Aloiios  aus  der  Bihlinthnk  de^  KardinnU  Sirlet  und  S,  338  nud 
A20  eine  »olrh«  an»  dem  atlcn  UeslAnde  de»  Ksciirinl :  die  letztere  ist  wi'hl  tieim  Braad« 
den  .lahreii  lft71  r.n  Gmndo  gegangen:  ob  die  erste  noch  exiatiert  iat  mir  nnbeicsnnt.  Cod. 
Vutic.  Ottob.  131  a.  17.  der  nur  B.  6— 16  entliftlt.  ist  wohl  aua  einer  noch  exisliervnd*s 
Hs  abKcBchHoh^n.  Sie  Ergllni:ucg  dlesea  Codex  scheint  der  Cod.  Vatic.  Ottob.  137  t.  IT 
XU  bilden,  soweit  sich  nach  dorn  Kataloge  von  K.  Foron  und  F.  Bntlaglini.  Rom  1883 
S.  1&  und  'H  urteilen  Illsst.  ^  Endlich  Ubi-rliefort  eine  leider  verstümmelt«  L«yd»n*r 
Hnndachrift  einen  Ausxug  der  Atcxinn  in  einfacherer  und  mehr  TolksrnBrngei'  SpncbtE 
a,  Schopen.  ed.  Bonn.  vol.  1,  XVI-  Edierl  ist  dieaer  Text  von  E.  Miller,  Rooutil 
hiat.  grecs  dea  croisadt»)  t.  I  (l'ariH  187Ij)  2,  65—179. 

b.  Ausaer  der  Alexiaa  hjibeii  wir  von  Anna  Komnenn  ein  nus  17  Trimetein 
«tebendea  EpiRramni  auf  ein  Chriatuabild.  das.  wie  ea  saheint,  nur  dor  Cod.  Lalj 
^,  10  s.  14.  erhallen  hat.     Ea  soll   dcrnnftchst  ediert  worden   von  K.  Krambachar.^ 


Z.  OMohtcJitoclirelber  und  Chronisten.    A.  GeBchichUcibreiber.    [§  122)     279 


StbU  KUktTM  IhI  mir  bi^kaimt  Aber  ileii   lloöinytK  itt  t^r  diäkihr  irjc  Kiaaaftoaijt  xvfn'; 
*r^  Hf  »»(i*  /u.Vij<  /«JofldV.  der  im  CoJ.  Budl.  Baroec.  151  fo).  231  stobt, 

Iti.   Johannes  Einnamos  {'Imiiwrfi  i  Kfriaßof)  wurde  kurz  nach 

11  itta  Todo  di'8   Johannes   Koninpnos  (1143)    als  Sohn    einer   voniohmeii 

1  Tunili«  gehören  und  gi-Iangtt  frflli    an  den    Hof  Maimvlä  (114^—1180), 

I  d«  Pf  als  üeljoims*krctür  (/■^ß/i/mrixo;)")  auf  wini'n  Feldzilgen  in  Europa 

hAd  Aaieii    bogUntun  durfte.')     Dass  er   unter    Kaiser  Andi-onikoi^   noch 

^Pt«,  wissen  wir   aus  Niketa«  Akominato»;*)   dieser   er»1lilt   nilinlich  von 

I  EinnuDOfi  eine  htlh^etie  und   fUr  byzantinische  Ge]]flo);vnhL-itL-n   recht  bu- 

Bicbnende  Anekdote,  die  sich  in  der  Umgebung  des  Androaikos  Komnenos 

libpicltc.     Der  Kaiser  vernahm  einüt,  dasa  der  Bischof  von  Neu-Patras 

nd  Kinn&moä    in   seinem  Zelte   über  den  Ausspruch  Christi  .Mein  Vator 

grösser  als  ich*  eine  lebhafte  Diskussion  führten;  da  geriet  er  ia  Zorn 

drohte  beiden,  sie  in  den  t'luss  IChyndakos  zu  Htürzcu,  wenn  »ie  ihr 

le.s  (.iexünk  nicht  »ofort  bvL-iidigten.   Auch  den  Androtiikos  (f  1 180) 

Kinnanios  noch  überlebt  haben;  denn   in  einer  Handschrift  des  £a- 

wird  eine  Rede  des  Kinnamos   an  einen  Kaiser  aus  dem  Hause 

erwähnt  (s.  u.)- 

Kinnamos  verfangt«  ein  Geschichtswerk,  welches  in  den  uns  er- 
Utwen  sivben  Büchern  die  byzantinische  Oeschichte  von  1118 — 1176, 
ibo  die  Regierung  de«  Johannes  Komnenos  und  den  griSssten  Teil  der  des 
Xurm)    darstellt:  'E^itofttj   ttäv  xaio^i/tafitiiior   tip    iiaxa^iti^   ßaaiXtt   xal 

i  ämUpf  ri^  avtov  tÜ\  ßaailtt  xat  noQ^KQOYini'jUii  xvqi^  Marovrj),  tip 
^tip  noti^itfTaa  'Itamri^  {iaaiÄixif  Yf/a/ifKinxiji  nji  Unta/t'j^.  Das  Hoapt- 
icht  fiUlt,  wie  die  Fassung  de«  TiteU  andeutet,  auf  die  Ooschichto 
laele:  die  Zi>it  des  Johannes  v,-ird  ziemlich  summarisch  in  dem  kurzen 
wakn  Buche  abgethan;  dass  er  sie  überhaupt  behandelte,  hat  seinen  tirund 
woU  in  dem  Streben,  au  die  Vurgänger  (Zonaras  und  Anna  Komnena)  un- 
BJtUlbar  anzu»chlies»en.  Vermutlich  reicht«  das  jetzt  am  Schlüsse  voi> 
llftBOMJte  Werk  ursprünglich  bis  zum  Tode  Manuels,  Di«  Ausarbeitung 
dmcibea  scheint  in  die  Zeit  «wischen  II HO — 1183  zu  fallen;  denn  in  der 
Torrede  wird  Manuels  Hinscheiden  erwähnt  und  an  einer  anderen  Stelle*) 
•fricht  Kinnamos  von  dem  Sohn»  Manuels,  dem  jungen  Alcxioe  (f  1183), 
lli  Qin«m  noch  Lebenden;  die  Veröffentlichung  erfolgte  aber  wohl  erst 
■kH  i|«in  Sturze  des  Andronikos.  wie  aus  der  scharfen  Äusserung  U  7 
0(kMo8Md  werden  kann.')  Das  Werk  des  Kinnamos  scheint  wenig  Ver^ 
InJlBBg goftinden  zuhaben;  Niketas  Akoininatoa  kennt  es  nicht,  und  uns 
Ml  a  in  einer  einzigen  am  Schlüsse  verstUmmoIton  Handschrift  Über- 
Wut    Leider  lehrt  eine  genauere  Prüfung,  das»  auch  sie  nicht  das 


'» la  Av  Cabcnclirift  da»  Wnkoa  wi* 
Ht  b  Til«l  dor  VMlorao«)  B*do  ui  Kuaor 
1|||(n(*.  n.)  wird  er  rfmiMfimiuiit  ftBKoat. 
Mw  dk  fWtbubin];  diM«  WortM  vgl. 
CtflNanmanu,  UHccli.  OMcbiobUcbrcibM' 
ttaMUebtaqMUeo  in  12.  JahtK.,  Loi|iiiK 
'  &  N,  ü«  H.  Tr«u,  n.'£.*  (1895)  £ 
*)  Td  y$  ft^  täi  fut'  tiufr»f  Jfarovöit 


«v'k  öiia  1%  US  iftoi  aaUtov  iUetoQijiini 
fjffi,  ^ci  xai  oritw  fltlfitxii^  yt  üyti  ftn 
aitioiitf  «urtx^Jtjfi^nifrat  al  nur  ii(  nnii(iov 
ixatiffav  evri ßm¥ty  iaat^attlnv.  8. 3  «u.Uonn . 

'1  a  3«  ed.  Bonn- 

•I  VI  2  ^  8.  2&T.  tO  «d.  Bonn. 

*>  K^-Herr  ».  a.  0.  S.  110. 


280 


BjB&ntiDiHcb«  Li tteratnrgeac hiebt«.    I.  Provaiadie  Litteratsr. 


Originalwcrk  dos  Kii)ii»moi4.  sondern  nur  einen  Auszug  doeselli 
entljalt')  An  mohreren  Stellen  verwaist  der  Verfasser  ausdj-öcldich 
früher  orzSfaltc  Dinge,  die  nun  in  unserem  Texte  vergoblicb  gesucht 
werden;  dazu  scheint  dorn  fUiiTten  und  .technten  ßiiche  die  Einleitung  m 
fehlten.  Sotiworlicli  lassen  sich  die^u  ThatnnchiMi  durcli  die  Auiialtine  er- 
klftroii,  düna  Kinnuraos  plötzlich  gestorben  sei.  «he  er  sein  Werk  in  hUm 
Partien  zum  Abschluse  bi-ingen  und  sein  Material  vfilUg  einarbeitflo 
konnte. 

Dieser  schlechte  Zustand  der  Überlieferung,  zu  dem  sich  noch 
Bchwöff  Textverdprbnissfi  ^enellen,  macht  die  histnrbche  und  svhrinstd* 
loriöche  Beurteilung  ile«  Kinnamos  schwierig.  Wegen  seiner  scharfeo 
Polemik  gegen  die  Abendländer  ist  er  bis  auf  die  neuert«  Zeit  vielfBch 
angefeindet  worden.  Sein  nationales  Selbstbewusstsein  ist  Rllcrdiags  stark 
ausgebildet;  seine  koitneqnente  Betonung  der  auKtchliesslichen  LegitimiUl 
des  ostrfimischen  Throno»  und  »ein  heftiger  Kampf  gegen  die  Ansprüche 
des  rtlmischcn  Papsttums  und  der  deutschen  Kaiserberrschaft  stehen  to 
Widorspruthe  mit  den  Thatsaohen  der  Zeit;  sein  Stolz  auf  doe  «hie 
Hi^miTtuni.  das  er  nnr  in  Byzan?.  findet,  erscheint  uns  wie  ein  seit 
Anachronismus.  Zudem  erhält  seine  Darstellung  dadurch,  dass  der  Haup 
held  sein  kaiHorhcher  Gönner  Manuel  ist,  einen  panegj'rischen  Gnindb 
der  sich  wohl  seibat  von  Sch«nfiirherei  und  Erfindung  nicht  gani 
hält.  Alles  das  berechtigt  aber  nicht  dazu,  die  Otaubwürdigkcit  dee  Kia 
namos  Überhaupt  in  Abrede  zu  »tollen.  Er  ist  vielmehr,  wenn  man 
seinem  patriotischen  und  dynastischen  Chauvinit^mus  absieht,  ein  durch 
tüchtiger  Erzähler.  Die  Darstellung  des  zweiten  Krouzzugcs  moclit 
den  Eindruck,  als  beruhe  sie  auf  archivalischon  Studien;  auch  soiwt 
fügt  er  tlber  treffliches,  wohlgeordnetes  Material,  das  er  wahrsche 
längst  vor  dem  Tode  Manuels  gesammelt  hatte.  Vornehmlich  ver 
er  seine  Kenntnis  militärischen  Kreisen,  wie  ja  auch  der  grSssto  Teil 
Werkes  Kriegsgeschichte  ist.  .Was  er  so  erfahren  hat,  gibt  er  au 
ordentlich  gewisseidiaft  wieder;  nicht  Holten,  dass  er  bekennt,  er 
etwas  nicht  oder  nur  unsicher.  Er  hütet  sich  eeJno  Boriehto  zu  bearbeit« 
er  kunibiniert  nicht  und  scheint  die  ursprünglichen  Kotate  unmittcll 
in  sein  Geschichtswerk  einzutragen."-')  In  »einem  Werke  herrscht. 
Neumann  weiter  richtig  urteilt,  ein  ehrlicher,  soldatischer  Ton,  gegrUnd 
auf  eine  natürliche  und  unverhohlene  Begeisterung  filr  den  Kaiser.  Ki 
namos  ist  der  beste  und  gläubigste  Wortführer  der  weitblickenden  tdeea 
welche  Manuel  praktisch  durchzuführen  gedachte. 

Die  Darstellung  des  Kinnamos  hat  wie  seine  gesamte  Auffaasu 
etwa«  soldatenmSssig  Kiiappee;  von  seinem  Zeitgenossen  NiketAS  Akon 
natos,  der  ihn  an  Bildung  und  historischem  Blick  weit  übertrifft,  oni 
scheidet  er  sich  vorteilhaft  durch  Kürze,  'einfache  Satzbildung  und  V« 
ständlichkcit.  Von  den  beliebten  poetischen  Bildern  und  schwülstig 
Umschreibungen  hält  er  sich  ferne.    Seine  Vorbilder  sind  Herodot 


')  Dide  wiofatiga  KntdcolinDK  verdiuikt 
mnn  CnrI  NumtDinn  d.  n.  0.  S.  79  ff- 


')  Nonmanii  k.  a.  0.  S.  69. 


QM«Mchta«br«ib«r  and  Ohroniiten.    A.  GesobJclitacbrtlW.    (g  123).    261 

tpfann;  freilich  erhält  eeim?  Spradie  durth  die  künstliche  Nachahmung 
Lebloses  und  Srhabloneii haften.  In  dor  Honennung  der  V'iilkcr  und 
t«  treibt  er  die  piiristi.sclio  Pedanterie  noch  wi-iter  al«  ecino  Vorgängerin 
na  Komn^na;  vrilhn^nd  eio  boi  aller  Abneigung  g«g<!n  fremde  Namen 
nigBt«ns  noch  Toi'^xoi  kennt,  gibt  es  bei  Kinnamo»,  alB  lebe  er  im 
Italter  dee  Themistokles.  nur  Perser,  wobei  wohl  auch  wieder  das 
tfiotlBch«  Bi'ftlrehon  mÜHpicIl,  dio  Tiirkoiikriege  des  Mittc<htlt«r6  mit  den 
BBrlcriegen  de»  Altertums  auf  eine  Stufe  zu  stellen. 
K  Einmal  wohl  in  seiner  Jugend  hat  sich  Kinnamos  im  .schongeistigen 
■)r  versucht.  Wir  hab«n  von  ihm  eine  Ethopoüo  Ober  die  schwierige 
ip»,  WM  wohl  «in  Maler,  der  Apollo  und  Daphne  auf  eine  Tafül  malto, 
gtn  wi]rde,  wenn  der  Raum  der  Tafel  nicht  ansreichte.  Die  Überschrift 
M«t  in  der  einzigen  bin  jetzt  bi^knnnten  Hs  (nach  Verhesfierung  einiger 
bnibfohler):  Ttiv  fittotlixav  youitftuiixov  xv^av  'Imtvrov  tov  KnnifKiv 
tnrMMt'     //m'ffif  är  rfjrt   löyovs   C'YC^f^   ^<ayQ»<}W   xiv  'Ati>i.}.iava  xai 

^r^r  4%-  nivoM  *«)  /i»;  avyxm^ohytoc  tov  rrCinxo;. 
1.  Auii£*)>«ii:  Etl.    pr.  Comeljuii  Tollias,   Trojccti   ■<!   RhoDum    107>3.  —  [in 
Amt  Cocmw  wl.  Do  Gang«,  Pwi*  IffTO,  mit  wcrtvoUrm  Kommantare.  Wiederholt 

Mdig  1729.  --  Im  Bonner  Corpiw  reo.  A.  McJtiekc,  Bodii  18:!tl.  auch  viner  ukuch 
IhtiMi  <Im  Cod.  VsticMins.  -  Wicdi-rLoU  bei  Migne.  Piilr  gr  133.  ^»»-678.  -  Di« 
,die  Kr««ir«br«r  bnOiUell«!!  Partien  aucb  im  Recuoil  dns  hisl.  den  orutü.  Ilist  ^,t.  t.  1, 
,  ItTI).  KammcDUr  bi  I.  II. 

2.  Di«  EtLopoiie  it>t  uu»  dem  Cod.  N»BpoI.  III.  A.  6  a.  14  fol.  100'— 102  iiua 
k«  d«!- PnbliltatiMi  •bg«8chTi«bi.'n  von  E.  KTUmbiioher.  --  Eine  Rod«  d«g  Eiiiiiamoa 
KaisM  Angeins  etand  in  ilem  wiTtvullpn  Cod.  Ksenr.  Y.  II.  10;  doch  ist  gersd« 
laapartMi,  veUlia  die  Red«  enthielt,  verloren  ):ei[AUf[un,  Vgl.  E.  Miller,  Calalogu* 
p««  ile  la  tnblioUidqu»  de  lEBnirial.  Paris  1»4»  ^  i\i^.  L.  Fr.  Tafel,  Kom- 
nd  Nomanntfo  f>.  XVIII.  Carl  NctiniADu.  a.  unicii  a.  O  8.  94. 
I  S.  Htlfamittel:  B.  Ruuler,  Studien  tur  OeschJefate  deft  2.  Kreuuugee,  Stutleart 
FS.  SSff.  -  W.  T.  Gieaebrecht.  Geicbiolile  dvr  doutachen  Kai*en«it  4MIST1)408. 
iBana  t«»  Kap-Herr,  Die  abend ISndi^rlie  Politik  Kaiser  Manuels,  Diaa.i  Straaabarg 
M  &  119  ff.  132  9.  -  D.  Kngler.  Analcklen  zur  Qeschicbte  des  2.  Kreniznge».  'Pfi- 
igM  1876  S.  60ir.  —  B.  Kaglnr,  Nene  Annlekten  aor  Geacliichte  des  2.  Krenxciigea. 
Himr  UBirvraitUaaebrift  188»  S,  29-50,  F.  Holiacli.  Die  ausirirtige  Politik  des 
■idw  SidÜM  vom  Tod»  Rngnn)  M  bis  znm  Frieden  von  Venedig  WhA  1I7T.  Disa., 
I8K.  -  Hauplachiirt:  Carl  Nenmano,  G rieofa lache  Oe«chichtsohreiber  und  (io- 
fueUcn  im  13.  Jahrb.,  Uipzig  18SS  S.  7R-- 108. 

123.  Niketas  Akominatos  (ATixi^ra;  'AMfttväjoc)  wurde  um  die  Mitte 
12.  Jahrhundert.''  zu  Chonae')  in  Phrygie»  als  Sohn  wohlbnbender 
geboren.  Sein  Vater  »andle  den  nvunjährigou  Kn«bi*n  iiacli  Kon- 
Iattb4^l,  wo  er  unter  der  Obhut  seines  älteren  Bnidera  Michael  in  den 
ntOBchaften  unterrichtet  wurde.  Während  Michael  die  kirchliche  Lauf- 
lln  »inscfalug,  widmete  sich  Niketas  dem  Htaat»dienste.  Anfuuglich 
■|^K^  vor  1180)  kaiserlicher  Sekretär,  stieg  er  unter  den  Kaisern 
^^KHiUSo  Angclos  bald  zu  den  höchsten  Stellen  «mpor;  er  bekleidete 


■)  K>  M  da«  alte,  dnrdi  d«n  Paulus- 
Mf  Mrtlo&t«  Koloael.  Datier  nennen  ihn 
M^McIiden  Vorgänge  der  ilaiidschriften 
HmMü  Siki'laa  Cbnniales.  obechon 
bO«Hilr<bUDiiBe  AkamisatoB  bekannt 
L  Ka  wirn  lo  ofiBMikeB,  daaadj«  Beiaich- 
If  tV'ikrtM  Aknmiulo«  aU(Mn«n  aage- 


vgl.  M.  Bunnet,  Narratio  de  iniraciilo  a 
Micljucle  Aichanitelo  Chonis  [latiato.  Paria 
isao  S,  XX  v;i  XXXVII,  undW.  tlamsay. 
Thu fliurfbin  tlie  flonianemptrc. London  1S9M 
S.  4ti.1'— 4>iii.  Im  Menologium  Itwiitii.  Migno, 
Patr.  gr.  117.  84  wird  der  Nnme  also  crklUrt: 
K«!  ixÜ¥*v*  xä  vima  ir  avtß.  Kai  M^^l 
i  tintc  Ikiom  Xwrai, 


282 


BjrKantmiBohe  Utteratnrgmchieht«.    1.  Prosaische  Litterator. 


dio  Ämter  und  Würd<>a  eines  loyo^infi  rwi-  i}tx((*tmv,  eines  «  t^i  «rj- 
xXt<xov  ßovXrfi,  eines  *.Ti  tuüc  xß/tr^ui',  eines  yivutö^  Xoytatt'-^  roii*  ^«pwr. 
eines  lifo^og  xai  xe*ti;;  ro?  ßtjXov,  eines  n-? owdyi^/i« ►'og  lo»"  xmiüiik,  eines 
fiiyag  i.oyvi)iiTfi;  wähi'end  de«  dritten  Kreuzzugcs  («m  1189)  war  er  (iou- 
verneur  dea  Themas  von  Philippopel:  bald  darauf  diente  er  dorn  Kaisor 
als  Berater  in  wichtigen  StÄatsangelegenheiten.  Nachdrücklich  lioht  Uicha(J 
in  »einer  Monodie  auf  Niketti^  hervor,  dasä  derselbu  trotz  Avr  häufij 
Thronwechsel,  die  nach  Manuel»  Todo  erfolgten,  sicli  in  eeincr  Stelläq 
erhielt,  weil  kein  Kaiser  einen  so  unentbehrlichen  Staat^diener  fallen 
wollte.  Rrst  von  dem  Usurpator  Alexiow  Murtzuphlus  wurdo  Nikctas  ISO 
Kuincr  SIlOI«  aU  Gros^lügotliut  entliobL'ii.  Biild  darauf  sah  er  die  fitr 
bare  Katastrophe,  welche  das  Reich  der  Byzantiner  zu  Boden  schniett 
die  Eroberung  und  Plünderung  der  Stadt  Konstantinopel  durch  die  Latcino 
Unter  dem  Sehutüiü  oine»  befroundcton  Venezianors  fladit^^le  er  na 
NikiUi,  wu  er  am  Hufe  des  Theodoros  Lasktuüs  abermals  eine  bedeutcod 
FtoIIe  spielte.  Sein  Todesjahr  lässt  sich  nur  annühemd  bestimmen, 
bis  jetzt  verfiffentlichten  Itedon  reichen  bis  zum  Jahre  1210;  »oi»  Br 
Michael,  der  ihm  eine  Klagerude  widmete,  starb  um  1220. 

Kiketas  war  wie  sein  Bnjder  mit  grossem  Erfolge  schriftfltel!« 
tlifttig.     1.  Seine  wichtigste  Leistung   ist  das  grosse  vollständig  erhalt 
Geschichtswerk  in    21  Büchern,   welches  die   Zeit    von    1180—1 
schildert  und  somit  unmittelbar  an  Anna  Komnena  und  Zonaraa  anschlie 
Die  Abfassungszeit  des  Werkes  ist  unsicher;  doch  muas  das  4.  Buch 
Biographie  Manuels  nach  dem  Regierungsantritt  de»  Isaak  Angolos 
schrieben  sein;  die  Vollendung  erfolgte  nach  12Ü6.  Wahrscheinticb  arbeit 
Kiketas   das  ganze  Werk  in  Nikäa  aus,  wo    ihm  naob  dem  wirr\-oll< 
durch  .seine  amtliche  Thiltigkeit,  durch  Revolutionen  und  ftussere  Kon 
gestürten  Leben  in  Konstantinopel  oiuo  Zeit  der  Ruhe  gegönnt  war. 
Kionamos  behandelt  auch  der  Choniate  die  Regierung  des  Johannes  Ko 
nenos  summarisch;  er  erklärt  in  der  Vorrede  wie  Kinnanios.  er  wolle 
der    Regierung    des    Johannes    beginiK-n,    weil    die    Zeit    bis    zum 
dos  Alesioe  schon  andere   erzählt  haben;  doch  werde  er  die  R^c 
des  Johannes  nur  im  Umrisse   darstellen,  weil  er  jene  Ereignisse  i 
selbst    gesehen,    sondern    nur   von    Augenzeugen   habe   Schilden)    hl 
Den   Hauptinhalt    des   Werkes  bilden   also   diu   Regierung   des   Ma 
Komnenos,    die  seinem   Tode   folgenden   inneren  Streitigkeiten,    «lie  ku 
Heri-schaft  des  Audi-oniko»  Komnenos,  die  Erhebung  des  Hauses  Angelo 
endlich  das  traurige  Schicksal   des  Reiches  und  der  Stadt  in  den  Jalu'fl 
1203  und  120J.     Der  Schluss  enthält  die  Schilderang  der  ersten  K&nipfi 
welche  das  lateinische  Kaisertum  gegen  die  sofort  von  allen  Seiti-n 
stilrmendeu  Feinde   zu  führen  hatte.      Nach    der  Erzählung  der  ku 
Herrschaft  Balduins  I  bricht  das  Werk  mit  dem  zweiten  Itegicrung 
eeines  Bruders  und  Nachfolgers  Heinrich  ab. 

Die  Hauptquellen   des  Niketas  .'•ind   seine  eigenen  Benbachtunj 
und  mOndlicho  Mitteilungen.    Den  grussten  Teil  der  von  ihm  ausfilbrtieb 
geschilderten  Epoche  hat  er  selbst  erlobt;  olä  hoher  Beamter  und  Ve 
treter  des  kaiserlichen  Hofes  konnte  er  sich  leicht  die  nötigen  Äufschlü 


nVerk  doch  erst  1206  ahgeHchloHacn  haben.  Oder  ist  etwa  diut  Werk 
linnniiio*  erst  tauge  nach  der  VoIIondiing  an  die  Öffentlichkeit  ge- 
ben':' Wh»  niltiu.-»  Aher  »o  kurKbciitigv  tJj-pothenwn ? 
UJfl  Historiker  hat  sich  Niketas  durch  »eine  objoktivo  Haltung 
iQbcr  den  KreuÄfahrem  viel  Vertrauen  «rworben.  Er  schüttet  zwar 
hzelnen  Stellen  die  Füllo  tteineB  Ingrimms  Ober  die  abendländischen 
f  aas;  no  sind  ihm  rot'  xaXov  äri^uatm  »»^^tanfiittrjtm  ßü^^a^oi-,  am 
pM  des  19.  Buchee  meint  er  sogar  in  einer  rh<>tanBchon  Anwandlung, 
■  eine  Schande,  die  Thaten  der  Barbaren  m  feiern  und  Kriege  zu  or- 
p,  in  denen  die  Qriechen  nicht  gi^iivgt;  jtino  Fuindo  mfLsetten  vielmehr 
HeroKtratos  der  ewigen  Vergessenheit  preisgegeben  wci-dcn.  Troti 
w  vereinzelten  ZoraeHauahrUche  ist  er  gegen  die  Lateiner  gerecht  und 
It  in  neinnr  Daixtelhnig  M>):ar  hüufig  eine  besondere  Wärme,  wenn  es 
pu  die  Augelegcnhoitcn  der  Kreuzfahrer  handelt.  Doch  hat  ihn  dies« 
pivtt  Stimmung  nicht  verhindert,  oft  ungiilndlich  und  kritiklos  zu  vor* 
■L  Er  rerftigt  zwar  teilweise  ilhor  gute  und  ausführliche  Nachrichten, 
■Uire  Verbindung  ist  nicht  selten  unchronolugisch  und  fehlerhaft;  ja 
■n  Bestreben  eine  pragmatische  Verbindung  herzustellen,  worden 
t  die  That«achen  gefdli^^ht.  Er  zieht  oft  zwei  Ereignituie  in  eins  zu- 
wa  cidcr  er  erzfthlt  ein  Kreigni».  da«  einom  anderen  fthnlich  ist,  an 
nigon  Stelle,  die  dem  zweiten  zukommt.*)  Zu  den  wertvollsten  Stücken 
rt  die  Partie,  welche  den  Marsch  des  Pilgcrheeres  durch  Thrakien 
Jwl,  l>ie  Nachrichten,  welche  er  in  den  letjiten  fünf  Büchern  Wber 
lateinischen  Krcu£2ug  und  die  ihm  vorausgehenden  Ereignisse  gitit, 
Ml  wir  ergänzen  und  kontrollieren  durch  den  gleichzeitigen  Bericht 
tanzOeischen  Hcrodot  der  KreuzEüge,  Geoffroy  de  Ville-Hardouin,') 
K  Kobcrt  de  C'Iary*)  und  durch  Günther  von  l'aris.*)  Nikotaa 
1«  Qoedo  (Ur   die   Synopsis  Sathas,    für   die    Vorscbronik    doa 

ra»  u.  a. 

'1.  Eine  Beilage  zum  GeRchichtswerke  bildet  die  selbständig  über- 


'  Bfx&btlnlBchs  LtUorfttnrgMcbicbU.    I.  ProsaUdie  Litt«ntur. 


'1 


Byzantiner  im  allgemeinen  den  alten  Kunstwerken  entgegenbringen,  igt 
äas  Scliriftc:lii>n,  tias  in  der  niittelgriecUisohen  I.itteratiir  fa^t  als  riiiliuni 
iSasteht,  in  der  neueren  Zeit  gvrn  beachtet  und  violfacb  koninientie 
worden. ') 

3.  Rhotoriächo  Sachen,  wie  zwei  panegyrischo  Reden  an  Ka 
Alexios  II  Komneno».  eine  Rede  an  Kaiser  I&aak  Angelos,  dem  er  zn  seij 
Erfolgen  gegen  die  Ränke  der  Krenzfabrer  (tä^UiM/iarixä^  SoXo^QOffi-ixiH 
und  gttgon  dit;  Angriffe  der  .Skythen'  OlUck  wUnscht,  ein  'ffna»«yi awiwov 
an  den  Patriarchen  und  die  Synode,  zwei  Roden  an  Kaiser  Theodc 
Laskaris  in  Nikäa;  die  eine  derselben,  die  durch  dea  Rainers  Sieg 
den  Sultan  vou  Ikonion  veranlnitst  wurde,  trügt  in  der  Handschrift 
bvzei  dm  enden  Vermerk:  t'itilö^ij  äi  cioft^itiaq  ;r.i;jp»{  iw  .Tai^i'  ;Tp«- 
fwvijttt  dl«  x>}v  töiv  äxgoatwv  €ta!>^vnar  Ebenso  klagt  Micbtel 
Akominnto»  wiederholt  llber  die  Unfähigkeit  seiner  Dittxesankindor  in 
Athen,  »einen  wohUtili»ierttin  R«deii  zu  folgen.  Dazu  kommen  ein  im. 
Namen  des  Kaisera  Theodoros  Laskaris  abgefosstos  äA*'khoi*,  diu  ri« 
fische  ÜbungH»tUck  .Vergleich  des  Winters  und  Sommers"  {t.  B.  in 
Codd.  Bodl.  Barocc.  131  fol.  71-72,  Marc.  XI  22  fol.  107-109)  und  ein 
Briefe  (z.  B.  im  Cod.  Bodl.  Barocc.  131  fol.  72— 73*). 

4.  Vereinzelt  ateht  ein  kleines  Gedicht  auf  die  Vermählung 
Katsera  Isaak  Angeles  mit  Margaretha,  der  Tochter  de.-)  Königs 
Bola  von  Ungarn,  das  der  Cod.  Bodl.  Barocc.  110  fol.  336  bewahrt. 
Titel  und  Anfang  lauten:  —tlx"*  lov  Xuiitüiov  ini  rat^  üratfari^tvi  iwr 
ivifttov  (?),  ünt'vitta  o  ßaüiXtvi  'taaiixtoi  VvrtCvyi]  •£  fffj-wr^  loü  ^i^jit 
OiyyQt'ag  BtXä.  Baci'Xiaaa  luir  i^fif^iäv  i)  a^flfgov  t^ftiQd.  Da  im  Tit4) 
koin  Vorname  genannt  wird,  sind  die  Verso  violloicht  den  Üichtungen  ^ 
Michael  Akominatos  beizufügen.  fl 

In  seiner  DarKtüllung  unterscheidet  sich  Niketas  bcdeut«nd  von 
KiunamoH  und  Anna  Komnena;  er  geflillt  sich  in  einer  bomboatixchflSi 
bilderreichen  und  schwülstigen  Manier,  wobei  er  jedoch  weniger  filteron 
Hiatorikeni  wie  Agathia.s  und  Theophylaktos  als  dem  üblichen  Schniürke)- 
etil  der  byzantini»chuii  Theologie  nachgelit.  L>ie  Verantwoi-tu»g  dafUi 
trägt  Wühl  der  Lehrer  des  Niketas,  sein  theologiuch  gebildeter  Brudai 
Michael,  desaen  Werke  selbst  als  Muster  eines  geschraubten  PredigertoM 
gelten  können.  So  sind  die  Bilder  und  Wortvorräte  des  Niketas  meist  den 
heiligen  Scliriften  entnommen.  Eine  besonders  reichliche  Sammlung  vwi 
Metaphern  nnd  Eleganzen  enthält  die  gespreizte  Vorrede,  Und  doeh  v«- 
»ichert  auch  Niketa.s,  er  weide  einfach  und  klar  darstellen.  Don  Wider- 
spruch bemerkte  ein  witziger  Abschreiber,  der  seine  Kritik  in  Versen  an 
den  Rand  notierte  (ed.  Bonn.  S.  871): 

((i;x  oiifo,  t!  <f'^t  ifSiiie,  Xatfetära, 
Soifcr  tö  aarpit  avyy^iiifoH'  tim\  Xiytit, 
Kita  f^ltfaiitl  Kai  fuqBÜQiiiihj  y^aiftti. 


')  Th.  tr«pon»kij',  Dm  hjü,  Schrift- 
stdler  Nikntiu  Choniatc*,  Polvrahiii'g  1RT4 
S,  140  f.,  will,  wie  mir  K.  Kurte  notierte,  in 


Her  Sohrirt   Ober  die  Stataou  Sparen 
tipiLUren  Ursprungs  WMlirii«lii>tcn. 


S.  Q«»efcldttwkr«lti*r  nsd  Chronisten.    A.  QMcblebtacltr»Ib«r.    (S  133)      28g 


ft  I,  ()e»chtebt8w«rk:  A.  AusEabAn  und  Ueli^rBetzungen:  Ed.  nr.  Hirronymus 
H«ir,  BMilea«  1567.  —  Wiedeorbolt  s.  1.  1&93.  —  Noobdnick  der  Utoin.  U«b»ro»tsunit  voa 
Rfdr  iDitt  Zonan«  »tc.)  Lutclia«  1667,  Krnncafnrti  ad  M.  1&T8.  —  Im  FarisM-  Cprpii«  «d. 
■laib.  Pabrotaa,  Pari*  1647.  —  Wi(td«rbolt  V«n«di|{  1720.  —  Im  Ronnar  Corpui;  ni«. 
EBtkk»r,  Bokiuw  1835.  -  Wiodnbolt  bei  Migno,  Patr.  rf.  IH9.  297-  10S8  (mit  dor 
Pllrift  D«  Mgnia).  —   Die  auf  dio  Krnuzfobrer  bciUglicben  rortion   ed.  mit  Verbmiiortingnn 

£  Uilivr    im  KaeiiMl   d«*  hütoriea«  11:101»    dos   croiiades  I.    i'nris    l)i76.    -     UcnCHcb« 

rtb«r>etiaiig  onneliMr  Partivn  von  Tafel,  Kumnencn  und  Nnmiiinnon,  Dlin  18.V2S.  23'i  IT. 

-  &a  Annug  mm  Nik«Ue  ist  der  Artikel  von  Fr.  Wilken,  AndroniouB  Oomnonuit,  Raumera 

ti«.  TiMhoNlmoh  2  II8SI)  481 -M5. 

L  B.  Kilf«mit(«l:  C.  üopt.  Do  Uistoriae duoatuB  Atkuo.  fontibus,  Bunnae  läSS  8.  Oö. 
mr  Eis«  kfibKbe  ^kaxu  tibpr  rtiki-liui  uad  Minen  abend landiacben  Gogeupurt  Villdbarduuin 
(ki^akt  mui  krincin  ÜermKcri-ii  ale  C    A.  Sainte-Beuve,  CuuaeiiM  du  lundi  t.  9  (Paria 

S305-34U.  —  H.  Kug]\>r,  Studien  tat  Qesobiolite  d«a  i.  KraauatieA,  Stuttgart  IdGfi 
-4^.  —  C.  Kliiiiki>,  Dil-  Quulltfn  lur  CiDSciiiebte  de«  4.  Kruimugtia,  l)r«slaa  187Ä.  — 
TL  ll;*n.  Markfinif  CnnrHd  vuij  Motiferrat,  MHrbur)t  1^80.  -  Haus  von  Kap-tlerr, 
h*  ikendlindiecbe  Politik  Kai»er  Manuels  mit  bes.  Rllcksicbt  aiiT  [)i]>ntiicblnnd,  Dias., 
IMbw|  18S1  8.  ist— 181.  —  P.  Holiach.  Die  auswärtig«  Potitik  dm  Kanigraidu 
ÜtftB  vsra  TtMle  B«t[«ra  II  bis  lum  Priodon  von  VentMlig  Hb*  -  ll'T,  Di«.,  Ilaaol  1693. 
K-  Carl  NettnaiiD,  Gri«>cbiacba  Gescbichtschreiber  nod  Gpacbicbtii(|ucllrn  im  12.  Jahr* 
^■iirt.  telpn«  1888  H.  108  ff.  —  Sonstige  Litteiatur  zum  3.  und  4.  Krnunuge.  -  Un- 
■■lldcb  Uieb  mir:  Tkeod.  Uaponskij,  Der  byuintiDiscbn  .Svbriftstcllcr  Nikelaa 
BJCMMtoa  Cbo«.,  Petanbuig  1H74  (niss.),  wie  andi  dmucn  Abbntidlun;  Qbur  diu  KaiUT 
Warn  uad  Andronikoi  Komnencn.  .Tourn.  Miii-  1^80  Bd.  212  Nov.  «1.  9Ii  -ll>3;  1681 
Bl.  314  Um  S.  .%2  -  &'i,  und  die  Kcbrift ;  Die  UildunK  dca  xweitvo  bulgariaelieD  Ciuren- 
piffa,  lliriwa  l(J79.  7m  dioaer  Schein  vgl.  die  ausfUbtlicho  Krilik  von  V.  Vasüjevakij, 
bin.  Hio.  187»  Bd.  2U4  Jdi -AugUBt  S.  144—217:  ail<-.^(S.  w<-l<-l>e  aucb  ileilriue  zur 
Hidkvu  dar  in  tieaehifliliiwcrke  dca  Nikrtn»  biMTnchondun  cbronulogiiicbun  VerwirniD^ 
Etfkllt  —  Varrgloieli  iwiscb«»  Nikela«  und  Villi>bnrduuiu  vuii  Salomau  Keinacb.  La 
Kde  r«iipir*  gne.  in  aeinca  Eaauiaaea  >roh<ologi'|ui.>s,  Paria  Itt^^  S.  3U1— 312.  —  Ueber 
^p  l^apraag  der  Enftfalunc  de«  Nlkatas  (S.  M4  rd.  Huiiu.)  von  dem  (c^weltiK^u  Hiebe 
ftta  eehwutaelieB  Bitten  auf  dem  Kreusnge  Kaiaer  FriedricLs  I.  welche  iliircli  Uhlanda 
HiAvttiaelM  Kunde*  ~-  .Zar  Kecliten  aieht  man  wie  eur  Liakpu  Kiiieii  lialWn  'I'Urkeu 
BcHlatmkam*  —  aUgemei»  bekannt  cewordea  ist,  vgl.  S,  Itiezier.  Sitnungsber,  bayvr. 
Bt.l8B  8.  714  Arnn.  —  W.  Gurlitt.  Die  grosse  eherne  Athens  des  Plieidias,  Analecta 
Will li IUI lii.  Qru  IBW  8.  9»-121  (mm  Berichte  ^es  Niketaa  S.  738-  740  ed.  D«nn.). 
Rmh  OvtMt  amdi  A.  Purtvingler,  Meisterwerke  der  bildenden  Kuiist,  tetniig  sud 
nK  1898  a  7S0  f. 

B         C  Caberltoferung;   Th,  Dspenskij.  lieber  die  Bm  der  Gescbtehte  d<e  Niketaa 

"UowMtea  In  der  Pariser  NatMnalbibliotbek.  Juurn.  Min.  1877  Ud.  194  Nov.  S.  64— T&.  — 

r*l<r  dm  Bat  dee  Gaecbichlaweikes  soll   der  von  den  HersusgebeRi  noeli  ni«'lit  beaOlzt« 

Cfi  Tiadob.  bist.  gr.  ^^  (Neasel)  von  des  Nikotas  eigener  Hand  geschrieben  sein;  das 

kaipa  wadgal«na  die  fol,  :i2J  bai^agalMiian  Zangniaae  das  Zfgomalas  und  Malaso*.   Der 

Mo  «MlÄlt  aBch  Uioialnrbilder   dt*  Nikatta  and   des  Alexios  V  Murtxupblus,   ein 

Cwtaad.  der  Bbrigetts  mehr  gegen  ala  für  die  erwähnte  Veraicherung  apridit.    N&lieree 

b)  Pr.  Kollar.  ^pplem.  n  UnbeMua,  Wien  1790  C»l.  689  -681.  —  Ausser  dem  Original 

KdH  QMrhidila Werkes    iai    eitM    varkOnle   und   ucmlirli  fermloaa   *al|irgri«ckiscbe 

Uttikkraaa  nsbekanntcn  Untunuga  aberliefcrt.  au«  welcher  Fabrotoa  ein  Gloaaar  der  an- 

vMfiAta  rorahula  Gratt/iharhara  Ar*  Kikctaa  iiuuiniiu>nf:«it«llt  und  I,  Bckknr  ohne 
In  Wort  IUI  AufkUniiiK  d«  (rubren  Sjiclivcibalt«  gaiu  annQUi^rwriw:  ««iaen  A|'p«rat 
I'UhM  bat.     Auch  \L  M'iller  bat  dioeo  nilgtr«  Ueatbcitang  (noch  den  Codd.  Mon«c.  430 

■  M  Park  BOil)  bcögeMge«. 

■  ^  2.  Schrift  Qbar  die  Statuen:  Ed.  Inach  Bondnri  und  C.  Woin  Pr.  Wilkan,  Ge- 
vMbdie  dar  Kremxdge,  h.  Teil.  Leipzig  1839.  —  Wioderholt  in  der  BoMer  Auagaba  daa 
KB«dUda«erkM  6.  8U~e68.  —  Vgl.  QattL  Heynu»  Abhuidlungaa  Ober  die  Konat- 
v«Nk*  ia  XesalutiaoMl,  CcomMat.  sei^t.  r«^  aci«nt  Gotllnfiensis  11  (1790—91)  S-«3 
■«<  hea  IS  (1792»  m— 306.  —  P.  C.  Feteraen.  AllgenK-ini.-  KiniMtmg  in  daa  Stadium 
■Ai  InUatogie.  Ober«,  von  PriedriclMB,  Leifo.  1S29  S.  13»-U»-.  S34  ff. 

■  1  IHa  rhetoriacfaen  StQcke  adiot«  aaa  einom  cod.  Marcianoa.  asf  deo  ackeii 
l/MlIUr.  Ston^ahwicbt  der  phÜ.-UaL  CX.  dcf  Wiener  Akadenie  d.  Wisa.  9(18»S)aS8 
Biy>ie«a»  haUe,  K.  Sathaa.  Mm.  ftfit»»,imf  I  (1672)  73-m.  -  Km  hm  Bathaa 
pikfadi  Rade  aa  taaak  Angeles  im  Reeueil  des  Uat  greca  daa  cnriaadaa  2  (Paria  1681) 
nn~7tl.  -  Eine  Red«  and  daa  Gedicht  auf  die  Bedraelt  dca  Eaiaera  laaak  Angeles  mit 

dffTwcbler  des  KAniga  voa  Ungarn  ed.  Th.  Dapenakij   in   den  Beilagen   der   eben  |s- 


266 


BrE&BtinUeb«  Utt*rAtarg«»eUcbte.    I.  Prassisch«  LitteraUr. 


nniinl.cn   Srhrift:   Die  Bildung  dw  uroitvii  biilgttrisclien  CxannMiclis.  OdMsa  1ST9  (ofl 

uiiiiißfingtiriO.  ^ 

ist.  Neophjtos  (NtöyvTOf:),  ein  Zeitgenosse  des  'Siketas  Akomioato«, 
mit  dem  Ik^itiaiiien  'EyitltKriog,  wurde  um  1134  g«borcii  und  IcbU-  als 
Priwiter  und  Mönch  in  vinfin  Klo8t«r  sniner  Ueitnat  Cjpcrn.  Er  schrieb», 
wahrscheinlich  bald  näch  1191,  einen  Brief  Ofßl  twv  xarä  t>;v  x**f*" 
Kvtx^or  ttxaiiöi ,  in  welchem  er  die  traurige  Lage  des  cyprischen  Volk» 
und  der  orthodoxen  Kirche  unter  der  lateiiiieche»  Herrschaft  in  klagendeii 
Tönen  schildort.  AusBerdem  habon  wir  von  ihm  zehn  R«den  und  eine 
TvniHi;  ^ta^ijuij,  d.  h.  Satzungen  iUr  daa  von  ihm  gegr^lndete  KlovtUr 
{fyxin'iirffa),  die.  in  einfacher,  volksmassiger  Sprache  abgefasst,  auf  die 
Lebensfiliirung  byzantinischer  Mönche  wie  auf  cyprischc  Dinge  iitsbo«onil«re 
manches  Licht  werfen. 

Den  Brief  Ober  das  cyprieclie  Ungenioch  ed.  laerst  Coteleriua.  Honutn.  eoolealM 
Oraecae  2  (1481)  4&T  ff.:  darnach  niederholt»  ihn  J.  P.  Reinhnrd.  VollstlUidife  0«ackiebl« 
des  KAiii|i:reiclia  Cj-peru  2  (176ij|  Itevlngen  9.  1  IT.  —  Nach  nciier  Kollotion  eines  HardMui 
ed.  K.  Sätliae.  Mm.  fitiih«.1,ir>!  2  |1873|  1  ff.  Vgl,  sMnen  llfoiayot  8.  ^k/  ff.  —  Emllitb 
nach  einer  nom^n  Kollation  der  Handinhiift  ed.  von  E,  Millor,  Ritcoeil  des  lüstoriMiB 
grecs  dee  croiaades  1  (Paris  18T5)  2.  559—563.  —  Dio  Auagabon  der  TvatM^  4fi«>^| 
8.  im  i  187. 

125.   QeorgioB  Akropolites  [rtoiQY'o';  öUnoorroXfit^e)  wurde  im  Jahi 
1217  in  Köüstuntinopel  geboren;  als  Jüngling  ging  er  1238    an  den 
chischen  Hof  nach  Nikäa  und  wurde  dortaelbst  von  Tlioodoros  Hoxapt*r>'( 
und    dem    berQhmten  NikephoroB  Blemniydes  wiBsenBcbafÜich  auBgebild« 
Bald  bewührte  er  sich  im  dipiomatiBcheii  IMenntc  und  wurde  im  Jahre  124 
zum  GroBBlogothüten  ernanut.     Der  Kronprinz    Theodore«    La^karis, 
zuerst  mit  Akropolites    den  Unterricht  des  Blemmyde«  genoHsen  bat 
wurde   um    1246  Schtller   des  Akropolites.     Er  bewahrte   ihm   auch 
Besteigung  des  Throne»  sein  fi-cund»chaftlichei«  Vertrauen  und   emanr 
ihn  sogar  im  Jahre  1257  zum  Oberfcldlierrn  im  Kriege  gegen  den  D««pot 
Michael  von  Epinia.    In  militärischen  Dingen  ohne  Erfahrung  hatte 
polites  auf  dem  Schlachtfeldo  weniger  OIHck  al8  im  Schulnimmer  und  geri^ 
sogar  in  die  Gefangenschaft  des  Gegners,  aus  der  er  er»t  im  Jahre  1260  dm 
Kaiser  Michael  VIII  befreit  wurde.     Michael  erkannte  richtiger  als 
Vorgänger,  wo  die  Stärke  des  unglücklichen  Generals  lag,  und  verwj 
ihn   fortan   im  Dienste    der  politischen    und    kirchlichen   Diplomatie, 
leitete  Akropolites  im  Auftrage  des  Kaisers  die  Verhandlungen  auf  de 
Konzil  zu  Lyon  und  stellte  die  Kirchencinigung  her,  die  er  frfiher 
kiiinpft  hatte.     Nachdem  er  1282  noch  eine  Gesandtschaft  an  den  Kd\» 
Johannes  von  Trapczunt  gefUhrt  hatte,    starb   er   etwa   im  August  die 
Jalires  wenige  Monate  vor  Michael  VIH.    Das  hoho  Anwhen,   daa 
polites    als   Gelehrter   und   Staatsmann   genoss,    bezeugen   alle   seine  Zeit 
genossen;  sein  kaisi^rlicher  Schiller  Theodoros  Laskaris  widmete  ihm 
Enkomion. 

tieorgios  Akropolites  schildert  in  seiner  A*ßOV*)iij  ovyy^atfij 
Ereignisse  von  der  Bestürmung  Konstantinopels  durch  die  Lateiner  bis 
byzantinischen  Restauration  (1203—1261)  und  gibt  mithin  eine  Fortset 
des  Nikctas  Akomtnatos.  Er  ist  Über  den  scliwierigen  Stoff  wohl  ui 
richtet;  denn  er  hat  die  Schwankungen  der  lateinischen  Herrschaft  in  Ko 


Q««eh!«ht«cbr«ll>»r  aiidfSreB»Uii.    A.  Q«acbicht«cliM(i»r. 


Ktantinopel  wie  die  Uuchtentwicklung  dos  grii^cluBcben  Kaisertums  in  KikSa 
zum  grollen  Tai)  »Is  !^itgeDOSSe  beobachtet  und  in  Aoiner  Stellung  als 
Growdogothet,  Fcldliorr  und  Gesandter  selbst  allcntlinlbuii  au  dcu  £rvig- 
ÜMSon  AnteO  gonomtn«!!.  Soine  Auffassung  itst  nUchti>ni  und  sacldich,  seine 
Enfthlung  aus  inneren  Gründen  glaubwürdig,  auch  wenn  er  nicht  selbst  das 
taciteiMhe  Sine  ira  et  Rtudio  aut^diücklich  als  seinen  obersten  Grundsatz 
bnceichnot«.')  S«in  Stil  ist  :«chr  verständlich,  wenn  auch  etwas  kanzlci- 
niflsig  plump  und  besonders  im  Satzbau  nac^hläüsig.  Vulgariüinen  sucht 
Akropolites  wie  fast  alle  Historiker  der  Koronenen-  und  l'aläologenzeit 
eifrigst  zu  vennciden  oder  wcnigüitons  gelehrt  zuzuschneiden.  Das  thut  er 
I.  B.  S.  138,  15  od.  fionn.,  wo  er  die  vulgärgi-iochischc  Bozuichnung  dos 
GmIs  yäSaftni  {ydidaffif;)  einer  auch  in  Glossaren  vorkommenden  Etymo- 
logi«  zu  liebe  in  üif4afO(  (üti-i}*(;iu:  der  stets  Geschundene)  umändert: 
£»i  yäfi  khI;  ii^Xoig  xa'i  oi  ütiiaQoi  Xiyavctv.  Uv  d'  ijM  ■  Uov  fifta 
'■.vir  ättJä^mr  Mtti  f^ii*T(  ffvi-tttiiyfttVal  Da»  Wurk  des  Akropohtc»)  dientü 
ipiteren  Chronisten  wie  dem  Verfasser  der  Synopsis  Sattias  und  Ephrftm 
,  ik  Quelle. 

AuMer  dem  Geschichtswork  haben  wir  von  Akropolites  ein  Gedicht 

and  einige  rhetorische  und  theologiecho  Schriften:    Im  .Tahre  1252  ver- 

Mntlichte  er  die  Briefe  seines  Schillers  Theodoros  Laskarts  und  schickte 

IbuB   ein    metrisches   Vorwort    (63  Triniotor)    voraus.      Dem    Kaiser 

MMaaes  Dukaa  Battitzes  widmoto  er  1254  eine  Nchüiie  Leichenrede, 

II  «reicher  er  ein  anschauliches  Hild  von  der  politischen  Thiltigkeit  dieses 

InClicbon   l'ftrston  entwarf.     Während  seiner  Gefangenschaft   in  Epinia 

fniuste  er  zwei  Schriften  Qber  den  Au)<gang  du«  hl.  Geistes,  die 

b  der  för  den  Verfasser  charakteristischen   Aufforderung  gipfeln,  maii 

■dge  von  den  dogmatischen  Differenzen  absehen  und  sich  auf  Grund  der 

jtiiiiHiiiiiiii  sittlichen  Anschauungen  versöhnen.    Dazu  kommen  kleinere 

UvologiBcbe  Traktute  und  ein  Enkourion  auf  dun  hl.  Georg.     Irv- 

HmGcb  sind  ihm  Scholien  zu  Gregor  von  Nazianz  zugeteilt  worden.   D&r- 

oick  ist  die  Notiz  8.  94  zu  berichtigen. 

L  Uffbarliofarunf ;  Di«  Qaachiehte  des  Akropnlitos  ist  in  3  Fassungen  «rbalteo, 
h  im  ■apftn^ichrii,  einer  vorkllnten  and  oinor  orveitfiten.  Di«  «iireiturle  Fftstnng, 
ttbrn  C*d.  AmbroK.  A.  202  iof.  Mrlit,  war  bisher  nicht  bnkannt.  8i<>  «ntliilU  mehr 
ibM  am  Teil  recht  tnlennuit«.  oflcnbnr  von  einem  Zpitg^nu^aen  des  Giutchirhtnchrdibera 
kntinieade  ZwAU«.  H<  abriKuiu  in  der  Ha  dutcii  Kinacbliessunt;  in  *  und  durch  Knnd- 
Mfena  wiMlrltGklich  aU  nicht  iwm  Akr«ptilileii  gehörig  beit^ivhnct  werden.  Diooelben  Zu- 
■b*  Imdtn  bicfa  ludi  iu  dur  von  «inem  jQnKneo  ZFil|;«nuE3en  des  Akropolites  verfustea, 
Ibl^  Jahr«  1241  r«>chMidon  fiynopaJB  Satnao.  —  Das  Froainion  xu  d«ii  Briefen  des 
AMana  Uakaria  bewahrt  der  Cod.  Liiqr.  !>9.  35  fol.  39-40.  ~  Der  Ejiitaph  auf 
Umv  JokawiM  DukM  Balalios  steht  e.  B  im  Cod.  Marc  XI  22  fol,  120-141.  —  Die 
tb<«lagiicbeD  Schriften  in  lahlrvidieo  Hm. 

l  A«Bgab»n:  Die  verktlrste  Fasmog  ed.  pr.  Theod  Doiisa,  Lojid.  Bat  1614.  — ' 
Mi  OMwamtiets  mit  d«r  verictircteii.-  Ora«ce  et  l^atine  ed.  I.eo  Allatiae,  Pvi«  )ß61, 
•Ü  M  gnd   Kuuuwa;  am  Schlmse  die  bertthmt«  Abhnndliini;  Do  Georgüe  «oruinqno 

I  8.  2»— «27.  —  Wiedgrlwlt  Venedig  1T29.  —  Im  flonnnr  Corpus  reo.  I.  Bokker. 
I8S6>  ait  den  Noten  des  Doom  nnd  AlUtios;  die  kflnom  FasHiing   ist  nur  im 


')  At*«    ytiir   »f^t   tfAifOr,   liXX' 
*rjjfBifiir  /prwr   tvrt    tör    ai>y}-füffaria, 


ßv9tä.  ij¥  II  jreo»o(  aiif  yivväv,  itagaiatlijrat 
tä  rnö  tifiitr  yiyivtjfiiya,  iW  liytiSii  tltt 
fitiXa  ii^jincMtr.    8.  &  etl.  Bona. 


288 


BysanUniBclte  UHentnrgMcbiobte.    I.  ProuJMh«  LItt«r«titr. 


Appnrnia  ImiK^xogcD.  Wiodcrholt   b?i  Migna.    I'atr.  |r.  140,  960--132D.     —   Auf 

Krdiixfnlirwr   WOßlicli«   PArtien    nurJi   im  Kr-c.   dun  hiiit«nonB  gre«»   d*a  erai«.  t.  l  nnd 
(Kominfntnr).  —   Uoher  che  Aoaitnbo  oini-r  IhoulogisfliPii  Sclirift  «,  S.W.   —   Eine  auf 
gMicnn    Kiitmllch   leiclilinltig«»    Ijunniilvrinl   lioruhcotle   GeiiumtBUHgab«   de«  Akra; 
vrird  von  Aug.  Heisenberg  fQr  die  BIliliathucrB  Ti'ubn«riiuia  vorbemtet. 

H.  Uilfamiltol:  I.co  AlUtiua.  Uc  G^crgii-  S.  357  r.  -  Vgl.  M.  Uuakc. 
Bys.  r(T.  »criptoribu»  S.  M2-565.  —  Fnbricius.  Bibl.  Gr  ed  Hart.  T.  786-773;  12. 
~  C.  Hopf,  Du  Wut.  ducutiia  Atlicn.  foutibu«  S.  67.  —  Ucbur  die  Familie  d«a  tiem 
und  KooBtantinus  .4kropuliU^!l  v^l,  K.  N,  Satba«  in  Avr  Abbaudl.  *oii  J.  Durasd. 
latiti  inoaumeiitHl  4t,  (18T!>|  3Gd— ST3.  —  Hauptecbrifl:  Aug.  B«ia«nborg.  StuütB 
ZOT  Textcoarliichte  dt«  Goorgios  Akrovolitoe.  Mflnchener  ßiia.  Landau  i.  d,  RI>«iDp(ab  ISH. 
—  Vun  floiaenburg  wird  aucli  eine  Mono^raphia  Dbor  das  Leben  d«a  Akropoliles  erwarM. 

126.  Georgios  Pachymeree  (Ampj-io;  ri  naxvtiie*fi)  wurde  1242  in 
XikSa  geboren,  ging  1261  nach  der  Vertreibung  der  Lateiner  mit  Georg 
Akiopolites,  Georg  von  (^pern  und  anderen  hervorragenden  Griechen  nacJl 
Konstantiitopol  und  gelangt«,  durch  seine  reiclto  Bildung  gefördert,  Hchndl 
zu  hohi'n  Stollen  tn  Kirche  und  Staat;  ur  war  Jfpo|ii-yi«r,  7t^xixiix*i, 
ßamXtxüi  äixmittfvltt^  u.  8.  w.  Er  starb  um  i:ilO  (jedenfalls  nach  1308) 
Über  seine  LebennverhäUniitse  spricht  er  selbst  an  mehreren  Stellen  MJnei 
Ge8fhichti4wcrkes ;  andere«  erfahren  wir  aus  einer  poetischen  Selbstbiographi« 
und  au»  dum  Dvki-ologiHchou  Gedichte  »eine«  SchDl««  Manuel  Phik-e.*) 
Der  bedeutende  Htteraiisclie  NachloBs  dos  Pacliymerea  acheint  riemlicli 
vollständig  erhalten.  1.  An  der  Spitze  steht  das  grosse  Geschichtswerk, 
welches  iu  13  BUchern  den  Zeitraum  von  1261  (genau  genommen  vob 
I2.'>r>)  bis  1308  umspannt  und  somit  die  unmittelbare  Fortsetzung  des 
Akropolttes  bildet.  Pacliymerea  schreibt  die  Geschichte  einer  Periodft, 
die  or  selbst  erlebte,  und  ist  daher  mit  dem  Stoffe  wohl  vertraut.  Ein 
echter  Sohn  der  vun  theologischen  Kämpfen  erfüllten  Pftlftologenzcit  ist  er 
der  erste  byzantiiüaclm  Uistariker,  boi  dem  dos  llauplgewicht  auf  di» 
breite  Ausspinnung  dogmatischer  Streitigkeiten  fiUlt;  in  dieser  flbermäsiiigeD 
Neigung  zur  Dialektik,  die  daa  Werk  zu  einer  qualvollen  Lektüre  macht, 
sind  ihm  Nikcphuros  Gregoras  und  Joh.  Kantakuzenos  getreulich  luieb- 
gefolgt.  Es  ist,  als  ob  diosu  Männer,  von  dem  Elend  der  politischen  üv- 
schichte  des  Keichea  abgeschreckt,  in  den  abstrakten  Erörterungen  d«f 
damals  alle  Geister  bewegenden  dogmatischen  Fragen  Trost  und  Erleich- 
terung gesucht  h&tton.  2.  Rhetorische  Sachen:  //^uj-r'/iruff/tttia  Ijbpr 
die  uralten,  unausrottbaren  Tliemen  der  Uhetorenschulen,  z.  B.  ein«  Clitiw 
Qber  den  Satz:  Alles  Gute  beruht  in  der  Besonnenheit  [Ilätta  %ä  äynifä 
iv  ftärip  xip  ^^ovfii'  ftrti);  eine  Bearbeitung  des  für  die  Pali^ologen  aUw* 
dings  rocht  zuitgemiLssen  demostheidschen  Ausspruches:  Geld  ist  nötig  na 
ohne  Geld  kann  nichts  gefördert  werden;  ein  xotvös  xönoi  *«r«  lot6ö(/ov 
Daran  schliessen  sich  i:)  MtXttai,  d.  h.  Deklamationen  aber  ßngit 
Tliemen  aus  der  Politik,  Itechtswissenschaft  und  Moral,  z.  H.  die  eli 
alte  aU  blcdsinnige,  schon  von  Synesios*)  verspottete  Aufgabe:  .Ein  Sieg 
im  Wettkampfo  vorlangt  als  Ehrengeschenk  die  Tötung  eines  Bttrgcn 
Die  Stadt  biÜigt  es.     Es  zeigt  sich  aber,  dass  er  den  Mann  schon  vork 


■)  to  d«]i  AuBgaben  dcsPhÜM  von  Wems- 
dwrf  uiid  Millpr;  auch  bei  liuisnoonde.  I'achy- 
meriH  docUrnntionva  Mll  S.  263-2(10. 

')  Ihf/i  irvnriair  cap.  13  (Migno,  I'utr. 


^.  äG.  1320):    Uae    «V   (Ii;    Ttoluiiiu  ftf 
npiaitt  Jiitovoa  xrtirm  naXlTir  äiTiathn 


SyMstmlaefa«  tiittoratnrgeBohicht«.    I.  Proskisctte  Litterator. 


drucke  fremder  und  gemeiner  Herkunft')  2uläs«t,  geht  bei  ihm  die 
eiische  Pedanterio  sn  weit,  duw  er  auf  Koeten  der  UeuUichkeit  sogar 
der  christlichen  Monatsnamen  die  attläc-hou  gehraucht.*) 

I.    Auei;ab(Mi    und    Hilrsmittel:    Gescbiclitsvork:    Kd.    pr.     P.    Poeaiat 
RDDiae  1666    69.    —   Im    Bonner  Corpus  reo.  I.  Uvkkor,  2  voll.  Uottiua  18&6,    nit 
Beigaben  ilv»  Pua«inu»  iiud    <>iii«iii  gpraclilicbsD  und  hisiorisch«!!  lad«!.  —  Eiiw  uuf 
liclie  Beschreibung  des  dua  (ioscliicbtawork  «nthaltcndcn  Cod.  ö  d«r  Snoitnlant;  dM  Kr 
kloster»  Ijctil  in  der  Palrinrchdbibliotliok  xn  JiirasBleni)  gnb  A.  Papadopuioii-KvrRinal 
.«(JlnW  3  (1890-1883)   Ö29-&96.    —    ithotorlaohcä:    nfoyt/irtiv/Mia  in   don    Kli«lo 
Graoci  «d.  Ubr.  WsU.  1  llfm)  hi9-  590.    —    MiXiiai:  xuorsi  dto  13.  in  Anecd.  p. 
Fr.  Boisiianadn,  r>,  3-^0  flT.i  dnnn  nllo;   0.  i'ndiymeris  dcL-liuniitioiiMt  Xlli  cd.  Vr.  B«j 
■  onad»,   Paria  IM^  (mit  d<im  l'hilogoloa).    —    Vgl.  L.  Si«robftcb,    Ourn«  Mcoand 
Diasert.   «Ingsis   philnl.   nrnd.   lilt.    CruocovJcntäii   L  IT  [ii<9'i)   182.   —  T-Jiiffiitaii  top 
ed.  Usnduri.  Impur.  oricnt.  I  3.  114  ff.;  Nikoph.  Ore);.  ed.  Bonn.  II   1217  ff.  —  (Joad| 
vium:  Dns  Uucli  Ober  Munk  ed    II.  Vincont.  NoCic«s  et  »ilrnita  16  (1841)2,382    ~ 
mit  einer  Abhiindlung  Bbtr  oJte  und  iniltoliillerlidie  Musik.  —  Uu  auch  Ubor  A 
ed.  U.  Martin,  Thcünio  Smjrntivi  Plutunici  liber  d«  ustrunomia.  PHrix  I&19,  mttMiMrl 
legang  des  VerliillluiHHi-ii  tu  den  »Ituu  Aatrunomen.  —  Den  Abdcbnitt  Ober  Aiilhmülik. 


PÜtJUiTaae  dt«  eisten  Biicbes  des  Diophantos,  «d.  P.  Taniiety,  Diopbauti  AluxuiKiii 
Opera  omnia.  I^ipziR,  Bibl.  T«ubn.  2  |I895)  78—122.  -  K,  Narducci.  Di  un  ca 
aii^hotipo  e  sconoaciuto  dolr<i]>er«  di  (üorgio  Pnehimere:  Wepi  «w»-  tiavugoiv  fta3r,fimf 
Atti  della  K.  Arcadeniia  dni  I.iiirei.  anno  2S&,  1891.  Scrio  quarta.  liendiuonb  vul.  VI 
1°  sementrn,  linmn  1^91  }<.   191  — lUß  (fiher  einen  Codex  der  tiibtioteca  Angelica  in 

—  K.  Nnrducci.  Complcmonta  allii  notn  intiinio  hI  Eudico  Angelico  dell'opera  di  üt 
Pachimern   Hift   iiuV  «mtitpiui'  ftiiltt,fiiiiiof.   n.  a,  O.  Serie  quinU,  vol.   1  tl><92)   1b3— 1| 

—  Ueber  die  von  Purhjini'ieii  für  dns  yundrivium  benlitxlo  Kuklidba  vgl.   I.  I,.  Beiht 
ja:  Euciidis   oporn   omnia  odd.  1.   L.  Uciberg  el  11.  Uriigo  vol.  7  (Leipug  IgSt>;  ä.  XX] 

—  Zu  Arislotclotr:  Von  dem  Abriss  der  gesamten  uiiBtateliBclion  i'bilaMphi«  ist  nar 
erste  Teil  idie  Ijigikj  pticehiBch  bcruusgcgebcn;  xueral  tuilwciM  Venedig  IWi  bei  i 
Sabio  (mit  dem  Kompendium  des  Psellusl:  dünn  giini  PariB  IMÖ  und  \hV\;  atKh  Oxfa 
1669.  Das  ganxe  Werk  nur  in  lateinischer  lieberoetEUng :  (iuorgti  t'auhyincrii  llier«nfl 
nonis.  in  umvertinm  fere  Arisluletis  philueopbium  i'pitomu  .  .  .  «  gruuco  in  iBliuBn 
monem  .  .  .  cuuversa  a  D.  Philippe  Beccbio,  Bosileue  1660.  —  iJcpi  nin^oir;, 
Cftcr  mit  Aristoteles  a,  B.  Oper.  Arislot.  novn  editio  ...  ex  bibl.  le.  Uasanboni, 
1590,  ,t.  1,  lAh~lh'i.  —  Zwei  StUolce  des  Komnieotars  eu  Aristotelea  Meteorologie! 
Ch.  Em.  Ruelle,  Dem  morrenux  in^dils  de  Georges  PaclijrmMe  aur  lar«  en  riel, 
nunire  de  rnssnc.  T  (1HT3)  15H--  IST.  ^  lieber  zvei  Uss  der  sHstoteliscben  Kncyrio 
des  Pachymeres  handelt  H,  Uiela,  Ueber  den  angeblicben  Justin  Ihfi  ^''/i;'«.  SiIxb^ 
Bort.  Ak.  1491  S.  löl  — ISS.  —  Mitteilung  über  Aristolelina  des  Psc.bj'tnereii  im 
Paris.  S328  bei  A.  Cramer.  Anecd,  Puris.  1  (IHawj  392.  —  Vgl.  C.  Pratill,  Üeachio 
der  Logik  1  (1855)  65t<.  —  Kriedr.  Littig,  l)ie  *iüofloyin  des  lieorgios  Pachjn 
Progr.  de»  Maxiinilionagymn,,  Mlinchcn  1H3I  S.  87—98.  —  Paraphras«  au  DioB] 
Aroop.:  Zuerst  zu  den  Briefi-n  in  liit.  Uebptseliung  ed.  G. 'l'ilniunnna,  Parisiu  1538.- 
Vollständiger  griech.  Text  npud  Ouil. Morel i um,  l'arisüs  1561.—  Migno.  l'alr.  gr. S «4^ 

—  Ein  Buch    des  Pacbvnieres  De  probatione  capilum  aoll  Leo  AlUliu«  IMS  ed' 
haben,  doch  bat  nieinanJ  ein  Kxemplar  dieses  Diuekes  geeeben:  a.  Walx.  ßli«t.  gr,  1,1 

—  Sammelausgabe  naeb  den  niter(<u  Drucken:  Migne,  Patrol.  gr.  143.  407— 1218 
IM,  1 — 980  (Geachicbte,  *Kjt7(rn<Tie  lov   Avy.  und  einige  theologische  Kehrilton). 

2,  Biographie  und  Werke:  M.  Uanke.  De  byx.  ror.  scnptonbua,  Lipa.  It 
S.  566— 57g,  —  C.  Bopf.  De  hisl.  ducntus  A(h.  fonlibus  8. 67  f.  —  Ch.Em.  Kunita,  Aiibm/ 
de  raaaoc.  1  (1678)  l-SH— 166  (der  aber  die  Ausgabe  des  Quadrivium  von  Uutin 
kennt).  —  KinzelTeraa  (Monnalichaf  dea  Pachymor«8  Über  die  Oes&nge  dttr  Pili  muh 
im  Cod.  Vntic.  Pal.  231  a.   13-14  Tai    231. 

S.  Ueber  dio  von  Pacbymorea  aurgobrachte,   (tlr  das  Nab«u  dos  Uumaninmoi 
symploma tusche   Neuerung    statt     der   cbTisIlicIian    (rümischen)    die    nt tischen    .Uoiiatf 


die 


aamon  tu  gebrauchen  und  das  biebei  angewandto  ^j'atoni  handelt  Paul  Taanur 
Rrcli4ologii|Uü  III.  B^fie  9  |lBt!7l  ■l'A-W.     Viel   «pllter   (erat  um   1500)   dringt   dit 
Nomenklatur  auch  in  die  Snbskripliooon  griechiacbor  Handschri/toa;  hiebe!   schttpftn  i 
Kopisten   nua  Theodoro«  Uuxea  Jf(pi  /iirür.      la  frühtren  Bjrnnlinerii  aiod 


')  Z.    B.   ta/ifi^pmov.    ifpt'Qioi    ((rferes), 
tiQiy'ilC  (frioco),  «uVro;  (contcj,  xafaXlÖQioi 


■)  Z.  a.  II 146.  1  ed.  Beim,  ftt^ 
Vf:ßo^iüyoi.  II  249,  11  ra/iitltmr  f 
orijjttf  ft^v. 


^nn»niom  nnd  andfran  NiMMni  MmcElMiiie,  tn  pMnBÖG«f  Spräch»  abgeruate 
rldjoai]  Namvb.  von  itm  biaber  nicht  dna  Odginal.  «oDdorn  nur  «in«  spltere 
'  {{••arbciituiK  wtd  eine  tOrUaebe  Ueberaeixang  bdunot  sind.  f.  Meliornnflkij, 
k  ScIdjoiM  HmoUi  ■teQncJl«  fQr  di«  (>e»cbicble  von  Btsmu  im  12.  und  1:1.  Juhr- 
Vis.  Vr.  I  (18»)  StS-«40.  Bericlit  von  E.  K..  B.  Z.  4  (1895)  391  f.  ~  Kino 
SrgiiiMi>|EdMPa<?liyni«rM  bildet  dio  Antubiogritplii«  desKaiser»  MioliAel  VIII 
log«B;  Ober  sie  vgl.  $   137. 

Ül.    Nikephoros  Eallistos  Xanthopolos  (iVixijyü^u;   AaXharos  n 
tofiM-t)  vcrfasste  im  Anfauge  <lc8  14.  Jahrhunderts  eine  Kirchen- 
ichte in  18  Büchern,  die  bis  zum  Tode  des  Kaiser«  Phokas  (tilO) 
Von  5  weiteren  Büchern  ist  eine  liihaltsanzeigo  erhalten,  die  mit 
ihre  Uli  abschlicsst;  Nikephoros  hat  aber  seine  Geschichte  »icht 
diesem  Zeitpunlito  fortgcfilhrl   So  blieb  dos  Werk  weit  Iiinter  dem 
IgUchen  Plane  zurück;  denn  du  der  Verfasser  sein  Befremden  darüber 
dUB  seit  dem  Ende  des  <>.  Jahrhunderts  d.  h.  mt  Euagrios  nie- 
den  Ciediinkoii  gekommen  .lei,  die  kirchlichen  Kreiguisite  /u  be- 
llen, mdaste  man  eine  bi»  zum  Anfange  de»   14.  Jahrhundert«  fort- 
Kircheagescbickte  erwarten.  Trotz  der  unvollcndetun  Gestalt  des 
hat  F.  Ch.  Baur  (s.  u.)  dem  Xanthopulos  das  Lob  gespendet,  diu» 
st  die  Idee  einer  allgemeinen,  den  ganze»  Verlauf  der  katholischen 
umfassenden  Geschichte   ausgeeprochen  und  wenigHtun»  teilweise 
BfDhrung  gebracht   habe.     Dieses  Verdienst    ist   aber   neuerdings 
weifelhaft  geworden.   Manches  deutet  darauf  hin,  dasa  Xonthopulos 
Anfang  de6  10,  Jahrhundert»   verfft«st««.   bi^   zum    Jalire  920   ge- 
Werk  (s.   S.   2(7)   umarbeitete    und    dasselbe    ohuu   weiteres   mit 
«BgmeD  Namen  bezeichnete,  ähnlich  wie  sich  Kodrenos  das  Work 
'UUe«  aneignet«.   Dann  wären  also  Eusebios,  Sozomenos.  Sokrates, 
mid  Euagrioe,  auf  denen  die  Geschichte  des  Xanthopuloä  vor- 
:h  beruht,  nur  indirekte  (juellen.   Im  günstigsten  fallt;  ist  das  Ver- 
di« Idee  einer  altgemeinen  Kirchengeach  ich  to  gefasät  zu  haben,  von 
auf  den  unbekanuten  Autor  dos  10.  Jahrhunderts  zu  Qbcr- 
Im  Grunde  genommen  war  die  Idee  aber  auch  damals  nicht  mehr 


292 


BfsantiniBche  Litt«r«targ«8cliiobte.    L  ProeaUcbo  Littoratnr. 


katalogartig«  Lclirgcdichto  in  jambischen  Veriten  z.  B.  Vorzdcjf 
nifiso  der  Kaiser,  der  Patriarchen,  der  Hof-  und  Kin^hL'iiütnti'r,  der  ApOKM 
und  Jünger,  der  Heihgeu  des  Kirchenjahres  und  der  Hymnographen.  DtM 
bequemen  Memorialgodichte.  die  mit  dem  ausführlicheren  Werke  d 
EphrKm  zu  vorgloichon  »ind,  erft-cuten  sich  grosser  Beliebtheit,  und  ciBifl 
derselben  irind  in  zuhlloäcn  Handschriften  verbroitct.  Damit  verbind! 
sich  ein  jambischer  Auszug  der  hl.  Schrift  {^«'-icK/rr«  ti);  ^tiai  yifa^M 
und  als  KrgSnzung  dazu  ein  Abriss  zur  hl.  Schrift  nach  .lose]fl 
[Svvorttixi}  rtffö^  .'/«af  y^aift^r],  eine  ebenfalls  auf  Joseph  beruhende  U 
Kühlung  der  Eroberung  von  Jerusalüm  C^itnati 'h^avaaii]/!)  und  eifl 
2700  jambische  Verse  umfassende  Paraphraae  der  Lebens-  und  Wundflfl 
geschichte  des  hl.  Nikolaos  von  Myra.  In  das  Gebiet  der  Kircb^ 
poesie  gehören  i^iuben  «.'rbauliche  Troparien  auf  die  hl.  JungfrM 
sämtlich  mit  ulphubctiscbvr  Akrostichis.  Auch  dio  von  Theodoros  StuditI 
Johannes  Geometres,  Cfaristophoros  von  Mytilene  u.  a.  gepflegten  Trafl 
tionen  der  epigrammatischen  Poesie  setzte  Xanthopuloe  fort;  M 
haben  von  ihm  kleine  (jedichte  auf  den  Hymnos  AkaÜiisto»,  auf  n 
sclinitteno  Steine  mit  Darstellungen  aus  der  hl.  Schrift,  auf  Anhängfl 
(Enkolpien).  Heiligenbilder  u.  a.  Dazu  kommt  ein  Gedicht  an  den  Kaia 
Über  den  Wein  und  ein  erbauliches  Alphabet.  fl 

Seine  Kenntni»  der  Kirchenpotwie  bekundete  Nikephoros  auch  dura 
mehrere  erklärende  Schriften:  einen  Kommentar  zum  Oktoechoa  (B 
',Y',<!ii  fis  *""(  liruiiaji/tovi  ftüv  intioi  i^x'"*')'  ^>ne  Abhandlung  über  Bfl 
Dponsion,  Kontakion,  Oikos  und  Hcxaposteilarion  und  den  Grund  dieH 
Benennungen,  endlich  eine  Erklärung  zum  Uyninut)  des  Kosmas  auf  fl 
hl.  Jungfrau.  Auf  die  Liturgie  bezieht  sich  auch  seine  Erklärung  da 
Feste  des  Triodion:  JVixi^^d^of  haXiiciov  ror  Sav&oitovXov  ovraSä^ 
tis  tä;  tTitfft'jftoVi  toi-  t^updlov  in^üi,  ftiuv  inöeftjV  avtür  ttitutio/ov'nM 
ji(S;  noTt  fo  xot'  ä(>xiii  ytyori  u.  8.  w.  Dazu  kommen  mehrere  geistlüH 
Homilien,  eine  Schrift  Über  die  Kirche  der  b1.  Maria  ti](  i^ui^tföfiav  nrjjifl 
nebst  einem  üflicium  zur  Einweihung  dieser  Kirche,  ein  Brief  au  eind 
Orptutnotrophos,  mehrere  Gebete  (fi<xtt()  und  Schollen  zu  den  Psalmen  tOB 
zu  Bvdun  das  Gregor  von  Nazianz.  Weniger  gesichert  sind  rhetoriscd 
Progj-muasmata  (im  Cod.  Paria.  2988  8.  14  fol.  1—8).  j 

1.  Ausgaben:  Der  giflMt«  Teil  der  Poesitin  und  ei»  Gebet  itchon  in  dMU  kidll 
Blitdelien:  Cyri  Tlieodori  Prodroul  epigraminat«  elc.  Ksail^ac  *pud  looanvm  Bebaltfl 
ISSfl.  —  Narli  dicBcn  uud  aijder«n  meist  scliwer  tu^ftiiglidivu  ulten  Droekon  GaMH 
Aittgabe  vou  Ui|$iie.  Patr.  gr.  Üb.  549-lS»!.  UQ  uikI  U7.  1-692.  —  Zwo!  jamÜiS 
Kutulugi-  ävT  Kaiser  und  Palriarcli^n  bei  Lalibneae.  Protrept  lii»l.  Üfx.  (d«m  Pa^M 
CorpuN  voriiuagMchicIit)  S.  34  f,  -~  Erklüning  zum  Oklocclio«  ed.  pr.  Kyrilloi  AlhaoM 
•  indes.  J«niMlem  1862,  -  Die  Rrklilrung  der  Pttate  des  Tnudion  encliioB  In  ii«i|| 
UoboTHetEun):  von  Mattlmeoa  KigalBH,  Venedig  löSS.  V^l.  &.  LeRrsnd,  lUbU^I 
hell  dn  XVII'  eliclo  1  fl^94)  404.  —  Diis  metrische  Leben  des  lü.  Kikolaoi  W&fl 
noch  uticdiert  zu  sein  {(rlinlteo  im  Cod.  Uodl.  Miecell.  TSj.  ^M 

2.  Hilfsmittel:  Ksbriciua.  Btbl.  gr.  ed.  UnrI.  T.  4:iT-~4-(4:  wi«<Ierbolt  ifl 
Migne,  PatT.  gr.  14.^,  54!l— 558.  -  ü.  J.  Voss.  Du  hiatoricia  graecis,  ed.  WeslenoMfl 
Letpalg  i&SH  S.  367  f.  —  Vehpr  die  Kinliengcecliichte  vgl  F.  Cli,  Haar.  Dw  PiiiliJ 
der  kirchliclien  (fFscIilühtschieibung,  Tubiugen  lf^5'J  S.  S'J  IT.  —  Albin  Freund,  BwMlM 
xvr  antiochi-ui seilen    und  zur  konstantinopolitsnisctien  Sindtchronik,  Diss,.  Jena  1^:1  S.H 

SBber  Reato  von  kpotitnnisolicn  KonüvIUfeknniiten  b«  Xnnthopulosi.  —  Ueber  dt«  QuJiH 
ler  Kjrcliengcsdiioht«  vgl.  G.  Uangora,  De  fantibaa,  indole  e4  dignitate  Ubroriiil  fS 


iBKB.  gl.  iiia-i:  r.iKiniuu|^  iiiji  ~rm« — hob- iriiHiiuii 
udil  MuliD.  M.  B.  II.  AtbouH  läö.H,  tiodl.  Canon.  114  und  Mnsc[,  Sj-ri.  »91(V|iiill. 
eine  üa  ies  K*Ulau  il^r  UofUmtar  aiclie  PHru^rapli  Kodinos  Anm.  4.  —  D'm 
er  di»  Kirdis  nad  nie  Wundur  dw  M.  Maria  r^<  ^uiiifo^BV  tiyiji  nebat  dem 
I  Mbttst  mir  In  C»d.  Vindob.  bist.  t03  (Nessell  und  in  einem  Vuticatiua  er- 
In:  *ii1.  Uijine,  Palr.  gr.  üb.  5&I,  und  die  ausfubriiahe  ütaobrcibuiiK  dar 
B*  bai  P.  LanibeciaB,  Coniniefitaiinruin  d«  Augusliciaiina  bibl.  Cuea.  Vindob. 
•4.  Kollnr.  Witn  1782  S.  114—132.  —  Die  wjcbtig«t«  allt-r  mir  bekannten  Hss  iat 
M  BcbriDt,  fAmtlicbo  Schriften  des  Xanthopiitos  ansacr  der  KirchengMchicht«  ent- 
I,  dam  Autor  etwa  i;tnichj:ritige  Cod.  Uodl.  Misrell.  7ß,  narli  Coxe  .soc  fnrsan  Xlll 
«bor  mit  Rnckiidit  auf  dua  Altor  dna  Autors  Jedanfall«  ins  14.  Jalirh.  hwab- 
B«*e)[rMbnDg   b«i  II.  0.  Coxc,  Catalogi  codinitn  maa  bibl.  Bodl.  p.  I  (1853) 

h  Biographio  und  Name:  Seit  früher  Jugond  war  X,  der  Hngin  Sophia  bej- 
,  nad  aai  der  Bibliolbrk  diwor  Kirclie  achjJpft4<  ei  den  grnsstcii  T<til  sein«*  g«- 
elMa  Stoffoa,  wio  er  im  pmlon  Kapitel  des  ersten  Buches  (Migne.  l'atr.  gr.  I4->,  600  C) 
■ftkH.  Er  voJlcndctv  »Ditt  Werk  im  HS.  I/cbon^iiBhrie  (B.  I  Kap.  1  =  Mign«  a.  a.  0. 
li  widmelfl  t9  dem  schon  groiscu  Kaiser  Andionikos  II,  der  1^2'  Dbcr  TO  Jaliro 
(WidmungMiikoniiun,    Migoe  «,  o.  O.  5SS  Ü;    vgl.   «benda   M9  Ann»,  n).     Mitliiii 

EKteatenn  i.  J.  l'iül  i^eborrn  worden.  Wuon  man  Hcinom  falrinrclionkiitiiloge, 
■  Hm  mit  Kallisto«  11850—1354  zum  erat^nmale)  sohlieasl.  vcrlriiiieu  darf,  vt- 
aieh  müi  Leiten  bia  iu  di«  Hitt«  dea  14.  Jahrhundert«.  Itu  höheren  Alter  ach«int 
tb  gfworitn  an  Min.  —  Ter«Int«lt  al«lit  in.  W.  die  Nolii.  daaa  aidi  Nikephorna 
d«ia  Eintnlt«  im  KIoat«r  Nslloa  Kenannt  habe.  Mau  6ndet  sie  in  der  Ueber- 
•nt«n  Syitaxtn  da«  Trindion  im  Cnd.  Vatic.  Reg.  Suec  193  a.  IS  M.  1: 
If  taug  reg  tat  Xoytaiittioi-  tti^oO  .Viicijqnopev  KniXiatav  tvi  Sur9onBi'Xov  fei-  iflfi' 
«iJ  liyj-timai-  agi-ftaloc  fiiiiriiiiaa!<(rtns  SiiaXiv  fiavnj[o6  Ivroiafia,  So  bo- 
].  St*renaon.  Godic»«  mm  grnnci  itnginnn  Kueconim  et  Pü  PP.  II,  Rom  l^K 
D«  ahrr  ebi  beitiner  Nailoa  m.  W.  nieht  exinliert.  ist  wohl  iVtiJtor  i^tatt  A'nUou 
M.  CobM  di*  .Sitl«,  bi>ira  Eintritt«  ine  Kloster  «inen  Namen  xn  wAlilen,  der 
AnfMtfabncliatflben  halte  wie  der  fiühcr  gefohrte.  vgl.  M.  Treu.  Maximi  mo- 
■ndia  «pMtoW  S.  1B9.  und  Kantalhii  MBcrc-mbolitae  iiuao  teruntur  ueuigmata  !{.  2S. 

S8.  NikephoroB  Gregoras  ( Aixi^yijpo;  ö  r^ijyofäi) ,  der  gröeste 
der  3!Wei  letzten  Jahrhunderio  vnn  Byzanz,  wurde  1295  im 
Herakleia  geboren;  hier  orliiclt  er  durch  Beinen  Olieini,  den 
■a  Metropoliten  .lohttnni<»,  den  crst«n  Unterricht.  AI»  JQngling 
«r  steh  nat-li  Konstant!  uop4>l,  wo  er  zu  den  höchsten  Krcii^en  dor 
hen  Gesetlflchaft  in  nahe  Beziehung  trat.  Der  Patriarch  JohAnncs 
,  dem  er  mit  kindlicher  Anhiinghchkeit  eugethan  war,  unterrichtete 


294 


BjSKstiniscbo  LitUratargMchicht«.    t  ProMdaoha  Uttentar. 


ausgearbeitoton   Plan  zu   einer  chronologisolion  Vorbo««erung  des  Kl 
lenders;  doch  trug  der  Kaiser  Bedenken,  die  Reform  durcliznfUhrea, 
ea  XU  nchwicrig  sei.  die  übrigen  Valker  zur  Annahme  derselben  zo 
wegen.')     AU  im  Jahre  1328  der  alte  A ndronikn»  dos  Thrones  ent 
wurdi',  verlor  Oregoras    nach  der   in  Byzanz  üblichen  Praxis  als  Pa 
gftnger  desselben  seine  QUter;  doch  wurde  ihm  das  Los  der  Verbaanu 
erapart,  welchen  unter  anderen  »einen  Freund  und  BeschCttzer  Metochit 
beb'af.     Nnch  dicker  Katastrophe  gab  OregoraH,  der  Iftngst   einen 
von  Schillern    um  sich  versammelt  hatte,  seine  öffonüich«  I*hrt 
auf,  uni  sich  in  stiller  ZurUckgezogenheit  aatronoiruscben  und  philosoii 
sehen  Studien  zu  widmen.     Bald  aber    wurde  er  durch  einen  Anlasa, 
auf  Mein  ganzes  künftiges  Leben  bestimmend  einwirkte,  von  neuem  an 
Sentlichkiiit  gerufen.     Der  lateinische  Mönch  Barlaam  aus  Ealabric 
in   Philosophie   und  Theologie   wohl   bewanderter  Gelehrter,    von 
Petrarca  tiriechiach  gelernt  hat,  begab  sich,  um  die  Lehre  dee  Aris 
gründlicher  üitudieren  zu  kfinncn,  nach  Thessaloniko  und  später  nach  K( 
Btantinopel,  wo  er  manche  Schüler  um  sich  versammelt«.     Durch  h« 
Angriffe  ßarlaams  herausgefordert,  trat  Gregoras  aus  seiner  Abgeächic 
heit  hervor  and  mass  sich  mit  dem  Kalabresen  im  dialektischen  Kuof 
nachdem  er  aus  demselben  als  Sieger  hervorgegangen  war,  wurde  er 
Kaiser  zum  Lohne  in   seine  früheren   Ämter   und  Würden   eingesetzt 
auch   für   das    öffentliche   Lehramt    wiedergewonnen.      Als    Lehrer  le 
Gregoras  ein  Hauptgewicht  auf  Naturwissenschaften,  be«4onders  aof 
Astronomie.     In  einem  schraühBÜchtigen  Pamphlete  wirft  ihm  ein  Geg 
vor,  er  habe  keine  Wi.^äsen.-Hchaft  auf  der  Zunge,   nur  seine  Wohnung 
voll  von  Globen  und  Linien  und  all  sein  Wissen  sei  auf  Brettges 
aufgespeichert.     Der  Streit  mit  Barluam  barg  aber  die  Keime   weit 
Verwicklungen,  weli^he  Gregoras  zuletzt  in  schweres  Ungemach  stür 
Nach  dem  Tode  de»  älteren  Androniko»  (iyS2)  wurden  die  alten  VersB 
einer  Wiedervereinigung  heider  Kirchen   erneuert.     Zwei  Abgesandte 
Papstes  kamen  i:i:i:i  nach  Konstant! nopel,  um  Verhandlungen  anzuknüpfd 
Der  Patriarch  übertrug  die  Führung  derselben  dem  Gregoras,  der,  ob«cb 
Laie,   alle  Bisch&fe  an  theologischer  Gelehrsamkeit  und  dialektuicher 
wandtheit  übertraf.     Mit  Eifer  mischte  sich  Barlaam  in  die  Angeles 
und  schrieb,  obwohl  er  ursprünglich  selbst  der  rOmisehen  Kuuhe  angelt« 
in  heftigem  Tone  gegen  die  päpstlichen  Gesandten.  Nachdem  der  Plan  eia 
Wiedervereinigung  der  Kirchen  in  den  Hintergrund  getreten  war.  dauer 
die  Streitigkeiten  auf  gi-iechischem  Boden  fort.     Eine  Synode  1341   vi 
mochte  dem  Zwiste  kein  Endi'  zu  setzen,  und  als  1347  Johannes 
kuzonoB  den  Thron  bestieg,  entbrannte  der  Fanatismus  der  gegneris 
Parteien  durch  die  Teilnahme  des  Kaisers  mehr  als  je.    Nach  manche 


')  Splttor  beliandelteo  noch%ndere  By- 
lADtiner  wir>  iKonk  Ari:yios  dasselbe  The  in  A. 
Eh  ist  eine  wertwüidige  Ironie  dea  Schick- 
bbIs.  dnss  etien  die  UHocheii.  von  welcbon  die 
Idee  der  KnlenderverbcascniDg  aüBgogaiigen 
war,  RorhdAin   diex^lbe  durch   Uregor  XIII 


wirklich  durcbgefUlirl   ward,   ihnm 
Mb  auf  doD  hi>utlK«n  Tag  verwM^erbtK   Ti 
G.  KnrDbHngelea.  'E"iioiij^o«»ij  kit 
(fiirfpi(tij  iifpi    i,jf  iofii^t    IDP    Bn^xa,    ' 
HUDljDopel  1894  S.   114  f. 
')  Vgl.  8.  100-108. 


S.  OM«biehtHtireib«r  und  OhroniBtsn.    A.  QMchiohtBohreib«r.    (§  123)     295 

InkDRgen  des    Kainpfo!«   wurden   die   Aiisichtc-u    de»  (in^gora»,    dbv 
BsUch  den  Patriurehvn  und  einen  grossen  Teil  der  höheren  Geistlich- 
in »icb  haUe.  durch  eine  Synode  1351  verworfen.   Als  er  fortfuhr, 
iofen    an   sein©  Freunde    in  Trapeziint   und   ('yjiern,    besonders    an 
ioe  lapitbes  sein  Recht  kii  behaupten,  tiv\  er  endlich  beim  Kaiser 
in  Ungnade  und  wurde  in  dcn>  b«rDhinten  Chorakloster  wie  in  einem 
jgnisse  festgehalten  und  «treng  bewacht;  er^t  nach  swei  Jahren  ent- 
thn  aua  seiner  Haft.     Endlich  wurde  (iregoras  von  »meinen  Ücg- 
16  kein  Uittcl  der  Verleumdung  scheuten,  augeochuldigt,  in  seinem 
ehrenrilhrigo  Lügen  gegen  Kantakiizcnos  verbreitet  zu  haben;  er 
iQ    neuem   in   Ungnade    und   wm'de   wahrscheinlich   abernial.4   einge- 
I.     Wann  und  unter  welchen  Umständen  der  viel  gefeierte  und  viel 

r;  Uann   sein  rühelo-ses  Dasein  besüchleKS,   ist  nicht  bekannt;  doch 
er  doM  Jahr  1359,  mit  dem  sein  Werk  endet,  nicht  lange  überlebt 
(ben.-) 

pie  schriftstellerische  TbStigkeit  des  Gregoras  umfasst  nahem  alle 
b  df«  byzantinischen  Wissens,  vorzüglich  Theologie,  Philosophie, 
Dnomic,  Geschichte,  Ithvtorik  und  Grammatik.  Auf  eine  voU- 
:e  fieschreibung  seines  reichen  Nachlasses  muss  hier  verzichtet  werden. 
uns  steht  an  Wichtigkeit  obenan  seine  , Kämische  Geschichte' 
x»;  ioiopia).  Das  Werk  schildert  in  37  Bllclieni  die  Zeit  von 
>is  13ö9  und  bildet  demnach  tuiU  eine  Ergänzung,  teils  eine  Fort- 
ig des  Pachymeres,  der  mit  1308  abschliesst.  Oregoraa  hat  die 
Bisse,  welche  seiner  eigenen  Zeit  vorausgeben,  nur  summarisch  be- 
yt:  der  lange  Zeitraum  von  1204 — 1320  ist  in  den  ersten  sieben 
fev  zuBainniongedrängt.  Auch  in  den  Qbrigen  30  BQcbern  ist  die 
lUung  ungleichmässig;  in  der  Schilderung  der  dogmatischen  Kämpfe 
|t  die  Erzählung  ku  unmSssiger  Breite  und  wird  zu  einer  fVrmlictien 
tBwninlung,  die  in  den  Verband  der  GesL-hichte  lose  eingeschaltet  ist. 
■  daa  Werk  eine  memoirenhafte  Parteischrift  im  vollsten  Sinne 
pcaies,  das  subjektiv  gefilrble  Gemälde  eines  groasartigen  kirchlichen 
IßsjirojK'aÄea.  Wie  die  Komposition  so  ist  auch  die  Darstellung  im 
fii;ht«werke  des  Gregoras  ungh'ichmAssig,  zuweilen  sogar  nachlä-s^ig, 
buigel,  der  sich  aus  der  wohlverhürgten  That«ache  erklärt,  doss  er 


t  X>M    bwiftamiliscben    8tmtigli«iten. 

■It  blädw   Wat    Rvfdbrt   wt»d«i), 

1  4w  g«niiflKii*lrii  r»inde  d«a  kllg- 

,  dM  «ItMi  B«ichw  b«dralit«n, 

I  iiBBb«cMbb«ra  Hut  voa  SchrifUn 

die  nun  grtwMrMi  TcQ  noch 

hckra  der  voUverdioBt««  Ruh« 

Udmra  PasipUele  s«ewi  Gr*- 

I  SM<litiEk«it  deo  Chu-nktor  und 

atJMr  0<^er  im   BcliIimnwUai 

htian  tla«(,  Hiad  iu  der  ttunnrr 

4m  Oraforu  Pntt  S.  61  ff.  ab- 

D»r   Palrianh    Plii1oth«os  wirft 

p«)>klAguDiMlia  Abkunft  vor  und 

r  Ml  wkA  MbtiBunw  al«  Jen«  PsnUa- 

i  a»   mr  m  der  Sprsoba  barbanech. 

p  Bitt«n    aber    mn  wien.     Solchen 


Feinden  konnte  Orogoras  wohl  nit  Reobt 
den  VoTwnrf  macbMi.  dnu  sie  Stellen  in 
aeioen  Werken  fllacbUn  und  intcriioberlen, 
um  ihn  nachher  tu  verdUchligi-'n :  er  bittet 
daher  ieinn  Scbulor  und  Kreund«.  die  Eiem- 

eliini  »einer  tjvhtirtvn  oft  und  gaoBa  xu 
oviaron.  L'ntcr  HciDoo  ParteiKinsaru  flilirt« 
neben  Akindjnoa  vor  allem  Detnetrioa 
Kyäoaei  eine  acbarfe  Feder.  Kr  airbreibt 
t.  B.  an  dvn  Patriarchen  PhilotbeoH;  Was 
drulial  (in  mir  al»o?  WilUt  du  etwa  dein« 
Freundinnen  Tersammeln,  nm  auch  meine 
Reden  zu  verbrennen,  wie  die  eines  nnderoa 
(dea  GregoraR),  der  stete  Tugend  und  Woi»- 
h«it  Übte  und  den  (ilaoi  »ein««  Leben«  durch 
die  Widerlegung  dein««  Wahne«  crhiJhtel 
Öreforas  ed.  Bonn.,  emt.  8.  7i-, 


k 


396 


BfianUiÜBebe  I>itt«ratiirgMc]ilc]it«.    L  ProBftiscbe  LitUntor. 


■kU. 


|- 


einen  grossen  Teil  des  Werke»  unter  hflchst  nngfln-ttigen  Süsseren  YerMIt- 
DiB»(>n  vorfft«8to;  zehn  Bilcfior  schrieb  er  im  Jalir«  1352  während  »cner 
Haft  in  kaum  4 U  Tagen.  Soin  stilistiöChcH  Vorbild  ist  Tloto,  dt'O  er  sicli 
in  seineu  Dialogen  nachahmt.') 

2.  Der  grösst«  Teil  der  übrigen  Schriften  des  Oregoras,  die  sich 
die  meisten  (Jobieto  der  byzantinischen  Produktion  erstrecken,  liegt 
unedieri  in  eiiropäi»uhen  und  orientalisohoii  Bibliothok^^'n.    Von  der  MadbIj^ 
faltigkcit    ihres  Inhaltes  kann    das  unvollBtändige    Verzeichnis    Boivine') 
ein«  Vorstellung  gewähren.    Es  tinden  sich  unter  diesen  wenig  gesichcet«« 
Massen  Dialoge,   Gebete,  Enkomien,  rhetorische    Schuldeklama- 
tionen,  Koden,  Tostnmonto,  Nekrologe  z.  B.  auf  Georgioit  Metochitca 
(Cod.  Pari«,  gr.  1407  fol,  1 — 11),  eine  Trostrede  an  die  Kwscrin  woi 
de»  Todes  des  Metropoliten  Theoleptos  von  Philadelphia  (Cod.  Vindob. 
theol.    174    fnl.    131*^ — 135'),    eine   ebenfalls    an    die    Kaiserin    geridi 
Monodie  auf  Johannes  Chumnos  (Cod.  Vindob.  gr.  thcol.  174  fol.  146— I 
Biographien,    grammatische    Sehriften    wio   oino  Tixinloyia 
[latixrj  und  ein  Traktat  ih^l  ofitoY^a^'af.  Exegesen,   so  eine  'Errii' 
^JijjT^ffif  rti  xä(  xa»' "Oitr^Qor  fiXäva;   tov  'Oävaci«)^-  ein  Kommentare 
SyneflöoH  Ih^  iwnvdnv,  astronomische  Abhandlungen  wie   //»pJ  ••♦ 

axtväi^nv  ätJiffiltt^uv;  selbst  jambische  Poesien  werden  verzeichnoL 
Endlich  hat  Gregoras  wie  fast  alle  hervorragenden  Byzantiner  der  Palliy. 
logenzeit  (z.  B.  Gregor  von  f^em,  Nikephoros  Chumnos,  Theodor  H, 
konos.  Oeorgios  Pachymeres,  Thomas  Magister,  Pinnndes.  Denietri« 
Kydones,  Manuel  Palüotogos  u.  s,  w.)  eine  reiche  Sammlung  von  Brieftill 
hinterlassen,  die  wohl  zunächst  eine  vollständige  Publikation  verdienUn. 
Solange  von  dieser  reichen  Kleinlitteratnr  nur  ein  geringer  Teil  und  sdM 
dieser  mangelhaft,  fragmentarisch  und  an  schwer  zugänglichen  Orten  g»* 
druckt  ist,  wSro  es  wohl  ein  vorgebliches  BoniUhen,  das  litterarhistorischs 
und  pcrsKnlichfi  Oesamtbild  dieses  hochbedeutenden  Mannes,  der  wie  wenige 
andere  l'Hr  das  PalÜoloRenzeitalter  eine  geistige  Signatur  bildet,  in  seintn 
feineren  Zllgen  mit  zuverlässiger  Treue  auszuführen. 

1,  AuBg;aben  unil  Ililfsmitlel:  A.  (leachichtawerk:  In  Ut.  l'ofaoniolxiing  {mil 
ZuüBroa,  Nikotiut  unJ  Chalkondvlca)  Lutetiae  1567;  Pruncofiirti  nd  M.  157S.  —  Vom  pw« 
Teste  zuerst  Buch  l-ll  ed.  \L  Wulfjuä.  UasJIeae  1002.  -  Uueh  l-2i  ed.  J.  UoiTinii'. 
2  voll ,  Paria  1702.  —  WicdcrhuU  Venedig  1729.  —  Im  Boiiuer  Curpua  B.  I-2-J  «d  l 
Sohopeii.  2  voll.,  Boniiae  1)<29— ItO;  it.  24— ST  ed.  pr.  (nucli  einem  vuii  H.  Brunn  kwNrin 
V&tie.  uiiil  eiaem  Puris  |  1.  Bekker  al«  Ü.  vol.  Bouoite  18Q^.  —  Wiederliolt  bei  Migae, 
Patr.  er.  148  und  149.  1-502.  —  Daä  S7.  Buch  liiui'li  der  ZiblnnK  der  Bonner  Kwfi» 
diw  3Ü.)  ed.  mit  fraimOsisclier  UebersetiunK  Val.  Parisot,  Nnticca  et  extrail«  17  (1W| 
2,  1— 40Ö  (inilist  lifind»c)infllic1ieii  Notizen  und  *inem  liiftorisclion  KommoDtur).  -  to* 
Wortschatz  vgl,  L.  Diiidorf.  Jnlms  Jnhrb,  9ß  (1889)  4iiö.  ~  Zur  sni-hlichen  KrlAiittnci|: 
Tim.  Florinskjj,  Die  StldsInTen  und  Byianr.  im  nwoiten  Vietlel  des  14.  Jahrb..  2  toll.  , 
Petersburij;  1)')^2  (niss.t,  —  St.  NnTnkoviO.  Du»  Stnmongnbiet  im  14.  Jakrlitindert  O^B 
der  Kuisur  Hlcfnn  Du^un,  Belgrad   IWS  (^  (iliis  36  der  k.  scrb.  Akitdi'inic).  ■ 

B.  Exegese   lui   Odynseo:   Ed.    P.  Miitmogi»,    Anecdola   Ür.    2,  520—531.  -^^ 
K.  Herclier,  Zu  Nikephoros  »Sregoras  De  erroribua  Ulixis,  PliiloloKua  8  (I85B)  7&i-7iR 
gibt  Variaciteii  uns  einer  Wioner  Uandsohrirt.  —  Kommentar  xa  Sjrneaioa:  Ei.  Di«. 
Petavias.    Ofura   Kyneaii,   Luti^tiae  l(i32  S.  SSl-42tl  (aucb  1613  und  1640).  ~  Di(l*t 


')  Vgl.  den  Brief  des  Akiodynoa,  (!re- 
^oras  ed.  Bonn   Prsef.  8.  70. 


■)  Oregoraa  ed.  Bona.  Praef,  S. 


S.  0Meh(ebt«Qbr6lb«r  naä  Chre&Itten.    k.  8Mebie!itaclir«ib«r.   (§  128)    297 


r 

HMpfrriM  ^  ntgi  «^mf.  Ed.  A.  Jahn,  Jaliiw  Jahrb.  Supiitemenlb.  10  (ISU)  485— SS6: 
pHtoda  II  {l>^b)  S87—892  emeiKlaliouea  tum  Ti-iU'.  ~  2u  tIi«<H»n  Dialoge  vi;l.  Tli. 
r«p«)e«kij.  Vi«  pfailoMphiMb«  nni  tboolop^cha  Ü«iHri>guii|c  im  14.  Jabifa.,  JoDrn-  Hin. 
T^tcflaarVI.  1)^-2.  Bd.  2^9.  JaauHrli«rt  8.  1-34.  Witjdvrliult  iu  dein  Buoli«  .Sbizun  tax 
GMi-bkbln  ilor  bnanüiiiMbM  KnltiiT*,  P«<*rabiini  1^92  8.  246  ff.  —  Eine  R#d«  an  Xaisdr 
-  JlBilroiiikoa  1(1  PallotoK««  (]838~lS41i  ed.  Weateriiiatin.  Excef|i(oruin  »x  bibüoth. 
PuL  l.i|i«ii-niü*  libria  roi»  p.  I,  Pronr.  Ijoipits  186A.  —  Lieillf^li  tni«r»<t»  auf  Theodor os 
Hvlochitvit:  Kd.  J.  Mvorsiiis  in:  Tbacduri  U<4«ctiitan  liittorinn  Kamann«  ljb«r  aingulari», 
liu$'i-  Batv  161S.  —  Lobrod«  nnfdnaNilcapboron  Valvratadt,  daRpantiaoha  llara* 
kl«a  ed.  C.  N.  Satban.  Annaniro  dn  Viuimc.  14  ilN80)217-224  -  Uobi-r  dia  ron  Orceoraa 
TMgMianim(.>n«  Krglmuiig  dar  Kannonik  da«  Plolemanoi  und  die  Wiod^'riogiin^  dicaor  Er- 

Simmg  doTcb  de«  kabbriacbra  MCmdi  Barlaun  handeln  Carl  v.  Jan,  l>ic  llarniotiio  dor 
Ina.  ¥htliiia^»ah2lU$^)3Sf..  ludFraiix  lioll.  Üludii-n  über  Claudius  i'luteinauus.  Jabna 
JaM..  8Bppl«nMDlb.  2t  (]8!M)65  tiiid  100  f.  —  Drier«:  Kiiivr  uii^i-blicli  in  OpuBCula  Tli«oduli 
•d.  L.  NornnaDa,  Cp«ala  16i)S.  —  Ein  xiveiter  von  Xaver  llvrKfr,  Arcliii'a  lieitrtg«  iitr 
äMcbicble  und  Littcnlnr  4  (1^3)  WJ-  ÜH'.  —  Ander«  *ud  A~  Miiatoxjdae.  2i-Uo^ 
TUf|pi«ür  äfitJotur.  "Kf  ir«r«(<v,  0.  Heft:  A.  Craiiiur.  Aii^cd.  OxoD.  4  (t83i)  43ll'433: 
Fr.  boisflonad«.  Aii«cd.  gr.  3  (1831)  187— Hi9.  —  Audi  I..  Ktillar  fcboint  eins  Aiu- 
cab*  jioplaiil  lu  bab«>n:  wenigslena  lliidet  sieb  im  Cod.  Vindnb.  (h«ol.  gr.  174  iNeasel), 
6u  Brinfa  d«  nttgorm  NilliiÜt.  M  Ib'  am  Rande  die  BemnrkunR  .Kplslotna  has  nsquo 
■d  ».  hl  [rfttinitata  jam  donavit  Adam  Kutlariua,  Pannen.  Voternmonlanus,  UibL  Caaa. 
Cwoa.  A.  1740,  S4.  Janii*.  I)nn  Ms  dJMer  UeberwUiing  dnrtle  wohl  in  der  Wiener  Hof' 
IAIMb«k  ItognB.  —  Die  Rrammatiechro  8chHft*n  acbeinrn  wenig  RMichert  lu  ««in.  Eiu 
Traktat  Otfi  y^/ifiniir^t.  dar  im  Cod.  Vatic,  t<95  fnt-  2'M  dem  Nikciihoros  Ongons  XU- 
geachri«bcn  wiid  and  der  vi^'lIoirJit  mit  dar  Ton  Kuivin  aus  cini^m  Cod.  Paris.  fUg.  ver- 
•Nohaet«*  Sobrift  BtfS  nariruir  tiatuoint  idontiscth  ist.  «ehörl  in  Wulirlieit  dem  Qoorgioe 
Cbeiroboaeoa;  vgl.  A.  Ililgard,  UrammAliei  (itneoi  tV  3  |Iti»'l)  8.  LKXXII. 

SammetanH^nbe:  Mign«,  l'nir.  gr.  14«  und  149,  1^671.  Sie  (^athült  dan  Go- 
■thiobtawerk.  «-in  MartjTium,  den  KummenUr  KU  SynosiuH  UiqI  irvarinr.  ein  FrHgmuit 
4m  DtalofU  FloTeolias,  16  tiriefo. 

2.  Ucberliefernng:  Für  di«  kleiaemi  1>ohrift«n  des  Gr^gorns  kommen  namontlich 
m«  UtÜM  von  Sana«Iltta  in  Üetiacht  x.  B.  dio  Codd.  Bodl.  D&rooc  48.  s.  15;  Vindob. 
lba«L  gr.  174  (NaaMl);  Monao.  gr.  10  u.  a. 

t.  Lrben  und  Werke:  Boivin.  «d.  Bonn.  Praef.  19— 9S.  —Üeberdie  Braiohuogon 
HBarUan  nad  K' an  tu  k  tu  mos  h.  J.  Kantakuienoa.  ed.  Uonn.  vol.  1.  643  -5ö7i  S,  171 — 184 
wlaoaMt.  -  AcUet  dipliimata  Or««ca  medii  ai»i  edd.  Mikloaich  et  Malier  2,  101--2ia: 
tn-,  243;  AW).  -  C.  llo)ir.  De  UaUiriae  ducutu»  Alli«n.  foutibus  S.  GS  f,  —  Vgl.  aucb  die 
Littonbir  tu  ft  :U  und  129.  boeonders  PariHoL 

4.  Dia  Tnrinvr  Kompilation:  Im  Cod.  Taur.  1S9  h.  II.  \S  (jotzt  B.  V.  IS', 
•■  lil,  UA.  102  — A74,  steht  ein  MDueblidi  die  Zeit  von  Aloxioa  Komaenos  bis  auT 
Hicha«!  i'alanologoK  nmfnaMndea  GeachichUwerk.  wolchon  nnoh  Jos.  Pnsiui,  Codiutti 
^m  biU.  rcgii  Taur.  Aibnnaoi  1  (1741IJ  2^'>,  ein  Aiihzur  aus  Anna  Komncna  und  Nike- 
•karaa  Gregoraa  «ein  mII,  Das  kann  schon  d^ahslb  nicht  MitttilTen.  weil  wir  diLuii  fQr 
«•  ZaÜ  voA  1118  1201  keine  ^aetl«  hAtten.  In  dor  He  aetbat  ful.  1Ij2  aivht  von  ganA 
~"-~  Band  d«r  Vermerk  oic  oi^m  jruiriiiroii.  und  in  der  Tliat  mOsacn  als  BeatÄndteile 
noch  Niketaa  AkominatO",  viollvinhl  auch  Kinnamoti  und  Paelijrmeraa  *n- 
Bwa  weTil«D.  HerkwOrdigorweiaa  abiv  handelt  dor  .Scbluisiieil  nicht,  wie  man  nach 
Aagabru  Paftinia  erwarirn  mflant«.  von  Miebnol  Paloeulugua,  sondern  von  don  ibori- 
■«h*a  Wirren  unter  KuDHtanliD  Uanoraachoa.  uIbu  von  «iner  Zeit,  dis  etwa  5u  Jaliru 
*M  4fa  aMKcl] lieben  ileginne  dea  ganten  Werkn  hegt.  HiLUuli|oelle  ist  hier,  aoueil  ich 
Mibe.  0.  ZureUis  und  meinen  eigenen  Netiwn  neben  kann.  Kedrenon  bexw,  äkylilte«. 
ha^Dck  den  KediMos-SkylitsM  II  67«.  17—578.  U  |ed.  Itonn.)  »«cht  mit  un»eMntlicbeu 
AlviiiluDgaa  tu  4er  Tsrinar  Bs  rol.  &7J!''— &78''.    IHnn  aber  führt  di«  Ua  fort :  «fZ^B" 


epi< 

MpU  ta'i  iifr  kamtf^ftfi^r  rml  iä  'Ißär  f*  lijt  nüf  roioilruii-  VvC"""  "ii.*«<-n'n(  ivyx'ivnyti'. 
f'apl^i  I«  «m  KtifiO^farU  ot  Ir  ti^  coi'  VJwOC  üprt  »iji'  nimfnrij  loie  'If^QUV  (i9t%t 
Miffa^trot  np»(  fiatiUu  rtgnt^ifiofior  toi  qraitoijF ?">'■"«'  ^J'Z^l'X":  liier  aind  molir*re 
'■pkt«.  die  tticbl  nttr  li»  KedrenoH  und  SkylitM«.  wi>nig>tonN  in  der  kleinid^hnn  T'ebor- 
■tag  von  fiabiu»  ft?.  115),  nondera  auch  in  den  Übrigen  Geachicibtaquellen  dinier  Zoit 
*i*  nellw,  Miobsfl  Altaliatee  und  Zooaras  fehlen.  Üamac^  ist  xu  vermuten,  änaa  der 
kUBpflaUr  nicht  den  SkjliUee  Mlbst.  sondern  eine   verlorene  oder   verschollene 


298 


BjiaDtiniache  Utteratargeacbiebte,    I.  Prosusche  Litteiatar. 


Vorlage  de^rtben  benliUt  lint.  Wie  min  die  (;nnXD  KrzIÜiliinK  an  den  Soliluaa  iJm  Werl 
gelangte,  veming  icli  mit  Hilfe  mcinnr  Exzerpln  nir.ht  (eKtxai>W\hn.  Es  ist  tu  verrnab 
doss  die  KamgiiluttDn  früher  ftia  mit  Airxiog  KirninonoN  begunn  rniil  itass  durcli  tni« 
QuatemionoDTerwirrung  diu»er  Kuiser  na  den  AnTung  und  dia  ?^tt  d«»  MoDomaobo»  m 
den  Scbluas  doa  Werkes  geriet.  Kin«  Ansacheiilttne  und  VerOffentlichuDg  der  nnbekaDotcn 
tjuelle  der  Koroiüliitioii  nebt>n  einer  ceaviMi  UnlcmucliuDg  ibrer  übrigen  ll«8taiiill«U* 
und  den  i>lwai!;en  Nutzonn  fllr  die  Kritik  der  autige«ohriobenen  Antoron  wir»  boiÄtt 
wOnaotienawurt. 

129.  Johannes  VI  Kantakuzenos  (Vwrti-i-i,;  6  KafTanof^r^vö^)  nimmt 
unter  den  Kaittcrn,  welche  die  Uoschichte  der  byzantiniKchen  Littbratur 
vorzeichnet,  wohl  die  erste  Stelle  ein.  Durch  »eine  Muttur  wie  durch  »eine 
Gemahlin  mit  den  Paläologcn  nahü  vorwandt,  diente  er  dem  Herrsohei^ 
hause  als  Grossdomestikoa  und  I'räfekt  von  Thrazien.  Als  er  nach  deni 
Tode  des  Paläologen  Andronikos  III  von  der  Hofpartei  völlig  verdrängt 
zu  werden  drohte,  licsa  er  sich  13-11  zum  Kaiser  kr5ncn.  konnte  sich  je- 
doch erst  nach  einem  furchtbar  verderblichen  dynoatinchon  Kriege  im 
Jahre  1347  der  Hauptstadt  bemächtigen  und  die  Anerkennung  der  FalAo- 
logenpartei  fTlr  eine  vormundschaftliche  Regierung  erringen.  Noch  im 
kräftigsten  Alter  stehend,  wurde  er  135.5  von  dem  rechtmässigen  Thrcm- 
folger  Johanne»  V  Puläologo»  durch  einen  kühnen  Hfindtitreich  zur  Ab- 
dankung gezwungen  und  vertauschte  den  Purpur  mit  dem  MSnchsgewand. 
Anfilnglich  wählte  er,  als  MAnch  Joasiaph  genannt,  das  ManganakhMUr 
(ftorr^  ttüv  MifYyärur)  in  Konstantinopcl  zu  seinem  Aufenthalt.  »pSter  eia 
Athoskloster ;  er  starb  1383  im  Peloponnes  und  wurde  neben  seinen  StlhiHD 
in  Mysithra  (Mystraa) ')  begraben.  Während  seiner  unfreiwilligen  Zurück- 
gezogenheit  widmete  sich  der  \'ielerfftlirene  und  gebildete  Mann  viaseiH 
schaftlichen  Studien  und  litteiarischor  Thätigkeit. 

Sein  Hauptwerk  sind  die  4  BQcher  Geschichten  {'laroQiür],  in 
welchen  die  Geschichte  dea  byzantinischen  Reiches  von  1320 — 1356  (in 
einzelnen  Notizen  bis  1362)  dargestellt  ist.  Die  Einleitung  des  Werke 
bildet  ein  Briefwechsel  zwischen  zwei  fingierten  Personen,  Kilos  und  Christ 
dulos.  Von  NiloH  aufgefordert,  seine  fle^tohichte  zu  erzählen,  versiehe 
Chriatodulos  ganz  ähnlich  wie  Äkropolites,  er  werde  sine  ira  et  studid 
schreiben  und  nur  über  Dinge  berichten,  die  er  selbst  erlebt  und  boob 
achtet  habe,")  Über  seine  Vorgänger,  unter  denen  er  vornehmlich 
Gregoras  versteht,  fällt  er  ein  strenges  Urteil  und  wirft  ihnen  absic 
liches  Verschweigen  der  Wahrheit  vor.  Allein  seine  eigene  Objektiv! 
«cheitert  an  derselben  Klippe,  welche  der  historischen  Treue  seine« 
Gegners  im  Dogma  gefSlirlich  wiirde.  Auch  er  schildert  Ereig 
welchen  er  selbst  eine  bedeutende,  zum  Teil  die  erste  Bolle  spielte, 
wird  »ein  Werk  in  einem  noch  höheren  Orado  als   das  des  Uregoru 


')MyBitIirn  inLnkonientipioIto  im  luliton 
JlbrhiUldGrt  des  byinntiniscbco  He ic lies  uIb 
Sits  ^iii^B  iiriecbiBcli^n  Des])"!.!!!»  vine  be- 
deutend» Rollo  und  wurde  tu  einom  Suinmel- 
|ilnU  von  Kdelleiitpii  und  Gelehrten,  der  Hii;h 
mit  ilnlieniarhen  t'ÜrsteuLOfmi  vergleiuboD 
lOSBt.  S,  K.  GregftrovtiiB.  OeBcbicIile  der 
Stadt  Athen  2  (IRflS)  2fil>  ff  Zur  Erklärung 
d«fl  grieohiechen  Nsmens  der  Stadt  (o  Mvifj- 


Sp'U,  Mvaioiif)  vgl  di«  trefflicbo  All 
von  tt,  N.  Uatzidakis,  Vit.  Vr.  2  (U 
&8~T7. 

i(  oir   iS   <i}(iioc   ini    nakf   ttxtttm,    "fl 
ntieviiat  u.  8.  V.    Vol.  I  10  «d.  Bona. 


S.  OMchlehtwhreiber  DBd  CbrmilBteB.    A.  Qescliiohtacliteiber.    (9  129)     299 


I'orteiHchrift ,   zu    einer    grossen    Apolo^e    seiner    eigenen    Wirlc^amkoit. 
Durch  diese  einseitige  Betonung  »einer  t'orson  loidot  nicht  nur  dio  Richtig- 
keit, sODdetn  auch   die  Voilttündigkcit  und  übersichtUchkeit  der  Darb-tel- 
Inng.     Wir  erfahren  «war  eine  Menge  hübscher  Detail»,  und  manche  Er- 
oigniase  wie  der  nächtliche  Marsch  auf  KonstantinopeJ  (1328)  werden  sogar 
labnuToU  und  genau   gesclüldert:  c»  kommt  abt-r   nicht  eu  einor  prag- 
matiRchcn  Verarbeitung  dt-s  ganzen  Stoffes:  grosse  Partien  bleiben  in  völ- 
ligem  Dunkel,   und   Über   den   ins   Licht   gestellten    herrscht   das   ziemlich 
UDVcrhüllte  Bestreben,  alles,  was  Kantakuzcnos  und  seine  Freunde  thaten, 
■b  gut,  klug  und  rechtlich  darzuritcllen.    Um  diciH<  kai»crlichen  Memoiren 
fllr   geethithtiiche  Forschung   verwerten    zu   können,    ist  «ine   stete   Ver- 
gMcfaung  mit  anderen  zeitgenössischen  Berichten,  vor  allem  mit  Gregoraa 
oaeriftsslich : ' )  sein  Werk  und   das  de«  KaiÄor»  ergänzen  und  berichtigon 
•ich  g«getut«itig,  nicht  bloss  in  der  Tendenz,  sondern  auch  »talTlich;  denn 
Gregora«  erzählt  auch  die  äussere  Geschichte,  während  Eantakuzcno«  sich 
bst  v&llig  auf  die  inneren  Streitigkeiten  beschränkt.     Wie   sieb    beide 
Hlnaer   im  Leben   schroff  gegenOberstandcn,  so  ist  auch  in  ihrer  wissen- 
■dtalUichen  Itichtung  ein  Gegensatz  bemerkbar.    Selbst  der  später  so  t>e- 
deatsam  gewordene  Streit  zwischen  Äristotelikern  und  Platonikeni  ist  in 
Oregoras  und  Kuntakuzenos  schon  verkörpert;  der  eratere  folgt  dem  Plato, 
der   letztere   kommentiert   anstotelischc  Schriften.     Das  beste  FrteU  über 
Kantakuzenos  hat  Gibbon*)  au^gettprochcu:  „Dlh-  Ncimc  und  die  Stellung 
4es  Kaiaers  J.  Kantakuzenos  Aussen  uns  wohl  ilos  lebhaftest«  Interesse 
ein.     Seine  Memoiren    Aber  41)  Jahre   erstrecken  eich    von   der   Erhebung 
iea  jflngeren  Andronikos  bis  zu  seiner  eigenen  Abdankung,  und  man  be- 
merkt, daas  er  wie  Hose«  und  Caesar  in  den  Szenen,  die  er  beschreibt, 
die  widitigato  Rolle  spii'Ite.     Doch  suchen  wir  in  diesom  beredten  Werke 
Tcrgobona  die   Aufrichtigkeit   eines   Helden   oder   eines   Büssers.     Er  hat 
tick  von  den   Lautem   und  Leidenschaften  der  Welt   in  ein  friedliches 
Kkiater  zurückgezogen,    bietet  uns  aber  keine  Beicht,  sondern  eine  Apo- 
Jogi»  dee  Leben>)  ein«.«  ehrgeizigen  Staatsmannes.   Anstatt  die  walircn  Ab- 
gebt«» und  Oiaraktere  der  Personen  zu  entfalten,  entwickelt  er  uns  nur 
di«  glatte  und  glänzende  Oberflftcho  der  Geschehnisse,  die  mit  seinem  und 
Hiaer  Freunde  Lob  Qberreichüch  aufgeputzt  ittt.    Ihre  Motiv«  sind  immer 
nü,  ihre  Zwecke  immer  legitim;  sie  verschworen  sich  und   rebellieren 
«koe  »elbrtsOchtiges  Interesse;  die  Gewalt,  welche  sie  üben  oder  ertragen, 
viid  lU  di«  spontane  Wirkung  der  Vernunft  und  Tugend  gefeiert.*   Ganz 
litMig  sagt  auch  Parisot:  .Die  Details  sind  wahr;  das  Ganze  aber  tauscht 
•der  sucht  zu  täuschen.* 

In  formaler  Hinsicht  hat  das  Werk  bedeutende  Vorzüge;  es  ist 
MhiitUeh  in  der  Komposition  und  im  Tone.  Der  Grund  des  straffen  Zu- 
— iWiiliBugee  liegt  vomehmliob  darin,  dass  sich  das  Ganze  um  einen 
loten  Uittf'lpunkt  gnippiert.  um  die  Pereon  des  Verfassers.  So  handelt 
'••  tnie  Buch  über  Kantakuzcnos  als  Günatüng  des  präsumtiven  Thron- 
*b(R,  dirS  rweite  über  Kantakuzenos  als  ersten  Staataminister,  daa  dritt« 


1  Di*  BmtfiaUli»  aber  das  Verhtluia 
I  K.  m  Or^MM  iel  B.  4.  24  f.   (rol.  8, 


111-184  ed.  Bonn). 

*)  Bist  of  the  declinn,  eUpter  68. 


% 


'9 


SOO  BfiutUniHb«  LitUrahirftoBcliichte.    I.  FroB&ucbe  LitUrator.         ^^H 

Qber  Kantalcuzono»  als  Mitbewerber  um  den  Thron,  das  vierte  cndlicb 
Qbor  Kantaku7enos  sIh  Regenten  und  (Iber  die  Ursachen  Hcint>s  Falles. 
In  seiner  Sprache  verrät  Kaiitakuzono!^  nicht  eine  aa  UDifa»t>4>tidtt  Belesen- 
heit  »-ie  Ürcgoras;  er  »chroibt  aber,  vielleicht  gerade  deshalb,  etwaa  ein- 
facher und  verständhcher.  TroU  seines  klas8ischvn  Tones  enthfilt  du 
Werk  eines  der  frühesten  Denkmäler  der  xiilgärgriecliiseheu  l*ro«a;  e*  ut 
ein  Brief  des  Sultans  an  di-ii  Kaiser,  den  Kantakuzenos  wörtlich  mitiöilt 
(B.  4.  U  =t  vol.  3,  94—99  od.  Bonn.).  I'oriBot  meint,  der  Brief  sei  erst 
von  Kantakuzenos  ins  Griechische  Übersetzt  wordon;  er  ging  aber  sicher 
in  der  vulgäreriechischen  Form  vom  Sultan  aus;  das  leigen  schon  die 
Worte,  mit  denen  <laa  SchriftstOck  angeführt  wird:  intunt  äi  xol 

Autwier  dem  Ge«chichtawerlce  verfasste  der  Kaiser  eine  ParaphH 
der  ersten  fünf  Bücher  der  Nikomachiachen  Ethik  (z.  B.  im  Cod. 
Mus.,  Addit.  Ms.  19060)  und  ein«  Keiho  von  theologischen  Scbriftea 
(vgl  S.  105). 

1.  Au8ga)i«n;  G«sohicht><ircrk:  Zuerst  lateiniscb  ediert  von  Jac  Pontanui, 
Ingobt.  1603.  -  Dünn  too  einem  Ungennniiten  Gniece  ot  L&ÜDe,  3  voll,.  Paris  I6ti.  — 
Wiederholt  V«nedia  lT2i.  —  Im  Uoniior  Corpue  ,m1  J.  Scbopon,  3  vnll.  Uoiui«>  1828-31 
mit  den  Beilagen  der  Pariser  Anagabe;  il«r  Text  i»t  geRirderl  durch  Kmvndalioucn  tm 
Niebuhj-  und  HeinricK  Graiiert.  —  Wiederiiolt  bei  Mignc.  Patt.  gr.  l."..!  nnd  J64,  1-7IÖ 
mit  don  Schriften  gegen  die  Muliamedniier  und  gegon  BnrI&nni. 

2.  HtIfKniittcI;  M.  Uaiiko.  D»  bytant.  ror  aoriplor.  ß.  602-628,  —  J.  «B 
Ham^ll^T.  Do  hyx-  bist  oltim.  acriptor.  <>x  bist  Oaninnica  elaoidandia  et  corrigendit,  b 
dt-u  Cummcnt.  socii-tntis  r<<g.  sciont,  Uottingennis,  cl.  bist,  ot  phiJ.  6  (1823— 27)  iÖ8— lU 
—  Zur  Haohlich«!!  ErlAutcriing  dns  S.  29C  liticrl«  Werk  von  T,  Florioskij  und  duMibta 
Vert.  Scbrift :  Andrunlkos  der  JriDgore  und  Johannes  Enntnkuzenos,  Joum.  3din.  1879  Bd.  SCM, 
Jiili-AuguKt  8.  87-143;  219-2^1;  Bd.  205  SopL-Okt.  S.  1-48;  18H0  Bd.  208  Uta 
und  April  S.  827-334.  Vgl.  Archiv  alav.  Phil.  4  (1860)  716.  —  Den  B«ricbt  dM  KaaU- 
kiUPnos  Obtr  di<>  KrDnung  Andronikoa  111  (1325)  illustriert  W.  Fiachar,  l^o  KuMr- 
krCming  in  Byuntion,  ZeitMofar.  für  nUgemeine  (Itaehiohte  4  (1887)  81  — 102.  —  Nerul»»». 
'0  floaiiti-;  /lornjc'i:  'lainünif,  Hin  'H/Aign  vom  13., 2&.  Juli  1891,  Nr.  867,  fawnJeU  llbtr 
einige  mit  TTnivchl  auf  KoiHt'r  .Tohannes  Kiintakuii-nun  EUrUckgefahrt«,  in  Wahrheit  TOn  den 
eerbisclien  Fnr!it«u  JuhniiuvB  Uruah  slammendu  Ri>lii]Ui(>D  im  Kloster;  iijc  .Vft»fiof^ti«ni 
in  MnleorB.  —  HauTitacbrtft:  Val.  Parisot,  Cantacusäne,  bomme  d'Atat  et  niatoneB, 
Paris  1845, 

3.  Ein  ZeitgenoM«,  Simon.  Erxbiscbof  von  Theben,  riebt*!«  an  JobaonM- 
Jo&BApb  14  jflmbl^cbe  IVimeler,  iii  «dclieii  er  die  Tapferkeit  des  Kaiaeta  und  die  FrOmoip 
Iteit  dos  MOncbes  prie«:  sie  steben  l  B.  im  Cod.  Marc.  151  fnl.  208. 

4.  Biographie:  Eine  huire,  in  d»r  Hs  Obrigens  om  Schlusie  veretainnielte  Bi 
^raphie  ies  Kaisers  Jobannes  KnntAkuteiioe  verfosete  in  ni-ngriechiedivr  Sprache  dar  1 
aeiiie  Zeit  und  l'mgebnng  rerbt  neleiirl«  Arit  Jobannes  Koninenos  (geb.  1657;  17 
Biatbof  von  Driatra;  t  1719  zu  Bukarest):  loaiinia  Comneni  medici  Vita  Io«niiti  CiuitaciiHiii 
Itoinaeoram  InipcrntoriH  ed,  Chryaiinlhu«  l.opitrev,  Pctrupoli  18(58.  Unbor  d^s  IxW 
ntid  diu  sonstigen  Kcbriftcn  dieses  Jnbannva  Knninenos,  der  tue  dan  Ivtxlen  äprSatÜKg  dM 
Kaiierhunsua  iler  Koninunen  gilt,  vgl.  die  Einloitung  von  Laporev  und  di«  «iocÄtOJ« 
UntcrHUcbung  vu»  A.  Pnpadopulos  Kerameua   JtXtior  2  (IS«— 89j  667— «78. 

5.  Name:  Dass  «ich  .lobnnnus  als  Manch  Junsuph  nannte,  ist  siober  buengtl. 
im  Cicscliiditswork  III  307,  6  ed.  Bonn.,  in  dem  oben  erwäbnlen  üuilichte  des  Simon  « 
in  der  Kinlt'itunji  duH  Wctkc«  gegen  die  Juden,  wo  ex  berichtet,  früher  bubu  ur  don  Pur|ii 
gpirngcn,  nun  aber  6vi  er  Mönch  und  heitee  Joimapli,  Ougugou  leaim  wir  in  dur  l.'cb< 
Bobrift  di-esolbon  Werkoa:  Xfiaroifiiviiiv  uoi-n/oii  i.k.  B.  Cod.  Marc.  l&l).  und  in  dem  ( 
Getwbichlanork  einleitoudDD  Briefwecbsej  (s.  o.  S-  2i)8|  ist  unter  Obriatodulua  ebenfi 
der  Kaiser  xa  veratobon.  Er  bat  also  Christoduloa  uU  eine  Art  Sehriftatellerpseudan 
geführt. 

130.  Johannes  Eananoe  {'hitivvrfi  ö  Kavavöi)  ergriff  aus  einem  fthii 
lieben  Anlasse  die  Feder  wie  einst  Thoodoidos  von  Syraku»  und  .lohann 


Wf     II 

i 


ft.  OvMlilebtMhtriW  und  ChroniBlan.    i.  0M«lileliUclu'ei1i«r.   (g§  ]30— 131]    301 


Kameniates.  Im  Sommer  den  Jaliros  1422  hatte  Murad  11  beschloRaoii, 
dpin  Reste  des  lthi>mäerreicliea  den  Todenstons  ku  versetzen.  Er  Nammfitö 
^Ktivn  50000  Krieg«!-  vor  der  Stadt  und  uiilunwlmi  ain  24.  August  rinou 
Sturm  auf  di«  Mauern;  doch  wurden  die  Türken  durch  die  tapfer«  Oegen- 
w«lir  des  Volkes  zurUdigeschlagt!»  und  verloren  sogar  ihre  Belag«rungä- 
naacbmen.  Als  bald  darauf  der  Druder  Murads  mit  einem  Hcero  vor 
BnsM  er«chioR,  um  mch  de^  Throne»  zu  heniäclitigcit,  »ah  sich  dur  Sultan 
genMigt-,  dio  Belagerung  aufzulicben.  Kannnor).  der  die  llöUung  der  Stadtj 
nie  einat  der  Patriarch  Sergioti  der  Uilfo  der  hl.  Jungfrau  zuschreibt,! 
sdiildert  das  Ereignis  in  einer  Schrift,  die  den  Titel  führt:  'Itoüivoi'  xov 
Samrov  Jit^yr^i^  /r*ßi  lov  dr  Kaitatai-itvovtiölfi  yfjnvaio^  noXt\uov  xatä 
ti  ,c%il'  ftof,  ut<  o  Uftoi'^äs  rrüi  na^intat  %avitj  /teiü  Swäfttus  ßa^»(it( 
MM  Jia^  äkiyoi-  tai'ttjV  tn^titn,  ft  fi^  >]  vnt\myiog  l*'i"i9  ""'  ""(/iov  tavii^v 
ifvka^f.  Kananos  ist  ebensowenig  Historiker  von  Fach  wie  Theodosioa 
nnd  Kameniates;  er  versteht  ntrht  einmal  die  byzantinische  Kun^tiitpraehü 
n  gebrauchen:  aber  gerade  die  NaivitJLt  seiner  Diktion  verloilit  dem 
Sduiftchen  RcIk.  Merkwürdig  ist,  das»  die  Darstellung  »ich  im  Verlaufe 
der  Erzählung  immer  mehr  dem  volksmiLssigon  Idiome  nähert,  bis  der  Ver- 
&p«er  endlich  bei  der  Beschreibung  des  flauptstiirmen  sich  ganz  vergisst  und, 
von  der  Erregung  fortgeriesou,  jede  KilckMiolit  auf  die  scluiftsprachlichc  Kon- 
veoienz  bei  Seite  setzL  So  gewinnt  die  Erzählung  trotz  de«  weinerlichen 
Tones  und  trotx  der  Schwerfälligkeit  des  Stiles  eine  gowisae  Frische  und 
wird  anschaulicher  und  verständlicher  als  die  rauschenden  Ferioden- 
itrömo  maucher  Fachhiiitoriker  von  Kyzanz.  Während  jene  durch  ihre 
P<d*oterie,  Völker,  Orte,  Zeiten  und  BUnatigo  ISegriffu  mit  attischen  Aus- 
weiten tu  belegen,  häufig  undeutlich  werden,  erfahren  wir  aus  Kananos 
dw  Kutlientiitchcn  Namen  von  Truppengattungen,  Waffen,  Belagerungs- 
•wkzeugen  u.  s.  w. 

E4.  pr.  Leo  Allatiua,  Paria  IC51  (mit  Joel  iind  Q.  AkropoliUs).  —  tm  Bonuur 
C«t|as  «1.  I.  Bekker,  Bonuoe  18^  (mit  0.  P)iranti«s  und  J.  ÄuitgTioBtes).  —  Wiuiiurholt 
kb  Migae.  PkU.  gr.  tS6.  61-81. 

131,  Johoimee  Ana^ostes  {luitirfiji  6  '.it'apiattTi.i)  ans  Thessa- 
Woik«  beschrieb  auf  Ersuchen  einer  hohen  Persönlichkeit  die  Eroberung 
MÜer  Vatenttadt  durch   die  Türken  im  Jahre   14:)ü:  JiiyfTpt^  ntqt  <^s 

naiiant  aiir^aarta  rt*^i  lat'tt,^,  rff  tniiitiiif.  Chronologi.sch  steht  Ana- 
gaoitM  dem  Kananos  nahe,  der  kurz  zuvor  einen  verwandten  Oogenstand 
SMchildert  Iiatt«.    Doch  sind  beide  in  der  Behandlung  ihres  Stoffes  ziem- 

tW  Tefwhieden.  WBhrcnd  Kananos  in  volkstümlicher  und  naiver  Weise 
•Ma  Eindrücke  wiedergibt,  strebt  Anagnostes  sichtlich  nach  kunstgemässer 
Qnippiening  und  reinlicher  Gräzität.  Seine  Erzählung  ist  im  ganzen  sscli- 
'6A  nd  glaubwürdig:  abgesehen  von  der  Einleitung,  wo  er  in  einen 
»•iaerlichen  Predigertwn  vorRült,  hält  er  sich  von  Übertreibung  und  De- 
Utmation  ferne.  Die  üblichen  Zitate  aus  Homer  und  der  hl.  Schrift  hat 
■r  mit  den  Facbhistorikem,  denen  er  nacheifert,  gemein. 
YA.  pr.  Leo  Allaliva,  SinfUMta,  Colonia«  Agrippmiut  l&hS.  —  Mit  GonoNioa,  Tnie- 
*t  >7S3.  —  Im  Uonnvr  Cotpus  ed.  I.  Beklier.  Bonns«  1838  (mit  Phronlzo«  und  KanaoM). 
-  Wtfd«rii«U  bei  »igoe,  Pktr.  gr.  1&«,  &89-63«. 


Bfiantlnisolie  Litteratnrgeeobielil«.    I.  Proiftisebe  LittcFfttnr. 


)ä2.  Laonikos  ChaUcondyles  {jiaoviMi  i  XaiiatrdvXt^)  stammte  aad 
einer  vornehmen  yamilie  Athen«,  welche  um  die  Mitte  des  15.  Jalirhnnderta 
durch  dio  dynastischen  tHjhden  der  frSDkischcn  Beherrscher  verlrifln-D 
nach  Italien  flüchtete.  Laonikos  verblieb  in  Oriochenland  und  hatte  reich- 
liche Gelegenheit,  dio  blutigen  Kämpfe  der  fränkischen  und  griecliischeo 
Herren  unter  eich  und  mit  den  Türken  aus  der  Nfih«  zu  betrachten.  Als 
Gesandter  an  Mnrad  II  wurde  er  von  demselben  gefangen  gehalten;  das- 
selbe Los  erlitt  er  zum  zwcit«nmale  1446  als  Ahgesandt<-r  dcB  I>espot«B 
von  Lakonieu  Konatauti»  Dragasiit.  Über  seine  weiteren  Schickaale  ist 
nichts  bekannt;  dnch  erlebte  er  noch  den  Fall  von  Konstantinopel  und 
Ti-apczunt  (1461).  Laonikos,  der  einzige  Athener,  den  die  byzantioischo 
Litturaturgeschiclite  kenut,  verfasst«  10  Bücher  'latnffiiöy  über  die  Zett 
von  1298 — 14(>:i.  Der  fundamentale  Unterschied  dieses  Werkes  von  aUen 
früheren  Leidtungen  der  byzantinischen  (ieHchicIitKchreibung  liegt  in  der 
Thftt«acbe,  dass  hier  nicht  mehr  Byzanz.  sondern  der  tarkiaeho  Staat 
im  Mittelpunkt  der  Erzählung  steht.  Laonikos  schildert  nicht  den  Todw 
kämpf  des  griechischen  Kaisertums,  nicht  die  kleinlichen  Intriguen  un 
die  dogmatiacfaen  Streitigkeiten  der  Byzantiner  wie  Gregoras  und  Kant; 
kuzenofl,  sondern  ein  grosses  und  neuea  Thema,  die  ungehouro  Muckt 
entwicklung  dee  jungen  Osnianem'eicheH ,  da«  sich  auf  den  Triimmor 
griechi«cIior,  fränkischer  und  »laviechor  Herrschaften  aufbaute.  In 
Einleitung  gibt  Laonikos  eine  sehr  klar  gefaßtste  Übersicht  der  Welt- 
geachiclite  von  den  Assyriern  bis  zum  IH.  Jahrhundert.  Die  geschickt«  Kr- 
örterung  des  Überganges  vom  Hellenismus  zum  ByzantineHum,  die  scharfe 
Tremiung  der  Begriffe  Itönior  und  llliomäor  und  die  besonnene  Darlegung 
der  Unionsversuche  machen  seinem  geschichtlichen  Verständnis  alle  Kbre. 
Nachdem  er  noch  den  geringen  Umfang  des  byzantinischen  Koichea  ud 
SchIuB.se  des  13.  Jahrhunderts  beschrieben  hat,  entwickelte  er  seinen  Plan, 
die  £rstttrkung  des  TOrkentums  zu  schildern:  'Ü;  ow  fxaata  xoviar  ^vti^t^ 
yiviai>ttt.  (ig  f«  Ttäv  'EkXrjvai-  Ttdüyfiata  x«*ß  ß^f^XV  antöXtio  ^i/ti^fui 
ittö  Tov^xmv,  xa't  u$  td  ixtivtov  /itytiXa  ijivuo,  t^  ju*Yo  <><>  '^ 
tövit  tör  j^povcff  iövra  tviaiftoriag,  JTnfiri^ifofit&a  /n«fiöi-tf{, 
Zoov  6^  *(  xö  lixQiii^attQor  tnvitofttVa.     S.  9  ed.  Bonn. 

Der  Stoff,  welchen  sich  der  athenische  Historiker  gewfthlt  baty 
wohl  der  grossartigste,  aber  auch  der  schwierigste,   der  in  der  gesamt 
byzantinischen  Geschichtschreibung  vorkommt.     Seine  Vorgänger  schÜderii' 
Ereiguisso,  die  von  dem  grossen  Mittelpunkte  Konstantinopel  ausgiiigoa 
und  stete  auf  ihn  zurückliefen;  das  zentrulistische  System  hat  ihnen  ti 
Aufgabe  wesentlich  erleichtert.    Laonikos  dagegen  stellt  eine  Epoche 
in  welcher  die  byzantinischen  Dinge  in  der  Geschichte  der  Türken,  Fraokei 
Slaven  und  der  gr^chiechen  Despoten  versinken.     Der  Schwurpunkt  wr 
legt  sich   nach  dem  jeweiligen  Standlager  der  osmanischen  Machthabeff 
die  militärischen  und  politischen  Bewegtmgen   gehen  nicht  melir  von 
alten  Bosporusstadt  aus,  üondern  eilen  von  stet«  wechsülnden  Punkten 
auf  Byzanz,  bald  auf  dio  übrigen  noch  selbständigen  Gebiete  von  Osteurof 
Dass  diu  Völker,  welche  die  Neugestaltung  der  Dinge  Übernahmen,  tnmi 
Idiome  sprachen,  musste  die  Schwierigkeit  einer  genauen  Information  bfr 


A 


8.  8«««bi«ht 


und  CbroaUtm.    A. 


■chreiber. 


■eateod   ertiühon.     So  versteht  man.  daea  ea   selWt  einem  Talente  wie 
Tbalkondyles  nicht  gelingen  wollte,   den  frcmdurligon.    von   keinem  Vor- , 
glagM*  gemcbteten  Stoff  gleiclimteflig  zu  diirchdriitgen  und  zu  ein«m  deut- 
lich abgerundet«»  ti^ysamtbildo  zueammenzufaäsen.    Die  atßrendo  Ungluicb- 
brit,    mit   der   er  die  Ereignisse  behandelt,  hat  that»ftchlich  ihron  Haupt- 
■  grnud  im  Dberfluss  oder  im  Mangel  an  Material;  wenn  or  z.  B.  über  die 
wichtigen  Kämpfe  des  Kilnigs  Mathias  gegen  die  Türken  auffallend  schneit 
kinweggeht,  dagegen  die  pekiponnesischcn  Wirreu  an  dieser  Stelle  wie  im 
guuen  Werke  aüttfiilirlieit  buhundelt,  so  tliut  er  es  nur,  weil  er  Über  die 
ing«legeDheiten  im  Xorden  weniger  unterrichtet  ist  als  über  die  in  Morea,  ' 
i  t»  er  mm  grossen  Teil  selbst  beobachten  konnte.     Ganz  ungerecht  wäre  ' 
w,  ihm  gar  seine  fabelhaften  Berichte  Ilber  die  Völker  von  Mitteleuropa  '- 
1  mzuwerfen;  dic»«lbc  Mischung  von  Wahrheit  und  Dichtung  über  fremde 
I  TABter  findet  sich  auch   in  den  abendländischen  Werken   des   15.  Jabr- 
,  bnndertB,     CbarakteristiBcfa  tür  die  geographischen  Anschauungen  seiner 
ZA  sind  die  Exkurse  Über  Frankreich,  England  und  Deutschland,   die  er 
W  d«r  Brwihnuug  der  griochisehen  Versuche,   \'om  Abendlande  Ilitfe  zu 
orittDgeD,  einreiht  Freilich  leidet  auch  bei  ihm  die  Deutlichkeit  der  ethno- 
grapischen  Angaben  durch  die  in  Byzanz  übliche  Sitte,  statt  der  zeit- 
genÖauschen  Beziehungen  altgriechische  Namen  anzuwenden.  Die  schwüchsto 
Seite  dee  Loouikos  iet  vielleicht  seine  Chronologie;  er  bedarf  hier  gor 
mlu  der  Kontrolle  durch  Dukas,  Phrantzea  und  andere  zeitgenDssische 
QaiOeD. 

In  seiner  Darsioilung  hat  Chalkondyles  noch    viel  gründlicher  als 

•MM  nftchsten  Vorgänger  mit  der  byzantinischen  Tradition  gebrochen;  er 

wmmt   «ob   ganz  bewu&st  und  ernsthaft  den  Herodot  nnd  Thukydides 

toiii  lloster.     Ähnlich  wie   Thukydides  beginnt  er  mit  der  Vorstellung 

seuer   Pereou:    j^aotiKip   'Aiti^vttiif   tüv   xutu   xöv   ßiov   ch   i^  i^t'ar   i«  xai 

ÜMot^r    ätfifftitw    #V    i(Tfo(i/ar   l^vyytyQaTftai    tädt.     Seine    Versuche,    um 

jedno  Preis  im  Stile  Heiner    alten  Vorbilder  zu  schildern,  machen  seine 

8|mche  undurchaichtig  und  schwcrHÜlig ;  or  ringt  mühsam  nach  dem  Aus- 

■bocke  und  kann  das  richtige  Wort  nicht  immer  linden.    Von  Barbariamen 

lad  Dunkelheiten  ist  er  frei,  daftlr  aber  leidet  er  wie  alte,  die  ein  kOnst- 

Ueli  angelernUfS   Idiom  verwenden,   an  Dürftigkeit  und    Monotonie;   die 

Varbindung  der  Sätze  beruht  auf  einförmigen  Schemen,  und  gewisse  Lieb- 

I    hogBvQrter  kehren  zum  Überdruss  oft  wieder.     Dazu  verrät  dieses  Grie- 

t^üdi  einen  ganz  modernen  Sprachgeist;   viele  Stellen  lesen  sich  genau 

wie  (Us  miaslungeno  Altgricchisch,  dcttscn  sich  manche  Griechen  der  Qogon- 

wut  befleißigen;  Wörter  und  Formen  sind  alt,  der  Gedankengang,  die 

VtrbtnduDg,  oft  auch  die  Phraseologie  bleiben  modern.    Deutlicher  als  ja 

iwor  zeigt  sich  bei  Laooikos,  wie  selbst  ein  Uriecho  ^a«  Altgiiochiecho 

HT  loaserlich  erlernt  und  nicht  mehr  goiütig  zu  beloben  weiss.  Bei  alle- 

4mi  uigt  sich  in  «einem  aufrichtigen  Streben,   der  Herodot  des  lö.  Jahr- 

bsoderto  zu  werden,    der  Morgenstrahl  des   anbrochendou  neuen  Tages. 

Durch  seinen  Bruder  Demetrios,  der  die  erste  Ausgabe  der  llias  besorgte 

Bad  die  fllr  das  Studium  des  Griechischen  im  Abendlande  wichtigen  'f^w- 

tfjttna  abfasst«,  ist  der  Name  Chalkoudyleti  für  immer  mit  den  Anlangen 


304 


Byzantinische  LitterattirgeBcfaiclit«.    1.  ProBUMhe  Litterktor. 


des  Humanismus  verknüpft.  Dium  aber  auch  Laontkon,  obschon 
durch  seinen  Lebensgang  und  seine  litterariscbe  Thätigkeit  den  Wir 
fies  Orients  näher  stand  als  den  Gelehrtenkreisen  Italiens,  die  It^gung 
neue»  Ooistes  verspürte,  boweist  die  Form  seiner  I)ar8t«llung,  süin« 
gemoiuo  politische  und  kulturelle  Anschauung  und  inanchu  einzelne  Äu 
rung.  Seine  Rechtfortigung  doa  Gebrauches  der  altgriechischen  Sprach 
die  über  den  ganzen  Erdkreis  vurbreitot  sei,')  bezieht  sich  offenbar 
den  Ueginn  der  griechischen  Studien  im  Äbendlande.  Die  daran  guknüpf 
Bemerkung,  das»  der  Huhm  des  Griecbittchen  noch  grOesor  aoiu  wo 
wenn  einmal  ein  grivchii^chor  KOnig  und  ««ine  SprOssUnge  übe^ 
ein  griechisches  Reich  herrschen  werden,  klingt  wie  eine  Prophe- 
zeiung der  in  unserem  Jahrhundert  errungenen  Wiedergeburt  des  hcU*- 
nischen  Volke«:  xai  xJ.iog  fiiv  uvif^  («c.  f j  'EXXt-rmij  fiortj)  n^ya  tö  aof 
avri'xa,  /«(^oi-  rf»  xal  f'cavifig,  oitöii  rfij  ävti  ^aaiXtiav  ai  ynt'Xrjr  'Eliifl 
ye  ttvtös  ßa<Jii.fi%  xai  ^f  airtov  foöfitrot  ßactXfti  ot  di]  xal  oi  %mr  *E)JiJ^y 
ftatjff  {iiA^F^u/jJi'ot  xatä  a^v  aviüv  litifia  m;  r^Justa  ftr^v  cy(« 
ui'tmq,  roig  <St  aiioig  mg  x^attata  noXiifvoirto.  Der  folgende  I'anegyrili 
auf  die  Hellenen^)  Hunt  sich  wie  ciue  Stelle  aus  einem  italieuisctien 
französischen  Ilumanisten.  Wie  der  Stoff,  den  Laouikos  darstellt, 
Teil  schon  Qber  den  tragischen  Schluasakt  der  byzantinischen  tiescbicll 
hinausfällt,  so  hlickt  auch  seine  AuTfassung  des  Hollenismus  in  datt  Zeit 
alter  der  durch  griuchiüchc  Flüchtlinge  auf  italiiichoiu  Boden  vorb 
reiteten  Wiedergehurt  des  klassischen  Altertuma. 

1.  Äuegabon:  EJ.   pr.   Graeca   »t  Latine  Juli,  Balth.  Banml 
Beiaelberg),  Oeof  1015.  —  EJ.  A.  FabruluB.    Paris  1050.    —   Wie 
—  Im  Bonner  Corpus  reco^n.  I.  Bvkker,  Üonn  1848.   —  Wied«ihoIt  b«t  llign«,'! 
gr.  159,  mit  meliroron  Er^huEungsscbtiften. 

2.  CeborectKungen:  Lateinisch:    Vor  der  VeraffentlichuDg  des  griecli.  T* 
von  Conr.  Clanserus.  Basel  135C,  mit  Theodoros  Gaies  ,De  ongiae  Turuwuio',  Lmd 
dus  Chiua  ,De  cantivitate  Cpolis'  n,  s.    —   Dann  Qfter  mil  Znnsras,  Niketas  Akomioi 
und  Nikeplioros  dregoras  su  Corpus  univorsa«  hiBtoriae  prscsortim  Byiaiitinafi,  B*sel  li 
Paiis   1567.  yrnnkfurt  n.  M.   l^TB,    —    Franzasisch:   Von   Üluist<  do  Vig«n6r«.   Pa 
1577  luod  Öfter).    —    Wiederholt    mit  anderen  ätUcken,    welclie   die    tDrkisdi«  Qt»       ' 
forlmUen,  von  Arlus  Tliomna,  2  voll,  Paris  1020:  dem  praclitvnllMi  Work«  sind 
historiacli   ttuaaetst   wichtige    lllii^lralionen    beige):ebea.    welche    di«   durch   TrnJitMII 
Vomelirirt  ^eouu  geregelte  Tracht  dor  NntionnlitlUen.  Kluesen  und  StAnde  doa  TBritwni 
verunHciliBuliohea,  —  Ohne  die  lllustrutionon  wiederholt   von  K.  E.  du  Hoi«r>T,  2 
Koueu  1660. 

3.  Hilfaniitteh  J.  von  Hummer' 9  tu  §  r^9  silierte  Schrif),  in  der  ndilAcbl  I 
lieferte  F.igcnnniuen  bt-i  Laonikoe,  Dukas.  Anngnosles  u,  a.  verbcatmrt  werdon.    —    L. 
Tafel,    In  Laonici  Cbulcoeondylne  Alhon.    hi»t.  Tur«.   nieletuniala   crittca,   MonaAliü    18 
lib'eBtachrift   «ur  Thicrauhfeieri.     Kviithve  Mntsriul   zur   Textkritik   llndut   »ich   im  NacUl 
Tkfala.  —  F.  GroKoroviuH.   Üeachiubt«   der  Stadt  Athen    im  Mittelalter.   Statt^Mt  18 
II  816 ff.  —  Sp.   Meraitis,   Sur   un    pasaniie  de  Chslcondyle    relatif  aux  Anglais,   Bf' 
des  «I.  gr.  1  im»)  »4—08  liu  Clialk.  S  il'i.  12  IT  ed.  Bonn.).  ~  ZarKt^taanm  nndl 
trolle  des  Clialkuodylva  wie  iiui-b    anderer  bj'iaiitioischor  Qoellea  des  14.  an«  1I>. 
hunderts  INikephoros  Oregora«i,  Johannes  Knntakuzenos.   Dukas,  Phranlaes)  dieot  die 
Jonn    Bngdnn   entdeckt«   und    im    A(ch.    sUv     Philol.    IS  1 1^90)  526  (f.    heraiisjtv^eb 
bulgoriaohn  Cliinnik.   VkI.  Cent.  Jireiek,  Zur  Würdigung  der  neuentdeckteo  bu]|tansd 
Chronik.  Arch.  »lav.  Diil.   U  (1891|  S55  IT.     Dazu  Joan   Bogdan,   VeohUe  crooie«  Mal 
veneaui  pnna  In  Urrrhin.  Bukaresl   IS91.   —  Einiges  lur  Erklärung  und  B«iDrt«ilang  dcrl 
KAhlung  des  Chnlkondylen   Innirie   des  Dukas  und  P)irnnttee1   Ober   die    KosoTosohlseht 
(1389)  findet  mau  in  dar  Bespicchnng  des  auf  dieaee  Ereignis  beillglicheii  eerbiscbMi  Ü» 


>)  &  4,  1$  ff.  ed.  Boaa. 


>J  S.  5,  3  C  ed.  Boou. 


S.  0«Mhiehtaehr«lbor  bb4  Chrosisteii.    A.  Qwchiobtc«br«ib«r.    (%  133j    305 


bw  Asnua  Sofrr«na«D,  Bcitnu  nir  ti«oliiobt<)  der  KnlwicklanK  dor  Mrbisdion 
Uesdi^tu«,  Ank.  lUv.  PhU.  16  (1^2)  235  S.  —  Zu  Chalkondy las  S.  416  f.  ed.  Bonn. 
L  B.  Nisb«!  Bain,  Tlie  sieg«  of  Belgrad  by  Muliunmed  II,  Jnlv  1—23,  14&6,  Tbe 
(lU  Uialor.  Ravmw  7  (1692)  330-2^2. 

4.  Nana:  Dia  Paiiaor  llan<]»cbriftea  bsbea  Mwobl  im  Tito]  hIh  im  T<ixl4>  dio  Form 
tM»'rJvU,t,  M  daaa  man  nn  ein«  Ablcitni^  von  riirif^a  (KvriB.  I^ar.liter)  denken 
iMrta.  lia  eod.  Homc.  150  «ocbatU  dia  Scbraibung  iwiavhco  XaixörivXoi  und  XaXxö- 
llat.  DMBatrm  RaaDl  «ick  in  sainaB  Scbrifton  gawßbniiuh  Xaktnrdvltn.  oinnml  ia  eiacm 
livfp  XmXinrJvlat.  I>i«  nriiprflngUcho  Farm  ist  wohl  Xaljcoxoi-^i'Ai;;  (der  Mmid  mit  dem 
WiMD  ltriA«l}i  danu*  <ruid«  dutch  eine  achr  RcwOhDlicbe  VerknnuDjc  (k,  It,  rtiirfaror 
»  nnmtfiiKtr,  Uift^xf"^  ■*>*  i*T^'4p''J'/<«(  |Uci«l<TbaDa,  GramiD.  d.  alt.  Insclirirten  * 
.K|,  avTsaifo^i;  ana  acrarnatpo^i;)  Xnijiorrft'iiK  und  IiiwaDS  lautgaaatiliuli  XBpKnyJvltje. 
X.  t,aK'"od>  Uibliograpbi«  bcllteiane  1  (16ä&)  Introd.  S.  94,  —  Wie  die  volle  Farm 
■laara*  Jpli;<  »drr  XfrÜHKOKiTrli^  wobl  Dur  auf  gvlahrtor  ZurocihtmacliUDg  von  XoJjcorih'iiK 
MdA,  ao  int  Tielleicbt  auch  drr  Voruuine  LaonikoH  nichta  nla  oino  uitiqnarjaobo  Aondo- 
Wg  da«  gletcbbedeDtvodeu  TuiifnuluMiS  Nikotaoa. 

5l  EiiM)  All  l)io|{rapbi«  d««  Laouikva  uod  I>einotrioa  Obalkondylag  acbrieb  d«T 
Jiiadöacbe  Arzt  Aelouiua  Kaloajmas  tu  Toledo  in  dor  twciCm  lUllte  dea  Ht.  Jalir- 
ndaite.  Ed.  K.  tioyl,  Cbroniqtiea  (iTdco-ltoinui««  S.  248  ff.  rober  dipNun  Kalonynaa 
gl.  E.  Hiller,  Catalogae  daa  iubb  gr«oa  de  Ia  bibliothbqiia  do  rKicnrinl ,  Paria  1^48 
.  XXII,  und  Üb.  Öranx,  Easai  aar  loa  originaa  du  fonda  greoa  d«  Tl'.^curiBl,  Paria  ISäO 
=  BOL  de  l'^cole  dea  lUaU«  fAuitn  iC.  faac.)  S   342  f. 

IUii]it»cbn(t  Dbw  D«molrioB  Cbalkondylea  (gab,  14S4,  geat.  1511):  K.  Lesrand. 
Uk^r.  baU.  I  \ltsSH  Introd,  94-101.  —  Acht  Uri«fe  d<>a  Demetrioa  CbnltcendyleH  an 
pumtm  Loraaii  ad.  U.  Noirot,  Miilanges  d'arDh^olngi«  et  d'bialoir«  da  l'Aoole  fran^iae 
•  bao  7  (1?!}T)  473—500.  —  Seine  llins  erschien  Ploreni  USS.  sein«  Y:0ur>Tuu(«i  Mai* 

tum, 
1S3.  Dukaa  ('/ot'xot)  veHaDst«  ein  Geschicht-swcrk  Ulicr  die  Zeit 
_j  1341  —  1462.  Der  Autor  de«  ohne  Titel  in  uinur  einzigen  Hand- 
chrifl  (ood.  Paris.)  Dborliofcrten  Workc»  gibt  siuli  im  Verlaufe  der  Er- 
lUuni;')  aU  einen  Enkel  jenes  mit  der  KaiBerTaratlie  Dukaa  verwandten 
licbKcl  Uuka»  zu  erkennen,  der  in  dem  verhängni.svollen  Streite  zwischen 
lohmnefl  Vi  Kitnuku2«uü8  und  Johannes  V  Pulftologos  cinu  Kollc  epicito. 
Mb  Vomanie  wie  auch  Ort  und  Zoil  »einur  Geburt  bloibcn  unii  unbekannt; 
laJbx  erfahren  wir  aus  »einem  Werke  sonstige  biographische  Details.  Er 
wir  ia  i'hokSa  ans&isig,  diente  dem  dortigen  gennodschen  PodüHtii  als 
älkntir  und  war  später  Zeuge  dor  Vorbiirc-itungen,  welche  diu  Türken 
n  Didjrmotoichon  zur  Eruboning  KonslanÜnopels  trafen.  Xach  dem  Falle 
iet  äüdt  wurde  er  von  den  Gateitirzis,  den  Beherrschern  von  L&tbos, 
ab  Oeaatidler  verwendet,  verhandelte  mit  dem  Sultan  wngcn  seiner  An- 
iprtobfl  auf  ^««boii  und  brachte  ihm  1455  und  145t>  den  Tribut  nai-h  Adria- 
voyd,  Aas  seinem  fruundsc-huftltclion  Verhiütjiisso  zu  den  Genuesen  erkl&i-t 
■ch  auch,  diuts  er  sich  als  eifrigen  Anhänger  der  Union  bekeimt. 

Dem  G em: h ich tä werke  dct*  L>uka.s  geht  wie  dem  des  Ohulkondyles  eine 
«altgeechichtliche  Übersicht  voraus,  dio  hier,  dem  populären  Charakter 
!•  ganzen  Werkes  entuprocliend,  in  der  aus  dun  Chroniken  Übernommenen 
Vons  äatir  gene^ogiachen  Übersicht  von  Adam  bis  auf  die  Pulilologea 
fl|abra  wird.  Schon  im  xweiten  Kapitel  kommt  er  zu  seinem  eij;entlichtin 
TÜmM,  indem  er  die  Ausbreitung  der  Ttlrkenliurr»chart  bis  zum  Untergänge 
B>j>rtdii  (1402)  darlegt.  Erst  dann  wendet  er  sich  zur  byzautini.ichon 
ft—Hrffhtft  Bvlbst  und  beginnt  hier  mit  der  ErzAhhing  der  Aspirationen 
^  Jobannes  Kantakuzeuos.     Man  kann  demnach  das  Jahr  134 1  aU  den 


c 


>  8.  »,  »  «d.  Bona. 

4ar  UaM,  AlMIwamMfaMbrfi  U.    I.  IVOg-   >■  *«*■  ^ 


306 


ByzantJaücliB  LitUrfttargOBehiolit«.    I.  Pi««ftüche  Litt«ratar. 


eigentlichen  Anfangspunkt  dos  Werkes  hoiieiclinen ;  doch  behandelt  Dul 
die  zuiißeiist  folgenden  Ereignisse  noch  ziemlich  sumniiu'isch ;  zu  grSa 
Äuiiftilirliclikoit  gelangt  er  erst  mit  dem  It«gterungäantntt«  B^ceids  (If 
Von  den  by>iantiiii»chen  Kaisern  werden  aUo  nur  die  drei  letzten  Pull 
logen  Manuel,  Johanno»  und  Konstantin  (1391— HM)  eingehender 
hnndelt.  Mit  der  Eroberung  von  Iiesubos  durch  Mohamed  11  im  Jahre  H 
Hchlieeat  Dukas.  Das  Werk  bildet  mithin  ein  Fortsetzung  des  dreger 
und  Kantakuzenos,  eine  Ergänzung  des  Chalkondylos,  Pliruntzos  und 
bulos.  Dukas.  der  einen  grossen  Teil  der  erzählt«n  Ereignisse  selbst 
obachten  konnte,  hat  nicht  vers&iiml,  auch  von  Augen-  und  Ohrenzetij 
sichere  Erkundigungen  ciiuniziehen;  sogar  von  Türken  Iii'«i8  er  sieh  maach^ 
berichten.  Wem  er  fiir  die  ältere  Geschichte  folgt,  muss  noch  untersue 
werden.  Seine  Wahrheitsliebe  ist  zweifellos  und  an  Oenauigkeit  steht 
hoch  Über  Chalkondylcs.')  Dazu  erzählt  Dukos  mit  lebhafter  Aoschi 
und  dramatiseher  Bewegung.  Er  weiss  nicliU  von  rh«torischcD  Flodu 
und  mühsam  abgerundeten  Perioden,  fesselt  aber  durch  die  einfache,  wo 
auch  etwa.'i  unbeholfene  Beredsamkeit  des  Herzens.  Man  lese  x.  U.  sein 
Schilderung  des  Verheerungszuges  der  Mongolen  unter  Timur  Lenk:  ,Ii*- 
dom  sie  von  Stadt  zu  Stadt  zogen,  machten  sie  da«  verlassene  Land  «o 
einsam,  dass  weder  das  Bellen  eines  Hunde«  mehr  gehört  wurde,  nod 
der  Ruf  eines  zahmen  Vogels  noch  das  Winseln  eines  Kindes;  sondern 
wie  der  Fischer  sein  Netz  aus  der  Tiefe  ans  Land  zieht  und  alles, 
ihm  outgogenkommt,  mitschleppt,  seien  os  nun  grosse  Fisch«  oder  kicä 
oder  selbst  elende  Fischlein  und  Krabben,  so  verwüsteten  )ene 
Asien  u.  s.  w.'  S.  77  ed.  Bonn.  Ein  wichtiges  und  ergreifendes  Ilokui] 
ist  auch  seine  Beschreibung  der  Eroberung  von  Konstantinopel  S.  262 — 31 
Hai'to  Vorwilrfu  schleudert  Dokus  gegen  diu  unvorsöhnliolu-u  Feinde 
Union,  die  selbst  in  der  höchsten  Gefahr  nichts  von  abendländischer '. 
wissen  wollten  und  sich  an  den  Satz  anklammerten,  es  sei  besser  in 
Hände  der  Türken  als  der  Franken  zu  fallen  Ixfithtor  4uit*9*tv  *ii  x'^t 
reif  Tai'pxbtr  i"<  ittitnyxotr.  S.  201,  'A).  Trotzdem  ist  er  streng  orthodox  «l 
gerät  nirgends  in  so  tiefe  Erregung,  als  wenn  er  von  der  Verunglimpfu 
spricht,  welche  die  TUrken  den  heiligen  Bildern  und  GefUsseu  zufQ{ 
Die  Frische  der  Erzählung  wird  durch  die  häufige  Eiufleehtung  eige 
Erlebnisse  und  persönlicher  Zöge  erhöht. 

In  seiner  sprachlichen  Form  steht  Dukos  in  einem  scharfen  Oeg 
satze  zu    Clmlkondyles:    unbekümmert  um    die    horrschendo    KonvenivB 
macht  er  den  Vorsuch,  auf  Orundltige  des  gesprochenen  Idioms  eine  Schritl 
Sprache   zu   bilden;   seine  Diktion   ist   temperiertes   Volksgriechiscl 
wie  es  auch  im  diplomatischen  Verkehr  jener  Zeit  häutig  angewendet 
Diesem  glücklichen  Grifl'e  ist  es  vornohmlich  zu  danken,  dass  die  ErzilJ 
lung  des  Dukas  bedeutend  wahrer  und  anschaulicher  wirkt  abt  die  d( 
Chalkondylcs.     Dadurch  dass  er  die  Dinge  stets  beim  rechten  Namen 
nennen  wagt,  wird  er  auch  weit  verständlicher  als  jener.     Wer  an 


')  Vgl.  Berger  d«  Xivroy,  MtSmoirf» 
snr  la  vie  et  les  ouvragca  de  l'oraptrrour 
Uanucl  Paliohgae,  Mämvire»  d«  linatitut 


d«  FnnM,  M»d4mie  dos  inscriptiona  «t  I 
lettr«  19  (1853)  31. 


«UohUclirei1i«r  und  cE^w^lmi.    A.  6e»chi oh tacb reiber. 


che  Loktllrc  gewöhnt  ist,  wird  diese  von  türkischen,  italienischen  und 
K-rtn  Fremdwörtern  wimmplnde  Sprach«  altt-rdinps  rocht  ungeKogea 
den;  eie  ist  ab<>r  vom  Stjiiidpunkte  ihror  Zeit  zu  beurteilen,  von  der  «o 
I  treoeH  Spiegelbild  gewährt.  In  solchen  Werken  liegen  die  deutlichen 
Sne  einer  lebe »«ftih igen  neugriethiBchen  Schriftsprachti.  deryn  Entwicklung 
fler  durch  den  politischen  Untergang  des  Volkes  auf  allnu  lange  Zeit 
geschnitten  wurde.  I.  Bekker  freilich  erblickte  in  Dukni«  nur  ,barba- 
m  perditornm  ieinporum  testem',  den  «r  getrost  .sordibus  suis' 
crtaweg  zn  kOnnon  glaubt«. 

1.  Aus);abeti:  Kd.  nr.  Ism.  ßullialJue,  Pari§  1049  mit  latHJa.  üebersotiun^  imd 
■mmtiir.  —  Wi*d«ihoH  Vravdig  1T28.  —  Im  Bonner  Corpus  rec.  I.  J)ekk(-r.  Bonn 
U.  Hier  i*t  noek  eine  dea  lOckenhafU  Origioal  mi^lirrnch  eijtftiinen'lo  itnli«niaclie 
heracliting  btigogobra,  lUe  von  einnm  vooptiaDJsction  (ioist.liciivn  wolil  Uld  nach  der 
tkflthng  d«a  Origiüt*  abgefasat  uurdD.  WindorliDtt  lini  Mif;»«'-  I'ntr.  ;!r.  167.  789 
1I6S  (ebiic  di«  ttal.  UeborBctxnng).  —  Kmi-ndafioniin  von  A.  Mulincli,  CDnioctsiieonim 
aalinaruin  lilito  duo,  Uoroliuj  l^ö2  8.  3  IT. 

2.  Nacli  Dakai)  edierten  UullialduH  unJ  Belckn  dno  ganx  magern  Chronik,  welcbe 
n%lr^riecUMb«r  Spracbu  labulL-nurtig  die  Krui):ni9Bo  von  lObS-lhZS  nulinhlt.  Dna 
skwerit  minie  effinbar  kun  uuoh  Ib'iS  vun  einem  unter  vunuuunivclicr  Hcirtttiinft 
H4eB  Gn«cbfD  aliupruvit      (^meuduliuuuti  vun  Mulliich  u.  a.  0.  S.  &  ff. 

184.  Oeorgios  Phrantzes  (rn-i^yiu;  ö  ip^att^i-i]  wurde  Uül  in  Kon- 
aÜDopel  geboren.  Machdum  er  1417  wine  Kitern  durch  die  Pest  ver- 
U  hutt«,  wurde  er  Sekretär  Kaiser  Manuels  II  und  diente  fortan  der 
iierlichen  t'amihe  zu  Hanse,  im  t'clde  und  im  diplomati.'^chen  Verkehr, 
rettete  den  Sohn  MahuuU,  Konstantin,  bei  Patra»  1420  aus  den  Händen 
r  Feinde  und  ward  statt  seiner  gefangen.  Für  seine  Dienste  wurde  er 
32  zum  Prntoveittiarios,  l't4ß  zum  Präfekten  von  Sparta,  spiiter  zum 
Mslogothoten  erhoben.  Bei  der  Eroberung  von  Koni^tantiuope)  goriot  er 
i  »einer  Familie  in  türkische  öefaugenschaft.  N«ch  Wiedererlangung  der 
«Adt  llQchtete  er  zum  Despoten  Thonia»  Paläulogos  nach  dem  Pelo- 
BOM  und.  als  sich  die  TUrken  auch  hier  festgesetzt  hatten,  nach  Italien, 
t  *T  Venedig  und  Korn  besuchte.  Nach  einem  vielhewegten,  an  Thateu 
id  trsurigim  Schicksalen  übt-rreichon  Leben  zog  er  sich  aU  Mi)neh 
lUr  d«m  Kamen  Gregorios  in  ein  Kloster  auf  Korfu  zurück.  liier 
■baste  er  auf  Anregung  einiger  vornehmen  Korfioten  sein  X^orixäv, 
H  er  im  Jahre  1477  vollendete;  das  Werk  umfasst  die  Zeit  von 

r-1476. 
In  der  Vorrede  apricbt  auch  Phrantzea  nach  der  herkUmmtiehcn 
Itta  vom  Nutxeu  der  HLttoriographie  und  gibt  die  jetKt  ganz  stereotyp 
)mrd«De  Versichermig,  Geschichte  müsse  aiuc  ira  et  studio  geschrieben 
Nritn:')  sie  müsse  für  alle  Ewiglceit  eine  Icboudigo  Stimme,  ein  ver- 
nhnlicber  Herold  der  Vergangenheit  bleiben.  So  wolle  auch  er  die  Go- 
lehiclibt  der  PalSologen  darstellen.  Nach  einigen  Vorbemerkungen  über 
Ik  Fu&ilie  d(.-8  Michael  Puluologot;  beaclireibt  er  dessen  Flucht  von  Xikäa 
tun  Urkiflchen  Sultan  nach  Ikonion  (1258),  iioino  Krönung,  die  abenteuer- 
Uw  Hl^lvreroberung  Konstantinopels  und  gelangt  im  ersten  Buche  in 


H  rfri«kirte  eid,  der  Qeacbiclile  dtOM«  la<i* 


(«incbon  Satiea  in  der  griuchiHchcn  HiRtorie- 
graphio  otwai  naohtuguheu. 


»• 


3od 


ßyxantisiaolia  titUxctati-Mcliicht«.    I.  ProMLUoh»  tlUarator. 


ziemlich  knapper  Überseht  bis  zum  Tode  Manuels  H  (W2S).  Erst  vtM 
hior  an  wird  die  Darstielluiit;  iiuüMirlicbtir.  Das  zweite  Buch  behiuidelr 
die  Regierung  Jobanne«  VIII  Paläologon  ( 1425 — 1448),  dua  dritte  di«  d«i 
letzten  Palftologen.  Konstantin  IX  (1448—1453)  und  den  Fall  des  Buidiw, 
dos  viorte  endlich  dio  Känipfo  der  palüologisohen  Ocispoten  im  Peloponnefl, 
die  Eroberung  desselben  durch  diu  Türken  nebst  einigen  weiteren  Be- 
gebenheiten, die  er  bis  zum  Jahre  1476  verzeichnet.  Die  HuuptbcdouUui^' 
(lo8  Werkes  liegt  in  «Jen  drei  letzten  Büchern.  An  den  Erei^isf^n,  die 
Iiicr  gesthildort  werden,  hat  I'brantzcs  selbst  als  Htaatsbeamter  und  Diplomat 
Anteil  genommen,  und  er  vorHtehl  scino  Beobachtungen  wahrbeitt^gt^treu, 
mit  Sachkenntnis  und  Anschaulichkeit  wiederzugeben.  Dur  bitter«  l'nniut, 
mit  dem  er  seine  Feder  gegen  die  TUrkou  flihrt,  ist  bei  einem  Manne, 
der  selbst  mit  seiner  Familie  und  seinem  ganzen  Volke  so  viel  von  ihaen 
erduldete,  wöhl  zu  crkirircu.  Vollen  Beifall  verdient  seine  scharfe  Po- 
lemik gegen  die  Lateiner,  welch«  dio  Aber  Byz&nz  horeingebrochvD« 
Katastrophe  als  eine  wohlverdiente  Strafe  für  diu  griechische  Ketzerei 
auffa8St«n:  dio  poütütchen  fieschicke,  bemerkt  Phrantzes,  haben  nicht« 
thun  mit  der  Kechtgläubigkcit ;  auch  die  Osmanenherrschnft  werde 
ihr  Ende  nehmun.  Darau  »chlie8»t  er  eine  langwierige  Deutung  alter 
pbezeiungen  über  die  Dauer  des  Türkenroiches  und  eine  Widerlegung 
Lehre  Mohamods. 

In  seiner  Darstellung  gehört  Phrantzes  zu   den  üebenswllr 
Erscheinungen  der  Patäologenzeit:  er  steht  auf  oiuer  Mittelstufe  zi 
Ohalkondylcs    und    Dukas.      Ebensoweit    entfernt    von    dem    künaf 
ArchnismuH  de»  orstcron    wie   von   dem    vulgären    Niveau    des   let 
schreibt  er  einfach  und  fliessend  und  macht  im  WorUchatze  wie  in 
zelnen  Formen    und  im  Satzbau  der  Volkesprache  manche  EonMwie 
ohne  den  Oberliefuningon    der   byzantinischen  KunstgrSzitftt    vol 
untreu  zu  werden. 

1.  Ansgnben:  Zuerel  «in  Ausiug  in  lateiniocbur  U«iberat>tjiuiije  von  Ja«.  Pi 
tanna.  im  Anhang  seiner  ÄuHigabo  d»«  Theuiih^liLkUni  Simolcatlee,  In^uliiUiIt  IGOi. ' 
%yiMurhult  Venedig  li33  mit  Ooueuos  u.  &.  —  Ld.  pr.  dMgriechtscli«n  Testes:  XfW 

Mir  Fnvpyiov  4'^orl£^  lotT  ni>uitajitatiitgioii yi'f   npiütoy   ixdoStr  fnt/itÄli^  4 

Kmi.'Aittf  (Altorl.    l'-r    fliirrg  ttje  Avaifine  1796.    Die  im  MtsAmsIen  Pidj^ingnMU 
abitefabato  Vorrede  berichtet  über  dl«  Wt^rk  uni)  die  Iliiud«chri(li>n  des  rhrantws  und  Ol 
das  Lebun  dos  l'ontunUB;  der  Test  beruht  ituf  cod.  Monnc.  gr.  123S.    Boisogsbeii  bIdJ  cid 
fittifilivli    vurwiuidle  äl.Ucke,    wio   jnn«   'fdra^t'«  nahtixij  KairoiartH'ttntaUut  llHiil^lbt 
»elohe    einat  Uorlin  Cnisiua   von  'I'hnod.  Zygomnliui   crholtoti   und   in  Kciaei'  T^rc 
verQITentticht  hntte.   iIaxu    der  lloglcitbrinf  do«  Zysomulan.   ein   durch  dio  vulgare 
und  AulfaiMung  merkwUrdigur  ttiTiolit   Qbcr   eine  (jntencdunt;   den  I'atriaichHi  Gi 
mit  dem  SuIIjui  u.  b.    ~    lui   Bonner   Corpus   od.    I.  Uokkcr.  ISonna«  1S88,  iMcb 
bemeren  PHrisinus  (suppl.  gr.  80).  —  Wicdorhott  bei  Miguo.  Pntr.  gr.  IM.  .5ÄI  — lOW.^ 
Einen  kllrxernu  vul^ir(;riechi«elieu  Test  d»  Chronik,  wolchtr  jt^och  aar  di« 
von  l'ICi'J-UTG  uinfuB«!.    ediert«   aus    einem    Vuticanus    Joh.  FruDx  bei  A.  H«i, 
auct.  8  (Komse  1837)  ÜSl  ff.  —   Daruoch    wiederhol!  hei  Migu«  a.  a.  0.  ~  G.  Dotai 
(in  der  nnlnn  angefDJirt«n  Rcbrift)  Terliitt  mit  gut^n  Grllndeii  die  schon  ftlUi«r  ron 
acheu  (iclchrtiin  «usgesiirocbeno  Ansicht,   daiut  auch   diese  kirne  Gironik   von  1*111 
Mlbst  henilanime   und   als   ein«  Art    von  Drouillon   tu   bolmchteo   sei,   dua   er  ofiltcr  I 
weitar«  Kreiae  «orgfHttigcr  ausarbeitete. 

2,  Hilfxmittel:  Vgl.  K  ToRodin.  Übersicht  der  Quellen  ntr  ßeacJiicliU  dw 
lagernoK  von  Byzunz  durch  die  TUrken,  Joum.  Min.  1889  August.   -   Zur  Krl&ut«r«D<  < 
NachricEiteu  dea  PlirfeuUva  über  Thomas  Palneolngns  dient  die  Uolenuchung  von  Pivrfil 
U  mariage  d'uD  IW  M  Vntiotn,  Revue  de«  n^iiMt.  Iiiat.  43  (IS8Tj  3SS— 89«;  4S  ll" 


S.  0«Mbiebtacbrelber  nnd  ChraniBtan.    A.  GwohlehUchralber.    Q  ISS}      3t 


Bi— 58^  —  0-  D««lnni*.  BemMlimiscn  tat  T*}ctvMb(>M<>ning  buider  Oironi1c#n  dos 
HnntiM.  Journ.  Min.  l»<»t  Bil  L'UI  Jumorlicrt.  Abteil  f.  klaas.  Pliilul.  S.  1-11.  -  In 
■•liKnti  Hb  iIcb  Phrnnt»«  stt-lit  ein  vain  '.'.  Augual  1465  datiorlM-  Brief  Aeh  KivrdinnU 
Bmmwwo  an  den  Eniober  d«r  Kindur  dM  Tbomsit  PftlBMlogoa.  Vgl.  E.  htffAni,  Käo/io(, 
tmftai'  tt  7^'*«l«r  dsaa  U  leltr«  du  Bomarion  au  goaiRrnniir  de»  onfanU  il«  Thomita 
PaCtoloicii«,  R«Tue  •h*  it.  gr.  :>  (1@»2J  108—11^  (mit  ninn  Kmcndnlian  m  ritranUi^a). 

S.  L'cbcrtipfcrung;  C.  Anj^eliiii.  Di  un  codipfi  fimco  conti^npiite  la  erounoa  bi- 
mtiaa  di  iJioigio  Vma-t.  itibliofil«  di  Uologiiu  3  It^fsSi  Do^t.  K.  l><fi  f.  «mir  iinitiigAnglleli). 

—  Clor.  Mcicati,    AIcunv   nMe   aiil  cionico    dol  tVunza.   Atti  dolk  lt.   A<!CadMnia  d»lle 
WWBH  di  Torino  vol.  3ü.  Sitiun^  vom  7.  April   I8ar)  (Qbor  den  Cod.  Ambrosinnns  P  123) 

-  l'abeDiKit  »ind  auch  noch  die  Codd.  TauriDanaia  IÜ3.  Ü.  IV.  S2,  Alhenieosia  1803 
(  I».  rnid  BarUiaaaa  'oiSb  a.  17. 

4.  Leb«ii:  6.  Deatnnia,  Vonach  «^iner  Biugra|)bi«  de«  Oeoreioa  Pliranlzoa,  Joiirn. 
tDa.  IMS  Bd  2S1  Jnniboft  a  4ST  -4ßT  (handelt  a'icb  aber  di«  beiden  Redaktianen  nnd 
OardiaSrilikundKiklAningde«  W^rkrst.  —  V|;],  Fabrietaa,  Bibl.  er.  «d.  Uail.  ^  74  ff.; 
n.ms.  uiid  K,  N.  Sathna,  XiotU.  ^^XoXayi«  S.  M-&8. 

136.  KritohuloB  {S^roßovXoc)  ans  Imbroe,  ein  vornohmtT  Grieche, 
■ieli.  wfthrsolieiiilich  vor  1470.  eine  Gescliiihto  des  Sultans  Mnhft- 
mti  n.  die  von  H51 — 1467  reicht  und  in  manchen  Punkten  7iir  Krgänziing 
ia  Bericht«  des  Chalkondyles,  Dukas  und  Phrantzes  dienlich  L^t,  Der  bo- 
rthrtrn  Anziehungskraft  der  maje»tfttisch  einfachen  Anfangsworte  de6 
Tfa'ikydidcfi,  deren  Mis^hrnuch  schon  Lukian  an  einem  köstlichen  BeiBpiele 
|egeiaaelt  hat.')  konnte  auch  Kritobulo»  wie  »ein  ZoitgenoH»c  Chalkondyles 
xiÄt  widerstehen.  Es  mutet  seltsam  an,  wenn  man  einen  Autor,  der 
Ab  QMchicbto  eine»  TUrkensnltans  zu  erzählen  hat,  im  Tone  des  periklei- 
■Aeo  Zeitaltt'rs  reden   hört:    S^trößovXog,  ö  vtjnuäfijSy  «n    rt^ta   t£v  'tft- 

fUjäJut  Mai  äufittiaitt  ^9*  ij,uür  }-</orora  fithtti  ävr^itovoia  u.  8.  w.  Den 
Simivn  des  attischen  Histi^rikers  folgt  KritobuloH  auch  in  der  chronologiachen 
Aaurdnung  de»  St'iffi.r»  nach  den  vier  Jahreszeiten  und  iit  der  Htili.ttii«chen 
ianchmQckung  der  Erzählung;  zwei  gnwso  Hoden,  die  or  den  Mobamed 
Yor  den  versammelten  Feldherrn  und  Satrapen  thun  lässt,  gleiclion  Centonen 
ntbi  Tbukydides.  Allein  trotz  aller  MClhe  erhascht  Kritobulos  auch  nicht 
viBrn  Schatten  von  der  gedanken»tchweren  Straffheit  und  FUlle  de^  grossen 
Vorbildea;  Mino  Dtrstellung  leidet  an  breiter  Ge^chwlitzigkeit  und  bewegt 
■ich  in  einem  ersichtlich  engen  Gehege  angelernter  Ausdrücke.  Was  den 
CritohuIoM  nlHtr  von  dem  anderen  Thiikydide.tverebrer  seiner  Zeit,  Clial- 
tumtylc«,  und  auch  von  den  Übrigen  KrzRhlom  der  /.crmaimnng  des  ost- 
rCmiMhen  3taat«8  und  der  griechischen  Nation  unterucheidet^  i.st  seine 
fltifliing    dem   Sieger    gegentlber.      Während    Chalkondylus ,    Dukai«  und 

lUm    TOxr    Zeit ,    aU    sie    ihre    Werke    abfassten ,    ausscrlialb    dos 

licbm   der  TUrken  lebten    und   daher  auf  ihre  Empfindlichkeit 

ROckidcht  zu  nehmen  braucht«n,   eröffnet  Kritobulos   die  Reihe   der 

ihen.  die  sich  mit  der  türkischen  Oberherrschaft  «useöhnten  nnd  in 
nrao  l<ago  der  Dinge  xa  schicken  suchten.     Duss  hiebci    da»  freie 

iwwort  unterdrilckt  und  manclie  unwürdige  Schmeichelei  ausgesprochen 


'IKrtfaf  41  ftoi'xi^doB  Ztjtnu^t  «rpoc.  ,KfffniQiii>(   KaXjtm-iirniyof  nofiariTaimeXlrtjc 

t  H  jr-f^TT    >^  «'f/tfiirtw  iiftr»fifro(.    rai  wn'yentl-r    tif  lolrfiof  (Oif  IJintltvntoir  Mai 

•  iff^r  iift  ftt'fOt  *iy  11^  i*ti't(irorifnii4  ,    'l'ui/iniatr  u'it  fioXifitilav  r\ifi(  äXX^Xovt,  vff' 

na.     jfflpfHitiiiqr     »'(■j'iwt-    ihmMir     *«(  1    irifiir<ii;  tvSi'f  iiiriatafifroti.'    llii(  dti  laio- 

tmü  'Attit«v  B!far^*Mar  .  e(«  yop'  |    piKr  avyy^tfti*  Ka|).  15. 


310 


BfuuiÜiiUahe  Litteratargeaohiobte.    t  ProsaUclie  Uttontnr. 


wurde,  darf  man  dem  Kritobulo»  nicht  atlznschwer  snrechuon;  ftliiilicliv 
KonBossionen  trifft  man  bis  in  die  mnicKto  Zelt  hinoin  b«i  türkiach«» 
Utitoi-thanen,  die  auf  die  Osmanen  bezQgticlie  Stoffe  dareustellen  wagen. 
Übrigens  ftllilte  KritohiiloB  selbst  das  Unklare  und  Schwierige  sseinerStoU 
lung  und  vui'giuti«  nicht,  sioli  bierilbor  mit  »oinon  Luscrn  gründlich  nus- 
xusprechen.  Er  bittat  allo,  woltho  jt'tzt  oder  später  sein  Werk  beachten 
sollten,  ihm  nicht  Dummheit  oder  Schh?t'htif;keit  vnrxuwerfen  nnd  ihn 
nicht  XII  tadfhi,  dass  er  die  llnglUckitrAlle  und  Drangsale  dor  Nation  offen 
an  dun  Priiiiger  gotitcllt  habe,  während  man  äi«  doch  nach  Kräften  hitl« 
verbergen  müssen.  Denn  erstens  habe  er  den  Plan  zu  seinem  Wette 
nicht  gc-fasst,  um  das  griechische  Volk  zu  tadeln;  er  sei  nicht  so  empfis- 
dungido»,  um  su  all  dorn  gegenwärtigen  Unheil  noch  bittere  Anklagm  u 
tilgen;  zweiten»  wiüsu  or  «ehr  wohl,  das»  solche  Wech»idfiiIIo  di«  Glficks 
in  der  Natur  der  monschliehun  Dinge  liegen  und  allen  Völkorn  wider- 
fahren seien;  wenn  auch  einzelne  griechische  Herrscher  schwere  Fdilv 
begangen  hnhen,  so  sei  dafür  nicht  die  Nation  verantwortlich.  Wie  «ast 
der  llebrilei-  Joseph  die  Eroberung  .kirusalcmä  durch  die  liömur  objolctiv 
erzählt  habe,  so  wolle  auch  er  pflicht-  und  wahrheitsgetreu  acliUdeni 
In  der  Thnt  ist  sein  Bericht  wohl  frei  von  absichtlicher  Entstellung  der 
Wahrheit;  dagegen  lassen  die  Wiedergabe  von  Orts-  und  Personennanua 
und  diu  chronologische  (Genauigkeit  üii  wünschen  Uhrig.  Einen  Teil  der 
Schuld  tragen,  wie  es  scheint,  dio  GewiUirsuiännor  dos  Kritobulos;  manch« 
In'tum  entstand  auch  durch  die  hier  auf  die  Spitze  getriebene  byzantinisch« 
l'edantorio.  mittelalterliche  Namen  von  Orten  und  Völkern  um  jeden  Preis 
durch  antike  zu  orsotien. 

So  besitzen  wii'  fßr  die  letzte  Paläologenzeit  und  die  endgültig«  Ytsr- 
nichtung  der  byzantinischen  Herrschaft  vier  Oeschichtsclireiber.  di« 
üich  gegenseitig  im  weitesten  Umfange  ergänzen  nnd  berichtigen.  Iltro 
Abweichungen  erklären  sich  toibi  aus  der  Verschiedenheit  ihrer  Zw«ie 
und  Mittel,  teils  aus  dem  verschiedenen  Standpunkte,  von  welcbom  au 
sie  die  Ereigni§se  beobachteten.  Der  Athener  ('halkondyleo  gehOrt  den 
Kreise  der  peloponnesischcn  Despoten  an  und  betont  daher  vomehmlieh 
die  inneren  und  äus»iercn  Konflikte  im  Süden  der  Balkanhalbinsel;  Uukas, 
diplomatisch  er  Agent  genuesischer  Herrscher  und  daher  Freund  der  ünioik 
betrachtet  die  politischen  Vorgänge  von  den  fränkischen  Besitzungen  ia 
Kleinasien  und  Leshos  ans;  Phrantzes.  dor  kaiserliche  Beamte  und  eifrig! 
Anhänger  dor  autirüniischen  Partei,  befindet  sich  auf  dem  8tand{iunkt0| 
der  früher  allein  möglich  gewesen  wäre,  auf  dem  de-s  byzantiniMbeo 
Hofes  und  der  byzantinischen  Metropole.  Kritobuloa  endlich  reprisoattOft 
achon  den  griechischen  Kaja,  der  sieh  den  völlig  veränderten  Zustindei 
nach  Kräften  anpnsst  und  sieh,  wie  später  die  Phanarioten,  rückhaltloi 
deni  Dienste  dor  neuen  Machthaber  widmet. 

1,  AasgtLbon:  Eine  Au8^alii>,  diu  <leu  NameD  ni^lit  verdient,  weil  si»  nienuli  ■■- 

5 gaben  wuril«,   hoanrgt«   Pb.   Aut.  Dctliier.    Monumuuta   Hnng.  Hiot.    vot.  XXI   MM  t 
DO  nuDo)  1-846.   ~   FA.  C.  Mnildr.  FHQ  t,  (1970)  40—161  (mit  gut«n  ^»raoUiAn 
nnd  aiiohliobcD  AnmerkungGn). 

2.  Ueborsotxun^cn:  Eine  nngariseh*  Uaban^tKung  varfusl«  K*rl  -Siak^ 
Monuiii^ntA  Hungarini'  Uiitorica,  Scriptnres,  vol.  XXII,  BiidnjiRBt  ISTä. 


QMdUcbtootantber. 


tlilfsmiltal:  Uobnr  du  Laben  und  du  \V«-k  dM  Erilobnlo«  vü.  C.  MQller 
L  -I.V.  —  Dm  Dobiiapbme  von  C.  Tiiehendorf.  Not.  od.  Cod.  bibl.  Sin.  S.  Vü, 
om  Mi  «JB  AlhaumiSinoh  gewcMn,  Mboint  niu  il«r  Lnft  Rogrilbn  xa  Min.    Vgl.  Pb. 
Dto    Han|itnilnui<loit  fOr  die  Oesdiicht«  dar   AtboaklOabtr.  Lojpdg    t^M  S.  ti5 
lü.  'i.  —  Ein«  Ankifie  d«a  Werkes  guli  Ubicioi.  AmiiiaJre  de  I'msdc.  5  (It^Tl)  <9— 74. 
Zw  ErkUrnng  vgl.  die  %  132  Antn.  3  HiigefQlirlv  SelxTift  von  R.  Niahnt  Bnin. 

4.  Ein  Uichael  Kritobulos  aus  [mbros  wird  im  Cod.  Atbvn-  ÜTQ  nia   Verranmr 
■■r  don  bl.  Auguatiniia  und  von  Gebeten  genannt.    Er  tsl  wobl  iücnlisoh  mit 
I,  von  dem  in  tvoi  Esknriallim  ein  Werk  ,sur  le»  paasione*  und  uine  Homilie 
le  Itomim'  Mauden,     Vpcl,  E.  Miller,  Catalogue  des  mss  gnai  de  In  biblio- 
de  l'EMmnal,  Paris  1848  ».  37b  und  621.    Wm  aber  dieaer  oder  diese  Kritobuloa 
AT  mn  HtatMilt««  verbalten,  stellt  dabin, 

&,  Der  Groaelegolbel  Hierax  fh'^att  »chrieb  nm  die  Mitt«  dcA  16.  Jehrbunderta 
I  UsfWFiligee  Oedicbl  Jui  rijr  lair  roi'p«ii.i-  fiaailtiar,  irelches  in  734  politischen  Versen 
»  Ul^B  ScbirliDiile  des  bjruntiniaehw]  Reicbo«  enftblt.  Einen  rehlerbnften  Abdruck  gab 
L  A.  Detbier  in  dnnn  olrän  MwthnUn  Bande:  Monnm.  Hnng.  Mixt.  vol.  XXI  p,  1  S.  H49 
kam  —  Ed.  K.  N.  flathsR.  Uia.  ft/lii,  1  *1)<72|  313-288.  -  Inmbisrhc^.  durch  dio 
IlMiil  liiii  'Uftatot  boMichnet«  Veno  dniuclbnn  Hierax  EiV  leiic  ir  tg  noUi  xa!  r^ 
■■ff  gn>»rf»t'oit  »teban  im  Cod.  Atbcn.  111>^  n.  IS,  Vielloicht  gohArt  ihm  auch  etwas 
■m  dort  anmittelbnr  folgeadoB  aaonymon  äedicbton. 

'  6.  ]>ra  Ubli»entpliii>cben  loterene«  linlbor  verxeichDD  ich  den  Inhalt  den  oben  or> 
Wen  von  Delhit-r  bearbeilvlcn.  nbe«'  niobt  verOffent lichten  lionilea  der  Monumentn 
uje.  Uiat.  iXXl  1)  In  dem  Band  sind  auaaer  Kritobuloa  (8.  1—346)  und  Hierax 
K^ — 890)  folgende  Texte  enlhulleii:  I.  FQnf  Volkslieder  Ober  den  Fall  von  Kpel. 
Pfew  4le  ernten  vier  auo  Paeeow,  Popularia  earrniua  Graecioe  reeentioris  S.  14S— 147, 
iftaftc  oua  8.  Joaüuidae,  Ittatia  m-l  ttisnarivi;  Tf/nntim-nin  S.  292—294  (8.  801—899). 
IMt  eisten  vier  Kapilel  «US  des  Athsnasios  Komnonos  Hjpjaelantea  (USareaiot 

ar^rvc  'Wi;l4it-ir,<)  Tä  /»Jlt,ier(i<Tn(ii   jrni   troliiimi   iii  /imi    ri^t-  vlaunr.      DozU    ein«  ge* 

■drt«.  iingrblirb  »nf  dem  Sarte  Koiidtanlin"  ile«i  Growen  gofnndene  Orakelinschrift, 
I  arkOd  tiabduri.  Impernun  Oirenlale  1  n.  IKl  (.  ber«uRgegobpn  hat  (S.  401-47fl).  3.  Das 
diohl  Bbrr  die  KrabMimg  und  Wiedorfieninming  Kpels  (s  9  162)  (.S,  479— 542).  4.  Chro< 
lagiarbr  Notiinn  ano  dem  Cod.  Mnrc  406,  die  sehen  J.  MllUer  mit  dem  oben  er- 
hntea  Godirbte  ediert  hatte  (S.  54S— ^52).  l>.  Der  Sfter  edierte  Brief  den  Leonardus 
ine  tthur  die  Krnbnmnc  von  Kprl  mit  einem  Exkara  dce  Hcruuagcber«  iS.  •'•''S  619). 
baraelh«  Brief  itniieniacb  narh  dor  Kditia  prinnepx  von  1^68  (ti.  021—663). 
laidori  TbemiBloDi^eniiiK  cnrilinnlia  Kutheni,  rpiaooiii  Snbinnniiia,  legnli  poutifiota, 
■■tatio  addita  Aenene  Srlvii  l'iccalotnini  aru  l'ii  II  i'apiio  hintonoln  Opoleoa  cuptae  (ls.  6^5 
bUInn«  der  fiUberen  A'iugabcti.  lutc^xt  Migue.  Pntr.  gr.  15»)  (S.  66.'i-696).  8.  Die- 
be Lamesiatio  italieaiaeb  (S.  696-702].  9.  Brief  dea  Fr.  Pbileipbu«  bq 
bei  ad  II.  aacb  der  Amgabe  von  Roamini  in  aoiner  Biogruphie  dca  PhileIpbuH  2  (ISüä) 
-Vrt.  nit  AnnerknuseB  von  DetUer  (&.  703—708). 

£iB  sweitar  ebeBfaUa  oicbt  anagegebener  Band  (==  Monam,  Bung.  bist.  XXI  2)  ent- 
I  ntea  franibiiecb«  Ueberaetinng  des  Krilubulus.  Hierax.  Atbanasios  Komnenos 
pakBtea,  der  Orakelinscbrift.  des  Gedichte«  Obnr  die  Eroberung  uud  WiedergovintiUDg 
ila  «Bd  de«  IlriefM  d««  Phiielphiis.  —  Zvei  weitere  «beofalls  nicht  ausgegeben«  Bind«. 
■la  HcBBtQenla  Hung.  Htst  vol.  XXII  I  and  vol.  XXII  2  beseicbDet  sind,  enthalten 
•iBiaebe,  italieeinvbe.  fraoiSaiacbe,  armenische  und  Rlnviache  Texte,  din  sich  nof  di« 
ebeinag  von  Kpnl  i.  J.  I4i>3  beliehen.  Kino  kuir.n  Aiiriflblung  dea  Inbultes  dieaor 
bla  dVrfl«  ucb  nra  ut  mehr  empfehlen,  nli  dadurrb  ein  biblioeraphiacbcM  KlklBol 
IW  «Ird.  da«  wobl  eehoin  oll  unntitzea  Aufwand  von  Zeit  unil  MUlie  veruraueht  bat: 
Haff  bemerkt  in  iMBen  Cluoniquea  Gr^co-Kamanoa.  Berlin  I>*73  ä.  VII.  er  babe,  dem 
lyrtB^cben  Plane  eatgegen.  die  lateioincben  Gedichte  de«  Jean-Mario  Philelpbo 
»  Hekamed  11  nBd  dea  Antonio  Loaco  von  Vtceom  Ober  die  Eroberung  von  Kpel 
lu  u  dl«  CbniniqaeB  ärdeo-R^mtnes  Rufgeiionniien.  weil  er  sie  iniwiscben  achon  in 
r  aaf  die  Katastrophe  ven  14&S  betOglivben  UrkuodensaininhiiiK  des  Dr.  Dethier  ge- 
■ikt  babe.  eiMf  I^aimluiig,  fOr  die  er  dem  Herausgeber  anob  noch  andere  intereeeante 
Me  wie  den  uaedierten  Dericbl  d«  <lenne«r>n  Adam  von  Montaldo  geliefert  habe, 
■e  Text*  ateken  io  dem  ersten  der  erwHhnten  nrei  Blinde,  die,  kaum  geboren,  nun 
■■aatB  Tod  in  der  Stampfm&lil«  verurtr'iU.  wurde«.  In  ihnen  waren  folgende  StQoke 
Ikillaa.  deren  ms  Teil  etwa«  wriluch «eilige  IJnbenirh ritten  hier  vrrkOrxt  wiedergegeben 
i*m-  Hob.  Uung.  Uiat.  rol.  XXII  premiirn  partin  (auf  8.  1179  die  JohreMubl  1872). 
'  i  IJ — 4  iat  nicht  vorbaiidi-n).  I.osco  (ineditu-i)  e  ma  Meiliol.  «aoc  XV.  ouranUbna 
BapAo  et  Pb.  A.  Deiheno  (8.  1-S4).  e.  Adam  de  Montaldo.  De  CpoliUno  exoidio. 
M  (OB  K.  Ilof''  <"■)  III-  A.  Dethier  (ä  35—70).   7.  Anonymus  Tbyselii  snni  UbV, 


sta 


BfsuiHniBclie  Litterfttnrgfiiehichte.    I.  Pronisdu  Litt«rftttt(. 


•ditio  n.   YM.C.  Hupf  ot  Det)ii«r  (8.71—94^.    j«.  Ubortini  Tuscoli  BrlxifDein  C]iol*<fl 
libri  IV.    Ed.  DfUii^r  |S.  i'b—2'>2).    0.  JoliHiini>a  MnruB   («riv«  Giammnriu»)  Philclpbau 

fpoa  flbor  Mohitraed  II.   Edd.  Hupf  et  D«>tht«r  (S.  3S3-49SI.     10.  KpistoU  Kraoeiiafl 
Iiilel[ih)    ad  Corolam   VII   Rt>K«ni   FrHUCuniin.     KU.  Delki»r  et  Woft  (8.    497- .USdl 
11.  Tres  opistolao  a)  Carnli  VII  nd  Coostantinnm  DrAKMiim.  h)  «iaiid*«n  ad  Cardin.  Bm> 
saHonom,  c)  BelloroTelü  (»i^hon  von  Du  Cmdkc  verO(r*iittiolit).    T.d.  IWhiar  (R.  äM— S631 
J?.  Nicnlni  V    I'npnn    opistolne   ad    ConatAnlimim   ininerat4)r»m  (11.  Okt.   MJl;  whan 
von   Rnvanld    h«raiiH|;4>);oWii).      Kd.   Tettiivr   (8.    5(iS— d7o).     Nicolai  V   teslaroentniB 
im  (voll  Murntori   odiort).     Kd.  Dothisr  (S.  577— fi2S).     13.  AAtioB«  S.virii  ^icculo- 
niini  oratio  do  niuuiigia  eraoi«  (von  Rvjnald  odinrt).  Rd.  DnUtiPt  (S.  623—6-12«.    K.  Acui^Ii 
Johanniü  /ncnaTinn  npintoU  de  cxeidin  Cpolitann  ffrQher  von  K.  do  i^Ky  »dirrtt.    Ul. 
Dcthicr  M  Kopf  IS    64S  — e-V)).      J5.  I'hilippi  Arirninensis    excidium    Cpolis,     Kd.   jt. 
Dothior  (^  G:>fi-e8'2|.     I«.  Nicola  Ünrbar«.  Ginrnole  dell'  ASHedio  di  Cpoli  IU3  («dixl 
von  N.  Curnet).    EJ,  Dethicr  {8.  6H8-874).   17.  Bolla  Johanni*  d«  Luslio  »e.  da  «• 
cidio  CpuUtanu  et  da  neoewnUt«   armnndi   noatru  Turt^uH.    tV.  ed-  I>eUiter  (S.  87&— äMt- 
18.  iTtforitiationB  envoy^es  *n  l'lö3  Unt  pnr  Kmocisca  de  Frano  ao  CardiiiBl  d'AvigBoa 
um  par  Jelian  Blanohin  «t  Jacques  T^duti  nur  1a  prino  de  Cpl*  (frtlier  ediert  vno  MutM« 
tind  Durand).    Kd,  Detliier  (8.  887~9UI.   19.  Ein  itTm«ni8oh*a  Qcdicht  (S.  9IS-9UL 
30.  Rapporlo  d«l  Suporiore  dei  Ftanciacani   presenle  all'  amedio  od  allapr««ü 
Cpoli.     nach  Huratori  «d.  Dothier  (S.  930—943).    2/.  Criataforo  Ricchoria,   U  i«Ma 
di   Cpoli.     Kiwh   Sanacvini    «d.    Dettiier   (S.  9+4—968).       ä2.  Zorxo   Dolfie,    Aaaeli« 
<i  prcnn  di  Cpoli.    Nndi  Thomas  ed.    Dethier  lii.  939—1046).    i3.  Anonymus  Uoiiea' 
vita.     KraiiitOiiiai^lie  TebLTsotzung   dos   von   SreinjeivHkii   IS-V>   hnrauaRngi'bi'aL'a   numlAn 
UoricUle«  |S.  1047— 112S).     Anhang   von  Detliipr:   Po  l'wrpnr  repondu    nu   rooyMi-l««  «' 
l'Antliäliua  ou  la  colonne  de  porphj-rr  de  ConstanKn   In  lirand  eommo  <^Unt  un  monolilb 
ol  de  aon  iiifluenc«  bot  les  fomiM  des  colcnnos  (R.  1133—1162).     2<.  Notic«  BDrleR«cit     I 
Oi^orgien  ou  BUr  lu  ^roiipo  des  IV  auteiirst  lfi<inu(.  Z.vgomiJBO.  ]«  Moaoovita  *t  Artwiiil, 

Ear  Detliiur  (S,   II63-  11721,     Notice   aur   le  Serbien  Milovan.   snr  Florani-Caintiua  el  Mt     . 
Mch   (8.   1173-1178).     25.   Pamielniki    Tnnnntn    PoUkn    nnpiaana  1498  (S.   11.9-18»    j 
Bier  brichl  der  Band  unvollendet  in  der  Mitte  eines  Wortes  iib.  —  Mon.  HuoK'  n<**-    ' 
vol.   XXIt  aecond«  partiu  entli&ll:  1.  FrantitsiBeho  Ueb«rsetEDDg   von   Nr.  H 
(Ntcolo  ßarbarol  (S.   1—224).     3.  FraniOBiaclio  üoberaottiing  von  Nr.   19:    Abrahia 
pretro   aTmi^ni«n,   miflodin   i?)<^aia'[Qe   aur   la   priav    de  älamboiil,   tradoitn   et   rondiM  a  »m    | 
vrni  anna  arnc  rmiaiittanee  d'un  Mvniit  distingue   de  la  nation   «t   pnbli<le   par  le  Dt.  pb1.    I 
A.  Dnthinr  (.S.  235  -24H).   3.  ü«>bors*t*uii«  und  Koiiimontar  iii  Nr.  25  (Mf^moir«  d'm 
jnniunirr  polonnie)  (S,  240- n!)3).     Hier  briv^it  uiicli  dieser  Hand  mitten  im  Toito  ab. 

7.  Zur  Krgllnziinp  iiinl  Kontrolle  der  byxantiiiisclien  Berielil*  (iber  die  Intxton  Schick-  | 
aalo  doB  Kciolirs  und  boanndpra  <lLt>  Kinnahma  von  Kpet  dienen  venicbindnnn  lalain)Scb*< 
ilalicnisclic,  franx^Biarbc.  spanische,  «tlnvisehe  und  orientnliach«  Quell*«, 
von  dciiun  ein  groBf^or  Teil  in  der  obiijten  Inlia1t«aneabe  der  nnedierton  Snmmlungva  (vo 
Dethler  genannt  ist.  Weiler«  l.itteratnr  verzeichnet  A.  Itiimbaiid  bei  K  l.avisse  rt 
A.  Rnmlaud.  Hiatoiro  gen^rnle  3  I1S94)  88.^  ff,  —  Besonder«  «ichlii;  «ind:  di«  Sehrift 
des  Bisclior«  von  Mflilene  LnonnrdoH  von  Chios  .De  nrbis  Cpoli«  inotiira'.  lU.  Migac. 
Patr,  Kr.  I.^Ü,  923-944.  -  DesBellipn  Lennardoa  .Schrift  .De  I^abo  a  Turdm-«(.la',  M 
Cb.  Hopf,  ChnMiiquea  ^r^co- Romanos,  ücriin  1879  S.  359-!teß.  —  Die  lAinentatio  t» 
Kardinal»  Isidor,  Ed.  Migne.  Patr,  ^.  t.S9,  944-956.  —  Diau  die  Toite  n»i  Kt- 
lorpte  hei  Ch.  Hopf,  Chroniqiies  (Iräco-RomBnes. 

ISti.  Heiligenbiographien.  unter  den  zalillosen  Heiligonlebon,  über  di« 
im  Knpitel  über  Hagiograpliie  S.  176—205  von  Khrhard  ausführlich  berichtet 
worden  ist,  sind  einige  von  so  hervorragender  Wichtigiieit  als  historisch* 
Quellen,  dasa  nie  aucli  in  diesem  der  Gcschicht^ehreihnng  gewidmeten  Ä^ 
schnitte  hervorgehoben  zu  werden  verdienen.  Da«  sind  vor  allem  Äe 
Biographien  der  Patriarchen  von  Konatantinopel  Germanos  (t  7<0). 
Tarasios  (t  «Oß).  Nikophoros  (t  829).  Methodios  {t  847).  Ignalioe 
(t  878)  und  Euthymios  (t  91"}.  Einige  dorsolhen  sind  schon  von  d« 
byzantinischen  Geschieh  Schreibern  und  Clironisten  ausgiehigst  benttxt 
worden.  So  diente  das  Leben  des  Nikephoroa  von  Ignalios  als  QmJIi 
für  Gcorgios  Monachoa  und  GenesioR,  das  des  Ignatios  von  Xiketa* 
David  Paphlagon   als  Quölle  für  Qonosios,  Syraeon  Magister  luul 


^ 


BfEftiitloIacbe  I>itt«ratarg«i«hlclitft.    I.  PrMaüalie 


wibnong  finden 
Konsfsntiii  Vtl 
«ihn«  mensrliliclie« 


il«r  Brief,  in  welcli^m  tJnr  Elerikcr  Nilteliis  im  Jabre  947  dem: 


I  regen  netoa 


VnrraoBpni  Kellt  hervnr.  ä»m  K&iaer  Konstantin  VII  i>iiin  Art  Proi«l(t«r«t  Ober  ili«  Leitiicn 


C]iiir«nmet*9e 
Kniior  herirhl<>t?.  Ans  den  Ii«ni«ikuneen  ieu 
roi«l(t«r«t  Ober  ili«  Leitiicn 
C)T(4t  nni^ntitn.  Grnf  ftinnt  tmtt«  einst,  oliiie  ({«DÜgondon  (imnd.  dio  Kohllieit  des  Si-hriftitlUkM 
nngrawniMi  Kd.  A.  i'Aj>ai)opn!os-K«riimt>UK,  I>rHVMl.  i'«l.  Hbarnik  SU.  Heft.  Pt>l«n- 
bürg  18B4  (mit  Kinloitiini;.  lammcher  Ueberxntxung  nml  ItidicD«), 

137.  Typika  {tvmxä]  d.  h.  SHftuii)*surkunden  nnd  Sat^un^bücheF 
für  byzantiiii.icli«  Klüstor  geliOren  xu  den  «•iclitigftten  Hilfsiiiittfln  für  die 
Erfopsclmiig  der  iiineron  Oosohichto  von  Byzanz.  Daa  Wort  Typikon, 
eigentlich  , Formular",  bezeichnet  in  der  byzanlinischen  Zeit  zunächst  eine 
Anordnung  im  allgemeinen,  dann  ein  fQr  äaa  ganze  Jahr  dienendf-s,  jedoch 
nur  die  Stidiwurtc- enthaltcudvM  litiirgi!i«chc8  Handbuch,  in»bc8onduro  «ine 
dem  Öebraufhe  des  Klostor«  aiigcpa»sto  Bearbeitung  dosselbon,  die  mewt 
mit  den  übrigen  Ratzungen  fUr  das  Klosterleben  verbunden  wurde.  Die 
gemoinRamc  flrundlage  der  Klo8leraa1i;ungBbüchep  bildete  dio  Itogol  dei 
hl.  Bauilios,  die  jedoch  in  der  Folgezeit  allerlei  Veränderungen  und  Er* 
Weiterungen  erfuhr.  Insbesondere  wurden  fQr  dio  spätere  Entwicklung  ' 
de»  KloKterweaenn  von  grosser  Bedeutung  die  Statuten  des  Sabbaaklosiers 
hei  Jonisnleni  und  do»  Studionklumtors  in  Konstantinopel,  die  von  vivhn 
Änderen  Klöstern  angenommen  wurden.  Hioher  gehören  auch  die  für  die 
Gesamtheit  der  Athosklöater  erlassenen  kaiserlichen  Typika,  Von  diesen 
Typiken  im  engeren  Sinne,  welche  nur  die  liturgischen  iind  di»zipti- 
iiftren  Aiiwciitungeu  für  das  Klostorlehen  enthalten,  unterscheiden  »ich 
dio  Stiftungsurkunden  bestimnitor  Klüstcr  und  der  mit  ihnen  verbun* 
denen  wohlthätigen  Anstalten,  welche  die  individuellen  Bestimmungen  des 
Stifters  enthalten  und  nur  ftlr  den  einzelnen  Fall  gültig  waren.  I/eo  Alli- 
tiu8  nannte  «ic  iv.tixii  xtt'toeixti,  weil  der  Stifter  hftußg  als  xttjtu^,  ge- 
wiwormosKon  als  .Besitzor*  dos  Klostors,  bezeichnet  wird.  In  der  byzan- 
tinischen Zeit  wurden  sie  als  „letztwUüge  Verfügungen"  aufgefasst  und 
mit  Ausdrücken  wie  ^ifha^i^,  ivrtixt}  ifner«?«;.  Jutiayi^,  iiaiv.-naoif^  titif 
tvnoiaig  benannt.  Von  grosser  Wichtigkeit  ist  das  diesen  Typiken  ge- 
wöhnlich lieigefiigto  offiKitille  Inventar  (ß^tßior)  des  hcweghohen  Uld 
unbeweglichen  Kloslereigcntums;  die  Führung  eines  solchen  Inventan 
wurde,  wie  es  scheint,  zuerst  im  ersten  Kanon  der  80genannt«n  emtM 
and  zweiten  Synode  in  der  Kirche  der  hll.  Apostel  zu  Koastuntinopel  in 
Jalire  861  ge«tziich  bestimmt.')  Beide  Arten  von  Typiken  wurden  vi«4* 
fach  auch  mit  einander  verbunden,  so  dass  also  in  derselben  Schrift  so- 
wohl dio  Liturgie  nnd  Kloster  Verfassung  als  die  Stiftungsgoschicht«  und 
dio  VermögcnsverhSitnissc  neben  einaiidur  behandelt  sind.  Was  das  Ver- 
hältnis der  beiden  Arten  von  Typiken  betrifft,  so  stobt  vi5llig  sicher,  dsss 
die  Satzungsbllcher  älter  sind  als  die  Stiftungsurkunden.  Sie  eut«tai]<l«ii, 
wio  schon  oben  angedeutet  wurde,  in  den  Klöstern  berühmter  AnaohoretoD 
und  wurden  später  von  neugogrilndoton  KlRstern  unverltndort  oder  mit 
leichten  Mudihkntionen  übernommen.  Die  Stiftungsbricfo  dagegen  kamei 
erat  auf,  als  dio  Sclienkungen  der  Laien  nicht  mehr,  wie  es  frllher  Gblich 


,^  '}  RballM  und   Potles,   ZvvTayf4a  mdv 


Fh.  M«yor,  B.  Z.  4  (18»}  3T4. 


0«Mhl«bU«hr«[ber  <ui<i  Chroniaten.    A.  GeBohichtsohreiber.    (§  137)     315 

bedingungslos  einer  Kiroho  odor  einL^m  Klostf^r  flborgebon  wurden, 
am  ein  gcis-issor  EinfluHs  auf  die  Zukunft  clor  Stiftung  verlangt  und 
»willigt  wurde  d.  Ii.  seit  der  Ausbildung  dos  Ohariälikarierwesens, 
ieees  etwa  um  die  Wende  des  10.  Jahrhunderts  cntstandono  Institut 
BT  Xui}tttnxä(Hai  fntspricht  dem  kamlingifichen  Benefiziulwesen  d.  h. 
as  Kloster  wurde  als  ein«  Art  von  Ij<;hen  einem  huchstplfeiiclen  Laien 
berwic«en,  der  aU  Kurator  (/ytj^n;)  fllr  das  Kloster  sorgen  sollte,  in 
fiikliohkeit  aber  gewühiilich  sieh  selbst  Ameh  das  Ktosti^ir  möglichst 
n  Wriicliem  suchte.  Da  nun  die  Stiftungsnrkunden  meist  genaue 
kDgaben  (Iber  die  VermögennvcrhSltnisse  des  Klostera,  über  die  mit 
kn  verbundenen  Metoctiieu ,  Über  Armen- ,  Kranken  -  w»d  Siechon- 
luer.  Inventaro  der  Bfluher  und  heiligen  Gerfite,  oft  auch  autobiogra- 
ttiach«  Notizen  über  die  Person  des  Stifters  u.  R.  w.  enthalten,  so  versteht 
MR,  AtsB  sie  för  die  Kenntnis  der  inneren  Geschichte  von  Byzanz,  be- 
Kiders  der  nationtüKkonomtschon,    paläographischen    und  kunstgeschiclit- 

r  Seite,  mannigfache  und  reiche  Aufklilrung  bieten. 
Die    Einzelbetrachtimg  der  uns  erhaltenen   Stiftungatypiken   ge- 
iielit  am   bebten   in   der  chronologischen    Iteiheufolgo :   1.    Das  älteste 
Uspiel   ist   da«   aus   dem  Jahre  Ö(!ä  stammende  Typikon   det;  hl.   Atha- 

E»,  de«  OrUnders  der  grossen  Laura  auf  dem  Athos.  Es  enthält  im 
tlichen  eine  auafOhrüche  Interpretation  der  dem  Kloster  von  den 
■n  Nikephoros  Phokas  und  Johannee  Tzimiskes  verliehenen  Gold- 
iSm  und  Iwt^nt  mit  grösstem  Nachdruck  die  Freiheit  und  Stillwthorr- 
Mcit  de«  Klosters.  2.  Da»  Typikon.  durch  welches  der  Ilistoriker 
iehael  Attaliatea  im  Jahre  1077  ein  Armenhaus  und  Kloster  in  Ithae- 
MM  mit  einer  Filiale  in  Konstantinopel  stiftete,  ein  durch  Vollstßndig- 
rit  und  Klarheit  ausgezeichnetes  Musterexemplar  der  ganzen  tiattung. 
jt  demselben  war  auch  ein  K loster^tatut  der  oben  charakterisierten  Ai'i 
■Inuiden.  das  leider  verloren  gegangen  ist,  8.  Das  Typikon  des  Grosa- 
mestilios  Qregorio»  Pnkurranos  (//«xot'eiwrfJc)  ftlr  dus  von  ihm  go- 
lift«te  iberische  (georgische)  Kloster  der  Gottesmutter  zu  Petritzos  bei 
lÜBppopel.  vom  Jahre  lOJ^^.  4.  Die  Diataxis  des  hl.  Christodulos  für 
town  ihm  gestiftete  Kloster  d&s  hl.  Johannes  auf  Patnios,  vom  Jahre  lOill, 
polktftndigt  durch  ein  Testament  mit  Kodizill  vom  Jahre  1Ü93.  5.  I)aa 
■Original  (Cod.  Porifl.  884)  erhaltene  Typikon  der  Kaiserin  Irene,  der 
Mahlio  Alexioa'  I  Komnenos,  vom  Jahre  1118,  für  das  von  ihr  gestiftcto 
Qoater  der  begnadeten  Gottesmutter  (,'(0>j;  r»);  iutqajiai  (Ofotöxiiv  t^^ 
ttjiBfiMtttri/;)  zu  Konstant) nopcl.  Dieses  Typikon  enthält  manche  Be- 
■nderiMuten.  die  sich  aus  der  HUcksicbt  auf  das  mit  dem  Kloster  ver- 
boadine  Stifl  Hlr  alleinstehende  adelige  Damen  ergaben.  6.  Gm  Typikon 
lanKaüters  Johannes  Komnenos  vom  Jahre  1136  fUr  das  von  ihm  und 
MJBcr  Gemalilin  Irene  gegründete  Kloster  tov  ntivton^äto^og  in  Konstanti- 
Dopd  and  das  xa  demi^elben  gehSrige  Spital  und  Siechenhaus,  deren  Ein- 
Mfamg  durch  genaue,  kulturgeschichtlich  hoehintercssanto  BoHtininiungen 
pNftift  wurde.  7.  Das  Typikon  des  Bischofs  Leon  von  Argo»  und 
Niuplia  vom  Jahre  1143,  für  das  von  ihm  wegen  der  häufigen  Bedrohung 
kKfc8«erftubvraus  einem  Frauenkloster  in  ein  Mäimerkloster  umgewandelte 


ImE«  Li  tUnttnrgMehicht«. 


inische  Litt«rfttiir. 


Kloster  zn  Area,  8.  Das  Tj-pikon  des  Abte»  Athanasio»  Pbilanthrn- 
pino»  vom  Jaliro  1158  für  das  von  dii^m  Mystikos  Gcorgios  Kappailokes 
und  soinoin  Bruder  Theocliamto»  Kappadokcs  iit'u  urridil«!«  KIost«r  des 
hl,  Mamas  in  Konstantinopel,  daa  durch  die  MiHawirtscJiaft  früherer  Cha- 
rifltäkarier  vHlIig  heruntcrgokommcn  war.  9.  Das  Typikon  des  Abt«8 
Nikolao);  vom  Jahro  1174  für  das  gricchischo  Kloster  dos  h).  Nikolaos 
von  Csfiolo  bei  Otrunto.  Es  b<>stebt  aus  «in«ni  liturgischen  Typikon, 
Mßncbarcgeln  und  einer  kurvten  Geschichte  des  Kloster«  Qßbst  einem  Leih- 
vcrzeichni»  der  Bibliothek  und  Bestimmungen  fllr  den  Bibliothekar  tind 
die  Kalligraphen.  lu.  Das  Typikon  de»  Noophytos  Knkleistos  (d,  h. 
des  Klausners)  für  das  von  ihm  gegründete  Kloster  (»V*^*'«»  po)  Nuu-Zion 
{S^a  £to>%-)  bei  PaphoR  auf  Cypern;  dasselbe  ist  spfitestens  im  Jahre  120S 
abgcfnsiKt  und  zeichnet  sich  durch  Originalität  aus.  wie  auch  di«  tm 
KeophytoH  für  sein  Kloster  gewählte  BcKeichnung  ^yxkti'at^  t-iguiuirtig  iit 
11.  Das  Typikon  des  Nilos,  Bischofs  von  Tamasia  auf  Cypem,  von 
Jahre  1210  ftlr  das  von  ihm  ausgestaltete  und  organisierte  Kloster  der 
Gottesmutter  vom  Berge  Machaer»!*  (,"«>»;  it'g  vTtfpapaf  (^ioumov  m» 
Maxeiiffo)  auf  Cypern.  12,  Bas  Typikon  des  Kaiserä  Uichael  VIII 
Palaeologos  vom  ,Iahre  1280  ftlr  daa  von  ihm  wiederherge«tellte  Eloetcr 
des  Erzengels  Michael  auf  der  ln.sel  Oxeia  bei  Chalkedon.  In  der  Ein* 
leitiiiig  macht  der  Verfasser  verschiedene  Angaben  Über  sein  L«b«iL 
13,  Das  Typikon  des  Kaisers  Michael  VIII  Palaoologos  vom  Jahr« 
1282  für  das  von  ihm  wiederaufgebaute  Kloster  des  hl,  Demetrios  la 
Konstantinnpel.  Auch  liier  gibt  der  Verfasser  in  einer  Art  von  Vorrede 
Mitteilungen  aber  Hein  Leben,  über  seine  Ei-zichung  bei  seinem  OhcinM^ 
dem  Kaiser  Johannes  III  Dukaa  Batatzea,  seine  Vermählung  mit  deesM 
Nichte,  seine  Feldztlge  gegen  die  Lateiner  und  Perser,  endlich  Über  die 
kriegerischen  Erfolge  seiner  eigenen  Regicning,  In  der  ganzen  Darlegung 
bestrebt  sich  der  Kaiser  ersichtlich,  den  providcntiellen  Cliarakter  seiner 
Itegierung  klar  zu  machen,  und  Übergeht  daher  die  Handlungen,  die  einem 
Werkzeuge  in  der  Hand  Gottes  niclit  gut  anstehen  würden,  sorgfältig  tmt 
Stillschweigen.  In  dem,  was  «r  zu  erzShlen  für  pa.ssend  findet,  ist  er 
glaubwürdig,  und  mehrere  seiner  Mitteilungen  dienen  zur  Ergänzung  der 
ffOnstigen  Geschichtsquellen  ftlr  seine  Zeit.  M.  Das  Typikon  des  Metro- 
politen Joachim  von  Zichnac  in  Makedonien  vom  Jahre  1324  für  daa 
von  ihm  ausgOHtalteto  Kloster  Johannes  des  Täufers  bei  Serrae. 

].  AaBgnhen  und  speni«)!«  Hilfsmittel: 

A.  Typikn  der  ornten  Art  (KInittprregeln): 

I.  Kin    t^rnüHKint   <li>s  Tvpiknn   den   ^nbbflsk loslers    rom   Jnliro  524   *d,   (aus 
8bt{lM)  A.  A.  Dmitrijevskij,  Trndy  Kiovakoj    duoh.  ak.  1890  Jununihoft  S.  17(>~-IM. 
—  Der  Ti-xt  iM  ni«dorholtB.  Z.  SilH()4)  167     170.  ~  Vgl.  A.  Khrhurd.  1>»  griadöxte 
KlmiHT  Mür-finb»  in  pHllwHna.  RiViii,  Qii«rlaUchr.  7  (1S9S)  32-79.  lio«.  41  S.  -    11m  teJ 
Snbbfui-tymkon  sind  hUnfis  i.  H,  Coild,  PnriB.  3i<5-88t*.  VinJob.  tlieol,  Ü!-:.  (Nowml;.      JH 

I'.  Kin  Krnmndnl   di-n   TTPiknn  ti'noitinaHi«)   des  Studionklaiiteni   ed.  Migno.  Prt^| 
gr.  99,   1708  -1720:  plx-ndu  ls'l3-IS24    das  Testnmpnl  (rf.na^jri;)   doa  Theodor«»  Stadid^H 

■'*.  Mphri»ro  knisorlipbc  lind  ntidert-  Tvpikn  nobst  kaiscr lieben  GuldbiiU«n  fttr  Atbrf" 
klantor  ndd.  M.  .1.  Gedron.  0  '^!*m(,  Kprl  I^^I^.  uiiil  Pli.  M<?,ver,  Die  llauiiUnlciwdN 
fUr  dJD  Iti^Kcliicbt«  der  AtlioiklfiRtrr.  Iioipzis  18',>4.  ~-  Ein«  L'lirunik  d«B  IbcroTkloctcra  mi 
uin  ljliugiiu'li-iuik«itiBclii?i(  Typikon  des  hyxnnliiLJacbon  KloBters  um  Isask  KainD»naa  VM 
Jalitc  I1.S2  bringt  M.  J.  Gideon.  Marnatii^  ftfthoStjirr,,  Kjii'l  (auU  dcinuiMhet  enehtinaD),  ■- 
Kinioln«  kaiserliche  Tjrpiken  venteichnet  K.  K.  Zaoharis«  von  Liogentbiil,  Jus  Gn«w 


4 


J 


8.  QMohlohUdireibw  uid  C&roniit«».    A.  Q«acliic&Uolite!bar.    (§  137)     317 


iitn  3  <18i^7)  XVI  ff.  —  VkL.  auch:  K.  N.  Sullins.  M*t.  m^i.  1  (1872;  Sl^.  908, 
tu.  —  Chi).  )Aajn>t,  Ueitrlg«  tat  K«nnt'niii  drr  npuiiiri'n  Gmcbidite  und  de«  g«g«D' 
■itipa  ZtttUadt«  d«r  AtbwklMUr,  Z<nM«hr.  f.  Kirclidiigmrdi.  II  (HUU)  8Uö— «35;  &äU 
k  liiS.  —  Em«  mit  bildlicliMi  Dnrstaltungvn  der  xwiStl  MoiiHt«  üUBttvoUItole  Ua  d«« 
nOna  4m  kl.  Sat>bM  vom  J«hra  131«,  die  jetzt  im  AUioaklMtM  ValOMiU  Hulbewulirt 
i.  boaohniU  J.  ättxrgoWHki,  Kino  tis|ioiuDtiaclic  Üildaa-buidMbrift.  ReperToriiirii  Rlr 
JMrtwfawwurlwft  13  (ISWI)  2Ht-^ft3.  -  U.  Btoekbttuii,  Dio  KüiihI  in  d«D  Atli«aklfi<iU>ni. 
aipif  IMDl  ».  172. 

4,  Kin«  Ali  Typikoo  in  potiliauheit  Veraon,  in  K'i'Icbani  die  fOr  MOnnhe  gcJCeoden 
M^nTorwbriflea  dugclcgt  wurden,  ist  tii  Tivluo  llas  unlur  dem  Nninnn  #iu«a  Palri- 
itebnii  NikalaoH,  «oenil  waliracfaeiiiUclt  NikuluoBUruiuni alikos  (luii4  — Uli}  gentaiiit 
■t,  Ob««li«fcrt:  ■!■  AdroMHl  winl  bald  dw  Vunidiiiit  (i'rutuij  den  hl.  liorga«,  buld  »in  Abt 
iiarfflrio«  vom  Uorge  Sinai,   «in  Sioait«  JubimuDB  ii.  u.  geiuimC.     Üitsm  didaktüoh«  (>•• 

i  nri*  vntnt  in  den  V«a«iiaucr  Üniokäa  d»B  Typikou  Uvo  lil.  äalibui  t.  ti.  16ü3,  I6UA, 

>,  lft4-'>,  1711  TcrtIfe&Uiobl.   Oliue  dvu  metriHcbMi  Cliurukt<<r  zu  «rkL-nu«n,  odierte  diMoa 

,  >k«D   ab  ein  Wnrk    d«s  Patriarcben  NiLuIikm  My^tikua  A.  Mai.  äcnfiUirora  vetcnim 

IT»  «oUeciio   9  (ltf37J  Cll—SlS.     Darnach  uurd»   v»  |wi«dut   aU   Prosa)   uieili'rholt   bei 

nv,  Patr.  fr.  III  (1868)  39l~40<i.   Aberacbno  mehrere  Jalir«  IiUli»  luilt«  J.  B.  PiCra. 

iam  8ole8n««M  4  (ISM)  iif!     iitv,  auf  da«  VuriMhen  von  A.  Mai  biugewiescu  und 

riftlicb«   VaiiantMi   mitgfteitt.    —    Kndlicb   edivrte   das   StUok    nacb  niubrvreii  Uta 

Kenatiua  tod  dar   Arboil  l'itnui]   ht.  J.  U«d«on,   'O  A9iai  S.  ST'3~-Sä8.    —   Wenn, 

A.  Ual  BBiubai,  dar  fairiatdi  Nikolaoa  Mvaliko«  tt  9--^)  <)or  V(i(fa<M«r  wln,  ea  ca- 

4äa  Stitdt  «la  daa  tItaaU  Uoinpiel  «Jana  Iiobrgoilichto»  in  politiecli^n  Verwn  erbdut« 

Dar  Anfang  laalot:  /I^JUamf  ft  ifiaan;  xui  iUUXii/at,  tiurar. 

5.  Zum  liUrgiMhcn  Typikoo:  F.  KiittcubuiDh,  l^ehrbucb  dor  vcrglmchandan  Con- 
1«  1  (1H92J  47»  t.  —  Uauptacbnft:  N.  KratinasnljoQV,  Dnn  Typikoa  dar 
I«  in  KH.  OdcMaer  Jabrb.  2  (ltf»2>  Uyi.  Abt.  L  S.  150  -Ul.  Boaprocboa  von 

S.'lnrt<,  a  Z.  'l  (18»8)  18»  f. 

B.  Tjrpikn  dar  swaiton  Art  ([cnuxi  xri^ro^N«): 

i  Tjrpikon  doa  hl.  Athanasioa:  Kd.  M.  J.  O«d#on,  Vi '.j^atf  8.  21&  -372  (olino 
ll  DiatvpuM).  —  Hit  der  l>iat}-|io>i8  nod  ily|iot;p(iaia  «d.  Ph.  Meyer,  Die  Uuupt- 
HfcnaJMi  «tc.  (a.  o.j  S.  Wl-  I4ü;  vgl.  «benda  s.  IX-m. 

X.  Diataxi«  doa  Micbaal  Attaliatas:  Kd.  K.  N.  Satbas,  Mn.  BifiX.  |  (1872J 
l-SO.  —  WiMl«rh»lt  bat  Uikloaieh  ot  MaiUr.  AcU  *t  diploinaU  &  (1887j  298-827; 
Im»  4h  luiMf liehen  KrIiaM  ISS-Uö;  Nochttlee  und  Uericbtigongan  4d3:  470—472.  — 
IPald.  Kiat'B.  Dia  DiutAJiia  da«  Miobad  Altaloiat^u  von  IU7T.  Kia  Beitrag  nur  Oe- 
wkiabla  dm  Kttalcrwiwcnii  un  bjrxanliniMhcn  Kciobc,  Jona  1894.  —  lieber  dio  anderen 
IcMm  und  das  Ubon  d«  AtiaiiatM  a.  8.  26il  ff. 

A.  Tynikon  de»  UraguriuB  Pakurianus:  Originnl  nuoh  unodieil.  —  Kino  neu- 
iriadtube  (j«b«TiMtxans  ed.  U.  Muaaoos,  DiJUerL  pUilul.  Jeneneos  4  (IbäS)  133— :ilO.  — 
V^.  du  UesprcvhuD);  tun  0.  KrOgtr.  2ctlscbr.  f.  Kircbongcecbtcbt«  10  (191^)  620.  — 
P.  ISxobraEOT,  Unudierh)  KluBteriegelii.  Jouiu.  Min.  Ib07  Uil  2&4  Novamberb. S.  6&-78, 
to  aach  Proboc  dee  QrfgtnalB  uult^ilL  —  1'.  N.  Pupui^uorgiu. 'fffit^iaJlo/iorf^f '^vnioJi^t' 
1W7  a.  llh—\M.  Bat),  pbüul.   WovbcmicLr    1587  I>    8^1   f.  und  B.  Z.  i  (1^4J  SIS  f. 

4.  Diitaxia  des  bl.  Cbriiitoilnlus:  Kd.  EphrSin,  Venedig  1T.>6  (mir  unxn- 
tfMjlicb),  —  Ed.  J.  Sakkehoo,  Atb«u  1884.  —  Kdd.  HikloBiuh  «t  MQtloc.  Aotn  et 
«fkaaU  6(l^i>)ü»-80.  Kbenda  81-90  dnaTeatnment  und  KoditilL  ~  Vgl.  Ch.  Uiobl. 
U  Maar  irt  ta  biblioUitau*  da  Pntmos  au  comoioncomont  du  Vi"  niid«,  ü.  Z.  1  (18921 
«n-Ufl.  b««.  490  f. 

).  Typikon  d«r  KaiMrin  Irene;  Ed.  pr.  B.  Montfaucon,  Anuleotn  Omeea, 
Pida  MUH  8  13<  IT.  -  Wiadarbolt  bei  UiEo«.  Patr.  gr.  127.  Vf^b-112».  -  WiediMholt 
W  Mikloaich  it  UQllor,  A«t»  et  diplomaU  5  (IHS7)  827-391.  —  Vgl.  J.  »eger, 
Wkmkirn  Brycnnio«  S.  U. 

<.  Typikon  doa  Jobannaa  Komoonos:  Inlialtanngnbe  von  P.  Boxobtoxov, 
iMiL  Mim.  liJST  Bd  2ü4  Novambnrb.  ä.  »6-74.  —  VgL  die  Üaaprecbung  von  E.  Kurli, 
Hz.  1  11893}  6S7— 631.  —  Uebor  daa  Kloalar  vgl.  A.  0.  I'nepntc-s,  r'isncii*«!  fidtra*, 
tri  19»  &  3041-318. 

7.  Typtkon  de«  Biaobofa  Leon:  Dm  Tornngcbunde  Ilypoinncma  ed.  (aua  Cod. 
!«■».  836  b.  I.  4.  jeUt  U.  VII.  29)  J.  Puaini.  Codivi»  nisä  biblioUifuue  R.  Tauriuansia 
Albnam  1  |174V)  426  9.  —  Daa  Uanie  edd.  Mikleaich  ut  Mnilur.  ÄcU  et  diplonmtn 
iilSÜli  IJä-llW.  -  Vgl.  8p.  P.  Lawbroa.  B.  Z.  Z  \\mi)  Tö. 

«.  Typikon  4en  Abtea  AtkanaBius  Pbiluutbii>i)inoi):  Ed.  Tb.  l'spcnakij. 
O^Haat  Jakrb.  2  (1892)  Ilyi.  Abt.  I  S.  2&~84  (init  reivblidiom  Komnientai).  —  Vgl.  die 
BüfnebuB  von  £.  Kurti,  B.  Z.  2  (lä»S)  137  f.,  und  W.  Miesen  a.  a.  0.  S.  11  (■ 


m 


Bysaatwlach«  Litt«ratarg«ficUoht«.    L  Prouivcbe  LittAratar. 


S.  Tynikon  doa  Abtes  NikolaciH  rnn 
216  b.  III.  ■£,  (jout  C.  111.  17).     Kine  lloachraib 
bibtiolhocun  it.  Tnur.  AtJicnnci  I  (174&I  3U!J  f.  —  Du 


Casolf:  E»  i))t  eTli«lt«ii  im  Ood.  Ti 
lloachraibun^  demelbon  b«!  J.  Pssini,  UodwM 
(174&J  aus  f.  —  Dann  wiM  auf  dip  Wiohti«k*it  4mr  Ha  bin  Erm. 
Anr,  Arcliirio  atorico  lUliuDO,  Mno  4,  t.  6  (l^^Oj  AI«  (.  —  Dio  Q«»MiiohU  dM  K1i>«l«ra 
■kiuirrlp  Tarnplimlioh  mit  Uilfo  (lioMr  Hs  üh.  Ditilil.  Im  moauUro  di  8.  NioolM  4i 
Cnsole.  .Mäkngoa  (taroh^oloKie  fit4'biat«ire  de  r^oal«;  franfRiaa  doHofneS|l^*t(6l  17^— iwi.  — 
KioigB  StOdc«  d«r  Us  (Cbrunik  dua  Kloal«ra.  Epigrammn  de«  Abto«  Nektario«  aber  di« 
gMlorbenoa  AebU,  LHJhvvrxiMcliDis  [i^lial  BililiutuoknUlutea)  ed.  U.  Ontont,  Le  Tfpi««a 
de  Haint-Nicolua  di  Ciuvilo.  Rt>vae  dcti  <■(.  gr.  ä  tläUU)  Stil— 3U1.  —  Du  gani*  Traikao 
8oll  von  y.  Coi«a-Liiti  veröffentlicht  wurden  (Oraont  a.  ■.  0.  381  Anw.  2).  —  Hmsd 
niuee  uucb  itur  Cud,  itarb.  I[(  OD  beigoiogoo  werdeo.  der  oLb  im  Jalire  100&  roB  d«iii  Uftnoba 
IljcrollicuH  de»  Kla§tors  von  Cnsole  gt-acliriebiiuc»  Typikon  eutli&lt.  —  Verwsadl  tat  wohl 
nuch  Ana  Tv5>ikon  der  i^rioRliisulioii  Kirolie  vo»  tluvu  tin  tfalbrienj  im  Cod.  Bark.  III  T 
10.  Typikon  doa  Neoph^tas:  Ed.  pr.  Kypriaaoe,  Venedig  1779.  —  Dann, 


Kenotiiia  der  ereteo  Ausgabe  od.  Kdn.  Warrnn  in  der  Zeiteckrift  Äreba«ologia  47  (I 
Ua  1888)  1-W.  —  Vgl.  W.  Nissen  n.  a,  ü.  S,   13  ff,,  und  oben  8.  SS«. 

il.  Tfpikon  des  Niloa  von  Tamaaia:  Dia  nrsto  Ausgabe  rsransUlUtea  £•' 
MOneb*  des  Klosters  der  Gotlosniatter  vom  Bert;«  MHchanrn«,  Venedig  lTä6.  ~~  Oanuck 
edd.  Mikloaich  ot  MOller,  Aoto  et  diploimitn  i  (ISnT)  294-432.  —  Vgl.  W.  Niaeea, 
R.  B.  0.  S.   15  f. 

J'j.  Tjrpikon  Michaela  Vlll  Pnlaealogoa  fflr  daa  Kloator  dea  BriaDgeli 
Michael:  Kuorat  gab  einen  Iteriolit  f.  Uuxobracov  h.  a.  0.  S.  Tu.  Vgl.  K.  Kartl, 
B.  Z.  2  (ISüS}  OSD.  —  Kd.  j>r.  M.  J.  Oedeun,  Tviiwiy  njs  iiti  tob  ßovroO  top  Avltriimi 
«tjla«/iia<  uoy^i  .Wi^niii  inv  'Affyayyti-oo.     Kuul.  Olto  Keil  1895. 

JA.  TypikuD  Michaela  VIII  PfllaeotogoBfQrdiiiiKluatetdealil.  Demetrioi: 
Kd.  pr.  0.  TruiL'kij  aus  dem  am  Scblunao  vonitilmiiiHlleu  Cod.  Moeq.  Syuod.  363 
Miitthnei,  418  Vlitdiinirj  nuler  dem  nicht  ^»ni  tatmitintiiBii  rital:  Imperatoria  Mioluielilj 
Polnoolügi  il6  vitn  «ua  npuHculiin)  neciinii  r«giila<>  ijuam  ipiie  inouBsleriu  S.  Demetni  i 
ecripedt  frugmoulum,  Ciiriat,  i:luDiio  l^ii,  II  S.  ö2D— 57i',  aiieh  eoparat  Petenbsrg  I 
mit  ru3sisc!li(-r  üeberaotiung  nnd  Kommentar.  —  Vgl.  die  Qeaprecliuiigen  und  Anaxflge  fd 
!'.  BcKobraiov,  Bevup  archSologiiue  III'  sine,  7  (ISHß)  316-318;  V.  J<agi(>.  Ar« 
elnv.  Phil.  10  (1887)  3U' f.;  U.  P.  Bogleris.  Jfluoy  2  (IHa.i— 1SS9)  521-&88i  " 
Nissen  a.  a.  0.  S.  17  ff.  —  b^in  im  Moskauer  Codex  fohlendes  Bra<^hstllck  deMelbas^ 
kon  ed.  aus  einer  Ils  des  Ibererkloelers  auf  dem  Atlios  i'h.  Mef  er,  ItnichatBcka 
to:ii*ä  KtijioiitKii,  B.  Z.  4  {ISSh)  ■lü—iH;  datu  Krklftrungon  ü.  hO--bl.  ToxtkritMcfae 
Itflge  von  G.  N.  Hatxidukis  und  K.  Kurt«,  ti.  'l.  i  limh)h»Z  t.  —  Zu  den  xwoi  Trpil 
des  MirliHel  Pnlneulogug  vgl.  auub  diu  (Juldbullu  deasclLen  Kaisers,  dio  in  oincm  Kln 
EQ  Mystifls  bei  Snarta  als  Waiidiuat;lu'il't  urhultuu  ist.  Kil.  K.  II.  ifesiu,  'Jfijyä  S  (18)^ 
461—467,  wiederholt  in  seinen  iv/ifiixtf,  AUiun  1B02  S.  40—51. 

U.  Typikon  des  Joachim  vun  Ziohuao    (für  daa  Kloator  des  U.  Joliantiaa 
garraeh  Einxelne  Teil«  ed.   K.  N.  8nlbuB,  Mta.   m,U.  1  {IHTi)  •201—242.   —  Zamld 
medcrholt  bei  Miklosieh   et   Müller.    Aeta   et    diplomala   &   (188T)  433 — 4S9.    —   V$ 
V!.  Niiiaen  a.  a.  0.  8.  2t)  t.   —    Ueber   das  Kloster    des   hl.  Juhannea   bei  Seme  vgl. 
N.  Pupngeorgiu.  AI  £/ei."»  elc,  ü.  Z.  8  (1B94|  308-32».  der  auch  Mitteilungen  l' 
die  Bibliothek  des  Klosters  gibt.  Naob  Papageorfiu  8.  812  Aum.  hieta  der  Mettopolil 
Zichnne  nicht  Joachini,  sondern  Johannas, 

15.  Kill  Biuchattkok  eines  Typikon  fQr  das  von  einer  Kaiserin  Iran«  LaskaTii 
Palaaoloi$ina  wiederaufgebaute  Kloster  raii  tfiXaräpianoo  eiurijpof  «d.  aoa  «Jner  Bs  i 
Ibvrerklester«  auf  dem  Atlios  I'h.  Meyer,  Bruriistueke  zweier  iimixn  ■(i}rop(n>',  B.  K 
(16'Jö)  48  f.     Die   Identifizierung   der  Slifteriu  muclit  Scbwieiigkeiten,    «le   Pk   Meje^ 
U.  B.  0.  ä.  57  bemerkt:  dio  Angabe  der  L'ebprsohntt,  dass  dio  Kaiserin  als  Nooii«  Eulof' 
Refaeissen  habe,    pusst    nlelit   auf    die  Kniaeiin    Irene,    die   Tochter   des  Kaisars  Tlieodon 
I.askaris,   die   nuerst   den  Andronikos  Pataiiologos.    dann    den    Kniner   Jehannea  IM 
Batatzes  it   19■^4)  heiratete;  denn  diese  starb  sebon  vor  ibri^ra  'lemuhle.    Inhaltlich  ist 
IlntchetUck  stark  abliUngig  von  dem  'i'yj'ikon  der  Kaiserin  Irene  vom  Jahr«  1 1 18.  — 
Texte  vgl.  G.  N.  Uatzidakis  tind  E.  Kurti,  B.  Z.  4  (189-5)  bm  f. 

Iß.  Die  Jialtrjieij  des  Ignatios.   des  Gründers   des  Limonkloslonl  auf  LMbos, 
Jahre  1530,  i*t  ediert  in  der   Eai'ja.  M.  3  (lSö2— 18S3j  74—77, 

17.  Noch    unediort  ist  u,  a.   das   im  Cod.  Athen,  78S,  9.   12,   erl)alt«ne   litnrgb 
1'vpikon  mit  der  Uialaxie  für  das  im  Jahre  1041^  von  Paulos   gestjflote   und    von  aeina 
ffttchfülger  Timothoos  erweiterte  Kloster  r^i  {■ateayiai  »eoroKou  iijt  Evifyitutt^.   Ku 
Beschreibung   des  Codex    bei   J.   äukkelion    nnd   Alk,   J,  Sakkalion,    kniriXoyoi  ra 
XHt/oysiifuv  iiff  i$nx^t  fiißXn>9rj*ij(   iijt  'EiXädas,  Athen  1892  S.  141  f.  —  Ebeufiill« 
liaediart  ut  die  im  Cod.  Paris,  gr.  1295  crhaltan«   Tvnur^  jiaQä^eait,   waloba  dar  " 


H  i.  6««eblohtMhr«fbn-  und  Chronieteu.    B,  CbrontstoD.    (g  138)  ^IQ 

nilo*  Datnilai  fUr  ein  ron  ihm  )to»tiftM«8  FTnucnklo«!«!  liiiilerlii>88,    V|p;I.  K.  LocraiiiJ. 

TtrtMimnt  d«  Nil  Datnilaii.  tUiUd  tUn  it.  gr,  4  (lH(rl  |  17:)     —   Nichts  Nftlivty<a  ist  uiir  Ubur 
ha  lypikoii  de«  Kaüwrs  JohannOH  PhIhsoIoro»  im  Coil.  Taris.  380  b»kaiiDt. 

2.  AllgAmninc  lliKumittol :  EInupt«chril't,  ilio  tlbfr  die  metstMi  mit  den  T^i>ii;^il 
»■■Mm«Bh>neiindcn  Krugrn  ^t  nricnlivrt.  int  dio  obau  inftvflUlrtfl  AbhHodlang  von  W. 
SU*«ii,  Dir  l>iutaxi!i  du»  Michant  AtUliatM,  Jen«  IB94  —  AllSMrd4>m  tkI.  b««.  diu  Kiii- 
Utaof  roo  fh.  Ucynr.  Di«  Ilaupliirkunden  für  die  <ienrliichto  doT  AÜioäklOalar,  l.«iptti|; 
UM.  —  Ueticr  doa  C'bnristikariorweson  vgl.  bea.  Th.  IJnjicnnkij.  Dm  lypitEon  des 

BhOw  dM  hl.    Manud  in  Kpei.  Odessaer  Jniirb.  2  ilMÜi)    Byi:.  Aht  I  B.  73-78,   and 

Hr.  IIiSB»n  a.  ■.  0.   8.  £2.    —    Mittuilun^«n    aus  uakctiiiuhcn   und   liturginchnn    Typikcn. 

T»  kuriM  VKseitJinia  von  T\-piken  beider  Arl  und  eioiiECH  andore  Uieihor  livharigo  bei 
I  f.  Pilr«.  SptrileiciuBi  Solwunmau  4(1858)445— 491 :  b6b~~jlh.  —  Eine  gr&Mero  Arbeit 
lU»  die  Tfpikea  steint  Tb  Toscanj  vorbereitet  ni  haben;  eiue  Rribo  von  Kollalionnn 
al  Miuti^efl  MMeiilMiit'>  Msl^ri«!  entk&lt  der  aas  seinem  NhcIiUss  stiunm«Dde  Codex 
CrrpUnam  r.  m.  XXlV.  V^l.  die  BescfareJbang  bei  A.  Roccbi,  Codin«  Crvut«n»M  eea 
UitttM  CrrptM  reiTTstao.  Rom  ISS2  S.  23S  f. 

B.  Die  Chronisten. 

138.  Allgemeine  Charakteristik.  Der  Wert  der  byzantinittchon  Chro- 
Biteo  besteht  weaentlich  darip.  äa,HS  sie  verloren  gegaiigene  GescIiicIiU- 
»erk«  teilweise  ersetzen  und  div  in  dor  Küilic  der  zoitgenö»«Uchen  Dar- 
rteQcr  befitebcn(l«n  LQclcen  aiurtlllen.  Ihre  Form  erhebt  keine  kanätleri- 
»clien  AniiprQche:  aber  gerade  dadurch,  daas  sie  auf  die  atti^rtllinliche 
ßräzitilt  verzichten,  werden  sie  für  die  Geschichte  der  lebendig.™  Sprache 
virhtiger  alit  die  Historiker,  dio  sieh  der  koiivuntionelloii  KuDbtäpnu;he 
IwdieDeti.  Die  Verfasser  der  Chroniken  sind  meist  Mönche,  die  fUr  ihre 
Btaadeegenoesen  und  fUr  fromme  Laien  abersichtliche  Handbücher  der  Welt* 
IHcfaicfate  geben  wollen.  Daraus  erklilrt  «ich  die  vorherrschend  Ifirch* 
lieh«  und  populäre  Tendenz  dituMT  Werke.  DicMUii  zwei  Kiguiischaflen 
VKTtUnken  sie  ihre  Verbreitung  im  lateinischen  Abendlandu  und  namentlich 
im  dao  von  Byzanz  aus  zum  Christentum  bekehrten  orientali^ctien  und 
dbvi«ben  VUlkern,  den  Syrern,  Arabern,  Armeiiit-ni,  tieorgieni,  Bulgaren, 
St-rb«n  und  Küssen.  So  (sind  die  Chroniken  fCLr  die  allgemeine  Kultur  dt« 
ICttelaJtera  unendlich  wichtiger  geworden  als  die  nur  auf  die  en^t«n 
KrciM  von  Byzanz  n-irkiwmen  Zeitgeschichten  und  sie  eritetzen,  wom  ibnen 
iD  innerem  Werte  und  künfitleriMcher  Form  abgeht,  durch  die  uiiermcs«- 
bcfae  Femwirkung  auf  fremdu  Litt«raUirgcbii;tc. 

I>ie  Chro Dingten  haben  sich  ihre  Arbeit  meist  sehr  leicht  gemacht;  mit 
^■'iiiF^en  Auettahmen  haben  nie  einfach  die  ihnen  zu  Gebote  »tehenden  Oe- 
■cbcbtAwerkv  und  Sltercn  Clironiken  mehr  oder  weniger  ausfOhrlich  ex- 
IHptH  und  zwar  in  der  Weise,  dass  sie  für  üin«n  Abw:bnitt  mniit  eine 
l^uUtt  benDtzteB.  ein  Prinzip,  das  sich  bekanntlich  Hchon  bei  den  allen 
Hiitankeni  grosser  Beliebtheit  erfreute.  Nicht  selten  freihch  arbeiteten 
M  m  die  Bauptqut'Ue  uocli  eine  oder  sogar  mehrere  Nebenquellen  hinein. 
Bei  miochen  Chroniken  geht  die  Abhängigkeit  von  den  Vorlagen  so 
■«t,  diM  sie  faat  nur  die  Bedeutung  von  Handjtchnften  ilterer  Werke 
hatent  So  kommt  e«  auch  vor.  daaa  ein  und  dasselbe  Werk  ooter  ver- 
MUwkiien  Namen  geht.  Diu  modtm«  Vor»k-llung  vom  geistigen  Eigeo- 
tin  ist  in  dieaer  Litteratnrgattung  nicht  vorhanden,  und  ee  int  dahM- 
Ü  Kupf  gegen  Windmühlen,  wenn  man,  wie  oft  geschehen  iitt,  die  harm- 
km  Otfonisten  als  unverschämte  Plagiatoren  brandmarkt   Einen  aolcheo 


320 


ByMUtiiiliche  litUrKtargeacbiaht«.    I.  FrtMaiaolie  Litteratur. 


Vorwurf  hätte  «in  byziuitiiiischor  Clironist  nicht  veratandon.  Dto  »praclj- 
liclie  Form  und  das  naiBonnomunt  ist  ihm  Kebensache,  den  Stoff  ohvr,  ü« 
Thatsachon,  betrachtet  er  als  Gemeingut,  aus  dem  jeder  nach  Belieliea 
auswählen  inOgo.  Dicker  litterarigohe  Kommunismus  tmtte  xur  Folge,  daas 
hier  die  Grenzen  zwiscbon  den  Begriffen  dor  tielbstAndiguu  Kumpilfttion, 
der  bloRsen  Redaktion  und  der  handschriftlichen  Abweichung  jetzt 
hiiufig  schwer  zu  ziehen  sind.  Daraus  ergeben  »ich  faHt  unüberwindliclie 
Schwierigki-iton  Hlr  die  diplomaU-schü  Kritik  und  die  wisscuscbai'tlichu  V«r- 
Offentlichung.  Das  8chHmm»t»  Problem  bietet  in  dieser  Hinsieht  Georgios 
MonachoR,  der  da^  ganw  Mittelultur  beherrscht  und  daher  in  unzähligen, 
stark  abwoichendeu  Handhchriften  überliefert  ist. 

Ton  grüBster  Wichtigkeit  ist  in  dieser  Litteraturgattung,  in  der  jo4m 
neue  Werk,  soweit  es  müglicb  war,  aus  iiltereii  Arbeiten  zui-ammeogeacfaQpA 
wurde,  die  F'e&t«teltuug  der  Quellen-  und  Verwandtöchaftdverhältnisse.  Sia. 
BttSsst  abor  auf  noch  grössere  IlindernisBe  als  die  wissenachaftlicbe  V 
nffentlichung   der  Texte   und  gehört  zweifellos   su  den  «ohwiorigeteu  Aof? 
gaben,  welche  in  der  gesamten  l'liilulogie  existieren.   Manche  UauptqudUo 
sind  ganz  verloren,  manche  sind  nur  in  Auszügen  und  ^Bruchstflcken  oder 
in  späteren  Überarbeitungen  oder  Übersetzungen  auf  uns  gekommen;  roB 
diesen    ist  vieles    noch  nicht   verSfTentlicht,    anderes    ist  zwar  godrudtt, 
aber  an  schwer  zugünglichou  Urtcn    oder  in  ganz  unzuverlässiger  W^M. 
So    inuss    die  Forschung   ohno  Unterlass  auf  handschriftliches   Material 
zui-ückgreifen,  wodurch  für  den,   der  die  betreffenden  Handschriften  uicbt 
ebenfalls  einsehen  kann,  das  Verständnis  und  die  Prüfung  der  Vorarbeit«ll 
unendlich  erschwert  wii-d.     Nicht   weuig  Verwirrung  entsteht  auch  durch 
den  Mangel  einer  festen  Nomenklatur.     Mehrere  Denkmäler,   die  iu  Be- 
tracht kommen,  sind  nur  in  Form  von  anonymen  Kompilationen  oder  Ex- 
zerpten vorhiinden  und  daher  schwer  zu  zitieren;  auderu  Werke,  mit  denen 
man  operieren  mus«,  sind  nur  uu»  gewissen  Spuren  vorausgesetzt  und  von 
ihnen  müssen  zuweilen   wieder  mehrere  Redaktionen  angenommen  und  in 
die  Forschung  eingefllhrt  werden.   Nun  werden  diese  ziemlich  vcrachwom* 
menen  und  oft  recht  problematischou  GrQseeu,  dio  für  die  AusRthrang  der 
QueUenberO[.-hnungon  nötig  sind,  von  den  Forschern  oft  mit  versohiedeua  ü 
Kamen  bezeichnet,  je  nach  der  Vorstellung,   die  sich  ein  jeder  von  ibllCBI 
gebildet  hat.     Ein  und  dasselbe  Individuum  begegnet  uns  hier  als  b^ 
scht'ideuos  .Kompendium',   dort  als   , Johanne»  Antiochenus*,    an   einer 
dritten  Stelle  ab  ,  ursprüngliches  Malaloswerk'   u.  s.  w.     Nicht  kleiner  Ut 
das  Übel,  wenn  umgekehrt  mehrere  Forscher  denselben  Namen  gebraucbuii 
aber  verttchiedune  Begritfü  mit  ihm  vorbinden.    Selbst  da,  wo  es  sich  um 
ganz  bestimmte,  aber  anonyme  Werke  handelt,  urschweren  die  teils  liond- 
KChriftJichen ,    teils    konventionellen    Bezeichnungen    wie    ,  Kompendiuni', 
.Epitome",    .Synopsis",    ,Kkioge*  u.  s.  w.   die  Orientierung.     Za  diesen 
Süsseren  und  inneren  Uinderiiissun  kommt  noch  die  grosse  Ausdehnung 
Ldw  Gebietes;   wer   sich    hier  auf  einen  kleinen  Abschnitt  des  Ganzen  b»* 
sdiränken  will,  vermag,    wie  die  Erfahrung  wiederholt  gelehrt    hat,  di* 
HaupUragen  wenig  zu  fordern  und  verf&Ut  leicht  in  schwere  IrrtQmcr.  So 
ist  denn  manches  Ergebnis,  das  lange  Zeit  ol»  v*>llig  sicher  galt,   duck 


J 


9.  0«9oh!chtaeh reiber  and  ChronisUa.    B.  CbroaiaUiL     (g  ISS) 


321 


'Weiterung  der  Untersucliung  schwankend  geworden,  und  mit  Rocht 
©inor   der  er»t«n    Kenner    (lieses   dornenvollen    ÜL'biot««    über  die 
tl,  deren  UVsting  mit  jedem  weiteren  Versucho  uns  ferner  zu  rücken 
f  (B.  Z.  2.  203),    In  vielen  Fnllon  gelingt  es  zwar  allgemeine  .Be- 
igen*   einer  Kompilation   zu  gewisiten   noch   erhaltenen  oder  voniue- 
t«n  Quollen  zu  erkennen;  Bobald  man  aber  versucht,  die  Verwandt- 
genauer zu  bestimmen,  geritt  man  von  einer  Sackgasse  in  die  andere, 
lie  Forschung  wird  hier   oft  zum    reinsten  Geduldspiel.     Trotz  des 
en  Aufwandes   von  Scharfsinn   und  Ausdauer   Ijbt^t   .tioh    twlten    mit 
Hr  Sicherheit  festatellen,  ob    gewisn«  Verftndeningon,  Zusätze   oder 
iBungen  von  dem  Bearbeiter  A  oder  in  seiner  Vorlage  B  oder  ttchon 
»r    Haupte   oder   Nebonquolle  von   B  gemacht  worden  sind.     Und 
t  von  der  Gewisaheit   hierüber  hangt  meist  die  Oen-innung  glatter 
erzeugender  Resultate  ab.    Rechnet  man  zu  alledem  nocli  die  gerade 
artigen  Forsch  ung^ebieten   besonder»   fatale   Verschiedenheit  der 
jven  Vonntellungen  von  den  Begriffen  der  Sicherheit,  Wahrschcin- 
und  Möglichkeit,  bo  wird  man  den  Humor  des  Itichterg  begreifen, 
Chfto»  von  Thataachen,  Voraussetzungen  und  verwickelten  Kom- 
iM  gegenüber  eine  8ichere  Entscheidung  trefTcu  soll,  wie  sie  nun 
das  grausame  Publikum    von    einem   Uandbuche    verlangt.     Man 
aber  auch  billigen,   wenn  er  in   zweifelhaften  Fällen    sich  lieber 
Zorüclthattung  als  den  Übermut  unreifer  Kiitt^chlioi^ungen  vor- 
lueeo  will.    Eine  äussere  Schwierigkeit  findet  dia  kompendiarischo 
lang  dieser  verwickelten  Verhältnisse  darin,  daas  manche   Dingo, 
aiuf&hrlicher  Auseinanderli^f^ung  des   ganzen   Kfatcrialtt    und   des 
der  Untonsiichung  recht  klar  und  Überzeugend  wirken,  ihre  Klarheit 
rzeugungidcrafl  vertieren,  wenn   man  sie  in  einige  knappe  SStzo 
■peDfaaaen  musa. 

Wir  wifwen  nicht,  in  welcher  Zeit  die  ersten  Keime  der  byzantini- 

Weltchronik  zu  suchen  sind;  woSirecheinlich    muss  man  bi»  ins  5. 

Jahrhundert  ziirflckgelien  und  an  die  von  Malalaa  zitierten  weisen 

Khwei:«en  Chronographen  Xestorianos,    Pausania»,    Domninos,  Theo- 

d  Timotheofi.  vielleicht  auch  an  Autoren  wie  Sextus  .lulius   Afri- 

Philippo»  von  Sidc  anknüpfen.    Für  unsere  Überlieferung  freilich 

Vertreter  der  Gattung  der  gräzisierte  Syrer  Johannes  Malalas, 

rolkaniSasigen,  stark  kirchlich  gestimmten  Woltchrouik  bestand 

'bBfaere,    in  Auffassung  und  Form   mehr   den  zeitgeschichtlichen 

dto  Art  weltgeschichtlicher  Dan^tellung,   die    im  6.  Jabr- 

"wte   es   scheint,    nur   durcli    Uesythios   von  Milet   vertreten   ist. 

diese  höhere  Weltgeschichte  zur  gemeinen  byzantinischen  Chronik 

'IiistMÜchon  Sinne  vcrhftit,  ist  nicht  genügend  aufgeklärt.  HSchst 

ich   aber    hat    sich    die    byzantinische   Weltclu'onik    nicht   aus 

d]«aer  gelehrten  Gattung,  aondeni  aus  Stadt-  und  Provinzannulen 

Daher   kommt  e«,   da«s   die   ältesten  Chronisten    die    Welt- 

nmlchst  vom  Standpunkte  ihrer  engeren  Heimat  aus  betrachten. 

b(*i    Malalas   Antiuohia,    bei    Johanuos   %'on   Nikiu   Ägypten   im 

^ankt  des  Interessee.    Mach  Malalas  wird  die  volksmüssige  Welt- 

iw  U<H.  AiimiiBHOtofvwbtn  II.    1.  aUI(.    i.  Ana.  21 


erste 


lite 


l 


iJ 


322 


BycantbuBcli«  litteratorgMobicht«.    I.  Proulaobe  LitUntsr. 


ohronik  im  Anfange  des  7.  Jahrhundert«  fortg«soUt  durch  Johannfl 
Alitiooh«niifl  und  die  Oaterchronik.  In  dtr  dämuF  folgonden  Zeit  aUgemeiia 
littcrarisclier  Verödung  gehört  die  Chronik,  «Jeren  PSegestätte  das  Kloafa 
vrar,  zu  den  wenigen  Gattungen,  in  denen  wenigstens  noch  einigt»  lilfl 
vorgebracht  wird.  Profane  und  kirchliche  Kompendien,  die  in  dieser  Zm 
entstanden,  »ind  un»  durch  erhalton«  Exz^rptti  und  durch  reichliche  Spiml 
boi  späteren  Ohronieten  erkennbar.  Besonders  musa  das  Breviarium  da 
Nikephoros  auf  einer  solchen  Quelle  beruhen,  von  der  dürftige  ÜhorbleiM 
in  den  Exzerpten  aus  dorn  Miya?  Xqovoye^fo?  erhalten  zu  sein  scheiiuq 
Ein  zweites  verlorenes  Work  au»  dieser  Zeit,  das  zum  Teil  auf  Johtnifl 
Antiochcnus  bcnitite.  hat  einer  Gruppe  späterer  Chronisten,  nanienlli(l 
dem  Leon  Qranimatikos  als  Vorlage  gedient  und  ist  daher  von  E.  Pata 
„Leoquelle"  getauft  worden.  Vielleicht  ist  sein  Verfasser  in  jencfl 
Traianos  Patrikios  zu  erkennen,  von  dorn  Suidas  (s.  v.)  berichtet,  daa 
er  unter  Justinianoa  II  Rhinotmetos  (685 — 695  und  znm  zweiteniaill 
705 — 7U)  ein  kurze,  vortreffliche  Chronik  geschrieben  habe.  Übw  IN 
kirchengefichic-htlichoä  Kompendium,  das  in  dieser  dunkeln  PerioM 
entstanden  sein  muss,  vgl.  §  104  Ajim.  3.  So  ist  es  denn  ganz  natHrtidi, 
da.'^.i  gerade  die  Ohronistik  berufen  war,  von  der  erwähnten  Zeit  der  IV 
fruohtbarkcit  in  die  litterarieche  Renaissance,  die  im  9.  Jahrhundert  diircli 
PhotioB,  im  10.  durch  Aretha-s,  Konstantin  Porphyrogenneto«  u.  a.,  in 
11.  durch  PselloB  bezeichnet  wird,  hintlberüuloiten.  Nicht  weniger  als 
drei  uns  erhaltene  bedeutende  Chronisten,  Georgios  Synkellos,  TfaeiK 
phanes  und  Nikephoros,  gehören  nach  ihrer  schriftstellerischen  ThUig* 
keit  in  den  Anfang  des  9.  Jahrhundert«.  In  der  zweiten  Häifte  dossedwi 
Jahrhunderts  entsteht  das  Werk  des  Qeorgio.s  Monachoa,  das  nebw 
Malnlas  die  grflsate  Femwirkung  ausgeübt  hat.  Man  kOnnt«  daa  9.  Jahr- 
hundert  das  Chronikenjahrhundert  nennen,  wie  man  das  10.  als  das  dit 
Enzyklopädien  bezeichnet  hat.  An  Theophanes  und  Georgios  Honacbot 
schliesst  sich  dit'  rogo  chronographische  Tliiltigkeit,  deren  Früchte  iin* 
jetzt  in  den  mosaikartigen  Kompilutiontm  von  Autoren  wie  Symeon  Ha- 
gißtros  und  Logothetes,  Leon  Grammatikos,  THeodosioB  Meli- 
tenos,  Psendo-Polydeiikes.  Skylitzes,  Kedrenos  und  Manasses  vor- 
liegen. Im  12.  Jahrhundert  nimmt  die  weltgeschichtliche  Darstellung  nod 
einmal  einen  höheren  Flug  in  dem  grossen  Werke  des  Johannes  Zonara>t 
der  zum  Teil  wieder  auf  die  alten  Originalquellen  zurUckgriff.  Kurz  darauf 
fand  auch  die  Chronik  des  niederen  Stils,  in  der  die  Geschichtsauffaasimg 
des  Mnlalas  fortwirkte,  ihren  letzten  Vertreter  in  Michael  Glykaa.  Nach  | 
Zonaras  und  Glykas  hat  es  die  Annalistik  wohl  infolge  der  UbermfichtigeD 
Konkurrenz  der  seit  der  Komnenenzeit  immer  mehr  erstarkenden  golehilen, 
humanistisch  gefärbten  GeschichhKlitteratur  zu  keiner  grossen  neuen  LeJstongrd 
mehr  gebrachL  Ephräm,  der  im  14.  Jaltrhnndert  eine  Kaiserchronflt  ' 
abfasste,  glaubte  wie  einst  Manasses  die  Existenzberechtigung  scidh 
Werkes  durch  Anwendung  der  gebundenen  Form  beweisen  zu  m 
In  vulgfirgriechischen  Bearbeitungen  der  alten  Werke  und  in  dürren  chroi 
logischen  Tabellen  lebte  diese  Gattung  noch  lange  über  den  Fall  de«  R«i< 
hinaus.     Die  Chroniken  des  Nikolaus  Malaxos  und  des  Dorotbooa  Ti 


*iai  iie  xwei  Programmp  von  E.  Patiig:  Ünerknnnt  und  unbekannt 
__  nsinoDto,  Lcipiig  l^Ül.  und;  JolinnuuB  Anticioli«iUJi  und  Johannps  Mola] 
—   Zur  ntlut  meinen  Cbkrukterialik   di>r  cli  Haiti  üb  i-n,    voTncbmlii-'li  der  Ifttol' 
KiUKluitilc  T^l.  0.  Rolder'Ecgur,  Uiitereucbuugvu  Ubvr  (^inku  miiialiatlaclii'  Quellen 
'  dit«  it»  it.  und  6.  Jabrbandrrts.  Neu«»  Arcbiv  der  QcMtllaoluiri  fOr  Ulterv  ileutaob« 

1  0W$)  la-  120;  218-368.  und  3  (18771  47-111. 
,  Zan  Hiyitt  X^on/yQÜifoi  vgl.  A.  Fr«nnd,  BnitrS^e  zur  anlioclienischon  niid  kpoli- 
1  Stwltekranik,  Ji^na  l»Si  S.  38  IT.  —  Vober  Traianos  v^l.  C.  de  Bo«r.  HeraiM 
tl  4S9-492.  und  K.  rnttit;,  H.  Z.  S  (18941  4TI.  •-  Uvbor  die  Leo<)ii«ll»  vgl. 
lit.  1*0  Gr»mmBti(rö»  ond  iwinn  Sippf,  B.  Z.  3  {1894)  470—497,  sowi«  di«  oben 
f.  RnK«fnbrten  Arboitcn  von  Patzig  und  dfl  Boor. 

S9.    Hesychioe  von  Milet  {Usv^tm  Mtkr^atoi),  von  seiner  Würde 

Plnstrifi  {'ikXovafotoi)  zubenannt,  lebte  wahrttcbeinlich    um  die  Mitte 

I  JahrliundcrlA.   Aur  dem  Umstände,  A&m  Uesycbios  in  8>«inem  Ono- 

go«  keinen  Kirchenvitttt-  nennt,  tiattc  der  Bearbeiter  eines  ÄusKugca 

Werkes  den  Vordacht  geschöpft,  or  «ai  Hvido  gewesen;  doch  spi-ii-ht 

der  Umstand,  dass  er  früheHten«   unter  Justinian  schrieb,  für  die 

V  dM8  er  dem  christlichen  Bekenntnis  angehörte.   Heetychios  ver- 

droi  Werke:  zwei  derselben    werden  von  Photio»  (cod.   69)   und 

I  (s.  V.)  erwähnt  imd  sind  fi-agniontarisch  erhalten;  von  dorn  dritten 

I  wir  nor  durch  Photios.     1.  Kino  Weltgeschichte:  'latogfa  'Ae- 

Iv«  xai  nrti-roJ«nij  bei  Pliotios  {cod.  69),  A'^orixi;  iatoQt'a  bei  Ruldas. 

Terk  war  tn   6  BOcher  eingeteilt,  die   Hesychios  Siaoti]nata   (Ab- 

,  Abschnitte)  nannte,  und  umfa^sto  die  Weltgeschichte  vom  asay- 

in   König   Belos   bis   auf  Kaiser  Anaatasios  (518).      Ausser 

en  Fragmenten  besitzen    wir  ein  grosses  Bruch.itUck  aus  dem  An- 

des  6.  Buches,  das  unter  dem  Titel  Ilüi^ta  Kioiatartifovsiöltto?  dio 

Sticht«  der  Stadt  Byznnx  bis  auf  Kaiser  Konstantin  den  Grossen  er- 

eis  wurde    wold  schon   frilh    vom  Gesamtwerke   losgelöst  und  eelb- 

I  Uberliefi^rt.     Aus  dieser  Schrift  stammt   der  erste  Abschnitt    der 

■  von  Koiiätantinopel  (bis  8.  lf>,  2  des  Kodinos  ed.  Bonn.).    2.  Das 

I  historisch«  Werk  des  Hcsychios  kennen  wir  nur  durch  Photios 

IB).  Es  war  eine  Darstellung  dor  Rogiorungszcit  des  Kaisers 


324 


BriaotiBiftobe  Litterktnrgwcbicht«.    I.  Pr<waiacli«  Iitt«rfttar. 


holttino  Fragmunt  dor  Woltgoscliichto,  obsohon  68  durch  die  überU«f«nifl 
viel  gelitten  bat,  die  Spureu  oinor  i-infacheii  und  klaren  Diktion  erkeiiB^| 
3.  Vau  dritte  Werk,  um  dessentwillen  He»ychi(xi  in  der  jüngsten  ZH 
am  iiioiittcn  genannt  worden  ist,  war  nach  Suidas  ein  'Ofo/iafoXoyiK  ';  "''>V 
((öl-  fV  Tttiidtif  iroitaciiüv.  Dazu  fUgt  Suidas  die  Bemerkung:  vi'  ^^"«M 
iatt  tQvio  tö  (itßliiiv.  Mau  liat  geglaubt,  Suida»  bozoichne  damit  s^| 
eigenes  Lexikon  als  einen  Auszug  jenes  Onomatologos;  zweifellos  alfl 
stammt  die  Notiz  von  dem  Verfasser  eines  älteren  Auszuges  des  OiH 
matologo«  und  ist  von  Suidaa  mit  der  Sorglosigkeit,  die  ihn  diarakt«riaiefl 
einfach  uiivt>ränd<.>rl  aus  der  Vortag»  hudlber^enomiuou  worden.  Dws  iB 
solcher  Aufzug  existiert  bat,  steht  völbg  sicher  und  es  ist  sogar  geliuig^| 
seine  tlntstehiin^szeit  und  seine  BeechafTenheit  und  damit  auch  di«  ^| 
Origirifthvorkes  genauer  zu  befttimmen.  IKt  Onomatologo«  des  Hesfdlfl 
entltiult  <lie  Uiugiiiphten  aller  borUlimber  Schriftalvlh'r  der  ganzen  lullfl 
nischen  Welt;  sie  waren  nach  Litteraturgattungen  geordnet  und  >kH 
waren  zuerst  die  Dichter,  dann  die  Philosophen,  dann  die  Historiker,  difl 
dieKedner  und^jophinten,  endlich  die  Grammatiker,  Ärxte,  Astiotogeu  u.ii,fl 
behandelt;  christliche  Autoron  fanden  in  das  Work,  das  offenbar  dafl 
rein  philologisdi-antiquaiischen  Charakter  trug,  keine  Aufnahme;  aU  sek^f 
dilre  Quelle  diente  dem  Ileaychios  unter  anderen  ein  Werk  des  PhÜfl 
von  Bybloi<.  .Später  hat  ein  unbekannter  Mann  eine  Neubearbeitung  ij 
Onomatologos  veranutiiltet ,  indem  er  da«  Originalwerk  teils  verkOnfl 
teils,  um  dem  Bedürfnisse  seiner  Zeit  zu  genügen,  etwa  drei  DutMfl 
Artikel  tlber  chrisUiche  Schriftstellor  binzufQgte.  Die  Kapit^-lointciloA 
ersetzte  er  durch  die  alphabetische  Keihcnfolgc.  Für  seine  Zusätze  ülfl 
chriBtliche  Schriftsteller  benutzte  er  die  von  Sopbronios  (i')  verfasste  Olw 
Setzung  der  Viri  inlustrea  des  Hieronymus,  die  Kireben^escliichten  ^| 
Euaobio»,  Philostorgios  und  Theodoros  Anagnostes,  endlich  etBM 
mit  biographiächen  Angaben  verseheno  Titel  kirchlicher  Werke.  DüS 
Auszug  ist,  wie  die  grosse  Übereinstimmung  in  den  biographiflchen  Noti^| 
sowohl  über  heidnische  als  Über  cbristliche  Schriftsteller  beweist,  njfl 
nur  von  Suidas  ftlr  sein  Lexikon,  sondern  auch  von  Hhotio8  für  mH 
Bibhothek  hcuHtzt  worden.  Ans  der  letzteren  Tbatäacbe  und  dem  ufl 
stunde,  das»  in  dem  Auszüge  die  von  Ignutios  verfasste  LebensbeschnB 
bung  des  Patriarchen  Nikephoros  (f  82!>)  erwähnt  war,  ergibt  »ich,  dfl 
er  zwischen  82'J  und  Ü'ü  verfasst  worden  ist.  Das  Originalwork  fl 
Hesychioe  und  auch  der  alphabetisch  geordnete  Auszug  sind  uns,  abj| 
sehen  von  den  erwähnten  Kelten  bei  PhotJOH  und  Suidas.  verloren  g5^ 
gangen.  Dafür  haben  wir  ein  kleines  und  recht  nichtsnutziges  BUchlein  mit 
dem  vielversprechenden  Titel:  llmi  »wr  iv  naiin'^  äiaXaftipäitttr  ao<f*ii-,  ia 
welchem  man  früher  den  Hesychioa  zu  finden  glaubte.  In  Walirheit  iit 
das  Scliriftchen,  wie  Lelii-s  erwiesen  hat,  eine  in  der  Humaniatenzeit 
entstandene  armselige  Kompilation  aus  Diogenes  Laertios  und  Suidaa. 
Ileaerdings  hat  Flach  versucht,  den  alten,  echten  Hesycliios  am, 
Suido«  und  anderen  Autoren  (auch  aus  der  falschen  Kudokiat)  zu  rokoQ*' 
struteren.  Das  ganze  Unteruehmen  schwebt  aber  cinigeroussen  tn  il«r< 
Luft:  «a  l&sst  sich  zwar  bei  ollen  biographischen  Glossen  des  Suidaa 


_  luuiiiivjiw  ria|(uivui  mnr'viv  uctu  uur  uduuiv  viTnBii"fTm_ 
(^  JC(MT«v  j^rn^ir)  e«t,  Du  Gang«  mit  i1«r  Osterchronik,  ed.  Donn.  II  1181 
ia  dwi  Prolff  oTn*na  iB  Malnlas.  «d.  Bonn.S-  LH  f.  —  Den  Psoudohesychi«« 
linxs  mit  4>inetn  retcMicli«n  kritischen  Ajinnrnto,  docb  ohne  litnl  An  gliche  (iensiiig- 
T«XtkaiQi>litiition  Jo.  Finch.  I<ei|iiig,  hibliotliecn  Teulinerinnn  1880.  —  Der 
Di*rt«*  llpsfchiofl:  H<s,vchii  Milesü  Onnmntologi  <|aae  supttrannt  oum  pro- 
•d.  Jo,  KIbcIi.  I^ipxig.  Tculmcr  1S&2.  -  Uaiiii  mit  liuigabc  oiiU|;cr  nicht  tdq 
iitaninH<n<len  Vitne  und  mit  Wcglossutif!  dw  rroiogonii>iiB  und  cIoh  kiitisclmn 
■la  billig«  Studcntonnusgabe  (dIn  ob  nrmo  Studenten  kvtuäu  Ap)>iLfAt 
bI)  Botor  iMiMin  'i'itfl  und  in  neuem  Verlage:  lüographt  Orauoi  ijui  ub  HeByobio 
r»c.  Jo.  FUeh.  Uwlm.  C^lvajj-  1883. 

,  Hilfanitteh  Na«kc  Clioerili  Samii  quao  supemunt  etc.  Lipsia*  1?I7  8.  84,  — 
r«.  Rbdn.  Mo«.  17.  158— 4ö7  =  Piudarecboliivu,  Ulpcig  ]«78  8.  I&9-1S4.  —  fr. 
ib«.  D«  LmtÜo  et  Boncbio.  Ilb«iii.  Mus,  24  (IgQill  210  IT.  -  E.  ßofade,  Philo 
loa  DBd  HuTchioa  von  Jlilet,  Rlida.  Mus.  83  (1878)  161-220:  34  I19T9)  061— 574; 
I)  KO  und  524.  ~  A.  Paab,  Jahns  Jahrb.  121  (1880)  24;  12^  11881)  241— STft; 
■M».  8iipplMn«ntb.  11  ll88D)  40»  fl :  Rh«!».  Mna.  35  (1880)  »6  and:  Studien  tn 
rafhica  dM  8uidai,  FretbnrK-TabiosAn  1^82  S.  124-153.  -  J.  Flach.  Über  den 
rttstn  Stand  dar  gavllonkritik  de«  Heejchios  voa  Milet,  Jahna  Jahrb.  121  (1980) 
l  —  P.  Pnlch,  Philol.  An»ignr  hprnn:>feg.  v.  Lnutsi-h  12  (IS83)  .')1!I-.S2S  (ab 
I  B— IwJlung  Jar  Aingalie  dea  ünomntologos  von  Flach).  ~  Bllis  Hoaaol- 
Jahrb.  127  (IS8S)  552.  —  Zum  Fragment  über  Christi  (!eburt  (s.  o.)  vgl. 
Bellt»  Juliu»  .\fricnnus  11  1  (IfS-^t  131  f  P.  Egcnolff,  Buman-MUlIcW 
(IPW)  2»7  ff.  —  HnDplAchriFt  Obur  Abfttssungsteit.  (juriton  und  Benütior 
asii  dem  Onomalologos:  (ieorg  Wenixel.  Die  griechisclio  lIeb«rsotxuQg  der 
_  d(a  lli<<n>DvtnUB.  in:  Toxte  und  Untorsuclmngen  zur  Geecbichte  der  alt- 
lilteTatur.  heruuHi'rg.  von  0.  v.  (iebbiitdt  und  A.  liarniick  XIII  3,  Lvfpzig  1695. 
C,  A.  bfraoulli.  Zur  gri«ehiat.'beD  Uubureutxung;  von  Hiuronyinua'  Do  viris 
TIi««li>K.  Uttoratunntunu;  189&  8.  475  f.  —  Vgl,  auoli  diu  Littenttur  lu  dau 
.Suidaa'  tmd  .Falacb«  Eudokia'. 
Dta  Im  Gnndc  recht  unwichtig«  Frage,  ob  UmvcHos  Christ  war,  bat  merk- 
Mhoa  hn  Anfang«  d««  vorigen  Jahrhunderts  vvav  i'igtMi»  Schrift  hervor- 
Cbr,  Tharachmid,  Do  Heaychio  Mil.  ill.  Christiano,  Witt^mbergae  1718;  wiod««'' 
Aki  Ausgabe  tob  Orelli  8.  2G1  -204.  Vgl.  E.  Rohde.  Der  xiiecbUche  Roman 
«■d  Bbain,  Mm.  84.  .S6S;  J.  Flach.  lUiein.  Hna.  85,  ISS;  P.  Kgeuolfr.  Boriian- 
IchrMbM-.  58  (1890}  S97. 
fffJtfui  d.  b.  Wi«f[aaKoachicht*ii,  wi*  ai«  Keaychioa  fQr  B^rzans  schrieb,  gab  «a 
an  SUdt»  i-  il.  r<I  llätfta  Ki-Ünw  von  IKa)[«nes  ans  Kvakos.  Ucbei-  andoro 
iHar,  wpicbn  dia  UrgMohi^ht«  von  Konatantmopel  bohanaoHcn,  a,  die  Auagab« 
Ü  &  362  ff.     Vgl,  auch  den  l'nrogrHpbi^n  .Kodioos*. 

10.  Johannes  Ualalas  (^^aXäiai,  auch  MaXiXac)  am  Antiochia  in 


326 


BfiantiiÜBclie  LttteratorgeMbicbte.    L  Prosaiaohe  Littoratnr. 


Ägyptier  bis  in  die  letzte  Zeit  de»  Justinian  (563)  reicht,  ureprUngücli  i^t 
wohl  sicher  bis  xum  Ende  dieses  Kaisers  (565),  vielleicht  bis  sutn  Jabte  673 
geführt  war.     Die  Chronik  des  Malalii»  init  ebea»ü  eibäi-mlich  an  e»cb  all 
wichtig  tilr  die  Litteraturgeschichte :  denn  in  ihr  erscheint  wenigstens  ftr 
unsere  Überliefei-ung  zum  erstenmal  der  kultui^  und  litteraturgescbichtlid) 
wichtige  Typus  der  christlich-byzantinischen  M&ncbschronik.  Ei» 
Charakteristik  dieses  Werkes  orscliliosst  das  Verstündnis  der  gaazen  Qu- 
tung.    Malalatt  ist  in  seiner  historiographischen  Technik,  in  seiner  Auf- 
fassung und  Darstellung  von  einer  Grobheit,  wie  sie   bisher  in  der  ge- 
schichtlichen Litteratur  unerhört  war.     Selbst  je<Ier  feineren  Bildung  Üt, 
schreibt  er  auch  nicht  für  das  hßhor  gebildete  Publikum,  sondern  ftr  dit 
grosse  Masse  von  Mönchen  und  Laien,  die  sich  in  bequemer  und  unttt- 
haltender  Weise  Über  den  Gang  der  Weltgeschichte  unterrichten  wollten, 
fUr  dieselben  Kreise,  die  sich  an  den  treuherzigen,  lebensfriflchen  Leg^n^ 
des  Leontios  von  Neapolis  und  fthnlichen  Volksbüchern  vergnUgten.    Er 
vereichtet  auf  den  Ehrgeiz,  es  dem  Thukydidos  oder  Polybioa  glctdututliDD 
und   bricht  mit    den    Prinzipien   des   Pragmatismus   und    mit    der  ganno 
historiographischen  Tradition,  die  wie  eine  unzerstörbare  Satzung  die  ImI- 
lenistische   und    byzantinische   Geschicht^chreibung    beherrscht;    in  dicMT 
Beziehung  hat  er  .alles    von   sich  selbst  gelernt;  es  ist  auch  daniKk.* 
Seine  Richtschnur  ist  das  Bedürfnis  und  Gefallen  der  Menge;  in  echt  voJka- 
massiger  Weise  werden  eine  ungeheure  Masse  von  Tliatsachcn  verworr» 
aufgezählt;  Bedeutendes  und  Geringfügiges  wird  mit  gleichem  Ernste  t<^ 
getragen.     Das    grüsste   Gewicht   fUllt   auf  einzelne,   aus  dem  Zusamnieif 
hange  gerissene  Ereigni.sso,  besonders  auf  alles,  was  ins  Gebiet  der  Kum- 
Bität  gehört.   Genaue  Personalbeschreibungen  machen  sich  durch  das  gania 
Werk  bemerkbar  (vgl.  oben  S.  220).     Die  Dai'stellung  der   Mythen  nti 
He roengeschi eilten  verfolgt  einen  chriatlich-apologetiachen  Zweck;  die  Greuel 
des  Heidentums  z.  B.  Menschenopfer  bei  ytädtegi-ündungen   werdeu  mit 
Vorliebe  notiert.     Ebenso  bezeichnend  für  die  Tendenz  dl^s  Buches  ist  d» 
korrekte  Gesinnung  gegen  die  weltliche  Obrigkeit.     Wie  eine  Karte  Au^ 
merksiimkeit  ftlr  die  Monarchie  erscheint  die  vt^lUge  Gleichgültigkeit  ge^ 
die  rümische  Ilepublik,   von  deren  Geschichte  Malalas  nicht«  za  bericbUn 
weiss  als  die  Eroberung  Korns  durch  die  Gallier  unter  Brenuos.     Cbcrall 
tritt  die  Absicht  hervor,   eine   der  ungebildeten  Mfiige   zusagende,   weilar 
Thron  noch  AJtar  verletzende  und  doch  pikante,  anziehende  und  venrtiad- 
liebe  Lektüre    zu    gewähren.     So   ist   das   Werk    ein    geachichtliofeM 
Volksbuch  im  genauen  Sinne  düs  Wortes. 

Nicht  wenig  fesselt  die  Frage,  aus  welchen  Vorlagen  eine  so  seil- 
same und  fremdartige  Leistung  abgeleitet  ist  Leider  hat  Malalas  die 
Untersuchung  seiner  Quellen  zu  einer  recht  schweren  Aufgabe  gemacU: 
sein  Werk  ist  auch  in  dieser  Hinsicht  ein  echtes  Volksbuch,  in  dem  die 
derbste  Spekulation  auf  den  Köhlerglauben  eines  gutmütigen  Leserkreiaea 
sich  breit  niacbt.  Er  zitiert  mit  prahlerischem  Behagen  eine  Menge  vott 
Autoren;  welche  von  ihnen  er  aber  thatsächlich  und  vorzugsweise  benBUt 
hat,  lässt  sich  jetzt  nicht  mehr  genauer  feststellen.  Jedenfalls  hat  er  eoiiw 
Vorlagen  noch  wosoutlich  vergröbert,  da  er  weder  die  Thatsachen  nodi 


Torwort«  «Ddeutot,  durch  nitlitdliclie  Boriolito  älterer  Zeit- 
Bsen.  In  seinen  trojanischen  Ge»chichU<ii  weist  er  auf  die  Sohwindol- 
dee  Diktya  von  Kreta  und  des  Sisypbos  aus  Ko»  zurUck.  Gro&so 
ibe  zeigt  Malalaa  me  Hpät«r  Georgios  Monanhos  und  Glykas  für 
fte  ErEähluiigon  nationalen  und  roligii^een  Charaktürs,  unter  denen 
ikrypben  Aposlelnkten  besonders  hervortreten. 
Der  Mittelpunkt,  von  dem  aus  Malalas  die  Weltereignisac  betrachtet, 
e  gelieltte  Vaterstadt  Antiochia;  das  Werk  orsclieint  geradezu  als 
tchronik,  welclio  naclitriiglieh  mit  einer  WoltgMchichte  verwobori 
Ähnlich  gleicht  der  SchluHs  des  Werkes,  der  vornehmlich  Er- 
der Hauptstadt  behandelt,  einer  erweiterten  Stadtclironik  von 
;tinopol.  Von  einer  kritischen  Betrachtung,  ja  auch  nur  von  einer 
idigon  Verarheitung  der  Quellen  ist  natürlich  keine  Itede.  Man 
ein  Buch  schreiben,  wenn  man  die  abenteuerlichen  Verzerrungen 
lächerlichen  Irrtflmer  diese«  Erzilhler8  durchmustern  wollte.  Diu 
le  Sängerin  8appho  ist  bei  ihm  Zeitgenosiüin  des  Kckrops  und  Kra- 
wihrond  der  Philosoph  Demokrit  aus  Abdera  in  die  graue  Vorüeit 
lope  hinaufgerUckt  wird,*)  maan  sich  Herodot  zum  Nachfolger  des 
degradieren  laxsen;')  Cicero  und  .Sallust  sind  dem  Malalos  hoeh- 
römiAche  Dichter;')  die  Landschaft  KarJen  ist  nach  ihm  so  benannt, 
der  Kw«er  Carus  unterwarf;')  der  Kyklops  des  Euripides  hat 
*)  u.  8.  w.  Ebenso  ungenau  wie  die  Ausarbeitung  des  Einzelnen 
ganze  Komposition;  es  wimmelt  von   Wiederholungen  und  la- 

n. 

le  böchsto  Bciochtung  verdient  die  Sprache  dieeea  Dunkelmannee. 

legt  keinem  Zweifel,  dasa  wir  in  Malala»  das  erste  grossere 

al  der  volksmässigen  Oräzitfit  vor  uii«  haben.    lu  seiner  Diktion 

•ioh  die  im  ganzen  Orient  verbreitete,  mit  lateinischen  und  orien- 

0  Elementen  versetzte  griechische  Gemeinsprache.   So  sehr  atmet 

Werk  den    vulgärgriechischen  Geist,  dass  sich  mit  geringen 


328 


BjianUnlscti«  Litt«r&turg«Mhichte.    I.  PraskUeli«  Utterfttar. 


luorptiologUclion  und  lexikalischen  Ändeningen  S&tx  fQr  Ratz  ins  Km 
griechische  umgiesiien  \H»»t.  Allo  Spureii  der  Vulks^iprache,  die  sidi  tm 
der  alexandriiiischun  Zoit  nur  schüchtern  und  veroiiii»ilt  hatten  bikleii 
lassen,  sind  hior  zum  vollen  Kechtc  gokomraen. ') 

TtoIz   aller  Kindlichk«it«n  und  Mängel  hatte  Mslalaa  den  ricbtigei 
Ton  getrofTo»,  indem  er  «ineroeits  den  engen  Rahmen  der  antiocheni«cli(a 
Studtchronik   zu    dncr  freilich  noch   recht  unvollBtändigen  Weltgeschichte 
erweiterte  und  andererseits  in  seiner  naiven  AuffaRsung  und  vulgären  Dl> 
Stellung  dem  tieschinack  und   Bedürfnis   der  chriiitlicb   gebildeten,  moo- 
archi»ch  fühlenden  Volksmuiwon  entgegenkam.     So  erklärt  sich,  da»  tr 
sich  bald  der  gröHaten  Beliebtheit  erfreute   und  iiuF  die  Folgoz«it  einffl 
mächtigen  Einfluss  ausübte.   Die  Nachwirkung  des  Malalas  auf  die  epiteit 
byzantiniäohe  und  auf  die  orientalittche  und  »lavische,  ja  »elbst  die  abend- 
ländische Annalistik  i»t  in  der  That  unermessUcb.    Sie  kann  hier  iiiciil  in 
ilu'om  ganzen  Umfange   verfolgt  und  aufgedeckt  werden.     Doch  müsMa 
wenigstens  die  Hauptthatsaehen  Erwähnung  finden,  um  so  mehr,  ala  äa  , 
auch  nach  rUckwilrts  ein  Licht  werfen,  in  dem  sie  ftlr  die  Feebsteihmg,  ' 
des  ursprQngltchen  Bestandes  und  Charakters  des  durch  die  Üborliffenaig 
arg  mitgenommenen  Werkes  beigezogen  werden  kennen.   Der  erste  Autor, 
bei  dem  sich  Benutzung   des  Malalas   nachweisen  lässt,   iat   Johann«! 
von  Epliosios;   er   hat   vor   dem  Jahre  581    fdr   seine  .syrinch  abgehasto 
KirdiougcBchichte  aus  di*r  Chronik  des  Malalas  Notizun  über  ein  Erdbeben, 
da«  im  .labre  526  Antiochia  verwüstete,  und  einige  andere  Nacbrichtea 
geschöpft.     Durch  seine  Vermittlung  kam  im  13.  Jahrhundert  Ualalasgnt 
in  die  wortvolle  Chrouik  dos  Bar-Hi^braeus.    Ein  zweiter  LandsnianD,  der 
Kirchenhistorikor  Euagrioa,  benutzte  den  Malalft»,   den  er  alti  .Johann» 
Khetor'  zitiert,  vor  dem  Jalire  ^Sd.   Ein  Rest  handschriftlicher  Cborlicfe- 
i-ung  aus  dem  Ende  des  6.  oder  dem  7.  Jahrhundert  sind  die  tuscuta- 
nischen    Fragmente,  welche  A.  Mai  aus  Palimpseatblllttern  in  GrotU» 
Forrata  herausgegeben   und  £.  Patzig  al«  zu  Maialas  gehörig    erwieeen 
hat.    In  ausgiebigster  Weise  wurde  Malala»  bald  nach  610  wiederum  von 
einem  Landsmann,  von  Johannes  von  Antiochia,   verwertet    und  zwar 
■SO,  dass  auch  da,  wo  der  Wortlaut  nicht  derselbe  ist,  die  vulgare  Form 
der  Vorlage  sichtbar  bleibt.     Um  dieselbe  Zeit  hat  der  Osterchronist 
den  Malulus  auf  »o  weit^>  Strecken  wörthch  uu»gesch rieben,  da.'ts  die  Oster- 
cbronik  jetzt  die  Ilauptquelle  für  die  Kritik  und  liertiteUung  des  UaUU»- 
textes    bildet.     Gegen    daiS   Ende    des   7.   Jahrhunderts   hat  Jobaonei, 
Bischof  von  Nikiu,    zahlreiche  Stücku  aus  Malalas  in  seine  uns  nur  in 
einer  äthiopischen  Übersetzung  erhaltene  Weltclironik  aufgenommen.   Um 
das  Jahr  740  benutzte  den  Sj-rer  wieder  ein  (weim  auch  etwas  öDtfemter) 
Landsmann,  der  grosse  Kirchenlehrer  Johannes  von  Damaskos,  indem 
er  in  meiner  diitton  Rede  über  die  Bilder  aus  der  Chronik  des  Malatai 
(,/x  ifji  xf''*"yfV"'i  Itorirtiov  'Avtwxfif{  tov  xai  MaXäia')  die  EncihlUBg 
voQ  der  blutflüesigen  Frau    mitteilte  (Migne,  Patrol.  gr.  94,  I3ti9  fl. 


')  Für  npmchgniichii^htlicli«  Zweck»  ist 
üiJbIm  vgnllglicli  iiuagoboutot  von  Hatci- 


dnkis  in  Jor  Jabilbuiniuctinft  der  UaiVi 
AtboD   läHtJ  ä.   117  ff. 


J 

•niii 


Jahrhundert  crechoint  Mnlaliw  in  den  konstantinischen  Ex- 
n,  hier  allerdings  mit  wichtigen  Bestandteilen,  die  in  unsercim 
fehlen  und  wohl  als  spätere  Zuthaten  betrachtet  werden  mflüsen. 
ven-inigt  Kedreno^  im  11.  Jahrhuiidt^rt  zahlreich«  Stücke  ^e» 
die  ihm  aus  verschiedenen  Mittelquulloii  z.  ß.  aus  der  im  C-od. 
1712  vorliegenden  Kompilation  zustrümen,  in  «einer  umfangreichen 
nik.  Kndlirh  jft  noch  der  Einftiiss  de»  Malalas  auf  die  i<lavi.tchen 
ihnen  kultui-vll  nnhoistt^'honden  Völker  zu  b^ivlitun.  Die  uraprüng- 
^ vollständige  alavische  Übersetzung,  welche  der  Presbyter 
rij  unter  dem  bulgarischen  Fllrsten  Sjrmeon  (fiflft— !)27)  verfasste, 
lorcn  gegangen:  aber  betrUclitlicbe  Stücke  dei-solhen  stecken  in 
iiUvi«chen  Sammelwerken  ruKsischer  lledaktiun.  deren  Alter  frci- 
:m  Über  das  13.  Jahrhundert  hinaufgeht.  Selbst  bis  in  den  Kaukasus 
laa  gedrungen;  eine  georgische  Übersetzung  seines  Werke« 
einer  Handschrift  de^  10. —  II.  Jahrhundert««  im  Kirchenmuseum  zu 
halten  (Mitteilung  von  A.  S.  Clinchanov). 

reiclilich  hat  Malalas  sechs  Jahrhundert«  hindurch  die  gesamt«* 
ige  Geschichtslitteratur  befnichtet,  da««  er  selbst  allmählich  cnt- 
wtirde;  was  an  ihm  m  viele  (ienonitioneu  erquickt  hatte,  dar 
ao  OoMchichten  und  Kuriositäten  und  der  naive  volkstümlich«  Ton. 
idare  Werke  iibergeirangen,  und  diese  hatten  vor  Malalas  den  grossen 
daae  aie  sein  Materia)  in  einer  dem  Zeit^cacbmark  zusagenden 
«rgftiuton  und  die  ErzKlilung  bitt  auf  die  Qegonwart  horabftlhrten. 
ie  sprachliche  Form  des  Maluliu  mochte  dem  Let>er  des  12.  Jalir- 
etwaü  altmodisch  vorkommen.  So  ist  es  denn  ganz  natürlich, 
Werk  dea  Syrers,  daa  seinen  Dienat  gethan  hatte,  in  Vergessen* 
and  nicht  mehr  vervielßlltigt  wurde:  während  wir  von  Thco- 
Qeorgio«  Monachos,  Zonaros,  Mamisscs,  (Ilykas  und  anderen  Chro- 
dee  9. — 12.  Jahrhundert«  eine  ungezählte  Menge  von  Handschriften 
bat  flidi  Malalas  in  einem  einzigen  Exemplare,  dem  Cod. 


■ ; ^     «  etn 


/?_     rt_i».  _*fc 


T  -:j---    — *i-Ki*    *>. 


830 


BfzantiniBche  Litt«ratarg«>cbicbt«.    I.  ProsalBohe  Litt«rftt«r. 


u.  fl.  w.);  dan  cr^te  Buch  Rowie  der  Anfang  des  zweiten  und  dor  Schluss 
de»  lotztoii  Buches  sind  duivli  BlätteraiisfAll  verloren  gegangen:  auf  einer 
Lücke  in  der  Vorlug«  b(>niht  da«  Fi-lilcn    de»  Absclmittc-s  in  der  Kaiim^ 
geachichte  (ed.   Bonn.  2115,  1(5)  vom  Todö   de«  Caracalla  (217  n.  Chr.)  bis 
zum  Begieningsautritte  dea  V'alerianuH  (<i58  n.  Chr.J.    l>ie  Thatsavlie.  Aus 
die  Oxfordor  Handschrift  eine  verktlrzte  Redaktion  dos  OrigimUs  darstellt, 
itit  völlig  klar  geworden  durch  eine  Vorgloichung  der  tusculaniHcheu  Frag- 
mente, der  Malaiaastücke  in  der  Octorchronik  und  im  Theophane«.  dcir  roo 
Momm«en,  Hermes  d,  36(i  ff.,  edierten  konstantinischen  Exzerpte  ilt^  i:iu 
ßovXwv  und  der  8lavi.scUpn  Bearbeitungen.    Kben  diese  und  andeio  spätf-m 
Werke  und  Kxzerpt«    sind    nun  auch  zur  Hei-»tollung  d*-»  Originaltcit«^ 
zu  verwerten.     So  Ififist  sich  das  erst«  Buch,  welches  im  Oxforder 
fehlt,  aus  den  Exzerpten  des  Cod.  Paris.  l'Ä'A^  (Cramer,  An.  Puia. 
231  ff.),    den    ersten   Frngmeuten  den  Cod.   Pari».    1630,  aus   den 
A.   Wirth   «dii>rt«n    Cod.    Paris,    suppl.  gr.  682,  s.  10.  und   den  leicht] 
kenntlichen  Malalafistücken  der  Osterchronik  fast  vollständig  wieder 
winnen.     Von  besonderer  Wichtigkeit  ist  der  Cod.  Paris.  Ruppl.  gr.  683| 
der  das  früher  nur  au8  der  »lavischen  Übersetzung  bekannt«  Vorwor 
dea  Malalas  (nebst  dem  Anfang  dos  ersten  Buches)  enthält.    Im  einzda 
bleibt  natürlich  manohen  unnicher  und  besonders  ist  bei  der  Benutzung 
konstantinischen  Kxzerpto.   die  vielfach  Zusätze  zum  Original  zu  biob 
scheinen,  grosso  Vorsicht  notwendig.     Solange  über  die  Frage,   iowi«i 
sie  und  die  Übrigen  AuszUge  und  Bearbeitungen  den  echten  Halatas 
präventieren,    unter   den   fipezialforachern   keine   grftssere  Einigung  er 
ist  als  bis  jetzt,  dürfte  auch   der  Plan  einer  neuen  Ausgabe  des  We 
ala  verfrüht  erscheine».   Eine  wichtige,  noch  immer  unerfüllt«  Vorbeding 
ist  namentlich  eine  kritische  Ausgabe  der  mit  Mulalas  zu«iammenhftng 
sinvischeu    Chroniken,    obschon    sie    die    grossen    Hotfimngen,    die   etni) 
Forscher  auf  sie  gesetzt  haben,    schwerlich  erfüllen  werden.     Von  erh 
licher  Bedeutung  ist  die  aus  der  erwähnten  Vergleichung   der  sji 
Reflexe  gewonnene  Erkenntnis,  dass  der  Bearbeiter  dos  Oxforder  Exompli 
die  sprachliche  Form    des  ursprünglichen  Malulas  im    allgemeinen 
verändert  bewahrte  und  sich,  wenn  er  auch  manches  stilistisch  verkür 
doch  nicht  die  Millie  nahm,  die  naive  volkstümliche  Qräzität  dea  Werke 
einer    durchgreifenden    Korrektur    zu    unterziehen,      Somit    ist 
trote  des  üblen  Standes  der  Überlieferung    —   abgcsohou  von  dem 
fi6&   oder   nach   I>73  abgefassten  Schlussstücke ,  daa    in  dem  erhalt 
Exemplare  nur  wenige  Seiten  umfasst    —    ala    ein   spraehgeschi« 
liebes  Denkmal  aus  dem  zweiten  Drittel  des  6.  Jahrhunderts 
betrachten. 

Zum  Schlüsse  sei  auf  einige  noch  schwebende  Streitfragen  hingei 
Es  handelt  sich  namentlich  um  die  ursprüngliche  Form  und  Auadek 
des  Werkes,  um  die  Abfossungszeit  und  um  das  Verhftitnis  der  Sc^hii 
pai-tio  zum    Ganzen.      Man  hat    unseren    Malalas    für  die    gräcoi^rii 
Vulgarieierung  eines  voniehmeren  Werkes  erklärt;  doch  lässtlsich  diese 
fasHung  nicht  genügend  begründen.     Trol^   der  Verkürzungen  und  Ho 
fikationen,  dio  das  uruprüngUche  Werk  erlitten  hat,  können    wir,  tnd 


OMcUohtMhntber  und  CbroniaUn.    B.  Cbronisteo.    (S  140) 


331 


Kr  die  zuBatnmenhAngende  Überlieferung  der  Oxforder  Handschrift  durch 

■e  aas   dem    voll-itRndi^en  Malala-s   8t>niuincndcn  Stücke    bei    den    Aus- 

Bhrabara  und  Bi'4ii'hitilerii  iirgiiii^teu  und  beriehtigen.  du»  Origintilwork  im 

grusen  und  ganzen  her»U>Uen;  die  HÜgemeine  geechichUiche  Aiiffa^aung  und 

Im  Kolorit  der  Darstellung  ist  ohnehin  gewiR.t  nicht  wesentlich  verändert 

,  vanten.     Nur  in  einem  prinzipiellen  Punkte  i^oheint  dit»  Werk  eine  Uni- 

Mrtxiitung  erfahren  zu  hüben.    MahiIiL.s  liut  uh  Munophysit  goächrieben  und 

l|^puren  seiner  monophyaitischen  Anschauung  hat  dann  ein  orthodoxer 

^^Hvter  verwischt;  doch  sind  einige  verräterische  Itoste  Ilbrig  geblieben. 

Hlttglicb    der  ursprünglichen    Ausdehnung   de»  Werkes   hat    man  bisher 

ftgenommcn.  da»8  es  mit  dem  Tode  Justinians  abxchloss:    ik  jedoch   in 

Hm  erwähnten  lateinischen  ÄuszOgen  im  Chronicon  PalatJnum  das  Kaiser- 

Hnnchnis  erst  mit  dem  9,  Jahre  Justins  II  Ki-hliesst,  ho  ergibt  8ich,  dass 

■lUlas   sein   Work    bis    zum  Jahre  573   geführt  hat  —   wenn  nicht,    wie 

Hu  du  in  m  vielvu  iipfit«ron  Chronikenhandaehriften  beobachten  kann, 

^b  Leeer  in  dem  von  dem  Lateiner  benQt.zten  Exemplare  den  ursprUng- 

■dien  Text  durch  ZufUgung  rhrono1ugi.scher  Notizen    um   ein  Stück    ver- 

■kgert  hatte.     Mag   mm  aber  d^.  Werk  bie  566  oder  bis  673  gereicht 

HllMit,  v^lig  (sicher  bleibt,  das»  Makliis  Über  die  Regierung  des  Justiniun  ntti 

Haitgenofise  berichtet.    Verschiedene  triftige  QrUnde  sprechen  fWr  die  An- 

Bbme,  dass  das  Werk  in  zwei  zeitlich  weit  von  einander  entfernten  Aus- 

Kben  erschien.     Die  ersten  17  BUeJier  und   wohl  auch  der  Anfang  de« 

B.  Boobeä,  der  noch  antiuchoniBchen  nori^ont  zeigt,  sind  wahrscheinlich 

BKaeben  528  und  540  aufgezeichnet  und  um  diese  Zeit  auch  herausgegeben 

Vmd«4);  erst  nach  dem  Tode  Justiniantt  igt  der  Übrige  Teil  dos  18,  Buche«. 

io  welchem    auf    einmal   Konstantinopel    als    Mittelpunkt   erscheint,    ab- 

■iMhlowen  und  vereinigt  mit  der  ersten  Ausgabe  der  Öffentlichkeit  übcr- 

Bbm  worden,  entweder  bald  nach  'tü^  oder,  wenn  man  dem  lateinischen 

■aan^  trauen  darf,  nach  573.     Der  Schluissteil   des  18.  Buches,  dessen 

*tcfM»»r  offenbar   in    Konstantine pel    guHchriuben    und    vielleicht    tiuc-h 

AsBalm   dieser   Stadt    benutzt  hat,    ist  ftir    eine    fremde    Zuthat    erklärt 

worden.    Für  diese  Annahme  sprechen  triftige  Gründe.     Zwar  liesae  sieb 

jMsehmea,  dasa  Malalas  infolge  der  Erohemng  Hyrien.s  und  der  /,erätj"nmg 

Bn  Antiachia  durch  (Jhosroes  im  Jnhro  540  glcieli  anderen  Antiochencni 

Bdi  ElHutantiDopol  übersiedelte  und  dort  den  Gedanken  fasste,  sein  Werk 

HrtnisetKen.  Aber  es  ist  auHalUg,  dass  Euagrios  und  wohl  auch  der  Oster- 

^noiat  einen  Malalas  benützten,  der  mit  dem  17.  Buche  (Justin  I)  schloss. 

Bii  toa^os  tiease  sich  vielleicht  zur  Annahme  greifen,    dass  die  zweite 

^tigafae.   die   offenbar  in  Konstantinopel   entstand,    in  Syrien  nicht  ver- 

BHtet  wurde.   Dann  hätte  sie  aber  wenigstens  der  Osterchronist,  der  sein 

BTcrit  hflehst  wahrscheinlich  tn  Konstäntinopel  verfasste.   kennen  mCKsen. 

Hldveraeita  hat  schon  Johannes  von  Kpheaos.  der  vor  Kuagrios  und  dem 

(Mvchnintsten  ochrieb,   allem  Anschoine   nach   das  vollständige  Werk  tn 

U  BAcbora  beoQtxl,    und    der  lateinische  Kxzerptor   hat  ein  Exemplar 

i^tbt,  daa  sogar   bis  zum   Jahre  573  reichte.     Vor  allem  aber  spricht 

|(9ni  die  EioheitUchkeit  dea  Werkes  die  Beobachtung,  dass  im  18.  Buche 

seht  Witt  in   den  vorhurgoliündcn  Büchern  ein  Monophysit,  sondern  ein 


S32 


BrzuitinlBebe  UtUmtnrgneliicbt«.    I.  Prauiscbe  LlttArttor. 


Orthodoxer  zu   nnet  redet.     Völlig  aufgeklärt  ist  dieoe   Frage   nicht   uiH 
wird  68  %'iolleicht  momalt«  worden. 

1.  Aun^nbrn:  Kd.  pr.  Eilm.  Chilmesdus,  Oxonü  180],  mit  KDiiini«iitar  ami 
liitniniHchtir  tjcbrnwtzung  diu  H(<TBiiSB»b«n,  «inw  Abhutdlnn^  von  H.  ilodjr  und  dot  be- 
rllhmtoa  pjiiiitola  von  It.  B«ntli>}-  nn  J.  Uill.  —  Schjechtar  Abdrack  Venedig  1733  (out 
(ianoHios).  Im  BonDi^r  Corjms  rec.  L.  Dindorf.  Bonnaa  1831,  mit  den  f)«igitben  der 
cd.  pr.  ohiic  LBniMkoöJiii'crtc  imlbsUindige  Föniorung.  —  Wiederholt  bei  .MilInl^,  Patr.  gr. 
87,  tt— 7UÜ.  -  Uus  ioi  Cod.  l'ftris.  euppL  gr.  6S2  nurbewiilirl«  Vorwort  mit  dem  AntMUa 
dea  aret«ii  Buubes  ed.  —  irrUlmliob  unter  dem  Numoii  di-o  Jubanutii  Autii)cli(>uu»  —  A. 
Wirtb,  Chronogmjibisub«  Spfino.  Fronkfiirt  18W  S.  8-10.  -  Kine  kritiacli«  und  wf 
Grund  d«r  neuereu  Furaobungoa  rervotUtSadigto  Auagabe  .«Urd«  dam  Slndiani  «otf 
ebeneo  merkwOrdigen  wie  vvmucbllLsBiKteo  GoBubicbtap«node  die  grOasta  FSrderuui  biingts* 
(Tli.  HoDUneen).  —  Vurbervituugvu  xu  viner  neuen  Ausgebe  trifft  C.  E.  Oleyo. 

2.  UiirBmittol:   U.  Dernburdy,    Berliner   JalirbOcIier    f.  wisMBecbaft liehe  Krttik 
18S3,  2,  132     144  |  B<«i>ri>chuiiK  der  Bonner  Ausgabe),  -   Zu  den  NnchricbtRii  dm  UaUlat 
Obar  die  Stadt  Antiocbia  vgl.  K.  O.  MUller.  De  auti(|nitalibiia  Antiaclmniii  diucrtatio  prior, 
qua  Antjoobiae  ad  Orgnlem  sub  GracciH  reRibue  ijuae  fuerit  figuru  et  i|uilo  pr-iccinoa  uma- 
montH  «xplioator,  Gstliogen  \^M,  und ;  I>o  aiiti<|uitRlibii8  Anliorhenia  continFiiUtia  iittcr^  qw 
Antioohioe  urbis  fonn«  quibits  niodm  sab  Homnoorum  iinperio  niutnta  <ül  onUnditur.  Uülbngc« 
1839,  beide  Abhandl.  «iederholl  in  ,K.  0.  MQlkru  Kleino  dc<ut«chR  Schriften'  1  (Bmtau  IMTi 
M-102:  110-129.  -     Alfred  v.  tJutuchmid.  Un-nnboten  22  (ISS3)  1.348  f.  =  tUeiit 
Sobriften  &  (1604)  414  r.   —   Ad.  Kooi-h«r,  De  JounniR  Anfiochuni  B«tiiT«.   Diaa.,  Bmb 
1871  8.  7.    -    C.    Müller,    FUC  4,  5.')6  IT.;  Q.  XIV  und  38  f.    -    Zu  ileo   Quellen  A( 
AjioeleljjeBobicbten  b«i   Molulns;    K.  A.  Lipaiua,  Diu  Quellen  d«r  rSmiet^heu  Petra^iutr, 
Kiel  1872  8.  15S  IT.,  und:  Die  apokryphen  Apo«tvlguscliieh(eD  uud  Apostellejceiiden  I  49). 
II  1,207,211  ff.,  III 75.  -  Vgl.  sui'h  A.Wirth.  AuHorieuUli^chen  Chruoikeii,  frankfuil  lf9t 
S.  213  ff.  —  Th.  Mommaen.  IltmieM  Ü  11873)  323-  383.  gibt  die  viclitigen  Erffamaii» 
aus  cod.  ScoriuleDsis  ii.  l    I).   —  Emeiidatioueu  von  M.  Haupt.   Hermes  7  (1^3)  2M  t 
(=  OpDBCula  3,  ö03).  —  Guet,  KOrling.  De  vocibiis  Winis,  qun»  npnd  Joannen)  MaUln 
«hronogr.  By»,  invcuiuntnr.  2  liidd,  lect,  Münster  l&'O  und  1S79,S0,  bowoint,  dam  M.  kais 
Latein  voratnndcn  hat.      Da^eg^n   v^l,  Wagner,   tintling.  philal.  Anzeiger   10  (1879-Wl 
äl  IT.;  yi.  Dnngvr,  Dict^ä-St'ptimins.  Progr.  Dresden  187S,  und:  De  Diotye-8eptimia  Vergib 
iinitalure,    Progr.  Dresden   1881,    —    ti.  Manpt,   Dnre^  Mnlnliis  und  Hisj-pho*.    PhtloIocM 
40  I18H1)  107-131.     -   Uehor  die  ytiellon  der  Trojogcflchichlen    vgl.  Wilh.  Greif.  6it 
mittololtcrlichon  Bearbeitungen  der  Tioinner^nge.   Km  neuer  Beitrag  sur  Durca-  und  Dxtn- 
bage.     Unrburg  1888  (=  Ausgnben  und  Abbnndl.  uns  dorn  Gcbirt«  der  romaniBclieo  Pkd»- 
logie  verDffentliobt   von  E.  Stengol,  Nr.  61*  S.  173— 26H  (pegen  den  sriecliiiwheii  Wctjal: 
Ferd.  Noaek.  Der  griechische  Di  et  vs.  I'hilologua.  8u[>plementb.  6,  2(1892)44)8—600;  E. 
Paltig.  Dictya  Cretensia  B,  'A.  1  118:13)  131  -j&2,  und:  Die  Hypothesis  in  Diodvrft  A«» 
gäbe  der  Odvaaeeeeholieu,  B.  1.  2  (I808I  413—440.  ~  Ladw,  Jeep,   Die  Ucken  ia  itt 
Chronik    iiE<«' Mnlelae.   Rhein.  Mua.  36  (1881)  351— SSI.   —    Ludwig  Jnep.  Die  L«b«aa- 
icit    dea   Zosimoft.   Rbein.    Mua.    37   (1882)    423-48»    (Aber    Eustatbioa   ala    Qnelle   und 
Kungrins  als  Benutzer  des  Malalaa).  —  Karl  Job.  Naumann,  Der  T-imf&ng  der  Chronik 
dea   Mnlulns  in    der  0:iforder  Uandsehrin,   llemieH  15  (18801  356—860.  —   11.  Gelier. 
KcxtQS  Julius  AfHeanua  I  (1880)  .^7  IT.  und   11    1   (1885]   12»  fF.    —    Albin   Freund. 
Beitrage     zar     untiochenischen     und     koustantinopolitAnisohon    !^tudtehronik.    Diu,,    Jena 
ISS'i  (unterscheidet   im  MolalM    vier    Ki-zeiisiunen    der  niitioebonischcu   Stadtchronik   und 
eucJit    den    Chnrnkter   der    nm   Schlüsse    des    Wiffkee    bcnOtxlen    Hliidicbronik    ron    Kpel 
lU   beetimnien),  —   lieber  die  Quelle   des  Miilutna  tLlr  den   Berieht  Ober  Kiuaer  Julian  v^, 
l>.  Mendelssohn    in   sdncr  Ausgnbo   des   Zosimus.    Leipxig  1887  &  XLII  ff.    —   Za   dao 
Zitaten  des  Molnliis  aus  ruluephulos  vcl.  Nieculn  Fustn,    Intonio   all"   opiiseolo  il  Pala* 
fulu  D«  incrpdlbilibuB.  Kin-nxe-Romn  18t)0  8.  23  tf..  und:  Nuove  owervMeinoi  iwriru  l'ojMBifOli* 
di  Pnlelulo  Ittpi  •i'iimair,  äludi  itul.  di  tllol.  oIilbs.  4  (1805)  227  ff.  —   Ph.   Boisaevain, 
Ueber  die  dem  Je    Ant.iouh.  zu  geacb  riebe  neu  Excerptit  SalmaaiaDA.   Herm<<e  22  (1887)  101 
bis  178.  —  G.  Sutiriadia,  Zur  Kritik  des  Jubannes  von  Antioehi«.  Jahn»  J«hrh   Senple- 
mcntbnnd   16  (1888),  bea.   11)5  ff.  —  Kdwin  Patzig.  Unerkannt  und  unbekannt  gebüeVwa 
Malulnn-Frngmnnte.   Progr.    der  Thomasaeliule.  Leipzig   1891.      In  diaaer  AriiMt  wordca 
einige  von  A.  Mni,  Spicileg.  Ri)inan.  vol.  II  (l^^Ü)  pars  S,  veröffentlicht«  St&ck*  ala  ihH 
MaJalaa  gehörig  erwiesen.   Vgl    die  Iteaprecliung  von  H.  Gelxer,  Berliner  pbtiol,  Wocbca- 
Bchrift  18928,141  ff.  —  Edwin  I'ntiig.  Johnnnee  Anlioeheniis  und  Johanne«  UaUt«*, Progr. 
der  ThomaBao}iuli>,  Leipicig   1802.    Bcnproehnn  vnn  Carl  Krieb  Gleye.  B.  Z.  S,  l.*)^  ff.   Da- 
lu   die   Erwiderung  von   F-.   I'utiip,   B.  7..  3,  43Li  ff.   —    E.   W,    Brooks.  Tlie  date  ef 
tlie  hislonan  John  Mahüa.  Tho  F.ngliah  lliiilor.  Keview  7  [18»2)  SSl-SOl  (führt  aM^  di 


2.  OMohiohtMtmibor  usd  CbroaiBteo.    B.  ChroiiUtea.    (S  140). 


a33 


VM  Jobaaiw«  nm  EobeaM  und  Kuugnua  lictiDUl  wtird?.  dniia  wm  ^V«rk  unprQnglieli 
d«n  JftliT«  MS  wbiwnlo««!!.  iipat«r  ubi-r  vuci  ilim  HclLnt  bin  xiun  Jubro  565  forte«*etit 

baU  ■■cb  dieser  Zoit  toUcdUcI  wurdn).  S.  f^ontiikoT.  Dnr  Johiuinnii  Hhnlor  der 
ügBThicbto  d«»  Eiugrica,  b.  Uoft  clor  udoIirUm  Donkuchriflcn  d«r  tlniv.  Kaian, 
19901  Dtiu  di«  üwpTOchiuig  von  0.  E-Olor«.  B.  Z.S[1H&4)  62^-030.  und  die  Kr- 

■mltna^  von  S.  Sestakor,  Viz.  Vr.  2  iiS3h)  •HS—24!>.  -  Ueber  Malolu  «Is  Qii«lle 
'  iJe^Boa  Toa  EpbMM  *.  auch  V.  0.  Vusiljevsklj,  Hirtor.  Toatnik  ISSl  R.  -^31  If. 
'Utü  UBOKlnglicfal.  —  Üab<ir  die  Boniltsung  des  Mala)iw  in  der  OnUrobronik  vgl. 
Ttk,  Dia  Faati  Idatiani  und  das  Chronicoa  PaecJiole.  B.  7..  1  (1!^»-Jl  3B3— L'B2.  — 
t^M  Vcriilltnia  den  MakluA  cu  den  Exci>rpta  latina  liurbori  n.  C.  Frieh, 
aiaon,  v«L  I.,  Letpog,  Bibl.  Tuubnuriauu  WJ'i  8.  CXC'CT.  Duu  die  Ucmor- 
Itm  P.  Lejay.  lüru«  «ritiiiue  1893  II  S.  b2  tt.,  und  Clermoul-OnnuHau,  ebenda 
9#ff.  —  Ceber  das  Verfaaltnis  des  Malulos  lu  PBeudo-Kalli>itli(>u«ti  entwickelt  eine 
,abw  TOD  V.  Jagif,  ArcL  alav.  Pbil,  16  (1694)  229  mit  Rvcbt  b«H'iAUml«te  Hypo- 
tW  1.  Istrin,  Di«  Alnxtindme  d«r  niMJschen  CLrono^aphen,  Moskau  1893  (niw.)  — 
C4*r  UaUlM  aJo  Quell«  des  MoeM  von  Kliordn  trI.  A.  Carrj^rc,  Nouvelles Murces  de 
im  Kboron.    SuppUmwt.  Wi«n  ISM.   -   FraniCumnnt,  Matalaa  «t  Corippe,  B«- 


nt  M  riBeUncliDo  publiiia«  a»  Balgiqu*  n  (1894)  TT— TU  (will  oine  Stelle  des  Corippus 

m  lalalas  heriqilsn).    Dagagen  spnidi  C.  K.  Glofe,  B.  Z.  4  (1805)  866  f.  ~  Zu  Matalas 

1  lU.  i  IT.  «d.  Bonn.  vgl.  A.  Snrber.  Die  UcleagerMgo.  Di««..  ZOiicli  1880,  S.AO;  Si  f.. 

mi  G.  Knaack.  Zur  Meteageru««,  Khoiu.  Muh  iU  \V*H*)  »10-313.  -  l'ober  di»  Per- 

Miilbeichroibung  d<T  ApoatoT  boi  Mulotu«  und  undcrcn  vgl.  Jnh.  Fiekcr.  Di«  Dsr- 

;  der  &p««tol  in  der  altcfemüichen  Kunst,   Lcipiig  1MH7   (=  Boilrago  xur  Kunst- 

ble,  Neae  Folge  i)  S.  42— 4K  —  U.  Gulior,  la  AfriiauuH  und  Johanne»  MnlnlHH, 

12.  S  (I8M)  39t  f.  (Dbw  ein  im  Codex  2ll0  des  Athunklustors  Valopvdi  cr1ia1ti-ni.-9  Fni):mcnt 

L.  '~(j({]|gQ  Q2tterg«ecliiehte  ans  dem  verlorenen  Eingang  des  Malulu».  dua  nicli  mit  der 

tttik  8.  81,  10-83,  10  deckt,  aber  wichtige  Varianten  bietet).   —  Tk.  Mommauu. 

AbkB«»  ana  ll«lalM,   fi.  Z.  4  (189^>  4^7  f.    —  Ueber  das  Werk,  in  welchem 

die    lattlBiaohMi    MaUlasanutkgo    bemorkte,    handnll    L    Traube.   Chronicum 

Itinun,  S.  Z.  4  <I895)  4t!9-493.   -CK.  Gloyo,  Kin  Mmandervor«  bei  Malalas.  ß.  Z. 

t(18H|  (Boeh  Bkbl  etschionon). 

Zur  Spracb«:  Aat.  BUger,  Stadien   zu  .VUUIhs;    Piüpositinn^n  und   Adverbien. 
18.  Buch.    Di«  konKtsntininch^n  Exzerpte.     Di«  tiii^culaniecbcn  Fraempnt«.     MOnnor- 
Mier  GtfnBMisIprogr ,   Bnd  Kiswngen  1805.     Vj;;],  die   eingehende  BeHprerhung  von  K. 
Paliig.  b.  Z,  S  (lS9i6)  Heft  2.  —  Zum  Texte:  Sp,  f.  Lambros.  B.  Z.  l  (1892)  187. 

Zar  aUvischoD  Ueberaotiung  des  Malalas:  Fürst  Obol^nakij  in  der  Einlei* 
Ing  tu  dem  von  ihm  boraUHgOgolirntiD  i;hronist«ii  des  Terajaslnvl  Suzdaljskij.  im  Vre- 
■taääfc  dar  HoidcaDer  <>eMillMh*ft  ftlr  (inichichto  und  Allerlamcr  Bd.  9  (USril),  bnnrhrieb 
•■  im  HoakaiMU'  ilauptarchiv  des  Miniaicriuma  der  RiiswiUtigen  Angnleg«RliRit<<n  nuf- 
Wrtfcrte»  Sammelwerk  aaa  dem  15.  Juhrhuiidrrt,  w•^Tvhrs  bedeutende  bis  xur  Ztit  dm 
TeaHmaa  4.  h.  hta  tum  10.  Bache  reichrodc  Auszü!;«  kub  der  (.'liniuik  des  Mnluliu  nnih&lt 
—  buBtIbe  DenknuJ  de«  Moskauer  Aribirs  beschreibt  J.  Sroxnuvakij  iu  dun  Zupiski  d. 
k«ia  Akad,  d.  Wita.  Bd  24  (PelerBburu  1879)  Beilage.  —  A.  Pupov,  Üober^iubl  Über  die 
t^ronocniflteii,  Moskau  18Cti,  wies  auf  SteUeu  hin,  die  aus  Mululim  in  d^ 
Werk    (Eratar  iMUniisciier  ClirouiBi*   llbetgegangen  sind.   —    Weitere  BuiirAgc 

tPlnl  ObolenskJJ  ja  sebeo  Forachungen  nud  Netiten,  Petersburg  1^7^  •^'  144.  — 
1  tiiehriah  Dobrjanakij,  Beschieiliung  der  Has  der  Wilnaer  BffenÜicben  Bibliothek. 
VQm  1882  8.  246— SM,  «inen  Cliioaographen,  der  trllher  dem  üjuprasljechen  Kloster  g«- 
kkt*  nd  aagsoBtiaiiilidi  mit  dem  cnton  Teile  dos  8iiinmnlwerkns  des  Mosknunr  ArchivR 
Mnvidl  ort  d  b.  Anartge  amt  Ualnisa  onthttit.  —  Arrbininndrit  l<conidaii.  Eino  oJto 
Hi  Itlmihuili  uiiiL  der  Ualalasba  de«  Itoichsorchiv«),  Butiakij  Vfslnik  vom  April  1688.  — 
T^  V.  Vaailjcvakij.  Ucbemieht  der  Arbeiten  xur  byxontinisclien  Cieschichio  I  (1890)205. 

W-S7.  —  Pjrpin-Spasovte.  Ouecbichte  der  bIbv.  Littoruturen,  Qbot«ebEt  von  P«eb, 
I  tlwfwg  ISbO)  IV  (.  ~  C.Frickin:  llislorisilic  und  philologiache  AufsAliie.  ErustCurtius 
m  «imtm  70.  (Joburtatage  gewidui*'!,  Berlin  18^4  8.  h'.i-~üZ,  gelangt  zum  Ergebnis,  daan 
Jh  ilaTbche  ['eberaetxer  ausser  dem  MaUlaa  noch  andere«  bentttite,  so  den  Pseudokat- 
Whms  ia  der  H4MMioB  d««  cod.  C.  —  Ed.  Wolter.  Arcliiv  slav.  PbUol.  9  (1886)  63G  IT. 
~  IL  Erdaauo.  Adreraaria  aitics  in  Malalas  ebruDograuhiam,  in  der  Festschrift  xur 
^  hlv  4b(  aOoUbrigim  Beal«h«ns  des  prot.  Gymnasiuins  cu  Ktraasborg.  Stnwsburg  1888.  II 
■#-M.  -CR.  Olere.  Zam  i>Uviscl>«n  Malalas.  Arch.  slav.  Pbilot,  16  (1^94i  578-591. 
^KC;  E.  OUye,  Za  deB  Marbiioliten  vom  Tode  JnliAns.  Philologus  53  (1894)  567  (eluv. 

^^4m«tBBgT0fiUsUlMS.  381,  I«  und  338,8).  ~  ^Ssstskov,  Ueber  di«  Bedeutung  der 


S34 


ByzuiUflUclia  LlttoratnrKeaoUclite.    t.  ProMtuhe  Litt«r*tnr. 


sUvisch^n  Üubninelzune  der  ('hronik  des  Halalu  für  dia  Wiadnfcenrt«IIuiig  Hsd  T«riiMM>H| 
dPB  Rmchii^chen  Textes  demselben,  \'h.  Vr.  l  (ISM)  Ö08-U2.  Vgl.  B.  ^  4  116»)  87&  4 

&  8«Btakov,  ZiMat<  in  der  Ablinntllilng  ,r«ber  die  Kndcuiiing  der  «laviscbeD  DdierM4iiM| 
dea  MalalM*.  Vii.  Tr.  2  (IBß.i)  ;<;2— »TT.     -  Kine   lUHnininuifaaMiide   nsd   roMsUn^P 
Verwertunit  de«   slATJNc-hen  Materinls   nir   die  Sritik    dm  HalAtos   ist  noch  pid   ll«dUifiui. 
du  fWilicb  nnr  von  ein«m  in   buidoii  dprocbcn  wohl    bo«aiidert«ii  0»leJiTt<!a   befriedigt 
werden  kum.    Vorubeiteo  Iiienu  bat  C.  K.  Oleyc  gemacht. 

3.  Der  Nnme  AtalriXnt  (aucb  Mnifiat)  ist  ein«  GrlUiiii«Tong  de«  ftjrriscfaen  nalAl  = 
rhctor.  hnt  nino  nichts  mit  der  Miiakulitibilduiig  auf  -n;  (t.  ß.  Xaimfät,  iajrvrät)  m  tfaon  od 
doif  dnhor  nicht,  wie  es  x.  B.  bei  K.  Sulbiia,  Alt«.  Hi.lX.  T  I1S94]  Einleitung.  kMUe<tiU«l  |»- 
Bohiehl.  Mtila^äi  geschrieben  weidt-ii.  Auch  der  von  EuoErios  mdufadi  Eilierte  Zachnriii« 
Rhetor  wird  bei  den  Evriach^ii  Cbruiiiaten  Zachariaa  MnUUagOlUUtnt.  Vgl.  &.  PsUi;, 
B.  Z.  2  (1898)  435. 

141.  Johannes  von  Antiochia  {'Itowvjfi  'Avrwttvi)  wird    in  histori-j 
sehen  Exzer])t«n  und  Wi  Txulzc»  auHclrtlokltcli  genannt  al»  Voi-fos^cr  «tue 
Chronik,  und  an  der  Sonderexi§t4>Dz  dieses  Mannes  und  eines  von  ihm  ve 
faHüteii  genchichtlichcn  W<:rkea  kann  nicht  gezweifelt  werden.     Dage 
Iien-achf.  (ll)or  sein©  Person  und  Zeit  wie  über  den  Charakter  und  Umfangj 
des  Werke»  ein  dichtes  Dunkel,  das  »ich  zwar  in  den  letzten  Jahren  etwi 
gelichtet,  aber  noch  nicht  aufgeklärt  hat.     Jobannes  stammt  wie  Hai 
BUS  Antiochie,  weshalb  er  mit  diesem  zuweilen  verwechselt   wurde, 
gehflrt  also  in  den  Kreis  der  syro-palüstinisrhen  Litterat^n,  die  im  6. 
7.  Jahrhundert    in    den  Goschichtschrcibung    und    Chronistik    wi«    io 
Rhetorik  und  Hagiographie  mäolitig  hervortreten.   Die  Zeit  seiner  »cJiril 
st^llerischen  Thätigkeit  fallt  wahrscheintich  in  die  Regierung  des  Her 
Geizer  hat  vermutet,  <laäs  Johannes  identisch  sei  mit  dem  monophysttia 
Patriarchen  Johannes,  der  631 — 619    den  Patriarchalstuhl   von    Antioch 
inno  hatto.    Wenn  das  richtig  ist  und  wenn  man  der  etwas  verdScht 
Schlussnotiz  der  kotiatantinisclien  Exzerpte  De  virtutibus:  T^Xnt  u);  Iff« 
'Imivuiv  ftuvax'*^'  Vertrauen  schenken  darf,   so  mUsste  er  sein  Werk 
MOnch,  noch  vor  dem  Antritte  des  I'atrJarchats,  also  zwischen  dem  Ja 
SIO,  mit  dorn  die  Chronik  abschloss,  und  dem  Jahre  631   verfasst  hal 
Doch  ruht  diese  ganze  Kombination  auf  unsicherem  Grunde.   Eine  genaue 
Prüfung  der   unter   dem   Namen   des   Johannes   überlieferten  Bruchs 
Rlhrt  zu  dem  Ergebnis,    daes  sein    Work   eine  Woltchronik    war. 
von  Adam  bis  «um  Tode  des  Kaisers  Phokft8(610)  reichte.    Sie  wir 
in   den   konslunÜniscben   E."(zerpten   als  '/iTiopi'«  Zfuv'xr;   oder   einfach 
Vfftopia,  im  Codex  Paris.  1763  als  'Aexaiolojitt,  im  Codex  Paris.  1630 
"ExStüii  nt^i  xQÖvav  xal  xslatuiz  x'ieiiov  zitiert.     Johannes  wollte,    wie 
scheint,  das  Work  de«  Mnlalas  durch  eine  vollständigere  und  bessere  Lei«tuii 
durch    eine  wirkliche  Universalgeschichte    ersetzen.     Zu   diesem   Zwe 
verlies«  er  den  allzu  partikularistischen  Standpunkt    des  Malalas.    fllr 
Antiochia  den  Mittelpunkt  des  Wettganzen  bildete,  nahm  die  jüdische 
achichte  auf,  widmete  der  ri3mischen  Kaisergeschichto  eine  au^hrlJcher 
Darstellung  und  ging  auf  bessere  alle  Quellen  zurück,  die  or,  m  weit 
sehen  kiSnnen.  mit  mehr  Verständnis  verarbeitete  als  Malalas.     Der  Vfl 
such,  seine  Quellen  genauer  zu  bestimmen,   stösst   freilich  infolge  der 
sicheren  und  fragmentarischen  Überlieferung  des  Werkes  auf  erheWi« 
Schwierigkeiten.    Für  die  ältere  Zeit  schüpfto  Johannes  wohl  vornehmlie 
aus  Julius  Africanus  und  Euaebios,  fUr  die  römisch«  Kaisergeschicli 


S.  0MclLiobl8«bi«ib«r  and  Cbroniates.    B.  Clir<Htlat«a.    fg  141) 


aä5 


I  Petroa  Patrikios,  aiis  Eutrop,  don  er  wohl  nicht  in  der  uns  or- 
Iteften,  um  380  vcrfa«st«n  Ühcntctzung  äes  Paeanio«»,  BondcrQ  in  iler 
I  Ktpito  (um  500)  t)on0tzt(!.  auü  AinmtanuH  MarcolUnus,  aue  einer 
irlag«  des  Prokop  und  in  weitem  Umfange  aun  Malalaa;  fUr  die 
DiBchen  Geschichten  hat  er  neben  Malalai«  auch  den  Diktys  beigozogeii. 
BT  unechte  Johanne;»  ttagcgen  d.  h.  da»  MittolstQck  der  konetnnti> 
liehen  ExEorptc  (&.  u.)  ist  «ino  Kompilation  aus  Dio  Caitsius,  Eutrop, 
bUrch,  Herodian,  Eunapios,  Zosimos,  Priakos  und  der  Kirchen- 
hicfate  des  Sokrates. 

Während  Halalaa  sich  wenigstens  in  einem  zusammenhitngonden, 
ma  auch  abgekürzten  und  verstümmelten  Exemplare  gerettet  hat.  ist 
ihinnes  nur  fragmentariHch  erhalten.  Zahlreiche  und  umfangreiche,  bis 
l(  Pbokaa  reichende  (tnichstücko  8t«hcn  in  den  konstantini sehen 
jtolR,  De  virtutibui»  und  Du  insidüs,  »ehr  magere,  bis  Valcntinian  111 
■endo  in  dem  von  SalmaHius  geechriebenen  Codex  Parisinus  1763, 
RArlicher«,  aber  schon  in  der  Sagengeschichte  abbrechende  int  Codex 
irisinuB  IfiHO,  einige  grijRsere  StUcke  au»  den  Troika   in   einer  unter 

K  Namen  des  Johannen  Sikeliotcs  gehenden  Chronik  im  Codex  Vindo- 
ensis  historicue  99;  endlich  gehört  dem  Johanne»  eine  umfangreiche 
rpotheeis  zur  Odyssee  in  einem  Cod.  PalaUnus.  An  diokonetantinifH^lien 
Eserpte  and  die  im  Codex  des  Snlmasiua  erhaltenen,  die  beide  den 
IHHO  des  Johanoea  an  der  Spitze  tragen,  knOpft  sich  eine  grosse  Streite 
Ige,  von  deren  LSsung  auch  doä  ücNinilurt«)l  Über  Johannes  abhHngt. 
L>  kann  hier  nur  angedeutet  werden:  Das  Mittelstück  der  konstantinisclien 
uerpt«  (von  der  römischen  Itepublik  bio  auf  Justin  1)  ist  von  dem 
nlMea  aatmasiwhe»  Stücke  nach  Inhalt,  Fassung  und  Quellen  faimmel- 
nt  ventchiedon  und  kann,  wie  Sotiriodis  und  BoisHC-vain  unabhjtngig 
^einander  trcfiTIich  nachgewiesen  hub<*n,  umnüglich  aus  dcmiKilbeu  Werke 
Die  koDstantinischen  Exzerpte  dieses  Abschnittes  tragen  den 
kter  der  hellenisti»ch-pragmatischen  Oeschichtsclireibung,  die  salma- 
I  den  der  chriritlich-byiutntini^chen  Chronik.  Oi«^  zwei  verschiedenen 
ptenreihen  sind  gemeint,  wenn  man,  was  sachlich  eigentlich  unzu- 
ist,  von  einem  .konatantinisclien*  und  einem  ,salmäsischen* 
spricht,  äotiriadis  hatte  den  echten  Johannes  in  den  kon^tan- 
aa  Exzerpten  gesucht  und  die  salmaaischen  StUcko  ihm  abgesprochen. 
en  bat  Patug  umgekehrt  den  Beweis  angetreten,  da»»  der  echte 
hues  der  ealmaBische,  der  konstantininche  dagegen  eine  spätere  Kom- 
lltioil  sei.  Seine  Argumentation  gipfelt  in  folgenden  Punkten:  Mit  Hilfe 
t  Pr*giB«nbc  aus  Codex  Parixinu«  1630  und  einer  grossen  Zahl  von 
iHtnckwinfin  litoet  sich  zeigen,  dass  der  salmanischü  und  der  konstanti- 
idie  Johannes  einen  gemeinsamen  Anfangstttil  gehabt  haben;  da 
def  .'^masische  Johannes  in  einer  sicher  zu  ersclilieiwenden  Vor- 
Chronisten schon  früh  hervortritt,  dagegen  der  konstantinische 
im  10.  Jahrhundert  er^chvint,  so  milden  die  aalmasischen  Ex- 
daa  Altere,  ursprüngliche  Werk  repräsentieren,  wfthrend  da»  koi»« 
ehe  UittelatOck  eine  spätere  Kompilation  lei,  die  wahnKheinlich 
litterarischcn   Henaiasancepcriode   des  Photios   entstand    und   aus 


33« 


Bysuitinisobe  Litter&tnrgCNcliiotit«.    I.  ProeuBchc  Utt«r&tur. 


irgend  einem  Grund«  mit  dem  Anfang-  und  Bchlusateile  dee  echten  JolianiMM 
Werkes  vereinigt  wurde.  Nun  erklären  itich  auch  die  zwei  Zitat«  in  d« 
IJätffia  ir";  nöÄ*«;  (Banduri.  Imp.  Orient.  I,  III  S.  29)  und  bei  Tzet«^ 
(Cliilindcn  2,  31).  die  den  Johannes  in  eine  epätoro  Zeit,  frühestens  in  die 
zweite  Hälfte  des  'J.  .lahrhnndertt  verweisen.  Die  Einzelheiten  der  saht, 
verwickelten  Argumentation  kftnnon  hier  ebensowenig  dargelegt  werdeul 
als  die  Beitenkfii,  die  auoh  nnch  dieser  neucHten  Behandlung  der  F'ragtl 
«och  (Ibrit;  bleiben.  Um  auch  nur  den  gegenwärtigen  Stund  der  Angelegoo»! 
hoit  völlig  klar  üu  legen,  mOssten  die  textgescbichtlichen  und  hiindsclu-ift*! 
liehen  Thatsachen  in  «incni  »olohon  Umfange  vorgetragen  werden,  data! 
der  Artikel  weit  Qber  den  Rahnu-n  eines  Ilandbuchw  hinauäilele  und  du 
;  Charakter  einer  Monographie  bekäme.  ■ 

Die  Fortwirknng  des  Johannes  in  der  ajinalistischen  und  sonstigarl 
Litteratur  lä-ist  sich  deutlich  erkennen.  Auesor  den  oben  g€nannt<-n  Ex- 1 
xerptoren  benutzten  !M>in  Werk  Tzetzes  und  eine  Keihe  von  Olironitttcn.  I 
Di«  letzteren  zerfallen  aber  nach  ihrem  Verhältnis  zu  Johannes  in  zwn  1 
Gruppen:  Symeon,  der  Magister  und  Logothet,  und  seine  Au»*l 
Schreiber  wie  Leon  Granimatikos,  Kcdrenos  nnd  der  Ki^daktor  deri 
von  Muralt  edierten  Fassung  des  Georgios  Monachoe  schupften  anal 
der  von  l'atzig  .Leoquelle*  genannten  Kompilation,  in  der  die  Cliruaikl 
des  Johannes  durch  kirchengcschichtliche  Angaben  bereichert  war;! 
Manas.qes  dagegen  verwertete  den  salmasischen  Johannes  in  seiner  ur*l 
sprdnglichon  Gestalt  d.  h.  olm«  die  kirchongeschichtliehen  Zugaben.  Audn 
der  ,konstantinisehe  .Johannes'  wurde  von  den  SpSteron  benutzt  z,  B.  vi» 
Suidas,  von  Kedrenos,  Tzetzes  und  Planudes.  ■ 

1.  AuBgabiMi:  Di«  Euente  do*  Co<l.  Tiiris,  1763  (GxoeqiU  SaluiasUnA)  «d.  pM 
J.  A.  Cmtiitfr.  Ad.  Piuiti.  2  (1S89)  SSS—IOl.  —  Dioas  Kiierpt«  nebst  den  kuostaiitinifl 
Bclioii  iiiid  teilen  d«B  Cod.  Pnna.  1680  wurdeui,  in  ciiruno)o|Eiii(-her  Ordnung  und  mit  Qoellol 
a&giibcn.  odiorl  vou  C.  HQller,  FHO  4.  jSä— <i2-2;  5.  27-28.  ~  Vanaiit«n  tu  deii  hU 
■nuisclicn  Kxn'nilcii  gab  hus  dem  Cud.  Paris.  :W26  0.  V<itelli>,  Stndi  iUl.  di  fil<n 
claseioH  'i  {\^^h\  882—334.  —  DioMlben  PraKinent«  stehen  anch  im  Cod.  NcapoL  19 
]}.  4  ihiWter  I.  K.  22):  vgl.  II.  Gelz«r,  B.  Z.  d  |t891l  3!ll.  -  Di«  Stadt«  aus  JohAnnsfl 
Sikisliotea  (Cod.  Vindob.  bist.  99)  ed.  leider  nur  IciWeisa  nnd  angonaa  A.  llcintjchj 
Die  Chronik  des  Jobnnnes  Sikeliotea  der  Wiener  Hofbibliothok,  Progr.,  tinu  1892  S.  1— 1H| 
—  Die  Uvpothesis  lur  Odj-save  ed.  (iuil.  Üindorf,  Scholin  gntocut  in  HomcH  04ffl 
seun  l  (Ox/ord  1S55|  3—6.  M 

2.  Kilfatnittel:  J.  Wolienberg,  üeber  einig«  kurioae  Druckfehler  in  der  fl 
Unlleraoheu  KeKenBion  der  Bkiernte  des  Johannes  .^nliocbcnua.  Zeitachrift  f.  d.  Qj otlUMl^l 

'.  Vosen  D^  8.  505— &0T.  —  J.  Wollonbcrg.   KxceqiU   o  JuAnue  Antiui^.heau   «d  Iibn4 

Peirettciiinum   n  s«  exciiasnni  eincnil  .  Prugr.  dun  rrunxösjGcheu  OjuiDaHiumii,  Uerlin  1861.  -4 

R.  Friedrich.  7m  Jubnnnce  vuii  Antiocbiu.  Jahns  Jahrb.   101  (1970)  41$.    ~    A.  t.  QaH 

Bchmid.    Dio   Orenzbotcn   22  (1863)  I,  »46    =    Kleine    Schriften  5  (1S94I  416.    —    ES« 

hüuhal   fniphtbiirc   Auri-f^un)^    crbitflt   dus   Studium    des  Juliaiines   nnd   des  MsUIm   donB 

Th,  MumunL-iiB  Abhandlung  Qber  di«  dem  Caasius  Diu  beigelegten  Tnil«  der  ptanndeiMhta 

nnd  kn II stunliiii sehen  KKnerple.  Herme«  S  (1871)  82—91,  iind  Bcinc'Vtirilffontlichiiag  DMtl 

lirucbntQcke  dee  Jubaune»  von  Ant.  und  des  Johannea  Mnlalas.  obenda  :i2)t  — St^S.     •  Afl 

Kocchnr.  Do  Joannis  Anliocheni  aet«!«  fontibiia  nuotflHtiitc.  Diu,,  Flonn  1S71.  —  K.  PiccH 

lomini,    Intorno  si  collftoUtnen  di  MiisBimo  rianade.    KirinU  di  filologi«  2  (1874)  101  Ci 

I   149  ff.  -'  0.  Hnlder-Egger,    Unicraiir bangen    UbN  «inigo  annulistiachc  Qu«ll<in  zar  Om 

'   ■cbichle  doa  ö.  und  6.  Jahrb.,   Neues  Arch.  d.  üesollRch.  f.  lIlDro  doutaulie  (loscbicIiUkuAde  ■ 

11876)294—206.  —  Identitixierung  dos  Johannes  von  Antioohi*  mit  dem  monojkhyHtiackita 

PttriarcItoD  bei  U.  ÜeUct,  Die  politische  und  kirchliche  Stellung  von  B^xani.  Vrrhaadtu^M 

.  der8S.  V«ranniinlungd«utsclior  Philologen  zu  Gern.  Leipzig  1870^.47  Anm,  82.  —  Ü.HsnpM 

I  0«her  di«  Herkunft  d«T  dem  Dio  Caitiiua  buigelcgti'u  planud.  Exzerpte.  Ilenii«B  14  (1S7H 

80—64;  281— 2ST;  481-446.   —  Csrl    de  Boor,  Zu  Jubannes  AnliocbeDu»,  Henne«  ll 


i(  S  1  IT.  —  Vtbet  die  QiieTI««  itt  Traa««Mliidtt«n  bbrJofiauii^  vgl.  <lie  S.  3S8 
.rteti  AbluDdllMM   ron  W.  Qr^it  (3    S46-2;>7},    Ferd.  Nonck  und  E.  I'atxig; 

l'*lii|t.  Dm  IfticR  dm  JohMtiiM  Antiodienus.  B.  Z.  4  (1895|28— -^.  —  Hehrere 
Upg«  Fr«x«n  bMprichl  C.  E.  liJo)'»  in  müi«t  Abli&ndlung:  ßeitiügu  (ur  Joluniie»- 
du  in  d«   B.  Z.  5  (18961    enckeinvti  mII.    —    Vgl.  »näi  di«   Ultenlur  tu    lüo 

140, 

14'-.  Die  OsterchroDik.  Mit  dem  konvcritiouollon  Ntimeri  Clironicoii 
nak-  d.  li.  OsUTchronik  (woj;on  tW  ili;r  chriHtUohen  Chroiiologjo  zu 
e  Itugenden  DereclinuDg  des  O^lerktmaan),  auch  Chroiticon  Alexaii<ln- 
Cbronicoo  Conatantinopolitanum  oder  Fasti  Siciili,  wird  ein  umfang- 
■  chronologisohcs  Werk  I>ezeichiict,  welches  von  dum  \'or{»»mr  Kclbut 
t  i«t:  'Ennofii)  yn(i/ruv  twr  Ütiv  'Aiüft  tut  n^mtoixXütrttiy  ätitifmTtfiv 
Itove  rw,i  {taaiitiat  'fI(faxltiov  xov  fvtjfßiatätov  xal  ftitä  vnatfiav 
xai  tri  ^«i'i  *^»  ߀tati^{at  'tlgaxXfiov  v4ov  ha>rata>'tffov  roü 
viw  triiiftiMro^  /.  l>io  Osterchronik,  neben  Euscbios  und  Synkcllo» 
mfuug  fvd  Einfluss  die  Hnuptloistiing  der  gricchiKch-i-linHtlichon 
aphie,  besteht  uub  «ineni  durch  zahlreiche  eingesprengte  hi»toriaclio 
erweiterton  und  aiiügescUmÜcktenchronologifichen  Verzeichnis, 
von  der  Erschaffung  Adams  bis  auf  das  Jahr  629  n.  Clir.  reichte; 
ht  die  einzige  in  Bc-truchl  kommende,  am  Anfang  und  Schluss 
elte  Handschrift  schon  im  Jahr  627  n.  Chr.  ab.  Der  eigentlichen 
geht  eine  Einleitung  voraus,  welche  kompilaterisrhe  EriJrtorungon 
chriMtliche  Zeitrechnung  und  über  die  Berechnung  de«  Oster- 
enihftlt.  Der  Verfasser  war  Zeitgenosse  dea  Kaisera  Heraklios 
1)  und  zwar  offenbar  ein  Kleriker,  wahrsclieinlich  aus  der  IJm- 
dM  ökumenischen  Patriarchen  Sergios,  der  in  dem  Werke  auf- 
hervortritt  und  ))e.-iondcrs  als  Schöpfer  liturgischer  Neuerungen  sorg- 
ahnt  wird.  Diu  Abfassungszeit  dos  mit  dem  Jahre  621)  ah- 
nden Werkes  kann  demnach  mit  Sicherheit  in  das  letzte  Jahrzehnt 
eraklios  gesetzt  werden.  Die  früher  verbreitete  Annahme  einer 
n  Uedaktion    unter  Kaiser  ConstAutius,  die    mit  dem  Jahre  354 


"Briuitlnlaehe  Utt«ratorgeBehicht«.    I.  Proaaiaeha  Litterator. 


aus  welcher  öfter  grössere  AuszUge  mitgeteilt  werden,  und  oino  uns  an* 
bekannte  einheitliche  Quelle  erbauliclieii  Charakt^-rß,  Von  Abraham 
an  benutzte  er  mit  BcechrSnkinig  anf  »eine  rein  kirchlichen  Zwecke  den 
Kanon  des  Eusebios;  einige  wertvolle  Angaben  deuten  jedoch  auf  eine 
jswette  unbekannte  Quelle,  die  wahrscheinlich  irgendwie  auf  Panodoros 
oder  AnnianoA  zurückgeht^  Nachrichten  ans  PseudokallJBtheDM 
atammon  vielleicht  au«  dem  volLstÄndigen  Malala».  Mit  dem  Beginn« 
rOmiflchen  Republik  (S.  309  ed.  Bonn.)  urücheint  eine  neue  Quelle,  dÜ 
Konnularfaston,  wobei  eingestreute  chronikalische  Notizen  den  Chanikb 
der  Hogoimnten  KnnRiilartafelannalen  zeigen.  Es  ist  dieselbe  lateiaii) 
Fsfitcnquoltu,  die  auch  dem  Bischof  Idatius  (Hydatius)  fUr  seine  lateinu 
Chronik  gedient  hat.  De«  weiteren  weisen  deutliche  Spuren  {Berilckad 
tigung  der  syromaki'donischen  .lahre  u,  b,  w.)  auf  die  Ostcrtafeln 
Diözesen  von  Alexandria  und  Antiochia.  Die  kirchengeschichtlichen  Notil 
des  Werkes  stammen  fast  alle  aus  noch  erhaltenen  Quellen,  besondere 
der  Clironik  und  der  Kirchengeschichte  dos  Eusebios  und  aus  Malall 
der  auch  filr  die  Profangeschichte  zur  Belebung  des  chronologischen 
rippee  reichlich  au.sgebeutct  ist:  endlich  aus  MlLrtyrerakten  und  aus 
Schrift  des  Epiphaiiios  Ui^l  fut^tav  xai  tjta&näv.  Von  532  an 
die  Chronik  ganz  UrmÜch  und  besteht  bis  in  die  letzte  Zeit  dea  Maur 
(582—602)  fast  nur  aus  den  Konsularfssten.  Erst  filr  den  letzten, 
schnitt,  welcher  das  Ende  do.t  Maiirikios.  die  Regierung  des  Phokaa 
die  ersten  17  Jahre  des  Herakiios  (also  ungorähr  600—627)  umfasat, 
der  Verfasser  wieder  ausfuhrlicher,  offenbar,  weil  er  hier  als  Zeitgenosi 
erzältlt. 

Seine  Chronologie  basiert  in  der  hei  den  christlichen  Chronograp 
hergebrachten  Weise  auf  den  biblischen  Zahlen,  welche  durch  die  hat 
Ionischen  und  persischen  Könige,  die  PtolemKer  und  die  römischen  Köii 
abgelöst  werden.  Die  christliche  Zeitrechnung  ISuft  %'om  21.  März  5S 
und  ist  der  er.ste  Beleg  der  sogenannten  byzantinischen  oder  rCi 
flehen  Ära  (im  Gegensatz  zur  alexandrinischen  und  antiochonisch« 
irelehe  bei  den  Bekennern  der  griechischen  Kirche  bis  in  die  neuere 
üblich  war.  Die  eigene  ThStigkeit  des  Osterchroniaten  war,  von  der" 
zuletzt  erwähnten  zeitgenössischen  Partie  abgesehen,  eine  geringe.  Sie 
beschränkte  sich  im  wesentlichen  auf  gelegentliches  Epitomioren  und  KoD* 
taminieren;  nicht  selten  giebt  er  durch  starke  MissverstAndnisfie  deutUcbo 
Beweise  der  äussersteu  Unwissenheit.  Wissenschaftlich  und  litteroriscll 
steht  die  Osterchronik  weit  unter  Eusebios  und  Synkellos;  jedoch  war  »e 
in  ihrer  populären  Fassung  von  grosser  praktischer  Wirkung  und  behauptete 
in  der  Chronologie  der  Folgezeit  eine  hervorragende  Stellung,  Die  Oster* 
chi'onik  und  die  Werke  des  Mnlalas  und  des  .lohannes  von  Antiochi«  n- 
pr&sentieren  die  vulgäre  Stufe  des  historischen  Interesses  und 
Betriebes  der  Byzantiner;  in  höheren  wissenschaftlichen  Kreieto 
wurden  «ie  weniger  geachtet  und  daher  verbessert  und  durch  Neues  w 
ßotzt  (Synkellos,  Zonaras  u,  e.  w,). 

Nach   dem  ersten  Jahre  des  Julius  Cüsar  (S.  3ä5,  6  ed.  Bonn.)  iat 
in  der  Osterchronik  von  später  Hand  ein  nacktes  Verzeichnis  der  römwcb- 


I 


nwiwi'iHMv  ¥uu  AlKua,  imarni.  «a,  i^^xiuo  imu  uHU  iiiiiierair~ 

i:  Text  DAch  Ihndafff). 
S.  Hiifsiaittcl:  Frid.  Koealer,  Chronica  medü  nevi  «tc.  rM  sa«c.  IV.  V.  VI 
•tia,  ton.  l  {TabingM  1798)  lOS-llO.  —  L.  Ideler,  Huidbuch  iler  nifttlicmatiBdien 
ifauMbMi  ChroBDlogie  i  (\»iO)  S50  E  und  459—165.  —  A.  Cramer.  .\,\.  Pnm.  I 
B&S  ff.,  wo  unlrr  uionvuii-'a  iuilurwü«on«ohAftltcbDn  ßtUckon  Aiiob  vp reell i^deue 
M  nr  Ueiechnuni;  dua  Ustctzyklua  vdtert  aind.  —  Uobur  die  in  der  Oaterclirouilc 
—41,8)  erhalten«  PaaBung  dei  Ma/ii(fiefirii  i^t  j-f,f  bandelt  A.  v.  Gntscliniid, 
Ük  dt»  Jmptmouif  '5.' rö«,  ßlitiii.  Miu».  N.  >',  13  (18J8)  S77— 408  =  A.  v.  G . 
&linrt«ii  5  (1894)940—273.  Die  zu  Leliteituu  tiutauhmids  nicht  verOITentllohto 
Uch«  FassuD^  (Ik^eT  Arbelt  jeltt  cboiifall«  in  den  Ktoin«»  äcbrifUn  6(1894)  S9&  bia 

Th.  Uonmaeu.  ßSiniMrh«  Chronotogie.  2.  Auü..  ßi-rtiu  ISüS  ä.  113  f.  -  Kdounrd 
rier.  IteehKobes  sur  la  dirauulouiu  Arm^oiiMia«,  Pari»  läjd  &  Vit  ff.  und  167  ff. 
'«ld«r-E^Kor.  rntefsuchuQgeu  Ober  piuige  annalidtiaclie  Quellen  lur  ÖeMhichte  da« 
C  J^hrli..  N<niM  Arch.  d.  Ges.  f.  ältere  deutsche  OeMhichtekno de  3  (I8TT)&9--8S. 
*r  die  Annalan  rnn  Kiiol  als  Qoella  des  Osterclironisten  und  seine  geringe  Olaub- 
teit.  wo  er  niclit  aus  dieser  Qu«lla  schöpfte,  handelt  O.  Seeck,   Studien  lui  Qe- 

DtodstiBiis  and  Constaotjna.  II.     Idaclas  und  die  Chronik  von  Cnel.  Jahne  Jahrb. 

9}  601—635.  -  Vgl.  aach  G.  Kaufmann,  Die  Faslnti  von  Kpel  nnd  die  Faat«ii 
r«aui,  Philologua  42  (18M)  471  -510.  —  Th.  Mommaoo.  MonumenlA  Gerraaniae 
t,  AndoTM  anlMuiaaimi  L  IX  p  1  (1^91—1092)  119-^47;  S72~:iiJl.  —  C.  Frick, 
Mi  Tdatiam  nnd  da*  Chronicon  VoErbnl?.  B.  Z.  I  {li*m\  '2fS~-Z92  (bow«<i9t.  das«  der 
iruitiiit  die  ihn  mit  dnr  Cbronik  des  Idntiuä  );?meiii3Bmc  Inteinischo  Fnatenquelle 
ihlrcicbe  ZutUi«  aus  Kuaobioe  und  bes.  ans  Moluloa  kvrcicliorl  hnt).  —  Ueber  da« 
„  .  xa  itr  Excerpln  latina  Üarbari  u.  s.  w.  s.  C  Frick.  ChroninH  minors, 
Laipiig,  Bibl.  Teabncriana  1S93  3.  XC  ff.    —  C.  Wnohaniutb.   Einleitung  in  it* 

dar  iüt«ii  Q««chiclite,  Ix-ipiig  ISHh  S.  ISö  f.  —  HuupUchrift :  Heinrich  Uelter, 
Jnlina  Afrifianua  und  im  biuuitiiüache  CbronOKraphie  II  I  iLuipzig  \fläi>)  188— I7S 
228  0.  und  Mnat).  —  Vgl.  auch  die  chronologische  Litterulur  bei  Fr.  üagor, 
ier  Qriediea  nnd  lUtmer,  üaudbuoh  der  klass.  Altertumawiaa.  1'  (1892)  713  f. 

rebarlieferun^:  Die  Haupths.  ans  der  die  Qbri^on  Hs«  und  Exzerpte  gefloMnn 

4a  Codex  Vattcaoua  gr.  1941,  s.  10.  —  Ueber  die  Ge^cliiclitu  nnd  diu  «pAturen 

dwaalben  Tgl.  Cb.  Graux,  Archites  des  mi«8ions  scientiliqiies  ll[''Bdric,  t.  1>^ 

~17:  869 1.  -~  Nor  eine  Abschrift  des  Vaticniins  war  nfleiibar  jener  im  Jahre  1671 

Codex  Eflcur..  in  weleliem  ein  ßndixer  Grieche  die  Oslercbronik  dirni  Miireollinua 

lytee  mgeschrieben   hatte.      Vgl.   Th.    Uomrosen,   Mon.  Gerinaniae  bistorica, 

iBiaaimi  t.  i:t  p,  I  S.  m 

143.  QeorgioB  Synkellos.  Der  Möncli  GoorgioR  mit  dem  Beinamen 
»Xlog  d.  h.  OüticimeckrotSr  dw  PatriarchoD.^)  vcrfasste  eine  'ExSLoyi^ 
ffatfiat^  die  von   der   Erschaffung  der  Welt   bint  auT  Dio- 


340 


BfUntäJscll«  Xitter&tnrgeactiioht«.    L  ProMÜacfae  Litterator. 


unrichtigen  Bemerkungen  Ae»  Anastasiun  bibliothecarins ,  welch«  ditstr 
seiner  kirclicngeschiclitlichcn  Kompilation  über  des  Synkellos  und  Theo« 
phanes  Lcbon  voraiujschiokte.  Ebe  Goot^  zur  WOrde  des  Synkelloa  er 
hoben  wurde,  verweilte  er  längere  Zeit  im  heiligen  LnndJ)  Unter  dotn 
Patriarchen  Tarasios  (784—806)  war  Georgioe  Synkello«  Geheim- 
Bukret&r;  nach  dem  Tode  des  Tara^cto»  zog  er  »ch  in  ein  Kloster  zurili^ 
und  schrieb  hier  seine  Chronik.  Iro  Jahre  610  war  er  noch  unter  iM 
Lebenden.')  Die  Fortsekung  des  Werkes,  an  der  Georgios  Syiikello«  edlfl 
verhindert  wurde,  übernahm  sein  Zeitgenosse  und  Freund  Theophanfl 
Coafcsäor.  Die  Chronik  dein  Synkellos  ittt  neben  Ku^bios  (Hr  die  Kenot^| 
der  christlichen  Chronogi-aphie  das  bedeutendste  Werk.  Seine  eigentafl 
liehen  und  wichtigsten  ZUge  gehflren  jedoch  nicht  dem  Sjtikellos  selbst  afl 
»ondern  winen  Vorgängern,  deren  Angaben  er  Übrigens  nicht  ganz  oUH 
Kritik  entgegennahm.  Die  Anordnung  des  Werkes  ist  echt  chronikeiiartQli 
d,  h-  die  Erzähhing  der  einzelnen  ThutsBchon  ist  ohne  einen  fortlaufende^^ 
Faden  lose  aneinandergereiht  imd  zwar  so,  dasa  der  Text  fortwälirend  vnU 
langen,  trockenen  Tabellen  unterbrochen  wird;  ea  imt  altto  in  unserem  SinH 
mehr  eine  grossartige  Geschichtütabelle  mit  eingestreuten  ErläuterungH 
als  eine  Universalgeschichte.  In  dur  Ausarbeitung  dt-s  Einzelnen  bemerkfl 
wir  eine  gewisse  Ungleichheit.  Während  Synkellos  auf  die  BereehDllfl 
der  Geburt  Christi  und  die  Erzählung  der  neuteetamenUicheu  Zeitgesdiiclfl 
noch  grJibseren  Fleiss  verwendete,  ist  die  nucbfolgeude  Kaiscrgeschicfafl 
bis  auf  Diocietian  ein  ziemlich  dürftiges  Machwerk,  wenig  mehr  »U  eiiH 
Kompilation  aus  dem  Kanon  und  der  Kirchengeschicht«  des  Eu«cbioa  ofl 
der  Chronik  de.'4  Dexippos;  und  selbst  hieven  hat  er  wahrscheirüich  sebifl 
vieles  in  seiner  Huuptvorlage  Panodoros  zusammengearbeitet  gefundlfl 
Das  Hauptgewicht  fiel  ihm  offenbar  auf  die  Konstruktion  der  vorchrtlH 
liehen  Geschichte,  auf  die  Vereinigung  der  profanen  und  der  kirchlicbfl 
Angaben.  Das  Werk  des  Synkellos  ist  ebvu  vollstündig  vom  theologisch« 
Geiate  beherrscht.  V 

ÜI)or  seine  Quellen  ist  besonders  durch  Oelziu-  Licht  verbreltfl 
worden.  Zuntichst  i-rHcheint  die  frühere  Anschauung  liinfaltig,  da.'w  S/H 
kollos  den  Julius  Afi'icanus  und  sogar  den  echten  Manetho  als  uumittelbffl 
Vorlage  benutzt  habe.  Wirkliche  Quellen  des  Synkollos  kann  man  nfl 
die  zwei  alexftndriuischen  Chronisten  Panodoros  und  Anuianos  und  ^| 
heilige  Schrift  neuneu.  Freilich  ist  die  genauere  Bestimmung  soidfl 
Verhältnisses  zu  Panodoros  und  Anniaitos  schwierig,  weil  ihre  Werke  oH 
auf  die  von  Synkeilos  selbst  zitierten  StUcke  und  wenige  besonders  bei  diB 
Syrom  gerettete  Fragmente  verloren  sind.  Panodoros,  der  .kenntnifl 
reiche  Nachfolger'  des  Africanus  und  Eusebios,  uns  faat  nur  durch  SyJ 
kellos  bekannt,  blühte  zwischen  :i95 — 408;  Annianos,  der  dem  Pauodortl 
in  chronologischen  Dingen  und  in  der  Profangescliielit©  folgte,  ist  d«rZ«in 
nach  etwas  später;  er  vollendete  sein  Werk  im  Jahru  412.  Panodoroa  ■ 
selbst  schimpfte  hauptsächlich  aus  Julius  Africanus,  aus  dem  um  hundert 


>)  a  200.  21  ff.  od.  Bonn. 

*J  8.  889,  20,  wo  w  6808  (=  810)  als 


du  gegoQwutige  Wcl^ahr  aaiuL 


Tun — iroi    t^yiiKCiitm    ovwniiuuo    miKuivr   tV"' 


\vnn-  vgjr|]UH 


:t«).  Auch  diu  iiuH  Diodor  und  ftiidoroii  I'rofAnhistorikcm  zitierten 

hat  SynkelloB  im  besten  Falle  aus  KueubioB,  dun  er  in  der  Patri- 

ibliothek  wohl  eingeaehen  haben  wird ;  vielleicht  aber  ebenfalls  nur 

Dodoros.   Aus  ihm  hat  er  nucli  die  apokryphen  StUcko  aus  der  so- 

i«n  kleinen  Genms  u.  a.     Anniano»   nnderoi-scits   war   dem  Syn- 

yder  .Mann  nach  dem  Herzen*    ftlr  die  chronologiscben  Feinheiten 

tchlicjien  Ära;  besonders  bewundert  er  ihn  unter  anderem  wegen 

tdeckung,  das»  der  25.  Mürz,  der  crsto  Tag  seine»  Kirclienjahros, 

itom  «ei   1.  für  die  göttliche  WelUi-höpfung,  2.   fllr  die  göttliche 

rerdung,  3.  fQr  die  Auferstehung.  Selbständige  Stadien  machte 

M  voiTiehmlich  in  den  kaßoni.schen  Schriften  des  alten  und  neuen 

.     Hier  lii-sä  er  mcb  selbst  die  Mühe  handütchriftliclier  Vorarbeiten 

erdriessen:  er  kollationierte  eine  ausgczeichnoto  Kopie  (äiiiV^ayov 

tiirov  xntn  »«  (Tuyiifj»-  xal  TtQoafiiar),   welche  aus  der  Metro- 

tbek  von  Käsarea  stammte  und  von  dem  grossen  Basilios  selbst 

Diortho«u  vvritehun  worden  war.     Diu  biblischen  Berichte  sind 

welche  ihn  Ufler  veranlassen,  seinen  sonst  hodiverehrten  alexan- 

i«n  Autoritäten  Faiiodoro«   und  Annianos  die  Glaubwürdigkeit  in 

ildAittchen  und  ftgyptit>4-hen  Geschichte  xu  kündigen.    Der  liehrftischen 

0  war  Synkello«  übrigens  niclit  kundig  und  er  benutzte  dos  alte 
lent  Maiü  »r'i-  rtiv  o  f^fiijiWar;  er  hält  sogar  ^  echt  griechisch  — 
ptuagintatext   fOr  vorzüglicher   als   den    hebräischen!     Aus.<(er    den 

1  Schriften  hat  er  auch  die  Kirchenväter  meist  direkt  eingesehen, 
Gregor  von  Naaunz,  dun  Johannas  Chrysostomo».     Später   wurde 

ronik  des  Synkelloa  auffallend  wenig  benülzt.  Offonbar  war  sio  fOr 
1  Uulalas  und  ähnliche  Mat^hwerke  gewülmten  Zeitgesohniack  zu 
n  Geivhniamkoit  und  zu  arm  an  volkstümlichen  Stoffen.  Nur  eine 
^raphiu  %'erdient  wegen  ihrt«  wiMsenMchafllichen  Charakters  dem 
los  an  die  Seite  gestellt  zu  werden,  diu  k^ider  nur  als  Fragment 
oe  '£xAo)*»j  laiogiär, 


ByuntinLsohe  LitteratnrgMchichte,     I.  PioMiacbe  LitUratnr. 


Rhftin  Mos,  26  (187ü)  253-262.  —  Carl  Frick.  Rli*in.  Mua.  29  (1874)  252-281  i 
Jalinn  Jalnb.  IS^S  (1987)  SäO.  ~  Textvorbe»3erun)ton  »u»  .V.  v.  Gat»c)iinid§  HaBilex«iii^ 
cd.  H.  (icilsnr.  Von  Giil^climids  Diortlioso  der  n);vpti«ch<>n  KSniKHÜ«'"  io»  EratotUiMM, 
Ithnin.  MuR.  44  (l^HS)  367-^27-2,  —  Vgl  A.  v.  i^nUchmid.  KIrinn  iwliHrien  1  (1(4>S) 
2T8.  —  C.  d«  Boor.  ROmis^e  Kni^nrgeschichtc  in  i<,v7nntini>rh>v  FBumuig  I.  B.  Z.  1  U^'^i 
26—30.  —  Frant  Rllh),  Die  tyriache  KtnigsÜsU  des  Mconnder  too  KpbaM«,  RImib.  Mm. 
48  [1893]  G6fi— 678,  —  H.  ßoixer.  Die  vorlluIrgiMi  ChiildIlerRln(t«ii  dos  Annuno«.  B,  2. 
9  (1894)  891—891  —  0.  Tri«her,  Zur  Krilik  des  Kusebio«.  I.  Dio  KAnisaUfol  von  Alk 
Longn,  Hermes  39  (1894)  124  — U2.  —  Einn  vun  üonr  inisevi»staad«4io  Stelle,  wo  Synktll« 
«in  Isops^phon  «rw&lmt  (2ä  C  ed.  l'aris.  =  52,  19  ed.  Uoun.).  okllrte  nach  einem  Vor 
sehlage  ScaligcM  ricblig  f''r.  BojasDDii<tu.  Aii.  gr.  2  (lf^3Ü)  460.  —  Uauplwark: 
Heinrloh  Q«Iier,  äexlus  Julius  Arricanus  II  I  (1885}  I7ä  -249,  wo  auch  sooslige  n<«cre 
IiH«ratur  aagerufafl  ist.  —  V^l.  noch  W.  Cbrisl.  Grieoh.  Litte raturgMch.  2.  Aufl.  56* 

8.  SynlceUu«  bediente  eidi  der  aluxanilrintscb«in  Aera  d«e  Panodoto«,  dia  la 
I.  Toth  5193  V.  Chr.  beginnt.  Ein  iialoographiscb  intereManler  Beleg  diaaer  Aera  iit  im 
jetit  in  der  k.  öffentticli«n  Qtbliotliek  xu  St.  ^«terabnrK  ao/bswahrt«  pBaltariun  la«  ' 
dnr  SamniluoK  üapenskij.  dmseu  DatinraOK  (@77,87S  n,  Chr.)  nar  mit  Hiir»  dtr  alt- 
xandriniDoIian  Aora  zn  orkUrrn  ist.  Frani  Bnhl.  Die  Deticnme  dea  Uspenakii'aohM 
r«allcni,  B.  Z,  4  (IPM)  ,58«  f. 

4.  Die'Krie/Fj  lotoQiiir  cd.  J.  A.  CTsmor.  An.  Paris.  2(1839]  16&— 2A0.  —  V(].  B. 
Gelier,  Sesti»  Julius  .\fricanus  II  1  (1885)  298-315. 

144.  Theophanes  Confessor  (©«o^rrit,;  öfioXo/r^r^c],  unter  dir  It«- 
giening  des  Eonätantin  Kitpronymos  (741 — 775).  als  einziger  Sohn  vor- 
nehmer und  reicher  Eltern  geboren,  zog  sich  nacli  kurzer  Jo»optiK«he  nit 
der  frommen  Tochter  eines  byzantinischen  Patriziers  von  der  Welt  zurtck 
und  begründete  das  Kloster  Tov  /uyrilov  'Jy^ov  bei  Sigriane.  von  den 
heute  nocli  am  Ufer  des  Mai'marameeres  zwischen  Kyzikos  und  der  Milii' 
düng  dos  Kliyndakos  Ruinen  erhalten  sind.').  Bezüglich  seiner  Herkunft 
ist  zu  erwähnen,  dasa  Kaiser  Konstantin  Porphyrogenuetoa  erzählt,  er  sei 
mit  dem  ('hronisten  Thenphanes  verwandt.')  Im  Bilderatreit  eifriger  und 
freimütiger  Gegner  Leos  V.  de.s  Annenier.s,  wurde  Theophanes  nach  Koa- 
»tantinopL<I  gerufen,  einem  YerhJJre  unterworfen  und  nach  zweijähriger 
Gefangenschuft  auf  die  Felseniiisel  Samothrake  verbannt,  wo  er  alithald 
(um  das  Jahr  S17)  8(;in  Leben  beschlo.^8.  Die  Kirche  ehrt  ihn  als  Cent- 
fessor  {'Ojioloyi^ti'ig)  unter  den  Ueiligen. 

Theophanes  Übernahm  auf  dringliche  Bitten  seines  dem  Tode  nabpii 
Freundes  Georgio»  äynkellos  (f  SIO/ll)  die  Fortsetzung  der  unvoll- 
endet gebliebenen  Chronik  dent^elbcn  und  führte  das  Work  von  decn 
Punkt,  an  welchem  Synkelloö  abgebrochen  hatte,  d,  h.  von  DiocIetiaR,  Iiis 
auf  den  Sturz  des  Kaisers  Michael  I  Rhangabä,  also  von  284  bis  813.  Di« 
Abfassung  der  X^otoy^aiffa  des  Theophanes  fällt  in  die  Jahre  8I0i'iI  bi* 
814'1&,  d.  h.  in  die  i^it  vom  Tode  des  Synkellos  bis  zur  Einkerkeniag 
des  TliGophanes.  Ohne  Zweifel  Übernahm  Theophanes  von  seinem  Freund« 
Synkellos  auch  die  litterarischen  Mittet,  aus  denen  derselbe  bereits  gt-" 
schiipft  hatte  und  noch  ferner  schupfen  wollte.  Über  die  VcranlassuBl 
des  Werkes  gibt  uns  Theophanes  selbst  in  seinem  kurzen  Vorworte  gv 
uQgende  Aufschlüsse.    Er  bemerkt  dabei,  das»  er  das  schwer«  Werk  nur 


')  Nach  W.  Regel,  Vis.  Vr.  1  (1896)238. 
Vgl.  anchTr.  G.  Euungclidee,  ol ßioi  luV 
üyluf.  Athen  1895  8.  23:>  IT. 

')  De  administr,  imp,  c.  22  =  ed.  Bona. 
iU  106,  18  ff.:  'Kwc  i"i*  ixarömat  tvft  Xfi- 


i  rijf /ici'ijv  «(«djasc  toi  uiiXo¥ftir«v  fuy*^ 
Xor  'Aftyov,  fii^fjiStiae  n'^jr«»«*-  ipi  fuy*- 
lov  Hai  tvaifov(  KnJ  xe''"'""**""*'*  f"**" 
Uait  Kiomrariirov,  vtnv  Ai*rf^  lof  «Ifa- 
(a'tov  um  äyaSoi  fttoMoif. 


JchtaolirdVer  und  CbToiÜ9t«a,    B.  CbronUten.    (g  144) 


343 


■bernommcn  liabo,  um  dorn  dringeodon  Wuusche  seinea  Freunden  zu  will- 
lehren. 

B  Dom  Hanptprinzip,  welches  Thoßphanes  bei  der  Komposition  seiner 

■hronik  befolgte,  i^t  das  chronologische,  d.  b.    die  Einfügung  des  ge- 
samten bistoriscben  StofTofi  in  Jabrefiabechnitte.     Wenn  aucb  in  aiiderenJ 
Quwniken  in  ähnlicher  Weise  der  Zasantmenhaug  dor  Emignitsse  zerscbnittenl 
Krird  und  mit  jedem  Jahre  die  ErsAhlung  von  neuem  anhebt^  so  finden  sich 
noch  noben    den  Jahre»  der  Welt  und  der  öblichen  Ära  höchstons  nochj 
I  die  laufenden  Regierungsjahre  der  Kaiser  mir  Atarkioning  dur  Kinfichnitta' 
L  verwendet:  Theopbanes  aber  fUgt  in  das  chronologisclic  Fachwerk  auch 
■nrii  li  die  Regierungsjahre  der  Filriitou  der  Perser  und  der  Araber,  sowie 
Bier  fünf  Ökumenischen  Patriarchen.     Diese  chronologischen  StQcko   sind 
Bnit  %*ielen  Schwankungen    und  LUcken  in  tabellarischer  Form    in  den  er-j 
Biihlenden  Text  einge.'ichoben.   Angedeutet  war  diese  Idee  allerdings  schon' 
■io  der  Chronik  des  Syukellos,  welche   Theopbanes  fortsetzte;  allein  im 

■  Wexke  des  Synkellos,  da^  Oberhaupt  den  Eindruck  einer  nur  vorläufig 
B  jeordjieten,  noch  nicht  durchgearbeiteten  MateriaUonsammlung  macht,  ist 
mit  Gedanke  nicht  systematisch  durcbgefllhrt<) 

■  Theopbanes,  dem  es  wie  seinem  Vorgänger  Synkellos  nur  um  eine 
^lltdiche  und  tibersichtliche  Mitteilung  des  rutn  Stofflieben  zu  thun  war, 
Bjwmt  aeino  GewShr!<im9nner  nur  selten  und  beiläufig.  Die  Quellenunter- 
BMchong  sUsst  daher  auf  grosse  Schwierigkeiten.  Für  die  iUtero  Zeit 
Bw  mm  Tode  Theodoiüos  11  weist  das  Werk  vorzQghch  auf  die  Kirchen- 
■EMchichten  des  Sokratcs,   Sozomenos   und  Theodoretoa;')   doch  benUteto 

■  Tbeophaoes  die«o  Autoron  wahrscheinlich  nicht  direkt,  sondern  in  einer 
I  bu  einen]  Werke  des  Theodoros  Lector  stammenden  Ekloge.'J  Ea  ist 
I  fiewlbe  Quelle,  welche  heriuich  auch  von  Gcorgios  Monacho»,  Symeon,  dem 
I  llagiat4>r  und  Logotlieteii.  und  anderen  verwertet  wurde,  weshalb  Theo- 
I  pluuiea  in  einzelnen  Partien  mit  diesen  Chronisten  Übereinstimmt,   Für  die 

jpitere  Zeit  befindet  sich  Theopbanes  in  Übereinstimmung  mit  Prokopios, 
f  Agathias,  Johannes  von  Epiphania,  Thoophylaktos  Simokattes, 
JfaUIas,  GeorgioB  Pisides  und  dem  Breviarium  des  Patriarchen  Nike- 
phoros.  Inwieweit  er  aber  diese  Autoren  selbst  oder  eine  aus  ihnen  ab- 
jvleitet«  Quelle  benOtzt  hat,  muss  erst  eine  nähere  Unt<;rsuchimg  lehren. 
Wo  tsr  mit  Nikephoroe  stinmtt.  scheint  er  nicht  diesen  selbst,  sondern 
«ine  gemeinsami-  ältere  Vorlage  verwertet  zu  haben.  Wahrscbeinlich  be- 
aOtzto  Theopbanes  auch  eine  in  der  Art  der  alten  KonsuHafelannalen, 
doch  mit  griiflserer  Ausfllhrlicbkeit  geschriebene  Stadtchronik  von  Kon- 
•taotinopel.  Cber  die  Quellen  der  Bischofslistcn  s.  Ed.  C.  de  Boor  II  484, 
B«d)gticb  der  Abschnitt«-,  welche  von  Mohamed  und  den  nächsten  Chalifen 
kandeln ,  vermutet  Keiske,  diu«  sie  auf  eine  syrisch-griechische  Quelle 
nrtdcgehen:  doch  \ämt  sich  auch  hierüber  nichts  Genaueres  feststellen. 
£bw  tiefere  Gelehrsamkeit,  dironologische  Genauigkeit,  eine  foineru  Kritik, 
abarluuipl  eine  genOgendo,  nur  durch  langjäliriges  Studium  zu  erwerbende 


■)  B.  «Im  Aweabo  da«  TbootiliMMa  T«n 
C.  i»  Boor  II  4H  S. 

>>  S.  W.  Cbfiat,  Griseh.  Littrtat. '  9  622, 


•)  S.  W.  Christ.  Grieeh,  I,itt.>rnl. '  §  6'.'2 ; 
C.  de  Boor,  s.  a.  0.  I  S.  VIII  und  Sarrnxiii 
a.  notro  a.  0. 


Ui 


BrunUnlsehe  IltUr&tnrgeaohieht«.    L  ProBaisobe  LiUoralir. 


BelieiTschuDg  d«a  ungeheueren  Stoffes  dflrfoa  wir  hoi  dem  A»kc-t«n 
Thoophanes,  dor.  scinßr  Scliwflchc  »ich  wohl  bewusst.  nur  durch  oiiiL>  eu- 
f&lligö  Vor&nliu»ui]g  au»  einom  Theologen  zum  Historiker  wurde  nnd  zudem 
offenbar  genötigt  war,  mit  ungewöhnlicher  Idast  zu  arbeiten,  fllglich  nicht 
erwarten.  Trotzdem  ragt  diese-s  umfassende  Wei'k,  welches  uns  manche 
vorlorone  Qiiollon  ersetzt  und  fllr  diu  folgenden  Chronisl«»  eine  Haupt* 
fuiidgrubo  wurde,  an  sachlicher  Bedeutung  über  die  meiet^n  anderoi 
byzantinischen  Chroniken  empor.  Theopliaoea  ist  fQr  seine  iCeit  epoche- 
machend und  bildet  einen  wichtigen  Ab«c1)lu88  der  Ültoreu  byzantinischen 
Chronographie. 

Die  Sprache  des  Theophanea  ist  wichtig  und  bemerkenswert  durch 
ihre  vermittelnde  Stellung  zwiRchen  der  Kedeweise  de-s  Volkes  und  der  er- 
starrten byzantinischen  KunstgräzitKt.  Sic  etolit  ni'  li'  ^k  tief  wie  die  in 
Mulalus,  ist  aber  auch  weit  entfernt  von  dem  küiutialica  Ätlizismus,  wi* 
er  namentlich  »eit  der  Komnenenzeit  die  Litt«ratur  wieder  zu  beberrsohai 
beginnt.  Malala»,  Thcophancs  und  Konstantin  E'orphyrogonnetos 
bezeichnen  die  drei  Uauptpha»ou  in  dor  Geschichte  dor  Vertitic-he  zur  Äo»- 
bildung  einer  dorn  Yolkämä&sigen  genäherten  Schriftsprache.  Wie  \m 
Malalas,  so  tritt  auch  bei  Theophanea  die  sprachliche  Neuerung  weniger 
hervor  in  der  Morphologie,  wo  die  attisch -hutleuische  Orammatik  in  ihren 
festen  GefÖgo  und  in  ihrer  alten  Tradition  dem  Eindringen  volkstümUcher 
Elemente  einen  festen  Damm  entgegenstellte,  als  vielmehr  im  Wörterbuch« 
und  in  der  Konstruktion.  Doch  zeigt  auch  dio  Formenlehre  die  V'ulga* 
risnicn,  welche  seit  Polybios  und  dein  neuen  Testamente  neben  den  atti- 
echon  Formen  immer  mehr  Haum  gewinnen,  z.  B.  analogtscho  Aoriald 
wie  ifiala.  (Ytwaa,  f6m<ja,  »jj);*^'  {^dX"^'")'  v'«'«  F&lle  von  Doppel- 
augment, von  Vernachlässigung  des  Augment»  nnd  der  Reduplikation  und 
Ähnlichem.  Da»s  da:«  Wörterbuch  zum  grossen  Teile  auf  der  kirch- 
lichen Gräzitfit  beruht,  kann  bei  dem  Werke  eines  Müncbes  nicht  auf- 
fallen. Ausserdem  finden  sich  im  Wortbestande  wie  in  der  Semasi<dogM 
sehr  zahlreiche  Spuren  des  VulgUrgiiechischen ;  wir  treffe»  tayi^ai  ich  füttere, 
dwxta  ich  vertreibe,  verjage,  xatü^uov  der  Maatbaum,  ^i^adioi-  die  Wieae, 
Dvandvakompoeita  wie  rvitrixitraiia  u.  s,  w.  Die  Syntax  ist  reich  au 
den  achKnsten  Beweisen  der  Trübung  des  altgriechischen  Sprachbewusbt- 
aetna;  «fia  steht  regelmässig  mit  dem  Uenetiv,  häufig  aber  auch  mit  eilten 
Genetiv  und  Dativ  zugleich,  oben»o  at'ir  mit  Genetiv,  anö  mit  Akkuntivi 
dazu  kommen  Formen  wie  ävetiitffriv  und  ävaiuiaSv,  Pleonasmen  wie  i 
TiatJiö!/tr,  die  Verbindung  von  Ztav  mit  dem  Indikativ,  die  Umschreibung 
des  Futurs  mit  Ix*^  und  Inünitiv;  sehr  hiLulig  ist  der  Zweckinßoitiv 
tov  und  der  absolute  Nominativ. 

Eine  lateinische  Übersetzung  des  Theophanes  ist  fUr  die  mit 
alterliche  Geschichtschreibung   des  Abendlandes  kaum  minder  wiclitig 
worden   als   das  Original    fUr  den  Orient.     Diese    Übersetzung  verfa 
zwischen  S73 — S75  der  päpstliche  Bibliothekar  AnastasiuH. 
kompilierte  nämlich  auf  Bitten  eines  Diakons  Johannes  aus  den  drei 
niken  der  Nikephoros,  SynkoUos  und  Theophanes  eine  histona  tripertit 
welche  der  Diakon  seiner  Kirchongei»chiohto  einvorleibou  wollt«. 


SyzBiitiiuaohe  Litterfttärgeadiicbt«.    I.  ProB*iache  Idttoratiir. 


des  OriginalwerkeR  gewesen  ist.  Was  die  Überlieferung  im  «inzelneii 
betrifft,  »o  «teht  tlher  «tlen  anderen  Handschrifteii  der  Codex  Vaticanu»  IH 
aus  dorn  13.  Jabrhundvrt;  ov  übertrifft  an  üUti<  i^ognr  dio  von  dem  latei- 
nischen Übersetzer  Anastasius  benutzte  Handschrift  und  bildet  daher  fUr 
die  in  ihm  erhaltenen  Partien  die  Basis  der  Textgestaltung;  leider  enthält 
er  nur  einen  Teil  dos  Werkes.  Eng  verwandt  mit  dem  Vatic.  154  ist 
d«r  Cod(?.\  B»rbortn.  V  49.  l>io  Sitosto,  aber  nicht  bc«to  Handschrift  ut 
der  Codex  Paris,  gr.  1710  aus  dem  in,  Jahrhundert:  er  enthält  jedodi 
nur  eine  exzerpierende  Bearbeitung,  ähnlich  wie  Malalas  heute  int  Codex 
Baroccianus  vorliegt.  Vgl.  dio  Üboraicht  in  dor  Ausgab«  von  De  Boor 
U  399. 

1.  Ausgaben:  Ed.  pr- Jac.  Oosr  (Eusaminon  mit  L«o  Grammaticiw) :  gwlivekl  d»A 
dorn  Tode  Honr«.  Pmis  1653;  eine  Reviaion  fibernnlitii  Comberis.  ind«Ri  er  »ein»  Verbtaa»- 
runden  und  Znsitxo  iti  uotae  peslerioi'«a  nieili-'ilvjiile.  —  Wivderhnlt  V<tii«iliK  1729.  ~  la 
Bonner  Cnrnii»  in  2  UHnden  1839-1841;  lier  I.  Biinil  eiithAU  dnn  TboopliM««  n 
Jonnnis  CJnsseni,  der  2  die  histeria  Iripertil«  lies  Anastuins  «x  r«o.  I,  BekkarL^ 
L.  F.  Tiifel.  Thcophnnb  olironograuhia.  Probe  einer  neuen  krilT8ch-ex«g«tiaiefaail  Am 
Sitaune^ber.  Wien.  Aknd.  R  (IH.'iS)  21  — 1T2.  gibt  nuch  einer  selir  verstloiligMi  Eiat«.  _ 
den  Abeebnill.  ühor  Kaiser  Homklioa  mit  dor  lateinischen  Ucber9i>txiint;  dcsAnMlMiM.' 
Nacbdmck  der  tieonei'  Ausgabe  bei  Migne,  l'iitr  gr,  IOC-  mit  doli  Noten  d««  Oo« 
CumbeUs  und  dar  Ucbersotiung  deü  Anasta^ius.  —  Nach  diciSDn  gNoilioli  itnf 
den  und  mit  .Auanobme  der  von  Tnfcl  gegebenen  Probe  nnkritiachen  Ldslongen 
de  Soor  eine  auf  Talliu  neuer  (Sinndlage  ruhende  Ausgabe  des  Tbeoplum««  beeorgi  St 
LeipiiK  1888— 188&.  Voi.  1  cnlliÄlt  don  emendicrten  Test  di-s  Th<^obtlaoas.  voL 
vitae  Theophuiie,  die  liialoria  tripertitn  des  Annstasius.  ein«  erscböjifeudu  Abtiacdlung  < 
die  liHudauhrift liehe  Ueborlioferung  dea  llieuphanes  und  einen  BUBguMichiMlen  8Mb- 
Vt'ortiaiiex- 

2.  Hilfaniittol:  F.  Mirscb.    Byxantinische  Studien  H.  STS  f.   und  paaüim.  (b. 
Index),  —  0.  Uotdor-EBßfr,  Uuteraueh nagen  über  einige  HnnaliatiHhe  Quellen  *iif  ' 
Bohiehte  dea  ö.  und  6.  Jubrliund^rts.  Neues  Archiv  der  Geaellaehaft  T.  ältere  deulacb«  ' 
seil iohUk linde  1  {lüld)  3{il~2<.i4;  3Ü&.   -~  Jos.  Victor  Sarraiin.  De  Theodoro 
Then|dianis  funte  i>rfleoi|)uo,   in  den  Cominent.  philol.  .leneoaea  vol.   I  (1881)   169 -j 
Albin  Freund,  HeitrBfiiO  mr  iLUtiüoheuiacben  und  iiir  konstant) nopolitaniachen  Stadlc 
Diop.,   Jena  1?^3  S,  34  IT.    -   C.   de    Buor.    Hermes  17  (18^2)  489  f.   und  ZailMbtiA: 
KirchentfeBcliiehle  ö  (1888—1884)  480  f.  und  &I3--677.  —  0.  H»(tx.ch  in  d«c  n  }  f 
genannten  Schrift  S.  8fi  ff,   -   Lndwig  Jeep,  Jahns  Jalirb,  Supplamontb,   14  (l^Si)  Sil 
—  II.  Oeixer.  Soitiis  Jutiu«  Africanu«  11  1  (18ä.^l  176  IT.    —  'An  don  Bisrhofaliiton  * 
Tlieophanes  vgl.  das  abweichende  Veraeiehnis  bei  Unat,  «ireaoh.  De  oodico  CoülinUno  1 
Xtim.,   Jena    I8Hß.    —    Ueber   Akklainnlionon   bei   Tlieophuncs   lund    Koiwl«ntin 
getiuetost  handelt  A.  Kirpii^niknv.    Woher    muss  man  dos  Mnlerial  (U  ein«r  G< 
der  bjMntinisehen  I.itterntur  nehmen?.  Joum.  Min.  18ö9  Bd.  263  Maj  S,  Sl— 31.  — 
Texte:  K.  Krumbneher,    Homies  23  ll(*88)  62fl  IT.   —    J.  Haury.   Th«ophju)Oa  170/ 
I'Iiilologua  51  (18B2I  188  f.  -  C.  de  ßoor.  Hermes  25  (1890)  801  ff.;  B,  Z.   l  llÖ9(J  ' 
bis  093;  B.  Z.  2  (189S)  56ä.  —  11.  tielzer.    Rhein,  Mus.  48  (1898)  161—174  (xu  S. 
U^IQ  ed.  de  lioor).  —  U.  Deatunis.  Nutizen  zum  Texte  der  CbrDRJk   dea  TbMie 
Vix.  Vr.  1  (1894)  807—818.  —  Zur  Erklärung  vuu  Tlieophaaes  I  &7i,  10  «.  und  I  66 
ed.  Bonn.  (~  I  »75.  81  ff.  und  1  430,  31  IT,  ed,  de  Bear)  vgl.  Jos.  Karabaeek,  Deok    ' 
Wien.  Akad.  83  (18:^3)   210  Anm.  1,=    B,  Z,  2  (1893)  301.     K.    Krumb«ch*r,    1 
slsmmt    das   Wort   Ziffer?   in  den  .Ktndes   de   phüologie   neo-grecquo'  etc.  pnblitiM 
Piiehari,  Paris    1892  .S.  3.>l  f,.    und:    B.    Z,  3,   299  ff,      Daxu   dio    Kichtigstvlliui«   * 
Tnnncrj',   Sur  l'etjniologio  du  met  .rhilfre*,  Renie  archäol.  III.  s^rie  24  (1894)  48- 

3.  Ueböraelinng  des  AnastssiuB:  FA.  A.  Fobrotus,  ['an»  1649.  —  All*i_ 
AuBKaben  «ind  Naclidrurks  des  Pariser  1'extes.  Daher  muesle  Do  fieur  aueh  fOr  d<«i 
BtaBius,  den  nr  im  2,  Band«  doe  Theophunes  edierte,  einen  neuen  Appural  iiebaffoD.  — 
Uubur  dnn  I^ben  des  Anaslasius  und  Johannes  vgl.  HergenrOtber.  Pholiua  S  (IBfii) 
228  ff.  und  H,  Uaencr.  Jahrbücher  für  protest.  Theologie  12  (1887)  241  ff. 

4.  VulgArpamphrase:  Obgleich  schon  die  Sorsobe  du  Original tboophiBM  aiH* 
vulglLren  Charakter  trügt,  wurde  dos  Werk  durch  roiksbuc  hurt  ige  Bearbeitnngen  diM  Of 
aofamnck  weiterer  Kiuise  nuoh  mehr  angepnsat.  F.b  oiintiert  ejuo  anonf me  In  Mttwr  VeU» 
epraohe  reobt  anmutig,  wenn  auch  etwos  iinboholfeu  erzählend»  Kaiserchrunik,  die  wit 


nnnporamv m^wcanuutiiui  i  lUL  iiii 
Hr.  4.  4.  ¥A.  in'  «ton  AcU  SS.  MArtii  11  TWfT.  inatt  bei  Migno.  Pntr  gr.  Hb, 
endlick  «nf  Grund  »iner  Neuverglniehung  der  Hss  VErbenHert  ed.  von  C.  de  Boor, 
mm  diMBOgr.  II  »-12  Dor  Vnfnsser  bonift  sieb  (S.  8,  SS  IT.  od.  de  fioar) 
ckÜcb  «Bf  die  Vit«  dos  Motbodioe,  lt.  Eine  Vila  von  Nikephoros,  SkeuophylBX 
IftclirrncnpalnstpR.  im  Cad  Unit.  375,  Kii.  Ton  (ionr  mit  Tb^ophanoe.  dann 
laR»cB  in  der  Donenr  Aunjinbc,  doriincb  but  Migno,  I'alr.  gr.  10^,  17—4.^,  nndliob 
und  MMir  NenvorglDidiunK  der  Hs  bti  C.  do  Boor,  ThcopK.  Chronogr.  II  13—27. 
r  mud«  diMe  VtU  irrt  Hin  lieb  dem  Tbeodoius  ätuditcn  xugesEb  rieben.  4.  t'Äaa  nn9- 
Vita  im  Cod.  Ma»q.  Syo.  163  (bei  MaIIIiHiM  IS4,  bei  Vlailiniir  376).  Inc.  'o  fit'yat 
lai  ««9«(.  S-  Kin  Enkomion,  vf^tcheii  oili  newiseer  Tbeodoran  Jip(urona^(iiinc 
KkiacT  KonnUiBliu  Porplirru^tiunvIOH,  dvin  Vi-rH'niidl«ii  das  Thoapbnnos.  xwiscben 
— 9i9  »bf«ivti>.  cd.  K.  Kruuibacher.  Ein  Dltliyruinbua  «u[  dru  Cbronislcn  Tlioo- 
^  8iliun)EHb«r  baj«r  Ak.  I89ö  fwird  d«inn&clisl  «racbciaen].  Mit  diencin  Eukumiun 
hrM)i«inlicli  idi-DliHcb  eiu«  in  slaviaoliMi  MenSenb»  Torfcoinint^ndi!  Lobivdu  nurTheu- 
L  —  Eine  E)sr«telltiUK  d««  I.ebena  de«  Theopbitn««  nEitb  auf  Oruiid  itur  ulteii  Viten 
|Bsti|Ctr  fi'itbriclit«!)  Sert(i<{4>  EribJechofvoii  Vladimir.  Der  vlirwUrdi^e  Tbeo- 
CoBfMMr,  ^«»«poleEnoj«  Ctmiije  lEEibanltHie  I.ektdr«]  1803  M&ntb«ll  8.  S40-3C»: 
t  8.  j— 88.  —  B.  A.  ll<Jiltatcidafl>>  '"  r«<fo(  roi'  «^lo«  Hfetfäran  t^e  Ztyiintr^C 
le^pavg,  »vi.  'jII.  14  (1804)  243  f.  (<ri!l  nach   «iner  anf  Samotlirake   Kefundenen 

Bei    mit  «iofi  «tark  vwsHIinnietlon  Inncbrift   die  genaue  Lohfllilit  de«  Örabes  dM 

^MHH  ii»rbwM>>fn|. 

146.  Die  Fortsetzung  des  Theophanes.  Unter  dem  Titel  O!  finti 
■i;r,  Scnptor«8  post  Theophaiiein,  was  in  der  Bonner  Äuägabo  in 
■tdem  übUch  gewordene  Bcnwinuiig  TheophuiiuH  continuatu»  ab- 
wi  ist,  wird  eine  Gruppe  von  meist  anonymen  Chronisten  ziisanimen- 
H,  wciclm  auf  Veranlnsaung  des  Kon.itantin  Potitliyrogennetos  Aas 
des  Tlioophflne^  in  dit«  8pftt«rc  Zeit  fortfilhrtL-n.  Die  hier  vereinigten 
bohandcln  die  Zeil  von  813—961.  Der  Titel  .FortsetKung 
'heophanes*  int  ganz  passend:  denn  in  der  tTliprsrlirift  wird  aus- 
ich  gesagt,  die  Chronik  fange  da  an,  wo  Theopimne»  aufgetii^rt 
aod  das  Gleiche  wird  auch  am  Schlüsse  der  Vorrode  bemerkt.  Der 
einzigen  llAnd^ichriit  nicht  voll^itändig  lesbare  Titel  lautet:  X^mo- 
VVYfQtttfftca  ftt  Ttfociäytiftoi  KwftrTat't/fot'  ror  iftXoj^^iaiov  xal 
■trrijtov  iiarrötov,  vSov  ^iono^  rov  autftoiätov  6ian:ötov  xul  at'ro- 


.3  ~.... 


..:  ,T..  a—^l.r—    .^.'..«...  .-.' 


348 


BTUnUnlaohe  Utteratorgeacblebt«.    I.  Procklaehe  Utt«r&ttir. 


einz^lnfn  ßüchfr.  In  unmittelbarem  Zusammonliang  mit  Konstantin  Pin4 
phyrogennetos  «tchon  nilmlich  nur  die  ersten  fönf  Bilclier,  die  daher  ftucb 
im  oinzulneu  besser  disponiert  sind;  das  seclist«  Bucli  dagegen,  welches 
ja  in  deinem  letrten  Teile  über  das  Lebensende  Konstantins  lÜDausreicIit. 
steht  wolil  nur  ztini  genn^t«n  Teile  der  Anregung  des  Kai^K  nahe, 
wählend  der  grött^iTO  Teil  ein  später  angef[)gtc8  Supplement  ixt,  in  wc1ch«in 
die  frühcro  Einteilung,  nach  der  jedem  Kaiser  ein  Buch  gewidmet  wurd*. 
fallen  gelassen  wurde.  Der  Verfasser  dieses  letzten  Teiles  ist  vielleicht 
Thcudoros  Daphnopates. 

Den  ersten  fünf  Büchern  dos  TIteophance  continuatus  liegt  ata  Haupt- 
qnelle,  gewisaerniaBsen  uU  Folie  das  Goschichtawcrk  de«  Genesios  in 
Uronde,  der  in  «einen  vier  Büchern  Klinigsgeachiehten  {ßaaiifiüt)  dieselbe 
Zmt  (813—886)  behandelt  hatte.  Aussci'dem  dienten  ftlr  die  vier  ereUn 
Bücher  als  Quellen  dos  Kaisers  Konstantin  Porphyrogennetos  Schrift 
I)e  administranda  iniperio,  sowie  der  Appendix  zum  ersten  Buche  der 
Schrift  De  caerimoniiit,  ferner  das  Oenchichtawerk  de»  Theognostos  inid 
die  Schrift  dect  Euaehios  Über  die  Schicksale  der  Mäi-tyrcr  von  Amorioo. 
Daneben  finden  sich  Nachrichten,  die  sich  nicht  auf  «ine  uns  bekannte 
Quelle  zurückfuhren  lassen.  Welche  Quellen  im  fUnften  Buche  ausMr 
Gone^ios  benützt  worden  sind,  ist  dunkel.  Durch  die  ersten  fünf  Bücher 
Kieht  sich  die  unleugbare  Tendenz,  die  l^ersünliehkeit  und  Thatigkeit  der 
Vorgänger  des  makedonischen  Kaiserhauses  müglichst  dunkel  za  malen, 
dagegen  die  neue  Dynastie  in  einem  glänzenden  Liebte  ersclieinen  m 
lassen.  Dieser  panegj'Hsche  Ton,  der  am  meisten  im  fünfton  Buche  her- 
voitritt,  macht  die  Ghiuli Würdigkeit  der  Krzählung  vielfach  zweifelhaft. 
Eine  eigenartige  Stellung  nimmt  das  sechste  Buch  ein,  das  die  Zeit  von 
886— Ö61  behandelt.  Es  sondert  sich  in  zwei  Hauptteile;  Der  erste  Teil 
(Leo  VI  bis  incl.  7.  Kapitel  der  Geschieht«  des  Konstantin  Porphyrogennetos, 
8.  353 — 4-11  ed.  Bonn.)  ist  in  sich  durchaus  gleichartig  und  zeigt  zugleich 
eine  merkwürdige  Verschiedenheit  von  den  vorhergehenden  BUcfaem.  Kinnal 
wa-t  die  Quellen  betrifft:  statt  des  Genesios,  der  mit  Basilios  schliesst 
tritt  hier  eine  neue  Quelle  auf,  nämlich  die  Arbeit  des  .Logotheten*. 
welche  die  Fortsetzung  des  Georgios  Moniichos  bildet.  In  der  Form  i4 
diese  Partie  roher  als  die  ersten  fünf  Bücher;  ebenso  erscheint  die  Ten- 
denn  verschieden:  jener  Logothet  war  dem  Basilios  wenig  günstig  gesinnt: 
Boin  Mann  war  vielmehr  Komanos,  also  derjenige  Kaiser,  welcher  80  lange 
den  Konstdnttu  Porphyrogennetos  in  den  Hintergrund  gedrRngt  hatte. 
Merkwürdig  ist  nun,  dass  der  Bearbeiter  dieses  Teiles  die  Tendenz  seiner 
Vorlage  nicht  geändert  hat.  Schon  das  deutet  darauf  bin,  dass  er  nicht 
identisch  ist  mit  dem  Itedakteiir  der  ersten  vier  (fünf)  Bücher,  der  vod 
Loyalität  gegen  Konstantin  Porphyrogennetos  überlüesst  und  in  durcluuu 
b«wusster  Weise  den  Ruhm  dieses  Kaisers  vertritt.  Freilieh  kbnnt«  Dias 
annehmen,  dass  die  plötzliche  Krkaltnng  seines  Eifers  ihren  Grund  in  de* 
Tode  des  kaiserlichen  Beschützers  hatte.  Die  ('hronik  des  Logotheten  ist 
während  der  Itegicrung  des  Nikephoros  Phokas  (963—969)  gc«chriel>«i: 
in  derselben  Zeit  entstund  wohl  auch  der  erste  Teil  des  sechsten  Buches 
der  Fortsetzung  des  Theopbanes,  so  dass  hier  also  ein  eben  erschienviita 


J 


pik  des  Cod.  i'aris.  17  12;  ausserdem  ist  sie  von  Johnnuuä  Skylitzes 
I  froheren  Teilen  »eines  Werkes  auageechriobeu;  auf  Skylitzes  wiederum 
tn  »ein  Nachtret«r  Kedrenos,  Zonaras  und  andere  spätere  Chronisten, 
end  Theoplianes  selbst  in  einer  Menge  von  Handschriften  verbreitet 
BaiUen  wir  fUr  die  Fortsetzung  nur  einen  Codex  PariKinu»  (ehomalis 
118  167)  ou»  dem  12.  Jahriiuiidert;  der  Grund  des  Mungelü  an  Hand- 
liegt wohl  darin,  dass  die  Fortsetzung  des  Theophanes  noch  mehr 
heoplianes  selbst  dm'ch  spätere  <'hroni.'Ht«n  ansget^chriebcn  und  Clber- 
gemaclit  wurde;  auch  lockte  d&s  Werk  nicht  »o  wie  Tlieophancs 
durch  seine  geschlossene  und  abgerundete  Behandlung  nur  Vorviol- 
Die  Texteskritik  wird   bei    dieftem  Zustande  der  Ülierliefemng 
»eifie  durch  eine  susgcdehnte  Veryleichung  dc-i-  tipatercn  Ausschreiber 
ert  werden  mtUeon,  oiuo  Äi'beit^  die  in  der  Bonner  Ausgabe  noch 
[Tollzogen  i«t. 

1.  Aasgab««:  Du  i.  Budi  (vit«  Üiuilii)  ed.  zuerst  Leo  AllatiuB  in  aeinea  2:i(i- 
I  (Col«MM  AfrippiDM  1663]  I— 179.  —  Das  gf^uiiile  Werk  oä.  iir.  F.  CoDibufia, 
poat  Thf»pbiiD«in.  Pflria  16S5,  mit  Joli.  Kamoniules.  Syinvon  MngJBtur,  Guorgius 
ud    MidMwn  xlim  T«il   auf  eine  viul  sp&leie  Zeil  beiQglicljcii   ArbciU-ii.   —    Im 
I  Catfn  ata  Th«opbMiM  conttniutua  ed.  [.  Bekkur,  Boau  tbS»;   itaxu  8.  481—184 
[NvUnn  Db«r  dw  Bildei«lQnii«r  voo  tineia  UQnche  Jobannua  von  J«riiaalein. 
tbolt  boi   l)i«B«,  Patr.  gr.    109,  1-500. 

BilfBOiitt«!:  Ranbaad,  L'empir«  Oivc  hu  dixifern«  aiicle  S.  I>45  f.  ~  FIau{it- 
Fard.  Hirach,  B/MstinJacbe  Studieu  S.  liG— 303,  woaelbst  aucU  diu  «in- 
Lilt/raluf  DBcbKVWioMn  ist.  —  Zum  tt.  Itucb«  vgl.  g  108. 

146.  Nikephoro«  Patriarchea,  Nachfolger  des  Tarusios,  hatte  den 
benstuhl  von  806 — 81,1  inne.  Seine  Stellung  in  der  Zeitgeschichte 
bnen  namentlich  die  innige  Frennd«rhaft  mit  dem  durch  .seine  Uymnen- 
»nund  ander« Schrifttm  bekannten  Thcudoros  Studites  (vgl,  8.  1'17  ff.) 
ku  euergi^ehen  K2nipf»,  welche  er  im  Verein  mit  demselben  gegen 
■ilderstOrmenden  Kaiser  Leo  V  den  Armenier  (813 — 820)  geführt 
i^'ikephoroa  bUsste  seinen  unerschrockenen  Eifer  mit  der  EntHct^ting 
PatriarcheowUrde  und  der  Verbannuns  f8151:  er  starb  als  Münch 


a50 


Byi&ntiniaclie  LitterstnrgeBchicbt*.    I.  ProawKh«  titt«rat«r. 


Nikcphoro8 zwei  hiDtorbcho  Werke:  1.  Das  uinfangrciclierc  und  bedeot«Dd«n 
dorsolbün  ist  betitelt:  'leto^i'et  avitoiioi  (bei  Photius  cod.  66  iarofiiaäu 
Ct'-itofiQi)  änö  n;(  Mni'tftxi'ov  flaaiXtia{.  Daa  Werk  tunfOBst  dio  Zeit  vonfl 
Tode  de«  Kaisers  Maurikios  bis  auf  die  Vermählung  des  ältesten  Soho« 
dcg  Kaixei-s  KomitAittin  KupronyinoH,  des  späteren  Kaisers  Leo  IV,  d.  h. 
Voll  602 — 7Ö9,  Gewuliiiliib  wird  diese  wichtige  Schrift  alu  Breviarinra 
Nicephori  bezeichnet  Es  ist  eine  hauptitSchlich  auf  das  popalärä  Vdt- 
ittändnis  berochiieto  Erzählung  der  hervorragendsten  und  der  uiibedeuteudstfin 
Kreignissc.  GcmSt»  dem  Zwecke  de»  Buches,  die  Darstellung  für  etnea 
grösseren  Loserkreis  interessant  und  zugleich  erbaulich  zu  machen,  werdn 
persönliche  Angelegenheiten,  i{«volutioncn.  merkwürdige  Kämpfe,  kirch- 
liche Schenkungen,  theologische  Streitigkeit«»  unverhältnismttssig  betont, 
während  diu  Darstellung  des  politischen  Entwicklungsganges  nur  fasdist 
locker  gehalten  ist.  Übrigens  fehlt  es  nicht  an  interessanten  Parties, 
wozu  unter  anderem  der  ethnogi'apliisch  wichtige  Elxkurs  Über  die  Ucr- 
kuiift  und  die  Wanderungen  der  Bulgaren  gehört.')  Der  Bericht,  der 
giuiz  ähnlidi  bei  Theophanes  wiederkehrt,  ist  wohl  von  beiden  aus  ein« 
gemeinsamen  oder  verwandten  Vorlage  geschöpft.  Die  Quellen  des  Nike- 
phoros  filr  das  Brcviarium  sind  uns  nicht  einmal  dem  Namen  nach  bekaaat 
und  scheinen  ganzlich  verloren.  Mit  Theophanes  stimmt  er  oft  fft«t  wlUt* 
lieh  Uberein;  doch  hat  weder  er  den  Theophanes,  noch  Theopbaues  iha 
benutzt,  sondern  beide  schöpften  aus  einem  unbekamiten  alteren  Autor. 
Vgl.  S,  322.  Von  den  übrigen  Chronisten,  welche  dieselbe  Zeit  behandele 
hat  nur  Georgios  Monachos  einen  Teil  der  Chronik  des  Nikephoros  fr« 
exzerpiert  (S.  3—31  ed.  C.  de  Boor);  für  da.s  Folgende  hat  Georgios  nicM 
mehr  den  Nikephoros,  sondern  den  Theophanes  benutzt.  Auch  aoMt 
scheint  das  Breviarium  des  Nikephoros,  das  nur  in  zwei  Handschriften  auf 
uns  gekommen  ist,  nicht  viel  Anklang  gefunden  zu  haben.  2.  Die  sweitt 
historische  Arbeit  des  Nikephoros  ist  das  XQnrnYQatftiiör  avvtoittr 
(such  XfOioYfia^^ixov  *V  üvirofUji.  fv  fnuäftip,  fr  ffvrnH'ft;  weniger  gut  be- 
zeugt ;[^')r('j'^«yi"«  ovvfoiiof),  ein  äusserst  mageres  chronologisches  Ver^ 
zeichnis  von  Adam  bis  auf  das  Todesjahr  des  Nikephoros  629. 
knappeu  Tabellen  werden  hier  die  Kttnige  dar  .luden,  der  Perser,  die  Ptol 
mäcr,  dio  rilmiijcben  Kaiser,  die  Bischöfe  von  Kitnatantinopel,  Rom, 
salem,  Alexandria  und  Antiochia  (d.  h.  der  filnf  Ökumenischen  Sitze) 
geführt.  Dieses  Work  ist  nur  in  einer  Cberarbeitung  vcrüffentlicht.  welcl 
unti>r  Michael  III  um  das  Jahr  ä5Ü  verfiiuttitltut  wurde.  Um  870 
sie  von  dem  päpstlichen  Bibliothekar  Anastasius  ins  Lateinische  ilbei 
und  seiner  Chronogi-aphia  tripertita  einverleibt.  Während  das  Brevii 
bald  durch  andere  Werke  verdr&ngt  wurde,  blieb  die  Chronographie 
beliebtes  NftLlisthlagebÜclilein  und  ist  infolgedessen  in  zahlreichen  Hi 
Schriften  verbreitet,  die  jedoch  fast  alle  interpoliert  sind  und  bedeuti 
von  einander  abweichen.  Die  verschiedenen  Abschreiber  und  Besil 
der  Exemplare  haben  nämlich  die  chronologische  Reihe  meist  Qbor 
ursprfingliclie  Kndv  weitergeftlhrt,  so  daes  sie  in  einem  Codex  bis  auf 


')  Kd.  Bonn.  88  ff.;  ed.  C.  de  Boor  83  ff. 


}»«eblebtacbr»ib«r  irad  ObrÖnh't«!! .    B.  Chronlctan.    (g  146) 


351 


eren  Ms  »uf  944,  in  einem  dritten  bis  auf  Johannes  Tzimiiikes 
reicTit  Da2«  kommen  noch  manche  Einschiebsel  im  Werke  wlbst. 
■ei  ibniiche  kurze  clironogi-aphischo  (itflckc-  au>t  den  Codices  Coieliu.  193 
id  UoDac.  Gr.  510  hat  C.  do  Boor  »eia«!-  Ausgabe  boigonigt. 

Photios  gibt  in  seiner  Bibltotheca  ood,  6e  eine  ziemlich  anerkennend« 
karakterUtik  dea  Nikephoro^  P.  Kr  rtihmt  ihm  l!;iiifaobheit  und  Klarh«it, 
■n  weder  zu  lockeren  noch  zu  knappen  A^ortrag  nach  und  »«agt,  er  soi 
ider  auf  unnfitigc^i  Nt^'ucrungcn  erpicht,  noch  allzu  altcrtQmlich  und  ge- 
knatelt,  nur  könne  vielleicht  die  all/u  grosse  Kürze  und  Dürftigkeit  seiner 
itteUungen  Missbilhgung  finden.  Vielleicht  war  die  Charakterfestigkeit 
td  Frömmigkeit  dott  NikepIioroM  nicht  ohne  EinllusTi  auf  diente»  loboiido 
rtcil.  itichtig  iüt  jedcnfulls  die  Hervorhebung  der  Kiafachlieit  und 
tarheit,  denn  gerade  durch  sie  zeichnet  sich  Ntkephoros  vor  vielen 
tderea  Byzantinern  vorteilhaft  aus;  er  spricht  schmucklos,  ohne  viele 
lUer.  nicii^t  im  einfachsten  Satj:bitu.  Kincn  rocht  deutlichen  OegeDsatz 
Uet  diu  in  HchwQltitiger  Breite  gehaHone  Biographie  dea  Nikephoroa 

t seinem  Schüler  Ignatios  (s.  g  l.HOJ.  Über  Nikephoroe  als  Theologe 
71fr. 
1.  Ansgaboti:  A.  'laro(iti«ryto/jot  (UnviaHnm).  V,d.  i>r.  D.  I'^turJaR,  Paiin  1016. 
AnigalM  wiederholt»  fvtsvius  mit  vielen  VcrlieBsorungen  im  1.  Uandp  dos  f'ftrisei" 
Ipa  Scripi.  Bvx.  I^F.  —  Wisderliolt  Venedig  1729.  —  Im  Uonnor  Corpus  gab  du 
wiifi«w  i^nv  neue  Hilfamitt«!,  docii  mit  zahlreichen  Emenilatioiiea  I.  IJokkor,  iinnn 
IT  fxsMinnien  mit  Poalus  äilnnÜarins  und  (ioorgios  Piäides).  —  Wiedorhult  hvj  Migna, 
k.  gr.  MßJ.  tfTtt— Ö!M.  -  Weit  Qliorholt  und  völlig  llberHQssig  wurdoii  dioso  Arbeiten 
rah  die  Di-DO  Aotgabo  von  C'jtrl  da  Boor.  Leipzig,  bjbl.  Teubo,.  1880.  I)s  ßoor  fnnd 
I  «MtikaiiiBcliMi  OrigJDNlooilex  (Nr.  877},  auf  dessen  Abschrift  allo  bish'?n(;en  Arbeiten 
nlit  lultrn,  nad  honnl«  mit  Bilfe  desaclben  die  Lücken  jeuer  Abschrirt  et^Aiix^n  und 
IB  DbmIiI  von  verderbt«»  fstclleti  hellen.    Aiumer  diener  Huiidsrhrifl  verwerictu  de  lloor 

taua  }tikrpboros  Hlammcndv  .Suidnnatclltn.  ein  von  Crmaer  nun  viii,  Buruariunus  -'lO 
Anvcd.  Oson,  2.  427  ß.  ediriles  GluaHur.  in  dem  siuh  eitiu  kleiuu  Sitmitihm^  von 
btf  ia  iij<  (oiopisf  i«i^  «i^'i'ni'  Si*fi<poQon  liiidel.  und  endlich  diu  »pntureii  Ciiron inten. 
Mm  hm  Nikqi^rea  idböprtvn.  Mit  dem  itreviurium  f.i\i  d«  Boor  such  du»  \poro- 
■fiB^r  9irio/i»y,  die  Biogratdiie  das  Ntki'))hurv8  von  IgnaliiM  und  dj«  2  oben  «rwdhntcn 
WWf raphiadiea  Sltlcke,  eodlicli  einen  ausgt'Mitlin^teu  Stich'  nud  Wortiodex. 

B.  Xcartyffn^ixiv  avriouor:  Zuerst  die Uteiniach«  Ucberäelzung  des  Annatnaius, 
lÜM*  IMl  tud  in  Mhlr«ichen  Nnchdtucken  und  Noubeurbeitungcn  im  17.  und  1'^.  Jnhr- 
•dcrt.  —  D<»  griechiscIiD  Text  »ueiat  bei  Joa,  JuatUH  Sculi|cvr.  Thosnurua  teni- 
m.  Enaebii  PanphiU  elo.  libri  dun.  Lugduiii  Üntav.  lUOB  8.  2ti3  — 316:  auch  im  Nauh- 
wk  dMM*  W«rk«a  von  AI.  Muiu»,  Ainatelodumi  Iti.'iS  r^.  3Ul— 312.  —  Ed.  J.  Uonr, 
iMUnh  BBd  lnt«iui»cli  mit  Nol«a  ala  Anhuu^  des  Qeorgios  .SynkelloH.  Paris  1H52.  — 
ÜTMk  in  itt  AusgAb«  des  Oeorgios  Sj-nhellua  von  Dindorf.  Buuti  1821'.  —  Wiederholt 
lilifDa,  Palr.  gj.  100.  !>9&~l<J6ü.  ~  Dies«  Ansgaben  berohen  auf  dem  rehlerliiirion 
L  PtfU.  1711  irad  sind  daher  b«ul«  olin«  Bedeutang.  Einen  Fortsehritt  bezeichnet  dio 
iltaBC  *a>n  Kart  Ao^.  Crvdner,  der  den  griechischen  Text  mit  der  lateinischen  Ui^ber- 
tanC  das  ABBHlasiua  nach  neiltn  Hilfsmitteln  liernusgab:  Niciephori  chranologia  brcvis, 
DavwntatifniK'Wtuao,  GiMson  1832-8^.  Piu>  der  X^oraj-^s^fn  nn^rbilngte  VVrteiobnia 
r  tUMMÜMh»  Scbriftaa  mit  der  beiKeflltiUn  Slichometrio  ed.  K.  A.  Crednor  noch  ein- 

tl/aoi  aMdUulicber  Einloitung,   Mitteilungen    über   Has   der  Chronogrophiit  u.  s.  w.)  in 
■  BocIm:  Zur  Gcaeliichli)  du  Kanon*.  Halle   1S47  S.  W-12G;  v^L  audi  S.  13^-147. 
Xd.  Carl  de  Ba»r  (mit  d«m  Breviorium),  der  such  fQr  diesea  Werk  eine  välttg  neuo 
gMcliAlftED    bat,    —    Di«    Intciniachn    UebcrsL'liunfc   des    Anatitaiiius    gab   Inui'li 
frtberui  Awgabeoi)  C.  do  Boor   in  soinor  Ausgabe  dos  Theophattus  2  (1685) 


S.  Hilfsmitt«!:  M.  Hnnk«.  Dn  byx.  rnrnm  script  Grsects  S.  223—251.  —   Fft- 
■a,  BibL   Oraccn  ed.    Ilarl.   T.  4ß2  und  603'ßO'J.    -  F.  Rirech,  Bjiuit  Studien 
Ff;  127  ff.  —  l'ebu-  alsriacho  Ucboraotzungen  des  Kompendiums  a.  V,  JagiC,  Arob. 
«.   PUUL   2  (188T)  17.    —    üauplschrift   Ober   daa   SijoroY^Btftniv   o^rio/tor:    U. 


3&2 


BTEuitiiüaclie  LitUrntnigeaoblobt«.    I.  Prraaiadt«  Littentar. 


(inUor,  Snxtus  Julius  ArrioAriii»  II   I,  0$4    -38'?:    389  tT.    obor  andaro  elir«a<ilogii»cli«  Tj 
bollon  der  byxitnt.  Zeil.  -     UeWr  das  kiriliücho   iin^   folitwch*  Ijcbco  dea  Nikephoros  fl 
0.  UcrgcnrOthor,  i'hotius  2  (1867)  S61  ff.:  auch  J.  U.  0«da»n,  naifin^x*"^  "'rar«. 
Kpsl  mSO  K.  2117  fr. 

3.  /ur  Uobnrliaforung:  Auf  oioe  nlt«.  noch  nicht  hnnaiilo  Ba  dea  X^M-oT-^iNJtJr 
«i'cfo^uoi',  di^n  Cod.  Mntrit.  120  (bfl  Iriuto  ISI|,  und  die  nua  Jeui  Xi>iir.  tu  ^«winM«l( 
Aiifklftniiij:  über  den  uniprllnßlichcn  Toxtbantaiid  der  ThonuunkUii  wi-ist  bin  Alhart 
Uartiu,  L'n  niaouacrit  de  TubiiigL'  de  RhroDDlogie  de  Nic^pbore.  L««  altiiuca  de«  Ada 
TUumoa,  iu  den  .M'^iungus  (>.  it.  de  Komj*  («uiipt.  uus  mtiuiKea  d'arcJiäoIof^t«  «t  d'biakära 
uubliäs  pair  Tdooln  fnui;niNc  de  Korne,  l.  XII).  i'iiris.  E.  Thonn  —  ßoin«,  SpftbOvar  ISN 
S.  301-^305,  —  Eine  zwüc.  wie  us  nchoinl.  werOoae  Mb  des  Xferoygalfmr  *i-rt9ft»^, 
doli  Cud,  UatriL  %h,  beaclireibt  Ja,  Iriarlc,  ftogia«  bibl.  UHtrit.  L-udic««  graeci  msi.  Ha* 
triti  I7fi»  8.  862  f.  -  Unbi-nQtxt  ixl  aucb  nucli  Cud,  Taur,  lu&.  c.  (V.  2t  ijetit  B.  It.  3tX 
e.  12,  der  fol.  499—500  das  Ipnro/pn^doV  «tVrojuer  entbülr  Di«  KaisorriMb«  mcht  faiv 
bla  S.  101.  2h  ed.  de  Buur  uiid  das  Werk  Kcbliusst  mit  S.  132.  15  ed.  de  Boor.  D«aMtkMa- 
werte  VariaiitoQ  babe  ich  bei  einer  •StiubprübeiikoUaliun  nicbt  gefunden.  —  Wnit  wicUigiir 
al«  die>ie  Hss  ist  eine  bis  jelEt  uobeacbtetc  dem  Verfasser  fast  gleichinitise  Hl 
beider  Werke:  öritisli  Muaenm.  Addit.  Ms.  10390  s.  B.  Sic  rnthftlt  fol.  17-M 
da»  X,^oyo)-^a<fixör  ovytofioy.,  fol.  31— ö7  dih'laiogia  aiyiit/toe.  Eine  Kollation  dar 'Ifxfia, 
die  Dr.  A.  ßurckhardt  auf  meina  Teranlasanng  ausfflbrte,  ergab,  dase  der  'Tt-xt  nanetf- 
linb  in  der  ersten  Hllfta  stark  von  dem  des  Codex  Tatioanns  077  abwritbt  und  wobi  iM 
von  Nik.  gesammelte  Muterini  fflr  dio  Jabre  60'/— 713  darstellt  Auf-h  fUr  daa  TfMi- 
ypoifiiar  lelirl  die  Us  miinches  Neue.  Beschreibung  derselben  mit  Facaimile  im  Calalo^u* 
of  Aiicieot  Mss  in  tbe  tiritii^li  Museum.  Part  1,  Ureek.  Undon  188)  S.  13  ff..  Tafel  16.  — 
A.  Uurckbnrdt.   Dur  Londoner  Codex    des  Brevinrium  des  Hikephoroa  P.,   3.  Z.  HltM\ 

4.  Zur  'fo>o(i((i  ai^yiofios:  Einige  RcbtFierigkoilen  boreilvlo  frflher  ein  t*ragta«BU 
welches  (leorKios  Monacbos  (nivbl  Tbeapboucs,  wio  PeUvius  glaubte)  aua  dem  NtkefJHna 
i*.  anfahrt.  Va  nAmlicb  in  deniHelben  von  dem  Tode  d&j  Konatnntin  KoproDjtMa  (TA) 
die  Rede  iat.  so  schloss  Petavjue  (od.  Bonn.  S.  132  tT.].  dass  das  ttn-viarium  anfaHaiJid 
weiter  gereicht  habe,  als  in  aeiner  jetueen  tieetult.  Allein  A.  Mui,  Bibl.  nova  patnUB 
V  3,  136  hui  bemerkt,  daas  dieaea  Btttck  aus  dem  3.  Anlirrhcticuä  dea  Nikefdiom  »• 
nommen  ist,  womit  eidi  die  Sache  erledigt.    Vgl.  Nioephor.  ed.  C.  de  Boor,  PraerS.Ul 

147.  Oeorgioa  Moimchos  (Hamartolos).  Georgioe  Monacho«,  liiu^ 
nucli  durch  da.t  Attribut  Hiiinartoloa  näher  bezeichnet,  verfasst«  uiit«r 
Michael  Ul  (842—867)  ein  -t  Büchor  umfaMseiules  Werk,  weiches  betit 
ist:  A'^ot'fxDi'  avitofior  ex  äia^ogiov  ^Qi}ViiYQ<nf mt'  ti  »ui  d^ifl-i^-tiöy  avkitj 
nai  ffvvTt&ir  vrtö  Feagyiov  aiiaptmlov.  Von  der  Person  des  Yer 
wissen  wir  nur,  dass  er  ein  Münch  war,  was  sich  Übrigens  auch 
8ötno  ausdrückliche  Bezeichnung  aU  iiuiaj;»^  und  äfta^iatXo^  t^chon  aus  i 
klöatorlichon  Tendenz  des  Werkes,  dem  fanatischen  Eifer  gegen  dio  Bib 
stUrmer  und  der  Vorliebe  für  theologische  Digressionen  düuÜicb  erkeo 
liesse.  Die  Zeit  des  Georgios  ergibt  sich  au."*  der  Voirede,  wg 
Michuul  III  (842—867)  de»  letzton  Kniüor  nonut;  auüserdem  x«igt  dio 
gewöhnliche  IK-ftigkcit,  mit  welcher  er  sich  gegen  die  Bildcrfcindo  woi 
dass  ihm  die  ikonoklastJsche  Bewegung  noch  in  frischester  Erinnerung  w| 
Abgeschlossen  scheint  seine  Arbeit,  wie  sich  aus  einer  auf  die  Regienii 
•lauer  Michaels  Dl  hcKügHchon  Stelle  8cldie»»un  laust,  erst  kun;  vor 
Tode  dioaes  Kaisers,  d.  h.  866  oder  867.  Die  Weltchronik  dea  Goo^ 
gios  Mnnachos  umfasst  die  ganze  Weltgeschichte  von  Adiitn 
auf  den  Tod  des  Kaisers  Theophilos  812  n.  Chr.,  einen  Zeitpu 
der  in  der  inneren  Geachichto  von  Bysan/  durch  das  Aufliöron  dos  BiM 
fiturmea  von  grosser  Wichtigkeit  ist.  An  die^un  Ktn-n  wurden  aber 
Laufe  der  Zeit  von  verschiedenen  Verfassern  zum  privaten  Gebrauch 
nach  privatem  Bedürfnis  Fortsetzungen  angefUgt',  die  sich  in  eit 
Handschriften  bi«  948,  in  andern  noch  weiter  auitduhnen.     Das»  sich 


vtiz:  ^ö|o[  r^  dfy  närtair  t'vtxa.   TtitXtorm  xai  rot'  Aoyo^ixov.   Das 

dee  0eorgio8  2t>rffillt  in  -1  Bücher;  daa  erste  handelt  in  ziemlich 

Frcner  Weise  von    Adam,  Niinrod.  Niniis,  den   Persern,   Römern, 

fe,  Alexander,  den  ßrahmancn,  ChnldScrn.  Amazonen  u.  s.  w.,  d.  b. 

Et  einen  Überblick  !l)>cr  di«  für  den  Mönch»gOHchinuck  interessantesten 

I  der  Prüfanget>chi(;ht«  von  Adam   bis   auf  Alexander   den   Grossen. 

■weite  Buch    beginnt  ebenfalls  mit  Adam  und  onthftlt  in  grosser 

urlichkeit  im  wesentlichen  die  biblische  Geschichte  bis  auf  die  Römer- 

3anint«r  sind  aUerloi  Exkurse  über  Plato,  den  Götzendienst  u.  s.  w. 

ttboben.    Das  dritte  Buch   berichtet  die  römische  Geschichte  von 

biß  auf  Konstantin  den  Grossen.     Daa  vierte   Buch   endlich  er- 

die   rOmisch-byuintinischo  Geschichte  von  Konstantin  dem  Grosäcn 

die  Grundsfltze.  Mittel  und  Zwecke  seiner  Arbeit  spricht 
üasser  selbst  in  seiner  Vorrede;  er  habe  fUr  sein  Werk  sowohl 
holleniische  als  auch  neuere  (byziintinische)  Gescbichtsworkc.  sowie 
e  Schriflen  benutzt,  aber  aus  dem  reichen  Stofife  nur  das  Not- 
imd  NQtzliclie  ausgewählt,  er  habe  sich  stets  bemfiht,  die  Wahr- 
n^n  und  sich  jedes  Schmuckes  der  Darstellung  enthalten.  Wie 
Bugriffo  von  nützlich  und  notwendig  versteht,  zeigt  die  folgende 
duog  der  Dingo,  welche  den  Ilauptgegenstand  der  Darstellung  bilden 
d.  i.  Einführung  der  Götzenbilder,  die  Mythologie  der  Griechen,  das 
eeen,  die  Entttehung  und  Verbreitung  der  bilderfoindlichen  Ketzerei, 
aube  der  Sarazenen  a.  ».  w.  Es  sind  eben  die  Fragen,  welche  in 
inisclicn  Klöstern  das  wisaenschaftliche  Gesprächsthema  der  auf- 
:t«ren  und  unterrichteten  MUnche  bildeten.  So  erklären  sich  auch 
hlreichen  theologischen  Dtgrc-ssionen,  die  häufige  Einstreuung  langer 
aas  Kirchenvätern.  In  der  weltlichen  Geschichte  wird  nichts 
Iwachttt  als  der  fromme  Sinn  und  die  Freigebigkeit  der  Kaiser, 
Vita  neue  hervorgehoben  und  mit  wahrem  Behagen  geschildert 


354 


B7Untini«oh6  IJtt«ratnrgeMli lebte.    I.  Proadsolia  Uttarktor. 


■osen 
nt«M 


so  erblicken  wir  in  ihm  ein  kulttirhiötomch  wichtiges  Abbild  des  Goistoi, 
dcf  Bestrebungen  und  der  litteruriscben  Mittel,  über  wolchfi  im  Dcunt«n 
Jüfarfaundert  das  byzantinische  Kloster  gebot.  Die  Fernwirkiingen  dieses 
TidgeschmKhten  Lohr-  und  Losebuches  «nd  unennoesUcb.  Es  bildet  die 
Grundlage  fUr  zähb-eiche  fii>ätcru  Bearbeitungen  der  WeltgOMchicbte  bai 
den  Byzantinern  und  es  brachte  den  Slaven  den  ersten  Keim  bistonsdur 
Kenntnis  und  den  ersten  Anstoss  zu  litterarischer  Produktion  auf  diesen 
Gebiet«. 

Welche  Quellen  Georgios  iUr  die  ältere  Zeit,  d.  h.  ftir  jenes  Qi. 
zerstreuter  Notizen  in  den  ersten  drei  Büchern  verwertete,  musa  erst 
untersucht  werden.    In  der  Kaisergoechiclite  bis  auf  Diocletian  achcint 
dasselbe  verlorene  Work  vor  sich  gehabt  zu  haben,  dcsson  Spuren  Budi 
bei  Leon   firammatikoB,   Kedrenos    und   Zonaras  wiederkehren.      Für  das 
vierte  Buch  d.  h.  für  die  eigentlich  byzantinische  Zeit  ist  seine  Uauptr 
quelle  die  Chronik  des  Theophanes.  Doch  benutzte  er  anfSnglieh  neben 
Theophancs  noch  andoro  Autortm;  «o  erweisen  sich  z.  B.  fUr  die  Zeit  in 
Anastaaios  nicht  Tlieophanes  selbst,  mit  dem  Georgios  häufig  stimmt,  boo- 
dorn  die  von  Theopbanes  benutzten  Autoren.  nSmIich  Malalas  und  Theo- 
doros  Lector  als  die  Vorlagen  dex  Georgios.   Eine  Hauptquclle  war  auch 
das  Breviarium  des  Kikephoros  P.>)    Allmählich   aber  schrumpft  die 
Chronik  zu  einem  blossen  Auszug«  aus  Theopbanes  zusammen,  des 
er  nur  seinem   besonderen  tiefclimncke  gemäss  mit  den  unvürmeidli(h«D 
theologischen  Digreäsionon  uiiti^nnischt.     Eine  eigenartige  Stellung  nimnrt 
der  letzte  Teil  der  Chronik  ein,  der  die  Geschichte  von  813—842  «Dt- 
hSlt.   Hier  haben  wir  es  allem  Anscheine  nach  mit  einer  selbständigen 
Arbeit  des  Georgios  zu  thun.     Da  ur  zudem  der  einzige  zeitgenSi- 
sische  Chronist*)  ist,  der  diese  Kreigntsse  behandelt,  bringen  wir  dieaeoi 
Abschnitte  eine  besondere  Teilnalime  entgegen.     Leider  erfüllt   GeorgiM  1 
auch   hier  nicht  die  Erwartungen,   die  wir  ihm  etwa  entgegenzubringw  f. 
geneigt  sind;  denn  statt  einer  geordneten,  wirklich  geschichtlichen  &riJl>[ 
lung  finden  wir   den  fanatischen  Erguss  eines  leidenschaftlichen  Feindd  i 
der  Ikonoklasten,  der  nur  ftkr  kirchliche  Dinge,   besonders   fQr  die  ufj 
den  Bildor^ittirm  bezüglichen  Dingo   InterosiKü  hat.     Die  wirklich  ht 
sehen  Nachrichten  sind  verhöltnismäasig  spärlich;  sie  verschwinden  in 
Wüste  theologischer  Digressionen    und  heftiger  Schmähungen  gegw 
Bilderfoinde.     Eine  Quelle  dieses  Abschnittes  ist  die  von  Ignatios 
fasste  Biogi-aphie  des  Patriarchen   Nikephoros.     Im   übrigen   wird 
Partie  wohl  gri^Bsteiiteils  auf  mündlichen  Berichten   und   auf  eigeoer 
fahrung  benihen. 

Nach  der  von  Georgios  selbst  verfassten  Chronik  findet  eich  in 
meisten  Handschriften  eine  längere  Fortsetzung,  die  bis  zum  Tode 
Romanos  Lakapenos  948,  in  einigen  Handschriften  bis  1071.  1081,  in  ei 
sogar  bis  1143  reicht.    Immerhin  scliliosst  der  Haupttext  der  Fortsei 


')  S.  Ed.  De  Boot.  Pracf  23. 
')  Nur  für  einen  IVU  dieses  Abachnittea 
IxsiUen  wir  nocli  einen  iweitaa  xeitge* 


nOaiiacben  Autor,   den  Scriptor 
do  Lmdo  Armenio  (in  d«r  BaNMr  Ag 
hintor  Leo  Uramniaticiu). 


ScbloBse  der  Chronik  de»  Georgios  und  am  ScUusse  der  Fort- 
darcb    welche    diese  letztere   einem  Logotheten  zugeteilt  wird. 
der  Logotliet  scHmt,  sondern  irgend  ein  Itedaktor  hat  den  ganKCii 
litt  mit  Oeorgios  Monachos  verbunden  und  dabei  übcrsc-hen,  doHS  in 
Jwweise   auf   frUher  erzählte  IHnge    vorkommen,    die  sich    in    der 
des  Georgio«  nicht  lindon.    Der  Zusammonhiing  beider  Werke  ist 
nn  iussorlicher,  und  die  Bezeichnung  &h  , Fortsetzung  des  Ocorgio» 
hos'  ist  nur  von  dieser  zufUlUgen  Vereinigung  zu  VL<r»t«hon.    Auch 
Auffassung  und  Charakter   ist  der  I^gothet  von  Oeorgios  Monachos 
fi verschieden.     Bei  ihm  tritt  das  Kirchliche  in  den  Uintcrgrnnd,   und 
IwiptiDtercaee  ist  den  Vorgängen  am  Hofe  zugewendet.     Die  in 
ÜandBchrifteD  angehängte  Fortsetzung  Über  948  hinaus  stammt 

m  Teil  ai»  der  Fortsetzung  dos  Theophanos. 

rachlich  bietet  Oeorgios  weniger  Interessantee  als  Theophnn««. 

[er  in  der  Vorrede  mit  bescheidenem  Stolze  hervorhebt,  bat  er  eich 

Cunst  der  Darstellung  nicht  bekümmert;  sein  l'riimp  ist:  K^tteaor 

äXfi&tfag  xptXhX*"'  ';  i"""  i/j*t'rfoi'f  n^tmvl^nv,  ein  Satz,  der  ftlr  die 

ttinieche  Zeit  vor  der  grossen  litterarischen  Reaktion  unter  den  Kom- 

I   Qberhaupt   bezeichnend   ist.     Trotzdem    schreibt  Georgio«   nicht  so 

A  Dod  natürlich,  wie  man  nach  die^ni  ausdrücklichen  Ver.'iprechen 

rt«a  aollte.     Seine  Diktion    ist    durch   die  Eirchenepraehe    und 

mmimigfaltigen,  manchmal  etwa^i   geschraubten  Hilfsmittel  stark  be- 

wt,     Dt>ch   wfire  es  bedenktich,  hierüber  ein  »chftrfercs  Urteil  aus- 

Bcben,  ehe   der  echte  Originaltext  festgoetollt   ist;    die   mUhsamsto 

iwjchung  dieser  Orftzitfit  würde  vielleicht  nur  zu  bald  durch  eine  neue 

che  Ausgabe  umgestürzt.     Jedenfalls  aber  gehUrt  Oeorgios  zu  den 

Pen,   die   auf   eine  strengere  Form  Verzicht  lei.'^ten.    oh.ichon   er   sich 

obeophanes  durch  grössere  Annäherung  an  kirchliche  Ausdnicksweise 

pcheidet,  wie  er  ja  auch  stofTlich  durch  noch  grossere  Betonung  der 

picheD  Angelegenheiten  von  ihm  abweicht.     Dagegen  ist  die  Sprachsi 


356 


BfeantüÜBCllO  UttArkturgABcliIclite,    I.  Pr<»&iedio  Utteratur. 


chronik  seit  dem  9.  Jalirhundert  Aas  beliebteste  Haud-  und  Hausbuch  f&r 
gescliichUicho  Kel(>lining  und  Unterhaltung  wurde,  hat  dasselbe  im  Laufe 
der  Zeit  vciBchicdtino  , verbesserte  und  vermohrte  Auflagen"  orfahrwi. 
Wir  können  bis  jetzt  etwa  drei  Hanptredaktionen  unterscheiden: 
eine  kürzere,  dem  Original  am  nfichston  kommende,  die  dureh  die  zwei 
Codd.  Ooisl.  134  und  310,  weniger  treu  durch  den  Vatic.  153  vertreten 
ist,  eine  stark  überarbeitete  und  durch  profangeschichtliche  Zusätze, 
die  meist  aus  Symeon  Logothetes  ntammen,  bedeutend  %'ermehrte,  die 
z.  B.  im  Codex  Vatic.  154  und  iu  dem  von  Muralt  benutzten  Mo*- 
quen&iü  vorliegt,  endlich  eine  zwischen  dioaou  beiden  Kodaktiunon  in 
der  Mitte  stehende,  zu  welcher  die  Codd.  Monac.  gr.  l'-i'J  und  414, 
Vindob.  biet.  40,  Ambros.  181,  Strandburg.  8  u.  a.  gehören.  Wie  Ualulü 
wurde  auch  Georgio»  Monachoe  frühzeitig  in  slnvische  Sprachen  über- 
tragen; er  spielt  in  der  älteren  slavischün  Litteratur  eine  giösscre  HolU 
als  irgend  ein  anderer  byzantinischer  Chronist;  es  sind  bis  jetzt  mindMUns 
12  Exemplare  dee  Qeorgio»  teils  bulgarisch -flloveniacher,  teils  serbis 
«lovenischer  Redaktion  bekannt.  In  der  slavinchen  Übei'setzung 
Georgios  die  Hauptquolle  aller  nichtnusischon  Oeechichto  für  die  ftlt 
russische  Chronik,  die  ohne  genügenden  Grund  dem  Mönche  Nestor . 
Kiew  zugeschrieben  wird,  in  der  That  aber  ein  anonymes  Werk  aus 
Anfange  des  12.  Jahrhunderts  ist.  Auch  ins  Georgische  wurde  G< 
tibersetzt;  eine  Pcrgamentbaiidsctirift  dieser  Übersetzung,  a.  10^11,  Ke 
unediert  im  Kirchenmuseum  zu  Tiflis  (Mitteilung  von  Ä.  S. 
Kicht  minder  fruchtbar  als  für  die  slavische  Ohronikenlitteratw 
Georgias  Tür  die  byzantinische  Geschichtschreibung  selbst  Er 
hört  zu  den  Autoren,  aus  welchen  Stücke  in  das  konstantinische  Exz< 
werk  Aufnahme  fanden.  Ausserdem  wurde  teils  Georgios  selbst  t«ila  soi^ 
Vorlagen  von  späteren  Chronisten  in  einem  solchen  Umfange  ausgeachrieb 
das»  wir  durch  die  VerStfeutUchung  des  ganzen  üeergio«  wenig  neu«  bia 
tische  Nachrichten  gewonnen  haben. 

1,  Aufgaben:  lii  ilt'r  rarieer  Saniuiluui;  wurde  nur  die  Schluasparti«  d«!>G« 
uad  die  FoitaettUDg,  alau  der  auf  dio  Zeil  voa  813— ^iH  beiflgliclie  Teil    aufgwio 
unter  dem  Tilel  Hini  tiüv  ffaiv  paaiy/iar  in  den  8crtpt«roB  post  üieophanem  ed-  CttDikaf 
Paria  lliä5.  —  Wiederholt  Vouedig  17S9.    —   Vatianltfo  aus  uii)«r  UflnolieBw  Hand 
gab  der  »homalige  Vurfttoud  der  MOiidiener  Hofbibliotliek,  Ign.  Hardt,  im  NeMB 
ADzeiger.  3.  Jahrg.  I  Hftlfle.  Tnbin^en  \B0»  S.  61  ff.;  dereolbe  ü«lehrte  haUe  aucb 
Ausgab«  vorber«i(«(:  a.  seinen  Catologna  codicum  maaOraec.  biblioth«cu  ngiae  Bavar 
tom.  2  (1806)  S.  lOS  ff,,  wo  Cod.  Monnc    Gr,  139  besproHien  ist.    -    Eraerpt*  aua 
«Tolan  Abschnitirn    des  Goorgion  edierte   aus   3  Oxforder  Hundscbriften    A.   Cramat,  . 
Oxon.  4  (ISI37)  3lg-24G.   —  Dasselbe  Stnck.  dns  in  der  Pariser  Ausgabe  t-orliof^t.  edia 
im  Bonnor  Corpus  nbnc  llDcksicbt  auf  die  Publikationen  von  Hordt  und  Cramtir  und  «1 
BODstige  neDDenswerte  Forderung  1    ßekker  mit  dem  llioophanes  eontinuatu»,  iloca  IS 
8.  763— 9'J4.  —  Die  gesamte  Chronik    des  Georgios  MonaoUos   mit    doii  Forla«! 
ed.  pr.  hdouard  de  Muralt:  Geor^ii  monaehi.  dicti  Gamarloli,  chromcon  ab  orbo 
ad  unuuin  p.  Chr.  842  et  n  diverais  smploribua  uh(|uc  nd  »,  !H8  conlinuntuni  olc. 
poü   If^öÜ.     Leider  iat  diese  Auegube  güniliob  unaenDgeud;  der  HemUBgvber  beschreibt 
V7  Hand^hnflen,  hat  ubor  nur  einen  Teil  dersisbon  wirklich  benutzt  und  aitcli  von  di 
die  weiiigaton  voIlstfLndig  verwertet;  dem  T»xte  bat  er  iu  der  Hauptaacha  nur  eine  Uoaka 
llaudschrift  aus  dem  12.  Julirh.  zu  Gnuide  golt^gt,  di«  eiuu  alarL  Ob«ratbett«te  ß«idab 
entbAlt.   Niunenilich  iai  dieselbe,  wie  E.  Patxig.  B,  Z.  3,  4^  tT.  uachgowieeea  atid  V.  Tjj 
ailjevskij,  Via.  Vr,  2.  78  ff.  u^er  begrlliidet  hat.  mit  Hilfe  der  Chronik  deaf^ymeon  ." 
nna  LogotnelM  am   pro  fang  MrhirhtlicLe  Nauhricbten    in   weiteatera  Cnilango  I 
worden,  wRhrend  der  urajiiQugliohe  Georg  in  prufangeaohichtlicher  Üiiisicht  «in  gßoi  i 


in  ihr»  IVil«  m  c»rleg«n  und  ein*  An9»bTBBii(le~([MÜor|ms  3wT>yMin6nP~ 
irikvT  auf  ein  Minimum  zu  redimieren. 

ilfsBiltel:  Leo  AI  Ist  ins,  Dialiibs  An  ricoriiiis.  in  seiner  AnsKabe  dea 
JuMMtlit««,  Paria  1651  S.  325  A.  Wiederholt  hoi  t'abricina,  Bibl.  OVaeo.  od. 
M)  ft  —  In  Philipp  Krag's  ForBchungen  in  der  Alteren  Geacliiclit«  RueaUnds, 
T«n  E4.  XanUc.  Petonibnrg  1848.  int  linnd  2.  T85— 307  ein  Anhang  von  Kunik 
baaondM«  Ob»r  den  I-OBOÜnititn  bnnclrlt.  —  L.  F.  Tafel,  Sitiangsber,  Wien. 
44—68  und  d(im»n  Vorrnd«  xu  Thoodosü  Meliteni  chron,  (s.  %  150}  S,  9  f. 
UM  d<n  Codd.  Paris.  Üoisl.  305.  und  Paris.  1T06  gab  Fr.  C.  Tischoa- 
Iota  aacra  el  prafana,  l<<'iptit:  I^'iö  S.  U.'>— 103.  —  L'eher  Miirnlta  Ausgab«  ■, 
UaapreelivnR  im  Liter.  Ceotralbl.  1861.  J27  ff.  --  Nolte.  Ein  ExximtI  nua 
m  Teil  noNi  ungcdruckton  Uhrotiicup  dm  lieurgios  Haninrtnlcs,  TIlbiaKor 
■•  44  (1862)  4«— «8.  --  Di«  IdrutitÄt  d™  Üoürgion  Monochoi.  mit  Johanoa 
behauptet,  oboo  eu  flbenuug^ii,  Dom.  Unsp,  Lanoiu.  Sogiru  <iiovaiifli 
_  >  bixaiitip«  del  iwaolo  nouo.  Arohiviu  Htorico  liSii^ilinnu  3  (lä'j)  36'J — 386. 
mnier.  De  c*lalogia  faearematum.  Dim..  Li'i[>uu  Kh'jo  ti.  lOB  f..  übf^mi^bL  bei 
der  bei  Georgioa  Honachoe  (S.  44  ed.  Murall)  vürkummsudun  AufxiLliluug  vun 
der««  HwttbMMluM  aus  Atbanasio«  Contrft  geiitt«,  -  Job.  Friodciob.  Der 
Brhchl  dw  Geoi^oa  Monaohoa  Ober  die  pAiilikiaD«r,  SiUungsb.  bayer.  Ale. 
IS9&  (wird  dtaiiii«bBt  ersdieinen). 

H  die  B«ii«liVDgMi  mm  russisch«)!  Chrooiaten  Nestor  und  anderen  slavt- 
■laten:  Kraft.  KritisRher  Versuch  xiir  AiifkUrnng  der  byaanliniBclien  Chrono- 
mbarf  1810  leine  »ohr  vorstAndige  Vararbeit  iii  Murall«  Chronologie  Byiantine) 
«lacmian«  d*r  Aaagabe  von  Marnlt  cap.  III  <S.  30--3T),  wo  die  eioachla^i^e 
Hacaa  Ult^ratiir  tibor  den  Gegenatand  genannt  ist;  niuserdera  Clironioa  Nestoris 
nkloaich.  Vindobonao  1800  S.  I83~li4<!  und  Cbronique  dito  d«  Nestor  trsdnita 
alavcni'niuo  pur  Lonia  LoKcr.  Purin  It^M  (--=  l'ublioatiOQB  de  l'dcole  dea 
ilaU  virantM  11.  »L'rio  vol.  13).  —  V.  Jagi^,  Arcb,  slav.  Philol.  2  (1877)  9  ff. 
5T8  ff.  '  Die  aUB  dem  Jahm  1386  «taminondc  serbische  üeb^rselxung 
i»a  wonle  «di«rt  von  d«r  ruaaiadioii  UeäoUaubart  det  itibliopbilen,  3  Bftndn, 
18T8~Sli  L  den  Bericht  von  V.  Jagte,  Aroh.  alav.  Philo),  i  (1880)  648  und 

lltaehrirten:  Perd.Hiracb,  Byzun(.  Studien  S,  1  —  88  (woselbst  mich  die  cin- 

he  Litteratur  on^ttnhrt  ist).  —  Carl  de  Boor,  Zur  Kenntnis  der  Wclt- 

laorgios  HonacboB  in:  Historische  Untcrauuhungen,  Arnold  Schäfer  zum  S5- 

Inm  gewidmet.  Bonn  lüä'i  8.  276—205.  -  8.  ßestakov.   Ueber  die   Knt- 

Ztwammenaeteiuiij  der  Chronik  dt«  ÜuorKios  Monuchos  Hnmartolos.    Itionyja 

ehrte  Deakachnften)  der  Univ.  Kwan.  Bd  58  (1801)  und  5!)  (18S2]  (russ.)  — 

>v,  Zar  l'rsge  nach  den  Qaollen  der  Chronik  des  Georgios  ManAchos  (tV.  Buch). 
70.  Bde  der  '^apiaki  d.  k.  russ.  Ak.  d.  Wiss.  Nr.  4.    Petersburg  1892.     Vgl. 

\  M     —    I?     il»    ItftAT      R/LmiorliA    If Ai4a>rffcuii*1iiphtfi    in    tivfontiniBchikt'    PnoiSiinfr     Tf    ■ 


35B 


BfEMitüiiiiche  Litter  ftturgegchicbts.    I.  Frossiaebe  Litterfttor. 


dM  Georgius   luiil    dcioor  Fcirteätzuug   bis   auf   div   It«);i«riuig   du  NikcpfaoTO«  niilimiiri  J 

iBucli  ß  Kap,  4  ioclua.  i)«r  Aiisgabu  Mur«lUi)  uuth&lt,   uocb  eber  gfltigen  Uittetlitiig  nn 
)r.  J.  Seger.  der  Cod.  Laor.  69,  13  Fol.  1^-149. 

4.  Natne:  Der  Beiinsme  Hamartolus  ist  uichl  Eig«noara(-  nnit  wicli  oioht  aigmt- 
liohe  Staudesbeieicluiimg,  gondeni  das  sUadi^«  Kiiitbet  von  MAuoh«ii,  wrlcbon  in  dca  tim 
«uoh  viele  ander«  Aatoren  (tiliren.  Es  it>t  daher  uicbt  tu  bil)i|C«D,  weno  in  d«r  n««etM 
Litt«rntur  Goorgioa  vielfach  Oeorgios  ßamartolos  oder  sogar  einfMb  HKmattoIo« 
genannt  wird,  D»  w»der  eein  Familienname  noch  aeioe  UcämBt  bekaiMit  iat,  kann  tf 
nur  durch  B(>ifUgang  »cinos  Stnndoa  fQvorgios  Mnnaohos)  nSher  bcMichn»!  wcnlnD 
wie  Ijeorgios  Synkello»  u  n.  ^  Noch  oin  nndnroN  ßolwort  des  Möncht?«,  Rhakcii- 
dytos  (der  in  Lumpen  geUoldete),  ist  tui  Qnverdinnton  Ehr«  gsUngt,  als  Ei^«iutitlli«  9»- 
brnuclit  lu  werden.     Vgl.  Sp.  P.  Lnmpros,  flnprnoaoc  1  (1877)  50V> 

HS.  Der  Bizilianische  Anonymus.  Ein  unhelcannter  Qriech«  hat 
dio  folgenschweren  siziüanischeii  Kri-iynisp«  von  827—965  in  dwni  lakofü* 
»eben.  track«non  KcgUtorütil,  dor  in  »pätcrou  Chronikvaaiuzügen  häofig 
wiederkehrt,  aber  mit  offenbarem  Streben  nach  Wahrheit  erzShIt  Du 
interoHsante  Schriftstück  wird  in  zwei  Handschriften  des  10.  Jahrhundtrts, 
im  Cod.  Vatic.  1912  und  im  Cod.  Paris.  8uppl.  gr.  920,  aufbewahrt  EÜH 
längst  bfkannto,  in  einer  Handsulirirt  zu  Cambridge  überlieferte  arabische 
('hronik  ist  jüngst  als  Übersetzung  dieses  griechischen  Textes  erkannt 
worden. 

Ansgabnn  und  Hilfiinittol:  Vom  grieohiechen  Text«  crMhiooen  angeflihr  g1«id- 

loilig  xnoi  AuK|;nbcn:  Ed.  P.  Buliffal,  Cuniples  lendiis  de  l'Acad.  do*  Inn^riptioiia  lil 
BnlioB-lntlroii  1«1I0  8.  Sa4— 402  (mit  latoin.  Uoboraet^ung).  —  La  cronacn  Sicnlo.Smawinr 
dl  Cnmbridge  coli  doppiu  tcftto  greeo  flcopwrto  tu  oodici  ciratemporiinei  dolle  biblioleeil] 
Vuticaiiii  «  ruriginii.  per  0.  Coms'Luti  con  accompiiijuaniunto  dol  lonto  iirobico  pel  Ctl I 
B.  Lugaminn.  Documunli  per  aervire  alk  storia  dl  Sicilin.  uuurta  Mrio.  voL  II.  P*l«ffll1 
1890.  Vgl.  diu  Berichte  von  C  Ctpolla.  AtU  della  B.  aeoadcima  delle  soienxo  diToriHi 
vol.  '27  11802)  24.  April,  und  Is.  Carinj,  OsssrvaUira  Romano  vom  12.  und  IH,  Da  IBSK\ 
wiodt-rhult  in  dem  Baude ;  Di  alcuni  lavorl  cd  aoqoiati  della  bibhuttics  Vulicuna  nel  peatf-l 
ficato  di  Leone  Xlll.  Roma  1S92  S.  143-151.  -  Eioeo  francO^obsa  Auaioj  dM  ' 
feratea  von  Cuiini  gab  L.  DacheBno,  M^lnngos  d'archäologie  et  dlilttnlr«  11  (1BV1|< 
bis  }>2B.  —  Einen  Kunimentar  xur  AoBgabe  liefert«  (i.  Coiia-Lnit,  Sulla  «eogiert«  &• 
cronacb»  grec.he  Siciilo-sarncenicho  e  !oro  correlnzione  coli'  erabica  dl  Cambridge.  Rom  IS 
(mir  unzugänglich).  —  Ohne  Kenntnis  der  genannten  Anagnbeii  lje«8  deo  ari«cbi> 
Text  noch  einmal  drucken  A.  Wirth,  ChronogrnphiBche  Sp&n«.  J'>ankfurt  1894  3.  II— D 

149.  Symeon,    der  Uagister  und  Logothet  (Svfiimi'  ftäparQOf 
Xoyo&i'iifi).      Unter    diesem    Namen   ist    in    mehreren    Handschriften  l 
Chronik  überliefert,  über  die  wir  leider  noch  »ehr  mangelhaft  untcrricbd 
sind.     Zwar  läsat  sich  schon  deutlich  erkennen,  dass  dieses  Werk  ßlr 
Aufklilrung  der  labyrintliiscben  Quellenverhält nisse  der  spStcren  (^ronis 
eine  grosse  Rolle  zu   spielen  berufen  ist;  aber  es  wKre  gcgonwftrtig 
vergebliches  Bemühen,  den  ursprünglichen  Umfang,  die  Abfassungszeit, 
Quollen  und  Ausschreiber  der  Chronik  mit  Sicherheit  bestimmen  zu  woU 
Bis  jetzt   lÄÄSt   sich   etwa  folgendes    sagen:    Symeon.   der  Magister 
Logothet,  ist  hCchst  wahrscheinlich  identisch  mit  Symeon  Metaphrs.it( 
dem  berühmten  Beai^beilui-  der  Heiligcnbiographien  (vgl,  S.  2üO  ff.), 
von   ihm  verfasste  Chronik  reichte  höchst  wabrsclioinlicb  von  der 
Schaffung  der  Welt  bis  zum  Tode  des  Romanos  Lakapenoa  (94( 
Dio  Abfassung  de«  Werkes  nillt  in  eine  nicht  viel  spfttere  Zeit;  donn  seV 
wenn  der  Logothet  nicht  mit  dem  Mctaphrastes  identisch  wäre,  mO 
die  Zeit  der  Vollendung  seines  Werkes  in  dio  ersten  Jahre  der  Regienins< 
Nikephoros  Phokas    (963—969)   gesetzt  werden.     Veröffentlicht    ist 
jetxt  unter  dem  Mamen  de»  Symeon  Magistros  und  Logothotee  dar 


itt«e  lautet:  Soittwv  ptaft'ajQav  xeri  Xoyoifitov  W$  i^v  xoaftonoitav 
ytvvitstuK,  (so)  xai  %govixMi'  (so)  «"ye^'J?  avlXiyttv  (ao  nach  Bubnov) 
>^v  xpv"'^i'  *'  '"''  'VfOßtxiii'.  Dazu  hat  vine  spätere  Hand  ge- 
av%öi  ietiv  o  u*raif^ti9vtjg.  Der  auf  dem  Rücken  des  Einbandes 
druckte  Autorvermerk  stammt  natürlich  von  dem  Titel  auf  fol.  6, 
ludi  andere  äammelhaiid.tchnften  auf  dem  Kücken  d^n  Namen  des 
tragen,  der  die  Sammlung  erDffiiut.  Kh  folgt  fol.  13 — 18*  ein 
I  Zierleisten  abgeschlossener  Text  Über  den  Bau  der  Sophienkirclie 
Paragraph  Kodinos  Anm.  5).  Dann  erst  folgt  auf  der  nchtletzton 
Ton  fol.  18'  mit  roter  Tinte  die  metriacho  Überschrift:  ''t^X'}*'  W** 
lcx*y  ßfßXoi  *ai  riXog  [\  Tt  no^yvfoyivvtjroy  tvaeßt(  »{ftitof.  Hier 
nt  die  grosse  anonyme  Chronik,  deren  SchluBsteil  fälschlich  unter 
tfamen  des  Symeon  verßffeiitiieht  worden  ist. 

Fßr  die  Untersuchung  und  Veröffentlichung  der  Chronik,  mit  welcher 

•b  der  Name  des  Symeon  Magistros  und  Logothetea  verbunden 

mmen  folgende  Handschriften  und  Hilfsmittel  in  Betracht:  I.  Codex 

n.  8'>,  eine  gut  erhaltene.   scIiOne  l'crganicnthand»chnft  in  Quart, 

Wer,  8.  12,113.  nur  die  Chronik  cntJialtcnd.  Überschrift  und  Anfang 

I:    ß;  «f,'i-  KoCfiOTKHiar  w  fij;  yn-t'afo}(    xat   xfoifxöt'  ^y*f^(  avilfyiv 

ffp/iMÖi'  iiap'aiffov  xm  ioyoiftiov  i*  itaifÖQiov  /^oiixmi'  r«  xa\  iatOQmv, 

i  äxQotoi  törif  röi'  »oOfioY  rt^Jt^ov  fitj  vytatmta  iv  x^övip  Tia^äytüv 

ft  iv  ttfXfj  oi-^vöv  tt  xtti  y^r  •  avmntaitj   it  »j  yf,   lo  vr  vim^  xai 

Am  Schlüsse   ist   die  Handschrift   verntUmmelt.     Daa  letzte,   nur 

BÜweise  leebare  Blatt  schliefst  in   der  Regierung  Michaels  III  und 

>ru  (842-856).     2.  Cod.  Vouot.  Marc.  608,  a.  15.  enthalt  fol.  1 

eine  Chronik  mit  dem  Titel:  Sv^ti<>v  ftayiaiQov  xai  Xoyo^iitov  XQ"' 

t^^  avityiv  (so)    tx  Sia<fÖQtar  xponxMi'    ri  xai  IvtOifimv  np^o/irioi' 

fttfA.    Die  Chronik  besteht  aus  drei  Tcileu:  a.  Die  Geschichte  von 

bie  C&mr  stimmt  mit  des  Nikoplioros  P.  X^oroye^yinöv  aCfto/iov, 

de  Boor  S.  81  ff.     b.   Die   Q(«chichte  von  CSsar  bis  KonstantJnos 


860 


B^iantiDiscIio  Litte  raturgesoliieht«.    I.  ProaaiBdie  Llttentnr. 


mit  welcher  der  Codex  Measin.  beginnt,  fehlt  hier.  3.  Cod.  Vindob. 
Supplom.  KoUar  126,  Papier,  a.  13,  «nthält  fo).  40*— 104  mitten  unl«)' 
ander«n  Texten  eine  Clironik,  dt-rcn  Tito!  und  Anfang')  lauten:  Sv/inätvf 

»ai  tato^tK^v.  A^X'}  1*^*'  ''"^  ädäfi.  UJäfi  j-Fra^ci-o;  itüy  aX  ytrtf  tir 
(rij^-  DäK  ani  Schlut»8o  verstilniinelte  Werk  reicht  bitt  zum  Jahre  $96. 
4.  Cod.  Vindob.  Suppl.  Kollar  127,  Ptipifr,  s,  14,  ebenfalls  eine  Sammel- 
handschrift,  enthält  fol.  lÜ — Gl  ein  Bruchüttick  einer  Chronik  mit  folgcudi-m 
Titel  und  Anfang'):  Eti  rj^i-  ttoaftQjtoiiav  dx  »rjf  yivicuoi  xal  x^vrjun- 
iyt^iji  <Jt'XX»Yiy  jiaQti  <ti>/itiÜi'u;  ftuylat^ov  »ai  iiOyoDttov  ix  iiayoQotr  xf*" 
riKiöy  xai  iffroptüt'.  &füi  o  axQoroi  torJt  iu>'  xöeftov  ntfottgt/v  fiij  i'<f(>iiiitit 
4v  x^*'V  'ine")'W"'  fnoirjOtr  tv  ä^xH  ovQat-öf  xai  y^r.  Das  Werk  schliffst 
hier  schon  bei  Darius  I  mit  den  Worten  .T^ot-roit  Si  xal  Xaifi-^atv  äitttiftn 
i7ih]ffato.  5.  Cod.  Mo8q.  Syuod.  251  (406  bei  Vladimir),  Pergameot. 
a.  1152,  enthält  fol.  205—207,  ein  Fragment  mit  dem  Titel  und  Anfasg; 
£1;  ti^'i'  Moufionouaf  £iifiiwv  Xoyoititov  tx  diaffö^taf  xpoiJxüt'  xai  JcrtofMÜr. 
©wf  tix^oyof  tövde  läv  »öaftov  ftij  npöit^ov  i'<f*oi<ättt  ir  XH*'*'V  i'^f'f"». 
Dft  nun  abor  der»t.'lbo  Codos  fol.  1—204  eine  Gettchicht«  von  der  SchSpfu 
bis  auf  Romanos  U  {'Juli)  enthält,  iet  zu  vermuten,  dass  fol.  205 — 207 
den  Anfang  der  Uandschrift  gehören  und  das  Oanze  die  Chronik 
Symcou  mit  einer  Fortsetzung  darstellt.  6.  Codex  E^cur.  Y.  1.  4,  a.  \6,\ 
enthält  fol.  1—230  nach  dem  Kataloge  von  B.  Miller  a  184  die  .Ht 
de  Simeon  Magister".  Nähere  Angaben  fehlen.  Vielleicht  ist  der  Code 
eine  Abachrift  des  Codex  Meesinensis.  7.  Codex  Paris.  1712  fol.  6~12'( 
(luthält  den  Titel  und  Anfang  der  Chronik  (s.  0.).  8.  Eine  slavisch* 
(mittelbulgariBche)  Übersetzung  der  Chronik  .des  Metaphra»ten 
Logotheten  Symoon"  steht  im  Codex  F  IV  Nr.  30"  der  kaiserlicbei 
öffentlichen  Bibliothek  zu  St,  Petersburg,  der  im  Jahre  1636 
Soiav  (Uoldau-Walachei)  gö»c1iriebcii  wurde.  Das  Werk  reicht  liier 
zum  Todo  dcH  Romanos  Lakapenos  (Ö48);  daran  reiht  «icli  die  Fort«ot 
.eines  anderen'  bis  zur  Tlironbeeteigung  des  Romanos  Diogenes  (U 
Die  Chronik  (bis  948)  stimmt  im  allgemeinen  mit  dem  Codex  Marc, 
geht  aber  auf  einen  volletilndigeren  und  besseren  Text  zurück,  sU  er 
Mtu'cianus  vorliegt.  Die  Fortsetzung  dagegen  (948—1067)  hat  oivhts 
thun  mit  der  ähnlichen  bis  1078  reichenden  Fortsetzung  des  Marcittuus  1 
eoudern  erweist  sich  als  ein  Exzerpt  aus  Zonai-as.  Von  einigen  ande 
griechischen  Handschriften,  die  in  der  neueren  LJtteratur  genannt  werde 
ist  mir  nichts  Näheres  bekannt,  Combofis  sagt,  dass  noch  uino  zwciti 
Pariser  Handschrift  (ausser  dem  Codex  1712)  die  Chronik  de»  Sym« 
enthalte.  Montfaucon,  Bibliotheca  bibliothecarum  1  483,  nennt 
dem  Mardanus  608  noch  eine  zweite  Venezianer  Handschrift 
dem  .lahre  1118  und  eine  Handschrift  im  Basiliuskloster  zu  Roi 
Mit  Hilfe  der  genannten  griechischen  Handschriften  und  der  slav 
sehen   Übersetzung    wird  sich  die   Chronik    des   Symeon,   die    bisher 


lafl 


')  Ad.  Kr.  KolUrii.  Ad  P.  Ijunbocii 
comin«nt«riorum  de  Angiist^a  Biblioth,  Com. 
Vindob.   libro»  Vllt   suppl cmentomni    über 


primu.,  Wien  1790  S.  72»  ff. 
*)  Kollar  a.  •.  O.  ä  7S6  ff. 


2,  QvBobiehUdmibor  nnd  ChroBiatan.    B.  Chroalaten.    (g  150) 


361 


n«mlich  verscbwonunener  Begriff  war,  so  Tollständig   und  treu  hcrstcllea 

iMaeu  wie   nur  irgend  ein  Work  der  Gattung.     Unter  dpo   QuoUi'd   d(>s 

^rmeon  sind  Tlieophane»  und  Goorgios  Monaclioa  deutlich  bemerkbar. 

Sjrmooa  B^bet  bat  nicht  nur  für  die  erweiterte  Reduktion  deti  Oeorgios 

Monachos,  wie  sie  in  der  von  Murnlt  wiedergegebenon  Moj«kauor  Haiid- 

•cbrift  vorliegt,  und  für  die  Fortsetzung  doseiilbcn  (842^^4:8).  »ond<-ni 

tucb  nir  andere  tipätoro  Clironifiton  als  direkte  Vorlage  gedient,  besonders 

LcoD  Graoimatikos,  der  von   Anfang  bis  Ende  mit  Symeon  tlher- 

itimmt,   für  Theodosios  MelitenoB  und  fllr  die  von  B.  Hose  dorn 

lydeakes  zugegchriebcu«,   in   Wahrheit   unonytne   Chronik    de«   Codex 

Tftticanus  16S,  in    der  jedoch  auch    andere  Quellen    wie  Malalas  und 

Iheophaoee  benutzt  sind.   Auch  fUr  die  von  Comhefis  fttlschllch  dem  Symeon 

ngMchriebene  Chronik  des  Codex  Farls.  1712  diente,  wie  os  schoint, 

l(r  «chte  Sytneo»  al»  Grundlage,  die  liier   aber  bis  zur  Unkenntlichkeit 

hmb  Zusfttxe  verschüttet  worde.     Xamentlich   sind  hier  auitser  Sj'meon 

GenesioB,   die    Fortsetzung    de»   Theophanes,    der   Scriptor 

icartus  Qber  Leon  den  Armenier  (in  der  Bonner  Ausgabe  hinler  Leon 

Qninmatikoifl  S.  335  fT.)  und  die  von  Niketas  dem  Paphlagonier  verfasste 

Biographie  des  Patriarchen  Ignatios  beigezogen  worden. 

1.  Atmgab«»:  A,  Ediert  ht  nur  dor  klzio  Teil  des  l'scudo-Sjrmoon  aus  dem 
tu.  Pari«.  1712  voB  Conbefi«  in  den  Smptores  pMt  Theopbaneni.  l'aiia  16M  S.  401 
lii  488.  —  Ohne  den  leiMcrten  Versuch  aus  «aderon  Hea  AufklArung  Über  den  i-cbicn 
ftSMO  tn  gvwinDen  oiedFrlivIt»  dii'Mii  Text  (mit  cinigeD  Einrndutionea)  I.  ttekkt^r  im 
loiMr  Coqm*  Uth  dum  Thcui>liuii»H  cMitiDuiiIus.  Üumi  1^38  8.  603  — i6ü.  —  Wiedciholl 
killiEA«.  Palr.  ;r.  109.  e6»-ä22.  —  Der  ersle  Ttii  des  PaviidU'SvmeDa  wurde 
aalnkMi   von  H.   Geizer.  Sextiiii  Julius  AfricHUUB  11  1  (IH85]  35T— 384;  vgl.  »)>end& 

B.  Der  eelit«  Sym««»  ist  nocb  nicht  ediert.  Doch  <!i«nt  als  vorlAufiger  Eroatx  di« 
iMpW  4m  [ipon  Grammnlikos  (s.  §  I&O),  d*r  ein«  ii«mlicfa  gelreue  Abachrift  ud«r 
itikikm  d«s  SymMn  d»r«le)!t. 

2.  Blir»niilt»l:  A  ZumPBeado-Symeon:  Fnbricius.  Bibl.gr.  ed.  Uul  7,  471  u.  684. 
—  Ernal  Ed.  Kunik.  üeh^r  das  Verhältnis  des  Conliiinator  Tlienphsnis  la  dem  Symeon 
l<|ilh«t«s  ad«r  PfeudontetapliTestee  sie  Aohanc  bei  Phil.  Krog.  Forschungen  in  der  illvri-a 
Btidiiefcle  Rnwisnde  2  tPet^rebnrji  1846)785^807.  ~  Tlieophilo»  Joannu.  M.r,piiii 
ij*Avrviä.  VeMdig  IS84,  Ufoloyot  S  II  ff,  (behauptet,  daw  der  Clironist  fj-monn  nirbt 
Mr  Btit  dCRi  3l«(aflinwt«n.  »ondirn  RUrh  mit  Kik^tas  PBpblagon  idenlinch  iwi).  -  II. 
BillfT  •■>  Atm  Atm  angofOhrten  Rtc-llcn  und  Berliner  pbilot.  Woobcneohrift  IbVl  Nr.  28 
&  fftt.  —  J.  B.  Bory.  A  wuici'  of  Symeon  Mnfisfcr.  B.  Z,  1  (18921  :)72— S74  fmneht 
*i&nebtiBli«4.  dwa  rioe  Ppnacnlbcschreibiing  bei  Pscudo-SynMon  auf  ein  verlorenes  SlOck 
*■  Sniptor  i«crrtus  llbpr  l..<-o  den  Armrnier  »der  dessi^n  (juclln  xuiflckgebt).  —  Kme  auch 
tlx  LroD  Grimmatikoa  und  Tbcodosios  MelitmoB  wichtige  TexlTdrbeeiieruug  tayangnt  and 
MaytTffi  itatt  ivvfii  und  fmäyvvQtii)  gibt  C.  de  Boor.  '('-inij-ofewV,  B.  Z.  2  llS&S) 
SIT.  -  Haaplsclitifl:  F.  Hirsch,  Byi*ntiniscb«  Studien  S.  12  f.;  «CW-WS. 

U,  Der  echte  Symeon:    Uebci  die  Hai  tsI.    Fabricius,  Bibl.  gr.  «d    Harl.  7, 
4S\  I.;  tg4.  und:  F,  Birach.  Bywnliniscbe  Sfodien  S.  304  f.  —  Deber  den  C*d.  «wo.  608 

SE.  PatEig.  B  Z.  3(1894)484  f.  —  Bauptaehrift;  V.  Vasiljevekij.  Di«  tihroaJk 
Li««(lietcn  im  SUriscbeo  und  Grieehiacben.  Vit.  Vr.  2  (189:>)  78-  l&l.  Vgl  den  «»- 
MrliehM  Beriebt  von  E.  Korti.  B.  Z.  ö  (1896)  203-210.  —  Vgl.  andi  die  R.  203  xiti«rt« 
SMft  TM  Vaailjevskij  Ober  8ym«0D  Uel^phrast««. 

%.  Briefe  dea  8yaiean  Uagiat«r  tuid  Logotbetes  sieben  in  einem  Cod.  Angel.  iRomt, 
iir  S.  '1(3  de«  kaaiteohrifllicheD  Katalogs   erwlUlnt    ist,   aber   bei   meiner   Anweitenlicit   in 
BiUMfcek  nicbt  gefunden  werden  konnte. 

IM.  Leon  Qrammatiko«  {Mt^v  founuaux/ti),  Theodosios  von  Meti- 

(^»oJöffi««  V  MfXirtjtöi),   Fseudo-Poiydeakes.     Mit  ditwen  Namen 

iCD  (rieh  drei  Kompilationen,  die  eine  geinciiwame  Betrachtung  «r- 


962 


BrxEuitiniHbe  Litter«tiirg«acbiobt«.    I.  Prosaische  Litt«T«tfir. 


lieiitchen.     W&re   nur   mit  einer  von  ihnen  der  Nani«  eineiS  Autora  UbiH 
liefert,  so  wQrd«  die  Litteraturgeschiclit«  «iofuch  von   dem    Wurk«  dM 
Leon  bzw.  des  Thooiloaios  oder  I'üeuda-Folydeukee  und  seinen  Überarbd 
tungvn  oder  Varianton  aprecht^n.    Immerhin  int  es  aus  praktischen  GrOadtH 
angenehm,    das»   wir    nun    IDr  diese   drei    Chroniken  eine    verst&idlicfl 
Nomenklatur  besitzen.  Wie  bei  Georgios  Monacho«,  tto  ist  auch  hier  tädm 
nur  zwischen  den  Redaktionen,   Bondem  auch  zwischen  den  eitu^^nen 
Handschriften  zu  iintorscliciden,  wodurch  die  Ei'benntJiis  der  litterar^ 
historischen  Thatsachen  noch  weiter  cr»chwort  wird.     Werke  diMor  Alt 
wurden  in  Bysanz  niemals  als  abgeschlossene  Monument«   von  littcrari- 
schor  Bedeutung  angeeehrn,  sondern  als  praktiüche  Hand-  und  Hausbücher, 
die  jeder  ßcßibüer  oder  Kopist  nach  Bedürfnis  und  Geschmack  exzerpierte, 
erweiteite   und   umarbeitete.     Die  iitterarhistorischon  Hegriffe    des  8olb- 
stUndigcn   Werkes,   der   Kedaktion   und   der  blossou  handschrift* 
liehen  Differenz  flioRHen  hier  vielfach  ineinander  Über.  So  bat  z.  B.  TafcJ 
den  Leon  und  den  Tbeodomoe  fUr  vüUig  identisch,  fUr  .eine  und  dieseJh 
Person"   erklärt,')   die  nur  versclüedene  Namen  trüge,  eine  Auff« 
die  aber  doch  nicht  ganz  richtig  ist. 

Die  Chronik  des  Leon  Grammatibos,  die  im  Anfang  verstilmna 
iflt,  beginnt  mitton  im  Satze  mit  Reflexionen  über  den  SOndenfall;  da 
folgt  eine  Geschichte  Adams  bis  zur  Sintflut,  eine  Geschichto  der  Jude 
der  babylonischen  und  persischen   KOnige,  Alexanders  des  Grossen,  de 
Ptolemäer  bis  nuf  Kleuputra,  endlich  eine  Ge»chichte  der  römischen 
byzantinischen  Kaiser  bis  zum  Ende  des  Romanos  Lakapenos  (948). 
SchlusBu  des  Werkes  findet  sich  im  Codex  ParU.  !7U  die  Notix,  die 
schichte  der  neuen  Kaiser  sei  von  dem  Grammatiker  Leon  im  Jahr 
lOlH    ergänzt   worden:    htXmä^ij    ij   tüiv   vitav   ßnaiXiotv   XV*'"'/^^*: 
nXi]^ti)OtTaa    nctQÜ   ytiortot    y^aitfiattxov,    /iiji'i    'lovhip    i'/Jöij,    »ufii] 
äyhv  /uyälov  nägtVQo^  H^oxomov,    fwovf    ,^qna',   Ifdmxiiüft    iv6»iuni} 
Bonn.  S.  MI).   Man  sieht,  d«;»*  Leon  sich  nicht  als  den  Verfasser,  sood 
nur  als  den  Uedukteur  eines  älteren  Werkes  bekennt;   dazu   stiuimt 
der  Ausdruck  ii»)-  v^atv  ßaaikttar;  ein  Autor,  der  im  Jahre  1013  schrie 
hätte    den    Romanos   Lakapenos    und   seine  Vorgänger   nicht   mit  die 
Attribut    bezeichnen    künnen.     Leon    hat    den  l'itel    einfach    aus  aeintf 
Vorlage  herllbergonommen.     Diese  Vorlage   ist   allem  Anscheine   nach 
Chronik  des  Syraeon  Magistros  und  Logothote«.    Die  Verwandtschi 
die  sowohl  Leon  als  Theodosios  und  Peeudo-Polydeukes  mit  dem 
sehen   Georgios   Monachos  zeigen,  rUhrt  daher,   daas    der  ursprüi 
Georgios  eben  aus  dor  Chronik  de»  Logotheten  ergänzt  und  fortge 
worden  ist. 

Eng  verwandt  mit  Leon  Grammatikos  ist  die  unter  dem  Namen 
Theodosios  Melitcnos  erhaltene  Chronik.     Auch  hier  haben  wir 
dieselbe  ächr>pfungsg»6chichte,  die  bei  Leon  im  Anfange  verstümmelt 
bei  I'seudo-Polydeukes    vollständig  wiederkehrt,    dann    die  orientalis 
rSmiscbo   tmd  byzantinische  Geschichte   bis  zum  Jabro  948.     Der 


■)  MOnobeDor  Odohrt«  Anzeigen  18U,  2,  3  Ct.  S.  166. 


&.  0«B«U«hUebroi1>«r  imd  Chio&lsten.    B.  CtiroiiUt«ii.    f%  ISO) 


aoterachied  des  Tboodosios  (in  seiner  jetzigen  Überlieferung)  von  Leon 
bwtaht  dAi'in.  dasa  bei  Theodosios  (lio  ganzv  Purti«  von  Cäsar  hi»  auf 
Dioeletiaii  foliIL  Ausserdoni  fehlen  ihm  in  der  Oeschichte  von  Konstantin 
ab  ganze  Gruppen  cliarakteristischer  Angaben,  die  Leon  zum  Teil  mit 
Kc4renos  gemeinsam  hnt.  Im  ßrosM^n  und  ganzen  ist  auch  Theodosios 
nichu  alti  eine  mit  einem  selbständigen  Nauicu  versehene  Überarbeitung 
dee  Lt^theteo. 

Unter  dem  Namen  des  Julioa  Polydeukes  Clovliog  UoXvitvKT^i)  ht 
«ine  'toio^'u  iffctxr,  betitelte  Clironik  öbeilieferL  Allein  sowohl  der  Autor- 
Mine  als  der  Titel  sind  mit  völliger  Sicherheit  aU  eine  FäUchung  des 
griechischen  Kopisten  Andreas  Uarmarios  om'ieson  worden,  der  da« 
Wide  dreimal  kopierte.  Seine  Abschriften  (Oodd.  Monac,  gr.  läl,  Palat. 
p.  399.  Barliar.  gr.  I  56)  «lammen  direkt  oder  indirekt  aus  dem  noch 
lt«nen  Cod.  Ambros.  D  ^4  sup.,  s.  1(i,  aus  weichem  Bianconi  das  Werk 
ediert  hat.  Der  ursprüngliche  Titel  lautete  wohl:  fi's  it]v  xoff^o- 
V  im  ff";  ytvietvii  x<t\  %^ouxiif  /tft?i';i.  DJo  Chronik  dieses  Pseudo- 
iydenkes  bricht  jetJtt,  michdem  die  Geschichte  der  Schöpfung,  der  Juden, 
ijrlonier,  Perser,  Alexanders  und  der  Ptolemfter,  endlich  in  immer  aus- 
irlieher  werdender  Darstellung  die  der  römischen  Kaiser  behandelt  iutt, 
in  der  Rogicmug  dt«  Kaiserö  Voloiis  (377  n.  Chr.)  ab;  ursprünglich 
bat  sie,  wie  sieh  aus  der  Analogie  ähnlicher  Werke  und  aus  den 
itzt«»  Quellen  mit  grösster  Wahrscheinhchkeit  schliesAen  lAsBt,  viel 
.  jodenfalls  tief  in  die  byzantinische  Zeit  hinein,  gereicht.  Sie  «timmt 
der  vorchristlichen  Zeit  tm  gros^^en  und  ganzen  mit  Leon  Gram- 
tikos  und  Theodosios  Melitenos  Uberein,  obwohl  auch  in  diesem 
hnitte  schon  recht  erhebliche  Abweichungen  vorkommen:  «.  a.  unter- 
idet  »ie  sich  von  Leon  und  Theodusio»  dadurch,  duss  nie  fllr  die  pro- 
KOnigsreihen  der  vorchristlichen  Zeit  das  B-tTi  entstandene,  von  A, 
edierte  X^vor^a^eTor  avvtofiov  verwertete.  Vollständig  aber  hört  die 
timmung  auf  mit  der  Rrobening  Ägj'ptons  durch  die  Römer;  von 
m  Zoitpunkte  an  ist  die  Quelle  des  Pseudo-Polydeukes  gi-össtonteils 
im  Eueebios  Kirchengeschicbte,  teils  direkt,  teils  durch  Vermittlung  der 
EMhIung  des  Mnnrhes  Alexander  über  die  Kreuzaiiffindnng.  die  voll- 
idtg  aufgenommen  ist;  ausserdem  benutzte  der  Verfasser  den  Sozomenos 
eine  Epitomo  aus  der  Uistoria  tripertitu  des  Theodoros  Anaguoäte», 
uch  bei  anderen  Chronisten  wiederkehrt,  aber  nirgends  so  ausfUhr- 
ond  reinlich  vorliegt  wne  hier.  Enger  verwandt  mit  Leon  und  Thoo- 
ionoa  ist  die  im  Cod.  Vatic.  gr.  163  erbaltono  anonyme  Chronik,  die 
frUher.  durch  «ino  ungenaue  Notiz  B.  Hases  irregeleitet,  f^r  ein 
>digercs  Exemplar  des  Pseudo-Polydeukes  hielt;  sie  bricht  im  Vati- 
d«N8en  Vorlage  am  Schlüsse  bescli&digt  war,  in  der  Hegierung  des 
Romanos  11  (959—963)  mitten  im  Satze  ab,  hat  aber  wahrschein- 
oicbt  weiter  gereicht  und  ist  wohl  gegen  dos  Endo  des  10.  Jahr- 
abgefasst  worden.  Eine  Eigentümlichkeit  dieser  Chronik  ist, 
iii»  Sfter  bei  sonstiger  Übereinstimmung  mit  Leon  und  Theodosios 
numeD  zitiert,  welche  bei  jenen  fohlen.  Auch  aus  anderen 
wird  ersichtlich,  dass  der  Autor  des  Vaticanus  nicht  aus 


n  Beobach-  fl 


36i 


B]ri&&tlolscho  UtteraturgeBchiable.    I.  Proa&iiebe  Litt«rattir. 


TheodoHio»  schöpfte,  sondern  selbständig  diiwolbe  Quelle,  nämlich  dio  Chroofl 
des  •Symoon,  vornrlnjitcte  wie  jene.  Eine  ihm  eigentümliche  r&oüscbP 
Königsgi^schicht«  weist  doullioli  auf  den  litterarischen  Kms  des  Malaka 
hin.  In  der  Kaiserzeit  geht  der  Vaticanus  aim  grössten  Teil  mit  Lew 
und  Thnod«M08 ;  aber  auch  hier  fohlt  es  nicht  an  erheblichen  Äbweichungoi. 
Durch  Überlieferung  grosserer  Stilcke  den  Theophaiie»,  die  dem  Leon  ual 
Thi'oduaios  fehlen,  verspricht  die  Chronik  auch  fllr  die  Textkritik  diwM 
Autors  wichtig  zu  woi-den.  Eine  erschöpfende  Kollation  de«  Codex  Vati« 
canu8  163  mit  dem  gedruckten  Texte  des  Leon,  Theodosios  nnd  Psendo- 
Polydttuki's  wird  noch  verniinBt,  Pseudo-Polydeukes.  Theodosios,  Uoa 
Gnuninutikos  und  Symvun  sind  fUr  uns  von  Wert  durch  die  Erhalb 
wichtiger  alter  Reste,  be«,  de»  Sextus  Julius  Äfricanus. 

1.  AuHgaben:  Loou  ürammalikits.    Tttn  Sohluaat«ll  (813—946)  edkrl« 
Coinbefis  in  dM  I'uriatr  Summluug  liiuter  dem  Tb«opbaiieB  Ifiü^.  —  Wiedarholt  V*d 
IT29,  ^  Oauii  g»h  dcii  frUb^reu  Teil  der  CbroDJk  J.  Ä.  Gramer.    An«edi>U   Parüiu« 
(1889)  248— 3T9.  -    Beide  Teil«  veietuigle  (.  Bekker  im  Douuer  Corpus  als:  U«  pm- 
aiations,  Bonn  184?,     Der  Text  ist  lii«r  wenig  gefBrdeit  und  e»  ist  sogar  ab«re«b«D,  da 
Ign.  Hardt  »clioa  frUhcr  eine  reiche  Variantanaammlung  ta  Lvon  vertlTenllieht  hatte  foj 
Kcudn  Itterar.  Anit-iger  3.  Jahrg.  1.  H&lfte.  Tübingen  1808  S.  61—389};  auch   die  Ai 
des   Julius    Pollux    von    Tga.  Hardt,    wornus   der   Anfang   des  Laon    hätte  crg&nit  lj 
kOnnpn,  ist   von  Bekker  ignoriert     —    Aiisfitlirlir.h«  Ketension   der   Ausgabe  Uekk« 
L  Tafol.  Gelehrte  Anzeigen  dorbayer.  Aknd.  Is54.  Juli- Dezember,  hislor.  (.'loaso  S.  IM— IKI 
—  Bekkere  Test  ist  wiederholt  bei  Uigoe,  Pntr.  gr.   10^,   10»7-  1164. 

Theodosios  von  Melitono:  £d.  pr.  L.  Tnfel  in  den  Monumcnln  luMCularit. 
ftiiBgeg.  von  der  k.  bayer.  Aknd,  der  Wisäensr haften  III.  Glosse.  1.  Teil,  Hooaeliü  ISV.  - 
Ein  >StOck  hatte  schon  Mnrtin  Crusius  aus  demselben  MUnoboner  Üod«x,  4*il  TlM  1 
nutzte,  ediert  in :  Aelhiopicao  üeliodori  bistoriae  epitome,  Prnncofurli  1584  S.  SW— ) 
(Nuptiua  imnor.  Tbcopliiii  Const.  snno  Cbr.  saO  e  chronico  ms  «torfoBiou  r#v  UtXiitV 
qiicid  a.  l'STS  Steph.  (torlnchiuB  ex  illa  urbp  Tybingain  ntlulit). 

pHoudo.palvdenkes:  Ed.  pr.  Anunymi  siripturis  biKloria  aocrn  iib  erbe  oondito  i 
Valeatinjnimm   et  Vnlenlem   impp,  c  vutcri   eudice  (iraeca   deecripta  J.  B.  üianeoni  el 
lattue  vertit  et  nonnullu  aimoliivil,  Bunouiue  1773  (aus  eineiu  Mailänder  Codex  ohne  weil« 
Hilrsmittel  und  ohne  BerÜck9iehliy;uiiK  der  verwandten  Autoren).  —  Nauh   der  MUiictien 
Handecbrjlt  edii^rtc  dua  Work  ohne  Kenntnis  von  der  Auagab«   d«B   Uulognpsei  Prvlew 
d«r  Dibliutliekur  Ign.  Biirdl:  'InvXiuv  lloirdtviiiii'!  hio^ia  tpvauiti.     Julii  PuUucib  liialo 
nhyiicn   aeu  cbrunieon   ab  origiiie   muudi    iia>)iie  ad  Valeiitis  tenipora.     Nunc   pr.   ed. 
I.  H    Monaobii  et  Lipsia«   1792.     Hardt   verglich   den  Tlieodosioa  Me>lil«Doa.  KtA 
Malalas  und  andere  Chronisten  zur  FoaUtellung  des  Textes,  that  aUo  schon  mehr  ala  i , 
Itekkei   für  seinen   Leo  Oraminaticus.    —   JuTü  Pollucis  historia  physica  et   chronioM  I 
J.  11.  Bianconio  e  codieo  Mediolanensi  ämifiiXiii  primum  deaoript«,  nanc  e  cedice  BaT 
auela  et  emendnin  op.   Ph.  Scbiaaii,  Uononiae  1795, 

2.  Hilfsmittel:    K-  Patzig.    Leo    tirammiilicna   und   seine   Sipm,   B.   Z.  3  (W 
470—497.  —  Tb.  Htlttner-Wobst.   i^tlldia  Hyiantina,  pare  I,  Progr.  Drosden   l«80  (h 
Über   da«  Verhititnis   des   Leon   (.immmnliko?   zu    Kodrenns).    —    L.  Tafel.   Do  llieoda 
Molitenn,  Tiibingnc  1M2I^.  ^  Uirkonmcier.  Uober  Julius  PoUux  und  sein  (!csclii«ht 
Danauencbingr^r    U.vninnsinipr.,   KnstuU   1S61  (vBlIig  wertlose  lolialtanngiibe   noch   dM 
gäbe  von  Unrdtl.    —  Ueber  das  xgofayQaifeiiiy  avt^a/Kn-  als  Quelle  des  Poltus  s.  U.  Gellt 
Sexlua  Juliu«  Äfricanus  11   1.  329-315;  vgl,  ebenda  1  57  ff.  —  Th.  Preg«r.  DerChnd 
Julius  Polydcukes.  Uno  TitelfOlscbung  di-e  Andreas  Darnianos.  B.  Z.   1  (1892)  50— M. 
K.  Krunibaober.  Noch  einmal  JuÜüb  Polydeukes.  B.  Z.   1  (1892]  342  t.  —  C.  d*  Bot 
Zur  Chionik   dea   Psi-udu-PoIvdeukea,  B.  Z  2  (1893)  563-568.     Auf  die  TenchMtoT 
des  Vnticanna  163  von  Paeudo*Polydeukes  hatte  C.  de  Boor  scbon  in   .Text«  und  Öl 
Buchungen  zar  Geacliieht«   der  altchristlicliea   Litteratiir*  V  (1889)  2  S.  182  Abm.  1  t 
morkaam  gemacht.  —  K.  Prftchter.  Die  römische  Kai sergesc hiebt«  bis  auf  Diokl«tiia  i 
Cod.  Paria.  1712  und  Cod.  VaÜc  163.   B.  Z,  6  [18fl(l).    -    Hanptschrift:    P.   Hir» 
B^xanlinischo  Studinn  S.  80—115.  —  Dun  dio  zn  %  149  angefahrt«  Iiitler»titr. 

3.  Der  fnUohe  Kyrillos:  In  dea  Ziuammenhang  der  obiRen  Darlegmifia  • 
«4dirach«inlicb  auch  eine  Chronik,  di«  roo  irgend  oinom  Taugenicbta  mit  d«im  ict^ 
Namen  dea  Entbischofs  Eyrilloe  von  Alesandria  gMchmtickt  word<o   itl. 


rdM  KusEn  Hnraklios,  die  IrJArt»  S.  Sfifi  aiimiirt.  Blimmt  wDrtticti  mit  Leon  ßram- 

ll&S,  6~S  cd.  Bonn,  unil  K«dr«nns  I   T.S2.  18^19  «d.  Bonn.     Dieaellie  Cbrunik 

Ider  rem  Andrcun  Diinniirios  gewliiiebene  Cnd.  August.  ^3.   Mit  dJMem  Wwko 

feickt  identiscti    iti«   von   dnr   RigcliBlTimg    iler  Well    bis  ftuf  KnnsUntiD  Purukjro- 

I  RtebcDd«  Ctironik.  di»  der  Cod.  Vindob.  hJHt.  gr.  124  (Nesepl)  unter  dem  Namen 

irgios  Pi«ides  nnil  ü<«  Manches  K^rillos   entbAlt     Vgl.  f'abrifiua,  Dibt  )[r. 

,  V,  473  ff.     Dam  liier  CicorBioa  PJsides  in  Vorbindimg  mit  KvTMIoa  Konannt 

lU  Tietleickt  in  ir^md  Moem  ZusHmtnen bange  damit,  dass  Kyrillos  in  manchen 

Autor  de*  denPimdcH  »hörigen    Kexampron  orsohcint:   vgl.  ^  l'isides   Anm.  4. 

■lliT0  EatselMidiUlig  der  rVaije,  ob  die  beiden   Werke  wirklich  identisch  sind  und 

hwsadtnla  u  niit  ihneo  hat.  wlire  re«ht  riwnnsclit.    dunil   endljch  eiiimol   der 

It  Kj'rilloB,   4tt   wohl   schon  manchrn  Faubgunosaen  vexiert  bat.   iius  der  Weit 

werde.     Vsl-  A.  Wirtb.  Cbrooograyhischc  S|)ttuo.  Krankfurt  a    M,  IS'M  S.  57  ff. 

JohaDoee  Skylitzes  ('/Marri,;  ö  SxviJt^i^i)  war  ein  Mann  in  an- 
er  Stellung:  «uf  dorn  Titel  seine-i  Werkes  wird  er  als  Kuropalates 
ungarios  der  Leibwache  bezeichnet;  Kedrenos  nennt  ihn  in  seiner 
i  Protovestiarios  »nd  (^g^txi'aiog,  womit  wohl  seine  Herkunft  aug 
i«ma  Thrakesion  in  Kl^inasit^n  bezeichnet  werden  »oü.  Seine  Zeit 
cb  ziemlich  genau  bestinunen.  In  der  Vorrede  nennt  er  sich  einen 
DSMD  de«  Michael  Pselloa  (c.  1018— c.  I079|,  sein  Werk  reicht  bi» 
bd  einige  seiner  juridiseheu  Schriften  xind  an  Kaiser  Alexios  Koni- 
iricbtet;  daraus  ergibt  sich  mit  Sicherheit,  dasa  or  in  der  zweiten 
dea  II.  Jahrhunderts  Hchrieb  und  dass  er  das  Jalir  1081  noch 
it  flbcrlebt«.  Die  Chronik  dos  Johanne»  Skylitzes  umfasst 
von  der  Erhebung  Michaels  I  Hangnboä  bia  in  die  Ke- 
des  Nikephoros  Botaneiato»  d.  h.  von  811 — 1079.  In 
icner  HandAchriFt  soll  dem  Titel  zufolge  das  Werk  bis  zum  Ite- 
tritt  dw  AloxioH  Komneno^  (1081)  reichen.  Nach  einer  bisher 
berrschooden  Ansicht  hat  Skyliti:«»  zwei  Redaktionen  seiner 
veranstaltet;  in  der  froheren  reichte  das  Werk  angchlicli  von 
57  (bis  auf  Isaak  Komnonos),  in  der  späteren  soll  or  dasselbe  bis 
I)  fortgeführt  haben.  Diese  Annahme  stfltite  sich  auf  die  Thatsacho, 
euos  die  Chronik  des  Skylitzes  nur  bia  zum  Jahre  10&7  in  die 


366 


Bysuitialsehe  L(tt«rntiirg«a«Uolit«.    I.  Priw&iaelie  Litteratur. 


Rieh  gehabt  und    wurde  hiedurch  ebenso  irre    geleitet  wie   dio  nooctn 
Foreclier.     Eino  Eiitwehoidiiiiß   der  Frage    ist  nur   von  einer  gL'itftucra 
Cntoreuchung  dor  HaDdscliriftcn  zu  erwarten.')     Das  Work  dea  f^yülics 
ist  ähnlich  wi«    dio  frti)K'r(.-ii  Chroniken    «int;  byzantinische  Kaiser- 
geachichte,   d.  h.    es   ist   nach   den    Regierungen   der    einzolocn    Kaiaor 
geordnet,  deren  jede  einen  besonderen  Ab»chnitt  bildet,  eine  Einl«tlim( 
die  bei   Kvdrenoa    verwisijht    ist.     Ferner    ist    sein    Werk    ebeafalla  ebe 
Fortsetzung  dem  Theuphtines,  ein  deutlicher    B«wei8  des  Ansdi«^ 
das  dieite  Chronik   in  den  folgenden  Jahrhunderten  gonos«.     Zwar  ist  die 
Angabe  des  Verfassen«,  er  schüesse  an  Theophane«)  an,  nicht  ganz  «Ört- 
lich zu  nehmen;  denn  er  beginnt  etwa  2  Jahre  vor  dein  Zeitpunkte,  nül 
welchem  Theophanea  endete;  doch  behandelt  Skylitzca  dieee  Zeit,  uLnlich  j 
dio  ßoHchichte  Michael»  I,  nur  ganz  kurz,  er  gibt  sie  nur  als  EinleitDOg  ' 
mm  eigentlichen  Anfang,  der  Oeseliichte  Leos   V,  des  Armeniers.    Ali  , 
ForUtctzung  des  Theophanee  wird  Skylitzes  schon  von  Glykas*)  ausdrSck- 
lich  bezeichnet. 

Litterarhistorisch  hi>chst  interessant  sind  die  Bemerkungen,  weJcbo 
Skylif^es  seinem  Werke  vorausschickt.     Sie  zeigen,  dae»  selbst  bei  «nen 
der  trockenen  und  angeblich  vfllüg  stumpfsinnigen  byzantinischen  Chronistai 
ein  lebhaftes  Interesse  für  die  Geschichte  und  ein  ziemlich  klares  Bewiust- 
sein  tiber  Ziel  und  Zweck  seiner  Arbeit,  Über  die  Benützung  von  Qa«l!a 
und  tibor  die  Bedürfnisse  seiner  Zeit  vorhanden    war.    gkylitzes  gibt  io 
seiner  Vorrede  eine  Übersicht  der  Bücher,  aus  welchen  man  sich  bMitf 
über  byzantinische  fleachichfe  unterrichten  konnte.     Für   die  frllhe««  ZU 
gebe  es  ein  trpffliche.t  Handbuch,  das  von  Ueorgios  Synkellos  begonBfflS 
and  von  Thoophaue«  fortgesetzte  Gescbichtswerk,   Loidor  aber  habe  nach 
diesen  kein  anderer  eine  ühnlirlie  Arbeit  unternommen.    Die  vorhandetrtn 
Werke  seien  teils  zu  kurz  und  zu  ungi-Undlich,  wie  das  seines  ZcitgenoaMO 
PselloB,  teils  seien  es  Monographien,  wie  das  Werk  dea  Oenesios,  de» 
Leon  Diakonos  u.  s.  w.     In  diesen   «eit-n  nur  einzelne  Abschnitte  udA 
auch  diese  meist  parteiisch  und  tendenziös  dargestellt,  so  dags  der  Loior 
oft  in  VL-rwirrung  gerate.      Daher  habe   er  sich  zur  Aufgab«  gemaolit, 
mit  Benützung  sowohl  dieser  früheren  Arbeiten  als  auch  mündlicher,  ««■ 
filteren  Männoni  ihm  zugegangener  Berichte  ein  zusammenfassendes  Hand- 
bucli  der  Gvsi-hicbte  zu  schreiben,   in   welchem   die   parteiischen  Angaben 
weggelassen,  die   WidersptUche  der  früheren  Berichte  ausgeglichen  uiul 
eine  bequeme,  kurze  Darstellung  der  wichtigsten  Eroignisso  gegeben  werdl. 
Freilich  werden  die  Erwartungen,  welche  man  nach  diesen  Worten  hegt, 
nur  zum  Teil  erfüllt;  der  Wille  und  das  Selbstbewusstsein  dos  Chronisten 
waren  stärker  ala   seine  Kraft  und  seine   Mittel.      Wegen  der   grocaw 
Wichtigkeit   der   litterarischen   Vorbemerkung    des   SkyHtzes.   der    in  d*r 
ganzen  byzantinischen  Geschieh talitteratur  nichts  Gleiches  zur  Seite  steht, 
soll  hier  der  Text  bis  zu  der  Stelle,  wo  der  Verfasser  von  seinen  etgenM 
CIrundsätzen  zu  sprechen  beginnt,  wörtlich  mitgoteilt  worden:   "Djv  Jmtofi^f 


')  Vgl.  Joli.  8u(ter,  Njjtophiiros  Bryeu- 
nim.  MOüclieu  1888  8.  89.  mn  sei  noch 
notiert,  dassdaa  Werk  d«a  Skylitxpg  im  Cod, 


Marc.  60&.  fol.  1-261.  nar  bis  K«d: 
•d.  Bonn.  II  dT3.  18  (*k  toite)  rcjcht 
*)  Ed.  Bodo.  8.  W,  17  ff. 


»-J- — j — I ,— — ,„ '\~' "^ r T^ 
!r,fOifov  rov  tmo  yftixmr  xatarrfjaas  fvtrj  rot'  idöfiov  .  flttd 
ü^    aXiof    itttiMxfv  fovttiv  %ip  loiopiift  anoi'4tetf[iaii   .  djity^fi- 

r  ruf   yiloaötfwr  xai    vn^^tnos  ä  'PtXXiig,  xai  n^  rovxoi(  fte([oi  • 

wä^^yor    ttipäfittHn    roü   i^yw    ttjg    ir    äxfftßtiat    ^XTTtrrrtäxaai ,    rä 

Itr  ««Ol-  xm^tmrigur  .twp^cit^,  Ktt'i  üvörr^roi  lotf  ptt'  aviov^  ftföi-actv, 

yftrfltv  juorut'  noti^väfttvot  %mv  ßaeikdmv  xu\   iidü^anfg,  zff  /inä  lira 

Mth^v  y^ywur  /j-xpanj;.  *«*  nXtiOv  ot'.J»'r.  äXXd  «ai  raina  ovx  f<sto- 

■>(  vvYYQtinf^ntym  ißXaif'av  Tot'ff  ftfVYxdi'orra^,  ovx  w^iXrflav  .  o  yä^ 

»irttTt;;    ^fvioi^oi,    fitx^fuf   6    na^Xayiar,   'lioat^^   rtviatoq 

(i-Ofi^A  Ol   Bf^ävnvoti  Ntxi^ifä^oi;  II  äiäxaviii  ä  tPQv^y  6'Aaivii 

(d.  h.  Leon  BiuIcoimk),  Qn'dwuoi  i  »^j  2iiSi,i  yfv6fiftt>4  fT^itigof 

tQvrov  tivftffi6(  xfti  öfiüvt^ftof  6  ri^c  '■'  £tßaait{f  xa&tjyr^äfuroi 

>$,   xai  ö    ijii    loi'Tij)   ^ij/iT/Tpio;   ö   fijf   Kv^fxov  xoi   <i   ju»!«/»; 

i]f  Q  Avii^,  oixtfav  Vxaata^  vnöi/tSiv  nQftatr^aäfirvOf,  6  fiir  Itzmi-ov 

S,  ö  ii  ifiöyity  TititQttipx'"''  f»"*pOf  Ji  yiXov  iyxtofiiQV,  xtd  tv  htopiaf 

röc    iaproT-    i'xaaia^    «Torriijporrr*?  axonüv,    nö^^ai    f»);   xmv  tt^\- 

tgmy  yt*nt«ixaet  JiarQi'tti.  ä.'iorä))!^ l'  yn^  tä  xavä  xovf  avtäv  ^^i'oi'f 

it'nn   xai   fiixffoy   ttrmitrv  tattiQixmi  ot'yy^atl'n;in'ot,  xai  6  fiir  avß- 

ö  a  Ri-rirrai>«ä;.  o  Ji  xa'i  xnrä  X'''{1"'!  aXXoi  6i  xai  tÖ;  JXQOfStiitaK%o, 

Tov  cvv9tii  laxv^iav  xai  rcQÖi  äXXr^Xnvi  iv   tf^  twv  cri'iiiüi'  aifrjy>l<ttt 

tttn*  iXfyyoi'  xai  t«(J«X';^  tot'i  axpotit<ig  ^ftJttrrXtjxafftv. 

f^B  die  Quellen  des  Skylitzc»  bvtriflt,  «o  hat  er  fUr  die  Qc«chicl)te 

atiniflctien  Kaiser  von  der  Thronbesteigung  Leo«  V  bis  zum  Stune 

I  vonieh  tili  ich    dio  Fortsetzung    des   Theophanes  1>ent)tzt, 

_zu  Anfang    für   die  Geschichte  Loob  V  und   f)lr  die  Michaeln  [II 

rBtellen  Oenesiofl,  nachher  für  die  Geschichte  der  Mindorjfthrig- 

tonstantin  Porphyrogcniictos  und  der  Kogierung  Romanos  I  cin- 

Leon  Dittkonos,  an  anderen  Stollen  eine  uns  unbekannte  Qucllo, 

dnen  dem  Kaiser  feindlichen  Farteiatandpunkt  verrät.     Die  Qe- 


368 


Bj&4]itini«che  L{tt«TktargMehifiht«.    I.  ProftBiache  LUt«r&tnr. 


litte rorhisloriachen  GeilQrFuiMo  nur  xum  Zwuck  liiatoriuber  Bel«lirunK  tob  dra  mMtM 
byiaiitiiiisclion  IlistorikerD  veranstaltet  wudlen:  Elistortarain  coniiieBaiuia.  quod  .  ...■ 
Joaono  CuroDftlate  Soülune  (!)....  oonscriptiim  et  quqo  rec«DS  a  Joaan«  BaptisU  Qiblo 
•  Uraeca  in  Lntinam  converauin,  Vmetiia  U7U.  ~  Eine  voIlatAn^ü«  AuMabe  des  gri*tbt- 
•cben  Textn«  wiirdn  für  aborflliasig  ernchtet,  weil  der  itrOHte  Teil  dM  W*Tk«a  fast  aoiv 
tndert  in  der  Chronib  des  Kodrenos  wiederkehrt.  Ilie  Vorrede  des  Skytitu«  «d.  m. 
Monlfancon,  Dibltothoca  Cniillninna  3.  206  If,  and  dai'nacb  I.  Bvkksr  in  Miasr  AufUi 
dra  Kodrcnoi  1  S.  3  fll  -  Dur  lolzto  Toll  des  Sk]rlitses  (1057—1079);  wcldiM  Esdraui 
nicht  moht  nuf^onommon  hat.  wurde  ini  PiuiBer  ('orpiM  tun  Anhang  de*  Kedivnox  h^iiiw- 
gpgebon  vol.  '£  ilßil)  W'- e6S.  —  Darnach  im  Vencxinnor  Abdruck  1729.  —  WWpitwII 
von  I.  Bokker  miL  Kudreno».  Boun  ia3d-39.  vol.  2,  641--7-H.  —  Wiederholt  boi  Mi_ 
l'atr.  gr.  122,  8SS— 476.  —  Eine  voll  stund  ige  kritischo  Ausgabe  des  griccbiscbon  Tos 
wird  von  Juli.  Seger,  für  die  Bibliutliecu  ToubaitrisoB  vorberottat.  Uigo  sin  nodi 
diesem  Jalirbandert  dun  LicLt  der  ^Vett  «rblicken! 

2.  Hiiramitlel:  Fabricius.  Bibl.  gr.  ed.  Harl.  7,  722  ff,   —   Haupttichrift: 
Hirsch.  Dyiantinische  Studien  S.  3^0  ff.  —  S.  ROckl.  BUtter  fQr  dos  baf«r,  OymM 
scbnlwcseu  20  (1684)  ST7-2»2.    ~  Zar  ,§t«inicli<)n  ErlAuterung  und  Kritik:  J.  B.  BurfJ 
Roninn  emperors  (rom  Dssil  II  to  leaac  Komneoos,  Tbe  Knglish  liist.  review  4  (1889}  iQ 
bis  64;  2.')1— 265,    —    Lnthsr  von   Heinemaun,  Oeacbicbte  dev  Normanne«!  U 
Italien    und  Sirilipn   bis   xiim  Aiiwlerben    de«  normflnischen  KOnttshaUM«.     I.  Bd, 
1S9-1.    —   G,    Wnrtrnborg,   Berichtigung   einer   Angnbo    des  SkvIitXM   Hb«»   Kikepbö 
Phokaa,  B.  Z.  4  amä]  478-480.  —  Zur  Usberlieforung:   L.  HahilliB,  Zw«  Witi 
RsB   doa   Johonnee   Skylitzea,    Dias..    Breslau   I)i9l).     Vgl.   die  Beepiechung  ron  P, 
braiDV.  Journ.  Min.  1891,  Dd  2TS.  Novemberheft  S.  2!I0— 236. 

3.  BuAvhtenawert  ist  dos  schOno,  von  Skylilzea  in  amne  Oesohiohte  atifgs 
GrAbepigramin  auf  Nikopboros  rhokws  von  Jobnnnes.    Metrapotiten  v*n 
litenc.  Ed.  Bonn.  2.  378.  Aiicb  im  KüDimeitar  in  Leuu  Dtakunos  ed.  IJonn.  S-  453, 
selbe  ifll  auch,   mit  atlerlBi  Varianten,  aolbatändig  flborlieffrt,  i.  B.   im  Oi>d,  VaL 
Suer.  lee  a.  M— 15  fül.  212.     Vgl.  V.  VBaitjuvskij.  Journ.  Min.  I87e  Bd  1S4 
S.   leg.  —    Im  Cod.  Vutic    Ottob.  861  a.   lA  fol.   168>  — Itil)   folgen   auf   das  Werk 
Skylilies  Voree  auf  Tboophano,   die  Gemahlin  des  Nikephoroa  Phukua,   Über  die 
niehls  hIs  die  Notii  im  Katalog  der  Codice«  Olloboniani  (von  E,  Feruu  und  P.  Bath 
S.  18S  bekannt  ist. 

4.  Wicbtig«  Kigfintangen,  besonders  fUr  die  Geschichte  des  Baailios  ßulgsrok. 
eolhüll  die  in  der  Hauplsacbe  vor  lOlS  abgefasste,  spSter  aber  noch  bis  tum  Jitat 
fortgeführte  Chronik   des  arabischen   Arstss  Jahjh  von  Antioohia.     AukOm  ' 
dpm  arnbiachen  Original  mit  russischer  (Jebersetsilnif   und  Kommentar   ^ah  T,  R,  Bes 
Kaiser  Bnailios  Bulgnroktonos,  AnaiOg^  ans  der  Chronik  JslijAs  von  Antiocliien.  Pe 
lÜliS  I—  Ziipiski   d.  k.  russ    Akademie  d.  Wiss..   Bd.  44.    Beilage  Nr.   1)  Iruss,).    — 
fllh^li(^he    Besprechung    des    Werkes   und  Vergleich   mit    den   byxantinisduin    Qustleo 
Th.  Usponsklj,  Journ.  Min.  1B84    Bd.  232  April  S.  2!J2-3U.    Vgl.    V.  Jagt«; 
slnv.  Phitol.  7  IlSKt)  hV>. 

5.  Kina  zweite  Hnitptiuolle,    welche   den  lUcknnUflfton   griechischen  Bsriclitoa 
Basltias  II  zu  Hitfo  kommt,  ist  der  urabiscbe  Historiker  Al-Mekin.  der  i.  J.  1375 
und   eine  allgemein»  Geschicble    bis  cum  Jabie  I2ti0   liiuterliess.    Er  benQtxt«  n.  a. 
Werk    itea  sloxandrini^phen  Pntriurphi'n    Eutycbioa,    das    mit   dem    Jahre  9,^7    iwhlia 
vielleicht  nnch  diu  syrische  Chronik  des  [guutios  von  Meliteoe.   Die  «weito  Hilft«  i 
Werkes  int  iu  Inleinischer  und  frnnEösiBclier  üuberaetsuDg  vorbanden:   Historia  SoraMS 
ainbice  otim  i-isrutji  u  (Jeorgio  Elinncino  et  iHljne  reddita  operu  et  studio  Tbumao  Krpel 
Liigduni  Bat.   1')2.^.  —  FnuizOsisch:   L'histoire   Mahonietano   du  Macine.    Irad.  por  Pisl 
Vattiur.  Paris  1U5T.    —    Hauptschrift:    V.  Vnsiljsvskij.    Russisch -byuatiancho 
ment«.     U.  Zar  Geschichte    der   Jahre  S7G-98I3.     Journ.   Min.    ISVfi  Bd.    184   " 
S.  117-102, 

152.  Georgioa  Kedrenos  {rtoigyioi  ö  KfSgt^vöi),  ein  nach  eoini>a 
sOnlicIion  VüHiältiiisäOti  gSi)/Uoh  unlickaiiiitcr  Mann,  wnlirsclu-inlioti  Mi5nc 
vorfasHt«  am  Ende  des   U.  oder  im  Atifuug  des  12.  Jalirbundcrte  cü 
St'ivil'ii  iaioffwiv,  d.  h.  ebenfalls  eine  Weltchronik.    Auch  diene»  W( 
beginut  mit  der  Selii)])fuiig,  enthält  dann  ähnlich  wie  Georgio«  Monacbof^ 
Symeon  Magi^trcs  und  Logothotes,  Leon  Grammatikos  u.  a.   die  jOdiscbe 
und  sonstige  orientalische,  endlich  die  rUmisclic  und  byzantinische  Getuhicfat« 
hh  xum  Regierungsantritte  dos  Kaisers  Isaak  Komnenos   lOS? 


G«MbIohtM]ir«n>«r  VBd  Chronisten.    B.  ChrontHten.     (§§  152—153}       3QQ 


Chr.  Der  selbst  fiir  eine«  byaintinischoii  Chronistfln  seltene  Grad  der 
u)elK'<tän<lipkeit  des  Verfassers'  tritt  Bclion  in  seiner  Vorrede  deutlich 
Dvg  hervor.  Diesolbe  ist  nämürh  in  der  Haupt^iftehe  aus  der  des  Sky- 
IM  at^wohriuben;  am  Schlüsse  bemerkt  der  Verfasser,  dam  or  aas  dem 
'erke  des  ProiovC4itiarios  Johnnitos  (Skylitzee),  &us  Georgio»  SynkoUo«, 
Iteophanes  und  einigen  undei  on  Büclii>ni  »ei»  Uandbuch  der'  Weltgeschichte 
MBunetigestellt  habe.  Wenn  wir  seine  Arbeit  auf  die  Quellen,  die  in 
vTorrede  nur  teilweise  mit  Namen  genannt  sind,  untersuchen,  sehen 
Ir  in  d«r  That,  da«s  sie  nicht«  iet  als  eine  Kompilation  auo  anderen  uns 
rtist  bekannten  Werktn,  Ilauptqußllu  ist  die  im  Cod.  Paris.  1712  er- 
lh«ne  Chronik  (rseudo-Symeon;  s.  g  1-19),  danebeR  Theophanes, 
•orgioa  Honachoi«  und  Symeon.  Für  chronologische  Dinge  hält  sich 
MreoM  an  Panodoros  und  dessen  Nachtrelor  Synkellos;  daneben 
(■lixt  er  reiclilicb  die  Ostercbronik.  Vom  Jultre  SU  an  endlich  ist 
In  W«rk  de«  Kedrenos  nicbta  anderes  ata  eine  wörtliche  Wiedergabe 
fr  Chronik  dos  Skylitzes.  wobei  nur  die  originale  Einteilung  ver- 
ischt  im  und  einige  Stellen  wi-ggelasttcn  sind.  Dieser  Tiil  (811  — 10.'>7)  hat 
Ir  ans  also  nur  so  lange  einen  W^ert,  als  der  griecbische  Text  des 
kjrliUes  nicht  i»  einer  eigenen  Ausgabe  vorliegt. 

1.  Auflgabnn:  Ed.  i>r.  Grünen  rt  Latino  G.  Xylnnitor,  BaKilonn  l.'J66  (mit  Korn- 
nUt,  Indtix.  cbrotiologi^fii^n  Tafsln).  —  Im  Ponaer  C'urjiua  ocl.  A,  Fnbrotu«!,  2  volL 
n  lUT.  mit  Kommentar  von  Ocar,  lateiaisohsr  Ueb«rHvlxuiig  und  ijlDiuiir.  —  Abdrack 
■•lig  1729.  —  Im  Bonnw  CoriiuH  «d.  i.  liekker.  2  voll  Uüiiduu  lH3ä -16:19.  mit  d^n 
liaftM  dnr  PariMr  AiWKSbe;  derT«xt  wurdu  bi«r  ausiialiui8w«ise  ctwiu  Koferdort,  indem 
ißkn  flr  d«n  *m  SliJ'lilz««  Blum iij«d den  Abidinitt  eine  von  Bnini-t  de  Prusl»  gefertigt« 
Jitifin  dcB  d«a  Originalwvrk  dt-s  tl^kvlittoa  Hollialt«iid»n  cod.  CuieliiiiaDua  1S6  oeaDtxt«. 

rm  mtuh  vor   vertrMensv«ller  Hingabe  an  Ana    hit<j  gaoz   besonder«  Iflckönlianeii 
aaadrteklkli  p«»arat ««rden.  —  Wiederholt  bei  Migno.  Patr.  gr.  121-122.  l-36ä. 

2.  Bilfamittel;  Leo  Allatiua,  DiAtribc  Ai<  Gporgiis.  iriederholt  bei  b'abriciiia, 
bt.  gr.  «d.  UmI.  12,  82fr.;  s.  auch  T.  4ß4  f.  —  i.  Voas.  De  hiatoricia  ÜniouiB  in  der 
übHrMtoBC  TOB  W««tannaBn  8,  3.^1  f.  —  Uilndliker  nnd  Malier.  Uuteraiicb.  ivi 
Uma  0«*dürkte,  h*nung«eeben  Ton  M.  Badinger  1  {W1\)2^S-2S0.  —  ?.  Hirsch. 
ImHb.  Stndien  aT&  f.  —  Die  im  cod.  l'nris.  ITl'J  erhaltene  Chronik  ist  als  eine  Haunl- 
Jla  dea  Kelten««  nadigawiaacn  von  H.  U^lxer.  Sextus  Jolias  Africaoiw  II  1  (ISob) 
!— SS4.  —  Cel>er  dia  ron  dar  PariRor  NationuJbibliotbuk  neuerilings  erworbene  F'rRgmcnt 
Mr  Baadaehrift  daa  Kadrvnoaa.  l..  Daaliale,  Comptcs-iundus  de  rncndoini^  de»  insnrip- 
m  «t  toÜM  lattraa  IV.  a4rw  9  (1882)  167  IT.  —  Th.  bQMner-Wobst,  Studia  llj-znntina. 
ip.  iJraadan  1S90.  nntennldit  das  V«rhAllnia  dea  Kedrenoe  za  Leon  Grnmmntikaa  fOr 
»Eaiaanait  bb  aaf  Diocietün.   —    Zum  Texte:  Sj).  P.  Lambroa,    B.  7..  1  |1W2j  187. 

Ein  Fragment  der  Adamapoknljpae  Aber  die  Namen  der  Tag-  und  Marhlalundon.  du 
tk  b«a  Kedreaoa  in  ein«  abweichenden,  aber  mit  der  ayrischen  und  aritbiricbeii  Vur^iou 
■■esdeti  t'uauig  varkemial.  ed.  ans  cud.  Paria.  34lä  Motitaguo  Rliodea  Janiea, 
«orpka  Mkecdota  (=  Texts  and  Stndie«  ediled.  \>y  J.  ArmiUgo  Kihinaon  vol.  II  Nr.  3) 
■Mdga.  Universitr  Ptm»  I89S  8.  188-U».  — C.  de  Uoor.  Rjlmische  Kaiseigcschichle 

^Mli04»cbar  pManng.  II.  B.  Z.  2  (1893)  1-21.  —  Dazu  die  lu  jtä  149-150  nnge- 
m  Uttorator.     Geber  die  Qoellon   dar  Troica  bei  Kedrenaa  vgl.  bea.  die   Litteratur- 

0bMS.am. 

3.  Ein  AVHnK  ana  Kedrenoe  vom  AoCaag  der  cbriatlichen  Zeitrechnung  bis  aaf 
■WT  Bc-rakhuM  Mebt  hn  Cod.  Marc.  11  l&I  foL  22-:!31.  Eino  Trobo  od.  I.  Kckknr, 
<k  IWfL  Ak.  I8<1  &  63  f.  ~  Kin  tVasment  dea  Kedreno«  (von  374-  U\]  onlbUt  dor 
k  Cad    Britiab  Mna.,  Addü  M»  26112  a.  12. 

ITiS.  Johoimes  Xiphilinos  (7o»ii-i-i;<;  ö  StfftXiroi).  DasTor  allem 
irch  die  umfassende  Tliiitigkeit  des  Konstantin  Porphyrogonnotos  und 
mtt  Redaktoren  wachgerufene  Intereuse  an  historischen  Studien  und  an 
r  ilteraa  Litteratur  Oberhaupt  blieb  nicht  ohne  nachhattigo  Folgen.    Im 

,  AUcMOBWWlaHM'han  lÄ.    1.  AUlf     ±.  knU.  21 


^mmgk^i^m. 


370  BfiuitiiiiBoti«  LitUratnrgaadiiebU.    L  ProMiaob»  I4tt«ratiir.      ^^H 

folgenden  Jahrlinndert  wie  noch  tn«hr   In  der  KoninonenE«it  treffen  wtr 
allentlinlbfn  8|iiirc-[i    einer  auf  die  Bt-wnlirung    der    alten  Litteratiir  g«- 
richtoton  ButrivbGunikeit.     Zu  den  Autoren,  welche  damals  nea  bearbeitet 
und  wenigstens  in  umfangreichen  Exzerpten  der  Nachwelt  erhalten  wurden, 
gehört  Dio  Ca»8iiis.  Zwei  Byzantiner,  der  eine  huh  dem  Endo  de«  dftei, 
der  zweite   ans  dem  Anfang  de^s  Kwölften  Jahrhundert«,  haben,  nachdco 
schon  die  koiiotantinischen  Exz(--rptoren  den  Uio  CaAsius  verwertet  hatten, 
das    Werk   dieses   (leschichtechreibers  zur   tirundlage    ihrer  histnriachea 
Schrifstellerei  gemacht;   der  erste,  indem  er  aus  den  ihm   ztigAngUdm 
Büchern  deu  Dio  einen    für  che  Bedürfnisse  der  Zeit  hcrechneten,  hficU 
umfangreichen  Auszug  veranstaltete,  der  zweite,  indem  er  einen  andtrei 
Teil  des  offenbar  schon  sehr  selten   gewordenen  Werkes  in  den  Rahm«! 
einer   grossen  Weltchronik    verwoh.      Der    erste    dieser    beiden  Q«i»t4«- 
verwandten  init  Xiphilinos,  der  Kweite  Zonaras;  beide  Namen  sind  h» 
durch  mit  der  GoHchichte  der  antiken  Historiographie  aufs  innigste  v«^ 
knüpft.     Johannes  Xiphilinos  aus  Trapezunt,  ein  Neffe  dee  gleidtp 
namigen  Patriarchen,    lebte  in  der  2.   Hülfte  des   tl.   Jahrhunderta  ÜB  ■ 
MOneh  in  Koustantinopcl.    Auf  Veraula»sung  des  Kaisers  Michael  Parv 
pinakes  (1071 — 1078)  veranlasste  os  einen  Auszug  (^xloyai')  der  r&RUEchia 
Üeschichte  des  Dio  Cassius.     Leider  umfasst  derselbe   nur  Buch  36— G9. 
weil  in  dem  von  Xiphilinos  benutzten   Kxemplare   des   Dio  die  fllbereo 
Bücher  fehlten;  auch  sonst  war  sein  Exemplar  lückcnhafts  ein  sprechend« 
Beweis  dafür,  das»  cs  in  der  That  hScliHto  Zeit  war,  diesen  alten  Autor, 
80  weit  es  noch  möglich  war,  zu   retten.    Übrigens  spricht  manch««  ftr 
die  Annahme,  dass  Xiphilino.t  nicht  den  ursprünglichen  Dio  benUtJcte,  son- 
dern nur   einen  Auszug  desselben  wiedergab.     Durch  Xiphilinos  werden 
also  die  sonst  ganz  verlorenen  letzten    Bücher  de«  Dio  (etwa   die  iirei 
letzten  Dekaden)  ersetzt  und  die  frühüren  vielfach  ergänzt  und  herichtigL, 

Eine  ZuBammonstellmig  iillor  ftlloren  AiUHjabon  und  Uetiprartxitng«n  giU  8*Bi*l 
Reimorus  in  äi>iner  AuagMb«  deü  Diu  Cuwiius  ['.'  votl.  Hamburg  l'äO — 1752)  v«LS,  Ii4t> 
—  Wiederholt  ist  XipliiliDos  iii  dvii  iivurrvu  AusKubeu  des  Dio  Caasius  yob  Bekko'.  Dil* 
dorf.  «uletit  von  J.  Melber,  Uiuag.  Bihl.  TeuWr,  bis  jetit  2  8»nde.  IB90— 1P*(.  - 
)I.  U«upl.  Uolipr  di«  Herknnft  aer  dorn  Dio  CAMiiua  boigel«fteD  Plaoudeisehon  Exi«t«t«, 
Ucrmeii  14  il^^Tä)  M.  —  J.  Maiscl.  Obs^rvstiono»  in  CMsiam  Dionem,  Diu,.  Berlin  Iw 
S.  IT.  —  tl0l)er  eineu  Intoresauiten  Znsalz  des  Xipbilinoa  sn  Dio  v^L  &■  Uarnaoki 
Sitzungsber.  Berl.  Ak.  1894  8.  844.  -  Vgl.  CbriBt.  ()«i4cbl«bte  der  icriaeb.  Utt«ntsr  * 
g  440.  —  C.  Wnclismuth,  Einleitung  in  das  Studium  der  alt«n  öeocfaidit«,  Leipif 
1896  ä.  598. 

164.  Johannes  Zonaras  {'Iwäwtfi  ö  Ztora^Si),  bekeideto  wie  Sky- 
litzes  hohe  Stellen  im  SUiatsdionste.  Er  war  Befehlshaber  der  Leibgsrdt 
und  Vorsteher  der  kaiserlichen  Kauzlei  (ß^yoi  dqovYi/'iqint  tr^i  ß''t^*S  "^ 
Ttqmiatsr^xd^ii^);  später  zog  er  sich  als  Münch  auf  Hagia  Glykeria,  etM 
der  Prinzeninseln,  zurück  und  verfa-sste  in  dieser  Abgeschiedenheit,  «adi 
seiner  eigenen  Versicherung  nui-  der  dringenden  Auffunlurung  einiger 
Freunde  folgend,  sein  Handbuch  der  Geschichte  {EntTOftr^  tcroftmt)- 
Dio  Abfassungszeit  lä-sst  sich  nur  annähernd  bestimmen.  Eine  Frth- 
grenzu  bildet  das  Jahr  1118;  denn  einmal  schliesst  das  Werk  mit  diesem 
Jahre,  und  dann  bemerkt  Zouuras  am  Schlüsse  (IV  260  ed.  Dindorfj  w» 
drQcklich,   er   habe  es  nicht  für  nützlich  und  geraten  gehalten,    die 


2.  OMehtditMhraiber  uid  CbniüataD.    B.  Obronistea.    (§  IH)  371 

fehlende  Zeit  zu  berichtigen:  'EvTav!>ä  ftoi  xö  n*^a^  ijtot  i^(  ffi^yjwq-^i; 

7**9    J'fVÖ    ""'    ^^    kfinovfa    ov    ftoi    XvaitiXii    oi'iT    evxai^ov    xi»^itm, 

8pUest«na  muM  die  Vollendung  A&t  Wcikott  in    den  or»tcn  zwüi  Jalir- 

nfanUin  der  Regierung  tli.«  Manuel  Komnenvs  (1148 — UäO)  erfolgt  sein, 

wei]  daeaelbe  »chon  von  Olyka«,  der  unter  diesem  Kaiser  »eine  Chronik 

•chriel».  zitiert  und  bonQtzt  wird.    Darnach  bestimmt  Mich  auch  die  Lebcns- 

teit    do«  W-rfiuwors;    nie    erstreckt   eich    vom    Ausgange    des    11.    bis 

etwa  in  die  Mitte  des  112.  Jahrhunderts.     Da«  Werk    des  Zonaras, 

Toa  Du  Cange  in  18  BUcher  eingeteilt,  ist  eine  Woltchronik;  sie  beginnt 

mit  der  Schöpfung  und  endigt  mit  der  Thronbesteigung  de»  Johanneti 

Komaeno»   1118.     Doch  nimmt   sie  unter   den  übrigen  byzantinischen 

Weltchroniken  eine  hervorragende  Stellung  ein;  sie  ist  aunfllhrlicher  und 

durch    reichste  Verwertung  jetzt   verlorener  Quellen  ausgezeichnet.     Wir 

haben  es  hier  nicht  mit  einem  jener  mageren,  wundersüchligcn  Oeschichts- 

kompendioD  su  thun,  wie  me  seit  Malalas  die  historische  Litterutur  der 

Bjxantioer  begleiten,   sondern   mit  einem  Handbuch  der  Weltgeschichte, 

dl»  offenbar  auf  höhere  Bedürfnisse  berechnet  ist.     Wahrend  andere 

QtfolUatAn  sich  auf  die  frQheren   bysautiniachen  Saniinelwerke,   hc.'^onders 

uf  Molalos,  Johannes  von  Äntiochia,  Theophanes  und  Cieorgtos  Monachoe, 

fcwchripkten,  hat  Zonaras  wiederum    auf  einige  umfangreichere   alte  Oe- 

■tUcbtAwerke   zurückgegriffen  und    aus  ihnen  neues  Material  gewomieu. 

W)6  er  atofflich  reichhaltiger  ist  als  die   moisteii  übrigen  Chronisten, 

•0  iutt«r»cheidot  er  sich   von  ihnen  auch  durch  seine  Form.     Wahrend 

£•  Chronisten  ihre  Quellen  häu6g  fast  wOHlich  «nedergeben,  zeigt  Zonnras 

■iu  gewisse  Selbstftndigkoit:  er  drückt  meistens  den  Inhalt  seiner  Vorlage 

ktner  und  wenigstens   zum  Teil  in  anderen  Worten  aus.     Trotz  dieser 

nlativen  Vorzüge  bleibt  das  Werk  eine  Münchsarbeit.     Das  vcnHlt  sich 

idioa  aebr  bezeichnend  in  der  Vorrede;  nach  den  timndsät^zen,  die  Zonaras 

Utr  aatvickelt.  wUre  alle  profan wisscnscliafttichc  Arbeit  für  geschäftige» 

MlMgging  zu  halten;  daher  wälzt  er  förmlich  und  ausdrücklich  die  Schuld 

u  »einer  Arbeit  auf  seine  Freunde.     Von   ihnen  erhielt  er  auch,  wenn 

wir  ihm  glauben  dürfen,  genaue  Lehren  über  die  Grundsätze  der  Oeschicht- 

■du«ibung,  die  im  wesentlichen  auf  die  Forderung  einer  kurzen,  aber  doch 

rticbbaltigen  Zusammenstellung  hinauslaufen.     Über  die  Hilfsmittel  seiner 

Arbeit  bemerkt  .Zonaras,  in  einem  von  aller  Welt  abgeschiedenen  Winkel 

M^  er  sich  auf  wenige  Werke  beschrfinkt  (Vol.  I  S.  5.  ed.  Üind.};  manche 

fiteber   habe  er   trotz    aller  Bemühungen   nicht  erhalten  krmnen,   sei  es, 

itm  m  Oberhaupt  verloren  gegangen  seien,  sei  es,  dass  die  Freunde,  die 

ftn  dicMfben  verschaffen  sollten,  sich  nicht  ernstlich  genug  bemüht  liätten; 

m  »elhit    aber  weile  ferne  von  Konstantinopcl    auf  einer  kleinen  Insel 

triff  cor  äattMf  ir  rt^oiiiifi  A'Siattoiiutai  Vol.  11  S.  339  ed.  Dind.).     Be- 

•chtaDvwert  ist.  dass  er  unter  anderem  kein  vollständiges  Exemplar  des 

Pio  Caseius  hatt«. 

Dur  Hauptwert  de««  Zonai'as  beruht  in  der  Krhaltuug  guter  Quellen. 
Wmui  er  auch  dieselben  in  formaler  Beziehung  ziemlieh  selbstlindig 
TerBrbeit«t>  »o  gilt  das  nicht  vom  Inhalte;  daa  ThatsSchliche  lässt  er  so 

24* 


872 


SyBUitiiüsche  Litt«rkbirgesoUclit«.    I.  ProMÜsche  LitUrfttor. 


1 

lieJT 

idlich 
cneu 

1 


gut  wio    unaiigetftstet.      Eine  auBscheidende  Prüfung    der    Überliefe 
lag  ilira  fern:   er  bemerkt  hiorilbcr  selbst  in  der  Vorrede,   die   Ueric 
der  verschiedenen  Autoren  wichen  oft  von  einandor  ab.  uud  er  hattu  gaoM 
Ablinndlungen  schreiben  mOssen,   wenn   er    die  Widersprüche    ulle  am- 
gleiebon  uud  ihre  Gründe  hiltte  untersuchen  wollen;  darauf  habe  er  vef^ 
ziehten  mUsson.     Die  Angaben,  woldie  Zonaras  selbst  Ober  seine  QueU« 
macht,  sind  ungenügend;  zwar  nennt  or  in  der  Vorrode  die  hl.  Schrift,  dit 
Antiquitäten  des  Joseph  und  zitiert  auch  im  Werke  selbst  seine  Autoren 
häufig  namentlich,  doch  geschieht  das  selbstverständlich  ohne  ein  bestimmtei 
System,  so  d»»s  wir  sehr  im  Unklaren  blieben,   wen»  nicht  einige  neuerv 
Untersuchungen  das  Dunkel  aufgehellt  hätten.    Für  die  ersten  12  BUclii<r 
(SchSpfung  bis  auf  Konstantin   den  Grossen)   verwertete  Zonaras  obwecb- 
selnd  je  nach  dem  Stoffe:  das  alte  Testament,  in  hervorragendem  Ma 
(Ion  jüdischen  Krieg    und    eine   Epit^^mc    der  jüdischen  Altertümer 
Joseph,  die  Chronik  des  Eusebios,  den  KircbenhistorikorTbeodoretolJ 
in  ausgedehnter  Weise  Xenophon,  von  dem  er  die  ganze  Kyi-upSdie 
einem  kurzen  Aussuge  mitteilt,   und  ebenno  reichlich   IMutarch.  endlich 
noch  Herodot  und  Arrian.     Für  die  römische  Geschichte  von  Aenew 
bis  auf  die  Zerstörung  von  Karthago  und  Korintli  hat  Zonaras  nur 
Hauptquellen,    nämlich   fUr   den   Faden   der    fortlaufenden    Erzählung 
Die  Oassius  und  daneben  zur  Ergänzung  de«  biograpiiischen  Details 
Lebensbeschreibungen    des    Plutareh. ')      Auf   dicmir   Partie    bonihl  die 
Hauptbedeutung  des  Zonaras;    denn  hier  hat   er  uns  die  im  Übrigen  Ini 
auf  einzelne    Fragmente   verlorenen   etwa   21    ersten  Bücher   des  Dio 
Cassius,  also  ungefähr  ein  Viertel  des  ganzen   Werkes,  erhalten.    IGL 
Xiphilinoe,  dessen  Exzerpte  uns  die  verlorenen  ScMussbQcher  des  Die  t^| 
weise  ersetzen,  ist  demnach  Zonaras  das  Hauptlülfsmittel  für  die  WiedeK' 
herstellung   dieses   Autors,   von   welchem   uns   nur  die   mittleren    Fartien, 
etwa  B.  37— $4,  selbständig  und  annAhemd  vollständig  Überliefert  mi. 
FUr  die  Zeit  nach  der  Zerstörung  Karthagos,  ftir  welche  dem  Zonaras  IKo 
Cassius  fehlte,  half  er  sich  durch  Auszüge  aus  Plutarchs  Lebensbesclire^ 
bangen  des  Pompejus  und  Cäsar.     Dann    aber   erscheint    akermalH  Üio 
Cassius  als  Hauptquelle,  von  welchem  ihm  nach  der  erwähnten  etwa  mit 
Buch   21   beginnenden  Lücke   Buch   44 —SO   teils   noch    im    Original  teät 
wenigstens  im  Auszug  des  Xiphilinos  zu  Gebote  standen.     Dass    er  etwa 
von  Buch  11,  21  an  nicht  mehr  den  vollständigen  Dio.  sondern  die  Epitotn» 
des  Xiphilinos  als  Quelle    benutzt  hat  und  deimiach  für  die  Epociu) 
von  Trajau   (oder  Nervu)   bis  Aluxandnir  Sovorus  für   den  Historiker  hat 
wertlos  ist,  hat  Boissovain  erwiesen.    Für  die  christlichen  Dinge  hat  Zff 
naras  die  Kirchengeschichte  des  Eusebios  herangezogen,  aus  welcher  «r 
eine  Art  kirchMcher  Statistik  mit  besonderer  Rücksicht  auf  die  Bischof 
listen  gibt.     Für  die  Zeit  von  Alexander  Soverus  bis  auf  Konstantin 
Grossen  endlich  benützte    er  Atr    die  politische  Geschichte  den  Fei 


't  B.  Nissen,  Krit.  UDtorauchuQjitiii 
über  die  Quellen  der  4,  and  .i.  Dekade  den 
Livius,  Berlin  imZ  S.  308.  wollt«  die  Vohet- 
einalimriuing   des  Zonorae  mit  Plutareh  uus 


einet  subsidittien  Venrendong  de«  leb 
durch  Dio  Cosatue  eelbst  ableiten.     V|^^ 
gegoD  B.  Uaupl,  Uennos  14,  MO  II. 


leiae  andoro  uiis  uicht  orhult«ne  und  nicht  bekannte,  aber  sicher 

liehe  Quelle,  durch  deren  Erhaltung  i^onaräa  auch  in  dio«er  Partie 
sm   Werte    iat.     Dieser    unlK'kannte    zweite  Oewfihrsmaiin    i«t 

on  Kedrenos  verwertet  und  »tütjito  sich  ftuf  gute  ältere  Quellen  wie 

i»  und  Malcho«.  Ausser  Theophanes  benützt«  Zonnra»  auch  den 
Ip.   den  Nikephoros  Patriarche»,  den  Georf^ios  Monachos  in 

oUstSndigen  Redaktion,  den  Kedreno»  und  den  Ma^nter  und  Lo- 
Symeon,  zuweilen  auch  kircMiche  Schriften,  endlich  die  Fort- 
kg  de»  Georgios  und  die  des  Theophanea  {Biographie  des 
t).  Cber  die  Quellen  des  letzten  Teile-t  d.  h.  fUr  die  Zeit  von 
|118  haben  wir  noch  keine  Untersuchung:  doch  ist  er  hier  jedenfalls 

ibch  von  Skylitzes  und  von  Paellos  abhängig.  In  wie  weit  nun 
JiUin  Quellen  wirklich  aus  erster  Hund  benützt  Bind,  ist  nicht 
gemacht.   Jedenfalls  aber  hat  Zonaro»  ausser  den  Originalwerkcn 

Itere  Kompilationen  zu  Kate  gezogen.  Eine  derartige  Nebenquelte 
rOniiitcbe   Kaisergeschicht«  ist  erat  neuerdings    erkannt  worden: 

bronik,  in  welcher  mehrere  ältere  Werke  schon  zusamniengearboitet 
hat  in  gleicher  Weise  dem  Zonaras  wie  dem  Verfasser  der 
is  Sathas  (s.  g  159)  alx  Vorlage  gedient. 

Nt  Folie  Iiistori»clien  Stoffes,  welchen  Zonaraa  in  ein  Kompendium 
ricnhrachte,  verdankt  er  seine  grosse  Beliebtheit,  von  welcher  die 

ichen  Handschriften  Zeugnis  ablege».  Spätere  Chronisten  wie 
1868,  tilykas.  Kphritin  haben  ihn  reichlich  au»ge»eliriebcn.  Inder 
<it  der  8crbiM':h-8lovenischon   Üborsetzungathätigkeit   wurde   er  ins 

che,  8pät«r  auch  in  andere  slavieche  Sprachen  übertragen  und  von 
then  (iironisten  kompiliert.     Auch   in  der  Epoche  des  Wieder- 

ens  der  Altertumsstudieu  fnnd  Zonaras  aM>ald  xnlilreiohe  Lieb- 
und  wurde  in  lateinischen,  fruiizüeiscben  und  italienischen  Uber- 
!«n  verbreitet.  Erst  viel  später  wandte  eich  dem  Autor  die  wissen- 
cbe  Korttchung  zu,  die  vor  allem  darauf  ausging,  die  hier  in  buntem 


374 


BytamtiniHh«  Litteratargeachlohte.    I.  Prosaisdie  Litt«ratnr. 


■  -    0- 

:iM| 


dem  er  eine  gar  za  hoho  Diktion  temperiert,  eine  gar  za  gemein«,  wi«  & 
von  Vidgariomen  strotzende  de»  Theopbniic«,  reinigt,  gewinnt  er  eine 
ciemlich  fliossciidcn.  durch  nichts  Äuffdicndra  gt-stürten,  in  selbatftndiga 
Teilen  kirchlich  geJUrbtou  Vortrag.  ■ 

Unter  dem  Namen  des  Zonara«  gehen  auch  kirchliche  Scliriftn 
Wonn  wir  auch  keine  positiven  ftciigniesc  für  diu  IdeiititSt  dioses  Zooani 
mit  dorn  Chroniriten  bemt2«n,  ttu  spricht  doch  nuclt  nichts  dagegen.  VieJme^i 
macht  der  Umstund,  daas  der  Chronist  Zonaraa  zuletzt  MOnch  geworden  i<t, 
«8  sehr  wahrflcheinüch,  dass  wir  in  ihm  auch  den  Vcrfassor  jener  kirob- 
liehen  Schriften  zu  sc-heii  hahoit.  E»  sind  Kommentar«  zu  den  Kirchea* 
vätüm,  EU  den  Synoden  und  zum  Kirchenrecht,  UeiligenbiographieB 
u.  s.  w.  Wichtiger  sind  ein  Hymnus  den  Zonaraa  imd  eine  exegetigthc 
Schrift  zu  den  Gedichten  des  Gregor  von  Nazianz.  sowie  sein  filr  dif 
byzantinische  Kircheupoesio  wichtiger  Traktat  Ober  die  Namt<u  xctnir. 
«Ipjuöc,  TffOTiäfftov,  tpä^,  den  er  seiner  Erklärung  der  äarörte  ät-avxäci^ 
des  Oktoechofi  voraosgeschickt  hat'.  Dagegen  gehsrt  das  Lexikon, 
welches  unter  dem  Namen  des  Zonaras  Überliefert  und  ediert  ist,  wahr 
echeinlich  einem  gewifwvn  Antonios  Monachos;  e»  iüt  eine  kurz 
halt«ae  Kompilation,  in  welcher  ein  durch  etymologische  Glossen  erwejb 
Kyritl  den  Kern  zu  bilden  .tcheint 

1.  CUronik:  A.  Äusgnbeu:  FA.  pr.  JoAnaU  Zonurae  Monocbi  etc.  in  tm  toM 
diatinctum  utc  tabore  Hiuroii,vmi  WuUii  Gmooe  hc  Latiue,  Bnaileuo  lohl  (mit  U«ioMn 
Koni  nie  [itOT,  UdM  und  luteiniscIiM  DeberaetcuDg).  —  Im  Pariser  CDr)iiifi  oJ.  C.  ilaoaagiH. 
2  vull.  Paris  1680—?;.  -  Wiederholt  Tenedig  1T20.  ~  Im  Bnnner  Cor(>us:  Ex  rtouiMi 
Mauricii  Pinderi,  3  voll.,  Booiim  1841—1844;  nur  die  erxton  12  Bltchor  mit  den  Vw 
red«n  von  Wolf  and  Du  CnnK?:  der  Absrtiluiw  dieser  Aiugsbe  wird  vorber»i(«t  T«n  TL 
BDttnor-Wob«t  —  VolliatlLndig  ed.  von  L,  Dindorf.  Lipeiae,  ßibliotlieca  T«iibiiniMl, 
6  voll.,  1868—1875;  mit  einer  neuen  KnllBlion  ninea  Monacenais  nad  PoriMna»  M«i*  te 
Baiuben  dor  Pariser  Aiisgabn  und  einem  Sncliindex.  —  Die  AowmbM,  BOcll  di«  f«l 
Pindor  und  Dindorf.  beniiieii  nnf  nn genügender  (irundluge;  BQttner-Wobet  hM  tOt  dcnMl 
ihm  TorboroitotL-D  Sclilussbimd  der  Bonner  Auegubo  ein  reichliches  Bssmatcrial  boiglWfH 
(vgl.  Maine  unlec  venieiuhaete  .\bh»a(lluDg);  ob  mO^e  aber  diu  ganxe  VTcck  auf  OllM 
«inor  IcritiBi'faen  Sichtung  und  vullat&ndigeQ  Verwertung  aller  bekanctea  Haa  ocn  btcat' 
»geben  weiden.  --  Uesumtuusgabe:  Migii*!,  Patr.  gr.  134  und  13d,  I— 438;  ItT  A 
uaoniaoliiM)  Schriften  den  j^onaraB:  vgl_  119.  1011. 

B.  Ueboraatxuufon:  Lutoiniach:  Cornua  Univereae  liiatoris«,  pnM«ertiai  bjrw- 
linae:  J.  Zon^rae  Annalua.  Nie.  Acuniiuati.  Nie.  Gregurue,  Laooioi  Chaleocondjrlae.  LnUCiu 
1ÖG7.  apud  Gull,  Chaiidiär«.  —  Wobi  nur  «in  Nachdruck  ist  daa:  Corpos  hiatoria«  Brat- 
tinae  etc.  Joannes  Zunaraa,  NiceUs  Acouiinalns,  Nie.  Grogoras,  Iiaonicus  CbalmM/hii 
Francofurli  ad  Moenum  n.  15G8lund  nfter).  —  Italienisch;  Hiatoria  di  (jioranai 2>ün> 

Sirimo  r.oDsiRliere  et  capitano  iloU«  guardia  imperiale  etc.  onda  ai  apprand«  vfra  noÜti» 
lelle  coao  pin  Tnemornbili  auuenule  in  apatio  di  WiÜ  anni.  Nusvamoota  tradotta  dal  (hM 
per  Marco  Bmilio  Fiorentino,  In  Vinegia  Ki6ü.  —  FraiitSniaeh:  Chraattgiua  M 
Annalcia  da  Jonn  Zonariu.  indis  et  cjuatre  cens  ans  y  ha,  graad  drungoir«  da  gu«t  et  pKW" 
■aorotBiro  do  ConBÜintinopie  etc.  traduitu.s  par  ,T.  Mitlot  du  S.  Aiuuur  au  oont^  de BmT' 
gongno,  A  Lyon  1560,  -  Nachdruck  unter  dum  TiM:  l,tw  hiaCoirfls  et  obraaiqaM  dl 
nonde  de  Joan  Zonaran  etc.  tr.  par  J.  Mtllea  (at^hr  Millet!)  de  S.  Anaoor,  A  Pam  IUI 
die  Vorrede  un  die  Königin  i8L  gez^ichnot  von  Jean  da  Mauuiout.  —  Hialaire  lUnlta 
jcritejpar  Xrpliiline.  per  Zunarp.  et  par  Zoaime.  traduile  snr  les  origioanx  Grecs,  pu  ItM 
sianr  Cousin,  pri^aidiint  en  la  cour  des  monnoye«.  A  Paris  1618,  gibt  nur  die  inr  bp* 
tung  dea  Xipbiliuos  und  Zoeimos  dienenden  StUck«.  —  Neugrieobisch:  Eine  UaM 
eotxung  ek  njr  «ni^r  «ni  ntCr/i'  laiv  ('pHurüi' verfaaste,  wie  oa  acfaeint.  nach  der  Auctl 
von  H.  Wolf.  Manuel  Chort.ophylnx  nun  Kydonia  in  Kreta.  Sie  steht  im  CoiLBari>.l 
49—50.  —  Uebor  din  «laviachen  Uobertragungen  a.  Y.  Jagid,  Archiv  slav.  PtiileL 
(1877)  14  ff. 

C.  Uilfemittet:  Fabrioius.  BibL  gr.  ed.  UarL  7. 465 - 468  und  Il,«22-2I&j 
Oodofr.  Klaiber,  Obaer\-iitione3  ad  Zonarae  botlutn  Punicum  aeoundum,  StultgarliMl 


S.  Q«ieh!cht«cbreib»r  wai  CtiroiilBt«ii.    B.  Chroniaten.    (g  151)  375 

(Mrtl«M  0«ra4c  lb«r  dU  «na  Uion  eUmm«nd«>ii  Nac])riebt«n  des  Zonaraa  Dber  den  2. 
■wirtiw  Kriea).  —  Wilb.  Ad.  Schmidt.  Uvbor  dl«  Qaellen  des  Zooaraa,  luent  in 
SäüBMiiiii  ZeilKtlirift  für  die  AltorlumiiwiMrnRrhiift  18M9  S.  2:<^~2e5;  dsaa  «ied«rhoIt 
bUindotfa  Aiwfairä  dM  Zonarns  vul.  VI  lunUTsiiclit  in  grundlegender  Wmso  die  «rat«!! 
limcbn  d.  h.  di«  Zeit  von  d<T  ScMiifung  bisauf  SSS).  --  E~Z«Dd«r,  Quibun  0  fontibna 
Jmbdm  Zomitn»  hwuont  MiD*l<e  sum  Ronijinos.  Progr.  Ratinbiirg  1&I9  (ohnn  Kpnntni«  der 
Mrnt  voa  A.  Schmidt  aod  uhue  aelbstJUidixe  l'Srdciiuigt.  ~  J.  A.  Wynn«,  Quaoritur 
mit  UKUtnMitaai  libri  octiivi  Zuuartie  aniiiLliuni  putiliun  nt.  (ironing.  18(10.  -  Dm  V«r- 
Wtaii  in  Zauna  «■  PlulArcb  bt<leu(lit«t  die  gut«,  nuoIi  noiiclK!«  lur  bfSMitmiachon  GrtiiUt 
MiMimiit  AblwBdluig  von  Th,  POboer.  AntÜMtaniin  B^zuiitinurum  apednen  prinuiii 
|b  (^WclMMim  PlitlM«hearuin  partinil«  quvta].  ßymnaaialpruKr.  MeJBMa  1863.  —  F«rd. 
Birieb.  BTUBtia.  Studien  S.  -ill  ÜSI  luntereucbt  di*  QoellMi  Ardie  ZeitvonSlS-Sea),  - 
8.  Haapt.  Nm«  BeitiBge  lu  den  Kiagmonton  des  Die  Cassioa,  Utirmes  14(1879)480 — (46. 
—  Panln*  Sauerbr«!,  D«  fonlibuR  Zonoran  ([iiaesliDOM aelectae  In  den  C«inmentat.  pbilol. 
JWMM  vol.  1  (IK^I)  1-»1  (betrifft  die  Znit  von  450-811).  Vgl.  die  BeBprechuDn;  tob 
B.  B»nel.  Philot.  Atomen  12  ilÖä2}  ä8-92.  -  Ceber  das  VNbAltnia  des  Z.  xu  Eanapioa 
t  L  Jeep.  Jabm  Jahrb.  Sappleneolb.  14  (1885)  64  IT.  —  S.  ItSckl,  Blatter  rnr  da« 
kiMweka  OjliilnaialailKilunnin  21  (I88S)  4—19.  —  Unber  die  flcnlltzung  der  Kpitome 
itf  Altcrttttner  dM  Joeebb  ».  B.  Ni«8e  in  »einer  Aua^abc  des  Jasopb  1  (linrlin  lHül) 
i.  XVIH;  SXHl  ff.  Dt«  EpitMne  eelbrt  ed.  B.  Nieiic  in  .Marliurger  LInivorsitJItaprogrnmman. 
ttajattf  8  Ttile.  Usrbtir«  1887-1811».  -  ti.  Sotiriadis.  Zur  Kritik  dea  Jobunno«  von 
(a.  9  141)  S.  S6  f.         t'uber  das  Verhtltni«  lu    D>o  Cnssiue  vgl.  J.  Motber, 


teiettf  8 


(Mibt*  d«r«b  Zooan»  bai  M.  Bonnet.  Narratio  de  Hirauulo  a  Micbuelu  artbuuK^lo 
OcM  nOrato.  Paria  1?90  ä  XXXV.  -  Th.  BOttner- Wub»t.  Studio  BjutntiiiH.  pHra  I, 
hm-  &r«wl«n  1890  (Vorhlltnia  lu  Loon  Grammatihos  iitid  K«dr«noa).  —  Tk.  Baitaer- 
Vebit.  Die  Abklnpgkcit  de«  Oeachicblschreibera  Zonarax  von  den  erbaltanoD  Qnetlen, 
(^MKlatwiiw  FleckcieenianM,  Leipiig.  T«ubner  leSO  S.  12^-170.  ~  Oegen  dieee  Abb. 
likMHeli  V  Pb.  ttoiüBvvaiii.ZMiara»' Quelle  für  die rOmisolie  KaiiiorgMohielite  van  Nerv« 
IhSnina  AUxMidor,  Uc-tmea  2«  (16»!) 440-452.  -  Th.  Bnttnfr-Wobat,  D^Toddea 
Um»  Jnliaa,  Philologns  Sl  (1692)  561—580  (Fuhrt  dos  Znnnnu  Bericht  flbor  dieaoa  Er- 
.  ripk  ■üf  dea  Attonjmiis  po«t  Dioneia  d.  b.  Petros  riitrikioH  zurflok).  —  Vgl.  onoli  Guat. 
Ittihard,  VfT  IVracHiruc  de«  Kaiaera  Julian.  I'rogr.,  Itoaiuin.  1..  Reiter  It492.  —  C.  do 
laer.  Rami»clui  IUiitcn(e«CMckta  in  b7tantiniaob«r  Fwuang.  I.  B.  Z.  1  (1892)  21-81.  — 
VaiBcinemann,  QnaMtieiiwZonarMe.  Pariiculu!.  Lcipxigor  Diu..  Droaden  lf^95  (wnnig 
KtHM).  -  E.l'atEif.Deb«reiaige(|aolknde%ZuDiiriu,  B.  Z.  5(1!<'II»24— 58.  —  C.  Wacha- 
•alb.  EifilritniiK  in  da*  Studium  dtr  alten  i.ie^cbiuhlu.  Uipzii:  l^9h  S.  132— 12&;  597  f. 
bim  maaehe  iav«tt«at«  Bemerkungen  in  der  zu  d«[i  vorbrrgohenden  ParngrapItMi  ang»- 
lUrtcn  Utlfndur 

D.  robprliafernog:  Bia  jetat  aind  44  Hm  bukannl.  vua  denen  17  am  ganxe 
Werk,  die  Dbrigen  noM  gtteMro  AbicbnitI«  wie  diu  Bacher  1—9,  I  — 12,  10—18  lalso 
^  dar  rflniiacheB  KaiMrgeeeUebt«  beginnend).  12,  81  -  1?  (hUu  mit  Diokletian  legiunend), 
11-18  (nit  Koaslanthi  bediuieod).  aura  Teil  nach  kleiner«  Stticke  QberlieferiL  Daia 
t<imin  no«b  9  unbodculeode  ExiMpteoba*.  In  sin^r  «<iiuig«u  B«,  dem  Cod.  Mntin,  KI. 
D.  S.  a.  14.  aittd  dem  Teit«  MJBlaturbildvr  dm  Knixir  beifteReben.  Genauer«*  Ubor 
4«  Ib^II,  daa  VnrbUtni»  nsd  dem  Werl  der  Ilsa  in  folgenden  Arbeitea:  Th  BDttncr- 
Wabat.  Stadien  ntr  Teiigwwkielite  dt«  Zuuaia».  B.  Z.  I  <1K92|  30'2— 244;  594-59T  (bo- 
tkbtM  aaeli  Ober  die  ersten  AiMgahen)  -  C.  l'h.  Boiasevain.  Zur  bandaohriniioliea 
CAMtiefvrwuC  des  Zonaras.  B.  Z  4  {lH9hi  2.50-271.  -  K.  Krumbaoher,  Zur  Üober- 
■ifamg  de«  Zoaaras.  B.  Z.  4  (189.^)  518. 

2.  KIrcblicbe  Scbriflon:  Rd.  Migne  a.  oben;  dorlsolbal  auob  t  187,  27  ff.  aber 
db  fritliena  Auiigabeit.  --  VgL  W.  Christ,  Cebor  dio  Bedeutung  von  Ilimos.  Ttoparion 
sd  Kafton  in  der  grieckiachen  I'oeMa  de«  Mittelalter«  erlllutcn  na  diT  Hand  einet  Svlirift 
d«B  Zenaraa.  fitnnigaber.  bajror.  Akad.  1970.  TI  ^b—'U>S.  —  Em.  Dronke.  De  Nioela 
David«  et  Zo<Mn.'tnten<r»t>1iM  oarroioum  Gregorii  Naxianieni  elo.  Conflueotibua  1S39  (mir 
^■Klagtkb)  Hitd:  S.  (iregodi  Kaxianxcni  carmlna  seleota  etc.  cara  E.  Dronke,  Gottingae 
mo'B.  Ix  f.  -   Vgl.  a  135  Anm.  «  und  13B  Anni.  4. 

I.  Lesikon:  Johaonia Zoosna  Lesioon  etc.  nunc  nrimtun  edidit  Ranr.Tittmnnu, 
!  nO..  Upüe  t»08.  —  V^.  Zenaraa  glwaae  Mcrse  N.  T.  illuatrata«  a  F.  W.  Kturs, 
t  Pr«gäa>nM  Grima«  18I&— 1820  (mir  unxugnn glich)  -  0.  Haijer.  De  gloaMrüa  graeci«, 
L'Mtta  IÄ2I  (mir  nur  «na  d«r  ErvtknuDg  bei  C^.  Graux.  Arcbivos  de«  miuiions  scinnti- 
tmm  ui  a.  L  Ifl  (1689)  dSü  bekannt|.     ~   L'cber  Antonios  Maoa«hMi  a.  Uerodolna  ree. 


376 


BfKUitinieche  Idtteraturgesohicht«.    I.  ProMuaohe  Utter&hir 


H.  St«)D  M.  maiur)  1  (Berlin  18691  Proefalio  S.  75.  WahnalMtnlich  i»l  dieaer 
Uouachos  identiauh  mit  Antonioa,  dein  Autor  d«a  bokannteo  Florila^uina.  Vgl.  C  Wao 
moth,  Studien  tu  den  KriHchiaGljau  Florilegieo.  Berlin  1682  S.  109  f.  Daxu  die  Litt«« 
tarn  Kai'itcl  .Wfirterbilclier'. 

4.  Kin  Kcwi^iaer  Konstantiaoa   verfaKit«  »in  Gpigramoi  «nf  Jokann««  ^«01 
worin  or  danstilbcn  als  Chroniatea  feiert.     Die  «raleu  Verse  lauten:  Xo'^e  lutitfä  «h 

fiuxqiöv  nivui'  /«'eil',  II  'SoHi'irrtJt   lo   Oarfta   toir  ^fOK/yfiiifay.     Cod.   Bafbor.   I   74. 

1&6.    EonstaDtin   Hanasses   (A'ini'orafni'o;    o   J/mncrff;^;) ,    det 
Leben  ungefdhr  die  ci-sti*  Hiilft«  Je»  12.  Jahrhunderts  ausfüllt,   verfi 
mehrere  Werke  iu  politiHoht;u  Fütifzohnsilbor»  und  ctnigo  Prosasch: 
1.  Au  der  Spitze  steht  eine  Chronik,  Svvoipic  ißtoffixtj  betitelt.    Sie 
fasat  R733  politische  Verae,  beginnt  nach  der  tlblichen  Weise  mit  der 
Schaffung  der  Welt  und  schhes-tt  mit  dem  Tode  des  Nikephoroa  B 
neiates  im  Jahre  1061.  Dom   auBmhrlichoD  Titel  folgt  in  einigen  Hi 
ächrtftvu   diu    Notiz:    i^tyorijitij  Ji   nföf  t^'i-  tfrßatnox^aiö^acav   E^\ 
tr^v  rii/tyjyC   xov  (iuaiXimi  xvgoi-  Marovt^k    ffvv    rip    «t>t«(J*iy^i  «i'rüit  * 
'Jvü^ovi'xif.   Das  Werk  entstand  demnach  auf  Veranlassung  der  Schwä, 
des    Kaisers   Manuel,    der    Gemahlin   »einest   Bruders,    des  Sebastoi 
Andronikos.  lit  dem  kurzen  Prooemion  gedenkt  der  Verfasser  der  wii 
holtijn  Qaben,    durch  welche   die    Prinzeaain   die  Dürro   seiner   milliovon« 
Arbeit  erfrischt«,  geht  aber  dann   sofort  zu  seinem  Thema  Über,   ,dan 
nicht  gewissen  Leuten  .seine  Kode  allzu  schmeichlerisch  vorkomme*  O'n^ 
xoXttxixütiifri?  6ä^ij  itaiv  ö  löyag).     Die  etwas  auffallende   Bemerkang 
wohl  ei«  Seitenblick  auf  Leute  wie  Piochoprodromos,  dessen  abgn 
tiefe  Devotion  damals  selbst  am  Hofe  zum  Qespdtto  der  VorstSudigen 
worden  .tein  mochte:   Mauasses  will  als   ein  Mann   von  Geschmack 
Guten  lieber  zu  wenig  als   zu   viel   thun.     Nur    am  Schlüsse   dea  Wei 
macht  er  den  Komnenen  noch  ein  grobes  und  ziemlich  ungeschickt««  K 
plinient;  ihre  Geschichte  habe  er  nicht  behandelt,   da  sie  einen  Os 
von  Orossthaten  durchsegelt  haben,  wie  ihn   selbst  der  starke  Ben 
nicht  durchmessen  könnte.      Während  Ephraim   einfach    eine  trod 
Prosncrzählung  vcrsifiziert,   sucht  der    Romandichter  Manasses  se 
Darstellung  durch  Redeblumen  und  Beiwörter,  durch  mythologische 
spielungen,  reichliche   Umschreibungen,')    breit  ausgofilhrtc   Gleichnis 
und  moralische  Exkurse')   einen  poetischen  Schwung  zu  verleihen, 
geschichtliche  Verständnis  und  Interesse  bewegt  sich  auf  demselben  spi 
bürgerlichen,  volkstümlichen  Niveau  wie  bei  Georgios  Monaehos  und  Glj 
Als  Quellen  benutzte  er  den  Dionys  von  Halikarnassos,  den  JohaD 
Lydos  und  den  Johanne»  Antiochcnus  in   seiner  ursprünghchen 
stall  d.  h,  ohne  jene  kirchengeschichtlichen  Zuthaten,  mit  weU 
versetzt  Johannes   auf  die   Qbrige   spätere   Chrontslik   {Symcon  Magi 
und  Logothetes  u.  s.  w.)   wirkt«;  auch   in  der  Disposition  der  Ka 
geschichte  zeigt  Manasses  eine  auffallende  Übereinstimmung  mit  dem 
masisclieu  Johannes.     FUr  die  spätere  Zeit  verwertet«;   Manasses  an 


')  Statt  .sterben'  sagt  w  i.  B.  <fot*'oi 
i£r  /oiV  101  aulftaiof  r^  /S  'fl  ^<"'eioii«ii 
(87(17),  liiyif  XStiaifaSm  »al  yg  tfl  navta- 
iiXV  (480S).  mV  m^Xiv  lai  «löfuttoi  ij  ^niotc 
4Hti  'r«t  («32QJ  u.  8.  w. 


')  Z.  a  V.  2648  IT.;  4039  ff.:  418 
4498. 

■)  Z.   B.  Aber  iin  verderblicli< 
kuQKen  des  Neides  V.  8284;  3248  ! 


8.  0«MbicbtKbr*ibwr  nad  Chronist«B.    B.  Obroniaten.    (f  1!^) 


377 


B««odo-Symeon  besonder«  jcn«  iimfangreiclic  Chronik,  dio  auch  dem 
HoBiru  and  der  SynopsU  Sathas  als  Vorlugtf  go>dient  hat.  Die  Beliebt^ 
keit  d«r  Chronik  de«  Manasses  (^rhellt  aus  der  grossen  Zahl  der  uns  or- 
litlt«aea  Handwhriften  und  aus  der  ri^ichlichen  Hcachtting,  die  ttic  bei 
fiteren  Byzantinern  gefunden  bat.  Zuniii-bst  hat  sie  Michael  Glykaa 
knOtzt,  dum  wurd«  sie,  wahrscheinlich  auch  noch  iu  einer  dem  Manasse« 
Uir  nahe  liegenden  Zeit,  einer  freien  Prosabearbeitung  unterzogen, 
bt  dieaer  flosaen  dann  eiiiersoit^  die  mit  Manasse«  Qb«rein»ttiiumondcn 
■izerpt«  dea  Tlanudea,  anderoiHoitö  grosse  Partien  einer  in  der  Volks- 
Bttche  abgefasstcn  anonymen  Weltgeschiehte,  die  uns  in  mehreren 
HachUcfa  und  inhaltlich  erheblich  von  einander  abweichenden  Fa^uiigon 
bfiegt  Ausser  Manasse»  i^ind  in  dit^oics  fltr  diu  Einaiobt  in  die  populäre 
lüchidltaaufraMtun^f  der  Byzantiner  und  für  dit<  griechische  Sprachfor- 
nnng  ungemein  wichtige  Werk  auf  längere  .Strecken  auch  Theophaiie>!i, 
Q«0rg)Oa  HonachoR,  Kedrenoa,  Zonaras  u.  a.  eingearbeitet  worden. 
Id  «iaer  Rezenj^ion  »ind  grossere  Abschnitte  der  Manaseesparaphrase  durch 
Sttdc«  aus  Zonaras  ersetzt 

Wie  andere  Chronisten   ging  auch  Manaases  zu   den  Sklaven   Über. 

Di»  um  1350  entstandene  »lavi.scbe  ühertietzung  seiner  Chronik  gehört  zu 

4«  Iwrvorrageudslvn  LciMtuugeu  der  Hogoiianutim  mittleren  bulgarisch- 

iloveniscfaen  Litieratur.     Ein  prächtiger,  mit  Illustrationen  versehener 

lex  dieser  noch  unedierten  Übertragung  befindet  «ich  in  der  vatikani- 

Bibböthek.    Während  sich  die  Slaveu  da»  Originalwork  des  Manu^ses 

■igneten.  begnügt4?n  sich  die  Rumänen   mit    der  oben  erwähnten  zum 

anf   Manasses   beruhenden    volkssprachlichen   anonymen    Wclt- 

piebichte;  sowohl  eine  kQrxere  als  eine  durch  Stücke  aus  Malalas.  Ke- 

4nbm  und  unden-  Zutliaten  vermehrtt':  Hudaktion  derselben  sind  £U  rumil- 

Weltchroniken  verarbeitet  worden. 

S.  Von   dem   Romane   des   Manasses:     TiÜv    xard    'jQiai<ir6Qov   xni 

r  ilrrta  Xöroi.  d.  h.  Neun  Bilcher  von  der  Liebe  des  Aristander 

Kallithea.  ist  uech  keine  Handschrift  aufgefunden;  wir  kennen 

Werk  nur  durch  die  umfangreichen  Fragmente,   welche  Makarios 

'.TRokephaloB   im    14.    .lahrhundert    seiner  'PoJotuä   einverleibt  hat, 

■ad  duFcb    eine  zweite,    anonym    tiberlieferte    Kliitenlcse.      Wir    finden 

ber  zwar   nur  Sentenzen  und  moralische  Betrachtungen,    aber  sie   ent- 

Ulot  genug  Andeutungen,  um  uns  zu  zeigen,  dass  die  aus  den  früheren 

tumaen  bekannten  (inmdmetive  auch  hier  beibehalten  waren.    Während 

TUadoroH  Prodromos  und  Niketas  Eugenianos  in  ihren  Romanen  noch  den 

Trimelor  anwendeten,  gab  Manasses  auch    hier  wie  in  seinen  sonstigen 

Mmchen  Werken  dem    volkstümlichen  Fünfzohnsilber    den  Vorzug. 

^BJt  ist  der   Citergang  zum  mtgären  und  halbvulgäreu    Honiangodicht 

■hUich    vorbereitet.     Mit  der  Chronik  hat  der   Koman  die   zahlreichen 

1  iQder  und  di«  moroliacheu  Betrachtungen  über  Verrat  (V.  15  ff.),  Verleum- 

:  iaag  (V.  M  ff.).  Neid  (V.  61  ff.)  u.  s.  w.  gemeinsam. 

3,  Ein  drittes  Werkchen  im  politischen  Masse  ist  die  kloine  Bio- 
graphie dea  Oppianoa  (52  Verse).  Manasses  gibt  eine  kurze  Auf- 
z&hiong  dor  BftupUhalsachen  aus  dem   Leben    dea  kilikiscben  Dichters, 


378 


BriaatiniMh«  Littor&tnrgeMhielit«.    1.  ProeaiMh«  Utt«rfttar. 


bomorkt  dann,  ä&a»  er  da»  MoUte  der  KUne  halber  weglas-ie,  erw&hnt 
abor  iiocli  in  recht  ungotM^hickter  Apo^siopifte  die  Art  8cin«3  TodM,  die 
ihm  erwiesenen  Ehren  und  die  Trefflichkeit  (»einer  Dariik>llung. 

■1.  Manaflaes  liat  »ich  auch  auf  dem  Felde  der  Schönrednerei  ver- 
suclit.  Wir  haben  von  ihm  dtc  B«schreibiing  eines  Wandmo^aik« 
bildos.  welches  die  Erd«  als  Frau  umgeben  von  Früchten,  S^^tiuren  u.  s.  w, 
dartiteltto :  'r»i"'  ^iXoao^ov  xai  ^rjtofiiii  xv^ov  hmtvianivot'  lo?  Mctutcai^ 
ixtf^uQt^  fixoi'iafniimy  fr  fia^fitiffii  xvxXotfQti,  xutä  ftt'aor  /lii'  tvJtoptim 
xt'ir  }ri;]'  ^1'  fti>(fqfj  yvrainög.  xi'xXip  <lj  tia^ttai'  ö.-rufiwi-  xeU  titw  ^^tw 
^aXaaai'aiv  *ai  alXmr  JtaifÖQMv.  Auf  dasselbe  Bild  bezieht  sich  das  Go- 
dicht  de&  Manuel  Phileti  über  iem  Bild  der  Ei'de,  welche«  B.  Stark  het- 
ausgegcben  hat;  doch  hat  Philee,  wie  es  scheint,  nicht  das  Bitd  »elbft, 
sondcni  die  Boschroibiing  des  Manasaes  (schwerlich  eine  g^^meinsamo  UtoB 
Quelle)  vor  sich  gehabt  und  dieselbe,  wie  er  es  auch  mit  andureti  Werken  tlut, 
in  Trimoter  bhertragen.  Einige  Verse  dea  Philos  helfen  Bogar  eine  haudschrül- 
3icho  Ltlcke  der  ProHiutchildening  orgKnzen.  Noch  unediert  »ind  folgendo 
Es»ai»:  1.  Eine  Klagerede  über  den  Tod  cfein  es  Singvogels:  .l/ai^ifiR /jri 
ttj)  ftatffoyXrjriii  (was  ist  das  für  ein  Vogoli')  apiov  tt»rf^xn%i.  Ob  Mannrifirill 
etwa  dos  schöne  Lied  des  Catull  Liigele,  o  Venrres  Cupidinra^ue  dii«4 
irgend  eine  Mittelquelle  gekannt  hat,  wird  bei  VerBfTentlichung  des  T«xtet 
2M  untergehen  sein.  Er  steht  in  den  Codd.  Vindob.  philol.  gr.  U9 
(Nessel),  Laur.  Conv.  soppr.  627  und  Bodl.  Barocc  131  fol.  174. 
2.  Eine  Beschreibung  eines  Mosaikbildos,  welches  darstöllto,  wie  dir 
Kyklope  die  Gefährten  des  Odysseus  zerreisst,  während  OdyaseuH 
ihm  einen  ,Schlauch  Wein  dai'reicht:  'Exif^uat^  tixonc/tättaf  *r  <ftafftaff> 
xvxXoif^üt  (Hs:  KPKXottQm)  xaid  fifaov  fiiv  /);i>itmi'  KvxXuna  sov;  YJdi«- 
ff«'M;  iiai'ftwi  StnaTfn^nuavrta  xni  raiftorta  xtü  OJraat'tt  ixvof  ttaxov  ni^* 
yt'fotta  xai  df^ioi'jifior  noati  *«)-  hvxXto^a.  im  Cod.  Barber.  gr.  11  *il 
fol.  107  (wohl  identisch  mit  der  Hs  aus  der  Bibliothek  des  Kardinals 
Sirtet,  welche  E.  Miller,  Catalogue  dos  mss  de  la  biblioth^que  de  l'EscuriaL 
Paris  1848  S.  312  nach  dem  alttiu  Kataloge  notiert).  3.  Eine  Schilde- 
rung des  Fangs  von  Distelfinken  und  Zeisigen  (?)  C^xy^agi;  üXtivm 
ammr  xai  äxatitfdar)  in  den  Codd.  Eacur.  Y.  II.  10  fol.  294"— 296^  und 
Vatic.  Urb.  IM.  s.  15.  fol.  217—221.  4.  Eine  Schilderung  eines 
kleinen  Uenschon  ("Ex^^non  äf^ooiioi'  fux^i')  im  Cod.  Escur.  Y.  lt. 
10  fol.  506"— 507'  (8.  E,  Miller  a.  a.  0.  S.  211  und  217).  5.  Eiaif 
Schilderung  einer  Jagd  auf  Kraniche  ('Ätypcrir*«  «"fii/wof  j'*?«»«"-) 
im  Cod.  Bodl.  Barocc.  131  fol.  180'— 183'.  6.  Uieher  gehören  ondlicb 
ein  Brief  an  Kaiser  Manuel  Komnenos  im  Cod.  Bodl.  Barocc  131 
fol.  182* — 184"  und  eine  ziemlich  umfangreiche  Abscbiedsepistel  ai 
einen  Biitschriftenreferenten  Nikephoros  im  Cod.  Barh.  gr.  fl 
61    fol.    107"  — 112,    wo    die    zum    Teil    nnleserücbe    Überschrift  lautet: 

(ov xvföv  »ttrciartirov   tov   ftavtara^  n^ö;  tv»   trtw- 

XÖftttitr   ^l   nSv   ie^tmv    xv^v    nxr^göptir    tov  . .    djUV 

5.  Kndlich  wurde  dem  Maiiasscs  von  E.  Miller   ein  im  Cod. 
27&0   anonym  Qberliefcrt««    moralisches  Lehrgedicht  (916  politia 


2.  OeMU«hUohr«iber  nnd  ChroaUt«!).    B.  ChroniBten.    (S  ISS) 


871) 


Fanfzehoeilber  in  100  Kapiteln)  zugescliriebcn.  Die  Annalime  stutzt  mh 
Ulf  spradiliclio  Aiiklüiige  und  auf  dii<  BüobaL-htuii^.  (Ia8s  iiiohrm'e  Sti^'llen 
dw  Werke«  mit  FrHgint^Dl«n  des  Ilomaiiei^  identisch  wind,  so  dass  also 
Manasses  sich  hier  seibat  kopiert  hfitt«.  M«lir  gegon  als  fUr  die  Hypotliosio 
«pricbt  d«r  Uoistand,  doss  diosolbe  Haudsclirift  noch  oiii  zwoite«,  vhtüi- 
ÜIs  in  tOO  Ka[Mt«l  got«ilt«8  Moralgedicht  enthält.  Immerhin  bleibt  die 
«nge  Verwandtschaft  des  Werkes  mit  ManaH»e»  zweifelloa;  wenn  ee 
mcht  von  ihm  selbst  stammt,  geliert  c*  »sicher  einem  seiner  Bewunderer 
und  Xachahnier.  Diut  tiedicht  handelt  in  buntester  Hcihenfulge  Qbvr 
Tagenden.  Lastor.  Gewolmhoiten,  Begriffe  und  Zustände  z.  B.  über  Treue, 
Hoihung.  Liebe.  Neid,  Zont,  Jungfemschaft,  Tapferkeit,  die  Seele,  Schaden- 
freude, Versuchungen,  Selbsterkenntnis  u.  b.  w.  Es  erscheint  somit  als 
ins  Breite  getretene  und  durch  allerlei  ZuUiaten  (auch  Sprichwörter 
f.  SSO  f.)  aufgobauMhte  Senteuzensammlung  und  ist  mit  den  didak- 
Werken  de«  Spanea«,  Lapithes,  Sachlikis  u.  s.  w.  zu  vergleichen. 

1.  Chronik:  A.  Aua^ation:  Ki.  pr.  J,  Moursius,  Lngdunt  Etat.  1616.  —  EJ.  A. 
Fabr«tas,  Pa/is  1650.  —  EJ.  I.  Bekker,  Bonn  li^37  (mit  Joel  und  O«orgius  Akro- 
rdilM).  -  Wi0d«xt>oll  bei  Migne.  Patr.  gr.  127.  216—473 

B.  C«bera«t>uogeti:  Latein jiuh  (vorder  VerUßrntlioliung  des griechiBcben  Textes) 
'^ll.  LOw«uklau:  Aniialcs  Conntnolioi  MudamIs   nunc   primum   in   Uieism   prolnli  et 

it  latiiii  fsHi  per  lo.  LvrvcnL'luivm,  Rusel  1573.  --  Zur  sluviachen  Uobw- 
V,  Jagii.  Ajfch.  slav.  Phil.  2  (1877)  12  tt.   —   Joan  BogdBD.   Vedule  cruDioe 

•MO  pana  la  ünidiia.   Bukarest  1891  6.  T5  ff.   —   Eintg»  Abbilduugen   ans  dem 

eben  Codex  der  slsvieobeii  Uebertit-Izung  (Cod.  aUv.  2)   bei  G.  8cblnmberg«r, 

PbocM  S.  Ml.  571,  £73,  S75.   Di«  «beiida  8.  AfiO  Aiira.  iitiert^n  Beecbraibniigen 

üiecJim  Hm  ini  Joaro,  Min.  1^39  Bd  22  und  bei  Teatckov  (?).  fieeclueibang  dn- 

BaBiJRarnTniuneiJinB.  sind  niit  uniugSiiglicIi. 

C.  Hilfimittol:  V.  Hirsch,  Byiantinisclie  Studien  8.  404-412.  —  Ceber  Mur^ob 
dl  Qulla  d«f  PlMiudoMcfaen  Eueqit»  vgl  H.Hniipt,  Hermes  14  (ISTD)  36-64;  2S1--JS7: 
00—446:  lö  (18ä0)  16Ü.  —  ü.  A.  Mystnkides,  ByxsntinischdniitAolin  ßnziehunß«»  zur 
Znt  im  Ottoaea,  SlaUgmrt  1891  S.  90  f.  (Vort«idigu»g  der  (Chronik  in  formul^r  llinaicht). 

''.  d«  Soor.  ROnllMlio  Kaisergeaohichte  in  bj/nntinincbi^r  Kaniung.  111.  II.  Z.  2  (lä93) 

-SMt.  —  E.  Patsig.  Johanne»  Anlionhenus  Fr.  2>W  Snlm.  und  l'mkoii,  ß.  Z.  2  (IkDS) 

—  Proben   aus  der  n>il  Ububssm  verwandten  ruIgUrgripohiscJn-a  wellebronik    gnb. 

den  ZttsamBieubuBi:   mit   Manusses  lu  bemorkon.  nach  don  Oodd.  Maro.   VII  2U 

16  1.  Beklc«r,  Abb.  Berl.  Ak.  1841  S.  54  ff.  und  64.    —   Gcmiueru    Untemudiungoii 

r  im  tt«HMiOMaB,  H«8  und  Quellen vorklLllniHBu  dioser  Weltcbrüuik  bei  K.  Prlchlur, 

nügIrinMUndie  Paraphrase  der  Chronik  des  KonslanliuUH  MiiuaMes.  B.  2.  4  (1B9&] 

-S13.  ~  Zar  rumfinischeo  Bewbeitung  dieaer  Weltcbruuik:  M,  Gaeter,  Die  lurnft- 

VcnüoD  der  IrojanischM  Sa««.  B-  Z.  8(1894)628  -552  (d«ntnche  Upbersetiung  d«r 

.  SM  iot  Wrllchronik).         Dnxn  vgl.  Karl  Prfichter,   Dhs  grier>biitcbe  Original  der 

■iaehcn   Troika.    K.   Z.  4  (I^O.S)  .MS— 54ß,   und  V.  letiin,    Boitrflga   zur   gricchiacli- 

kfimh»»  Cbnm«gniphiD,  ArtJi.  «lav.  f'hil.  17  (1^95)  4If!— 429. 

D.  üeborliefornng;  Snhr  znblrricbo  noch  wi>iiig  goeichtot«  Usn.  —  ITeber  Mneo 
Code«,  d*r  eise  ■netriacfao  Fortantzung  dor  Chronik  bia  12Ü4  enthalt,  berichtet  Pmns 

innt.  CbxD(uqa«a  Byiantincn  du  munuai-rit  11Ü76.  Anccdulu  Hruiullousia  1  (=  Be- 
de tmvaax  publik  par  La  Tnculti.'  da  phitosophic  cl  leltres  de  l'iiniTereit^  de 
9.  faac.).  Gand.  Clrnim  1894  R  10  ff.  -  Kollationsprube  aus  Cud.  Athoue  1580, 
■  bai  Sp.  LambroH,  Catatoguo  of  thc  gr«ek  mm  un  Mouut  Atlios  1  (189ä)  136  — 
1  lllMteo  Haa  MhOreii  die  Codd.  Athen.  1207  und  1217,  a.  13,  —  Im  Cod. 
|*I.  <Brilitb  UiuO  523.  a.  1313.  g;ehen  der  Cbrooik  als  Piooemion  00  Verse  eine« 
I  Hlcbaal  Lnkadea  votsub.    ~   Wie  aus  dem  Romane,  ao  wurde  auch  aus  der 

dM  Miaawa  ein«  Sammlung  der  eent«nxitaen  Stellan  veranstaltet.    Sie 

AI«  hn  Cod.  Bodl.  .Mi*cel].  28S  b.  16  fol.  l*-e. 

2.  BonanlFragnK^nt«}:  A.  AuBcaben:  Ed.  Fr.  Boiasonade.  Paris  1819  (mit  NiketA» 
a).    -■    Kd.  H.  Horeher.  ^»iptoroe  orotici  graeci  voL  II.    Leipaig,    Bibliot.hoca 

M  18&9. 
8.  HiUnnittal:   fl.  Horcbor,   üoimeB  7  (1873)  488  f.,  wo  eino   neue   Kollaüon 


idee 


^C. 


380 


ByxMitiitiaelte  Utteratargeacbteht«.    1.  PfocaiBcbe  Littarator. 


dn  Cod.  MninauuB  mitjKM^ilt  wird,  —  Nucli  iinverv*rtet  »t  4er  Cod.  Vindob,  pkit 
gr.  806  (Nenaol),  weidier  toi.  1  —  16'  Hiil«r  dem  Titel  Vra/aKä  im  ti/f  fljlivr  »o^  «v^*. 
Ttiivu  xcftv  KiumiRi-riVaii  roii  Marico«^  ein«  erhablich  gröamra  Aoulil  v<mi  V«meB  Mt 
dsin  Etomane  «ntbfilt  aU  der  vnn  Roiwuinnila  und  llnrohcr  beoOtit«  Hkrnu»s.  Denselbca 
Tut  wied4r  Cod.  Vindob.  enthalt  d«r  Cnd.  Moan&  gr.  2N1.  «.  1«.  fol.  t44-lS8'.  Ana  dM 
RoiHMi  8t4inni«n  wohl  auch  diu  sentonziOson  Vcmo  doa  MuioMwn  im  Cod.  Bodt.  Tbomt* 
Kon  1$  A.  1349  fol.  461.  Ein«  neu«  Ausgabe  auf  Urnnd  dica«r  Um  in  VorWreitung  ron 
K.   KrnrnbacbsT. 

3.  llioRruphie  dos  Oppianoa:  Ed.  A.  WealnrmitnD.  lt^oy|/ä^f«^,  BrHBMfawu| 
I8&T  S.  67;  nbcr  llsa  und  alture  Aus)cul)en  h.  die  Prolegomenii S.  IX  f.  —  Vgl.  Th.-Henti 
Martin.  Etudos  sur  In  vio  et  les  oBUvr«ii  d'Oppien  do  Cilict«,  Pari«  18B3  S.  IS  E  — 
Ad.  .Austnld,  De  üupinno  o»  eeriptia  sub  eius  nouiinu  traditis.  Golhii  If<76  8.  7  ff:  — 
Nuch  uabenütit  iat  dw  Uod.  Marc.  479.  8.  XII.  fuL  67'  -08'.  buh  welL-bem  die  tn 
Codd,  Paria.  2736.  •.  XV,  uud  2737.  s.  XVI,  vrie  mir  ein«  V«rKl«ichuug  ergehen  bat,  «k- 
geacfa  rieben  alnd. 

4.  Rhetoriache  Sachen:  Die  Ekplimsc  des  Itilden  der  Erde  ed.  pT.  aaa  dem  M' 
eigen  Cod.  Marc.  412  R.  Hnrchor  in  den  Memoric  dcH'  institnto  di  OOirriapand^nia  arcbto- 
logicB,  volnm»  ancondo,  Leipzig,  F.  A.  Urovklinu»  l'iQh  S.  491—500,  —  Die  Mon«£ie  aaf 
den  Astroglenos  wollt«,  wie  os  sc^helnt.  Fr.  Boissonnde  odiaren;  vgl.  aeiu«  AaMdo 
Nova  S.  S34  Anm.  1.   -    Eiiio  (icanm (Ausgabe  »Are  «mUnschl. 

5.  Mornlgodiuht:  Rit.  Emm.  Miller,  Annuiiiro  de  l'naaoc.  9  (187S)  23—75. 

6.  L'ntur  dem  Namon    Ac%   Miidusbvs  sti>ht    im  Cod.  Vindob.  phil.  gr.  149 
fol.  156  fT.  ein  BxtrouünitHGhi's  Gedicht  in  pulitischen  Versen.     Es  ist  j«d«iiMb 
S«lbe  Werk.  welob«a  unt^r  dem  Nnineii  dea  Mhdbssc>b  bei  S.  Dapont«.  Ka9^-ttt}(  yvrm 
i  (Venedig  17ÖC|  S94  -366  (mir  unzngänglieb)  «diort  iat.    Allein  Aieam  tiodieht  wird 
anderen  Haa  wohl  luit  Recht  dem  Tlieodoroa  Prodromoa  lugeacbrii-bon  und  iai 
seinem  Namen  von  E.  Miller.  Not,  et  eitr.  23  (1872)  2,  1—39  udiert  wurden.   8.  % 
dorOB  Prodromos  Mr,  7. 

T,  Ein  aus  einem  Martyrium   alarnmendos  Fragment  steht  mit  d«T  Ue 
Bclirift  Tov  uufuuttf)  im  Cod.  Marc.  XI  31  liwischon  1292  uud  1328  geachrieben)  foL  : 
Per  Name  (lea  Märtyrers  wird  nicht  genannt;    da  aber  von  der  gruln/'f  rwr  aSki^tir  i 
Rode  ist,  kann  es  lich  mir  um  daH  Martyrium  einer  Jener  Gruppen  liandeto,  die  r,  B.  ia 
HibliotliecB   HHgiograpbic^i    riTnecit   Holland.,    Brüssel    ISI^fi   S.  R'i  ff-  aafgeBlbtt  aind. 
Anfangaworti'  Ars  Fragments  liiulcn:   Tnnivivi  /lir  ai  toi  iv^rrov  rfij/iijj-opJiM. 

8.  .\iiB  doni  unendrupktcn  Kiilnloge  der  VaticAna  hübe  icb  die  Notiz,  daas  derCl 
Vatio.  gr.  91.^  fol,  4ö   unter   dem   Namen  des  Konstantinos  Mnnn^es  2'ri/oi  rft  ttjr 
Juiftloi'  linodtoii-,  hcginiii'nd  lli^ewr    u!    *fim%ntcvninK_  entbftll.     Wbs  es  bioinil  fBff 
Biawundlnin  hat,  vermag  ich  nieht  zu  sagen,  da  ich  die  Hs  wie  leider  eo  viele  andare  < 
caniaohe  Bsa  aus  Mangel  an  Zeit  nicht  einsehen  kennte.    In  der  Chronik  bt  der  no 
Verssafang  nicht  lu  finden, 

9.  Im  Cod,  Bodl,  Barocc.  131  fol.  175  stehen  nnoti  d««  ManaBses  KIcphraaa 
den  Tod  seinca  Singvogels  72  politische  Verse  an  seine  Seele  (Beginn:  i  nA 
^it'aaf  vifiiicj  niiQB!  U  ünQoiöitov)  und  ein  Brief  an  einen  Kaiser,  die  tob  H. 
Cox«,  Catalogi  codicum  mss  hibl.  Bodl.  p,  1  |ISä8)  217  vemiuluugs weise,  aber  ohne 
sichtlichen  Grund  ebenfalls  dem  Manasscs  zugeteilt  worden.  Das  erst«  StD«li  sieht  vi 
leicht  in  Beziehung  zur  Dioplra  des  Philippos  Soülarius,  --  In  derselben  EJa  (ol.  48 
stehen  nach  dem  Katalog  von  Coxe  S.  2^  .Formulne  paroeminlos  *Upr»inal1lin  talmlanini, 
quanim  tertin  est  Nicephori  Blemmidae  et  (|uartA  Conatantini  Mantiasis  m  tranmtii 
imperatoria*.  Was  es  mit  dieion  Formeln  fllr  oine  Bewnndtnia  hat,  bedarf  der  l/ota^ 
suubung. 

10.  Verschollen  ist   ein  jambisches  Gedicht  dea  Manassee,  dos,  wie  «a 
WuinofiXDt'  betitelt  war  und  aua  mindeatons  zwei  Büchern  boalaod.     Wir  wisecn  »an 
mir  durch  Leo  Allotius,  der  im  Kummentur  lu  tieurgies  Akropolitc«   Paria   le.ll  &' 
[S.  205  cd.  Bonn.]  sua  .Conatautinns  Munu^es  hb,  SOdoHpurioi'  sechs  IVirnetor  anltthri 

ii  yi}  Rv^artii,  u!  nriJlif  r^ianl^i'n, 

nf^nXut   tje  yfl<,  soaiit   ii/C  olxovfifi-tif  etc 

Wnhmehainlich  steckt  das  Werk  in  einer  Ha  des  Anticu  fondo  Vaticano. 

11.  Im  Cod.  Munac.  gr.  201,  a,  18.  fol.  97,  steht  ein  kleiner  Hymnus  auf  dkl 
Jungfrau  mit  der  rebersclirift:  Toii  fianaa«^  xvqov  »aivtniirtirov. 

I5ß.   Michael  Glykas  (>/(x«i;i  /  rivKÜ^)  wurde  im   ernten   Drit 
{Ici  zwölften  Jahrtiuiidert»  j^eborou  und  lebte  bis  gegen  diw   Ende  da 
jAhrImndcrts.     Im  Jahre  1159   wurde  er  in  L-incii  nicht  nftber  bekannt 


8.  OwoUchUchraiber  and  ChroD»t«B.    B.  Cbronwtan.    (|  156) 


8Sl 


Sttachen  Prozess  verwickelt  und  fingekerkert:  auet  ilem  OcfSngni»  riclilote 
an  Kaitier  Manuel  ein  uns  erlialtenog  Bittgedicht  in  der  Volks- 
rache.  Trutzdom  mit  Blvnduiig  bestraft,  die  aber  offenbar  in  der  mil- 
Bten  Form  au&g4.-ftihrt  wurde,  wandte  er  sich,  nachdem  er  infolge  »einer 
turteiluDfi  in  Not  und  Elend  geraten  war,  im  Jahre  1164  abermal»  an 
n  Kaiser,  indem  er  ihm  eine  mit  tlieologi^elien  Deutungen  in  politischen 
(Fwn  ausgestattete  Sammlung  volkämA»»iger  Sprichwörter  unter- 
iätet«,  der  al»  Prolog  un<l  Epilog  ein  Lob-  und  Bittgedicht  beigelegt  waren. 
ww  spiter  verfassle  er  eine  populäre  Weltchronik.  Endlich  verwertete 
im  siebenten  nnd  achten  .lalirzohnt  des  zwölften  Jalirluinrfertt  »cino  natur- 
«senschafthcben  und  theologischen  Studien,  die  »chou  in  den  Sprichwtirter- 
Icgorien  und  in  der  Chronik  deutlich  hervortreten,  zur  brieflichen 
nntwortunt;:  zahlreicher  an  ihn  wirklich  gerichteter  oder  fingierter  An- 
Igen  Qber  theologische  ticgenstilnde.  Durch  einige  dicsor  Briefe  ttuchto 
'  sich  wohl  die  Qunst  hocligestellter  Personen  zu  erworben  oder  zu  er- 
ittan,  nachdem,  wie  es  scheint,  seine  Verfluche,  sich  dem  Kaiser  selbst 
I  Blbeni,  endgültig  gescheitert  waren.  Ober  die  Abkunft  dea  Olykaa 
ciehten.  wenn  wir  Labbaeua  glauben  dürfen,  die  handschriftlichen  Titel 
Mr«in«timmcnd.  er  sei  Sizilior  (ZixtXjiofi'^]  gewesen.  An  sich  würde  diu 
ald  auffallen;  doch  habe  ich  keine  Handschrift  gesehen,  in  der  Glykas 
ntier  genannt  wird:  in  einer  Handncbrift  aber  findet  sich  eine  positive 
Rgabe,  die  der  von  Labbaeu:*  mitgeteilton  widerspricht.  In  dem  Codex 
H  Klosters  t£r  AAi,.u<(J(iii<  auf  dem  Olympo«,  nach  welcher  Eiithymiades 
aeo  Tfil  der  Chronik  veröffentlicht  hat.  soll  ein  auch  in  anderen  Hand- 
ftriften  ähnlich  wiederkehrendes  Titelepigramm  folgende  zwei  Schlus«- 
me  enthalten: 

^  K(priip«(  ifffifia  irsJ  toi  *iafiov  ro  &itVjiB, 

H  Ol'  ;n'p  imt'^jitit  6  avyyfaiftvi  X'i<  fiißiov. 

^■BUMhiKHCM  authentisch  sind,  wäre  Korfu  die  Heimat  des  Glykas.  ■) 
PnBSmmellung  war  den  handschriftlichen  Titeln  zufolge  die  eines 
ikretirs  (/jw/ipaiotöf).»)  Das  ist  alles,  was  sich  Über  das  äussere  Leben 
M  Glykaa  fe«l«tellen  lisst.  Au»  seinen  Werken  erkennen  wir,  da»»  er 
ilnwo  war,  ohne  jedoch  jene  feinere  litterarischo  Bildung  zu  beHitzeii,  die 
i  Knmnenenzeitalter  nicht  selten  war.  Dasa  er  in  den  Handschriften 
^gelehrt  und  hochweise  (Xopuittnog,  aoyoitatoc)  genannt  wird,  will  nicht 
i  btMgen.  Glykas  gehört  vielmehr  zu  den  in  Byzanz  ziemlich  seltenen 
■etern  «in«*  volk»tarolichen  Bildung  und  Geistesrichtung.  In  der 
Kienenzeit,  in  welcher  der  pedantische  Klasaizismus  jede  populäre 
fung  mit  dem  Stigma  der  Unbildung  brandmarkte  und  gewalUani  niedei^ 
lekt«,  ist  eine  solche  Erscheinung  doppelt  interessant.  Es  gehörte 
iger  Hut  dazu,  dem  damals  immer  mächtiger  anwachsenden  Strome  der 
(baiaierenden  Sprache  und  Litteratur  entgegenzutreten.  In  den  mas»- 
taadeti  KroisoD  könnt«  ein  Mann  mit  so  ketzerischen  Neigungen  sein 
Idc  nicht  niBchen.  Um  so  grö^sor  war  sein  EinHuss  auf  die  breiten 
)t«a    des  niederen   Klvruij   und  de»  Volkes.     Ihren  Geschmack  hat 


htgmtd,  Bibl.  gr.  VBlg.  1  [ntrod. 


*)  Tgl.  S.  279  Anm.  I. 


382 


BjiantiniBcba  LitteratiirgeMihichte,    I.  Proftaische  LiUeratnr. 


Giykas  wie  «inst  Malalns  richtig  getroffen.  Das  beweist  di«  reichlidll 
Verbreitung  seinor  Citroiiik  und  sein«)*  tlicologisclieii  Briefo.  So  ii«t  äÜP 
litterarische  Lebenswerk  diesos  Maiinos  nur  tu  verst«ht>ii,  wunn  niHB  w 
KUAAiniiienliält  mit  Heatrebungen  und  Leistungen  von  Olironisten  wie  Molalae. 
ThtMiphAiieei  und  (K^rgios  Mnnacbos,  mit  theologiaohen  Autoren  wie  Johanne« 
Klimnx,  mit  doni  Glykoti  auch  die  Vorliebo  ftlr  du  volkHinfts^igc  SpHcli- 
wort  gemeiuBam  hat,  endlich  mit  Anliüngum  der  Vulgarspratlitj  wie  Ptocho- 
prodronio». 

1.  Da«  Hauptwerk  des  Glykaa  ist  seine  Weltchronik:  Tov  xi<^i* 
A/i/RiJA  tor  rhixü  {iiiilug  jfpmix»;.  Sie  KerfKlIt  i»  vier  Teile,  von  deoeo 
der  erste  die  Sthöpfuiigöguschichte.  der  zweite  die  jüdisch-orientalischen 
Dinge,  der  dritte  die  rOmische  Zeit  bis  auf  Konstantin  den  Grost««n,  der 
vierte  die  Geschichte  der  folgenden  Kaiser  bis  auf  de»  Alextos  Komnenoi 
Tod  (1118)  behandelt,  1>as  Hauptbe^Ktroben  des  Olyku»  ist,  wie  er  ia_ 
einer  Vorbemerkung  verriil.  uioglieh«te  Kürze.  Diesem  Grundsatze  bleJ| 
er  fitich  getreu,  Ireilich  nicht  in  dem  Sinne,  das»  er  uns  nur  die  wii 
tjgsten  Thatsachen  suramarisch  aufzählte  und  so  ein  Gerippe  der  Wdl 
geschichte  gäbe;  vielmehr  werden  viele  der  wichtig»ton  Dinge,  besoii 
kriegerische  ErcigniH^o,  nur  wenig  und  obenhin  borilhrl',  während  auf  nat 
historische,  anekdotenhafte  und  tlieologische  Digresaionen  unverhSlt 
määHJg  viel  Kaum  verwendet  ist.  Der  Grundton  ist  also  derselbe 
in  den  übrigen  Wcltcbroniken.  Doch  unterscheidet  »ich  von  ihnen 
Werk  des  Glykas  durch  einige  «ehr  erhebliche  Eigenheiten.  Er  war  offenl 
weder  mit  den  zu  seiuL-r  Zeit  landläufigen  älteren  Chroniken  des  Tha 
phnnes,  Gt^^rgios  Monachos,  Symeon  u.  a.  noch  mit  den  dainalti 
verUfTentlichtcn  Werken  eines  Zonaras  und  Mauaj^ses  zufrieden  und 
es  fllr  notwendig,  dem  Bodili'fnii«  der  Jugend  und  der  weiteren  Krei 
ein  wirklich  neues  Buch  zu  bieten.  Daher  kommt  es.  dass  er  in  der  Ai 
wähl,  Di-tposition  und  Bearbeitung  des  weltgeschichthchen  Stofles  der 
ausgehenden  Thronopraphie  gegenüber  eine  ilbcrrascliende  Sclbstünd 
beweist  Qlyka«;  alieiu  hat  den  Gedanken  gehübt,  in  die  ScbSpftiE 
gcschichte.  die  er  mit  der  gröbsten  AusfQhrUcbkeit  schildert,  die  Weis 
de«  Fhysiologus  einzuSechten,  und  wir  wären  ungerecht,  wenn  wir 
Einfall,  den  trockenen  Clironikenstotf  durch  die  im  ganzen  Mittelalter 
beliebte  Fabfizoologte  zu  beleben,  nicht  glücklich  fUnden.  Ausser 
Geschichten  des  Pliysiologus  hat  Glykas  in  seine  Erzählung  von  der 
Schaffung  der  Steine,  Pflanzen  und  Tiere  naturwissenschaftlichos  Hat« 
auH  Aelian  und  wohl  auch  aus  anderen  Quollen  oingoechaltot  Mit  Jen 
Schc^pfungsgeschichte,  welche  Symoon  und  seine  Nachfolger  ihren  Chronik^ 
vorausschickten,  hat  das  erste  Buch  des  Olykas  also  nichts  zu  thuu. 
weitere  Eigentümlichkeit  der  Chronik  besteht  in  den  ungewflhnlioh  ausftll 
liehen  theologischen  Erflrterungcn,  die  gröestonteil«  aus  Väterstdl 
bestehen  und  einer  Katone  vorglcichbar  sind.  Die  naüirhistorischen 
theologischen  Rxkurse  sind  hei  Glykas  so  reichlich,  dass  der  Clironik« 
Charakter  iiuf  lange  Strecken  völlig  verloren  geht.  Eine  dritt*  Eigenh< 
der  Chronik  besteht  in  der  parftnetischen  Einkleidung.  Glykas  wii! 
nicht  nur  das  Werk  seinem  .Sohne,   den  er  in  dem  kurzen  Vorworte 


UBEWll^ 


Uchte  nennt  er  die  bekannten  Kirchenväter  wie  Justin.   Basilios, 

'^DDes  Chrygoetomo«,   Theodorctoe,  Maximos,   Johannes   von 

kskoB,  AoaBtisios  Sinaitos,  auch  weniger  berühmte  wie  Patrikios 

iPrusa  u.  B.  w.    In  erster  Linie  sind  natürlich  die  Autoren  beriiek- 

t,  welche  Ober  das  Hpsa^meron  geBchrieben  haben.    Charaktcristisdi 

|ie  Gei8to«richtung  üi-»  ülykuR  ii^t  e.'>,  dass  «r  neben  dun  unerkannten 

Üchea  Autorität«»  auch  dou  volkmtQnüichon  Koma»  Burlaam  und 

^apb   uIb   Beleg  unfilhrt.     Für   die  historische  Zeit  benutzte  er  den 

teaoa,  den  Zonara»  und  fQr  die  GeKchichte  8eit@11   den  Skylitze« 

wobei  manchmal  schwer  zu  unteivcheiden  ixt,  ob  ein  Stück 

oder  aus  seiner  Vorlage  Skylitze«  stammt.     Zweifellos  bat 

auch  die  Verscbronik  dos  Hanasses  beigezogen,  wie  manche  un- 

Veree    and   Halbver»e  beweisen.     Kndlioh   hat  er   den  Psellos 

eüü^  Nachriohten  noch  SpeüiaUchrifton  wie  die  violgoleeon«  Bio- 

d«a  Patriarehen  Ignuties  von  N^iketas  dem  Paphlagonier  ver- 

In  der  Art  seiner  Quellenbenutzung  erhebt  sich   Olykas   nicht 

^andere  Cbroni.stcn :   manchmal    sind  ihm  infolge  seiner  Flüchtigkeit 

grob©  Vorsehen  begegnet. 

2.  Weitere  Prosaschriften  des  Glykas  sind  seine  populartheologi- 

Briefe  und  ein  gn'is.'teres  theologisches  Werk  in  ztvei  Büchern: 

88.    In  deu  Briefen  beantwortet  er  zum  Teil  Fragen,   die  schon 

'  Chronik  vorkommen.    Soweit  sie  dort  au^ftllirlicher  behandelt  waren, 

einfach   die  betreffenden  Abechnitte  mit  unwesentUchen   redaktio- 

ÄnderuDgen,   vie  ue  durch  die  Form   des  Briefes  bedingt  waren, 

Chronik  hcrilbergenommeu.   Kbeneo  stammen  mehrere  historische 

pel,  die  er  in  einem  Brief  anführt,  aus  »einer  eigenen  Chronik.    Auch 

tilkstQmliche    Anschauung,    die    Vorliebe    lUr    naturwissenschaftlich« 

>ricn.  die  Lust  an  Sprichwörtern   und  gewisse  stilistische  EigentÜm- 

iten  haben  die  Briefe  mit  der  Chronik  gemeinsam.    Dass  die  Briefe 

ügen  jüngeren    Handschriften   dem   Jobannes  Zonaras  zugeteilt 


364  BySABUnlach«  LltterAtargescliichte.    I.  Proaaiacbe  Litt«ratot. 

drittletzten,  vkOIoiclit  aogar  au^  dem  vorletzt«!)  Jahrz^lint  äcn  12.  Jahi^ 
biinilerti  .ttaintnen,  einer  Zeit,  in  weither  ^onaras  Bchwcrlich  noch  gcleht  hat. 
Die  Adressaten  der  Briefe  sind  gi-össtenteÜs  unbekannte  Mönche  und  Laien. 
Sichel-  zu  identifizieren  sind:  1.  Der  (Irosfihetäriarch  und  Sebastoa  Johanne« 
Duks«,  oin  bedeutender  Mann,  dessen  militärische  und  politische  Thitig* 
keit  (c.  114D— 119Ü)  uns  Kionilich  genau  bekannt  ist.  2.  Andronika« 
PalaeologOR,  der  von  Kaiser  Andronikos  Koninenns  (118.1^1185)  zum 
HeerfDhrcr  gegen  die  Normannen  bestimmt  wurde.  3.  Der  Scbaelo- 
krator  M&nucI  Komnenos,  ein  Sohn  des  Kaisers  Andronikos  Komnenoa. 

4.  Alexios  Kontostophanos,  d«r  unter  Kaiser  Manuel  im  Jahre  116) 
als  General  diente  und  1166  an    der  Synode  zu  Konstantinopel  («ilnahm. 

5.  Der  Panscbastos  Sebaatos  Konstantinoa  Palaeologos,  der  eb«n- 
falls  als  Tüiliiebmer  der  im  Jahre  tlfiß  zu  Konstantinopel  abgebaltenn 
Synode  bekannt  iet.  FrUher  liabeii  ihn  einige  Gelehrte  wie  OadJMiB, 
Laniius  u.  a.  irriümlich  mit  dem  Kaiser  Konstantin  IX  Palaeologus  idonti- 
fixiert  und  darnach  den  Wlykas  ins  l.*>.  Jahrhundert  gesetzt.  6.  Theodon, 
eine  Nichte  des  Kaisers  Manuel:  sie  ist  zweifellos  jene  von  Xiketas  Ako- 
minatos  wegen  ihrer  Verschwendung  und  Anmaesung  getadelte  Mfitreasa 
des  Kaisern  Manuel,  die  am  byzantinischen  Hofe  die  Rolle  einer  kleineii 
Pompadour  spielte.  Diese  oflTenbar  sehr  temperamentvolle  Nichte  mi 
Mätresse  in  einer  Person  hatte  irinen  Mord  aus  Eifersucht  begangen  nnJ 
verzweifelte  deshalb  an  ihrem  Seelenheil;  da  nahte  ihr  Glykaa  als  Spender 
geistlichen  Trostes  und  suchte  in  einer  ausfuhrliehen  Epistel  die  fUntthrbe 
Mörderin  durch  christliche  Ermahnungen  und  durch  Beispiele  bekelirtw 
SQndcr  au»  der  byzantinischen  Geschichte  zu  beruhigen.  Intcreaaant  ist 
ein  Brief  an  einen  unbekannten  MOnch,  in  welchem  Qlykas  ontertbSnig, 
aber  entschieden  eine  Schrift  des  Kaisers  Manuel  Über  die  astrologlaebe 
Geheimlehrc  bekämpft'. 

3.  Über  das  vulgärgriechische  Kerkergedicht  und  die  Spricli* 
wörtersammlunp  mit  ihren  metrischen  Beigaben  vgl,  die  Parflgrsplifiil 
«Michael  ülykas"  und  .Spricli Wörter"  im  Abschnitte  .Vulgärgricck 
Litteratur*. 


].  Ausgaben  d«r  Chrooik:  Zutrat cinti  lat«inisofao  Cebereetnuig :  AnnalM] 
Qlyc4ie  SievU  etc.  uani;  primuiu  Laliniun  in  1in((iiani  tjaiiB«ripti  et  eilJli  per  Jo.  Ii«n'^ 
clavium.  BaAÜeae  Ibl'i.  —  T«in  griecliiaclieii  Toxi«  nierst  dM  Stade  von  Jolin Cainw 
bia  auf  KoDetaalin  den  Oroasen  nnttr  ileni  Titel;  Tlieodori  Metochitae  bwtorta*  Roouaai  t 
Juliu  Caemre  ad  Constant.  M.  Über  aingularis,  Joniinea  Moarsiu«  primDs  vqlitiiTit  *t  ia 
liiigunm  Latinani  (rnnalulit  «tc.,  Lugduni  Batavonim  ll31(<.  Die  jtutvitung  ilr«  Slllrkn  M 
den  Lebref  d<>8  Nikephorna  Gregonta,    den  vl^^tspltig   gebildeten  TUflodaren  Motockilet 

St  1882)  bernht  <inrHiif,  <Inss  die  von  Meiirsius  benütite  HundsEhrin  den  "ntol  Iiuk:  T«t 
oytttn/iav  x«i  no^uinlou  Sfajiägov  fv  .Ifitn/i'tni'  jr^arixör  «nö  xiiattvc  x6afi«v  Alittr 
ntfl  it  Dtipnroü  nn'i  i^s*  y^i  etc.  S.  die  ttEScIireiliunj!  dieser  spttter  nnch  Berlin  galangtü 
HandBebrift  von  Friodr.  Üodenburg.  Misoi^llunea  Lipaicnsia  12  (l'Ü}  ä.  20— SI.  «• 
Ueuraius  vertoidisl  und  mit  unxulauulitbon  (iründon  der  Nuchwpia  Torsucbt  wird.  Tb.  U<l«- 
diiles  hab«  daa  Werk  des  0)}'biiH  abgcHcItni-'beii  und  (ür  sein  eigene«  aua^tegebeD.  Ihalldi 
wie  Kedreno«  den  Skjlitzea  rast  unverändert  in  tieine  Chronik  aufnahm,  Autmlieh  wie  li 
der  n^rlinnr  tl«  lantt-l  tUi  Titel  iin  Cod  Bodl.  Canon.  90  a.  IS.  d»r  einst  in  Bantnj 
von  Menraina  wnr:   Tai  iopoitBiatt  xti'i  ao^Nrn'ioii  HioduiQov   loii  Mna^iiov  url 

i<ti  n'M Ol'  xfo"""'''  »■  »   w.    Wie  sicli  diese  H«  lu  der  tlerlinor  vvrlilJt,  ial 

unbekannt.  --  Er«to  volliitjlnditt<>  Aufgabe  im  Pariser  Corpiw  vi>n  Phil.  I.nbhaeue. 
1660,  ~  Wiederholt  Venedig  1729.  —  lui  lionnor  Corpus  recogn.  1.  Bokkor,  Bona 
(rvich  an  DruDlcfehlom  und  aonstigan  CD«b«Db«iten).  —  Wi«derhoU  bai  Migoa,  Palr. 


2.  OMftUcbUchrBlbtr  und  ChronlatMi.    B.  CbroDisten.    ($  157)  3S5 

IM,  1—624.  -  KinMT«il  dor  Annalnn  i-ä.  aii»  otnM  in  einem  Olymiiusklu^ler  bafindijalieii 
Hudackrift,  Mhaanorwait»  ohno  irgrnd  me  Kenntnis  vo»  frllheren  AtmgHbeii.  Cliriato- 
dolo«  KnthymiadoN,  "Br  »raciilorUn  IXdH.  8".  208  SniUin,  8.  Lorihiii),  Uibl.  gr.  vulg.  1 
118110)  IntrodactkiB  S.  19  f. 

Oeftamtauigitif:  Higne.  Patr.  gr.  ISS.  gibt  nin  xiomlidi  vollstAndignR  Beper- 
krinai  <lcr  fiüherra  Lnstnngeo  fUr  Gljkaa.  ao  die  Notixco  vun  Fnbriciux.  di«  inhnlls- 
aimea  Ablwiidlungca  von  Laniua  iD^licim-  «ruditormn  vul.  1  und  Vit.  Cuiiiin.  Oudini 
Am.  de  aeUte  i^t  aeriiitiB  U.  Glyoe,  tudlicli  tius  ilem  Tiinn«  UaaditclirifteiikutAlog  ein 
Ttnatcknia  der  in  Taria  bofind]iiih«n  Bri«fo  daa  Gl^-kas.  naeli  den  Annalvci  Huuli  die  bin 
Wi  racbesd«  Forte«lxang  dM  Leunolitvius,  dazu  dio  BriHfu.  ~  Zu  doii  ßrieron  vgl.  aucli 
4m  bai  MigBe  abM«eh«n«  Veneiclmts  der  Cebersclirifti'n  Hua  dem  Cüd.  Noniunua 
I  (V«m4.)  III  bM  J.  A.  Mingarelli,  Groeci  Codices  ihm  apad  Nanios  |iatiic4oa  VenetuH 
mmtH.  Bo)o«an  1784  S.  213-324. 

IN«  Ijtlrratur  so  d»n  Bri«f<in  s.  S,  8K,  ga  dem  Kerkergedicht  und  der  Sprich- 
«ttleraaDinlune  in  don  »bon  bczDiclineton  I'nruginphen. 

i,  Uilfsmiltel:  Einige  Oltfrn  Sc lirif ton  bei  rnbriciua,  Uibl.  gr.  «d.  HnrI.  T,46S  f.; 
I  II,  IfW — 2(M.  —  Friod.  Vator.  üur  Kunde  grirdiischer  Ute  in  Ruräland,  Jahnn  Jtlirb. 
I  hlf IwiMlfcand  9  (=  ÄTcliir  fttr  fhitol  und  l'adagugik)  1»43  8.  ö— 16.  gibt  uim  einer 
UBnbar  selir  spkUn  Hb  der  k.  Akademie  in  I'eleraburg  Vuriaiiten  xu  den  Annelon  und 
^■itäM  aber  die  Briefe  —  E  du  Muralt.  Eflsai  de  cbionogrspbie  Bjuntine,  vol.  1  (lB5.'i) 
UK.  XXVIT  (erKllmt  ein«  Peteraburxer  Ha  der  Clirunik  vom  Jahrs  I17ÜJ.  —  F,  UirRoh, 
■knaiL  Studien  S.  SM-  403.  -  Zinn  Texte:  Spyt.  P.  Lambros.  B.  Z.  8  \l>i\tit  IG6.  — 

Stjt.  f.  Lanbros.  Rin  nenef  Codex  der  Chtoijik  des  Glvkas.  D,  Z.  4  |]8d5)  I>14.  — 
tBptsrbrift:  K.  Krumbacher.  Miehael  Qlj'kas.  Silznngsbor.  bnyer.  Ak.  1804  S.  301 
I  tii  400.  Daiu  eine  rlironologiecbe  flerichtigung  von  Job.  Drttseke.  7,ii  Micbael  tiij'kHS. 
I  IL  L  &  (ISKI  54--62.  und  venchiotlene  BeiIrKgo  von  K.  Kurtx.  Neue  philol.  linndsfbnu 
I  HtS  Nr  14  S.  221  K.  tind  M.  Trnu,  Berliner  pbilol.  Worbonsohr.  l.SSä  Nr.  r.l  S.  1<30S  IT. 
F  3.  Win  din  Chronik  Aa*  lil.rkaii  in  einer  tterliner  und  einer  Oxforder   K«  fllUchlidi 

I  Imi  Ifceodoro*  Uelochitvs  lugcitrilt  wird.  >o  onUiUlt  oiou  üv  das  Eaourial  diu  Werk  unt<>r 
4ea  te«  Niudas  du  UToncherrübrendeuTilel:  Aaouiiovioq  mv  /tiaaitrivev  [ityrUav  iiaiffn- 
■f/*r  jfoim'r  fAttii  ']fi'9iulo^i'n(  xal'  fnito/A'f  ttaf  l^i  Siiailtlat  'Ibibh'oif  foi*  TCi,tl'ox^. 
I  MHT  aooat  lubekasiit«  nnd  tieralich  rataelhaft«  L»omedon  Lakaponos  wird  nur  noch 
I  k  aber  B»  d«r  Pttber  Natioualbibliutbek,  welche  mehrere  auf  die  EroleruDu  Kr«lK&  |U61| 
I  hrt^Bcbe  StQeke  in  italienischer  Ueber«elzuijg  enthält.  ulsClironist  erwähnt.  Sii  Laiubroo. 
I  Ihlttin  de  Mirtaspend.  halldn.  2  (I^Ti^)  MS  -521.  nndi  «iiine  'iito^ial  fiihiijfiatn.  Athen 
I  ttU  S.  I4*'>  fl.  —  Th.  Uscenskij.  Quelijues  nbserviilions  sur  1a  diionioue  de  Lsera^don 
I  bcBptsc.  B.  Z.  3  (1S9S)  122-  I2;>  [verwertet  die  Escuiiiilh»  fUr  die  Kntik   dos  Glykaxi. 

r  137.    Joel  (Vott^'A),   ein  gänzlich  unbekannter  Mann,    verfasstc,  walir- 

I   «ckiiiiicli    in    ilei-    ii^dt    de»    lateinii^clion    Kai»oHnms    (1204—1261),    auf 

[  «Wch«e  die  Sch)uMbeiii(u-kung  liinzutloutun  »chbiiit,  eine  summarische 

I   ffeltchronik:  Xforoy^a^i'u  tr  avrötpti.   Sic  beginnt  mit  A<]am.  behandelt 

I  ia  Abrtis«  die  jüdische  und  »onstigo  orientalische,   dann  die  rilmische  G«- 

[  icktchtc,  endlich  die  byzantinische  Zeit  bis  zur  Hrnbening  Konstnntinopels 

itath  diu  Lateiner  1204.     Sie  ist,  wie  es  scheint,  in   ihrem   UauptteJIe 

■i(liU>  anderes  als  ei»  Auszug  aus  Goorgios  Munuchos  und  der  ersten 

rurlautzung  desselben   (bis   'J4^).     Vür   die  spätere    Zeit   beiitltzte   .Joel 

4ita  8  k }'  1  i  t  z  e  8.      Das  ganze   Machwerk   ist  äusserst  dürftig   und  hat 

«■der  bisConjicheii  tioch  litterarischen  Wert;  der  Verfasser  berichtet  nur 

Kinen  und  Kegieruiig^zeit  der  einzehieii  Kaiser  und  knüpft  daran  einige 

knta  Nachrichten,  welche  porsOnliuhc  Vet)iültjiiin>c  oder  kirdiliche  Ditigc 

1.  Anagnbati!  Bd.  |r.  im  Pariaer  Corpus  von  Leo  AUatios  nu.  mit  Georgtos 
Aknfolitea  nad  JoaBiiea  Konanos,  Paris  1631.  —  Wiederholt  Venedig  1729.  —  Im  Bonner 
Cmmh  recegn-  I.  Beicker.  Bonu  I83T,  mit  MauiiBiiea  und  (Seorgioa  Akropolites  (ohni: 
riiiBMiH  <1m  Tbxt«*).  -  Wiederholt  bei  Mi^oe,  Pulr.  gr.  139,  223-28S. 

2.  Bilfamiltel:  F.  Hiixch,  Ujxant.  Studien  S.  10»— 115. 

S.  Im  Cod.  Vindob.  ibeiil.  gr.  804  (VeHeil  folgt  nuf  die  Chronik  des  .lovi.  die 
4wt  fnl.  229  -8ö7  ebne  Antonuuaen  überliefert  int,  al*  Kpilog  ciu  in  Hpxjiiuetem  nb- 
tifwlii»  ülsirr  gr  dirht  K/(  irir  iiXiuaii' tu);  Kuii'ain.riii-vvniXnut.  üegiimT '" /'f>'nltfi'e^'( 
AlUvIaBtTliHn Beilud  IX.     t.  AUlg.    2.  AmS.  2^ 


SS6 


Byzuiti Bische  Litteratnrg«Mhfchto.    I.  ProtftUoha  Utterftbir, 


ij  ßaalXtia  fiiy'  i/qi:  ;tfi'/i;/(«.  Vgl,  dnn  K«tnl(ifi  vnn  Lumbfcins  *i.  Kollnr  Mb.  V  S.9^| 
DflMelbo  (iodiohl  ohnn  Jool  im  Cod.  Athouo  3814,  s.  16,  Kr.  12.  V^l.  Sp.  V.  Lkmbrifl 
Ein  acatir  Codex  d<ii>  Jn«),  ß.  Z.  S  (1896).  fl 

158.  Johannes  der  Sizilier  (luäm^g  i  Sixtluötij^).  Mit  dieael 
Namen  verknüpft  ukh  vw  ungi<lö»tue  Bäteel.  Die  Sache  vorhIUt  sich  «In 
Im  Codex  Yindob.  bist.  gr.  99,  s.  1-1,  der  mit  dem  Codex  98  zu  etn«fl 
Bande  vereinigt  iat,  t<teht  fol.  1  — l'l  der  Anfang  einer  Clironik  mit  dem 
Titel:  Svvoifiii  XC*'""1  ^^^  'Adüft  Ji]v  ä^xi]V  Xnßuvaa  »ai  ntiaa^  Ju^Mvaa 
Toe  inl  yf]s  iityäiag  ßaatltia^  tws  ti  i^;  Kwyatarrirop:iöi^tas  ßaaxUoi 
xai  rraTfiäffXCi  äx(>ißo)i  xaiaXiyovan  fw(  tmi'  jf^örwi-  T^f  ßautXtitti  Kojtvi^ni 
fctfoJioßot'  xov  Aäaxa^i.  Dazu  ist  von  einer  späteren  Hand  gefUgt:  «*»■ 
XuiTov  liaäri-ov  und  darüber  von  anderer  Hand  noch  einmal  toidwov  «i«- 
Xmtov.  Die  Clironik  beginnt:  'Aiäft  ö  npiSto;  vTtü  &Tt>i<  nXaa&ti^  iiv9fwj9i. 
Nach  einer  kurzen  chronologischen  Übersicht  der  ält«aten  Geschichte  der 
ABsyrier,  Ägyptier,  Qriechen,  Juden,  Perser  and  Ptolemäer  folgt  eine  aoR- 
fUhrlichß  Erzählung  der  trojani»chon  Sagen.  Mitten  in  die^r  bricht  die 
Uand«cbrift  ab.  Der  allergrösstö  Teil  des  Werkes,  da«  »ach  der  Über- 
Blirift  bÜ!  auf  Tboodorü«  Litekaris  (1204)  reichte.  i»t  also  verloren  ge- 
nügen. Der  Anfang  des  Werkes  entspricht  dem  Anfange  des  von 
Gebwr,  Sextus  Julius  Africanus  II  I  ^.  M-i  ft.,  besprochenen  A'^ovtxJ 
fTTixo/ioy  (im  Cod.  Vindob.  tbool.  gr.  40  und  wabrachcinlith  auch 
Cod.  Vatic.  gl-.  433.  s.  16,  fol.  244).  Dor  Abschuitt  über  dio  trojaniecha 
Sagen  stammt  wahrscheinUeh  aua  Johannes  von  Antiochia.  Das  gao 
Fragment  stimmt  in  der  Kauptsadie  mit  dem  Anfange  der  Synof 
Sathn«  überein,  in  der  jpdoch  die  Troika  fehlen,  und  e»  »«cheiut  i 
das»  beiden  Chroniken  eine  gemeinsame  Hauptquelle  zu  Grunde 
Ähnlich  wie  das  Wiener  Fragment  beginnt  die  kurze  Chronik  im 
Vatic,  gr.  432  fol.  244;  sie  geht  aber  schon  nach  dem  ersten  Satte 
jene  Tabelle  über,  die  Nikephoros  P.  im  Xeoroy^ftfixäv  avrroftar  bi«t 
und  kommt  also  Ülr  .Tohannes  Sikeliotes  nicht  in  Betracht. 

Eine  zweite  Haupt^haudcbrift,  in  der  .lohannes  der  Sizilier  als  Chroo 
genannt  wird,  iät  der  Codex  Vatic.  Pal.  394,  s.  16,  S82  BlSttor. 
Titel  lautet  hier:  Xfovixöv  avvio/tor  ix  Jtatjpo'piür  x^oroy^ätfatr  xat  ^>;y>,t 
itvkXiyiv  xai  av\tf!^ir  naiiu  'liotifrav  /loraxov  tuv  2itxtXta>top,  toi' 
XHr^ftaiiattvio^  vrsitQitv  naiQuiQxoi'  kmvaitertivov    nnXsioi   vtuf  'I\^fti,i. 
Chronik  reicht   von   Adam   bis  zum  Jahre    B66   und  beginnt:    lioikm 
f^m   tfiXöXoyoi   xal   xpoio/pwyoi.     Am  Schlüsse  findet  sich   dio  Notiz: 
«oit>  tii  x^fiixä  rno^yiov  xai  tov  Xiiyu,'Hiui\    V)aa  Werk  ist  also  offei 
nicht»  anderes  als  eine  dur  vielen  Reduktionen  des  Georgios  Mona« 
mit  einem  Stück  der  Fortsetzung  des  Logotheten. 

Es  zeigt  sich,    dass  der  Chronist  Johannoji  Sikeliote«  vorerst 
ziemlich   schattenhafte    l'ereon    ittt.     Zwar   nennt  SkyUtzes    im   Vor 
seiner  Clirenik  unter  seinen  Vorgängern  einen  Lehrer  aus  Sizilien  (o 
ö  StxtXitän;c  Jt6iia«aXo()  und  es  liegt  nahe,  den  Johanne.^  Sikeliotes  mit 
dort  ohne  Vornamen  angeführten  Sizilier  zu  identJßKieren.   Allein  im  Wiei 
Codox  ist  der  Name  erst    von  einer  spfitercu  Hand  beigefllgt,  und 
Werk  reichte  dort  bis  auf  Theodoros  Laskaris.    Wenn  also  der  Vorfa 


w  mit  dorn  Sizilier  Johannes  Doxopatres,  der   auch    gern^Iezu 

!anne6  Rikelioteü   bezeichnet  wird,   zusnininonbringt.     Da  auch  er 

■>r  Theodore«  Laskarii«  iehto.  bleibt  die  Aniialime  einer  Fortsetzung 

ihm  nicht  erspart;  zudem  ibt  von  diii-r  dironogruphischen  Tliätig- 

Rhotor»  nicht  das  Mindeste  bekannt.     Mehr  Verwirrung  als 

mg  bringt  der  Titel  des  Codex    Palat.  :i04.    Xach  dem   'Anaatxe 

Xi}tjiat{aavioi  x\.  9,  w.   hat  Allatiuü   den   Verfasser   der  Clironik 

:i  I'atriart'licm  Johanne»  Glyky«  (1316 — 1320)  idontiGziuH;  WaIz 

an  Johannes  Kamateros,  der  1204  den  Patriarchenthron  inne 

und  meinte,  Johannes  habe  bei  seiner   Krhebung  seinen  früheren 

mit  Kamateros  vortäuscht.     In  Wirkliclikeit   pllogtft  jedoch    beim 

in  den  MCnchstand  oder  bei  der  Erhebung  zum  Patriarchen  nur 

fniun«  gcündort  zu  werden.  Beide  Ilypothoson  vt^rstossen  übrigens 

en  die  Chronologie;  denn  wenn  der  Autorname  Johannes  Sikcliotc» 

pt  eine  fiewähr  hat.,  so  muss  man  ihn  doch  wohl  entweder  mit  dem 

dos  Skylitzcs  oder  mit  Johannes  Doxopatres  gleichstellen;  beide 

id  Ut«r  aU  dio  zwei  Patriarchen.    Der  Ilauptanstoss  aber  liegt  darin, 

im  Codex  Palat.    dem   späteren  Patriarchen  Johannes   zugeteilte 

[die  Chronik  deü  Georgiott  Monachos   ist.     E»  hätte  sich  also  der 

Johannes  dies««  allbekannte,  in  zahllosen  Handschriften  unter  dem 

d««  Gcorgios  verbreitete  Werk  widerrechtüoh  angeeignet;  dagegen 

aber  schon   die  Schlussbemerkung,   in   der  die  Chronik    wie  in  so 

anderen   Handschriften    dem    Georgios    und    dem    Logotheten   zu- 

ßben  wird,    l^ncia  versuchte  den  Widerspruch  dadurch  aufzuheben, 

den  bekannk-n  Clironislen  Georgio»  MoiiAchos  (s.  §  147)  geradezu 

,  Sifceliotos  dw  Skyützea  und  mit  unserem  Sizilier  Johannes  gleich- 

Aber  auch  diese  etwas  überraschende  LSsung   der  verwickelten 

leruht  auf  unzulässigen  HypolJiescn.    Wenn  nicht  neu«  Handschriften 

»ringen,  wird  sich  da»  über  der  Chronik  dos  .lohannes  Sikeliotes 

le  Dunkel  Bcbwtriich  aufliellen  lassen.     Sieher  ist  aber  schon  jetzt. 

Im-   Wt^nAr  Tovt    maa  nr   nun   Aan    KnniAn   AitB  Ri'I«>1inten   mit   Recht 


m 


Byzan Unlieb a  Litteratargeachicht«.    I.  ProimUoli«  Litt«ratnr. 


Miirnlt  S.  XXIX.  —  Uebcr  die  Wiener  lU  vgl.  Kr.  KolUr.  Ad  P.  L«BlbccÜ  OOmuM 
twioniin  otc.  RUpplemetitonun  über  primus.  Vindobniiae  I7QÜ  H.  ?B'2.  —  Ein«  MW  tU 
nchraniiing  gnb  K.  FOretef,  De  anti'iiülntibu«  ot  libriii  mHB  CmataiittOO^litAius,  lUatlfl 
1877  B.  S.  —  (iennueros  Qbor  die  Wiener  Us  bui  HoinrLch,  Wirtb  uiid  KrutnbaelM 
o.  0.  0.  -^  L'cbor  die  I'orBoa  Aas  JubBQD<«  StkeliulFS  vgl.  Luü  Allali&fl,  Dtatriba  fl 
(Jcor^iH  S.  327  «d.  Paris-,  und  Clir.  Walx.  Khocorea  gneci  6  (I83i)  V~XI.  -  vM 
IdentiULt  den  Johumiua  äikeliutoH  mil  äeurgioA  MonacJioa  behauptet  Dom.  Oasp.  Laneld 
äujiru  ÜiuvHiini  Siculu  ciuuuurarü  biiautiuo  del  Mcolu  nono,  Archivio  ehMioo  SidltanoS 
11670)  360-  38^.  -  Ueber  di«  Herkiinfl  der  TroiU  iii  d«r  Wimor  Ha  handelt  K.  Patiifl 
Dl«  Troica  des  Juliannes  Antioclienu^  B.  Z.  4  (l»05)  33—29.  —  D«n  Cod.  Pdat-  394  IM 
schreibt  kun  H.  SteveDBon,  CodioM  tnss  Psistini  graecl  biUiolboca»  VaticaaM,  Bifl 
198.^  S.  2ö3.  ■ 

3.  Epitom«  dos  Kenstiintlno?  Akropnliloii:  In  d«m  ocvrabnt«o  Cod.  Vi»Jlj| 
hial.  gr.  9!)  steht  in  einem  nitch  Papier.  Krhrifl  und  ZetlenxAbl  von  dem  emlcn  Toik  ^H 
Codex  ganz  verschiedenen.  olTenbiir  erst  nuchtrA^lich  beiaebiiiidL'aan  Unftchcn  ein  Abr^f 
der  römischen  (ieschich tu  von  Aeneas  bis  ctrc«  IS28.  Doch  ri-icht  die  «UKAhdiiM 
t'^iAlilung  nur  bis  UlS  d.  h.  so  weil  als  j^nttms;  fOr  die  fol^rnde  Zeit  Gnd«t  ajoh  ■■ 
ein  ßojtentonveneiclinis  mit  einzelnen  bisturi^chen  Bemerkimiien.  das  d«r  VerfaMer  0^| 
Schrolbtir  bis  auf  Beine  eigene  Zeit  (iwiBcheu  13'J3  und  1384)  turifteßihti  bat.  Der  AabH 
der  kleinen  Clironik,  itt  die  rtniiacbe  SH{;en^i<«(-biclUe  enlhftlt.  xeigt  enge  VeriraadtKfe^ 
mit  Konetantinus  Manasses  (V.  U7ti-14d4:  1541;  1560—1506);  die  Kaiaertiten^pH 
heEt«hen  last  nur  ans  Angaben,  die  ziemlich  wörtlich  aus  Zonaraa  entBoaunan  m4,  jB 
Vnrfoaaor  der  Kpitome  viird  in  einer  von  der  erst«n  Hand  stairnnendeD  üeliMBelnlA ^| 
Itrosslngolhct  Akropalitcs  genannt  ftov  '.fipoioliroi'  xv^av  zni  fttj'iilov  ic/ÖJ/njB 
Darunter  ist  wohl  der  Sohn  des  Uislorikers  lieorgioa  Akropolitcs,  der  Grosslof  olljH 
Konstantinns  Akropolitea  lU  verstohen.  der  im  Jahre  1321  noch  lobt«,  L*eMr  Mjfl 
theo  logischen  Werke  vgl.  R.  304  f.  Mitteilungen  nua  dicacr  Kpitome  in  den  oben  neaaai^B 
Arheilon  v.  A.  Heinrieb,  A.  Wirth  (^.  38  f.)  und  K.  Krumbacher.  Vgl.  E.  PatS 
B.  Z.  4  (1803]  28.  ~~  I-j'no  Epitome  von  der  Kncbnffung  der  Welt  bis  auf  dl«  RroU*ifl 
von  KoiiaUntinopel,  dionngohlioh  domtieorgioa  AkropoliteB  gehOrt.  erwAhnl  Kabrieiifl 
Bibl.  gr.  ed.  Huil.  7.  471.  ■ 

159.  Synopsis  Satfaas.  Au»  d«m  CVidL^x  407  der  MarcusbiblioUiM 
in  Venedig  hat  K.  \.  Satbas  eine  sehr  umfangreiche  Svroifi^  xpvnxij  VM 
Üff«ntticht,  die  von  der  Erschaffung  der  Welt  bis  auf  diu  Wied«B 
eroberung  von  Konstantinopel  (L261)  reicht.  Dor  Verfasser  dieal 
Chronik  war,  wie  eich  au»  dem  S<;hlu«steile  ergibt,  ein  jüngerer  Zefl 
gcnosKO  dee  Georgios  Akropolites  und  ein  nalier  Freund  des  PatriarclM 
Arsenios;  er  hat  ßl.to  gegen  da.i  Knde  des  13.  Jalirliunderts  geBcfari«b<ft^ 
Seinen  Nnmcn  veriichweigt  er  absichtlich:  nicht  aus  Khrgetz  und  Raba| 
sucht  hat  er  seine  Erzählung  vorfasst  und  jeder  mOge  daher*  fdr  difl 
Vater  des  Buches  halten,  wen  er  wolle.  Da»  Werk  dieses  boscheidcofl 
Mannen  i.4t  eine  Kompilation,  in  der  allerdings  nicht  viel  selbetiadifl 
Arbeit  steckt.  Di«  Behandlung  des  StoffeB  ist  eine  sehr  ungleiche:  fl 
gesainte  älteste  und  ältere  Geschichte  bis  auf  Nikephoros  Hotnneiates  fl 
auf  171  Seiten  (der  Ausgabe  von  Satlia.'t)  erledigt.  Darauf  fulgl,  dilti 
ein  ChrysobuU  des  Kaisers  Alexios  1  auch  äusserlich  vom  VorhergehendH 
getrennt,  die  weit  auäfahrlichere  DareteUuug  des  Zeitraumes  von  tofl 
bis  1261  (384  Seiten).  Über  die  Quellen  des  Werkes  ist  folgendos  fl 
mittolt:  Die  jüdische  und  persische  Geschichte  bis  auf  die  Ptolomäer  wofl 
auf  einen  chronistischen  Abriss  zurück,  in  welchem  das  A'^rixör  fVi'tojJ 
mit  der  hei  Symeon  Logothetes  (bzw.  Leon  Qranunatikofl)  und  Kedröl 
beofltiten  Kpitome  (vgl  Patzig.  B.  Z.  3,  470  ET.)  vereinigt  war.  In  fl 
Hlmischcn  und  byzantinischen  Geschieht«  erscheinen  wichtige  ältere  Qoolfl 
wio  Johannes  Lydos,  Zosimos,  voreiuzelt  I'rokop,  vor  allem  alB 
Mnlnifts,  dann  Thcophnncs  und  eine  unbekannte   Quelle,  die  ufl 


k  zweiten  Hauptteil,  iler  die  Zeit  der  Komncnen,  der  Angeloi  und 

kniflchen  Kaiser  schildert,  stimmt  die  Syiiopei»  zuerst  im  Tlmteäcb- 

Eltt  ZofiarAs,   Annn  Koiiiiioiia   und  dem  Anfange  des  Niketas  Ako- 

Qbvmn,   ohiR-   dtiss  oiiio  bt-stimmte  Quelle  erkennbar  wäre;   bald 

Iä8,  9  ff.)  finden    wir  einfach  ein  Exzerpt  aus  den  swei  Uaupt- 

der  folgenden  /eit>  au»  'SWtetas    Akomiiiato»    und  Ooorgios 

ilitc».      In   dem  au»  Nikutus  stammenden   Teile   trifft  man  nur 

Dine    Zuthat    dos   Anon>inuB,   die   HchÜderung    von     Kappadokien 

20—206,  4);  häufiger  sind  die  Zusiltze  im  letaten  Teile,  der  auf 

tm  beruht   Es  sind  diesotben  Zusfttü«.  die  im  Cod.  Anibros.  A.  202 

en  Te.xt  des  Akropolit43S  eingüoiboitet  sind,    Auch  in  der  stilistischen 

mg  de«  AkropoIitcH  herrscht  zwisclien  dem  Anonymus  äutba«  und 

Hakteur  der  Mailänder  IlandBchiill  manche  Übereinstimmung.   Viel- 

Dd   sie    sogar    eine   und    dieselbe  Person,    so    dn-ss    das   Mailänder 

des  Akropolito»  als    eine    Ai-t  Vorai'beit    des   Vürfusaora    der 

\  za  betrachten  wäre.     Vgl  S.  287. 

t  Synopt^is  wurde  von  einigen  Späteren  benQtzt.  Man  findet  Spuren 
in  den  Exzerpt««  de*  Codex  Vaticanus  1889.  s.  14,  und  in  jenen 
I  za  OeorgioB  Monuchos,  um  welche  der  Codex  Venetue  reich- 
ist als  der  Farisinua  1708  (Ausgabe  von  Muralt  S.  86>'>  IT.). 

luBgabo:  Kd.  K.  N.  Sntlina.  Mea.  f,f)i.  7  (\mi)  1-.550. 
ilfKBiitt«!:  Kinig«  dürftig«  Uemerkiingen  in  Aet  Einleitung  <l«v  Aiiagaho  von 
a/iei'-  ata.  —  Ymi  (Ju^ltenfingo :  Dio  Besprecliungcn  dei  Auagabe  Ton  A. 
fg.  B.  Z.  5  (lB9fl)  16S— 1S5,  mid  A.  Kirtii.'nikov,  Vii.  Vr.  ^{ley-'n  iA2  l«. 
die  (Joella,  «cldie  die  Sj-nopHJii  mit  Zannru»  gemeinsHin  hnt,  hunilvlt  aoht  Bin- 
Patxig,  L'ebcr  «iotgo  gucllen  iIcs  Zornurns,  H.  Z.  b  (IBQ6)  24-53. 
dem  (cnnaDDlca  Bando  B.  .iST— 61U  veroireiillichle  Sutlias  uns  «inem  Codex 
CoUcc«  in  Oxfuiit.  ■.  16.  «ine  gniiz  kiiiig.|)  gehnllouc  Chronik,  dio  in  <l«r  Ha 
fjrpprunl  bezeichnet  ist.  Sic  orafilill  di«  ^TivvhiBch-tUrkiachen  Kreigniis«  vnn 
Zeit    de»  KaiBi-ra  Manu«]   i]  [t  142&)    bia  auf  äelitn   I  (1&12J.     Quetlw  sind  im 

und  I*hrautjiHi. 
w  pBwt«  TmI  der  Einlcitimg  der  geuAnnti'n  Ai)»g>ibo  vnn  Satlias  (atk.  C  ^a/ta') 


390 


BrsaDtiniKlia  Litte  im  taTgeschidita.    I.  Prosftiflclie  Littoratar. 


»Mmtliclicn  Funkle  moiliflzicrt  werd^.     Vgl.  die  eben  angeltlkrt«!  BMprc<ibiiti{;en  tm 
A,  Ucis^iilierg  und  A.  Kirpi£aikov. 

160.  Theodoros  Bischof  von  Eyzikos  (»föJ«^  o  KvCfwv)  ver- 
eiiwBte  eine  Wcltchronik,  die  bis  tiuf  die  Wiederoroborung  KougtaiiU- 
Pnt^U  durch  Michael  Palaeologos  (12t)l)  reicht«.  Von  der  £r»(ihafltuig 
der  Wolt  bis  auf  Alexio»  Komnenost  gibt  der  Verfa&ser  nur  einen  kuraen 
Überblick:  erst  von  da  an  wird  diu  ErzKliIung  AUBfilhrlicher.  Diese  ud- 
gleiche  Behandlung  dos  Stoffes  rechtfertigt  Theodoros  —  oder  «in  Ilsverptor 
seines  Werkat?  — ,  indem  er  ähnlich  wie  Skylitzes  in  »einer  Vorrede  onij 
wiü  Glykaä  am  Schlüsse  de»  dritten  Buches  (S.  -IST,  12  —  21  ed.  Bona) 
und  :!WAr  im  offenbaren  Anschlüsse  an  die  letztere  Stelle  Über  seine  Vor- 
gänger auf  dem  Gebiete  der  Clironographio  berichtet:  rirwaxt  ovr  <öri> 
ijf^aio  ö  rftäffywi  R'Tv  xata^oXr^i  »öafiov  i'wi  top  Ma^iiiitirov  xai  ifit^iniiw 
sov  vioti  at'iov  .  Mf%u  8i  xov  rtm^yiov  ö  ofioXoyr^'njt  &foy,<iri;(  fto;  XfXtvjf^i 
ßaotX^tog   JVixM/opm'   luv   änö    ytvixm:     Kai  anv  Mtxar'jX    lo?  'PaYyaßi  i»],' 

ri^rov  xai  lov  vtov  avioö  'tiativvov  toi'  OoQ^vnoYfrrijtov.  Uttö  Ji  toi-tur 
TiSv  ßaoiX^ior  »''pjato  ßniSiaQo^  «  Ki-^ixav  «j;^(  Mixat]X  jov  /laXniol^YOi: 
'Ano  xutftßaXi^i  xöttittiv  i;f>^e  xal  oi'iu;,  oi'  fu'rtui.  6t  fi'$  nXäto^  fypaij-i , 
Unä  ii  vovTWV  rmv  Üvq  ßaaiXitn;  mc  t'no/itv,  ty({aipfv  ovio^  »t;  Ttlatit;. 
ijyovv  öavvf  üv  {ifütttsav  ixtivw  y^äipai.  Selbst  bei  einem  ganz  nngubil- 
doten  Krzilhior  ist  die  UiikeimtniB  der  stark  verbreiteten  Werke  dea  Zo- 
nai-ttö,  Mauasscö  und  Glykas  hüclist  auffällig,  und  so  müssen  denn  dit 
Erwartungen,  die  man  etwa  an  diese  erst  jüngst  aufgetauchto  Weltchronik 
knüpfen  möchte,  auf  ein  geringes  Mass  herabgestimmt  werden.  Cher 
dio  i'erson  dc'<  Verfassers  ist  nichts  Nilheros  bekannt:  viellciclit  «b^r  ist 
er  identisch  mit  dem  Metropoliten  von  Kyzikos  Theodoros  Skuta- 
riotos,  der  als  einstiger  Besitzer  des  Cod.  Marc.  407  und  des  den  The- 
saurus orthodo.\iae  des  Niketas  Akomtnatos  enthaltenden  <^d.  Paris.  123< 
(h.  S.  ^2  Anm.  IJ  bekannt  ist,  Zu  dieser  Annahme  würde  der  Inhalt 
Cod.  Marc.  407,  der  die  oben  bcsprochune  Synopsis  Sathos  üb«rIiofoi 
vortrefflich  »timraen.  Denn  auch  die  Synopsis  wird  wie  die  Chronik 
Theodoros  von  Alexios  Komnenos  an  ausfUhi  lieber  und  reicht  wie  je 
bis  zum  Jabro  1261.  Nun  erhebt  sich  sogar  die  Frage,  ob  nie 
das  Werk  des  Theodoros  einfach  eine  Bearbeitung  dor  Synopa 
Satlias  war. 

Die    ü^bemslo    dea   W«<rk«a    Lowiihrt.    uioht    ohn«  oialg«  Vurwirrimg.  ia  Ca 
Atlious  8758  8.  16  8.  1088—1225.  —  V>|.  dio  BesclireibuDg  von  8p,  Lambro»,    ' 
of  tbo  greok  mm>  oii  Muunt  Atlioa  I  [I8\)b)  371. 

161,   Ephr&m  {'Etf^aift),  der  Verfasser  einer  versiftzlerten  Chronil 
ist  seinen  LubensvEThältnissen  nach  unbekannt;  sein  Werk    scheint 
das  Jahr  1:113  abgefasst  zu  sein,  denn  mit  diesem  Jahre  schÜesst  das 
Anhang  beigegebene  Patriarcheuventeichnis,  welches  höchst  wahi-sche 
lieh  dor  Verfasser  selbst  bis  auf  seine  eigene  Zeit  fortgefllhrt  hat. 
Chronik  des  EphrHrn   behandelt  in  9564   byzantinische«  Trimot»! 
die  rttraisoh-byuantinisclie  Ueschichte  von  Julius  Caesar  bis  auf  die  Wie 
ecoberuiig  Konstantinopels  1261.   Im  Anfang  ist  in  der  einzigen  bekannt 


2.  QMoUobtacbnlbOT  and  Chronutea.    B.  Ctaronistmi,    (§§  ICO— 161)       391 


Huidschrifi  das  Stück  ausgefullcn,  welche»  von  Julius  Cae«a]',  Augustuti 

und    TilieriuH  orzSlilto.     Audi   dor  urspriingliclio   Titel    ist    verloren   ge- 

gwigen:  dor  üumusgobor  A,  Mai  überschrieb  das  Work  aus  eigener  Ver- 

■uttung:  'E^^iftwv   x<f'**'i'">^  KafvaQfc     Das»   HphrKin   der  Vorfasaer  ist, 

wisBMi  wir  aus  Allntius.  der  die  Handschrift  noch   vollstAiidig  sah  und 

■e  fiflcr  zitiert,      Die  Nat^hriclttfii,    welche  Ephitiin    über  die  früheren 

nuttoilt,  beäcUrSnketi  sich   meist  auf  mnige  persönliche  Züge  und 

.würdig«  Anekdoten:   das  Hanpti^ewicht   fällt   bei  jedem  auf  die  Dar- 

,g  seiner  Stellung  zum  Christentum  und  seiner  rnttlichcn  Bcschaffeuhoit. 

r  Kaiaorbiograpliio   wird    aU  Titel  der  Name    des  Kaiser»  und  die 

iwiticr  Rogicniiigsjahre  vorausgescliickt.    So  erscheint  das  Ganze  als 

tm    versi fixierter    Kaiserkalender    von    christlich-erbaulichor 

endenz.     Der   ernte   Kaiser,  welcher  ausfilhrlicher  und  mit  grösserer 

nahinc  behandelt  wird,  ist  iiaUlrlich  Konstantia  der  Urosse: 

Oaiiif  üm'Ktair  tvotfhär  tuiXintirot 
Hol  j'(i(afaitn(p(i>r  KgainQoif  nQXijyittit, 
niiiätr^i  ifiai^i  rtoififräfjc'"''  oi-röäoi; 
fili'  ur  xuAdJId'  '.H'dov  iiiyfia  niUoy. 

politische  Niedergang  des  Iteiclics  macht  dorn  Verfasser  wonig  Sorgen, 
eihnograpbisclien  VorsteUungen  Bind  ebenso  verworren  und 
die  Scheu  vor  barbarischen  Namen  noch  mehr  getrübt  als  bei  anderen 
tinern;  unter  dem  Nainen   der  Skythen  werden  bei  ihm  alle  mög- 
Kcben   germanischen  und  anderen  Volker   zusanimengefasst,  welche  das 
rtmiache  Reich  bostUmite».  Den  völligen  Mangel  an  gescbichtUcbem  Über- 
blick zeigt  u.  a.  der  Umstand,  das»    die  Regierung  des  Justinian,  über 
£t  er  in  seiner  Vorlage  doch  mehr  liütte  ändcu  kflnnen,   in  ganzen  33 
Tnmn,  kOnccr  als  die  der  meisten  Vorgänger  und  Nachfolger  abgethan 
wird.    Etwas  ausführlicher  wird   die  Erzälilung  vom  achten  Jahrhundert 
«bwirts;  mehr  als  die  Hälfte  des  ganzen  (Jedichtcs  ßllt  «her  ähnlich  wie 
in  der  Synopsis  Satlias  auf  die  dem  Verfasser  zunächst  liegende  Epoche 
dfr  Komnencn,  der  Angeloi  und  der  Kaiser  von  Nikfia,  dio  mit  zu- 
Dttunender  Ausführlichkeit  geschildert  wird;   den  Schluae  bildet  die  Be- 
athreiboDg  des  feierlichen  Einzuges  Michaels  Palaeologos  in  das  wieder- 
eroberte Konstantinopel  1261.    Als  Anhang,  gleichsam  als  kirchongeschiclit- 
UUmm  Supplement,   folgt   von   demselben  Verfavsor  ein  Verzeichnis  der 
^MBchOfe    und    Patriarchen    von   Byzanz    bis    auf    dus    Jahr   1313 
^■«rs  9&65— 10392),  mit  der  deutlichen,  auf  die  im  5.  Jahrhundert  cut- 
^Blndrao  und  schon  unter  Justinian  ofliziell  anerkannte  Schriftstcllcrei  dos 
^PftrothooB  EurDckgch enden  Tendenz,  den  Anfang  des  byzantinischen  Epis- 
kopats in  nUtgtichst  frilho  Zeit  hinaufzurücken,  so  dues  der  Apostel  Andreas 
ab  der   Begründer   desselben   genannt  wird.     Die  einzelnen  Patriarchen 
worisD  mit  wenigen  Worten  und    noch  weit  einförmiger  als  die  ersten 
ifliwcheo  Kaiser  nach  Abkunft,  Charnktor,  Bildung  und  Schicksalen  be- 
Trinhnrt      Die  ungleiche  zeitliehe  Ausdehnung  beider  Workc  erklJLrt  sich 
Igegwungen  durch  die  Annahme,  dass  der  Verfasser  fUr  das  Ge»chicht8- 
walk  einen  natürlichen  Abechloss  suchte  und  denselben  in  der  Wiodor- 
^piatollung  des  rhomäLschon  Itoichos  fand,  wilhrcnd  er  das  Patriarchen- 


392 


BfiuiUnisfib«  L.itt*r«tnrg«i«bfdita.    I.  ProMiMha  LitUrKtvr. 


vci-xcidiiiis  aU  bloK^cn    Katniog  naturgemlU«   bis   auf  seino  oigunc  Z«n 
l'oi-tfilhrte.  I 

Das  für  ein  biatoriselieH  Epos  unpasH«ndo  Versmsss,  welchos  M 
der  Aii»(le)iniing  dm  Gedichte.«  iineiträglich  wird,  iini)  die  poc«iovoriMMHM 
durch  »tute  Wiederholung  fthnlicher  Auttdrücko  eintönige*  Diktion  macfaca 
die  LektUre  dü8  Werkes  eu  einer  Inngwierigeo  Mülie.  die  nur  selten  dar« 
eine  gelungene  Phrn^u  oder  durch  ein  treffendes  Attribut  belohnt  wiiw 
Sprachlich  unt^recheidet  sich  Ephräni  v»n  den  I^Ha-0hroni8t«n  durch  i»m 
sehr  starke  Streben,  der  kla!<»ii«clien  QräzitKl  nahe  zu  kommen  und  durtfl 
Verwendung  idttTtilniliobci"  und  ztitianimengeeetzter  Wörter  poetiach  n 
^irken.  Trotz  »Ult  Bemühungen  treten  aber,  wie  bei  den  meisten  diesM 
■pbniklaiutiziHten  die  Spuren  der  Zeit  unverkennbar  hervor:  so  finden  wd 
onch  liier  itir  zuweilen  mit  dem  Indikativ,  »taiken  Miütgbrauch  dvs  Optativn 
paeitivu  Anwendung  medialer  Vorba.  Fonnon  wie  it'^aaa  {7ii'S.i),  %ilh>iM 
^  ttVtuat  (870t^)  u.  s.  w.  Dass  der  Verfasaer  einea  so  dürftigen  HacH 
Werkes,  desnen  Hauptsorg«  offenbar  nicht  die  geschichtliche  'Freue,  sondern 
die  VtirMiäkation  eines  gegebenen  Stoffe»  war,  nicht  viel  Zeit  auf  gr&ndJ 
liehe  Quellenstudien  verwandte,  i»t  natürlich.  In  der  Thal  hat  Epluftiq 
wie  ee  scheint,  filr  den  ganzen  ersten  Teil  bis  auf  den  Tod  des  ÄlexicH 
Komnenos  1118  das  umfassende  Geschichtswerk  des  Zonaraa,  in  welchen 
er  den  Stoff  fiir  »eine  Paraphrase  bequem  verarbeitet  fand,  zn  timndfl 
gelegt.;  fUr  die  Zeit  bis  1204  folgte  er  wie  der  Anonymus  Sathas  doa 
Niketas  Choniates,  tWr  den  Schliisa  bis  1261  dem  QeorgioaAkrM 
polite». 

1.  AusgalicMi:  FA.  pr.  aiiti  dum  oinKigen  bolcAiinUn  Codex  Vktic.  1003  Atigrla 
Mni.  Scriptur.  vptrr.  nuvii  tiollDdio,  loin.  III  (Kuirioo  IVZH]  pars  1.  —  L>iuiii>ch  wipdriball 
Uli  BonniT  Uurpua  ex  ruovgii'  I.  tiukkori,  liütiriuo  1H4U,  luit  oiuhiu  lüoilMU  (iiauiBiaUwbM_ 
und  Sacb-Iiiüex.  -  Wiedori.uU  bei  Migne,  Patr.  «r,  148,  1-380. 

■2.  Hiiraniittel:  Ueb«r  ilio  (jucllun:  F.  tTirscIi,  Byuntln.  8tadi«n  8.  391- i 
~  Zur  Metrik;  J.  HiIb«rK,  Die  VeraUobnitc  des  Epliramios.  Wiener  Studion  IO(H 
50-98. 

S.  Zum  PutriurulieuviTtuichniH:  V|;l.  <lio  Bmiterkuiig  von  A,  Mai  £>.  3St 
Bonn.,  die  iwei  Veraeidinira(> ,  wi'lclie  Lnlbaeus  in  Bi^irier  liistoriscbon  Kinlvituiig 
Pariaer  Cnrjiue  mittelll^.  und  die  H«ries  fabuloM  uad  series  ver«.  wckbe  A-  Hai  m 
Angabe  der  Chronik  vurnusHchiukl«  [im  Buimor  Corpus  nicht  uufgeiioiiini«ii).  ~  Zu  da 
itnt^  den  Namen  des  llippolytus  und  Dorothoos,  gelogeiitlicii  aucb  de«  EpipbaDiai ' 
Sophronloa  und  KnHinns  Indikopleiiste«  auf  uns  g<>kc<nimen«n  ApoalelvmWraluii'Hti' 
von  wnlohi^n  lipsondors  dts  8chrifl  dno  nnjcpblichen  Dorolbeos  wi-gcn  ihrM*  Nadricbl» 
Qbw  din  (iiUndimgä^fsrbiohte  düi'  Kiirbn  von  Kpe!  für  die  Kiitalebiingfig«M!liiiJite  in 
Pnlrinrchonlisleri  widiti);  int.  vgl.  K.  A.  I.i|iiiiu3.  Die  apoknphcn  ApoatelgMCliicblw 


Apostel legendpn    1  1  IHt^S)  19;i--207;   :l  11890)  3  f.:   15. 


goringfllgigM  V« 


di>r  Hi^chOfu  vun  Kotn.  Jurunalem,  Atoinndrion,  .\ntiochien  und  Eonatantinoptl  biii  cami 
(der  lebttonn  bis  xum   10.  .tahrli.l  bcaurii^ht  (!.  Urueoh.    De  oodiua  CoUiiiiBiio  l'.'D,  llia 
Jena  18SÖ.  —  Ühno  KennlniH  der  Stürift  von  Uroadi  edierte  einen  Teil  demolbon 
HU8  dorn  Cod.  Vutic    Üttub.  414.  n.   II.  Giüvntini  Mureali.  Un  nnlioo  cabilogo 
de'  inmnui  pont«Bci  iii«dila.   Studi  c  ducumunli  di  eturia  e  diritto  1*2  (18VI|  ^j— SW. 
HauptAcbrift:    Franc.   Fiooher,    De   patmiehurum   ConVlaotinopoliUnonun   cab 
Commcnt.   philo],  Jeneiises,   vol.  3  [LipHiae  1884}  '263-3S3,   wo  die  bis  jvUI   bokauh 
Venteichnisse  hosprocben,  ihre  Quellen  und  ihr  rerwandlsohaftlicli««  WrliÜtnis  unt 
und  xwei  noch  iinodiert«  Stücke  init|[eU>ilt  werden.   —    Als  allgnineina  UilfHnittel 
Le  Quicn.  Oriuns  cbiiatinmu,  toni.  I,   Pari«   1T40.   und   M.   J.   Oedeon,    I/uipinf/u 
nirn*f(,  KonsUulinopel.  Otto  Kvil   1KH0.     Dnxii  die  Borichtignng4n  von  H.  Gelier.  B. 
2  (1898)  152-154.  ~  Bei  Ctedeon  S.  S9  IT.  Hu«h  handAchriftliche  Mitteilnngea  ab«r  Pati 
arohenkatalage. 

4.  Angelo  Mai  vermutete,  der  Chronütt  KplirBm  sei  identisch  mit  j«i>em  Eplirln, 


Bfaehtoh Uo b r«i ber  nnd  Cbroniaten.    B.  CSroBiatMi.    (^  162—163)      390 

tr  Sohn  dM  nadimnlitien  I'ntriaichen  JohAnnm  XII  (bis  1308  im  Amto)  von 
"■chfiBorM  orwRhnt  wird:  doch  tänd  tUr  die*«  Hypothese  keine  »oeitiven  Beweisa 
Oi*  Zeit  wSrdo  i<limmpo;  ilu^trgt'n  iiiucht  die  Art,  wie  EpIirBm  V.  ]■.l3•^2  ff.  JieOM 
1  md  Minea  Sabu«t>  KuilHakt.  wenig  wubraoh«inlicli,  dnss  es  äicli  hiar  um  winen 
NBe  «i^iM)  Pvnon  bandle. 


!.  Ein  Qedicht  Qbar  den  Fall  und  die  Wiedererobening  von 
tinopel  |7ril)  politiscbe  Veme)  ist  ohne  Autorname  im  Cnd.  Mar- 
i08  fllverliefert.  Die  Stelle  de»  Titels  vertreten  wie  in  vielen 
inittetgrloc]ii»c1icn  Gedichten  die  Anfangevorae: 

»71  f^Mtllc  IUI'  K^keair  aoic  'Irxioii  Jc'loj 
Kmi  t^Tt  "Fto/taioK  ratifor  nw  lintMS^  nn'Xir, 
'Eyfii^  nii'  äxc'if*""'-  '^  '■'  >'''  fo^'^g-  ftti^oif. 

rMSvr,  der  «ich  auf  Niketaü  Akominato-t  bonift,  neben  ihm 
:h  don  Georgien  Akropolitcüi  benutzt,  erzSiiIt  die  Einnahme 
t  im  Jahre  1204,  die  Wiedöroroberung  im  Jahre  1201  und  die 
BD  Ereigniese  unter  Michael  Vllf  bis  zum  Uegierungnantntte  dos 
;o«  l'ala^'olopoa  (1282).  In  den  letzten  Veraen  ncnut  er  nU  Zeit 
«»UDg  seines  Werke»  da.'«  Jahr  1392.  bemerkt,  dae«  die  Palaco- 
[unebr  131  Jahre  den  KaiBorthron  boMtKon.  und  schliefst  mit  dem 
i,  Christus  möge  ihnen  in  die  fernste  Zukunft  Sieg  verleihen, 
»riftche  Wert  des  Gediclites  ist  gering;  doch  gewährt  es  ats  Stim- 
d  lntere«Be. 

Lnsgkben:  Zncmt  ndicrl«  «inige  Partien  (im  annien  340  Vcrset  I.  llckknr, 
d  bM.  Abb.  d-  Bnrl.  Ak.  \U\  8.  4S  -68.  -  Dbo  gante  Gedicht  ed.  pr.  J.  A. 
BadltrcbM  bistoriques  nur  In  prwdjinut^  friuivoitip  de  Uorec  2  (lt$lS|  33^—367. 
VArBlMÜMht«  da«  Gedicht  obn«  KvrnlrjL«  von  IJuclions  Aungalio  J.  MUllcr, 
cbe  Aniloktrn.  KitiiiiiKsber.  Wien.  Ak  '.i  ll^.V2»  3;!a- 410  (uebat  einit^en  bytun- 
L'rkundun  and  Guldbiülen).  --  Kine  drille  AuaicAbe  (mit  «inifcen  Verbeiiauriini!«n 
lanlM')  rctaiiatitl(«t«  II«tliior  in  dem  uioinaU  nUH);L'guben«n  Bunde:  MonumetiU 
t.  vol  3CXI  1  8.  470-542  —  Kndlich  e<),  «in  .StQck  E.  Miller  im  Rei'ucil  des 
fttt»  Att  «otsadee  I  (Paris  l$?ö}  2,  il47  ff.  ir«hl«rbaft  nach  Uuobun  obo« 
MB  der  Ausgabe  Maliers). 

lllfamitt«!;  C.  Neumann.    Grieclitsclic   Oüscbioliiaobreiber    und   ÜeacbioliU- 
12.  Jakrb..  Uipiig  188ä  S.  105. 

L  Hichafll  Panaretoa  {Mixai^X  ü  l/aväffttof)  hinterliess  eine  ganz 
ich  gehaltene  (Chronik  des  Kaisertum.^  Trapezunt.  welche 
v»n  1204  -1-126  umfasxt:  //»pi  iwi-  i(s  T(iunt!^oi' viug  ßttaiXiittr, 
äXiey  A'ff/i rt;i«üi',  onwi  xa'i  .'rot*  xct!  nöoitr  inaetoi  ißunikivotv, 
ift  hat  trotz  ihrer  Qblen  Form  und  ihres  dilrfügeu  Inlialtes  ein 
M  IntereftBe  aU  Ergänzung  der  s|)är1ichen  Nachrichten  Über  jene 
digp.  durch  Fallmerayer  aufgehellte  imtl  beviUuut  gewordene  poli- 
-Qndung  im  inneren  Winkel  der  schwarzen  Meeres,  die  ^ich  aucli 
■  Wiederherstellung  des  oströmischen  Reiches  lange  erhielt  und 
ir  dem  Anprall  der  tdrkisclien  Heere  zusammenbrach.  Der  Ver- 
richtet über  die  letzten  Ereignisse  als  Zeitgenosse  und  lehte  dem- 
der  ernten  Hftiftc  dos  15.  Jahrhunderte.  Ale  gewiss  darf 
lenommen  werden,  dass  er  selbst  Trapozuntier  war;  dagegen  vei"- 
ir  nicht  zu  bestimmen,  ob  er  verwandt  ist  mit  jenem  Theodoros 
oa,  welchem  eine  unedierte  Urkunde  (Acta  et  diplomata 
ri  edd.  Fr.  Mikloeich  et  Jos.  Müller  2  (1862)  IM)  die  V 


ta  ßraecn  ■ 

orwaltung  I 


»91 


BfMottaiBch«  Litl«r*tnrgMcltiobt«.    1.  ProMiacbe  LitteratBr. 


d«r  patriarchnUochi'U  Kecbtu  io  Trapczurit  und  atulvrcu  Kirebcn  de»  Orients 
verleiht 

1.  Ausgab«!!:  TA.  m.  L.  Fr.  Tafel  &ls  AnbanKiu:  EusüiUiii  HMrapoIiUe  TIimh- 
loniconsis  upuBculu  etc..  rrancofurii  ad  MoHtiiini  ISiBÜ  S.  362—870,  —  Wiedoriiott  nM 
deutscher  UuberntUung  und  wertvollen  Anmerhungeti  von  Pk.  FallraerAy«t,  "-' — * 
bayor.  Ak.  8.  CUmg.  4.  BfenJ,  2.  Abteil.  1844. 

2.  Htlfsmitlol:  ftuiclilicli  voiwciiet  ist  Panarctoe  jn  ier  i»»u«n  Auag»b«  mo  Lt 
Bcau.  Uintuiri'  ilu  bua-etupii«,  und  dorlmibst  i  30  (1S3G}  4S2-509  von  Broa»«t  fnn> 
tOaitiuU  Ubürsi-Itt  —  Sonahgea  Hateritil  nr  QMoliloht«  von  TniMniiit  v«rSffeatbcl>l«  Ph 
t'allmvrayer.  Abhandl.  %i>r.  Ak.  3.  Cl..  9.  Bd.,  S.  Abt.  im.  —  Vsl.  Pb.  Fall- 
murayer,  ticAchicM^-  dos  Kai^frliiiinm  von  Trapi'xunt,  Mancboo  1827,  Pb.  Falliaerajar. 
riegmeuto  hus  dem  Orient  '  S.  295  f..  und  die  f^kicD  von  W.  Piacher,  Trap«wuit  nl 
seine  Bedeutniix  in  dor  tioschichtc,  ZpiUclirift  fUr  iiUgemcJtio  U««chicfat«  3  (Stattcait  188t) 
18-89. 

3.  Kinige  nuf  din  Ilnilii;cnKC]icbichto  von  Trupexunt  bMQgliclM)  SchnBu. 
di<>  im  Cod.  S5  drr  Bibliathrk  in  ChiilKi  •^rhollt.'u  sinil.  u.  a  ein  Mnrtirriuni  dVr  HU,  Ed^möm^ 
Kanidios.  VulunanoH  tuid  Ac|iiiluii  von  dum  PulriurcheD  Juliancii-n  Xipbilinoa.  cnrlhol 
['.  Bexobraxov,  Ualuriali«n  xur  (iesubiubl«  doti  bjriai)tuiiHuh«[i  Kaiiterrcicbc«,  Joarn.  T 
18Ö7  Bd  254  Novunibnr  S.  7ö. 

164.  EomneQOB  und  ProMos  {lio/iii]r6;  »at  F/^öxloi).     Unter 
Namen   il/iz«»;^  imöir^^  loi'  Jovitöf   ist   ein  ganz  kleines  Fragment  eil 
angeblichen  Geschiclite    von  Upirus   herauftgegeben ;  diese»    Fritgnieiit 
nicbU  nudereu  aIs  eine  univertialliiston.'tcbc  Übei'i^cbt,  wvichu  faut  wQi 
mit  der  Eiuliütmig  dt-r  Gescbicbtu  des  Dukas  {vgl.  S.  305  ff.)  übereil  _ 

Ka  i»t  daher  höchst,  wahrscheinlich,  dasa  dieser  mysteritise  .Michael,  Enkel 
des  Dukas"  mit  dem  uns  wohlbtitkannten  tieachicbt^cbreibcr  Dukas  idcnti<di 
ist;  domi  jVnctr  Duko»  ist  ein  Enkel  eines  Michael  Dukas,  und  von  einon 
zweiten  Historiker  Dukas    h-isblii    wir   absolut   nichts.     Der   Käme  g«rie4 
Wühl   auf  den  Titel  der  verlorenen  Geschichte  von  Epii-us,  weil  der  Vtf- 
fas8er  oder  oin  Abschreiber  die  Einleitung  aus  dem   Werke   Ans  Dukas 
fast  nnverändert  horUboinalim,  um  daran  seine  Geschichte  von  Epinis  n 
Bchtiesson.    Diese«  kleine  Stück  edierte  zueri^t  PouquevÜle,  Voyage  dam 
la  Or^oe,  tom.  5  (1821)  200—210,  und  nach  ihm  Bekker  mit  der  (einii 
an  Mfirtin  Crusius    und   Älter  odiert«n)   Historia  politica  et  patri- 
BVohica  Constantinopoleos.    BonnHO    1849   S.    207  f.      In    demselbeo 
Bande  gab  Bekker  S.  209— 27ö  ebenfalls  nach  Pouqueville  a.  a.  0.  einig» 
»mfangi'eichere,  teil«  auf  die  mittelalterliche  Oeschichte  von  Kpirus.  t«ili  J 
nuf  die  türkische  Geschichte  (bia  ins    18.  Jahrh.)  bezflgliche  ChronikM-  n 
fragmenle,   die   or   allo  unter  dem  Titel  Epirotica  Kusamnicnfasflte.   Du 
zweite  dieser  Fragmente,  betitelt:  'Imo^ia  I/Qnlovfinov  xai  aXiuf  Sin^öfit 
jlianvioiy  liäv  Imarviriav    ärrti   rijt  älniaftot  avtair   napii   tmv  2Vp^ait-  jin;     ' 
ff^i  na^dOrio&Mc  «V  rovc   TovQxovi.  ist  nur  ein  Sttlck  eines  vollsUlndigoren,    ^^ 
schon  frühor  herausgegebenen,  Bekker  aber  unbekannt  gcblivbonon  WerkeJ.    | 
nlUnlich    der    Chronik    de«   Komnonos    und    Proklo».      Vielleicht    und    | 
diese   zwei    wohl   dem    15.   Jahrhundert    angehörigen  Autoren    auch  di»    I 
wahren    Verfasser    jener    oben     erwähnten     Geschichte    von    Kpirus,    a    , 
welcher  ein  Abschreibor  dann  jene  univerBalhistoricho  Cbcrsicht  gofllst 
haben  mag. 

I.  Auagabon:  Dm  rnllstAndige  Werk  do*  Konmona*  und  Proklos  edierte  miA 
A.  MuBluxyd«»  im  'WJi.,^o/i^.j><u^  1845-47  S,  407—579  (Kr.  8-10).  —  Nach  ibn  intim- 
holte  es  Gabriol  Di»Blunjii  untrr  dnm  Titel:  'laioQtxär  Ko/itripioC  ^ocnj'or  vni  ttfJtlM 
/lOrngOD    Httfi    Jtatfö^uiy  ffionatui'  lijt  'HrttiQov,    Potenburg  1858  (mit  TttMiwbsr   DabS* 


J 


S.  a«Kbtcbtaclir»ib«r 


Eranisteu.    B.  Cbroaist«n. 


t«1-l 


•rfnag  und  KvBunralU').   —  Docb  aiiti  beidv  Ausgnbrn  «o  sdIUio,  dant  der  vollatJindige 
KcouMiM  und  Proktoe  wohl  d«Q  meiKtoo  äulchrlea  unxugangliob  blaibon. 

2.  Uilfiitiiittol:  Cb.  Hopf.  Cbruniqn es (jn^co- Romane»,  Berlin  ISTÜ,  woS.  XXXI  f. 
■Os  Kai  di«  Epiroticji  bBcflgticben  bibliot^r^bischon  TliBÜmcbfn  und  S.  2't9  ~'2S^  Varianten 
imi  EiD«Bdati«tt«a  zam  zvrtütm  Vn^tai  mitgeteilt  sind.  —  P.  Arnbuntinoa.  X(/ayo~ 
jft^a  t^t  'Uaiifmv  (2  voll.  Athen  IÖ66— QT)  toI.  !  Oe<">i{itov  S.  X  f..  wo  nuali  cino  Auit- 
pbe  d««  KoBiMiMS  und  Prukliw  ,vriS  tov  xv^ilnv  Ainäroi  iiii  1S3I  fr  iiri  (!?)  ntQioituM' 
FTvftliut  ist  und  veraclited«n0  Anicabvii  Ubvr  iliu  L't^biM'tiorcruug  des  KoiinicnuH  und  Protcloti 
u»  der  liokaJtndilioB  fMimmoll  sind,  ~  Dio  iin  IT.  Jaluh.  ub^cfamtu.  untjemeia  dtirftlse 
^broBik  von  Argjrrokkstron*  {Xforixir  .liitiiiiiiJo!\  ed.  mit  «iii«m  Kommentar  Atli. 
^tridi«.  .itMXXijviiu}  'jt^XixtM  IS  (IST!)  I— r<4.  —  Kin«  n»uu  krilisi-hL'  Ausgabe  dieser 
«ic«  nad  bonöndMs  dm  Komiieno«  nnd  Proklos  mit  einer  üntersaGhunK   der  Autor- 

Et  Wim  eine  dankbare  Au/gabn  ftir  «inM  in  Janina  lelienden  nnd   mit  der  epiraliach- 
lacfaen  (!oachi«kt«  vertranton  itricohnn. 

ms.  ChronikenauszUge,  geschichtliche  Tabellen  and  VerwandteB. 
Scbon  im  Viirst«h«iideii  üinil  molireie  Werkt*  ciwühut  woidcii,  die  t^utweder 
JarchAus  oder  wemgsleiis  auf  iUiigi'io  StrockoD  den  CbarakUT  hiHtorLächor 
Exzerpte  und  Tabellen  an  i^ii-h  tragen,  wie  die  Oaterchronik,  das  Xforo- 
jfKiftiov  ai'-rfoiiov  des  Nikephoros,  der  Abris«  de»  Joe!  u.  a.  Eine  ganze 
Btilie  ihnlicher  Ahri^e  i^ind  unu  olme  Auturnauien.  bald  mit  allgcmcinon 
1}lenclirift«n  wie  'Enifofttj,  'Ex^oyt;  u.  «.  w.,  bald  auch  ohne  ii-gend  einen 
ntol  aburliefert.  Da  sie  meist  nur  aus  kurzen  Notizen,  Namen  und  Zaldcn 
iaalefaen,  k^mnen  sie  nicht  at»  Litteraturwerke  gelten  und  bc-Hnsprucben 
ktiae  spezielle  Darstellung;  doch  dflrfen  »lo  wegen  ihres  zuweilen  sehr  ei*- 
ItMidien  stnlTlichen  Werte»  und  wogen  ihios  engen  Zusammenhanges  mit 
In  gröftseren  Clironiken  und  Gesdiichtswerken  nicht  ganz  übergangen 
Vtnlen.  Im  Folgenden  sollen  die  wichtigsten  dieser  nach  Herkunft  und 
Wert  sehr  verschiedenen  Cteschicht^kompendicn  kurz  aufgezählt  werden; 
wf  eine  genauere  Beschreibung  und  Sielitung  derselben,  dio  nur  im  Zu- 
MBUkeDhange  einer  nusfiihrlichen  Untersuchung  und  auf  Grund  voIUtän- 
figar  Äuitgnbon  getichehen  ki)nnte,  wird  verzichtet. 

1.  An  der  Spitxc  steht  der  inneren  Bedeutung  nach  wohl  äie'ExXoyij 
iarofiaür  ilw  Cod.  Pari».  864,  ein  chronologischer  Abrisa,  der  ursprttng- 
kub  der  Cbcrschrift  zufolge  bis  aaf  Kaiser  Anastasios  I  reichte,  jetzt  aber 
•dum  mit  Oziax  abbricht;  die  Redaktion  de.«!  Ood.  Paris,  fällt  nach  einer 
rilgaacbalt^ten  Zeitbestimmung  in  die  Kegiening  Kaiser  ßusilius'  I.  pjine 
Redaktion  der  Ekloge,  welche  die  Vorrede  mit  dem  Pariser  Frag- 
gemvinsam  hat  und  bis  1118  reicht,  steht  im  Cod.  Vindob.  theol.  133. 


Dan  Park«/  Fragment  ed.  J.  A.  Cramer,  An.  Purin.  2  Ü^^O)  166  '230.  —  Die 
WitMr  Badaktion  ed.  A.  Wirth.  Aus  orienttLliachen  Chroniken.  Fnmkfurt  18M  S.  3— 34. 
V«tMaeniiffMi  au  d«ai  von  Wirth  yebotenüu  Texte  gnh  K.  Krumbaoher,  B.Z.8(1884) 
m~617.    -     V^.  IL  GelE«r,  Sextus  Juliua  AirivauuH  II  1  (18ä^)  29a-31&. 

2.  .Eclogarius  Casaaboni.'  Speziell  fUr  dio  Herstellung  des 
ÜBsebio«  ist  von  gröastcr  Wichtigkeit  ein  anonymer  byzantinischer  Auszug, 
Öer  von  Casaubonua  dem  äcaliger  fUr  seinen  Tliesaurus  tempomm 
fLogduni  Bat.  1606)  mitgeteilt  wurde  (daher  die  vorstehende  Bezeichnung). 
K«ch  Scaligera  Publikation  blieb  die  Handschrift  dieses  Auszugs  ver- 
■cbollcn.  Brxi  J.  A.  ('ranier  fand  ilm  wieder  im  Cod.  Paris.  2600  und 
td.  den  Text  abermals,  aber  ziemlich  fehlerlrnft,  An.  Paris.  2  (1839)  115 
bb  1(S3.    —    Den   auf  Eusebios  bezüglichen  Teil  ed.  mit  Hilfe  einer  von 


a9<; 


Bfiantinische  Litt«ratargeBcbicht«.    L  Prosaische  Litteratiir. 


P.    <)o  Lagarde    angefcH igten    Kollation    vorti'ofllich    A.  ScliJla«,  l^^l 
chronicoruni  libri  duo.  Vol.  1,  Berlin  1875,  ^| 

3.  Das  X^QvoyQuytior  eirvioftov,    eine  fSlschüch  dem  Eusebi^l 
zugeflchriebene,    nur   in    r-injislnen    Teilen   wertvolle   Kompilation,    die  im 
Jalire  854   auf  Urund   cin«r  Quelle  aunt  der  Zeit  des  Nikophoros  P.  fw> 
aoataltot  worden  iät.     Von  den  späteren  Chroniaton  hat,  wie  os  Mheiijl 

Ijmir  Ps©udo-Polydeuke§  aiis  ihr  geschöpft. 

V         £<l.  A.  Mui.  Scriutoruiii  vdt«nuo  onva  collect io  I2(182.'>)  1—89.  —  Ed.  A.ScUs». 
F(»ohiii«  1  (I^''^)  APP'  °-  64     10--    I^B  SchSna  die  einiiKe  behnnnte  Hs,  aiu  dar  A.  Mii 
das  Wfirk  KesoKon  Iiatlo.  niclit  «ufiufindoo  rormacht*,  «o  kennt«  er  nur  die  Anquh  tm 
A.  Mai  wiederholen.  Kret  von  R^itionntdn  ist  dto  Hu.  Cod.  Vntic.  gr.  2210,  s.  10,  «j»' 
niild«okt  worden,      R.    ttcili? nstein,   Zu    Ku-icbius.    IIcimoM   23  (IflSSj   148.    —    Vgl  I 
Ccixor,  Seitu«  Jutiiis  AfricJini»  II   1  S.  329-84.1. 

+.  Das  Xfovixitv  tTtito/tov  des  Cod.  Vindoh.  Üicol.  gr.  40  (Ne 
eine  kurze,  durch  profangeüchichtliche  Angaben  wichtige  Chronik  tod  Ad 
bis  auf  Johannes  Komnonos, 

Vgl.  tl.  U?lx«r,  Sextus  Jii)iu>  Afrioanus  II  1  8.  S45~3&7.     Di*  dortodM  S. : 
luigekQndigto  Aufgabe  von  P.  Kloho  x*t  nioht  erschionnn. 

5.  Xförmv  fiffif^ßr/vii  xal  ö/nif.  eine  chronologiBohe  Tabelle  aus« 
Zeit  Michaels  Dl  (842—867). 

Kdiert  fiinrh  Stnliger)  im  Chronicou  PascliHle  ud.  Bonn,  tl  "8—87.  —  Vgl.  H.  Qah 
Snxtus  Jiiliii»  Arricimus  II  I  6.  8:S8~S90.  Ebenda  S.  39t-39S  werden  nocU  einige  : 
klein«  1'abelleu  besjitot-'hvu. 

(!.  Der  »«oguiiannle  Bnrbarus  Scaligori,  die  barharischo  latcin 

ÜborsotKung  einer  unter  Kaiser  Zone  oder  Aiiastasio»  ontetandenen  pifl 

vhischen  Weltchronik, 

1.  Auagabeu:  Ed.  (uudi  Sotliger)  A.  SckOno,  Euaebiua  1  (IST1>)  npp.  S.  ITT-l  . 
Einen  ToiI  dt«  (iriechiBuben  Uilvxtes  rekünslruierte  0.  Anag^noslopuloa.  IU<il  t^c  iiaf 
MK^c  iniia/4ii(  rot  llitfißiiifiiv,  Jena  18*4.  —  Da«  gante  Werk  eil.  mit  vuI]6Uindii:t'r  Kr* 
ehiHcher  HHcklibcrsetiiuig  C.  Frick.  Cliionica  minora  I  (1892)  184—371.  —  Ui»  iiiJI  ift 
,ybur  goncrRtinniH'  iich  deckoodon  l'aitien  «d,  Tb.  Mommaen,  HoDumunla  aflnii«nM 
liiHl.,  AuctorpB  «nti^ufssimi  IX  1  (181)1-1892)  Ol  ff,,  212  ft. 

2.  Hilfsmittel;  H,  finlior  a.  ».  0,  8.  310-329,  und  Zeilaclr,   (.  wi«,  Tlijol, 
(1883)  .']00  fr.    -  ,lnh.  Jns.  Iloevolor,  Uio  Kxcerpln  ktinn  Barbari.  Fesl«chrift  der  43.  Va 
suinmliing  dDuIachcr  Philolngcn  und  Sjcbiilinanner  dargeboten  von  don  höheren  Lchr«nitjiU 
Killns.  Bonn  IS9&  S.  1!).5-2U. 

7.  Die  BrilEseler  Synopsis,  eine  aummarische  Übersicht  der  rön 

sehen  Geschichte  von  Juliii»  Cüsar  bii<  auf  Koniano»  111  (1028  — 1033|, 

einzelne  wichtige,  son^-t  nicht  überlieferte  Notieeu.  z.  B.  eine  genaue 

ticning  des  ernten  Angrifiee  der  Russen  auf  Konstantinopel  (im  Jahre  SSlJ 

enthält. 

Ana  Cod.  Ünixoll.  I13T6  ei.  Fr.  Cumont,   Aneodota  Bnuellenua.     I.  (• 
dl«  Iravaii.x    irublii'«  pnr  In  fnpultö  de  philosopbie  et  luttiM,  9'  foscirult')  (Und  ISW. 
7.a  der  orwILlLnlon  Dulicning   v)cl.  V.  Vaailjevskij.    Vit.    Vr.   1  (18941  231^  f.     -    0, 
Uoor,  Dur  AugiilT  Aet  Kbua  auf  Uysauc,  B.  Z.  4  (18ÜÖ)  44Ö  -46G. 

8.  Bruchstücke    einer   kon»taDtinopolitani»ch«D    Kaiser-  nB 
Stsdtchronik  stecken  wohl  in  den  Exzerpten  bei  U,  Valesiua, 
tloriti  «p.  Cyri  et  Evagrü  schol.  et«,  hiat.  eccles-,  Amsterdam  1C95  S.  S67I 
und  .).  A.  Oramer,  An.  Par.  2  (1839)  111.  32  ff. 

Einnn  ILbnlichon  (^horaktKr  trlLgt  dar  Miyvi  /poro^pa^of,  ron  dem  Stücke  aa  ' 
Hand  d«»  L'od,  Vatic.  der  Oatcrchronik  geschrivbun  sind,  VornÄvntlitlit  von  A.  Freaa 
Beltrftg«  cur  antiocheiuaohen  und  konstnntinopolitaniaehen  StAdIchronik,  Dilta.,  Jena  18 

9.  Ein  Xqovixäv  ftf^txw'i-  von  Adam  bia  auf  Alextca  Komn«Dos 


9.  Oenchiclitaelireibar  ssd  Obroal 


1») 


397 


Bl  der  Cod.  Vindob.  theol.  244  (Nenne)).     Auttxflge  aus  demselben  ed. 

"Wirth,  Chrowogniphisohe  Spfint-,  Frankfurt  1894  S.  48—51.  Ebcuda 
ijl— 88  gibtWirth  SBlilmtho,  über  meist  ganz  kurze  Auszüge  aus  ähn- 
licheo  Abrissen  in  den  Codd.  Marc.  XI  :tl,  Vindob.  med.  8,  Vindob. 
bist  35.  Vatie.  197  {eine  .i^ra  wntpr  dem  Namen  des  Photfiinos  und 
Kyrillo«).  Paris.  1775,  1783,  13.>..  1154,  17S4,  Vatic-.  573.  Venotu» 
U90.  Pal at.  {Heidelberg)  356,  Vindob.  thool.  304,  277,  153.  Laur.  59,31. 

-  Ganz  dfirftige  chronologisdio  Notizen  von  1188 — 1516.  die  am  Schlüsse 
4tt  Cod.  Paris.  1711  von  später  Hand  zugefügt  sind.  ed.  G.  M.  Thoman, 
Dite  storico-cronologiche  Bizantine,  Rivista  di  filologia  2  (1874)  495—497. 

-  Eine  Liste  der  orthodoxen  und  liSretisehen  Kaiser  ed.  aus  Cod.  Bodl. 
flark.  II''  J.  A.  Cramer,  An.  Oxon.  4  (1837)  249  f. 

lu.  Zalilreiche  Cbronlkenauszüge  und  chranologisdie  Tabellen,  die 
lilfig  bis  in  die  TUrkenzeit  fortgesetzt  sind,  nihen  noch  iinbeacbtet  und 
I  ntdiert  im  Staube  der  Bibliotbeken.  Zur  Ericich tenmg  filr  einen  kilnf- 
ÜgRi  Bearbeiter  dioaes  weit  zerstreuten  Materiiil»  notiere  ich  einige  Iland- 
KlirifteD.  die  mir  gelegentlich  aufgeatossen  sind,  bemerke  aber  auadrilck- 
Keh,  daas  ich  weder  systematisch  gesammelt  noch  den  Vorsuch  einer 
Qusifizierung  gemacht  habe ;  die  Handsctiriften  werden  einfach  alpha- 
nach  den  Bibliotbeken  geordnet  aufgezählt: 
1.  Cod.  Barbor.  in  1  (türkische  Geschicht^j  von  1373—1512). 
?.  Bodl.  Barocc.  25  fol.  283— 24:i  (kleine  kirchliche  Chronik,  in 
Icber  auch  Ober  Suocession  und  Absetzung  der  Patriarchen  gehandelt  wird). 
.V.  Escur.  Y.  I.  3  (AusEUg  der  Kaiaergescbichto  von  Gullionus  bis 
Michael  III:  vgl.  den  Katalog  von  E.  Miller  S.  201). 

4.  Lugd.  ßß  fol.   1  —  18  (C'hronologia  imperatorum). 

5.  Matrit  72  fol.  140—176  (Weltchronik  von  Adam  bis  auf  Kon- 
itaiiUn  IX  Paloeologofl:  vgl.  den  Katalog  von  Iriarte  8.  265  f.). 

£.  Hosq.  Syn.  40ti  s.  12  fol.  2UM  f.  (Chronologie  von  Adam  bis  auf 
iiexim  Komnenos;  vgl.  den  Katalog  von  Vladimir  S.  605). 

7.  Uut.  in.  D.  3  (ausser  Zonaros  Kataloge  der  Kaiser  und  Kaiserinnen, 
der  Patriarchen  u.  s.  w.). 

ff.  Neupol.  II.  A,  12  fol.  102' — 110'  (ein  XfiorayQatfttov  von  Adam 
U»  aaf  Itomanos  Lakapenos). 

U,  Patm.  132  (Chronographie  von  Adam  bis  auf  Komulus  und 
imm). 

UK  Patm.  286  (Clironologische  Übersicht  von  Konstantin  dem  Orosseii 
W  zum  Ende  des  16.  Jahrhunderts). 

tl.  Patm.  287  (Geschichte  der  Osmanen  bis  auf  Selim  11  nebst  einer 
fiMckicbte  der  Patriaichcn). 

W.  Taur.  167  (jetzt  G.  VI.  20)  (Chronologie  der  Paläologcn  und  der 
Uriüachen  Sultane). 

13.  Taur.  281  (jetxt  B.  VI.  lÜ)  fol.  9-26  (Dürftige  vwIgUrgiit- 
chikche  Chronik  von  Tbi-odosios  II  bii^  auf  Johannes  Komnenos. 

fl4.  Vatic.  162  fol  72  ( A'^oroj'^yi'«  etc.). 
tS.  Vatic  Pal.  369  fol.  137—151"  (Kurze  Chronik  von  Somiramis 
auf  Jobaiincs  PaUieologos;  vgl.  den  Katalog  von  Stevenson  S.  238). 


I& 


398 


Byzuitliitaelift  IdtterKtnrgescbicbt«.    I.  Pros^Mhe  Lltt«ffttaf. 


I 


10.  Viiidoli.  Lhßol.  ö8  (Nessel)  fol.  142  f.  (C1ironologi»clie  Übembt 
von  Adam  l>is  auf  ]0'2G). 

17.  Vindob.  theol.  261  (Nessel)  fol.  261—275  (Vulgärgriechisclie 
Chronik  der  tQrkiftolmn  Öultano  bis  1566). 

JS.  Yiiidob.  pbil.  219  (Kettgel)  fol  1U8'— 111'  (Chronologisclie  TftM« 
von  Adam  bia  zum  Jahre  120-1). 

11.  Eine  genauere  Sichtung  verdienten  auch  die  in  zahllosen  nuid- 
scliriftcn    vorkommenden   Veriteichnisge    der    Synoden.      Ein    Lehr- 
gedicht Dbor  dio  Synoden  vorftisKtc  Michael  iWlos.     Eine  Prosawh 
über  die  Synoden  geht  unter  dem  Namen  de»  Ncilo»  Diaäsorinos;  ' 
den   dioiflom   Autor   gewidmeten  Paragraphen.     Ein   älinlielies  Werk  st 
unter  dem  Namon  einea  HiUrion  im  Cod.  Harl.  5607.    Der  Verfasser 
%'ie1loicht  mit  dem  üilunon  identisdi.   den  Fabricius,  Bibl.  gr.  ed. 
11,  -159  erwähnt.     Einige  Synodenverzeichnisse  ed.    P,   Harduin,  Ac 
conciliorum  .1  (1714)  14(i3— 147H. 

12.  Endlich  sei   hier  die  »ogonannti"  historische  Palaca  crvähn 

ein  durch  allerlei  apokryphe  und  volkstOmlicho  Zusit«©  erweiterter  Au 

aus  dem  iilten  TcetAmout,  der  in  den  slavischen  Litteraturen  eine 

Rolle  spielt,  in  griechischen  Handschriften  aber  aiemlich  selten  zu 

scheint.     Einen  griechischen  Text  ediorte  aus  dem  Cod.  Vindob.  tl 

247  iNejiBel)  mit  Beiziehung  des  Vatic.  Ottob.  205  A.  Vassiliov,  Ai 

dota  graeco-byzantina  1  (1893)  188—292.     Vgl.  S.  XLU—LM.    Aiiswp 

dem  erwähnt  Vassiliev  S.  L  f.  den   Cod.  Marc.  U  üül  a.  12   und 

Cod.  Vindob.  bist.   119  s.  15—16,    wo  eine  Palaoa  dem  Psollos 

schrieben  wird.     Dazu  kommt  noch  der  Cod.  Vallicell.  F.  68  fol  11 

bis  207'.   Er  enthält  uur  einen  verkürzten  Text,  dessen  Titel  und 

tauten:  X^orixih'  ai'vjofiov  e»  loü  TiaXaiov  .  Ua^äfi  (so)  ^yivrr^atv  vU 

Zai  CliBrahlcrislik  der  wirlitigeten  Elilugen  iiod  Tabellen  dient  H.  Gelser, 
JulJuH  Africanns  II  1  (188&I.  —  Einiges  bei  A.  Wirtli,  Ana  orienUlisrJien  Chnniki 
l<'rBiikfuH  1^94  (nur  mit  Ktfiestor  Vomiclit  tu  bentltieni  vftl  oben  S.  '226).  —  Ktn»  SuMn* 
nuBguli*  der  lijxjuitinisclion  .Clironica  minor«'  wird  vorbereitet  Ton  Sp.  P,  l,timft« 
Ea  ist  tu  wtlniieben.  äass  er  sich  niplit  Mir  die  unediorten  Sachen  bescbrftnke.  eond 
«ine  durch  tinnituigkcit.  Vi)l!stlln<tißk«it  und  Ut-bcraiclitlichkeit  aiisgczoicbnete  Siiininti 
auwobl  der  gedruckten  Kklogen  nls  dca  nnch  ungednioklen  Mnteriaü  vorlego. 

Itj6.  Unedierte  und  verlorene  oder  verschollene  Cfaroniken.  ünt 
den  Chroniken,  die   noch  der  VerüfVentitchung  harren,  ist  die  wichtig 
die  des  Skylitaes;  vgl.   S.  368,    —  Von    Wichtigkeit  fOr  die  Qiielk 
forschung  wfire  dio  Hcrnii^gabe  der  groi>scn  anonymen  Clironik  de»  C 
Paris.  1712,  in  der  eine  Iluuptvorl&go  des  Kedrenos  erkannt  wonlen 
—  Im  Cod.  Coislinianus  229,  b.  10—12.  fol.  158—203,  der  sich  jetat 
der  Universitätsbibliothek  zu  Moskau  befindet,   und  in  einem  Cod.  Drei 
donsis  steht  unter  dem  Namen  dos  Petrus  Alcxandrinus   eine  ilur 
Benützung  guter  alter  Quellen  wichtige  Chronik,  die  von  Adam  bis 
das  Jahr  912  n.  Chr.    reicht.     Im  Coisl  lautet  die  Überschrift;   W»( 

'Adäft  J'wf  riv,  im  Drcsd.:  Uttpov  öft&o^ö^ov  x^^'oy^ci^^a  iv  avttöfup 
Uitifi  i'mi  t^(  ßaaiXe/ai  Kioratattiiav  tof  rr»f^*foü  Eipijvr^i.   Eine  A« 
dieser  Chronik  wird  vorbereitet  von  Ed.  Thräroer.      Einen    vorl&ufij 
Bericht  gab  er  in  der  Beilage  zur  MUnchener  Allgemeinen  Zeitung  vi 


9.  QMoliiohUchrtibei  und  Cbronbt«!). 


999 


l^WT  1892  S.  3.  Vgl.  A.  Wirlli.  Aus  oriciitaHscIieii  Chroniken 
BÄviiI.  Noch  zu  bostimmon  ist  nach  Clmrukter  und  Üehalt  die  um- 
Keieb«  Chronik  im  Cod.  Mosc|.  Syn.  lo"  (VlaJimir),  s.  I«,  fol.  1—250, 
Kon  der  EnichalTung  der  \\»t  bis  auf  Manuel  Knmnciioa  reicht:  fol. 
1^286  folgt  noch  eine  Korti«otzung  bis  in  die  TUrkenxvit. 

Einig«  wahrscheinlich  verlorene  Chronisten  nennt  Skylitjses  in 
r  Vorrede  seines  Werkea.  Vgl.  oben  S.  367.  Von  dem  dort  erwähnten 
inw)  wissen  wir,  dass  «r  die  Tliaten  des  Johtinnc»  Kiirktitu^.  di's  bc- 
ItBtm  Feldhon'n  unter  Komanos  1,  in  8  BOchcrn  bc>»chricbi<n  hat.  Der 
iB  Skylitzcs  genannte  Theodoros  Daphnopates  ist  wahrscheinlich  Vcr- 
Mer  des  letitten  Teiles  der  Fortsetznng  des  Theophane-i  d.  h.  der  Gc- 
bichte  des  Konstantinos  Forphyrogennetns  und  Romano»'  II;  vgl.  oben 
$48  und  den  Taragraplien  .Thoodoros  Daphnopatos^  im  Abschnitte 
Bi*lorik'.  Mehrürc  dor  von  Skylitzos  gonanolon  Autoreu  wie  Nike- 
i»TOB  der  Phrygier.  Theodoros  von  Side  und  sein  Neffe  Theo- 
iroB  Ton    Sebasteia,    Demotrios    von    Kyzikos    und    der    Mönch 

rnC8  der  Lydcr  sind  uns  unbekannt,  Von  Denietrios  von  Kyzikoo 
sdch  vermuten,  dnes  er  identisch  sei  mit  jonem  Metropoliten 
trios  von  Kyzikos.  an  den  der  Dichter  Christophoros  von  Mytilene 
LlVo«tgedioht  wegen  seiner  Podagra  richtete.')  Doch  ist  damit  wenig 
kineo,  da  wir  auch  von  diesem  Podagri.iten  nichts  Näheres  wisäeu. 

1.  Chronik  du*  Cod.  PnriM.  1713;   Der  Alisclmill  von   Leo   dem  Ann«ni«r  bis 

■  ScUuMB«  nt   unter  il«ro  Namen   dca  SjrmeoD  Luuolliclt>a  ediert;    b.  S.  SGL  —  Ueber 

■  |nx*n  anlrn  Teil  bia  zur  Kuiseraeit  bericbtetv  H.  Ütlzur.  SrxtuH  Julius  Arricaniu 
IfMK)  8&T-3g4;  vgl.  ebeuila  I  (IfSOj  08.  —  Einige  Notizen  vuu  ¥,.  Potzlg.  U.Z. 
(IM)  n  f  —  K-  Prirhler.  Di»  r&niische  KutB^rgesi-liiobte  bis  «uf  Diuktotinn  im 
i.  PuM  1712  und  im  Cod.  Valic.  1G3.  B.  Z.  5  (1896)  (wird  detnnndist  vraL-bL'incn). 

2.  Künterc  and  läne^e  Proben  ans  nnediorlon  Chriiniknn  verarhiedMier  Art,   die  in 
iCodd    Mirc.  Gl.  II  261;  Cl.  VU   Ifi.   17,  18.  20,  22  niifbowahrt  sind,  ed.  1.  ßokkor. 

Ak.  l&ll  S.  4l-~$i.  —  EhiJKo  weitere  Mitteilungen  nun  V^nexianer  Usa  gnb 
liier.  UyxaDtHiiBch»  AnsloktNi.  Sitnngsber.  Wiea.  Ak.  9  (1852)  S36-41»  (das 
<  tnrtliBl»  Qfdicbt.  Brinfo  nnd  Urkunden). 

Vtneidiniii  un^diort«  Chronisten  gab  Fnbriciu»,   Bibl.   gr.   ed.  Huri.  VlI 

Oatfr  Bahrorm  bekannten  StUekcn   erwlilmt  er  ein«  von   dor  ifehApfung  bis  nuf 

Dukwi  reirbendf,  in  dor  Vulglnprnchn  nb^tefnaHl«  Chronik  des  iiymonn  SvlL. 

PatriaTctmt   ta  Kprl   bcfnnd.    —    Vurlorenn  Cbrunisltn  nennt  A.  Wirlh,   Aus 

Cbronikvn  .S.  25.i  f.  l.loidor  ohne  nlliers  Angaben  und  Bi'legatelicn). 

1A7.  Ynlgftrgriechische  Cbroniken,  Paraphrasen.  Chroniken  ans 
»  Tflrkeazeit.  Auf  die  in  der  griechischon  Volkssprache  abgefasstcn 
iromken  und  Paniphraeen  ist  im  altgemeinen  nchoii  8.  221  hingewtcmcu 
id  melirere  Werke  dieser  Art  sind  in  der  Spczialdnr!*teUung  dor  Historiker 
id  ChrouBten  genannt  worden;  vgl.  S.  278;  285;  808;  346;  355;  377;  379. 
Proben  von  Vulgärchroniken  in  Venezianer  Handschriften  gibt 
",  Abb.  Borl.  Ak.  18-H  S.  41 — 65.  Über  die  dort  exzerpierten 
Marc.  VII  18  und  20  vgl  auch  E.  Patzig.  Johannes  Antiocbenug 
Malala«,  I*rogr..  Leipzig  1892  S.  1  und  10  f. 
xieralich  dOrftigy  Chronik  in  der  Volkssprache  von  Christi 
bis  auf  Konstantin  Palaeotogos  enthBlt  der  Cod.  Marc^  VII  43 
fol.   1—135.     Überschrift  und  Anfang  lauten:  '-*p/r;  at<r  ätip  äyi'f 


■*)  V«ni  di  Crwloforo  Palriii»  eil.  Ant  Rocchi,  Rom  ISST  S.  27. 


4(H) 


ByunUiiisolie  Li t berat argeBobiehte.    I.  ProsAiaehe  Litt«rfttaf. 


■  Uli  j^fovoYgriif'Ov  tiffi^ofitvai'  änü  Xijiatuv  ytvvt'fltioi  YS^'f""'  ('^)  ttri  fiftlU 
jL*ti  tuet'  ovitfia  t'oti  tii  »»;r  ßattiXtiav  KuvatavfiroP  roi  IlttXaiolojrov  fjtfl 
xai  rä  nnii^tt  ti;{  'Ayiai  Soifia^.  Eis  ftot'(  fr«'vi»  x'^''^*'>  ntiiumaiM  IH 
XQÖroi  tinö  xu'anat  x6a/mv  *'/*i'i'iy.'/f;i-  »  nv^oi  f;^wr  'hjaovi  X^trtäi  t*s  t^M 
aa^tivta  dim  2t">>'ot>$  <>;$  ßaeiXffag  Ai'yovaiov  Km'aa^o;-  IHe  Erzäliluii{{  fl 
voll  der  grühHtoii  ti-riünivr;  nach  <iit)»öm  Autor  Iifttt«»  die  Lateiner  ulfl 
1204  nur  kurzu  Zc-il  in  Konslatitinopel  g«herr»cLt  und  bald  wAren  jhiifl 
wieder  griechische  Kaiser  gefolgt  wie  Theodoroe  La^karis,  JohaimiM  Dukfl 
Batatzes  u.  s.  w.  H 

Zur  Gruppe  der  ParaphrtMon  gohiJrt  u.  a.  auch  die  dironik  S 
Cod.  Taur.  226  (jetitl  B.  IV.  4|,  der  eine,  wie  es  »chfiut,  auit  TlifophaiJ 
und  Zonuras  sttiDiinende  Kompilation  in  einer  einfacheren  Diktion  entiilH 
Vgl.  B.  7..  i  (189.'>)  Til».  Ein  ähnlichem  Machwerk  Hchoint  im  Cod.  Berd 
Phillipp.  1K34  s.  16  eu  ettecken;  vgl.  die  Bcsclircihung  bei  Uui).  StudM 
mund  ot  L.  Cohn,  Oüdicos  ex  bibliotheca  Meermanniana  PkillippJct  gralfl 
nunc  Beroliiienito»,  Berlin  lääu  .S.  9'J  f.  ■ 

Ein  höchst  raerkwUrdigee  ßeiKpiel  der  VulgürparaphraAen  ist  dtrCofl 
Paris.  Rüppl.  gr.  4G7,  ».  17.  Er  enthält  eine  rOniisoh-byzantiniicfl 
türkische  Uescliichte  von  AeneaD  bis  auf  Murat  IV  (162ä — 1640)  in  etnfl 
recht  lexbai-eit.  durch  gelehrte  Einflüsse  so  wenig  aU  möglich  getrabtM 
Volkssprache.  Der  Titel  lautet:  Bißli'or  xe^*'t>yef"fi>'>'*'  «cpor  rtm^jl^ 
toi-  Svyyt'Xof  (so)  xai  lovatirov  xai  Eigi^iutov  rtÜ)'  nuiauir  IfH 
y^iiyior  nf^t'xov  ntfii  roü  nöta  ixtiai^tj  ij  'Äf/irj  *a\  nef^  iw>-  ßiiOtll^^ 
ai'tffi  x«(  Tttfi  ttfi  KiartttuvtnnvnöXtitK  notf  ßnoiAii  <tyit'no>  xai  n:fl 
JijS  ükmatun  ai'iifi  vrtv  läir  'Ayai/jjVtäi:  Beginn:  li€tailtt<i  n^wio;  fS 
'P^/iTfi.  'Ana  tiv  xatf/ör,  örtov  i*jp«H'ff*ij  ij  Tpuäia  ärTÖ  tois  £^■1'^ 
Von  den  drei  Autoren,  die  aU  Vcrfa.s9cr  genannt  werden,  ist  der  «rV 
natürlich  der  bekannte  Ueorgios  Synkellus;  aber  wau  e«  niit  Justinfl 
und  Irenaeos  für  eine  Bewandtnis  hat,  bleibt  unklar.  Der  von  Ualalfl 
Öfter  z.  B.  IGU,  9  zitierte  Etf/i^ralo{  ä  OQ^öf  muss  doch  wohl  sicher  iJ 
dein  Spiele  bleiben.  Der  entte  Teil  de»  Werk«»  scheint  eine  freie  Bofl 
beitung  des  Synkellos  und  Theophanes  zu  sein.  Daran  »chtieäst  eich  mT 
119  —  177  eine  i'aiaphrase  des  Skylilües,  dessen  Werk  hier  aber  selteiunM?^ 
weise  bi»  auf  Johannea  Eomnenos  reicht.  Nach  einer  Notiz  über 
Regierungezeit  dieses  Kaisers  folgt  die  Bemerkung:  l'ta(  mit  ttitmre 
'Imh'tr^i  i'xiU/ffi,^  0  xß*"' '>/?"¥('»■  Den  Schlu«»  bildet  oiue  kurz  gelwlt 
Fortsetzung  bis  auf  Murat  IV  {fol  177—216). 

Eine  ubonfalls  in  dt-r  derbsten  Yulgärsprache  abgefaa!«te  Kaia 
rhronik,  welche  der  Codex  4(>2  des  Metochion  den  hl.  Graben  in  Ki 
fttantinopel  bewahrt,  analysiert  Alex.  Kirpifuikov,  Eino  volkstümlk 
Kaisorchronik,  B.  Z.  1  (1892)  303—315.  —  Vgl.  V.  latrin.  Zur  Fr 
Über  die  griechischen  Vulgälrchroniken,  Viz.  Vr.  2  (18».'.)  (soll  demi) 
erscheinen).  —  Irgend  eine  Paraphrase  ist  wohl  auch  die  bis  auf  Nil 
phoros  Bolanoiates  reichende  %'ulgäi'c  Weitclironik  im  Cod.  Äthd 
3875  8.  17. 

Manuel  Mnlaxos  {Mmovt}k  Mtdu^öf)  aus    Xauplia    vorfosHt«  tii 
letiten  Drittel  des  Iti.  Jahrhundert»  *tni-  Chronik,  die  von  der  SchöpB 


8.  OMchiohta«hr«il>er  nsd  Cfari>nlat«B.    B.  ChroniaU«.    (g  181) 


401 


\äa  zum  Jaliro  1573  reicht.     Sie  ruht  noch  unediert  z.  B.   in  den  Codd. 

Pirk  179(1  und  Harl.  5632.    Eine  deniselhoii  Mnlftxos  gehörende  l'fltri- 

wfhengeechichte  von  1454—1578   ist  von   M.  Crusius   in  seiner  Turw)- 

gaema  ediert    und  im  Bonner  Corpus,   Bonn   1849,  wi(>derholt  worden. 

Dbv  das  Leben    und  diu   »oiLätigfrn  Hchriftcn  des  Manuel  Malaxos  und 

NinoB  Lmdwaannea  Kibolaoü  Malaxo.'<  vg\.  K.  N.  8atiia!<,  ?itotXXi^rixi'^ 

fuUUjr/a  S.  184  IT.     Die  Angabe  von  Sathfts  S.  186,  die  Wdtchronik  im 

Iikxos  »chliosso  mit  dem  Jahre  1529,  ächuiiit  auf  einem  lirium«  zu  be- 

I  nlini:  in  der  Pariser  Hs  wenigsten«  reicht  sie  Wh  157:(. 

I        Das  beliebteste  historische  Handbuch  des  17.  und  \S.  Jahrhundert» 

'  itf  di«  im  Jahre  IK)0  vollendete  (lironik   des  Doruthuo»  von  Mouem- 

kiüia.  die  von  der  Erschürfung  der  WoU  bis  1629  reicht.   Ausser  byzan- 

j  fauKhen  Weltfbroniken  hat  Dorotheos  auch  mehr  abseits  liegende  Werke 

IM  die  Verschronik  von  Mores  benQbEt.     Eine  genauere  Untersuchung 

Mner  Quellen  fehlt  übrigens  noch.     Die  Chi-onik  dm  Uorotheo»  erschien 

nerat  in  Venedig  1631:  dünn   wurde  sie  öfter  wiederholt  z.  B.  Venedig 

1637.  1676.  16Ö1,  1686.    —    Ein  Stück  auch  bei  Ch.  Hopf,   Chroniqocs 

firko-Romanes   S.  237—239.    —    Ober    die    Veneitianer    Ausgaben    vgl. 

£  Legrand.   BiWiogr.  hell,   du  WH"  siiVle  1  (1894)  29U     299;  352  f.; 

1894)327:890:437.  -  Über  das  Leben  de»  DoroUieos  s.  K.  N.  Öathas, 

tU.  iftlv'AQyiu  S.  222  ff. 

iBser  Halaxos  und  Dorotheo»  !«in(!  uuh  noch  einige  andere  grie- 
VVelt-  und   Kaiscrchroniken   aus  Aw  Zeit  der  TOrkenherrschaft 

ilton,  Ober   deren  Beschaffenheit  und  Quellen  nichts  Nilheros  bekannt 
Eine    umfangreiche    am    Anfang    und    Knde    versttlmmelte   Vulgär- 
cfcronik  von  der  Kr:«chaffung  der  Welt  bitt  auf  Soliin  11  (156>5)  i«teht  im 

tBodl.  Canon.  67  s.  16,  372  Blätter.  Verwandt  ist  wohl  die  m»- 
^fae  Chronik  von  Aeneas  bis  auf  Sultan  Selim  n  im  Cod.  Athous 
B.  1623,  fol.  1—176.  Unter  dem  Namen  des  Theodoroa  von  Mo- 
ItBbaaia  bewahrt  der  Cod.  Harl.  5742  eine  Chronik,  die  von  der  Er- 
Mfcaffong  der  Welt  bis  auf  den  letzten  PalSologen  reicht  und  dem  Kataloge 
ablge  um  1570  abgefasst  sein  soll.  Die  Vermutung  liegt  nahe,  dass 
Derotheo«  statt  Theodor»»  zu  schreiben  sei  und  das  Werk  die  ('hronik 
dai  Domtboos  von  Monembania  (ä.  o.)  darstelle;  aber  dagegen  spricht  die 
wihnte  Angabe  über  die  Abfassungszeit  des  Werkes.  Eine  mit  Doro- 
tWoe  von  Monembasia  verwandte  Chronik  enthält  der  Ood.  Athous  3286. 
K  17;  Stücke  derselben  stehen  auch  im  Cod,  Athous  :t2y3.  Vgl.  Sp.  V. 
LkmbroK,  Catalogutt  of  tbe  greek  mss  on  Muunt  Atho«  1  (1895)  297  f.;  300. 
fine  »eralicb  autfilbrliche  (lironik  von  Kaiser  Manuel  I'alaeologos  bis  auf 
taridsclie  Zeit  enthält  der  Cod.  Athous  3797  s.  17  (Nr.  36). 
Eine  summartscho  Weltcbroiiik  verfasi^to  gegen  die  Mitte  des  18.  Jahr- 
wahrscheinlicb  Keophytoa  Mauromatett,  Metropolit  von  Arla. 
J.  öakkelion.    IJaffuani;  ßtß'Mo^,'j*r^,  Athen   1890  S.  289— ai-l;    vgl. 

ä  US  f. 

Etwas  später  vorfasste  Caesar  Dapontos  ein  Gedicht  in  politischen 
FanMO  Bber  die  Kaisergeschichte :  Bi^Xo^  iinatlftm',  das  x.  B.  in  den  Codd. 
Ithui  2587  und  2588  erhalten  ist.   Über  die  sonstigen  zahlreichen  Schriften 

.  im  HUB.  lltBil<iiB»1>wn>ol»ft.  IX.    I    lbll|,    7.  lud,  .6 


[02 


BriMitiDisohe  Litt«ratDr9ewihleht«.    L  Froa«iache  Litt«r*tar. 


und  das  Leben  des  Dapontes  vgl.  K.  X.  Sathaii,  NtotXX.  yilol.  S.  5lA 

bis  50,^.  ■ 

Ein    naiiiiaex'*öf    XßOHJcöi-    der    Zeit    von    1453—1794     verfnrfP^ 

Eyrillos  Lnurioto&     Ed.  M.  J.  tiedoon,    ila^vttcaöi  6  (1877)   3— S2. 

Daxu  die  Bemerkungen  von  A.  Potridc«,   IJa^raffttö^  6  (1877|  2^3—258. 

Kine  SuniiiiluiiK  vuii  Chroiiikvii  und  kin;beiitiMclii«litlic<lii.>n  Dokomeiit«!  an  im 
lUrkiacbüD  PmmU  «i.  K.  N.  Sfltha».  Mi«.  Bißk.  i  (IS72).  —  Mudiee  Mck  hti  Ck. 
Ho[if.  t'liruoi(iUfi&  öriSroBnnianee,  Rerlin  1S73. 

168.   Lokalchroniken.     Honographiache  Stücke.     Daas  die  in  der 
alt^echischen    Litteriitur    so    roiolilich    vt'itretene    Gattung    der    Lokat- 
gOBofaicIiten   aucli    in    der  byzftnliniüdiL-n  'Atni  nicht  völlig  mangelte,  Mebt 
fiiefaer.     Stadtannalen  von  Antiochia  sind  im«  z.  B.  durch  Malala«  boicnp 
lind  ebenso  Imtten  Komitantinopel  und  andere  StSdto  tlu'c  Lakalchronikcs. 
Da  aber  diese  Spezialwerke  mebon  früh  in  die  HeictiK-  und  Weltchronikea 
eingearbeitet  wurden    und  von  Anfang  an  nur  eine  beschränkte  Vertmi-  , 
hing  hatten,  ho  gingen  »ie  naturgemäBs  frtlh  zu  Qrunde.   In  der  ^toreo 
byzaiitiniNelieii  Zeit  ahw,  ab  AJch  alle  geistige  Kultur  mehr  und  mehr  iu 
Konstantinopel  vereinigte,  ist  die  I'flego  der  Lokalgeschichte  in  den  Pro- 
vinzen  thatsächlieh  fa^it  ganz  ausgestorben;  Konntantinopel  selbitt  ab«r  war 
so  sehr  Mittel-  und  Hauptpunkt  des  ganzen  Keiche»  geworden,  das»  eine 
Chronik  dic!M-r  Stadt   zugleich   Koichsclironik  gcwordeii    wäre   oder  unh  | 
gekehrt,  dass  die  Keicbsgeschichten,  die  jetzt  entstanden,  auch  das  B^  '■ 
dUrfniR  nach  einer  Chronik  der  Hauptstadt  befriedigten.     So  orklirl  sä(k 
da8S  die  in  anderen  Litteraturpii  so  bedeutende  Oattung  der  LokalgeecbtcUt  i 
in  den  uns  überlieferten  byzautinischen  Werken  nur  durch  einige  recht  be-  ' 
langlose  Stficke  vertreten  ist.     Ausser  den  in  §  164  genannten  Schnft«D 
kommt  folgendes  in  Betracht:  j 

Der  Mönch  Chilas  {XtiXtig)  ersÄhite  in  unbeholfener  Sprache  di*  ,1 
Schicksale  des  EloatorB  und  der  Kirche  des  hl.  Tbeodoroü  auf 
Kythera  zu  seiner  eigenen  Zeit.  Dieses  Schriftchen,  da.s  (Üt  die  KultIl^ 
gettchichte  der  von  Venedig  aus  beherrschten  griccliischen  Imteln  dankon»- 
iverte  AufscblUsso  bietet,  ed.  zuerst  (aus  Cod.  Marc.  Tu  19)  in  einini 
wohl  den  meisten  uiizugänghchen  Duodezheftchen  .Tob.  Beiudo  unter  dtn 
Titel:  X^oi-ixov  /Tcpi  ioi<  ev  tivi^t'^poii;  funaati^diov  tav  liyt'ov  (ituJiö^v  tir 
rrpÜTot'  iS  äi'titJötoi'  xf^oy^ä^ou  fittä  atjfinioafmr  dt^fioaitvitir  rnö'lwiintr 
MV  BtXoviov,  'Ei'fxOiair  1868.  Einen  Neudruck  gab  Ch.  llopf,  Chronu|iiM 
I^co-Romanes  S.  346— 35S. 

Eine  von  dem  Priester  Synadinoa  {2viadivöi)  im  17.  Jahrhun»!*rt 
verfasete,  die  Jalire  159t<  — 1642  timfasBeude  Chronik  der  Stadt  Serrae, 
die  im  Cod.  Athous  3226  erhalten  ist.  bespricht  8p.  P.  Lampros, 
JtUioi  2  (1885—1889)  «40—650. 

Eine  kleine  Erzählung  Ober  den  Ur»;prung  der  Stadi  Monem» 
basia.  in  welcher  auch  über  die  Tzakonen  gehandelt  wird,  nebst  eiiiigM 
anderen  auf  die  Geschichte  von  Moneinba-tia  bezüglichen  Dokumenten  ed.  | 
aus  dem  Cod.  Taurin.  :);16.  b.  I.  4  (jeUt  B.  VII.  29)  .los.  Pasini.  0»- 
dices  mss  bibliothecae  regü  Taur.  Athenaei  1  (1749)  417 — 132.  —  N«l- 
AUHgnhe    äei<   Turinor  Textos    mit   Gegenüberstellung   des    abweichend«. 


J 


3.  QMchlehta£hrelb«r  nui  ChTooi«t«ii.    B.  Chroaiitsn.    tS§  168—169)      403 


xt««  «weicr  Athoslifis  und  KoniRK-ntai*  von  Sp,  P.  Lampro».  'latoQixä 
ilttilftma,  Athen  188-1  S.  97—128. 

Eino  kleine  (lironik  der  Stadt  Athen  od.  aus  einem  Codex  des  Lin- 
In  College  tu  Oxford  Sp.  I».  Lnmpro»,  '^.»(Ji-ßror  6  (1878)  438—442. 

Die  unberiiito  Stufo  dieser  amuteligon  Kleinlitteratur  bilden  die  in 
UKhen  Handschriften  auf  leergebhehenen  Blättern  oder  ßlatttoilen  von 
an  jeweiligen  Be-sit«er  eingetragenen  Notinen  über  Lokalliogeben- 
tlt«n  und  Familionuroignisse.  Sie  enthalton  nianchi^t;  brnuchharo 
blerial  fOr  die  Geschichte  und  Sprachforschung,  boBondcrs  für  die  byziin- 
ÜKhe  Namenkunde.  Eine  Sammlung  und  Verwertung  aller  diecer  teils 
odi  (uediertcn  tctU  in  Hand^ctiriftenkatalogen  und  Zeitschriften  zer- 
Imiten  Notizen  wftre  recht  erwünstht.  Vgl.  z.  B.  ./tlxior  4  {1892  -1895) 
TS-281:  690—696. 

tHier  seien  noch  erwähnt  die  meist  aus  grUflseren  Chroniken  wie  der 
ymeon  Magister  und  Logothete»  und  au«  der  Fortsetzung  de«  Theo- 
e  geschöpften  Einzolächrifti^n  über  die  Bekehrung  der  Kuusen, 
BJgaren  und  Iberer  zum  Christentum.  Die  Schrift  über  die  Be- 
ibiing  der  Küssen  steht  in  einem  Cod.  Paris.,  dessen  Nummer  ich 
tdiT  nicht  mehr  finde,  die  über  die  Bekehrung  der  Bulgaren  in  den 
^d.  Athous  0875  und  Vindob.  suppl.  Koll.  U2  fol.  242—243,  dio 
■  die  Bekehrung  der  Iherer  im  Cod.  Athous  3794. 

I6H.  Orientalische  und  slavische  Chroniken.  In  engwier  Bezielnnig 
IT  bistx>n»chen  Lilt«.'rulur  der  Byzuutinur  steht  dio  dei'  oricntiiliNclicn  und 
niacben  Völker.  Manche  ihrer  Geschichtewerke  und  Chroniken  sind  ganz 
kr  teilweise  aus  byzantinischen  Vorlagen  abgeleitet;  andere  berühren 
cb  wenigstens  etoflTlicli  mit  byzantinüschen  Krxeugnissen  und  dienen  zur 
rgiunng  und  Berichtigung  iQckenhaftor  oder  unzuvcrlU«iiiger  Belichte 
^hischer  Quellen.  Es  kann  nun  nicht  die  Aufgabe  eines  Abrisse»  der 
rtutiniitchen  Litteratur  sein,  auch  von  den  Nachbarlitteraturen  ein  Bild 
l  geben:  doch  mögen  hier  anhangsweise  wenigsten»  die  wichtigsten  That- 
lAeo  and  litterarischen  Hilfsmittel  aufgezählt  werden.  Einige  Orienta- 
le «lavische  und  fränkische  äescliidits werke,  die  schon  fiühur  ge- 
MDl  «nd,  wie  .losna  Stylitea  (s.  S.  236),  der  Seldjouq  Xani^h  (S.  2»!),  dio 
Firke  Über  die  Erohening  von  Konstantinopel  (8.  311  f.),  die  slatnschen 
■d  georgischen  Bearbeitungen  des  Malnlas  (S.  329 ;  :^33  f.),  die  lateinische 
hmctzung  des  Tlieephanes  und  Nikcphoros  I'.  |S.  '64i  und  3r>()l,  die 
hniadiv  und  georgische  Übersetzung  des  Üeorgios  Munachos  (S-  35Ü),  die 
^niielie  Obenwtzung  des  Symeon  Magister  und  Logothetes,  dos  Zonaras 

»Hanusea  (360,  373,  377)  werden  hier  nicht  wiederholt. 
1.  Zuerst  seien  zwei  Chronisten  genannt,  die  nur  durch  die  Art  ihrer 
IWtiefcning  zur  orientalischen  Gruppe  gehören:  Zacharias  tihetor 
in  Bcholastikos.  Bischof  von  Mytilene  (hei  den  Syrern  falsch  Melitene) 
vfluste  am  518  n.  Clir.  in  grieehiiricher  Sprache  eine  Kirchengeschichtc-; 
ii  ttt  in  die  Byri&che  Litteratur  übergegangen  aU  Teil  (Buch  3—6)  «inor 
m|HlaUnn  eines  s^Tischen  M<lnchos,  die  um  riC9  entstand.  Johannes, 
ebof  von  Nikiu  in  Untcrfigjpte«.  verfasste  am  Endo  dos  7.  Jahr- 
ciiiü  griechische  Weltchronik,  die  merkwürdigerweise  in  der 

80- 


m 


BysMitloIiohe  LHterKtiirsoa«bic1il^ 


li«  UtterRtnr. 


hiBtoriKchoi)  Litteratur  der  Byzantiner  tiirgendB  era'äbnt  wird.  Cianz  äW 
lieh  angelegt  wie  das  Werk  de»  Malalas  und  die  spftt«n>n  Weltchronikm, 
bogumt  sie  mit  Adam  und  Eva,  boliandclt  kur»ori»ch  die  oricntaliwho^ 
griechische  und  römische  Geschieht«  und  wird  ausführlicher  in  dur  byzan- 
tinischen Zeit;  »ie  reicht  bis  ans  Ende  des  7.  Jahrhunderts.  Am  wich- 
tigsten tat  der  letzt«  Teil,  in  welchem  Johanne«  als  Zeitgenoane  und  eim' 
Teil  al»  Augenzeuge  diu  uns  higher  nur  mangelhaft  bekannt«  Ue^hichtp 
der  Eroberung  Äg)'ptem)  durch  die  Mohumedaiicr  erzählt.  Das  griechieclw 
Original  dieses  Werkes  wurde  in  uubekunnter  Zeit  ins  Arabische  ttnd 
aus  dem  Arabischen  im  Jahre  KiOl  ins  Äthiopische  übersetzt.  ErbalUo 
»cboint  Uli«  nur  die  äthiopische  Cbersetzung  zu  sein.  Kioe  Uauptqne 
der  Chronik  war  Malalas. 

1,  ZauhfiriHa:  EJ.  J.  P.  N.  Limd.  Anecd.  »yt.  111(1870).  —  Eine  drataehs 
BclzuiiB  niit  KoiiiiiitMiUr  in  Vorbproitonft  durch  0.  Kr&gvr  and  K.  Akreiie.  - 
Wright.  Syrinc  LittPTfttiirc,  Encyclupnpdin  »ritannicji  22  (1HS7)  835. 

2.  Joliannos  von  Ni  kiu:  Snhr  uinffini^reiclie  AiiBzngo  od.  Athiopisdi  Dod 
unter  oUlrr  Vnrßlcichung   mit   dnn    Übrigen  Clirunisleii    !].  Zotenbarg,   M^moin  MV  < 
chraniqUD  hvinntinn  da  Jnnn,  dvt-que    dn  Nikiou.   Journnl  AHiuti<|nn.     7.  »itrie.    t.   10(18 
451  'TilT:  i^  I1M7M)  245-347:  1.1  |1»79)'J»1  -»86.   VollsUtndig  aibiopüoli  und 
von  1).  ZotnnlLTg,    Not.    et   witr.   I.   24  PrMiui-rs   purti«   (IltfS)    125—605,    —   Vjl,  I 
i:atcn    Beaprci'lmngon   von  Th,  Noldeke.   Qöttingi'r  iiel.  AiiieiE«n   1881    S.  587-.'^' 
18BS  S.  1364-1371,  und  von  Ed.  Drouiu,  U  tixiaim  3  (1884)  253—268.     -   Utbor 
Vorlikltiiia  XU  Maltüns:  E.  Patiig.  JuIihuiim  Antioehraus  und  JobunM  HaUlM, 
Iicipcii;  lSä2  ä.  24—27.  —  Die  uuf  die  Bulgaren  beiOglicWu  NflcliHcbt«!!  dn  J< 
«rtrtcrl  N.  Zlularski,  Neue  Nachrichten  inr  Ältesten  Period«  iet  iialKannchta  0' 

jOfcorDik  bl«fi»k,  n  (1»04)  145— l.H. 

■  2.  Johanne»  von  Kphesos  (t  nach  585)  verfaast«  in  syri 
Sprach«  eine  Kirchcngeschichte,  die  von  Julius  Cae«ar  bis  in  die 
des  Kaisers  Muurikio»  reichte.  Sie  bestand  uuu  drei  Teilen,  von  d 
nur  der  dritte  eriialten  ist;  vom  zweiten  haben  wir  umfangreiche 
bei  Dionys  von  Tellmahrf,  Unter  den  Quellen  des  Johannes  von  Epli 
ist  die  (iironik  des  Malalas;  vgl.  S.  328. 

1.  Frat(Tn»nt»  dos  S,  Teiles  ed.  Byriacli  J.  V.  S.  l.nnd,  Anecdola  SyrtM«  11  ll 

—  Eio«  cnRlicche  UebersHtiiing  des  3,  Teilen  gnb  K.  Payn*  Smith,  Oxford  IMO. 
Ein«  dautacne  Uobersetiung  dr>säelben  Teils  von  Jos.  Sohltnfaldvr,  UOavlicii  ISK. 
liRloiniiiRho  It«bi>r3[.>tiiinB  der  Fragment«  des  2.  Tcila  Ton  W,  .T,  von  Douwdo  und  J. 
N.   Land.  Joonni»  epiacopi  Ephesi  commentnrii  do  beatis  orientülibiui,  AmattriUn  1 

2.  Die  Chronik  von  Kdesso-  Sie  rcichl  von  201  n,  Cbr.  bis  MO  a.  Cfar, 
VerfaoMr,  ein  nosturiniiisioronder  Orlliudoxer.  benutzte  u.  a.  den  JaiiuaStjli(e>  («,& 
Kd.  A»«oninni.  Öibliotbecu  Oneutulia  1  (1713)  387-430.  —  Vg).  Wright  ».  «.  O.S. 

—  Ludw.   Halliar.  UnteiBuchuiig<-n  Ober  die  edeMenische  Chronik.     Mit   d*in 
TmI  und  einer  Ueb«nNitziiu|c  horuusgegobeu  ( :=  Textv  und  Untersuchungen  1X1)  tiNpcig  18 

S.  Eine  aj'riache  Chronik,  die  Er{i;ltn£iiug«<n  und  Beriohliguugcn  znr  (itaobi 
der  SAüfLuiden  enthält  nud  wahrscheinlich  xwisohen  (i70-~6dU  ubg^fusat  wurdp.  ed.  G 
in  dm  ävhrift«»  de»  Stoclihohner  fli  ii  iif  ulintiiiil  iinj.riMnn  —  I't<ut«i-hv  L'cbcrwizuag 
KoiniueutarvooTh.  NOld«cke,  Die  vonauidibonuKMebenesyrucbu  Clmmik.  äittnac 
WiM).  Ak.  138.  Wien  1693. 

3.  Diony»  von  TellmahrP,  Patriarch  der  Monophysit««  in  Ant 
von  818-  ß45,  verfaaat«  auf  Grund  guter  alter,  meist  griechischer  Quell 
ein«    syrische   Chronik   von   Erschaffung    der    Welt   bis    auf   seine 
(775  n.  Clir),  von  der  wir  eine  gr^lssere  Ausgabe  und  eine  Kpitome 
aitzon.     Eine  Hauptqiielle  des  Werkes  war  Kusehios. 

Ediert  ist  nur  der  erste  bim  Konstflnlin  rei<'tieade  Teil  drr  Kpilome;  Dionnfl  ' 
■nHlihareiiHiR  chronici  liber  jiriiniu.  Textuni  c  eodice  nw  sjrriaco  bibliotbcoe  Vntial 
tinn«cripait  notisi^nv  illustTHVit  0.  F.  Tullberg,  l^fwÜM  1850.  —  Knaabii  cumduid  i 


2.  OMC&IchUehralliw  und  Ckraatst«!!.     B,  ChroniBten.    (%  170) 


405 


^BKonjsii  TalraaliimtBi  climniro  pelJU.  Socintn  «porn  vcTliynint  notuwu«  il1a«IniveTiiiit 
HKalnk  Siegfried  «t  H«iifica8  Dollar,  Uii-^^iK.  TviiUiut  I^S4.  —  Vgl.  A^aiiinAni 
'  Iia>Uoth<K-ji  Oriuntiilw  2(1721)  eS  -11«.  -  II.  G-iUnr.  .Seitiis  Julius  Africdnos  II  I  (1885) 

198—401,  '  A.  V.  Itntnohiniil.  [TntormieUungnn  <lbnr  din  nvnarli»  Eiiilome  iIm  EoMbl- 
I  f^M  CuKMc«,  'lHbincar  üuivnnit&tuolirift,  Stnttgnrt  I8K6  =  Kleine  Sclirifbnn  von  A.  r.  G. 

t  0689)  488-52».  -  Wright  n.  «.  O.  S.  845. 

[  4.  Hichaol  dor  Qrooee  aus  Molitonc.  Patriarch  von  Antiocbia  1166 
iy>  USS).  ein  ICann  von  umfaHsonder  Gelehrsamkeit,  »chi-ieb  in  xyriHclier 
^■ncbe  eine  Chronik,  die  von  il<>r  KrAcliafTitnf;  dor  Welt  \n»  auf  seine 
^Eit  reichte.  Die  Zeit  bin  xum  ß.  Jnhrtitindort  ist  in  der  nuch  bei  d«i) 
^Huotin«m  üMichen  form  eine»  clironologischun  Abrisses  dargestellt;  von 
^K  an  wird  die  Erzählung  iiuHlilhrÜL-her.  In  der  Vorrede  nennt  der  des 
Hriecbtscben,  Syrischen.  Armenischen  und  Arabist^hon  kundige  Verfasser 
^hu)  Qdellea;  en  sind  teils  s>'ri8che,  teil»  gi-iechische,  unter  anderem  der 
Hinoograph  Anninnos  von  Alexandria,  EuHebios,  der  Kirchen- 
^Honker  Thoodorex  Anagnostes.  Zacharias.  Biächuf  von  Mytileno 
^■o.),  Johannes  von  Asien.  Dionys  von  Tellmahr^  und  andere  <fum 
Hm  nnbekannte  ChroniBten.  Ausser  dem  erst  vor  kuritem  wieder  entdeckten 
^■d  noch  nicht  verüfTentlichtcn  Originale  bei^itjicn  wii-  das  Werk  dos  Klichae) 
^RruH  in  einvr  HrmcniHchon  Übersetzung  aus  dem  Jalire  \2iS,  in  welcher 
^B,  wohl  vom  Übersetzer  selbst,  noch  Über  den  Tod  Michaela  Fortgesetzt  ist 
^K.  1.  Aiiagabun:  Etn«ii  Abaohnitt  de»  Werken,  der  die  Zeit  von  573—717  umtasst, 
^HMkHlicbtr  üi  fraoeOueioh^r  U«bi:n«t*uiiK  l'^duuard  UuUurier,  Jüurtial  Aalatique, 
^Km».  L  12  (IM8j  281  ff.  nod  13  (184»)  315  ff.:  Über  dio  Quellen  S.  288  und  914  ff.  - 
^BnBwelw  Uabenetiitnc  «iiiKeluer  PartiBB  im  Bucuei]  de«  lustoriens  d^s  eroiudos,  Docu- 
^^M«  u» JBJMia  S.  811  D.  —  Kine  volbtlodi^ie  fratixaeieclie  Uebersetiuog  od.  V.  Li>n|t- 
^Ki,  Uiroiiuqu«  d«  Mii'b«!  lu  Gtaad.  Voiiodig  1S68.  —  D«r  Arnieniscbo  Text  cracbien  ISTl 
^■J«raMlaHi. 

■  2.  UilfamiUal:  B.  Gelier,  Sextus  Julias  Africanus  11  1  (1885)402  ff.  -  Wrighl 
Bi.  0.  8.  651. 

^m  b.  Barhobraeus.  Mar  Gregor  mit  dem  Beinamen  ßarhebraeus,  ge- 
istig MlB  Meliteno,  iic^a.-<.t  1264  1286  die  Wtlrde  eines  Maphrian  (hiSchste 
^ptUicbe  Würde  der  Jakubitcu  nac)t  dorn  I'atriarcheu),  Er  vci-fasste  eine 
Bb"  wertvolle  Universalgeschichte,  in  welcher  die  profane  wie  dio 
^■tUicb«  Geschichte  ausführlich  behandelt  ist.  Das  Werk  reichte  bis 
^Bfl  and  wurde  von  seinem  Bruder  hiri  1288,  von  einem  Unbckannt«n 
^B  1496  fortgeseUt.  Hauptquelle  des  fiarhebrueuä  wai-  das  Work  des 
^Bchaei  SyruR.  Gegen  Ende  seines  Lebens  schrieb  Barhebraeu»  oino 
^Bbiechi^  rniversalge-ichichte,  die  teils  als  Ausiiug,  teil»  als  weitere 
Hwbeitung  des  profanen  Teiles  seiner  syrischen  Chronik  erscheint. 
^V  I.  Anegsbea:  Dno  en>t«ii  Teil  der  xyriBoheii  Cbronik  edd.  Brune  et  Kirech 
^Hf«i*>  1799  (ayriMh  und  Inlciniiicti).  Den  zwciU'ii  uiid  dritten  Teil  edd.  J.  B.  Abbe- 
^■•i  ft  Th.  J.  l.atnjr.  ü  voll..  Loviiiiii  187'2-lä77  (mit  lutuiii.  Uebersetzung).  —  Kd.  P. 
^WdjiD,  Pari*  1^90.  —  Die  arabiacbo  Uiiiver-tulgeticliii-ble:  Hietorin  mmpendioea 
^^taülMrani  antbore  Urrgerio  Abul-Pban^iu  Maluticuai  tnedioo  uabice  edita  ot  Lntinn 
^■M  alt  VA.  I'DcoGkiu.  Üx.uiiiB«  1668.  —  EtM  Doue  Ausgabe  beaorgt«  P.  Anton  Kai- 
^bi  Ü.  1.  IVtp]  nur  arabbcli:  ZuMmmeiigeMgMe  Oesdiichte  der  DTnastien  vuii  Lirogoriiia 
^Briim^  dem  ^hn«  des  Anio«  Ahnin  aus  MnlRtia.  genanitt  Bai'hebrnous,  hemusgo-;.  ven 
^■A.  8.  S.  I..  Kalliol.  DrwokerM  der  Jesuiten  in  Beinit  1890. 

■  ^2.  Hilfamiltel:  J.  S.  Assemani.  Bibliotlieca  Oriontniis  2  (1721)  Ui-^SS.  — 
^^■•leoa  and  Lamy,  Praefalie  tum  Chmnicon  ecrlesiosticnm  (Tom.  I.  p.  1  -  XXVIII), 
^KbÜ  ISIS.  —  U.  Oelcer  a.  a.  0.  S,  401  ff.  —  Genauere  Mitteilungen  Aber  Iluiliebraeiia 
^HÄ  Bbficni  ayriachM  CJironietcn  in  dem  vgrlrefflioban  Artikel  von  Wriglil.  äyriae 
'Snta«.  Scj-clepiuäia  Brit«amc«  22  (Itl87)  924-856. 


\m 


ByE&DtinUcho  Utt«r«targeBctiicbt«.    L  ProMiacb«  Litterfttor, 


Ö.  Von  (Ion  Hrnienii<cbeD  tiewhiclitAquelleii  koiniot  vor  aJItiin  b 
Bfltracht  Mosos  von  Choren,  der  im  8.  Jalirhuiidort,  frOheslen»  in  den 
Ivtiien  Jahren  de«  7.  Jahrhunderte,  eine  arnteni&L-he  Gvscbichto  abgefaßt 
hat.  Unt«r  anderem  benatzte  er  den  Mälala.i  und  eine  im  letzten  Jahr- 
zehnt doM  7.  Jahrhunderts  entstandene  arniemsdic  übci'setzung  di»r  Kircbeit- 
geM-hichto  üw  Sokratoa. 

1.  Ausgab«!);  Armenisch  nnd  fnaaümteh  »i.  R.  K.  h»  Vaillsnt  d«  Plorivil. 
2  voll.,  VMiedig  IMI.  -  Neue  franiOnsdi«  UebMMtetag  M  V.  LanRiois,  CoUmüm 
dM  hialoriens  RDcieiM  et  inod«niM  da  rArniAnts  2  (1889)  45— IIS.  -■  BttMüicba  OaUr- 
Mltang  von  Einin,  MmImu  1858.  --  DMSwaiU  Uocb  mit  gninin*iliMli«D  N«t«o  and  OktMf 
boi  M.  l.aiicr,  Armonischo  Chrmtomilhi»,  Wi«»  IS8I. 

2.  llilfeniiltol:  Kino  kurze  Charakteristik  de*  Momm  gab  A.  v.  Galaohisid, 
Kncvvlopnodia  ItritannicB  16  (litöS)  tJ61"ä6&.  Dan  daulaelii!  Origiiud  dieuM  ArtUult  j«ttl 
in  GutBchniiiU  KMtum  Schriftan  H  (1^92)332—888.  —  A,  v.  liuiHcliinid.  Uabor  dia 
Glaub  würdig  koit  der  Armpoiachen  lieschichtc  dea  MoMs  von  Kboreit,  Kl«iiie  ScbriAta  S 
(\S92}  282-331.  —  A.  Carrion.  MoIho  du  Kbor«ii  et  lee  gtatelof[«a  patriamlaa,  Parii 
1801.  ^  A.  Carri^ro.  Nouvl-Ucs  buutom  du  MoIm  de  Kboreo,  Wtea  1S98  (rfiekl  fia 
liobensieit  doa  MoauH,  die  uuin  frllher  Ins  5.  JaLrb.  cesetst  hatt».  ia  den  Anfang  daa 
K.  JahrbanderU}.  —  P.  Vetter,  Dan  Sibrllen.ZiUt  boi  Hosm  von  Choren.  TbeoL  Quartal- 
ndirift  74  (1892)  40ö->474.  —  Gr.  Cbalathianx.  Znr  »kUniDgder  •miMioclMBGwclitbt« 
i\m  MoM«  von  Choreno,  Wiener  Zeitachr.  r.  d.  Kundo  dva  Morgonlaadaa  7  (189S)  2\~i^ 
—  <ir.  ['balnthiatii,  Der  Degian  des  krititchen  Stadium»  dar  HmtooisclMn  OeMbidrti  , 
daa  MoKn  von  Choreno.  Jonra.  Min.  1894  Bd  295  Oktober  S.  377-402.  , 

■i  S.  Kino  Kiiiiptquelle  dea  Moeea  tOr  die  Altom  nrnicnincbc  <>c«:bi(-bt«  mll  daaW«!  ti 
Hm  Mar  Abnn  Kntina  «ein.  uns  dorn  er  I  9—11  9  Auullgo  lirtvit  Kbenfalk  ab  «üa  ^ 
jlilUUg  nun  Hnt  Abiu  gibt  nirli  eine  iwoite  f^cbrift,  wolob?  in  den  lies  vor  der  GewJiirlli 
dal  wwhcifH  SobPdn  nrncboint,  franiöeisch  unter  dem  1'itol:  Im  Peeudo-AgnllMag«,  hmtem 
nnoleiini'  do  rArmi*nio,  boi  V.  Langlois.  Collpolion  um  bintoriMis  antjena  ot  Diuil<in«i 
du  l'Armdnie  l  (I8Ö7)  195  -200  (boi  U.  Müller.  FH(i  V  2).  A.  v.  liutaohmid,  KJpuk 
Mobl'ihen  3  (IBU2)  SÜi.  hinlt  dicsolbo  fUr  einen  uraten  Entwurf  des  Mueea:  spftter  tu  ifi 
Uebci'xtMijiunK;  )(i'liingt.  iIiihh  Mosps  dem  7,  Jidirliundert  oDKobSre.  bat  vr  dMoe  Aniidt 
anri;e);«)ii'ii  und  atljct  mit  Uvrufuiig  uuf  den  Auhzujc  vor  SebCoe  den  Hyrisi'b  vdueil 
Mnr  ;V1>H>«  tmi  88!)  (Ktvinc  äuhrirtea  3.  S34),  A.  Cniri^re  hült  Mar  Abaa  (Ur  oii 
FHlscliung  (ti>B  Mirtoa  (Mulau  dv  Kburi-a  pI  los  gent^alo^oe  iiatriorcalee.  Pah«  MU. 
Uowoia  ^r  die  ■Sunderexiateiix  dca  Mar  Abua,  dun  Mosee  nnr  Dberarbeit«!  hat.  erbi 
E'.  Vottor.  Dan  Ituch  dos  Mar  Abas  von  Nisibis.  Fnatgrnss  an  R.  v.  R«tb  cum  Duktotj 
ätutl^oit  1B9»  5.  Sl  R9.  —  Vgl.  Blich  N.  Marr.  Uober  doa  Anonymus  Mifbigtiche 
sohichtv  vun  Armonion,  Vic.  Vr.  I  {ISH)  2Ca~306. 

i.   Von  den    übricon  nrmoniechen  tioBchiob tstjocllon    kSnoen  kier  nur 
wiubligtitou  kum  iiut'gi<xli)ilt  wordon: 

t.  A)CHthnngoloii.     Unter   soinem  Namen   goht  oinc  nrinrniitch  and  Kriocbisrh 
faallone  (leadiiublc  doa  KOnigs  Tiridiitcs  und  der  Uokuhrung  Ann«niea*  durcl)  (Sirf^  i 
Krlouchter.    Kino  loidcr  ilurcb  willkdrliobe  Auslaaauag  der  Ibeulügincbon  Abechnitt« 
brauchbare  franiUsiscbu  L'cbuniitaung  dtia  arm (oleohen Textes  jiiih  V.  Langlois.  Coli 
doa  bialoriena  ent-iena  ot   modi'rn«a  de  t'Ann^nio   1  (=  FUG  od.  MOllor  V  2)  lOR 
VollaUndigo  italionieohe  L'eborsotxuna  von  N.  Tommaseo,  Storia  di  .^Kulaagdo.  vi 
itoliana  illnstratn.    Venedig   1643.   —  I>ie  Kriucbiache  l'ebvreotzun)t:    Neu  ben 
von  I'.  do  I.agnrde.  AMiandl,  d,  bist-)ihn.  Cl.  d.  h.  Oeselbrb.  d.  Wim.  m  GntlüiMa 
'  Vgl.  A.  V.  Ilatacbmid,  Zoit«chr.  d.  deutschen  morgen l&nd.  GeMllach.  31  (1Kt7|  I 
m  Kleine  .SrJirifton  3  (1S»2)  .139-420. 

l'.    KnnstuB   von    tlj'iani   ncbriob   in   giioobiacher   Kprsrho   eine    ticaolittlde 
nrmvniBdieu  Vulkc-^  von  317  -  SifCi.     ttoi    nit    Miinnr  Iridenirbaftlicbon  Parteibchk*it  bl 
er  die  eintiKt  wirklich  gescbiehtlieho  tjuvilo  fQr  doa  1.  Jabibundort.    Kihaltea  iat 
annenisebe  l'ubtfnutcuni:.  Zwei  StQoke  doa  grieohiachen  T«xt«a  (IV  .V2    54  und  V 
Profcop,  Do  bello  l'ereioo  1  5  iS.  26.  11—30.  22  ed.  itonn.)  in   verkancndcr  llooi 
hanrtdMh  bei    V.  LangUia  o.  a.  O.  I.  209-310.   -    DmtMbe  tJebei«alnng 
Laner,  De*  Pauetui  von  Byjaat  Qeaehiehio  Amienieiu,  KBla  1879.  —  Ein«  mih 
Uebeneliung  wird  T«Tbereit«t  von  11.  Gelter  und  Leo  Babajan.  —  Vgl.  II.  Gelier, 
AKflbige  der  nrmeiuBolMn  Kirclie,  tierichto  der  k.  sflelis.  GeaellacD.  d.  Wim.  IHV^  S.  111— 

J.  I.erubna  von  Rdeasa  verftsaiv  rin«  artnentielio  Uebanctsong  dar 
Absarlugendo.  die  von  .Mojmm  von  Ctiurou  benntit  wurde.  D«r  Han«  Loniban  iat 
verdorbMi  an»  Labubaa.     bVanaOsisoh  von  J.  B.  bain«  hn  V.  Langloia  n.  n.  0.  I| 


2.  GeMhiehtachraibor  und  CbvoaiBten.    B.  CbroDistflD.    (9  169) 


407 


^HW.  ~  Vgl.A.  Carri^ro,  I«  kigantle  d'Abgnr  ilaiia  l'bi^taire  d<!  MoIho  d«  KliMon, 
^HBure  i*  r^^le  im  Uaguc»  orieobil«*  vjvimt«».  pHrJii  läSb  S.  Bb'^iH. 

t.  (ioriuD  Mhrüfaain«  BiAC^P^iB  d*^  seligen  I.«h(«r8  Meaivb,  in  wc-lciiur  er  iiiun«iDt- 

lidi  Sb«t  di<r  UttbwMtningMi  dtMolbön  bericbtolo.     In   franiüMsclier  UebvreetRung   vun  J. 

K.  Einia*  \m  V.  Laoglois  o.  a.0.  2  (186[»J  I  -10.  —  Doiitich:  W«tle,  OorloiM  Ubens- 

bNebnibtrae  doa  bl.  HMnop,  TObingcr  Progr.  1841. 
K  i.  Klinaou*  Vartnbcd  achriob  aioe  Goschichto  Armenien»  Ton  438     4&I,  tu  welcb^r 

■r  bcaondan   dl«   Verfolgungen   der   ormeniEchon  Chiiatcn   durch   die  i'«T8er   und   ä'to  Kt- 
^Hbons  dor  An»coicf  notor  Führung  Vardnns  des  Mnmikoiiioni  ■ciiilddi'te.    FraiuOaiick  bai 
»—[■'-■-  a.  «.  0.  2  i\m9f   17:i  E    —  Tlie  bistor}^  of  Viirtnu   nnd  of  tho  haltla  of  th«  Ar- 
■tiuiaaa  bjr  Elja««iia,  IinnaUU-d  troiii  diu  Anxieniun  b}-  V.  F.  Nciimnnn,  London  1889. 
H  «'.  I.aiarn*   von    i'linrl)   a'-brivb   eine  durch  Llnnnrtcilidilccit  und  fjtreaga  d«a  0r- 

Hbdi  aii*geteMbn«<«  ÜMchicbU'  Anneniona  von  3ütj— 486.  FnuixOsIsch  von  S.  Ohaanrian 
BiiI.aiisloiH  a.  «.  0.  2.  -^33-1(158. 

H  7.  SebOoa  wifariab  lun  die  Mittu  de«  ".  JahrbundcrU  «io«  <j»oliiohl«  dea  lleraklloa. 
^BaiwbB  t'eberaetxuiig  von  Patkaninn,  IVt^inburii  l'^'l^.  —  FninxOsiach«  AuszOgn  int 
mmn.  Aolaliqiiv  VI"  a«ri«.  7  ri8tl6|  101-238.  Dcu  lutzlan  T«il  dea  Werkes  nbereetita 
Bl  H&bfxbinana.  Zar  Gcacbicbte  AnnHoienH  und  der  erateu  Kiicgo  der  Anibor.  aus  dem 
^UMaiackan  daa  i^abCoa.     Leipzig  u.  J. 

mt  8.  Zaaob  von  ßlag  (Glak).  Di«  unter  euiiieffl  Nuuien  fibcrliorurl«  nnnenitidi», 
H||Alick  loa  dam  Syrisch^D  flbtrrDOUl«  ErtiÜilung  der  Kfimpfe  dea  hl.  liregura  des  Kr 
■Mlera  gegaa  die  heiilniBchun  Prioitar  im  Gebiete  von  Tarun  alanimt  niolit.  wie  niau 
HHir  glaabt«,  aus  dani  4.,  sondern  aus  dem  B,  oder  9.  Jabrbuitdurt.  Franxöaisvhe  Uobar- 
HfaHM  bei  Laagloia  m.  a.  O.  1,  335 -3^-^.  Kin»  Fertsetxuuit  bild«t  Johann  Joa 
■■niaaBiar»  (iMcluctito  von  Ten^n  iDaron),  ein  spQtM  fabnlosea  Macbwark.  PrBnxMiach 
Ki  Lanalois  •.  a.  0.  I  857—883.  -  VrI.  Qt.  Chalalinnt,  Zonob  von  Qlak,  Wian  1893 

■liii in  in      U«rkhl  von  K.  r.  Klackelbarg,  B.  Z.  4  (IH}5]  368-  970. 

^p  9.  Uliavond  rl«vnnd|  srhild^rte  im  ^.  Jahrhundert  die  Foldzflge  dor  Araber  nach 
Haaiiaa  im  7.  und  K  Jahrhundert  Praiizöaisi?!i  übersetzt  von  ühnhnnxnrenn,  HiRlAire 
^■1  iiiliiaa  et  d<a  c«n^a6tea  dt«  Arnbea  en  Aim^nie  par  l'^niinent  Uborond,  viirbtbnd 
^■MiaB,  ^crivain  da  bnititne  «tele,  Paria  1^7. 

H  Jo.  JohannoB  Katholikoa  gchrieb  im  10.  Jahrhundert  oin«  Geschichte  Amicnlons 
Hl  aoa  Jahir  9'Ü.  Die  l'cbeisclxun);  von  St.  Marliu,  üisloire  d'ArmtiniD  pur  le  patri- 
Btba  J*«n  VI  dit  Jean  Calbolkus,  Phtib  1^1.  itit  ungi-nOgend. 

B  //.  l'chtanen  vuii  L'rba  (Kdonsa)  schrif'b  im  ICI.  Jnhrbnndert  eine  nrmonische  Ge- 
^Pietoa  (D  ilrci  Tuilen.  I>«r  ende  enfhlllt  di«  alUnnpnieohc  iiescbiehte  bis  nuf  TiridiileK. 
Wk  iwaKa,  gttaateatcila  aus  Urkunden  beatoheiide,  dio  üeschiüblo  der  kirchliehen  Trennung 
^p  AfB«ai«r  Bod  lb«ref.  der  diille  iät  vorlureu.  Kiniküs  von  Gnnixnc  schrioh  im 
H|.  Jilirlmid«ft  aiDU  artnenincbe  QMchichtr<  bia  12Gö,  Deux  liiaturienH  .^rmäniens:  KiriuniB 
H  (lantiae,  Uatotr«  d'Amifui«.  Oukbtanf-ti  d'Ourha,  Hiatuire  en  truis  parljea,  tniduits  par 
■.  broaicl,  2  livraiaona.  Petersburg  1870-1871. 

■  IX.  Tb»maB  Ardiruui  schrieb  «ine  Ge«e.bichto  Araieniene  mit  voruvhnilicher  und 
Knctiarkrr  B«fttoksicbtignng  seiner  eigenen  Familie.  Diu  heid^u  ersten  llllt^hvr  beriih«n 
^■i  aal  Hoaea  von  Ciwren  nnd  Seboos,  t<>ila  anf  unbekannten,  xuni  Teil  sa^^nbnfteii  Quellali. 
^Mtnil  iat  das  am  Sohliin«  unvollstttndige  dritlo  ßuchi  welches  die  Gesrhirhte  von  849 
Hb  MBdcatcaa  936  aiDfasal«.  tVanxOa.  tloberaetzung  bei  M.  Elrosaot,  Celleclion  d'hlaloriDna 
KMmw  l(Pete(»baig  1874)  1-266. 

H  19.  Ste]itian«i  Aaolik  aua  Taron  schrieb  im  11,  Jahrhundert  vino  WaltgOBoliioht« 
Kdtai  Harbeni  bto  auf  1004.  Die  ntatea  beiden  UQcher  entliiiltnn  weaentlicli  AuszOg« 
^B  CaBchräa.  Uoac«  von  Choron,  iJnbCoH  u.  a.  -  -  Dio  craten  xwei  BUohor  franaOtiiSGh  vun 
Hl  Dalanrlar,  Paria  Iä83.  —  Kino  deuteebe  L'eberseixung  wird  vorbereitet  von  Äug. 
KrrkbardL 

^a  II,  Matthason  von  Kdonaa  stihiieb  oinc  unnMiiBulie  Chruoik,  vl>^Iehe  die  Zeit  von 
Bl— 1129  lonfBiBt.  Sie  wDrdo  vum  Priester  iirf^ar  bis  lli)2  furt{fe>M>ti!l.  Fid.  iu  rranxO- 
HÄar  Ualwn^txanK  von  (^d.  Dulaurier.  [)ibljothi'-[iie  histuriquc  Amienienne.  Pari&  18&S. 
B  li.  8ann«l  von  Ani  vnfaaate  ein  ohronub^iHchea  Werk,  das  bis  1179  reicht 
Kl  van  rioeBi  rnhekaniilen  bis  lSr>3  fi)rl|i;e«el£t  wiirdts  Der  er^to,  vorohristlicbe  Teil 
^■afal  Turiu-fambcti  aaf  Knsebio«.  der  xwNte  l'eil  beeiehl  aua  chronologischen  Tabellen. 
^b>aaaa  Wade  edd.  A.  Mai  und  Jo.  Zobrab  in  1  nti' in  iacher  lJebor«etxiing  hinter  der  Chrauik 
»tnnH-L  Hailaad  1818.  -  Wiederhclt  bei  MlROe.  Patrol.  ^r.  19.  599-742.  ~  Die 
■allaa  franUlaiaiib  brt  M.  Droaset  n.  n.  0.  S  ü876)  339-483, 

F  Jff.  Mkliltkar  von  Alrivank  verfaaalo  am  Knde  dos  13.  Jahrhunderts  «in  chrono- 
EMim  W*rk.  da«  bis  auf  1280  reicht,    llialoiro  chronologique  par  Mkhithnr  d'Alrivank. 


4(»8 


Bycantiniflche  Litt«ratargMcUcht«.    I.  Proaaiaelie  Litt«T«tar. 


bU  d«a  1' nrHtüntuniB  »jQnikii  an«  der  doriiK*'n  luicb«  mü  imiu«m!Mb  nrknulMMa 
n.  Hiiiloirn  dn  In  8Jouni«  p*r  SUpkuino«  Orb^ltkn.  tnduiU  i»  l'AmidwMi  pw  H. 
lt.  S  livTnimonii.  Potenbui^  |MU— 1966.  —  Dm  66.  KapitrI  lUeMr  G«aotiMdil*  wd 
d  bei  Sl.  Martin.  HämuirN  anr  TAnn^w  2,  57  lt. 


IndaiU  6i-  rAnn(^iiii>n  )■»  U,  UroHaet.  M^tneirM  de  r«eaJ<fliM>  irap^rialn  des  MtOBOM  i» 
St-PM«n>l'ourg  VII"  «iric,  t.  IS  Nr.  5.  1869. 

17.  Stpplmn  OrliL-li«n.  Metropolit  von  SjOnikli  1S8&— I8M.  — 'm*-  rhu  flii will 
gwchicfata  d«a  Fnmti'ntuniii  Bjünikb  and  der  dortigvp  Kiicb«  mü  zaUtmcImb  nrknubiAta 

Brosiflt, 

DbotMtxt 

IK  RoioblidiL-  AuuDge  aus  umoniscIiM  ChrMiiatoii.  ed.  nit  tmaAtmUuer  Vthtt- 
«olxung  Kd.  Dulaurior.  Reeneil  dea  tiiitoriena  de«  eniis>d«s.  DocBOMota  arateiaM  L  I, 
Paris  leeO. 

7.  Slaveii.  T>io  grösste  direkt«  Abhängigkeit  von  der  byzanthiUK^hm 
UescIitL-htiilitiüriitur  zvigon  die  iJa^'ixcheu  Cliromkoii.  fivi  dun^tivcn  wurden 
die  byzantitiiscben  Werk«  zunächst  eitifacli  itbersetzt;  spSter  entstanden, 
meist  Atif  Grund  dieser  Über»otzungen  ft-eio  KompiUtJnnen  und  Bearbfi- 
lungi-n  df»  giwcliichtlichen  Stoffes.  Das  bekannto-ite  .-tlRviBcbc  Goschkht*- 
werk  ist  ein  dorn  MOnche  Xe8tor  in  Kiew  zugetichnebenos,  in  Wiihrhoit 
anonymes  Werk;  es  ist  die  Älteste  ruesisclic  Chronik;  die  nichtms 
Uesciiichte  stammt  voraebnihch  uns  Qeorgios  Monaches. 

1.  ClirDuk-u  Nnitoi-is  ed.  Fr.  Miklosicb,  Wien  ISßO.  —  CbroniiiiM  dito  d«  .._ 
traduito  wu  lu  texte  »luvon-niMe  pttr  Louis  L«(;er,  Pam  l8Si  (=  PablJcaticiM  d«  \'t 
im  tannus  urivnlaleH  vivaate»  II.  adrle,  voL  IS);   biet  6.  SXIII  f.  Ven«icfaflis  det 
tigaten  Littcraiur  tat  NoBtorchronik. 

2.  Itio  ungt^lluuen>  Lilt«iriitur  über  die  nbrig^n  alaTJsoIien  ChrmikMi  kvarn  liier 
nnuBfUlirt  wcr<l«n.     AU  IliblioKrapIiiscbca  Hilfsmitt«!  dient  vor  allem  Fr.  Paslrnek. 
blioc^phisclie  Ui-horniclit   Uh«r  die  »lavieclie  Philologie  1870—1891  (=  Ardi.  stav.  ~ 
Sa^mcnlb.).  Berlin  1892. 

8.  OImo  gmoso  IWdoiitung  Dir  di«  hj-iantioiscbo  Ifittoratnr  sind  dia  maiat  aelir 
ruioNniscIieii  Itollci».     \'f.\.   Joan  tiogdnn,    Veohüo  Cronice  UoldovaaMci 
L'rechis.  Bukarest  IKSl.         M.  (iastar,   Die  rumiliiische  Veraion  i*T  trojanisdiü  S 
B.  ?..  ^  ll^t>4]  HR    5.')2,  mit  dor  8.  379  angofDlirtcn  Littcratur    -    Aa(  die  Phanario 
xoit  bozielit  sieh:  ('ranirnrii  grcci.     Toxtu)   gn>coao   si    trndnoerM  romnnwra   prt<«d. 
introducoro  du  ConHt.  Krbiiieanu,  BukarRHt  IM90. 

4.  Kciclitiolic-  Millnilunt;cii  über  uriantulincliR  und  «Invinobc  Clironikna  gnl>  A.  Wirt 
Aus  uriuiitaliHcfai>n  Cbi»iiikf>u,  Krunkrurt   lt<9t.    Doch  vgl.  IS.  2'2ti  und  din  vomobnilicb 
die  orientuliflclivii  Chroniken  bc^g^icbou  Beriebt iaunKon  iu  der  gohallrnichcn  UMpr««b 
voB  C.  Friok.  OOUing.  Gel.  Anioigon  189Q  Nr.  12  6.  940-947. 


•Ul 


3.  Geographie. 

170.  iänleitung.  In  einem  auffallenden  fiegenaatxe  zu  der  feucht' 
Regsamkeit,  welcho  die  Byzantiner  in  historischen  Studien  und  Dar- 
sa  entwickeln,  üitolit  dio  unleugbar«  Vernnchlibtsigung  clor  Erdkunde. 
1*  in  ihren  hi8tori8cli(>n  und  philologischen  Werken  oft  eine  erschrockondo 
'BWÜsenheit  in  der  Geographie  und  Ethnographie  zu  Tage  tritt,  »o  mangelt 
I  auch  an  HelbRtSndiger  theorptischcr  ThÄtigkeit  auf  diesem  Oe- 
iet«:  hierin  sind  die  Byzaiitincr  ihren  politiKchen  VorgÄngurn,  den  Köniern, 
lulicb,  welche  die  Ueographio,  ganz  im  Gegt>D»atze  zu  den  Griechen, 
konhlls  vernachlässigten  und  ihre  Thätigkeit  mit  geringen  Aminahnion 
if  Itinerarien  und  ähnliche  Erzeugnisise  den  praktischen  Bedflrfnisaes  be- 
iluitikten.  Di«  OrQndo  davon  liegt-n  zum  Teil  in  dem  aJlgomeinou  Niodor- 
lag«  originaler  n-iseenechaftlicher  Forschung,  zum  Teil  wohl  auch  in  der 
'aBcherheit,  mit  der  in  den  meisten  Abschnitten  diese»  Zeitraumes  grössere 
leiMD  verbunden  waren,  endlich  in  dum  Verfalle  doe  SoewoKunH,  in  welchem 
ir  Byzantiner  durch  die  Venezianer  und  Genuesen  schon  zur  Zeit  der 

ri  Kreuzztlge  UherflUgelt  wurden, 
Dm  Ober  die  %-erworrcnü  Masse  der  zum  Teil  anonymen,  zum  Teil 
tagmentariachen  geographischen  Werke  einen  Üherhlick  zu  gewinnen, 
■teradteiden  wir  zwei  Hniiptgruppon,  die  sich  freilich  zuweilen  nahe 
Mhren,  nämlich:  1.  Erzeugiiisäo  der  witiKcnschafMichen  (theorotinchün) 
Biographie.  2.  Werke,  die  den  praktischen  Zwecken  der  Kirche,  de« 
Bllttefl  imd  des  Handels  dienten.  In  der  ersten  (Jnippc  troffen  wir  fast 
Bv  Koniinentaro,  Bearheitungcn  und  Exzerpte  Ulterer  Werke.  Wie 
älUMi  anderen  Zweigen  der  byzantinischen  Litteratur,  so  ist  such  hier 
[allem  das  erhaltene  alte  Gut  auszuscheiden  und  daneben  die  etwa 
ende,  modifixierende  Thlltigkeit  deH  byzanttni.tchen  Geistes  zu  er- 
Ala  ein  wenig  erfreulicfaoa  neues  Moment  tritt  uns  das  pole- 
che  VerhSltnia  gegen  die  alten  Weltsysteme  entgegen:  wie  in 
br  Chronologie,  »o  besteht  auch  in  der  Geogi'aphie,  wenigstens  in  ihrem 
Ajakaliacben  Teile,  das  lebhafte  Bestreben,  die  alten  Systeme  mit  der 
lÜ  in  ESoktaog  zu  bringen  und  wirkliche  oder  scheinbare  Widei'sprllcbe 
■  heeoügeo.  Übrigens  tritt  selbst  bei  dieser  unselbständigen,  oxzerpieren- 
B  Thitigkeit  der  Uegen.tatz  zur  Historiographie  deutlich  hervor; 
die  Meister  der  alten  Geschichtachreibung,  Uorodot,  Thuky 


Jin 


Byiantiniscbe  Littenttoi^eschlchta.    I.  Pros&iactse  Littertttnr. 


dides,  Polybios,  Diodor.  Dio  Cafi8iuH  u.  a.  im  hy/aiitiniHchtii  Xeitalter  iioch 
AHelfach  gelesen  und  nachgeahmt  «'erden,  tindcn  wir  di«  g^(HUi<^n  Geo- 
graphen dur  Vorzeit,  wie  Etutosthene«,  IHoIeniaeos,  Straboa  fast  v»r- 
güSöL-n.  Nur  Stephanos  von  Byzanz  scheint  einen  nachhaltigen  Ein- 
flusB  auf  dio  Byzantiner  ausgeübt  zu  haben.  Man  findet  seine  Spuren  bei 
KonfltantiROK  i'orphyrogennetos  (Do  thomatihuä),  bei  Genotdos,  TheopfaaiHn 
Continiifttus,  im  Etymologicum  Magnum  u.  s.  w.  Etwas  selbständiger  er^ 
Bclieiiit  die  Produktion  in  dei-  zweiten  Gruppe:  hieher  gehüren  Werke,  die 
der  kirchlichen  und  stnatUchon  Verwaltung  dienten,  statistische 
Abri.sso  des  byziintitit»chen  R«iche$  u.  s.  w..  Itinerarion.  Schiff«r> 
und  Wallfahrerbücher  u,  »,  w.  Für  sich  stehen  die  falachUcb  dem  Ko-, 
dinos  zugeschriebenen  antiquarischen  Kompilationen. 

1.  Sammelnuägnlian:  Die  enin  Sammlung  der  kleinen  OiKi):ni|ilieu,  anUx  denn 
•loh  sucli  StQvko  des  byiADiiaisTlion  j^vitullon  fitiiI«o.  untornahin  der  KnjtliiidcrUuda« 
Geoginplii  gritoci  minures.  1  voll ,  Oxford  WJ'  -l'l'i:  iiv  bscbst  wlleu  ^ew<ird«ae  Sm 
lUDg  ist  durch  die  Boigubc  nrabiavlicr  (ivü^iaciliMi  vun  Nulzcu.  diu  gricoliiMben  T«xle 
ohn«  gentlgcndo  diiiloiiiulinclit  (irundla^EU,  —  Kin  Teil  d«r  tun  Hudson  mi(K«tcitt««i  .' 
wurde  gotiE  fi-lilurliuft  wicderbull  in  dvr  vou  eiuam  GriecliFii  bMur^lvii.  ^r  |ihilul«„ 
Z^Mko  wouig  bruiicbbiiion:  ii'Huyi;  fwc  ir  (ntiottn  «mV  ^liii"  yiatyfvift,9fi'inv.  3' 
'Et-  ftiiri-fi  t>j(  trst^it'i  1807—1808;  d«r  8.  Bd.  unllialt  nmbtsclie  Geof;raph(<n  in  d«o 
gTi«cbi8ohpr  U«bcr8i'tiuui;.  —  Minen  xw«iteo.  ebenfalls  missluDgcn««!  VMWica,  du  W 
von  Hudson  lu  erautzcn,  mnohte  J.  F.  Gail:  Oeographi  Kra«ci  mJaofM,  3  voll.,  Paria  18X(- 
(uhno  n«nneii»wori«  solb«Undi|[e  Arbeitl.  —  Auch  andere  üntem«litntmg«ö  bliaben  BttdMftl 
—  Kndlicli  erhielten  wir  eine  ueuu.  auf  kritiscfaer  Grandlaga  aiiTgcbute,  hider  itieht  gnll 
Kum  AbHoblnas  gebracliti»  SaiutuhiDi;  von  C.  Maller:  Geognpbi  gnud  minonw.  S  reM 
mit  einem  Atla«  von  30  Knrieu.  PurJs,  Didol  ItiSö  -  Gl.  —  Zar  ErgAnmng  dient  L.  Fr.  TaftLl 
Conat  l'orphjTogeno,  I>e  Proviiicüa  regni  Byuntini  liher  socundus.  Tuliingao  1^7.  auf 
die  Auflgati*  des  Hierobtea  von  Parlbey,  wo  verschiedene  bei  MOUer  fehlende  SOktoj 
beigegeben  sind.  1 

2.  Allgemnine  Hilfsmittel:  Zur  allgeineinen  Orientjerun^  dient  doa  fOr  wtiUltJ 
Kreise  boreehMiie  Werk  von  M.  Vivien  de  Saint-Martin.  Miatoiro  de  U  i 


dM  djcouvoric«  ^givfhiqnea,  Pam  1873;  S.  232—236  OberTilie  b)-Mnttii>»cli«n  and 
fillirlicbcr  8.  S!)7— 263  Ober  die  unbischen  Ueegnpboa.  -  L.  Kr.  Tafel,  Gfytnbols 
iTJlicaiuui  goograpbiun  BjiMitinam  speHont.  par4«s  dune,  AbliuodL  baj^er,  hktÄ.  8. 
h.  Daod.  2.  u.  3.  Abteil.  (Handoleierlrng  von  119'J  und  Vertrag  Ober  dio  Teilug 
Reiebett  Viüi  mit  KrkUning  der  diirin  vorkonimendun  Namen).  ~  Di«  Qeo^rap 
(iriecbenlandsim  Mittelulter  und  in  der  neueren  Zeit  ibia  vir  Otündung  jeaKOmg 
i»t  dargeetellt  von  J.  H.  Krause .  F.nioh-  und  (iruber'acbe  Kuzykl»pBdi«  I.  Sektion,  81. 1 
(ISßfi)  3^9-444.  —  Hauptwerk  fDr  die  aniatiscbe  Abteiluiifi;  dee  bjuat inwehen  KeielMlJ 
W.  M.  Ramaay,  The  biiitoric«]  Qcegrupli}'  of  Asia  Minor.  Landen  1$90.  -  Eine  —^ 
Ireniebe  Uoiiegtvphie  Aber  eine  aiiiatlache  Provini:  W.  M.  liamKay,  Tlia  eitita 
bndiopnca  ef  Pfaijrgia,  bia  jetit  vol.  1.  Oxford  1895.  —  Roichon  Ijnbt  Ubnr  die  gMi 
bjncantiniscli«  QeogruiUe,  beeuuder«  die  tf andeUgeogmpbie,  veibrcjteleii  die tkibriA*! 
von  Wilh.  Ileyd:  Zuerst  Eehn  Abband hin)ten  in  der  TUbingcr  Zeitnchrift  tQr  M\ 
getarnte  ^itantswissenschaft.  Bd.  U— 20  \\^^  -IHfll);  dnnn  durck  Kusllie  oad  < 
neue  Ablwndlun);  Ober  Cypem  vermehrte  iliüienische  Kuchanogabo:  Le  colunie  comi 
cHÜi  degli  Italiani  in  Oriente  n»l  niedio  uevo,  dijucrlulonj  dol  prof.  tiugl.  Ueyd, 
an  riEatto  dall'  aufero  c  recale  in  Itfllinno  dnl  prof.  (lius,  Malier.  2  voll..  VeoKSia  ' 
bis  IB4S.  Kndlich  vstraffoBtliektn  W  Hryd  nis  Kndoruebaiti  seiner  tvaKugtibiigM  8tl 
^e  «rtlndlioh  dnrohgearbeitele  und  umfns«ontlo  lioHCuiehte  des  LevantehsadsU^ 
MitteUlteT,  2  BAndo.  Stuttgart  1879.  Hier  findet  mnn  auch  die  weit  HratreMa  " 
littaratur  veiseiehnot.  Dm^Ibe  \^'eTk  mit  NiKhtriicen  und  Berichtigungen  in  Uta 
V«bofM4«ing  von  Bayo-ud.  2  BAnde,  Leipaig  IS^  Sß.  Vgl.  A.  Onttlob.  Hi« 
bnck  der  GAmaigcaeltsrhaft  9  (1SS8)  g'S— 314.  —  WeÖt  iWbolt  \ni  dnicb  Heyd^ 
Unoh  von  ROllnann.  Geschichte  des  kytaatäiiMlieii  Handele.  Frankfurt  IKO^.  --  T' 
gr^tbiscb«  FrnFca  und  die  HaudeJswege  im  12.  Jabih  b*hiuidelt  die  «rgabniatdebej 
v«a  W.  Toniasobek:  Zar  Ksnde  der  BAmashalbionel.  Sitiungaber.  Wien.  Akad.  99| 
437-407  und  113  ilS«)  2«  »TS.  -  W.  Toroaschek.  Zur  historiscben  Top 
Ym  KleinaMOD.  SiUunitsher.  Wien.  Akad.  124  (1891).  -  U.  Marinolli.  Dio 
b*i  d«4i  KJr«lwnvat«ni.     Dealscb  von  L.  Namnann.  lM|Mig  1SS4.  ~   Ausnbriicfctr 


S.  Qeograpbie.    (§  170) 


k*nd#ll  itMnrIli«  Tlicms  Konr.  Kr«tao1iinf  r,  Die  pliv^iscli«  KrJkuriili^  im  dirislliclaon 
HiUaUltM,  Wien  ItI8S(=  ÜMgr.  Abb,  bomiagogcboo  von  A.  Penck  IV  1).  -  Sdii'  wioliUge 
AvlUlntacm  eriiwlt  ü»  googntphischo  Nonienklatur  durclt  dio  iAhlreicl>»ii  iins  erlialleuen 
h«BtwnelMii  BlmbuUaB,  welch«  0,  Sehlumberger  in  «einer  SiKitlograpbi«!  do  rompire 
ipiatin,  Paria  18M,  vartlTenllichl  hat.  —  Endlich  sind  iiucli  die  modernen  RaJseberiofat« 
BM  gMgnpluMboB  Uonogrnpbien  bolxuiioh«n.  diu  man  in  dar  (inosrnphi«  Griflcfaan* 
luda  von  Lolling.  lUndhnch  der  kl.  AltcrtuniiwiM.  Ilnnd  111  und  unter  den  nlnMlntn 
iitiktlo  rcRMcbiKt  (in  dal. 

S.  Kitrton:  Auosu  den  bukumil'iu  Liatoriiichen  Atliuilon:    IL  Kidperl:    IJirul    tw 

rmmrtxnr  TJlXtjrMfioii  svin   tiji'  dtniiii;!-  Ixiiionartimlda   IS^H   vom  f!y1logo>i  famoMtia 
illwn  berausgcRDben.  -~  Eine  boeondm  Burafkoichiigung  findet  Bvxaaz  im  hiaforiaiJieR 
I     bairtla«  von  r.  Bpruaer-Sieglill.  Qatlid.  Juntus  tVithL-s  |Hy:l  ff, 

I  4.  lIeb«T  di«  Ürafltcuiig  iIm  8t«pfaano8  vud  tiytuut  b«i  den  ß^xiintinani  (Ktrmol. 

I  Ummbi.  KuDst.  Purpliyrt^euDetoB.  EiuIaUiIüs  u,  h,  w.)  vgl.  die  zwi-i  orechuiHraohen 
I  nfandlnin<iii  von  J.  Oeffken.  De  Stephane  Bj-»intino  cupita  dtio,  Dim..  (iMlingen  lSS6 
I  &  l—ti,  aai'.  D«  Slopliuio  Bj'untitio  comm^ntAtiu.  FeslHcliiift  kii  H.  Sfluppue  SU.  Geburt»- 
I  1^)1^  Gnttm^  1689. 

I  &.  Bm  der  MantceJbsftigkeit  der  NschriRbteii,  woldie  nii«  die  B,vxttritiner  selbst  Qbet 

1  Ar  GMgrapbi*  ibrvr  'int  OberliefNH,  i«t<  jndnr  Aiif«cliliiw  aus  fiomden  ijuollen  wichtig, 
I  r*ln  i*n  nicfatgriachischaii  GaoKTa|>hen.  die  nbor  da»  R«i«h  .Romania*  herichtan,  steht 
I  mmrn  Unie  4t  arabia«lia  Sehnrif  [driKl.  von   dem  wir  «in  im   jRhro  1153  voll* 

■  mMm,  romehinlicli  dar  lUndnligi'ogrHpbin  gAwidmeten  Sninmelwerk  besitzen.  Durch 
I  Mar«  Attfonthalt  am  Horc  KSni);  Kogrm  11  von  f>ii:ili«n  biittn  er  reidilich  (tHegrnhtiit, 
I    TCi  anlÜBclinn.   jüdischen,   frfin ki.->ch(>n    und   boiiniidoni   ^rrhiNtlKsn  Kniirifiiit>.in    Ul>er  dio 

■  HadalaplUiD  tiod  iUndolBWogo  F^kundigungen  cinzuxiehon.  -  KrnnzOäiscIii!  (Jnborsetziinf; 
I  4m  lUlf  von  r.  Am^dee  Jaubcrt.  riiri.i  1840.  —  TInuptnchrirt:  W.  TomnEchnk, 
I  Di»  Bndebwege  im  12.  Jnbrli.  nacli  den  Erkundigungen  ihn  Atnbora  Idrlst.  Sitxungabiir. 
f  in«i.  Ak»d.  113  (lf(86>  2)<fi-373.  Vgl.  V.  Jagif.  Arcb.  »luv.  Philol.  10  (1887)  877  ff. 
I  4.  Anch  der  dem  Hohok  von  Cborcne  Kugeacbriebeuo  gooBrnphincho  Traktat 
f      nrdkat  )ni|CF£OKUn  zu  w«d*n.     Er  u-urde  anneoiiich  mit  liit  ein  isolier  UubentcUung  odiwt 

lad   der   (itiKbirhte   di>s  Uubub)   von  Will,   und  Grurgv  Wbinton.    London  17Uti:    im 

Oncinal  Mck  Hu«««U«  1663:  169S  Etechmiadziu :  endliub  iiHcb  ein«  nfueu  iltied.  Sukri. 

'     Tirkao^L  i.  Oeoiira|di««ikoiigr«BeeB  Ten«dig  1881.    Vgl,  SaintH-Croix,  Journal  dos  an- 

I     >M>  1799  8.  21f~-2Sl,  —  K.  Patkauov.  Auh  der  iiuuen  Abechrift  dur  d«m  Mose«  von 

Cknne  iui;eMkr»ben<ia  Geographie.  Journ.  Min.  1^83  Ud  226  Mura  S.  21-  82. 

k  7.  Wichtig  Rlr   die  ileoKra|>hit^   du«   «hemaligen    byiautinischen   Rifichoa  sind   auch 

I    Mfa  Iller«   abeiidlBadiaciiu   Reittewerke:  Cbrtslupb.    Boadelmoutii  Florentiiii 

f    Unn  iBaulanm  Arefcipelagi  e  codd.  Parimn.  etc.  ed.  (iabr.   Rud.  Lud,  de  Sinner. 

lipia«  *t  Beroliai  1824.    £ine  griochifcli«  Uebersetzuiig  des   .Liber  iusuluruni'.  die  auf 

t    Ml  bawrfe  Dad  relUtindigere  lateinisch«  Ha  als  die  von  Sinner  heuttUtcu  Eurückgelit, 

'     Mndat  aicb  in  enivr  Ba  im  Serul:  nach  einer  von  E.  Miller  g•^fe^tigCeD  Kopie  devselban 

•Arrt«  6.  Koiuncii  inarat  den  gTi«chiach«n  Text  dar  ßeschroibung  von   Deloa,  R«vno 

Anb^lofi.  1[<S3.  1  S.  75—88;  dann   die  Stllcko  llbcr  Konstnnlinopel.  laibiua  und  Samo- 

ftnke.  ZrlXoyof,   E/jroaintrtBtiijpi'f   (naongi.  roi'   ii;'  lö/iav.    I8MI   S,   1^1  — 1S7.     Bondcil- 

■«■i»   ging    1414    von    l'lomnz   na<^h  RbndoK   und   «rar    1415  — 141ß   in    Kreta.    —    Petri 

lirllil,   De  Bonporo  Thracio  libri   tro«,    Lugduni   lö61,  und:    De  lopographin  ConstantinO' 

t     mmt  tt  dr  illiua  anliiuitatibun  libri  quattuor.  Lugduni  lTißl  —  V)C,2.    Piorrn  <)ill<3s(GylliUH). 

l     narta.  Naturfutücber,  grb,  MOO  «u  Albi.  reiste  nach  Kleinnaicn,   licM   sich  aus  Mangel 

"     <•  ]|)lb>ln  unter  die  1'ruppen  Solinnum  II  nnworbon.  verlor  in  den  Kriegen  gegen  die  Perser 

I     lilar  wertvollen  Snniiiilungen.  kehrte  lööO  nuch  Kunatim tinopul  xurllt'k  und  t  l^bb  £u  Rom. 

H  8.  Ür«iaM  Bedeutung   für   die    geugraphiHche  Nomenklatur  der  byiantinischen 

HIril  hti«  twei  (.inlemucbiuigon  Ober  diia  Wort  Mfamiiii  {^tiannii'ii).  welches  ursprünglich 

^BwÜMgaliMBe  Kar.  s»it«r  im  KciteHlvri  L'mkreis  des  griechiKcbL-n  t^uraub Gebietes  nis  Eigen- 

BlHa  Otil   Dörfern.    Ebvnen.    rruchtbiiien    Üelnuden    u.    n.    w.   vi-rbnudru   erscheint:   Ant. 

VHrliirafaea.   Wt«a«f>u.  Jtitiny  4  (ISuSl  42^  —  474  ll<cr<\brl  aiiob  Khnlidio  zu  Eigennani«ß 

■  MvicfcaK«  GaUnngHiameu  wie  MorjQn.  Knatpor.  Mnäji,  Mtjiiiio).    —   ti,  N,  HatiJdakiii, 

■  l(ip  lor  itiftav  rr;«  A/c(««  .Wf0«(>*<ic,  '.»ürj-ii  6  (1894)  l-tM;  473.     Was  die  ErkUning 

■  fa  WcftM  betriflt.  so  darft«  wohl  die  von  Hatzidakis  vertreten«  Ktjmnloüi«  (aus  Mimt- 
Htai^l  wReti  di«  von  Meüarak^s  anfgcstcllte  (von  romanisch  Ma**eria,  Me^iarla)  dnn 
■kU^  treffe.     Vgl.  B.  7..  3.  218:  4.  186. 

V         Uiar  »ei  Boeb  auf  neutrn  ErkUrangen  einiger  widitiger  Eigennamen  der  bjrxanliai- 

I  UMGwpaiikie  biBgewieMin:  More«  (—  rnloiinnnM),   Coboi  die  Herkunft  dieano  Namens 

'  W  MW    «iei  long«  vergoblidi    den   Konf  corbrncbfin     Vnrfnhite  ErkUmngen   t.  B.  bei 

C.  M.  S»tkas,    Docnnwitc  inddita  1.  aim,  vol.    1  (1880)  IntroducHon  S.  Sl  ff.;  K.  Pa- 


412 


ByuntinlMlie  Llttoratargaaohioht«.    L  ProsKisclie  LitUrMnr. 


piirr«g(ipiilaii,  fliill.  il(>  corrvBp.  hell.  T)  (ISL^I)  Ith  B.;  A.  I'iilrid»*,  UniKitlt^i  t^c 
itffaiat  na'),((u<   .Va(mi'«(  v  M<niini  mnä   ii;r  4T;fiaiöti  Ixifftunr,    Allion  I8t!9.      Dta  SWMM- 

lu*  richtig«  LdBung  ileii  KUtsoU  ist  ().  N.  UutiiclHkiH  geliiagcn:  Dm  Wort  i  Mtfiat 
[uuub  ij  iiroprnl  isl  als  äMmmol-  odvr  IiilinltniiuniL'  vun  17  tivpl*«  ,)I«r  UMilbowbiiBn*  «• 
bildet  imd  glcivliboileutiMid  mit  /laQtoir  ,  MHulbeorgarten  oaev  -ImiI*.  Der  xunnil  vos  □■• 

fabrauclite.  aiifiter  auf  di«  ttanxo  UalbiuMl  abertragNie  Kune  blngl  lUtiu  mit  lUr  kohM 
intwiokluug  u«r  Seideuinduslrie  im  Pulouuiinu«  irShrend  dea  Uittelultm  cinumnuD.  Nlhici 
NacliweiM  voii  <.!,  N,  UntiiilalciB.  Zur  Wi>rlbilduu)^#)ir«  des  Mittel-  und  Neu^eohiMlMa. 
lt.  Z.  2  (11^93)  288  IT..  in  mehr«ron  Artikeln  in  der  'AStp>ä  &  (]8!)3)  231-S:iD:  4SI-5(M: 
&49.  endlich.-  '()  .Wofffirt  oder  xä  Mögi«r'i.   B.  Z.  1^  (1896).  —  Slambul  (bUnbol):  Die«* 
tttrkudw  UeseichnonK  von  Konntantinoiiel.   die  fiilhvr  vielfach  ralech  («la  IsUmboJ  etc.) 
oder  miftena^end  erklitrl  wurde,  int  jntxt.  rnllig   siohiir  god^nitet  aiM  «iijr  näU  mit  CcW- 
MUg  TOn  eti  in  ntn  nttt^b  tUrki>cii>'m  rniit^feMilz.     Einn  ['aborsiclit   Aft  Gtaeluafct«  dlNH 
Oanumnog  und  ihre  richtige  )'>'klUrung    gnb  U.  Knaseline.   iHtambol,    IterDe  diM  tt.  B, 
3    (lADO)    IKi)     lOK.      Vgl.    Üunt.   Mrycr.   TQrkinche  Studien  I,   Sitlnncaber.   Wien.  A. 
nd  12K.  Wien  Xm^  ».  n.  und  K.  Krumbnoher.  B.  Z.  2  (1693)  3(tö.    Aaf  du  «rwiM* 
tUrkimche  UnlgenttK  hnttc  Bcbou  Kori.   Arch.  slav,    Thil.  8  (lß9.S)  649,  kiflfawnwn.  — 
Bulg.  riovdiv  (l'lovdinl  =  I'hi1i|ipo{iul   kommt  v»d  dem  scbou  hai  JwiluiM  alitfa- 
liMmiitt'lie  Ucnonnung  vun  r'hili|ipupct  bczcufjUn  I'ulpuduva:  Kaluinlacki,  Zur  0«acUobl« 
dor  bulgnnacben  BLineiLtitini!    (t«r  Stadt  Pbilipuopel.   Aich.  skv.  PhiL  16  <18M)  .%44-U(L 
Con»t.  Jir«<i^uk,  Zum  Noineii  Pluvdin  oder  Plovdiv.    Ebenda  8.  596—600.    -    Parkji. 
8tadt  dor  Insel  Pnroe:  P.  6.  Zerl«iit«8.  lltfl  lov'  yt«ty^aiftK«v  änpatnt  Oa^xul,  Öuftm^ 
JfXtior  i  |IS92  -  ISiH)  513-M8. 

Ä.  Wisseoschaftliche  Geographie. 

171.   Eosmas  ladikopleaates  [Koauuc  ö  'It-diirnnXtvan^f:)    lai  kV 
xaiidi'ift,  Zeitgenosse  des  KaUer»  Juslinian  und  also  «ucli  des  Gengrapli« 
Hierokk-s,  tiDk'rnalim  ak  Kaufmann  w<>itt3  Rciüen  nach  Arabien  und 
afi-ika:  seinen  Beinamen  , Indienfahrer*  führt  er  jedoch  mit  Unrecht,  d* 
Bclbät  nicht  nad)  dem  eigentlichen  Indien  kam;  seine  Nachrichten  Oti 
Indien  verdankt  er  niflndtichen  Borichl«n  anderer  KeiMinden.   Spät«r  vi 
tauschte  er  seinen  Beruf  mit  dem  klösterlichen  Loben  und  schrieb  in  eil 
Sinaik1o»ter  (violleicht   Lit  KoHnias  nur  sein  Mi>nchsname)   um   die  .1. 
547—549  n.  Clir.  ein  gi'osse»  geographisches  Werk:  t'hristliche  Orti 
künde  (Xfiatiavinti  Tanoyffa^la).     Der   Hauptzweck    dieses    Buc 
war  die  Aufstellung  einer  neuen,  mit  der  christlichen  Lehre  in  EinUa 
stehenden  physikalischen  Geographie,  eine  physikalisch-a.itrononiiael 
Ausdeutung  dor  heiligen  Schriften,  weshalb  Photios  das  Werk  gcr 
zu  als  tQiii^vH'fi  fig  ti'^v  öx(ß»»i7«i-  hcKeiohnct.   Daher  kämpft  der  frei 
aber  ungelebrt«  Verfasser  mit  dem  Eifer  des  Neophyten  gegen  das  1 
doB  Ptolomaco«,  in  welchem   er  unversilhnliche  Wideraprllche   mit 
christlichen  Lehre  erblickt.     Die  Tendenz  des  ganzen  Werken  verrilt 
schon  in  der  Aufschrift  des  ersten  Kapitels:    //ß«?  »oit^  X9'°""''>S"*' 

itii^Coi-'ac.     Die  alte  Meinung,  dass  die  Erde  «ine  kugelfttrmige  Ge 
habe,  verwirft  er  und  sucht  nachzuweisen,  dass  sie  eine  länglich  vie 
eckige  Scheibe  sei:  darüber  erhebt  sich  nach  ihm,   von   den  RUndeni  dsH 
Vierecks  erst  mit  geraden  Wänden  aufsteigend,  dann  oben  gewölbt, 
krystallene  Firmament  nach  dem  \'orbild  von  Noahs  Arche.     Diese  Seid 
de«  Buches,  die  dorn  Vei-fas-ser  freilich  die  wiotitigste  war,  kann  uns  heub 
wonig  Sympathie  abgewinnen;  doch  werden  wir  ihn  auch  hier  milder 
urteilen,   wenn   wir  uns  erinnern,  dass  ähnliche  Tendenzen,   angeUid 
Widerspruche  dor  Astronomie  mit  der  Bibel  auf  kUnstlichem  Woge  ni 


»grvfbi*.    A.  Wissenachaftlicbe  Oeogrnptiie,    (§  171) 


bis  auf  die  ouueste  Zeit  gebei-rscht  uud  nmnnjgfachen  IJnfliRa 
i)f«D  haben.  Übrigens  beruhen  die  ko»niolngiach«D  Aiiiichauuiigeii 
«8  we«entUc)i  «uf  ttyriHcber  Uiiiiiiliitgt;.  DaKS  sie  audi  in 
üneswcgtt  allgemeinen  Beifall  fanden,  zeigt  der  scharfe  Tadel  des 
I.  unU^n). 

uum  liegt  die  Hnuptlivdouluiig  Aea  Küche:«  nicht  in  den  phan- 
ErgfiBsen  des  Manches  Kosma»,  äundurn  iii  den  Nachrichten, 
»  als  Kaafmann,  ata  Reisender  Überliefert,  nicht  im  Uaupt* 
d^ni  im  Xebenw«rk.  Was  ihm  auf  seinen  eigenen  Fahrten  be- 
nd  WHR  er  auf  deiwelben  von  andern  vcnmhni.  crzilhlt  er  mit 
ter  Wahrheitsliebe;  hier  treffen  wir  bvmerki>n»wiTto  einzelne 
ind    vrichtige   grossere   Beiträge  zur    Kenntnis   der   alten   Bozie- 

L römischen  Iteiche»  xu  Ägypten,  Indien  und  China.  Der  wert- 
r  Exkurs«  ist  dio  genaue  Bc-^hreibung  einest  mit  zwei  In- 
rersehenen  Mai'morsitzes,  welchen  er  in  der  äthiopischen  (abessy- 
tadt  Adulis>)  fand;  die  eine  Inechrift  berichtet  kriegenach«  Er- 
Ptolemseos  Kuergctes;  in  der  xweiten,  einer  viel  späteren 
liörendeu,  erzihlt  ein  axumitischcr  KOnig  in  barbarischer  Orä- 
iKriegethaten:  sie  bildet  also  ein  Soitenstück  zu  der  berühmten 
me  uubischen  KOnigs  tiilke')  und  einer  ebenfalls  barbarischen  bei 
Abeasynien  gefundetnjn  Inschrift  (s.  die  Litteraturangaben).  Recht 
1  gewis^nhaft  ist  er  auvb  in  der  Schilderung  afrikanischer  und 
Tiere;  vom  Einhorn  z.  B.  sagt  er,  diese«  Tier  habe  er  nicht  selbst 
aber  vier  eherne  Htandbilder  desselben  im  Palast  der  vier  TUrme, 
lern  llgyptisclien  Urossnegus  geh<>re;  darnach  habe  er  ein  Bild 
angefertigt. 

Sprache  des  Kosmas  zeichnet  sich  durch  Klarheit  und  leichten 
Eigenschaften,  die  wir  bei  den  gleichzeitigen  Ilisterikerti  ver- 
iheii.  Mit  den  Kegeln  der  kuuatm>ls.sigen  ür&zität  steht  er  freilich 
inteni  Fusse;  daher  behandelt  ihn  Fhottos  (cod.  36),  der  das 
e  Automamen  mit  dem  Titel:  X^iaineiav  ßißloi  iftfitirtia  m{  tfji- 

I  la»,*)  mit  erOndlicher  Verachtung  und  widmet  ihm  eines  oeiner 
Ni  Urteile.  Über  »einen  Stil  sagt  er:  iati  rfi  lunfivög  ttjr  (f^äaiv 
'•«V  oi-di  fi*(  xoii'r;£  fttitxmv-  Dann  gibt  er  mit  wegwerfenden 
inen  kurzen   Bericht  Über   die  astranomisch-dogmatischen   An- 

II  dm  VerfOHMr»  und  schliosst  verdries.*lich :  Xijn  rf»  xai  lilXa 
ota.  Es  scheint,  dass  die  Aufstellungen  des  Kosniaa  über  die 
r  Erde,  Ober  die  Thfltigkeit  der  Engel  als  Beweger  der  Gestirne, 

Aufenthalt  unter  dem  Firniamente  u.  s.  w.  der  gewöhnlichen 
:beo  Bogmatik  nicht  enbipraclieii.  IVutzdeiii  fand  die  .chriatlichu 
ie*  ein  freundliches  Publikum  und  wurde  spKter  auch  bei  den 
»"breitet. 


ZaUa,etwu  BQdlirb  ron  Urukruil 

i*  TortnHIidiP  AuHf^abo  und  Kr- 

ilk«a  von  LcuHton.  lUrmnn  10 

144. 

^  il«r   VerTuMr  kabe  unt«r 

i   d»  et  uielit  nOli«  bcraerkl, 


untor  wclclx'iii  Justin.  i»I  vielleicht  Juali- 
nian  ta  scbreibru;  juilvu falls  braucht  an>  diu 
Notix  <l«a  f  liutiuB  iu  uuavr^r  gat  gooicboTteu 
Dntinruug  il^a  Auturs  nlcAt  in«  tu  ins^N- 
Auch  kunn  «r  ju  wohl  nnler  Jualin  I  geboren 
unil  uutcf  Juatiii  II  ydatorb«»  mid. 


4U 


ByxuiUiii«ctie  Litterstorgwchicbte.    I.  Prouis«be  LitUnttor. 


verloren 


Die   übrigon    ProfaDscbriftun    de»   Kofitua«,  cino  tiu»f{liirliclic  Erd 
beschreibuntf,  äiv  an  einen  gewiesen  Konstantin  gerichtet  war,  uu<l  ein 
asti'onomisohe  Kciti-ift    an  den  Diakon   Homologoa  eclieinen   verloi«Q 
gognngen  zu  8oiu.     Nach  Kosma»  tritt  in  der  wi«wn8cliaftlich«ii 
plii»chcn  Litt<-ratur   oinc  ähnlicho  Vorütlung    ein    wio    iiucli  EiiagrioN 
der  Kircbengeechichtschreibung.    Die  einzigen  erheblichen  Werke,  _ 

die  LUcke  notdürftig  lUll«i),  fcind  der  Kommont4ir  d««  Eustatbios  zuin 
Oionysioä  Poricgctes  und  die  zwei  geographischen  ächriftclicn  des  Nike- 
phorOB  Blonimydes  {s.  §  186). 

1.  AaBgaboii:  Nadi  altereo  Drucken  [MontMocon.  Collvctio  novA  pfttron  IT07 
Tol.  II)  jeUl  bei  MigriD,  Patrolog.  gr.  äS.  10-  476:  liier  ist  auch  die  littetBiiscbo  Noiii 
Ober  KoBintM  ans  Fnbrictus.  BiM.  gr.  ed.  üsrl.  4,  251-2C3,  wiedwbvlt  und  «oii»li|« 
Site»  Littortitiir  ven^ichn*!;  S.  403  di«  tugehOrigen  btndBcliriftlicben  7.*ichnungig  da 
TierkrviM«,  orientalischer  1'i«re  a.  s.  w.  —  Kino  neu«  Ausgiibo  von  U.  Siernrt  wU  b« 
Toubner.  I,fijizig,  ertchefnen. 

2.  Htifsmitti-I:  P)i,  Itiittmann,  Uober  dj»  Fchtheit  de»  AdnliUninrb^'n  Mcnnmentt. 
UuRcum  diT  AllertumswisBenschart.  heniusgegtiben   von  Kr.  A.  Wolf  und  lli.  Ballnuii  i 
(ItiO^'-lälO)  105— lli);  imd  ebenda  5;3-612  t'b.   lliittmann  und  U.  Niobohr.  Die  u» 
inltiachc  IiiHchrirt  nobet  Ucnierliungen  über  dicno  und  die  uduliUnitdi«.   Ninbubm  ^iifuli 
ijil  wioderliult  In  seinen:  Kleinen  bi^tirriscben   und  philnloginchcn  («ckriflcn  1   (Boon  l^V\ 
401-412.  -  Uillmaiiu,  Abb-  Berlin.  Akiid-  IS7H  S.  18-'i-2011.  -    L'cbur  die  Miwiüin« 
in  den  Uandocbnlton  dos  Kosmas  a.  N.  Kondnkov,  (•eHchieblo  der  bj-MuituiiBcheii  Reiul. 
Oda«u  187U  8.  86  IT.  (russ.l    =    Uistoire   de  I'art  bj'xnutin   1   (Paiia   K86)  IST  f.     Vtilm 
Lillcnilur   DOtInt   Stcpli.  Beisoel.    VatietuiiBobe   Uiuialuieii.   Freiburg  i.  Br.  1303  S.  10 
Anm.  1.  —  Eiac  HUa  dem  Iti.  Juhrli.  stnmmuDde.  mit  bunten  llIuälr*tion«n  veraebeii«  rw 
Hineile   UeberaetiUDg    des  KuMnaii   editrte   die   rues.   Gesullsirbaft   der  BibliophiU».  , 
N.  8(i.  PetcrabuTg  1880.     Vgl.    Aicb.  stdv.  Pliilol.  II  (1888)  155.   —   Zur  WardiRUDg  H| 
KoHmaa:  Ferd.  v.  Riclitboreo.  China  1  I18T7)  524  f. i  AÖO;  629  f.   —  Znr  KrlHolert^ 
dar  Nachrichten  des  Kosmos  über  die  obrisllicben  UMneiaden  in  Indien  vgl,  B.  A.  I.i[>*ini, 
Die  apolcTjpben  ApoetelgeBcbicbUn  und  Apostel  legen  den  I  (ISSR)  283  IT.;  II  2  (mt|  b» 
and  sonst  |s.  den  Index  s.  r.).    ~-    7m  seiner  Kosmologie:   G.    Marinelli,    Die   I'^kndH 
bei  den  Kirchen Vfitem,  Leigiag  1)^4  R.  »  (.  nnd  sDsFnbHicher:    Konr.  Kretocbnier.  uH 
pliysisr.lie  llrdkimde   im   r.briBtlicIien  Mittelalter,   Wien   I8Sa   S.  41  ff.    —    Uober   die  i!^ 
lassungszeit  dtiB  VVorkeg  und  die  Dnllerung  der  eintelnen  BOcber  vgl.  A.  v.  (lutiiirliniiil, 
Kleine  Scbriften  5  U'"^l'<)  012  Anm.  2  I vgl.  ebenda  S.  606  f.),  und:  Jakok  Krnll.  Stuiiira 
zur  Gesr}iicbto  dee  alten  Aegyptcn,  .Sitzung^ber.  Wien.  Ak.  ISI  (1890)  Xl   Abhnadl.  S.  T^ 
—  Iluuplselirift:  II.  Ijelzer.  Kosmus,  der  Indienfahrer,  JahrbDoheT  (Hr  protjMil.  Tbeel< 
»  (IH83)  lt)5-141. 

3.  Die  unlenito  Stufe  des  geagmpbisehen  Studiums   der  Byiantioer  belehnen  Jl 
kurxcu  UcHehreibun{:i.'n  ilrr  berübmtcn  rlllNSC',   Meiere  und  Berge,   der  sieben   \\'ellw 
äta  V'orgiingB  der  Wulkenbilduiig  u.  s.  w..   die    »buu  Autoruiunen  in   Kablreicbun  He 
kommun  z.  ti.  im  Cod.  Vindub.  llieot.  gr.  200  ^Nessel)  fei.  303'— 20''.    Vel.  C.  I,(iill. 
Opu.ioulu  de  fontibua  mirnbilibus,  de  Nilo  etc.  ex  cod.  Laiir.  A6,  I  descripta.  Studi  itat  fi 
ülol.  cloHsica  3  (I89Iij  &31-548,  und  die  dortäutbHt  luigefnbrt«  ältere  Litteratur.  ~ 


1 


172.  Rhetorische  Schildenmgen.  Als  eine  Abswoignns  der  tbi 
retischen  (ieograpbie  kiinnen  wir  dio  acliünrodneriücben  Sehilileningcii  («- 
ifffätrttg]  von  (Madmf'tcn  und  Gegenden  betrachten,  insofonie  sie  bei  allen 
Schwulst  doch  iiiiiist  eine  geograpliiscbc  oder  topographische  (inind- 
logu  haben.  Freilich  erweitern  sie  unsere  geographischen  Kenntnisse  nitf 
»ölten;  dos  geographi»cho  Thema  ist  ihnen  nur  Anlat^  zu  einer  rhotoriscbon 
Übung,  wie  ja  auch  Schilderungen  von  Statuen,  Bildern  u.  s.  w.  eu  dca 
beliebten  tiegen.stfiudcn  der  alten  Ithotorik  gehörten.  Diese  'Exy^üetif  dad 
keine  Schi^pfung  der  byzantinisdien  Zeit;  schon  iu  den  alti^'n  Hbctor^ih 
schulen  gab  es  solche  Übungen,  und  aus  ihnen  entsprungen  ilic  landschaft- 
lichen Schilderungen,  die  einen  go  beliebten  Schmuck  der  griechiadiM 
Romane  bilden.     Man   kuun   in   diesem  JCusammenbang  die  motrisclie  'i 


a.  OfiOgrapbie.    B.  Werke  der  PrKxw.    [$$  172—173) 


^HBrn'  xoofiixov  niiaxo^  ncnnon,  in  welcher  Johannes  von  Oaza  um 
O^m  Gom;hnia«ko  der  Poesie  des  Xoniios  oiiio  Weltkarte  crliiutcrt  hat. 
y^  W.  Christ,  Gesch.  der  griech.  Litt.  »  S.  66:1.  Eine  echt  rhetorische 
lOoffOfft;  ist  die  Schilderung  der  Stadt  Thessalonike,  welche  Johannen 
EiBoniatea  seiner  kleinen  historischen  Monographie  voransschlckte 
(lS'I^)-  Kudlich  gohörun  hiohcr  die  'Em/^datii  von  Trapvzunt,  Inibros, 
Kohnth  u.  s.  w.  des  Rheturs  Johunnc-s  Kugenikos. 

f  B.  Werke  der  Praxis. 

173.  Kirchliche  Geographie.  Den  Zwecken  der  kirchlichen  Ver- 
nlbng  dienten  Verzeichnisse  der  I'atriarchensitze  und  der  in  genau 
ieaUnunter  Itangordnung  ihnen  untergebenen  Hatiptkirchen  und  bischöf- 
Kchen  Sitze.  Im  allgemeinen  zeigt  sich  in  diesen  Notitien  die  Kirchen- 
irimiDg  dpH  Jui«tininn  und  des  Horaklio»  erhalten.  Wichtige  üniwäl- 
tnigen  vollzogen  sich  am  Ende  dos  !>.  Jahrhunderts  unter  Kaiser  Leon  VI 
tem  Weisen.  In  diese  Zeit  geb&ren  die  von  H.  (}eti»^r  als  Anbang  des 
S«)tg  von  Cyi>ern  (s.  g  175)  ediorten  AV«  Taxiixä.  die  zwar  unter  Kou- 
itiotin  Porphyrogonnctos  abgefa«8t  sind,  aber  im  wesentlichen  die  von 
Ltoa  dem  W'eJsen  aufgestellte  Ordnung  wiedergeben.  DuRepen  ist  ein 
Verzeichnis,  das  dem  Titel  zufolge  unter  Leo  entstand,  nSnilich  *//  y^Y^'"*'* 
U^töauoi^  Tta^  toi  ßaaikimi  jiitirxo^  lor  So^oi;  orrmg  ixovei  tä^tug  oi 
IfötM  tiür  ixxXi^ettitv  iMt'  vnoruintvutv  iijT  :iiti^ui(ij'tj  Küirfftavti.rovnöirMi;, 
fl  Wahrheit  ein  Werk  aus  der  ersten  Komnenenzeit.  Aus  späterer  Zeit 
icunnt  die  umfangreiche  Rangordnungsliste  der  dem  apoRtolisehen 
Thrane  von  KonstantJnopel  unterstehenden  Metropolen  und  bischSflicben 
itU:  7*ofif  nffoxa^tdifia^  iwr  v.jo  »or  ä:iitatohxöv  &^öior  K<ovaitifii- 
Wliitui  tt3ii}^inar  pr^fi/oTTolitiäf  xai  t(»r  vn'  aviov^  fnttsxörtbiv.  Daran 
NiliMRt  sich  ein  Verzeichnis  der  den  Metropoliten  gebührenden  Titel, 
fie  in  Byzanz,  der  Wiege  und  Heimat  aller  Etikette,  selbstverständlich 
l><BfaHu  aufs  genaueste  fixiert  waren:  //t^i  ti;c  tti'^tm^  xwv  .'/pdiwi- 
Ww  fir^fonoÄiiötr  ■  rivti  avimy  hlyovtai  l^apxoi  na'i  i':it^iiftoi,  tivtg  i-rn'^- 
lyw  ftörov.  Aus  vorsehismntischer  Zeit  stammt  noch  ^e'.lraxufaXai'man 
»r  üjfuttäititr  rtat^a^xmv,  xiöv  ogoittaiaiv  xal  avraQi&fn^aii  riSv  tirroutolt- 
"■»  ifförtov.  Wichtig  ist  die  dem  Werke  des  Konstantin  Porphyro- 
[Mnetoa  De  cerimonüa  {S.  791  ff.  ed.  Bonn.)  einverleibte  "Exifttrit:  n^a- 
i«hlr,0iati-,  natgitt^y*'*  **  "'''  /",i{><in»itiriüi'  doi«  Erxbiscbofs  Kpiphanios 
'08  Cypern  (ans  dem  4.  .Tabrh.).  Eine  ausfülulicbc  Statistik  und  Ge- 
idnehte  der  Patriarchate,  Episkopate  und  Metropolen  achrieb  im  Auftrage 
'Anig  Itogers  II  von  Sintien  (llOl  - 1 1'*iJ)  im  Jahre  114$  der  Archimandrit 
jltfo  Doxopatres  (DoxapatresV  vgl.  g  195  Aiiui.  3)   Xtihiv  Jo^a!ttif(tiov 

fe^^l>fa7^atg!l)  tciiT';  tüy  irffr^in^^rixür  ii^örwr.  Der  Verfasser,  der 
nla  ilymnendicbter  genannt  n^rd,  lebte  eine  Zeitlang  in  Palermo 
id  wurde  apSter  Notar  des  Patriarchats  in  Konstantinopel  und  Nomo- 
lylax  de«  Reiche«.  Da  die  Rangordnung  und  der  Bestand  der  Metropok^ii 
lil  Epii^opat«  aich  im  Laufe  der  Zeit  vielfach  änderte,  entstanden  nocli 
lilreiche  Neubearbeitungen.  Unter  anderm  besitzen  wir  zwei  revidierte 
imidiniie»  aus   der  Zeit  des   Kaisers  Andronikus  U  Palueologo»  (l'iSÜ 


416 


ByuuiÜaudi»  UtUrfttarguchiebt«.    L  Prosaiacbe  Utt«rmtBr. 


btt)  1S28),  nKmlictl  cliö  fK^fim;  /Saai)i*mi  'Aii^iiutf  tov  üttkaioköjot  ivil 
Yt'goftos,  onio;  rvr  /x*"*'  ftiii'"i  «'  t'n^oxiifiifai  fit^t^nöktii  t^  ntnp-' 
afX""P  iffföttp  tf,(  Äwi'ffinirnoi'rriiifwf  und  iie'EMißiati  rt'a  'JrJ^onimv  ftm- 

aijtfmffofttv. 

Die  chroDologihclie  Bestimmung  aUer  dieser  Xotitien  nnrd  darclj 

die  unblrcichen  («[läterbn  'Auü&txe  und  Km'eiterungen  aehr  erecbwert;  MC 

reicht  bicttlr  da»  VKiülFL-ntlichto  Mati^rial  nicht  völhg  au»,  da  noch  mancli 

wichligv  K{.'zc-tmionon  uiig<i<Iruckt  mnd.    Für  diu  Untcr«uchuiig  ist  vor  aüot 

die  Heraniciehuiig  der  KonziUakten  nütig,  weiche  uns  üb«r  die  uUmilhlic 

Veränderung  in  der  Hierarchie  ntltzliche  AufschlUsae  gewähren.   B«i  oller 

Trockeuhoit  eind   die  Vorzcichni»»*^^  iitiitierltin  intx^res^nt  als  Zeugen 

KtJ'alfeu  Organisation  der  byzantinischen  Kirchs  iH<ibi*t  in  der  Zeit  dOK{ 

politischen  Verfalb  und  durch  die  in  ihnen  enthaltenen  Ücitrftge  zur 

graphittcheti  Nomenklatur  des  Mittelalters.    Merkwürdig  scheint  die  Zlkif 

keit  in  der  Krlialttuig  dt-r  alten  Namen;  docli  .steht  aicher.  da«i  viell 

der  hier  noch  aufgoftlhrtou  alten  Benennungen  im  Volksmundc  Uüb 

lorun  gegangen,    teils   durch   andere  ersetzt   worden   waren.     Die  Sp 

der  Verwaltung  hielt  an  den  alten  Namen   fest  .lelbst  bei  Sitzen,  die 

nicht   mehr  existierten,   ähnlich,  wie  es  die  rOmische   Kirche  mit  Ui 

Bi&cliüfen  in  partibut:  infidelium  thut.   Lehrreich  ist  in  die«)r  Bezi«hu  . 

diu  SchluHsbemerkung  der  yt'a  Ixiffoii  des  Ändronikos  folaeologos:  jlvt* 

iiai%-  ai  foi'  itqövov  toi'  KntiXtwi  rtäam  fit^f^onöltii    '   ör^ÄQt^n   al  n( 

yaapflivm  itria  ri^g  taTg  iuatöv  '  ffm^vi'ini    Jt  aijfif^or  ^cpixa/  SD 

der  Zusatz  im  Titel  eines  anderen  Verzeichnisses  (S.  243  ed.  Partlicjjä 

Kaiüioyog  iniaxonmv    aT    tiint    (!)    l'uaaiix;    xmv   /ii^JifonöXtwr    v:ioxf*iAt 

oaai  aiö^oviai    riv  tx  /ti^wg  ■   t'x   loinior   «i    fiXtie%ai    i<<ftt\i<}t f,eaf 

Um  diese  roichen  Listen  fUr  Geschiclite  und  Geographie  fruchtbai-  nu  mache 

bedurften  wir  einer  (Interüuchnng  ihrer  Chronologie  und  ihres  genealc 

Verhttltnitises,  sowie  eines  Kommentars,  eine  Aufgabe,  die  in  der  jflt 

/.eit  zu  einem  grossen  Teil  gelöst  worden  ist. 

Auagaben  uuil  Uilfamitlol;  Nnrh  il«4i  *ll«n,  w«it  umtatvXm  und  Di«itt  »rb 
nsingliehwn  Dtuckvo  sinJ  dicM  Vrrzcicbiuiuo  (im  (cuuteu  l-t  N'uminern)   tait  Uenütt 
haudscbriftliolMT  Mittel,  itiu    freilich  nun  Toil  erat  iii   Iviili^«n    Naebtrtff«n  Verw^rtn^ 
fudeii,  mit  oinmn  lnil«x  Wauagugeben  in:  Hturociiti  Synecduoiiia  m  r«c.  bust.  Pac(b«y 
ßerolioi  tl^  S.  !Atl.i  iloriselbBt  Üuilet   mM   uucb  [ßr  jedt^s  eiimliia  Staok  ii*  g< 
ftllcrc  I.ilUmtnr  veneicbDet.    —    Kinu    von  Purtbey    Ubi^rKiuiticne  Notiti»  von  AI«) 
ist  godniokt  b«i    R.   Pooock«,  A   ■l«aori|>(ioo  vi  Uie  «ast  and  »om«  otbnr  countnMl 
(Londaa  IT49)  279  f.  (^  $.  423  f.  d«r  d«iitseli«n  AiuRiibe  von  IT.54).    -  Kino  XotHü  n( 
Orotntioctiwii  stobt  in  dar  Forlaetaung  der  «meniaätoo  üMoUelit«  dM  S|iuap«t  Sah 
od,  Dulanrivr,  Rocmil  dM  Ustarieiw  dt«  crojaodn,  Dooanwit«  anntei«)»  1  €73  8. 
Zu  den  bulgarisohMi  Notitiuvgl.  E.  Oolublnsky.  OMoliiolit«  d««- ImlgariaolMB,  mtUi  ' 
nnil  mmiuuaieti  Kirck«,  MMkau  ISTl  (ruae.),  bM.  S.  4$  S.;  259  IT.  —  Uanigiagtiek 
Biir  Dimitaaa.   Tä  nrpi  tf,i  mimtaiiXoB  apjftrnMKON^t  rq;  nqtiitjt  'i*vmiriwfi}t  'Jx\_ 
■nJ   »niynfini.  Alb«n  1859.    —   K.  K.  Zacbarime  von   I.iagnatfaal,   Zur  Kcnntai* 
iMtitiM  o|»»Mpaluum  QraMonm,  UDDRt#l>tT,  Bort.  Akitd.  tt^S  ä.  2'ft~2S8,  wo  an  «i 
Bataplala  aua  ilaaa  17.  JahihuDd«rt  imc^icvinMMi  wird,  wi*  ditM  YtiRvicbniiuu>    Ar 
klnlilUlia  OwMrapliW  autxbar  lu  Ena<Jirn    «ttd.    -    Zwei  Nctiliae  «d.   A.  Papsdapoli 
Koramono.  Mnrfr^fimuiot  flifL,  Kp«]  1684  Aakang  S.  64— 70.  —  W.  M.  K>m>iaT,7 
hbt.  iKwara^j  «f  Axm  MIaot.  London  1890.   —    W.  H.  Ramaar,  The  citic«  and  biil 
fitpa  »{  Vhtjtjm,  J»iun    ot  Hell.  Studtn  4  <1S$3>  870-436;  8  (iSSTj  461-  AI9.   - 


..    ^..  IJneQeD,   Z«itechr.   f.   K i rf lie n g e^cuMtfc Jj^il 

I  iMiMutiiw  BisUlin*«'  lind  Dber  die  GMoliiüht«   der  H*Wi>(Mti 


grümiii 


Dil    i\ii  f-imn" 


246-2«! 

lirx  und  der 

Utuen).  —  H.  OeUei.  Uugednickte  und  wenig  bekannt«  BlstOmert-Dneklimaiiu 

JiMlMn  Kirche.  B.Z.  I  {1892]  245-282:  2  (1893)  22-72  (Reiches  ucuea  Miileriitl 

gd  iinbenfltxteii  Drockeo.  dazu  ball nbrech ende  UnterntKilmn^on  Ober  die  Cliruno- 

■ber  die  luterprctation  der  NotJtia«  der  Patrbrchiite  Anliocliin,  Jerusalem.  Ale- 

Mtoke^alen  ArcbiepiekopaU  DulKMieiiJ.  —  Ein  Si^esialtiiema  der  kirob- 

hie  lutoraiicht  L.  Diicb««ne,   L'llljriciini   ecd^iaatiiiuo,    11.   Z.    1    (1892) 

r    r.  Con,vbeBre.  On  nomc  Annc-niiin  NotitiRe,  B.  7..  ft(lS9ß)  llH-136. 

14.  Hierokles  {'IfQOxXr^^).  An  di-r  Spitzo  der  im  Interesse  des 
1«  thiltigen  Geographen  ateht  der  Grammatiker  Ilierokle»  aiii«  der 
Just'tiinn.  Sein  vor  dem  Jahre  535  vorßffpntlifhtoa  Werk  2vrix- 
ein  »tatistiechor  Abris»  des  ostrüniischcn  ]leiches,  in 
04  Provinzen  und  912  Süldtc  {statt  dor  im  TiU>l  angekündigten 
bfgezAhlt  werden.  Das  Werk  zeigt  einige  Verwandtschaft  mit  den 
chcni  duf  kirchlichen  Verwaltung,  gehitrt  aber  nicht  zu  diesen, 
ist  aki  Haiiptgrundinge  der  politischen  Oeographie  bei  don 
D«m  zu  bi<ti-achti>n.  Diu  Absicht  des  V'erfaeserä,  eine  politixvhe 
[;hliche)  Statistik  zu  geben,  ist  in  den  Worten  der  Einleitung 
ackcn:  Elair  al  rtiiaat  inafix'"'  *"'*  TtöXti^  ai  vmi  fur  ßatuXiu  iiü>' 
tv  töv  ir  hüokti  d/iafx'a*  ?^ .  '^öi.m;  SAe',  aJ;  vnoi^tuKiat.  Üb  er 
Hgung  zu  seinem  Werke  durch  einen  httheren  Auftrag  erhielt,  ist 
it  bekannt.  Iliorokles  war  neben  Stephano»«  von  Byzanz 
iielle  für  das  Werk  des  Konstantin  Porpbyrogennetos  //»pi  tmv 
ir  (e.  3  108). 

Attaskbeo:    Im  Bonner  Corpue   mit  KontiUjitiii  PorphyrogennetM  vot.  3  (1840) 

1.  —  Darnach  bei  Migne,  I^lr.  gl.  113,  Hl— 156.  —  r^x  recegn.  Üuat.  Pnrlhey, 

|18$6;  in  der  Vorrede  Uebeniclil  über  div  frilliercti   LEiiE.tun|:on   und  die   Hond- 

Eiete  auf  luafaaMDder  Verwertiini;  der  Hub  beruliunde  kritlHcljc  AuBjiabe  mit 

•tautiiMa  PoqthjTOBeDnetee    De  llieni,  erballeiieii  Sldcken    vun  Äug.  Uurek- 

rfnig,  BBil.  Tenba.  T898>    Vgl.   die  iteeptecbungen   von  H.   Uelner.   Berliner 

eMMhr.  18M  S.  168  ff.  nnd  G,  (inndoimatia.  U,  Z,  4  <lBViä)  005-607. 

Uilfemittel:  Gate  KrklRrnngen  dunkler  OrUnemen  hei  Hioroklea  von  W.  To- 

'  ,  ZaJtMkr.  f.  d.  Brterreicli.  Gymn.  18  (1867)  715—720.  —  0.  (Jünlher,  Za  den 

BMaine  Acacü',  B.  Z.  3  |18v4)  146  f.  (Ober  dnn  b^i  Hieraklo»  vorkommende 


m 


Syuatinbdi«  liUerktnrgMcbiobt«.    L  Proauaeh«  Uttantar. 


durch  VvigirirhunB  det  nourn  Nun<-n  in  Hi«t«nk>ni  und  anderea  WmIemi  t-icIlMcbl  likfl 
bc«tiinm«in  licwm:  aj«  Kind  edi«rt  bei  Tartkey,  Hierttklot  S.  311— SIS.  Vgl.  NikaffeMH 
Uryonniol  IV  h  (cd.  Iloon.  S.  IM,  22)  n«fä  rttnm/iif  »vV  »if  Mwf   ägg^^tr  koIm^miM 

tftij  la  äftiiiftt^rai    mir  öfafiiirioy   ri!    nilei«!«  n.  K,  w.  1 

Eio  kloin«  und.  wie  t«  Hchoint.  ganx  wertlauM  Pr«TiiiicDvprxcictiDi>hKlM*it- 

fkueun,  itibt.  CoislininiiB.  PHrin  1715  S.  li^l-SSf.  ediert.   —  Dftiunlbe  edierte  noAtmall 

J.  Sakkelton.  Huiftuai-  jlißh:»^*';.  Athen  18»  S.  72  f. 

17l>.  0«org  von  Gypem  (rn^eyio?  ä  Kvte"H).  ^io  mmt  nicht  b»- 
kannU-r  Mann,  verfahrt«,  wohl  im  Xatang  der  Rcgioning  des  Pboku 
(602—610).  eine  profane  Beschreibung  des  oütrömischen  Iteiche«,  Slinlieh 
dem  .S)'nek<lemofl  des  Ilierokles.  Dieselbe  vereinigte  später  ein  kircUicher 
[{«doktor  mit  einer  hauptsKchlich  dio  DiiJzese  Konstantinopel  umfuwadc« 
kirohlifliun  Xütilin,  dio  im  orstmt  Dritt«!  di-s  9.  .luhrhund^^^rtä  von  teil 
Armenier  ßa8ilioH  zuBammengestellt  wurde.  Leider  hat  die  Überlieft- 
rung  die8ßm  kirchlich-profanen  Doppelwerk  Übel  mitgespielt;  insbesoDiUre 
iflt  der  profane  Teil  durch  Verwirrung  der  Kolumnen,  durch  Ausluflat; 
und  Entstellung  der  Namen  «chwer  geHuhfidigt.  Trotzdom  (»«hült  di«  LiMs 
einen  selbutaniligt-'u  Wort;  den»  »le  ist  die  einzige  Beschreibung  der  beidei 
Prttfekturen  Italien  und  Afrika  aus  der  Zeit  der  Langobardenherrschaft, 
und  fllr  gewisse  Städte  ist  nur  durch  sie  die  byzantinische  Herrschsft 
bezeugt. 

1.  AuHgnbnn:  Nnoh  xwtii  ganx  ungflnUgQndm  AttDren  Aungsbm  (t|^.  dia  An 
von  Geixur  S.  iJtlll  F.)  wiederholt  von  (i.  t'atthe)-  mit  llieraklc*,  Horlin  I8M.  — 
kritiadic  Aufgabe:  Gcoreii  Cyprii  dcHcnplio  orbis  Rgmuni  od.  H.  Uelter.  I.eiiai^ 
Toobo.  iffW,  niil  vier  KaTtun  und  riacm  für  die  alle  üeogtaphiu  und  U««cl)icfat«.  bwanl 
die  QaBoliicbl«  der  nie bxi Rührigen  (•rie<ihenherrevhart  in  Spanien,  höchst  vcriToIleB 
meotar;  beigegebeii  isl  ala  Anhiing  8.  &7— 83  eine  unter  KuaBlantin  PorphyrogeuMta  i 
gerassle  nnediert«  kirchliche  Nolitia. 

3.  Hilfsmittel;  Wichtige  Lesarleo  aus  dein  fQr  die  Aasgabe  nicht  benttaUs  C( 
Paris.  1!)I0  hnl  Gelznr  in  «einen  obon  zitierten  Analecta  Bj-iantinaS,  15—18  Dacb)(«bi 
—  Vgl.  di(T  llnspieohiint;en  von  G.  Gundermann.  B.  Z,   t.  601—604,  nnd  0.  Deal« 
Joura.  .Min.   IxDl   l)d  27ß  H.  304—213,  —   H.  G*lxor.  Zu  der  Bnsohreibung  PaUiOiMai 
Oeoricioa  KypHuii,   ZoitHchr.  d,  deutschen  Piilllatinn Vereins  IT  (1^94)  36—41.   -  J.  B.  Bi 
TlieRomnn  oiiipiti!  in  fluO  A.  1).,  The  Kngl.  lÜBlor.  Review  9  (1894)  315—320,  «nt 
die  hisloriBvhen  Krgebaiiuie  der  Ausgube  lieixota  und  vertritt  die  Ansicht,  da«  nun 
siohore  FrQh-  und  nnUlgrenie  der  Eutstohung^iZDit  des  Werkes  das  Georg  tud  Cypcr«  i 
die  Jahre  hi\   und  fJÜS  (vielleicht  ä04)  restatetlun  kOnne. 

176.  ItiDdrarien.  SegelhandbUcher  und  Karten.    Wie  ee  schon 
der  hellcnischou  Zeit   für  den   praktischen  Gebrauch   bo»timmte  A 
nungen  der  Entfernungen  von  ätUdten,    Häfen  und  Inseln  gab,  so 
dercu-tige  Handbücher,  welche   die  heutigen  Generaletabspläne,  Disi 
messer,   PilotenhUcher   und   Seekarten    vertraten,   auch    im    byiantiniMl 
Iteiche,  besonders  in  der  Marine,  gebräuchlich.    Das  beste  und  ruichhol 
Werk  dieser  Art  ist  der  ^taimaftöi  ijxoi  rttgi'nXovi  i^  /ifj-ai»^«  ^a. 
Der  anonyme  byzantinische  Verfasser,  der  aus  trefflichen  älteren 
HcbUpfte,  beschreibt  darin  die  Fahrt  von  Alexandria  zu  den  SAulen 
Hei-fdcles  an  der  afrikanischen  Küste,  dann   die  von  Alexaiidria  bis 
Dioakurias  an  der  asiatischen,  endlich  dio  von  Byzanz  bis  zu  den 
de»  Herakles  an  der  curupäisdicn  EQste.   Dazwischen  sind  einzelne  In 
umsogelungcn  und  zahlreiche  Seitenfahrt«n  eingestreut.    Die  genauen 
gaben,  welche  dieses  Seehandhuch   über  Entfernungen,   Hafenverhfilüü. 
Klippen,  Untiefen,  Fundorte  von  THnkwas-ser  u.  s.  w.  macht,  geben 
oilieii  Begriff  von  der  teehnischon  Ausbildung  de«  griechisch-byzantinl 


jBcht  Uyzantiniaclic  Karten  mit  griectiiMohor  L«gcndo  scheinen 
rhalUüi  zu  gciii,  und  Soekart«n  haben  «v  wohl  üb(>dmupt  nicht  K- 
cinuD  B4.'hwachen  Ersatz  bieten  mehrere  dem  16.  Jahrhundert  nn- 
ie  Exemplare  italienischer  Provenienz.  Die  oft  unglaublich 
ilteten  und  schwer  zu  erklärenden  Ortsnamen  sind  hier  in  dem 
Ben  Kauderweslch,  dos  die  Scesprflch«  des  Mittclmeer»  bildete  (liiigua 
),  mit  latoiniechcr  Schrift  angegeben;  dur  tlaupttoil  der  Benennungen 
lieni^ob.  dnnL-bon  aber  finden  wir  auch  andtire  romanische  Sprachen 
und  natürlich  auch  die  griecluache;  letztere  in  einer  den  Italienern 
rechten  Form. 

AonRaticn;  Sta&inafief  «tc.  od.  C.  Mflller,  Geogr.  Gr.  min.  I  437—514; 
Mio  S.  123  ff.  Dio  '.irauiffisatf  obonda  B.  424-426.  —  rmJforfpouixrfi- 
Porph.  in  dem  Wcrko  De  cerim.  II  45  (=  I  GÖ4  ff  cJ.  Bonn.)  und  bei  Tllfel, 
bl  Fotph.  De  previnoiia  rugni  Ujcanlini  über  secunilua,  Tubiiigae  IS4T  8.  17  f. 
ao«b  verseUedMi«  RüdnktiuDen  «ioea  Puriplus  ilvs  sctiwAn«n  Meorcs  u.  a.  boi- 
■ind.  —  V^.  Jo.  Iri«rt«.  RegiM  bibliotliecae  Matrit«iiai«  coitd.  Grncci,  Madrid 
180 — 499.  vo  dar  d«n  liitdinnfiöt  '^i  (iiyüXit  äaXäaaijt  und  andere  geographisch- 
W  8(Sdc«  eBlbtlland»  Cod.  Malrit.  121  lieaclirieben  nnd  exierpiert  ist.  —  Vgl. 
,  Haadbacb  d.  ktaas.  Allo^tlInl»via9enac^ll.  Hl  108. 

Gaograpliisclie  Karten:  Mehrere  in  der  Münclinner  IJtbliollick  lielindlioh« 
Im  Kutm  hMchriob  SchnieiUr,  Abhandl.  bnycr.  Akad.  Kd,  4  (1:444—47)  Abt.  1 
Tit.  —  H.  Thomaa,  Dar  I'eripliis  dvs  Pontiii  Kuxitiin.  Iii^ldcben  der  l'nruplus 
■■  vmA  PAllatma  nnd  der  Puraplan  vnn  Amicnion.  Abhoiidl.  bnyor.  Aknd.  10 
60S)  221—290;  dorUelbat  S-  226  f.  u.  231  f.  wciUn;  UlliTuUirnngnbun.  -  Kin« 
16.  Jalubunilorl  aUnimende  vonclianiivbi^  Karle  von  Morvu  od.  K.  N.  Sntbas, 
lla  llrfdits  r«lalif8  Ik  rhisloirc  d«  la  Gr^iip,  I.  A^rie,  Tome  T.  Paris  18^0;  tiue  Karle 
ihlwiHM  Arcbipcla^iw  vom  Jahr«  1421  und  uin^  Kurt«  vuii  Kruta  vum  Jahre  ir>Oil 
ToMM  II,  Par^s  l^\;  eine  Karte  von  Cypern  in;  Aiorthv  Mirx<"gii  Xi/oriKiy 
•dd.  K  Miller  et  C.  Salhaa.  Paria  1881  (text«  Grec],  -  Eine  IVbersieJit  »bar 
|he,  ^«aiarbe  und  arabische  Seekarten  deii  13.-  16.  Juhrh.  gibt  Hrinr.  Wuttko, 
iIimU«  der  Ktdkundi>  im  kUti'n  Drittel  des  MittoInKers.  Die  Knrtun  dnr  aea* 
n  Valkei  HndeUTopan.  Dreadcn  IJ^TI  (mit  einem  Atlas).  —  Gcuauor»  MitleiluuKvn 
ob.  Finirber,   t^ammluni;  mittolatlfirlkhor  Welt-  und  Seekarten   italienische«  Dr- 

fioBd   nut   iulkmiacheii   Bibliotheken   nnd  Archiven  herauegegebeu  nnd  erl&utert. 

■  Oigaaia  1886.  Hier  S.  64— 67  über  dvn  wnhräebeinliebcn  Einflnss  der  grierhiHch. 

■•dMa  Stadiunen  auf  die  italieniirc-hou  ävekarleu. 

%  Porlalaae:  Wi«  die  grieebiaohen  Seekarten,  ao  weisen  auch  die  in  griechiBchor 


BysantinUche  IdtteratnrgsAchieht«.    I.  Prosoia«!»  Litt«ntur. 


Crialoforu  Negii.  Portolniu  «eistenU  nulle  princiiiHli  liibliat«eh«  di  Vsneua,  T— )B 
1S66  (mir  utuugUiiglirli).  fl 

4.  It»icho  Hiir^niittol  xar  K^nntiii»  ävi  byz.  Geographi«  sind  di«  uns  wIuIMH 
b]nuiittiii§ch-ilalienii^nli«n  ilandelsverti^«,  Öuld bullen,  Sclicnknngs-  and  KAüfiirlniiidMi  a.tfl 
Amgabon  und  HilfHmittel  sind  S.  223  f.  veneielmet.  In  der  dort  genunUfi  Pnblikslioi) 
van  (!.  L.  Fr.  Tafol  und  0.  U.  Thomns,  Urkundnn  zur  kUortm  Elaodels-  and  SImIt 
gonchiRbtoldcr  Knpublik  Venedig,  ßndct  man  1  37&— H^l  rin  venstianiachon  Sehiffeibtltll 
über  die  ormoniücho  Kflolc  aus  Marino  .^onuto  nnd  11  899—416  ein  fthnliob«»,  «banfalU  w 
M.  Snnulo  cntooRimmcB  ftlr  di«  ayrisulio  KUbU.    -  Ceber  das  bfianUnweb«  S»»B'«a*a  r^f. 

A.  Ft.  Üfrörer.  byrunliiiiache  ObbüIucIiUiu  2  (GrM  1873>  401—18$. 

177.  Wollfahrerbücher.     Dem  religiiSscD   Privatintereew,   das  ndi 

bekanntltL'h    tichon    vor  den  Krtiuz^Ugen  in  häußgon  Wandcrungon  nsdi  > 
Jeruäatem  kundgab,    dienten   einige   periegetisctie  Schrifton,    weltlio  Vtlk- 
Btina  lind   die   heiligen  Orte   Schilden),  also  byzantinische  Reisehaoil'  : 
bUcher  für  do^  heilige  Lnnd: 

1.  DoH  ällo^ttü  dieser  für  die  mittclaltc-rlichc  Tapograplüe  uiid  0^ 
schiebte  von  PutilKtina  wichtigen  Büchlein  Bchriul)  ini  Anfang  d«s9.  JalD< 
hunderts  (vor  H'^il)  ein  Münch  Epipbanios,  der  von  dem  HQncbe  dod 
Presbyter  Epiphanios,  dem  Verfasser  von  LebensbeachreibungeR  der  hl. 
Maria  und  de»  hl.  Andrea»,  verschieden  ist:  '£ni<faiYQt'  *ov  ftotaxoi-  m 
'AywTtoXitov  xtti  ni'tf(iaiixov  ijfim-  natpög  iti^yijaii  tii  tvnor  .Ttutf^p^tti 
7it(fi  %^s  St'Qfa;  xai  Tr^$  ä/i'u;  rtöltui  ttai  täv  iv  ttmi^  ayiuv  jöntoi: 

1.  Ausgaben:  Ed.  pr.  mit  Utoiiniecb^r  r«bersetinng  (n^bst  d«n  nnUn  hI*  N'r  It-t  ' 
aufti«fnhrt«n  StDokm)  Y.  MorolUfi.  Pari»  16'20  (feblerbaft).  —  Ed.  (nebst  dnn  nnWa  ik  ' 
Nr.  2—4  Rurgefahrten  Srnck^]  Leo  Allnliu«,  2iWu>n.  Kaln  1663  1  S.  1—102.  -  OiMk. 
(mit  Nr,  2  4)  im  Venexinnnr  CorpUK  der  byxantiniscbcn  HistOTiker  »it  QuMiKi 
Vvnodig  1T33.  und  bei  Migiic,  Putrol.  gr.  120.  259-272  ttnd  133,  924-1001.  -  BÜ 
Albort  Drossel,  t.pipliimji  iiioDiiuhi  cl  prcebyleri  edita  et  ui«dita,  Paris— Ldfiig  1681 
S.  1—13.  —  Dann  «diiirte  xwci  griL-obischd  Tetlo  und  ein«  Btaviaelie  Redakt)«n  nil  nMR' 
scher  Ueb«m<txuiig  und  einem  wertvollen  Koinnientai  V.  VaailJeTBkiJ,  Pr«T«al.  MI 
Bbornik.  Heft  II.  Petersburg  188G. 

2,  Hilfsmittel:   lieber  den   Hagiographen  Epiphanios  vgl.   B.   A.   Lipsio«,  te 
spok^ben   ApoatelgnBchiclilen  und   A^ioatel legend«)  1  (1SK3)    188  f.    —   üeber  die  »Dl- 
wendige    Scbnidung   des     {'«rtegnton    Epiphanios   von    dem   Hagiogri^hen ;    J.    DrliekCi, 
Der  Manch    und  Presibyter  Epiphnnios,    B.  Z.  4  (lä95)   34(t-362.    —    Ucbor   die   Am||Ii, 
von  Vnsiljevekij  referierton  P.  Bexobraxuv,  Revue  archäologique  III.  si^ri«  7  (18M)  M 
bis  316.  und  Vt.  Dostuniti.  Joura.  Min.  1886  Bd  247  Sept.  ».  12%     143.  < 

2.  Johannes  Phokas  vorfassto  eine:  "fxy^ain;  iv  wvt'tftt  iw  ä^ 

'Afttoxn'fti  [t^xt/'i  'it^offo^Pftoiv  xfiüi^mi-  um  x<^C~^  •i^fa;,  ^on-t'ni/t  *ai  tit 

xenti  flakmarlrr^v  nyioir  töniDv.    Der  aus  Kreta  gebürtige  Verfasser  leistetak 

wie  er  selbst,  erzählt,  unter  Manuel  Komnenos  Kriegsdienste  und  zog  ädl 

spftter  aU  Mönch   in  das  Kloster  dea  lil.  Johanneü  auf  I'atmos  zurikk. 

Seine  Palästinareiae  fällt  in  das  Jaiir  1177. 

Ausgaben:  Edd.  Moroltus  und  Allntins  n.  a.  0.  —  Dann  im  VeneiisiCr 
Corpus  und  bei  Migno.  Pntj'.  gr.  133,  S27- 1)62.  —  Dann  wurde  da«  SiHrk  a$A  mam 
n«ueD  Kollation  der  einzigen  bekannten  Us  mit  Verh(ueerung<>n  odisrt  von  V..  Miller, 
Racnoil  dee  biatoriene  des  croisades.  Bist,  grecs  I  (1^75)  2,  527— &58;  r^  dio  VorredS 
S.  6  IT.  -  Ed.  .loh.  Troickij,  Pravosl.  Piü.  &bomik,  Heft  23.  P<t«r*burg  1S89. 

3.  Der  Protonotar  Perdikas  von  Epbesos  im  14.  Jahrhundert  bat 
das  Thema  in  einem  recht  armseligen  Lehrgedichte  behandelt:  Jlt^  w 
iv  'hfoaolv/Aöii;  Hvqtaxäx'  äifiäriov  {260  politische  Verse). 

Ausgaben;  Mit  Nr.  1-2  cd.  Müiellua  a.  a-  0.:  mit  Nr.  1—2  nnd  4  «d.  AllsliU 

B.  a.  0.;  daniBcb  im  Venexionor  Corpus,  bei  Migne,  Patr.  gr,  133,  1163—972.  nnd  M 
Benj.  Joannidss,  ripoairi'rr.fauiDi'  1  S.  10  ff.  (mir  unxugingludi),  ~  Ed.  A.  Pspj- 
(lopuJoB'Keramous,  mit  rusaiaclier  Ueboi«eteung  von  Q.  Dealnnis»  Prav««L  Pal. 


sb«äA^ 

J 


8.  Osographie.    B.  Werke  der  PraziB.    (§  177] 


U  39,  PtUrabiirs  1980  (im  Vorwort  cingobctido  l*ntennichung  Ubir  diu  Z»il  dos  fcinlikaa 
■d  thtt  andM»  B]matiiicr  diotca  Nam«iin). 

4.  In  unbeholfener  Gräzität  abgefitsst.  nber  reichhaltig  iro  Stoffe  ist 
Üe  anonyino,  schwerlich  vor  dem  15.  Jahrhundert  entstandene  UTTÖdtiSi^ 
<tfi  war  'IffoaoXrftbtf, 

Anigabcn:  Uil  Nr.  1  —  8  ed.  Lo«  AllatJun  n.  a.  0.;  dunnch  im  Vonoziiinnr  Corniu 

ri  Hign»,  P»tr.  gr.  133,  973  -980. 
5.  Der  Uotropotit  Daniel    von    Smyraa    (spätor  von  Epheaoa) 
iHchriob  gegen  das  Ende  dos  15.  Jahrhundert«  eine  um  1481  ausgefUhrto 
I<ue  nach   dem    hl.    Lande:   Ji^yjfiti   Javit]k    iii^T^onoXiiov    'E<f4aov    xa\ 
ttfioiog  tmr  äyi'mv  xonmv. 

t.  Ansgaboo:  Kd.  MiDgarolli,  Graoci  oodicuu  maa  npui]  Nruiioa  piktriuiD«  Vvnotos 
■WTiÜ.  Bologna  MM  S.  282  ff.  —  Ed.  Andr.  MuBLoijdu».  (ilivKju^iyjw  1843 
k  m-~\n  (tuvoUstSaitiK).  -  Ed.  J.  Belluduä,  \«nvAi^  18TS.  —  £d.  0.  Deatunia, 
^mal.  Pal.  abomik.  Il«ft  8  luid  9.  Pet«r»burg  18^. 

i.  BilfBBittel:  A,  Papadurxilofi'Korameas,  m%oyot  1886  IIriffi!(}itjfia  S.  M  ff. 
-  A.  PapadopdloB-Keraioeus.  In  w«lcli<ini  Jalir«  besuchte  dor  Metropolit  von  Smjrnn 
ksitt  da«  bl.  Und?  Mineilongen  A.  k.  ran«.  PalfifitmngPBellecbaft  vom  Oktober  ISSS 
um.}.  An  ScUuaM  Netöen  flW  einige  andere  gdiriflon  dioMe  Danioi.  —  Auf  Uaniola 
'Bglffüiil  Dod  oin  ruHBRoheB  WRliruhrerlmch  becielit  sich  auch  V.  Voiielovnkij,  Zur 
nct  Ober   die  Bildung  von  Loknllegenden  in  Polnstinn,   Joum.  Min.  lHiih   Bd  23S  S.  lOS 

3.  Enw  anonjriiie  Bcecbieibung  des  hl.  I.andtn)  aus  dum  IiJnde  Je»  N.  JahrhimdnrU 
i  fr.  A.  PapadopuluH-Kernraeus  mit  rusaisobcr  UcborHotxung  von  Li.  Dcatunia, 
kmat  Pal.  sboraik.  Hefl  2G.  IVlcrBburg  I89l).  —  Kinu  atiduro  vliorirulis  luionymo  Ite- 
Aralniig  der  h«ilig«n  Slillon,  die  iwincben  1253  und  \2öi  abg^ftmst  wurdo,  ed.  pr.  A. 
'tpadopalos-Eorameua  tnit  rugäiacher  Ueberautzung  von  0.  Destunia,  Piavost.  Pal. 
Mnik.  HafI  40,  P«t«»>burg  1895. 

4.  Ein  »fhr  intorcwante»  in  der  VolkBsprncho  abgefasstes  Wnllfahrhuch 
likt  n  Cod.  Vindob.  theo),  gr.  244  (Nemct)  fol.  22-2.^.  Die  Uebentchrift  Inatet: 
kf^^if  ■•'rv  mtfüiiJ'H  *ai  m^aia  ntpi  (oi^  üyior  iiiifoii  tli  töf  lonov  fijf  tiyiiii  niiiniit 
^■«■lAi  «m  Hu  iH  :tiiiJ}-r(>a  irjt  yij(  t^c  itayytlias.  Bnginn:  "Rttidij  *mtl  f^r  äyalt^r 
m  m^aaiatatr  tat  Z^t^ir.  Ui«  .Sprarho  doa  BUdhlninn  ist  vulgUrar.  uJii  man  ancb  dom 
lUnd  den  Kingnags warten  rmartvii  iiollti!.  -~  Auch  noch  uni-dioit  ist  wohl  diu  im  Cod. 
llhoBI  88U  ■■  Iti  BufbeiraJirlu  Jii;/';oi(  n(()i  cur  7([i na uli'/iuir  iiii  tnO  äyiav  ifinvt  Sirtr. 
■  Sm  aaogriMhJMbv  Bnchrribiing  dar  äUdt  JcniHulum  mit  II lusl rationell  Hiebt  im  Cod. 
Mi  Canea.  1«?  >.  16T0. 

ft.  Zar  AnfkUrunn;  nnd  Grf&nctmg  dien«n  uamentlicb  die  nb^nülilDdiscliun  und 
■Miecben  WallTalirbBeher.  Eine  grosaarlige  Sammlung  derselben  lat  vorQffcntltcbt 
I  dar  8<ri«  gAoRraphiilu«  der  PublicntioDa  de  la  aori^lii  de  l'Orient  Intin.  Voll.  1—3, 
la(IS79,  oBthallnn  Latetniäclie  Itineranfn,  herau^eg.  von  Titus  Tobler  und  A.  Molinier; 
iL  1.  iffliif  18^.  franiiiaiache  Itinerarien  dca  11,-13.  Jabi hundert.')  von  11.  Michclaat 
■I  Oaatoii  Kajuaud:  vol.  4,  (ienf  181^'i.  Inteiniacbe  Wal IfahrbQ eher  von  A.  MoÜaier 
■ICKabler:  vol.  ^,  (ienf  lä!*?.  ruesi.sche  Itineriuien  in  frtinxflsiscber  Liubuniobeung 
■■  X**  de  KbitroTO.  Als  Forteclzuns  dur  uufli  dem  Tode  dos  (iia/eu  Hiant  eiii- 
■fUfMWB  Pubtikatiouen  der  äoeieU  du  t'Ürient  luliii  erscbeiiit  die  Itevne  de  l'Orient 
Uta.  bia  jrtxt  i  lUnde.  Pari«  ltrU3— 1^S5,  wo  maa  ebenfalls  iiianclie  auf  Palästina  be- 
Uk4e  Arbeiten  findet  —  Eine  Menj^e  wichtiger  Pnbltkatioaen  Ober  dieses  Gebiet,  dio 
Vaiekt  die  •nfgacUill  werden  koimeo,  enthilt  der  oben  Öfter  ODgafllhitA  Pravual. 
U  »burnjk  -  f.«Uiaisch».  griechische,  nrahinche  u.  a.  Texte  in  englischer  Ucber- 
iteag  <nil  Kanim«irtar«n ,  PlftM>n  und  Karten)  verQfTont licht  die  .rolestiiie  Pilgrims 
«t  ]ja<Mrlj-'.  Ixoidoa  1S8Sfr.  --  Daxunoch:  Tbeodoaioa.  Üo  situ  ti>rruu  sauutae  ed.  J. 
Jldeineialur.  bonn  1K82.  liildcmoiatris  Toxi  wurde  wiudurliult  mit  ruaniacbor  L'ebcr- 
teag  WkI  Etilem  Kommentar  von  J.  Pomjn  lovskij.  Pravusl.  Pul.  sbuniik,  Ueft  Ü. 
tfNMn  IBÜl.  —  A.  Loikion,  Die  Ptlgorfahrt  d»  nisemdieu  Abtea  Dunid  in»  b1.  Land 
IIS~I1H.  ZeJiacbr.  d.  deulaeheu  Pallbitiiiuvori'ins  7  |I8l^)  1T--04  (deutsche  L'ebeniutziiug 
I  Sdtfift  de«  Daiiiet).  —  Eine  instruktive  allgemeine  Durleuiing  Ober  dss  Wettun  und  di'ii 
tmklar  d«r  Ptlferfafar1«n  gab  K,  lti>liricht.  Die  Pilgerfahrten  nach  dem  Heiligen  Lande 
W^  ErwnatMi.  lUamers  Histor.  Taschenbncli  187.S  S.  3'31~39l}. 

EUm  nielaaltife  ZasammeiMtelluiig  gedruckter  nnd  nngedruckler  Qosc^reibungan 
Ir  MlrfiaMiliin  gak  T.  Tobler.  BibllogTsphia  geogTsphica  PataeaUnae,   Loipiig  IHST. 


422 


B^K&ititiiache  titUratnrgaacbieht«.    L  Preaaucba  Utt«ntai. 


Von  iltimselWn :  Po«criplii>nM  tarrM  wncUiu  ex  mteaio  VIII,  IX,  XII  oi  XV,  htnät  IfK 
•—  Dm  «ichti|tHt4i  liibliograpbnioho  Ililbinittol  fftr  dio  gfunlo  w>f  Pilbtuu  ^T^iri''^ 
I^ttprntiir  int:  IL  Röhricht.  HiUiotheca  geogmphiu  Paluntitiae.  ClwonolapiiÄlt  Tm- 
inichniH  der  nuf  dio  (icoernnhiu  ilen  bl.  ÜuhIm  DOOgUebai  littenlur  tmi  ÖS  bis  IST? 
und  V«niuoh  einer  dirtograpluc.  Dcrliii  1890.  Nacktrtgc  dun  in  der  BcMractuni  *m 
Noumann  und  MnhUu,  /uiUchr.  d.  duut«liea  PftUatinuvprcias  U  II89I)  llIC:  It 
(1898)  2DS-'^4,  imd  voii  K.  Kohricbt  wllMt.  Zur  BiblioÜiec«  gtographica  PtkcaÜOK 
ZoitMhr.  d.  d«<(it«ch«ii  PalOAtinavoruina  16  (189S)  269—295. 

6.  Tu  dieMti  Litteraliirkrfis  RfhOrt  noch;  PaistoB  Ilagia|iOBlolit«B,  liatnwfil 
von  Rhodos.  OMchiobte  dra  Beniw  i^inai  und  swner  CngebintsMi,  «a  iviscliMi  I&TT-IKB 
vOTtasatM  Gedicht,  mm  nntUnmnlR  odiott  von  A.  I'apadopnlat-Koramsaa  nh  (m 
Ueb«raetntig  von  (i.  Dostuoia,  Pnvvosl.  Pal.  ebornik,  Heft  3&,  PotcrabvrB  li^SI. 

I7S.  Andreas  Libadenos  (/fr^pi«;  o  ^ißaSi^nf)  lebte  als  Pnilo- 
Ubiilarins  tili«]  (^hartopliylax  d(^r  Metropolilankirche  von  TVapentit  od 
(tit  Mitto  des  14.  Jahrhundert»  unter  den  (Irosskoinnenen  Ba«lioe  I  Bsd 
^Icxiit  111.  Sein  Hauptwerk  ist  eine  ItiQtiji^xixi]  lato^i'a,  in  wclcbtr 
pr  «ine  RtiiHu  von  Kon&tantinopcl  nnch  Ägypten  und  Patistint  noii 
ztu-Uck  nach  Konstantiiiopel  und  Trapozunt  Hchililort  In  dem  Keiaebciidil 
Hind  ziemlich  ausführliche  Notizen  über  die  damalige  Geschichte  im 
Trapesniit,  b(«»ondei'E>  über  die  Streitigkeiten  in  dieser  Stadt  nach  den  Tode 
de8  Kai»tcr.s  Knsilios  I  (1340)  eing«f]ochtcn.  In  dienen  geschidiUiobti 
Nachricliton  ruht  der  Uuuptwcrt  dor  von  Fallnioi-ayor  noch  nicht  benfttit» 
Schrift,  die  eine  Ergänzung  der  trapezuntischen  Clironik  dee  Panaretot 
i».  g  \&d)  bildet;  aber  auch  die  zahlreichen  Beschreibungen  der  be«ac)Mi 
örtlichkeiten  hind  fUr  die  UctM^bichte  der  googi'aphischen  fx^^aaif  uoht 
ohne  Nutzen.  Aucsor  dieser  Poriegesc  enthält  der  Cod.  Monac  52o  von 
demsulhen  Autor  eine  \^)ftoXojitt  nitttn»^,  Gebete,  ein  Enkonuon  ftuf  ^ 
WunderthSter  Phokas,  Briefe  an  Gerasimos,  Bischof  von  Keraeuot,  u«4j 
mehrere  Poenien  religittsen  Inhalt«. 

Kino  Anal}-«'    '!c«  Hnuptwi-rkciii  mit  bioKrii[)liiBohuu    und    historittcboa   Beawku 
gilb  M.  PnmniknH,  llEitrUgi'  tat  liy£iinliuiacb«ii  Liltvratur.  Dias,  MKnC'ben   ItSTU  S.  ' 

—  Vollsläiidi)|i!  AuBgHbo  von  M.  pHrnuikua.   'Ar^Qiof  .UflaOijroi  n«|M>j;i^i(,  Kp*l 

-  Kin^   <jc8BDitau(igabe    de«   Litmdt^nos    wird    von    A.   Papadopulo8-K«ran«ai 
be<roit<<t. 

179.  Von  einem   sonst  nicht  bekannten   Kanano»  Lnskaris 
itvi-iff  ^lifsxa^i^)  haben    wir  kurze    und  ziemlich    fonnlo.'^e  Notizen 
eine  Rui»o   nach  Deutschland,   Schweden,   Norwegen  und  \«V 
die   er,  wie   sich    aus    inneren   Gründen   mit  Wahrscheinlichkeit 
twisohen  1397  und  144B  ausführte.     Lampros  vermutet,  daits  dieser 
namis  mit   dem    Vei-fa^or  des  Berichtes  Über  die  Belagerung  von 
stantJnopcl  i.  J.  1422  (s.  %  ISO)  idonti)«ch  8«i,  wa»  äch  weder  beweisen  : 
widerlegen  ULsst. 

Ed.  S|i.  l>aiHpiot>,  Knilirbc  .tan«p(r  K«i  KiidlJUi«f  ItnrWr^i;;,  S«f>«ntäkaag  I 
&.  Bande  dee  tl«enMOÜt,  Athen   1881.    Der  im  Titel   erwRbnt«  Balatiea  bertiH»  : 
RnMbuid  und  Anen  md  widaieU  der  ScbilderuiiK  »einer  Eikbaiase  eis  froiMa  QtSA 
nolttiaehon   FQnfteliitNlbeni,   von  den  LaBipro«   Proben  nitteUt.     Dts   gan«  Qedi<U< 
llaUtiM  od.  K    l.i'firnnd.   Vovae««  de   Bjinte  Vatarp  «i   Enrone   et  «i  Aaie,  1U1M| 
anealaiu  |MiUMa  w  l'ltcola  <£m  Imkbm  orientalM  d«  Pari*  ii  leocasioa   da  CMpMl 
OtlMtalMM  tann  k  Leiden.   Paria  ISW   [mit  oriwttiecwder   ^laatnnc  uid   einer  hf 
daktiMi  der  im  Jahre  17S6  (u  Londoe  im  Auftrage  d«  Batatcea  bergnilelltiai  KwteV 

180.  Georgio«  Kodinos  (/Vni^j-to;  ä  A'Wii'e;),  ein  setner  Person 
giaxlich  tinlK-kuuuter  Mann,  der  wohl  der  letzten  Zeit  dtts  byzantinis 
Bwvhoii  ungi'hört,  iät  durch  allerlei  Zufälligkeiten  zu  der  ziouilicb 


:en  Scliriften  durch  dio  ÄHtorbozeichnung  Pseudo-Kodin  von   dem 

he  untemcheiden,  für  das  der  Name  Kodinos  wenigstens  einige  (iewähr 

E»  handelt  »ich  um  folgende  Sammelwerke: 

1.  Die  Patria,  in  den  Handscliriftmi  guwiMi iilich  liät^ia  Ktatatniti' 

.»•Jt  mit  oder  ohne  einige  Zusätze,  betitelt.     In  einer  K]asso  von 

hriften  des  15.  und  16.  Jahrhunderts  vird  Kodinos  aU  Autor  ge- 

in    den  Übrigen    ist    das  Werk    anonym    üheriiefert..     Dieses  der 

acht«  und  Topographie,   sowie  den  DenkniiÜern  Koiistantinopeis  go- 

te  Sammelwerk  beetoht  autt  inohrcron  Kinzeläcbriftcn.  die  bei  aller 

igkeit    durch    ihie   zum  Teil  vortroffliiben  Quellen  und  wegim  der 

It  der  byzantinischen  Litteratur  an  ähnlichen  Erzeugnissen  von  grüsster 

itigkeit   «ind.     A.    Die   IJa^fitßaXai   ix  r^;  ßlßXov  lov   xf^mixav   ntQi 

nat^tior  t;^;  KTiölfOi  behandeln  die  tirllndungsgeschichte  der  Stadt 

Dz    und    den    Ursprung    vinzeluer   Stadtteile    nach    älteren    Quollen, 

ffi  «»;(  ff^r^/iÄttiypftyi'a«  »^(  Kttölrmi  d.  h.  über  den  Plan  oder, 

jetzt  sagen  wtirden,  über  die  Topographie  von   Konstantinopel, 

«  Ex)H?rpt  unbekannter  Pi-ovenienz.    0,  Ä*pJ  liyakfiätwv,  ar^iwi- 

'./läiur  i^$  h!TtiX*wf,  eine  ungemein  n-iolilialtige  Abhandlung  Uber 

Lasa  und   die  Goiu>liichte  der  in  Eonstautinopol    einut  bvfmdlichon 

und  sonstigen  Kunstdenkmäler.   D.  llfpixfiaiiätmvrifiKniXtmi, 

llvoinpitation   Ober  die  Ent-stehnngsgeschichte  der  Wai.ienhäuser.  Ho- 

rr,  l'alüste.  der  wichtigen  Privatgebfiudo  nud  besonders  der  ^ahllotten 

ir,  Kirchen  und  Kapellen  Konetantinopel«.    E,  77*^!  iij^  olxoiofiTj^ 

aar  ri;i  nyfai  So^Ui^.    Diese  Schrift  über  die  grosjiartigc  Schöpf- 

mtinians,  den  Tempel,  w'o;  ovx  f'yt'vnQ  ä.ro  '.-Idän  o'vTf  ytvr^amu,  wie 

'erfasner  mit  berechtigtem  Stolze  sagt,  trägt   leider  einen  legenden- 

I  Charakter  und  geht  offenbar  auf  eine  ganz  ungelolirt«,  volksmäsHigc 

I  zurQck.    Die  weiugen  brauchbaren  Mitteilungen,  wie  die  Nachrichten 

die    beim    Bau   angewt- mieten    technischen   Mittel ,    verschwinden    in 

WusU)  fabelhafter  Wundergeschichten,  die  sich  während  des  Baues 

IsKen  haben  sollen. 


J2l 


BftMiUnUob«  LitUrktnrgeBehiebt».    1.  Proa&Uolie  Lllt«rAtar. 


woHen.  Unter  Aloxios  Komnenos  sind  die  einzelnen  Abschnitte  aat 
topogrtipliiachcn  Gcsivlitspunkteu  geordnet  worden.  Dieser  topographisciu 
Ktictaktion  geht  ein  kleines  Widmungsepignunm  an  den  Kaiser  vorRue: 

tk  tf  Ofi-ä^af  anfifliüt  BvCaytior, 
'AXlilii>  fifttnrii  Ko/ii-ijf^I  ^ptu. 

Von  der  topographiüchen  Redaktion  sind  uns  zwei  Kezenaionen  erbal: 
a)  der  itogenannt«  AiionyniU8  Banduri,  h)  die  Fassung  in  dem  berOliBDl 
Cod.  Paris.  8iipj)l.  gr.  690. 

Die  Quellen  der  Patria  sind  ziemlich  vollständig  zu  erkennen.  Dif 
Anfang  deo  Werke»  (bitt  S.  16,  2  ed.  Bonn.)  ist  direkt  aus  den  Patria  in 
Hesychios  von  MÜct  (s.  S.  323)  geechöpft.  P3in  grosser  Teil  doe  Fol- 
genden (S.  27 — 73)  sLanimt  teils  aus  den  Oa^aatneti^  «vrio/ttn  xe'"*"''- 
•lie  ein  anonymer  Autor  uui  750  n.  Chr.  aus  einer  Epitome  dos  Tbt-o- 
doros  Anagnostes  und  Johannes  Diakriuomonos  zusamuiengesttUt 
hat,  teils  aus  Exzerpten,  von  denen  reichliche  Reste  in  dem  iottf- 
essanten  von  M.  Treu  veröffentlichten  Cod.  Paris,  auppl.  gr.  *)07  A. 
8.10,  weniger  ruichhchc  beiSuidasund  im  Codex  Lipsiensis  Titictieii- 
dorfianus  Xu*-",  u.  10  vorliegen.  Diese  Exzerpte  Kolbät  gehen  totU 
auf  .Johannes  Lydos,  teils  auf  die  erwähnten  lIiiQUirtttttn^  avrtofim  n»- 
rixoi  zurück.  Endlich  weisen  reichliche  Spuren  auf  eine  Chronik  zni^. 
in  welcher  der  Stoff  wie  bei  Thoophanea  nach  den  Regieningsjahren  dar 
Kai.ser  gi'ordnot  und  besondere  llncksicht  auf  die  ßaugeschichte  von  Kon- 
stantiuopul  genommen  war.  Für  sich  steht  der  Abschnitt  Ober  die  Hagi* 
Sophia;  er  stammt  aus  einer  Spezialsclirift  über  diese  Kirche,  der  Aj- 
yr^i;  Trfpi  tijg  tiyiaq  Sogfas,  die  mehrfach  z.  B.  in  den  Codices  Pari». 
1712  s.  1.3  (s.  S.  359),  Coisl.  291!  s.  12  und  Vatic.  ß97  a.  12  aufbewiJirt 
und  ans  dem  ei-st^enannten  Codex  %'on  Coinbofis  im  Manipulus  renim  Con- 
stantinopolitiiinarum.  Paris  1664,  ediert  worden  ist. 

Zur  Berichtigung  und  Ergänzung  dieser  Kompilationen  dienen  bela- 
den) das  Fragment  der  IJätqta  tijg  Kmifmi  des  Hesychioa  von  Milet. 
die  Schrift  dfs  Prokopios  /7»pi  xria/iätaiv,  des  Paulos  Silentiario» 
Gedieht  über  die  Sophienkircbe.  de»  Patriarchen  Photios  Schrift  über  die 
von  BasiiioB  dem  Makedonier  gegründete  Kirche  der  Mutter  Gottes,  i» 
Niketas  Akominatos  Traktat,  über  die  von  den  Lateinern  EerstArUn 
Statuen,  de*  Georgio»  Paehymerea 'iSx^ßacif  toi- Avyovaiftär»f  und  du 
anonyme  Schriftchen  ntpl  tiäv  nigwi  rwi-  {taaiX/uv  r43i-  ofttor  ir  m 
vnip  rdiv  äyi'MV  <irroaröXmv.  Dazu  kommt  als  Bericht  aus  etwo-s  spSterlf 
Zeit  das  Werk  des  franzUsischen  Reisenden  P.  Gyllius:  De  topogniphii 
Cpoleos  libri  quattuor.  Ltigdnni  U.Rl-  61.     Vgl.  S.  111. 

2.  Das  Werk  über  diu  llofämter:  iltf/i  ttö%- ö^'^xiiar  wvv  naXcnior 
KuvCTttiiirorn'Jltwf  »at  rmv  ti<fiftxia>v  trfi  fifyält^^  ixxXrfiietf  (gewObBÜob 
lateinisch  zitiert:  De  officiis).  Es  ist  in  den  meisten  HandschriftM 
anonym  Überliefert;  nur  in  einigen  Handschriften,  die  von  der  Hand  dM 
berüchtigten  Andreas  Darmarios  stammen,  findet  man  den  AutorvenneA: 
Toi"  aoyioiiitov  xorpoTtaXaiov  odvr  T^ji'  Sav^onaiätoi'.  Bei  der  bekaantM 
Sucht  des  Darmarios,  namenlose  Werke  zu  taufen,  darf  man  wohl  MOh 


9.  OMftr»phi*.    B.  Werke  der  Praxi«,    fg  lgö> 


425 


^^BlKrechrift  als  »eino  eigonste  Erfindung  betrachten.  Ren  Namen 
^^M^  erhielten  die  Officia  erat  in  der  zweiten  Ausgabe  des  Fr.  Jtinius 
durch  ein  grobes  Verselien,  nämlich  dadurch,  da.s3  dor  Herausgeber  den 
Tit«l  der  Patria  und  der  Officia  vorwochKolto.  Der  wahre  Verfasser  bleibt 
liu  unbekannt  Leider  UUst  sich  auch  die  Abfassungszeit  des  Werkes 
KT  annShernd  bestimmen.  Da  mehrere  Kaiser  und  Würdenträger  (ü.  B. 
Tbeodoroe  Metochites)  aus  dem  18.  und  H.  Jahrhundert  bis  auf  Johannes 
Kiotaknxenos  erwähnt  werden,  ao  ergibt  sich,  das»  dam  Werk  nicht 
vor  der  Mitte  dos  14.  Jahrhundorte  entstanden  sein  kann:  die  auf- 
UmdoBerUckaichtigung  des  letztgenannten  Kaisers  nmcht  us  sehr  wahr- 
idMnalicb,  dass  der  Verfasser  unter  seiner  Regierung  (i:U  1  —  1355)  oder 
Ud  nach  derselben  geschrieben  hat.  Die  stoffliche  Bedeutung  der  Oflicia 
id  ober  allen  Zweifel  erhaben.  Ein  aueftihrliclies  Verzeichni.s  der  »ahl- 
tejcten  Stufen  in  der  griochiHchen  Hiurardiiu  und  diir  Botinitmi  dos  kaiser- 
Edien  Hofes  und  Staat««,  gewährt  das  Werk  merkwürdige  Einblicke  in 
ie  bjrzantinische  Kulturgeachichte  und  gewinnt  durch  die  gelegentlichen 
^ckbUcke  auf  frühere  Zustände  hezw.  auf  Neueningen,  wie  sie  Alexios 
KNBiieiio«  und  andere  vornahmen.  4^n  historisches  Interc^e.  Wir  er- 
yte»  die  genauesten  Aufschlüsse  über  die  den  Beamten  zukommende 
Hatforro.  die  Beschaffenheit  der  Kopfbedeckung,  den  Schnitt  der  Kleidung, 
t»  Farbe  der  Schuhe  (ein  besonders  wichtiger  Punkt!),  Ober  die  dienHÜtchon 
?(nchri(l«n.  Über  das  ins  feinste  Detail  ausgearbeitete  Hof/,oromomell  bei 
J&dtenfeaten,  Ober  die  Gebräuche  bei  der  Kaiserkrönnng,  bei  dor  Ernen- 
■■g  dea  Despotes,  des  Sebastokrator,  Kaesar  und  Pab-iarchen,  bei  der 
Infatnfl  einer  kaiserlichen  Braut,  Über  Hoftrauer  u.  s,  w.  Die  Schrift  ist 
titliin  eine  Ergänzung  des  von  Konstantin  i'orphyrogonnetos  verfasaten 
l'^Nkes  De  cerimonüs.  Es  berührt  uns  wie  eino  Ironiu  des  Schicksals, 
laai  an  der  laaaeoobaft^«  Plitterstuat.  der  ein  Jahrtausend  alte,  verwickelte 
l{iparat  von  Ämtern  und  Ämtchen,  von  Titeln,  Vorschriften  und  tieptlogcn- 
teitcn,  die  bald  auf  immer  von  der  Weltbilhno  verschwinden  sollton,  noch 
tun  Tor  der  Todesstunde  des  rhomäischou  Staates  eint^^r  litterarischen 
Pachtung  tur  würdig  befunden  wurde.  Nicht  ohne  Gnind  fragen  wir 
iDfi  such,  was  fUr  einen  Zweck  eine  solche  Bemühung  in  der  Zeit  haben 
Uoote,  da  das  morsch  gewordene,  auf  winzige  Bruchstücke  zusammen- 
gMiliiiiiiliiiiiii  Reich  vor  aller  Augen  sich  zum  Sturz  neigte,  und  lilrwahr 
llw  nStiger  war  als  eine  Wiederholung  der  Vorschriften  über  die  Form 
lad  Farbe  der  BeamtentraL-ht.  Die  Antwort  gibt  \nelleicht  das  mittel- 
Biechiacfae  .Sprichwort:  Die  Welt  ging  unter,  mein  Weih  aber  putzte  sich 

S.  Eine  ganz  untergeordnet«  Stelle  nimmt  die  unter  dem  Namen  des 
Colinoa  bersnsgegebene  Chronik  ein:  I/t^i  i^v  anö  Ktiaum  xöaftov  iiüv 
l^Efl  tffi  ßaaiJifiaf  tov  fityniov  Ktaratni-Tirov  xal  TTfi/i  riin'  ßauiXivaämmv 
tr  cvrf  <^  ßaciii'Si  rwf  iiäittoy  p^xC'  "<*'  ainiji  r^;  nagä  tüi-  Uya^t^rwr 
fifaje  ähicttpi,  Sie  ist  in  den  Handschriften  durchwegs  anonym;  man 
Bb  sie  dem  Kodiao«  zu.  weil  sie  häufig  zusammen  mit  den  Patria  und 
ttda  Überliefert  ist.     Diese  Chronik  dea  Pseudo-Kodin  ist  ein  wertloser 

Ltelcbem    die  Thatsachen  der  Weltgeschichte   bis   «um  Falle 


426 


BjzuiUiiiaditt  Litteratnrgeachicht«.     I.  Prosaüohe  Litteratur. 


Kormtantinopols  {I4ö3)  auf  wciriiK«"  Hi^iton  zuMmiiii'iigodtuiigt  sind.  Hut 
&h  Quelle  oiu  unt«r  Kaiser  Miiimul  uligoraHBte»  Vürzuichoüi  diente,  ergibt 
Bich  aus  der  Bemt-rkung:  'f)  xt-ßioj  (?)  'AX^^iof  o  Äff.uv^Klf,  6  Ttänna^  to?  tftt- 
tmov  tttti  äftQv  xifmv  ßaailiwi  d.  h.  dee  Manuel  Komnenos  (8.  l&S, 
20  ed.  Bonn.). 

1.  Pmtrio.  A.  AuHEabon:  Nnch  frUlian>n  Eiuxeldniokon  nd.  P.  Lambociiii,  Fin 
16&&.  Hier  iiiiid  auah  ein  Brior  dos  Manuel  Chtj-solorii^s  nn  Kumt  Jobuinca  PatiuwIogM 
Ober  die  V«rRle)ohung  dos  nltua  und  tiouim  Kams  und  xwei  Briefe  den  hlnnuo)  Chtyiularti 
Ml  eeiaa  Brflder  Jabanuea  und  Domclriaü  liuigogoboa.  —  Wicdorbolt  Vcnodig  1729.  - 
Im  Bonaer  Corpua  «x  lucugn.  I.  B(iklc«ri.  Bann  1813.  Hier  aucb  die  iw«it«  RllR«  d« 
IlttfuatücHt  avrtofim  xeonxui  (Hua  Üonduria  Imperiain  Ohi-uUl«.  vol.  I),  des  PatnarckM 
Phntins  "EufQuait  i^(  ir  loTi  foaiXi.ioif  i-^ni  iuxirjalui  i^(  ilaiftryiat  Moioxov  vifd  Brnn 
Jii'ou  tov  .VaieJovoc  oiiottaiiij!ttl0rff  nnd  die  anoDj'mo  Schrift  Ob««  die  KkisOftlWr  k 
der  Kirch»  il»)'  hl.  Apostel  (ebcnfiills  um  Bundari.  Irap.  Or.  vol.  1),  sowi«  die  TTiiiihiimIiii 
von  MeursiuB  und  LRmberius  und  ein  grammntischpr  Index  (aber  leider  kMn  8Mliregiat(r!| 
Einige  Abschnitt«  der  Pati'ia  sind  von  Bekknr  ans  Diohtigeo  GrUndeo  veaclUMB.  - 
Uekkcrs  Ausfalle  ist  wiederholt  mit  Ergflniung  der  weggeloasonen  AbacblittAMi  Migo* 
Patr.  ^r.  157,  4:^9  6M.  —  Die  nnonj'men  n«  (((«  r^c  :to'ltuf  odierta  An».  Bundaii 
Imperium  urientnlo,  Paris  ITI),  vol.  I,  pnn  III  1  — ßO.  Bekker  bat,  nUtt  dinsfi  Vorlui 
In  «xlenso  mitxateilon.  in  seiner  Ausgubo  (b.  8.  XIV)  dio  nbwoich^ndiMi  Stollen  uavoU 
Slfindig  iiti  Apparat  veraeiahnet,  Tfuduriih  die  Einaioht  la  die  Tonchiedene  Anerdnwig  4a 
lln'ifiu  uud  ihr  Verhältnis  zu  Kudiuo«  völlig  verdunkelt  wurdv.  Da  wiliv  sa  dooli  baWM 
gatvesen  .erambeni  tittani  reco'inere!'  Judenfulla  gehörte  di^r  Ttxt  der  llätfia  nadi  obn 
nnd  ,Kodino8*  als  der  Aiijuehreilier  in  den  Apparat.  —  Da  Laml)«ciiis  die  besMmo  Sa 
fast  gar  nicht  berflrksichtigte  un<]  auch  Dekkur  sicli  nm  die  D«bwlJeft»Myg«»c&itfct< 
nicht  im  miodMlen  kltmnierle  und  da  ffirner  einige  wtHitige  Bbs  erst  in  der  jBnaUaZtJI 
bokunnt  geworden  sind,  ao  erscheint  eine  neue  Ausgabe,  in  welcher  die  gatwi  Mtu  Tor 
lagen  gobnhrend  Kii  bcrriRksichligen  w&ron,  als  ein  dringondes  BedOrfDJB,  dM  baSMMM 
der  vortroiniche  Kenner   des  gnnxen  Materials  Th.   Preger  (s.  n.|   bald  befri«dig*a  •rirl 

B.  Hilfsmittel:  Anoodotu  sacrn  et  prnfana  ed.  Const.  Tisebendorf,  UpWi 
18&5  S.  öS— 64.  wo  ein  Exzerpt  aus  Johannes  I.vdos  mit  Suidas  und  Kodinee  rtccMlM 
wird.  Vgl.  L.  Traube.  Varia  tibuineulu  mtioa. 'Diss,,  Müuohon  1888  8.  28.  —  Z«  *i 
llu<>nr,1<-lm  i*  ttji  ßiilX''v  loi!  xe-  B.  C.  Mnller,  FÜG  4  8.  4  und  146  f .  —  Dio  (Er  Jm 
QuellennnteiiiuohuDg  wichtigen  unouytneu  Exzerpte  des  Ced.  Paris,  eoppl.  gr.  GOT  A.  id 
M.  Treu,  G^mna«ialprogr..  Olilau  1880.  —  Die  UeberlieferungsgMchicIite  und  die  QwUii 
der  Patria  sind  klar  gestellt  durch  die  sorgfältige,  auf  nmfsasenden  Stadien  bembeivla 
Scbrjft  von  Tb,  Preger.  Beiträge  zur  Texlgeschicht^i  der  lliiiQiii  fl'airi>r«rTirop]i«JliiK. 
UytnnuKialpT.,  München  189.'i,  —  Zur  sachlichen  Eilltuterung  vgl.  die  inl  bibliofctqli- 
sdien  Anhange  (Kubriken:  .Kunatgeaohichta'  und  .Ueographie  und  Topographie')  nwuRmai- 
j;estoIlt«  Littfiratur. 

2.  De  OfficÜH.     A.  .\usgaben:   Sapiontissinii   curopalalae   de   oftirinlibna   ludibi 

aulilani  ex  biblielbeco  Jnhi  Pacii  od.  llr.  et  IM.  Franc,  .luniuii  (unter  dem  PneuJoojM 
dabi  Agmuuiil,  Lugduni  l.JBS.  Wiedorholl  mit  neuem  Titel  Heidelberg  1  j96.  —  Uearfiu 
Codiuua  eurupaintu  De  ufticüa  etc.  studio  J.  Grelaeri,  Pariaiia  1625  (mit  laL  UebtnA' 
uns  und  Eümmeutarl.  -  Dann  im  Puriaer  Corpus  ed.  J.  Ooar.  Parisiis  1648.  —  Vfitilh 
holt  Venedig  1729.  ~-  Im  Benucr  Corpus  ex  recogn.  I.  tiekkeri.  Bonn  1839,  mit  to 
Kommentaren  und  ludices  von  Greller  und  Goar  ohne  eine  Spur  eelbstRDdiger  Lei*bin( 
—  Wiederholt  hei  Migne.  Piitr.  gr.  157.  17—428. 

B.  Hilfsmittel:  Ausser  den  Kommentaren  von  Gretaor  und  Goar  i(t  vor  iHn 
daa  Werk  dea  Konatantinos  Porjihyrogennetos  De  cerimoniia  mit  der  ibm  goid- 
moten  Litteratur  (s.  S.  256  f.)  beiEUiieben. 

3.  Die  Chronik  ist  von  Lambecina,  von  Bokkcr  im  Bonner  Coqiui  und  ^' 
Migne  nach  den  Patria  ediert.  —  Ueber  eine  dem  Oeorgios  Kodinos  durch  ein  Mu»' 
veratHndniR  lugetoilto  VulgSrobronik  (im  Cod.  Horl.  5631).  welche  mit  der  r"0  K'' 
PtSciter  besprochenen  Mnnassosparaphrase  (b.  S.  879)  eng  verwandt  iat ,  haudi'It  Ti 
Preger.  .Chronicum  Georgü  Codini',  ß.  Z.  4  (1895)  515—518. 

4.  Gesamtausgabo:  Migne.  Patr.  gr.  157.  Dur  gesamte  .Kudln««*,  dun  dit 
UaQtiaiäotii  ovVro/ioi  jrporixni,  Schrilt  Über  die  Kaisergrftber  und  die  No4ia  Ober  KcJi(i°* 
ans  Fabricius,  Bihl.  gr.  ed.  Harl.  7,  795-804.  Die  orwÄlml«  Schrift  des  Patriarchen  Tlioli« 
steht  hei  Migne.  Potr-  gr.  102.  553-574. 

5.  rngeheurer  Beliebtheit  eifreul«  sich  die  EnShlnng  Ober  den  Bau  der  Hiti* 
flophia;  in  MbUoaen  Um  atehen  Oaralolluiigeu  dieses  SteftM.  der  dem  Bstionalwi  uo' 


3.  OtcgtAphit.    B.  Werke  der  Pruin.    (|  180) 


4Ü7 


OefUil  dM  Volkee  tud  seiner  Lust  an  Wuridtfrgcapbiclitcn  reiublichB  Naluiing 
.  KmIi  HtH«ili»g  Tb.  Pregei»  urftdlen  diee«  separat  Uberliefertva  Enllbliui(;«ii  in  swci 
■HB:  Enlw^dar  sind  »e  elno  Abacbrin  diMi  lelxtcn  Teils  der  Patria,  sei  es  iar  ur- 
qrtatlwbwi  fd«*  ROg.  Kodinoe),  sei  es  der  topo|trA)iliisr'ben,  oder  ai«  geben  direlcl  auf  die 
HO  Combcfis  (s.  o.)  ediMtc  Jn,l/ii«j(  jugi  iijt  rij-iuc  la^i'irt  corack  und  haben  nur  eine 
5viiro  F«nn.  au«h  ZusAtio  und  Auslmtmiigen  gegenüber  dem  Original,  Zur  iweiten  Klam* 
uUno  I.  B.  die  Codd.  Vindob,  bist  i;r.  94  (=  Kollnr  suppl.  138)  oud  8np])l.  gr. 
?7  1=  Kellar  aMpDl-  182).  In  d«r  pralor^n  dieser  Hsa  lautot  der  Titel;  cr/iioir  f4ayiai(ov 
*d  Uljtifitv  uud  BbnlJL'b  iu  der  letzteren:  aruruiy  finiaumv.  Diese  Zuteilung  irt  vOUig 
«fttlM,  da  ja  die  ,li^yfiai(  ju  dun  drei  alt^n  liss  nnoajui  Dberliofert  ist;  vielleiaht  gabt 
M.  «i«  Prvfier  kemerkt.  auf  eine  Hs  zurOck.  in  weldier.  wie  im  Cod.  Paris.  1712,  vor  der 
t-^y^it  die  Chronik  dos  Symeon  Magister  b«xw.  ein  Teil  derselben  stand  (vgl  S.  SöÜ). 
—  AÜh  in  die  alarüwbo  Litterntiir  ging  die  Erzühlnng  von  der  Hagia  Supbia  nber.  Einen 
■hm  ibinMben  Tost  od.  Aiehimnndrit  Lennid  als  Nr.  78  der  Denltmüler  des  alten 
OAiifHaim.  —  Situt  spezielle  Uehandlung  fanden  dir  Kosten  des  Unternf'bmens.  bekannt- 
U  di^entg*  Soüe  groner  Bau-  und  Kunstwerke,  der  duä  nnive  Volk  allQhornll  dna  oBehsto 
lad  iMhaftMU  Int«T«aae  enteegeobrtn^ :  Eine  Si^hwindelnoiix  Qhet  die  Ausgaben 
Win  Ball  der  Hagia  Sophia  slthl  im  Cod.  Vindob.  iur.  gr.  B  (Nessel)  fol.  207—207', 
Ikt  Terfaner  widmet  seine  ^Culilcnlistn  eini?in  unbekannten  Maroliese  (tnl-ijXf  itnpx/eit, 
»ff^ai  daVf^  Ein  anderer  Text  Über  diiasirlbe  Tboma  stebt  im  Cod.  Vatie.  UrV  151 
U,  ivD,  «ine  Miitri«ehiadie  Bearbeitung  im  Cod.  Mure.  VII  43  gegen  das  Ende:  Jiij- 
fjnt  aara  n^litl  tüpaiit  «ipi  tijt  dytat  Xoipwi  natof  i^y  hitai  xni  niaiut  Kthäritif  tgtt 
Ml  tsaoc  lio4tK  tytrt. 

Aoch  die  den  Baa  der  lUginSopbia  betreffenden  Abschnitte  der  Bauwerke  dee  Prokop 
I  und  der  Kir<>honge«cJtieb[e  de»  Knngrioa  (IV  31  =  Migne.  Patr.  gr  8ß,  2,  2757  ff.) 
Im  gavoBdert  ebcrlicferl  i.  B.  im  Cod.  Laur.  70.  5  fol.  1S2— 1115.  Vgl  A.  M.  Bsn- 
i,  CälaleciM  codicam  graocoruni  bibl.  I.nurentianae  3  (l'ßS)  RßS  f. 

8.  Ast  Paeudo-Kodino*  De  officiis  boxw.  nuf  dpssen  Vorlagen  beruhen  die  bSufig 
MOMadeii  kablflD  Verieichniaae  der  byxantiniechen  Hof-  und  Kirubenümter: 
■'Itl  'ffi'ain  re<'  nnJori'ci'  i^;  flaiftitiaf  u-  a.  w.  Einige  solche  Lisd-u  sind  gedruckt  Ini 
liÜKia  De  urfii'iis  ed.  Bonn.  114—117:  172  f.;  211  f.  Zur  Ueberliefeniug  vgl.  noch  die 
Cadd.  Vindob.  iur.  Kr.  6  (Nessel)  fol  196-^:  Vindob.  bist.  gr.  70  iNeesel)  ful.  21— 21": 
ll»(«i  ar.  609  fol.  312*  fH  ro'i<(  toii  fiaaiX^on  »nj  ivU-  «p/nVrojv):  Paris,  gr,  I35?>  fol. 
M*.  3Ü8'.  Ml:  Paris,  gr.  I8<30  fol.  299;  Paris,  gr.  1361  fol.  163;  Paris,  gr.  136S 
M.  UO;  Paria,  sr.  13«3  fol,  447;  Paria,  gr.  1363  A  fol.  223*;  Paria,  gr.  1366  fol.  305*; 
Ptria  gr.  1%"^  fol,  2.Sß'  u.  «.  w. 

7.  Zs  dienen  Ijutt^n  kommiin  Memorialgudirbte  Aber  die  AemtordesUofcs  und 
der  Kircbc.  IM-  Maaeb  Malthaooa  Inlroe  rerfasste  twoi  (iedicbte  über  die  Kirchen, 
ad  BoHmtcr  in  politi>rbi^n  Vorion,  die  man  im  Kodinus,  De  officiiä  ed.  Bonn.  116:  21S 
bi  2li  abfedruakl  findet.  Kbenda  8.  215-219  steht  ein  anonymes  äedicht  in  jarabi- 
'«TrinMitan  Ober  die  Hoflmtor.  welehee,  wie  die  Erwähnung  de«  Nikophoros  CbumnoB, 
I  Tbeodoroa  Meloeliiti'a  und  des  Kuisera  Andronikus  II  xcigl,  um  13'28  verfiksal  worden 
DaaMibe  Oe^iohl  atebt  im  Cod.  Atbous  S701  a.  15  (Nr.  491  uuter  dem  Nameu  des 

'^ "    Johannes   Phakraees  {tlapnxaiueifi/roii   xvq    luiai'rop    laü    •Parfiia^), 

tion  des  Öedi'  '  -     --     - 


'  «(ekt  eine  etwas  verkürzte  Redaktion 


ledichtee.  in  die  Chronik  den  Malaxos 


osncboben.  unter  dem   Namen  des  Nikephoroe  KallistoB  Xnnlbnnulos    im  Cod. 
faiit.  gr.  1790  fol.  29-'> -297.   -  Kin  andere«  wobt  noch  unodiortea  ('ndicbt  in  poli- 
VerveB  Ober  die  Uonimter  at«bt  im  Cod.  Mnre.  gr,  »OS,  fol.  334.    Titel  und  An- 
|:  lUUr  id  aixö  i<fifbna  (Kuc  atlxav  naXitutiüy.   IJfämitK  ö  nayivli'X^f  irn^iarnroi 


4.  Philosophie. 

181.  AUgemeine  Charakteristik.    Durch   dio  Auflösung  diT 
80pheaEchuk>  zu  Alheii  (621f)  war  duH  Schicksal  dos  letzten  Aualüufert^ 
antiken  Philosophie,    des  Neuplatonieunus,  endgültig  bealegelt.     Cbrigeu 
hfitto  diene»  nebelhafte  Syi^tem.  Aa»  zuletzt  durch  die  auf  den  Söliein  m^ 
alter  Weisheit  berechnete  Verquickung  mit  pythagoreischen  und  chalditwlien 
Formen,   mit  Orakeln  und  phantastischen  Hymnen  in  eine  Qberschwiog- 
liche  Spekulation  ausgeartet  war,   wohl  auch  ohne  die  VerfQgung  Justi- 
nian»  kein  langes  Leben  mehr  zu  fristen  gehabt.    Kine  originale  und  wu'k- 
lieh  fruchtbare  TliStlgkeit  auf  dem  philosophischen  Qebiete  konnte  in  dd 
Folgezeit  in  Byzanz  ebensowenig  erblühen  ab)  im  Abendlande.    Dazu  (ehltaP 
hier   wie  dort    die    allgemeinen    geistigen    Voraussetzungen.      Die  phUo- 
8ophische  Litteratur  der  Byzantiner  hat  daher  im  allgemeinen  denMlbn 
Charakter  wie  die  ihrer  abondlündisclicn  Zeitgcnoescn.   Zunficli«!  wird  ä^ 
formale  Philosoptiie  der  Alten  auf  die  christliche  Lehre  angewandt;  d*4 
herrecht  breitspurige  Erklärung  und  Umschreibung  der  Überlieferten  Werke. 
Doch  ist  Byzanz  in  der  philosophischen  Produktion  unstreitig  Irmer 
das  Abendland.    Scholastiker  wie  Thomas  von  Aquino  und  Dung 
fehlen  der  orthodoxen  Küche. 

Dafllr  hat  das  Morgenland  den  Ruhm,  den  Vater  und  Begründer 
mittelalterlichen  Kirchenphiiosophie  hervorgebracht  zu  haben:  Johaosa 
von  DamaHkos.  Auch  diesmal  wie  so  oft  gab  der  griechische  Geis!  £* 
erste  Anregung,  die  dann  im  Westen  weiter  verarbeitet  wurde.  In  dieaNL 
Vordienste  liegt  aber  wahrscheinlich  auch  der  Grund  der  späteren  ÜH 
fnichtbarkeit.  Dadurch,  dass  Johannes  bald  vrillig  kanonische»  AiisehoiT 
erlangte,  wurde  die  selbstündige  Fortführung  der  Kirchenphilusophie  be- 
hindert. Es  vollzog  eich  hier  etwas  Äliiüichcs  wie  auf  einigen  ander 
Gebieten  der  byzantinischen  GeistGsthUtigkeit,  Durch  die  unbegren 
Autorität  imponierender  Vorfahren  verkümmerte  der  unbefangene  Mut 
originellen  Schaffens.  Ei'st  im  II.  und  12.  Jahrhundert  nahm  die  philih ' 
sophische  Arbeit,  angeregt  durch  die  wiederhergestellte  Akademie  Üj 
Konstant! nnpel  und  ihren  ersten  PhiloBophieprofessor  Michael  Psollo^ 
einen  erneuten  Aufschwung,  der  sich  bald  in  einem  miichtigen  EiB 
auf  die  theologische"  Spekulation  verriet;  näheres  s.S.  i2tt.;  8Ü  ff. 
direkte  Betiehung  zur  Theologie  wurden  die  propädeutischen  I%cfaer 


kttd 
eiuil 

im 


4.  PhUMOphis.    (g  181) 


Während  j«do€h  im  Abendlande  Aristoteles  fast  die  Allein- 
finrschaft  behauptete  und  auch  die  ptatonisierenden  Scholastiker  des 
12.  Jahrbundpi'ti^  den  Plato  nur  aus  zweiter  Quelle  oberflfichlich  knaiittiii, 
vUrciid  »och  l'ctrarca  eeiue  Vorliebe  fUr  die  Akademie  nur  schticbtem  zu 
iiasem  wagte,  begann  man  in  Byzanz  sehen  um  das  II.  Jahrhundert  neben 
Arislotelee  den  Fiat«  gründlich  zu  studiereu.  Psutlus  und  sein  Nachfolger 
JuhanDe»  Italos  vereinigten  mit  der  Bewunderung  des  Aristoteles  eine 
gvnaue  Kenntnis  des  Flato,  ebenso  Thcodoros  Metachites  u.  a.  Der  später 
M  bedeutungsvolle  Kampf  der  Aristöt<^<likcr  und  Platonikor  ist  in  Bymnz 
loelirere  Jahrhunderte  vorbereitet  worden. 

Erfreulicher  aU  die  unübersehbare,  aber  wenig  fruchtbringende  Thätig- 
teit,  die  seit  dem  11.  Jahrhundort  der  Erklärung  und  ParnphraBO  der 
alten  Philooophcn  gewidmet  wurde,  sind  die  nstronomischon  und  mathe- 
milischen  Studien,  die  im  ZeitaltiT  der  Paläologen  blühten.  Nike- 
fhone  Btemmydes,  Georgios  Pachymero«,  Theodoros  Metochites  und  vor 
iBem  NikephoroB  Gregoraa  haben  sich  in  dem  beschränkten  Kreise  von 
fijrniz  um  die  empiristieche,  naturwissenschaftlieh«  Forschung  vielleicht 
bebt  geringere  Verdienste  erworben  als  Roger  Bacon  im  Abendlande. 
(Heidizeitig  erhebt  sich,  durch  die  ünionsfrage  und  den  Hesychasten- 
>tr«it  hervorgerufen,  eine  lebhafte  Polemik  in  theologischen  Krei.sen,  und 
»ie  die  Kirchenväter  im  Streite  gegen  das  Heidentum  die  besten  Waffen 
Ui  der  heldniMhon  Litteratur  seihet  entnommen  hatten,  so  ist  es  nun 
iWraals  die  alte  Philosophie  und  Rhetorik,  welche  für  die  mit 
Scharfsinn  und  Fanatismus  geführten  dogmatischen  Kämpfe  der  letzten 
Bfiantiner  die  technischen  Mittel  und  Formen  liefert.  Gegen  Schluss  der 
^edie  wirkt«  die  Philosophie  der  Byzantiner  wie  ihre  Philologie  anregend 
im4b«fruchtmid  auf  das  Abendland.   Doch  fallen  die  hierauf  bezüglichen 

riechen  Thatj*achen  wie  die  Werke  des  Ucnuadios,  Plethon  u.  a. 

rhalb  des  Rahmens  unserer  Darstellung, 

I.  Allgem«ia«  Uilfemitt«):  Fr.   Ueberwut;.  Oeaohiclit«  di>r  Pliilosopliio    W 
ii  l!6  ff.  —  AnaAlltriiclier :  C,  Praotl.  Ge«chichtci  der  Logik  im  Ali(>n<llAu<ts  1  (Iä5S} 

ll,  2(ISB1)S$1  ff.  —  Eine  allKemein«  Uebersi«bt  gab  L.  Stein.  Die  KonüuultM  dergn«. 
AMn  PhiloMtphie  in  d«r  Gcd^n  Ken  weit  der  Bj'z&ntiner,  Archiv  für  Gescbii'litc  der  PbilO' 
NflM  9  (1896)  £ib  U$.  -  -  VI.  0«M.  Oennadios  and  Pletbo,  Aristoteliamus  und  PkloDisiuus 
kirn  friocbutcboD  Kirdi«,  Brasku  1644,  ein  gute»  Bucb,  dna  niunontlicb  d«n«R  ziun  i^lu- 
Ikm  tu  empfvblan  ut.  ««inho  tne.h  in  der  landlUullgon  Vnratelliing  von  dnr  günzlichen 
tnttmag  den  (l«iiitpa  in  der  brennt  in  iiiclion  Kircbe  befnngen  fQblen.  —  Man  vergleiobe 
Mt  V.  Gas*,  l>io  U^tik  des  Nikolniis  CBbasiliis,  Grrifdwuld  ltM9.  wu  «ino  früher  bo 
fi  «M  mbekannt«  6«tt«  d«a  b}*xiiotinisi:hen  ljoigtealebi?iia  niit  Kenutui«  und  Scharfblick 
W^wlickl  ist.  -~  Crill  SohultXL',  GescbicUlo  <ler  Phüusutihie  der  Renaiessnce.  I.  Band, 
Hwitiai  GvniatM PMliMi  und  seine  r^fürmutoiiBcheii  Ui-slrvliungen,  Jena  I9T4,  —  lieber- 
(tt,  GMcUcht«  der  Pliilosopbi«  III'  (18»U)  5  ff.  (Ober  bM»>t>rion,  (iennadins.  Plethon  u.  a,!, 
-  S.  F.  Tci«er,  A  Byiantine  leformer.  Tb«  Journal  ot  IlelUnic  atudies  7  {1886J  3.>3— 380, 
Mtadah  di«  KWH  von  Fletbon  nn  Kaiser  Manuel  II  I'nlUnlogos  und  nn  seinen  Sohn,  den 
llMp«(Mi  ThMidar,  («riditet«»  l^chriftnn  über  die  peloponnesischon  Angelegenhoiten.  — 
'.  LHaibarc.  En  Samrnod*  rtrormator.  Studier  fra  S]>rog- oji  Oldtidsforskning  udgivne  af 
M  pUlalofiK-biBUirük«  Swnfund,  Nr.  22,  Kopenhagen  lä95,  —  L  Stein.  Der  Uunuuiist 
Uüor  Gm  al>  Philcwoph,  Aich.  f.  Geschichte  J.  Pbiiuaophin  2  (18S9)  426-158  (gibt 
Im  IMMÜibIm  Biographie  dm  Theodor  und  betrRohlet  ihn  ilIb  V»rtr<!ter  eines  reinen, 
■  Ihirllffilnhitni  Üeiwsrk  rr«ieu  AriatoteliBums).  —  8«tDmel ausgäbe  der  ^ehrifluti  des 
IfkOB:  Higne.  P>lr<il.  i;r.  160. 

2    Von   grdMlcr  Wichtigkeit   M  das  Studium  dea  Forllebena  antiker  pbilo- 

ktacb*r  AnaalmtinDgeD  in  der  christlichen,  bcBooders  in  der  kirchliL-hon 


430 


ByK&stEnlicbe  Utt«r&tarfteBchielit«.    I.  ProB*i8«he  Litt«rmtar, 


LilterAlur,  Ton  dar  iiemlich  mohen,  aber  scilir  z(M-Htroiit«n  (.itlnrAtiir  Ub«r  difwllw^B 
sei  lierTorfiehob«)]  4m  vortraffliohe  Bacb:  Edwin  Hnlrh,  (IrivrJimtnm  ui»d  Cbrielutnn 
Zvfill  nibWrtVQrlennnKiin  nbnr  den  Rlnltass  gripoliiochdr  Idorn  und  tiabrilaclui  tut  ^Ü 
cliristlkhp  h'irrbn.  DmiWh  von  Erwin  t'rvnschi^n.  Mit  Koilagm  von  Ad.  likmiet 
nnA  drm  Unherac^txcr.  Krniburg  i.  1).  1892.  —  Kinigo  ["unlclc  bcliBndvlt  Rdnard  Nordto, 
ItHtiOgo  nur  licHrbicbtc  d^r  griechitichi^ii  Philofiophic.  Jubiu  .Fabrb.,  8upplcni«iitli.  I9(lS9Sj 
365—462.  —  Wciltre  I-ilUrntur  findet  mna  in  P.  \V«ndUnda  JahrMberidit«!!  Hb«  " 
KJrcbcDv&teT  und  ihr  VVrhUltnia  cur  l'hiluHupbic  im  .Arctiiv  für  Gesebidite  d«r  Ptiilo 
~  Vgl.  dm  (von  A.  Elirluud  bvfirbeitet«!]}  AbichnitI  .DogmAtik  and  Pol«mik*  in  du 
BucbB  (S.  46-122). 

188.  Fortleben  des  Aristoteles.  Kino  irgendwie  oracliöpfenile  D: 
Hteüiing  der  Fortwirkung  de»  Aristoteles  im  byzantinischen  Zeitalter  kai 
niclit  gegeben  werden,  ehe  die  Berliner  Ausgabe  der  Aristoteleekommen 
volUtändig  vüHiogei)  und  das  gegenseitige  Verhilitnis  wie  die  Bed«ui 
dei'  eiozoluoii  KrkUircr  durch  gvnauöre  Uiitijrsuchungon  aufgehellt 
wird.  Vorerst  müssen  wir  uns  auf  die  kurze  Erwähnung  der  Hauptt 
Sachen  be^schränken.  l>ie  wichtigsten  Erklärer  aus  dem  6.  Jahrhtindfrt 
wie  Simplikios,  Olympiodoros,  Johannes  I'hiloponos  und  andere 
Schaler  de«  Ammonios  fallen  vor  die  von  un«  borüoksichtigte  PeriodBi 
vgl.  W.  Christ,  Oeschirhle  der  griechischen  Litteratur  *  S,  4J:l  und  74' 
und  über  Ammonios  den  Artikel  von  Freudenthul,  Faulys  Healencj'kli 
pKdio.  neu  herausgeg,  von  Wissowa  1  (1894)  1864.  Die  Arbeiten  all 
dieser  EomnK'ntatoren  waren  von  gri^a^tom  Einflüsse  auf  die  Folge: 
Im  7.  Jahrhundert  schrieb  Stuphano»  von  Alexandria  Kommentare 
Aristoteles  Zr*pi  tQ/ir^rfiaf,  zu  den  KtnrjYOQini,  zu  //*pj  oinoYot,  titffi  f}'vx',i. 
xn  den  l^ra^cifxa  und  den  So<fiaiiitoi  ilfyx"*-  Im  8.  Jahrhundert  hat 
Johauues  von  Damnskos  zum  erstonmale  die  Lehre  doe  Arirtotehi 
konsequent  auf  das  theologische  Gebiet  angewendet;  nSherea  a.  S.  68tt 
Einen  mächtigen  Aufschwung  nahmen  die  aristoteltschen  Studien  nadi 
längerer  Unterbrechung  im  11.  Jahrhundert  durch  Michael  Peellos  und 
Johannes  Italos;  s.  g  184  und  185.  An  Psellos  und  Italos  schliitft 
sich  eine  weitere  rege  Thlitigkeit  auf  dem  Qebicte  der  Arixtoteleeerklän] 
Michael  von  Ephesos.  ein  Schaler  des  Psello«,  kommentierte  Teile 
Organon,  wobei  er  den  Alexander  von  Aphrodisias  exzerpierte.  Etistratio 
Metropolit  von  NikAa  (c.  1050— c,  1120),  .schriel»  ausser  zwei  Heden 
die  armenische  Hüresie  und  euderen  theologischen  Sachen  (vgl.  S. 
Kommentaro  zur  Kikoutachischen  Ethik  und  zum  zweiten  Buche  der  i 
lytik.  In  dieselbe  Zeit  gehört  der  vTffttof  läv  tf^XooöifMv  Theodor 
von  Smyrna,  der  eine  oocli  unedierte,  z.  ß.  im  Cod.  Vindob,  theo 
134  (Nestel)  fol.  238—262'  erhaltene  Schrift:  'Emxoßr,  tüf  wra  «i 
9  itojM;  xni  iwi'  tffcixiöv  npx*"''  "*K  TttiXaioii  ditih^njai  vorfasste.  Gegen  Eu^ 
dos  13.  oder  im  Anfang  des  14.  Jahrhunderts schriebGeorgios  Pachymcrtf 
einen  Abriss  der  gesamten  aristotelischen  Philosophie  (s.  S.  289  U- 
Sophonias,  ein  Milncli,  wahrscheinlich  identisch  mit  dein  von  OeorgiM 
pHohymero»  FI  202  ed.  Bonn,  em-ähntt^^u  S.  und  demuach  dem  Schlust  det 
13.  und  dem  Anfang  des  14.  Jahrhunderts  angehürig,  verfasste  Parap 
»I  dl«  Aristoteles  Kategorien,  zur  ersten  Analytik,  zu  den  aetfttnuioi  tlt, 
KU  den  Schriften  /7»pi  V''7';c,  //»?<  t^^,l*\i  und  /7»gi  vniov.  Diese  aua 
Texte  de»  Aristolelctj  und  aus  Stücken  setner  angesehensten  Erklärer 


4.  Pbiloaoplü«.    (9  182) 


aHUDengMobcten  KommenUrü  werden  in  Ilandschnften  zuweilen  al«  Werk 
4h  alten  Paraphrasten  ThemititioH  auRg<>gt>beii;  ancb  finden  Rioli  einzoliic 
8IMm  in  einer  votikani.'<clicn  Htindrtclinft  fiilt<r)ilip|i  unkT  dem  Namen 
d«  Pktriarcfaen  von  Joru;^ftiom  Sophronios  (7.  Jolirb.).  Ein  anderer 
Ari>tU)t«lesorklJLrer  des  14.  Jabrliundorts  iat  Leon  Magentiiios,  Metro- 
polii  Ton  Mytilene;  er  sdirieb  Scholien  zum  ganzen  Organon.  [>er  Name 
Htbodoroa  von  Prusa,  der  einer  Farapbrase  dei' Kikomnobischen  Ethik 
Torgwetzt  ist,  iitt  alu  eine  FHlMcliung  d«.<t  Konstantin  Palneokappa  erwies(>n. 

I.  Allgemeinft  Hiirnmiltnl;  Vnl.  Kosn.  Adsiotple»  pseiiiinpigniphu«,  Iioipsjf; 
IK&  —  Vtl.Rose,  L'ober  di«  gnl!(^biHl^hcn  KommcDlnrc  xur  Ktliik  dm  Arinlolelei,  UermMi 
S(1BTI|  81  —  113.  —  Dam:  J.  lJJ■wat^^r,  Uubcr  den  ungcdniokton  KommuiUr  lo  Aristo- 
Mm  Ethik  V.  HcnnM  h  (ISTl)  B54-369  (mit  eiinMii  NuiLwort  von  V.  Ko»t>).  —  Fr, 
ITlbtfweg,  OMchicIit«  der  PliLloaupIiie  II*  (}881|  176  fl. 

%  St«phaB08  von  Alexandria:  Dun  Kuoimeutar  tu  d«n  KaCcKMioa  ad.  U.  Haf  ■ 
Jick  in  vol.  18  p»wa  8  der  von  der  Berliti«r  Akftd«tnip  lioraa8K«Kcboii(>ii  Comin«iitaiia  in 
ItidtttIcBi  gra«<*.  Berlin  1>^&.  —  ('«bei  i^eitic  llbrjftfn  I.eisliinRoii,  iimiieiillich  als  Astrolog, 
vfi-  B-  Caener,  Dt  Ste^nDO  AUxandrrnn  rnniment&tio.  Uonn   l^i<0. 

3.  Hichnnl  von  EphosoH:  Den  KnntnicntAr  zum  9.  und  10.  Buch  der  Nikomaclii- 
mIm  EUiik  rd.  (i.  He^lbut  in  don  Berliner  Arislotelesknninientnren  vdl.  20  8.  4fil  fi20: 
Amiott  S.  XI  — XIII  cinigee  ans  seinem  EommiMitnr  tum  h.  Buche  der  Niknninrliisclinn 
tat  -  Vgl  Ch.  Thurot.  Nol.  *l  extr.  25  ilUlh)  2.  3ö2,  —  Mehrere  HngoWich  dem 
Ifitkiel  von  EpbcM«  gebärende  Kommenlaro  ta  uatunriBeenecharüinheD  Schriften  den 
JnMalM  bewahrt  in  Cod.  Marc.  237.  Vtl  Zanetti.  äraeca  D.  Mwei  iiiUiothaco, 
Tfstdig  1740  S.  120. 

t.  EnatralioB:  F.ratQBtlnu  iiai  nJiJta»'  xtriüt- imi^ftiar  vitafit^uina  tlf  t»  i{*a  tiür 
IM  'Mt4fofii<nff  ijSuimt  Xifoiiaxiiiur  fiiflia,  V«iietiae  1&36.  —  Der  Kommeatar  zur 
t  Aaalftilc  erschim  n  VenediK  l<i84.  --  D«n  KommenUr  znr  Ethik  ed.  von  neuem  (aus 
Ml  CoiaL  ISl)  O.  Hoylbat,  Berliner  AristotelMkommenbiri«  vol.  20  ä  1-400.  -  Üei- 
Hm  tat  Bk>KM)ihi«  dM  EustntiDS  gab  .T.  Rnkkelian.  'jStjmioy  ^  (igTA)  231—238.  — 
Tu  Jae,  BarnaTH,  G««ainmeltn  Abhandlungen  I  (1885)  15t  f.  —  Üoher  die  tb«oloBi- 
■m  8eliriit*ii  iMs  &utr>tioa  s.  !j.  Sf>  und  Joh.  Drltneke,  Zu  Eustmtios  von  Nikacn, 
&  1  5  (18M)  (wird  dMnnklist  «rüelivinenl. 

5.  Sophoniaa:  Panqibraae  dvr  Sobrirt  lltpi  ve/^c  ed.  Mich.  Uajduck,  Borlinor 
iiiltolaleakotiiinrnlar«  toI.  23.  I  Berlin  1883.  Wobnioheintii^b  geboren  dem  Sophonian 
■ck  Üa  ebcndn  vol.  33,  2  und  4  vun  M.  Hnyduck  edierten  HuuDyinon  Paraphrasen  xu 
ka  imt^ofiiti  und  den  Satjuatmai  tUyx"'  de«  Arinlutele^.  —  Die  HQKeblielie  Parnplirttae 
k  ThBiniatios  luui  ersten  Buche  der  AnaJytika  prior a  ed.  Max  Walliea.  berliner 
iiiMalMkaaraMBtar*  rol.  23,  3,  Berlin  ISä4.  —  Vgl.  Vst.  Hose,  Ueber  eine  ungeblicbo 
hqlnM  4c«  TlieaiiBtiM,  HenuM  2  ^\m^)  191-213. 

6.  Leon  Hafentinos;  SchoUen  iii  flf^i  i^iiijrtiai;  erschienen  griechisch  lU  Venedig 
UH  (nit  Amnonioa).  —  Diese  und  die  ScholieD  zur  ersten  Analytik  erschienen  Uteinisclt 
4t^  IMT.  —  Vgl.  If.  A.  Bsndini,  Cntalogus  codi  cum  graec.  bibl,  Lanrentiannn  3(1770) 
Dm.  -'  Vgl.  M.  Walliea.  Dia  griechinoben  Ausleger  der  Ari atote lisohen  Topik,  Pragr. 
Im  Hsphtsacj^n..  Bnlin  1891  S.  27. 

7.  Hsliodoro*  von  Prusn:  Seine  angebliche  PsTuphrnso  lurNikom.  Kthik  od.  G. 
Barlbnt,  BeriiiMr  Ariatoteleskammentare  vol.  19,  2  Berlin  18S9.  —  Ueber  die  KAlaebung 
Im  Xinefw  vgl.  L.  Cobn,  Ilcrlltier  pbitol.  Wochenaohr.  IHäe  Col.  1419. 

ft.  Di*  angebliche  Metaphysik  den  Hcrcnnios  |>^(f«ei'  lyilotfogfou  ih/yl<i'( 
tit  tJ  ^nn  >o  ^evtKÜ)  ist  eine  oberflächliche,  wahrHolieinlicb  im  IB.  Jahrliuiidert  ent- 
Mm4*M  KatnMlatiein  aus  Philo  Da  ebrielutc,  Alexander  von  Aphrodisiaa  Quaost. 
fty^OH  Pr«lElos  KomnienUr  lU  Plulos  ParIn•^uidoH,  Damaskioa  De  prineipiis.  endlich 
Mi  4mb  von  Oeorgioa  Paehy merea  veiTuwten  Abri«s  der  gesamlen  aristotelischen 
fMiiililliii  n»d  aaa  ein««  noch  nicht  nacbitewieeenen,  sehworlieh  nber  alten  Quelle.  Den 
tmtmigM  4aa  Madiwerkes.  von  dem  eichkautii  eine  nber  die  Mitte  des  16.  .Inhrbimdcrts 
>iwiflsil hl liilii  Haudsclirift  findet,  hat  niun  vielleicbl  in  dnm  berOehtigten  Epiroten  An- 
irsai  DartnArJOB  lU  suchen,  der  wulirscbeinÜch  aach  filr  den  unter  des  I^amnskms 
Umm  tm»  Oilcoos  maoninirnRestellten  Kommentar  xix  den  Aphorismen  des  IJitipukrates 
matwertUek  m  macben  int.  Der  ernte,  nie  verillTenllichle  muck  dieses  t'nlKilikats  mit 
Ate.  DdmMtuaf  wn  Simon  Simontilei.  Saninii^  (in  Polen)  tim  dus  Jahr  1604,  ist 
ba  snt  JlB^t  ia  siumi  Exemplar  dur  Kniknuer  rmvcniitntebibliothek  bekannt  gewordene 
■ritlL    —    Okn«  Kenntnia  dieses  Drucke«  cd.  A.  Mai,   Olsasic.  uuot.  9,  513— &08.  ~- 


■t;i2 


BfiantiniBcbe  LJttoratnrgeac hiebt«,    t.  PioBaiacbe  I4U«ratar. 


Uauptachriftpu:  Jac.    Bornair*,    Kvictiuiua'   Mot*pli]r«ik  uuti    Longioua.  iJitmDg 
Ber),  Akad.  18T6  ^.  j&~63;  wiederbotl  in:  Gcummulte  AbbaocItuiiKen  »on  Jacob  Bor  _ 
I  (ISSj))  SIT— 3öG;  —  E.  B«iti,  Die  uDuobtiobe  MetapbvBik  dea  HcrMtatos.  SiUunober. 
Durl.  Ak.  1689  ».  lieT-1190. 

9.  Das  Stndiam  der  alt«ii  Pliilo«o)ihen.  in  «raW  Linie  dea  Ariatoteles.  <nud« 
auch  nach  d«in  Falle  des  t(«ic)tes  in  einEelnen  griorlii»clien  ScliDl«n  betrieben,  iiud  io  d«a 
UandRcliriftitnmnninilungfii.  bps.  denen  d«s  griecbiaolien  Orient«,  finden  sich  manche  tn 
der  'rilrk<ininit  Hlnnimcnde  KrklUrungBuohrirten.  GrOMM  A&aehen  gonoss  ale  AristotelH' 
knmmentator  Theopbilos  Korvdnlleus  aus  dem  Anfang  d«a  17.  .lahrbandcrl«.  Ba 
achrifUiebo  und  bibliographische  Kotixen  Ober  ihn  rnn  l^b.-Km.  Huello,  Annuaim  d*  !'• 
15  (ISSll  192  (T. 

183.  Fortleben  des  Neuplatonismiis.  Ober  die  Xeuplatoniker  seil 
8.  W.  Christ,  öeschichte  der  griechitichen  Litteratur  *  8.  686  ff.  Sa 
Haiipti«itz  platonischer  und  neiiplatonischer  Studien  war  im  5.  und  im  An- 
fang des  6.  Jahrhundert»  Gnza,  wo  Aonoa.s.  Frokepioo  und  sein  Bruder 
Zacharius  "  ffjüoiacnwV,  der  »päter  Bischof  von  Mytilene  wurJe,  io 
Dialogen  und  anderen  Schriften  das  ClinHtentum  gegen  die  heidnische 
Ptiilosaphie  %*erteidigten.  Ausserdem  sind  einige  Knninientatoren  zu  nennen. 
Die  grfieste  Beachtung  fand  wie  im  Abendlande  so  auch  bei  den  Byxui- 
(inoni  des  Perphyrios  iüagogo  zu  Aristüleloit  Organon,  eio«  dir 
ageloseneten  und  verbreitetsten  Schriften  unserer  KulturgeMcbicbte*,')  derca 
Kenntnis  in  einem  Syllogismus  des  Kommentators  Da\-id  sogar  {üa  Vor> 
bedingung  zur  ewigen  Seügkoit  erwiesen  war.*)  l>en  ersten  uns  erhadi 
Kommentar  zur  Isagoge  voi-fasste  Ammonioe,  Solm  des  Hermen«, 
in  der  zweiton  Hälfte  dos  &.  und  im  Anfang  des  6.  Jahrhundf^rts  ](•' 
Ob  der  fruchtbare  Johannes  Philoponos  auch  die  Isagoge  kommentiert«^ 
ISsst  sich  noch  nicht  sicher  entscheiden.  Olympiodoroa  muss  als  Vol 
fasser  des  verlorenen  Komniontar«  ange^ihcn  werden,  aus  welchem  9 
beiden  uns  erhaltenen  Schriften  seiner  Schülor  Kitas  (Holias)  und  David 
geflossen  sind.  Die  Blütezeit  des  Elias,  der,  als  er  sein  W^rk  abfasste. 
noch  nicht  dem  christlichen  Glauben  angehörte,  fällt  in  die  Mitta 
6.  Jahrhunderts.  Redeutend  ferner  steht  seiner  (juelle  das  unt«r 
Namen  des  David,  auch  Niketas  David,  erhaltene  Werk.  W, 
lieh  ist  diese  griechische  Schrift  nur  eine  breitere  Ausftlhrung  dee 
dem  armenischen  Philosophen  David  verfassten  Kommentar»  und  wohl 
Lehrvortrftgen  desselben  hervorgegangen.  Erweist  sich  die^-  Anni 
als  richtig,  so  kaim  der  griechischi'  Vt-rfa^ser  nicht  idcntificli  sein  mit 
bekannten  Niketas  David  Paphlagon  (b.  S.  D12  und  den  Index  s. 
Noch  im  14.  Jahrhundert  fand  die  Isagoge  einen  Rrklftrer  in  Le 
MagcntinoB. 

1.  Anagaben;  Des  Aeneas  von  ßaia  Dialog  ,TheopbraBtoa' tat  «di«r(  bei  Uigl 
Patrol.    KT.   Ü>>.  b^I-1004.    -      Melirere   Sckrift«ii    des    Zacliarias  Scbolaelika*  ' 
MiKne,  Tatrol.  gr.  fö.  1011—117$.  —  Di«  (mmet tbeolaglsoben)  W«rk«  des  Trokop 
Gaufl  bei  Migne,  Patrol.  gr.  !!T.  parte«  l-H.     Vgl  oben  S.  ISS  ff. 

2.  Hilfsmittel:  Dem.  Rnssns,  Tgtit  faCiiim  .  £vfifaiai  tti  t^r  Imtfiar  , 
mXocoifiot  ttiv  raiaiair.  LelpEiger  Dias..  Kpel  1R93.  Vgl.  ß.Z.  4,  IM.  ~  Job.  DrAaal 
Ilik«la<«  von  Hethono  als  Beetroiter  des  l'rokloe,  Thnolog.  Sludioc  und  Kritikan  68  (II 
bB9— 010.  —  Joh.  Driaeke.  E'rokopioe'  von  tiau  .Widerlegung  d«  lYolcloa*,  B.  T 
(18H)(irirdd  »ntobst  erachetnenj.  —  Adolf  Baaa«,  Vorrede  adner  Angab«  der  la 


')  K.  Prantl.  0«sel>i«bte  der  Logik  I 
()»U)  626.  ^ 


•]  K.  Prantl  a.  a.  O.  8.  S46Ad 


Ben.  Wenn  also  in  der  LTttoralur  von  Felden  pBelliTie 
it  da«  iiooli  weniger  praktische  Bedeutung  als  der  ilhnltclie  Dui 
der  sich  an  den  Namen  Tzetzc»  bnUpft;  somit  ist  auch  die  Bezeich- 
unseres  Psellos  alt;  des  jDtigcrLm  UborflEls^iig,  und  mau  kann  nach 
^egeirwftrtigon  Stande  der  litterarhistomchen  Forscliunjä  schlechthiu 
lichael  Psellos  sprechen.  Konstantinos  Psellos,  gewöhnlich 
Minem  MOnctinamen  Michael  genannt,  wurde  ll>18  als  Sohn  elii-samer 
geboren.  Als  Oi-t  seiner  Geburt  wird  von  den  neueren  Biographen 
I  t).  a.)  gewöhnlich,  ohne  genügenden  Grund,  Konstantinopel  ge- 
[  dagegen  spricht  aber  ein  Brief  des  Psellos  (bei  Sathas  Nr.  135) 
bestinimtc  Zougtiis  des  glaubwQrdigen  Attalinte^,  der  deu  mit 
zweifellos  identischen  Premierminister  Michael  au«  Nikomedia 
BOn  lässt  (S,  '2y(J,  20  ed.  Bonn.:  MtxftjÄ  fiotaxoi  ö  iW^pn/toc,  6  ^ni 
nhtixMf  ngayfititwr  rrpoffrwg,  »ri  y^vog  i'Xxtov  ^x  Nixoiitjiei'ai;  vgl. 
S.  434  und  B.  Z.  2.  150).  Dem  unermüdlichen  i!^ifer  »einer  Mutter, 
-  auch  ein  litterarisches  Denkmal  gesetzt  hat,  verdankte  Psellos 
•rate  Ausbildung  und  damit  den  Grund  seiner  späteren  glänzenden 
ihn.  Unter  mannigfachen  Kämpfen  mit  der  Not  des  Lebens  voll- 
er  die  Qblicheu  rhetorischen  und  philoKophi«ehüu  Kurse.  Von  dem 
pap«zunt  nach  Konstantinopel  gekommenen  .Johannes  XiphÜinos, 
VBcbmaligen  Patriarchen,  erhielt  er  Unterricht  in  der  Hechtswissen- 
,  wofür  er  dienen  in  dio  Philosophie  einführte.  Bald  verdiente  «ich 
I  «einen  Lel}üiwunt«rhaJt  als  Advokat;  unter  Michael  Paphlugon 
—1041)  wurde  er  llichter  in  Philadelphia,  unter  seinem  Nachfolger 
t\  Kalaphates  kaiserlicher  Sekretär.  Nun  stieg  er  von  Stufe  zu 
whon  unter  Konstantin  Monomachos  (1042  1055)  war  INetlos  eine 
influssreichsten  Per  lOnlichkeiten  des  tteiches.  Der  Kaiser  verlieh 
D  der  neubegrändeten  Akademie  xu  Konstantinopel  die  Professur 
'hilosophie.  In  diesem  Amte  wirkte  Pttellot«  mit  Eifer  und  £rfolg. 
gt«  es  Bogar,  die  platonische  Philosophie  aus  ihrem  langen  Sclilafo  zu 


nA    a.rnAl%    l^latA    nt\Ak>     A  »is^jx^aIj- 


PI.:) 


AflAnKAh 


434 


BTsantiniacbe  Utt«ratarg«Mliicht«.    L  Froaaiscli«  Ltttftrfttvr. 


hielt  di«  Ehrentit«)  viti^iiftof  und  tmatog  rwi-  ^lÄwrü^air.  Fortan  diente 
L>r  dorn  Kai^T  al»  Borator.  vcrfasst«  kAis^rlicti«  Bullen,  fturli  Nowllun 
und  ncht«rliche  Erkenntniää«.  Als  uib  10^4  sein  .Tugondfrcund  XipliilinM 
in  da»  bortthmt^  KI<M>t«r  auf  dem  OlympoH  (in  Hithynien  bei  Prusa)  zurllefc- 
7^g.  nnlim  auch  {'»«llo^  da»  Mtlnchi^gewnnd  und  nanutff  »ich  von  nun  an 
Uichaol;  narh  dt>m  Tod«  do«  Kaittcr«  wShlt«  PhcUos,  d«r  aiifiin^lic-li  nocli 
in  der  Hauptstadt  verblieben  war,  das  Kloster  seines  Freundes.  Doch  W* 
hagt«  ihm  der  Aufenthalt  unter  den  kommen  WeltUberwindem  weoig. 
und  bald  nahm  er  in  i-eclit  unhöflicher  Wciec-  vom  Kloster  Abschied.  Vgl. 
S.  i'.i'J.  Nach  KL-tniT  Kfickkohr  in?«  öfTcntlichu  Ta>b«n  treffen  wir  den  Pi^ellM 
wiederum  in  den  wichtigsten  Stellungen  bei  Uofe.  Als  der  Usurpator  Isank 
Komnono»  bei  Nikaea  das  kaiserliche  Heer  besiegt  hatte,  wurde  Pf*lli» 
mit  Theodor  Alopon  und  Konstantin  Ltchude«  abgofichii'kl.  um  mit  d«in 
Kubellen  UnterhaiuUungen  anzuknüpfen.  Nach  dem  Sturze  Michaels  IjbI 
FselloB  in  die  Dienste  des  neuen  Kaisers  Isaak  Komnenos;  in  dem  ProKäae. 
welchen  dieser  gegen  den  unverträglichen  und  herr.sch-'itlphtigon  Patriarchen 
Michael  Keriilnrio!«  richtete.  mu»»!tc  er  die  Aiiklagi-schrifl  verfassen.  Noch 
grOBSer  wurde  wjin  Einfluss  unter  Konstantin  Dukas  (1059— 10Ö7).  Aach 
wShrend  der  vormundschufthchen  Itegierung  der  ihm  wenig  gen«igteo 
Kiiilokia  und  der  kurzen  Herrschaft  ihres  neuen  Geninhb  Uoniano»  Dtogeoefi 
verstand  der  gewandte,  um  kein  Mitt^^l  verlegene  Mann  sich  zu  behaujitcn. 
und  als  tler  von  Psellos  erzogene,  uulahige  Michael  Pai-apinakes  (htil  bü 
107H)  den  Thron  bestieg,  wurde  Psellos  der  erste  Mininter  (oder  vie 
man  damals  sagte:  na((t<lvitioin'>i,n'  tip  ßaaiit»)  uud  mächtiger  aU  je  zuvor. 
Im  Jahre  UlTö  hielt  er  dem  Patriarchen  Johannes  Xipliilinos  die  feierliche 
Leichenrede.  Über  seine  letxte  Lebenszeit  und  seinen  Tod  herrscht  eintgM 
Dunkel.  Wenn  er,  wofllr  die  aüertriftigst^n  Orllnde  spreehen,  mit  denj 
%'on  Michael  Attflliatcs  erwiihnten  Michael  au»  Nikomedia  (k.  o.  S.  4;^| 
idontiu:h  ist,  dann  hat  or  sich  auch  nach  dem  Sturze  seines  ZOglings  (1079 
unt«r  Nikephoros  Bolaniates  noch  eine  Zeitlang  behauptet  und  ist  geg 
dos  Ende  des  Jahres  1078  gestorben.  Gegen  diese  Annahme  erbebt  sich] 
aber  ein  Bedenken:  Der  nach  Weibnachton  1096  und  vor  Ostern 
abgeschlossenen  Dioptru  des  Philippos  Monotropos  ist  in  den  m&s 
Handschriften  eine  empfehlende  Vorrede  unter  dem  Namen  de«  Mich 
P(i«IIos  vorausgeschickt.  Darnach  mUsste  Pselloe  wenigstens  noch 
Ende  de»  Jahres  1096  am  Leben  gewesen  sein.  Vielleicht  aber  l&sst 
dos  Kätsol  durch  die  Annahme  l5sen,  das«  Pbilippos  den  Plan  zu 
Werke  viel  frilher  entworfen  und  den  Psellos,  der  ja,  wie  wir  aus 
Uriefen  witt^en,  fflr  alle  möglichen  Nöten  dienstbereit  war,  um  einen 
tUhnrng^brief  ontucht,  einen  solchen  auch  erhalten,  dann  aber  das  W( 
aus  unlH'kannten  Gründen  erst  spälor  völlig  ausgearbeitet  und  verOffa 
lieht  habe.  Ahnliche  Aufschiebungen  werden  ja  nocIi  in  untrer  lit 
ritch  viel  schneller  lebenden  Zeit  beobachtet.  Die  Identität  des  Vb 
mit  dem  ermähnten  Uichael  von  Xikoniedia  ist  so  einleuchtend,  da»  UUÜT 
wohl  «>nlvrodt>r  zu  dioser  oder  einei-  ähnlichen  Erklärung  greifen  oder  CÜ« 
Aulorschaft  des  P«elIos  fQr  den  Prolog  zur  Dioptra  überliaupt  in  AbrwU 
itolUm  mus8. 


-'UV1V    uno    'wiiuutiiui  ii^ucu      11  WJ1B 


r  nnd  allen    EinflfLisen  zugänglicher  Regent«».      Fselloti  erwies 

n  Aiifordening«!),  dk-  eine  solche  UingchuDg  an  die  sittliche  Kraft 

.  niclit  gewachsen;  der   wertvolUte  Schmuck  des  Mannes.  Offenheit 

riiohkeit,  ging  ihm  in  der  zerselxendoii  Luft    des  Hofes   verloren. 

ober  allen  Zweifel  erhaben,  d»a»  kriechender  Servilismiis  imil  Rnck- 

,^eit   in  der  Wahl  der  Mittel,  unersättlicher  Ehrgeiz  und  mass- 

itelkeit  die  hervorstechenden  ZQge  seine»  Charakters  bilden.     Er  i«t 

r  Hinsicht   ein  typischer  Vertreter  der  widorwürtigtiten  Seite  des 

«mn».   Die  groben  Schmeicheleien,  wie  er  sie  z.  B.  vor  Konstantin 

lachoH  ausschüttet,  waren  selbst  dem  byzantioischen  ßeschmacke  zu 

werden  in  der  Satire  Timarion  fein  verspottet.    Da-t  (IcgcnstUck 

devoten  Ergüssen  bilden  die  mit  Derbheit  geladenen  Tamphlete, 

PseJlos  gegen  wine  Widersacher  schleuderte. 

enn  wir  die  Schattenseiten  des  Paellos  rückhaltlos  zugeben,  kdnncn 

inen  litterarisclien  Verdiensten  nin  so  besser  gerecht  werden,   Psollo« 

Umfang  des  Wixäons.  an  Scharfe  der  Beobachtung  und  vor  allem 

rmgewandtheit  der  erste  Mann  seiner  Zeit,     An  Reichtum  der 

tischen  Thfltigkeit  mag   er  mit  Albertus  Magnns  und  Roger  Bacon 

Aen  werden,    Indem  er  im  Gegensätze  zu  den  vorigen  Jahrhunderten 

lUtfiiische  Ideal  wiederum  auf»  kräftigste  betonte,  hat  er  die  littera- 

Ren&iasanoe  der  Komnenenzeit  wirksamst  vorbereitet.    Die  stärkste 

Hannes  ist  freilich  die  Form;   das  erkannten   schon  die  Zeit- 

indeni    sie    ihn   mit  dem   treffenden    Worte   eharaktcriäiorten: 

jijv  tfiMitar.    Sein  Hauptvorhild  für  die  Darstellung  ist  Plato; 

erinnern   die  Briefe   mit  ihrer  Häufung   von  kurzen  rytlimisclien 

von  Antithesen   und  Beiwörtern   sehr   lebhaft  an  die  christliche 

ichtung:  man  vergleiche  t.  B.  den  panegyrischen  Brief  an  Diogenes 

')  mit  irgend    einem  Gedichte    des   Romanos.     Nacli   Erwftgung 

ge   und  Mängel   bleibt    Psellos   fih-   dos    elfte  Jahrhundert 

istorischo  Sigiiatnr  ähnlich  wie  Fhotios  fllr  das  neunte  und  Kon- 


ri&ntlnlach*  Lltteraturg«BCl>icht«.    I.  Pra«»lMb«  LItteratar. 


Beschreibung  dietietj  litterttmclien  Nacblaewä  noch  niao  Keiho  vou  Eiitzvt- 
unt«i'iiuchungeii  nfttig  wSre.  Da  zudem  schon  die  l>Iosäe  AufzShlung  dn 
l>okaniit«D  Titel  und  Auttgaboii  mit  den  nötigen  KrklArungen  und  Nacli- 
weisen  den  uns  zugemesaeneii  Eaum  öbersclireiton  würde,  bewchriiüi« 
wir  uns  auf  ein  Verzeichnis  der  nnclitigsben  StUcke, 

1.  I'hiloRophie,  Naturwissenschaften.     Von  pbilosopbiscbeB 
Schriften  »iud  zu  nennen  ein  Küinmentai'  zu  Aes  Aj'tstotelea  Schrift  Offi 
iffir^itiai,  eine  Paraphrase  ku  den  Kategorien,  ein  Auszug    aus  des  For- 
phyrios  Werk  //#p!  rr*'v**  ffoiräiv,  ein  psychologischer  Traktat  (Jo^ui  sttfi 
*f"'X'i<h  eine  AMiaiidhing  Ei?  tj;i'  tf'vxoyoriax-  toi-  lIlttTiattK,    Studien  aber 
die  chaldäi»chcn  Urakel:   'B^}]Ytflii   lii   ta  XaXäainä  M/ia,   dazu  eine '£»- 
^tai?  xnfakatuiät^i  xttl  avvtofta^   ttÜi-  nagä  XaXialw^   Snyftänav.     Kine  BD 
Kaiser  Michael  Dukas  gerichtet«  Schrift  prüft  die  Frage;  ß*  ftfii  «i  t'xii; 
10V  oi'^Ri'or  |z.  B.  im  ('od,  Vindob.  phil.  gr.  liy  (Nessel)  fol.  192—24"'). 
Eine  andere  Studie  handelt  über  den  »ämonenglauben  der  alten  Griechea: 
Tfra  nt(l  Jm.uoiwr  dfA|«;f»t'(rn''fe^ii^i'»?;    Dainn  reihen  8ich  naturwisgeB- 
8chaftliclie   Arbeiti>n.   z.   B.    ein    Aufsatz    Obur   Auutoiniu    (merkwQrdtg 
durch  die  Übersetzung  der  alten  Termini  in  die  vulgät^eebiacho  Spradi«); 
ein  Verzeichms  von  Krankheitsnamen  (W*pi  xaiviäv  iroftätmr  tmv  if  reoi^ 
ftaatv):  ein    medizinisches  Wedicht   in    1373  Trimetern;   KKsays  Ober  ein 
wunderbare«  Echo   in  Mikomcdia.   über  den  Zweck  der  Geometrie,  Q 
die  Kräfte  der  Steine,  über  Regen,  Blitz  und  Donner  u.  s.  w.  Das  Haup 
werk  aus  diesem   Gebiete  iat  seine  JtänaxaXia  rtavioAani;  (Alt 
Lehre),  eine  Sammlung   verinischter  Aufsiltze  (im   ganz«n  193  Titel), 
welclien  Fragen  der  Theologie,  PliiloHophio,  Aätronoinie,  Physiologie,  die  i: 
Mittelalter  so  beliebten  Themen  über  die  Temperament«,  Über  Beweguni 
llber  die  Möglichkeit,   nach  Belieben  männliche  oder  weibliche  Kinder  m 
emeugou,   über  die  Frage  //i«  n'  ywt]  noAAuxi;  oviovtmiiftr^a  im-  öiiiap 
ßärtt,  über  dos  Problem,  ob  beim  Tode  sich  die  Seele  vom  Körper  tn^nol 
oder  der  Kfirper  von  der  Seele  u.  s.  w.   mit   manchen  Belegen  aus  albu 
Autoren  wie  Plato,  Aristoteles.   Plotin,  Jambliclios,  bald  kurz,  bald  tiu- 
fObrlich,  ubor  ohne   rocbtü  Konsequenz  behandelt  und.     Dazu  kominei 
endlich   noch  die    Kurzen  LOsungeu   physikalischer    Fragen  {'Bni- 
Xvatii  ttvyfoitoi  tfvaixMv  ^»,ri,^nib)r).     Auch  ein  Lehrgedicht  Über  Geo- 
metrie  wird  dem   Psellos  zugeschrieben  z.  B.  im   Cod.  Bodl.  Barocr. 
7C    fol.    412 — 420.     E»   beginnt:    Ma^tttr,   ti  ßnvXtt,   ä^nnte   fut^ov  lit 

Abgesehen  von  diesen  Spezialscbriftcn,  in  welchen  freilich  die  geheim- 
wisfionschuftUchen,  astrologischen  und  paradoxographischen  Oettichtepuakts 
vorherrschen,  tritt  die  spekulative  Tendenz  und  Schulung  des  Psellos  xndl 
in  seinen  Übrigen  Werken  hervor;  überall  aber  zeigt  er  sich  als  reiiuB 
Platoniker,  selbst  auf  Kosten  des  Aristoteles,  den  er  nir  verwoireD  UUt 
Um  den  Plato  seinen  Zeitgenossen  möglichst  kräftig  zu  empfehlen,  bemBU 
er  luch,  die  t  bereinstimmung  dieses  Philosophen  mit  dem  ChrisientilBI 
nachzuweisen,  wie  er  auch  den  Homer  durch  allegorische  Umdeutnng  iit 
(linem  Propheten  der  christlichen  Wahrheiten  zu  machen  versteht  Sduo 
wegen  dieses  ausgesprochenen  Platoutsmus  konnte  es  auffallend  scheinen, 


I 


4.  PklloMphie.    (§  184) 


437 


dass  Pöello6  ttuch  grtfesei-o  Werke  zu  AriBtotclcs  vorfasst  habo.     In  der 

Ttut  ut  CS  nicht  sicher,  ob  dtm  Konipondium  der  Logik  d(*8  Arintotole^, 

•BS  wdcbGm  die  Summulac  logicales  des  Petrus  Hispaniis  llhorsetxt  »cheinun, 

voD  Psello»  Htamnit.  wenn  ea  auch  aln  aufgemacht  gölten  dtirf,  da^o  dem 

llUinbcben   Text   dve  Peti-u»   ein  grieobischer    zu  Grunde   lag   und    nicht 

ttagekehrt     Noch  weniger  ist  des  Paello»  Autorschaft   gesichert  fUr  diu 

Forl»«tzuug   einer  Synopsis  de«  Aristotelischen  ÜrganouH,  das 

^fWtTDtör  avitayun  tig  tüg  tt'ttattftii;  tialtiiftarixü^  ETTimrjiai;  der  wahre 

Verfaafter  ist  wohl  ein  Oregorio«  Monachos,  o  iv  ftoror^ttoi;  genannt 

(.Qregorlue  Solitarius"),   der  um    1008    schrieb.      Wie  weit  der   kurze 

Kommentar    zur    Physik    des    Aristoteles,    der  r..   B.    im    Cod.   Bcrol. 

i'billipp.  1514  dum  Piwilixs  zugeschrieben  wird,  gesichort  ist,  bedarf  eben- 

hlls  noch  der  Untersuchung.  —  Über  P»ellos  als  Theologen  s.  S.  79  f. 

2,  Philologie,     Hieher  gehört  ein  Schriflchen  Ober  die  Topographie 

too  Athen  und  Allegorien  zu  Homer,  eine  Prosaparaphrasß  der  lliati,  eine 

Mehrte  //«ff  >üv  ThifaÄod  |z.  B.  im  Cod.  Viudob.  phil.  gr.  25  (Nessel) 

W.  110— 114),     Angeblich   verfasste   Psellos    auch  einen    Kommentar  zu 

U  Komödien  dos  Menander.  der  aber  nicht  wieder  gefunden  iM,  wenn  er 

Ittcrhaupt  jo  existiert  hat.  Ithetorischcn  Inhalt»«  »ind  ein  Gedieht  in  poli- 
läeben  Versen  //*ei  ^i;i«e(x(J5  und  die  in  Briefform  gefassten  Abhand- 
Itogea  Itt^  avr!tt[*t^i  tMV  rov  Xöyov  fttffmf  und  die  Svrot^nt  toiv  ^t^io^fMÜr 
*)t"r.  Ein  an  Kaiser  Konstantin  Monomachn.'*  gerichtetes  Üodicht  in 
183  politischen  Verden  handelt  kurz  und  oberflüchlicb  über  die  gnechi- 
•dien  Dialekte,  Über  Laute,  Formen  und  seltene  WUrter.  Dazu  kommt 
ih  Aufsatz  über  die  Tenues,  Mediae  und  Äspiratae,  endlich  jambische 
VsM  metriechen  Inhalt«. 

!.  8.  GeBchichte,  Psellos  verfsaste  ein»  XQovor^atf^ia  der  Zeit  von 
WS — 1077;  der  jetzt  ilbtiche  Titel:  ßv^ainr'^c  laioQi'tii  *x(nor(rt*r<;pfp 
rtkrt  von  dem  Herausgeber  Satbas  her.  Psellos  beginnt  seine  Erzählung  mit 
4«a  Ereignis,  mit  dorn  Leon  Oiskonos  schliesst,  nämlich  mit  dem  Tode 
itM  Johannes  Tzimiskes  (976),  schildert  die  J^eit  bis  auf  Michael  Kalaphates 
kmoriach  und  wird  erst  ausfllhrlichw  mit  seiner  eigenen  Epoche.  Nach 
Form  und  Tendenz  sind  in  dem  Werke  zwei  stark  verschiedene  Teile  zu 
MtorMbi'ideu :  Die  erste,  wohl  zwischen  1059  und  1063  gearbeitete  Partie 
Im  mr  Regierung  doa  kaak  Konmonos  erscheint  nach  den  traditionellen 
ftndaftUen  der  Historiographie  wohl  ausgearbeitet  und  auch  in  der  Hal- 
tng  noch  ctnigemiari.'ten  objektiv ;  dagugen  wird  der  folgende  Teil,  welcher 
anf  Hpraiellen  Wunsch  des  Michael  I'arapinakes  und  unter  seinen  Augen 
|HrhriL->K'n  wurde,  durch  die  stete  Uik'l(.siclit  auf  diesen  Kaiser  und  seinen 
Taler  Konstantin  Dukas  uozuvtriilsBig  und  parteiisch.  Trotz  dieser  Mängel 
irt  das  Werk  des  Psellos  nicht  ohne  Wichtigkeit,  weil  es  eine  früher 
nekt  (Qhlbare  LQcke  in  der  sonst  fast  ununterbrochenen  Heihe  der  byzan- 
Üliaebeo  GMchicbtscbreibcr  ausfüllt.  Von  den  Späteren  wurde  es  aus- 
[iehigBt  verwertet:  Nikophoro»  Bryounios  entnahm  demselben  mehrere 
lipit«!  flaut  wflrtlicb,  ebenso  benutzten  es  Anna  Komneua,  Skylitzcs,  der 
Arigmu)  in  soiticr  Vorrede  auf  Psellos  mit  Kecht  tlbel  zu  sprechen  ist, 
od  am  Ausged«hutc«tcn   Zonaras,     Zur  Geschichte  gebiert  auch   da»  in 


BtiBtwiha  UttMrBtttrgesekiebt«.    1.  Pfocaüch«  Litt«rktaT. 


Baadncluift«!!  Überlieferte  jambischt!  Gedicht  über  die  7  Sn 
nadta  (fYrwtfxa  mai  tm  äft^jin  tiv  U^v  «ri-ädwi'  u.  e.  w.),  ■ 

i.  Jnrispradeaz.  Hanptwwk  Ut  viii  juriiÜticbM  Eompenditun  ia 
Vtneii:  Svwnptt  twv  tiiim»  im  stix**f  läftßmw  utl  noXnixmv  nfföf  im 
ßatiiäa  ilt%tri^X  röv  Jitixtv.  Dsran  »chliesst  sicli  eine  Abbandlung  fibtl 
die  alte  jaridiachv  Tenmnotogie  ("«m  rüi'  ärciri^(i0i'  tiüv  StxMv),  eine  Bd 
kliraDg  der  Uteiiiiacbeii  Ausdrücke  in  der  KechtswiRsenschaft,  richterlicd 
£rk<-antnt«»e  und  eine  kaiserticbe  GoIdbuUe.  ■ 

5.  Reden  nnd  Brief*.'.  Unter  den  saItlr«ichon  rbetorischeu  Leietunga 
de»  PseFto«  ragen  durcb  ibrv  Wicbtigkeit  filr  die  Zeit^escbichte  wie  durtfl 
ihre  kOnsttcriscbe  Form  die  drei  groBaen  Leichenreden  hen-or.  welcli? 
er  den  Patriarchen  Michael  Kerolarios,  Kornttantin  Lichudes  und  Johaiuitti 
Xiphilinos  w-idmetc.     Durgh  Wurme   der  Empfindung  gülUllt  die  Leicbeih 
rode   auf  seine  Mutter;   dazu   kommen  Nekrologe   auf  den  Metropolit 
Nikephoroa  %-on  Ephe«oe.  auf  den  Grammatiker  und  Vorstand  der  Seh 
de»  til.  PctniM  Niketas  u.  a.     FQr  das  Studium  de«i  Cbaiakters  und 
Biographie   des   Psellos  sind  seine  VerteidigungsHchriften   beacht 
wert,  z.  B.  Aaa  Pamphlet  gegen  diejenigen,  welche  ihm  den  Titel  i'!tt 
mitmgftnnien,   seine   Hechtfertigung   wegen  der   Niederlegiing   der  Wfir 
eine»    .StautsHckretSrH,    seine    ^ArtiiXoyiu    vftig    tov    tufiiMfvkuitog    xtttä 
'O^^vdü.    Schwülstig  und  leer  sind  die  Enkomien  auf  den  Kaii»er  Ko 
stantin  Mnnomachos  und    den  MetTO))oliten  Johanne«.     Eine  wichtige 
gAnzimg  unserer  Kenntni»  det«  Fäcllos  erhalten  wir  durch  fteine  ausgcdeh 
KorroKpondenE;  wir  haben  von  ihm  gegen  öOÖ  Briefe,  von  welchen' 
ein  Teil  ediert  ist.   Es  sind  keine  rhetorischen  Übungsstücke  über  fingie 
Themen  oder  theotogisclie  Abhandlungen  wie  viele  Briefe  des  Pholios; 
meisten  beziehwn  sieb  vielmehr  auf  bestimmte  praktiwhe  AnlUsirie. 
«ie  erhalten   wir   reiche  Aufschlüsse   über    byzantinische    Kulturtu 
Verwaltung  und  Geschichte,  auch  eine  Menge  biographischer  Details. 
HricfwiThfel  des  IV'Ilos  oretreckt  sich  auf  alle  Teile  des  Heiches;  alle 
hnihnn  hat  der  iillmiUbtige  Mann  seine  Klienten,  Freunde  und  BewurnJ 
Bald  erteilt  er  als  Minister  un  Feldherm.  Statthalter  und  Richter  niiWieli 
Winke,    bald  verwendet    er   sich    ftlr  dllrftipe  Kleriker,    bald    legt  er 
Oowiclil    seines    Namens    f\)r   niis«bAndeIte    Provinzen    in    die    Wagsdll 
niemand  wird  zurllekgowiogen.  ftlr  jeden  bat  er  wenigstens  schöne  Wo 
ln(er<>M(Uint  <tureh  xahlreiche  Urteile    über   den  Stil    alti^'r  ScIirifUteller 
der  Brief  an  den  Vesiarchen  Pothos  über  den  Charakter  des  Or 
\m\    Natiani.     In    einem    zweiten,   jedoch    bedeutend   kurzer  geli 
S<-hr«iib«n  bandelt  er  vergleichend  über  den  Stil  des  Gregor  von 
Ba«ilio«  dea  Qroaeen,    de«   Johanne«    Chr>-so!(tomos    und    des    Gregor 
NjnM.     I>as  dem  Psellos  eigene  Korn  allischer  Eleganz  kommt  beson 
tn  d«n  klein«iren  Stücken  glQcklieh  zur  Geltung;  er  ringt  hier  mit  Pbo 
um  die  IVute,  wjlhrend   er  hinter  seinem   eigentlichen  Vorbilde  Syne 
niritekbloiht.     BozQglich  der  Adr^aaten  >ei  ObrigMia  ausdrücklich  du 
hinirvwie»en.  dass  \-ii>le  Briefe  ihre  Cb«r«chnft  nitr  der  oft  rocht  willkl 
Kehen  Venuntung  des  Herati!>geber«  K.  K.  Sathae  Tordankea.    l>aaa  vi« 
AdrMMtttaDainea   in   den   HaiMlsclitiftM  Müm.  ctUlrt  aiefa  darau«. 


4.  Philosoph!».    (»Rl^^^^^^^^^^^^^^^^TSv 

tniin  <li4>  Briofi'.  olitw  HUt-kaicIii  auf  ihren  konkrctun  Inhalt  oder  Ankss, 
vorwiegend  als  titttirari»cho  Kunstworko  und  stilistjecho  Vorbilder  be- 
trachtete. 

6.  Übungen  und  vermischte  Aufflätze.     SopKietiBche  Bravour- 

NtQt'ke  nach  der  alten  IVadition  der  Kheloroitt^chuleii  z.  B.  Lobredoii  auf 

iea  Floh,  die  Ltta»,   diu  Wanze:  bin  Aufsatz  über  Tuktik;   eine  Monodie 

auf  dtn  Einsturz   der  Kuppel   dor  Hagi«.  Sophia;    vier   Strafpredigten    an 

eetne  Schüler,    als   sie  wegen  eines  heftigen  Regens   das  Kolleg   vertiäumt 

hatten,  als  sie  zu  spSt  kamen  oder  wegen  Tritglieit  eine  KUgc  verdienten. 

Seibat  das  entlegene  Gebiet  der  populären  Mythologie  wurde,    wie  es 

tdioint,  von  Psellos  heuchlet;  «-onigstens  gehen  unter  seinem  Namen  Er- 

U&nuigen  zu  abergläubischen  Vorstellungen  des  Volkes  {'Eeiit-tfiai  ti;  ii,- 

,   pmiui  inaidaiuotirti),  wo  7..  B.    über  den  Baßovz^inÖQioi;   und   die  PilXoi 

[  gehandelt  wird.     Einen  iihnlirhon  Charakter  haben  die  Deutungen  volks- 

[   Mtoiger  Ausdi'Qcke  i^I-^(j[ti^rtTat  tig  xmioXt^fai). 

I  7.  Poesien.   Wie  die  Proxaschriftcn  so  bedHi-fen  auch  die  unter  dem 

I  Xiown  de«  Pscllos  überlieferten  Poesien  scharfer  Sichtung.     Ausser  den 

I  S.  437  und  Ha  erwähnten  Lehrgedichten    werden    dem  Psellos  einige 

I  flelegeDheitspoesien.  satirische  Ocdichto  und  epigrammatische 

^Kleinigkeiten  zugeteilt.     Durch  gute  und  alt«  Überlieferung  vütlig  ge- 

Bnchert    ist    ein  Grubgedicht   auf  die   Skleraena,    die   Mätresse   des 

HJUiurB  Konstantinos  Mononiachos,  über  deren  Biographie  Psellos  in  seinem 

■twehichtswerk  {Ü.  1^6  ff.)  nuKfllhHioh  boriehtet:  dazu  kunimen  Epigramme 

MmS  ein  Biuiner  {tfl(i!iov/.ov)  des  Kaisers  Konstantin  Monomachos  und  auf 

lliteii  Protosynkellos  im  Cod.  Vatic.  Pal.  35t>  s.  14  (jetzt  wieder  in  Heidel- 

f  Ufg)  fol.  .'.1':   ebenda  fol.  1-l.T  lamben   über   die  Mondsucht   (//»?!  atXf,-. 

I  nawjtovf.   Ein  in  der  Form  eines  Kirchenkanon  ubgefu«stes  Spottgedicht, 

I  iIm  Psellos  an  seinen  Klostergenossen  Jakob  richtete,  wird  im  Abschnitte 

I  .ßftbmiM-h«   Kirchendichtung'    Par^raph    .Spielereien   in   der    Form   des 

I  Kirdienliedes'  besprochen,     Ein  ftlmliches,  noch  unudivrtes  Spottgedicht 

I  .in  Uonacbum  Sabbaitam',  das  nicht  weniger  als  297  Trimeter  um- 

bwt  IBegiiin:  Nföi  lör  oaiar  at  xt^v  l%färav  lov  ^i'ov),  bewahrt  der  Cod. 

^'■tic    Pal.    3S6  s.    16  fol.    liy-lSä.    weniger    voÜKtiindig    auch    der 

■leiL   Vatic.   Urb.    141    fol.    176  f.      Mit    diesen    Spottversen    verbindet 

^Wi  «in  «herzhafte»   Gedicht  an  die  Krätze,  die    einst  den  Dichter 

fkfUe.   Diettus  hinsichtlich  seines  Themas  in  der  Weltlitterat ur  weht  einzig 

ilaatebende  Poem  bewahrt  der  Cod.  Lau  r.  32,  52    unter  dem  Titel:   Tov 

artoi-  fjtiiffif  /;i;oi'iof  .toi*.     Es  beginnt:    — u'/oi';  Afixuj]k   rij   xaXy^  i^m^tf 

^litm.    Unmittelbar  vorher  geht  ein  Gedicht  an  Kaiser  Isaak  Kom- 

aenos:   Tnv  aviov  n^%  'loaäxtor  avtox^öro^tt  löf  Kofirr^röv.     Vor  diesem 

Otdicbt  stehen  einige  Poesien  des  Konstantin  Sikeliotes  und  vor  diesem  end- 

ÜA  oioe  Hrosa»chrift  des  Micliaol  Psellos.   Da  nun  dos  Gedicht  auf  Kaiser 

Imk  Kotnnenos  aus  chronologischen  Gründen  nicht  dem  Siziüer  Konstantin 

gridiren  kann  and  im  Gedicht  auf  die  Krätze  sich  sofort  ein  Michael  als 

Verfasser  Iwkennt,  ao  wird  man  annehmen  mtlssen,  dass  dor  böse  Kobold 

Ter  nrtov  hier  wie  in  unzähligen  anderen  Fftllen  Verwirrung  angerichtet 


fo 


Bytantlnlach«  LittwatnrgeMhicbt«,    I.  Proa»ia«b»  LltUntar. 


litt  und  1>eicle  O^dichte  dem  Peollos  gehQron,  obschoti  k«mv  Scluifl  v«u 
ihm  unmitU'lbar  vorhergeht.  Vgl.  M.  A.  Bandini,  Catal.  codd.  gr.  Wbl. 
Laurent.  2  (1768)  211  f,.  umi  K  Matranga.  Änecd.  gr.  I  28  f.  Zwfj 
weitere  nach  Inhalt  und  Ton  %*orwandte  Gedicht«  stehen  im  Cod.  Vindoh. 
Iheol.  gr.  2-12  (Netwel).  s.  15.  Das  erst«  (fol.  42—55")  goisselt  in  -(6.'. 
potitiHchün  Vi-i'son  die  Sohcinweisheit  eines  ItfOnches,  der  eicli  unterfang«» 
hatl«,  «n  Poellos  üiiien  prahlerischen  und  bissigen  Brief  ra  rieht«».  IV-IW 
mahnt  vorerst  seinen  Gegnor  zur  Be*ehoidonheit,  Demut,  Friedfertigkeit 
lind  Nächstenliebe :  er  spricht  im  Tone  überlegener  Ironie,  begibt  sich  aber 
durch  tinmiteisige  Breite  und  Plumpheit  des  Vortrags  jeder  feineren  Wirkung. 
Auf  einmal  nimmt  er,  vt'w  im  Bcn'usstscin  der  UnKuIftnglichkf^it  seiner 
ironiachen  Predigt.,  seine  Zuflucht  zu  derben  AnzDgltchkeitcn.  Asien  m 
nicht  .selten  von  Barbarenstämmen,  von  Parthem.  Hunnen,  Agarenen.  Ru- 
mänen und  Armeniern  heimgesucht  worden;  diese  Wilden  hAtten  der 
Mutter  de«  Mönches  offenbar  nngethan,  vas  sie  Gefangenen  annitban 
pflegten;  kurz  die  Mutter  habe  ihr  Geschlecht  verfälscht  und  einen  BaHttnl 
zur  Welt  gebracht,  der  ein  libyaches  l^ntier  zu  heissen  verdiene.  Nicfc 
dieser  plumpen  und  recht  witzlosen  Verdächtigung  der  reinen  hell«ni«;lKa 
Abkunft  des  Manches  werden  ihm  »eine  aiigchtichen  früheren  Benifsarteii 
vorgerückt;  er  sei  einmal  Ziegelarbt>it«r  gewesen,  habe  aber  nur  iimi 
Lehmträger  getangt,  dann  Gärtner,  Tßpfer  u.  s.  w.  Er  muas  sich  mahnen 
ta»seu.  nicht  i^tolz  zu  sein  auf  Stock  und  Langhart,  erhält  aber  dann, 
nachdem  durch  die  vorhergehenden  Insulten  gleichsam  sein  Übermut  ga- 
hrochen  sein  soll,  freundliche  Unterweisungen  in  der  heiligen  Gcscliicbb' 
und  in  der  christlichen  Tilgend,  und  der  Schluss  klingt  erbaulich  wie  dOT^ 
Anfang.  Titel  und  Anfang  dieser  übel  gelungenen  Koplik  lautoa  iH 
der  Wiener  Ilandschnft:  ^ti'xoi  inv  virtfiiifutv  1'f}.Xor  ngöc  fioivi 
tira  yQÖiI-tivtn  irpö;  «t'roi-  /<*,'>'  vntft^^aiiaf  xm  (foxoi'i'ro;  (so)  *i'n 
itra  trSi'  aoqiör.  "Ein  /tir  r;/tn^,  äitk^,  tä  tpvyxä  ^^oiti^tit.  Xun  fol) 
in  derselben  Handschrift  ffol.  55' — 59)  ein  »weites  Spottgedicht  mit 
seltsamen,  wohl  sieher  verdorbenen  Titel:  Tor  nötav  n^  tör  aiiär  i»ii^ 
nriff>/xi  xori  xorämni.  Beginn:  X^'vo;  noÄvt  na^tSQtifuv,  ä^'  arntg 
n  Y^fifin.  Das  Gedicht  enthält,  wie  schon  die  Übersclirift  andeutet, 
'  Fortsetxung  der  litterarischen  Fehde  mit  dem  Müncho,  mit  dem  sich 
erst©  Gedicht  beschäftigt.  Hier  gibt  sich  der  Verfasser  au.sdrilcklich 
Mfineh  zu  erkennen,  indem  er  bemerkt,  er  habe  das  Schreib«»  des  Q«gDi 
in  einen  Winkel  seiner  Zelle  geworfen.  Dm  wtlrde  ganz  gnt 
PselloR  pausen,  der  ja  einige  Zeit  in  einem  Kloster  des  Olymposber 
wibrachte  und  sich  dort  mit  den  Mönchen  schlecht  vertrug;  allein  da 
diews  Machwerk  trotz  der  ausdrücklichen  Zuteilung  nicht  dem  Ps 
gohnn-n  kann,  wird  durch  eine  Stelle  do^telben  unwiderleglich  I>ewie«co 
Dtr  Verfasser  pocht  in  ähnlicher  Weise  wie  im  «rsti-n  Gedichte  auf  seil 
Golehrsanikeit,  lacht  über  die  Ignoranz  seines  Gegners,  der  von  A< 
Orthngrajihii'  iindMctrik  kleine  Ahnung  habe,  und  suchtihm  endlichdurch  A« 
Zählung  ttltiriT  Autoren  n\  imponieren.  Zulctxt  ruft  er  dem  MOnche  ironU 
z«,  V«  sei  schade,  dass  seine  prächtigen  Verse  von  den  aus  die.s«m  Lelwu 
wliiodenon  Litteratnrgrössen  wie  Pseltos,  Pisidea,  Christophoros  (von 


4.  PhiloBophf». 


Baue).  Leon  (wohl  l'hilosopho»),  Tli«opli,vlakto8  vuii  Butgumii  nicht  mehr 
▼emomnien  werden  können: 

2il  J'ai  iniftifu  VüXi,  IltoiSti.  X^iaiatfiiQi, 
Mir  Mai  (ttatf-iillitxit,  npuitf^r  Dot-iya^ine, 
Jurijy  tun  n»Vii  /aJ.inijv  \'niim}tt  iijftiar 
n(itfiiiaatii)'ti(  i'Ttä  yijt  *bI  fiij  ftifiK9ii*6tt{ 
Tfti'f  ori'/mt,  oie  fin  Tt/nouiftv  fiövoc  ö  arijcanloioc, 

Zum  Scblusee  mahnt  der  VerfaBHer  den  MHnch,  er  niAgc,  nachdoni 
^  frBher  nichbi  gearbeitet  habe,  nun  wacker  die  griechistchc  Grammatik 
Btti<lJ«ron.  Wenn  nun.  n-jc  die  Erw£hming  dos  PselloH  unter  den  Litteraton 
der  Vergangenheit  beweist,  dieses  Poem  nicht  von  Psellos  vürfiiöst  »ein 
hAon,  90  ist  ihm  natürlich  auch  die  mit  der  zweiten  eng  zusammenhängende 
■nte  Spottepi«ctel  absusprechen,  und  der  ohnehin  »tark  belastet«  Mann 
\  wird  wenig^-tons  Avr  Vertntwortliobkcit  fflr  diese  botdun  ihren  Verfasser 
L  «flnig  ehrenden  Elubornte  ledig,  Der  Fall  i«t  mit  Absicht  etwas  nueftdir- 
I  Geber  behandelt  worden,  weil  er  die  grosse  Anziehungskraft,  die  der  Namu 
I  PaeUM  auf  alle  möglichen  herrenlosen  Erzeugnisse  ausflbte,  deutlich  und 
Ikfarreich  illustriert  Nint  wird  man  auch  gegen  weitere  I'selliana  der 
■Wiener  Uandiwhrift  mi(>strauisch:  es  folgen  dortselbst  fol.  59'--60  noch 
H'rh  abermals  ausdrücklich  dem  Peellos  zugeschriebenes  in  der  Äit  dur 
BB(ii^iiheiti)gedicht«  de«  Christophoros  und  Johannes  Mauropus  gehaltenes 
■Datkpoem  an  einen  Freund,  der  dorn  Verfasser  vom  Lande  Trauben 
Btnchiclct  halt«  (16  Trimeter;  Anfang:  Iv  itt'v  iit  xttQno'i  d^fio/?  rijs  (roTg  H») 
lajpTtior)  und  ein  erbauliches  Gedicht  Über  das  Gebet  (22  Trimeter, 
Vfie  alle  mit  Si>x>^  beginnnen;  Anfang:  Bi'Xi]  iiimi}  lovi  ,iQoioi'f  tmv  er  ,?(V(i}, 
LVtan  und  von  wem  nun  diese  Gedichte,  von  denen  die  zwei  ersten  sicher, 
■Ae  swut  lotzt«n  wahrscheinlich  dem  Pselbs  untergeschoben  sind,  abgeftutst 
Fvorden,  Ifost  sich  vorerst  nicht  nillier  bestimmen.  l>ie  Erwähnung  des 
I  IWIm  und  des  Theophylaktos  von  Bidgarien  unter  den  Toten  ergibt  als 
I  Fitkgroikz«  etwa  den  Anfang  des  12.  .lahrhundei-ts,  und  vielleicht  haben 
I  wir  d«o  Verfasst'r  in  diesem  Jahrhtmdert  in  der  litterarischen  Atnio- 
I  tphire  einen  .lohannes  Tzetxes  und  Theodoros  l'rodromos  /,u  suchen.  Wenn 
I  io  zwei  Spottepisteln  auch  litterarixch  wertlos  sind,  so  wUrdon  doch  einige 
'  Stttleo  wie  die  Aufzilhhing  der  damals  beliebten  Klassiker,  die  Erwähnung 
,  iet  den  Byzantinern  geiahrÜehen  Barharenviliker  und  die  Bemerkungen  über 
■pH  8ewerbeleben  eine  VerQlfentlichnng  rechtfortigen ;  die  zwei  kleinen 
PMicht«  würde  man  als  h^gSnzung  des  Bildes  der  byzantinischen  Uelegon- 
L  fc«t»-  und  Erbauu«g»i>oeMic  gerne  mit  in  Kauf  nehmen, 
h  Endlich  werden  dem  Psellos  in  den  Codd.  Paris,  gr.  3058  s.  1,'» 
mbi  36— :17'.  Athen.  11K3  und  wohl  Öfter  dreissig  jambische  Distichen 
Bnf  Tagenden  und  l<ast«r.  Kflnsto  und  Wissenschaften  zugeschrieben  und 
■le  nnd  unter  seinem  Namen  auch  ediert  worden.  Allein  dieselben  Verse 
■lilwn  im  Cod.  Laur.  Conv.  soppr.  18  s.  H  fol.  2!)2,  unter  dem  Namen 
■h  Tbeodoros  Prodromos  und  im  Cod.  Laur.  S.  Marco  :118  s.  14 
■l  1  oofcer  dem  eine«  gewissen  Paniotos  (//aivw'n,^-).  Gerade  die  Selten- 
Hwt  diwt««  letzteren  Namens  spricht  fUr  die  Richtigkeit  der  Zuteilung. 
md  so  wird  Paollos  auch  auf  diese  Distichen  verzichten  mUasen. 

Aa<g«ti0D  und  llilfiinittol :    1,  Von  den  lahUosen.   meist  Hctiwcr  xiigKngiictiofi 
tUan»    VTvekea    mtma  hitt  abgoscli«!!   werden.     Die  Uttupt(UDdatlltte<n  I'»elliaiiiacliftr 


U2 


Br£&BttBÜ«he  liUerktargeachlclit«.    I.  ProtfclMhe  UtUrktor. 


^hrifUn  mihI  j«dit:  De  •penUnM  dansMiiin  ed.  Pr.  Boissaiiad«.  Kor>mb«rga«  ItflM 
mit  'J«  udoren  SiD<-k«n  vcfMU«I«n«a  IbIuII».  ~  MIcbs,  Patrol.  gr.  132.  4T7-lltN9 
flilWiiltiM(i1iii  tli«olo)p(»cW,  philMopkiBcbar  und  jandiMar  WmIi*.  —  K.  If,  Suthiu 
Utammwvaf  fiflit»jf^.   voll  4  (1^74)  lUil  5  (1875),  cotiillt  dw  G«Mhidito*itrk.  tM«? 

•inriata  G«ttitiig«B  v«cteQt  Gkb  die  wiclitig»!«  Uttaralar  MgrädanBUMi): 

2.  Philosophie  ond  Natarwiaacnachaflen:  Xtm  U«wt*  bei  Boiasoondi*  und 
Higii«  a.  a.  0.  —  Konnentar  lar  Phj'sik  des  Arii^tololc«  InUiniach  »d.  Cnmuiia», 
Veaedig  ISM.  —  KomiMotar  mm  Imloe  dw  Plal«n  (lUr  ri;)-  rw  Otnr«»^  <f>v/*/o>-ii"  i 
ed.  Viacant.  Kot.  «r  extr.  IG  (1847)  2.  81$— 337.  -  Q.  Liador,  In  Platoeia  de  aniuM 

PriKTaaiMn«  praecinta  commentariua,  C^lae  18-*i4.  Küieo  Bnonym^n,  aB)c«tilick  dfB 
»olltn  g«li9ngeii  IVaktat  HfpJ  nüt-  /d«»*-  «{  »  lllataif  i/ytt  od.  >>.  Linder,  Pfailoleg« 
16  (l**ßO)  .%S3-a:i(t.  —  Käel)  Traktat  f/pa'f  (m'(  iSpaiti;«ai'ra{.  miau  yint  nir  ifiXomif^^ 
fidmr  läym-,  dar  dar«h  din  Krltnllunf;  von  rragmenten  der  Aiyrtruaai  da«  CblrMBM 
(1.  Jahih.  n.  Chr.)  wichtig  iat  «d.  K.  N',  Saliias.  UalletiD  de  ooncepMid.  h«ll£n.  I  iI^'TTi 
121  ff..  104  IT.,  »09  (T.  '  :tw<>i  TrakUlc  Aber  dio  clmlditiBolicfi  Orakel  bei  MigDe,  PitiMl 
gr.  13'J.  H'JS  rr.:  «n  dritter  bei  Oui).  Kroll.  D«  oraealis  UialdUMiia.  BNaln  IW 
i=  Brcülnuar  piiilol,  Abb.  VII  I)  S.  73  ff.  —  StQirk«  aus  drr  Jiiaawakia  lavtodmm^  «d.J. 
.i.  €rumi.-r.  Anccd.  roriii.  1  (1^3U|ä35  ff,  |  die  Übrigen  boi  Migoe  a.a.O.).  Weitere  EtgtanuceB 
Itnb  Hl -Kni.  Hu  olle.  XLII  GhapTtr^ii  inifdila  et  compldauaitBiKe  du  recneil  Ae  UiAtlfmOm 
inttUiJ«  .ItiaaxtXi«  .'»»rroJani; ,  AuDunirc  de  raaaoo.  13  I18T9)  230—278.  —  Eia  dM 
123.  Kapitel  ilvr  MiSnutiaUH  beriohli^i'ndra  äriefTrafmeiil  des  Paellos  ed.  au«  Cod.  Kam. 
Y'-llI—IS  Paul  'i'uiinery.  PmIIuh  sur  la  grande  anu^o,  Renie  des  6t,  gr.  &  (1^3) 
bia  211.  —  AuH  d»nelbM  Hs  ed.  Paul  Tannorv.  Paullut  aar  Im  aembrea,  Berae 
*t.  $T.  b  (1892)  HS  -347.  Taniiet?  fljliii  di(<s«a  S^tllck  lUei  ffVi»ii«>  nur  d«D  Ne«pl. 
nikcr  Inmbliclio«  lurUck,  Mit  dvr  dann  i'tith(klt«n«n  Ealileomj'atiscb«!!  Krklarung  dar 
(lunc  d«A  Embryo  ist  ein  Traktat  dMi  Jolianocs  Pediasimos  in  vergleicli<'n:  a.  dieMn. 
Piwlloa  lUfl  nHftniiSiat'  liritytiaauüjiov  t\ä.  Wcstomiann,  UufaioS^yfäifm,  Brauosohi 
1839  &  143-148:  vgl.  8.  Xl.lll  (T.  -  Ke  Einleilnng  in  dl«  ßvthmik  «d.  J.  Caaui 
Hhoin.  Mus.  1  (184S)  620-038.  -  Eine  meteorologisch  e  Srbrift  ed.  I.udw.  Jan,  Ji ' 
Jahrb.  SupjiloiTipntb.  7  (1841)  588—550.  —  Ein  Stück  //tpi  '■n'  t']<  owiponijf  stfäi 
(fpoKujf  xni  ttfavfiäv  ed.  All«  Cod.  Monoc.  gr.  287  N.  Politen,  Jisfiäitti  uttiifii»y 
liv3oi,  Athnn  1880  8.  6  f.  —  Daa  mediuniscbe  Godifht  ed.  Fr.  Uoissonado,  Aored. 
1  (1829)  lT.^-.2:i2;  itbonda  S.  233—241  dns  Ventoirhni  iidpr  KninkhoitsnamiMi  und  S. 
bia  'H7  dnr  Aiirsutz  llbcr  Londwirtat^hnft.  Auch  boi  LI  dr-lnr.  Phyuid  et  mcdid  giSM 
minore»,  vol.  1  (ItMl)  20S  ff.  -  7m  dt^n  phjraiknliaohrit  Probkmon:  Tk.  I>ahner,  Z» 
Michael  PmIIus  und  Plutnrch,  riiilalogu»  14  11859}  4ÜT-4ia  -~  l'ober  den  VetfuBCf  dM 
lofiechen  Koni|wndiunis  s.  C.  Prnutl.  Ueachichte  der  Logik  11  2H  If.  und  III  lü. 
Mine  Sebrift:  Mioliuol  Pscllos  und  Petras  Biapanue.  eine  Kcchircrtigung.  Leifak  I 
Dagegen  Ch.  Thurot.  Hovuo  iirchJol.  neuvelle  tirio  1(1  \lHiii]  J tili -Duteai bar.  um  Rar 
oriti<|ue  18<i7,  Nr.  13  und  IT.  Val.  Rose.  Hermes  2  (1867)  14fi  ff.;  ebaodoH  465  S. 
Oregoriua  SoJitsTiiia.  Vgl.  nucb  noch  Ueberw«K'Heinxe.  Qnindrisa  der  GeaohkW 
?bil<»opbie  II'  186  f  und  W.  Christ,  GediU-htniarede  auf  K.  Prantl.  AbbandL  k 
Akad.  iSK'ä  S.  4Ö.  -  Ueber  die  Euklidüilate  im  i.Vi«;7i«  vgU  J.  L.  Hoiber«.  bH 
goachiohlliche  Studien  Ober  Euklid,  Leijuix,  Teubner  1^82  R  313  ff.  -  Kin«n  natbMaiM 
schon  Brief  dM  Piinlloii  fd.  Paul  Tanner_v.  Diophanti  Alexandtini  optm  omaia,  «etl 
(Leipzig  19{t.^)  37  42.  -  Zur  Srhrift  Dbdr  die  vinr  inatbematincJidn  Diniplinan  rgl.  " 
('anti>r.  Vorleiiuugon  Ohor  l>t«fhichli>  der  Mniheinntik  P  (1KI)-1)  472  f.  —  Kiot« 
des  Paello«  lUßi  xpwvnaiTat  bnipriohl  Ch.-Km.  Ruelle.  La  Chryeop^  de  IWMiai. 
des  d4.  gr.  2  (1869)  900—2(17.  —  AuwDxe  >u>  phÜoBopbischen  Traktaten  bei  Tk.  Uapei 
Uss  Synodikon  dir  die  Woobe  der  Kccblgliubigkeit.  Odeasa  1803  3.  49— &6.  —  Den  i 
siniMh-naturwiainneeliaftliehea  Schriften  wie  noinem  bertlbmieu  Nainon  Uberhnupt  btt 
Peelloa  m  verdauken.  daas  ibu)  »iiater  pack  Hausarineibacher  raceecbrieben 
s.  U.  im  Cod.  BoDon.  l'eiv.  3638.  Vgl.  A.  Olivieti.  Iiidtee  de'  Codici  greci 
Studi  ilal.  di  lilol.  clnas.  3  <1^:>>  4.V6.  In  iino  Katrgotie  gebGrl  »ohl  sack  der' 
Ihoi  01^0 nXiii Min ni'nt  Ktü  o/wnxnaiii'fK,  den  R.  Hercfaer.  Phtlotogu  8  (1858)  165— lÄ 
and  »,  Hulile.,  n„f9tt^r  1872  S.  1095-1097.  ediert  Ilaben. 

8.  Philologie:  Clediobt  aber  tlraotHialik  ed.  Fr,  Boisaonade.  Aneod.  er.  3  il»31' 
M0--fiS8:  ebeadort  429  43«  die  KU>el  des  PseBo«  und  437  4.%2  di»  d«  Me«alon>it» 
Md  Aalikalamua.  -  Zum  gramniat.  IJodirhtr  viel,  l'blig'a  Anaainbo  d»  Dianj-uon  1'biu. 
PKl*g.  S.  40.  und  daa  anonvaie  (Eedicht  in  ll>^7  politischen  Versen  bei  BoiBSDnade.  Aiwcl 

S""'  'L'  '"^^  ^'^ '  ä^>  """l  da.'«  nnonvuic,  ffbcnfallff  in  (-olitisrhca  V«raea  abgcfaut«  l.estkea 
•■  R    Hiller  aus  einer  Aiboshiuidsi-farif)   im  Annoaiir'  ds   l'aKMC.   8  |l^T4)  'Ä1-W4 
■ullett  hat     -  Utdicki  Ober  daa  jainbiacke  Uctnuu  edd.  A.  Naaeli,  M^longco  Gre«o-f 


kTblloBopbie.    (|l? 


n  4Iti  f .  hikI  W.  Studemuud.   Anucdot«  Varin  I  198  f.    —    üutnerisoli«  All«(iori«ii  od. 

Fr.  B*iBaoiiadB  mit  den   AlleRorieii   io%  TMte«§.   Paris  1851.   —    Prob«n    aua  Hoirn»-- 

fcomnitBtBmi  ed.  K.  N.  SkttikB  mit  der  Abbradlnog:  Sar  l«a  commentair««  BvEUultns  rulutifii 

MX  ooBi^diaa  Js  IKoandt«,  aux  poOmes  d'Homtir»  etc.,    Annoaire   do    I'&muc.    'J  (lä7j) 

tßl — SS8.  —    Die  pHBfhrMo  lur  Itu«  od.  obnc  Autornam«!!  I,  Bvkker,  ScUolia  in  Houeri 

nUaai.  B«riia  182&-  1827  a  fi.M  -»II.  Sie  Hlvlit  u.  a.  in  den  Codd.  Bodl.  Baroec.  47. 

P»riB.  1045.  Lanr.  33.  «,  Laur.  Conv,  Koppr.  GS.  Vonpt,  Mnro.  IX  33.  Vatic.  PaUl, 

U  (in  ilea  tcli(«r«n  beiden  ohnn  AutoTtiamitn).    Vgl.  Bnndini,  Catalogiu  codd.  rim  biblin 

Amm   ll«d»OM>-Uur.    11  2>)L>.     ItaupUchrilton :  Kd.  Schmidt.  Do  Hindin  paiapliriui   Ilek- 

fctriäBB   et    nvUpliraai   Villainoniniu,    Dinn,,    Kdni^bcri;    ItiT-'i.   und:    Arthur   liiidwich, 

AriataraliB  Honeriacbo  Textkritik  3  (Iä8ö)  4ä3-5ö2.    —   Getlichl  und    Briefe  über  Ehe- 

torik  »d.  Cbr.  Walt.  Hholur»  Uwci.  vol.  S  (lüU)  eäT—TOU  und  vol.  h  |  Ii|t35]  .^UK-6u5. 

4,  Oe&ehirhlnwprk:  K<\.  pr.  K.  N.  Sathna,  .Vf».  ;i(^»(o?».  vol.  4  {|KT4),   Vgl,  dio 

BaaprachM^  von  K.  Millnr,  .loumal  dos  SavauU  lt<T^  S.  t3--29.  —  Hilfsmilt«>l:  N.  .Sku- 

halanovit,  Byiant.  f^tnnt  und  Kirche  im  II.  Jahrhundert,  Peloraburg  18^4  (llbnr  dio  Ab- 

(BaMniCSMit  a.  a.  w.).     ~    S.  HOckl.    BtAllur  f.  d,  bayar.  (iymnasialschulwcJiDn  'il  |I8S3) 

4     l!>  lOhw   di«  Q(HiU«n   und  Auaaobr>-ib(>r).    —    W.  ÜHchor.    Beitrlkgo   zur   hJatoriiiDhoii 

Knük   dn    IjKia  Dtakonoa   und    Michael   PtiellM.    MtUi^il.    d.    Inatitata  fUr  Sateirreioh.  G*- 

itattfoirMhaEig  7  (I^M)  3:>8-»T7     ~  Job.  Seiiur,  Nik«phuros  Br^enniiM.  Mfinchni  IS8S 

890.  —  J-  B    Biirj'.  Roman  «oipurora  from  Ba*iil  II  i«  Ishuc  KoninenuB.  Tbv  Englinh 

lot.  review  4  (1689)  41—64;  251— 3m,  ~  Kmeudatioii^n  von  J,  PunlaiidcH.  '.ittrjyuiar 

1 11874)  IHW-686;  7  (1878)  322  -846;  8  [1879)  44-07;  247-2,-,7.    Auch  =plb6tändi((  er- 

icbinim  als:  Jiap9*r«<ic  tic  .Ifi/Rijl  t'ilXof  jfporoygurfinr,  jiiftm  ii.  Alli«<n.  'f-'x  toi   leno- 

ffufti'ar 'fi^Mi  1879;  u'po' ,''  '""^ ''""^"^'bnu  Titel)  al«  GintnlatioriMrhrift  HQH.Sauppe, 

lllwii.  BUet«   \f-»%.    -    K.  S.    K<onto«>,   'AOr,yB    ]    (ISSö)  36V  f,  (EmondationenJ,    - 

Otdxkl  ab*r  di«  Synoden:   Kd.  pr.  wohl  in  dem   lUndcbnn:   Cyri  Theodori    l'rodromi 

ifapaiMtuta  et«,,  B>*i1eaD  1536.    —    Ed.  K.  Simanjdes,   'o^oHimif 'FJAi^rav  SgvXvyiitm, 

jii^  UM»fit.  I^don  1865  S.  2lft-221. 

&.  Juridisch«  Schrift  Oll,  Roden.  Brief«,  l'ebnng§slllcke  ii.  s.  w.:  Juridiitchft 

MriftM  bei  llignd  ».  n.  0.      -   Kinigo  Brief"  ed.  ans  Cod.  Falat.  35ß  Fr.  Crou»or  in 

tu  .UiK«IlaBea  maximatn  pnrtem   critica  cumviriint  Fr,  Trang.  Friedemnnn  nt  J.  D. 

«■dofT.  Swekoda-  2  (Wittonhcrg   IN23)  601     623-   —    Eine   Anzahl    von  Briofan    bat  L. 

F(.  Tafel    tntHmlich   ab    Klgentum   des    Kuslalhion   von    Thessatonike   (*.   dienen) 

ttet    -    tUden  und  'ÄiR  Bri*fn  »d.  K.  N.  Snthna.   ,W(».  /ti/lX.   vol.  5.     Zwei  Briefe  mit 

IWlIiiiai  1» I   t'ebrrBcliang    hatte  Sntbnit  snhnu  im  AnnnaJre  de  TasBOC.  .S  fI874)  193^231 

tfptaih.    Zun  T«xto  detüclbL-n  rgl.  A.  Kbcrhard.    Bursinns  Jahresbericht  Bd  3  (1*4771 

IM  f.    —    Mododiv   anf  iva  Schtllvr    Jubiinuee   l'alrikios    ed.    Alb.  Jnhn,   Joluis  Jabrli. 

ImlmcBlfc.    (^  Jahns  Anhir)   11   (l»4ä)  347—361.    —    Den    Brief  an   den    Veataichen 

NtM  flk«r  Greicor  ven  Niuiani  ed.  pr.  H.  0,  Coxe,   CaUlogi  oodicum  mits  bibUDfh«cau 

ML  ptn  I  <185S)  743-761    fan»  Cod.  Bodl  Hiscell.  189  Tot.  195  -ISa    Die  Sohritl 

Abt  Moh  in  Cod.  Vatic.  Pal.  402  s.  II   ful   380-387.     Fehlt  bei   Migne).    -    Dm 

tm^  nrw*»dt»  SchrMben  Aber  Or^Kor  ron  Nsziaiii,   BaailioH,  Chrvauftlomos  und  Gregor 

m  KiMi   »d.  Fr,  Boiasonade.  •i'itldf  8.    124-131.     Wi»derhölt  bui    Migoe.    Patr. 

B.   In,    901—907.     —     V.    Tasi  Ije  vakij,   Zwei    Briefe    de«    byzantinisch eu    Kainpr« 

Mid  VII  DukM  an    Vaevolod   JuMlavie,   .lonro.    Min.    1876    Bd     18'2    Dozemborhnft 

R  tW— 8IS.     V.   maelil   c»  b«Iw  wabrAoheinlioh.  da»»  diese  itwei  von   Peellos  im  Auf- 

tOf*  im  Kamen  verfaiutMi  ßrirf«  mit    ein^r  Braut werbnnR    fnr  des  Knianra  Bruder  Kon- 

''iTttitrt   (in    der    Mi*,   jhfi.  i  Nr.   143  und  144),   als   deraii  Adr<>iwi>tnn  Kntbas  u.  u.   den 

U*tt  <i'uiarjud  bninirhnnt  hatten,  vinlmohr  nn  dnn  KieWHcben  TcilfÜmlnn  Vsevolod,  den 

laka   den   JarnaUv.   ^criefatcl   «ind.     Inhaltlich   Kind   beide  Briefe  identiirh;   es   sind  Kot- 

■Drfe  cnr  Annwakl.  v«a  denen  nur  einer  wirklich  flbp('>(>hickt  wurde.   Vgl.  dio  Buaprechun^ 

I«  E.  Kurt».  B.  Z.  3.  e3('-fiS3.  -  Zum  T«ta  dicner  *woi  Briefe  W.  W(agBer).  Li(*r. 

Cnbvlbl    Ii«::j  Nr.  2&  Sp.  8J0.  und  E.  Kurt».  U.  2.  3,  fl32  Anm.  —  Emiite  Reden  nnd 

AM»  «d.  mit  Kommetilar  B.  Hua»  im  Reeueil  do-i  historicns  grccs  dwi  eruisades  1  iPuria 

IT-'j   1-   fiO.  —  Ueber   einiges  Neue  hnt  P.  ßozabrutuv   uHhei«   Mitteiluuiten    gemachl. 

■ImlKb    Diwq-   ein    Oerichtsurut okull    vom   Jnbre    1075  (.In^or   tii    iw    Ir  UXuxi^yii 

eniti  aarumti).    JoDrn.  Mio.  1889  Bd  362  8.  72^91.   einen    Ehekontrakt  mischen 

-liael  V(l  DoltM  Q&d  Rotiarl  Gidscard.  Joum.  Min,    1889   Bd  2e,>  .S.  23-»!.   die  An^ 

la^ered«  inffa  do»  Patriareh«ii  Michael  KeralarioB.  Jonm,  Miu.  1889  Bd  36''>  S.  32-  M. 

Vgl.  E    Kurtx,  B,  7..  2.  1«7;  3.  «83-635    —  Allerlei  Erzeugnisse  der  Sehnlrheterik  von 

PtMou  b«walirl  t.   B.  der  C«i).    Sarb.   »r,  11  61,     Dm    ittleressHnteelc   ^türk   iat   eijie 

.Ifculnjpanlin  Etlioiraüe',  in  wole.ber  die  alle  Rhetorentechnik   auf  ein  cfariNlliohoa  Thema 

fliwil M.< iii  ia<:   Tm)   VrÜlap  r;9oiiorltt  Stoioyutj  ■   Tti-at  äv  f^toi  Xiyavi'.UJtii  r(>f»>j|U/p»<' 


r. 


jrj 


BjiBBtiDiiKlie  Litt«rfttargMcliielitft.    I.  Proftaiach«  UUerttar. 


hUt  iler  Sclirift  <Im  Psollo»  Ober  Jen  Kinehin  d^r  llNgia  Sophia  (K^  i^f  «tc  mfim 
£o^iii  <iTfittw«iif,  die  bei  Migiie,  Vau.  gr.  122,  Oll  ff.  gedraokc  iai,  ist  m  vogteiolMn 
<!«•  Proko»  von  Gaxa  Mov^iin  ilt  tijr  äjdar  Xtnflu»  nncfomr  äni  9nau«i,  lUn% 
Patr.  gr.  87.  8.  2837  ff. 

6.  Poeeien:  Das  (irabstKÜclit  nut  die  Sklaraina  td.  U  Starnbach,  Rmtfnwjr  I 
SprawcadaDia  a  P<isiedz*n  wydmiu  HM.  akad.  um.  IS  (Krakan  I89t|  87&— 392  laoa  im 
Cod.  Paris.  Suiiiil,  gr,  (!ßO;  noch  anbonDtxl  ist  Cod.  I.aiir.  CoBV.  aoppr.  627  a.  13 
fol.  19).  ~  Das  t.i>hrg<[<(tirhl  Dher  die  PBalmi-n  an  Kaisnr  Uioltaol  Duku  «tobt  I.  B.  in 
don  (;«dd,  Laur.  Conv.  soppr.  627  fol.  »:l>-ä.'),  Marc.  4ätf,  Üadl.  Bnrocc.  ä->,  s.  11 
fol.  219— SI9  II.  lt.  —   Kit)  nnoDTmea  Hellicht  Qboi  dua  Piultor  im  Cod.  At  hnax  222%.  M 

-  Uin  ItAlnalHanunlung  cd.  Fr.  ItuUsuDude.  Ad.  gr.  3  (1831)429-452:  übend n  4.'>3  -4» 
die  kloine  S^nimlung  dos  .Autikaluinoa*  und  «in  b«rrcnloaea  RAIael.  (jutmacTRi  tkr 
(tioM  und  illtc^re  KAIaal  «owie  n'iclifl  bibliOKraphiavhe  und  bandachriftlicba  Notiaca  bw 
C,  üillliuy,  Svmbolaa  criticav  ad  luithologiam  Krvecai»  «x  librin  idhdu  Btriptia  petiU«^ 
lud.  lect.  r.  d.  ijaramer««ni«flter  1891.  GDttingen  1S91  &  0-18.  Die  dem  Kaisu'  Uidhatl 
Dukaa  fewiduivten  Btta«l  atebco  aitrb  im  Cod.  Barbar.  I  41  to\.  104.  ~  Die  30  Eni- 
gramme  auf  TugeodiMi.  Lasier  u.  b.  w.  im  Anbang«  von:  HeracUdis  Puiitici  qoi  AtUloltw 
aatalo  vjxit  Altu^oriue  in  Homeri  fabDlna  de  diis  od.  Conr.  Ueaner.  Uasilea«  lAM  (oaoh 
dsn  Kjiifirsninien  uoch  die  drei  ProiHiachnflfln  d#s  PselloB:  'Ayaymyij  tit  tir  TnnuUr, 
'AiXtjY''9'''  ™'P'  'fs  -'fiyyiit,  '.(i'i/iu)'';  >•'(  "Jr  Ki^i^r  fiovi,o!ifrijr  tär  Tidvaata  utiufit^ifarrL 

-  Kin  K[iignimiu  (14  Triineler)  d«s  Micbanl  i'sellos  .senior'  (V|  aof  dia  12  Afwatel  ed. 
.1.  b.  Pitra,  S|,ipileBiiim  SolesroooRc  4  (IftSS)  49fi- 

7.  tinberlieferung:  Schon  frflb  wurde  eine  Knmmoliiuiicabn  von  Schriften  Jaa 
t'Bffltoa  varanstallet.  Ein  ans  dam  IH.  Jahrhundert  eUrnmoiidFji  Kiomplar  denalbaa  irt 
der  iinKcbntzbsr«  Cod.  Paria.  11K2.  Andern  HauptfundslAttun  pacllianiacbar  ScfcrifUa 
tdad  diu  Cndd,  Mntrlt.  t>\.  a.  14  Igcnuii«  Üeachreibung  bei  Jo.  Iriartc,  Regia*  tdbl. 
Matrit.  cDdino»  Kmnci  S.  169-1761:  Taur  S31  c.  II.  34  (jelit  C.  V.  6).  a.  16;  BodL 
Barocc.  191.  ■.  14;  VBtie.  Pal.  281,  i.  J.  IÜ4Ü  (?)  geBchnebun  (jetet  vi«d«r  in  H«*M- 
bergt;  Vatio.  Pal.  HKt  «.  1»;  Valic.  Urb.  134  s,  1&;  Laurent-  hl.  40  >.  15  (g«MW 
Baühreibung  bei  A.  M.  Bandini.  Cntal.  cudicum  gr.  bibl.  Laiut.  2,  808—41«). 
scbriflliobu  Miltoilungen  gab  Cb.-Km.  Kuelle,  Arc^bives  dea  ujissiaDB  adflotifiqiaoB,  I 
toma  2  (1»;^)  4!)7  — H'.27  (B,  den  Index  s.  v,), 

8.  Leb«D  und  Schriften:  Die  Grundlaxe  bildete  bis  in  die  neiMust«  Z«it  doa  l>a| 
Allnlins  Abliaudlmig :  De  Psullis  et  eorum  scriptis,,  Roniae  1634;  wiederholt  mil  i 
titfunsen  bei  Fabrieius,  Bibt.  gr.  ed.  Harl.  10.  41-  97  nnd  bei  Mign»,  Patrol.  |r.  11 
477- .^3^.  —  Zur  Bibliographie  vgl.  F.  Henrichsen.  Uebcr  di«  sofenannteit  pobttoa'" 
Vera^  Leipiig  1830  8.  118—103.  —  Viele  Berichtigungen  und  JCtuMze  zur  Bioigraf fai«  . 
K.  N.  Sathati  in  den  Vorreden  anm  4.  nnd  h.  Bande  der  Mt9.  fifk.  Auf  S«tl>ss  henkt  i 
hübsch«  Skijue  von  K.  Egger,  im  Dietionnaiie  des  acient-os  pbilDaophiquaM  aous  la  Aif 
de  Ad.  Franck.  Parie  I87.'>  S.  141^  ff.  and  die  anafObrlichere  Darstolhug  ron  A.  Itaml 
Bern«  hintorinn*   3  (1877)  241— 3>42.    —    F.inigoa   lur  Biographie   nnd   CharaktentlT 
J«h.    DrIkBrke,  Zu   Michael  Pselloa,    Zoitarhr.    f.   wi^cnsobHftlich«   Theologie   33 
SOS— S30.  —  P.  lieiobraaor,  Der  byxnnlinischc  Sebriftstetlor  und  Sloatunann  JJichwt 

'  PmIIos.  I.  Blogranhi«  des  iWkie,  Mosknu  1K90  irusa-V   Daa  mir  untugluKticli«  Weik  tiombi 
■ach  der  lie<i|ir«rliung  im  Odesancr  Jahrb.  II  ni^^S)  l  S.  ^—96  ■Bin  Teil  aaf  noneia  baad- 
aolirifüicbeii  Material.     -    Bruno  Khodius.   BeitrJ««  xur  Lebensgeschieht«  und  ta  iM 
Uriofen  des  Paellu».    Prugr..  Plauen  1892.    Boriditiguag««!  daiu   tob  J.  Seger.  B.  Z.  '' 
]4dff.  —  A.  Sonur.  Das  Todesjahr  dc^  Paelloa  nnd  die  Ahfaaannfawit  der  Di«ptra,B.  1 
S  {\99\\  603  r.  -   Will.  Fischer.  Studien  nir  braantiaiaekea  Gaschidit«  des  11.  Jahck.1 
Progr,,  Plmen  1888,   handelt    Ober   daa    mit   der  Biagra^ie  iM  I^ellM  «Og  TerbiiudaMi 
liobeii  des  PatriAn-hon  Jehannes  Xiphilinoa  und  Hbör  dt*  jnridierlic  Sjmopsis  des  PmIIm 

-  Urber  Uivbael  Kerularion.  xu  den  t^Uoa  in  «ft^lfi  IWiehungen  stand,  a.  die  frei 
lieh    nicht    «anx   objektive    Danitellan);   von    Fr.   Gfrtrar.   Bj-untinische    <>nsebichten 
(Gnu  1S77)  -IM  fl..  B14  ff.  —  Anfang  einer  Bibltograpliie  de«  Paolloa  auf  (imnd  d«a  Co 
Paria,  gr    1182  bei  Satha«.   JVte.  f,fl.  5.  'tX.  i'~nf.   —  Kinicca  bei  W.  Kugelnani 
Bibliolb*«a  amiptaruu  etaMiMrm  I  (1880)  A-^fi  f.  —  Weitere  bibliograiibiaebe  Mittedtang 
mit  drei    kleinea   Anakdataa  von  Ch.-Kan.  Knellc.    SriXayot,    E&oai.itrrnrti^iK,-,  nm^ 
im'  (I)'   iWitor,   1!^  S.  .Sdl  -814.  —  Zar  Charakteristik:  Ferd.  Gre(i;uroviua,  (l««ch 
dar  Stadt  .Mbnn  im  llittelalter  1  I7S  ff.,  und  benondera  im  feiosiauiicen  AuafOhnmgeM 
K.  Nawnann.  Di«  Weltatollnag  dea  bmntiiuaFben  Eteichea  vor  den  Kreunibtea,  Leif 
im  S.  81     M. 


t8&.   Johannes  Italoe  {'tmämfi  «  'haloi),  am  byzantiniBchon  Ho 
wohl  ttiigpaolipti  uit<]  Hurh  nl«:  (ioiutndter  vvm'onilot,  folgte  dem  Psoltos 


^  4.  Pbilocopbie.    ($g  185-186)  445 

der  WOHc  des  üntnoi  ttir  mXooö^iuf  und  wirktt-  noch  mohr  als  sein 
Vorgänger  durch  eine  rogsamo  Leiirthfitigkeit;  ein  starker  uud  Iicrtigor 
Dialektiker,  widmet«  er  sich  vornehmlich  der  Erklärung  aristotelischer 
Schriften,  berQckRichtJgte  aber  auch  den  Plato  und  die  Neuplatoniker. 
Kiao  int«rc88antc  Schilderung  ^toinos  tin-huU-iiicn  rharakters  und  der  hand- 
greiflichen Art  »eint«  UnU.'rnt;hti.-»  hubuti  wir  in  der  Alexias  der  Anna 
Komnena  (V  8;  X  I).  Büt  der  byzantinischen  Orthodoxie  hatte  er  wie 
Mcb  EuKtratio«!  von  Xikaea  und  Leon  von  Ohalkedon  heftige  Kttmpfe  zu 
bastchi-n.  Cbcr  dio»e  in  die  crtttc  Zeit  de»  Alexios  Komnenos  fallenden 
Stratigkett^'n  berichtet  ausführlich  Nikvto»  Akominatoti  in  seiner  ^rio^'t; 

I  nv  Koftri,nt:  Von  seinen  meist  noch  unediert«n  Schriften  sind  7.a  nennen; 
I  1.  Eine  Sammlung  von  9-i  Antworten  auf  Anfragen  hoclutteheitder  Personen 
I  wie  dea  Uiehuel  Parapinake«  und  des  Andronikos  Dukaä.  Diese  in  der 
t  Alt  der  Jtiaaxah'a  narrorftni;  dos  Psellos  gehaltenen  Stücke  betreffen 
I  Beiat  die  metaphysischen  Definitionen  des  Aristoteles.  2.  Kin  Kommentar 
I  na  2.  tns  4.  iJuche  der  Topika  des  Aristoteles.  3.  Kin  Kommentar  zu 
I  Aristot«li>«  11»^  ißfit^vtiai.  4.  Kin  Auszug  der  Dialektik.  5.  Ein  Aus- 
I  flig  der  Rhetorik  i/i^^oiti  tijg  ^»^mpixi'c  xntri  avioil'ir).  (i.  Expositiones 
I  b^cae.  Vgl.  A.  Busse,  Berliner  Aristotele4:ommf<ntare  vol.  4  p.  1  S.  L. 
I  I.  Vgl.  B.  Hase,  Koticea  et  extniU  9  (ISIS)  2.  UH  fT.  unJ  C.  Prantl.  Uuschklite 

■  itt  Ldgik  II  äSi3-'295.  ~  Ueber  den  oiitu  urwlüjnleu  bcriclit  des  Niketaa  Äkominaloa 
I  *f\.  L  Tr.  Tafel.  Supplcmenta  bistonit^  eccIt-aiiistiL'u»  Graecoruin  a&ec.  XI.  XII.  Tübinger 
I  htmmn  183'ä,  -  l'eher  ileii  Kommeutar  tam  'i  —  4,  llucli  der  Tupik  de»  Arletatelee  vgl. 
I  Williet.  Die  griecliiecliMi  >\iialeger  der  AiietoteliBcheti  Topik.  ProKr.  des  SophiangjnnQii- 
I  um»  VI  BerliB  1891  S  2t— 27.  und  Walliea,  Praefntio  iii  Alexomler  von  Aphrodwu 
I  •  AiMe(elh  Toptca,  Berliner  Arintoteleakomineiitate  vol.  2  p.  2  S.  XI.VII—L.  In  eeinar 
I  BmUcim(  de«  Alexander  tdd  ApIirodieiM  iiu  Koniinenl«r  mr  l'opik  leigt  aicli  der  Snatot 

■  mltniifmr  aU  rin  sklariiiüliri  Absrhreilier.  --  HauptAchrilt  tlbor  Johanne«  llulos.  I.eo  von 
I  ntlkjt4oa.  Kualralica  von  Nlkitra,    don   MSnoh  Ntlos   und   die  Konflikte   ihrer  Pblloaophio 

■  ■!  Im  Kircbn:  Th.  Ünponikij.    Di»  1h«olotii«c)ie  und  pbilosopliisflie  Bewegung   in  dem 

■  tam^ta  II.    U]i<l    12.  Jahrb..    Journ.  Min.  ItOI,    Rd  277.    Septem  herb  ^It   S.    102— UU, 

■  fllMiriwA  S.  8»S— 324.  Wiederholt  in  dam  Buclin:  Skiixe-n  lur  Ucscbichle  der  byinn- 
I  Udbn  KultBT.  Pelcrsbur^  l>iil2  S.  HG-2i5,  -  AusxDgc  auti  des  Johannas  Italoa 
I  MÜflan  «ab  Tb.  Uapenekij.  Um  ärnodikun  nir  diu  Woubo  der  Keolititlaubigkeit.  Odessa 
I    IM  8.  äT-CT. 

'  i.  Zur  Ceberlieferung  seien   notiert   die  Codd.  Hbto.  gr.  iJl!),   a.  15.  der  fol. 

üt-H&  iteo    ABwvg  der  Didektik  eutlilüt,  Rscar.   X.  I.  II,  s.  16  (mehrere  8obriften}, 
F'rnr   Ü.  IV.   U.  s,   15  (SyaopAis  orftani). 

I»*6.   Nikephoros  Blemmydea  [Ntxt,<f>ä^a.;  n  Bltfiftväifi,  weniger  ver- 

l)uri.-t  tiiiintüi^^)  jjuliört  zu  dun  um  besten  bekannten  Pursonen  der  byzan- 

liiiiM^hen  Li[li;raturguKdiicht*  und  zugleich  zu  denen,  in  welchen  sich  das 

f>/«nti«iache  Wesen  mit  seinen  Licht-  und  Schattenseiten  am  schärfston 

•u-i;r'prigt  hat.     Im  Jahre  1197  oder  1198  zu  Koiistantinopel  abi  Sohn 

iu.i^  Arztes  geboren,  verlies*  er  nach  der  lateinischen  Eroberung    die 

Uauptotadt  und  erhielt  in  verschiedenen  Orten  Kleinasiens  eine  vielseitige 

Aitobttdung.     Zum  Jüngling  herangereift  widmete  er  .sich  dem  geistlichen 

BrntTe   ond    trat   in   den  Kk-rus   von    Konstantinopol    ein.   der   damals   in 

mfeaa  neben  dem  Klerus  dieser  Stadt  wsltete.    Blemmydes  kam  bald    in 

mgt  Beziehungen  zum  kaiserlichen  Hofe  und  wurde  der  Lehrer  des  nach- 

■iSgen  Kaisers  Thcodoros  II  La«karis,  der  ihm  auch    spllter  treue  An- 

blnfltchkeit  bewahite.    Das  Innige  Verhältnis  des  fUratlichen  Hchtllers  zu 


440 


Sriantintacbe  LitterfttaiKMcbkfct«.    L  ProMiachfl  LttUnfcnr. 


seinem  Lfehmr  bezeuge»  ein?  Anzahl  von  Briefen,  die  una  im  Cod.  Leui. 
9.  35  erhalten  itind.  }iach  mancherlei  UuaheUigk«iten.  an  denen  sein 
Htolze«  und  Vf^rlotzende«  Wesen  wohl  nicht  wenig  Schuld  tnig.  lieett  sieb 
Blvmnifdea  zum  Mönche  Hch^^n  und  erbaute  ein  Kloster  bei  Epbusoc. 
deeaen  Leitung  er  übernahm.  Im  Jahre  1205  wurde  ihm  wegen  seiner 
OelehrKamkeit  die  Patriarchcnwtirde  angeboten:  er  em'iderte  aber  ab- 
lehnend und  bognDgtö  Mcfa  damit,  im  M&nchskleid«  nach  wie  vor  die 
intereasen  der  Kirche  und  der  Bildung  durch  eine  reiche  schriflBtcnoruiclH) 
Thfitigkeit  zu  fördern.  An  den  Verliandlungen  Ober  die  Union  nahm  er 
rugon  Anteil:  seine  I'art^Mrichlung  bidarf  jedoch  noch  der  Aufklänmg; 
wie  oa  scheint,  bewahrte  er  zwischen  den  Unionsfreunden  und  der  extrem' 
orthodoxen  Richtung  eine  vermittelnde  Stellung.  In  »tillvr  TturückgezogtO' 
heit  starb  er  um  dii8  Jahr  1272.  Da«  hohe  .\nf*ehen,  da»  Blenimydes  in 
der  Folgezeit  gunoH».  bezeugt  u.  a.  der  Uit^toriker  Nikephoroit  Uregora», 
der  ihn  wiederholt  lobend  erwähnt  z,  B.  mit  den  Worten:  Vifijp  6i  wtvi 

ÖTToff';!-  *f  'EXi.t'-vmv  vfirovai  rtaiitg  xai  nnöat^r  «   r^(  x«^'    t]fiHi  txMltjliuf 
Tt^oatihai    xai  ^r^toQti  /;  tjfuttl^af  wtfiXtinf  rtgov&r^'xar.     Kd.  Bonn.  I  i 
n  ff.:  vgl.  ebenda  1  r.:,.  11  ff.;  12i),  14  ff. 

Die  Scliriftditelleroi  do8  Bleminyde»  verteilt  sich  auf  die  Gebiete 
Philosophie.  Theologie.  Geographie.   Rhetorik  und  Pwsie.     I.  Ein  Hau* 
buch  der  Logik  und   Physik    in  zwei   Teilen:    ßVwj-wj'ixiJi    ^niro/i 
ßißXütv  a':  ^niiofn^  Xoytxi^f,  {ii^Xfor  ß';  Ttttfl  yvOix^  äxffoäifuoi.    Das  We; 
dessen  Quellen  noch  der  Untersuchung  bedürfen,  genoss.   wie  die  M«i| 
der  IlandHchrifton  heweifit,  hohe»  Aiioehon  und  gehört«  zu  den  belieb 
philoaophiftcheti  LL-hrbücbtTn  der  byzantinischen  Zeit,     Ohne  grOsaere 
deutung  ist  ein  Auszug  aus  der  Isagnge  des  PorphjTioe. 

2.  Der  theologischen  Schriften  des  Blemmydea  ist  schon  in 
von  Ehrbard  bearbeiteten  Abschnitt  S.  93  f..  135  f.  gedacht  Wi 
I)nxu  kommt  ein  Knkomion  auf  den  Evangelisten  Johannes  und 
«rst  jQngiit  bekannt  gewordenes  Werk,  ein  Typikon  für  das  von 
niydes  gegründete  Kloster,  von  dem  leider  nur  drei  Kapitel  erhalt*»  tu 
scheinen.  Die  Vorschriften  dieses  Klostergesetzbuche«  zeigen  eine  seit 
Mischung  von  grausamer  IlSri«  und  humaner  Liberalitat.  Das  Sitzen  iB 
der  Kirche  verbietot  Blemmydea  gfinzlich,  selbst  Kranken  und  <ireiw>n, 
«nd  die  Mfinche  seines  Klosters  uiüsj^en  auch  die  sogenannten  Kathismala 
stehend  singen.  Dagegen  gestattet  er  reichliche  Ernährung  und  Weifr 
genuss.  weil  das  den  Hochmut  (der  Aske.9e)  vertreibe  und  dem  Körp» 
Kraft   zu    geistiger   Arbeit   verleihe   (lorm    jä^  nai   ft^or   äntXavtii  ««1 

•i-  Im  Zusammenhang  mtt  seinen  naturphilosophischen  Studien  staU 
die  Tbitigkeit  des  Blcmmydes  auf  dem  sonst  in  Byzanz  so  wenig  betiebtM 
Gebiete  der  Öeographie,  dem  er  zwei  wohl  ftlr  den  Schulunterricht  b*- 
«linunie  Schriflehen  gewidmet  hat:  A.  Einen  geographischen  Abris« 
(/»w/tirt^m  <n-ii>.Tr(*i^(.  der  in  der  Hauptaache  auf  eino  Paraphrase  lU» 
Dinnysios  Periegi-tes  zurQckgeht  B.  Die  zweite  kurz  gefasste  Er4- 
foraeliung,  einem  orthodoxen  Forsten  gewidmet  ('Eti^  itrro^a  nte*  »W 


I 


4.  Philosophie.    (3  ISA) 


447 


fifi  ir  ovrctf/M  rrpö<  tiva  ßaathla  ö(i96itj^o%).    Es  ist  ein  Aufsatz  Aber  die 
Ortes«  ußd  Kiig«lgeHlalt  der  Erde. 

4.  Unter  doii   i-lietoriKcIten  9c]iiifton  orr«g«u  die  grössto  Teü- 

wüimc  EWtii  in  den  Jalireii  1264  und  12Ö5  verfasste  Selbstbiographien. 

BtenUDydea  erzählt  im»  freilich  nicht  sein  ganzes  Loben,  sondern  nur  die 

wichtigsten  Kreigni»ae,  besonders  diejenigen,  welche  geeignet  »ind,  seine 

KWwn  in  ein  vort«ilhaftcH  Licht  zu  setzen.   Obxehou  er  aber  oinon  Auto- 

TfUegyrikM  ecbroibt  und   sorgfältig  bemüht  ist,  jeden  Flecken  zu   ver- 

^•dlM  oder  sch9»  zu  fSrben.  kgt  er,  ohne  es  zu  wollen,  sein  ganzes  echt 

k]rzantini»chefl  Chamkterbild  vor  unseren  Augen  auseinander.  Seine  sweifol- 

los»  littcrariHcho  und  dialektischo  Begabung,   »eine   tlber   das  Niveau   der 

lJMi  vrtiabenu  Gelehrsamkeit,  sein  energisches  Temperament  und  der  selbst- 

Mmsste  Ton  unabhängiger  Überzeugung  treten  nicht  weniger  deutlich 

BbTTOr  als  seine  jeder  konzilianten  Kegung  verschlossene  8t«rrheit,  seine 

■R  kleinliche  Pediintuno.  s«in  eitles  Behagen  an  spitzämligster  Sophistik, 

fw  sieh  in  dem  selbstgefälligen  Berichte  Ober  »ein  Wortgefecht  mit  dem 

Ufviis  iftkiMtö^vtr  Demetrios  Karykes  köstlich  vcrr&t.   vor  allem  aber 

Hb  durch   keinerlei  sittliche  Selbstzucht  gemilderte   Einbildung   auf  sein 

Hkrifrgem*»    Wissen,   seinen   Scharfsinn,    seine   lautere   Gesinnung,   seine 

Mtaunigkeit  und    sein  auserlesenes   Schutz virhiUtnis    xu    Oott.      In   der 

[Ublsren  Hinsieht  tnutt-t  Blemmyde»  der  Vertrauensseligkeit   seiner  Leser 

UB^Mibliefaf.'  Dingt)  zu.     Einmal  Überfiel  ihn    nachts    in   einer  einsamen 

fOlMSnerei  ein  lUiuber  und  .stiess  mit  einem  langen  Dolche  unablässig  auf 

ihn  «n;  aber  trotz  aller  Mühe  vormochte  er  den  frommen  Einsiedler  nicht 

n  toten   und   musst4<   endlich    beim   Uorgengruuen   unverricht4>ter   Dinge 

W«  dannen  ziehen.     Wenn  die  staunende  Verehrung   treuer  Schüler  oder 

tkt  fromme  Begeisterung  spSterer  Ueschlechter  dio  Thatsachen  eines  heilig- 

L  BfaMigoi)    Leb«n8  mit  den   Banken   phantastischer   Erfindung  umwindet. 

LlH  ist   du   verständlich    und   verzeihlich:    ßlemniydes    aber  hielt    es   liir 

Querer,  die  Schilderung  seiner  Thaten  und  die  nßtige  Vei-ziennig  nicht 

^■un  Schüler  zu  überlassen,  sondeni  in  eigener  Person  auszufUhreiL   Als 

BMiMine  Folie  diente  ihm  das  dunkle  Bild,  das  er  von  seinen  kirchlichen 

■bd  persönticlieii  ^V'idersacbern  entwirft.    Sehr  bezeichnend  ist  die  äusserst 

pWtnaclie  Betonung  der  politischen  Drungttalen  des  Keiclies;    kaum  wird 

Ban  im».  d«88  dos  Zentrum  und  der  Schwei-punkt  des  Staates  von  Kon- 

■tantinopi-l    nach  Niltaea  verlegt    ist.     Will   man    die  auf  kirchlichen  und 

mlikpoetiscben  Mitteln  hemhcnde  HtilschnOrkelei  und  die  masslose  Hoffai-t 

derSclbstbcscbreibung  des  Blemmj-des  vollauf  empfinden,  braucht  man  sie 

.JW   mit    t\vT   Aiitobiogriipbie   seines   Zeitgenosäe»    Gregor    von   Cypern 

antmDienziih allen.     Immerhin    sind   diese   biographischen  Aufzeichnungen 

darcfa  eine  Falle  von  Xaehrichtcn  über  die  kirchenpolitischen  und  hilfiscbon 

VM-biltnim«  der  ^«^'it  Ktofllich  von  grßsster  Wichtigkeit. 

Ad  Minen  Schüler  Theodoros  Laskoris  richtete  Blemmydes  eine  Schrill 
Iber  die  I'flichten  eines  Itcgenten  mit  dem  Titel  , Musterbild  eines 
Königs':  jiiifo^,  o?  eTJtatäitj  t<]>i  ßaoiliT  ßaaiiixög  xXijSfii  ävS^trii. 
Br  erwibnt  sie  seilet  in  seiner  Autobiographie  (S.  88.  1  ed.  Heisenberg). 
[fiv^M'r  in  gesc'hraubter,  blumenreicher  und  oft  unkliu-er  Sprache  abgpfassto 


fiMfJlW,    TW 

e  Briefe  des 


«piur  *M  imm  UHakm 
0««rfi««  Oi  •«•!«•  eil 

MtfW    rttn^tr    t*tr    ftuUOartar    jh    i 

BtwuwjrJw  wi  Tbeodoro»  LackAJÜ. 

&,  DatOT  am  r««ti«ch«B   Viiiirfcw  4a»  BnMfitB  «leM  nt  4sr 
Hpaxo  WD  (Jcdk^it  in  1^7::  p  liHirfcw  Tshü.  ^b  «r  m  4m  rwii  Johuos 
I>akiw  BMMtzt»  mhUtt«.  ab  er  bä  4aMAa  i«a  i  '■  ■  nihllii  KonaNi 
in  iii»d«rtrielitig»r  Weiae  T«cleaM4el  «»efif  «sr,    Uta»  «b  BjnatÜMr. 
w«aa  «r  aieb  dm  KaJaar  aftk,  da«  yfaitM  T«d  «mmt  BwiHMng  ver> 
Um«,    M   durch    Tndttion    and  Bafattatt»  MiBgMlil   galKderi  bbJ 
•och  Hk-mrnydM  nOndigt  nicbt  gegea  dieaaa  dgHMiaa  Gesetz;  nur  wirkt 
di»  uifTvAüft  Ihrv'iti'iii    lii«r  noch  stlrker  ab  ia  ihafiffcoi  tytuittiincliea 
Htff|iof«ii>ii.  wvil  Itli-nmiydM  «e  mit  daai  laaaenilaB  Ba^aaMtB  TertnndA 
mit  ilvrbDr  ürolihoit  gogan  saiDen  Vorianndv.  vt  itmm  Zenchmett«nins 
ür    (U'n    Kuniu-ri    Vorrat    Antiker  3diim|)f«-Srier    ndwt   mascben    kDluH 
Ni<u>»il<lunf<(-i)    Aun»ii;t«t.      All     die«e    gebamischtc    VerUrtJiguiijiMpilild 
nithl   nicli    «in    Epigraintn    in    25   politisch«!    Vetsen    zur   Begr&wnif 
(Im  il«ni  KuUfTf  Tlii-MloroN  LnslcariB  geborenen  Solmw  Johannes.   WibMJ 
«ich  HI(!irimyi]cM  im  Verkehr  mit  dem  Hofe  der  Uemdiaft  des  AQerwell^ 
vorHCM  iiiclit  vritxivlien  wollt«,  lietw  ihn,   als  er  «ich  ohne    KBduicht  anf 
ifirion   btHtJiiitiit«ii    liOtter  tttuscni   koonte,   »üb«    kliusii^ch«   Bildung  na 
lloxiuiiot«r  grvifoi),  uitioin  Vonw,  der  vor  seiner  Z«it  ungemein  »elteo  -tu 
und  iin>t  im  ]4.  und  l-'i.  Jahrhundert  unter   dem  Einflüsse  des  bytaDtim- 
Hchon  iluninnii^nius  hAuflgor  angewendet  wurde.    Er  verfaaste  im  «piscbia 
MiMMt  und  I)iah*kto  einÜodicht  auf  das  .Sosandronklostur  (/<*rrj  w 
Smffiif^fiiiif.     Iif-nuielben  Vorwurfe  widmete  er  auch   oiu  jambisches  6e- 
<lii-)il.    hu  jaiiibJKclicn  Mawe  bedang  er  auch  den  bl.  Demetrios.   Endlith  \ 
hüben   wir  von  HIcmniydcH  eine  au»  rythmisch  gebauten  und  jainbi»cbai 
BtUi'ken  KUiiannnvngi-BeUlo  'AKoXuvlfi'a  «<$  löv  üyior  /pr,)räpini'  röi-  iftoUjtt, 

1.  Aut^nbon  >iii<I  II il fBin i tt «1l  A.  Qandbach  der  Lo^ik  und  Physik:  IftA 
alti>t*ii  DniKknn  Ul  Miitiio.  I'iilr.  f,r.  142,  A2T-1684.  —  Vgl.  C.  Prantl.  GcwUtUi 
ihr  LoKlk  tni  AlioiiiUumlo  1  (IKV'>)tJU4  lind  2(l»eilS9S.  -  KJowlno  AbKhaitt«  der  ThjA 
kiiiil  auch  iif|iiirnl  (lliprlirrrrl,     VkI,  dnrUlier  Vn).  Hone,  An,  gr,  «t  ktmooIbL  I  <IW4|  K 

It.  Tlio(>li>iiic;  l>i»  'r^hikdii  od,  A.  Iloinonbarg  (u.a.).  Vgl:  }  IST,  v«  düM 
'l'yiiikiiti  iiiicliiiiitiiiKoti  iot.     -  t  (•liiii'  dio  AiinKnbcn  der  flbrtgvti  thoologisRhAn  Sachan  ■-  S.$L 

(',  [)io  iwtii  Kuoiirnpliinobnii  Schriftall  od.  (i.  Spohn,  Niccgthori  llUnuute 
(luii  »iiiiiiciila  KfOKritiihicH.    Lijuiiiio   Ifl.^    (mit  mcbliobom  Kommrnlar  und  einer  katt«f»- 

tiblMboil  Tdfi'll.  ßalili  in:  .Uimiiiffgoii  lov  Mmaiiriov  ärn}ff<ar;  utii  fio( 'FMäiti  M» 
jiil,  Mauii,  liiiiniiv  ISIV  K.  fyi--\i'i.  —  Nici^phori  Blciiitniilao  g«ognLphiao  eoinftelM 
D  oodie«  bibliotliKcao  ni<nd.  1'|>hiiI.  oditiiw  «t  Inlinu  vcniiH,  Upaalae  1818  (aiir  nsr  •■•  Itf 
KrwKlinuiig  bei  Cb.  (Iniux.  Aruhivo»  des  inivaion»  BoientiSquM  III.  adrw.  tone  15  (INI) 
1141  bvkaniil),  —  ]>ia  Vtaiintuf'«  arcmiivr,'  nucb  in  d«r  AuEMabv  d«4  DionyMM  ParitfcM 
von  0,  llornkardy,  Lpi|ii>u  182»  ^.  404-420.  —  Beide  SÖhrineii  bei  C.  MoUer.  Ö«*- 
iraphl  ^HM^i  minuroD  'i,  AW-  470,  —  H.  Aen.  Fr.  Haas«.  Miiicetlui«orvm  lÄiloL  libcrlL 
jiiitfimlllwi'lir.,  Itivalaii  1HA8  S.  10  f.  (unbedeutend«  gAugr,  Exzerpt«  auaBlenunj^dtV 

Kin  mit  der  l'r/p«  laro^'n  vorwanilte«  aiionymea  Werk  'J*|>i  or^ftrm'  awi  j-fd 
flfni-,  ailiji'r,!',  /fnrnr  tp\  r,uiftit  »ifitt  noeh  niiedierl  im  Cod.  Paris,  gr,  8M,  \'p. 
Ilteilu«,  ffialoln»  PaiitioiMM.  l.i]<*\ivr  1812  8.  60. 


I 


i 


4.  Philosophie.    (§  186). 


D.  Rhetorik:  Uu^üjinii  ürifint  mit  ilur  i>rHr&liiiluu  Puioptir»»«  und  Uluiiiiiicb»r 
IM  «d.  A.  Mai.  Scriptorum  veUruiu  tiuva  cullecliü  2  (Rum  1827)  eOS-diO,  — 
t  b*i    Migne.   r«lr  tc.  142,  611—674.     -  (.^eorKios  Q«l«aiat««.  der  Pwa- 

das  Andrias,  iat  wolil  tdeiitiscb  mit  dem  (^leorgios  Gtil«siotaa.  vod  dem  d«r  Codex 
■lic.  gr.   113  M.  RS  und  H2  die  üwei  Schriften:  IJnfsuud'jri»]  n(£(  rdr  Kvapiov  und: 

KiBM  Tail  ainar  Antobiographi«  «d,  A.  K.  Datnetrakonuloa,  'EKilriaiaatitetJ  fiifllie- 
>m  I  0W<]  S80-39&.  Tgl.  Hanabprg.  Thootog.  l.iteraturbl.  I  lH''.fll  77S  7T;i.  dei 
■.  a.  aar  rfra  Cod.  MonacL  gr.  22S  hinwoi.tt.  —  Üic  xwei  ^elbätbingnipliion.  dni  Typikon 
Hd  diu  Ondichl«  ed.  Aug.  Hoiscolicr«.  Ijci)«ig,  Bibliolliecii  Teubneriunu  l^^SC,  Dir 
PlalcgoniMia  oolliatlen  eine  nanfSlirUclie  Abbandluog  Dber  diis  lieben  und  dio  l^clinftoD  dw 
HMMijd««.  —  Dua  Urirrwei^liBel  den  DleminydeB  niit  Tliuudarus  I]  liiukuriH  wird  di-iu- 
HtM  Niecola  Fsata  iMranegcbei).  —  Ein  offener  Brief  dea  Ble«ravd«a,  in  wulaliem  er 
tt>r  d*«  Anaaclili«M«nf  der  MStreaae  des  Kaiaere  Johannes  Dnkas  Bataties  Markesina 
M  dar  Kirch«  aeinaa  Kloetets  beriehtat,  iat  ediert  im  Kommentar  lu  Oeontios  Akropolilm 
«iBMa.a260— SSÜ.  Auch  hei  Migne.  Patr.  gr.  143,  ßO.^-dlO.  Vgl.  Nike|.boio4  iit*- 
MH  ad.  BÖsB.  I  46,  Slf.  —  Bin  Brief  eines  gewissen  Snbae  an  Blemmyde«  »[«lit  im 
I  Cad.  Lanr.  8^.  16  fol.  64^.  Vgl.  A.  M.  Bandini,  Catalogus  codicum  graecomm  bibl.  I^ii- 
miMaa  3  (1770)  89S. 

E.  Gedichte:  Kd.  A.  Ileiaenberg  (s.  o.).  —  Nichts  Gennuero^  ist  mir  bekannt  Qlter 
Itt  IG2  politiacbrn  Vmmi  Am  BleminydcN.  die  dur  Cod.  Bodl.  Barone.  l^M  fol.  171  auf- 
kxvihrt  (liw.  Kiiiw  xm>v(,  cirw  ro  nrp  xoi  rdr  xnarir  kaunfiiriA. 

2.  [.eben  nnd  Schriften:  Pabrieiua.  Bibl.  gi.  ed.  Huri.  II.  394  f.  -  A.K.Do- 
««itakopuloK.  tJaXf}«.  fißkteltriKii  1  |18U8)m'— V.  —  BauptHcbrift:  A.  Hetnenberg, 
aa.  0. 

3.  Im  Cod.  Vindub.  med.  gr.  fälNamel)  werden  dem  Blemuiydes,  wulil  «bne  ge' 
^■iQMJa  G«wtÜir,  mehrere  inediiiniscbe  Traktat«  und  ein  regelreeht««  HatiBanneibach  xu- 
,|imIL  Andi  medisiBiacho  Traktate  in  der  Fnrni  vtin  Kirchenliedern  gehen  in  nianclion 
Bm  nler  Äem  HaneB  des  niemtnyle«. 


.  Alton annvki»uKb>n  IX.    1.  Alitk.    1.  AM. 


29 


5.  Rhetorik,  Sophistik  und  Epistolographie. 

167.  Schulrhetorik.  Wio  alle  SchulfUcher  i»t  auch  die  Beredsauke 
im  byzantinischen  Zeitalt«i-  emitig  gepflegt  worden:  xur  EHindang 
nouon  und  oi-iginalon  Mctliodc  ist  o»  jedoch  hier  noch  weniger  gcko 
als  in  andci'un  Biszipliiicn.  Schon  in  der  rOmischon  J^eit  war  da»  ffi 
ausgebaute  System  der  alten  Rhetorik  durch  Bermogenes  und  Aphlbt 
nios  auf  das  Niveau  einer  äusaerlichen  und  mechanischen  Uoterwe 
herabgoeunkcn.  Die  Vorschriften  dieser  zwei  unbedeutenden  KOpfe  erlaa 
bald  eine  unbeschränkte  Hcrr»tchaft  über  die  Schule  und  wurden  auch 
ganze  Mittelalter  hindurch  in  einer  endlosen  Kette  von  Traktaten 
Handbüchern  von  Oeneration  zu  Generation  verpflanzt,  ausgezogen,  er 
und  duixh  Mustoriibungen  erweitert;  vergeblich  aber  suchen  wir  eu 
neuen  Grundgedanken.  Die  ungt'ordnctt'ii  Ma^ou  d«r  byzantiniMhea 
Schnihefte  und  Lehrbücher  beschworen  die  BibüoÜieken  und  die  Biblis 
graphie;  nie  laosen  sich  aber,  bei  Lichte  begehen,  alle  auf  einige  L'rquellai 
zurück fljhi-oi).  Eine  atisfUhrlichc  Betrachtung  und  genealogische  Prll^ 
dieser  unreinlichen  Abklatsche  uns  erhaltener  Vorbilder  kann  weder  ist 
Philologie  noch  der  Kulturgeachichte  erheblichen  Nutzen  bringen.  HOcbstM) 

fewinnt  durch  die  Einsicht  in  die  unselbständigen  neuen  Auflagen  vai 
Iberarbeitungen  unsere  Voratcllung  vom  byzantinischen  Schulbetri«be 
einiges  an  Deuthclikoit :  aber  auch  hieMr  genügt  die  allgemeine  fi«obach- 
tung  der  ununterbrochenen  Erbfolge  dieser  Bücher  und  die  Sicherheit,  ili« 
die  rhetorische  Schultradition  von  der  römischen  Zeit  bis  in  die  letxla 
Jahrhunderte  von  Byzanz  sich  gleich  geblieben  ist  in  den  Formen  und  in 
den  Stoffen,  nur  daus  sich  jet^t  zu  den  hergebrachten  Tliemim  aus  dtr 
alten  Mythologie  und  Geschichte  christliche  und  mittüUlterlick* 
Motive  gesellen  und  im  friedlichen  Vereine  neben  jenen  einhergvben. 
Die  granirnnti-sch-rliotorische  Schulung  wurde  aber  nm  .so  notwendiger,  i» 
mehr  die  Litteratursprache  den  Zusammenhang  mit  der  Hede  de«  Lebeoi 
einbUasto,  und  je  schwieriger  infolgodosson  fiir  den  Schriftsteller  die  Ao> 
bildung  eines  persönlichen  Stiles  wurde.  Gründliche  Kenntnis  der  llb«r* 
heferten  Formen  ward  bald  eine  unerlässliche  Vorbedingung  jeder  litbw 
rischen  Leistung.  So  gewann  der  tote  Formslismus  immer  mehr  Einflufl 
auf  die  Littoratur  und  bedingte  jenen  stereotypen  Charakter,  der  so  Mhr 
ftiifföllt,  wenn  man   grössere  Massen  byzantinischer  Schriften  in  oincn 


6.  Rbetorlk,  Sophistlk  ood  EplRtoIograptaie.    d  IST) 


451 


konen  Zeitraum  durchliest.  Doch  gab  e»  zum  Glück  imiitur  wieder  einzelne 
lÜMier,  welche  die  SchaMone  der  Hchulstube  abzuätteifen  und  den  «prSdo» 
filoir  iw  mit  Tradition  überladenen  Schriftepvache  originell  m  verarbeiten 
"WSlUid«!].  Niomals  hat  die  Überlieferte  Formel  bei  den  Byzantinern 
«ine  solche  Herrschaft  erleuigt  wie  bei  den  Lateinern  in  den  duukvln  Jahr- 
htn^erlen.')  Die  wichtigste  Rolle  spielten  in  der  byzantiniäehen  Anleitung 
mn  Prosaatil  die  alten  Progymnaemata  d.  h.  die  methodisch  anaf«igende 
AHrtmtung  von  Fabeln  (/iv^fM),  Erzählungen  [äuji^fiatn),  Chvien  {xe""i), 
^nieriegangon  {äi-auKumi) ,  Begründungen  (Kataaxfvai),  .Siiinäprui.4it<n 
iytiitai)  und  EthopOten  {^ifonoüm). 

Kne  {Ibergroitne  Zahl  von  Proben  dieser  langweiligsten  Erzeugnisse 
dtu  griechifich-byzaiitiniitchon  tieistett  hat  Ohr.  Walz  in  den  neun  Btnden 
seiner  Rhetores  Graeci  veröffentlicht;  weniger  beinUhte  er  sich  um  die  Auf- 
Ulimg  der  Chronologie  und  Genealogie  dieser  Werke;  der  gleiche 
Tonnirf  triflft  auch  Oramer  und  Boiasonade,  in  deren  Anecdnta  sich 
flnige  weiter©  StUcke  verirrt,  haben.  Wir  finden  bei  Walz  aiiater  vielen 
BKmyinen  Werken  die  rhetorischen  Schriften  des  Michael  Psello«,  de« 
Xikephoroa  Basilakes  (um  die  Mitt«  dos  12.  Jahrhunderts),  des  Johannes 
Txi»tzo«,  des  Gregor  von  Korinth,  des  GeorgiosPachymeres  (s.  g  12fi), 
4(ft  Maxi  mos  Planudes,  den  Georgio»  Plethon  2'frro/itj  nc^f  tivwv 
/i<^'  r^(  ^t^o^jt^,  endlich  dio  rhetorimche  Epitome  des  Matthaeos  Kama- 
riotee,  der  um  die  Mitte  des  15.  JahrhundertM  in  Konstant! nopel  ab; 
Lelirer  der  Philosophie,  Uhetorik  und  üruiimiutik  wirkte,  die  ^'i>i'nt/ff$  ^tf 
ttfnifi  eines  gewissen  Joseph  Pinaros  Uhakendytes.  eine  Schrift  Iltffi 
tfiaitt  eine«  «benralln  (inbekannten  Kokondrios  u.  a.  tlhngeng  versteht 
iA  Ton  selbst,  dasm  dio  handächnfttiob  überlieferten  Autornamen  bei 
Aeseo  von  Geschlecht  zu  Qeschlecht  »ich  vererbenden  HchulbUchoni  stetts 
tnil  der  grAnsten  Vorsicht  entgegenzunehmen  sind. 

1.  Uauplwcrlc:  Chr.  WhIk,  Rhetores  OrMci,  9  voll..  Stuttgiutiae  1883—36.  — 
MiotMit  eotnclitet  iW  der  von  Wslz  KCiliotooe  Stoff  in  d«n  ßhotores  Oraeci  «x  recogn. 
CSvtDKeT,  3  voll.,  Leipiig.  Dibl.  Teulin,  1^63— ''6.  —  Neahoarbeilang  von  Ä.  ROmer 
aJC.  HamnAr,  bis  j«ttt  vol.  1  1-2,  Loipjtig,  Bibl.  Teiibn.  1835-1804.  —  L'eWr  diu 
winiBtialBcfceB  Foristtwr  dos  Ilcrmogenea  und  Aphthonios  s,  W.  Christ,  Griecliisolio 
;«ehicMp,  2.  Aufl,  8  495  ff. 

)i«  Eiinrpln  ans  Hi^rmogenes  lltgi  iinöv    und   mis  der  von  Siiidas  heiougten 

dea  I,»cb*r«»  llfpi  MtHav  xai  xöfifiatot  xai   nrgiüitoi',  u-eklic  VVa!i,  Itlipt   gr.  Ml 

I— T88,  ntrr  d«m  Kamen  des  Knslor  TeriMTciitliditc.  elaminen  in  Wnhrhett  vnn  eiaem 

mm,  d«r  «abrBchciiilich  im  Aofong  des  lü.  Jalirliuii<lcrla  lublf;   dv-i  Titel  Aiinrn^a; 

^i^apw  lov  x«i  tfiXo^mftaiov  int   ein«  FälKchun);  iIvh  KoiibIuhIiii  Piitiivokiippfi. 

I  —  fmllifih    im   sw«ilen   TmI   werlvollv  Schrift   wurde   ii<-ui>rdiii^e   kritiMh  untersucht 

vun  W,  Stodemuud:  l'si-uJu-CuBluriB  exc«rpt«  rhetorica,  Breslau  1880  (Oratu- 

ift  fum  Jubiläum  der  Uiiiwrüitilt  Uulufjoa). 

S.  Ira  Cod.  Paris,  gr.  S830  ful.  201~'Jl*i*  stehl  unter  d»ni  Nainon  des  Matthaeos 

iitarta  «na  rli^toritcha  Bpiloni«  mit  d<T  L'eberschrift;  '.'c/^  ovy  •*>(»  riuV  Aaiffatatr 

ytmtnr  t'it  ^itagix^f  "'/•''.Y.     Ob  diseelbs   mit   ein^m    der  von   Walx  milKeteillsn 

idi«r,  etwa  mit  i)«in  des  Matthaoos  Katnariolos  (Wall  G,  riE(9— 044J,  identiscli 

kh  nicht  tu  ngu. 


')  Dana  cea  bu  tenf«  da  Is  litl^ratiir«, 
^tt/i»  MmI  Ol  ran  <1M  totit  davonait  for- 
*ii.  Laa  biognpliw  dM  papM  out  das 
^aalaa  poar  dAcrir«  laur  (»rritra  «oold- 
•t  nlfti*  lenr  c«r>ct«re,  ponr  ra- 


cont«r  les  inonilatlons  du  Tlbr?,  ni^iue  los 
constnictions  d'igllses.  I>,  Ducliosne.  lie 
Liber  Diurnns,  Bibliotl)6qtie  d«  T^cole  das 
cbartos  AS  (ISSIJ  2S 


2Ü' 


452 


Bywatlniaehe  L!tt8»targMehielite.    I.  ProBUBche  Littcrfttor. 


(t 


IU)<J 

I 


4.  lieber  (las  L«li6ii  uud   die  Schtifton  d«s  Matlh«eos  KamikrialtB  va 
Salliaa,  XiniXi.  ifikoloyia  8,  60  f..  Ober  ilie  Kijitio  princepe  t*ift^  RketorJk  (i 
1595)  E.  I.egraiid,  Bibliogr.  L«I1.  2  (1885)  108  ff.  -  Zii  Kokondrios  t^I,  Ch.  K- rineH 
Zu  Kokondrios  lliei  teoit«^.  Philologo«  26  (ISfi?)  T1»--7U:  28  (181»)  221-3S9.         fl 

5.  IgiiHtios  ChorttiBineniiB,  ein  soinir  Prmnn  und  Zoit  aacli  iii>li«kaniitar )bn, 
schrieb  einen  KoinmenUr  zn  den  Prog^mnRBinntn  du»  AnhthoiiiD».     Kr  8t«hl  t.B.  ilnC»d>< 
Flor.  Riccnrd-  58  M,  1  S.     Vgl.  die  Notison  voo  U.  Vit«lli,  Stndi  ital.  di  filol.  cl|ä 
2  (1894)  508  und  570.  ^ 

Ö.  UnMichncnd  für  den  humanistisch-philolngiiicheii  Onutddiu'Bklor  ülor  fonnkW 
BilduoK  in  Byaonz  ist  es.  daas  die  Aufatcllung  einer  ba«i>ndot«i  Thoori«  für  dio  kirdi- 
lioh«  Beredsamkeit  nla  ftberflQssig  erocbtel  wurde.  Vgl.  S.  163.  Ow»  vcreinielt  ilcki 
die  affenbar  eipHte  Smeygit^.ia,  eine  Anweisung  xur  AbfoAHIing  gridttidieT,  morolisclior  udJ 
{•Hnegj'rixbM  Beden.     Cod.  Athen.  119G  s.  17. 

18$.  Briefsteller.  Zur  Theorie  der  Rhetorik  gehört  die  der  Eptetull 
graphie.    Doch  scheint  man  im  Altertum  die  spusielle  Yorbereittuig 
diese  schönrednoi-ische  üattiing.  die  mit  dem  praktischen  Lehen  am  enggl^ 
vorbundon  war,  wuiiig  botont  zu  haben.    Die  ftitest«  Anweisung  über  im 
Briofstil    ist   wohl  eine  StoUe  in  dem  ßlschlich  unter  dem  Noraea  te 
Demetrios  von  Phaleron  überUefortcn  Werke  flsgi  tQHT^yn'at,  die  aadi 
separat  Überliefert  und  gedruckt  warde.   Denselben  Gegenstand  b«>han(Wt 
ein  Traktat  de»  älteren  PhJlostratos,   der  wahr.scheinlicli  oiu  Brucb- 
stQck  seiner  yftaXt'^ns  darstellt   Dazu  kommt  ein  im  Cod.  Laur.  60, 16  deo 
Demetrios  von  Phaleron  zugeteilte»,  in  Wahrheit  aber  wohl  anonTiu»^ 
Schriftchen    Tinroi   t'niatolixoi ,    in    welchen    21    Briefarten   aufgeiilill  j 
werden.     Ähnlich  angelegt  ist  ein  oft  Überliefertes  BQchlein  'Bmmoiiiuoä  ' 
2ff(Kitxii;^fj,  daiK  bald   dem  Lihanios,  bald   (in   anderer  Itedaktion)  itm  , 
Neuplatoniker    Proklos    zugCHchricben    wird,    aber   keinem    von    beidM  1 
gehören  kann;  hier  i»t  die  Zahl  der  Bnefurten  auf  41  gesteigert;  jak  . 
Art    wird    definiert    und    durch    ein    kleines    Musterbeispiel    illustriert.  I 
Endlich  geben    einige  Anweisungen  über  Briefstil  Gregor   von  Naiiuni 
in    einem   Briefe   an    Nikobulus    und  Phütio»;   in   uinum    der  Briefe  in 
Amphilochios.     Je  mehr  nun  aber  in  der  byzantinischen  Zeit  die  Schrift- 
sprache den  Zusammenhang  mit  dem  Leben  verlor,  desto  dringender  miuuU 
sich  du»  Bedürfnis  fühlbar  machen,  dein  littcrariKch  uiclit  gvilblvn  PuUiknn 
für  die   Abfassung    wichtiger  Briefe    praktische    Regeln  und    Master  in 
die  Hand    ku    gehen.      Man    wird  sich   Über  solche    Vorschrifleo    lüht 
wundern,   wenn    man  bedenkt,    welche    Rolle   noch   in  unserem  von  lU*  ^ 
gemeiner    Bildung  überfliessonden   Zeitalter  die   Briefsteller  apieleo.  a«i 
wenn  man  weiss,  dass  in  ihnen  auf  VerhältnisHO  und  Personen  RQckMcht 
genommen    ist,    denen    kein   Mensch   diLs  Bedürfnis  nach  einem  Machen  | 
Oftngelhandü  zutrauen  würde.   In  der  That  gibt  es  zahlreiche  byzantinisckt 
Handschriften,  welche  Briefsteller  und  verwandte  Lehrbücher  onthallw;  ' 
sie    bedOrfen   aber    noch  der  Ordnung    und  Sichtung.      Der  Begriff  ilw 
Epistolai-s  ist  ziemlich  weit  auHgcdehnt;  ausser  für  eigentliche  Briefe  w^nlm 
auch    für  nndoie  Schriftstücke  z.  B.    Zeugnisse,   Anstellungsdekrul^ 
u.  8.  w.  Regeln  erteilt.  Auch  Notariatsformulare  u.  dergl.  werden 
den  Bricfstullern  verbunden;  die  höchste  Stufe  bilden  die  Formulare 
ProOmion    für   kaiserliche   und  patriarchal«  Goldbullen,    wi« : 
z.  B.  Demetrios  Kydon««  verfasste  (a.  §  207).     Vornehmlich  sind  in 
byzautinischcu  Briefstellem  die  Bedürfnisse  des  Staat««  und    der  Kit 


ff.  Shetorik,  Sopbiatik  nai  BpUtolographle. 


■cksichtigt;  doch  gibt  es  aiirh  Muster  fllr  Briefo  „an  einen  Boliebigon". 
HÜoa  BriefotoUcrn  im  ongoi-en  Sinuc  kömniü'ii  diu  im  klussischon  Lande 
ff  Etikette  so  wicbtigun  Adrosson-  und  TituluturenbUchur.  Du  die 
(irgcüfhriebene  Anred«forin  sowohl  nach  dem  Ädrentiaten  aln  auch  nach  dem 
dueiber  wechselte,  so  waren  hier  exakte  Anweisungen  unentbehrlich. 
Inffich  «erden  in  diesen  Hilfsbilcheni  auch  die  Vormehi-iften  mitgeteilt, 
nMuB  für  die  Anwendung  von  Oold-,  Silber-,  Blei-  und  Wachs- 
fa||LcAlten.  Die  offiziellen  Adre»ie<en-  und  TitulaturenbQclier  sind  auch 
^mkwert  ab)  Quellen  filr  die  Kenntnis  der  BeRintennrdmmg  und  der 
hogfolge  der  BischiSfe  und  Metropoliten,  ihr  Wort  besteht  namontüeh 
ttiB,  doefi  in  ihnen  noch  mehr  als  in  den  Notitiao  opiscopatuum  {a.  S,  415) 
ED  aktuellen  Zustünden  Rechnung  getragen  ist. 

Die  griisate  Verbreitung  acheinen  die  Briefsteller  in  den  letzten  Jahr- 
en de«  Heiches  und  in  der  THrkenzeit  gewonnen  xu  haben.  In  den 
cfariflen  de«  10.-19.  Jahihundert»,  wie  sie  namentlich  in  den  Athos- 
Bien  so  zahlreich  sind,  erscheinen  Kpistolare  weit  häufiger  als  in 
Cedicea.  Hier  trifft  man  sogar  Briefsteller  in  der  Volkwapracbo 
iBriefsioller  Olr  jedermann  (^TiiafoXagior  xoiröv  fl(  »ä^e  afdgwnor); 
nen  uns  zeremonielle  oder  AnmUnds-Briefe  mit  dor  sehr  unkla.<t8i- 
erachrift:  'E:titrt<tX(ti  t^tt/fiorioCai.  Aus  derselben  spSten  Zeit 
on  wohl  auch  die  Sammlungen  von  Sentenzen  und  Ausdrücken  fUr 
>:  Ff^iim  xai  (xif^äan^  -tqö^  ZP^""'  ^*'  ^^lorokaT^,  Der  gebräuchlichste 
iMsteller  ilor  neueren  Zeit  ist  das  oft  gedruckte  Werk  do!<  bekannten 
nloaophen  Theopbilos  Eorydalleus;  fh^t  J^urroi-ix^v  rvTiiav.  Auch 
idere  neugriechische  Briefsteller  wurden  im  Drucke  veröffentlicht. 

1.  ADa||ab«B:  Die  seoha  im  Anfang  ilt^a  Textes  genannten  Sckriftuo  sind  nach 
WM  DniditD  tiuuiineii^efaut  von  It.  Uerclier.  Epielolographi  graeci.  Paris,  Diüot 
Tis,  1—1$.  —  S)*a  Träklal  d«a  Psc ad o- Proklos  h«ivi.  Faeudo-Libanio»  ed.  Ant.  Wosler- 
lan,  Procius  Diadoclino,  De  conscrihon<)is  optetoIJa  übelliis,  Leipilg  l^riO,  dann  obne 
mtiii  d>«iM>r  AUKab«  It.  ü'iack,  Di<>  iniatoiiun^oi  jraff,tiit^pti  des  pMiido-Iiibaaius, 
tm  Jalirb.  W  (1869)  43« — &S2  (mit  fiutrr  Dnrlegiing  dor  gpaamten  Lloberiiofonmg),  — 
I  n*  Jmh  1-V  Jahrtmadert  atainniDndrH  Adrcssenbudi  {'FjiSf<ii;  i-ia,  önni;  i-vr  ytiäifit 
■Mtfatr  mm^K^xV  *?  "»tq  ita'i  loiV  JmnofV  inrptßp/tnf  ü,  8.  w.)  der  oben  bo«proclipn<?n 
i  »4  Uigne.  ['atrol.  gi.  lUT,  4M— 11)^  —  Noiariateformulnro  und  Vcnvnndtnii, 
".  N  Satbaa,  Mm.  d.^l.  6  (1877)  607-653.  Vgl.  K.  E.  Zncbüriae  von  Lioeon- 
BmItIic«  BIT  Gcachichto  des  bj^nuliniachun  Utkuiidenweaens,  B.  '/..  2  (1093)  177~1M0. 
BrieiatvUer  di>H  Theuphilua  Korydullous  wurde  eaerst  iu  London  162^  von 
«I  Mtlaxoa  b(^^au■■e§eben :  fei'  oigrwciror  ni^iiar  ^nqrijlai)  tev  KiiQvitaXXfoif  itiai 
ür  ri<:iHi-.  Lundiai,  Ex  «(Bciua  G,  8.  TypogrupLi  lt)25.  Daiiu  Oltor  wiederliolt 
W.  Venedig  1786.  —  .*/«>■  tmttoXHQior  Leipiig  1773,  wiederholt  Venedig  ITS,^  (mir  nnr 
I  ft.  IMsMnad«,  Anvodota  Nova  S.  74  bekannt).  ~  Rndlicli  verOtTentlirhto  ein  Aist 
lliltoi  ain  ^InMiaJlo'^M-  i*  Jiajofoiy  ifnyiottiv,  K]t«]  I8üi,  ein  ziemlich  umfannvii^liGB 
Iti,  ie  welchem  nwrnl  40  Arl<^n  von  ßriefen  dcliniort  und  erlUutert.  dann  zntilreicho 
pirl«  mitentdilt  wcrdrn. 

lilf^niitlitl:   Kinn   L'nbnniicht   der   epistolographischon    I.itterntur   und   Theorie 
Faliriciai.  Uibl.  {ft.  cd.  llarl.  1,  66'2— 703,  und  A.  Weatermano,  De  epislolarum 
riloB  graacia,  8  Uni vcnitHtapro gram mc,  Loipxig  1851 -m55.   —   Daxu    IJinck    und 
otwD  a.  0. 
(•barlier«rung:  tiyxantiotBclK.-  Üricfatdler   und  AdreüBL-nbQclier  sind  in  xahl- 
B  «rliall«a,    dodi    wird    man    wenige  Exemplare  llndeu.   dio    alter   iiilid    als   dua 
ndert.   I>a  meine  Exierple  aua  Hau  und  Kataloeen  xa  einer  K'IaaaifuiDrtmg  nicht 
,    bcaebrteke   ich    nii«A   auf   eine   alphabetiacuie    Aufitalilung   der  geleKentlich 
ÜadioM: 
111$  s.  18  (da*  gedruckte  Bucb  des  Korrdalleus). 
1149  a.  18  (daMMibe). 


4M 


ByuuitlDiicbe  Litt»r«t«rgeBeluDht«.    L  ProMisch«  Litt^ratnr. 


Alben.  1172  ft.  17  (TjinjioXiMi  »inw  /v  yX^vog  *iiv^).  1 

Alhsu.  1261  H.  17  ['EmotoXitoi  tirtt  rrnol,  n<u<  ^i?  y^öifUf  n^t  Ati^opa  n^mn)         , 

Äthous  686  *.  17  (Nr.  11^20).  J 

AtbouB  662  ».  IS  l'Eniarolui  rCfpfiocuiCfu  iL  a.).  I 

Atlious  663  a.  IS  (luliciiisclio  Driofo  und  ein  lat«inischor).  1 

Atliuiu  1227  %.  1!)  (K|ii«t6lar  in  der  VolkMpmchR).  I 

AtliooB  2087  fl.   18  (rviw/jßi  Hai  ixtf^otxs  tifit  XW^*'  i'  ^•«lotw'VJL  I 

Ätlioos  3144  ».  16  (TiiiToi  iatojaiMv).  I 

Atliolis  2259  ».  10  (Ti'iiot  ^TKataloir),  I 

Atlioiis  2917  ».   l"  [Tvnof  iniatohä>r\.  \ 

Athous  SW2  *.  IS  (Tr-tM  ^KtroAuVJ.  1 

llorol.  l'hiUipp.  1611  «.  IS  fol.  10'~11  (FvnnuUr  nifi  tf^-äiti^r,  tk  Z¥n*«  f-tlttm 

Hodl  Burooc  131  n.  !-(  fol.  4K^'-486  (Pormulu  epbl«Unii&). 

Hodl.  Uorooc  2Ü&  n,  U  fol.  516—520  (Formulu  lil«nnim  Impcri&liuin  vel  naa»  J 
^  datitioo  rcl  pt»r  uubb  ad  ecclMJas  aut  moniistoriii  vacsotia  ad  uffida  i1«m  *(  <v*^| 
f         fessione«  hi  vel  iiU  pro  libitu  joeignontiir),  H 

Uoill.  Barocc.  216.  fal.  272-278  (Kpifllolnmm  ronniiUn  ncclcaia«ticflnini,  Borlitro-psN^fl 
lind  fol.  331  —  336  (Epistolnrnm  foimulan  grntuIntorJAruro),  J 

Itoai.  Cromwell    10  a.  16  fol.  B8  (Zeugnisso  fQr  IViontor).  fl 

llarloianUB  5545  (geisUioba»  1'itnlHtuTbucli).  ^| 

Nonfiol.  111,  B.  27  9.  16  fol.  181-181>  rKciBlItcho  Titulntiuan).  ■ 

ranorm.  1.  !■'.  15  s.  17  fol.  180"  (gwstlioho  Titulaturen).  ■ 

Pari«.  400  s.  14  fol.  135  ff..  H!l  tr..  162  IT.  ■ 

rari«.  1362  s.  15  fot.  260'--jW6  (Tilulalumi  und  AdreaaeDbuch.    Ed.  Mjgac,  PMifl 

gr.  107.  404— 41Ö).  ■ 

Tans.  13SS  s.  15  fol.  S'-IS"  (dawelb»  wie  im  Cod.  Pu-ia.  1362).  ■ 

Pam.  2671  s.  15  fol.  347  -  SOS'  iStinimliinK  von  Kpititolurau  und  TilulalarbOdiMU^  fl 
Valic.  Pdat  S6T  s.  13  fol.  90'     121\    15S-162)    163;    174  (geistliche  vtA  «lltt^B 

llriofmueUr;  NoIariBtafonnulRrp}.  ^| 

Vatic.  573  fol.  «1.  S 

VaUo.  1175  fol.  Iin,  ■ 

169.    Aogewandte  Bhetorik.   Wertvoller  an  sich  und  wichtiger  Hfl 

eino  Wiiriliguiig  des  litterarLfphen  VorinBgens  der  Mittelgriechen  sind  AB 

zahlreichen  Woike,    in  wolctutti   die-  ulle  Kunst  der  Khctorik   praktiaefl 

verwertet  wurde.     Den  Ausgang  niniint   liier  die  hietorisclie  BetradiUnn 

von  der  benonders  im  h.  und  6.  Jahrhundert  Muhenden  KhetorenBokiH 

von  Gann.    Dor  oHcntftlisoh  geRlrhte,  schwülstig  Uberlndono  Barockstilfl 

d«r  in  Guza  dun  ulti^ii  At^iAniHniu^  noch  zu  überbiüt<<n  tnichte,  vA  auch  Hfl 

die  byzantinisclie  Diktion  stets  ein   wichtiger  Faktor  geblieben,  obdclicfl 

man  zwischen  den  verschiedenen  Stilarten  unterschied  und  durchaus  nicM 

eine  und   dieselbe  als  ausschliesslich  berechtigt  anerkannte.     Hiner  ilfl 

hervort-agcndsten  Vertreter   des  orientalischen  Marinismus   ist  in  säwfl 

Briefen  wie  in  »einer  Geschichte  der  Historiker  Theophylaktos  SimlH 

katte.*!.   Den  Gipfelpunkt  bezeichnet  in  der  feinen  Ausbildung  rhetonwbd 

Darstellung  IMiotios.  Unt«r  den  Komnenen  und  I'alfioiogen  wuchs  in  diMfl 

Gattung    ~   im    umgekehrten    Verhältnis  zum    pulitischcn   Uedeiheo  dlH 

Reiches  ~  Kraft  und  Betriebsamkeit.     Die  fruchtbarsten  Vertreter  d<fl 

rhetorischen  Litteratur  gehören  den  letzten  Jahrhunderten  von  Byzaoz  ifl 

wie  Öregor  von  Cypern.  Nikephoros  Chumnos,  Theodoros  Hyrlfl 

kenos,  Doinctrios  von  Kydone.     Wie  Mottchopulos,   Planude«  und  die 

übrigen  Gratnmutik^r    der    Paläologenzeit,    so   sind   auch    die  Schöm*dn« 

dieser  Epoche   bedeutsame   Vorläufer  des   griechisch-italienischen  HuBik- 

nismus.     Der  byzantinische  Charakter  erscheint  bei  ihnen  nicht  settn 

«chon  mit  einem  ganz  modornon.  roalistischen  Zuge  versetzL 


6.  Bh«torik,  Sophistüt  and  Eplstolographie.    (g  189) 


455 


Dio  zälie  Behnirlichkcit,  mit  welcher  die  l^floge  «mcn  gewUliIton 
liuilrurkus  und  «inur  kunstvollen  Komposition  fortbotric-bun  wurde,  hnt 
hei  einzoUien  Talenltn  noch  aohr  riihmüchu  Erfolg»  orziflt.  Ja  viuUoicht 
iHtBvKanx  dem  Altertum  in  keiner  Gattung  nähergekommen  aU  hier;  die 
StaFe  ein««  isobratcs,  Lilianios,  Themistios  und  verwandter  Ueister 
ist  ohne  Zweifel  mehr  denn  einmal  erreicht  worden,  vor  allem  von  IMiotioe, 
der  sich  in  seinen  Briefen  als  ebenbürtigen  Sehüler  der  alten  Meister  zeigt, 
aber  auch  von  manchen  smlem  wie  Eustathios,  Michael  AkominatoB, 
Gregor  von  Cypern  und  sulctzt  von  einigen  der  griechischen  Uumani^ton. 
Eane  antike  EtgeuK^^Iiaft  hat  sich  boi  ävn  Griechen  iu  die  byzantinische 
neuere  Zeit  unverHilächter  fortgepflanzt  als  dte  Freude  am  schUnen 
^ortgofDge  und  am  tönenden  Pathos,  dem  freillich  auch  der  leere  Prunk 
der  townde  Schwall  unzertrennlich  verbunden  blieben.  Oft  wQrdo 
die  gtün£4>nde  Form  mit  Freudon  preisgeben,  erhielte  man  fllr  sie 
ODgeküiUitelten  Ausdruck  origineller  Jdeen  und  wahrer  Gefühle.  Alle 
en  der  praktischen  Rhetorik  des  Altertuma  kehren  in  Byzanz  wieder, 
d^ii  ,/ioi*J«ie,  Mfitiat,  'H&oTTai't'ai  u.  s.  w.  trifft  man  vielfach  auch  die 
bot)  aus  der  alten  Litteratur  bekannten  Themen;  häufig  werden  aber 
liickte  Neuerungen  vorgenommen;  so  erscheint  die  S.  281  erwähnte 
aüe  des  Kinnamos  ala  eine  Modifikation  der  den  Libanios:   T(va( 

|i  IrÄov  fttl  6tx''i'trov  tä  x^iöftaia;  (Bd.  Iteiske  +,  1019  -1022).  Neben 
imgymnusmatischen  Sachen  herrschen  die  panegyrischen  Reden  an 
er,  Prinzen  und  Gönner,  die  Leichenreden  und  die  Pnmkachilderungen; 
,  die  sogenannten  ix<fQtian^,  welche  die  Beschreibungen  von  Künst- 
en. Landschaften,  Jahreszeiten  u.  a.  umfassen,  haben  durch  ilire  Ver- 
liuig  in  dt-n  hellenistischen  Kunstdichtungen  und  in  den  Komanen  bis 
die  spätbyzantinische  Zeit  hinein  eine  erhebliche  litterarhi^torischc  Be~ 
Dg  erlangt.')  IHe  fruchtbarste  Anregung  erhielt  dio  hühore  Bored- 
nt  durch  die  Sitte,  vor  dem  Kaiser  und  l'atnareben  Öffentliche  Vor- 
I  zu  halten.  Hier  entfaltete  sich  der  freie  Wettstreit  der  besten  Kräfte, 
I  aehr  interessante  Sammlung  solcher  Musterreden,  deren  Themen  meist 
hBcber  Natur  sind,  bewahrt  der  berühmte  Codex  Eaciir.  Y.  II.  10. 
lao  Aufschlürwen  ftber  tiitschichte,  Geographie  und  Kultur  von  Byzaiiz 
auch  rein  litterarisch  betrachtet  erfreulich  ist  die  Gattung  der  Bricf- 
itlerei,  an  welcher  fast  alle  bedeutenden  Byzantiner  Anteil  haben. 
Fllr  die  detaillierte  Geschichte  der  mittelgriechischen  Produktion  in 
rik  und  Epistolographie  fehlt  es  noch  ganz  an  Vorarbeiten.  Walir- 
MlKJidich  aber  nnrd  man  nach  einer  gründlicheren  Erforschung  der  weit 
MNiiiaader  liegenden  Massen  zur  Einsicht  kommen,  daas  eine  wirkliche 
nA  reine  Entwicklung  hier  nur  in  mBssigem  Umfange  statt  hatte.  Wir 
tarn  zwar  auch  in  Byzanz  nicht  selten,  dat>s  ein  Khotor  seine  sachliche 
nad  formaJe  Ausbildung  einem  bestimmten  zeitgenJ>ssisctien  Lehrer  verdankt; 
DwaphjrUktos  von  Bulgarien  folgt  dem  Pselloe,  Theodoros  Laskans  ist 
des  Nikepliorm  BlemoiydM,  Gregor  von  Cypern  der  dea  Ueorgies 

Vgl.  E.  Bolid«,  Der  grieebiaehe  Roman  S.  335,  608  f.,  S13  f 


456 


BfiuttJnlscb*  Littmatnrgeachicbte.    I.  PrMawcba  Uttorstor. 


Akropoütos,  Nikophoros  niumnoi>  der  iles  <iiegor  von  Cypcrti  i 
£inu  schUrfcro  Uiitoi-8uchung  wird  wahrschoinlicli  auch  dio  Spure 
unmittelbaren  lehrhaften  Einflüsse  nachweisen  kOnnen;  die  Hauptlehr- 
ineister  aber  waren  für  allit  Byzantiner  in  gleicher  Weitw  die  AUl'il 
Daher  »ind  sie  hS.ufig  80  gleichmäasig;  daher  n-ird  die  vorau6zuKetz«nd« 
Entwicklungwoiliü  zuweilen  so  unerwartet  unterbrochen;  daher  konnte 
z.  B.  plöUlich  ein  Photios  erstehen,  dosscii  Formvollendung  unter  antiken 
Verhältniatien  eine  bedeutende  Epoche  der  Vorbereitung  verlangt  hfitte; 
hier  aber  hing  »chliesslich  ailea  von  der  grfisseren  oder  geringeren  Fähig- 
keit der  Individuen  ab,  die  alten  Vorbilder  für  die  veründerten  i^wcck« 
und  StotTe  zu  verwerten,  Nachdem  oben  die  Thittigkoit  der  Byzantintir 
in  der  Schutrhetorik  kurz  dargelegt  wurde,  nennen  wir  im  folgenden  jeiufl 
Vertreter  der  angewandten  Rhetorik  und  der  Epistolograpliio, 
welche  nicht  wie  Photios.  Psellos  u.  s.  w.  in  anderen  AbüchniUen  zur  Be- 
sprechung gelungen. 


I.  Bliet(ir«Dschii1i*  in  Oaia:  B.  Stark,  Oau  und  4io  pliitisttiMlw  KBritt 
18&2.  —  A.  Lndwidi,   Jubannea  von  Gaza.   Rlieiii.    Miis.  U  (IK89)  ItM— 9M  (BMe 
JohaoDvs  Elcplirasia  de«  WeltgtMnfildpat.    -  Jnh.  ÜrAacke.  «iosRnimella  mtnettaclue  üiikP 
suclnagen.   AUona  und   Leipzig    \>^9  S    SOS— 217   (srhildort  an   drr    llRntt  dee  voa  Ü 


Haupt  1S74  und  neuordings  von  den  Mitgliedern  des  Bonner  pli Hol.  S«min«rs  in  der  KU. 
TeobueriaDa  189.^  verOfTentliehten  griechiaehen  Textes  der  viu  E'oijihyrii  dee  UÜxm 
DiaconiiK  den   letxtm  erbitterten  Knmpf  twischcn  Chrislenttim  und  tfnidrnUia  la  Ott»}. 


—  V.  Rehultze.  (iescliichte  des  Unlergang«   des  griechisch' tfl in iselien   lleidMibuw,  J« 
Coalenoble  2  (IS92)'J4Rff.  -  Hauptschrif  1:  KilianSeitz,  Du- ^cliuJc  von  Rast.  K«, 
UeidcIbciTß:,  K.  Winter  1892.  -   Neues  Licht  bringen  die  xoa  B.  Förster  tum  ernl»'nmJ»i 
herausgegebinen  Rüden  des  Chorikioa:  vgl.  R.  PräeUter.  B.  Z.  1,  600  11.    D«ru  Kli*in 
49  (18941  <^l-^25;  I'bilolugua  54  (1895)  98-123.  -  Vgl.  C.  Kiraten,  gua««tioau  r 
eionae.     Itresluu   1894  (=   Bresltiiier  pbilol.  Abt   Vtl  2). 

2.  Uuber  die  verderbliche  Imitation  der  antiken  Rbetorik  bei  den  ehrinilich« 
v^l.  JuhnuuL-a  Itiiuvr,  Die  Trü«t»deD  dw  Oregorios  von  Njism  iu  iUr«in  VcrhAtlnJ*  : 
autikcii  Rlieturik      DiM..  Marburg  1^93, 

3.  [.'eher  den  Charakter   der  byiantioi schon  Epistolograpbie  vgl  M.  Trod,  R  l, ' 
(1895)  4  f. 

190.  Agapetoe  {'^yanr^ioe),   Diakon  an  der  Sophienkirche  in  Kon*j 
8tantiiiopel,  widmete  dem  Kai»er  Justinian.  dessen  Lebror  er  nach 
freilich  wenig  gesicherten  Ueherlieferung  gewesen  sein  soll,   um  die 
seines  Uogierungftanti-itteit  einen  Fürstenspiegel,  der  in  den  Uandschrif 
den  Titel  fllhrt:  'En&tatc  Kt^aiaftar  Tfagatrttixöii-  axf^ntaiffif/t*  nanti  'Af 
rrt^Ktr  Jiiixi'nur    rij;    nyiuniiti^i    rov     'ttov  fuyäkifi    r'xKXi^ßi'cit    !Tpö(  ^€tffii 
'lovaTivimör.    Das  Werkchen  besteht  aus  72  Kapiteln,  die  durch  folgeotl 
Akrostichia  verbunden  sind:    Tip   »tiorätui  xai  ticffitatätip  ßaaih*  ^> 
7ut'(TiM'(Rrtf~  'j/«.ir^iöe  ö  /Xäx'fioc  Sitixoro^.    Die  einzelnen  Kapitel,  da 
Umfang  sich  meist  i^wischen   I   bis  10  Zoilmi  bowi>gt,  bestehen  aus  zit 
lieh  allgemein  gehaltenen  Anweisungen  über  das  moralische,  retigijjse 
politiflche  Verhalten  eines  FUrsten.     Jedes  Kapitelchen  bildet  ein  Qa 
für  sich;  die  Fassung  der  Kegeln  ist  sentenziös  und  stark  rhotoriach 
färbt:   ea  wimmelt   von  Antithesen,    Isokolen  und  Assonanzen;   besonder 
Fleiss  ist  auf  den  gleichartigen  Bau  der  sich   entsprechenden  Periode 
glieder  verwendet.     Vielfach   deckt  >ich  Agapet«a  mit  den   zwei  kurte 
Filrsteuspiegi'lD.   die   in   den    Roman    Barlaam    und  Joat<aph  (S.  308 
und  ^Ül  ff.  ed.  Boissonadc)  eingeschaltet  sind.     Doch  zeigt  die  Art 


^^^^^^  B.  Rhetorik,  SopbisUk  and  Epistolographi«.    (JQ  190—101)     ^^^457 

Gbemnsltinitiung,  ila^  <Icr  Autoi'  dcK  BnrlHAin  nicht  aus  A^taputos  go- 
BChOfft  haben  kann,  eandern  «in«  von  buiilisn  boiiützU'  gi-nunimMmo  Vorlage 
ugeiuimnien  werden  muBs.  Diese  Vorlage  war  au»  iHokratea  und  be- 
ponder*  aus  kirchlichen  Schriftst«llem  wie  Basilio«  nnd  Gregor  von 
Kixianz  abgeleitet.  Der  Fdrs^tenspiegel  di-a  Agapeto»  mitssto  sieb  durch 
die  Loyalität  und  EibHulülikoit  ilcti  hiliiilt«,  die  Roinlitiit.  der  Sprache  und 
dn  Reichtom  rhetoriBcber  Kuni^tinittel  fllr  den  Jugendunterricht  in  hohem 
QnAo  empfohlen,  und  au»  der  Verwendung  in  der  Schule  erklärt  »ich 
ititaiS»'Bs  die  gnM(8c  Zahl  der  Handschriften.  Auch  in  der  HumanistciiEcit 
bikupt«to  dus  BQchlein  sütn  Anxehon;  im  16.  Jahrhundert  crechiencn 
20  AuHgaben. 

I>  Aongaben:  Nach  Eaklloiwn  ftlluren  Aungatiuu  xuletil  am  b«quBinBt«n  bviMigno, 
r.  p.  f».  1.  UM- 1186. 

£  HiHanitt«!:  Kabrieiaa,   Bib).  er.  «d.  UaiL  8.  3ß— (2.     Hier  auch  ein  reioh- 

Vwuicbiiis  der  ilterea  Ausgaben  oes  criechiBulion  ToxtM  und  d»r  iBtuuiiacben. 
fiMiläiibini  und  deataclien  U«b«t«eUuiigen.  Die  Nuliz  des  Fubriciiia  ist  wiederbolt  b«i 
Kita«  a.  a.  0.  —  B.  Keil.  Epikntiscbo  iBoltrnlewludiva.  HermeH  23  (1889)  357-369. 
~Ktl.  Sein.  Die  Schale  TOD  Gau.  Heidelbei^l8S'2S.  U.  ~  Hauiitscbrifh  K.  PrScbter. 
ht  Rotoaii  Darlaam  «od  JoaMpb  in  eeinem  Verhsltnis  xii  Auepete  l£oiüg;Mpifrgel,  U.  Z.  2 
il«)  444-460. 

8.  Die  Sfter  remirhte  MontiflEinninit  d««  Äxapetoa  mit  jenom  A^apnto».  nn  don 
frgkepins  von  ItaE*  Boinen  1  l'J.  Ilriot  riclilete.  »obwebt  vSllig  in  der  l.iift  und  ist  sogar 
■nkretbeinliich,  da  Act  Autor  den  ('tlmlonepiegole  wohl  sicher  in  Kpel,  dor  Adrossat  de« 
Pnkep  in  Alasandria  Übt«.  Vgl.  B.  Kpil.  a.  *.  0.  S.  367  f.  und  K.  PrArhler,  o.  n.  0. 
'  M  Kmm.  5. 

191.   BasilioB  I,  Kaiser  von  867 — 986,  der  energinche  Begründer  dei- 

BikedoniKchon  Dynastie,  war  Mt-lbst  ohno  höhere  Bildung.  beniQhte  tdch 

An  wie  Karl  der  üro»ie,  durch  lTntcrsttlt/.ung  bedeutender  KrSfte  wissen- 

•cliollliche  und  litterarische  Bestrebungen  zu  fSrdern.     Er  lies«  die  rörai- 

M  Uechtsbttcher  griechisch  bearbeiten  und  erweitern,  ein  Werk,  das 

nincni  gelehrten  Sohne  Leon  Vi  fort^c^lxt  und    in  der  Hauptsache 

is«en  wurde.  Ausserdem  wird  Ba»ilins  in  der  Littoraturgeschichte 

it,   weil    unt«r  seinem  Kamen   zwei   Ermahnungsaohriften  an 

neu   Sohn    Leon   überliefert    «ind.     l>ie   ernte,    weit   umfangreichere: 

lii/or  tot-  'ftujufi/wc  ßaaiXiwg  Mt^älma  na^aivmxä  ^;'  n^ö^  täv  «artott 

Mona  ifit  nHch  Materien  in  66  Paragraphen  geteilt.  wct<?he  wie  die 

der   Kirchenhymnen   durch   ein   Akrostichon   verbunden   sind; 

Wort«  deaselbcn  lauten:  Baaiitiu^  ^v  X^iaiif  ßaaikfi-^'Ptaitafiiiv  Afmti 

tttnoitf^uittf  riip  xal  efftßaodtT,    Da»  Ganze  ist  ein  moralische«  Vade- 

welches  ober  die  verschiedensten  Themen   der  Sitte  und  Religion 

ttber  Almosen,  Begierden,  Bildung,  Qber  Mut  und  Besonnenheit.  Demut, 

ett  D.  s.  w.  in  kurzen,  sentcnücnartigen  Kiltüen  und  abgedroHchenon 

ioplitzon   h«lchrt.     Echt  byxantini.seh    int  der  Mangel   näherer  Be- 

ttuf  die  Person  und  die  ZoitunistJindo :  slalt  spezieller  Voi"schriften 

Bagieningekunst  und    über  die  zur  Forderung  de»    byzantinischen 

ootweiidigen  Massregeln  lesen  wir  allgemeine  Moralitätcn.  die  fast 

(bcneogtit   anf  ein   weitabliegendes   Zeitalter   nnd   ganz   verschiedene 

tnLtse  pausen  würden.   Als  Vorbild  dienten  die  parftnetJschen  Reden 

4m  Iiokrates,  auch  Pseudo-Ieokrates  ttfirig  ^tju'nxov,  vor  allem  aber 

de*Ag«poto8  FUr»ten&piegel>  Das  zweite  StQck:  Boadtwv  ßaadtioi  ift'ffo 


'458 


ByiaBtiniscbe  lätWaturgMotücht«    I.  PrvMtiache  titterklnr. 


BN  in 

1 


nttfiaivrait  fl(  »wv  nvtot  flöv  jitortte  jittffiXta  cDthätl  eine  kurze  Aufmunfl 
rung  za  einem  gottgoOUligen  Lebenswandel,  ächwerlicb  werden  am  oP 
Manen  äv»  Brntiliog  zElnien,  wonn  wir  ihm  dieiw  zwei  ParitiiMen,  die  eiii6 
wohlgeiibto,  riietoriflch  geschulte  Feder  vun-ntcn.  absprechen;  dur  wahre 
VerfasRer  ist  ohne  Zweifel  in  der  gelehi-ten  Umgebung  des  Kuisers, 
leicht  in  der  Pei-son  des  Patriarchen  Photiott  zu  suchen. 

1.  Auignbcn:  liie  kufaimn  sind  fiftet  ndiort.  u.  a.  hei  Bnodari,  Iroper.  orJMfi 
1  171  Jt:  da«  xwcilo  Stack  luerat  von  A.  Muj,  Scriptomin  vrteniin  nova  colleotio  2  <181<i 
679-681.  —  JeW  beide  xiuHuunwn  hm  MiBno.  Pftlrul.  gr.  107,  XX[  ff.,  LVII  ff.  -  Qu 
DuaKrieoliiach«  L'eboractiung  VL-rCoaBte  und  verOff«Dtiicltte  der  Areliimatidrit  Clir;- 
sftuUioa  NotaraH.  Itukuc»!  1691.  Vu).  K.  Logrand,  BiMiogt.  hell,  du  XVII'  tiM« 
3  (1895)  b  r. 

3.  Hilfsmittel:  Leo  Slurubncli,  AnalecU  l'li^liBiia,  Dissert,  cUasiB  phiIoL  «Md. 
litt  CrtK'flviotMris  t.  'JO  1 1898)  96  ff.,  vi^rwertet  di«  Kt^itaa,  dio  w  ohns  R«Mm  dca 
riiotioB  zuteilt,  fdr  dio  Toxt3critik  der  iwni  Red«n  des  Isakratoa  hMir.  Pmnido-lMbatM 
Ugif  rtmaxUic  und  llgät  Jijfiortrov. 

3.  Din  tlnbnriiaforunK  d«r  Kt^ulirin  bcdurl  nDoh  dor  L'ntenniciiusg;  donBmudM 
Hm  wie  der  Cod.  Dod).  Haroco.  10  Fol.  l^T — HS.  weichen  von  il«in  g«dracklMi  Tute 
«heblicti  ab.    Andnrc  Codd.:  Uodl.  Baroeo.  OÜ  fal.  Ög— 106.  Atbun.  &35.  Uo«q.  Bynoli 
247  ToL  2&p-2il  und  423'fi>1.  27R-2»»  (Vladimir).  Vindob.  thool.  gr.  238<NcmoI)  ti-^M 
Diu  llttfairfatt  x.  B.  im  Cud.  Lcitb,  I.imon.  102.  ^| 

i.  Zu  ilsii  (i|iexiL>ll  nur  dun  yarateu  bwCglicIieo  Teilen  ilie-ter  ErmaltBUiigaMliriKF 
vul.  auMer  IiiokraluB  und  Auii{ivtua  auch  den  von  A,  Mai.  Suript.  vel.  nova  wIL  IL, 
edierten  Anonymus  .De  politic«  eapientia*.  des  Nikophoroa  Bletnmyd»«  Baaiiiiit 
ürifuit  (s.  S  447)  iiud  deu  anonymen  Briet  lltQi  ßvaiiiint,  den  G.  Vi  teil  i,  8tadi  itabisi 
dt  flloloj^a  classica  I  (16981  380—383,  »na  item  Ctid.  Lnor.  (^onr.  Soppr.  M  Uerauagecebw 
liAt.  —  Die  Ansicliton  der  Alten  über  da«  Fllr«lenid<^a1  miutcrt  <inttlob  Barner,  Cua- 
porantur  intnr  no  grnoci  de  regenlinni  hominum  virlutibu«  auctoroe,  Dim.,  Marburg  1999. 

192.    NitolaoB  (8.52—025),  ein  Verwandter  des  Patriarchen  Photic«, 
wurde  zusanitnen  mit  Kaiser  Leon  dem  Weisen  erzogen,  »pütcr  von  dem- 
selben mit  der  Würde  eines  Vertrauten  (ßvmxös)  bekleidet  und  hatte  von 
901 — 907  und  zum  zweitenmale  von  äl2 — 925  den  Patriarchonthron  inno. 
INeser  geiatig  begabte,  aber  leidenschaftliche  und  ehrgeizige  KirchenfDret 
verdient  hier  wegen  seiuer  rciehbaltigen  Korrespondenz  Krw&hnung.  Eine 
viitikaiiische  Handschrift  enthält  163  Briefe  desselben,  welche  fiir  üt 
politischt'  und  kirchliche  Geschichte  seiner  Zeit  wichtige  Aufschlikw  ge- 
währen. Unter  den  Adre.ssaten  sind  der  arabische  Emir  von  Kreta,  d» 
der  Pati'iarch   zur  Milde  gegen  seine  christlichen  Vlnterthanen  auffonhd. 
der  FUrst  Symoou  von  Bulgarien,  der  rOmixchv  l'apitt,  Kaiser  fionianM  I 
Lakapenos,  ein  Fürst  von  Armenien,  endlich  verschiedene  Bischöfe.  Zi^-il- 
beamten,  Mßnche  und  Privatleute.     Dazu  kommt  eine  Homilie,  wiMc 
Nikolaos  nach  der  durch  den  Bericht  des  .lohannes  Kameniates  (s.  %  Uli) 
näher  bekannton  Zeratjlrung   der  Stadt  Thcsealonike  durch  Leo  von  "fti- 
polis  !.  .1.  flOl  an  das  Volk  von  Byzanx  richtete.  , 

1.  AiiDKAben:   Ed.   pr.  A.  Mai,  Snicilegium  llomaTium  vol.  X  2  0*14)  !61— 4W- 
—  Wiederholt  von  Mign^.   Patrol.  gr.  II),  1—406.    -  Einen   Brief  an  dna   l'Jnii  "■ 
Kri-la  cd.  J.  Sakkolion,  Jtitioy  3  (1890-921  108-1  lö,  -  Den  ürigitialtMt  wtomA 
dankungourkunde  (vom  J.  907)  od.  noa  Cod.  Monao.  gr.  277  8p.  P.  Lambroa,  B.  Z  I    i 
(1892)  551-554.  ' 

2.  Uilfamittel:  Uobor  dan  Lcb<^n  und  dun  Chnrnkter  den  Nikolao«  brägl  iniBltw    I 
Nene  dit>  Vita  Euthymü  od.  C.  dn  Hoor,  Berlin  \ti>ii*:    vgl.   die  auf  di«*Mn  Tsxte  ^ 
ruhende  Daratellung  ron   U.  de  Boor  S.  m  ff„  160  ff.,  176  ff.   —    V.  N.  Zlatraaki,  M» 
Briefe  des  Patriarchen  von  Kpcl  Nikuloo«  Myatikoa  an  d«n  bulgariacben  Ci«r«n 
Sbomik  blKarak.  10  (Soßa  lÖtM)  372-428;  11  (1894)  3-54  iFortaotning  folgt)  " 

3.  Von  einem  Zeitgenoaaea  des  NikolaoH  Mjstikos  ataninil  eine  in  der  Sop 
goballone,  ohne  Antomamen  in  Cod.  Vatlo.  gr.  483  abirrt ieferte  R*d«,    welc 


>r6h«torik.  Sopbutik  and  Bpiatolographl«. 


^B  im  J>kt*  VS7  mit  rotro*,  ilrm  Suhnti  lUi  Symnoii  vun  l)iil);nrivn.  ^«flobluMUDen 

WntAtO  iMBitllL     L«idcr   Mhout   «irli  der  Vorfmunr  nnrU  ä<-r  IoiJi^«<n  Silto  <l«r  bnaDtiiu- 

Mibwi  ttbtiorik  •nr  «iaar  graouereii  BsMiohnutig  von  That«n(^lii>n  und  Nbhim,  so  dass  «ch 

tat  bi*lan*di»  Oatargmiul  Miner  dnnkatn  AndDulungnn  und  nllcgnnscilivn  Vafgkicbe  nicht 

■at  nnDcBsdcT  DeaUiclikrit  cTkcnnvii  l&oat.    Mit  Kotnmnntw  unJ  roM.  Uttbersctxiing  «d. 

«>•  Tk  Uapennkij,  Kine  uucdierlv    kirchlklic  Rede  Ober  die  liulgoro- bjriantini sehen  ßc- 

BitlBin   in   Aer   tmlett  llOlflu  des  lehulcri  JtilirhuDdcrta.  OdcHBn<fr  JaKrb.  4  (1894)  Byx. 

UL  1  a  4S-12ä  (nua.).  -  KHtwche  Boitrilg«  vuu  Ed.  Kurli,  B.  Z.  4  (1895)  6U  f. 

4.  Vifillcidit  gebArt  in  iioM  Zeit  auch  die  ParJiDoiio  im  Cud.  Bodl.  Oanga.  41  s.  IS 
M,  ISS— 1(3;  Tov  npai(onar,«pi'(PV  >v('oi-  .V[iiar uyin^ioii  ioi>*  Zu'ia;  (?)  e/(  lör  i'Ui' 
■rn*.  Ine.  Ci''  «aie  '19'  «i'i(i  r<{  (ir«/(v(i'iijr(4r  fiti/Q/irvi  tit.  tf*mv  ftot  tfiXtnto^, 
llMB  nf  aae  folgm  in  der  Bb  rol.  143  ivti  Rri«rt>:  fori  nvt^v  ryi  Mvatitv}.  liVeilioli  iat 
M  teckuis  nicht  Mch«r,  üh  dieser  AdroiMint  mit  NibuluuH  Myatiko«  identi fixiert  wordeu  duf. 

193.  Theodoros  Daplmopates,  der  die  Würde  cüiob  I'utrikios  bcaass 
■J  bald  nHch  der  Thronliutitciguti];  Koniunoa'  II  üum  Stadtprfifekten  von 
£oii8Untinopel  erliobim  wnirdL',  verfasute  im  Auftrage  und  Nnmen  des 
SuNft)  Komnnos  I  LakapenoH  (921  —  914)  Briofo  an  den  i'apst-,  an  den 
Ibtnpclitcn  Aniuttaitios  von  Herakica.  an  dun  Emir  von  Ägypten  und  an 
des  FOrsteD  Symeon  von  Bulgarion.  «owit-  ein«  Rede  an  die  Metropolitan. 
So  verlorenefl  Geschichtswcrk  des  D»phnopate.s  erwähnt  Skylitzen  im 
Proüinion;  vielleicht  meint  er  damit  den  letzten  Teil  der  Foi-t^etzung  des 
n«^)lian«it,  d.  h.  die  Geschichte  Konstantins  VII,  Itomauoü  I  und  KomanoHlI 
fi  S.  S48). 

1.  Die  Briefe  und  di«  R«d«  editrt«  mit  oinetn  flli'  iJie  Zvlt^eschicht«  wicbligmt  Koiu- 
■MatJ.SnkkelioD.  Jtlftof  1  (1883-84)657-06^1  und  2  (188ä-Sg)  38-48:  38^-400; 
&  K8  Ktaa.  Aber  DaphnonaleH  nlg  Kortoebcr  de»  Tlieophniios.     Dfirllhtir  schon   A,  Rnm- 
I,  l>'Mep«r«  fcr^c  au  mxi''nie  mMIvS.  65i  116.  —  Kine  goistlioho  Homilio  d«s  Duplino- 
•tolit  Biu  ItUeiniiwh  b«i  Mißnr.  Patrol.  gr.  111.  (ill  ff.  -~  l'cber  unedicrt»  Sohrifton 
e.  Kabriein»,  Hibl.  gr.  od,  Hftrl.  10,  ZHT-.  f   und  Migne,  a.  «.  0.  807  ff, 

5,  Hier  mI  noch  di«  Monodie  crwAlint,  wolcho,  von  einem  Uubekannl<in  im  höheren 
•  II III ttm\t.  "Km  itm  damnlH  noch  im  Knuhnnalter  stfihenden  Knmnnnn  li  Heiner 
trilia,  <lia  949  vor  der  V«rinllhlung  uliub,  gewidmet  wnrdo.   Sie  ist  nax  einer  Wiener 

Hadachrift  ed.  von  äp.  l.umhrnN.  Bulletin  do  curroapond.  heUdn.  'i  (1878)  26Ö  -',iT3. 

IW.    Philopatria  {'Ptlärtaiqii)  betitelt  sich  oinc  merkwürdige  Nach- 

du«  Lukianos,  die  lange  Zoit  eu  den  dunkelten  Itätsein  der  grie- 

chen  LilU-raturgeSüliiehte  gehört  hat.     Es  ist  ein  Dialog,  dessen  Pcr- 

Triephon,  Krttias  und  KleolaoB  heissen.     Der  dialogische  Gb^ 

erscheint  deutlich  nur  im  ersten  Teile,  cinoin  liitigtTcn  Wortgefecht 

Ueidoohtm  und  Christentum:   der  zwcitu   Teil   enlhäit  gi-öwtcnteils 

lorüanfeado  Itodc  de«  Kritio».  Der  ersto  Teil,  der  innerlich  mit  dem 

6n  nur  los«  verbunden  ist,  erweckt  den  Anschein,  als  handle  e«  sich 

die  Bekehrung  eines  Heiden  zum  Cbristentuni :  die  i^zene  spielt  in  alt- 

JidlW  Zeit:  THephon,  der  vor  kurzem  noeh  selbst  Heide  war,  erüäblt, 

or  viacm  GalilAer  t>egegnet  .-^i.  den  er  mit  unverkennbarer  Oeutlich- 

lit  als  den  Apostel  Paulus  kennzeicbnut.    Die  ganze  Bekehrung  ist  aber 

ebts  als  eine  litlerarische  Spiegelfechterei;    der  Christ  nimmt  es  ebenso 

bl  mit  »einem  Glauben  als  der  Heide,  und  von  einem  ernstlichen  8iegt! 

tiner  erosUichen  Niederlage  ist  keine  Bede.     Da  es  »ich  nur  um 

Sophist enstüek  bündelt,  darf  mau  sich  ntelit  wundern,  dass  dtis  alter- 

"idie  Kolorit  nicht  konsequent  festgehalten  wird;   der  Verfasser   lässt 

Bedenken  Züge  seiner  eigenen  Zeit  in  die  erfundene  Szene  hinoin- 

uod    addie&ilich  springt    er    vollständig  Jn  die   Uegenwai-t  Über. 


460 


ByE&ntitilscta«  I,ftt«i«tnTge«chiehte.    I.  Pronftiacho  UlUratur. 


Nun  crliillt  der  Lewr  ein  Bild  der  dumpfen  Oärung  in  der  HaitpUU^I 
dor  Unzufriüdonhcit   mit   dem  bo8tehonden  strengen    Regiment    und  d^ 
Ilofilhung  Huf  den  baldigen  Sturz  dcT«  Kaisers,  auch  der  frolico  Aut»icht  auf 
Fortsetzung  und  Steigerung  der  glänzenden  Erfolge  gegen  die  Araber  und 
Porter,  auf  eine  baldige  .Unterwerfung*  Ägj'ptens  und  auf  Abwendung  der 
SkytlicngL-ftihr.     Zu  dicken  inetir  oder  woniger  klaren  Andeutungen  einer 
bcBtimmton  inner-  und  auit^erpolttitiehoii  Situation  kuinrat  (Kapitel  9)  eiDe 
schadenfrohe  Anspielung  auf  ein  gewaltige«  Blutbad  in  Kreta,  bei  wejchem 
nnzfthlige  Jungfrauen  liingeschlaehtet  wurden.     Damit  kann  nur  die  mit 
furditbarom    Blutvcrgieasen    verbnndenc    Wledererobening    Krcta.s    durch 
Nikeplioro!;  Phekas  gemeint  sein.    Wenn  nun  der  Ausdruck  der  Boffnuug 
auf  eine  baldige  „Unterwerfung*  Ägyptenü  den  Dialog  im  allgemeinen  ia 
die  spätere  byzantinische  Zeit   verweist,   in   welcher  Agj'pten    längst  vom 
Kcicho  loBgetreiint  nnil  von  einem  fremden  Volke  beherrscht  war,  *o  wirrf 
durch  die  Anspielung  auf  die  Wiedereroborung  Kreta«  Aas  Jalir  961  alt 
sichere  Prilhgrenze  gewonnen.   Kombiniert,  man  damit  noch  die  allgemeine 
politische    Lage,    die   der   Dialog   widerspiegelt,   so   gelangt   man   mit  iet 
gi'ßssten    Wahnichcinlichkeit  in  die  letzte  Zeit   de»  Nikephoroä   Pboka«, 
etwa    in  den  Somnior  969,  in  welchem  die  glänzende  üuiwcre  Politik 
durch  die  Einnahme  von  Antiochia  gekrflnt,  im  Innern   aber  die   Uaiii- 
fi-iedenheit  in   einem   solchen  Orade   gewachsen  war,  das«  im  Dezember 
doHselben    Jahres   die    Palastrevolution    ohne   den   tnindcsten    Widcrstaml 
durchgeführt  werden  konnte.    Einigen  Spielraum  nach  oben   oder  önl«« 
mag  bei  dieser  Datierung  dem  subjektiven  ErmcAsen  eingeräumt  weH^n; 
vSllig  sicher  aber  steht,  da,««  das    Werk  nicht  vor  961    und   nicbt  allia 
lange  nach  dieser  Zeit,  jedenfiLllH  nicht  nach  der  Regierung  des  JohaaROt 
Tzimisketi  entstanden  i»t.     Nun   lässt   sich    auch    die  Abeicht   de«  Dialog« 
mit  Sieherheit  bestimmen.     Der  Verfasser  wendet  mich  als  Patriot  (Philo- 
patris)  gegen  jene  engherzige  geistliche  Partei,  welche  den  tur  Rrhaltnng 
des  Keiehe«  ebenso  nnerlittslicben.  als  fllr  die  Kirchen-  und  Klot«torgOt«r 
unbequemen  finanziellen  Massregeln  der  Kegiening  und  spezioll  des  Nik^ 
phoros  Phokaa  einen  hartnäckigen  Widerstand  entgegensetzte  und  dadar 
daa  Wohl  des  Staates  aufs  äusserste  gefährdet«. 

Die  früheren  Vei-Äuche,   die  Eutsteliungisxeit  des  Pbilopatrin  zu 
stimmen,    mögen  jetzt   &U   endgültig  ahgetban  betrachtet  wurden:   Zuer 
ging  die  Schrift  unter  den  Werken  des  Lukianos;  nachdem  sie  als  uob 
goechoben  erkannt  war,  setzte  man  sie  in  die  Zeit  des  Kaisers  Jnliri 
f36l— 363):  A.  v.  Gut«chmid  rückte  sie  unter  die  Regierung  des  Herakiioi 
indem   er  die  Anspielung  auf  das  Blutbad  in  Kreta  auf  einen  tQr  dl 
Jahr  623  bezeugten  Slaveneinfall  in  Kreta   bezog.     Seine  Aiwicht  war" 
jUngst  von  Oampe   ohne  Erfolg  wieder  aufgenommen.    Schon  B.  H« 
und  B.  G.  Niebulir  hatten  den  Dialog  mit  sicherem  Blicke  in  die  Itagi» 
rung  des  NikophoroK  Phokas  gesetzt  und  A.  Fr.  Ofrörer,  C.  J.  Anin 
C.  Neuinanii  ii.  a.    haben   diese  Ansieht,    wenn   auch    mit   der   einen 
anderen  Muditikation,  angenommen.    Endlich  hat  E.  Rohde  den  verfehl 
Vci-sucb  R.  Crampes.  den  Plnlopatris  ins  Jahr  f>22  ft2:t  zu  setzen  und 
als   das  letzte  Glied  in  der  langen  Kette  der  christlichen  Streit»cfari(l 


E,  Bopbiatik  und  Epistolographie.    (§  195) 


gt^Mi  das  hellenische  Heidentum  xu  charaktcmiercn,  mit  «cldagunden 
OrBlulen  zurtlckgewie«c».  Nun  mu^  atidi  Au»  tlit^tologisoho  I»terL-s»c,  um 
dMsentnnllcii  ilcr  Dialoij  frühor  viul  {^vlesuii  und  kuiiiuii'uLivrt  wuidß,  ver- 
loren gehen:  er  hört  auf  unter  den  ätreitBchriften  gegen  das  Hfiidentum 
oder  gegen  das  Christentum  —  beide  Hollen  hat  man  ihm  ahwci^httehid 
mgvdttcht  —  zu  tiguripren.  IMe  spöttiwtrlicn  Klicke  auf  das  Mönchtsluiii 
hedeutea  i-bensoweniR  eiiK-n  Angriff  auf  dii-  Urthodoxio  lUit  da»  Wort- 
gepl&nkid  im  untten  Toii  oine  i-i-n»thuf't4:  Bc-ätreitung  de«  Heidentums  dar- 
■tellt.  Kine  gvwitwe  Frivolität  huft«t  dem  Dialoge  sicher  an;  aber  eine 
derart  spielende  Behandlung  re]igiSs<>r  r>inge  ist  in  ßyzanz  durchaus  nicht 
selun;  nehen  strengKter.  »ilhenxtoch«nder  lieohtglüubigkeit  findet  man  eine 
abetoanend«  Profanii-rung  des  Heiligen,  von  der  die  für  uiuim'  Gefühl  ao 
unfirtröglichen  Parodie«  der  Kirchcnliedt-r  die  besten  Beispiele  bieten. 
Al>er  an  ein  Liebäugeln  mit  dem  Heidentum  hat  bei  solchen  i5piclcrcieu 
Bwnwnd  gedacht. 

1.  Aa8K*l>«D.-  Ed.  D.  Hase  im  Etoiuier  Corpus  mit  Leon  Dinkouüa.  Bonu  I82ä 
S.  SS4  -S42.  —  Aii8K4«deiii  in  den  meislen  Aiu^aben  des  Lukian.  zuIcUt  tii  Liiuiaui  o|)ei'n 
•X  ncogB.  C.  Jnrohitc,  I.oipKitt.  iiM-  TenbiKnuia  3  (1876)411— 42r>.  ~  f^iud  deutsch» 
rthera«t>uiii;  vrrduikt  man  koinnm  (teriiignon  als  dem  Diofaler  Wicland  |im  C.  Uando 
««WH  I^nkiiuiQlwriictiuiig). 

2.  HilfHinitt«!:  Dm«  der  Pliilopatris  nicht  von  I.ukiaii  sein  kann,  bewie«  tuerat 
•dilafwid  J.  M.  Cioiiner  in  neinon  Not^n  und  «liner  Abliniidlung,  dip  in  dnr  Ausgabe  dett 
LdciUB  von  Kr.  (tnilx  3  <174»}  ."iM— 61^  und  TUH -73.'!  nbgndinickt  sind.  Kr  setzte  den 
DUoC  in  dto  SUit  ioa  Kniaci?  Julian,  —  M.  Ehemann,  bcmcrkungon  u.  s.  vr.  in:  Studien 
Im-  »%-ai>gcliMlieii  Üeisllidikcit  WUrllembergs  11  (li<3tli  -t7-lUl  tioUt  den  Dialog  auf 
OmJ  g«u  nichtiger  Argamento  in  die  Zeit  dus  KuiserB  Vak-OHl.  —  Den  wieliligstcn 
Btfciitl  nr  AuflUlrtUf  der  litt«rarbistamclien  Stellung  <Il-b  Philuputris  Ihut  B.  G.  Niebubr. 
Ot^  dM  AlUr  4m  DialoK«  Philopnlris.  Kleine  bistuiiBchu  und  philoluKisi^he  Schriricn. 
t  Rwil'titg.  B«aa  IS4S.  -  Ooni  nuUlus  iat:  H.  Kellner.  Der  Dialug  Pliitopalris.  TU- 
M^nr  UiMlofiMfc»  Qiiartslscbrift  46  tl8(I4)  48-78:  wiederholt  in  des  Verr&«ser«:  Hell«. 
iJMiiii  md  OiriateBtaHn,  KMb  I8ß6  8.  323— MI.  -  Ü.  VV«ssig,  De  oeUte  «t  auctore 
njbpslridia  dialogi,  Diia.,  Soblenz  1866.  -  A.  v.  Gulsclimid.  Ütterar.  CeotralbL  18Ö8 
^  141  l  =  Kleine  Pcbri«*n  i  (I&94)  434.  —  C.  W.  King.  Anliquo  goms  aiid  ring^ 
l  iU<Ddon  I87ä)  262,  pUubt  den  Philopaths  anf  Omod  einig<'r  AnklAnge  an  iwei  dem 
KaiMT   JnatiDian   gevidmele  üratnlatinnsepiK ramme   unter  .Inatinian   aetien    EU  mflsseti; 

ili«M  AnkllBgo  «'Srwi.  eelbat  w«nn  si«  viel  nnrtlirhoi'  würcn,  als  sie  sind,  liJIchslens 
r  4MB««tiininuagd«r  FrfihgrenMbraiKitibar  —  A,  Fr.  tifrQror,  Byxantiniacbe  linscbiehlen 
I  (1877)  M'  8ä,  gibt  «ino  gut«  Anal^ae  des  Dialogs.  —  C.  J.  Aninger.  Abras^ungaioit 
~''  Zweck  du  |«Milohieitniitch(>n  Dmlog»  Pliilopatris.  Ilistor.  Jalirbucli  der  ODrteSüeB»]!. 
ift  12(1I»1)46S-491;  708-720  (»uobt  als  Abfassunssioit  das  .Fahr  «74  lu  erweisen).  — 
Milieu.  109  d«ra  der  Dialug  erwacbsen  ist,  schildert  C.  Neumnnn,  Diu  Wellstellunif 
b^xuilin.  Keidiea  vor  dun  Kreuuü^ieu.  Luipzig  1864  S.  32  ff.  —  Kubert  Cnimpi'. 
'  fUafalri«,  Ein  h««dniacJiea  Konvrntikel  des  mebenten  Jabrhuuderla  tu  Koii%tAntmcipel. 
Haut  IM4.  Gmmi  Cramp«  vcl.  die  Beaprecliungen  von  C.  E.  (ileve,  Derlin<>r  plnlol. 
«■•ekfMckr.  1»S  Nr.  41  8.  1286  ff.  und  1^.  Neumaon,  Ü,  Z,  .'.  ('l80ßj  105-lß&.  - 
tBobd«.  ^Jo!>si^.  B.  Z.  b  (ISOß)  1—16  (wiilerlejtt  den  AiMstz  von  v.  tiutsehmid 
nJ  Umi|i«  uad  aetxt  die  EDtstehuDgueil  dea  Dialuga  in  den  Sommer  9H9), 

8.  t'ebarliereruns:  Die  «iau^e  Hb,    der  Cod.  Vatic.  8t>,  Oberliefert  don  Philo- 
nil  Werkes  de«  l.akian. 

4.  Leon,  der  Qtsandt«  des  Baallios  Bniguroklonos,  ist  wAliisr bei n lieh  der  Vorfaasor 
.  -  j«U  flrief««).  welch«  ^egvn  daa  Ende  des  ll),  Jahrhimderla  nns  dem  Abendlande  nanb 
|llim  K«atJiri*l»n  wor4ait  sind.  f!i«  handeln  vornobmlich  von  den  Krhicksnlen  des  iiU' 
iMgia  rhilagalhos,  der  aicfa  unt«r  Ott«  111  als  (!egenpapst  (Johannes  XVI)  mifstclla» 
I  W  Ed.  A.  J.  Sakkelion,  TjtiattXai  BDiartirai.  Smr^f  15  (I8»2)  217—222  (mir  uii- 
f^duUrli:  0.  B.  Z.  S.  ID4  f.) 

I9.>.  Johannes  Doxopatres  (Imäwrji  v  Jo^anatf/ijf),  mit  dem  Bei- 

IUHo  der  Sizilier  (ü  SixiXiwti^^,  nuch  ü  ^ixiiüc)  nimmt  «ntei-   den  Vw- 


462 


ByxuitiiilBclia  LiU«ntargeB«biclit«.    I.  PrMatBcbe  UUer&tar. 


tretem  der  byzantinisch«!!  Schulrhetorik  eine  bemerkenswerte  Stelle  efl 
Von  seiner  Ferson  verrKt  un«  Johannes,  das»  er  ein  dürftiger,  von  iIlP 
Leben»  Not  gedrückter  Münch  war;  »oiuc  Armut  und  die  mcichgUltigkeit 
der  FUratou  und  des  Publikums  hindL<rt«n  ihn,  wie  er  sagt,  an  einer  aus- 
gedehnteren littcmrischen  Thätigkeit.  Er  stammte,  wie  sein  Beinuni- 
xei^,  au»  Sizilien;  die  Stfttte  iieiner  Wirksamkeit  aber  scheint  Kon><taAt>- 
uopol  gewesen  zu  sein.  Seine  Lebenszeit  füllt  wahrscheinlich  in  die 
ersto  Hillftß  des  1 1.  Jahrhunderts. 

Wir  haben  von  Johannes  iJoxopatres  eine  Vorrede  und  rhetorische 
Homiltenzu  den  I*rogj'mnasmata  des  Aphthonios; ausserdem  IVolegomena 
zur  Khctorik,  in  welchen  nach  dem  üblichen  Schema  untersucht  wird,  womu 
die  Itlietorik  entsprungen  aei,  oh  aueli  die  UalbgOtter  Rhetorik  hatten,  wie 
sie  zu  den  Menschen  kam  u.  s.  w,:  endlich  grosse  Kommentare  zu  il*u 
Abschnitten  des  Hermogenes  ilfß*  attiatwy,  thgi  fi-gtafttf  und  Ut^  Hfüf. 
Dielte  Schriften  haben  einiget)  Werts  weil  Johaimes  den  lt«ichtun)  der  altM 
Kommentatoren  freilich  mit  gros^r  OoBchwätzigkeit  wiedergibt  und  xa- 
weilen  auili  die  Xiimon  soiner  Vorgänger  gewissenliaft.  n^nnt.  Beeond 
ist  zu  bemerken,  dass  in  den  Honiilien  zu  Aphthonios  wie  auch  im  K< 
mentar  zu  //»pI  aräaiun-  Rruchstilcke  der  Teohne  des  Alexander  Nl 
meniu  vorkommen,  welche  zur  Emendation  der  erhaltenen  £pitome  die 
Werkes  nützUchu  Dienste  luisten.  Später  wurde  Johannes  viel  benütsl 
und  ausgeschrieben,  unter  anderm  von  einem  Ithetor  Trophonioi  ans 
unbekannter  Zeit. 

Einige  Schuldeklanintionen,  als  deren  Verfasser  sich  Johanne« 
Kommentare  zu  Hermogeiies  f/i-Qt  idfiäv  nennt,  scheinen  nicht  erhallen 
sein;  ihre  Titel  sind:  'O  tov  i'rtnov  köyo;,  'Aravxtvil  tov  ll^oiirjift'ttt^  fu>i 
BaafXfwc  ^tviiQog,  UoXmitöf  ^öyof,  t)  »atü  Sttfaxr^vwr  Xöyo^;  die  er 
vier  behandelten  mithin  gewöhnliche  Schulthomata,  zu  bedauern  ist 
der  Verlust  de«  letzten  Stückes. 

1.  Aus(t)ibeo:  Einif^e  Bniohattlckt>  cd.  I.  Bokk«r.   An.  gr.  3  (18S1)  1454-14 
—  Rlietoree  graeci  ed.  Cbr.  Wnls  2  (183ö|  Hü—bSi:  C  (1934)  1-82;  68— Mi.    -  \ 
zerpte  aiis  dem  KoininciiUr  i/fpi  tiqintiai  ed.  J.  A.  Cramer,  An.  Oxob.  4  lllST) 
bis  \m. 

2.  Hilfsmittel;   RMores  ftrseci  ed,  Chr.  Woir  2  8.  IV  ff,,  fi  S.  V  ff.  -  Od 
djia  Verliflltnin  de»  Doxopatios  xii  Alexander  Nameniu  vgl.  E,  Finckli.  D«  tnoerti 
sriis  rhctorieiio  otc.  n  Ij,  Spnngfilin  editn»  loc,  nl,  em,,  Heübronii  18M,  und  die 
dieser  Schrift  von  KnyaiT,  MQnHionnr  Urlolirte  Anxeigen  41  (lA^.S)  1  —  18.  —  C.  Bnrstl 
Der  Itliclor  MitnntidFr  und  seinem  t^chrifton.  Abb.  biiyrr.  Ak.  I.  Cl.  Itt.  Bd  S.Abt.  |I88S)&J 
Anm.   I.  »Rtxt   den  UuxcinntTee   nuf   (irund    einer   sobr   nnsptecbcndon  Kombinatioo   m 
ereto    Halft?    dos    II,  .Inbrbuoitcrbi.   —    Ju.   tiruevea.    CornutI   nrti«   rbcftiHiMe   »pili 
Hprlin   IKÖl    l'rolPBomenn  S.  7  ff.:    II.  15.  20,  34  f..   66  ff.    —    Knrl  Fubr.   Zwei 
gonvikomini'niiilcrL'ii.   Rhi-in.  Mus.  51  (1W6I  45—51;  184.  —   V^-l.  auch  die  I.ilUnCurl 
Alcxnnil<-r  Numiniu,  Hprmogenos  ii.  a.  bei  W.  Cliriet,  Q«8cliicUlo  der  grie<'hucben  LiU 
ratur  '  8.  625  ff. 

3.  Name:  Das  Uberetii«timmeiide  Zeugnis  der  Wt»   wie  der  Codd.    Batoec-  II 
Valic   toe,   Mfdic.   Kl.  5,  Taur.   119.   Vindob.   pbil.   gr.  16.   78.  130.    143  (Na    ' 
Vindnb.  bist,  gr,  64  (Nessel)  bietet  die  Genelivrorm  tov  Joiv  nur^i,  Joianatf^, 
J'iSanatQi  und  Joionat^^,  irorails  sich  als  Nominativ  der  nclit  byntnliDiaeli*  Nune 
Ttaigijt  udor  Jolonai^iis  ergibt,   der   niicli  nuadrllcklicb  bezeugt   ist  (.(eJRünrfijc  i.  B,  ' 
'i^txes.  Crnin«r.  Ad.  Oxan.  i,  125  und  in  einem  Briefe  Ans  Micliael  Akomiaatde  ed.  l^Bip 
2.  232,   16;    ,fn,'nnni[iij;    bei   einem    von  .Mlnlius  benutzten  Anon}-mi>8.   WaU.  KbtL  ff.\ 
S.  VI),     üweifelbalt    int   nlse   nur,   ob    .loiontiti/i;c   odtir  Joi<inaifijt   dl*  wahr«  Fora  ^ 
dMD  nur  iu  dieser  Hinsicht  aobwnnkvn    dia    Usk.    Nach  den  "trtlnii   d«r 


6,  Bli»torik.  Sopbiatlk  and  SpUtoIoEraphio.    (§  196) 


403 


üt  nan  ^imgt,  Jer  Form  JoioTTvtfi'ji  ävn  Vi<t/<iii  zu  Kehett.  Es  ist  ober 
■ueht  siiS9«acJito8s«n.  daas  di«  Familie  in  Wahrheit  /»cV-mr^vc  lii(<4H.  Ouni  tu 
I  ist  die  vnn  Cbr.  Walx  willkllrlich  «in^cruhrt«  Fonn  .faionnffau  t'R)j«t,  gr.  2, 
p,  4  fl.i,  die  eisen  Xominaliv  Jotäriurgot  vorüiinsetit.  and  es  ist  hitcbste  Zeit,  data 
plsclie  Xaniranform.  dia  ach  in  il«r  ganzen  philiiIof(i>rlten  Lilteratiir  --  zuletat  nocli 
,Grat>v»n,  Herm««  3ft  (IflflÄ)  471  —  oingi-ni^let  hnt,  i^ndlinli  einmal  verachvinde. 
twaigar  bwracbtigt  ist  dnr  Nominuliv  Doxupatrj,  den  K.  K.  7.achaiiae  von  fingen- 
Mb  n  d*r  S.  Aadage  soiiiiir  lieschiclile  dua  y;riuchi<ich-rilniiaFlinn  Itechts  (S.  34  T. 
liär)  konee^iMDt  lUKK-ndut.  Auch  latciimoh  ist  der  Rbi^lur  nicht  Doxopnter.  aoti' 
ktxopatrea  ra  briiciinvn,  NHtQrlicli  int  nuii  auch  nur  der  DIcibullR  doa  SpHÜinrios 
^jrpaliMi  Tb«opbao«s  Daxapatres.  welchf  0.  Schliimbureer.  Sigillographin 
Kpnre  bjs.  &  I>92  (vgl.  dortaelbat  S.  $62)  v«iö(r«ntlirht  liul.  die  AbkOnmng  nicJit  in 
bw,  aondeni  inJ^iaimpä  flofialCsen. 

L  Aikdere  GaJabrt«  dieser  Familie  sind  Urogorioi  Doxopatr«8.  der  als  Vert'aaaor 
Ejilli iiBliliiilliin  ftmaimt  wird,  d»r  Archimnndril  Nilo«  Doxopatrea,  der  im  Auf- 
haKiBBilta  Bocer  II  von  Sizilien  (IIOI  -  n>S4)  im  Jnhro  1141!  Ih^i   roic  n(vif  nni^i- 

RikniracbUiclie  Synopsis  unl^Tgeecliobon  worden  int.  Vgl.  K.  K.  Zacliariae  von 
tbal,  ilonalübar.  IWI.  Ak.  1K^7  S.  llöS  ir 
ÜBtar  drn  (juollcn  de«  Johaunen  Doxopalros  ist  l'hoibBmnn.  ein  seiner 
^■Dtd  Z»it  noch  unbekannter  Klielor.  der  uucli  von  Txetxcg  und  ChristonhoroB 
ird.  Vgl.  Karl  Fuhr.  Zwei  HonnogoQeskomnu-'ntulorpn,  Hhein,  Mus.  51  (ISSlij]  50  f. 
Wohl  bald  nach  Doxoputro»  »lirii-b  ein  sciuer  Porson  nnrh  iinheknnntcr  Christo- 
ainnn    Kommentar   >u    Hi-rmufiunM   lligi  aiaatvii-      F.r  benutzte  di-n  dor  gloicben 

B''[*w»dmotcD  Kuinnienlur  l-uivb   gowisBen  KustHtbios.  tluuo  ßnbe,  De  Chrixtopbori 
lario  in  Üennogcnia  librum  a«fi  atiiatur.   Rhein.  Mus-  50  {18'."5)  241  —  249.  —  Vgl. 
IPahr,  a.  oben  a.  0. 

pöfl.  Theophylaktoe  {f>t<i<fviaxias),  gi-wöhnüch  nach  seinem  erz- 
tflichen  Sitze  Acliridti  als  ßulgarua  oder  Achriden»iH  hezetchnet. 
linor  df-r  bedeutendsten  Theologen  des  II.  Jahrhunderts,  Kr  stand 
tr  BildungHhüh«  seiner  Zeit,  wenn  er  auch  an  Umfang  di-«  Wiä»ens 
poraigc-wandthcit  mit  smncni  älteren  Zuitgcmousen  Püelloä,  dem  er 
|Hger  Schüler  nachstrebte,  nicht  verglichen  werden  kann.    t?ber  sein 

[Itni»  XU  »einem  Lehrer  sagt  er  tuelbst  in  einem  Kiefe  an  Kamatcro- 
UigDO,  Patr,  gr.  126,384:  UitiXti  xai  tip  r(iffiiaxagi(itiäi<i>  i'ntffiifup 
litp  xm  ajTR^Rfi/AA^    tr;i-  yXontav    öifiiXot  füv,    wf  tim;,    oi'«  tvetuo- 
f  Xiiffiiai  .  Uoi-lit  Y<i(t  nldtt  irj(  fiot'Oi^i  tov  «idpfJc  ärtoviififvoi  U.  S,  W. 
lauptinaHse  seiner  Werke    fällt   in   das  ßebiet   der  Theologie;   vgl. 
BIT.    Wichtig  sind  seine  zahlreichen  Briefe;  an  hohe  WQrdentrÄgcr 
p  l*n%-iitpor>H»)en,  besonder»  an  geistliehe  Kollegon  in  Kon^^tanttnopel 
anderen  .Stftdten  d«.'»  Kcic-hes  geriditet.  sind  sie  uns  wie  die  Briefe 
lioe,  PBello«,  Gregor  von  Cypern,  Planudes  und  anderer  Byzantiner 
erlrhtliches,   ft^ilich   noch    recht  wenig  verwertetes  Hilfsmittel  zu 
genaueren  Cj'forschung  dor  politi»tchen.   kirohlichon   und   kulturellen 
le  der  Zeit.     Wir   finden    uut^r  den   Adressaten   Mfinner   wto  den 
Nilcephoros  Bryennios,  den  örossdrungar  Gregor  Pukurianos. 
tinchof  Niketas  von  Serrae,    den    Ariit    und    Dichter  Xikolaos 
kies,  den  Metropoliten  Nikolaos  von  Kcrkyra,   der   durch   seine 
hme  an  dor  von  Aloxioü  Komnenos  i.  J.  1117  veranstalteten  Synode  be- 
ist,  0.  a.    Ausserdem  haben  wir  von  Theophylaktos  zwei  Schriften 
riflcher  Art     Die   eine  enthält   eine  Unterweisung   nn   seinen 
»r.    den   kaieer liehe»   Prinzen   Konstantin:    timiStia   fiuailtm] 
ir  rfoftfvfoyivii/tor  KaraTmiTritv,     Im  errfon  Teile  verweist  Theo- 
n  Zllgling  auf  die  Tugenden  seiner  Eltern,  besonders  auf 


■im 


Bjrzuitiiiisclie  LitteralnrgeBcbiolit«.    L  PrMaUch«  Litter*tar. 


(Ine  leuchtende  Vorbild    »einer  Muttt?r  Marin,  im  zweiten    erteilt  er  ilini' 
LeliroD  Über  Keligioii.  Sitllidikeil,   Itegieruiigt^kiititit,  xogar  Über  die  Ko^ 
wendigkeit   iiiilitUmclier    Übungen.     Von   den  verwandten   jMU-ftnetiDchw 
Schriften  des  KaiBera  Basilios  unterscbeidel    sich  die   de«  TlicophylaktM 
vorteilhaft  durch  die  Berücksichtigung  der  speziellen  Verbfiltnüise  und  durdi 
höhere  Originalität;  wahrend  Basilios  im  wesentlichen  dem  Fttrstenapiegel 
des  Ägapeto»  folgte,  bat  der  Erzbischof  in  ganz  freier  Weise  pausende  Ge- 
danken, die  er  bei  den  alten  Autoren  traf,  in  neue  Formen  umgego^min  und 
in  seine  Kapitelf&cher  eingereiht.   Als  Quellen  lassen  sich  mehr  oder  weniger 
sioher  nachweisen:  Xenophon,  I'laton,  l'olybios,  Diogenes  Laertes,  Synesios, 
vor  allem    aber   Dion  ('hry!*o»toinii«  und  Themistios;    selbst    der    Apostat 
Julian  scheint  hier   —    ein  erfreuliches  /eichen  des  Erwachens  einer  ob- 
jektiven Betrachtung  des  Altci-tunis  —   vorurtoiUfrci    verwertet  la  win. 
Der  zweite  rhetorische  Versuch  des  Theophylaktos  ist  eine  um  da»  .Jahr 
1092  abgefasifte  panegyrische  Rede  an  Kaiser  Alexioa  Konineuo^ 
Vgl.  H.  Seger,  Nikephoros  Bryennio»  S.  lOö.     Nach    dem   Qberächw&nj- 
lichen  Muster,  das    fQr  solche  Iteden  in  Bysanz  wie  anderswo  nblich  ist, 
werden    die  Milde,    (lerechtigkeit,  Tapferkeit  und  andere  Tugenden  it* 
Herrschers  gefeiert;   zum  Scbluss   erfreut   uns  wenigstens  die  nachdiUck* 
liehe  Aufforderung  an  den  Kaiser,  die  Wissenschaft   zu    unterstfltmi; 
giafivrevet    yi'iQ  ovx  tirl    j-ore,   äi.X'    ini    ariifia    srtuth',     Uhnc   Bedeutung 
sind  zwei  jambische  Gedichte  des  Theophylaktos:  /sV;  av/iyo^-  (V)  ifirrtci/rtn 
nvä  und:  //pö;  novtjgöf  imoyyövta. 

1.  Oeenmtttnsgahe:   Migno,    riitiol.  gr.   133— 12G;   die  Unt 
250  IT.:  <li?  Kede  nn  Alexios  VX.  2K7  1)  ;  clio  Hne!e  126.  307  ff.   ~    Dia  Osd! 
Cod,  Munnr,  Ml  B.  licorgindc».   'Kit«i.  .ti..  4  (lÖSSt  U1-H3.    -    U«bw  ü» 
de»    TLi'upLyluklo«    hwitlclt     V,    Vasiljevskij    ia   Keiner    BanjirechUDg   der   Schrift 
Tli.  Uiit>«nskii.    Uebcr   dl»  EnUtvhung    iIdb   2.  bulKamGlien  KiUisiurekliMi  (OitMH  I! 
Journ.  Min.  1879  lld  äU4  Juli  144--21T  und  ÄuguüUlä— 348.  -  Ein«  vuiUefllfcb*  \H 
sDcboDK  dvr  QuelltMi  dur  llatiftln  i^tih  Karl  Pr&clit«)',  Aotik«  Quellmi  des  TlMfhj'Iakll 
von  Bnl^arien,  B.  Z.  1  (1^92)  3SU-414. 

2.  Von  Manuol  Straboromniius  {Marav^k  lioiißofiuimrÖ!)  bewobrl  der  Ctd. 
CoIbI.  gt.  136  fol.  248-249'  eimgo  R«dc<ii  {köyotj  nn  K«iMr  Äl«xiM  («rokl  I)  KoMiiti« 
n«bst  eioer  Antwort  (itrriy(fo/Afin)  d«H  Kautera.  Ein  woitdres  Zeujtnia  d^r  littonritohs 
TliStiKkeit  (liaaet  HannuH  und  HHin«T  Bi'Eiubuugi>n  tu  KiiiHt>r  Al«xioB  i«t  ein  tM  Bf 
i1m  Kaisers  gedlcbtetoa  t^pigmmiu  uuf  «in  Guldbild  des  bl.  Dcmctm«;  Taö  afp««'  Mar«M 
l«i'  i'if<t,1<igajfittyi>i-  ix  ii^otiürtav  tuii  finaMatQ  kvqov  'Aiiiioi-  roi-  Kafirr,r«v  rtfif  m 
iiylQr  Jrjiirjimav  lixnrtauiyoi-  ix  ^^oaoö  ir  Ifiaüia.  Ö  tfn^liiax  S.r«i  lür  onJwra-,  mdlTw 
Si  i:ini'ia<*l!;lit,o,?>.  Es  sloUt  t.  B.  im  Cod.  Laor.  33,  52  fol.  125.  Ebendcrt  faW 
man  «in  Urabciiigrami»  des  Nik(>[ihnro»  Straboromanos  auf  Beinen  Vai«r:  T»4  rrfi* 

.Vijri]i]^ä(ioii  luii  iiQii/lopiOfiai'iiC  initi!(fioi  fü  tar  at-tav  natifa  l*  nanmiltov  toÜ  rtiuirtt, 
Aus  der  engen  Verliindiing  beider  TrILgcr  d«a  Nnmona  Iftssl  eich  sohlMOMn,  dasa  t*r  lÜol*- 
varwandt«  (Brllder?|  wiuen.  Virlloirbt  ist  einer  von  ilinon  identisch  mit  im  rta  AMI 
Komnena  II  ^  ll  IUI,  9;  102.  Iß  od.  Bonn.)  loider  oline  Vamnmeu  orwOlmtoii  SäaboraniMll 
£ino  tJnleraucbiing  Über  diese  nurb  vAlüg  unbeucht«ton  litI«riirisoli«n  ZeHgntmri'  •i" 
AioxioB  Komnenas  und  eine  VorlVfTcnUiuhung  ihies.  wie  es  Bcbeinl.  sehr  gningm  S»A 
Ibssm  wäre  erwitnBclit. 

3.  Ein  Mfincb  AntonioB,  der  mit  dem   Verfasser  der   Mihaaa  (n.  das 
.Sammlung i-n  von  Sentonxon  und  Spricbwitrtcm')  idenlisoh  sein  und  unter  Aloxiea  I 
neno«  gelebt    bnlien   soll,   Terfaselc   eine  Anleitung   xu  feinem  .\n«laiid  nnd  KBl 
Ton  (X(>i;ai«i;9»ia).   Das  BDch lein  gibt  in  8  Kapiteln  ctblsihe  und  triviit1|)rnktiiiehe 
regeln  ftlr  junge  Leato.   Die  «sie  Ausgabe  be«at^tc  Duinaskenoa  Pai>apBDnKiol«fall 
Venedig  I8I5  (mir  niizngHnglicb).    --    Auf  Grund   drrBelben  wurde  daa  BKchlcia  mit  I 
{irieohiaeber  rebor^dlzung  uls  AnatAiidiilmth   der  heutigen  grteeliieebea  Jugend  vanp!«) 
von  N.  Kalogerua:   'Arimriov    lor    lliiiafiiov  avyyi>«iftiiii  (iff  in'  licdfM-fcttii^fi'ihf 


wt— owrTiiiinn^iuiijswii  nwi"  nrruiraurur  zu   uuwiiurwii- 

lesjnhr  ist  unbfkannt;  docli  wissen   wir.  dasü  pr   tni 

6ß  nicht  mplir  Bischof  von  I'li  üippopcl  war.     Ituhkos  hat  eine  An- 
Briefen und  Ensais  }iiiitertii»ticii,  die  sich  in  mancher  Hinsicht 
ich  Über  das  Xiveau  byxantiniBcher  Khetonk  erheben.   Don  Inhalt 
isoho  Fragen,  sophistische  Themen,  eine  Lubrwde  u.  h.  w.   Der 
zeigt  sich  al«  ein  ungewülmhch  bi-lostinfr  Mann,    der  nicht  nur 
iphie,    Rhetorik   und  Grammatik,  sondeni  auch  in   d^chichte, 
je.  Mi-tiizin   und  Astronomie   Bescheid   weiss.     Über  die  originelle 
ler  Li-hrtiiiitigkeit  erhSit  man  in  den  Kricfen  allerlei  liüb^ho  An- 
n.    t^berrawheud  ist  die  humoristische  Schürfe,  mit  welcher  er 
indUbel  der  byzantinischen  Litteratur,  die  »Nachahmung*,  an  einem 
n  Falle  geisselt:  Der  Chartophylax  hat  ihm  das  Werk  eines  (leider 
nannten)    l'atriarchen    zum  Abschreiben   geliehen:   er   schickt   es 
ck,  ohne  es  zu  kopit-ren.  und  bemerkt  in  üteincm  DankKchreibe», 
ctflfl  Buch  80  gründlich  durchgck^scn,  dass  er  nicht  blosä  den  In- 
idern  auch  die  Quellen  dess(>lben  erkannt  habe.     Kur  die  Bittlei- 
gehOron  zum  Teil  dem  Patriarchen,  zum  grUssten  Teile  seien  selbst 
.werk  «U8  fhsmdcn  Stoffen;  im  übrigen  aber  hKre  man  bald  den 
d  Jnhannett,  bald  den  groeson  Basilios,  bald  den  Uregor  von  Nyssa, 
kdere  reden ;  das  Werk  gleiche  einer  zehn-  und  »lohrsaitigen  Leier, 
\  Künstler  aus  allenthalben  entlehnten  Teilen  zusainnieugeeetEi,  aber 
piunal   zu   hamiontschem  Klange  zu  stimmen  gewus^t  habe.     Die 
Bitdung   und  daa  grosse  Dai-stcllüngxtulent    des   Itolikos  wurden 
ich  gebührend  anerkannt;  unter  den  Personen,  an  welche  er  «ich 
rfen  und  Aufsätzen  wenden  darf,  sind  Aiigohßrige  des  KaiKorhauses 
Kaiser  Johannes  Koninenos,  der  Käsar  Nikephoroa  Bryen- 
id  sein  Sohn  AloxioH  Komnonos,   die  Kaiserin-Witwe  Irene 
BUkhlin  des  KaiBers  Alexio«  t),  hohe  Würdenträger  wie  der  berUhmte 
nwtikos  Johannes  Axuch,    dem  auch  der  Bischof  Nikolaoa  von 
und  der  Ithetor  Kikephoroa  Basilakes  Scliriftun  gewidmet  haben. 


U6(r  BysantüiiBebe  Litt«ntargeacbichte.    I.  ProsuMhe  Litteratar.         ^^^| 

Philüsopli  den  Speck  dorn  KlUc  vorziehen  mUsae,  wogegen  dann  Vn- 
dromos  diö  Parti'!  dos  Käst«  i<rgri'ift.  DiTNcIlie  lYodromoa  widmote  dem 
ItaUkOB  in  Ausdrücken  der  Vereliiuu«  und  Bewunderung  »oiiu:  Schrift 
Ot^l  tvv  luyälov  xoi  tov  /itxpDt'  und  erteilte  ihm  8piU«r,  als  er  achoii 
Bischof  war,  in  einem  Gedichte')  den  Ehrentitel  , Nacheiferer  des  Platon 
und  Pinto»  nach  jent'Ui*  0"/";";s  **'''  '/^«»wi'Ui  *«  fi**'  «'«"o»'  nÄmui). 

Zu  den  Briefen  und  EeBais  kommen  einige  StUcko,  die  der  Cod.  dur 
UniversitätHhihliothek  von  Bologna  2412  aufbewahrt:  Ein  Vortrag 
dC6  Itülikos,  al8  er  Evangehenexeget  {MäaxaXof  lür  fvayjfXitar)  nurde, 
eine  GIlUckwultselircde  an  Kaiser  Johannv»  Komnonos  ob  »einer  kriege- 
rischen Erfolge  in  Syrien  und  ein  PanegyrikuH  auf  Kaitter  Manuel  Eomneiioe. 

1.  Auaeabe  und  Uaiid§chriften;  Di«  Briefe  und  AuMtu  (29  Nnmaiara)  cd. 
als  v^ftneiiitlicIiM  Wnk  eine«  luibehaonbin  OiAmnialikera  &aa  der  Z«it  dM  KaiMrm  A1«dmI 
(nnii  Cod.  BodI  Biirocc.  181)  J.  A.  Cruninr,  An.  Oxon.  3  (1886)  I5S— 208.  -  Di* 
Kthopiiüp  nl>er  ^(-n  lil.  S(«))hani>n  nitit  nnrli  uiir<dii<rt  in  ddin  Kr  dio  hj'xnntiRiMJi«  Tittonln 
HD  wirhiigrn  Cod.  Ksrar.  gz.  V.  II.  10  fol.  ^42.  V'i<>lleicht  gehOrt  dorn  Itatikoti  UMliütia 
der  IIa  unmillnlbar  fnlgende  Mnnodii«  Übor  ae\n  gcatorbeoes  R«bfaiüiii,  J^M-fiiKn  iti'i  ly 
itigiini  m'ror  ti!ti'tit6i<,.  die  mit  der  Monodie  des  Mminsses  Dbor  d«n  AatroglenoK  n  th- 
|l«iclioD  ist.  V^l.  E.  Miller,  Cntnlogue  Aas  ms;  ^recrs  de  la  bibl.  do  VVmevnii  8.  81t 
Uli»  Muiiudii-  auf  das  Kobliubn  siebl  uucb  im  Cod.  Uodl.  liurocct  131  fol.  280*  f.  1« 
sie  wirklich  von  lUilikos,  duim  gehören  )liin  auch  «inigu  im  Uurocc.  mit  dsm  Aatorveraeri; 
Tob  (Ti-ior  unmittelbar  vorlivr^ohende  StQcko:  Briefe  an  Tlwodoroa  Prodrumas  tmA  ü» 
Kaiserin  Ireue,  der  im  §  200  Anm.  3  «rwülmt«  Brief  über  den  Tod  dea  KunHtantiBM  Baaio- 
tbeodorct««  und  eine  Monodie  auf  den  Tod  dos  Kaisers  Androniko«.  —  Dm  Schreiben  oW 
den  Speck  nelist  der  Antwort  des  Prodromoa  ebenfalls  noch  unadiort  im  Cod.  Paria.  %,t. 
S8T2  t'ol.  120  -122  (Aufschrift  der  zweiStHcke:  'F^taioXi)  toi'UaXtMov  itföt  *ir  fMitf» 
nifijQafiar  -  Tov  llgod^äfiov  nniyi/aufia  ngös  tSf  'Ub^mÖv).  —  W«it*r»  AnfMkltaMMid 
xa  erwarten  von  einem  noch  nicht  beachteten  Brief»  des  Italikoa  an  PradiomM 
lind  fineni  Rehroiben  des  Prodromos  nn  llnlikos,  die  in  dcRiselboo  Cod.  RoJI 
Baroco.  131  fol.  IT-'i'  — 176''  stehen,  aus  dem  Cramer  die  Briefe  seines  vcrmciDtliclian  Am- 
nymus  gi^iu^en  linl.  ~  Uober  den  ub»n  erwtbnton  BologueHer  Codex  gibt  vorlftoGgo  lli^ 
teitungen  t;.  Mcrcnti,  Gli  aneddoti  d'uu  codiee  Bolognoae.  B. 'L  h  (1896).  Ebcadn  l» 
spricht  und  ediert.  Meroali  einige  interMSkat«  Itedau  einen  Anon^inua  de«  13.  JahrbiadalL 
die  derselbe  Cudex  bewahrt.  '' 

%  Hilfitmittel:  II.  Uaener.    Vergeasenes.   Rhein.  Mus.  2S  (1878)  414  (ObM 
21.  Brief,  dessen  Quelle  das  Inhaltsverzeichnis  der  Clirestomathie  des  Prokl«a  btIM). 
1'.  Tannery.   Annuaire  de   rnssoc.  21  {\^%')  1UG  f.   (identiflzierl  den   Italikea.  ««M 
I'rodrninnji  seine  Sclirift    Lieber  das  tirnsse  und  Kleine  widmete,  mit  d«>m  BistAnf 
I'hi]i[ii>Dpelf.     .  (.'eher  d«n  17.  Brier,  der  eine  mit  Psi>I1ds  eng  vorwandt«  Darlacuai  < 
uhaldAiHchen    Weisheit    entlililt.    s.   Guil.   Kroll,    Un    omculis   ChflldniHs,    BrosW  18 
(=   Bresbuer  pbilol.  Abh.  VII  1)  S.  5  ff.   -   Hnuptachrift:  M.  Treu.  Miehiwl  Itnlikni.  li. 
4    (I6&S)   1  —  2:^   (Nnehweis.   dusa    Itolikos   der  Verfasser   der   von   Cnun«r  odierlon  Tril 
ist;  CharskterinliJ«  seiner  Person  und  seiner  Schriften :  Kmendntioneii). 

8.  Bnitiloios  von  Achrid«.  der  (o.  lH.i— 1100)  Kizbisehof  von  Tbeoaaloaika 
verfasate  ausser  theologischen  Schriften  (a.  S.  äÜJ  eine  Grabrede  auf  Eirene,  die  ' 
(ieinshlin    des  Kaisers  Manuel  KomnenuH   («ine   geborene  tirilfin    von  Sulclwob.  Sobw 
der  Gemalilin  des  Küuiga  Kourad  III).    Die  Rede  ed.  V.  Vasilj«vskij,  Vis.  Vr.  1  (IB 
55—182.  -  Kritische  Beitrage  gab  G.  Kurti.  B.  Z.  4  (189&)  178  IT. 

4.  Eine  Sammlung  von  Essais.  Briefen  nehst  jambisclien  Epigrammen,  an  dw  i 
üebemebriften  infolge  ein  gewisser  PeribUplonos  [Ur^ißU !ttr.rit)  and  ßasilio^  ^'''M 
von  KerhjrH,  den  meisten  Anteil  haben,  bewahrt  der  Cod.  Marc  XI  3t  (ol.  i'ii-'» 
eine  sehr  merkwürdige,  leider  beiB|>ioltos  untirtliographiacbe,  Kwiaoben  1282  und  ISE8  j 
«ohriebeno  Sammelha,  die  einmal  gründlich  unterancht  wetdon  sollte.  Da  ancb  HaMI 
in  der  Sammlung  vertreten  ist  (s.  S,  SSO  Anm.  ~)  und  da  snwohl  din  l'ntriarclienliaM  I 
801  f.  aln  die  «nsführlichero  Patriarchengcacbichtt'  fol.  ■'I?,  ff,  mit  Lukan  Chrraobetl 
{UM— 11691  «chliesst.  werden  wohl  iiiiili  l'erib!ci>tenos  und  BnnilioH  dem  12  Jahtliiai 
BBgsUlreii.  Üuilios  ist  wohl  idontisch  mit  Busilioa  Podiaditu«  (UrdioAr^c),  dar  iai 


■)  BrucliatQcke  ediert  von  E.  Miller,   B«oueiI  des   hialeriens  ika  crMMdwIll 


6.  Rhetorik,  Sophlatik  nnd  Gpiatolograplti«,    ({  196) 


467 


ivMtoa  Bilfio    dM   IS.  JtJirlitiiiderls  Metropolit  von   Kerkyt«  war.     EiiiuD   6n«r  iltMM* 
CWtiM  PadüditM  u  KftDstaiitinos  Stilh^s  U'i'V'iiJ.  »orin  er  iii  ganx  ftlinli eher  Web« 
wie  Tbp ophjlaklM  vmi  Bulgarien  [s.  S.  \H9)  »nd  Mirljeel  Akoniinato»  le.  S.  469)  über  die 
ITowMKBnDit  und  den  f^tomphinn  <tor  ilini  unt»renbenen  Proviiuler  janini<><rl,  <hI,  S|>.  I.nm- 

Ptv.  KlffXr^nirn  arixdolii.  AIhrli  lttK3  K.  42  49,  Ymoi  R«dMI  dM  I'lidilKlitP8  fln  tlon 
ralmtrlit-n  bewahrt  tlcr  Cod.  Kiicur.  V.  11.  10.  Vpl.  K.  Millor,  CflUlogiKi  dea  mm 
mra  dt  U  bibl.  do  l'Encuriol  S.  210.  2)3.  Dunkel  bleibt  rornrst  die  Person  dnit 
reTiblet>t«°o*i>  Zwar  kcoiieu  wir  Pinen  JoIiniincB  Pcribleptenos,  nn  welchen  Tiioo- 
pbjlaklos  von  Bulgaiiep  xwei  Briefe  riditele  (Migne,  Piitr.  gr.  12ö.  4.V2  und  4Ö4); 
aber  dteeer  Mann,  der  dem  ächliiMe  dee  11,  oder  dem  AufHn(c  des  IS.  Julirbuuderts  nn- 
geUrt.  ItMl  (ach  k(<ineswefi;s  »icber  mit  unserem  EM»ist«ii  identifiziercii.  Vielteielit  Leiast 
aa«b  d*r  17<ipn^lfn(r,'i«(,  von  dem  der  Cod.  T.nur.  Codt.  Soppr.  2  Briefe  an  einen  ge- 
viMwa  NikoUos  b*wnhrt  (t^I,  K.  Fesln.  Stuüi  Itel.  di  lilol.  claaa.  I.  133).  in  Wakrbeil 
9i^fl*^tr;i'öf  und  iol  mil  unserem  (bexw.  einem  vnn  unseren)  Ponhleplenos  idonlisch. 

ti,  BeineTkeDKwerl  ireicrn  dvn  in  der  bj-zuntinisrlicn  Lilteratiir  seltenen  i:il<i(Tes  ist 
Af  Seil ild srung  eine*  Turniera  den  in  rittcriicbru  Küiisti>n  weit! erfüll renen  Keixers 
H anu*!:  Ik^fMlK  >■■>'  li'lojmrfnaiiÜK  tct'  xi/nrnioi  jrni  äyiav  ijfitür  tt\'9inov  xtii  paaiUmf. 
DiaM«  frrmdutisa  8la«k.  daa  der  Cod.  Valie.  140».  pnrs  II.  fol.  277- 277".  bcnnbrt, 
VwÄaat«  ana  Liebt  ^exogen  xu  werdc'n. 

IM,    Timarion    (7>/tapi(»i'  r;   niffi  lüi-  tun'  avröv  TTaifi^ftärtat).    oinä 

<k>r  zalilt%ichen  byzantinischen  Imitationen  des  Lukian,  ist  anonym  flber- 

lioftrt;  als  AbfasHiingazeit   des  Werkes   ergibt   «icb   aus  vorschiedencn 

Anspielungen  mit  gonügendcr  Öicberheit  <iio  Mitte  des  12.  JalirhundiU'tM. 

Das  Tlioma  bildet  wie  im  Mozari»  die  uralte,  s«it  Homer,  Piaton  und  Plu- 

tmrch  so  oft  belmndelte,  von  Dante  unsterblich  gemachte  Vorstellung  einer 

Fahrt  xa  den  Sitzen   der  Verstorbenen:    unmittelbares   Vorbild  ist 

LakiaiiK    Nekyomantie.    Die  d)alogi»cho  Form  int  in  dem  Ocsprachn 

zwischen    Kydion  und   Timarion   fiuKsorlicIi  foi^tgthalten .    doch  füllt  den 

grtmten  Teil  dos  Werkes  die  Erzählung  de«  Timarion  über  seine  Aben- 

iNcr.     Von  Konstantinopel   reist   er   nach   Thessiilonike   und  wohnt  dort 

ctsem  groa^n  Volksfest*^  bei,  das  dem  berühmten  .S(hut7,beiligen  der  Htadt, 

Demetrios  Myroblytes,  zu  Ehren  begangen   wird ;  auf  der  KUckrcise   or- 

tt  Timarion  an  einer  Lebertatzfindung  und  i^tirbt.   Nun  werden  »eine 

»bachtungen  auf  der  Totenf'ahrt,  die  mannigfaltigen  lläumlichheiten  des 

Badm  and  «eine  Gespräche  mit  den  Bewohnern  desselben  in  launiger  Weise 

Idcrt.     Unter   anderen  ZcIcbritÄten   trifft  er  in   der  Unterwelt  den 

er  RumanOH  Diogene»  und  »einen  früheren  Lcdiror  Theodoro»«  von 

jyrna  (vgl,  S.  4H0).    Den  letzteren  bittet  Timarion,  ihm  zur  Rückkehr 

Id-ben  zu  verhelfen.  Die  Angelegenheit  kommt  vor  das  Itichterkallegium 

üntorvelt,   in   dem   sich   auch    ein  ('hrist    in  der   Person  des  bilder- 

MnnciMlvn   KaiHer»  Theophilo»    befindet.      Timarion   und   Theodor  ver- 

,klagvn  die  TotenfQhrer  wegen  Mis»brauche«  ihrer  Amtsgewalt.    Nachdem 

lAtakuIap  und  llippokratee  aU  SachverstEndige  orkifirt  haben,  ä&ns  Timarion 

l|lSra  die  Kegeln  der  Pathologie   aus   dem  Lehen    abgerufen    worden  sei. 

llrteD   die   Tot-enfiilu-er   venirteilt   und   abgesetzt.      Timarion   trifft    noch 

llil  Diogenes  von  Sinopc,  Johannes  Italoa.  Michael  Psellos  und 

^äacm  ungenannten  Jambendichtor  zusammen  und  kehrt  daim  nach  der 

IdbenreU  zurOck,  von  wo  er  seinem  Anwalt  Theodor  zum  Danke   reich- 

»Aä  Esewarvn  schickt.      Die  Imitation    dea    Lukian  ist  nicht   übel    ge- 

[kngüii;  Humor  und  Witz  aind   in  Byznnz  m  selten,  dasi^  man   für  die 

[btoiste  Gabe  dankbar  ist.      Die  Darstellung    ist   klar   und    vurrilt   eine 

fttto  AnttchauungAkrail.     Manehe  Partien,  wie  die  genaue  Ausmalung 


468 


ByzantiniHcbe  LitteratnrgeBchichte.    I.  Proaaiaohe  Litt«rktiir. 


des  (grossen  Volkefc>»tüe  und  JuliriDarkte»  in  Th4«3»aloiüko,  ^ud  auch  IculUiH 

hiatorUch  wichtig.     Die  aus  einer  Imtgtin  HflupLitra&sc  und  violon  Ncbcn- 

ga.i8en    bestehende    Budenstadt   erscheint    Tiiuarion    nne    ein    ungeheuror 

Tausendfuss.  der  unter  seinem  Bauche  eine  Unzahl  winziger  Füsse  aus- 

stieekt,  Clin  Voi'gleich,    der  an  die  gi'otesken  Bilder  dM  Ptoclioprodromo« 

vrinnürt.      In    der   Bt^chreibung  der  Unterwelt,  der  Üoepriche  init  dm 

Toten  und  der  Gerichtsverhandlung  bekundet  der  Verfasser  einen  nüttir- 

ttchen  Witz,  der  freilich  nicht  selten  ans  Burleske  streiß.     Im  OegensaU 

zur  Auffassung  Dantes  herrscht  in  der  Hadesfahrt  des  TimaHon  ein  hü' 

morJHtisclior  Zug;  die  Fehler  werden  weniger  mit  schweren  Strafen  ale 

mit  den  Oeisseln  des  Spottet«  geahndet.   Mit  dem  Philupntriti  hat  Timarion 

die   freie    Stellung  zum  Chriatontum  gemeinsam,  ein  neuer  Beweit 

für  die  Öfter  erwähnte  Thatsachc,  dass  es  in  Byzanz  wenigstens  vor  der 

Paläologenzeit  neben  den  streng  kirchlich  Gesinnten  eine  freigeiatige  Partei 

gab,  an  deren  Spitze  zuweilen  der  Kaiser  selbst  stand.    Indem  z.  B.  Tlieodef 

es  rechtfertigt,  da^s  im  Hiehterkollcgium  de»  Hnde»  auch  das  ChnstAntain 

verti-eten  ist,  sagt  ur:  ,  Wegen  des  IIi-identuniB  der  Kichter  sei  ohne  Sor 

....  die  Verschiedenheit  des  Bekenntnisses  der  vor  Gericht  Kommend 

hat   fllr   sie  nichts  zu  sagen;   jeder    mag   vielmehr   nach    Belieben 

eigenen   Sekte  anhüugeii.     Da  jedoch  der  (ilaubc    der  (ialilAur  Ukor 

ganze  Erde  verbreitet  ist  und  ganz  Europa  wie  auch  einen  groeaen 

Asiens  erobert  hat,    besvlilos»  die  Vorsehung,    den    hellenischen  Rieht 

auch  einen  aus  ihrer  Mitte  beizugesellen-*     Spütor   wird    der  Schutl 

eiigel  des  Kaisers  seinem  Aussehen  nach  mit  einem  £uni)chen  verglic 

Da  r^ich  Johannes  Italos  neben  Pythagoras  niederlassen  will,  l2«8t  ih 

diL'SLT  an:  .Was,  du  schmutziger  Bursche,  in  deinem  Galiliwnnantel, 

sie  für  eine  göttliche  und  hiininlisclie  HUlIv  au»gebeu,  du  willst  dicli 

uns  gesellen,  die  der  Wissenschaft  und  vernunftgvmässen  Weisheit  lebt 

entweder  lege  die  gemeine  llQlle  ab  oder  hebe  dich  aus  unserem  Kreiw!| 

Interessant  ist  ein  zeitgenössisches    Urteil  über  den  Timarion, 

von  einem  »unst  vontohnilich  durch  Heiligengoschiohton  bekannten  Schril 

steiler,  dem  Grosslogothuten  Konstantin  Äkropolites,  einem  Sohne 

Historikers  Goorgios  Äkropolites,  htTrührt.     Ein  frommer  und  ofTenhar 

seinem  Lehen  wie  in  seiner  sprachlidien    Form   äusserst   konvkter 

konnte  er  weder  dem  Übermütigen  Humor  noch  der  volkstümlicbeB 

Stellung  des  Stückes  ein  Verständnis  abgewinnen.     Er  iussert«  sein 

dämmendes  Urteil  in  einem  Briefe  an  einen  Freund,  der  ihm  den  Tiniaria 

geliehen  hatte.   Am  liebsten  hUttc  er  das  Buch  gleich  den  Flamnn-n  Qh 

geben;  nur  die  Erwägung,  dass  er  es  ja  geborgt  erhalten  hatti',  hielt 

Hand  von  dem  Autodafe  zurück. 

EJ.  \,r.  U.  Unae.  NoÜc*«  ot  extriuts  9  (1818)  2,  ie»-24ß  mit  lr*mich«i« 
nKiTilar,  "  Dariini'b  mil  deuleclier  üeboreetzung  od.  Äü.  Ellisaen.  Annlvklvu  <lci  viH 
und  nouKHocbi»ch«n  Lilerntur,  4.  Teil,  lasipzig  1860,  —  Aiiaivso  aiti  WQrdigung  dM  Wa' 
von  il.  f.  Toipr,  The  Journal  of  Hüilenic  studies  2U^ll  ^1  <T.      -   DMUrUildMl 
HtantinoK  Äkropolites  wird  mitgeteilt   von  M.  Treii.   Ein  KhliW   i1«r   Timariofi.   ß.l\ 
(1892)  391  -365.   —  tJoher  Konslnnlinos  AkropolJtos  als  Hiigiognij.li«n  vf\.  8.  2I>1  f. 

109.  Uichael  ÄkominaioB  (A/i^h'^'A  'Axo/iirätoi),  der  filtere  Br 
des  Qeschichtschreibers  Niketos  Akominatos,  wurde  um  das  Jahi' 114D  i 


B.  Bbttorik,  SopbiaUk  aod  Epietolographie.    fg  193) 


i69 


Ubonae  in   Phrj-gifi»  geboron;   als  Jüngling  schicktfl  ihn  »ein  Vator  zur 
'Irimenscliafllichen  Auslnldung  nach  Konstant! nopcl,  wo  or  «ich  des  Sclititües 
und  der  tTntorwoiüung  dos  gi'Ichrtcn  KiiKtatliioFi.  iloü  »pStoren  Erzbisdiofa 
von  Thesaalonike.  erfroute.    Wie  sein  Lehrer  nahm  Michael  da«  geistliche 
Uewand;    um    1175    bestieg   er   den    ombischüflichen    Thron   von    Athen. 
über  30  Jahre  stand  er  »einer  (Jemeindc  vor  »nd  entfaltete  in  dieser  Zeit 
oiiw  BCgonsvollo  praktische  und  littorariKchc  Wirksamkeit.   Da»  Episkopat 
dd«  Akomiuatos  guhört  zu  wenigen  lichten  Äbäctinltten  im  trostlosen  Dunkel 
der  mittelaltcrliclien  Ceschichte  Athens.   Die  erlauchte  Musenstadt  befand 
äcb  damals  in  einem  sehr  traurigen  Zustande.    Eine  spärliche,  dnrcb  den 
hircblbaren  Steuerdruck,  die  ewigen  BedrängniBtiic  der  Seeräuber  und  den 
Haugol  natürlicher  Hilfsquellen  gänzlich  verarmte  Bevölkerung  wohnte  in 
trtmmtrvoUen  Stadtvierteln   und    in  der   verödeten   attischen  Landschaft. 
Auch  in  geistiger  HintHcht  sind  die«»  AtJiener  so  verkommen,  dass  Michael 
TiHlig  zo  verbauern  fürchtet  und  mit  einer  Keminiszenz  an  einen  «arkasti- 
äclien  Ausspruch    Ans  Apollonios  von  Tyana  in  einem  Briefe  klagt,  da 
t-r  lang«  in  Atlie»   lebe,  sei  er  ein  Barbar  gewordi'u   —    Btßti^^ü^oiftui 
jgitwt  äv  ff  'Aif>;>'fii(,  U  4-1  ed.  Lampros.    Im  Jahre  ViO'.i  verteidigtt>  der 
Brübiachof  die  Stadt  gegen  den  Angriff  de»  Leon  Sguros,  eines  griechi- 
schen Archonten.  der  sich  i»  Korinth  und  Argolis  eine  selbständige  Herr- 
•ckaft  gegrQndel  huttu.    Als  nach  der  Einnahme  Konutantinopcls  120-1   auch 
Athen  den  fränkischen  Eroberern  zur  Beute  tiel,  verüese  Michael  uclmicrz- 
erfOllt  die  Stadt,  in  der  jetzt  ein  ri^misches  Bistum  errichtet  wurde,  und 
Mg  sich  «ach  der  Insel  Keos  zurUck,   wo  er  in  stiller  Abgeschiedenheit 
■m  daa  Jahr  1220  sein  Leben  beschio»»;. 

Uicbael  Akominatoa  binterliess  katechetiacho  Homilion,  pan- 
,:>riB(rhe,  threnodische  und  sonstige  Oßlegenheitsreden,  Briefe 
-ii'l  [Achtungen,  Die  Ueden  werfen  manches  Licht  auf  die  litterai-ischon 
«nd  politiscben  Zustände  der  Zeit,  be-tiiondera  auf  diu  traurige  Lage  von 
Anika;  wir  finden  unter  diesen  Stöcken  einen  Panegyrikus  auf  Kaiser  Isaak 
AageloB,  eine  Bescbwerdeschrift  anAlexiosIII  Angelos  über  die  Nichts- 
Ȇjdi^ett  der  kaiwrlichen  Verwaltungsheaniten,  TraueiToden  auf  den  Tod 
(Im  KÖstatbios  von  The^saloniku  (1194;{lö)  und  seincä  Brudcrx  Nikotas  u.  a. 
Dia  Sammlung  der  Brief«  do«  Michael  umfaßt  jetzt  180  Nummern,  unter 
die  an  Eustathios  und  seinen  Bruder  Niketas  gerichteten  horvor- 
Unter  den  poetischen  Sachen  gebührt  die  erste  Stelle  der  he- 
rtbaten  jambischen  Elegie  auf  die  Stadt  Athen,  der  .ersten  und 
Klagi-)<^timme  über  den  Untergang  der  alten,  erlauchten  Stadt, 
auf  uns  gokonmic-n  ist*.  Daran  tschliessi'n  sieb  ein  episches  Uedicht 
[Theano  in  457  Hexametern  und  kleinere  Poeeien  kirchlicfaen  Inhalt«. 

Uichaol  Akominato.4  war  wie  sein  Bruder  klassisch  gebildet;  er  kennt 
LBoaer,  Pindar,  Domofithenes,  Thnkydides  und  andere  IVofanautoren;  seine 
ptrstellang  wurzelt  aber  vornehmlich  in  kirchlichen  Sclirift^sn:  von  seinem 
|i*hrer  Eustatbios  stark  beeinflusst,  bezeichnet  er  noch  mehr  als  Niketas 
\tt  Ikeologisierende  Richtung  in  der  sprachlichen  Itefonnationshewe- 
dcr  Komnencnseit.  Sein  Charakter  erscheint  energisch,  edel  und 
,  »oweit  ea  sich  um  eoiue  Stellung  in  der  Uemeinde  und  in  der  (ie- 


470 


Byxftntiiilacbs  UttsrttnrgMohiolit*.    I.  Prow&iaclifi  Litt«r>tar, 


(•oll^cliaft.  Iianilelt.    Wenn  er  vom  St»at»)ü1>erbaupt  epiicbt,  kann  er  ^^| 
licli  rliti  byzantinittcli«  Atmosphäre  nicht  verleugnen ;  välirend  er  z.  R^^IH 
grauüumoD  Andronikos  zu  seinen  I^bzeiten  in  »chwQUtigcn  TQnen  iil« 
ein<>n  neuen  Salomon  proiut,  watin  er  nach  dem  xchrecklichen  Untergänge 
desselben  nicht  genug  Worte  zu  öndun,  um  ihn  al»  ein  schousjilichea  Un- 
geheuer zu  brandmarken. 

1.  Ausi;»bL'n:  Uymnua  aut  Atti»»  cuunt  od.  von  Fr.  BoiaBonnil«,  AaooiL  gr.  i 
(PiiriB  1833)  373  ff  :  iam  M  RlUanva  und  Uwproft.  —  L.  Fr.  T«rel,  D*  TloMtlMM 
i-iuHiiiie  a^TO,  Bi'rolini  I8S1'.  t«ilt  ürii-te  iidiI  iiv  Moiiudi»  auf  KiiBÜilliios  mit.  —  L,  Fr  Tif«!, 
Mii:ha<<liB  AcomiiiHti  At!i.  uittr,  |)ani>|(yn::iis  I^arcJo  Angelo  djctue.  t'niveTsitatoptvp.  'IB- 
liiiigfrD  IS4$.  Mohrvr«  Mcbrifletj  mit  <Joiiteclior  Uebersetznng  vnn  Ad.  Elliss«D:  MkhMi 
AkominRt««,  Gntting.'n  \Mf\.  —  Wiederholt  bti  Hiffn«,  rntr.  gr.  140.  29»-984  nnd  I«: 
bin  I2Ü8.        liesnintaiis^nb«,  die  tum  grüsston  Tcilo  Ed.  priticeps  i*t,  von  Sf.  l,»K- 

fio».  .Ihjrmjl  'Jnafiiniiov  ini-  Xaifuitav  i<!  aoiläfitrs,  i  Bde.  Atlien  1879—80,  —  DlH 
lofortil  xahlroichu  imiidschrifilivho  Nuclittllge  und  Emendation«!)  F.  N.  rBpn|;««tgia, 
Y>r[X(ii0lf  iij;  SnrQÜiuroi  II,  .lä/ingov  tn^öaiiat  lov  Mirri^X  'JtofUrar^v,  AtlieK  1883.  — 
AuarÜlirHuhu  Durichio  tibor  die  Ausgabe  vud  LamPTos  Kubuo  «luaerdem  E.  Miller,  Joanil 
■l»  «tvftnta  1H80  S.  7äS-?70.  und  Th.  UspenKkij,  bie  Werke  dea  Hicbul  Akgmiiut« 
OdeMa  I8SI  (ruBB.).  —  Eiii«  b«i  LamproH  feblund«  []oiuilit>  od.  B.  Ocotgiado»,  JA^nil 
Ufofuriiiev  loii  Xuinäiov  xiii  rfaiQyiov  Bavoiiov  fii]ifeiio).iraiy  Vf^rwr  iiyiH  tU.,  A1^ — 
1882.  -  Zur  Rede  d««  Uurlzea  vgl.  V.  H.  PapageorRia.  B.  Z.  2  (18981  I>89  C 

2.  Hilfsmittel:  Da»  oben  erwShnt«  Bu«h  van  Kllisa^n.  —  Sp.  tiampro«, 

)•;(  fiiltXlo9ijxt;t  tav  ftfjt^BHoXitov  '.l.tiiruir  A/i/tt>,U  loii  'jxofiitviov,  ^iijrtiicr  (1  (K 
3&('-367  und:  M  '.l.'l^rat  nepi  ri!  n'hj  loü  (t(ud>i(«roi'  aiairof.  'Fjr^AS^mit  1878.  —  ' 
Uapcnakij.  UnodicHo  Kaddn  und  tlriofe  de«  Minbitpl  Aknminntos.  Joim.  Mia.  t! 
Bd  201  Jnn.-F«br.  S.  112  -  130;  367— 3»(i  ^  Zur  KrlAutoniog  diaat  die  Scbiift  von  T 
Usponakjj.  Zur  Ui^iuhichtc  dus  üauomRnimlhoHitxw  in  Hymne.  Jouni.  Uin.  1883  Bdl 
JaiL-Fi-bmur  S.  30-87;  801—360.   —   hanige  Kmnndalionen  gab  K.  S.  KoBtoa, 

1  I188U)  3-J7:  m>:   0^-629.    -    .iusgi-xeicbooto  CharakUriatik  von  F.  Gr«gor»vit 
GwoluchUt  der  Stadt  Atlitn  im  Mittelalter.  SluH^art  1889.  ]  20*— 349. 

800.   Nikephoros  Chrysoberges  (A'txijyü^u;  6  XQvaaßifYTjt),  täa 
in  die  jüngste  '/mH  gänzHch   v<;r.-ichoilenor  Mann,  dessen  Lebenalauf 
von  der  Mitte  de«  12.  .Tahrhunderts  bis  in  den  Anfang  des  13..  jedeaf 
über  das  Jahr  l:iO;^  hinau«  erstreckte,  hat  panegj-rittche  Keden  iin  Kai» 
Alexios  III  und  IV,  an  die  Pati-iarchen  NiketA8  Mnntaiic»  und  Johann 
Kamateros    und   im    den    ^ni   ivi'   xarmXn'iiv  Konstanttnos  Mesopot«nüta 
sowie  einen  Brief  und  rlietorischo   ProgymnaKmata   hinterlasitcn.    ünt 
den  letzteren  findet  man  Fabeln,  Erzählungen  und  Ethopoiien  z.  B.  uia 
Ober   dos   spitzfindige   Tltema:    Tita?   är   tinm   löytiv^  xt/'O"***'^  9'^" 
IvvXtat'oi'  Tor  7iaQu,iiifov  xtali-miog  t«^  'Elh-vixäi;  jifßiovi  üntYitiivxtn; 

1.  Aiiagubu:  Nicepliori  Clirysnbergjie  ad  Angelos  oration«»  tres  ed.  Uax. 
PrOKT.  des  k.  Friedi-ii'hsjiynin.,  Itroslau  1892  (nua  Cod.  \'iiidob.  phil.  gr.  821  nul 
■[«lolirlen  Koiumeuliu'  iiud  Wortiiidei).  Von  Treu  ist  nncb  niuci  Anatcabe  dw  I 
Scbriften  des  Chr^raoborgea,  diu  der  Cod.  Escur.  Y.  II.   lü  Ubrrliofrrt,  EU  eiwarton. 

3.  VW  einem  Nikupkorua  Cbr^vsoburgcn,  Motropolilen  von  Sardas,  *)» 
V«rao  im  Cod.  Vntic.  Ottob.  IST  e.  16,  vorfol.  161.  Ob  er  mit  unsxT«m  KhMn  idaoi' 
nein  kann,  stebt  dabin. 

3.  Von  oinain  Unbekannten    des   IS,  Jahrb.   (vielleicht  Miob.  Italikos:  >.  & 
attht  oin  Brief   IJQot   loV   litttiiföi-  t^i  Kuifairtfiir^   rip  '/iyoStaifmQitp  (l.  'jft* 
iaiQijtg)  ti^aSatirti  im  Cod,  Barocci.  gr.  131  fol.  S29'.    Es  handelt  eiub  vobl  tun  deu' 
KoostantinoB  Ilngiotbtiodorvtos,    dem   auch    Tbcodoroa    Prodromo«   «im    H« 
widmete;    v»!.  Migno.   l'ntr.  gr.  133,  lüÜ7  f.,  1017,  1069  f.     Der  Brief  ist  inkontlt(, 
druckt  bei  Pabricius,  Bibt.gr.  12,  483  f.  Hamburg  1724;  «in  Stflck  ed.  M.  Troa.B< 

2  (1698)  102. 

SOI.  Die  rhetorische  Sammlung  des  EsctiriaL  Iler  im  13.  Ji 
hundert  geschriebeno  Codex  E«cur.  Y.  H.  10  (jetxt  noch  536  Bll 
in  Quai-t   umfaeeend),    eine    der  wertvollsten  Fundstitten  byzant 


6.  Rhetorik,  SopfaistUt  and  Gpistolographi«.    (§§  200-201) 


■171 


UUoratur,  oiitliült  oiiic  imifangreiche  Sammlung  von  goiälliclioii  und  welt- 
lichen Reden.  EsiMiys  luid  Briofoo,  die  eine  gcitondi3rt«  Betrachtung  ver- 
fient.     Äueaer  drei  scherzhaften  Studien  des  PsCiUoh  (Enkomien  auf  Wanzo, 
Luiii  und  Floh)  und  einer  unten  zu  besprechenden    Hede  stammen  alle 
datierbarea  StUckc  aus  derselben  Zeit  und  zwar  aun  den  lotzton  suchs 
Jtthrzobnten  des  12.  Jahrhunderte.     Darnach  ist  mit  Sicherheit  an- 
sttnehmen,   dass  auch  die  wenigen  Stücke,   deren    Chronologie   nicht  fest- 
steht, ilieser  Zeit  angehören.      ViJllig   aus  der  Keihe  fÄllt  nur  eine  l{«de 
(nies  nngonuunttin    Khotors  der   tlhctorcn  (^'Jitup  tSv  ^c^ro^ur)    an   d«n 
Küaer  Androniko»  Palaeologos  (fol.  471),   womit  wohl  nur  Andrnnikon  II 
02S2 — 1328)  gemeint  sein  kann;  denn  an  seinen  Nachfolger  Andnjnikos  III 
(1328  —  1341)  KU   denken,  verbietet  das  Alter  der   Uandscln-ift.     Du  die 
Sunmlung  gerade  an  Roden  aunt  den  itwei  letzten  Jahrzehnten  de»  12.  -lahr- 
honderts  reich  ist,  so  könto  man  vormuten,   daes   statt  llulataXöyov  \\e\- 
mAa  Koprr^nv  zu  schreiben  sei,  so  doss  Andronikoa  Komnenos  (1 18!}—  1185) 
leteichnet  wäre,  ein  Kaiser,  dessen  Thaten  freilich  zu  »chlSnredneriächon 
Leistungen  wenig  Anla^s  boten,  aber  doch  Kolbst  von  einem  Michael  Ako- 
nbatos  (s.  S.  470)  gefeiert  wurden.     £tne  Entscheidung  lässt  sich   vor 
Vertffentüchung  des  Textes  nieht  trelfen.    Ist  der  Titel  aber  richtig,  dann 
ät  wohl  anzunehmen,   da9.i  der  Kopist  der  Handschrift  in  der  Zeit  des 
nikos  11  schrieb  und  zu  der  glänzenden  ^ainiiitung  von  Werken  vor- 
Tage  ein  zeitgvnOsKiijchcs  Stück,  vielleicht  das  Werk  eines  Freunde» 
QAnners,  hinzufügte.   In  der  Hauptsache  aber  ist  die  Sammlung  sicher 
Ende  dea  12,  oder  im  Anfang  de»  13.  Jahrhunderts  entstanden,  wahr- 
Kkfinhch  noch  vor  dem  Falle  Konstantin opels  {1204);  denn  das  folgende 
Jahrhundert  war  für  die  Veranstaltung  eines  Sammelwerkes,  in  dem 
der  volle  Glanz  des  byzantinischen  Hotes  und  die  ungestörte  Macht 
Kirche   von    Knnstantinopel    widerspiegelte ,    wenig    günstig.     Ausser 
■«ithvhcn  Bande,  welches  die  Sammlung  scharf  umgrenzt,  ist  für  sie 
lüich  ihre  uffiziello  I'rovunienz  charakteristiKch.   Ein  grosser  Teil 
Reden  besteht  aus   den    feierlichen  Vorträgen,    die    im    kaiserlichen 
und   im  Patriarchate   teils  regelmässig   an    gewissen  Festen,  teils 
boRtimmten   einmaligen  Üelegenhoiten  gehalten   wurden.     Uas  Corpus 
somit  ein  authentischos  Bild  von  der  Beredsamkeit,  die  in  den 
n  Kreisen  des  Flofes  und  dur  Kirche  geübt  und  mit  Wohlgefallen 
men   wurde.     Nun   kann    auch   der  Zweck    der  Sammlung   nicht 
t*eif»lhitn  bleiben.    Sie  ist  nicht  fUr  die  Schule  bestimmt,  die  sich  mit 
In  badUufigcD  Moleten.  Ethopoiion  und  »hnlichen  Übungen    begnUgte; 
■I  mW  Rlr  einzelne  der  trivialen  Dressur  schon  Entwaehsone  gute  Muster 
Itr  praktischen  Eloquenz  bieten,  wie   sie  in  den  höchsten  Kreisen  des 
Bifn  uDd  der  Kirche  gefordert  wurde.     Daneben   hatte  der  verständige 
Simler,  wio  diu  Beigabo  einer  Dichtung  und  uianohcr  nicht  zum  Vortrag 
iNtünmton  ProsastOcke  beweist,    auch    rein   litterarische   Interessen    im 
Abu«.    Seine  edle  Absieht,  eine  Auswahl   der  besten  schöngeistigen  Er- 
ttogniise  dos    12.  Jahrhunderts  vor  dem    Unt<Tgang  zu  retten,  ist  nur 
duKh  einen    Zufall  gelungen.     Das  Corpus  scheint  —   wohl  infolge  der 
Jugtu  Uotarbrechong,  welche  das  höfische  und  kirchliche  und  damit  auch 


m 


Brian UatBche  LltteralurgaBcbiobte.    L  Prcaaudie  UUe»t«r. 


HUl£ 

4 


(las  litlrrariwlip  Lohen  in  Konstantinopel  nscli  dem  Jaliro  1211  erlit^^l 
kviuu  gKiiUgi^iKk-  Vorbmtung  gefunden  zu  haben;  der  E^curiulcodox  Ut  Am 
einzige  auf  utm  (cvkommone  Exemplar  und  viele  der  in  ihm  eafl 
haltcnen  Stücke  sin«]  in  keiner  xweiten  Handschrift  zu  finden.  Ein  PrinET^ 
der  Anordnung  tut  in  der  Sammlung  nicht  zu  bemerken;  die  Scliriften  dor 
mehrfncli  vortreteneu  Autoren  ttind  an  verschiedenen  Stollen  zerstreut,  und 
»lau  erhält  den  Eindiiick.  aU  habe  der  Sammler  die  einzelnen  Stücke 
seinem  Corpus  in  der  iteiheiifolge  einverleibt,  wie  sie  sich  ihm  zulallig 
darboten. 

FUi-  die  litterarische,  kirchliche,  politische  und  höfische  G«8ohii 
von  Byzunz  ist  das  E^curialcorpus  eine  unschätzbare  Quelle.     Einig« 
besten  Namen  des  12.  Jahrhundert»  sind  in  ihm  reichlich  vertreten;  in 
liauptanteil  haben    Hof-  und    Kirchenredner,    die  sonst  wenig  oder 
nicht  littcrarisch  bekannt  sind.     Auf  die  im  Corpus  enthaltenen  Schri 
do»  Eiistathios  von  Thessalonike,  Michael  Akoniinatos.  Johann< 
Kiuiianio»,    Konstantinos   Manasses,    Nikcphoros   Chrysobcrg' 
BasilioB  PedinditOH,  Konstantinos  Stilbes,  Nikotas  Eugenianoi 
Michael  Italikos   und  Basilioä  von  Achrida  ist  in  den  betreffendi 
l'aragi'iiphen  oder   Anmerkungen  hingewiosen.     Im  folgenden  sollen 
Autoren  der  Sammlung  genannt  werden,  die  anderswo  keine  Uiit«rkn: 
gefunden  haben. 

Die  Sammlung  wird  von  einem  Epitaph  erfiffnet,  deasen  Überacl 
und  Anfang  verloren  gegangen  sind,  so  dass  sich  der  Autor  vorerst  nid 
bestimmen  lässt;  von  demselben  AnonyTnu^  folgen  noch  mehrere  Stück« 
ein  Epitaph  auf  seinen  Vater,  eine  Rede  an  Kai»cr  Manuel,  als  w 
im  Lopadion  seine  Huldigung  [rt^'inxvrt^oii)  darbrachte,  endlich  ein  Epita] 
auf  Kaiser   Manuel.      Von    dem    Örosadrungar    Gregorioa    Antioch 
( rui^yopios  "  Urn'oxo?)  bewahrt  das  Corpus  einen  Brief  an   den  Abt 
Klosters  auf  der  Insel  des  Antigoiios,  ein  Trostschroiben  an  den  Logotfai 
ifagiotheodoretes  anlSsNÜch  des  Todes  seiner  Schwester,  eine  Monodie 
den  durch  einen  Sturz  vom  Pferde  verunglückten  Sohn  eines  l'rotoaebaai 
der  zunächst  nidit  identifiziert  werden  kann,  eine  Itede  an  <k'n  Putriarchi 
Basilios  Kamateros  (118^—1187).  eine  Leichenrede  auf  Nikolaos  tov  m 
tPXmfiov,  eine  Trostrede  an   den  kaiserlichen  Sekretär  Konstantin 
pithiun  i'A7Tffini,'Hiii'r,   wenn  Miller  richtig  gelesen  hat)   wegen   de«  T 
seines    Vaters,    eine    Troätrede    an    Kaiser    Isaak    Angelos    wegen 
Todes  seiner  Mutter  Euphrosyno,  eine  Dankrodo  und  ein  Eulschuldi, 
schreiben  an  den  Pansebastos  und  Orossdi'ungar  Andronikoe  Kani«t< 
eine  Kode  an  den  Sebastokrator  Konstantinos,  einen   Bruder  des  K 
Isaak  Angelos.  eine  Predigt  über  den  hl.  .Johannes  den  Täufer,  eine 
an  den  Patriarchen  Lukas   (Chrysobcrges  1156—1160),  Briefe  an  B 
Ihios  von  Thessalonike,  an   den  Metropoliten  von  Noupatras  Euthy 
Malakes,    an    den   Bischof  von  Kustoria,    an  Demetrios  Tomikea,   m\  ii 
Erzbischof  von  Athen  (Michael  Akominatos)   und  an   einen   Chartophyl 

Von    dorn    Matetwft    «uJi-    ^i^fö^mv    Oeorgios  Tornikos    {ff» 
&  To^yfxtfi)  finden  wir  eine  Predigt,  die  gewöhnlich  am  Tage  do«  gercch' 
Lazarus  im  Patriarchat  vorgelesen  wurde,  eine  Itede  an  dun  Kaiser 


B.  Rhetorik.  SophUiUk  and  Epietolographie.    l§  201) 


iT.\ 


nagät^f  diu  vor  lii-m  Fwstt'  iivr  Epipliauji'    vrilLSfn   »vtirdi-,   an   welchem 
^tr^MT  iifewßhnlioh  inn  Feld  zog,  endlich  einii  li&ie  an  (l<>n  Patrjarohfin 
flwrgio»  (1192-1199). 

Ein  zweiter  Mmntiü^  tüv  ^t^ingwv  ist  Mictincl  von  Thci^salonike. 
Er  war  [*rofes8or  dor  Kvttiigvlionexi'gfise  an  der  Sophieiikirclio,  spfitor 
Protdidittoe,  wurde  aher  im  Jahre  11 '>6  al»  Anhänger  der  Häresie  dea 
SttericHos  Panttugenoa  aoiner  Würdo  cntsctirt.  Ihm  gehßren  in  der  Samm- 
lag d«E  Eecuria]  vier  K«doEi  vor  Kaiser  Manuel,  von  denen  die  drei  vei*- 
Mentlichtvn  in  den  Jahren  1150,  1153  und  1155  gdialten  wurden. 

Mit  Micha**!  verbindet  sich  Nikephoros  BaHilakea  (jVixijyiipnc  ö 
Bmttläx'fi),  der  obcnfallH  Professor  der  Kvangolienexcgoüie  an  di>r  Sophien- 
ktfcbe  war.  Auch  Nikophoroe  geriet  dui'ch  seine  allzu  subjektive  Aus- 
kgnng  der  bl.  Schrift  mit  der  Kirche  in  Konflikt  und  wurde  wie  Michael 
lan  The^Halonike  im  -Jahre  ll.'iß  seiner  Stelle  entsetzt;  dos  ist  wohl  auch 
ia  Gnind,  weshalb  von  den  exegetischen  Vorträgen  dieaer  Männer  in 
£eSunm1ung.  die  manche  andere  Jiiatjxtcki'm  enthjllt,  nichts  aufgenommen 
nrde.  Ba^ihtkes  war  einer  der  fruchtbarsten  und  gewundtesten  Schönredner 
i»  12,  Jahrhunderl»,  In  seinen  Chrien  und  Etbnpoüen  wechseln  heid- 
miche  Themen  mit  christlichen;  er  ertirtcH  ebenso  gewandt  die  Frage, 
wu  wohl  Danae  gesagt  habe,  da  ihr  Zaun  in  (ie^talt  eines  Goldregens 
nabtc,  als  die  Frage,  wiui  wohl  der  Hades  sprach,  da  Lazarus  nach  vier 
Tigen  von  den  Toten  aufei-weckt  wurde,  oder  die  offenbar  auf  einen  zoit- 
gnOasischen  Vorfall  bezügliche  Frage,  was  das  von  einem  Goton  betrogenti 
lUchen  in  Edessa  gesprochen  haben  mag.  l>ass  Basilakes  nicht  bloss 
Sduib'hetorik  und  EvangelionexegOHC  betrieb,  sondern  aueh  aktuelle  Voi^ 
»nrfe  rhotorisch  behandelte,  beweisen  einige  Nummern  dos  Escurialcorpus 
t.  B.  ein«  Monodie  auf  seinen  im  sizilischen  Kriege  (wahracbeinUch  im 
Jlhre  1156)  gefallenen  Bruder  Konstantin  Hasilakes,  mehrere  Briefe  an 
winen  Bruder,  seine  Freunde  und  ächiller,  eine  Vorrede  su  seinen  go- 
netten  Werken,  die  eine  Art  littorarieehor  Selbstbiographie  darstellt, 
Rede  an  den  PansebasU)»,  Sebuätos  und  Grossdomestikos  de»  ganzen 
und  Abendlandes  Johannes,  endlich  eine  Rede  an  den  lVot«kdiko8, 
Dophylax  and  Waisenvater  Alexio-s  Aristeno.*.  Violleicht  gehören  dem 
tw  auch  noch  die  in  der  üandschrift  auf  die  letztgenannte  Bede  un- 
folgondeu  Stücke:  eine  Hede  auf  den  Sebastos  Adrian,  den 
iee  Svbiuitokrator  Isaak  Kumnenos,  des  Siteren  Bruders  des  Kaiser« 
tiott  I')  und  eine  Itede  auf  den  hochseligen  Kaiser  Johannes  Kemnenos. 
der  erwähnten  Vorrede  zu  seineu  gesammelU^^n  Werken,  die  E.  Miller 
egeben  hat,  wird  ersichtlich,  dass  mehrere  Schriften  des  Basilakes 
4or«n  oder  vorschollen  sind.  SVirklich  bedauerlich  ist  wolil  nur  der 
der  vier  schenehaften  Stücke  Onothriambos,  Stypax  oder  Fora- 
ilutia,  Stephanitai  und  Talantuchos  Hermes,  deren  er  mit  folgenden 
•orteü  gedenkt:  T^tia^fi  ovv  ftot  n^ayftatiXut  tlg  fiXata  iie^v!trjaav  ' 
tfiaft^og  xai  Ti^imiti  StÜTia^  tj  tla^aSttßimXatjtitt,  ^ni  rot'roig  ol  Sti- 
Jnttm  Mal   iJ    Talariovxoi  'iSp/ii/;.     Da«  waren   —   trotz   des  folgenden 


7(1.  D«  Gnig«,  FamiÜM  BjzutinM  S.  146. 


■in 


Bfiantiaiaobe  Litte  rata  rgoMhiclit«.    I.  PrMtiaolie  LJttorBtvr. 


«(Tit^toi-  of  anofinifi  —  wahrscheiolicli  niflit  niotrische  Scliono  oder  Ko- 
n)oodicn,>)  sondctni  Prosanatiren  nach  dem  Muster  des  Lukian,  wie  sie  im 
12.  .Tniirliimtlort  ftuch  von  Theodoros  Hrodromos  a.  a.  verfaast  wurden. 

Weitere  BoitrÄgo  zur  Sammlung  haben  eine  Reihe  weniger  bedeutender, 
zum  Toi)  ganz  uub(.'kannti.'i-  Litlcratim  geliofort:  I>er  «kumenUwhe  Pro- 
fessor Leon  Balianites  (Mutv  i  Bahaxitrfi)  ein«  Antritt»*vorlo«uiig.  «» 
Lohrede  auf  den  l'ntriarchen  Ba.silioR  und  mehrere  Lehrvorträge:  Kon* 
stantinos  Pantcchnos  (Kuvatavitwii  ö  Ilarifxfili),  Metropolit  «Jli 
Philippopcl,  eine  Schilderung  einer  Jagd  auf  Iti-bhnliner  und  Hasen; 
Patriarch  Michael  Anchialoa  {.Wi^n^^  p  rov 'Ayx'tii^v  1169 — 1177)  Mll 
Antrittsrede,  als  er  vfrmo^  tmv  qiXoaöqtar  vfurde;  Johannes  Kamalor 
(7(o«iK^^  (i  A'n/ifni;(irjc)  eine  Kode  am  Epiphaniefeate :  der  kaiii 
Sckret&r  Johannes  Phrangopulos  (7oi«i'ii;;  n  «PQayYÖiovXo^)  eine 
die  im  Patiiarchat  nach  der  Rode  des  Rhetors  und  Maistors  vorg 
wurde;  dur  Profesanr  Konstantinos  Paaltopulos  (Konarm-tit'ti;  ö  VaX 
niiviui)  eine  Rede  an  den  Logothete»  loi-  dgä/iov  Michael  Hagiotht 
tind  einen  Lehrvorti-Ag:  der  Motropoht  von  Chalkcdon  Johannes  Kasti- 
monitcs  ('IturtiTijS  0  Kaatafiovitt^i)  mchreru  Lohrvorlrägo  ilhor  das  Ev 
goliuni.  darunter  einen,  der  gehißten  wurde,  ala  der  Patriarch  Bagilli 
KamateroB  (1183—1187),  dessen  Sekretär  er  war.  nurflckkohrt«  (?  >urt?^i9^ 
der  Bischof  Asterios  von  Amasia  eine  Ekphrasis  der  hl.  Märtyrer 
Eiiphemia;  der  Sokrctäi'  Manuel  Sarantcnos  {Httifoi'r^X  ö  Sapant^t 
ein«  Rede,  die  im  Patriarchat  um  Fest«  doa  goreehtcn  Lazarua  votgele 
wurde;  der  kaiserliche  Orossprotonotar  und  Sekretär  Sergios  Kolybi 
(2^(Yto(  ö  HoXv^äf)  zwei  Ansprachen  an  Kaiser  Isaak  Angelos:  der  Rhe 
Mnzalon  {ifriv^äXui)  eine  Rede  an  den  Patriarchen  Xikolao»  (1147— 1I5I) 
ein  gewisser  Johannes  Diogenes  eine  Rede,  die  am  Feste  der  Epiph 
im  Paläste  vor  Kaiser  Manuel  vorgelesen  wurde;  ein  Philosoph  Konstantü 
von  Xikaea  einen  Vortrag  (Hier  Freigeh jjrkoit  und  eine  Red«  an  it 
OrosshetSnarcliu»  Johannes  Dukas;')  ein  Xikolaos  o  xaiä  0lü^or 
Rede,  deren  Thema  in  der  Überschrift  nicht  angegeben  ist;  der  PwS 
sokrelär  Christophoros  Zonaras  (Xpiarofföfot  6  Zmtn'pn;),  vielldc 
ein  Verwandter  de«  Chronißten  Johamios  Zonaras.  ein  Vadomecom 
aeinen  Sohn  DcmotrioB,  als  er  die  Elementarschul«  vortiess  {»afaXtiifnrtm 
trX^Sog);  der  kaiserliche  Sekretär  und  TTofrcdner  Johannes  Syroputl 
('/Wi'ii^i  "  2£f(f6nitvXof]  eine  Rede  unbekannten  Inhalts;  der  flkume 
Professor  Schizenos  (ix'sV''"()  <>'no  Rede  hei  der  Verehrung  d« 
Kreuzes  aus  Anlas«  der  tieburt  des  AJcxios,  dea  Sohnes  des  Kaisers  Ma 
(im  Jahre  llti7);  der  ehemalige  Cliartophylax  der  Uagia  Sophia  Sainuc 
Mauropiilos  {^a/iovjX  »  Mavdönoi'Xot)  eine  katechotische  Rede;  eil 
Anonymus  eine  Rede  an  den  Patriarchen  Nikolaos  Muzalon  (1 147— 1U7)| 


■)  Wie  B.  Millur,  AnniuürB  de  l'aaMc 
7  (1S73)  140  Runimml. 

')  Uetier  dos  Lebe»  diatioa  Juhauiius 
Dokus  vgl.  W.  Regol,  FoDtu«  rerum  byx.  I 


1  (1892)  Vll[— X.   und  K.    SrumbafkwJ 
Michael  Glyka».  Sitjiingsber.  b«y*r.  Ak.  l 
S.  424  f. 


ABI*,  a. 

Die  Pn>gymnjuiinBtn   den   Nik«phnroM  Uasilnkes   ed.  pr.  Loo  Allntiua,  Kx> 
pn«.  «apbirt.,  Kum  I64I  S.  125-22U.   -   Wiederholt  bei  Chr.  Wob.  Rhut. 

—  S2!i.  —  Dio  Monodie  uurauini'O  Bruder  KuiisliLnlin  wurdu  outi  dmi  Cod.  Viittc. 
sie  ohn«  Auionmme  ataht.  irrtQmlicli   uls   «In  Wurk  d<-s  CliurikiuB  vuu  Ghih 

A.  Mai,  Spirilog.  liuiujuium  5  (1S41)  44d-461;  litina  wiuderholt  von  Fr.  Buie- 
ia   BMiwr    AuH|(*))«    d«!i  CliurikioB,    Paris  1S4I>   8,   17d— ld5;    vgl.    R,  Uorclier, 

(ISTI)  2£l|.   Dam  di<.>  Monodie  alier  dem  Basilak««  gehOrl,  wird  diircJi  den  Cod. 

«.  19  (j«tit  wi«der  in  H*idell>ergl  und  iinwrt>n  Gscnr.  Y.  11.  10.  sovie  durch 
ialiUf;   in   dst  Torrede   lu   den  gesaiiimellon   Werken   des  Uasünkfia  (S.   15Ö  cd. 

vKllis  sicher  gtstvill.    Den  Anfang  der  Hede  ed.  aus  dum  erwnbuten  C<id,  i'nl. 

■BD,  Th^odori  Durite  I.iisraria  imponiUina  in  Iniidem  Nirnonn  mhis  orntio. 
i7  S.  VII  — X.      Vgl.   K.   FBtstor.    ,\n™iliiU    Choriniann   nova.    Philalogii«    hA 

t.  —  Die  Vorrede  tu  den  itMuniniolteii  Wölken  Jm  Biuiilukca  ed.  mit  einer  atm- 

Analyse  E.  Miller,  I'riffueo  d'un  uultur  bj'/milin.  Annuuire  de  l'aflsoe.  7  |1S73) 
Vgl.  dl«  BMpTMbung  uud  Uuberanlzun^  dtn  Sülekca  von  E.  Miller  im  Cor* 
«9  <tW6)  39&— 40.').   —   Ebcnrnlla  dem  UHfliluke»  gebort  da«  Knkomion 

Bund,  welches  E.  Miller.  M^lauKe»  orlenUux.    Toxte»  et  ti-aduetions  publi^i» 

•rofoewur»  d«  l'^cole  api^cinle  de«  laiigiieH  oriontAles  Vivantes  h  roecasion   da 

iuktAs  intMDalionaJ  de«  Orientalistes  ri^uciis  ä  Loyde,  Psris  1883  S.  25r>— 2S7, 
Miller  flibl  xw^r  d»n  Titel   Tau  ßaaiXi'aif   xhqov    .VixijfopQi'   iyraiftKiy  nnvit, 

igobond  die  Profi«,  wricbem  Kniner  Niki^jdiiioa  dna  Sttlrk  ^eb<Ve.  und  entaclieidot 
et  ftr  Nikephoros  tiotnnrint^s.     Wenn  dagegen  G.  Sc  hl  umhergor,  Nicripboro 

189  Abm.  3,  dan  Nikepboro»  llryennios  bevorzugt,  so  iat  die  wihl  nur  ein 

da  diMer  NikefboroH  niuhl  liaeilii'i  war  Ks  kann  aber  kein  Zweifel  duräber 
■Um  fiMtXi»(  einTiu^b  für  ßisaiinxt;  vergchneben  lodcr  vom  Herntisgobor  vor- 
1  ifoa  in  der  Hh  folgen  unmiltelbor  auf  das  Knkomioii  die  eben  genannte  Vor- 
■  E.  Hiller  selbst  unter  dem  Namen  dea  IIuaitukoB  ediert  bat.   und  eine  Hede 

Oresadoroeslikoa.  beide  tnil  dem  Auturvennerk  Tai'  nitrei'.  Zu  vergleichen 
Il«odero8  Gates  Kvröt  ^/miuioi'.  da«  von  D.  Au^entiua.  Purin  lö90  (mir  ud- 
b),  dasB  von  A.  Hai,  Bibl.  Nova  Pntrum  VI  2.  202-213,  cmdUob  von  Migno. 
r.  161,  986—999,  ediert  worden  isinno.:   'F.ym  fiir,  lu  ••rtp  liafiii^otaif,  iiiVo«f« 

—  Da»  lA'hfn  und  d»n  Jitterarischon  Charakter  des  Bssilakes  skizziert  C.  Neu- 
Iriech.    (ieiwhichliiclir^iber   und   Gaschicbtequoltcn   im    12.    Jahrb.,    Iieipiig    i^H 

y.  —  Vgl.  aufih  K.  N.  Satlias,  Jotifumr  nt^l  im  itdx^ov  xal  r^t  fioftiiic^t  ttiy 

ir.  Venedig  lt<T.o  ceX.  tu»'. 

iDm  KoDitantinoH  pHntechnen  fjcbildeninfl    der  KnbbQhnor-   und    Hanenjagd 

%  Miller,  Annuairo  do  I'aMiic.  6  (ICT2)  28 -.S2.     Ebenda  7  (l^^S)  133/-    Emen- 

ivod  Wyndliaai. 

■  Der  Loguthet  Bafiotboodorate».    an  woldieo  Gregorios  Antioches  ein  Trost- 

I  tctikkte  (a.o.),  lal  wohl  ncbor  identiaoh  mit  dem  .UyaS^tt  tuf  ^gofiav  Michael 

h*odore(«8i  an  wvleben  eine  Rede  des  Eustatbiu«  von  Tbe8saloTiike(Cod.  Encur. 


476 


Bf&aoti mache  Littor&tnrgeBcliicbte.    I.  Prowacbe  Littorotar. 


f*.  Eine  Ulinlidie  lunfanRrwcha  Sammlung  von  rlioloriwhen  und  portiichon  Sclirill« 
dM  11.  und  13  Jahrliundorte  cnthAlt  M«h  der  Cudnx  HaroRRinniin  l.t!.  h.  14.  Doct 
liHt  «r  venittor  cinh^itliohfln  (Jlmrnktor  und  enthSlt  wnnigcr  Koritlltcn  aU  dnr  KücnriftlaiMic 
Vgl.  die  Brachivibung  von  11.  O.  Vox<>,  CahiWi  rodicum  tnut  bibl.  Uod!.  p.  1  (Oxford  I65S 
211  -SM,  lind  diu  Knoflimile  von  ful.  lös''.  wcIcIimi  So.  I*.  LamproB  d*m  2.  Bntide  mism 
AiwgHbn  drn  Micbpol  AkoinitiiituH  (als  TaM  II)  b«ig;oniKt  hat.  lintn  Eohlreiohon  änbiiftM 
dM  PioIIm,  'l'zolxni.  Konstutiii  Manwe««,  Niketa«  und  Nichsol  Akunuuxos.  Gwtathiai 
Ton  ThiMHlunikt'.  NtknpbtTO»  Bleminydaa  fiiid«ii  nofa  hiw  «n  soiut  m  W.  niobl  hekMwtai 
tirief  eines  frotatnronos  an  den  Kaiser  Konstantinos  PorphyroEenuBtoa, 
ola  er  vegeu  holiuo  Altn«  die  Krone  niedertegwn  wollt«  (fei.  176*);  aBonyme  Briefe 
HTi  Zncliaruw  uiid  Pliilippo»,  KpiphMioii.  Dorotaeo«,  Elias,  an  die  Kaiitenu  Irene,  aa 
TliPodoroe  Prodromns  u.  n.  (fol.  177:  138—20$;  229'— 230"):  ein  Briof  dos  Symeo« 
Motaplirastflfi  und  l.ogothctoe  (fol.  178);  jambische  Veran  an  din  Mutter  der  Kaicer 
laaak  und  Alcxinii  ifol.  178*):  eine  Bede  dea  Patriarchnii  Michnnl  Anrliialoa  anf  Koiwr 
Manuel  Komnonom  (fol.  I&6'— 190):  eine  Honedi«  «uf  <loa  Tod  oinnü  Kcbbulins  (fol.  SSO'j; 
pinc  Monodin  auf  den  Tod  eines  Hofuralo»  Paiiteohnea  (Moniijla  ini  r*i  ätiavapiff  tf 
lluvtix'B,  foL  SSI');  eine  Houüdie  auf  den  Tod  dea  Sebaatokrator  Andronikoa,  de*  8ehn« 
dea  Kuiaera  Johuiinee  Kümnenos  (fol.  338*);  eine  Saumlung  von  Briefen  eines  UetreMlilM 
(JohannOK?)  vuu  Naitpakt«a  (fot.  319"— 820):  ein  Brief  dea  Uetropoltten  von  KmcjOi 
QeorRioB  Bardanes  «ti  il«n  Patnnrclien  (iermaiioe  (fol.  S28— 831'');  ein  an  Paulos  Kali 
gerj^totea  Enkomion  doe  Macbetes  auf  den  Wein  (fol.  849*^)  n.  a. 

802.  Qoorgios,  spjUer  al»  Patriarch  Orcgorios  goiiannt,  oiner 
bodcut«ndston  Litteraten  des  13.  Jahrlitindcrts.  ist  durch  t-iau  Seit 
biogi^pliiu,  durch  »einen  Briofwi^chscl  und  duroh  dio  Burichtc  dee  6«org 
Pacliytneres  und  Nikephoros  Gri3goraä  »einen  Leheosverhältiiiflsen  ni 
genau  bekannt.  Er  wurde  um  1241  in  Cyperu  geboren  und  b««uclit« 
nach  Beendigung  des  Elentpntai'untem'chtes  eine  fränkische  Schul«,')  io 
der  er  wegen  »einer  tnangelhaften  Kenntnis  der  fremden  Sprache  wenig 
Fortechritto  machte.  Trotz  des  WiduKtn^bens  seiner  Eltern  unternahm  i^ 
die  KeiHe  nach  Nikaea,  um  seine  wisBensch&ftlichen  Studien  in  der  MutUH 
Bpraehe  foii^etzen  zu  kftniien.  In  Kphesos  versucht«  er  den  dort  lelionilfli 
gelelirton  Nikophoros  Bleniniyden!  kennen  zu  lernen,  wurde  abt>r  von  dem 
mUrriHchen  Manne,  dor  sich  von  der  Auseenwvit  fast  völlig  ab»chlo«. 
nicht  vorgelafisen.  Anch  in  Nikaca  erlebte  er  eine  unerwartete  Enlläu- 
fichung;  statt  der  gehoßten  Unterweiaung  in  philosophi»<;hen  Wiswnhchafte^ 
fand  er  nur  Lehrer  der  graniniatiRt^hen  und  rhetorischen  Elementarßcbfl 
Erst  in  Konstantinopel,  das  eben  damals  von  den  tiricdion  zurttd 
erobert  wurde  (1261),  erreichte  er  das  Ziel  »einer  Wttnscho;  er  wurde 
eifrige  und  ergebene  Schüler  dos  hochgebildeten  StaaUmannes  und  Bis 
rikers  Oeorgios  Akropolites,  der  ihn  namentlich  in  das  Studium 
Euklide»  und  Aristoteles  einführte.  Georg  beteiligte  sich  aufs  lebhaf 
an  den  Kontrovomcn.  welche  durch  die  Vei-suche  einer  AuBsOhnuni; 
Rom  hervorgerufen  wurdi^n.  Vgl.  S.  9S  f.  Durch  Kaiser  Andruniko« 
wurde  er  12H:i  auf  den  Patriarchonthron  erhoben,  den  er  bi«  \l 
innehatte.  Nach  Reiner  nicht  ganz  freiwilligen  Abdankung  zog  er  »di ; 
ein  Kloster  zurück,  wo  er  bald  gestorben  sein  muss.  Einer  aeioer 
gcistertsten  Schiller  und  Anhfinger  war  Nikephoros  CliuniDos;  er  i 
in  einer  Itedo:  Ka,fiiYffim'   4fuii   xa\  nmiimi)^  xui  ftvaraytaybi  ''■'";pf* 


'J  Er  nennt  dio  Loliror  'Pai.uoioi.  wo. 
vaUg  hier  wiibr«cbninli<-li  Itolivrier  rii  ver. 
0t«heiialnd;ai]ino  l.nndsloute  «irid  ihm.  eobon 


ein  2e)ahen  das  begtiuieadea  Bn 


hoiorik,  Sophistik  nnd  Bpistolographio.    {§  SOS) 


co^i'av,  nolvi  xoi  Toi-$  Xöyvt!^,  i«  fit'ya  Itai'fia  tov  xa9'  »}fiäf  i^''<*v,  6  tnirv 

rp',)">e"»5.   <*'  /irtrei;  jU*i-  ijrtyxt   ArTp»;,   ^??■   /;»■  ri^s  olxorju'ri^t  «JT«tfi/t 

inooi i>i'(, ^«i;  Ä^X'^p*!';  ««*  rf*<l«(7x«^(,  Boisaonade,  Änecd.  gr.  I  313, 

Dnter  den  Frofanwerken  dea  Gregor  gebDhrt  ohne  Zweifel  die  erste 

Stelle  seiner  Selbstbiogrnphio:  Jii^ji]atio<  ff^mi'ji  löyog  tä  xu9'  »avrt'r 

ntfUx-r.     E»    ixt   eine    livbeiiifwilrdigü,   diiidi    Klarlioit,   Kinfauhlieit   und 

■tire  KcaltslUc  ausgOEoichiioto  Schrift,  die  mit  dor  schönen  Selbstbiographie 

Adunantioa  Korais  verglichen  werden  kann.     Ähnliche  VorzUge  darf 

in  den  Briefen  Gregore  vermuten,   die,  wie  die  wenigen   bis  jotst 

Dffentliditc-n  Proben  zeigen,  auch  ein  historiucheH  Intoi-cäHO  boan»pruchon. 

in  mehreren  f  tandechrifU'n  erluillene  Sammlung  umftust  über  2O0  Num- 

om;  am  zubI^etL'hl^U>n   «nd   die   Briefe    an   seinen   ehemaligen   Ztigling, 

Oroaelogotheten  Theodoros  Mnzalon;  andere  Adressaten  aind  Oeor- 

|jo9  Akropolites,  Johannes  Pediasimos,  C'hnrtophylax   in   Achrida, 

Arzt  Theognostos,  ein  gowiaser  Saponopulo»,  ausserdem  natürlich 

Kaiser  und  ^n»tigc  hohe  Würdenträger.     Dagegen  gehOron  die 

Enkomien   auf  Kaiser  Michael   und  Andronikos  PalSologos  zu 

ibBtoBsendRten  Beispielen  dieser  Qattung.     Hier  ist  Ürcgor  so  luftig, 

Dwahr  nnd  schwerfSlItg.   da.'*s  man  ihn  kaum  wiedererkennt;  einige  Be- 

klingen  Ober  die  Vülki'^riniHihung  in  Konätantinopel  und  die  vereinzelten 

chungeu  auf  politi»cho  Ereignisse  vemiSgen  Ober  die  schwülstige  Leere 

«r  antent'Orfigen  Produkte  nicht  hinwegzutn'isten.   Die  Schulrhetorik 

vertreten  durch  mehrere  Deklamationen,  eine  Chrie  und  eine  Lobrede 

ia»  na8se  Kleinont:  'E/xnifUof  tif  iiji*  yälagaar  i-yow  tl;  ti'^r  loi'  xa- 

tov  vSatoi  ^vm»;    Ein  anderes  Zeugnis  der  lebhaften  Teilnahme, 

che  Gregor  der  Hebung  des  Jugendunterricbtea  zuwandte,  ist  ein  un- 

Schulbuch,  das  z.   B.   in  den  Codd.  Vtndob.   phil.  gr.  19r> 

I.  85—93.  Taur.  356.  b.  I.  27  (j^tat  B.  VL  48)  fol.  144—152'  und  UnrI. 

W35,  zum  Teil  auch  im  Cod.  Monac.  gr.  201  s.  13  fol.  61—67  erhaJU-n 

«L  Es  besteht  aus  einer  prosaischen  Paraphrase  Üsopischer  Fabeln 

Bit  einigen  mythologischen  Stücken,  in  welchen  die  Ueschichten  der 

^igenie.    des  Aeneas,    Pandai-os   und    Diomodce,    de»    Kandnulea  und 

(ifgies  n.   a.    iK-hamlolt    »erden.      Der   («edank«,   Fiibeln   und   Mythen   in 

jbrtori»ch   ahgerundetvr   Fa^Hung    filr   den  Schulunterricht   zu    verwerten, 

nicht  neu;  in  der  byzantinischen  Zeit  war   er  namentlich  schon  von 

ikfphoros  Basilakes  und  Konatantinos  Akropolites  durchgeführt 

bb;   vgl.    Chr.  Walz.    Rhetores   graoci    1,  423—442,    und  A.  Papa- 

»puloH-KerameuB,  MXtior  3  (18au— 1892)  (45—451.     Zu  den  Schul- 

hrinen  Gregors    gehfirt   auch   seine  Sprichwfirtersammlung;  8.  den 

chnitt  .Sammlungen  von  Sentenzen  und  Sprichwörtern.' 

I.  AuHgab«it  nnd  HilfHiiiitleh  Si'lbstbiugrflphio  f.A.  M.  De  Kubci*.  Venedig 
IJü:  vitilftrtiolt  von  Jos,  H«rgnuor.  Wien  177.1;  griccIiUch  und  dautiich  von  K  C. 
Vttlhi*«,  ^'rankfurt  ani  ituya  lälT.  —  üi«i  iwci  tinkomiun  Huf  MiohucI  und  .VndrvnikoK 
*l  f«.  i'r  Hotnuonad«,  Au.  gr.  1  (1823)  313—393,  —  Kino  Chrio  od.  Tr.  UoiHBonude, 
4t  jr.  2  {1930)  2fl9— 278.  —  ScKuUAluniotiorcn  nnd  ><  liricto  cd.  nua  tinutn  C'uJ,  I-eidi-iisi» 
*»rlU  Sfibnaidt  in  i!r«i  LekliunakaUlogpii  d«  Univereitut  Jcuu  1870  —  181'.  Ztirn  Tuxto 
*fi  A.  Eherhard.  BbtWUW  JalireNber.  über  di«  Forbidirlitu  dor  daan.  AIUrtnrnawiiiH. 
Kl  I  iINTT)  :i'i2~bi!>.  —  Eine  neue  Dvkluuinliun  ed.  uub  einem  Coit.  Leid.  Ott»  Miller. 
ftip.  U«l>  ImWX        Rill«  AuBfHbo  der  Briefe  wird  «rvTurtet  von  Mnx  Treu.   -  Snmtncl- 


m 


BrtanÜnwche  LitterktargMcliicht«.    t.  ProMuch«  Utteratnr. 


Mwcnbe  nach  den  ältomi  Drucken;  MigDe,  Patrol.  gr.  143, 1—470.  —  Vgl.  Aag.  Hmck, 
l^xioQD  VüidübouensB,  S.  Xi  t 

2.  TUeoduroH  II  Laskarie.  Kaifler  von  Nikoea  I2U— 12&S,  »H  Stutsn-^uui, 
8cfariftetall«T  und  Muiiscb  eine  der  inter«MaDt«st«ii  Ereohuintui^Mi  von  Qyxiuit,  «uio  AK 
orienlaliscfaeB  Seitvnatack  xu  sein«Di  groMon  Z«itgaDaBa«n  Friedrich  11,  Obrigaiui  vnUüt» 
cjn  DcgoD»rBtiociatv]iii«.  geistig  Imchbegabt,  k(ir|«rl)ch  eohwach.  ohn«'  Willomknft  «b1 
von  v«Tdcrblicli«r  IVfiiKiiidi^rnnz  äes  NorT«ntijst«ms,  ist  nls  Thcvlo^  und  rkilcsepli  wtkoB 
&  9ri  f.  kun  gvwUrdigt  worden  Unter  seinen  di«l«riechei)  ScfarifUn  nmgt  die  grtalt 
T<<iluahme  sein  Nekrolog  nuf  Kni^aer  Priodrieh  II.  Dnin  kommen  Rnkomien  Ulf 
seinen  Vnter  Johnnnes  Dukas.  niif  d«n  Historiker  ß«cirgio>>  Akropulites,  a*l  dn 
Frühling  uod  auf  die  ätndt  Nikaen,  eine  Vorlfidigungarnde  gegen  die,  ««tohe  Um 
drRagten  sich  xu  vemiälilen.  eine  xBifiiyiiti  tii  tör  ßnymvior  Bpior  xnxivtor  >«!  ftlfUftr 
öviR  nnd  ein  Easay  K^gt'n  tinen  spüttiaohon  UeimtQckor  (irpoV  fr"  >fiij'i'*0rr  ti^rtwi- 
f4traf  nnöt  at'tnv).  ütiei  die  ueräUiilichen  LtMic'lmugen  das  Laskaiia  wird  ijun:!!  m«pm 
Briefweohael  T.icbt  verbreitet.  Lnter  den  Adresaaten  iiind  der  PrutOBebaiilos,  ProtovMliahM 
nnd  Oroamtratopedtirch  Oeorgios  Mnialon,  an  wulcben  Theodor  Bkfat  vcnign  ab 
60  Briefe  richtete,  die  Prof eiworen  d^r  Bheinrik  Michael  Senaeherim  und  Andronikei 
Pbranttopalos,  der  PhiloRoph  Nikeiihnron  BlemmjdeB  n.  b,  w.  Der  Hintoriknt  (leer- 
KioH  Akropolilna  vtiraniBtaltfli^  eine  .Sammeiauaf;ab«  der  Briefe  d««  Thoodoroa  Ldikahi 
(s.  S.  2ST).  HanptfundBUlttpn  der  rhatonichon  StUck»  sind  die  Codd.  Pari».  3048  a.  148t, 
Paris.  sa|ipl.  gr.  37  ■.  IS  und  472  ■.  1^,  Raour.  Y,  I.  4.  Pflr  di«  Üricfa  koDineD  W 
sonders  in  B(-lracJit  dio  Codd.  Laur.  ■^!l,  S'i  und  Lnnr.  (.'«nv.  8o]ipr.  627.  ~-  Daa  B>- 
konion  auf  die  Stadt  Nikaoa  od.  L.  ßachniann.  Tbnodori  Ducao  Lnaoaria  impentori»  la 
landein  Nivaeae  urhi«  urulio,  Itoatuck  1847.  ^  Proben  aus  dem  Knkuinion  aaf  »tiBia 
Vater  ed.  Tb.  l'BgieUfikiJ.  L'eber  diu  R«a  der  Gvadiiohtit  dos  MiLcIhh  Akooiinatw  in  dp« 
Pariser  NstionAlbiMiotliek.  Joitrn.  Min.  187T  Bd  1!M  Nuv  -Dvt.  —  Eine  Ausgabe  dM  FIriff« 
des  TbeodoioB  Iiaskaris  nnd  seiner  Freunde  Kikepboros  Itlemraydea,  Qeorgio* 
Muialon,  Cieorgios  Akropotites  u.  s.  w.  wird  vorbereit«!  vnn  Nicrola  Keata  (in 
Florenz).  —  Wenn  die  Briefe  nnd  die  rboloriHchen  Stricke  vertlfTentlidit  aind,  wird  t*  «aa 
liDdiBt  verlockende  Aufgnbi?  sein,  das  litterari«cli-pB}Cliolo(;ische  UfWUntbild  dca  wKfc' 
uilrdigcn  Mannes  in  seinen  feineren  Zllgon  nusziifllbren. 

>t.  An  der  griechischen  ßpislniogniphie  den  1^.  Jahihimderia  hat  aurh  linr  dcuticb« 
Kaiser  Friedrich  H.  wenigstens  nominell.  Anlnil.  Vier  in  »cindr  Kanxtei  abfefasst« 
griechische  Briefe,  die  durch  mehrere  sonst  nicbt  Dberliefcrlc  Nachrichten  tod  WicUiiJiMl 
Bind,  atohuo  im  Cod.  Laur.  Cunv.  Soppr.  Iii2.  Zuerst  henüch  aclitecbt  beraau^epbtt 
von  Qust.  Wolff,  Vier  ^-riediisdiu  Uriefu  Kaiser  Friedriche  dea  Zweitco.  BerliB  ISU. 
—  DioBS  AusKabe  wardo  Cfter  wiederbolt  t.  B.  in  den  Acta  vt  dtplumata  edd.  Fr.  H ikle* 
nich  et  1.  M~Dller  3  (1865)  m-ld.  —  JoUt  ist  nui  zu  benlftien  die  auf  aorgOltifiUr 
NouvergleichoiiK  der  Hb  und  grQodlicIien  liistoriBclien  Sludii'U  benilionde  kritiacM  Ao^lW 
von  Niccola  Feüta,  Lc  lottere  greche  di  Foderigo  II,  Atebivio  slorico  ilaliano,  aimT, 
f.  m  (Ifäi)  1—34.  In  der  Einleitung  err.rteit  F.  di  geachichtlitiien  Btgailwia«»  darüritti 
nnd  namentlich  die  Aondoningon.  welche  aich  hiefltr  durch  die  Richtigälolliing  das  TaitM 
ergaben.  Beigegeben  ist  die  von  iluillard-llr^liDllaa  im  ecblon  Knnxleiolil  FrrädrtrkB  tl 
abgcfaBMtv  lateinische  Uebersotcung.     HicKU  eine  Berichtigung  li.  Z.  4  (l!^.i)  176. 

4.  Briefe  des  Astronomen  (ircgorioa  ChioniadoK  (rQijy6^«s  i  XMria'A[()  M 
einen  Kaiser  Atexios  (von  'rmpexunt},  einen  Prolonotar  und  Proloveatiaries  KoBtlaBtiMi 
Lvkltoa  in  TrapeKuut  u.  a.  atohun  noch  unediert  im  Cod.  Vindob.  tbeoL  203  (NeMcJ)  f ' 
28-84. 

203.   Ifikephoros  ChtimnoB  (iVixij^öpo;  i  Xov/iroi),  d«r  or 
Schüler  und  Anliaitger  des  Gregor  von  Cypern,  mit  dem  GrosalogotJieti 
Theodoro.s    Mptochito»,')    dem    Historiker    Nikephoroa    Kalli*t 
Xanthopulo!«.-)  mit  Mnximos  PlanudoK  und  anderen  Itervorragen 
Hyzantiiiorn  durch  Freund»chuft  verbunden,  gehSrto  unter  Michael 
0261—128:1)  und  AndronikoR  11  (128;i— l:i28)  zu   den  einflussreic 
Münni'ni  des  HofeR  nnd  bekleidcto  znletzt  die  hohe  Stelle  eine«  ^i« 
xattxXfiov.*)    Durch  Vcrmühlung  »einer  Tochter  Irene  mit  dem  Deepotaj 


')  S.  Boiwnnade.  Anued.  Nova  S.  126. 

»)  S.  Boiasonade,  a.  a.  0,  S.  171  f. 

*)  D.    1).  VorRtand   des   xoritltinr,   der 


Kanzlei,  nlao  etwa  Kailil«r  «dar  1 
t&r.  obsuliuu  keiner  dieacr  HwImmbI 
aicli  mit  dem  h/untiniBcli«n  Amte 


B.  Rhetutt,  Sophiatik  itn<]  BpiatolograpUe.    (§  903) 


^nefl  PaUologos,  dem  Sohne  Anilroiiiko^t'  11,  kam  er  in  ongvt«  vcr- 
Khaftlirlio  Boziehiing  zum  KaitiirliiiUMC.  Um  1.120  zog  er  sich,  von 
rirron  dus  ölT(.'ntlio)ioii  Lubou»  tibgu^tusaen,  mich  alter  l>yüantini»chor 
genhoit  in  vin  KloBter  zurück,  wo  er  &]n  Mönch  <lon  Namen  N&tha- 
(Qhrte.  Eine  Monodie  auf  »einen  Tod  »chiieh  8oin  Freund  Theodor 
hkoaoR.')  Der  litteramche  Nachln«»!  dun  Chumnui<  iAtmi  «ii-h  in  drei 
tn  teilen. 

l.  PhiloBophiBche  und  lheologi»che  Schriften.  Cntor  den 
>phiRchen  StUcken,  die  meist  gegen  die  Lehren  des  Flaton  und  der  Ncu- 
Dcer  gerichtet  üind.  befinden  sich  eine  Ahhandlung  über  den  Stoff, 
Ituktat  über  die  Svcio  und  eine  Struitschrift  gegen  Plotin. 
ko»  ist  jedoch  kein  blinder  Verehrer  des  Aristoteles;  als  Gegenstück 
p  Bntiplatonischen  Schrift>en  dient  eino  durch  Bitterkeit  und 
i,  wonn  auch  etwas  bi-eiUtpurige  und  duiiklo  Ironie  auttgozeichnetc 
idlung  gegen  einen  der  aristotelischou  Philosophie  ergebenen  Aft«r- 
len://p"v  rot';  dvaxf^alinvtttt  fni  roic  dXiy^oit  tÖtv  äaaqmt  xai  »axo- 
1  ^i^toQiröftinr  xai  fi'trariiu  IlXüiotri  xa\  joT^  avitp  äoxovoiv  tiar^o- 
fror«.  Hit  grünster  Verehrung  gedenkt  er  liior  seines  Lehrers  Gregor 
lypern  und  geiir«elt  in  huftiger,  aber  schwerlich  ganz  objektiver 
Ik  dif  unwissenden  Verkleinerer  und  ungeschickten  Nacheiferer  des- 
)■)  Ebenda  zitiert  er  andere  von  ihm  verfasste  philosophische  Schriften 
fi^  »öapov  yvanng,  Fh^i  rür  .T^utrui-  xul  änXötv  aMßäfiav  u.  s.  w.") 
igt  «ch  mithin  nbennali^.  A&tm  die  platonisch-aristotelischen 
mversen,  welche  später  eine  so  wichtige  Rolle  spielen,  schon  in  die 
inische  Zeit  zurückgehen,  eine  Thalsache,  die  gewöhnlich  übersehen 
f  Ober  eine  Pai-tie  aus  den  physikalischen  Vorstellungen  des  Mittel- 
unterrichtet der  Aufsatz  über  die  Luft,  in  welchem  die  Gründe. 
I  bewegte  Luft  kälter  wird,  sowie  die  Entstehung  des  Hagela  und 
[esen  der  Winde  untersucht  werden ;  dasselbe  Thema  behandelt  der 
fuiäi  n^  toi'i  näXai  aotfov^  Auch  dogmatische  Fragen  erUrtert 
ko«  allenthalben  in  Keinen  Deklamationen  und  Briefen ;  über  seine 
»gischvn  Schriften  vgl  S.  110;  204. 

I.  Rhetorische  Schriften,  Oewissermassen  als  thooroliacho  Ein- 
I  dient  der  kurze,  relativ  verständige  Essay  über  die  Beurteilung 
ITirkung  der  Reden  {Oiei  Xöyav  xeiaita^  xal  d^yaulai).  Chumnos 
gt  Ewar  »ehr  energisch  einen  niögliclist  kurzen,  scharfen  und  sinn- 
^  Ausdnick;  die  Uauptsucbe  bleibt  aber  auch  für  ihn  neben  pas- 
[  Verwertung  der  heiligen  Schriften  des  Cliristentums  die  sorgföltige 
Dmnng  der  alten  und  nie  Üherh-offenen  Vorbilder  des  Attizismus  d.  h. 
Verdcrbliehe  und  hohle  Prinzip,  welches  die  Entwicklung  eine-i-  origi- 
Lilteratur  in  Byzanz  mehr  alü  alles  andere  bcciiilracbtigt  hat.  Auf 
Jon  in  des  Wortes  schrecklichster  Bedeutung  beruhen  denu  mich  die 

387  ff. 

')  A.  a.  0.  S.  377. 

*)  In  U*herw8g8  UoBcliichtc  der  Philo- 
Mpliie  winl  Chiimno»  nirlit  mit  ninom  Wort* 
oririüint. 


Id.  Pr.  BoisNoncil«,  Aa.  sr.  1  (1829) 
S.  Die  in  den  llUiDli«u  rbetonseliea 
In  utiil  Gen«uiblBtieQ  auhwelRonde 
M  tu»  niobts  Neiuei  Qbor  diu  Leben 


-.  BttrsaoRxle,  Au.  gr.  8  (1831) 


BfEuiUiiiacb«  Littotatnrgeechiehta.    I.  Pröeaische  LiU«»(an 


oigoiioii  rhetoriHchflii  Versuche  des  Chumnoä.  Als  Vorbild  dient  ihm  oefafl 
Isukrato»  und  Aristidos  vornehmlich   Grogor  von  ('yporn,  doin  fl 
nicht  nur  dii^  siOiulmtUfgigc  Anordnung,  Bildur  und  l*hruKL<n,  sondern  aacB 
die  ganze  Skala  widerlicher  Schmcicbeltdae  entlohnt.  Am  deutlichsten  er- 
Acheint  die  Abhängigkeit  von  fremden  Gedanken  und  Worten  in  dem  huig- 
atniigon  t)nkomion  auf  Kaiser  Andronikos  11.     Die  Beziehungen  kul 
zeitgeeohichtlich«  Ereignisse,  welche  der  Panegyrikus  enthält,  sind  viel  n 
verschwommen,  al»  da««  sie  un»  irgend  etwas  lehrten,  was  wir  nicht  au 
anderen  Quellen  wüKsten.    Die  Tapferkeit  dos  Kaisers,  der  alle  .Barbaren* 
boaiogt  habe,  seine  Weisheit,  Klugheit,  Gerechtigkeit   und  Milde  wenlci 
nach  dem  üblichen  Schema  gefeiert,  mir  da»»  diese  SchmeichfU'ien  jetzt 
viel  abBtosBeiidoi-  wirken  als  in  frtlheren  Jahrhunderten,  da  ihnen  die  liuit- 
saohen  noch  nicht   so  voIhtULndig  widersprachen.     Nicht  viel  bemer  fand 
die  übrigen   rhetorischen  Proben  des  ('humnos,  Trnstreden   an  seil 
Tochter  Irene   und  an  den  Kaiser  heim   frühen  Tode   des  Johan 
Palaeolego»  (1304),  i^ine  Trostrede  an  einen  Freund,  den  ein  »chw« 
Un^Jfick  hetrulTi'ii.  und  ein  Epitaph  auf  Theoleptos,  den  Metropoliti 
von  Philadelphia:  der  letztere  wird  durch  breite  Exkurse  flber  du 
Byzanz  totgehetzte  Thema  vom  Ausgange  des  lil.  Geistes  zu  einer 
liehen  dogmatischen  Abhandlung.     7m  vorgleichen   ixt  die  durch  den 
dee  Thoolopt«»  veranlagtste,  noch  unedierte  Schrift  des  Nikephoros  Gregor 
(s.  S.  29ö).     Mit   den  paränctiscben  Schriften  des  Basilios  (s.  g  19I| 
Tbeophylaktos  (s.  §  196)    mag    man   das   Testament   des   Chuimios 
gleichen,  welches  praktische  und  moralische  Ermahnungen  an  Mine  Kind 
mithält.     Eine  lehrreiche  Probe  byzantiniacher  Advokatenkniffe  gewS 
die  im  Jahre  1315  der  hl.  Synode  und  dem  Kaiser  unterbreitete  Anklagt 
Schrift    gegen  Patriarchen  Niphon.    mit    dem    Chumnas    frflher  eil 
freundschaftliche  Korrespondenz  unterhalten  hatte:  'Bityxoi  xatä  int- 
««  nätta  nflfTpiftfjt**'*'"''^'';  yi^arog.   Weniger  misstUllt  «in  umfanj 
Schreiben,  worin  die  Einwohner  von  TbessHlonike  zur  ßererhti 
koit  ermähnt  werden:  &t-aaalorixtvai  üVft,iovkn-Tix6(  nt^   dixaioovf^ 
Der  Anlass  des  offenbar  von  der  Regierung  inspirierten  ScbriftstQckeii 
nicht  bekannt  und  aus  der  allgemeinen  Fassung  der  Ermahnungen 
ersichtlich:  wie  es  seheint,   war  die  Gemeinde   von  Thessaloniktt  da 
durch  innere  Partoiungen  zenilttet. ')■    D^r  Ermahnungsrede.  die  im 
bischoflicher  Hirtenbriefe  gehalten  ist,  geht  wie  dem  Berichte  des  Kani 
niates  über  die   Eroberung  von    Thessaloniko  (904)    eine   paneg 
Schilderung  der  Stadt  voraus.     In  das  Gebiet  der  Kbeturik  gehüren  cn 
lieh  mehrere  Aktenstücke,  die  Chumnoä  als  Staatsbeamter  im  Namen 
Kaisers  verfasste,  wie  eine  Goldbullo  an  den  Kral  von  Serbien, 
Schwiegersohn   des    Kaisers,    mit   der    Bitte   um  Hilfe   gegen   die 
ein  Erlass  zur  Vermittlung  eines  zwischen    Milnchen  auagebrocb 
Streites,  eine  Verordnung  über  die  Vereinigung  zweier  KlAsler 
einer  Abtei,  ein  kaiserliches  Edikt  aus   dem  Jahre  1296  zur  Rcr« 


'J  Unmuf  ilcutnl  micli  pin  Aklpctatflek 
Alinlicbi'ii  liiliiiItuB  vuii  einnrn  ){pil^oci08»i>n 
dM  ChumiiuK,  jvi'  Itriur  ilus  Thuina»  Mft- 


l)«<Iior  de»  Zwist,  Jit  die  Stellt  im  Jaiirr  ) 
liFuni'uliigtu,  s.  S.  4)17. 


B.  Rhetorik.  8«phUtlk  und  eplstologrftpli!«.    t{t  308) 


4SI 


I 


Dution  des  OencIitew«Ren8.  R^cht  bcü^iclinciid  filr  die  Uicotögiüchcii  Nei- 
gtui^t)  de«  |>alAologi»chcii  Kaisertums  )»l  ein  nu»tiilirlich  moUviertäa 
tt^irfa/ta,  Aatch  welches  bcfoblcn  wird,  Maria  ilimmolfalirt  statt  nur 
u  «iottm  Tu|;«  wähiimd  des  gauzi>a  Monuta  August  zu  feiern. 

8.   Kine  Sanimlung   von    172  Briefen.     Es  sind   ti.>iU   rhotoriscb- 
philoHopIiische   CbuiigsstOcke,   teils  Privatbriefe  an  den  Kaisür,  an  hohe 
Wflrdontrilgcr.  Verwandte  und  Freunde.  Unter  den  Adrussaten  befinden 
nch  die  Putriarchc-n  Niphon  und  Julianne»  Olykyi«:  die  Bischiife  von  Thes- 
ulonike.   Larisüa,  Phibppopel  und  Philadulphiu;  dur  {VMl  zum  Kaiser  er- 
hobene) drossdomestikos  Jobunneü  KantakuKenos;  der  Protovcstiarios  Thoa- 
dorus  Muzalon;  der  Protosekretär  Leon  Itardales;  der  Kubikubirio»  Aluxio» 
Apokiuikoi« :    der   tiroastogotbet   Konstantino»   Akropoüte»;    dur   Historiker 
Xikeptiorott  KalÜHtos   Xantliopulos  und  dessen  Bruder  Theodnros  Xantho- 
pukw;  ein  vnaiof  töir  yiXoaöifior  Kyprianuti   und  der  .Philosoph"  Joseph; 
Phakraaea   (der   Xoyo^ttifi    rulv   äy^Xät);   Michael   Öabras;   der  Kalligraph 
Dttnetrios  Kabasilas;  des  Chumnos  Sohn  Johannes;  .-teine  Tucbtor  Irene  u.  a. 
Mancbo  Briefe  «ind  Begleitschreiben  und  Koninieiitaro  plülosophiacher  Ab- 
handlongen,  andiTU  erürt«rn  sclbettändig  WLs»enMchaftlicbe  Fragen:  zahl- 
le  Schreiben  au  den  Kaiser  enthalten  Kechtfertigungen  des  Verfassers; 
^ftiKli  iotriguenhafte  Anklagen  gegen  Feinde  und  Verleumder;  dazu  kommen 
frivat«  Thetneu  verschiedener  Art,  wie  ein  Beriebt  Über  die  Heilung  einer 
,  OcBcliwuUtt,  Klagen  nber  Mangel  an  ßUcliern,  über  die  Schwierigkeit,  einen 
dauerhaften    Ut^^ehn^ibi-Atoß'   xu   finden,   endlieh   zuhlreidie   Übungsstücke, 
tagubtu-bartige  SelbstgMpricho  und  Erörterungen  von  Gemeinplätzen;  auch 
Briefe,  die  ('humnos  filr  weniger  geübte  Freunde  verfasste,  werden  nicht 
vomotlialten.     Das  l'rteil  Ober  den  litterarischon  Wort   dieser  Saium- 
lang  kann  nicht  günstig  auntfallen.     Zwar  hat  aueh  Chumnos  wie  manche 
■ndtro  Byzantiner  diu  beat«n  Erfolge  in  der  Briefatellerei  errungen,  und 
|j|  manchen  Xummern  ist  der  knappe  Pointenstil  so  wohl  geglückt,  daMS 
w  dem  besten  iteitalter  angeh&ren  künnten.     Allein  der  Verfaoser  i»t  zu 
lehr  in  den  beengenden  Vorschriften  der  Schulrhetorik  stocken  gebUflbea;, 
M  gibt    in  ßyzaiiz   kaum   eine  zweite   Briefsainnilung,   in   der   die  blosafl 
rhttoriache  Technik  den  unbefangenen  Einfall  dos  Augenblicks  und  die 
Rtgimgea    einer  freieren    Individualität    so    viillig    zurilekdrüngte.      Dass 
ffciiiiiiin  selbttt  in  seinen  Briefen  vorzüglich  eino  Sammlung  rhetorischer 
I  ÜBlentQcke  erblickte,  beweist  nicht  nur  die  Kieher  von  ihm  selb^^t  stam- 
JMUib  »orgffittige  Redaktion,  in  welcher  die  Briefe  mit  wenigen  Au»- 
■akmen  «hroDologiach  geordnet  erscheinen,  sondern  auch  eine  Bemer- 
kns  in  einem  Schreiben  an  seinen  Sohn  Johannes,  in  welchem  «r  seine 
Utffl  uaadrüeklich  in  altische  uud  lakonische  Stucko  unterscheidet: 
foi  IxtH  «■<  h*"  i-aMoiviCovoa(,  tat  Si  ättttti^ovaai,  (ti;  fi^rtM  ftaxo- 
iKmr;  n^  äXX(Ka<.     Kr.  Boissonade,  An,  Nova  S.  •>. 

So  kann  Cliumnoa  alk'»  in  altem  keine  erfreuliche  Persönlichkeit  go* 
Msnt  werden;  in  seinem  Charakter  tritt  berechnende  ttJlukesucht  und 
ÜngK»  Slrcltertum  hervor,  in  seinem  Wissen  und  Können  steht  er  tief 
»Hier  Männern  wie  Psellos,  ja  noch  unter  üregor  von  Cypeni.  Sein  Sti 
krankt  in  ungewäbnlicheni  Ciradu  au  dem  Fehler,  der  jeder  künstlich  ei-- 
d«  klMb  AlurnmmiMMciHii  IX.    I.  AbHit.   !.  Aufl.  31 


J 


182 


S7«BB%ta«he  LitUratnrgeAchioht«.    L  ProsuMhe  Utteratar. 


lernten  Diktion  mehr  oder  weniger  anhaftet,  an  der  engen  Be^enitting 
dm  Wort-  und  PhraspnscliatzeH  und  ihrer  natürlichen  Folge,  der  stereotypen 
Wiederholung  gleicher  Ausdrucke  und  Konstruktionen.')  Immerhin  mus 
ChumnOH  a\it  einer  dor  VorlXufer  dce  griechittcfa-italienisoheo  Humanismns 
im  Auge  behalten  werden. 

1.  AaBgübon:  Waa  bis  jeUl  von  Cliiunnos  edivrt  ist.  VOriUnkeD  wir  m^isL  Fr.  B«il- 
BOnailo:  leider  hat  »r  in  i'^nlit  onpinktischer  Weide  die  eiiitoInMi  Slkke  ekn«  alnea  Cr 
«ichtliclirn  Grund  in  mr-hrrro  BUncI»  tcnttrrut:  Anoeilotn  (iraocft  ad.  Fr.  Hiiiwhiiitd»  1 
(IWOl  29S-S12:  2  (IfSO)  1S7-I«7;  3  (1k:Hi  306—408;  5  (1833)  I83-S.SO.  -  Di»  BrM» 
und  die  Ablidndlung  Über  den  StofT  ed.  Fr.  Iloissonade,  Anecdot«  Nova,  fant  18H 
S.  1—201.  -  Die  uuf  Thootu):io  bezUg1icli»a  StUtke  (ikucli  dasTusUmrnt  ii.  a.|  «ttd  wied» 
holt  bei  Migne.  Patml.  gr.  140.  13U7-1526.  —  Sclinft  grüm  Plotin  und  DUIng  Ihn 
die  Seele  in;  Plotini  optni  «d.  Fr.  Cieuzer.  vol.  2  [Oxoiiii  l^'iö)  Ml»— U4T. 

2.  Hilffe mittel:  AiiafQbrliche  ÜeadiTeibung  des  wicbtig«ii  Cod.  Patm.  I2T  iL  U 
nebst  UiUeilung  einiger  von  dem  gedruckten  Text«  abweicheedeu  StOcJte  bei  J.  Stk- 
kelion,  lhiifii<ir^  ßffkioa^rr,,  Athen  1H90  8.  73—76. 

3.  Jghnnnea  Chiimnos,  ein  Sohn  des  Nikeplioros.  der  <JnB  Horamt  eines  nnjMf«»- 
/ioi/»ro{  rf.t  fitytiltjt  «ifti-Joy^i  bokloiilole.  hintertie^a  Uriefe  nn  die  i)isch<ife  von  Plnlif- 
popel  und  Kphesos.  an  einen  gcwimon  MkturBnkus.  nn  den  /liyai  Smuriittii  Kabaailat  dbI 
an  den  ,['!]ilasu|)b(^^'  Joseph,  uusaerdum  »inen  birg  tun  ini-bon  Aufnnti  Ober  propbylaktiacha 
Mittel  gegen  Podugm  l.fi'iiiin  npef  iJnnrutr/  tlf  nnäayfiar).  AlleH  ed.  von  Kr.  Boissoaaile, 
Aneod.  Neva  S.  203—222.  —  t,iue  Monodie  auf  Jebannea  Chuinnoa  verfaiwt«  Nikefbnnt 
Gregoras;  vgl.  8.  290.  —  Uober  den  bedeutend  apftte^^n  und  vielleioLt  mit  unserem  Ghana» 
gnr  nicht  verwandten  Qeorgioa  Cfaumnoas.  den  £  im  1.  Kapitel  dea  Abschnitt««  .Valgk- 
grinchisrhe  Litleratur'. 

4.  Vielleicht  ein  Ahn  des  Nikonhoroa  Chumnö«  ist  der  NomopbipUx  Uioltall 
Chumnoi.  der  in  der  ersten  llfilfta  dcH  12.  JfibihiindeHii  Mi'trnpoltl  von  Thrwälunita 
wnr.  Wir  haben  von  ihm  einen  'l'rnktat  Über  diu  <!riide  der  blutsvMwaudtactiaft.  KA 
Khalloa  und  Potles.  iViinj'^n  nur  9tia>v  xtti  (»(>«>  tBririar  S  (IGt^K)  S97  f.  Antfabfi 
Migne.  Pnir.  gr.  119,  12Ü7-1300.  Da  bei  HLnlk-a  und  Pi>tlea  8.  397  Ann.  Micha»! 
Chuninua  in  den  Aufgang  des  12.  JHlirhunderlj^  vereutzl  wird,  aei  notiert,  daas  ia  Cod. 
Berol.  Phillipp.  147T  ful.  2!)il'-3Ul''  eine  Schrill  Ober  Fa^tendiSt  von  eininn  mi  im 
Genannten  iweifello«  identischen  .Metropoliten  von  Thesaalonike  Micfanol  Chunnoa' 
in  dM  Jahr  1122  datiert  i8t. 

5.  Von  Michael  Usbrna  (;V(^ßij'l  i  ra/igät),  «inem  der  Korreapanilvnti-n  du  Nike- 

Ehoro»  C'bumnoa.  haben  wir  im  Cod.  Marc.  446.  einem  ml^ihtigen  Quartbando  von  304 
llttli-rn,  nicht  weniger  nia  4^1  firiofe.  Daa  Vunteiohnia  der  Adreasaten,  du  im  Katalage 
der  Marcjann  vnn  Znnelli,  Venedig  1740  S.  232—242.  mitgeteilt  iat.  erweckt  UUiaile  Net- 
Kierde ;  denn  iiinri  IrifTt  untor  ibnun  eine  ganie  Reihe  bekannlur  Ulnner  an«  d«t  tcalaa 
äalftc  des  14.  Jnbrhunderls  vom  Knifler  und  vun  hohen  t>tiuitahe«niten  und  Sckrtfitatellen  «M 
Nikephnros  ChumnuB  und  Nikvpliurva  Uregoraa  bis  hemb  lum  liL-lIrtdicblrr  Manuel  PhiUa 
und  dem  braven  VvTfitaWf  von  Kcbuinbungsha ehern  Oeorgloa  Lakuiivouti  und  hofft  drmnaeb 
in  den  Drior«n  f[lr  die  tilternTische.  kirchliehe  und  kultnrelle  Oeschiclile  der  PallaJaMnü 
wichtige  Aiifsch1<l»so  an  finden,  Dieee  Hoffnung  wurde  mir  durch  die  tjosicht  tn  d> 
Codex  gruuanm  zerstört.  \V'»ike  rnn  solchem  L'mfnng  und  solcher  Gelialliongkeil  tiad 
aelhst  m  der  byxantini sehen  Littemlur  selten.  Hin  ttrief  wie  der  andere  —  nieliti  ab 
leeres    Phro.i(.>ntrDrk  i    selbst    als  bloaao    Form    betrachtet    ermDdet   diaMS    Infligo    \^'oi1- 

?D*ohnOrkcl  durch  die  stereotype  Wiederkehr  der  gleichen  WArtor.  Wendungen  und  Poinhai 
/ic  viel  sich  (iabrns  Irolzdem  auf  seine  Kunal  lu  gut«  tbat.  ceiKt  die  ^rgfalt,  dm  It 
HuT  die  Erhultung  seiner  Itriefe  verwandte.  Das  in  der  TenexianCff  Ua  nufbewnlirl«  C«rM 
ist  olTeubur  vom  Verfasser  selbst  xusaniniengestcllt  und  hennwecebvn.  Und  ala  oh  M 
teeren  Wortschwalles  noch  nicht  genug  wAre,  Ub<>rTa»cht  am  SdHuaM  der  Sammlnnf '  ' 
drohende  Notit,  dam  hier  der  erste  Band  tn  Knde  sei.  dass  aber  d«r  Beal  n*(fc 
xweilon.  ja  vielleicht  noch  oinnn  dritten  Hand  fllllen  wnrdn,  da  Gahras  f;ef«ai  14O0  I 
verfasst  habe.  Auch  M.  Treu  hat  die  Itckann tschaft  di^er  NichttKkeitan  gcnxaeU 
knOpft  daruD.  B.  7,.  4  (]89.'>)  4  f.  diu  trelTende  Bemerkung,  dosa  da«  WertTOlbt«  M  mi 
Briefen  für  una  die  Adrivsen  bloibeu,  durch  die  wir  wenigstens  Ucnachon  luok  NunO, 
nnd  Zeitalter  kennen  lernen. 


'I  Dahin  gehflrt  x.  B.  die  stets  wieder- 
kelir«ide  AukuQpfung  mit  ov  /<i;V  viXii,  u'Uii 
fijy,  'dJ  yi-f,  die  den  Lceer  aebon  faat  in 


d*n  trllben  DoBiÜwli  der 
Intiiiniachen  SUlBbBBgea  oüenr 
veraetat 


n  »lind  erlialtcn:  1.  Sieben  Deklamationen:  eine  GratuIntiODS- 
an  Kaiser  Andronlkos  bei  seiner  HQckkehr  nach  Konäiantinopel ; 
eden  auf  Kaiser  Miclmol  IX  (t  13^0).  die  Kaiaurin  Irene,  Ge- 
I  AndronikoH  U,  und  auf  Nikoplioroi«  CImninoä;  eine  Lohrede  auf 
,  Jungfrau;  ein  Panogj'rikus  auf  den  Heiligen  und  Wunderthftter 
i;  endlicli  eine  in  der  Art  der  im  Romane  beliebten  laniiscliaftliclicn 
tN(  gebalt^DO  Schilderung  den  Garten«  der  hl.  Anna.  2.  Eine 
llung  von  93  Briefe».  Unter  den  Adressaten  sind  Kaiser  An- 
D«  der  Ältere,  des  Kaiätfrs  Votter  Andronikos  Palaeolugos,  der  Gross- 
jkos  Kiintaku/enos,  der  Kämmerer  ApokaukoB,  der  Patriarch  Johannes 
I  (i;il5  — 1320),  der  Kanzler  Nikephoros  ("huranos,  der  Groiiisiogothut 
iroa  Hetochit«8  und  detssen  Solin  Nikephoros,  ein  Akropolites,  ein 
nneao«  u.  a. 

KD  Ittterarischem  Werte  steht  Theodor  tief  unter  den  fibrigea 
natoren  von  Öyzanz,  wie  Gregor  von  Cypem,  Nikephoros  Chuninos, 
I  Palaeologos;  Cngesclimack,  Gedankenarmut  und  CharaUter- 
che  Mind  eeino  hervorragenden  EigKimehaftt'n.  äeinu  Deklamationen, 
SD  ein  weinerlicher  Predigerton  mit  tosendem  Bombast  abwechselt, 
HB  «chwerlUligen  Perioden  zusammengesetzt  und  vollgepfropft  mit 
I  mos  d«r  alten  Litteratur  nie  Homer,  l'indar,  Nonno.s  (Dionysiaka) 
BD  heiligen  Schriften.  Das  ganze  bunte  Volk  der  Mythologie,  Grazien, 
en,  Sir«nen,  Parscn,  Kiobe,  Uelios,  Selene  und  Oaia,  werden  ohne 
■en  auf  den  Leser  losgelassen.  So  erscheinen  di<>ae  Iteden  als  fTirm- 
'entoneu  aus  hellenischen  und  heiligen  Autoren,  aus  antiquarischen 
istorischen  Notizen,  langweilige  Kcperturien  des  tiivialcn  Wissens 
■santinischen  Schul«.  Mit  Sprichwörtern  treibt  Theodor  grösseren 
al«  Snncho  Panza,  freilich  ohn«  eine  Spur  von  der  volkstümlichen 
fortigkeit  de.s  Spaniers  zu  besitzen;  denn  die  lijprllche  unseres  Hhetors 
ie  au  sein  aonstjges  Wissen  aus  der  alten  Litteratur  zusammcn- 
,  ood  schwerlich  findet  sich  bei  ihm  auch  nur  ein  Sprichwort,  daa 


J,_ t._«l O I L.l l 1! l\ 


i: Tr_ 


^zantiniBchfl  lättAratm-gescbicbte.    t.  ProBaiHb*  Litterktur. 


ohn«  Zweifel  idemlich  viel  Griecbisch,  obschon  «r  eich  Solözismon  vi« 
art'^nv  (fllr  Oait^ov),  /ii;  statt  oi'  u.  tt,  gcstattt't;  ulwr  Bein  guiizi-s  Stu<liuni 
der  altoi)  Litterättir  bat  ihn  nicbt  vor  oi'ieiitaUä<^^lier  tjb«rtre)bung»nicbt 
und  barbarischer  Gesell  mncklosigkoit^)  bewabrt.  Seine  Deklamntiones 
wirkuii  tütund  »uf  Geist  und  GoinUt  wie  die  Versromane  einos  Prodra* 
mos  und  Niketas,  wie  die  Iliu»  dos  HermonialfOfi. 

In  Reinen  au»»eren  SchickRalen  und  »einem  Charakter  ist  Theodor 
da.*  Abbild  «eines  Nainensgoiiüswn  Theodor  Ftochoprodromos  und 
seines  Zeitgenossen  Manuel  Phile»;  wa«  «io  in  der  Poesie  sind,  ist  Tht»« 
der  Hyrtakenos  in  der  Prosa,  ein  Bettelprosaiker,  wie  Byeanz  keiiWB 
zweiten  kennt  tJber  diese  Seite  unseres  Ithetors  belehren  uns  sei» 
Briefe:  fast  sämtliche  ü'-i  Nummern  enthalten  Klagen  Ober  unverdit-iiteü 
Mistige^chick,  Bitten  um  Unterstützungen,  Dankesworle  ftlr  empfangeiw 
Wohltbaten.  Wenn  Piodromo»  und  Philos  hei  allem  Servilisinus  weniger 
verletzen,  weil  sie  ihre  zahlreichen  Anliegen  mit  einem  gewissen  üalgen- 
huntur  in  poetische  und  oft  witzige  Form  zu  kleiden  verstanden,  so  er- 
halten wir  von  dem  Hyrtakener  einen  unverblümten  Briefsteller  ftlr  Bet 
litteraten  und  zwar  für  recht  zudringliche,  unabweisbare.  Wie  einxl 
dromoft  seine  Studien  vcrHuehte.  die  ihm  nur  Hunger  und  Armut  eingebra 
hätten,  so  beginnt  auch  unser  Bhetor  den  ersten  Brief  an  den  Kaiiier 
der  Klage,  dass  er  vergeblich  gehotFt  liabe,  durch  gelehrt«  Studien 
Einkünfte  zu  erwerben,  und  dass  er  trotz  seiner  Weisheit  von  der 
Not  gedrückt  sei.  Wie  einst  Prodromos  wollte  auch  er  der  undunkli 
Hauptstadt  den  Rücken  kehren  und  in  der  Klüstcrrepublik  des  heUi 
Berges  eine  Zuflucht  suchen;  natürlich  machte  er  mit  diesem  Plane  eben 
wenig  Ernst  als  Prodromos  mit  seiner  Drohung  nach  'I'rapezunt 
entweichen.  Häufig  wendet  sich  Tlieodor  mit  seinen  Bitten  um  Nähr 
und  Kleider  an  die  undankbaren  und  hochmütigen  Eltern  seiner  ScfaBU 
wie  Hiicli  an  seine  früheren  Zöglinge  selbst.  Die  ganze  Mittoro  de«  Priv 
Hchulmeistertums.  wie  es  früher  auch  bei  uns  allenthalben  biQht«, 
in  diesen  jammervollen  Schriftstücken  vor  uns  aufgerolIL  Wie  Phil 
huldigt  Theodor  dem  tirundsatze,  dass  man  ohne  die  Zier  der  Bescheid 
heit  weiter  komme;  sehr  lebhaft  mahnt  er  z.  B.  den  Vetter  dos 
ihm  endlich  das  lilngst  versprochene  Pferd  zu  schicken.  Zuweilen  nt 
sich  denn  freilich  seine  Zudringlichkeit  die  äusserst«  Zurücksetzung 
fallen  lassen.  Wie  Pi-odromos  über  die  Etikette  der  Paläste  kl»gt, 
man  den  PUlfen  der  Hofbeamten  ausgesetzt  sei,  ao  baichwort  sich  and 
unser  Tlioodor  wiederholt  heim  Patriarchen  Johanne«  Olykya,  dus 
die  Thürstoher  schniido  den  Eintritt  ins  Patriarchat  verweigert 
Von  der  Darstellung  in  dun  Briefen  gilt  dasselbe  wie  von  den  U 
auch  hier  kopiert  Theodor  unablässig  sich  selbst,  auch  hier  strotJEt  er 


als  (Ireimnl  ({cbrAuclit  «r  jnini  Auedmck  seiner 
Traaer  die  unapiKtittiaha  WondunR:  Ilwf 
Uya,    Kitl   fiij   ita^^i^yrvtai   uai   >}   xagitia 

:ii;<r  i{tfiiiin%  tifif  triöi  t;  Jitrakttactl 
V.  IJoiwoniide,  Au.  fi.  I,  260;  279:  286. 
'J  Im  t*iin«gj'rikuB  auf  Andionikoa  Bogt 


Tlieodor  s,  B.,  der  Kaiser  liab«  d«a  I 
Konstantins  deaOroM«Bwi»*iD$cti*«> 
in  sich  BufgoBogon  nad  im  w  eia  t«e 
Koiiatantin  geworden.     (>.  BeiaMMd«^ 
sr.  1,  S52. 


fi.  Rb«toTJk,  SopbiBtik  ned  EptetoIofTapbi«. 


MythoIogisclitMi.  niitiquarisclien  und  histomclien  Anstpictungcn.     Iinnicrhin 

lit  er  wie  alle  ByzantiniT  in  dun  Bnefoii  glQckliohpr  iil»  sonst,  und  »iti:^<^<lne 

BtQrkp   Bind    sogar   ganz   gut   ausgvfaHon ,   ho   dor    Brief  au   Tht-odoroa 

3f»toctnte8,  worin  er  sich  in  urbaner  Weise  Über  die  unverbetmerliche 

TrüKhc'it  uud  da«  »ehloclilo  Betragen  des  ilini  anvertrauten  jungoii  Mcto- 

chiles  bfklagt,  ein  Sctirirttttück,   das  s\c\\   noch   beute  jeder  Lehrer  fUr 

kitte  Praxia  auf  den  Tisch  )eg«n  dßrflo.  | 

H  1.  Anngkbcn:  Doktanintion«!!  ei.   (wie  gewShnlicIi  in  plnnloHer  Wviiao  m  ver- 

■büHlttiMn  i^kllcot  Fr  Itoittsonsde.  Anucdots  Rraocu  1  (1R3!I)  248-21)2:  2  |1S30|  400 
Ut  4!i3:  3  (Itf^l)  1^70.  —  Dia  Briefe  sehr  nnDlilOMis  und  feliWIiaft  ed.  von  La  I*orlo 
K  Tbüil.  Hat.  et  «xlr.  5  |1798)  709-744;  $  (1800)  1—49.  —  Beide  Uemiisgeb»  bc- 
Intitefi  d#ii  Cod.  Paris,  gr.  1209.  dj«  einiige  llnndsclirid,  wie  ee  sclieiiit,  die  uns  di>ti  un- 
^tcklicbea  Byiantiiier  aufbewahrt. 

2.  De*  Xame  Hj-rtakeno»  hSngt  wahrsdicinlich  mit  der  alten  SUdt'Vprmtoe  (Yptri- 
mirm)  auf  Kreta  uaammen.  womit  natürlich  nicht  howipaon  ist.  dnsa  Theodor  aelbet  aus 
Sni*  sUmmte. 

S.  Die  Pluteiitiner  Brioffanrniliinf;.    Au*  der  ersl^ii  Hflifte  oder  dem  iweiten 

Dnttcl  dM  14.  Jakrhimdertn  alainiiil  «ino  anonyme  Briefsammtiing,  welche  der  tm  Jahre 

I4K    Toa  Cn«(«r«r«   Bunndolmonle   in    Kiota   gakiiurt»   Cod.    I.nur.   S.  Marco  3-'>()   Auf- 

Wwabrt     UfTenbar  ni<-ht*  aU  eine  Abttrhrift   des  KloriinliiiiT  Codex  ist  dnr  Cod.  Moiiac, 

|r  IW  a.   Ifi  fol.  S39— 4la     Dio  Snmmiunp  bnteht   nu?  177  Briefen.     Unlnr  dun  Adroa- 

Min  aind  iwei  Personen,  die  mit  annMiemdcr  Sicberheit  idonlilixiert  und  leitlicli  beilimnit 

nrdvn  kfloBeD:  Andreaa  Lopadiotea.   der  ji-deufallH   mit    dL>m  Verfasai^r   dv»   Loxiuun 

VaMUbVMBM  (a.  dieaea)  identiacb  ist.  und  Johannen  Gabra«.  wohl  der  S.  4S3  genannta 

tnder  o«ler  Verwandttf  dM  Michael  Gabrn«,   Dio  meisten  Adreiwtilen  sind  leider  tiiuNchtit 

wemif  oder  gar  ntrbl  bekannt  wie  Konstantin  Chryaolorne  (vielleicht  ein  Alteier  Ver- 

waadiff    de«   Mano«]   Cliryeolnra"),    Manuel    Meliteniotna,   (lallnaiotog  (rlnleaiotes?; 

'    I|I  S.  44^  f.),   Iionn  ans  Cypern.  f^agudinas,    Kabnlnrontiloa.  .lohannes  Pncli^- 

■  Btaa.    Rkadfpoa.   Onorgio«   Irnnikoa,    Sgurnpuloa,   Syropulos.   Opsikinnos, 

Ttykaadylvs    d.  a.  w.  Kinige   Adroaaen   unterrichten    über   dio    VerwnndtschufU verhalt* 

I    iIm*   de«    V«.rf»«i«r»:   wir    Hnden    unter   den    Kni|>niii)(eni    sein«    Ilnerc   einen    .Brudnr' 

[   Btlilaiiifrtr».   dauebeo  nllerdin^ü  auch    einen   .linidtr*  Syroiiulos.    dnen   .Schu'ipgorviiler' 

I  -hnfado«     whI    einen    .Sdiwagor*     Melliuüioa    Syrupiilus.    einen     .Verwandten'     Mc'lite- 

I  mUm,  aiiMn  .Onkel*  Jabattnee  Pacliynieres.  einen   .nillllerliclien  Onkel'   Mutinel  Pbriinku- 

ea.  a.  Metir«re  Briefe  aind  von  dem  Klnsturber^c  (Inniis  ans  ^oschriebeti.  und  ein 
iaf  an  Kekoeblemeno«,  d#n  l'orstand  von  ßano«  (i™  npoi(n,Vr;,ufVni  Fiirani  i^u'  Kmn);- 
I  W^r^l  iterielit»!:  es  ial  alao  wahnch  ein  lieh,  daas  d«r  Verfasser  zum  Kloster  auf  Gnnu« 
I  Maia  Bedelmni:*!)  Iiattn,  vinllricbl  Mitnch  dorlaelbiit  war.  Eine  gonaiinre  rntersurhnn^ 
I  tt«  d«w  Verfawer.  din  Admuaten  und  dnn  Inhalt  der  Suminlung  Ist  erwUnacbt;  sie 
I  «lid*  au^h  liihten,  ob  eine  VorDSentliahunR  der  Bricfo  in  extonna  oder  ncnigslcni' 
I  ■  ktfMtcnfann  sirli  lohnte.  Kin  geoaaea  Verzeichnia  der  AdnisBi>n  gibt  Ign.  Hnrdt, 
I  CMalaipu  eodkum  mm  Ubltotbeoas  refiiae  Bavaricae  3  (It^Uß)  287  3U9.  Den  Florentiner 
I  Ckdra  bMckrriU  karx  RoBtagao.  Sludl  ital.  di  filol.  claM.  1  (1803)  186. 

I  8(lö.   Qr«gor  Palomaa  (rtn^jr^eio;  i  //«A«/»«,-}.   Wii;htigo  Anregungen 

Hnrdankten  der  alten  Rhetorik  und  Philosophie  die  Wortfilhrer  der  dog- 
MMtiaeben  Streitigkeiten,  welche  seit  dem  1:).  .lahrhundert  mit  gri).-st!er 
HriUnHehaft  gefOhrt  wurden.  Der  hervorragendste  dieser  rhetoriMch- 
HjUBBOphisch  g(>8ehult«n  Theologen  war  Öregor  Palamaa,  der  in  der 
■mtea  Hftifte  des  14.  .JahrhiinderU  lebte.  In  das  Gebiet  der  Khetnrik 
Vlriiati  s«in«  .ProHopopoeie  der  Seele,  die  den  Körper  anklagt, 
■lad  de«  Ki^rpers,  der  «ich  verteidigt.'  Es  ist  eine  regelrechte,  glatt 
mpBÄ  nicht  ohDi*  Witz  geschriebene  Melctc  im  grOsneren  Massstabe ;  sie  be- 
HUit  MIB  einer  plutoni^ierenden  Vorrede  Aber  die  Teile  und  die  Besehaffen- 
iMt  der  Seele,  aus  der  Anklagerede  der  Seolo,  der  Verteidigung  des 
BterpirB  ond  der  gerichtlichen  Entscheidung.  Mit  Benehung  auf  den  alten 
■tmh»t»o»chtuee,  dam  nicht  der  böge  Knabe,  »ondem  der  Lehrer,  der  ihn 


I 


486 


B]rE&al{nia«h«  LiUerBtnrgeftchieht».     I.  PiOMlMbe  Llttantnr, 


nicht  gelifiri^  gezogen,  Strafe  vordieno,  erteilen  <lio  ]lic1it«r  dem  Ellrper 
liocht  uikI  »i-liliesHen  dann  etwuB  pl&trJich  mit  den  Worten  des  EMitu: 
iPäyotfUf  xai  :iiiaiifv  ■  avpof  fti^  ünoiht]axi>ftfv.  Über  die  tbeologiseliei 
Schriften  de»  Palam««  «.  S.  103  ff. 

1.  Au«g«h»ii:  Gvanmtnnsgabe  Aoa  PalninM  (mit  SohnflMi  dt«  K&builw,  Bv 
Uom  Q.  &-):  Migno,  Patrol.  gr,  \-ifi  iind  \-i\.  ■-  Die  t'mnopopaoin  i-d.  xnerKl  (i.  H«- 
retiUB.  1'nris  1553  (»x  officinn  Tumebif.  —  VVindnrlioU  bni  Migou  l.V),  9i9  7..  1M7C 
—  Mit  Eiiilnilun^'  und  KuniinoiilAr,  nbeir  ohne  lüplamnlincbo  Forderung  de«  Tejitoa  «i. 
Alb.  Jahn.  Uulk  1S84. 

2.  Hiiramitt«!;  tflr  Uscli  orklibl  die Ku toll ung  der  I'roHOpopoti«  an  Palaaut,  a- 
nächst  ohne  Üi'icrändunu,  A  Suiinv.  II.  Z.  S  (1804)  Wi  Anm.  2.  —  Zur  UeberUtforang 
dowelbcn:  Cod.   Viudul.  bist.  pr.  26  (Nussel)  fol.  85'-5"'. 

3.  Einu  Di'klutnHtiuu  dtia  NikolaoH  Kabadilaa  Ober  dpn  Altu  d«s'El«a<  In  AÜim 
od.  oim  Cud,  Paris.  1213  Fr,  lloiosonndc.  Cboricii  Otutaet  onlioDC«  «U.,  Puia  IMC 
8.  SSO— 352.  —  IVber  die  tb^olo&iecheii  ScbriftMi  des  NikulHO«  KnliMÜM  s.  S.  l&S  f. 

3<H>.  Theodoros  Pediasimos  \<^»63t>yi>oi  o  Ihäinatfioi),  oin  bis  jetzt 
von  niemand  bcachtotcr  LitU-rat,  der  um  die  Mitt«  dos  14.  JuUrhunilcrl« 
lebte,  vielleicht  ein  Verwandter  de»  Johannes  ['edtasimos,  bat  eine  Iteibc 
rhetorischer  Schriften  profanen  und  geistliche»  Inhalt»  hinterlassen.  Zuerst 
seien  icwci  Stflcko  genannt,  deren  Beziehung  auf  die  Stadt  Sorrae  in 
Thessalien  die  Vermutung  nahe  legt,  daas  Pediasimo«  entweder  dort  ge- 
boren war  oder  längere  Zeit  dort  lebte:  Eine  Schilderung  des  Gottes 
hause»  der  Stadt  Serrae,  "Extf^aai?  jti^I  ioP  Itpot  rMr  iPi^r  (am 
Rande  yS-  *"'''  ff'pwr),  und  eine  Erzählung  einiger  Wundcrthaten  der 
hl.  Grosamärtyror  und  Wunderthäter  Theodor,  der  Schut2p«tn>ne 
von  Serrae,  Enitfai's  nvtai-  &avftäTQ>v  räv  ap'ior  fityälmv  fta^tv^tar  *iä 
itai'liofovQyMf  (')foäoiQti>t ,  Man  könnte  zwar  denken,  Theodor  l'ediasimo« 
habe  den  heiligen  Theodori  wegen  seines  eigenen  Taufnamcns  besondere 
Aufmork»amkeit  geschenkt;  da  er  aber  der  Kirche  von  Serrae  eine  Schrift 
widmete,  muss  man  wohl  auch  das  zweite  litterariscbe  Denkmal,  das  in  der 
Handschrift  unmittelbar  auf  die  Ekphrase  der  Kirche  folgt,  ans  der  loluÜM 
Beziehung  erklären.  Das  Verhältnis  der  heiligen  Theodori  ni  Serrae  be- 
zeugt z.  B.  eine  im  Metropolitaucodex  von  Serrae  aufl)ewahrte  Litnrgit 
auf  diese  IK^IIgen  (Ed.  P.  N.  Papageorgiu,  B.  Z.  3,  277),  deren  Kon« 
takion  begimit: 

£tp(iiüy  nQ0f4ilx'>ts  npamviTni  lo'  ;foaioti;(ita 
atV  ly*  nt^dd,  (y!   T^^vn,  Zrpnf^lnrt;. 

An  diese  zwei  KrQchte  lokalpntriotischer  Gesinnung  reihen  Bieh 

panegyrische  Biographie  de»  Hymnographen  Joseph,  ein  EnkonotOB 

die  Sonne,  ein  Enkomian  auf  den  Sommer  und  einige  Briefe  an  Nik»- 

laos  Kabaailas.  an  ,den  Sohn  des  (Demetrios?)  Kydone»',  an  Androoik« 

Zaridas  und  an  einen  gewissen  Sophianos.    Den  Be^chhiss  bilden  poetifck* 

Versuche;  Heroische  Verse  auf  das  Pfingstfost  und  auf  den  lü.  Jol 

Chrysostomos. 

I.  Dio  oben  aufguiUiIt«n  ^obriften,  von  denen  woli)  nodi  nichia  iidj«rt  iM,  b«' 
der  Cudox  Vindob.  pbil.  «r,  319  (Neaael)  M.  107*— 187'.  di«  Biotraphi* 
Hyninogrnpben  Juaeph   müii  der  Cod.  Lu^dun.  13,  a.  14  (».  d«n  Katalog 

Geel,  Leiden  18&2).  —  Eine  Ausgabe  nebst  «wer  Uutermichujig  Ober  die  Pen« 

fasaera  ist  orwDnacht.    Die  Ekphrnse  dea  Gottoshanae«  ron  Sorraa  dBrfte  tMMcM  mw 
für  die  KiinHlgnscbicht«  «twas  lehren.    Wer  ihre   TerBffentÜchang  ttbcFnlmmt,  mt  ■ 


5.  Rhetorik,  Sopbisttk  oad  Epiatotograpbia.    (gg  20G— 3üT) 


487 


OrleittienuiJ:    die   Kehallvolle   Monogripliie  von  P.   N.    Papagoorgin.    AI  XiaoM  otc., 
IL  Z.  S  (1^)  225-329  Iwimht^iL 

2.  Derselbe  Cod.  Vinilob,  219  entlijkit  M.  138-138"  Hriefc  eioM  Jolinnno« 
ZanbariA«  sn  Th^odoroit  Modonos.  Brivfi;  dcxaellicn  Tlieodoros  Moilenos  (olino 
AdwoaJ  und  j*in1>>"''h>   Vi-r^e  ilt'«  .'ulinßUHti  Zacliurius  auf  die  bl.  Marin  iL  s.  v. 

207.  Demetrios  Kydones  {J'^/njigiog  i  Ki'Joiri^g)  war  einer  der 
fruchtbnrsl^n  und  talentvollsten  Essayisten  der  Patüologoiizoit.  Dor  Ort 
seiner  Ab«tiiniinuiig  j^tt  utibekftiint,  sein  Auft^^nlliull  sclioint  namentlich 
zwischen  Thossalouike  und  Konstant! nopel  gewerliselt  zu  haben.  Heine 
Lebenflzeit  erstreckt  sich  vom  zweiten  oder  dritten  .lahrzehnt  des  H.Jahr- 
hundert;«  bi.s  gegen  da-t  Ende  des-ielben.  Schon  at»  jnngoi'  Mann  mass  or 
sich  «.-ingohend  mit  den  theologischen  Fragen  beschilftigt  haben,  diß  da- 
nata  die  Geister  der  annUiliitciien  Christenheit  aufs  heftigstv  bewegten. 
£r  stand  in  persi^nliohen  Beziehungen  zu  den  bedeutendsten  Männern,  die 
Mcb  an  den  durch  die  Unionsversuche  hervorgerufenen  StreiHgkeiton 
bateUigten,  wie  Barlaam,  t'alamaa,  Nikephoros  Gregoras  u.  a. 
Dmd  Theologen  nuf  dem  Kaiserthrone  Johannes  VI  Kantakuzenos  diente 
er  als  vertrauter  Freund  und  Ministor; ')  als  dorselbo  der  Regierung  ent^ 
l^-Jttgen  musste  und  sich  in  ein  Kloster  zurückzag  (lltr),")),  begleitete  ihn 
Dametrias,  ohne  jedoch  selbst  das  Münchsjjewand  anzulegen.')  Für  einige 
Zeit  ging  er  oacli  Mailand,  wo  er  die  lateinische  äprnche  studierte: 
■pftter  \viHv  er  wohl  meist  in  Thessalonike  und  Konstantinopel,  angeblich 
tDch  in  Kruta.  Die  späteste  sicher  bekannte  Thatsoche  seiner  Biographie 
bildet  der  Briefwechsel  mit  Kaiser  Manuel  11  Paläologos,  der 
wenigstens  bis  ins  Jahr  13^1,  vielleicht  bis  111^6  oder  1397  reicht,') 
W«nn  jener  I>eniotrios  Kydones,  der  nach  einem  un.i  erhaltenen  Akten- 
itBck«  seinem  Neffen  im  Jahre  1400  die  Summe  von  50  Hypcrporu  ver- 
suchte, mit  unserem  Kydones  identisch  ist,  eo  fällt  sein  Tod  ins  Jahr  UOO. 
a  Max  Treo,  B.  Z.  1  (I8ii2)  ßO. 

Demetrios  Kydones  hat  eine  grosso  Zahl  rhetoriflcher  und  theologi- 
•cbier  Schriften  hinterlassen,  in  welchen  er  dun  Liebtingsautor  dor  späi- 
trantinischen  Zeit,  Platon,  nicht  ohne  Glück  zum  stilistischen  Vorbilde 
«Ihlte. 

1.  Zu  s«inen  frühesten  Werken  gehört  die  Monodie  auf  die  in 
Tkesaalonikß  Gofallonon  ('£.Ti  totg  iv  Qtaaalovl»^  tisüovisiv).  Die 
llMorv  Veranlassung  der  mit  allen  Mitteln  der  Rhetorik  ausgestatteten 
Bsde,  in  der  sich  wehmütige  Klage  mit  ernster  Warnung  verbindet,  war 
4(r  Mutige  Bürgerkrieg,  der  im  Johro  1346  die  Stadt  Thessalonike  xer- 
rttt*!«.*)    Die  lebhaft«  Teilnahme  des  Kydones  an  den  Uescliickcn  seiner 


'r  KanlakiBMiM  B.  IV  S9  (od.  Renn.  Ilt 
Bi)  aa^irtni  4i  K«i  ÜTfifairi;,  öj  ItJor 
ftllitimr  Mtftfitr   äti,   «'   fiörar   äiä  tij'r 

*wf»,  miX'  «rt  wtii  I  oit  nQayfiaai  finrii- 
t*r    atayxijr    Ulf    oti    »miyal    fiaaiktl 

')  KulaknuiiM  B.  IV  16  (ed.  Bona.  III 
iftr   tijf   ttatStf  {nttUiiifiitMit,   oüjc  qnav 


yioi/  xa't  tär  ix  ini  yäunv  mixäv  ÖHtjUnty- 
fiiror  sifiifirroi.  Die  BciiitfrkuDK;  ist  aber 
doch  wob)  nur  ao  lu  veratebeo.  daaa  Dein»' 
trioa  den  Kaiser  ina  Klüatvr  begleitete,  uhue 
dort  lu  blvilioo :  di*nu  er  oraulieini  uocb  sp&ter 
im  Oßentliolien  Leben  thUig. 

*)  S.  Berger  d«  Xivrey,  M^moirM 
d«  Tacadiiniio  des  Jnxrriptioris  vol.  19  (1858) 
190  f, 

')  Den  Uraprung  und  die  tiAtiot«n  Um- 
stiad«  dieaea  Zwistos,  der  obo  der  jAinmer- 


488  BysantiniBehe  LiUeraturgeBohtcht«.    L  FrostiKb«  Littentor. 


schwer  bedrüngleii  Nation  bezeugen  ausser  dieBcr  Moiiodio  mohroro  i>oli' 
tische  I'lusechrifton.  In  einer  JJt',«j^<"'^<''""'f  betitelten  Rede,  diu  wäh- 
rend der  diploniaU^lien  Ueii>c  des  Raiserä  Johann««  V  PalSologos  n&cb 
Italien  (1^09)  gesell riobtin  ist.  ermahnt  Demetrioa  die  Grieclujn.  »ich  nntcrj 
eich  selbst  und  mit  den  Lutciiiei-ii  zu  einigen,  von  denen  allein  ernstlicho , 
Hilfe  zur  Vertreibung  der  Türke«  xu  erwarten  sei.  In  einem  zweit«! 
Svftßovlti'iixnc  erHrtort  er  die  GrDnde,  warum  nwii  der  Forderung  des 
Sultans  Murad.  die  Stadt  KalÜpolis  an  die  Türken  abzutreten,  nicht  wilt- 
fnhron  dörf«.  Hichcr  gehören  auch  die  Roden  an  Johannes  KantakUKonofl 
und  Johannes  raläologos.  endlieh  drei  Proöniion  ?.u  Ohrysobullon.  die 
KydonoB  im  kaiserlichen  Auftrage  (die  ersten  zwei  nach  1355,  die  drill«! 
um  1370)  ftbfasste. 

2.  Viel  Bemürkonewcrtes  enthält  die  leider  noch  nicht  vollstÄndig 
fl)ekannte  Sammlung  von  Briefen  des  Kydones.  Sie  richten  sidi  an 
eine  Reihe  der  bedeutendsten  seiner  Zeitgono»«en .  an  den  Hicrtoriker 
Kikophoros  Gregoras,  an  den  Mflnch  Barlaam,  an  den  Patriarchen  Philo- 
thooH  (vgl.  S.  107  f.),  an  Nikolaos  Kabattilaa,  an  den  Erzbbchof  von 
Thessalonike  li<idor  tihiba».  uii  Alexios  Knnandrenos,  an  einen  sonst  nicht 
bekannten  .l'hilu»opheu'  Oeorgios.  an  den  Primikorio!«  Phakras««,  an  Kaiser 
Manuel  II  Patäulogos  (vgl.  g  210)  u.  a.  An  Kydones  schriob  u.  a.  dor  MQncJi 
Joseph  Bryennios  (s,  S.  H3  f.).  Über  des  Kydones  theologische  Schrif- 
ten 8.  S.  1U2  f. 

1.  AuMgnben:  Di^i  Monodie  nuf  ilie  in  TlieiSBlonika  Ootkllca«!!  od.  Conbefjt 
mit  den  Scriplores  pDst  Theo]ihan«ni,  I'flrii>  IR^A,  —  Dia  2  Si'ft^ofitirniiai  od.  C«n- 
liefiB,  Putruni  bibliotlietHe  noviim  uiicttiriiim  2  (Pam  1618)  riü!— 1320.  --  Zww  Pf«- 
llmi«ii  XU  eil ry Bull ul Ion  cd.  K.  K.  Znrliariao  ron  l.iti|:enthHl.  SttxungtlMir.  B«ri.  , 
Ak.  1888  8.  HUÖ  — UW;  soincr  Ausgabe  liegt  ein  Uand»ulirirtctifrngin<?at  dos  ProfeHOn  ' 
Rhallia  n  Atbt'ii  zu  Gruntic!.  vun  wekbem  nur  bonierkl  «ml,  iliins  e«  uns  eintr  ÜM^ 
ecbrift  dies  Demetrios  EvJutifa  liorausgcrisBFn  sui.  «in  L'm&Uijd,  d»r  die  Auloracbaft  du 
liciuetrioB  ctnaa  Eweirelünft  inarlil.  Km  drittes  ProSinion  zu  einem  ChrjrüoliHll  von  D*n^ 
trioB  KydoticH  ed.  Sp.  P.  Lanibros.  B.  Z.  5  (18UCI.  Cvber  ein  sülches  PruOmioo  im  Coi- 
Vntiv.  Urk  80.  fol.  166*.  berichtet  C.  Stornajola,  Codices  tVbiiulM  uraeci,  Kom  IW 
S.   in.     Zur  CbnmktcHHtik  dnr  Gattung  dor  Chrysobullen  ist  za  beni«rk*n,   data  Mit 

!;auteti  und  wUrdevoüen  Stil    in   kaiserlivlien  Rrliunon   in  Ryzuii   stets    grcasar  Wwt 
egt  wurde.     Dio  Abfusaung  dor  Einleitungen  diiNtnr  ^biirtstU»ke    bildet«  mbm  «icU, 
Zwcis   der   rbetorincbun   Aosbildung.     Soltbe   IVaGmirn  wurden    als   slilistiMlia  )faal*r 
Abscfiriften    verbreitet     Achnliches  gilt   von    den    Brinfnn    und    VerordnungtD  i 
Pntrinrchen.     DuraUB  erktDrt  sieb  die  etdfc  (j|dchfnrmigki-it  dieser  Aktoncttclnt. 
Dia  theologisdien  und  Hielorisctien  äehriftun   ündot   ninn  jetit  nai-b   dtrn  Ultrrcn  T 
bequMU  vereinigt  in  der  Sitninieliiu^^ttbe  vun  MiKne.  l'ntrol.  ^r  154.  8'^'i  — 1^16; 
109,  637—652  die  Monodio   iiuf  die  in  Tbesaalunike  Gtffulluuen  uud  1:^1.  12S3-13dl 
IJrief  nn  Bnrliutn  (nur  Inlninisrli). 

BrieTe:  H  Ilriere  nn  Kaiser  Mannnl  ed.  T.  C.  MattbR«i.  iBOcrAtia,  Demdtii  CjL 
cplHloIne.  Mosqnno  1T7Ö  S.  33     4ö;  (inder«^  in  einem  Programm.  Dr«ed«a  1799,  und  in 
IhiifiX,,  'EXir/rini.  H<wi|Unc  liSIl  ±4.  250  -3.SM.    —    Eine   grSSBera  Aiutrahl  n"^  Fr.  8( 
aonado,  Aneod.  Nuva,  Pnris  11M4  5.  251  -S21.  ~  Eine   vollslItndlfCD    kritimb«  Anfil*! 
wird  vorbereitet  von  U.  Jorio  in  V^binilung  mit  M.  Treu.    Auoh  Sp.  I'.  l.ampr««  Uj 
dio  Bri»fe  (aus  dem  Londoner  Cod.  Uurn.  Tu)  Kbgl^sobrieben ;  h.  B.  Z.  1,  189. 

i.  Leben  und  Sobriften:  Knbrieius.  Utbliotb.  gr.  od.  HnrL  II.  39S-4IK.  - 
N>  SsthAs.  DoeumeDlH  in^dits  r^tutifä  ii  rhisluirii  de  In  Or^I^e  nu  mayen  Ige  4  (1' 
t*T<raoe  S.  32—84,  —  In  die  Öiograpbie  des  Kydonea  ist  ein  grulier  Irrtum  eisgi 


liehat«o  Episoden  in  dem  dynastischen  Krieg« 
Swiaoh«n  Johanooii  KanlHkutonos  und  der 
PaUoIogeupartei  bildet,  eraShlen  Kantaku- 


leno«  Ü.  III  93  f.  (ed.  Bosn.  [I  5<81)' 
Niknpboro»   GroRoraa   8.  XIT   10 
Bonn.  II  740  f.). 


S.  Rhflforik,  Sophiatik  nad  Epiriölo^iiphie.    ^^  SOS— 310) 


489 


Jvr  nirf«oda  l»eriolitift  wiiiL     B.  C.  Rnno   vcrnfTcntliolitn  in   dnn  Not  »t  «xtr.  tj  (11^10) 
3.  3H  ff.  eioe«  Vnef  den  KvilonM  «n   (tun  l'rimikcrion  l'linkriuio*,  in   wolchom  von  vvr- 

Snfeoea  '£yMg)iritrn  in  iDeswkloiiiku  und  von  vin»  ilcr  Studt  droh<tad(Mi  Birtagcrun); 
I  Bede  M.  UBM  lieMig  di«8e  Anduuliizii:  tiuf  <\ie  l)i'lHf:erunß  und  RrolioruDg  der 
8la4t  durcti  M Drad  II  oad  s«tat«  dalier  d^n  Briuf  in  dos  Jahr  1480;  EfoiMonade  «diert« 
JmimIWb  Brief,  An.  ffora  S.  288  ff.  o)in»  Kenntnis  von  der  Aufidellunf  Hnae«:  da^«i;e& 
pT>K  ä<n  liriiim  in  Mign«»  PaCrologie  Ober,  wo  t.  IM,  1213  ff.  dn  Brief  mit  der  Nutiz 
•bgndrockt  inl.  l)io  Annnhine,  dam  «n  Mann,  der  in  den  Ti«rnger  Jahrsn  dos  14.  -Talir- 
hundert«  wehoa  nit  grossen  Aibnitnn  übrr  doKmutixcho  Frng^n  liervnrirat.  noch  im  Jahre 
I4SU  Brirf«  e««ckrirb(«  habr.  ist  eelbat  bei  der  w(%ilniilon  Ansdfihnung  der  Vor^llung  von 
gnccbtschM-  luiglebifikt'it  gmtx  nnwnbmchninlich;  itudrni  ist  zu  tiodcnkpn,  da«  »dt  lltDfl 
odrr  13Ö7  jrde  Konatige  Biefiuro  biogtnphiscbo  Spur  von  Kydones  mnnpfflt.  In  dpr  Thnt  be- 
ruht die  Annalim«  Um««  auf  einer  Mächtigkeit.  Auf  dm  Hargcrkriag  des  JulitUH  1846 
«itd  in  dem  Sriefe  ganx  deutlieh  als  auf  ein  in  aller  ücdachtni«  bnftrndcs.  nicht  nllxu 
ba)t  VM^angene«  Ereignla  angeepielt :  da»  konnte  im  Jahro  1430  nicht  g<>Bcliehun,  imd 
dar  loaaere  Feind,  von  dem  aer  Btief  bcricbtel.  kann  uIho  nioht  Murad  II  etin.  Wer 
4araat*r  tu  ren>C»ban  iet,  Iteet  »ich  nielil  eivlier  fesbilelleu;  am  nAcliaten  liegt  es,  an  den 
gawaHiMn  Scrbsnkataw  Stefan  Huarhnn  in  denken,  der  im  Jahre  1S49  Tbessalonike 
(nurtlicB  bedr«hl*.  —  Dtr  Name  Kydones  deutet  anf  die  Stadt  Kydoiiia  in  Kreta  bin; 
iöth  baweiat  das  fflr  die  Hnkunft  des  Mnnnui  ebensowenig  wie  der  Üei'inine  llvrlakenne 
fa.  %  204  Aan.  2).  In  mehreren  Handschriften  heilst  Di?metrins  •>  it  ttt/!aai.oriKtjc,  und 
B.  Raae  bat  aus  dem  Briefe  nn  rbnkrnaeg,  wo  K_vdoni?s  Thefsulonike  «eine  Vaterstadt 
Maat,  wohl  mit  Recht  gesrhlo^een,  dass  er  in  dieser  ^tiidt  geboren  aei.  Hot,  et  oxtr. 
8,  2,  S14. 

206.  Hatthaeos  Eantakuzenos  (Matitatoi  ö  KavtawvtrjVÖg),  Sohn 
de»  Kaisers  Johannes  Kantakuzenos  (1341 — 13^5),  wurde  von  seinem  Vater 
gegen  den  Willen  den  Johiinnes  I'alaeologon  >:iiin  Kaiser  gekrOnt,  nach 
^m  Sturze  seines  Vater»  aber  wie  dieser  xur  Flucht  ins  Kloster  genötigt, 
wo  er  )«ich  wi.ssettöchftftlichen  Studion  widmete.  Wir  haben  von  ihm  swoi 
u  Ktiinc  Tocht«r  gerichtete  Skizzen:  Üher  die  Wisttbegierde  und  Über 
die  drei  Seelenkräfte  {Ih^i  qtXofut&i'af,  /hfl  ri»i'  t^mp  ijjt  if'vx'ji 
irriifimtr).    Über  seine  theologischen  Schriften  s.  S.  136. 

Die  xwei  Skizzen  HD  Deine  Tnehlor  i>d.  pr.  aun  dvni  lüekenhanon  Cod.  Athen.  1391 
y  Sakkelion.  .tdiUv  2  |l^85  -IH>lf)|  425— 4SÖ;  dann  iinfh  einer  vollBlandigeren  ihm 
tw  C.  de  Ehior  milKeleilteo  berliner  Ue  im  lUdfaaaä:  II  |186S)  204~ÜS4.  —  Dam  gab 
ÜMadationnn  nach  einer  diilteu  He,  dem  Cod.  Mueq.  Synod.  xr.  AOB  B,  Antonindoa. 
hfttitut  titif  lli  Jvo  MniSßiiis  luv  Kiirtaiiai'^rjvov  Xdyovt  niX,  .fdriof  4  (1892  -  1894) 
«S-M2.  —  T|^.  Fabricins,  Bibl.  gr.  ed.  Harl.  T,  798. 

800.    Theodoros  PotamioB  (ÖfofJwpo;  ö  üotäfitoi,  in    zwei   Hand- 

Hltrift«n  unrichtig  HotitKnig  genannt),  ein  seinen  Lebenaverhaltnissen  nach 

gbolich  unbekannter  Grieeho  au»  der  zweiten  Hälfte  des  14.  Jahrhunderts, 

tintcriiMS  eine  langweilige  Monodiß  anf  den  Tod  des  Kaisern  Johanne«  V 

PklwologoB  (l.'lOl)  und  einige  Briefe  an  des  Kaisers  Onkel  KHntakuzeno», 

in  Kydonee  (doch  wohl  Demetrios  Kydones)  u.  a. 

1,  la»  Hoaodie  edierte  lUDnt  aus  einer  vcralOmmelten  Wiener  Handachrift  K-  N. 
Oatkaa.  Jf».  fi,,U.  1  (I8T2)  196—200;  dann  vüllMandiu  aus  einer  Oxforder  llnndschrifC 
tf  l.ani|.roi.  .Hitiar  2  (189S— 89)  48-e2.  Lamprus  beai-lireibt  Bnüh  den  Cud.  I?i4  des 
AIJMaklo^rra  fu'r  'l;)iJQ<ur.  dcf  MO  ige  B  liefe  dea  Putiimio«  enthalt,  VollstHndiger  sah  diesea 
Emoplar  noch  im  Anfanite  des  18.  Jahrbiiudertn  ChryaanlUna  Nataras.  der  aus  der 
BMMIiek  dM  ikerwrjiitn  Kinalera  eine  Hanitaclirifl  mit  20  Briefen  doa  Theodoros  fotamioa 
■afart    K.  N.  Sathaa.  Mm.  fifX.  1,  292. 

2.  iroMT  Tbcodoroa  Potamioa  iat  jedenfalls  ide«ti-ioh  mit  dem  Manne,  der  in  .MaEaris* 
fikii  \»  di«  Unt«rw«ll*  <%.  316  ed.  KUissen;  s.  S  211)  mit  d«n  Wortun  erwähnt  wird;  'O 
'»  ^miftimf  ^rjUDxar  'Innti^t  ittifoi;  ItatiJumt  ö  «pu;  ißfidt  ^ijmip  dityo:,  und  wohl 
■xi  aiil  d«m  Itoieuiit.  mit  dem  um  1401  Kaiser  Manne)  11  korrefltmiidierte  Hteriter  de 
IliieT  in  der  S.   m  erwühnlen  Schrift  S.  198).     S.  Mux  Treu.  lt.  Z,   1  (1^92)  93, 

Sl».  Haouel  II  Paiaeologos  (1350— 142.'i;  Kaiser  1381  — U25)  ge- 
fcürt  ab  Herrscher  wi«  als  Schriftsteller  zu  den  orfi-enlichsten  Ernchei- 


4d0 


Bynantinieoba  LUteratargeKobiolit«.    I.  ProaBische  LIU«ratBr, 


nuugGn  der  letzten  Jabrhundorto  von  Bysanx.    Au«  den  zeitgonfissischcl 
Quollen  ergibt  «ich  mit  Sictierheit,  (lass  Manuel  nicht  nur  eine  durcbaM 
Etympathiüch«:  IVrHi'>n1ic1iki''it  war,  .inndorn  morHÜttche  und  intellektuell! 
Vorztlgc  bcsasiK,  die  ihm  in  einer  weniger  unglücklichen  BpcKihe  zwoifM 
Io8  bodeuteiidu  Ei-folgo  gi-^ichort  hStt^n.     Tu  allen  ritt«rlichen  und  mifl 
tilri&chen  Künsten  wolU  geübt,  stand  er  geistig  ituf  der  Höhe  iM.<iner  Zcgfl 
Der  gelehrte  BeHsarion  bezeugt  den  Iteichtum,  das  Feuer  und  die  Bewed 
Uchkeit  «einer  Kenversntion  wie  seine  unormtidliclie  ThAtigkeit,    In  seinifl 
Schriften  erscheint  er  als  ein  guter  Kenner  der  attischen  Sprach«,   d 
erfahrener  Tlieologe.  ahi  gewandter  Diuk-ktiker  und   vor    allem   ab  «il 
Stilist,  der  einem  weit  besseren  Zeitalter  Ehre  gemacht  hätte.     Dass  aal 
der  Kaiser  eingehend  mit  theologischen  Fragen  beschäftigte,   wird  ihfl 
niemand   vorwerfen,  der  mit  der  Geschichte  der  PalSoIi^genzcit    vertnn 
ist.     Die   mit   der   Union  zusammenhängenden   dogmatiKehen   Streitfrftgd 
hoherr»chten  die  Masse  des  Volkee  wie  den  Klerus  in  einem  solchen  Gräfl 
und  wiiren  fUr  politische  Kntschliessungen  so  wichtig,   dass  ein  gewiucH 
hufter  Herrscher  ihnen  ebensowciiig  fern  bleiben  durfte,  als  etwa  heute  ml 
guter  Hcgent   sich  der  Prüfung  der  sozialen  Fragen  vorsohlicsten   kaunu 
Und  Manuel  hat  es  mit  seiner  Herrscherpflicht  ernst  genommen.     Die  Oe- 
sdiichte   seiner   langen  Hegierung  gewähi-t   sichere  Proben   seiner  Stoata- 
klugheit,  seiner  Entschlossenheit  und  seines  ehrlichen  Wollens,     Wenn  er 
das  auf  einen  winzigen  Bruchteil  zusanuncngosehwundene  Keich  nicht  rettno 
konnte,  so  war  es  nicht  seine  Schuld.    Der  Prozess  des  ZusammenbrudiM 
der  alten  Herrschaft  vollzog  sich   mit  der  eisernen  Notwendigkeit  eines 
Naturereignisses  und   war  durch  dos  stärkste  individuelle  Bemühen  oidit 
mehr  zu  hemmen.     Durch  seinen  Aufenthalt  am  Hofe  Bajazots  mit  den 
kolossalen  Hilfsmitteln  und  den  Kndzielen  seiner  Feindu  wohl  vortraut,  liat 
Manuel,   als   er  zur  Alleinherrschaft  gelangte,  mit  grjisster  Umsicht  uoil 
Energie  alles  aufgeboten,    um  der  drohenden  Katastrophe  vorsubcugeii. 
Trotz  desunttbnrwindliohen  religiösen  Öegen»atzei*  zwischen  Koni  und  Byzanz 
und  des  Widerstandes  einer  puliti»ch  kurzsichtigen,  aber  eintlusHreicheo 
Partei  im  griechischen  Klerus  unternahm  Manuel  in  eigener  Person  alx 
Schutzfleliender  eine  Reise  nach  Italien,  Frankreich  und   Rnglnml 
(1399—1402),  um  von  den  christlichen  Fürsten  Hilfe  gegen  die  Türken  ai_ 
erlangen.    Ale  er  sich  endlich  überzeugen  musstc.  d«*s  eine  crnetgemeiB 
und  genügende  Unterstützung  nicht  zu  hoffen  sei,  verstand  er  i«, 
die  in  ßyzanz  traditionelle  Kunst  der  Diplomatie  mit  Suleiman  Bai 
später  mit  Mohamed  I  wenigstens  einen  modus  vivendi  herzustellen, 
war  die  letzte  Zeit  verhältnismässiger  Ruhe,  die  dem  rhomäischen  Itac 
noch  boschiüden  war.    Sie  endete  mit  dem  Regierungsantritte  Muradsi 
der  1422  seinen  gewaltigen  Angriff  auf  Konstantinopel  unternahm.    K« 
vor  »einem  Tode  niusste  Manuel  noch  einen  entehrenden  Vertrag  unt 
zeichnen,  wodurch   dos  Reich  der  Byzantiner  dem  Sultan   tribotfifficU^] 
wurde.     Nach  einem  Leben,    das  an  Arbeit  und  Sorgen  ebenso  reich 
wie  an  Mi.s»^i;rfolgen  und  Enttäuschungen,  starb  Manuel  im  Jahre  14ÄJ 
Es  ist  fllr  die  Zähigkeit  der  litterarischen  Neigung  der  Byzantiner  beule 
nend,  dasa  ein  Kaiser,  den  die  jämmerlichsten  politischen  Vcrh&ltni»ei 


493 


BjrxantlDtecbe  UttentTirgeiehiclit«.    I.  Proeaüclie  Idttemtar. 


10  elo.  id.  J^l 
rtwtoriMMH 


an  Manuel  Raoul,  an  Manuel  Pothos,  an  Ibnnkos,  an  Potamoe,  an 
dt*n  Patriarchen  Euthymioa,  an  den  Fürsten  von  Tliauos  Georg  Oatti- 
lueio.  ftii  Donictrios  und  Mnnud  Ohrysoloras,  an  den  Itaüene 
Gtiarini,  den  or  bittot,  dio  Lciolionrode  auf  den  Deapoten  Theodor  ii 
Latüinisdiu  zu  Qbvräetzcn,  endlieh  an  mehrere  BiachCfe  und  Mctr( 
pulitcn.  Oft  buklagt  sich  der  Kaiser  in  »einer  Koirospondcnz  uWr 
erdrückende  Last  seiner  Regierungsgeschäfte  und  Ober  den  Mangel 
Zeit  lUr  litterarische  Dinge.  Noch  mehr  als  in  den  Abhandtungen 
kündet  er  hier  den  wohlau»g«l)ildeten  Sinn  fllr  elegante  Darstelhmg,  ftogar 
die  in  Byzanz  seltene  EigonHchaft  ä^n  Humors:  An  Dcmetrios  Kydonee, 
der  ihm  ein  Exemplar  des  Suidas  überschickt  hatte,  »chroibter;  <P9iiaa( 

7iXovai'ov(  an^tftjVtrt 

1.  Auignben;  Mnnuolis  Pnlnnologi  Aug.  pi'Hcocpta  educalionia  regito 
A.  Lt>uiiolaviuB,  BurUcu  lüTif  (ootliHll  omunr  d^n  d.ta9^»<u  die  iii«lal««i  ri 
SlUchel.  —  Loiuhcnrcdc  nuf  Theodor  fd,  l'r.  Cuinbofis.  Patriun  bibllotbec*« 
Auctariiim  2  (Paria  lG4ä)  Ititö -  1-3'.!Ü.  -~  Dnm  ei.  Fr.  Bni«sociado.  An.  gr.  2  (1890) 
2T4~30V,  die  ßede  dea  TruDkuoboldB  und  die  Einlv<ituiig  d«r  Rede  des  Aiilonor  ta  Oifmtni 
AnecdotM  novA,  Paiia  1844  8.  223-2ä0.  die  Rede  Ober  die  Onsiiudheit  d«s  IfiieiTTi  uid 
einige  Briefe.  ~  Em  witziges  Suottgeüiclit  auf  einen  anortrüglichen  SehwUxer  «d.  Ha- 
trangn.  ADeednta  QnMa  2  (I8&CP)  682.  —  llrJere:  Kd.  E.  Leginnd,  Uttrr*  d*  remperw 
Monuel  Pnl^ologun  paUJ^M  d'apr^s  troU  msnuscrita,  Premier  fnsc,  l'nris  1SS)3  IcntliSlI  ■Maar 
den  Briefen  den  Kafiüf  naQiiMir,tiKät.  die  Klhopoüo  Über  Uajiuiet  und  dns  StOck  lUfi  m« 
ffavy^i'  ine  'jyapijmv:   diiK  «weite  Lieft  soll  den  KatnmecUr  bria)i«u).     -   Uober  die  Ana- 

f;aben  der  theologinchrn  Schriften  e.  S.  U3.   —    Sammclunagali«  der  mMatan  Stflek* 
ohne  die  Briefe)  nach  I^unclavius,  Combe&s  und   Una«  bei  Mignc,  PittroL  er.  166^81 
bis  bB-i. 

2.  Hilfamitlol:  Vgl.  Hase,  Not  et  estr.  9  (1818)  2.  187  über  cod.  Paria,  er.  3WI. 
der  66  Griefe  dee  Manuel  entbblt.  —  Zur  Bioi;raiiliie  Mamiels  vgl.  Deinvill«  |e  ttonlx. 
La  France  en  Orient  an  XW"  si^ole  1  (Paris  lüäi  ^  Bihl.  ans  iJooIgs  franf.  d'Atbiaaa  el 
de  H«Rie  fagc.  44)  376  —  383.  ^  Zu  den  'YnoSijtia  Manuela  an  seinen  Sohn  vgl.  Or.  Keil. 
Epikritisclie  iBokrateutudien.  ßennea  28  (1«88|  370—372  —  Epigramme  in  nelca  &h 
t,  ü.  im  Cud.  Vatic  633  fei.  SM".  Dortselbet  nuüh  Epigramme  eines  Demetrios  Ha* 
gister  (=  Demetrios  E^donea?)  und  eines  Matthaeos  Cbrjsokephalos.  —  Uampl* 
Schrift:  Bergor  de  Xivrej-,  Mi^moire  siir  In  vie  et  lea  ou^Taues  de  rempereur  UaoM 
PalAoIogiie,  in  den  Mämutres  de  Dnatitut  de  Krance,  Aeitd^niie  des  inseriplioos  et  b«D<a- 
]ettr«s  vol  19  (l^.iS)  1—301,  eine  der  besten  Monogr au iiien.  die  man  Ar  diebjpiaa- 
tinische  Litte raturge^ebiobte  besitzt:  um  Si^liJuesc  gibt  der  Verfasser  »ine  chronologilcl* 
Tabelle  der  wicbligslen  Tbatsaclien  in  der  Biügra|diie  Manuels  and  seiner  slnittitiiet 
Werke  mit  Notizen  Ober  die  Handadiriften  und  Ausgaben, 

3.  DnsQeburtsjabr  des  Manuel  -letzt  Bergerde  XivieT  S,  16  Dtdi  den  bntiHHnlw 
Angeben  des  Tbranl^es  Ins  Jabr  1348:  dagegen  bemerkt  K.  K  Zacbatiae  von  Line**- 
tbnl.  Sil2ung<.ber.  Uerl.  Ak.  1888  S.  1413,  das«  Memiel  nidit  vor  13.S0  Kar  W«ll  gtkeancn 
sein  kAnnc,  du  Johannes  Palaologos  erst  1347  lieiralete  und  ibm  vor  Manuel  «in  " 
Androntkos  und  eine  Tochter  Iren«  geboi'cn  wurden. 

4.  WeiUro  Aufsclilll&ie  über  das  Leben  and  die  litteroriacJie  Tbfitigkeil  deaMaaa 
waren    vor  allem    tu  erwarten   Ton   den   nn   ihn  gedeliteten  lOO  Briefen  dee  DemetTtelj 
ChiraoloTBa,  die  bnndscliriftlicb  in  Paria  und  Ostord  liegen.    Vgl.  8p.  P.  Lambr«!.  T' 
Werke  des  Demelrios  Uhry soloras.  B.  Z.  3  |18!)4)  59!). 

5.  Der  nis  KorrcspuDtI?nl  das  Kainers  Manuel  erwähnte  Ibankos  ("W'raet)  »e 
eine  tbatslcblicber  Angilben  vQllig  entbehrende  Monodie  auf  den  MelfO|>olit«n  T«n1 
louiko  laidor  Qlubas  und  einen  Brief  an  Siinen.  den  Protes  von  llacion  On»,  >« 
«r  deinsolbcn  in   bissigem  Tone  mit  Beaiehung   auf  l.ukian  allfirlei  in   einem  BrMfelr! 
gnngeiie  Sülozismcn  nnd  Borbarismen  vorwirft^     Beide  Stdck*  ed.  ans  dem  Ced.  Lait] 
13,  74  G.  Legrund,  Letlres  de  l'eniperenr  Mennol  Pnltlologue.  IVemier  Taae.  S.  lU— Ilt 

211.   Mazoris' Fahrt  in  die  Unterwelt  {'EntSi^in'a  M(i^a(fi  ^r'Mi 
ist  wie  TimarioR  «ine  Imitation  der  Nekyomantio  dea  Lnkian. 
einer  epidemischen  Krankheit,  dio  in  Kon^tantinopel  wat«t,  stirbt  MaxaiÜl 


6.  Rhttorik,  Sopliistik  und  Epiatolograpbl«.    f| 


und  kommt  in  dt«  Unterwelt.     Hier  empfängt  ihn  sofort  Manu«1  Holo- 
bolo8,  de«  Kaisers  erster  Sekretär,  sein  Begleiter  nach  Italien  und  Frank- 
nich,  der  Verfa»»«r  zalilreiclicr  Chryaohiille»,  Hhetor  und  j\i-zt  in  einur 
Person,    und  beft-ugt  ihn  nucli  den  Zustunden  am   byzantinkchen  Hofe. 
MazariH  schildert  nun  das  sHiamlase,  selb^teUcbtige  und  kleinliche  Treiben 
der  HufMcbranz«n  in  Konatantinopel  —  alles  in  der  Fonii   einer  Anrede 
an    eine   Qescilttchaft,   der  er   seine   Hadesfahrt   crzfthlt.     Holebolo»    rüt 
Hazaris,  auf  die  Erde  zurQckzukebron ;  beüM)ndcrs  sei  der  Aufenthalt  im 
Peloponnes  zu  empfehlen,  wo  man  eich  mUhdoä  bcmcliern  könne.    Damit 
tkt  der  eigentliche  Totendialog  zu  Ende.    Es  folgt  nun  ein  nenea  Kapitel, 
dos  .Traum   nach  der  Wiederbelebung"  überachriehen  i.st.     Maxarii*,  der 
dem  Ilutc  de»  Uolobolont  gefolgt  iitt,  befindet  8ieh  im  ['cloponues.     Er  hat 
hier    aber    »ehr  Hcblimniu   Zustände   nngctrofTcn.     Als   ihm    Ilolobolos   im 
Traume  erscheint,  klagt  er  über  die  Vcrwoifonhoit  der  Peloponnesier  und 
gibt  ihm  hierüber  auf  Ansuchen  noch  brieflich  nähere  Mitteilungen.    Daran 
schliotwen  »ich  als  dritter  Teil  noch  zwei  Briefe,  der  eine  von  Holobolos 
an  den  Arzt  Malakc«,  der  andei-e  von  Malake^*  an  Uolobolos.   Auch  Mulake« 
fUhlt  sich  im  Peloponnos  aohr   unbehaglich,    und  vorgeblich   tröstet  ihn 
Uoloboloa   mit   dem   Itate,   Lethewa^ser  zu    trinken.     Die   Berliner  Hand- 
Bchrift   bietet   om  Schlüsse   noch   einen   Begleitbrief,   worin   der  Verfasser 
Kaiser  Manuel  11  bittet,  er  möge  sich  das  ScbriftstUck,  im  er  mit  dorn 
Briefe  überreiche,  erst  nach  seiner  Abfahrt  vom  I'eloponnes  auf  dem  Meere 
nn  Buboea   und  Theesalien   vorlesen  lassen,    den  Peleponneaiem   aber  ja 
lits  davon  verraten.     Dass  nun  das  Werkchen  nicht  etwa  eine  harm- 
ScbulQbung  in  der  Art  der  Lukianimitationen  des  Ptochoprodramoa 
dUBtellt,  sondern  als  ein  damals  völlig  aktuelles  Pamphlet  betrachtet  wer- 
ben muai,   das  beweisen  nicht  nur  die  genauen  chrunulogiscben  Angaben 
nd  die   deutlichen  Anspielungen   auf  zeitgenössische  Ereignisse   und  Zu- 
Miade,  Kondom  vor  allem  die  Thatsache,  dass  mehrere  der  vorkommenden 
Ptrsonen   sich   als  historisch  erwei.sen  lassen.     Was  zunächst  die  Chrono- 
bgie  betriBl,   so  ist  der  erste  Teil  vom  zweiten  und  dritten  durch  einen 
WMohUichen  Zeitraum  geschieden;  die  Hadesfahrt  des  Mazaria  erfolgt 
in  Januar  t-114,  und  in  dasselbe -Tabr  ist  jedenfalls  auch  seine  Erzählung 
^dir  Uadeszutttände  zu  setzen;  der  zweite  und  dritte  Teil  sind  in  den  Sep- 
und    Oktober  1410    datiert.     Darnach    lä-sst  sich    auch   die  Ab- 
ngszeit  bestimmen.     Da  die  in  dem  erwähnten  Briefe  vorgetragene 
nur  für  den  zweiten  und  dritten  Teil,  in  welchen  die  Pelopomiesier 
iflKWMlt   werden,  einen  Sinn  hat,    so  hat  Treu  mit  Recht  geschlossen, 
'  4iBS  der  Vcrfas»or  dem  Kaiser  mit  dem  Begleitschreiben  nur  das  aus  dem 
Tnome  und   den  Briefen  bestehende  I'amphlet  gegen  die  Peloponncsier 
Berreichte,  und  zwar  muss  die  Überreichung  in  der  Zeit  zwischen  dem 
ItL  Okiober    HIK  und  der    vor  dem  März  1416  erfolgten  Abfahrt   des 
jKiMra   aus  dem    Peloponnes  stattgefunden  haben;    der  erste  Teil  wird 
fichoo  frßher,  etwa  Ende  1414,  verfasst  worden  sein  und  in  den  Hofkreisen 
BHnli^rt    haben.     Von   dun  Personen   der  Hadosfalirt   ]ä««t  sieb  Manuul 
tloloboloa  sicher   mit  jenem    Arzt«,    Khetor   und  Philosophen   Manuel 
üokibolos  identifizieren,  an  welchen  der  Münch  Joaeph  Bryennioa  eioeu 


494 


ByuBtiniBcbe  LltUratvrgflMfalelit«.    I.  Procaüche  Uttoratot. 


uns  erhaltenen  Brief  schrieb.    Einige  der  Nebenpersonen  sind  in  den  Acta 
pätriarcliatiJH  Oonstantinopoütani  aufgefundoo  worden. 

Dif  Hadfsfahrt  df-»  Mazaris  i&t  zweifellos  die  echlechtesUj  der  Us 
jetzt  bekannt  gewordenen  Imitationen  des  Lukian.  Die  ganze  SaÜre  be- 
gteht  au5  einer  langwierigen  Reihe  roher  Schiinpfreden,  aus  einer  trost- 
loseo  Gallerie  bestechlicher  Kicliter,  houctilerischer  Mflnche,  quaek»ialben>- 
dor  Ärzte,  bißder  Weibernarren,  Ehebrecher.  Renegaten  und  sonstiger 
Nichtenutze ;  die  einzige  erfreuliche  Erscheinung  in  der  verkonunenen  Ge- 
sellscliaft  l8t  die  edle  Figur  des  verständigen,  aber  ohnmächtigen  Kaisers. 
U)abei  geissell  der  Verfahser  nicht  etwa,  wie  es  der  echte  Satiriker  tJurt, 
■ganze  Si^hichten  der  Ge^ellHchaPt  oder  allgemein  verbreitete  Sohäden  der 
sozialen  und  staatlichen  Ordnung,  sondern  nur  Privatpersonen,  die  dem 
Leser  unbekannt  und  daher  gk'ichgiltig  sind.  Man  hat  es  mit  hümiachen 
persönlichen  Angriffen,  nicht  mit  Aufbrüchen  heiliger  Entrilstung  QlM-r  du 
Schlechte  an  sich  zu  thun.  Die  Derbheit  und  Fhinipheit  der  Spässe.  die 
aich  der  Verfasser  seinem  Herrn  vorzulegen  erlaubt,  wirft  auf  den  damals 
am  byzantinischen  Hofe  erlaubten  Ton  kein  gUustiges  Licht;  doch  mOgo 
man  bedenken,  das»  um  dieselbe  Zeit  an  manchen  westeuropäischen  Uof« 
nicht  bloss  in  Iteden,  sondern  auch  in  Handlungen  eine  nicht  geringere  Roll 
heit  herrschte.  Übrigens  ti-effen  wir  eine  fthnlicho  Atmosphäre  nicht  vi( 
Bpfiter  in  anderen  byzantinischen  Werken  wieder,  z.  B.  in  den  Gedicht 
des  Sachlikis.  Auffälliger  ist  es,  dass  der  Verfasser  es  wagen  durfte,^ 
eine  Iteih«  bekannter  Fersönlichkoiten  vor  dem  Kaiser  in  ihrer  Sittlichkeit 
und  Elire  anfs  gröbste  anzugreifen.  Aber  auch  diese  Eigentllnilichkeit  dM 
ScliriftMtUtkes  wird  verständlich,  wenn  man  sich  erinnert,  was  «ich  beutigen 
Tages  in  manchen  sQdlichon  und  eüdüsüichen  Ländern  die  Presse  an  ge- 
meinster Verdächtigung  tüchtiger  und  hochstehender  Blänner  leistet;  und 
da  handelt  es  sich  um  eine  unbeschränkte  Publizität,  während  jene  Pam- 
phlete doch  nur  für  die  QbermlUige  Laune  eines  vertrauten  Kreises  be^M 
stimmt  waren.  Bei  aller  Widerlichkeit  und  Plumpheit  ist  die  HadesTahrt  . 
nicht  nur  ein  wichtiges  Dokument  für  die  Kenntnis  der  byzantinisclicii 
Lukianimitation,  sondern  sie  enthält  auch  interessante  Details 
Geschichte  der  byzantinischen  Kultur  und  Politik  wie  den  BaHo 
Über  die  Untornehinung  Manuels  U  gegen  Tha.sos  im  Jahre  1413  (S.  341  CJ 
ed.  Ellisscn).  Der  Neogräzist  notiert  sich  die  Bemerkung  de««  Mazaris,  er] 
furchte  bei  einem  längeren  Aufenthalt  im  Pelopoimes  durch  die  barbarisc^l 
Mundart  der  Zakonen  seine  eigene  Sprache  zu  verderben,  sowie  ä»i 
oierktvllrdige  ethnographische  Einteilung  des  Poloponnes  [S.  2M| 
und  239  ed.  EllisscnJ. 

Dass  der  Verfasser  des  Werkes  in  der  nächsten  Umgebung  i» 
L  Kaisers  zu  suchen   ist,   steht   vtlllig    sicher.      Er    hiess   olTi>nbar   wiiUkki 
F  Mazaris  und  war  einer  der  Begleiter  des  Kaisers  auf  seiner  Ketee  oM^J 
Westeuropa  (vgl.   S.  163  ed.  Boissonade).     Wir  orfalireu  auch,  dua 
verheiratet  war  und  Kinder  hatte,  dieselben  aber  wieder  verlor  (vgl.  R  U 
cd.  Boissouade).     Diese   und  andere   Thataachen    sprechen   »ehr   zu  üi 
gunstcn    der    Annahme    von    Lauipros,    der    Verfasser    sei   idoDtiscb 
dem  MClncho  Maxiuos  Mazaris,   von  welchem   in    mehreren 


B.  aii«torlk,  Sophictlk  und  Epintolographio.    (g  212) 


495 


«chrift«n  Kircliciili©der  und  gramniatisclio  Regeln  in  Form  von  Kirchon- 
kanonee  erhalten  sind,  und  vielleicht  uuch  mit  Manuel  Mazaris,  der  im 
Cod.  Vatic.   lläl)  als  V'erfaaser  einer  Ivenekgende  genannt  ist. 

1.  Aaogftbvn:  Zuerat  tnacUte  aiat  du  W«rk  aurmerktmin  ß.  Rnae,  Not  et  «xtr.  9 
(lBl«i  S,  181  S.  —  Ed.  pr.  Fr.  Boisaonad«,  Anocd.  gr.  3(1831)  112-186,  -  Mit 
■jwttlitg  üabMWtzoDg  nnd  KonimeDtar  ed.  Ad.  Ellisfleti,  ADal«kteii  d«r  mittel-  und  neu- 
iriMbäwlMn  UtUnttnr,  «.  T«U.  Leipsig  18G0. 

2.  Hilfsaiitl«!:  Vgl.  I)«rger  de  Xivroy,  M^moires  d«  l'fnstitiit  d«  France, 
Aeaid^Bie  d««  iauriptions  19  (^53)  l.^ti-t6^.  —  Analirso  und  Chanikleriatik  von  H.  F. 
T>I*f,  Joontal  of  llelloDk  stiidiM  2  (ItlSI)  233-370.  8.  auch  desanlhen  S.  429  litiorlo 
Sdbrift  <■  PMlioii.  —  UnuptBchrift  Ober  die  Karaposition.  dio  Alila-ssiingaioit  und  die 
pMMBcn  den  W«rk«:  H.  Treu,  Mnuui»  und  UuiuboloH,  U.  Z.  I  (1^92)  86—07.  --  Vor- 
Udt«  Bjpotbeae  thcr  dou   Vv«fniiBer  vun  Sv.  P.  Lumbroa,   Moxuriii  und   seine  Werke, 

S.  D«b«rlt«ferutig:  D«r  Text  ron  Boiewnude  (und  Elliasoii}  ruht  aur  dum  Uod. 
PsrU  er.  2091;  Treu  buuDttto  Dir  die  oben  zitierte  Arbeit  den  Cod.  Berol.  Phillipp. 
Rr  i&"f:  Boeh  unverwertet  M  der  Cod.  Vatic  Urb,  134  fol.  223-248. 

4,  A.  ■.  0.  S.  129  ff.  berichtet  Hnso  Qbor  eine  weitere,  noch  unedlort«  ttnitation 
dn  Nvkfomautie,  die  ini  Cod.  Pari*.  1631  iiUckt.  ICs  ist  uacli  seinen  Mitteiluugeu  eiu 
hiiWT««  Gemndi  ftU»  Lukinn  und  di-r  Apakalypne,  das  in  der  Form  einer  Vision  dii« 
BImIwi  d«t  Unlarw*!!  RUnmalt.  Dnr  KreihUr  dutrliwnndcrt  dio  Gegenden  des  üados  nulor 
4t  nhrang  •ine«  Rneeln.  dor  ibn  diu  SobrockemuEcnen  arklilrt-  Unter  don  Sei tsnm kälten, 
die  ibni  bpgcgDnn.  Bind  dar  grUne  Uonneratag,  der  Karfreitng  und  dio  Fastenzeit, 
^  «I«  woiblidm  WcBcn  Tur  liottos  Tliron  Mreolieinoii,  uin  a\h  xa  verklagon.  die  dns  Fasten- 
|«U(  ^brucbcn  bnbi-n.  Meineidige,  fulscbe  Zeueen.  butrllg^nsilie  KnuHeute,  ^ündor  jeder 
Alt  Werden  von  KoueratrfiinVB  veraokluuscn;  besonders  sti'eng  ial  il«r  Verfasser  gegen 
in  Protoapalbar  Petrus  ven  Korintb,  den  er  mit  siedendem  Pecb  und  fihnhcbcn 
iNbioairilnt igk eilen  b»baiidelt.  Von  hisloriacben  Personen  werden  die  Kaiser  Nikephoroa 
Pkokan  nad  Johanses  Tiimisk«s  «rnkbnl,  was  jedocb  fnr  die  Zoitbeslinimuue  nicM 

Csf  Anbsll  ^ewthrt;  nach  der  Spiaclie  glaubt  Hase  das  StUrk  in  das  U.  oder  15.  J&br- 
d«rt  verweisen  ;tu  mflMen.  F^inn  grUesere  Zubt  byzantinisehor  Imitationen  des 
Lvkiaa  ImkI  nocb  uncdiort  in  dor  l'nrieer  Hibliulhek  iHnsa  n.  a.  O.  S.  129)  und  wohl  flUch 
Mdennr*.  Die  Neigung  tu  aabarfcr  und  witxigor  Kritik,  di«  Biob  namentlich  iu  dor  banpt' 
■UtiMbao  B*vMk*nuig  so  oft  in  den  bekannten  Spotlversenuud  Pamphleten  [ifti/iovaa] 
UA  BMltte.  hat  oSoabsr  in  der  Satiru  im  Sinne  Luki uns  ein  brJIcbt^a  Ausdruckemiltal 
itn.   Ebi«  v»l)atlndige  VerOffenllichnug  und  geHcliichtlicb?  Unlenuobung  dieser  StQcke 


•Ma  aebr  ihnl  beitragen,  die  Qblit^ho  Vorstellung  vou  der  ukiidcmiackcn  GleichDnnigkRit 
aid  tnaUoMn  UOrre  d>m  byunliniscben  Üeisteslebenit  in  bcricbdi^en.  —  Uetitrr  die  Spuren 
dMLukian  iaderbvxant.  Ijitenitut  vgl.  auch  J.  G.  Branibe,  Ueber  Zitate  und  ReminisKeuKan 
Ni  Dicbtera  bei  f.u<ian  nnd  «Inigen  epSteren  Scbriftstallcrn,  Progr.,  KichsUtt  1868. 

SIS.  Johaones  Eugenikos  {'/««riv^e  ö  Ei-ytrixö?)  am  Trapezuut,  im 
Bniti«  dor  Würde  cinea  Noniophylax,  lebte  in  der  ersten  Hälfte  de« 
IS,  JahrliundiTt«.  Er  bckund<'t  da«  unvcrwiistliclut  Fortlelttm  der  rheto- 
tiichen  Schulung  durch  ein«  Kvih»  vou  Exif^atifig,  in  welchen  die  Eixört; 
nitr  'Enypfianf  des  Pbilostrato8  mit  peinlicher  Sorgfalt  und  nicht  ohne 
Bticlilek  nachgeahmt  itind.  In  der' Ex<fQ(tai(  Tpo/if^oturo;  schildert  Kuge- 
iftu  MJiie  tioit  der  tiriluduiig  de»  KaisertimLS  Trapeziint  geistig  und 
ndtiriell  bedeutend  gehoben«  Vaterstadt  nach  ihrer  Lage  und  Umgebnng, 
Ml  ohne  Kücksicht  auf  ihre  geschichtliche  Vergangenheit.  Eino  wirklich 
on^iwllfi,  anscliaulicho  und  lebensvolle  He.sclireihnng  der  trapezuntischen 
Otfend,  deren  grossiu-tigo  Schünhoit  Fnllmerayer  zu  einem  ttoiner  farbcn- 
ntchat«n  Landschaftügomäldu  begeistert  hut,  darf  man  freilich  in  dem 
•tbKimImig  angelegten  und  mehr  nach  berühmten  Mustern  als  nach  der 
K»tur  gearbeiteten  Werke  des  Byzantiners  nicht  suchen.  Ans  der  An- 
libfliiiig  an  gemeinKftmo  Vorbilder  erkifirt  sich  dio  Verwandt«chaft  das 
SUekee  mit  der  Beschreibung  von  ThesiuLloiuke,  welche  Johnune»  Kame- 
oiitei  Miner  Krzilbluiig  dor  Katastrophe  des  Jahres  904  vorausgvechickt 


SfMBtlnlHh«  Lltt«r»tiirsMChlolit«.    I.  Pr4M*Wlie  tilUr&tor. 


hat.    Eino  zweito  in  Anordnung  und  Spruche  mit  der  genannten  auffalWnl 
Obereinstimmonde  "ExypRTic  ist  der  Insel  Imbroa  gewidmet,  eine  drin 
der  Stadt  Korinth,  eine  vierte  dem  Dorfe  Petrin«  (bei  Kparta).    AusaJ 
diesen  landschaftlichen  Schilderungen  hinterliess  Eugenikoit  mehrere  '^xy^fl 
ati^  im  engeren  Sinuc  d.  h.  Beschreibungen  von  GemSlden.    So  zd^ 
er  uns  eine  mit  VOgeln,  Jagdliunduu  und  andt^rcm  Beiwerke  ftusgeetutteto 
Phantasiölandschuft,   deren  Mittelpunkt  eine  I'latan«  bildt-t.    ein  Bild  d« 
hl.  Jungfrau  und  ein  Gemälde,  das  ein  junges  PQrstenpaar  in  eiiii-ni 
Lu.'ttgarten  darstellte.    Zu  untersuchen  wäre,  ob  Eugenikoä  für  «eine  Schil- 
derungen nicht  etwa  Oemftide  der  italienischen  Frtlhrenaissance  vor  Äui;eii 
hatte;  auf  byzuntitiiächem  Boden  hat  er  »uino  Vorbilder,  von  der  MadoDO 
abgesehen,    schwerlich    6nden   können.     Endlich   schrieb  Kugenikos  ea 
Vorrede  {n^o^twQfa)  zu  den  Aothioptca  dos  Holiodor,  jambische  ü( 
dichte    £■';    fixovti    roii    fttyäXov    Xf/vffoatiftov    und    lü'i    nutttyitiffwi; 
'Etzitä^ior  rip  av^fvionotiXif  in  96  Trimetern,  ein  Lob-  und  Dankgediel 
an  Kaiser  Johannen  VIll  Palaeologos  in  58  Trimetern  (z.  B.  in  dun  Codj 
Vatic.  134  fol,  124,   Vatic.  Pii  U  37  fol.  1)  u.  a.     Üb«r  theologiscl 
Schriften  des  Johannes  s.  S.  117. 

Auch  der  Bruder  unseres  Rhetors,  Markos  Eugenikos,  Metro; 
VOR  Ephesos,  der  durch  seine  Teilnahme  am  Konzil  von  Florenz  1439  i 
durch  utblrciche  Schriften  gegen  die  Union  bekannt  ist,  gilt  als  VerÜMcr 
von  'Extf^üotii-  Sie  [»childeni  den  Mai'tertod  des  hl.  Dumetrios,  die  6t- 
burt  Christi,  den  Tod  des  hl,  Ephräni,  oiueu  Sterbenden  u.  b.  w.  Doch 
herrscht  bezüglich  dieser  Stücke  zwischen  den  beiden  ßrfldem  ein  Oniu* 
streit,  zu  dessen  Schlichtung  genaue  sprachliche  und  handschriftliche  Unter- 
suchungen nötig  wären.  Kaysur  wollte  sogar  die  Ekphrasis  von  Korinth 
dem  Markos  zuteilen,  obschon  auch  in  seiner  Ilandachrift  der  Nom»- 
phylax  EugenikoB  als  Autor  bezeichnet  ist.  Es  ist  aber  vielmehr  ai  nl^ 
nuten,  dass  alle  diese  rhetorischen  StQcke  dem  Johannes  gehör«>  ud 
die  Zuteilung  derselben  an  Markos  nur  durch  die  grössere  Berühmtheit 
des  produktiven  Theologen  veranlasst  wurde.  Weitere  Schriften  des  MaiiM 
Eugenikos  sind  ein  Kanon  zu  Ehren  des  Patriarchen  Euthymios  U  (f  Ut(,l, 
Briefe  und  Epigramme,  über  seine  reiche  theologische  Schriftstellvr 
8.  S.  115  ff. 

Ausgaliftn  unil  Uilfsmittel:  1.  Johiinnos  Eiig«ni1co*:  KkplurMis  *» 
nmt  in   Kiisintliii  ojip.   ed.  L.    Fr.  T«fol  l^:i'J  S    »T0-S73.   -    KkphtBMs  r«a  laV 
PUUne,  bl.  Jungfrau,  KUrsIpnpRnr  ed.  Kr.  Üoiseonado.  Anecdntn  iiovn,  Vitti*  lS44ä! 
bis  346.  ' —  i^pAtc^  edierte  die  EkjihrsaiB  von  Imbms  noch  cinniiil  ohii<r  Ki^nntaii  dw  S 
gube  von  BoiESonnde  und  nicht  ohne  einige  VerGclilecbtoj-ungen  W.  Kr&bDer,  PhUoh 
■m  (lee^)  bm  t-,  s.  dio  Uc-ncliliguu^  (lorlaelbet  S.  767.   ~   Die  Uflinuiia  uif  ["«tma  i 
K.  Nestoridoa,   JiiiiW  4  (lsy2— 1BU&)  6:;7-ü34.    —    Vorrede  tu   den  Aetbje^li 
und  jnmbiscfae  (ledicbte  ed.  M.  A.  Butidiiii,  Catulogua  codd.  graee.  bibl.  LurubM 
a  (1770)  322  r.;  dorlsL-lbot  2  (1768)  522  Noii«  über  die  im  Cod.  Laur.  hX  IX  «riMlb 
Gebet«  des  Jubtuiue«  clu  die  bl.  Dreieinigkeit.    ~  EjiiCapli  ed.  K.  Legrand,  Jd 
(1B88 — 84)  4^5  &,:  dazu  459  ff.  bibliograpbiscbe  Bemorkiingen  von  N.  foUtis.  — 
de*  Johamies  ed.  E.  Legrand.  Cent-dix  lettrea  d« Frftii;ois  FileUe.  l'ari«  \H^i  S.  S&l-J 
—  Einn  lUuiitfiintistnuo  von  Scbriften  des  Johennca  KiignnikoB  ist  Cod.  I'ariii.  gr.  31 
i,  J.   14.1&  TOD  Joliunncs  Eugenikos  selbst  geschrieben.  ~   Im  C«d.  E'aris.  miiifil.  %i.\ 
fol,  11&— im  wird  dorn  Jobunnoa  eine  Alonedio  auf  den  Fall  KpoLnugoacbricbcn:  rte"  ' 
iat  HD  idoulisuh  mit  ciuem  d«i  in  g  21^  Anm.  2  erwähnten  Teste. 

2.  KkpbriitieD  und  Uriofc  d«a  Markos  ('?J  Kugenikos  od.  L  Knyaer  nacli: 
■trati  itbii  de  gynrnioticu,  lleidolborgae  1Ö40.  —  Dca  Uarkee  ikbrifl  Ut^  Sfwi-  £■«<[(  i 


A 


unr-   uiu^  PCI  VW     uv^      x"-    irniii  iiuiiu^Ji'v^' 


dui'ch  mehrere  zum  grüssten  Teile  nur  fragmentarisch  crliall^eiie 

ationen  bekannt,  welche  auf  die  letzt*  Xeit  ^er  PalAolugen  einige« 

erfen.    Vollmundig  besitzen  wir  ein  um  1450  verfosstus  Enkomion 

1«tzt«n  byzantinischen  Kniaer  KoDstanliD  IX.    Die  häufige  Ver- 

TOS-Zitiiteu  aus  alten  Autoren   wie   Honior,    Pin<lar,    Piaton    und 

von  Hprichwfirtern,   antiqii arischen  und  mythologischen  An- 

n  hat  t>okiano«  mit  den  tlhrigon  Vortretern  der  Gattung  gomein- 

:fa  haben  auafior  Theodor  HyrtAkcno»  wenige  dieser  rliotorischen 

so   reichlich   naehgegülwn.     Von  den   Übrigen  Stücken  sind  nur 

erbalten.    Ir  einem  //pwnyMiryjuwnoi' beglÜckwÜnBcht  Dokianos 

iser  KU  einigen  politischen  Erfolgen,  von  denen  freilich  die  Oenchichte 

^u  berichten  weiss.     Daran  reihen  sich  eine  panegyrische  Hede 

l)««poten  Theodor,  ein  Trostschreiben  an  einen  gewissen  Uc- 

in   Asane»,    der   drei  SOhno   verlor,    ein   Brief  an   einen   gewissen 

\o»,  worin  sich  der  Verfa»ier  als  erbitterten  Feind  der  Lateiner  zu 

n    gibt,   einige   (iratulationsbriefe,   die   der  Rhetor   für  eine 

|khe  IViiuEessiii   abfasuite,   endlich   ein   Schreiben   an  Helene,   die 

des  Dcinetrios  I'alacologoe,  Despoten  von  Morea  (1449—1460),  die 

Gemahlin    des  Sultans  Mohamed   II   wurde.      Am  Schluäse    einer 

des  Georgios  Scholarios  gegen  die  Lateiner  steht  tni  Cod.  Paria 

i|.  310  ein  Epigramm  des  Johannes  Dokianos  auf  Scholarioa,  der, 

er  nun  im  Himmel  bei  den  Engeln  und  Heiligen  weile,  doch  fort- 

[Biit  der  Kirche  eu  leben  und  den  Übermut  der  Lateiner  zu  brechen. 

>lanof(  1464  noch  lebt«,  ist  dos  Epigramm  nach  dieser  Zeit  ab- 

womit  sich  für  die  nähere  Bestimmung  der  Lebenszeit  dee  Dokiunos 

Stutzpunkt  ergibt. 

£d.  Bsdi  MDem  Autographon  des  Martin  Crusius  von  L.  Fr.  Tafol  in  di^iu  scLwor 
li«n  TnbingM- Pr«gninim  \S21.  —  Kessar  voii  Cli.  Hopf.  CUroniqm^sOnSuoRuiiinnM, 
78  S.  'H6—i!>%  —  '£viei  Unofe  dea  JuhamieB  Dokionos  atoliea  im  üud.  Kftcur.  T.  11. 
i9— 26ä.  —  Cia  JoliHttues  DukianoH,  der  mit  unsDri-m  ttbutur  vidleiclit  idontloch 
■ich  als  Bcaitur  «ia«r  Hs  von  X(<nupboii8  Htflteuica;  «.  Giiia.  Jorio,  Codici 

luIU  kiklintMlie  A\  KiDoli       Fiutp    l       lAmrin     D     Hnrrunwit*.  tft93  R.  7  fT. 


498 


Byzantiniflcho  Ütteratnrgviehidit».    I.  PrMaUeho  LitUratar. 


GcoiisloB  Ulli]  &n  Micha«!  Apoetolis.  such  einulne  Briefe  d««  KoDStaDtio  Laskiii 
im  Michael  Ap««tolis  u.  s.  w.  VkI.  <iie  Inhal iBangiiba  bei  H.  O.  C«xe,  C*U)i 
codionm  um  bibl.  Dodl.  p.  1  (lann)  793-  T07. 

8.  Ein  sonst  nidit  bekonntnr  Münc-h  Makarioe  Asprophr^<le«  v«rfaMt«  md«  I 
aohr«ibnng  oin«a  Bildoe  in  d«r  Kirchn  dar  h!.  Atoria  mit  ilem  Hcinsmon  •>'(«  ni^itlMi 
im  Klo>t«r  loC  XtifOiHriiov:  Tot  fuixiniiov  Ufofioiii/ov  lof  «on^o^piiJof  j'xf^ntif  (Ath 

via  jttQiaXtatoi,  xoo'aV  Jt  ftanj  toii  j^npainriiov.  Üoil.  Vindob.  phil.  ft.  166  (ÜMI 
foL  1—8.  Der  wahre  Familionname  de«  Mannes  beisst  tiota  de»  g«l«hrt«n  GmmI 
'AvilQi^vio(  docb  wohl  '/4anfinfQ\'Jtj(. 

4.  Wi«  in  ander«!)  byxaiitinisohen  LitterRtui^nttnntten  so  finden  eich  and)  in  i 
Rhetorik  nianclie  iiach  ihrom  Verfasser,  ihrer  Zeit  «der  )hr«v   BescbaSenbeit  aabekaa 
und   daher    litterarhislorisch    vorerst  nicJit    verwertbar«  Stticko.     Iti^ibn   i;<'b3(U  li 
Stapbidakes  l2taar(Ai'i(>;c)  Monodie   nuf  einrn  Kaiser  Pala^ologoe  im  Cod.   Vati«.  Ij 
fol.  166,   eine  Monodio  anf  den  Einatnrt  der  llngia  Sophia  (lum  Thema  vgl.  H.  44äf. 
Cod.  Vatie.  112.  dnr  auch  noch  mnnche  andere  rhetorische  Sachen  nufbcwabrt;  «in 
dos  MOnchoH  Johannes  l'hurnes.  ebemaligen  Klusler Vorstandes  de«  Uergoa  tianoa, 
den   M&Dcb   Oregor   Anttgonites    (Tw   finxiiniiorninn   ^om/nv    rv^ov  "lamit^  r#v  4^ 
toi'  yeyovötnc  nfiuiiuv  roii  spart  rnv   rrifanf   /niaroili;  npöt  rec  äyteitafor  ^rtrWr  M 
l'Oiyöi'iof  loV  Urriyoritriti  und  Briefe  des  Gregor,  Monobsa  und  Ablos  d«a  Balpi 
kloBtvrs  (?)  auf  der  Insel  Oxeia,  an  den  Kaesui  (rpiT^a^/on  ^om/aü  nai  ini»^y»rMtr^ 
ir  T^  "Oliii/  njaifi  otfnOfiirn  fioii^f  [""'}  i°i'   "»■'il;Voei'  (?)  tnMtoiai   i»  IToia«^)  kB  0 

Vati«.  673  fol    itl  ff.  —  Wefteo  des  Stoffes  bemerkenswert  «nd  zwei  Monodien  siif  < 
Fall  von  Konstniiiinopcl  i.  .1.  1463.  Die  «ine,  das  Werk  des  libotor*  Matthaeos  KsB 
riotos,  ist  hei  Mignn,  Patrol.  pr    160,  1060-1070,  ToKiffentlieht  (Inc.  Ur  Apiirij«v  ^ 
lir  ntiUQa),    Die  ander«,  die  m.  W,  noch  nieht  gedniekt  int.  nleht  im  Cod.  Perii. 
2077  fol.  257--259'.   Titel  und  Anfnng:  Mori^dla  tni  tg  iimtvjtaiütp  A'air«far)irditi«i 
OtftM    lii   iai«tt   fim  rtrt'pvyn;  lömi  nf^oicpo;.     Zu   vergleichen   luna    die    dnrfJi   die 
greifende  Erciicnis  vorujiluhaten   KlagegOBange:  vgl.   don  Absohnilt  Ober  die  *ii|(l 
grieohis^a  Pewie,  Kapitel  2.  Kin  Fragment  eines  Prosatbrenos  auf  KonilantiBe|i 
steht  Mieh  iio  Cod.   Paris,  auppl.  e"">  '»81  «.  16  fol.  "4-&Ü.     Vgl.  g  212  Anm.  I- 
DreUeliD  anonj-me  Itriefclieu.   deren   erstes  niil   deu  Worten  lläyx^'^'i  ftor  rji  yif 
yimnfraii  fioi  lu  ^Soj  beginnt,  stehen  im  Cod.  Bodl.  Bsrocc.  23  s.  14  ful.  6— S. 


6.  Altertumswissenschaft 

AUgemeino  Charakteristik.  Für  die  byzanüui&clio  Ooietes- 
Ut  es  bezek'ltiiciiid,  daes  vielleicht  die  Hälfte  der  gesaniten  anu 
rlen  schriftlichen  Produktion,  wenn  man  von  der  Theologie  ab- 
hdas  Oehiet  fSUt,  da»  wir  im  weiteren  Sinne  ala  IMiiloIogio  defi- 
■mcn.  Ea  ist  der  Teil  der  byzantinisch en  Litteratur,  in  welchem 
Bimenhang  mit  <luni  Altertum  atn  unmittelbarsten,  gleichsam  liand- 
jhervortritt.  Ka  ist  die  Seite  des  Byzantinertuma,  um  derentwillen 
unerbittlicheiten  Anhänger  der  kla^tsischen  Alleinherrschaft  eine 
lg  der  mittelgriechiflchen  Studien  mit  den  altgi-iechischen  für  thun- 

inschenswert  erachteten.  Duhcr  kommt  ee  auch,  dasm  faii<t  mir 
des  byzantinischen  Schrifttums  in  weiteren  philologiüchün  Kreisen 
anot  geworden  ist  und  da»»  man  häufig  die  Kraft  und  Eigenart 
ktiiÜBcben  Geistes  vornehm] ich  nach  dieser  Gattung  beurteilt.  Hie- 
I  gewarnt  werden.  Zwar  hat  die  Beschäftigung  mit  dem  Alter- 
|fa«gtjge  I'Oben  von  Byzanz  zu  einem  grossti-n  Teile  bedingt;  denn 
^^Rl  die  Byzantiner  die  Eihaltung  einer  Bildungsbasia,  wie  8ie 
bröa  Volk  des  Mittelalters  lißsass.  Es  darf  aber  nicht  vergessen 
idass  die  Werke,  durch  welche  die  Uhomäer  am  engsten  mit  ihren 
b  verknOpft  sind,  ftlr  die  allgemeine  Kultur- uud  Litteratur- 
Slte  de.«»  Mittelalters  weniger  bedeuten  als  z.  B.  die  Erzeug- 
ber  Oc9chicht»chroibung,  ihrer  Kirchenpoesio  und  Volksdichtung. 
lAusgange  des  Mittelalters,  als  die  Byzantiner  selbst  zu  Oruud« 
Ist  ihr  Philologenwerk  f(lr  die  allgemeine  Bildung  der  Mentichheit 
■nt«r  Weihe  fruchtbar  gewordcii. 

Ir  den  Betrieb  d«r  philologischen  Studien  in  Byzanz  gQt 
Doinon  dasselbe,  wo«  «ich  von  der  Grammatik  der  spiltrömischen 


500 


ByxBnt 


le  I<itt«ratorgw«Sic&t«.    I.  Proausehe  Litt«r»t«r. 


Aristoplianea  oder  Äristarch  zueatiunenHtelleii.  tiie  Htiid  von  dieseu  duivli 
eio  Jahrtausend  getrennt,  in  welchem  sich  die  LebensSeditiguitgeu  der 
philologtsclicn  Uclchrsanikeit  diircli  und  durch  vorechk-chtcrt  hattvu.  Wie 
unbillig  ist  V8,  «inou  PUnudes  oder  Triklinioti  Hchlankweg  iiac-h  den 
Mafi&stube  alexandriiiimher  Kritik  abzuschätzen!  Mit  «inem  Aristarch  liat 
ein  MoHchopuloä  doch  nicht  viel  mehr  zu  schaffen  als  etwa  ein  Me- 
lanchthon;  und  wie  (Ibel  müRste  der  gute  fVaeceptor  Gennaniac  bei  eioefn 
Verglfioho  mit  dem  scliarfsiimigcn  Alexandriner  wogkümiiiäu.  EbeoM 
selbslvorätäudlich  ist  e»,  dauN  luuu  Gelelirtcn  der  mittelgriechisclien  Zdt 
nicht  die  Vollkommenhuit  d«^^  mit  den  mannigfaltigsten  Htlfemitteln  aus- 
gestatteten, durch  methodische  Schulung  und  rilcksichtsloHe  Polemik  ge- 
sohlten Fori4chung»weise  der  neuesten  Zeit  zumute.  Und  doch  ist  audi 
dieser  Fehler  von  manchen,  die  Über  alles  Byzantinische  vcrächtUdi  die 
Kasc  rUmpfeu,  nicht  »eltou  bcgangoii  worden! 

Müge  man  endlich  auch  hier,   wie  es  sich  bei  jeder  geschichtlicfaen 
BetrachbtngHweise  ziemt,  auf  die  allgemeinen  Voraussetzungen  der 
Zeit,  der  Nation  und  der  tie»ellschaft  etwas  Rücksicht  nehmen;  nur 
dann  kann  das  Urteil  ein  wahrhaft  billiges  werden.     Dass  man  die  Be- 
rechtigung die^or  Forderung  nicht  schon  längst  anerkannt  liat,  orUftrt  sidi 
nur   aus  der  Übeln  Gewohnheit,   die  byaantinischen  Jahrhunderte  lediglicli 
als  ein  lästiges  Anhängsel  der  grossen  klassischen  Zeit  zu  betrachten,   titt 
solchen  Vorurteilen  muss  gebrochen  werden.     Man  studiere  die  byz^antini- 
schon  Gelehrten   mitten  in  ihrem  eigenen  Zeitalter:   man  vergleiche  iluT 
Loietungen  mit  den  gleichzeitigen  Bestrebungen  des  Abendlandes,  eiMH 
Pbotios  etwa  mit  AIcuin  oder  Johannes  Scotus,  vinen  Psellos  mit 
Anselm  von  Canterbury  u.  s.  w.    Die  potyhistorischen  Philologen  dor 
letzten  Jahrhunderte  endlich,  wie  Planudes,  Moschopuloa,  Theodor«! 
Slctocbites  u.  ft.  sind  geschichtlich  unmöglich  i-ichtig  zu  verstehon,  wem 
man  sie  als  verlotterte  Schüler  des  grossen  Aristarcbos  auffaast;  m, 
müssen   als   das   genommen   werden,   was  sie  sind,   als  dio  ersten,   hiihei 
fast  gänzlich  verkannten  Vorbereiter  des  europäischen  HumanisDiM 
Auf  das  Verdienst  der  Wiederbelebung  der  griechischen  Studien  IiiIm 
nicht  nur  jene  Flüchtlinge  Anspruch,  die  im  15.  Jahrhundert  dorcti  poS- , 
tische  Sttlnno   an  die  gastlichen  Ufer  Italiens  verschlagen  wurden:  ilv 
humanistische  Geist  wirkte  iu  By:Eanz  schon  bedeutend  früher.    Er  luacbtM 
im  9.  Jahrhundert  auf  in  der  glänzenden  Gestalt  des  Photios,  di«  Ab* 
ein  dunkles  und  fast  in  Barbarei  versunkenes  Zeitalter  urplötzlich  wie  dit 
Sonne  des  Südens  das  reichste  Licht  verbreitete.     Im  nftchsten  Jahr* 
hundert  scheint  das  Verständnis  des  Altertums  und  dio  Hoffnung  üf 
Erhaltung  desselben  zu  sinken;  ein  despotischer  Wille  droht  durch  gio» 
artige,  aber  doch  mechanisch  angelegte  Sanunelwerke  die  alle  LitUrnioi 
zu  verdrängen;  daneben  wirken  aber  auch  verständige  Hüter  und  Erklint 
der   alten  Schätze   wie    der  merkwürdige  Arothas,    fleissige  Beorbeittf 
litterarhifttorischer   Hilfsmittel    wie    Suidas.      Im    elften  Jahrhumlttt 
nähert  sich  der  universuliätischu  Ouist  dos  Psullos  dem  hetdiiiscben  Allet- 
tum  schon  ganz  in  jener  unbefangenen  Weise,  die  den  Humanismus  chartk* 
lerisierl     Völlig  deutlich  erscheinen  humanistische  Bestrebungen  in 


W — ' V ■ — -u    ■ -^^^ — • — '— -— — 

Utang  alter  Weisheit  und  die  segensreiche  Vormitteluiig  derselben 
1*  Abendland  eine  allgemeinere  Bedeutung  erlangte,  so  fehlte  es  doch 
|an  Hii'IMiindigeu  Köpfen,  welche,  so  gut  es  in  ihren  Kräften  »taiid, 
Eenntnia  und  Erklirung  der  Alten  ftlrderten  und  oich  selbst  an 
Ufetellung  metrischer  Systeme  wagten.  Als  sicher  darf  onge- 
Kn  werden,  dass  manche  Byzantiner  sogar  für  die  Verbesserung 
Peixte  mit  Erfolg  tbjitig  waren,  ein  Umstand,  der  bei  der  Benflt^ung 
ttltcrlicher  Handschriften  mehr,  als  gewöhnlich  geschieht,  im  Auge 
kn  worden  sollte.  Dabei  soll  nicht  geleugnet  werden,  dass  in  den 
ben  Seholien,  mit  welchen  das  kommentierlustige  ücschlecht  der 
kriochen  alte  Dichter  und  lYosaiker.  Kirchoaväter  und  Kirchon- 
w,  ja  nicht  selten  ihre  eigensten  Machworko  liberschUttetcn,  oft  auf 
(Strecken  kein  brauchbares  Korn  die  geduldige  MObe  des  Forschers 
E  wer  genötigt,  ist,  hfiuüg  in  diesen  schlammigen  Massen  zu  arbeiten, 
bohl  im  Stillen  bedauern,  dass  Justinian  sein  herrliches  Gebot,  zum 
p«  iuris  keinen  Kommentar  x,u  verfassen,')  nicht  auch  auf  die 
i  Qbrige  Litterntur  ausgedehnt  hat.  Die  schwächet«  Seite  war  die 
piche  Grammatik.  Die  wissenschaftliche  Auffassung  derselben  wurde 
jf  das  hausbackene  Bedürfnis  der  Schule  völlig  verdrängt.  Die  «n- 
nn  Traktate  über  Formenlßhrc,  Syntax,  Prosodie  und  Metrik,  von 
I  die  meisten  Bibliotheken  wimmeln,  sind  nicht  etwa  als  wissenschaft- 
uLrboiten.  i^oniiern  als  triviah>  Lehr-  und  Übungshofte  aus  dem 
bnifichen  Schulbetrieb  aufzufassen.  Daher  stimmt  so  selten  ein 
tplar  mit  dem  anderen  völlig  überein:  jeder  Magister  und  Schreiber 
pinierte.  verkürzte  oder  erweiterte  aufs  neue  nach  eigenem  Gutdünken 
krater  Willkür  seine  Vorlagen.  Hier  ist  es  also  die  erste  Aufgabe 
Kritik,  die  Massen  ^i^nealogisch  zu  ordnen  und  aus  dem  wiri'en 
L  dessen  /.usammenbfinge  kein  Stammbaum  genügend  zu  erklären 
kbte,  die  guten  KCrner  alter  Gelelirsamkoit  horausKuschälen,  eino 
P«.  deren  Bowfiltigang  nicht  zu  den  geringsten  Verdiensten  der  Bc- 


BfEantinisebe  Idtt«ratiiTg«acliioht«.    I.  Proi&Uche  Utt«ratar. 


I 


factif  Wortloxika  mit  Angabp  <Jer  Bedeutung,  otymotogifiche,  syiionymii 
ortliogrApliiwIiü,  syntaktisclio,  attizistischo  Vokabular«,  fAchwiss«DScli 
licho  z.  B.  thuologitiche,  juridittclio,  boUiDitMslic,  alcliotntHtiftcbe  Glost^tr, 
Spezialwörtorbilcher  zu  oiiizeliien  St^lirifti'n  und  Littoruturgattungon  z.  B,  n 
rlen  Ithetoren,  zum  alten  und  neuen  Testament,  zu  den  Kirchenvätern  und 
Kircliendiclttem,  endlich  doppelsprachige  Vokabulare  zur  praktischen  Er^ 
loi-niiiig  üon  Oriocliischen  oder  Lateintwlien.  Alle  dieeo  Bttch«r  Miid 
muiinigrultig  untvr  »ich  verkettet  und  kaum  eines  kann  isoliert  betnuthtst 
werdon:  Daher  mu»«  auch  hior  dioaelbo  undankbare  und  mühävoU«  Arbeil 
der  Klasaifizierung,  Sichtung  und  Quellenforschung  durchgeführt  wenk-n 
wie  fllr  die  grammatinchen,  metrischen  und  sonstigen  Lehrbücher.  Er- 
hebliche Vorarbeiten  hiefßr  haben  ö.  Bernhardy,  M.  Schmidt.  C.  Boysea. 
h.  Cohu,  R.  Roitzenstc'in,  G.  Weutzol  u.  a.  goHeiert,  und  »o  konnte  zuletzt 
auch  der  Plan  eines  Corpus  lexicographorum  graecorum  greUbtr« 
Gestalt  gewinnen.')  Hoffentlich  ist  nun  auch  die  Zeit  vorüber,  in  welcher 
man  irgend  ein  zufällig  begegnendes  Stück  zum  Schrecken  der  Fadi- 
genos8en  ohne  Besinnen  in  die  Welt  hinausechiokte. 

t.  ärnnmolitniigiiboni  KUr  die  philologische  T.itterntur  der  sp&tmioeliiMliMi  vi 
hyiBoliniiiclicti  i^it  koDimDii  nnmiMitlicli  folgcntl«  hier  »o  chronolofiiiohvr  R«ibea(olge  airf- 
KoOliltc  ännimluDgeii  iii  butruoht:  Cusp.  d 'Anas«  de  Vitloison,  Aim^iIoIb  Ots«««.  2  Bie. 
Veaadig  ITSI.  -  Imm.Hi'kkir,  Annrdota  Ot«oa.  3  Bde.,  IteHiu  18U-21.  -  AnJr 
MuHtoxydes  (und  D.  ScIiIiiimI,  Xrlln}'^  "Fjlliiyuunr  nytt^äteir,  G  Hefl«,  V«i«4iK  Itl9 
(itntliält  fnsl  uur  unbedflulciidu  StDcke),  —  Liidw.  BarLinann,  An«cdata  GraM«.  2 Bda. 
litapEig  IS28— 29  (er^tt  vorzQglioh  di«  Anecdota  von  Bekker),  ~  J.  Fr.  Boiasoaid*, 
Aaeodota  Graeca,  5  B&ndo,  Pans  1)^29—33.  —  J.  A.  Cramor,  Anocdoila  Graeea  •  cedd. 
inss  bibl.  Oxon.  tgewOhalii^  als  Anecd.  Oxoninnsin  liticrt).  4  Bund»,  Oxford  I83&- 
J.  A.  Crsmer,  Anacdota  Orneca  e  codd.  mss  bihl.  ['urio.  (gciwahnlich  Anacd.  Pst 
3  Bande  in  4  Tollen,  Oxford  1S39— 41.  —  P.  MntrnnBR.  AnccdoU  lincet,  2T»i 
IfihO  (Rohr  iingonnu  und  unmcitliodiiah).  -  Vul.  ttoso,  Anecdota  tira«ca  et  Onaeob 
2  Teile,  HcrliH  18fi4-  TO.  —  E.  Miller,  Mitlun^es  do  litti^rBluro  Greoqap.  Pww 
lt.  Studemund.  Anocduta  varia  GraMa  musicA.  melric«.  gtammalica.  BviUn  Ifü*. 
KiDiKe  NacliüUgL-  xu  Cminera  Aaecdot«  u.  a.  lieferte  It.  Schneider,  Bodletuu,  IM 
1887.  —  Emendotiuiieii  lu  d«n  in  den  angefOlirleu  SsmmlaBgea  enlkaltweB  T« 
lies,  bei  Leo  Stembach.  M«<leten)ata  Ora«ca.  P.  I.  Vindobonae  1686.  —  MMcb»  V< 
bcesoningen  und  QuellcDnsdi weise  zu  ttremmatiaclien  und  JexikaliMvhon  Werken  giU 
Nnu«k,  Joannis  Damo&coni  raiioDOS  iamtiicl  cum  cnnimenUrio  et  indice  vntiocuro.  ll«lM| 
Ordco-Komeiiica  tirtiB  du  ßiiUetiD  de  racnd^inlc  itnp.  des  scicnc«!  de  St.-P44MSbMI|j 
(18641  199-S24.  —  Zeratrout«  kritische  Bemerkungen  m  Pholioti,  Ruidaa,  KnctalUMa-l 
gibt  K.  B.  KontuB  in  verBoIiicdenen  Schriften,  xuletst  '^iStjrii  T  (1696)  S — 64; 

2.  Griechische  Humnniaten. 

Ä.  AllRcraeine  Darsteilnngen;  Veraltet  ist  ietit  das  BQoklein  von  Baapkn 
dua  Hodius,  De  Graecis  itlusIriLus,   Luuduu  1742.  —   Cliurakti^riglik  einJKer  Haii{i(f««MI 
bei  0.  Voigt,   Die  Wiederbelfbunj;    des   olasaiBoben   AltiMtuiUB,   3.  AuS.,   boeoi^ 
Uhnerdt.  Berlin   1803.  bes.  1  (18Ö3)  222  IT..  2  (1^93)  101  ff.   —   Kitte  gahallreicfa 
anregende  Uebersicbt   gibt  D,  Tht-rinnoa,  'Aitnfidi^iof  Kopaijt  I  |Tri<«t  1889)  I— Ä^ 
M.   Kntorga,   Die  KinbQrgerung    des  hellenisljiicbep   Stodiums  im    Westea    Mit   der 
naissani»,  Joum.  Hin.  1(<91  Ud  27.^   Maiheft   S.  7»— 120  nud   Juuibefl  S.  216-131. 
Michael  Korclin,   Der  Altere  itatieniBclie  numaniHtnuH.  Moskau  1892  (ruta-l  (mk  i 
gHoglitib}.  —  Einiges  iLuch  bei  E.  Egger,  L'üelti^niamc  cn  Finnce.  Le^ixiB  *»*  l'unOitM 
i^tudoa  ureequee  dune  le  dt'veloppeineut  do  la  laiigue  t-t  d«  lu  Utt^rabire  fraB^aisM,  2i 
Paris  18G9.  —  Die  besten,  auf  fleiMiKein  Studium  niler  eirvichbareii  Akleosineke  bwnbM 
Biographien  der  grietbiacheu  Gelehrten  des  IS,  und  16.  Jahrhonderie  gab  E.  Legti 
Bibliographie  liell^niqiie  tome  I,  Paris  138^:  er  hsndelt  Buefllkrlieb  Ober  Manuel  Chr, 
loraa,  Tlieodoros  Oiues.  Andronikos  Eallistos,  Miebaal  ApostoUoa,  Konataatin  Lukari^  I 
metrioe  Masoho»,  Demetrios  Cbnlkondylea,  Joatiaoa  Dekadyos,  Marko«  Homitm.  ~ 


► 


■)    Vgl.    die    vorlBuflgeo    Mitteilunxea 
von  U.  Wcntiel,  Beiträge  tat  Gescbichte 


der  griecbucben  Loxikomplüo, 
Berl.  Ak.  2S  (18»)  4S7. 


6.  AlUrUuuwtM«n»obKft.  A.  FhUol.  Polyhistorra  n.  SeholiutoB,  {%  215)     503 

KaJUcrgM,  NikoJaot  VUwtoa.  Aamt  NotM'w.  Jiihann«»  I.it3knri«.  D<iiii«lriua  Kaftlruiino.  Aristo- 
bol««  (ÄraMiiw)  Ap««(alioii,  Anffelon  und  KikoIuoH  Vcrgikios  t  Vcigeliua),  NLkuluuti  Su|>hianos, 
MatthäeoB  DcT^ns.  Loon«rdo«  Phortios.  Anlonioa  Epuelios. 

ti.  Munocraehien:  Kvnri  Vant:  U>  curdiiiiit  üe^ariou  (1408— 1472),  Paria  1879, 
oa  crftMlbclMie  Werli.  welclw«  aber  d«ii  Anteil  (l«r  Griuoben  an  den  griatigen  Bowcf^nfcen 
iaa  16.  JaLriiin^Mta  reiche«  Licht  verbr«itet.  —  A.  Sndov.  Beaaarion  von  Ninann  t^cino 
TbatifkMt  auf  dem  Konzil  von  Perrara-Flnroni,  seine  theol.  Schriften  und  seine  Uedoutung 
in  lUr  Gaadiicbta  da«  Humaniamaa,  Paterslnirg  1883  (rasa.).  —  ^elilroi<-ho  gricehis':ho  uod 
laUifliitdie  Bri*f*  toci  crioehiiiehan  (Jvlohtlen  des  I.S.  Jslirhundoi'ts  wio  Uossnrion,  Jalianncui 
Kugrnikoa.  Uattkaoo«  KamahotoK.  Uoorgtos  Srliolarins,  ficorpioa  von  Tinpexiint.  Tlii^odoroa 
Uu«*,  JohannM  Argyropuloo,  Dcmetrios  Cbalkondjlcs  u.  a.  ed.  anbangsveise  K,  Leg;run<l, 
Cnrt-Az  Inttm  p«ct(UDs  du  FnUfoia  FÜlelfo,  Paris,  ü.  I/oraux  1892  l~  rubltcationa  de 
Tdcai«  dea  iMBioua  anL-oIal»  vivaotoa  111'  s4rie.  rol.  XUl  S.  223-.'J66.  —  l>en  RrOa(it«it 
Teil  d«r  (criechiBcfavn  Brii^fe  <lea  itaUunischen  Humaninlon  t'itclfo  od.  Bl^bl>n  vur  E.  LeKrand, 
Tb.  Klello  in  seiueo  .IteiliftKen  zur  ütwohicbte  und  Litlcnitur  der  ilaliuuiauheu  Oel«hrt«n- 
maiaaaBc«*  3.  Ueft,  Ur«irB«ald  1890.  Di*  Kinlvilunij  liaudtdt  von  Filelfo  und  anderen 
Qtfl^ateH  aeiner  Zeit.  V'kI.  di«  Beapreohnng  vun  K.  Uurtrelder,  B.  Z.  2.  166  f.  Noch 
oBbMaut  iat,  wi«  n  acbnint,  d«r  Briefe,  Oedicht«  u.  a.  des  Filalfo  onthalt«ndn  Cod. 
Barbar.  1  I7S.  ~  K.  LcKrand.  Notine  hiographique  anr  Jean  et  Thiodoee  Kreomala«. 
Pari*  19^9.  VgL  di«  eingcbondc  Ucaprocbung  von  R.  Deatnnia,  Jouni.  Min.  1891  Bd  273 
Jansarbeß  8.  166—187.  —  Vchcr  di«  ThAtgkcit  de»  Kulabroson  Barlaam  («.  f!.  100)  fllr 
dta  Verbreitung  der  griedtiachcn  Sprache  vgl.  Th.  Uspcnskij,  Oio  philnuophiaeha  und 
iWobgiMbe  DowegiiDit:  im  14.  Jahrb..  Joum.  Min.  1H92  Bd  279  Kel>^UI>rh<^rl  S.  »48-427: 
wiadenolt  in  dem  buche  .Skiuvn  lUr  Ocachiolit«  der  hvtantiDiecbun  Kullui'.  Putcra- 
Wy_lB9a  S.  2^-394.  —  P.  de  KolbaO,  P«trarque  et  Barlatmi.  Revuo  dcH  H.  gr.  5 
ItSCt)  M— 9f>,  --  P.  de  Nnihac.  Les  corrMpondanü  d'Aldo  Manuce.  Mat^naux  nouveaux 
«Wllmr«  lill«r)ur«  (]4>«S  1514),  ^mn»  1888  (Separatnbdruek  aus  den  .Stndi  e  doonnwiti 
Jl  ttaria  e  dihlto'  von  193T— It^ss).  -  p.  de  Nolhac.  Le  grcc  ä  Paria  sona  LouisXII. 
rieft  d'nn  trfmoio,  Rovae  dea  6t.  gr.  1  (I88H)  61-67  (liondett  nber  den  ersten  Lehrer  d«a 
OriadmcboM  in  Paria,  Oirolnmo  Alexandro.  der  1.508  nanh  Paris  kam).  —  Spyr.  P.  Lam- 
broa.  Di«  Werke  dee  Uomc^trioa  Cbr^oloraa,  B.  Z.  3  (1S94)  599—601.  -  A.  Badini- 
Ceafalonieri  e  F.  Gabattu,  Notiiie  hiogralichn  dl  Deinetrio  Cale.ondila,  Giomale  Ligu- 
attn  1992  Juli— Oktober.  Kiue  vorkDirte  neuer,  Uobnisetzung  dieaes  Artikels  cracbien  in 
du  M^  1f/«/f«  I8!H  Nr.  I00b-lb07.  —  K,  Mölln.  Demetrio  Calcondila  editore.  Cun 
akri  dooumvnli  rignardanti  Deutetrio  Castrenv,  Contttuntinu  Ltutcaria  ed  Androuico  Callialu, 
Irdürio  etorico  Iiombarde,  Serie  »eeonda,  vel.  X,  anno  '20  {1^9^!)  143—166.  —  Läon  Dorei, 
Ittaim»  Spv^iN,  MAlaDices  d'arohMogie  et  d'hlpttüin*  13  (1SK3)  2lltl -364  (Ober  das  Leben 
«d  Üo  nUiaUMk  da«  UandadiriftenbiDdlera  Anto»  Kpardios  [t  15711).  —  Ldon  Dorei. 
Vi  dMBBmt  anr  la  bibli<ith/'<iun  de  Theodore  nojin,  Revue  den  bibliolhcqupa  8  (1803)  385 
Ib  nO.  —  K.  K.  UDlJcr.  Neue  Mitteilungen  llbor  .Innen  Laskaris  und  die  Medicoisiihe 
WWolUk.  tVntralU.  f.  Bibllolliekuwcsen  I  (IfSii  33.^-412,  —  Cb.  (Jraux.  Snr  le  ma 
^  ~'i  ile  la  biblietooa  Naeionat  do  Madrid  «t  aur  Ü.  Iiaacnris.  Annunire  dn  ]'b»ido.  17  (1877] 
li;  15«  =  Ocarrw  de  Ch.  Crnns  2  (1^S6)  -iMl -JSS.  -  R  Sabbodini.  l/iitlimo  von- 
Imk)  d*Ua  viia  dt  Manuel«  CriMlon.  Giomale  Liguslico  17  (l^OD)  91— Ue.  —  Mitteilungen 
■bw  die  xw«l  bJahcr  wenig  bebanalen  grieohiacheu  BnuianiHten  Eonstantinus  Fatrikiov 
^  ThtodoTOsiteotios  gibt  0.  Mneclo,  Studi  per  un'ediuane  critica  diSiilloBtiu  filoaofo, 
Stall  ttal.  dt  Alojogia  claseica  3  (I8D4)  II  ff.  —  H.  Omunt.  L»  durnivr  d»H  euuistes  greca 
•a  Italie,  Jaan  d«  Smnt-Hann  (I,S72-16I2),  itcv.  de«  ft  gr  I  11888)  177-191. 

3.  Waniger  ala  die  Tbktigkeit  der  grinchischen  Hnelitlingc  fDr  die  Verbreitung  de« 
ttadioBM  d«r  alieTieohiachen  Sprarho  und  Littoratur  ist  der  Einfluss  stndi«rt, 
«tdtben  aie  durcli  Mitteilung  dnr  byxnntinliicbnn  Workc  und  durch  p«retinlicho  An- 
r«|aagen  auf  die  latpiniach-ilAlieniaolie  l.lltornliir  dnr  damaligen  Zeit  ausllbton.  Einige 
ZwniMnliaiige  iwiscben  der  bjwitinischen  und  ituüenischFn  Hhetorik.  Kpialvlograpblo 
■d  bignmmatik  weist  nach  K.  Wotko.  Uobor  den  Kinöuss  der  bjimntinisclicn  Littcratnr 
Mf  dla  lltaat«n  llumaniatcn  Italiens,  Verhandlangen  der  42,  deutsuhen  Philologenvers. 
>a  Wka  I8»8.  Uipäe  1H94  S.:200-29». 

A.  Philologische  Polyhistoren  und  Scholiasten. 

215.   UmfaDg  der  philologischen  Studien  der  Byzaniiner.     Boi 

der  Bctnchtung   dtjr  pliilolugii^-htiti  Thätigkoit  in  Byzanz  richtet  sich  die 

Aufmerksamkeit  vor  ullem  auf  die  Frage,  was  die  Byzantiner  von  der 

ItOD   Litteratur    besassen    und   welche  Werke   ihre   Liüblings- 


BfuuiLüiiache  LittamtarguchUlit«.    I.  Procaiich«  UU«r»ULr. 


lokttlr«  bildeten.  Oenau  genommen  mUsste  dm  Problem  chrono1ogi8Q| 
aiafgefasat  d.  li.  etwa  fllr  jedes  Jalirlmndert  besonders  tinlersucht  werde 
Allein  zu  einer  derartigen  Ver^^cbArfiing  der  Prüfung  ist  die  Zuit  ntclit 
gekomnie»;  mangelt  oe  doch  ttir  uiittere  Frage  »iilbHl  in  ihrer  allgemeinMea 
Faseung  noch  an  genügenden  Vorarbeiten  und  Materialien.  Wir  gehen 
daher  nur  eine  kurze  Üborüicht  und  herUck nichtigen  dabei  in  Bausch  und 
Bogen  die  Zeit  nach  dem  Büilerstunn.  Soweit  sich  gegonwftrtig  dor  8t«iid 
der  Dinge  Überblicken  Iftiiüt,  kann  nicht  geleugnet  werden,  datts  die  mär- 
ehcnhaftun  Vorstellungen,  die  früher  von  dem  litk-niriseht-n  Besitz^tundf 
der  Byzantiner  hen-sditeii  und  zu  den  kühnsten  üeffnungen  auf  die  ver- 
borgenen 8chStze  der  orientalischen  Bibliotheken  anregten,  vor  einer  ge- 
naueren Prüfung  in  sich  zuKHnimcn fallen.  Von  der  gesamten  klassischen 
Littoratur,  vom  epii^chon  Zykhis,  von  Pindar  und  den  anderen  Lyrikt<m, 
vom  attischen  Drama  und  der  KomUdie,  von  Piaton  und  ÄhBtoteles,  von 
den  HiRtiorikern  und  Itednern  der  voralexandrinischen  Zeit  hatte  man  in 
Byzanz  seit  dem  9,  Jahrhuiidort  wenig  mehr,  als  wir  heute  besitzen.  Beurr 
war  es  nüt  der  spütern  historischen  und  fachgelehrton  Litteratur 
bestellt.  Die  konstantiniscben  Kxzerptoren  beeaiisen  manche  jetxt 
nur  fragmentarisch  erhaltene  öeschicht«chreiber  wie  Dexip]>os,  Eunapioe, 
Prisküs,  Malchos,  l'etros  Patrikios,  Menander  Protektor,  Johannes  von 
Antiochia  u.  a.  Dagegen  ist  es  recht  bezeichnend,  das«  sie  den  Die  Ca»iiüii 
nur  noch  in  einem  defekten  Exompture  benutzen  konnton.  Bei  Polybio« 
wird  das  Fehlen  ganzer  Lagen  von  den  Redaktaren  selbst  ausdriicktich 
vermerkt.')  Ebenso  vermochten  Zonaras  und  \iphiIinos  keinen  voll- 
ständigen Dio  CtiBsius  mehr  aufzutreiben.  Beachtenswert  ttind  einige  Ad« 
gaben  des  Psellos,  In  der  Leichenrede  auf  seine  Mutter  erzählt  er,  er 
spreche  vor  einigen  seiner  Hörer  über  Homer  und  Menander,  Archilochod, 
Orpheus  und  Miisftos,  tlber  die  Bibyllen  und  Sappho,  über  Theano  und  di* 
ägyptische  Weise  (Hypatia?).')  Allein  es  ist  sehr  gewagt,  aus  so  allg 
meinen  Kedetmartc^n  dvn  Scliluss  zu  ziehen,  dass  Psellos  alle  diese  Auter 
wirklich  vor  sich  gehabt  habe.  Die  Byzantiner  verstanden  ebensoigiit 
moderne  MenHchen  die  Kunst,  eich  über  Dinge  zu  ergehen,  deren  Kennt 
sie  abgeleiteten  Quellen  verdankten.  Über  Menander  konnte  Paelloa 
roden  anf  (Mind  der  im  Mittelalter  .stark  verbreiteten  SinnsprQche  die 
Komikers.  Das  wird  »ogar  walu-scheinlich  aus  einer  zweiten  St«lfe, 
er  neben  Alaxi'^oi,  ^oyoKlif,  Ev^iniätfi  u.  »■  w.  nicht  den  Miiuiit 
sondern  vd  Mträvdguft  erwähnt^)    Ebenso  z^veifelhaft  ist  es,  ob 


■]  Vgl.  L.  Dindorf,  Jnhii«  Jsiirb.  09 
(1869)  lU. 

»1  K.  N.  Sathii».  «ta.  B.,ti.  5.  59  f.: 
mi  yed  »nt  itfii  noiT,/i<iiiuv  upöc  irinvt 
I<üf  ifiiXr;toir  (ptHyyofio.%,   xai    rr<p(  'O/i^pov 

»ni  Movaniii-,  nitt  orraon  «oi  ">'  9^av  (joni- 
Xtßi'Xiiii   tt  fni  ittn^rä  ij  /iOtiiraTiuio;,   (idimi' 

f*  «ni    ij   Aiyirniin  Oorft; tif  ö  "Ait((( 

«ni  6  Miraviiiot  Kni  o  nüro'oirn;  K^ißnloc 
tal  6  kX^HHifoi,  »ui  tl  iif  ftrgte  noiijtf« 
iAyifttro(  /pi;"(ijniani.  Für  k^oßciltf  und 
KX^titf«!  T«rmutot  K.  N,  Satbae,  Anniuire 


Btifti 


d«  l'usoc.  9  (1875)  19&  f.  wob)  iichti|  l 
fvlot  und  Klr/oogwt. 

•)  K.  N.  SatbA*,  Uta.  Kifk.  i.  ii 
JviiKtt  AiaxrXni  ftir  i^j'iirii  iij»  ■" 
ovx  rviix"'!  öyefitunr.  äUul  ifmict  nti 
(fiörott,  tii  öytor  tittifiior  tigr  nai'i.v" 
»pov  r(  fOtiroi'  niiod»!  Xvifeiih;^,  JiiatJ^ 
rfi  r<if  Xöynr  fittnX*'t>iiftBt  n  -Min*'»»  f^"" 
»('tTijj.      TwV    a    xufttKMf    '^inii»»^nrij( , 

iä  ii  yt  Mtrmvätmi  leviair  ftir 


e.  Alt«rtiimBiriB«»D*tihArt.    A.  Philol.  Polyhiator*!)  a.  Sctao1fMt«a.  (§  '21S)     505 


tilio»,  wie  vci-rout6t  wiinio.  bei  diT  Abfassung  Boinos  Pindarkommt^Dlars 
Biuhr  begossen  hübe  als  unsere  Epinikien. 

Diu  Loktflrfi  Aer  Schule  und   der  weiteren  Kroiso  umfnsste 

DAmenOich  dt<n  Hom«r,  dtut  niemals  aufgogobcnt>  Schulbuch  dor  griochisdicn 

Nation,    Hcsiod.   Pindor,  atisgowiUiItc  StQdte  dor  Tragiker,    nämlich   von 

AeschyloR  Froroethous,  Siobon.  Per«er;  von  Sophokles  Aias,  E1(>ktra,  KSnig 

Oedipu»;  von  Kiiripides  teils  die  neun  Stücke,  die  im  Marciann.i  (A)  stphpn. 

teile  gar  nur  drei  Stücke  (Uekabe,  Orpste».  l'hfinisseii),  dwen  Haiidöclirifto» 

di«  kleinste  byüantinisrhe  Kuripidenausgabe  darstellen;  dazu  ArJHtophanes, 

Theohritos    und    «Ht!*anRTWcisL-    Lykophron;    grosser   Beliebtheit   erfreute 

sich    auch    djis   gcograpliistlie  Epos   des  Dionysios  Periegetes.     Unter  den 

Proftaikom  hen-schte  Thukydides,  einzelne  Hchrifton  de«  l*laton  und  Demo- 

rtltenes,  Arigtotelcs.   Biographion  des  Plutarch,  Tliomislios.   Lihanio»  und 

besonders  Lukiano«,  von  dc»4»fn  BL<lioblheit  die  zahlreichen,  zuweilen  nicht 

tb«l  gelungenen  Imitationen  Zeugnis  ablegen.    Selbst  Romansoh  reiber  wie 

Achillv«  Tatio»  und  Heliodoros  wurden  nicht  verschmftht.     Mehr  al»  allea 

andere  wurden  natürlich   die  heiligen  Schriflen  «nd  einzeln«  KircJienvÄter 

wie  Ba&ilins.  Gregor  von  Nazinn/..  Üregor  von  Nywsa.  Jobunues  Cbrysosto- 

moa,  Johannes   Klimax.   Johannes    von   Dumaskoa,    sowie  Martyrien  und 

Bciligenleben  gelesen  und  abgeschrieben.     Wenn  man  euch  von  der  domi- 

■ierenden  Stellung  dieser  Schriften  gegenüber  den  antiken  Profanautoren 

äne  konkrete-  Vorstellung  bilden  will,  braucht  nmii  nur  die  Kataloge  der 

poasen  Sammlungen  grioohii«clier  Handscliiifteii  durclizublätterii.  wo  neben 

(•AoMin  Iteihen  von   Büchern  kirchlichen  Inhalts  gute  Exemplare  heid- 

nifeber  Werke,   wenn   man  von  den  in  der  Ilumanistenzeit  gewhriebenen 

ihiielit,  wie  Raritäten  dastehen.     Die  Mehrzahl  der  Aiitoi-cn  blieb  natur- 

innias  dem  Privatatudium   überlassen;  daher  konnte  «jvh  auch  manches 

aatteoe  Werk  in  vereinzelten  Exemplaren  erhalten. 

Wenn  man  nach  den  Ursachen  de»  Unterganges  so  vieler 
Werke  forscht,  »o  \»\  wohl  religiöäe  IntolernnK  auszuschliessen:  dass  man 
llte  Werke  nur  wegen  ihre«  heidnischen  Charakters  vernichtet  hStte,  läsfit 
lieh  kaum  erweisen.  Man  beruft  sich  hiefUr  gewöhnlich  auf  An»  Si^eiigniK 
i»  Peter  Alcyonius;  derselbe  lässt  nämlich  in  seinem  Dialoge  .Medices 
LegatuB  ftivü  de  exilJo*  den  Johannes  Medici,  späteren  Papst  Leo  X, 
ftiilüon,  er  habe  von  Dometrios  Chalkondyles  ventommon,  früher 
»wn  anf  Betreiben  des  griechischen  Klenis  alte  Profandichtnngen  vcr- 
Iniiiit  wordon:  .audiebam  puer  ex  Demetrio  rhalcondyla.  Öraecamm  rcrum 
piritiisiino.  aacerdotou  Graeco«  tanta  floruisse  auctoritntc  apud  (Jaesares 
B^atinoe,  ut  integra,  iUonim  gratia,  tonipiura  do  vett-rihus  Graecis 
pwisaU  combusserint  imprimisqiie  ea  ubi  amores  turpes,  lusus  et  nequitia« 
wantium  continebantur,  atque  it»  Mennndri,  Diphili,  Apnllodori,  Phile- 
■ons,  Alexidix  fabcllax  et  Sapphus,  Erinnac,  Anacreentis,  Mimnormi, 
Koni»,  Alcmaaia,  Alcoei  carmina  intercidisse,  tum  pro  his  substitutn 
Xuianzeni  nostri  poemata,  quae  etsi  excitant  animos  nostrorum  hominum 
•d  flagrantierem  rehgionia  cultum,  non  tarnen  verbonim  .\tticonim  pro- 
pnelaU>m  et  Graecae  linguae  elogantiam  edocent*.  Allein  dieser  ganze 
iht  wohl   nur  auf  Vermutung  des  Chalkondyles  und  ist  von 


&M 


BfitiDUitlBche  LittetfttDrKeaclücht«.    I.  Provaisfli«  Littentvr. 


0.  B^rnhaidy.  Orundjitwi  der  griwli.  Li»,  I»  (1892)  TM,  und  von 
K.  N.  8atlia»,  Annuaire  dß  l'asBoc.  0  (1875)  187.  mit  Hecht  als  un^lauV 
würdig  ztii-QckgowiesOD  worden.')  Wahrhaft  %'erhängnia%'o)I  wirdo  d«gfg«ä 
der  Iituge  StillHtaiid  der  gelehrten  und  litterarit^chon  Bo^trobuiigün 
von  der  Mitte  des  7.  bis  iii  die  Mitte  dos  9.  Jahrhuiidert».  Im  10.  Jahr- 
hiindort  mag  der  Untergang  mancher  Werke  durch  die  konstantiniscfaeo 
EnityklopÄdien  beschleunigt  worden  »ein,  welche  diirrh  ihre  bequemen 
ExEvrpto  diu  Originalwerko  wcnigtttons  für  die  Bedilrfnieso  de»  Staat«« 
und  der  Kirche  zu  oi'setzen  bostitnml  waren  und  im  Abschreiben  der  voll- 
atändigen  Exemplare  wahraeheinlitih  eine  gewisse  Erlahmung  herbeifOhrten. 
tiro»ae  Wunden  »dilug  die  harban»chfl  /ersttirung  und  Vorbrennaag 
Konxtantinopols  durch  die  Kreuiifahrer  (1204),  welche  aomer  iaht- 
lesen  Kunstwerken  auch  Akten  und  ßuoher  vernichteten.  Geringer  sind 
Wütil  die  Verluste,  die  der  noch  übrige  Rost  altor  Bibhothoken  durth  die 
tilrkische  Eroberung  erlitt.  Damals  hatte  man  länget  begonnen,  gri^ 
chische  I  landnchriften  al»  einen  kostbaren  Handelsartikel  zn  achUno. 
Vieles  ging  natürlich  trotzdem  in  der  blinden  Wut  des  ersten  Anntunna 
verloren:  daneben  ist  aber  nusdrilcklich  Ilbpriiofert.  das»  tiio  TOrken  Uta 
den  gefundenen  Handschriften  Geld  machten  und  ganze  WagenladaogM 
von  Büchern  nach  allen  Richtungen  des  Morgen-  und  Abendland«  ver* 
schleuderten.*)  Das«  noch  unter  der  osmanischen  Herrschaft  in  Kwh 
»tAutinopel  und  in  I'rovinzial»tJidton  reich  ausgestattete  HAnds4.')infteii«ajnfn- 
luogen  bestanden,  wird  vielfach  bezeugt.  Doch  konnten  sich  infolg«  dar 
ateta  gefährdeten  Stellung  vornehmer  Familien  und  der  häufigen  Sequ*> 
atrntinn  grosaor  l*i-ivatverni«gen  die  Bibliotheken  nicht  lange  in  einer  Hand 
erhalten.  Bo  wurde  die  wertvolle  Bücher»ammlung  dos  Michael  Kanta* 
kuzonos.  nachdem  derselbe  beim  Sultan  in  Ungnade  gefallen  und 
Tode  verurteilt  worden  war,  1578  «ffentlich  versteigert;  viele»  kl 
griechische  Mitnche,  einiges  kam  durch  Stephan  Gerlach  nach  Deut 
land.  Auch  au»  anderen  l'nvatbibliotheken  setteltcn  sich  nacliweis 
wortvolle  Stncko  los  und  wanderten  nach  dem  Abendlande.  Eine  kle 
Sammlung  von  Handschriften  schenkte  Sultan  Solinian  11  dem  spanü 
Gesaudten  Diego  de  Mendoza.')  Im  17.  Jahrhundert  gelangte  der  wie 
tige  Codex  der  konatantiniachen  Exzerpte  Über  Tugenden  und 
aus  Cypern  in  den  Besitz  des  I'eirescius.  und  noch  gegen  das  Ende 


*)  Vgl.  Jarob  Bernays,  Die  Ilnrnkli- 
Kaohen  Briofo,  IWlin  1S69  S.  117. 

')  Die  genAUMte  und  glmibwliriliiislr 
Nachrioht  llbor  das  Bchicksiil  der  t'riL'vbi Julian 
BibliuUiuki'ii  iiAdb  der  Eroburunu  Uburlieri-rt 
d«r  Zeitgeuosso  Dukna,  Cnp.  42  |8.  312  i-d. 
Bonn^:  rnV  ^i  ,*i;Worc  irnn'aiK,  rtiff  «'(•(*- 
fiäf  vnt^/lMvnv'anf.  tun  ««"■'ei"<  ^fopi  ijj-ui- 
«uvtat  linayiayov  iv  ig  avatoiü  kb'i  Ji-ati 
■hi'drmpnr'  '  <ti  ifit  fofita/iuioi  i/nca  flfim 
htlTifäiTlorio,  'AQtamuXutal,  nlftiaifiUDi',  Jt»- 
Xvylxol  *m  iiiXe  aBf  tiSot  ^IfXov  '  tfayyt'Xiu 
fiHtt  »6a/ioi'  nnnoiev  i'iljp  aiifay,  oVu- 
0nu'rTf(  toV  /('('Oar  xai  lev  np/iipur.  6iX' 
tttiiovy,  äkV  ifffiTiiay.   NichU  Neuos  bietet 


die  wolil  aus  DnlcM  gMdi»nft*  K<lk 
KritobuloB,  Mflllor,  FHG  ^  S.M.  Diii 
pin«in  vom  15.  Juti  14S3  dktMrtoa 
an  Pnpiit  NicoImi«  V  «Dthatt^Bo  Anglw 
LnuruN  Quirinuü.  us  seien  llb«r  1" 
CodicM  KU  (iruDilo  guijunKcii.  Iieraht 
bor  ikuf  Ubi-rlTHibendrä  Oer(lelit«a.  B«d 
Do  Umecia  iUustribiia,  Lonaini  1742  8.  H 

>)  S.  E.  Miller,    CAtalogiw  im 
g;T«ca  du  1a  liibl)otb(?<iii«  de  l'EMnriil, 
1848  8.  III  ff.    (ionaaeres  b«i  Cb.  Oral 
Ksaai  siir  Im   origintis    du    fonda 
rEacurinl.   i'Bri»  l«BO  (=  BiW.  d«"l' 
des  Umfm  Ktudea  4«.  fasc)  S.  nü-l 


e.  AltartnmBirlaa«DS«h&ft.    Ä.  Pfailol.  Polyhistors  ti.  SeholiutMi.  (S  2I&)     507 


vnrig«n  Jabrhuntlerte  bencherto  «ino   Privatbibliothok  bei  KonstanUßopel 
<lic  eiozigo  Handitdirirt  de«  .lohatines  Lydos.    Am  sicherskin  vor  gowult- 
UUUigeti  Eingriffen  waren  dj«  KInsterbibliotheken.    l>ocb  beechr&nklu 
sich   ihr  Besitz  naturguiuiUiS  von  Anfang  an  voniehnitich  auf  theologiRchc 
Ljtteratur.  und  die  wenigen  guk-n  I'i-ofnn werke  waren  liier  zwar  vor  den 
Krallen    türkischer  Machthaber,    nicht   aber   vor  europäischen   Koisonden 
■eher,  die  im  Laufe  der  letzten  Jahrhunderte  fa^t  alles  Bedeutend»  all- 
mählich aiif  geRotzlichem  oder  ungesetzlichen]  Wege  nach  dem  Westen  zu 
hringoD  vervtaudcn.    So  kam  der  berQhnit«  Platocodex  durch  Clarke  aua 
den  Blillen  Kloslerräuniön  von  Patmus  nach  Engtand,')   wertvolle  Exem- 
plai'e    heihger  Schriften   durch  Tiechendorf  vom  Sinai   nach  Leipzig   und 
Petersburg,  anderes  durch  Minoides  Mynas  vom  heiligen  Berge  nach  Paris 
and  durch  rusftiKChe  Keimende  wie  Porphyrie«  Uspenskij  nach  Mop(kuu  und 
Petersburg.     K»  iitt  daher  kein  Wunder,  da^M  die  Hoffnungen,  die  ttich  an 
die  orientalischen  Bibliotheken  geknOpft  hatten,  durch  die  in  der  letzten 
Zeit   bekannt   gewordenen  Inventar«   auf  ein  sehr  bescheidenea  Maas  von 
Wirkliolikeit   zui>ammen geschwunden   sind.     Die  zwo!  wertvolUten  Stücke, 
die  noch   in  der  neueren  Zeit  ans  Licht  traten,  der  von  Lamproa  ge- 
fundene AthoHcodex  dv»  Ueniuut  und  die  von  Bryennios  verOfTentlichte 
Ji^aX'}  gehören  der  christhchen  Litteratur  an.     Was  sich  noch  an  klassi- 
•ehen  Texten  vorfindet,  sind  meist  ganü  wortlose,  oft  »ogar  aus  Onicken 
al^^ettchnebcne,  mit  einer  ^genannten  Psychagogie  d.  h.  mit  einer  neu- 
griechiwhon  Interlinearparaphrase  versehen«  Schulhefte  der  tctzt4.^n  Jahr- 
htmdorto.    Selbst  die  alte  und  von  den  HtUrmen  der  Zeit  wohl  am  ))öitten  | 
venchont«  Klottterbibliothek   in  Patmoa   besitzt   von   antiken  Profan- 
texten nur  einen  nicht  einmal  ba'tonders  hervorragenden  Üiodor  aus  dem 
11.  Jahrhundert.     Ahnlich  steht  ent  in  den  Bibliotheken  Aw  Athos,  des 
Sinai,  dea  alten  Serai  und  in  den  kleinereu  Sammlungen  zu  Smyrn«, 
Leeboa  u.  e.  w.  Den  llauptbeataud  bilden  Überall  dogmatische,  liturgische 
ind  saketiscbe  Werke,  ausserdem  die  Schul-,  Rrhauung»-  und  Hilfsbücher 
fcr  jüngsten  tienerationen.     Kine  reichere  Ausbeute  ergibt  sich   nur  fUr 
di«  byzantinischen  Studien:  in  dem  bis  jetzt  veröffentlichten  Teile  des 
Katalogs    der   Alhosklöster    finden    sich    z.  ß.   zahlreiche   Schriften   de«, 
Photioe,  Peellos,  Ptochoprodomos,  Philes,  Nikephoros  Kaltistos  XantliopuloB, ' 
Cbenetzungen  des  Plunudes,  itätsel  und  Orakel  Leons  des  Weisen,  Briefe 
dcc  Michael  ülykas,  Schriften  zum  Barloamstreit,  polemische  Abhandlungen 
gegen  Mohamed   und  die  rltmiBchc  Kirche.     Dazu  kommen  vulgitrgriechi- 
fäm  Texte  wie  Stephanitos  und  tohnelutes,  eine  .SpancHsvurHion,  die  grie- 
llÜKbe  Manekinlegcnde,   der   von  W.  Wagner')    veröffentlichte  'Ai.ifä^i,tot 
nxa*v»%uni   »nd  ein  ähnliches,  wie  es  scheint,  noch  unediertes  Gedieht, 
■odlich    ein    vulgärgriechisches    Lexikon.      Auffallend    ist    die    Armut    an 
bjzaatinischen  Hütorikeni  und  Chromaten,  die  fast  nur  dui'ch  Muno^ses 
nd  Qlykas  vertreten  sind. 


0  IN«  Blheren  Vmttn4>  4imer  .Knt- 
Mfiin*  MXiLIt  n»oli  dem  Flnridiila  rnn 
iMMMn^a  J. Sakkelion,  J(J)iW2(1886 
I«  188»)  427. 


■)  Caimina  GrAocR  modti  iMvi  S.  ^2 
bis  24";  im  AUioaradox  UntAt  der  Titel:  'äX- 
tfnftiioi  xainrvinixif. 


506 


BjriaatJDlscfae  LitteratnrgMchicIit«.    I.  Prosaisch«  Lltt«rBtnr. 


Bei  diofler  fitichtigvn  Skizze  iuiii>HDn  wir  vh  vorerst  bewündon  li 
Da  08,  wie  liemcrkt,  an  umfassenden  und  verlüKaige»  Vorarhcitc-ii  fl 
den  Umfang  der  liyzaiitinittchen  Lektilr«  felitt.  mag  es  niclit  tibcrflÜHtig 
sein,  zum  Schlutuw  iiodi  die  wichtigsten  Hilfsmitti<l  zu  iiennon.  die  l>ei 
einer  Untersuchung  diuses  Gi-gonstandf«  dienlich  sein  dürften.  Den  Aus- 
gangsgunkt  bildet  die  Bibliothek  des  Photios;  da  jedoch  die  AiiAwnhl 
dor  hier  bt^chriehenen  Bücher  auf  Zufall  und  WillkUr  heniht.  dürfcti 
natllrlicli  nin-  ans  .seinen  pottitiren  Angahen,  nicht  »tis  seinem  Schwvigva 
SchlüKüo  gezogen  worden.  Schwieriger  wird  die  PrQfiiiig  dor  Frage  hei 
Suidas,  Eustathios  und  Tzoiy-va.  Die  byxantinii>cho  Unsitte,  alte  Auto- 
ren aus  zweiter  oder  dritter  Quelle  aururüliren.  bereitet  auf  Schritt  and 
Tritt  Fallstricke  Wie  sehr  diese  Scheinzitate  frillier  irregeführt  habeo, 
lässt  da-t  eino  grossartigo  Beispiel  der  Cjtiellenttntcriiuclnmg  de»  Suidaa 
'  immer  deutlicher  erkennen,  AiiFt.ser  diesen  Hauptautoren  kommen  nctSr» 
heb  die  Hundöchi-iften  der  alten  Toste  selbst  in  Betracht,  dazu  die  Uaase 
byzantinischer  SchoÜen,  rhetorische  Übungsstücke,  Briefe,  selbst  Gesohiclits- 
werke  und  (^ironiken.  Aus  diesen  weit«r  abÜRgenden  Quellen  muüt^  iis 
Material  xuni  grüsston  Teil  erst  heschafft  werden.  Man  sieht,  welch« 
Summo  philologischer  Erudition  eine  erfolgreiche  Untcrsucliiing  dieses  Pn>> 
blenis  voraussetzt. 

Bequemer  liegen  die  Nachrichten  in  einigen  Katalogen  byzantini-; 
scher  oder  aus  hyzanti nischer  Zeit  stammender  Bibliotheken.  Leider  sind 
von  illteren  Verzeichnissen  griechieclier  Handschriften  mir  wenige  beknnnt 
geworden,  und  auch  diese  latisen  sich  nn  Heiohtiim  dos  Inhalt«  mit  Aeu 
neuerdings  nmssenhaft  ans  Lieht  gezogenen  Hcgistra  abendlfindiwher 
Bibliotheken  des  Mittelalters  nicht  vergleichen,')  Hieher  gehttrt  da«  Bttebcr- 
inventar  des  von  Michael  Attaliates  1077  gRstiftnten  Klosters,  das  frei- 
lich nur  die  notwendigsten  kirchlichen  Werke  aufweist,  und  der  im  An- 
fange des  18.  Jahrhunderts  von  Chry^anthos  Notaras  abgefasstc  sum- 
marische Katalog  der  in  den  AthosklOstern  aufbewahi-ton  Handschnfbtn. 
Ein  vorlreffliches  Material  filr  die  Einsicht  in  den  (^iirakler.  das  An- 
wachsen und  Verkommen  byzantinischer  Kloaterhibliotheken  besitzen  wir 
in  mehreren  alten  Katalogen  der  Bihliothok  zu  l'atmos,  die,  mit  dca., 
jüngsten  Verzcichni.sseii  und  mit  dem  gegenwftrtigen  Bestände  verglich' 
nns  die  Oenciiithle  dieser  ultehrwürdigcn  Bücherei  mit  iiuerwartoter  Bt^ 
nauigkeit  fe»;t»teUen  lassen.  Der  älteste  dieser  Kataloge  stammt  atM  At* 
Jahre  1201,  ist  also  nur  etwa  ein  Jahrhundert  jünger  als  die  GrUnduDg 
des  Klosters  durch  den  hl.  Chnstodulos  (10*58):  ein  zweiter  entstand  i 
Jahre  I:i5.'i,  ein  dritter,  noch  unedierter.  im  Jahre  1SS2.  Sehr  merkwü 
eind  die  zwischen  1565  und  1575  in  verwahrlostem  Neugriechisch  gf 
schriebenen  Kataloge  einiger  Privatbihliotheken  in  Konstitntinopel  itai 
Rodosto  (Khaodostos).  Unter  vielen  anderen  Kostbarkeiten  verzeii 
sie  die  Geschichtswerke  des  Ephoroa,  Theopompoe,  Philochoros 


I 


')  Eine  klnin«  Snminlunit  lateiiiisclier 
BibliotbekskAUlogo  vorOITent  lichte  OiiBt. 
Becker.  Catalogi  bibliothocftrum  soticgui, 
tlonna«  1IJ&5.    Eine  reich  hui  tigc  ErRlUimni; 


nnil   FortfnhninK  itJMw  Weik«8  f»V  Tk 
Uottlieb.    Usbar    niittoUllerlich«   8iUt*-| 
Utoken.  I;«iptig  If^. 


6.  Alt«rtuaairiaB«iucluft.   A.  Pktlot.  FaljhiaUrflii  a.  BcboliMten.  <$  SI5)      50£l 


£unapio9,  endlich  gar  24  Komüdien  den  M«Dander  mit  einem  Kom- 
mentar de»  PselloR  und  die  Kom&dien  des  t'hiU-mon.  dio  erstoren' sogar 
in  xu-ei  Exemplaren.  Leider  iitt  dio  QloubwQrdigki-it  dieser  Fretidenbi>t- 
Bchaft  aus  vicU-n  und  guwirlitigen  littenu-gesehichtlichen  Grilnden  «rnntlich 
zu  bezweifeln.  Wenn  es  mir  aacli  nicht  mOglich  i8t,  auf  meine  Bedenken 
0&lier  einzugehen,  so  will  ich  zur  Bezeichnung  meines  Stand[iiiRku<H  dueh 
bnaerken.  dtsK  ich  die  auf  die  genannten  Hii<torikcr  und  Komödiendichter 
bwaglicheu  Angaben  der  Vereeiclmisse  fUr  eine  absichtliche  FftUohung 
halte.')  Nach  Gründen,  die  zu  einer  so  plumpen  Mystifikation  führen 
m<H'bten,  braucht  man  in  jener  Blütezeit  der  Schwindellitteratur  und  des 
Uandsehhftenhandels  nicht  lange  zu  Midien.  Immerhin  wäre  es  eine 
dankenswerte  Aufgabe,  diese  Kataloge  aii^iXlhrlich  durchzunehmen  und  zu 
kommentierten.  Heute  ist  in  Kodottto  nur  noch  eine  griochi»ehe  Hond- 
Rckrift  (geegraphinch-hi^toriüchon  InbaltB)  vorbanden.  Kndlich  dnd  die 
Iwut«  noch  aaf  ehemaU  byzantinischem  Boden  erhaltenen  Biblio- 
tfaeken  zu  berücksichtigen.  Die  erste  Stelle  behaupten  die  groH.sen  BUche- 
roien  der  Athoaklübter;  ihi>en  folgen  die  Bibliotheken  auf  l'atmo».  auf  dem 
Stnai,  in  den  l'atriarchaten  zu  Jerusalem  und  Alexandriu,  in  ChuLko.  im 
aU«a  Serai,  in  der  evaugeliuchen  Schule  zu  Smyriia,  im  LimeukloMter  auf 
LeriMM  u.  8.  w.  Die  Handschriften  des  Königsreichs  Griechenland  uind 
jetzt  in  der  Universitätsbibliothek  zu  Athen  vereinigt. 

1.  Alt«  Hsndsckriftenkalilog«:  Iliui  UUulieriDVciiUr  de«  von  Mi«hMl  Albiliatc« 

tMtiftt«#D  KtoaUn  «kI.  K.  N.  .Sutha«.  .Ufi.  |l<A   1  (1^72)  49  if.     V^^t.  S.  »17.  —  Um  i-tl- 

■imIi*  favcBtu  TOD   1201  «diMle  mit  KommvuEnr.  Miltuiliiiigen  l)b«r  lilu  sjiMni'i.tii  KataloM 

a.  ■.  w.  eil.  Pivhl,  h»  trisor  et  1«  bibtiulb^iiuv  du  ['iittiiiM  an  coiiinicitcvnuint  da  IS*  iiiMa, 

B.  Z.  1  (1892)  468-62.^.    --  D»n  patmischeu  Ktitalut(  van  ir>.'>  «di^rlo  »m  l'od.  Vatic.  ISOb 

A_  Uai,   Nora   patrum   blbliotliocit.  vol.  <j   (Romiwi    lh.''3)   par*  2   8.  iS7    bS9;   darnoob 

■ttdrrhelt«  tha  Mignc.  I'aliol.  gr.   149.  1040     lü'>2i    ondlii^h   udi«rte    ihn   otuto  KenntaiH 

•M    dmrD    l>nickcti    W.  Studemund,    rbilologim    26  (1^Ü7|  167—173.    —    Ein    kI«iDea 

Ltikvcncivbiin  iIm  KIuhIv»  von  Canolo  ligi  Otrnnlo  cd.  H.  Umont,   li«vue  d««  it.  gr.  K 

lian)  38»  f.     \>l.  S.  818.   -    Vier   olu.   ktciuixcli   üuaulKielKiie   Kataloge   Krieckisclier 

BuÜilMHüteter  ed.  P.  üatiffol.  Tiei  UibliullivkBii  von  alten  bua^lianiacfaea  KlSetoni  iii 

DitMiUlaB,  Ran.  ^oarlabdir.  3(1889)31-41.  -  V'kI.  P.  Batiffol.  L'aliba;«  de  fUmtno. 

htm  1891.    -   Katalog  dea  Cluj^uitllio»  Nulara»  b«i  K.  Ü.  Satfaas.   Uta.  ^fX.  1  (lt)72j 

Sil  -284.   ~   Kinjge  Eataloge   d»  16.  Jafarli.  iit»  Patriarrliat*,   d*«   Anto«  KmUIeomimm 

&1.  V.)  «d.  A.  Poaaovin,   ApiMrato*  «ac*r  ad  acript  T«t.  et  novi  TcataiMati,  KM«  IttOtt 

L  II.  Apipcndix  S.  44  ff.    -     ui«  Kataloge   der  rrivatbibliotboken   in  Kanatanliiiiopal    and 

IUMo  |iud  1570)  Bind  ed.  von  K.  Foorator,    De   nntiquiUliliin  el  libm  mm  Cpolitania, 

1677.    Dniu  rgl.   K.  N.  tialbaa.   Sur   Ice   coniiniMitiiirM   b^uvtlne  rebtib   aux 

da   Urmuidnr  etc.,   Aunuaiip   du   laanoc.  '.i  |1875;  1N7  -  22'J.  und  Uralkc.    bae 

d«r  ILw  iu  RoduoUi    bei  Kp«l,    Tbpolog.  LiurnlurU.   K>  (IHIM)  M  f .    —    Aeltme 

IlttUge  latMoiacker  und  griec)uH('li«r  Huud8('Lrift«n  sind  niitt;«tnilt  von  Leopold  I>eli>l«, 

U  cabinet  de*  nua  de  la  bibliotli^quu  Ufttiuuale.  4  voll.,    Polin  18Ö8— lt«<l  i».  den   lud«! 

4mS.  Bud«4).   —    K.  Bftvaen,   Ein  oatalog   der   gricrhiiclien  Hm  d>«r   biklxilknk   cud 

TNIaia*(>1eaa.    Pbilologw  41  (1882)  7Ü8-75.^.    —    Das    luvi-'ntnr    d«r  griaditMben  lloud- 

MArihtn  da«  Jotiansee  Lankam  n«b«t  ninigon  Kriefun  Jpaavlbt-ii  ist  inii«e1«i)t  von  Pierre 

4l  Salkac,    Udangc«  d'arcb^ulugio  nt  d'histoirc  de  l't.culv  IratK;.  dt  (Uiioo  0  |IS80)  Ü.VI 

Mli4.  —  Zwei  Kataloge   nua  don  JbIitod  1J72  und  lö78  «d.  K.  Legmad.   Notlo«   Uu- 

nU|M  anr  Jean   et   ThioduM  Zrgoroahw,   Puria  1889  8.  137~ir>.^.    -    Einen   KalaloK 

4a  Vatictaa  vom  Jahre  12»5  ed.  P.  Ebrle.  Archiv  (Qr  Litteralur-  nod  lfircheag«ttkl>t» 


'I  ÜWIloa  acIM  ein  Poracbor  wie  Fr. 
■teheler.  Pliilol<igiaolHi  KriUk,  Bonn  ISlfi 
f.  11.  diea«  KalaJege  al*  gbnbwOrdig  be- 
*Mk«t  Aacb  E.  Sittl  danbt  dietelben 
■K  Vidertaging  der   Pabel  tm   der  Vor- 


br<Miiiuii)i  der  ProllaBdicblAr  dumh  byaa»- 
liuinvbe  TbFulogOD  (S.  H.  505  f.)  Vfrwert*ii 
IU  dürfen,  Uetliner  pliil»).  WecheBK-bi.  IHUU 
S.  472. 


m 


Sfx&BtiDiBche  LiUeratorgeBchiclit«.    I.  PrMaiaali«  tdtt«ratiir. 


dM  MittoUlt«»  I  rl8MA)  31  ff.  —  Einon  KütAlog  der  Vulicnoa  von  l.tll  i:i]i«rt  (»a  M 
sprichUJ,  L.  Ileiberg,  l<>»  piymi^ra  mnn  gr«c(i  df  In  bibliotbvquo  papalc.  Bultetin  m^ 
l'Vuddnii«  royHlB  Dsnoise  des  NcJiKir««  nt  drit  lottica,  s^nnce  ia  4  di!c-  IMII.  —  f.  U»- 
tiffol,  Lca  niM  grecs  Uq  Loltino,  nv^ijup  di'  lieüune.  Kecberclioti  {lour  »ervir  h  rbuEwr* 
do  U  Vftticana,  Hrilangea  d'arobifiiloKie  et  d'bistoire  dv  l't^coJ«  btft^.  de  Kotaw  9  (ItSt) 
2S— 48.  -  Einen  Katalog  dos  ]:>.  Julirbundutts  od.  naa  Cod.  Barocc.  2iO  W.  Allen,  Ab 
aacfent  Qreek  uiuimsfcrj-  oatalogue,  TUe  Journal  ot  ufailaloKy  19  (1890)  6&— 68.  -  H. 
OmoQt.  InventAire  des  msB  greca  et  latina  doiui^  u  Saint- laar«  de  VcoiB«  par  laeardliul 
Bessvion  (14t;8).  Revue  de«  biUioUi^iuM  4  (1894)  m-187.  —  H.  Omoat.  Le  peaitt 
cat^ogae  doe  mse  grocs  du  cardiiial  Ridolfi.  Bibl.  de  fEwla^ea  ckart«8  49  (1889)  309-  334. 
--  H.  Omont,  Catalogao  dea  manuacrita  grecs  d'Antnine  Kpar^ae  (15SS),  BiUiotMqM  da 
l'Koola  dM  cbartM  dS  (1808)  95-110  imm  ikMag»  om  Voneiobnta  dor  Hm  «kr  PariMr 
Nationalbibliethak,  welehe  nadiweialich  Ton  Antoa  Eparehoa  üUmmen).  -  II.  Ontanl. 
Cataloguc  d«a  mss  greca  de  Fontainebleau  sou9  FrDni;ois  1  ot  tlvtin  II,  I'aris  ISSy.  - 
Ein  kleinoa  Vereoichnia  von  ttQchem.  die  ain  Knd»  dos  13,  Jabibiuidertu  in  TbeMa)«aA> 
für  ein  Klualirr  gekauft  wurden,  ud.  H.  l'siiTier,  Jahns  Jahrb.  107  (1879)  14T.  —■  Ut*n 
Dotea.  Vn  ducumenl  aur  lu  bililiulh^que  de  Thäudore  Gaza.  Ren»  d«s  bibliotbequea  3 
(189S]  88&~890  (Notarlataakt  v.  J.  1477).  -  Ei[i»  kloitie  Dncliarliate  «Dthillt  daa  Teila- 
inout  des  kretiaolien  Sebreibers  Neiloa  Daniilas  aus  dem  Jabre  1417.  7>aerBt  ed.  res  K 
Legrand,  Teetament  de  Nil  ßamilas.  Kevne  des  et.  gr.  4  (1S91)  178-  181;  duut  komktar 
von  Spyr.  P.  Lambros,  Das  Teatamonl  dpa  Neilos  DBmila^  B.  7..  4  (1895)  685—587.  - 
Anaxug  ans  dem  Kataloge  der  gri och.  und  Int..  Has  des  Kardinals  äirlel  hol  K,  Miller.  Calaben 
dos  DI3S  grora  de  la  bibl.  de  l'Eacurial.  Paris  läi;^  t^.  S06— 331  -  U.  Laommef,  Dt 
Leonis  Atlatii  codicibua  t|ui  Ronae  iu  bibliotbecn  Vnlücelliaoa  uwcrvantur,  tVoibiBg  ISH 
(mir  unzugänglich).  —  Hauptwerk  fllr  die  Kenntnis  der  allen  Katulugv  ^««hiaehar  H» 
in  spaniäcben  Biblietbekun:  Ch.  Graux,  Eaaai  sur  lea  origiDea  du  fooda  grec  de  VEt- 
curial.  Paria  1880  {^  Uibl.  de  l'Koole  des  üantea  EtndeB  46.  faac).  Hier  S.  413-41? 
aucb  ein  Katalog  von  Hss  dea  Autouio«  Eparehoa  (vgl.  die  oben  angofflliri«  Arbert  rqn 
H.  Onient).  —  Manche«  Ü«Thcr  gelxtrige  Material  enthalt  anc^  daa  vonrtffliclie  Werl:  ym 
V.  P^lirle.  HiatoriahiMiothocaeRonianorum  pontiticiim.  ToitiusI,  Rom  1890.  —  TeraehMdoDi 
ft1t«re  Handachriflcnkatalogc  In  den  Codd.  Uarb.  II  23,  11  71,  11  89;  Vatlicell.  C.  S8  a.a 

2.  G«g«nwAitige[  Bestand  int  Orient: 

1.  Die  Bibliotheken  der  A thosklttstor  «nd,  nachdem  frOhire  Bentchar  wie  Vi^ 
loiMin,  Falln)«raj-or,  Minoides  Mynas,  E.  Miller  u.  a,  eininlno  Notiion  mitsatsUt  kaOni 
im  Auftrag«  der  grieibisdicn  Kcgiünitig  von  üf.  Lamproa  genau  inrentvUMrt  wardcs 
UDrsummariioboBeric^ht  desselben  an  diu  Kammer  ('Kic^f«:«  n(ö;  i>;r  {tocligp)  wnrdajdcicfr 
xeilig  awHinial  ins  Deutsche  öberaelzt.  von  August  Bolti,  Oio  Üihliothoken  Au  UBater 
dea  AlhoH.  Bonn  IHSl,  und  vou  Heinrich  von  Rickenbaeb.  Gin  Be«udi  auf  d<an  Bttgt 
AtUoe.  WUtrburg  18^1.  Von  dem  auafUhrUchen  Kataloge  aelbst  vutd«  au«ra4  ein  Um« 
Teil  in  Griechenland  sedruekt:  Sp.  P.  Lamproa.  Kntäloyot  lär  ir  mif  fi4,lXiP»^*mt  tti 
'Jyiov  ligovi  iüiji:  xiaalMuiy,  Täfioe  «',  fii^ot  n.  Athen  ISR8,  Jplit  wird  der  ^aau  R^tf 
in  weit  besesrei'  Anlage  und  Ausstattung  in  England  vorOfTentlieht  Bis  jetit  cnchiMi: 
Sp.   P,   Lampros,   Kaiiiloyii;  inii-  er  lui;  fij<liaSiij*iii(   tov 'Jyi^r'opoiii  UJttjviBir  i  ~ 

Touo(  nQiöie;  (mit  dem  engliacbon  Nebentitel:  Catalogue  of  the  greok  maniiacripte  of  ]. 
AtlioH.  vol.  1),  Cambridge.  UniTeraity  Press  1895.     Vgl.  die  Beaprcchung  von  K.  K-, 
5  (1896)  214  ff.  —  Daeu  Sp.  P.  Lampros.   //fpi   toi»-  itiiliiiii'ijaiiar  xwiKxvi-  tür  '.f 
fMin'rßißiio9ririüv.  Athen  1(^88.  —  vgl.  Sp.  P.  Lamproa,   EUi;«««  gudäyQaifn.  Bma 
8,  Aug..  24.  Okt..  21.  Nov.  18Ö3  (Nr.  32, 43,  47)  (Besolireibung  und  Kacaimile  einiger  Af     ' 

3.  Katalog  der  Bibliothek  im  Kloster  dvs  hl.  Jobanuea  aufPatmos;  J.  Sakkel 
llttiuiaxi}  ßijfliluSijxij,  Alben  189U.   Vgl.  diu  Busprechungeu  vou  0.  Dustunia.  Jooni. 
1891   Bd  374  Aprilhefl  S.  426-437.  und  Ä.  A.  Dmitrijevakij,  BiblioKrapbiacba  N«l 
1  (Moskau  I8f2)  253- 2,^9  (ruas).  Weitere  Nachtruhe,  namentlieh  Notizen  Ubei  dta  S8 1 
welche  in  Sakkeltons  Katalog  nicht  beaclirieben  aitid.  gab  A,  A.  Dmitriievakij, 
8kiBcen,   Kiev  1894  (zuoral  in  don  Tnidy  Kievskoj  duch.  ak.   1892— I8S 
aprecbung  von  N.  Kraanoscljcev,  Via.  Vr.  1  (1894)  723—732. 

S.  Sinaikloator:  V.  Gardthaoa«n,   Catalogns  codicum  Gra«conim  Siaaiti 
Oxford  1886. 

4.  Jcruealcm:  A,  Papadopulos  Kerameus,  'lifitaoXt'futiKij  fiifih»9^K^, 
4  Bttnde  bi-riiohni^t.  bis  jetzt  lid  I.  IL,  Petersburg  1801.  1894.  Vgl.  dio  BoM(«ehiw||aa  * 
D.  Beljaje  V.  Journ.  Min.  1892  Bd  381  Maiheft  8. 1S4-207:  von  K.  K..  U.Z.  1, 623  f.:  S.  R3Ä( 
von  K.  Kurta  Vin.  Vr.  I  (1894)  683—690.  —  Zur  ErgÜnaung  daa  Katatof»  dien«« 
.Ajia1«kta*.  in  welchen  eine  Bluuioitleae  unediert»r  oder  aeltenev  Text«  na»  den  Iha  tu 
xum  Patrinrc.hal  Jerusalem  KehOri^un  BibliotlMken  beiauagogekon  weidutt  »oll:  A.  Papa- 
dopttlos  Keraraoue,  '^niifxm  ftpMuld^itia^c  eimgi'vieyint,  bia  jebt  roll.  L  II.,  Petm- 


»4).    VgL  dii 


J 


oTlHwrtnnuwlaaeasciiKft.    A.  Philol.  Polyhistor«!!  ti.  SchoIUaleD.  ({|  SIS)     511 


borg  1891.  1894.  UeWr  don  Inluilt  x.  B.  Z.  I.  S23;  4.  ISO.  -  Zur  IJMcUohte  d«r  BiMio- 
IlMkefi  tu  Hallstiiu:  Alb.  Klithard.  Diu  gricchiocho  fatTiurolinlLiblJoUivk  von  Joniaiüem. 
I.  Dk  fritkuBD  UililioUiek«!)  in  PalUatiiiA.  II.  I>tu  ÜiliholhDk  dott  liL  ürolws,  Kam.  (Juur- 
HiHäu.  h  (1M)1)  217-266;  329-331:  383-  3SI  und  6  ,läL»2j  339-865,  -  Alb.  Khr- 
liard.  I>M  Klooter  nn  heilig«!)  Kr«iu  tiui  J<;nisaletn  und  sein«  Bibliotbeli,  ilistor.  Jalirli. 
im  0«rrM«M.  18  <]Sa2)  ]ad~l?2.  —  Alb.  Elirbard.  [>or  alt«  BMtand  der  Brieuli.  Patrl- 
■rdudbibl.  TOR  J«ni»al«ro.  Centralbl.  f.  Bibtinlliekawosen  9  |1892)  441-4;»9.  -  Alb.  Ehr- 
bard.  Da*  griechische  Kloat«r  Mar-Saba  in  I'alAHtina,  Wim.  gunrt«l»chr.  7  (1893]  82—79. 
!/.  Smyrna:  DJo  llsndficlinftrn  der  .evanffrliKchen  Scbulo'  in  Smjma  beeohrieb 
A.  rBpadotmloH  KfirBtncDn.  üajäXttyoi  tut»'  -itt^oy^ätfaii  tijt  Ir  Ji/iii^yg  ^ifXtoS^x^ 
ifi  gvafftiixiit  ofei^,  Smjniit  1877. 

5.  LcüboB  et«,:  rnpadopulnn  Kar amaiia  unternahm  Ini  Auftrage  de»  ('üratenThoed- 
A.  MsiirogoTditaa  mehror«  Krisen  in  der  TOrkei  (L^boe,  Tbrakicn,  MMkcduni«!!  u.  a.  w.J, 
W»  dir  iriatrcuUn  kloiiieron  Bibliutbckcn  tu  durchfaracbva,  und  vuruitiiiilliclito:  .Vn  ■'(»«• 
f0f4nrtni(  fifiioS'jxi)  >)(oi  yrriMÜf  ittQiyi/a^itös  xntiünynf  rtör  ir  tni'(  lira  iijr  ilm- 
t*Mf  f*fin«9^Maif  tvffi^nofii'rray  JJtÄijfimir  /tiQoyfäfiay,  KunHlAiitinopel  I8S4^|I^86.  als 
Beilage  mal  15.,  tO.  luid  17.  Bund«  der  Pubtikaliuncn  du«  'ElX'ir.  tfiXalay.  «iHloyof. 

7.  Konelaittiiionel:  Bibliothek  den  S^liogos:  A.  Papadujiuloa  Kerameua, 

KMTmitry«(  ttir  ir  Tp  ^it3lij«xul  mXai.t.ytxv\  afMuyiif  XHQoyQi'fioy  ftßXiuir.  M^QOt  X^roc, 
ZiiX»y*t,  'AfumtoXny.  irfii^aitti,  Ua^itQir^ftu  toi*  «' —  n,)'  täuov  (1892)  S.  76— I2Ö,  —  Den 
Kt'rW  des  V«roj|riM-  tau  äyior  tiiifoi'  in  Kpol  «d.  K.  Satbas,  Mto.  ,^tfk.  I  (1872)  287 
Mi  112.  —  Di«  kÖliaat«»  HulFnungen  bntto  iiinn  niif  dio  bis  vor  knrxom  in  gehaimniavoUeB 
DndMl  nhallt«  ßacheistmBilang  At^  niton  Scrni  geknllpft,  in  der  man  Uestc  d«r  PalSo- 
IHWlhililirrtlliik  Tcrmutet«.  Wenn  den  Ucsuchem  »lies  gezeigt  worden  ist,  woran  eicit 
^M^f^  noch  zvdfaln  llaat,  so  schwinde!  die  vrwurtcti.-  Fülle  auf  einige  Duticnd  Hand- 
■«itifloa  bckaiuiUt  Tcxtp  (Polvbios,  AristotL-ks'  Zoologin.  Tuktikcr  u.  s.  w.)  xusuminon. 
Dm  boalMi  AufscbldHBe  Über  dU  S«nuhandBvhrifteD  gab  Fr,  UUsb.  Hermee  23  (1Sä8) 
tl9—2S3;  622~02&.  —  l'ntuglinglicli  int  mir:  K.  Coderu,  CtiUloguea  de  bibUulhtqucn 
da  CoMUntineiile,  Boletin  de  \a  Kvul  AcndemiH  de  la  Historia  18  11891)  Faec.  4-6. 

6.  bibtiothek  des  KloaUrs  der  Gottesmutter  xu  Petritaos  bei  Philip* 
popel:  MiUeilungeo  von  P.  N,  Papageurgiu,  'Huf^oUyiai'  lijt '^ri'ioitjt  1887  8.  Uöff. 
enJ:  lJ«ri.  phikd.  Wodieixsolir.  1887  S.  821  ff. 

9.  Bibll«th«h  des  Johanaeskluatera  bei  Sprres:  Mitteilungen  über  diese  bis- 
W  von  nieffland  erwlhot«  Bibliodi«k.  die  66  Pergamenthaa  bositjt,  gab  P.  N,  Papa- 
(■•ritlo.  ß.  Z.  3  (1894)  319-82ä.  Kin  vollständiger  KaUlog  von  Chr.  llemotriades 
iM  IH^ednKkt.     l'obcr  weitere  Bas  in  Serre«  s.  Papageorgiu  a.  a.  O.  S,  286—288. 

10.  Kloster  de*  hl.  Demetrios  (Thoasalion);  Maxieres,  M^moir^t  *ur  le  Pelion 
«I  rOeu,  ArcliiroR  de*  miasionB  scietitiÜitues,  tomo  S  (1854)  248-250. 

11.  Klo*lorbibIiothek  auf  der  losel  Andros:  Katalog  von  Kon«L  Plciiot«« 
ki  AaL  Heliarakce,  'fno^nTfinin  rufiffa^uai  iwV  KviiaJiuv  r^amr  'jy^Qot,  AVuf, 
Alhen  1880  S>  Ifil— 181.  —  J.  I>,  Txctxea,  Tu  fiovaijui  jfmmj'(i«yii  r^j  ir  *.4rJp^  fioi-^t 
(•««X**  »Vm»  ItofnMiif  12  (lt$6»)  1^4—149. 

li.  Bibliothek  auf  der  Insel  Leroa:  Vereeiolmia  bei  0ikoaa!nopulo8,  Atgtit- 
ti  i(tM  /«ipv^-fn^'u  fi;c  t^oi'  vl^fai',  Athen  1888. 

13.  KtoBterbibliothek  von  BvliEe(boi  Arta):  Sp.  P.  Lampros,  "H /fiitj  Bvkliift 
•d  tJ  ir  ■v'rg  x^V^rff»-  ^'^'^"r  4  (1^1)2-1894)  898-306. 

14.  8iiiope:  Authimos  Alezudes,  Ittmyaaiftj  x*'Q'>YQ"V"'  {<'^'l<<e*'  r^C  f"  ^iru'nji 
UHn^  «rollte.  t'j"k-  'Ak.  I&  (1896)  23  f,:  89  f. 

t&.  Berat  (Epinis):  P.  Batiffol,  Les  majDuscrita  grecs  de  Berat  d'Alhanio  et  Im 
min  porpureus  *,  Areliives  des  niiwieus  Bci«ntift(iuea  111"  s6rie.  lo!na  13  (18ü7)  487— 5G0. 

16.  Athen:  0.  P.  Sreinos,  IJirnioyof  lüjc  /(ipoypiiqnüic  tijt  iSrinni  »«i  r^(  toi- 
— iai»nyiee  fipXio9r;xt{(.  Athen  1876  {wurde  nie  verfltTuntliHit).  --  Joli.  Bskkelian 
■I  Alk.  8akk«lion,  Kaielnyot  iwr  jtifayQiiifaiy  i>;(  /tfiiiiit-  ^iflXiuS^xr^i  Dj;  "KUaifa;, 
Um  1892  (üm/aast  1856  IIa*,  allvrdiag»  !neis(  aiut  dtr  nounron  Zeit).  —  W.  Reich, 
['•btf  ÜB  PalinfMito  itt  IJniv>T*itAt>-  and  NaHonalbibliothck  in  Atbeii.  Festgruss  an 
fi,  Heervagra,  EHtogaa  I8$2  S.  Sl-  101  (hespridit  8  bodoutungslusu  Pnliniptieste}, 

17.  Kairo:  Katalog  dnr  griechischen  Das  in  der  PatriurcbulbiUL  bei:  0.  Schneider, 
Itiiilftg«  aw  Kenntni*  der  gri«rlüiwh'OrtbodQxeii  Kirche  Aogj'ptcus,  Dresden  1874  S.  41—47. 

JK.  Baoitnien:  Ktirt«a  Vitnccichnis  von  K.  'EftpCTUnivoi,  £vXXnyo(.  KiKoointftn- 
fl^V.  Ki^a^iw«  !«•  "i  iiwou  (1086)8.  97—102,  wo  auf  einen  auslllbrtichen  Katalog  in  der 
>■  amckvUcB*"  nmtniadieB  Hevieta  Theologioa  t.  III  verwiesen  wird.  Die  mi-isten  dieser 
üi^  di*  aaa  im  grieeiii«chea  Schulen  in  der  Huldau- Walachei  stoniinon,  goliöiun  dem 
J7.— 18,  4ah(h.  an  und  enthallen  ScbuiblKlier,  CebLTselM»g.'a  tt.  a.  w.  aus  derselben  Zeit; 


12 


jysantiniaelie  iMenüar^Sib leb te .    I,  ProMisohe  Utte»tiir, 


fdift  bjmntininclic  t.itU^iatnr    Ut    nur  diuoli    bekannte  KclirirUin    wie    il<a  ProdromM  TetH 
slielia.  Knltomiün  dm  Johannen  Kucliailoit.  IJ  ebene  (zun  gen  den  PtuQud«»  u.  s.  w.  vrrtnU^ 

'S.  Ein  Votxuichiiui  der  SnmmluDguti  gricolÜHfbur  Usa  itn  Abendland«  nni 
in  Rnaaland  liiidut  inuii  bei  V.  <iiirdthaUBeii,  ÜrivckiBche  PRlSuf;ra|ihui,  Leipcig  1879 
.S.  Ai\)--Hi}.  Ilic-r  üfivn  iiudi,  uhiiu  Streben  uucb  VolUUndigltMt,  einige  ameb  dMO  &■ 
scbdnoo  dea  Uucbo-i  vuu  Ü&idtbHUBeii  vcrtitfeullichte  KaUlogo  notiert: 

1.  Deutduhluud:  U,  Studemunil  otL.Cohu.  Codicc«ex  bibltotbaca  MMinnsiiiiiaii* 
fliillijipid  graeci  nunc  Uorolioensos,  HiiTlin  IHUÜ.  -  Calalogua co4icQtn  gHwcamin  uui  in 
bibhouieca  urbica  Vratielnvi^nai  adsorvantilr,  )!r<elaa  lb$9.  —  11.  Omont,  Ciiukgn« 
dee  mM  grecs  dos  bibliolb^([Des  des  villos  UnnsiiRliqu««  llHmboitrg,  BrlUii*  et  Lflb^nk, 
Centralbl.  fUi   lübliolbekswoseu  T  {\Hi)>})  3'il~377.  —  Nur  wenige   und   meiiit  gant  joag* 

Smcbiaobe  Mss  verzeicbneo  die  bis  jet/l  etschieaenen.  vunW.  Moyor  boarbcitolso  Ulnds 
n  Werken:  Venoicbiiis  Her  Hh»  im  pruiWB.  gtuule.  Bund  1  Teil  !  —  !{.  BorÜD  1893—1894. 
3.  Krnnkreicb:  lins  lupislu  Ihot  hier  H.  Omunt.  Uurub  einen  IcnngehiMlMi 
Katalog  <lci  griecbiscbou  üf^  der  Nutautiulbibliolbok  und  dcv  ObrigCB  fmuMiivbuD  liiblio- 
thckoQ,  durcb  VvroifeiilliL'buDg  vuii  KiicsiiiiilunusKabeii.  v«ii  Utcnn  Uaa-KjilaloueD,  \<iii 
MirDOKru{>lii(iu  über  gnucbiac^be  Kujii8t>>u  und  H&udli-r  u.  a.  w.  hat  *^  Ober  die  lli-ri^i:ii'! 
und  Üeschiclitu  dur  gnecbi«i-ben  Uks  rvichlidieB  Liebt  verbreitet.  H.  Oinont,  Invi'i  : 
■unnnuire  dos  uias  atise»  itc-  lu  ))ibliulh^i|ue  Dational«,  3  voll-,  Porta  1886 — IS&f  {t\a 
4,  llaud  soll  din  EiiileiLung  uud  dvn  T#xt  bringen).  —  H.  Omont,  FacaiinJUia  dM  bm 
grecs  dut^is  de  lu  bibliotb^qu»  nntionnle  du  IX"  HD  XIV'-'uM«,  Paria  ItJSl.  -  R.  Oment, 
L<is  maa  duUjs  des  W"  et  XVI'  sitcles  de  lu  biblioth^(|iie  nalionala  et  dw  «utie«  biblio- 
Ihti|ue8  de  tViince,  Revue  des  bibüutbeiiues  2  tlWij  Janvior— Juin.  —  II.  Ouonl. 
Facsiiniläa  de  msa  grecs  des  XV''  ut  XVI"  sitvl«,  Paris  l8bT. 

3.  llBÜen:  Bologna:  A.  Olivieri.  tndioe  de'  codici  greci  BologneaJ,  Stodi  it4L 
di  lilül.  ctassiL'ii  3  (l(<%|  Söö— WH.  —  V.  Puntoni.  Indiois  codicuiu  gracooran  B»»- 
nientiium  ab  AI.  Oüvierio  vunipoBili  suppleinenlum.  Studi  itul.  di  £li>l.  ctnaMca  4  (ISMI 
865— 9T8.  —  FloreuE:  K.  Ruataguo  e  N.  Fentu,  Indi»  dui  codici  greei  L«nrwäini 
Htm  coinpr«ai  uel  catalugo  d«l  Bandini,  8tudi  ital.  di  filol.  rJassica  ]  (t69S)  129— SSl 
—  Q.  Vilclli,  Indiue  de'  codici  gieoi  Riccordiani,  Mifliabeohisni  o  MamoeUiani,  Stall 
ital.  dt  älol.  rlii»>ira  2  (1894]  471— .'iTO.  >  Genua:  Alb-  Klirbnrd.  Die  piacUaeh« 
Hm  von  (ienun,  Centrulbl.  für  KibliotbokaweeBn  10  (\89S)  IS9-2I»<.  -  (Irotta  Far- 
ritn:  Ant.  Koccbi,  Codices  Ctyptcnses  äcu  .\bbatian  Oryiitac  Kerrntaa  in  Tmuitfl 
digeeli  et  iltustruti,  Tusculani  1HS3.  ~  Zur  ßes(^hicbto  des  Ktonleni  und  der  BiUiothak: 
Ant.  Roui'bi.  De  eucnobiu  Cryplofermtonsi  eiusque  bibliotbeoa  et  cvdidbua  praeaeitia 
graacis  uummetitiirii,  Tuac!uli  lHä3.  —  Nonpel:  UiuB.  J'trtu,  Oodiei  teuOTati  d«!!« 
bibliotecbe  di  Napuli.  Fase.  I.  Lei^izig.  0.  Bai'raaowilx  lä!f2.  Du  Wetk  ist  auf  lU 
Hefte  berecliuvt.  wuvuu  daa  7.  eiiugun  Bytnutinerii  wi«  Zoaaraa,  l^wlloa.  I^taitttw, 
I'lethnn  u.  s.  ir.  gewidmet  werden  soll.  -~  Perugiu:  Tb.  W.  Allen.  Tb«  gfeek  out  >f 
Porugin,  Ccntmlbl.  Rlr  Uibliotliekswesen  lU  (IH93)  110-47$,  ~-  W.  Weinberjer.  Zu  (Im 
griediischen  Hss  von  Perugiii,  Cvnlralbl.  f.  Bibljotliekäweaen  11  (1894)405  f.  ~  Rom:  ll*nr 
KtcvonNon  Senior,  Codices  niss  Pulutini  gracci  bibliolhecne  Tntivanao,  Hom  IH^V  il*iit. 
l^tevuniionljeuior,  Codices  msa  grueci  rejjinae  Suecorum  et  Pii  Pf.  II  liibliothecnc  Vntii  kui« 
Koiu  IBÖS.  —  K.  Forou  et  F.  Iliittnglini.  Codices  rnas  gruoci  Ottobuniiini  bibliothecac  Viij- 
caiue,  Rom  18!f8.  —  Cns.  Stomajolo,  Codices  IJrbiunlea  graeci  bibliothecao  Vaticana«,  B«B> 
1896,  —  Fr.  Bauualnri,  Index  uodicuui  gruecorum  bibbotbocae  Ciiauuntenais,  äludi  ital.  £ 
fUol.  clasbica  3  11^94)  163— 2U7.  —  Sizilien:  Fr.  RUlil.  Bemerkungen  Über  BibliQ(h"t.tr) 
lu  Sizilien.  Phitologii»  47  (1880)  577—58^.  —  Cb.  Diebl,  Nulices  aur  (teuxmna  a  mmiA:ur> 
da  In  bibliotliequEi  de  l'universilu  de  Meesina,  M6li(ug«a  d'urch^l.  et  dliistfliru  ti  i\'-" 
80B— 822.  —  Turin:  Kin  Katalog  der  bei  Paaini  fcbleuden  (las  wird  von  0.  Zinn: 
Tncborcitet,  —  Vouedig:  C.  Cnstollani,  Catalogus  codicum  graecoTum  qui  in  biblN 
tbecnm  U.  Moici  Venetiurum  inde  nb  nnno  MDCCXL  ad  hneo  unque  terapora  üilati 
Venedig  ltlt)5  (der  bis  jetzt  vcrOITentlicbte  Teil  entblllt  nur  Klasse  I  das  oltOD  band* 
liehen  Invenlars).  —  Veronu:  II.  Omont.  Les  mss  gteca  de  bi  bibliotbtau*  eap' 
et  de  In  bibliolbec|ue  conimuniile  de  Verone,  ContrnIbl.  f,  Bibliothekswesen  8  (1q9I)  4S 
—  Kurze  und  mm  Tuil  unziiverlilssige  Notixen  ü\im  griechisob«  Hai  ia  Modeua. 
lognn,  (ienua.  Rom  (llibliutetu  Augelicn.  CuBtuialunse,  Curaini.  Bori;heM,  Vilturw 
munucle,  Vullicelliona,  Arcbivio  di  .Sun  Pielru),  Piatoia.  Lucca  und  Siena  gab  Th.^ 
Allen.  NotBa  on  greuk  ms«  in  Itnlian  Ubrariee.  London  1890.  Im  Vorwort  S.  V— 1 
einigo  hier  nicht  wiederholte  Litte ruturan gaben  über  Ueschreibitngan  griecUadier  Qm  i* 
lialieu.  —  Kinon  xusammen fassenden  Katalog  der  kleinen  Sammlungen  gnediiaclK«  Hsta 
llillieu  bat  V..  Martini  iiiisgenrbeitet.  Von  dorn  leider  wenig  |irakti»di  aag»lectcn  Wxk* 
eracbien  bi«  jelxt:  V..  Murtini.  CuInloKo  di  munoHl^^itti  fjTici  eiiiirfeuti  iielle  bihlMtocb' 
itallonv,    Vol.  1.  parte  1-2,  Uuiland  1^93     1890.     Parte  1  onlhalt:  Mailand  (tUbtiuUca 


d 


8.  AlUrtiuasiriaMiLBcbAft.  A.  PbUoI.  Pol7ttistor«B  n.  Scholiutes.  (J  215)     5J3 


ia  di  Riwm  aad  ArHiivin  d«!  rnpilnU  uMtropolilwieV  P*l«m»(BiblMteCk  J 
md  Homo  nuiotialaj.  rmrmB  ([tiblioUwa  rnUtniSI,  Pa*ift  (DiUtatMkÜMiiremUrM).  PirUS' 
nüdlt:  Bmacia  IIIibliotc«kliti«riaiaiiB),  Cotiio(BibI.  Conniaale).  Crauons  (Bitil.  Gvrcr- 
Hbva),  VarrNr*  tBiU.  Comiuimlo),  0«iiua  (Bibl.  L'nivaniUris),  MbdIii>  tHtUioKot  cd 
AkUvw  tioOHkga).  Maitnad  (BibL  Trivnlci«!«),  Ne»p«l  (BifaL  lUt  G«rol*inMi)  nni  «uMa 
AfpawJi«  {Mw  T»rii|. 

4.  Spinien:   C«lier  di«  alun   KtJtiogt  s.  V.  tisr^tbkosaB.   firinrhbrlit    P« 
ICnr^*   !f.  431.  —  Ch.  Oraux.    Rapport  sw  om  misMon  ea  ^pagne,  Ar«hma  da« 
Mu  «dtatitiiaea  HL  »«nc  t  5(187»)  111—188.   Darnach  b«wtit  };p«iuen  U3  , 
Hm  in  I&  DAlioUi*lL«n  nnd  8  SUdten.  —  Cb.  Graax  «t  A.  Mattio.    racaaii] 
fna*  dliapagtw.  Paria  1891.  -~  Kotier  •onaDairM  dea  um  e^««*  d'EamB«  et  de  Po 
Mf  Ch.  Oraux,  «■•««  od  ordre   et  rampUUas  j«r  Alb.  Martin,   Pana  lüiri  (aocb 
2.  Bamle  der  NoamU««  arcbivce   das  iniaakaa  «aentifiini^J.   —   Dan  Ck.  (iraux, 
KUT  Ita  origin«!  du  fonda  ^roc  de  rEscnrial,  Paria  law  (s.  o).  —  Di«  tvo  Iriarl« 
ItatatociaiMteD  icnecbMeheB  Um  ta   Madrid   T-naiehnat*  E.  Miliar.   Catalogo«   daa 
■IM«  de  la  UUwIb^ve  royale  d«  Madrid  (SaBpIAnciil  •■  eatalogne  dlriarto).  N«{.  •«  «xtr. 
äl.  Z  (ISMi  1-116. 

.5.  Scliw»ji:  B.  Omoat.  CatflMa«   des  »aa   gntt  des   biMiathtn^a»  da 
Btla.  B»rse,  Kiiwi«daln,  Oi-nj-m.  8t  liall.  ScbalTbotw  al  Zaricli.  OotnOU.  f.  Baiiatbat>-1 
wMm  S  (1866)  S86— 4&S.  -    U.  Omoat,  SappUBMol  aa  ataloena  im  mm  gm»   im 
h>bUatb»i|«M  da  SiuMa,  Camtralb).  f.  Bibbotb«luwaa«a  8  (1881)  22— SS. 

e.  Bslgian:  II.  Omoiit,   CalaJono  da«  niaa  graci   da  la  bttlio<h*yw  nj^  4>i 
BraxcUe«  et  d«>  aotr««  btbliotb^^aa  pabliqaea  da  Balgi^aa,  B«nM  da  l'lMtnetfaM 
tn  Bcigiqae  t.  37  et  SS  (lä84~188&|. 

7.  Holland:  H.  Onont,  CabüoKU«  du  naa  gn<»  de«  UbUotkfcqiM*  paUinaa 
Pa]r*-BM  (Lejrde  txctyUi,  Cantxalh).  f.  KUMlhekswcM«  4  (1807}  186-214. 

B.  EaiclBDd:  H.  Omoat.   KotM  «»  taa  mv  grMS   da  Britiah  M^t— .  bAL  im 
llbaU  da*  eiuta«  4A  (18»1)  314 -S&O. 

V.  Dinenack  and  Sebw^daa;  Cb.  Graax.  Rapport  aar  laaMMcraoa  daCoBW 

IMM  «  (1880J   I3S-242  (BMI  Aar 

yiBitini Utafein).  —  Cb.  tiraux.   Noticaa  aoauuirM  da«  Baa  grata  da  flolia,   «iata  «a 
«dl»  at  mmpUt^M  aar  Alb.  Manin.  Ardiivca  daa  imaMana  ad— lamaa,  III*  «Ma,  lana  19 
<  (1«8»}  2K-3-0. 

2U.  Hnaalanil:   Aeltero  KataJofe  bei  V.  Uardthaaaea.   Oriacfciaefca  PaMJgr^Ue 

&  dSSi.  —  I>ani:  Archimandrit  äabba»,   Rcgiater  eh  UebOTaicht  dar  Hoakaon'  Patii- 

wdMl-  (jdxt  SvtiudBl')^akrifltM  w>d  -Bibbotbek.  Moakaa  IS&8  («ntUt  aio  aaeh  Anlcrai 

■ad  Halanea  alphabHisch  caerdiMtu  Vemkluiia  d««-  grwcUMfcaa  &■  der  SnadaMUie- 

~  1ij  (rwa).   -  Diaaea  Bndi  wie  der  alt«  Katalof  voa  Mattfcaai  sW  jaM  BbavMt  da«b 

Katalog  von  Archimandrit  Vladimir:  "j ilainatiacfca  Dathidbaag  dar  Bm 

KoaloMMT  SynodalbiUiolbok.    Knrtar  Tvili  Di«  griachtactea  Hm.    Maafcni  IW«  (nM.^ 

4.  Alliee:  Ceber  dio  AtlioKklaeter,  ihr«  ViifawimgiBLhithta,  ikf«  KanUMkallar 

w.  »xittiaTt  ciso  uiachnttch«  [.ittcnktiir.   Dia  Raaha  der  aaaaraB  HiaBfliw  asd  Pondbcr 

»t  »   Bcgititi  dea   IS.  JabrlrnndGirta   der  friecUaeke   Arxt   Johanaaa   Ko»aaB«a 

1U7-I719).      ^in    I/pMxrri;iir>«r    tor    ayiW  if»vr   rW  *>f»i>r<>t    rade    ^»dnida  a 

l'eaedis  1701   (and  After).     Mit  lat*ini>cb«r  LcbcrvetiiuiK  aach  bei  Moatfancoa,  Palaso- 

CTwhia    ÜTicc«,    l'aria  ITOtl    S.  441     499      Vthtr   noatiüff  I^bnftcti    dieaM    Kotnaeaoa  a. 

K-  K    Salhan.   y»->fil^r>»i  ^ftlÄ^yim  B.  3«7  f..  tiad  oben  :^.  30U  Anin.  4.    -    Ea  folgt  dia 

HifaWot    tn     ÜYturvfiof  afarf    rar  T.Ma>p«c  sn-re J(^Mc    As   ailjrttr    n«ütuHr  Toa  dam 

ll«ir*p«lit«n   PatpIi/rioB  tob  Nikaea.    Ed.   Monifaacon  ■.  ■.  O.  S.  Vj1-SM.  —  In 

Jakrlisndtrt  darftfenchtm  des  Athoa   tat    illin   Cnnoo.    K.   R.  Z*rharwa  van 


Uamlkal.  Grwebech.  Dtdroo.  der  ItiMbof  Porphnioa  L'aMnakij.  äcvaatkiwr.  Ph.  PaÜMarsrer, 

V   UwliM,  F.  MiUvr,   Nei-rat,   Rilay.   K.  J.  Oadaaa.  J.  atajpfwaki.  B,  BrMUaoa  a.  a. 

■»  r«le«Bd«n  »ird  dia  «icbligito  ncocrc  Littaralar  tb«r  dea  Atbaa  Tataaklutat: 

I   ItDiamnonfaiaenda  Warka:   Daa  Itttcraiiadi  b*dc«teadib  B»di   bUbl 

mm  Pb.  FBllMarayer.    Pragmorta   an  den  Oriaat,   X  Bda.  Ststtcarl  184&.     Zwate' 
laM  dwai  Aabange  rermnhtt«  Aanagc   daiifcjiaBfcia   and  «iaialaiM  roa  G.  Jt  TlMnaa. 

"  Ml  1877.  -  A.  Qriacbach.  Reue  dndiBnBfttMBBd  aa<£BnMa  im  Jalm  1889,0«- 
,_,-jI84I.  -  Victor  Langlois.  UmoBlAtk«.  Paria  I  «67.  AU  fjnlcHiMs  daa  Bacfcaa: 
I  AfayMbif  de  Ptol^m^.  r«prod.  pbotolilhofraph.  etc.  mih  U  diiHTtiAn  de  M.  Ptätt«  da  84««- 

MlaMC  -  Em  faüttltardclua  Werk  ab*r  daa  Athoa  TarfMalt  Porpb.  UapL-mkij  »  «iird< 
^aUr  latder  ia  «Mr  aehr  nopraktiacbea  «ad  UbHographncli  acbwe*  EaMbarrn  Porm  Ter/itlml- 

UAl.    Um  Uanw  bnt«kt  bm  9  Teilten;   dif  H  rnUn  haben,  aber  snr  aaf  dnn  TniMblac. 

im  tmMmwMJ^maita    DopMltiK'l :    ChridlicbFr   Urieot.     Atbna;   der   9.   bat   den   Titclf] 
8abe  iiarb  dea  AllioafclBatem  und  itkiten.    Teil  H.  beila««  nr  2.  Abletlaag  diMM' 

»*Wb  lUt  Uml  IWiila—ilMaMaMI  13.    t.  »Ulf.    2.  '»0.  33 


5U 


ByzantiniBobe  Litt«ratargMehlchte.    I.  PioMincha  Litt«r«tBr. 


ToÜM  (d.  Ii.  211  TpÜ  7  dos  ^Dz«n  WorkcA).  Dio  8  «nten  Tail«  bobon 
Bclilagtit«!  V erschinde ne  Scparattitel  vi«  QMchiohto  <l4a  Atbos  (1—3).  EnU  lUäw 
den  AtliobklüBtom  und  Skit«n  (4— T),  Zwoito  Hmm  *tc.  (8),  iteilig«  Eum  T.  I'cü  (9).  TciT 
t— 6  erschien  zu  Kiew  1}<T7,  Teil  7-8  m  Moskau  1880—81.  Dan  kommt  «in  vm  te^ 
k.  rnss.  Akademie  aun  dem  Nachlome  Unponskys  b«tui^«gebooea  Werk:  Cbrisllie 
Orionl.  (leBchichli-  d^  Alhoa.  1'eil  tll,  PelenbuTg  1802,  das  ejae  FattMtzvae  m  < 
M¥ton  TflÜeu  do«  oltttn  gununiitvn  Worki»  lu  bilden  scJimdI  Vgl.  d»  Itespreäiiaig 
D.  Dmitnjtvakij.  Vix.  Vr.  I  l]&ii4}  413-429.  —  Ueber  den  NucblM«  Csfwoskljs  r^. 
Vaeiljo  vokij,  ItMchivibuik);  der  Sammlung  byiantiniBcher  DokiniiMil«  dM  P«rm 
(Csjieuskij),  im  ßericbt  d.  k.  OSeoUiobea  Uibliotlivk  fUr  dos  Jnbr  l»83,  PAtorabev  ll 
fiHM.).  V.  Jerneledt.  Liste  der  di)iiort«n  griechixcfaca  Hss  aus  dsr  Kunrnhing  dM  Biscttab 
UuMUkij,  im  Itfirirhl  der  k.  illTenUichen  ffibliothek  fitr  das  Jabi  l^ST.  l'etcTsbwg  (nai^ 
P.  Syrku,  IJoKRhinibung  dor  Papiere  des  Bischofs  Porpbj'r^  Uapcnskij,  l*etor»biBf  1811 
(=  ZaptskJ  d.  k.  ruHO.  Äkademi«  Bd  «4  Bcikge  »)  (niw).  —  A.  St.  Hejrat,  h'Mhm. 
Notoa  d'un6  excuniuu  b  la  predqu'll«  ol  a.  In  uionla^u  de«  mwoM.  Pana  16^.  -  II. 
Oedeon,  "^J'Aiuf.  Kpel  I6ä^.  Eingubeud  besprocbeu  von  O.  DoetDois,  Jo4iro.  Hin.  18 
Bd  245  Juni  S.  349— ÜT&.  —  Atb.  Kiley.  AtbuH  or  tlic  mountain  of  tLe  monka,  L 
1887.  ~  Rmm.  Miller.  Le  Mont  AUio».  Vtiiupödi  «t  l'll»  de  Thaxm.  Av«e  uu 
auT  la  vi«  et  Im  tnivaux  de  M.  Kmin.  Miller  f^r  le  M''  de  Queux  d«  SamUBUain. 
ISSfl  fgrüBStentniU  belletristiKrber  Natnr),  —  hin  ciomen,  mit  LichtdnirJidn,  Holisdl 
lind  niner  i^Iitoaiolithoerophiiichi^n  Karte  aiisgeatnttetcH  I'raclitwork  Ühn  iloD  Atboa 
vorbDr«it«t  von  dorn  Uioradiukon  Koemas  vom  Klontcr  des  bl.  i'aiU«*.  —  tlaii|itwarit 
dia  Kunaldonkmllcr:  H.  ürockbuus,  I)ie  Ktmat  in  den  AUiUNklSateni.  Leifoig  1881.  Tj 
die  eingebende  BeBpretliung  von  J.  Slnygowski.  U.  Z.  1  (18»2j  84T— 351. 

S.  SpezialHchriftuu:  Duobeanc  et  ttn.vct.  Mitadon  au  Mont  Atbooi.  Ardiivea  < 
miMiunH  aci<-iitifii)uua.  Troiidirnie  niiit,  t.  3(1876)  Wl-  ö2S  iMitt«iluti^en  Ober  InacfariRt«.  I 
kuiidvUillHs,  KiiUHtdenkm&Ier).  —  Pb.  M<-jror.Ü«itrli|$eEurKeouUii8deriie«icir*n<inubie 
und  d<<ä  gvgiinwUiiigon  Znstaiidoa  der  AüiosklO{it«r,  Zeitschr.  f.  KirchengeaoUcbln  II  (18 
30&~435.  —  AI.  Lauriotos.  Myw'^yioe*'*«*,  'BkkX.  'Ji,  lHlliQ3)  22»  (Ibw  da« 
nnd  die  Schriften  des  Stifters  der  AthoHlaiira,  Athanaaiea).  —  AI.  i.asriotos,  'hta 
ntQi  lev  'ASa>,  ^talöyav  "Kßthfiadaia  'F-ni3tiufr^«it  vom  5.,  12.,   19.  September  1  ji)$  {6 
hing  Ton  Stellen  nllor  und  b^ränntinincber  Antwen  über  den  Atbos).    —    Jak.  Drlael 
Vom  Dionysioskloüter  auf  <lcni  Äthan,  D.  Z.  2  (1893)  79—96.    liaza  dio  Detichtig 
Joa.  Malier.   Et.  7..  2  [isn)  44U,  und  Sp.  P.  Lambroa.  Necli  einmal    das 
UoBter  auf  dem  AUias,  B.  Z.  2  (1898)  608-616  (mit  xwei  FacaimiW  im  Bar 

—  A.  Muraitidia,   To  UfiSv  MQivißioy  tav  jMnaiiir,  IlaQfoaoöf  17  (1894)  17— 3S.  —  l^ 
bildungen  von  AUioaklOstern   luek  Sludlen  dea  Molen  WuUke  mit  Text  von  0.  Ebai 
in  .Vem  Feb  mm  Meer'  1892  8.  9—20.  -   Vgl.  auch  A.  Dmitti^erakij,  Sm 
des  Johannes  TlifoloHoii  auf  der  Ineel  Pnlmoa  Im  Vcr^loicb  mit  den  idinrvtbmittehMi  S 
des  hl.  Berges.  IVu-ly  Kicvakoj  dnoh.  ak.  1892  NoveinWr  S.  32C— 492.  —  Mancha 
unrerwortete  MntoTiii!  ruht  natQrlioli  nodi  in  den  Ilw  dm  AtboaklOater  selbaL  7.  B. 
b&lt  der  Cod.  Athoun  4SH  *,  19  politiscbe  Verse  nber  den  Atho*  und  tlaifut  isb  'J 
tyoi'f.     Letalere  auch  in  den  Codd.  Ätbei  15TS  a.  15,  3G66  a.  IT  und  31421  a.  18.  A(] 
701  unter  dem  Tito!;  ,'Aräprtioii  fitfix^  mpi  row  'A9io  ifavs  lä  ityifiiyn  llatftn.' 

3.  Urkunden  dea  Albes:  Porphyrios  Uapenakij,   Vorx«i«liiits  der  Akten,  <_ 
in  den  RlUateru  dee  Atlioaber^fes  aufbewnlirt  werden.   Jouhl  Min.   1847  Bd  &S  S.  S6— 7 
169—200  {mir  uiixu(<iln)jliuh|,   —   Dunii   ^a\i  sctbiacbe  und  andere  Urkunden  von  Ad 
Dim,  Avraamovii^   Der  beilige  Berg,    üelgrad  184T  (aerb.).  —  Doa  von  UspeBakij 
nnd  Avraamovif  mitgeteille   Urkunden  Verzeichnis  eab    in  deutaohor    Uab«rSDtsuag  (n 
dem  griechiacben  Texte  einiger  Urkunden)  Joa.  Mflller,  Iliatoriaebe  DcBlctnllar  ■ 
KlGslem  des  Atboe,  gedruckt  bei:  Fr.  Mikloeich,  Slaräohe  Bibliolhel;  1  11851)  li 

—  Damua  wiederholte  die  214  Itegesten,    welulie  in  die  üeit  den  byaantini*ch*n  Reici 
fallen,  K.  K.  Zachnrino  von  Lingentbal,    lua  OrAeco-Komnnuni   3  (18ä7l  XV— XXI 
Die  einzige  Urkunde,  die  MllUer  und  nach  ihm  ZaohariB«  von  Lingentbal  (S.  XXVII— XXI 
in  extenso  gaben,    eine  (.loldbiille  des  RomsDoe  Ijaluip«i«a  ftr  dna   Kloiater  Xc 
vom  J.  924.    bdt   sich   seitdem  als  unecht  erwiesen,   wie  Zachoriao,    l!e»rhidit«  dM 
ehiaeh-rSraiachcn  Rechts  ''  (lt<Q2|  24  f.,  selbst  anerkennt.  —  Eine  L'vbemehl  der  frl 
Arbeiten  Ober  di«  Athosurkunden  nebst  einer  Anxabl  unudiert«r  fil&vi»di«r  und  grie 
Urkunden  aoa  AlboaklOateni  gab  T.  Florinskij.  AÜiaaakt«ii  und  ibr«  nbol« 
Kopien  in  den  Sammlungen  des  P.  J.  Sevaatjanor,   PeteraburR  1880.  —  Pb.  Meyar. 
Hau))turkuiidnn  für  die  Gesdiichlo  der  AthoAlaster.  Leipzig   1^94.   In  der  EialeHaag 
Uebenicbt   der  Verra»siiugageacbioblu  des  Ätbea.    Vgl.  die   Aiaeiae  von   C.  M»ani. 
Beil.  pbitol.  Wucbenschr.  1894  S.  1332—1336,  und  die  eingehende  Beapreebung  van  J.l 
Jcolov,  Jüuru.  Min.  ]sg6  Bd  808  Febr.  S.  467-479.  —  Zwei  Stiftaoganrknndm  das  ' 


»HitBuwiMeiiMliaft.  A.  Phllol  Po1rbistor«n  ti.  Scboliaateu.  (g  216).     515 


itsn  »d.  A).  I.BUriotti«.  /Iipi  im'  iii'/ioioytiloi'  lijf  i/itai;  Im-fitd  "£«1.  'Ai.  I2(tt)92) 
t :  M  t.  —  KiiMi  eboofoIlH  (lor  Lnan  vnrliehviio  Hlcibullc  den  i'striaroh«0  NUcoUi» 
nobtrg«  vom  Apri]  9Sil  txl.  AI.  Laurioten.  'CxirJL  '^1.  13  (I«S3]  886  f.  —  AL  Lan- 
ICIl,  Xf*ifö|fMiU«>-  rov  «riaiprirsfOf  rair  'ru^niur  VuaVi'DV  llnltuialif'or ,  yt«Uy*p 
ftfm^mia  fJriAfWpi^i;  v.  3.  Juiusr  1898  {SuhenkuDKantkiui^«  d««  K&isera  JobanDsa  V 
I  Jahre  13l2|  —  AI.  Lauriotes,  '.4rAi^ro*' /pnoa^ovUor 'foH/trui- toi- jT  i&c  f?Aiui^ 
•r.  Ebenda  21.  Fsbmar  1898.  —  A.  Mordtmann.  *l«opi«n  lyygaiptt  ntgl  riiv'A9n, 
X^rot,  'Af^iatoioy,  isisffon^,  Ua^äft,  lot  «' — «|f  läftov  (16!t2}  01^72  (»diwt  dio  Jlif- 
W  ftf"^  rtir  iiMtohir  VfiUJiov  fttoiUait  ttii  KixoJjioe  tiaiguifx^''  ytrauiv)  nnrf 
f4eft  KBipsi'f)-  —  Die  Akten  des  aaf  d»ni  Alhos  bnflndlichMi  maüsohon  KloaUra  it» 
OresAinAHTrrni  und  ArttM  PanteltMnon,  6  TTnfle,  Ki«r  1(173  (im  1.  und  i.  Hnrt  gri*< 
«Im  Urlciuidon  mit  rnMWcbfr  Ueberaotimne)  (mir  unKuginglicIi).  —  Mnncb«  Urfciniden 
tot  nun  ancb  in  deo  abon  vntor  Nr.  1  griuitintiMi  BUt^hern  von  l'orphyria«  UspenakjJ 
I  M.  J.  ijcdcon.  Fine  kritiioli«  liMonitausgnbe  der  Athoanrkiinden  wt  ein  Beafirfnia. 
h.  Eine  L'etmaklil  Dbor  die  bvunlinisf-hen  Studien  gab  O.  Beraliardy,  Qnuidriaa 
friMli.  LiUeratur  I*  (lliiS-^)  T16  'iT.  Vgl.  auoli  dii'  Prulvgomena  in  aelawr  Auuab«  to 
!■•  und  nir  di»  0*«(liicb(e  dvr  Tracikertsxte  boeoodMH  l'.  vun  Wilamowllx-Moellen- 
•ff.  Euripid«!)  H«rak)ee.  Baud  t  (B»rlin  1S89)  120-210. 

S16.  PhotioB  (Oa-'f  *o;).  Nach  der  trostlosen  Ade,  welche  im  Geüte»- 
eo  der  Bj-uiiitinor  von  der  Mitt«  de«  7.  Jnhrhundcrts  \m  zum  Au»- 
ige  clefl  Bilderstumit-s  ht^rrsehte,  oi-kU)i1  mit  oin«iii  Male  wie  «in  aus 
rti-in  Flachland  «mporragendes  Berghaupt  t-ine  der  mächtigsten  Gestalleo, 
Icbä  die  (ie^chichte  der  griechischen  Litteratur  kennt,  der  Patriarch 
otiofl  (c  820-  c.  f91).    In  einer  mit  Bildung  gesättigten  Epoche,  etwa 

alexandrini^hon  Zeitalter  oder  in  einem  neueren  Jalu-hundert.  wOrde 
e  «o  gewaltige  rezeptive  und  produktive  Thätigkeit  weniger  auffallen; 
Hviner  Z*it  aber,  der  im  Orient  wie  im  Abendlnndo  die  zwei  dunkelten 
irboodcTtc  des  Mittelalters  voraUHgegangeii  waren,  erscheint  Photios  dem 
lotiBchen  Beobachter  als  eine  !ttRunen»werl«,  in  ihrer  Entstehung  schwer 

erictarende  OrOs«c.  In  M'iner  ra»tloM-n  und  folgenreichen  praktischen 
irkfamkcit  vielloicht  noch  bi'di^utetidcr  als  in  »einer  litterarischen 
llligkeit  ist  Pholtoe  ein  Mann,  der  sich  «chwer  nach  allen  Richtungen 
a  mit  gleicher  Sorgfalt  studieren  und  noi^h  schwerer  i»  der  Gesamtlieit 
lue  Wetten»  mit  objektiver  Schürfe  darMellen  läsüt. 

Pbotiot«  wupdo  als  Sohn  vornehmer  Eltern,  die  wegen  ihrer  Ortho- 
lsie von  den  Bilderstürmern  viel  Sclilimnie«  zu  erdulden  hatt4.-n,  um  daii 
ihr  620  (jedenfalls  nicht  nach  827)  zu  Konatantinopel  geboren.  Von 
UerKcher  Seite  war  er  mit  dem  Patriarchen  Tarasios  (t  &)6)  verwandt, 
tin  Vat«r  verlor  im  Bilderntreit  Vermögen  und  Ämter;  doch  war  die 
•riblgnng  der  Familie  offenbar  keine  derartige,  daas  sie  den  jungen 
hotioa  in  seiner  Ausbildung  hätte  nndihnltig  behindern  können.  Von 
inra  Lehrern  hßrvn  wir  nichts,  umitomehr  von  seinen  zahlreichen  ScIiO- 
R.  Kaum  den  Studienjahren  entwachsen  fQhlte  Photioa  daa  Bedürfniti, 
Wimo  heranzuziehen  und  sein  ungeheuerem  Wissen  fhichtbar  zu  machen, 
Iv  ed)t  byzantinische  Zug  der  philologiitchcn  Schulmeisterei,  dem 
oh  niweilon  etwas  Pedanterie  beigesollt,  hat  «ich  bei  Photioo  Ina  noa 
|i|  nein««  Lebena  als  hervorragend«  Eigenschaft  erhalten.  Überall  hebt 
|Ke  gratnmatische  Genauigkeit  hervor  »nd  korrigiert  die  Sprachfehler 
Iber  Freunde  auch  noch  als  Patriarch  und  im  Exil.  h\»  Lehrer  erklärt« 
Ittlioa,  doseen  Haus  ein  Sammelplatz  wissbegioriger  Jünglinge  wurde,  diu 
itagerien  des  Aristot«1ett,  die  Streitfragen  über  die  Gattungen  und  Arten, 
K  die    KOrper    und  Ideen.     Auch    verfasste    er    zum    ScbulsBbjjUSbo 


;i6 


BfiuiUiÜMhe  LittorBtnrgaRohichte.    I.  ProiAlcch«  Littarfttnr. 


dialektische  Lehrbücher,  oAmontlich  über  die  Topik,  und  Vbrhandcitc  mit 
Beiii«n  Schalem  theologmche  und  philologische  Gegenstände.  Auch  nacb' 
dem  l'hotios  zu  Iiohen  Htaat«änitern  berufen  war,  gab  er  seine  Lebitblti^ 
kett  nicht  auf.  Seino  Wohnung  blieb  ein  Sammelplatz  fUr  reg«  iH 
wisHbugitsrigc  Gi^iutur,  uiii  Salon  feinerer  Bildung.  Dct  ununnüdltch«  Hfl 
doB  Uauseu  lie»s  uus  BQi'hern  vorlesen,  die  er  nach  Inhalt  und  Fnnn  iH 
urteilte;  er  belehrt«,  ermunterte  und  tadelte  die  Einzelnen  mit  Geduld  «■ 
Umsicht.  Von  »einen  HSrern  verlangte  er  -^  auch  hierin  der  echt«  Ty^| 
eines  feurigen  Scbulhauptes  —  unbedingte  Unterwerfung,  »ogstr  »chrS 
liehe  V^r&pri^chen  künftigen  GehorHanis.  Diu  Viclsuitigkcit  der  wissM 
schaftlichen  Bildung  des  Photios,  seine  unermildhclie  jVrbuitskraft  und  Mifl 
geistige  Beweglichkeit  wurden  von  allen,  selbst  von  seinen  Gegnern,  rftfl 
hnttlo»  unerkannt.  Er  studierte  ganze  Nächte,  »ammelte  von  allen  Seifl 
BUchur  und  erwarb  sich  einen  Schatz  von  Kenntm.s3(>n,  durch  die  er  nid 
nur  seine  Zeitgenossen  Übertraf,  sondern  auch  mit  den  Alton  wett«ififl 
konnte.  In  seinen  philosophischen  Studien  bevorzugte  Photios  den  Arisfl 
tele»;  für  Piaton  hat  er  in  seinem  durchaus  realistischen  Denken  wcnifl 
Verständnis  und  tadelt  an  ihm  Widersprüche,  Unlauterkeiten  und  pKufl 
Btisehe  Ideen.')  Für  die  dialektischen  Arbeiten  insbesondere  sclilos»  sM 
Photios  an  Porphyriüs,  Ammonios  und -loh  an  »es  vonDamaskosM 
Einseitigkeit  der  Bildung  kannte  dem  Photios  nur  in  einer  Hinsicht  th 
geworfen  werden;  er  verstund  keine  andere  Sprache  als  die  gi'iocJuacM 
auch  nicht  lateinisch  und  hebräisch.  Diese  That«ache  erklärt  sich  alfl 
vSlIig  aus  der  damals  noch  weltbeherräclieuden  Stellung  de»  ostriimiadM 
StaatoB.  Kenntnis  fremder  Sprachen  wai'  in  Byzaiiz  etwas  sehr  UngewfliM 
liches,  und  die  Mittelgriechon  sind  in  dieser  Beziehung  echte  SOhne  Jhfl 
Altvordern,  welche  die  stolze  Genügsamkeit  mit  ihrer  eigenen  Littitralfl 
und  Kultur  niemals  abgelegt  haben.  ■ 

Durch  wisttenschaftliche  Bildung  und  praktische  Lobenserfaltning  In 
hohen  Masse  ausgezeichnet  musste  Photios  um  so  mehr  Ausglicht  auf  dU 
höchsten  Würden  des  Reiches  haben,  als  er  auch  mit  dem  Kaiserbufl 
verwandt  war;  die  jüngste  Schwester  der  Kaiserin  Hicodora,  die  Prid 
sessin  Irene,  war  mit  dem  Bruder  des  Photios,  dem  Patrizier  Sergivfl 
vermfiblt.  Nach  dorn  Sturze  dos  Patriarchen  Ignatios  wurde  Photitfl 
obgleich  er  Laie  war,  zu  seinem  Nachfolger  ausersehen.  In  sechs  T^I0M 
erhielt  er  alle  Weihen  bis  zur  bischöflichen  und  bestieg  hierauf  •■ 
25.  Dezember  8ö8  den  Patriarchenthron;  die  noch  immer  zahlrwfl 
Partei  des  Ignatios  wurde  von  doii  Phutianern  aufs  gniusaniste  verfolfll 
Nach  langen  Verbandlungen  und  Liechtfertiguiigsvorsuchen  wurde  PliotH 
Tom  Papste,  dem  die  Schlichtung  des  Streites  beider  Parteien  oblag,  vcfl 
werfen  und  endlich,  sobald  Basilios  der  Makednnier  zur  Kegieniug  gfl 
langte  (SO?),  auch  wirklich  abgesetzt  Ignatios  bestieg  nun  zum  xwettd 
Male  den  Patrioi-chentlu'on.  Doch  liesa  sich  Kueer  BosiUos  im  Laufe  dfl 
■Jahre  von  Photios,  obschon  derselbe  durch  eine  Synode  in  Rom  (6t>9)  viifl 
noch    anatbematisiert  worden  war,    wieder   gewinnen,     lür  ernanaU  JM 


■J  BOiliotliclt,  Cod,  37  und  «8. 


(rtamavlMeniiobBft.   A.  Philol.  Polybiatoren  n.  ScholiBsten,  {%  21S)    517 


;ar  zum  Erzieher  sdnes  Sohnos  Leon,  und  nach  <Ioin  Tocio  dos  IgruiUo« 
'7)  wurde  I'lioÜoa  zum  zweiton  Malt»  auf  den  Putriurchenthrou  er- 
Eten.  l'm  »eine  Stellung  zu  hefeatigen  und  endlich  allseitige  Anerkennung 
•rringen,  hielt  er  879— 880  eine  glänzende  Synode  ab,  vennochte  aber 
ib  jetzt  dio  Zustimmung  Korns  nicht  eh  erlangen  und  wurde  881  vom 
pfite  Johann  VIll  HbermuU  nnathcmatisiort.  Hioilurdi  ward  die  Stellung 
t  Patriarchen  auch  in  Konstanttnopel  aufs  neue  erschüttert.  Sobald  des 
silii»!  Soh»  Leon  zur  ({«giening  {gelangte,  Hetzte  er  den  Phntios  ab  und 
egi«rto  ihn  in  «in  KloHt«r  (S86|.  Cbcr  die  letzten  Lebensjahre  de« 
I  gefeiarlvn  und  viel  verfol^U^m  Mannes  \vissen  wir  nicht»  Sicbcrus;  or 
rb  nach  alt«n,  aber  nicht  ganz  verlilssigen  Notizen  im  Jahre  891  im 
il.  Untor  »einen  litterari»chen  Arbeiten  findet  sich  nicht«,  was  mit  ß&- 
nmthott  in  di«  Zeit  nach  seiner  «weiten  Ah^^elzung  vei-wiesen  werden 
nnt«.  Ertit  in  einem  »pBteren  Jahrhundort  nahm  die  griochisclic  Kirche 
1  Phcitios  unter  ihre  Heitigen  auf;  in  den  älteren  Monäen  fehlt  sein 
»le.  der  ji'tzt  am  fi.  Februar  fiefeiert  wird.  Die  weltgeschichtliche 
doutuiig  des  Pliiitios  beruht  in  »einer  Thätigkeit.  aU  l'atriarch.  Über 
II«  und  tw'inc  thoologische  Schriftsteltcrci  ist  H.  73 — 78  von  Khrhard  ge- 
idolt  word«u.  Hier  ist  al»o  nur  die  Stellung  de«  Photiott  in  der  byzan- 
Indien  ProfanHtt«ratur  zu  würdigen. 

1.  Das  Werk,  welches  den  Namen  des  Photios  vor  allem  bekannt 
nucht  hat,  ist  seine  gemeinhin  sogenannt«  Bibliothek  oder  das  Myrio- 
Itlon.  I>er  handt^ohritttiche  Titi^l,  deauun  Echtheit  übrigens  mit  guten 
Qoden  angezweifelt  wird,')  lautet:  'ATtofdutfrj  nui  ai'vnQiiPfuflt^  »Ti-  nvf 

tifif  Tafäciof  fijiffjotno'  ttiti  it  taüia  ftxoai  Jföi-itai-  iif'  hl  T^imtöaia, 
Mr  die  VeranliiSi<ung  dieser  groiutartigen  Bibliographie  spricht  Photioä 
Ihet  in  dem  Widtuung^briefe.  Sein  Bruder  Taraslo«  hatte  Mitti>ilungen 
•r  die  Bacher  verlangt,  welche  während  seiner  Abwesenheit  in  dem  ge- 
tften  Kreise  des  Photin«  vorgelesen  und  diskutiert  worden  waren;  zii- 
lidi  sollt«  der  .Sitzungsbericht  dieser  byr-antinischcn  Privatakademie  dem 
Intio»  ein  Trost  min  für  die  »chmcrzlichu  Trennung  vom  Bruder,  der 
jb  damalit  zur  ßoifandtschaftäreiHe  nach  Assyrien  rüstete.  Da<ai  bemerkt 
blHW,  er  habe  die  Bitte  des  Tarasios  wohl  später  erfüllt,  als  jener  ge- 
Uecht.  aber  wohl  schneller  und  frtlhcr,  als  ein  anderer  os  vermocht  hfitte. 
»  «lieüeu  Angaben  geht  hervor,  dass  Photios  die  Bibliothek  noch  als 
lue  und  vor  seiner  BuiiM<  in  den  Orient,  also  siebter  noch  vor  dem  Jaliro 
Ä  verfasKtv.  Eine  Anordnung  der  Berichte  über  die  gelesenen  Bücher 
tiih  boftimniten  Litteraturgattungen  ist  nicht  bemerkbar.  Photios  schrieb 
Am  Urteile  offenhar  in  der  Reihenfolge  nieder,  wie  er  dio  Btloher  zu- 
ISg  las  oder  wie  ihm  die  Krinnenmg  an  die  Lektüre  ins  Oedfichtnis  kam, 
r1  K  ist  uiu)  auch  das  Work  üborlieferl.  Eine  Fortsetzung,  che  er 
•a«a  Brodw  TurasioB  in  Aussicht  stellt,  ist  wohl  durch  andere  Arbeiten 
ad  beaoQdiv«  durch  sein  Patriarchat  verhindert  worden.  Die  Bibliothek 
luch  der  Zahl  der  von  Photios  gelegenen  Bünde  in  280  Kapitel, 

'I&  L  Diadorf,  ialina  Jahrb.  108  (1671)  S63. 


518 


BjxaDtiniacbe  lilWrfttnrgeschichl«.    I.  ProBaisehe  Littnatnr. 


(lio  gownhnlich  altt  .Oadiccs"  zitiort  würden,    über  die  (^i^zül^c^  Seh 
gibt  Piiotioft  bald  nur  flUcbtige  Andeutungen,  bald  kUrzere  oder 
Ktifvrato,  uiwfilon  auch  gi-ngsero  Auszilge  und  dazu  eine  Kritik  nacli  Fo 
und  liihiilt.    lX<n  littiirnrit^clifii  Borictiton  sind  b&uflg  l>tographi!^.'bu  Na 
Über   dun  Autor   vorau»gi-Hcbickt ;   flir   diuHC   bat  I'hotios  den  kurz  v( 
abgefaßten  Auszug  der  LiUeruturgioschictito  des  Hesycbios  von  MiU 
(a.  H.  '-i'li)  benfltiit.     Wie  wir  Ober  die  weite  Ausdehnung  und  Mini 
faltigkcit  der  im  Kreise  des  Pbotios  geptlogenen  Lektflre  staunen.  M 
wundem  wir  nocli  mehr  dio  (ibeiTa^cbendc  Schärfe  und  SelbsUndif 
der  Urteile.    Photios  int  der  einzige  Byzantiner,   der  in  die«<.T  Bezi«ha 
ohne  Zweifel   mit  Aristoteles   verglichen  werden   darf.     Im  Inhult  der; 
die  .Bibliothek*  aufgenommenen  Bücher  spricht  sich  der  realistische  Gr 
Charakter  des  Photio»  nicht  minder  aus  aU  in  seinen  Qbrigen  Schrif 
und   in  seiner  ganzen  Wirköanikoit.     E.s  ist  bezeichnend,  das«  von 
Littcrattirgattungeu  nur  diu  uuHgeschloHiien  iut,  welche  wir  am 
liebsten  vermissen,  nämlich  die  Poesie;  nur  metrische  Paraphrasen^ 
Bcher  Bücher  werden  erwähnt.     Im  tlbrigen  lesen  wir  in  bunter  K«ib 
folge  Berichte  über  Grammatiker,   Redner.  Historiker.  NaturforschiT 
Ärzte,  selbst  über  Itoniane,  über  Konziliun,  Märtyrerakton,  Heiligenbiog 
phien  u.  t>.  w.;  von  lateinischen  Werken  sind  nur  solche  barDcksiohti 
die  in  griechischer  übersef-zung  bekannt  waren,  wie  Gregor  der 
(Qbersetzt   von  Zacharias,  cod.  252).    Von  grOsster  Wichtigkeit  sind 
Auszüge  und  Nachi-ichten.  die  uns  Photios  aus  der  historiüchon  Litten 
gibt.     Wir  vermögen  au»  ihnen  die  schweren  Verluste  zu  ermefiSMi, 
unser    htterari-icher   Besitz    noch    seit    dem    'J.   Jahrhundert   erlitt«« 
Photios  hat  eine  ganze  Iteihe  von  historischen  Werken  beMneo,  die ! 
ganz  oder  doch  zum  gi-össten  Teile  verloren   sind.    So  las  or  noch 
stündig  oder  annähernd  vollständig  den  KtesiBä  (Persische  und  Indi» 
Geschichten),  den  Theopomp  von  Cliios,  die  wichtige  Diadochengeac 
des  Agathai-chides,  den  Uiodor,  den  Oionys  von  Halikarnastt,  die  jfidis 
tiescbichtc  des  Justus  von  Tiberias,  die  Alexandergeschich to  d«a 
tianos,  den  Appiun,  Arrian,  Dio  Cassius,  Dexippos  und  Eunupios,  die  Wl 
geschichtc  des  llesychios  von  Milet,  das  interessante  Buch  des  Nonn 
(fl.  S.  240)  a.  a.     Sehr  reichhaltig  sind  auch  die  Ueforate  Über  di« 
chischen  Rhetoren,  besonders  Ober  die  zehn  attischen  Kedner,  dannM 
Werke  der  Philosophie,  Medizin  und  Nuturwisäcnsuhnft;  von  lia 
vorragender  Wichtigkeit  sind  endlich  die  ausführlichen  Mitteilungen  Dl 
christliche  Schriftsteller,  so  über  kirchcngeschichtlicbo,  do( 
exegetische  und  asketische  Werke.     Dagegen  fehlen  au.SMur  den  Dkk 
die  meisten  alten  Pliilosophen,  wie  Piaton,  Xenophon,  Aritttotelee,  di«  | 
Historiker  wie  Thokydides,  Polybios  und  Plutärch,  Autoren  wie  Panua 
und   Uippokrutes,    auch   viele   wichtig©   christliche  SchriftMeller.     Pho 
wollte    oben  keine  Litteraturgeschichte  geben,  sondern  eine   Ueihe 
Essays;  schon  deshalb  konnte  er  die   bokanntoston  Autoren  wugli 
Über  sie,   die  jedem  Oebildeton  ohnehin  b^cuut  waren,   schienen 
solche  Berichte  nicht  notwendig;  ausserdem  darf  man  nicht  vergessen, 
Photios  dem  Verlangen  seines  Bruders  gemäss  nur  Über  die  Bücher 


AltartaBswbMaaotukll.  A.  Pbilol.  Polrbtatoren  a.  Scholiftat«B.  (§  310}    51g 

n  woMtv.  wHcIio  wiiluc'iiii  iU>r  Abwottonhuit  dt-sselbeD  in  dem  gelehrten 
I  des  t^iutJo«  vorgolos^n  odur  diskutiert  worden  waron.  übrigens 
es«  Angabe  selbst  scbwerÜeh  guni:  wtlrtlich  zu  iiohtncn;  um  die 
pAnde,  welche  die  Bibliothek  umfa-int,  vorziiloscn  und  zu  crOrtem, 
viele  Jahre  nStig  gewesen.  I'hottos  wird  wohl  Ubor  manche  Werke 
I  HCrern  nur  das  Ergebnis  seiner  privaten  LektUre  mitgeteilt  haben, 
nicht  überhaupt  der  ganze  WidniunKsbrief  »uf  einer  Fiktion  beruht. 

i.   Das  «weite  Werk  de»  Photiow,  welche«  der  Alteduniswiseenfichaft 

Brt,  ist  »ein  Lexikon,   Dor  ursprüngliche  Titel  in  der  Widmung  an 

ts  lautete  wahrscheinlich  A^S*mv  ffvvaywjr^.     FMe  uns  öberlieferto 

Überschrift:  fPuxinv  foi"  lificmütav  nnr^ttpj;oit  Knöltm^  Xä^etav  tlvra- 

ai  fiäXXov  %töv   ä^^i'  ^ijo^fti  um  Xiiytty^üifmi;  ävt^itavatv  ti^  x^tiar. 

tt/uiri^tett    Si    ftiii/iR    TJ^<inoitTtntt»^(i^    xiti    «p/orr*    loi    ylvxoGfoftlov, 

ftaitt^tj,  ist,  wie  auch  die  zwei  noch  folgenden  Proömicn,   welche 

'eil   diesen  Titel  wiederholen,  offenbar  von  einem  epätoren  HorauK- 

verfaÄtt.    Vür  dieses  Wörterbuch  darf  l'hotios  wohl  nur  in  geringem 

verantwortlich   gemacht    werden:    ein  Mann,  der  litterariäch  und 

:b  so  ungeheuer  in  Anspruch  genommen  war,  hatte  kaum  Zeit  und 

aus  einigen  filteren  WörierbBchern  ein  neues  zusammenzuflicken,  ein 

nehmen,   hei  welchem   die  rein  mechanische  Arbeit  inimi.>rhin  einige 

in    Auspnich  nehmen  musttte.     Für  solche  Dingo  hatte  Photios 

Abschreiber  oder  seine  ihm  bhnd  ergebenen  Schüler,    deren  Ab- 

^eit  sich   gewiss  auch   auf  solche  pr^tische  Dienstleistungon  er- 

tv.     Hhotios  selbst  wird  seinem   Amanuensis  die  nOtige  Anleitung 

fn  und  die  erforderlichen  Bücher  zur  Verfügung  gestellt  haben.    Die 

sungKZoit  dee  Werkes  wird  gewöhnlich  in  die  Jtlnglingsjahrc  des 

verlegt,  weil  er  in  den  Quaestione»;  Ainphilochianae')  nach  einem 

latisch-semasiologischen  Exkurse  bemerkt :  »r«  dij  xni  ij/uv  frr^iix^'i 

r  fiftganion-  ¥,Xixfm:    Allein  diese  Worte  lauten  viel  zu  unbestimmt, 

it  8icherhei(  auf  unser  Lexikon  »u  beziehen.    I'hotios  sagt  seinem 

n   ilamil  nur,  dtws  er  Mch   in  seiner  Jugend  viel  mit  solchen 

latiftch-lexikalischen  Dingen  beiichäftigt  habe,  wie  sie  in  der  genannten 

Ainpliilochiana  vorkommen.    Wollte  er  auf  ein  bestimmtes  Werk 

ti,  so  hiitte  er  sich  genauer  ausgedrückt.    l>ass  I'hotios  das  Lexikon 

r  apStercu  Zeit,  zum   wenigsten  nach  der  Bibliothek,  ab- 

oder  vielmehr  abfassoo  lies«,  dafür  haben  wir  ein  positive«  Zeugnis 

Bibliothek  selbst.     Er  erwähnt  dort  das  Lexikon  des  Pausanias 

lesen  und  bemerkt  dazu,  wenn  man  die  zwei  Redaktionen  des  Aelios 

ütM  mit  Pausanias  vereinigt«,  so  kfime  ein  zum  Studium  der  atti- 

Werke  hOchst  brauebbare«  Hilfsmittel  zu  stände:  £1  4i  tt^  dxtiraig  taf^ 

ixiöatatt    xm    ?>,'»■   IlttvtJavinv  iyxnintti'Sai  tv  f'tTitiiynoano  tJvtiayft(t 

r  ii   ti»  ßorkoftfr^i),  uvrof  uv  tir^   tu  xdXkiaiov  nal  ^qi^ciuwratov  vot^ 

v«i«xai-0(  fo^  'jftnx«i$  ßifIXovg  anovJaaiia  tlafvr^rfyft^voe.*)     So  hätte 

liotioB  schwerlich  ausgedrückt,    wenn   sein  Lexikon  damals  schon 


\mewL  21,  Ctp.  1  =  Higne.  Hatiol. 

i&a. 


■)  Coil.   \h'i.     Auhnliclio   Beitidrkung«!! 
auch  uuch  Cud.  IS2.  Ih:». 


530 


BTZBiitinisclie  Li tteratargeso hiebt«.    I.  PrMuacli«  UUsratur. 


oxiHliort  liätt«:  denn  Jti  «lünixulbrti  Ut  c-licn  dio  an  der  angeftihrten  SUUn 
der  Kibliotliek  vorgeetchlagene  Zuäammi'nfaMtuiig  der  erw&tinteu  ^t«»B 
Werke  wirklich  vollzogen.  Photioa  hat  den  Plan,  welchen  die  Kutintni»- 
iiahino  der  erwfihnteii  lexikalischen  Werke  in  ihm  erweckt«  und  den  er 
un  <Iür  gonAiintcn  Stelle  der  Bililiotliek  aufspricht,  wohl  bald  darauf  selbel 
mit  nietirfaelicii  Erweiterungen  auitgefUlirt  bxw.  durch  einen  seiner  SchAlcr 
ausflllirini  luHscn.  Der  Zwc-i^k  dca  LexikoiiM  iitt  nicht  etwa  ein  wiweii- 
schaftlicher.  Hondetn  ein  durchaus  praktischer:  vn  soll  aU  Hilfs-  und 
XarhHclilagebuch  die  Lektüre  der  älteren,  besonders  der  klaHsitKrlien  Autdrca. 
Howie  auch  der  heiligen  Schriften  erleichtern,  we-ihatb  auf  die  attiscfan 
Ausdrucke,  die  damals  nicht  mehr  verstanden  wurden,  besondere  Auftnerk- 
»amkeit  verwendet  int.  ÜbrigonH  »ollen  der  Vurredo  gemiL-<^  nicht  tU«, 
sondern  nur  die  wiclitigeren  und  häufig  vorkommenden  Wörter  erklW 
werden.  ^Ibstverständlich  beruht  die  eigentliche  Bedeutung  des  Werk« 
wie  »Her  gi-amniati sehen  Schriften  der  Byzantiner  nur  auf  den  Quellen, 
dio  ihm  3!u  Urunde  liegen.  Eine  völlig  8icherc  Boatimmuiig  dererlben 
stöööt  auf  grosse  Schwierigkeiten,  weil  dio  Vorlagen  nur  zum  Teil  erhaltco 
sind.  Einen  Anhaltspunkt  gewähren  dio  eigenen  Notizen  des  Photioe  öWr 
die  von  ihm  , gelesenen"  Wflrierbllcher,  Bibliothek,  Codd.  1.11  — I."vS  mn 
»onst.  Das  Ergebnis  der  bisherigen  Forscliung  ist  im  allgemeinen  fol] 
dox:  Dio  wichtigsten  Quellen,  au»  welchen  Photios  das  Lexikon  kompi-^ 
lieren  liess,  sind  da«  Lexikon  des  Ijarpnkration,  welches  in  verkürzter 
Form  aufgenommen  ist,  und  das  Wörterbuch  des  Diogenianos  bzw.  m 
Almzug  ans  demselben;  dazu  kommen  zwei  Kedaktionon  der  uns  verlorenen 
liochwiclitigen  'Attutmv  i/ioiiüioiv  löytit  nittt  dos  Aelios  DionysioR  |aui 
der  Zeit  des  lladrian)  und  des  Pausanins  ^«lix»»'  xmä  airMx*iov:  fv 
die  platonischen  Wörterbücher  dos  Timaoos  und  des  Boetho& 
die  homerischen  Glos-ten  diente  das  Lexikon  deei  Apion,  freilich  nickld 
alten,  echten  Apion.  der  unter  Tiberius  zu  Kom  als  HomererklÄrer  lierlUii 
war,  sondern  ein  später  mit  »einoni  Namen  goschmUcktos,  unbediiitMH 
Werk;  ausserdem  die  llomerloxika  des  Heliodoros  und  des  Apnllonio: 
ein  mit  dem  Lexicon  ßachmanniannm  eng  verwandtes,  nicht  erbalb 
Werk  und  das  vierte  und  fünfte  Bokker'sche  Lexikon.  Von  gorioi 
Wichtigkeit  iet  dio  Frage  nach  der  Quelle  der  niciat  dürren  GIommi 
der  heiligen  Sclinft. 

Das  Lexikon  des  l'hotios  Überliefert  uns  eine  einzige,  zudem  h< 
lackcnlmfto  Handschrift,  der  früher  im  Besitze  de»  Thomas  Oalo 
tindliche  und  nach  ihm  benannte  Codex  Galonnus,   gesehrieben  um 
■lahr  12(KI  (jetzt  in  Cambridge).    Zur  Ergänzung  der  ausgefallenen  Stfli 
dient  zum  Teil  die  von  Bekker-Bachmann  edierte  Sviaytty»;  Xtjiur  ji 
fffftwv  im  Cod.  Coislin.  345,  welche  auf  ein  auch  von   l'hotios  bonü 
älteres  (dorn  Cod.  Coisl.  347  sehr  ähnlichem)  Lexikon  surückgehL    Am 
die  Quaestionea  Amphiloclüanae  lassen  sich  \ielteicht  zui'  Ergänzung 
Lücken  heiziehen.     Später  wurde  das  Lexikon  des  Photioa  von  dem  Aa' 
des  Etymologicum  Magnum  benlltjit.     Auch  Suidas,  der  ungefähr 
dieselbe  Zeit  wie  der  Verfasser  des  Etymologicum  Magnum  schrieb, 
daa  durch  den  Nnmeu  des  grossen  Patriarchen  ompfohlcne  Loxikon  zweifellos 


I  AlUrtnBnrisMBMfaftft.   A.  Philol.  Polybwtoran  n.  Beholiartmi.  (%  StA)     521 

tat:  doch  Bcbeint  er  snf  dasselbe  kein  grosso«  VertrAucn  gemUt 
Eben;  denn  <>i'  benUtzto  es  höchstens  in  einzelnen  Partien,  obschon 
Idas  noch  unonti^cUiedt^n  blcibl.  In  der  Hauptsache  verwertete  er 
[sicher  nicht  d«u  I'liotioiü  »elbst,  sondern  t«il:«  gcmeinjuunc  Vorlagen 
tnrpokration,  teiU  eng  vorwandt«  (jnellen.  So  i^t  die  grtmse  Über* 
piniiiug  xwiachen  Photios  und  Suid«:«  zu  erklären.  Von  dem  Lexikon 
botios  «tühen  nur  etwa  zwei  Drittel  auch  bei  Suidas.  Dass  nan  aber 
Ift  das  fehlende  Drittel  haupt^chlich  auf  eine  bestimmte  Quelle. 
■HP  fünft«  Lexicon  Coisliniannm  (545),  zurückgeht,  kann  nnmOglioh 
I  »oin;  es  erklürt  sich  nur  dadurch,  dasg  Suidas  nicht  den  Photioe 
f,  wenigstens  nicht  umton)  R4:daktion  des  Photios,  benutzte.  An  Be- 
Rg  fQr  die  Philologie  stehen  die  BibKothek  and  das  l<exikon  dea 
ohne  Zweifel  obenan;  wenn  wir  aber  die  gesamte  litterarisehe 
Iceit  des  Marine»  botra(;ht«n,  »o  nehmen  sie  «inen  geringen  Kaum  ein. 
Die  gewöhnlich  dem  Photiox  zugeschriebene,  im  Jahre  883  voll- 
Bearboitung  des  Nomokanon  wird  ihm  neuerdings  abgesprochen. 
aber  «Hangt«  Photios  einen  erheblichen  Einfluss  auf  da«  orientaiischo 
unrecht  durch  die  von  ihm  herausge^chenen  Synodaldekretv  und 
tanoniscbe  Briefe  odt-r  Dukretalen.  Die  von  ihm  S6l  un<l 
gehaltenen  Synoden,  die  er  auch  den  Kanones-Sammhmgen  ein- 
igt«, erlangten  nach  und  nach  fast  ökumenisches  Ansehen.  Photios 
I  niclit  bloss  Gdsetz-sammler,  sondern  auch  Oesetzgobor  sein.  Vgl. 
E«pitel  .Fachwissenschnfton'. 

U.  Briefe  dcK  Photios  sind  bis  jetzt  etwa  2l):i  bekannt  gowordon. 
[nd  Htiftichkeits-,  £mpfeblungs- und  TrostAchreiben;  manche  entliolten 
iWarmingen  und  Strafpredigten,  andere  wiedonini  bohandeln  gelehrte 
en;  von  den  letzteren  wurden  71  Stflcko  unter  die  Quaestiones 
^IiÜochianau  (s.  S,  74  f.)  eingereiht.  Bei  der  Beurteilung  der  Briefe  ist 
I  Qbersehen,  dass  sie  in  Form  und  Inhalt  sehr  verschieden  sind  nach  der 
Dg  des  Autors,  nach  der  Person,  an  die  er  schreibt,  und  nach  dem 
ke,  den  er  verfolgt.  Da.ts  Photios  da«  weitschweifige  Pathos  und  die 
stig«  Fülle  der  Byzantiner  auch  hier  nicht  verleugnet,  kann  nicht 
Den:  denn  das  ist  dem  Mittelgriechen  eine  nationale  Eigentllmlichkeit. 
er  er  sich  nicht  frei  machen  kann.  Aber  sicher  zeigt  sich  Photios  in 
Briefen  als  gelehrter,  welterfahrener,  vielseitiger,  gewandter,  witziger 
sta  üburlegener  Schriftsteller.  Mehr  noch  tüs  die  mit  theologischen 
■ooen  erfüllten  Schreiben,  welche  uns  ein  lebendiges  Bild  der 
Streitigkeiten  entrollen,  gefallen  die  kleinen  (Jelegcnheits- 
ilie  durch  Witz,  Kürze  und  Präzision  oft  zu  wahren  KahinetsstUcken 
a,  2.  B.  dos  feine  Briefchen  an  den  schlechten  KIosterkQclienmeistcr 

Die  Abneigung  des  durchaus  realistisch  angelegten   Patnarclicn 
dio  Poesie  wurde  sdion  bei  der  Besprechung  seiner  Bibliothek  or- 
So   kann  e«  uns  denn  nicht  wundern,    wenn  die  wenigen  Versi' 
Jonen,   die  unter  seinem  Namen  gehen,  nur  als  unbedeutende  Vor- 


I.  ValtttM  S.  243;  od.  HigM  &  &72. 


r)22 


Bfnmtioische  LitteratnrgSBcbicbte.    I.  Ffoeaieohe  l4tt«r*tiLr. 


suche  orsclicmen,    Drei  Oiicn  <io9  l'hotioa  enthalten  dovot«  Sclimcidi4<lei 
gogvn  <l<tn  Kaiser  Biisilius.     Audi    wird   ihm  oiti  Snx'.^if  auf  den  t'i 
ui'choQ  MethodioM  zugoWlt    Si-hr  zwuifoltiufl  sind  Kpigruaimu  und  äinij 
andere;  s.  FabriciuR,  Hibl.  Gr.  ed.  Harl.  l\,l\2. 

a.  Endlich  hat  l'hotios  auch  der  alte»  Hpruchweisbeit  mnt 
mi^rk^fttiikcit  Kugowcnd«t'.  Unoinen  flndcn  sich  zerstreut  in  seinen  Wei 
W>»oiidor)i  in  scint-n  Briefen;  nui7»ord<;ni  Hber  hahi>n  wir  von  ihm 
oigeno  äi>nieh»aiiunlung:  //npmiitfie  äni  /)<»/«■/<(//«;,  die  2U  kürzere 
längere  StUrke  enthält. 

7.  Unsicheres  und  Verlorene».  Mit  den  hifr  nnd  S.  73  ff. 
gOKählten  VVerkun  ist  die  Sumiiiu  der  littcrariecben  Thütigkeit  des  l'hotii 
nicht  erschöpft:  doch  itit  nicht«  Wichtiges  übergangen  worden.  MandiM 
an  verachiedenon  Orten  zerstreuten,  he^onders  theologischen  StUckcn  scbeitt 
der  Name  des  Pliotios  erst  .sptlter  zui-  grüs-teren  Zierde  %-orge8etzt  worden 
zu  sein.  Vgl.  diu  ZitK&nmu-nstollung  dies<.T  Dinge  bei  UergenrOthttr 
111  242—258.  Endlich  iHt  «in  Teil  der  sicher  als  photianisch  bezeugt«! 
Werke  verloren  gegangen  oder  wenigstens  bis  jetat  noeh  nicht  ans  l^gof 
licht  gekommen;  dieses  Krhicksal  ti'af  viele  seiner  Keden  und  nicitrere 
Gedichte,  Auch  venitissen  wir  diu  gonmierun  Akten  »iieiiier  ersten  ^noils 
und  niancliu  Aktun  aus  auinem  zweiten  Patriarchat  Endlich  tnnd  gaoxedtr 
grUsHtonteils  verloren:  eine  Schrift  gegen  Kaiser  Julian,  die  l'holios  seflid 
erwähnt,  eine  andere  gegen  Lcontio»  von  Antiuchien.  welche  Said» 
anführt;  mehrere  dialektische  und  philosophische  Abhandlungen 
über  Piaton  und  Aristoteles,  die  er  vor  seiner  Patriarcheiizeit  zum  Oebrnncb 
seiner  SchQler  Ter&aste;')  wahrseheinlich  auch  ein  Work  Über  Widur- 
aprüche  in  den  rBmiachen  Uechtsbtlchern. 

AusgaboD  nnd  Uilfamitteh  1,  Eine  (leaamtAusgabu  ctor  Wurlca  Jh 
liefBile  unt«r  Mitwirkung  das  goIohTten  UiacJiors  von  BrSggu  .1.  B.  Molou  und  det 
J.  H^geiirOtbLT  Mign«,   Palroludu  grauca  101-104.  Paria  1B60,      Uitr   findet  m. 
Schriften   di^ti  Pliülioa   mit  Ausimliine   de«  Li>.\ikunB    fast   voUalADdiu    iu   zieinlicli 
Form  (echloolit  iiiid  fulik^rlinft  int  tiiir  dvr  Noiiiokanuu  ab^cdruekt}:  ima  uuuli  Notioa 
die  meist  sulir  xer»lii-uli>u   älti-rvn  Eiozelniisguli«'».     Wir  u«nnen   tlnUvr   im  fol 
mir  narh  din  vriHiliiifilu  iiuuero  f.itt«<rntiir.  —  Zur  Erj^iUiiiing  (ticiiMi  diu  UouuiiiMita 
All  riiolium   (iiiiiu|mi   iii«toriam   |i(>rlini)ntifl   oil.  J.  H«rgonr&lhor,  Ratjabcaa*  18SS. 
vntlialten  dinlnktiiiclin  .Stiickc  lltpi  loi^  yiroi'C.  tligi  ^hTaiic,  Higi  itiaifiofäi,  titfi  Uinr  o. : 
das  Fragment  fiar^r  lloiiiitin,  die  llaQuirrtK  du!  yriufioXayini  iind  einig«  wf  den  BUdi 
und  das  S<'hi>iina  bozUglicIiP  .ScbrifUn   tniU   von  l'holios.   ti^ils   von   iinilitrcn    Ilyiaat: 
Kritiacbc  lleitrftgo  7ur  .Aui>j;nbn  lii?ri;iinrnthnni  von  (<inx«l.  TlMologiacbo«  Littei 
b  (1870)  7Ö8  ff.   -  (>.  niiiiU  diu  LilloriilnrHngnbon  S.  77  f. 

2.  Uibliutliuk:  Nucb  lüti-rnn  Druukon  ed.  Imui.  Bi'kker,  "2  tomi.  ÜFriin  I? 
v»rbeMi-rt«r  1'e\t  mit  i-ini-m  Indvx.  —  Migii«  gibt  iii'lien  dum  tti'kkcr'»cli«n  T«xt  iir  tl>< 
latftiaiacbc  V«niiou  von  Sdiuttua.  ohr».' dureii  F«yurxu  korrigit-ren,  —  Eia«  Doch  uiiiifiliwit* 
lBtfrini8c)i(>  Ui'bvraptiiinu  mit  Nuti.'ii.  diu  der  Oriucbe  Antonio»  KatipbcroB  ab&oii*. 
li(>Rt  in  der  Markaabibtiolhek  tu  Venedig  (Calal  opp.  cloas.  If  op}).  PliotU  tom.  VItf.  — 
Bukk^rbpaOlxlo  vier  Handschriften  der  Bibliulhck.  andcn  tUdeo  HergMiMtbrr,  PbMiH 
III  )»,  und  Fabririiw.  Itibl.  kt.  od  narl.  In.  H?2.  fnif:  vgl.  «b«ndU  10,  67S-77ft  und  II. 
I  — ICt.  —  ,[o.  lOhronfriod  Coiaaler.  Do  I'liotti  P,  C.  aciwatik  modic«,  Dim.,  I^oipaig  1*41 
(völlig  wertlose  Notizen  Ubrr  die  von  Photios  in  d^r  Bibliothok  omrllinleii  MedimrV 
*-  .In.  Henr.  Luich,  Dintribo  in  Pliotii  bibliothoonm.  Lupocig  174S.  —  Knd.  Ball- 
lioiflior.  De  Photi  vitia  docum  oriiturum,  Bonner  Di».  IS77.  —  Ant.  Elt«r,  De  J 
gtobaci  codier  Pliotianu,  Bonner  Diss.  ISSÜ.  —  lieber  dio  Buduutung  von  r«/*»,-.  •<», 
fitßiiw  in  der  fJiblioUiek  d«B  Photios  s.  Th.  Birt,  Dna  antik«  BuchwcMn,  Bertin  ' 


■]  Vltllelolit  gehSren  ni  denselbon  fkäfa  Ftscmrat«  im  Cod.  il«n«c.  222. 


»24 


Bj'iftntlnische  LitteraturgeBChicbte.    I.  ProsAische  I4tt»ratar. 


uii<l  tJieul(ii;ii>i:li()  Sfiilc  des  rii»l)aH  Iivtrviri-n.  M-Lun  Ü,  TT  t,  angcAhrt.  Vgl.  nocb  Pi4 
brioiuB,  Üibl.  gl',  eil.  Huri.  lU.  ii7U-77C  und  11,  1-UT.  -  bin  \haithvmfm  Ami\Utal^ 
xn  Papst  Nloohuü  1  imlurauvbl  &.  Uaaqii«t,  L'empiro  Byiutin  «t  b  munncrbia  Yn^m, 
Paris  i8B8  S.  818—373.  —  Diu  von  der  antipliolisniachen  Partri  in  UinlauT  gcbntbhB 
aisfnhflftaii  Bericht«  llbor  des  Leben  des  I^iotto«  bespnclit  B.  GeorKiades,  'llfifMfur 
t^  '.IrarnXtjc.  K)>»l  11^87  S.  104  -Hb.  —  Zur  Bibliographie  r^l.  W.KiigelDiaao.  tlibli»- 
th«cn  ticriploriim  clnwiooniin  1  (1880)  blb  f. 

S17.  Arethas  (A^iitaf)  um  860  in  Patroe  geboren,  war  wie  iHo 
hervorragenden  Münner  dieser  Zeit  ein  ScIiQler  des  Pliotios.  S«it  den 
AnfAiig  dos  10.  .lalirlittnderte  (sicher  «oit  907)  wnr  er  Erzhischof  von 
KüKiit'L'H.  Die  anonyiiiL-  Li'ben»beschreibung  des  I'atriarchcn  EiithV' 
mios  (vgl.  S.  '313),  eine  IJauptqiiellc  für  die  Biographie  de»  Arcthüs.  zeigl 
ihn  an  den  kirrhiichon  Streitigkeiten  der  Zeit  lehhaft  beteiligt.  Er  wiir 
Kuer»t  Aiiliitiiger  dt-x  l'a  tri  Archen  Nikolaos,  versöhnte  ttich  aber  )>ald  mit 
Eutliyiiiiois.  Nauh  der»olben  Quelle  war  Aruthas  Luhri<r  diw  angcäelieoen 
„Philu&opheu"  Niketas  des  Paphlagoniers.  Das  letzte  bekannt«  Datttm 
seiner  Biographie  ist  das  Jahr  £t:-l2,  aus  welchem  einer  der  in  soinont  Auf- 
trage gpschriehenfin  Codices  stammt.  In  der  Oeschichte  der  byzantiniscboD 
Bildung  nimmt  Arotlia»  eine  i^ihr  beachtenswerte  Stellung  ein.  In  eiitem 
dunkeln  Jahrhundert  und  an  einem  von  den  wonigen  noch  übriggebliebeoen 
BildungsHtättcm  weit  abgelegenen  Orte  widmete  er  »ich  mit  bewundenm^ 
wllrdigem  Kifer  der  Sammlung  und  Erklärung  kirchlicher  wie  pro- 
faner Schriften.  Der  älteotu  bzw.  einzige  giiei'hischc  Kommentar  tt 
Apokalypse  iwt  nur  in  dor  von  Arethaa  Ktumtnenden  Fonn  auf  uns  0t-l 
kommen.  Ausserdem  haben  wir  von  ihm  Bemerkungen  zu  Piaton,  Lukiioj 
und  Eusebios.  Sein  Interesse  für  Litteratur  bezeugen  mehrere  erfaalte 
Handschriften,  welche  iu  «einem  Auftrage  und  auf  seine  Kosten  kopiori 
wurden;  duzu  gehören  ein  wichtijror  Codex  dt-r  vVpologetuii  (Paris,  gr.  45I||J 
ein  i'odex  dogmatischen  Inhalts,  Handschriften  des  Euklides,  ih 
Khctors  AriHtides.  vielleicht  auch  des  Dion  ('hrysostomo.^,  endlich  dtf' 
lieHJhnitu  von  Clarke  aus  PatnioK  nach  England  entführte  PlatecAdfL 
Ein  Moskauer  Codex  enthält  viele  noeh  unedii>rte  GulegenheitsschrifU-n  i 
und  Briefe  des  Arethas,  aus  denen  sich  noch  genauere  Nachrichten  übcj 
seine  Lohensverhältnisse  erwarten  lassen.  Wenn  auch  die  Hauptbedeutunsj 
des  Mannes  darin  beruht,  das«  man  ihm  einen  wertvollen  Teil  der  iipoli*! 
gotisclien  und  sonstigen  kirchlichen  Littcratur  verdankt,  so  ist  ihm  Ml 
Rlr  seine  unermlidliclie  Sammelthütigkeit  auch  die  klassisch«  Altertunu-j 
Wissenschaft  znm  Danke  vei-pflichtet.  Über  die  theologischen  Schrift»»! 
dm  Arutha»  s.  S,  129  f. 

J,  C.  T.  Otto,   Do«  rutrinrclion  {ionnndioo  von  Kpi>l  Cunfciuiioii.    Nobat  MnanKf] 
kiir*  über  An^thas'  Zoilaltor.  Wien   18II4.         M.  .Schunt,    Atcthiia  VertntfDr  von  ScImMJ 
XU  l'liilo,   l'hÜiiltigus  :il  |iS74)  :iT4  f.         i'üt   cinn  goDnuorc  Kcnntnin  und  b«aa«re  lyBrit"! 
gupg  den  ArclhiLi  log  die  (irundlinic'S  Ad.  Hninnuk.  Toste  und  lJnton>ucli<iB£ca  inrtf* 
,  schiebte    di>r   ultchriali.    I.itt..   iiorausgu^.   vüti    Ü.   von  üubhardt  und  Ad.  Uarnack  I  l-l 
(IiMpaig   18K2)  3IJ-46.    -     L'(-bor   dun    L'ud.    IVis.  gr.  451   berichtet   O.  von  CiebbsHt 
Tsxl«  und  l'iilontuchuiiucu  I  i  <]S^3|  154-19(1.     -  Des  Arethas  Scbtilitn  in  TstiMMi* 
Ed.  Sohwarti.  ThI lau i  oratio  ud  äraoixis.  Ij«i^ig  Iä88  (=  Texte    und    (TntMMC 
IV  1)  S.  44-47.  —  Vtcl.  Atlieoagorao  Übellus  pro  cbristinnie.  oratio  dtr  rositTTMtioDS  < 
dsvoniRi  rec,  Kd.  .Srbwsrtz.    Leiiisig  1891  Proleg.  (=  Texte  und  UoInniDcbniiifoii  IVSvl 
—   Uebor  die  pbilologiache  Bedeutung   des  Arclhna   bnndelt  mit  Ubomcbatu-nd^  UegniU- 
niDg  E.  Hansa,  Obttcri'ntionM  pslseographicne  in   den   MiÜnngna  tirnux.   Psn*  1^ 
8.  T4(I'-70S  —  Biograph iscli«  NoÜRnn  und  Mittcilnngon  über  Monkauor  Hnndtcbriftaa  ^ 


fl 


ft.  AlUrttUBmrinMtiMhan.  A.  Plulol.  Polrhiatoren  u.  SchaliMtM.  (K  317  -Hg)     52^ 


AntliH  VOR  Ad.  Jalichur.  Q«Uuig.  U«!.  Antigen  1889  S.  S83-S)<7.  -   Des  Aritha  Ba4 
netkiing««!  aker  Dion  ClirvaoMoaica  «d-  'sKti  ti«TKrt  L  Dindfirf  ia  Mtufr  Awfiliü  Aail 
Ditni  Chr.  2  (ll^Tj    361-3«6.      Wl.  CobrI  in  d^r  KmppnmVlHa  DiMMnIW.  1  (erw»-] 
■diweic  1^4)   S.  MI   i  19  und    'i  <1M4)  TVl:   und    von  ArniiB,    Dim   CkrTseMMiMB  II 
(l^tlS)  Pra)i)eia«n«n&  8.  VIU.  -  A.  Soaaj,  TMctva  twi  Jutthm,  B.  Z.  1  {If^Sßi  iao.  -  Zn 
ier  iDt«nMaiil«ii  R*ndnotn  dM  Arettuw  in  Cod.  Vati«.  I2M  dM  AmtidM  TfcL  W.  Gar  litt. 
Die  «TIMM   oliemo   AUimb  dM  Pboidi».    AdsImU   Gimombu,  Gna  IBM  &  101  >-     - 
Du«  AreÜiM  »udi  «tu  KxraipUr  d«r  .SclbKtMndrfvifm*  dM  U.  Aaralin  teM».    toigt« 
A.    Ronny,    7mt    V olxirligfantngMgwdiklil»    vcm    U.    Aarrtii»    fj'y'   t<n-r»>,    Pkilolocns  S4J 
|1'*9>^)  Iti'I  f-   -  L'nbrr  dnii  Vcrhllträ  dM  Arttfams  Dun  Oii«nuuÜkorn  d«  Julii»  Pol.vdeKkaq 
igl.  hl.  Holb*.    Uin  Uubriiiefenins    <^  OaoBuutikon    d«9  Jalin*  Pollax,    NMtbmhl««    daM 
i.  Gt«^ll»h>>^  dur  Wiss.  (u  G(.ttmgcti.   PbiloL  bUt.  KImm  18»&R.  3S6<r.  -   THScdckaM 
r«a    Bmi    siu  d»in  Ddili«  de»  Arellus  b«i  W.  Wattcnbkch.  Anleitung  lur  ■:n«rblM-li«n 
t»ii»tit,pbit '  l^öS.fil  f.  —  Die  Liltvratur  za  den  theolocigchen  Schriftcii  dM>  Aretbu 

I.S.  isr 

218.  Isaak  Porphyrogennetos  (Isaüxta;  ö  /Jo^i-^ofitfr^Ktc),  wahr- 
lieinlii'li  ji-iier  Kuinnoiio  I^aak,  der  1057-  10ii9  lieii  liy/aiilmii'fhen  KatseiH 
'  UtroD  inne  hatte  und  sich  dann  fmwilüg  ins  KJostt-r  zurückzog,  verfasstAl 
iwei  kl«inu  Schriften  zu  Homer.    Die  erste  filhrt  d«n  Titel:    JI*^ 
liv  iiataXfi^&^rtmr   vitö   rot-  'O/kJ^oi-   d.  h.  Über   die    von    Hemer  wet^j 
^Ia8i<«nen  Dinge.     NB<:hdem  der  Wirfasser  eine  ziemlich  naive  Lobrede^ 
luf  Homer  und  eine  Inhal tsuugAbe  der  Ilias  vorausgewchickt  liat,  bemerkt 
«,  Homer  habo  unbegreiflicher  Weise  viele  mit  der  Eroberung  Trojos  zü- 
Minnii'nhängende  Ereignisse   übergangen,   wie   den  Tod  des  Priamos,   das 
Stkicksal  der  Hekabe  u.  s.  w.     Kr  habe  denhalb  aii.'>  alten  Büchern  jene 
Dinge  zottammengestellt,    um  das  Werk    de^t  Homer  xu  orgänxen  und 
ibzurunden:  in  Anbetracht  «eine»  poetiärhen  und  äprachlichon   tJnvor- 
wAfttm  habe  er  jedoch   hiezu  nicht  das  heroische  Metrum,  sondern  die 
prosaische  Form  gewählt.    Er  gibt  nun  in  unbeholfener  und  doch  pretiöser  . 
Ilikiien  eine  Erzählung  der  an  die  homenscticu  tiewbichten  anschlicsMti^ 
^n  Ereignisse,  wie  »ie  nnniontlich  im  Philokti^t  de»  Soplioklei«  und  in  der 
HeUbe  dos  Eoripidce  vorkoumivn.    Ob  er  die  Dramen  direkt  benutzte  und 
■tlebe  Quellen  er  etwa  ausserdem  noch  vem'ertete,  muss  noch  untersucht 
*«rfen.     Daran  «ehliesst  «ich  ein   zweites  Scliri flehen,   worin  ganz   im 
Qttchinack   de»i  Zeitalters  die  houieritfeheu  Helden,  zuerst  die  Griechi^n, 
dun  die  Trojaner,  mit  einer  genauen  Pertionalbeschreibung,  wie  sie 
hawders  in  Romanen,  in  apokryphen  Apostelgeschichten  und  in  volks-j 
■hngen  Chroniken  .Sitte  geworden  war,   bedacht   werden:    //<(>(  Uiai t^tog' 
vi  la^anii^^ur  füi'  ^r  T^oi\t  'EXh'jyiaf  tt  xai    Tgtäa»;     Agamemnon  z,  B-, 
itt  den  Keigen   eröffiiett   wird   bezeichnet  als  .gross,   weisü,   schUnnasig, 
"w  dichtem  Bartwuchs,  schwarzem  Haar,  gi'osscn  Augen,  furchtlos,  edel, 
gTHMoDtig*.      Die   Schrift    besitzt    mithin    Verwandtschaft    mit    Da  res 
Pkrygias  und  Diktys   von  Kreta,   letzteren   nennt  der   Verfasser  am 
Sthlnaw  (S.  S8)  auch  wirklich  als  tiewfihrsmann  «einer  Bescliroibungen: 
tmlzdem  hat  er  nicht  auu  Diktys  selbst,  sondern  aus  seinem  Ausschreiber 
Valalas  gCHchOpft.     Dio  vii-lfuche  Übereinstimmung  des  Werkes  mit  den 
fo«thoraerica  des  Tzetzes  ist  wohl  aus  der  Benützung  gleicher  Quellen 
tdoTcIi  beide  zu  erklären.     Obschon  Utternriseh   und  philologisch  wertlos, 
bvide  Scliriften  immerhin  charakteristisch  flir  jene  im  Diktys,  Dare», 
Jalaa  und  Miut  bekundete  romantische  Auffassung  der  trojanischen 
cfaivhten,  welche  im   spateren  Altertum  den  Homer  teils  x\i  en«ot«enf 


536 


ByvuittDiKibe  LitterBturg«Bchichta    I.  PioMiacbe  LitterKUir. 


teils  zu  «rgüuzen  sucht«  und  ecliHosslich   in  den  ptiantaAtiAchen  Trojs- 

romanen  do»  Mittelalter»  oinoii  krt-itc-n  und  bleibenden  Aasdruek  Taiid. 

solcliem  /iiRainnienliHnge  mÜHseu  also  diu  zw«)  Versuche  des  Exkiötcrit 

flsBflk  gowUrdigt  werden. 


1.  Aii»ga)i«ti:  Dio  hornnrifacli«  PlifiriogiWDiik  oAiart«  nmst  J.  Ratgerains. 
ruin  l^dioniim  libn*  »»x.  hngi.  lintavorum  1618  S.  SOS— 516.  —  Dann  ed.  be«il«  ^lUk* 
Le«  Allntiiiit,  Kirciptn  varin.  Kamitn  1641  S.  3G9— 820  (mit  IntAinbcber  L'eberMUnagl. 
—  Wiodorlmlt  nuf  liruiid  nniinn  hundHchriniidicii  Materials  in:  PolcfiMMi«  ile«laiiiaUnM 
nr.  Hugo  Hinck,  LDipxig,  BibL  TnubneriiaM  1878  6.  67 — 88  (otiaa  dl«  lateiniadio  Ceb«t- 
(xilzung). 

2.  HilfHRiittah  Uoberilie  Quollen  ilor  Trojagcaobichteo  l»!  laaak  vgl.  dleLitt«ralBf 
anßabpn  S.  S32  f. 

3.  Im  Cod.  Ambro».  II.  'i2  su[>.  fol.  137  n.  stdit  eine  Hjpotlictuti  d«t  Iloiaer.  den« 
rroStnion,  dcrl'orphjTogcnnoloHnue alten GewAlirsinaniK^rniuaamniMgMlvlIt  hat*  (»»triatit 
i»  nnhamv  tirifwy  i  tiuQif:\i><>y<rriito<  orrnifQoiintt  MiJwxti').  Das  ProOoiioa  bMiOBt:  T»t 
Malii$pi<)lt'rDr  'Ou^fioi'  (urin  (cod.  lorfor)  fify  Tiot^iit^a;  nki  «(lola/oi*  mfl  it«Ar>frlvi*r 
ciioviaaatt  xal  nyäviafin.  Durauf  folgt  der  Inlialt  von  Kaplt«!  2~4T  der  Psendo-PlnlaTcki- 
Bcheu  Sdirift  De  vila  et  (ineele  Homeri,  Durau  scliliemoii  sich  die  ITj^otbealB  xuni  «rrtm 
Oeaan^e  de<r  llias,  dann  dinier  aelbat  mit  Sc.liolion,  enditeb  Kapitel  4H—M  derSdinfl  it* 
Pseudo-Ptutanh.  Ünlnr  drm  llog^ppoyirri/to(  ist  jedonfall  lenak  PorpliTrogonnolo»  tt 
voratelien.    Vgl.  C.  WarliHmiitli,  Rhein,  Mua,  1«  (1863)  136-138;  326  f. 

310.   JobanneB  Tzetzes  (Iwirrr^f  i  T^^rfr,«)  wurde  a.\»  Sohn  ein 
gohildoton  Mannes  um  da«  Jahr  1110  in  Konstantinopel  goboron  und 
hielt,  wie  er  selbst  ftusdrilc-klich  bezeugt,  eine  BorgfäJtige  Erziehung:  vo 
froher  Jugend  an  philolagischen  Studien  ergeb(>n,  widmete  er  Kleb,  nach 
dem  er  eine  ^eit  lang  als  Kekr^tär  nnd  Lehrer  der  Grammatik  thfttig  g(-^ 
wc'sen  war.  alsbald  einer  auit;B:edehnt«ii  littcrarischcn  Tbßtigkcit,  die  il 
auch  M>ition  Unterbalt  verst-bafTtc.    Über  seine  Lebensverhältnisse 
wir  ziemlich  genau  unlurricbtet.  da  er  jede  Gelegenheit  ergreift,  von 
aelbett  zu  erzählen.     Durch  alle  Notizen,    die  »eine  Person  betreffen,  zhJiI^ 
sich  die  endlose  Klage  Über  Armut,  Misngeschick  und  über  die  Verkenoiing 
seiner  gi-oasen  Verdienste.     In  dieser  Hinsicht  wie  auch  in  manchen 
(leren  Zügen   ist  Tzetzcs  mit  seinem  würdigen  Zeitgenossen  Ptocbopro^ 
dromoit  eng  verwandt.     Für  das  in  der  ganzen  griechischen  LittoratorJ 
bemerkbare  Elend  di-s  Grammatikorstandes  ist  er  der  anngeprägte^te  Typu&| 
Einmal  geriet  Tzetze»  in  so  grosse  Not,  dass  ibin  von  allen   HEkchem  Dtir 
der  Plutarch  Übrig  blieb.     Stets  erscheint  er  von  der  Qnado  der 
nehmen  Gnnner  abhängig,  denen  er  seine  Schriften   widmet.    Besond«n 
sind  US  Mitglieder  dvs  kaiscrliclien  Hauses,  an  die  er  sich  wendet,  iBHftk^ 
Komnenos,  der  Bruder  des  Kaisers  Johannes  Komnenos,  Kaiser  Manu 
KoRinenos   und   seine   aus   deutschem    Ueschlechto   stammende  Uerai 
Irene;  auch  die  mit  den  Komnenen  venvandte,  mtichtigo  Familie  Kam aterol 
und  andere  Würdenträger  bcdaclilcn  ihn,  wie  sich  aus  den  Briefen  ergib 
mit  reichlichen  Geschenken.     Sein  IlauptgÜnner  war  lange   Z«it  ein 
wisser  Konstantin   Kotertzes,  der  die  Fortsetzung  der  Allegonen 
Homer  und  eine  zweite  Bearbeitung  der  Cliiliaden  verschuldet  fiat. 
Todesjahr  des  Juhaiuies  Tzctzes  lutist  sich  nicht  mit  Siclierheit  bestir 
Wenn  die  ihm  zugeschriebenen  Jamben  auf  den  Tod  des  Manuel  Ko 
ncnOH  ihm  wirklich   gebUren,   mUsste   er   das   Jahr    1180    ühpilebt  hi 
iäine  genauere  Bestimmung  erg£be  sieh  vielleicht  aus  einer  im  Cod. 


<L  AlUrtanianiBHeBacbaft   A.  PUloL  PalyliutanB  m.  8«fcaliMti»,  (S  £!•)     r>27 


3MI  firtialhiuon,  angeblich  von  Tz«tze»  »UmaMBdM  Hinodie  De  imp«r«- 
tore  occiso,  ilie  man  «uf  Androniko«  KoniMDoe  (t  U85)  boxogen  bat; 
■fleit  so  lange  diu«  tiedicht  nicht  ediert  iat,  bleibt  die  Aotoreduft  des 
Tutut  «benM  unsicher  als  die  Beziehung  auf  jenen  Kaiser. 

Du  Ge»Anitiirtfil   tibiT  <lie   litltrannche  TltBtigkoit   df«  JohaniteB 
ikann  nicht  günstig  aiünftillf  n :  st-ini-  Svlbstübtrhebong,  mit  der  aicll 
'  4erlMt«  Polemik  gegen  andere  Grammatiker  %-erbindet,  ist  ebenso  gross 
(rine  Sorglosigkeit,    in  welcher  er  selbst  die  zeitgenOssischea  Pach- 
M  noch   weit  ObertrifTt.     Man  glaubt  in  der  1'hronik  eines  Ualalas 
Iteen.  wenn  Tzotzee  z.  B.  den  au«  Amorgos  .itatnnu-ndcn  IMclitcr  Si mo- 
biles einen  Sohn  des  Äinorgos  nennt,  wenn  vr  Kuxos  ßr  eine  Stadt  auf 
bkMS  h&tt,  den  Servius  TuIHuh  als  Konsul  und  Kaiser  der  RCmer  be- 
baet,  d(tn  Etiphrat  mit  dem  Nil  vei-wecbnelt  u.  s.  w.     Die  mei«(t«n 
er  eahllosen  Irrtümer  und  Missverstfindnisse  «rklürcii  »ich  darauti,  dws 
(r  in  Ermangelung   von  BQcliern   »einem  OudiichtiiisHe   allzuviel  zutraute; 
(r  rilhmt  von  sich  selbst  in  den  Allegorien  zur  llias  15,  87: 

sagt  er  in  den  Chiliaden  I  277  von  soinom  UodAchtnissc: 

Vw'p«  nüf  rrptV  fr  mii    tiür  yir  iiitfr,nr  ir  /Siiji. 

BOSS  daher  ausdrUckUch  betont  werden,  das»  auffallende,  »ou»t  nicht 
Namen  and  Nachrichten,  die  sich  nur  bei  Tzotzes  finden,  mit 
Vorsicht  ontgegenzunflinien  sind;  mancher  scheinbare  Fund  er- 
eich bei  nälici'i-r  BoLiachtung  als  eitel  Katzengold. 
Immerhin  erhebt  »ich  die  Itclesenheit  des  Tzetees  weit  über  das 
byzanliniMcher  Bildung;  m«  iimfa.ist,  wie  sieh  namentlich  ans 
Cbiliodon  ergibt,  Homer,  liei^ioil,  l'inilar,  die  Tragiker,  Aritttophanos, 
it,  Apollonius  Rhodius,  Lykophron,  Nikandcr,  Dionysios  Periegotes, 
.  die  Orphica,  Qnintus  Smyrnaeus.  eine  Antholo^e;  von  Hiato- 
vrn  den  Horodot,  Diodor.  Joseph,  Sueton  oder  eine  abgeleitete  Quelle, 
h,  Arrian,  LMo  Cas^iiis,  l*rokop  von  KaoHarea,  pKOudokalHsthenes, 
I,  Hesychios  Milosio»,  Thoophylaktos  u.  a.,  von  Kedneru  den  Lyeias, 
ones,  Aeschines,  auch  verlorene  Schriften  wie  Aristo^ton  gegen 
les  u.  8.  W-,  von  Philosophen  den  Piaton,  Arintotele«,  Paellos  u.  u.; 
Geographen  den  Btrabon  und  Stophanos  von  Byzanx;  von  Belle- 
trieten  vor  allem  den  Lukian.  Manches  bleibt  hier  freilich  rocht  un- 
lieber; denn  die  Untersuchung  der  Quellen  de«  Tzetzeä  wird,  von  der 
igkoit  seiner  Gedäclitniszitatc  und  der  FlUclitigkeit  seiner  Lektüre 
>ben,  noch  besonders  dadurch  erschwert,  da^  er  noch  einer  in  Bysanz 
verbreiteten  Unsitte  zahlreiche  Autoren  nur  aus  zweiter  Hand  an- 
maoche  auch  auf  Geratewohl  zitiert  und  hiebei  Autoren  und  Scliriften 
verwecbaelL  Trotz  dieser  Mängel  verdienen  die  Werke  des  Tzetzes  eine 
,  «ageheade  Betrachtung,  die  i<ich  vor  altem  daraufrichten  muss,  den  Weizen 
pMp  der  Spreu  zu  sondern  und  in  die  noch  wenig  geeichteten  Ma.'iscn  Licht 
^■1  Klarheit  zu  bringen,  \eben  der  Bedeutung,  die  Tzetzes  fllr  das 
Hjlcrtum   hat,    ist  er  unstreitig  fUr  die  litterar-  und  kulturhistoriitche 


BriantiaUclie  LitteratorgoBcliictat«.    I.  Prosatacb«  LitMntiU. 


Würdigung  st-iiiur  utgoiivn  Zeit  oino  bi-ilvutcndo  Kigur,  die  in  oiDcm  0»- 
aanitbilde  de»  zwülfton  Jahrlmndcrts  so  wenig  fehlen  darf  aU  AuM 
KoRinena.  Ptochoprodronios,  Eustatliina  u.  a.  Die  Schrift«»  des  Titittt 
kann  iniiii  in  drei  (irupppii  tollen,  in  nntiquariHch-hiätoriHCliö  SamiQ«1- 
werke  (Briefo  mit  den  Cliiliaduti),  in  ErgSnKuiigen,  Allegorien  nnO 
SchoIi«n  zu  den  alten  Dichtern  und  endlich  in  {tllgcmcine  Triklttt 
Ober  Poesie,  Metrik  und  Grunimatik,  wozu  einig«  kieintire  Stücke  vn 
mischten  Inhalte  kommen.  Wir  beschränken  uns  auf  eine  kurze  AufiUi; 
hing  «ämtlicher  Werke: 

1.  Eine  von  TiMitzcx  »elbst  geordnete  und  in  zwei  Bünde  ein, 
äaminlung  von  107  Briefen.  Als  Prinzip  der  Ueihonfolgc  icl  mit 
liger  Sicherheit  die  Zeit  der  AbfaRsung  erkannt.  Die  frOhooten  Stfli 
beginnen  mit  dem  Jahre  U^K;  die  letzten  i^ind  kaum  vor  11115  geHchri 
der  dem  Uanzen  als  Kinleitnng  vorgesetzte  BrioF  an  den  Diakon  Kpipl 
schwerlich  vor  1170.  Eine  geringe  Zahl  der  Briefe  gehurt  in  die  seit 
SophiKtenzeit  beliebte  tiattung  der  fingierten  Episteln;  sie  sind  s 
in  di-r  übt-rschrift  als  rbetorische  Übungsstücke  bezeichnet  z.  B.  'Ü. 
uvoi  diiixöror  nffi>{  tm'vtioTTor.  Die  meisten  dagegen  sind  an  wirkli 
Personen  gerichtet,  an  Männer  und  Frauen  au»  dem  Kaiserhause,  an 
liehe  und  weltliche  Wllrdentrfiger.  an  Freunde  und  Schüler.  Ans  i 
erfahren  wir  manches  biographische  Detail  über  den  Verfasser 
die  Adressaten;  doch  verächwinden  solche  Personalnotizen  in  dorn  W' 
mythologischer,  ütterargeschichtlicher  und  historischer  Weisheit,  dio 
Hauptinhalt  dieser  schwergelehrtpn  Korrespondenz  bildet-  Wenn  Photi 
in  seinen  Briefen  auch  wissen.scliaftliche  Fragen  mit  Eleganz  und  Leichtig- 
keit zu  behandeln  weiss,  so  treffen  wir  bei  Tzetzes  nur  krausen  Notimt- 
kram  und  dazwischen,  wie  als  Erkennungszeichen  eingestreut,  die  Ergfl»» 
seiner  morosen  und  launenhaften  Selbstüberhebung. 

Erblc  GcaaiiitanBitabe  vuu  Tlicod.  Pruntiul,  Tutiiiig««  1851   (nit  «tum  bte 
(Jraecilatis  iind  «iueia  hritisi-lioti  Appiirat»  zu  iltMi  Chiliuileii). 

2.  Die  Ohiliaden.    Das  umfassendste  Werk  des  Titetzo«,  wahrwlMin" 
lieh   zwischen   1144   und   1170   abgefasst,    ist   ein    pliilologiöch-histonMi*' 
Lehrgedicht  von  i;iti74  politischen  Versen,  das  von  Tzetze«  Bi^lof  itf 
fftmv  betitelt  wurde;  die  jet^t  UbHche  Bezeichnung  Ohiliades  stanuntran 
dem  ersten  Herausgeber  Werbel  (1546),  welcher  ilas  ganze  Werk  jrar  &• 
loichterung  des  Zitierens  in  13  VerstAusende   einteilte.     Nach   seiner  v 
sprilngüchen  Anordnung  zerffillt  das  Werk  in  600  Kapitel  (iffrop/oi).  Dw 
Inhalt  dieser  .Geschichten"  bilden  mythologische,  litterargeschichlMei* 
imd  historische  Miszellen,  welche  die  in  den  Briefen  vorkommendea  f*" ' 
lehrten   Ab.'<ch weifungen   in  ausföhrlicher  Weise  erklären.     Die  C1iili»i« 
sind  mithin  nichts  anderes  als  ein  ungeheuerer  versifizierter  Kom* 
nientar  zu  den  eigenen  Briefen  des  Tzt'tües,  die  Stück  für  Stück  teiU  i« 
einer,  teils  in  mehreren  „Oeschichten*  erläutert  werden.     So  eng  id  A  j 
Beziehung  zwischen  den  Briefen  und  <%iliaden,   dass  man  die  enltr«  ' 
geradezu  als  einen  detaillierten  Index   zu  den  lotxteren  betrachten  kiiin- 
l>ie  Briefe  bilden  das  Gerippe,  dii<  Miiliaden  die  bausi^hige  Umhüllung  dd^ 
»elbon.     Doch  die  Manie  des  Koinmentiercns  hess  Tzetzes   nicht  ruluiL 


J 


fr  dadite:  .Doppelt  genäht  hXIt  beii.iei-*  und  vorsah  die  Ohiliaden  noch 
■it  MsfUhitichen,  teils  in  Pros«,  ti'il.s  in  politische  und  jambische  Verse 
pbmtvn  iiandxcholieit.  in  wolchtiu  vr  tuiht  hiHtoriächc  IrrtQuicr  ver- 
bHMtt,  tfiils  Cluellen  angibt,  die  Erzählung,  Orthographie,  Wortbildung  und 
fnaodi«  ruchtft>rtigt  und  ElnzeUK-iten  hinimfilgt..  Auch  zieht  er  hier  in 
Meter  Weise  gegen  den  navhlä.'iRigcn  Abschreiber  los,  der  Koprogi'aph, 
äM  Kalligraph  zu  heissen  verdiene;')  in  Wirklichkeit  t^cliciitt  jedoch 
StKT  Mistocli roibor,  Khnlich  wie  houto  zuwoilon  der  .Dnidcfchlcrleiifel", 
■nr  den  SCndenbuck  abziigubfn  für  die  Schnitzer,  die  nachlrägUih  von 
Tntue  oder  von  anderen  entdeckt  wurden.  Diette  verbesserte  Aus- 
tAe  uidineto  Tzetzes  seinem  Qßnnei-  Kotertzes,  an  den  auch  zwei 
Briefe  gerichtet  sind.  Uenau  genommen  etind  übrigens  drei  Ausgaben  der 
Chiliiulen  eu  unterecheiden.  Als  Anhang  der  Chiliaden  ßnden  sich  in 
mi  Uaudachriftcn  drei  kleinoru  Gedichte,  deren  Inhalt  im  wei^ient- 
UieB  eine  bittere  t'olcmik  gegen  die  Feinde  des  Tzetzes,  betiuuderH  gegen 
in  Eparchen  Kamateros  bildet. 

I.  Ans^nben:  £■!.  pr.  Nie.  Gerb«1iiia,  Buiilea«  1546;  wiederliott  voa  Jri-,  Lcctius 
hCinnia  posUroD  OrMconmi,  Coloniu»  Allubro^.  IS14  v.  [1  274  IT.  —  m.  Theopliil. 
IlMiling.  lipaiM  162A  (Joiinnis  l^ttai^  liiuluriaTUUi  vari&rnin  claiUiiil«al;  «ino  gnnx  na- 
htMcka  iui<J  luichlliaiga  Arboit.  Vgl.  dio  gehaltroicbon  Besprach ungan  von  Ktruvc, 
Im  IcritiMlia  BiUintbok.  horaiugcg.  von  (i.  S««botlo  l«3T  S.  311-^05  und  37Ü--4S6 
tacfa  ik  «ieeae  ifclirifl  unler  dorn  'l'itel:  Uober  ilt^n  politischen  Vers  der  MittDlgrioohen, 
Witriililil  l^tö)  und  von  IlsmBkoT.  Biblinthncn  novn  criticn  4  (Lufjduui  Uatuvorum  1828) 
kC— M8,  «BiUioh  Aiit  Tmlick  auoli  sehr  ungODauc  Koltittjuu  von  Pariser  llautlMbriftuu  in 
W  ABagxb«  <ler  Bri«f«  des  Teutxes  vdu  {'rcstn.-!.  -  .Scholiu  ad  Tzolza«!  ChiliodM  od. 
'  A.  Cranicr,  Ali.  Oxon.  3  (1^86)  ääO~äTiä,  —  KiriL-  brnuchbare  Ausgabe  der  Chiliodea, 
I  VBLch«>r  du  VnrbftUnia  der  Codioea  und  (UzuDsiüii«»  klnr^ol^gt  und  ein  vwlKmiRor  Text 
iMbM  vard^n  mtUst«,  Tehlt  itna  noob.  Von  H&iidachrirteii  sind  bia  jetzt  2  MUncUener 
M  3  Pttriaar  bt^kanut. 

fi.  GiKiimi ttnl:  Fr.  Dabiier,  L'eber  ein«  wichtige  Ha  der  üistorinn  dtwTxotxos 
ihat  den  KAiidbeniorkun!;cn.  dio  dvnolbo  hei  einor  »pjlter(>ri  Lektüre  seinem  Buüho  xu- 
llttgt,  Kbcio.  MuB.  4  (läSCj  1  -26.  —  Fr,  Hanse.  Misiiallanearuin  philaloEicorum  libor  II. 
ragr..  UreaUu  1H&8  ii)enierkiiiiK«n  tu  'I^etxes  Chi).  B.  S).  —  Fei.  Licbrcohl,  Zn 
MtM*  Oiliadea,  Phi]ologna28  (1869)  :!3ü  -357;  Ml-~543.  —  Frugmento  dea  Diu  Ooaaiua 
mim  IN  den  Cbiliude-n  (und  andar^i  Kuinpilntion«n  des  Tiettea)  uachgewii-een  von  H, 
JMfl.  N«IM  BeiIrSge  tu  deu  Fiagmuntun  des  Dio  Caaaiue,  Hermes  14  (1S79)  420— 44G. 
'  Dm  <)imIImi  der  nijrtlioJogiacfaeD,  biatoi'iaoheu.  geograpbisclieu  und  litt«»ri;escbiclitlichoii 
kMcUmi  dar  diiliaden  bf>handell  die  gründliche  Arbeit  von  Cbristian  flnrdar,  I>o 
«■■■•  TiaUaa  liiatof iarnni  fontiboa quaeationes  eelectae.  Dias.  Kiel  1881,  -  Zu  Chiliaden 
|tM  vgl.  W.  Oarlilt,  Dio  KnMaa  sberne  Albena  dea  Phoidiiw<.  Annhcta  (iniooieneiu. 
IH  1893  8.  Idb  tr. 

B  3.  Allegorien  zur  IHas  und  Odyssee,  zwei  Lehrgedichte  in  poli- 
^■en  Versen,  in  welchen  *o  "Oftt^Qo?  ö  näiaoiftif,  ij  Jfälutrffa  i^v  liyiuf 
Wil)  breit  erlÄutert  und  insbonondere  dio  liomeriflche  Oötterwolt  nach 
tn  Gmndafttzen  des  Eulienieiismuä  allegoriiKch  umgedeutet  nnrd.  D&s 
tappdwerk  ist  betitelt:  'ynö^tcti  lov  'O/iijc""  äXXijogij&tiaa  na^ä  'laiivrov 
faft/itrriMov  roi"'  'rj*'«^«!'  *.5  xgarßfoireiij  ßtiatXiaai]  xal  öfufiixwttitij  **'p(J 
^W'Ä  *L  *J  U^uwriSr.  Das  Werk  ist  demnach  der  Kaiserin  Irene  ge- 
'Jdjnel:  doch  gehören  ihr  mn-  die  ersten  l'>  Qesänge  der  Allegorien  zur 
iu.  Ab  nämlich  der  kaiserliche  Schatzmeister,  der  die  ersten  (iosäiige 
ijcUicl)  belohnt  hatte,  anting  den  unermüdlichen  Dichter  mit  leeren  Worten 

^P\  Zit  tjUliwUn  V  201;  |  (Oiiru  XQ"^'  *n<tt'V  yif  >;  lu•XX^yfli•foy)^ 

I  dar  kiMh  AHcMiuwalaruibin  IX.    I.  Ab()2.    t.  anfl,  'M. 


530 


Byift&tiiiisoho  Litt«ratnrg«schich  to .    I.  Provaiacb«  LiU*rittnr, 


abzuspoisen,  widmete  er  aus  Rache  den  Sctiluss  dem  Konstaniin  Ko- 
tcrtzes.  Der  Anfang  des  Werkes  ist  um  I!45  abgofat<«t,  di-r  Schliitw  um 
1158,  die  Allegorien  2ur  Odyssee  erat  nach  diestm  Jahre,  da  im  PixiüiniiiBi 
der  Tod  Irenes  (f  1158)  erwähnt  ist.  Von  den  letzteren  sind  bis  jetzt  aar 
da«  ProOmimn  und  die  Allegorien  zu  den  ersten  13  Gelängen  aufgefuixIeiL 
Beide  Gedichte  umfasRen  jetzt  etwa  lUüOÜ  Verse. 

1.  Auagntien  uail  Hilfsmittel:  Dia  All^tgniion  KUr  Ilifln  iinil  Oilirase»  «d. 
P.  Mutraaga,  An«cdoto  äracca  1  (18.^0)  1-295.  —  Nur  diti  Allogoricd  cur  lljai  »i 
Pr.  ÜoisBonade,  LutetJM  IS.M  (mit  dsn  Allogorien  des  reoUa*}.  --  SchoIJa  ai  All«c«ri« 
Iliadia  ed.  J.  A.  Crsmer.  An.  Oxon.  »  (1MSS)37«— 38t.  -  Kr.  B oll,  Stadion  Ibw  CbaAM 
Ptoli>ni8«ns.  Jahn«  Jalirb.  Kapnlcmontb.  21  (1894)  156,  «rl&atcrt  eine  Stollo  itr  AU«goriM 
lUT  lliaa  (Mntinnga,  An.  gr.  I  »7), 

S.  VoD  Oltcrrn  bjuixnliiiiBclii?]!  Allogcriuii  bind  liemetkeiiewMt  di«  n&lur|>]iitMophiai4«a 
Spekulation on  sur  tliua  und  Odj^Bacv,  aU  dt-reu  Verfaastda  «Joe  gvwiuM  D«iua  beiMgliaL 
Wir  Iinboii  «iniü«  niiddrQ::liliüb  mit  ibieni  Namen  beieichnet«  FraKiiienle  in  den  HomenKhaliM. 
heti.  bei  Kiiatatbius:  dA>m  kommt  analer  cabtreicben  anonymtin  Scholieri,  die  man  aua  iiinerM 
GHInd«n  der  D«nio  zuteilen  rnnm«,  einitrCwHVauioiiyiiiMStflclc,  iiitintidh  die  im  Cod.  Viad«b. 
nliilol.  Kr-4U  (NoaHel),  e.  13,  niirbrwnbrta si»HDin«nlillngond<<  Itoiho  natnrwiMeiiackarUirbM 
KrklAi-iingün  ca  Hins  .4  1  — ."iSO,  in  welchen  wie  in  den  unter  d«Tn  Namen  dnr  Dnao  QbwliWwtM 
StUcltc^n  den  Worten  des  Uomer  in  ganz  nneinnig«f  Woinc  durcliwe^  koamiacb«  ld*tl 
anterlegt  wcrdiMi,  Die  ?A'it  <!ii-set  oxicntriBrlim  Hoiiiordoutorin  ist  meht  nllMr  bekapal; 
doch  ergibt  Hiub  —  vuruuaftpsetot.  dnse  die  Wiener  Allegorien  ilir  wtrkliob  gabSren  — 
aus  der  bier  oAcnburen  BeiiDtzung  der  Sclintt  dvx  Tboodoret  von  Kyrrhoa  (f  um  458  a,  Chi  t 
'EULr,vninv  n«9tsfii!r«iy  Sfifirniviutj  ala  FrlÜigronxe  etwa  dieHilte  dea  ti.  Jalirhundertun.lV: 
eine  Spaigrenz«  bildet  dos  Vurkommen  von  Demoscholien  im  Honierkoinni^ntar  des  Ten.  A, 
e.  10 — II;  endlich  raten  Siiur»n  neaiilatoniBcber  Einflösse,  mit  denen  alrk  abrigena  denl- 
licilie  %Qgo  chriatlicher  WettaarfnaroDg  verbinden,  die  Loboneseit  der  Frau  Demo  ia  d«_ 
Nab<>  dor  Frflbgrrnxe,  etwn  in  der  S.  iiUfta  des  S.  Jahrlitindenn.  nnunaetM«!.  JeliUI 
'l'xetxcs  widmet  noincir  Kivalin  in  Keinen  eigenen  Allegorien  Kiir  IIihr  und  Oijmtt 
Miitran^ji  1  ^.  IßfJ  und  2'ih)  ein?  anbr  ungnlnnte  Kritik,  die  sieh  nfTonbnr  Reffen  dt«  Min 
Piintifilijikuit  der  von  Demo  nngewandlen.  übriijuna  im  frineip  duivlinmi  nicht  nencn  .null 
iQHtisi'boQ'  Allei^orinitTung  rioblet.  Der  Kritiki-r  iQbnit  <iieli  u.  a.  (S.  ^2il,  er  babs  i 
eratt-u  iiiulu  in  durcliBiditifcer  und  jederiuaniL  verständlicher  Weiac  aUeRonsJert,  lucbl 
.Dimo',  diu  ~~  ein  de«  Ttelies  würdiger  Namenwita  —  den  EIq^d  um  .Üinie'  |A»nii) 
ersoheino  .... 

oiijfl  xaSdntf  >j  .IruxtS.  fitutl  öt  laXf  ffporoCai, 

yvfaior  xouna^axi'lror,  ipevii'it-rjyopo/giiqtr. 

injdiif  <ti  j|(idi,'  lof  'OfitiQov  tiäf  ovrttkovniur  Uytir. 

Ilolior  Demo  handelte  zuerst  eingebender  ti.  Taener.  Vergeasenea,  Rbetn.  Mos.  iS(i? 
4M— (IT.  der  jednch  ihre  Persünlicbkeit  leugnete  und  ihren  Keinen  Rlr  eine  riktion  rat 
Cnbi'kunnlon  crklllrle.    —    Uuupt«chrift :    A.  I.udwicb.   Die   IlomordMlerin    Dirio.  T» 
scbrift   üum  SOjllhrigea  Doktorjiibilllum  t-,  FnudlUndor«.    Loipiig   IR9.^  8.  2Sß'  321. 
Lud  wich   edierte    auch  die  Wiener  Allegorien:    Allogorinc  llomnrieoc    ox   codica   Vu 
liouecsi  primum  oditnc.  Köuigaborger  Ind.  lect.  f.  d.  Sommersomoster  1895.   -    Eior  i 
Kemeice  Charakteristik  Demoa  gab  F.  Sander,  Deilage  xur  <Mflo ebener >  Allgem.  Ztiln 
1890  Nr.  17. 

4.  Exegesis  zur  llias  des  Homer,  ein  aus  der  LchrthStigkeit  < 
Tzetzea  hervorgegangener,  wie  eine  niodenie  Doktordissertation  von  gif 
Polemik  gegen  alle  Vorgänger  oingeleiteter  Kommentar,  der  um  dasJi 
1143  veröffentlicht  und  später  mit  den  unvermeidlichen  St:lio1ien 

gtettet  wurde. 

BP        1-  Kd.  (i.  Uormann  mit  Draco  Strntonioenais,  Lipaiae  ISIS.  —  Bd.  li. 
mnnn.  ächolia  in  llomeri  Hindern,  l.tpaiao  1S35-3S  B.  7i8-d45.  —  Vgl.  K.  N.  Salbl 
üulletin  de  correspond.  hellen.  1  (1S7T)  121  ff. 

2.  Ein   anonymer  Ausxug  der  lliaa  in   poIitiBohen  Versen  alelit  (nach  den 
goticn  de»  TictzM)  im  Cod.  Bedl.  Barocc.  2*  fol.  88*— 198.    TiUl  nnd  Aabng:  ' 

T^t  nlnn  ij  vit^tnis  'U/lijpoi'  äaiS»(HKa(, 


0.  AlterlnmaniaaeDschftrt.  A.  Philo].  PolybUtDren  n.  SchoUaateD.  (§  ^19)     ÖSl 


i 


5.  Ein  weiteres  auf  Homer  bezügliches  Werk  de»  Tzetzes  ist  ein 
liPXAmetriaches  Gedicht  Tn  np» 'ü/tin'^oii,  tä'Ofi^i/ov,  ta  ftty'Oftt^^ov, 
eiliert  und  gewöhnlich  Kitiert  unter  dem  lateinischen  Tit«l:  Antohomcrica, 
Honierioa,  l'o^thomorica.  auch  einfach  al»  Oarmi  na  Diaca.  Die 
HomiTiia  Mmndoln  denäolbon  Stoff  wio  die  Ilias;  die  Antehomerics  troja- 
nisuho  Uotichtcht^'a,  die  der  homoriächen  Erzählung  vorausgehen,  wie  den 
Kaub  dor  Helena,  die  Rüstungen  der  Griechen  u.  s.  w. ;  die  Posthonierica 
ondlich  Ereignisse,  die  nach  den  von  Homer  erzählten  eintraten,  wie  der 
Itau  do^  hölzernen  Pferdes,  die  /erstttriing  Trojan  ii.  »,  w.  Die  lliupcrsis 
KtaniRit  gr)taßtent«iU  aunt  Tryphiodor,  während  der  vorhergehende  Teil 
der  Püsthumorica  in  Quintus  Smyrnaeu»  '\~  Malalu»  faät  ohne  Rest  auf- 
geht. Das  üaiire  bildet  l-Ui  poetisches  Supploniunt  zu  Homer.  Auch 
inf  dieses  Werk,  das  vor  der  ExegesU  abgefasst  ist,  setzte  Tzetzes  später 
•rkiftrende  Scholien. 

1.  Ausgaben;  TxeUao   ciimiinn  llincit  cd.  Sohirni^li.   llitll«  176^  (luivotlRtAndii; 
Mh1»clit  Mia  Cod.  Aug.  4SI}.  diKli  wi(<bti^  wiTCvn  dnr  iteignbo  der  Scholiun.  von  ilrnnn 

nur  Kxurpt«.  ll(^kk«T  iiicbts  uiiUL-ilt).  —  Ed.  Kr.  .Inuobs.  Lipiiinu  ll'J'i.  —  Uunii 
■U  Biuirh«!)  Verb«wmun||;en  ed.  I.  Hukkcr.  tleruliui  ISIß.  -  Diu  AuagHb»  von  Jacoli» 
«vde  wtwlsriiolt  in  itt  Itibliotbuca  TnucbiiitiuiLu  mit  Quintus  Sm^rnaouä  u.  n,. 
IMm  1829:  i«r  iJekkcr'scbe  Text  von  Lohra  uud  Diibuer  mit  Hosiod,  Anulloiiiun 
IMiM  u.  •..  r>m  1808. 

2.  Hilf*initt«I;    Di«   Quallen    dnr   PoHUiomwHcn    unti^reuchlo   Ford.  Nonnk,    Dio 

elw  de*  TophiodoTOgi.  Ilnnnos  27  (1K82)  452  1U3.  -  llcmorkungon  num  .SngonFiloir 
TcAtsv  i'BihMt  naiili  NoKirki  auBfÜbrtiohi!  Ite-iprui-bung  van  K.  Kehmptxow.  Ur 
■■■■:i  Smjraaei  faiilibun  uii  m}-thupo«ia,  Kiel  IKÜl.  UaHiu);«r  Uvl.  Aiucigun  ltl92  S.  TSU 
'!•  ■'\i.  ~-  Unber  diu  ijuifllon  dpr  Tfoioa  vgl.  diu  LittiM'ntur  S.  332. 

ii.  Auf  Homer  und  Hesiod  beziuht  hich  endlich  die  Thoogonia: 
Wnop  Y^/iiiatixtti  lov  TXir^on  rtaitjitt  avlftoQÖr  riüvii]  x»i  äfitiJtijTOV 
4«  etixtar  noÄiTixmr  mutt'x'»*'  ^tfottf  i/foyoiitir  er  ß^i'X'*  />*''«  rrffotfityjKtfi 
Ml  natalüyov  täv  M  tijr  "iXiov  äpiartov  'BXitjftav  X6  xai  Tquiov.  Das 
Micht  sciieint  um  dieselbe  Xeit  aI)gcfaH.st  m  sein  wie  die  Exegesii« 
au  tliw. 

Rd.  1.  Ilvkkor.  Abbnndl.  Borl.  Ak.  1»40  S.  147—169.  —  Ed.  Matrnngn,  An.  gr. 
fllHSO»  &T7— 59)4.  Wfgrn  der  iiUrken  Verscbiedctihoit  dnr  biinütxten  Hand- 
•rhrifttB  Bflaaen  b«Jd«  Auagnhon.  die  sii'li  gegenseitig;  organion.  buMingi^xogoii  uxTiIun. 
~  Dmi  kmUBt  noch  der  kl«iiii:  rroautcnkUI  llcgi  iij<  ytrri/^twf  lajr  iViaif,  ed.  vuu  J. 
A.CrUBer,  An.  P*ris.  3  (l^U  101-112,  und  in  onderAr  FsMiiiog  von  Matranga,  An. 
p.  t  (IMO)  3W-37I. 

7.  Seholien  zu  Henioda  Werken  und  Tagen  und  zum  Schild 
d«s  Herakles,    abgefasst  vor  IK18.     Im   Vorworte   entwickelt  Tzetzea 
Unter  heftigen  Angriffen   auf  Prokloa   die  Grundsätze,   nach  welchen  ein 
Kommi-ntar  «Mufertigen  sei;  man  müsste  die  Dichter  nach  ihren  Eigon- 
tamlirhkeiten  unterscheiden,  flbcr  die  Abkunft,  das  Leben,  diu  Werke  und 
iBe  Z«Hgenos8en   des   zu   erklärenden  Dichtfrs   handeln;    man   müsse   den 
Zwfck  de«  betreffenden  Werkes  darlegen  und  die  mythischen  Oeachiehten 
allegarükTcn :   das  Metrum  und  was  sonst  nütig  sei,  niil»»e  in  klarer  und 
lehrWter  Weise  erklärt  werden,  nicht  mit  jener  labyrinthischen  Verworren- 
heit, die  selbst  wiederum  nach  Erklärung  schreie.     Abgesehen  von  dem 
leidigen  Allegorisieren,  das  Leute  wie  Tzetzes  nun  einmal  ftlr  den  un- 
nttbehrlichen  Bestandteil  eines  guten  EoromentarK  hiolton,  ist  gegen  diese 
flnindsitzf   nicht«  einzuwenden.     Hätte  sie  nur  Tzetzes  selbst  treuer  be- 
8** 


^antlniBoh»  LittSrarargOMobiobte.    I.  Proauache  litteratar. 


folgt.  9o  aber  klingt  sein  Seitenhieb  auf  die  labyrintbisclie  Verwürrenheit, 
die  Eielb«t  wiederum  cinoa  Kommentars  bedUrfe.  wie  ein  Hahn  auf  seine 
eigenste  Qewohnhi>il,  KoinuioiitAr  auf  Komtnentai*  zu  pfropfen.  Übrigeie 
und  diese  Scholien  wie  die  leidoi-  nur  fragniontariscb  erhalt«DeD  dM 
I'rokloa  sehr  beachtenswert,  weit  sie  uns  wichtige  R«8to  au«  dem  K 
uiontAr  des  Plutarch  zu  Hesiods  Werken  und  Tagen  aufbewahren. 

1.  Auflgnba;  Kd.  Okiaford,  Poetu  Oneoi  minoree,  voL  III  (deatacbe  An- 
gabo  vol.  li). 

2.  Hilfsmittel:  Cetier  dio  Qoellen  ditaer  Subolien  a.  E.  8ch««r,  D«  PlaUrcU  ia 
'  Hcaiodi  Opera  et  Dim  cumiueiiUrio,  Rendabur«  1870.  -   Vgl.  L.  Cobs.  PkUvL  AbhaadL, 

Maiiiii  Hoiti  luni  70.  GebartatMe  dsjKobr  l^SS  S.  130  ff.  —  Bagan  Aböl,  Zum  rv»« 
'limoiToi'  ätt,  Johannea  Tictcoa,  Wioner  Studino  II  (1869)  8S-93.  -  llMÜod  f>d.  K.  Silll 
S.  4  (f.:  Sh-t;  893  tT.  —  Kdiinrd  Norden,  Baitrftgo  zur  Ooaehicbtu  der  gri««1i)aebea  Pbib- 
aophie,  Jahnn  Jnlirb.  Supplomontb.  lH  {ISää)  411  ff.  —  7m  dur  auf  die  rt»ifj-!m  d«a 
Oqtbous  bMllglicbon  Stclk  doa  Kununentuni  zu  Ueatod»  Werken  und  Tafen  (S.  18  ed.  GM- 
furd)  gibt  citjc  iLiiHniliiliobu  liiterpreUtiou  Aulou  BauniHtark,  Betlrlge  tat  gtiediiacbn 
Litteraturuu8clji(.'bl('.  PLiloIofcuti  68  (1894)  G88-Ö01. 

3.  Kx£«rpto  aas  dvu  Hoaioilacbolieo  des  Tze1i«a  aleben  taita  unter  dem  KanMU 
doB  f'rokW,  toiU  luit^r  di?in  des  Isaak  Tzatsea  im  Cod.  Menac  2ST.  Vgl.  \i.  üail, 
Jahna  Jahrb,  Supplemi-iitb.  12  (1880-1881)  29-81. 

8.  Scholion  zu  Aristophanes.  Der  Codex  Ambrosianufi  0  222  inf. 
und  andere  Handficliriften  enthalten  ächolien  des  Tzebtea  zum  I'Iuto».  dpu 
Wolken  und  den  Fi-ösohon,  tlozu  ein  Argument  xu  den  Rittern  und  Vögeln, 
woraus  sich  vorinutun  lS»st,  dai»  er  auch  dioso  Stiliike  kommontiort  habe. 
Di«  selhotändige  Tliätigkeit  des  Tzetzes  scheint  bei  der  Abfassung  der 
Scholien  eine  sehr  geringe  gewesen  zu  »ein;  denn  sie  stimmen  \'ie1fach 
fast  wörtlich  mit  andere»,  von  Küster  edierten  Aristophanesscholien  überein. 

Ausgabe»  und  Hilfumitteh  Zuerst  wurde  die  .^ufinerkaanikeit  der  lj«lahii«u 
auf  dieae  äubolieu  gelenkt  ilurcb  ein  Fragment  dcnrolbeD.  wekhos  Fr.  Bit*ohI  in  labi- 
niacher  Ct>bi.-rsi>tzuiig  in  viiiL-r  l'luutuahundacbritt  rsiiit  und  iu  iltr  Schrift:  Die  alaxaodri- 
nUcben  Bi1j|jothok«n,  UrMluu  1838,  vtnvvrtcle.  —  Einen  verwandten  Text  tUt/i  KtififJimt 
ed.  J.  Ä.  Cramer,  An.  l'aria,  1  (188!l)  3~1Ü.  ~  Die  Prolegometia  der  i^rwälintein  Stkolira 
odiort«  il.  Keil,  Rhein.  Miia.  N.  F.  <)(1S41Ü)  108  11.;  24S  tT.  -  Diu  AbhnDdlung  von  Ritaebl 
und  die  AunRnh«  von  Keil  sind  mit  NacbtrOgen  wiederholt  in  Fr.  Rltaohla  OpvKnb 
pUlDlogioa  I  (li^QC)  1-  172;  19T  2:i'.  ~  7m  RitxcbU  Abhandlung  Tgl.  noch  0.  Htm- 
liardjr,  Berlinar  JahrbUcher  für  wiwiinfichaftlicbR  Kritik  1838  II  SSl-.t40.  —  Die  Pro- 
legumena  auch  bei  A.  Nnuck,  Lciicon  Vindobonenso.  Petersburg  1K6T  S.  SX3— S&2.  Dan 
vgl.  E.  Miller.  Journal  dos  snvuDls  1870  8.  169—173.  --  Eine  goiinti«ro  Kollation  mit 
biblicgraphiaclion  und  lillcrarbislorischcn  Notiten  gab  W.  8tndomund.  An«K-.d«la  vana 
tiraeca  1  (1886)  3A0— 255.  —  Weitere  Ifeitrftge  lu  diesen  Schulien  von  Fr.  Dnbaer  ad 
U.  Schmidt.  Pblblogua  25  (1867)  687-691:  Ad.  von  Velsen,  Philulogna  3$  (t$7<| 
698—703;  Max  Cooabrncb  in  duu  Coujniontal.  iu  bunor.  O.  8liid«nmiMl,  Arg«ilan*' 
1809  S.  211-236.  —  Ein  grosses  Stack  der  Scholien  edierte  aas  daa  Oodd.  Anhtaa 
8%  inf.  und  Urbjn.  141  xum  ersten  male  K.  Zavher.  Die  Haa  Hnd  ITlannnn  dar 
iibiini-aBcbotirn.  Julinn  Jahrb.  8upp!.  16  (188K)  hf^h  601,  wo  «n«ll  du  VCfÜltnil 
Ti!vtz(<9  ZU  (leli  nllpn  Soholicn  oharaklerisierl  ist  -  Karl  Dxiattico,  Joliannta  T» 
and  das  Plautussvbolioii  Aber  die  alexiin  drin  Ischen  üibliotbcken,  Kboin.  Una.  48  (l^'l 
846-870. 

9.  Scholien  zu  l.ykophrous  Alexandra.    Sio  wurden  frilher 
.Alteren  Bruder  Iinaak  Tzetzus  zugewiesen  oder  wenigstens  als  genie 

'  MUne  Arbeit  beider  Brüder  angesehen;  doch  gehören  auch  sie  dem  Jol 
der  dicae  Jugendarbeit  seinem  ßruder  Isaak   als  Ittterarischcs  EigoDt 
abtrat,  sie  aber  nach  dem  Tode  desselben  wiederum  ausdrücklich  fOr  i 
reklamierte. 

I.  Auagaboo:  Ed.   Loop.  Sebaatiani.  Roma»  1808.    -  Bd.  üattfr.   Mtl 
31  voll.,  Upeia*  1811.    Beide  Anagnhnn  nind  unliandlirh  and  nacli  lio)l>iidiacb«r  Art 
niBuig  mit  VariuitoD  und  aoastigen  Zugaben  bolaatot. 


jjS;^ 


B.  AlUrtnmavlMeiiBcbiift.  A.  Philol.  Polybiatoren  n.  Scholiuten.  (§  2I!>)     533 


3.  nilfsmiltel:  Vgl.  E,  &cbp»r,  Die  Uclierlief^rung;  iler  Alexandra  ilca  l.ykophron, 
}Ü,vUi.  Um.  U  (ISTfl»  272  rt;  «äff.  —  Wink*  für  .iiy  Buiiütjiuiig  dicaer  Srhclien  W  U. 
V,  Wilamowitx-Msllandflrff,  I)o  Iragiconiin  grAOOuriini  fraKiiJO litis.  Iudex  leol.,  <i<lt- 
lingcn  ]>*M  S-  2fi  f.  —  Zar  Mchlic^hon  KiUiiUrung  vgl.  den  erliürwii  KuhimvuIhi'  in  diir 
AoM^ab«  4or  Alexandra  von  C  v.  Iloixinger.  Leipiiß  IKII5.  -  ßnii^cr  a1«  <l«r  KuiuinunUr 
ilaa  Ti«bEoa  Bind  diu  litrfaolion  im  Cod.  Tatis.  345,  ed.  von  L.  llHclimnuii,  Aiiecduta 
(ifMca  S  (1828)  199—386.  und  in  Ly<!<opliroiiia  Alexnndrn  rno.  Kd.  Sclieei,  ßorolioi 
IWt ;  mL  4MMn  Fndegon.  S.  10  ß.  über  üundscImfUti  dra  KominniiUini  von  TE«tz(«.  — 
Zu  dnu  QueUcn  iHeaer  8cholit>a  vgl.  G.  WcQliel,  'Emni^otit  »ivir  aivo  da  d«ormn  oo- 
«aamiBiliiu  ale.,  Diae..  afilliniteo  I88ti.  r-np.  V. 

S.  Za  den  Hauptquellcii  d^  KonuneDUra  xu  Lykophron  gohOii  die  Üibliothok 
itea  Apollndor.  Vi«1Ieicht  stiunint  von  Tietaea  auch  oin«  im  Codox  Vati«,  gr.  96U 
•  rlmllpiM,  mil  dem  ApolJodorituI  im  Lyhophronkummetitai  aurriill(<nd  QbcrvioHliininvndd 
K  jii  Luia«  den  ApollodoT.  DtosolW  ed.  Ricli,  War  11  er,  Mvtliogi'Aplii  GrH<M:i  I  (Loipxii;  ' 
l-^-ä*}  )"S-2S7,  Bbonda  S.  174  Vortoichnis  dor  Hiir*litloral'iir  und  S.  XXV  ff.  Boscliroi- 
liRBg  6er  fla  nnd  KrOrt«rung  der  Antorfnigc. 

10.  Von  Tzetzes  «tammoii  auch  Scholien  ku  den  Halieutika  des 
Oppianoa,  die  in  mehreren  Handschriften  vorkoiiinicn.  wahi'»ch«inHc]t 
aoth  solche  za  den  Tlicriaka  und  Alexipharmaka  dos  Nikandros, 
Ulf  di«  in  iindtTcn  Sdiolion  «ftor  verwiesen  wird.  —  Zur  SchohenHtteratur 
kommt  »och  eine  in  politischen  Vorsun  abgefaaate  Epitoine  der  Rhetorik 
des  Hermogenee,  in  welcher  Tzetzes  den  Inhalt,  de»  Kuchen  kurs  wieder» 
gibt.  dah«i  aber  in  der  üblichen  Weise  gegen  den  Verfasser  und  gogen 
fHlherv  Krklilrer  desselben  wie  gegen  Geoigio»  und  gegen  Johannes  Doxo- 
patree  pole inisi ort. 

1,  Anegaban:  Scbotien  r.ii  Oppinn:  Ed,  U.  Cats  Dnasemaker.  ScIiuHn  et 
BMxplinM««  in  Nitmidniin  et  Oppianuin,  Fnria.  Didot  1841).  Wenigatenn  entbült  di>r  Cuil. 
Unnac.  Kr,   IM  (Ijütii  TZ^iow  tui  itt'pojr)  so  xicmlicli  dasselhe,  was  in  dit<a«r  Auagabo 

-  l'ehnr  tij'/antininchc  rnmphmson  der  Kynpgctikn  des  Oppinnos  vgl.  A,  Lud  wicli , 
.fdw  Uompfiscbc  Textkritik  I  IlSSÖ)  597— 605.  —  Epitonie  doa  H(>rinogenea  od. 
7.  HhtL  Gracc  3  {l&U)  670-686,  nnd  vaI)atllndig«T  J.  A.  Cramar,  An.  Oxon.  4 

2.  llilfimittct:  Zur  Gpilomc  dea  Hermoftoncs  vj^L  Tbood.  (icrbcr.  Quao  in  com. 
m'ntonia  a  Ltroj^orio  Corinthio  io  UNmogeDcni  acnptia  votualionim  t-'ununonturiurum  voatigin 

Ij-odi  nMBinl.  Di«.,  Kiel  1891  $.  29  ff.  ~  Muoli  uuedi<Ml  schuint  dar  z.  Ü.  im  Cod. 
gr,  XI  10  fol.  88—41    erhaltene  metriBche  Kumnu-'utiir  dea  Tz«Uos  xum  Kapital 

Ifi^  attitltif.  Inc.  Tittt'^iar  ynQ  ti<  fi/to/iii'  nyrioy  iiui-  ^tiiijfuitatv.  Du8.  'Krag  yöft 
*ft*v  itfBy/iaint  lU  arusfviiittt  öfof.  -  Im  Cod.  VatJc.  Pal.  356  a.  14  Ijettt  in  lleidel- 
hnt)  toi.  187"— 189  stallt  «in  an  doii  Orammnliker  .lohanDBs  Locbanaa  gerichleloa  Lahr- 
S»i«kt  dea  Txelina  ,Do  trihtu  caiinninm  goneiihus  rhetoricia',  beginnend:  Xiifagfuüwu 
Janwir  ••rio«  yilf  <«D>  nfieirii.  Wir  aicli  daaselbo  tnr  Hermngendacpitome  v«rhall, 
MtdakiD. 

11.  Kommentar  zu  des  Porphyrios  Einleitung  zu  den  Kate- 
gorien de»  Aristoteles  (der  Eiaaymyt}  lif  r«?  jlgicrot^lovs  »ari^Yonfat 
•4tr  fttfi  ntrtt  ^wi-ür).  Dieses  Werk,  das  Tzetzes  auf  Bitton  seines 
8ndi>r8  Andronikos  vorfa»ite.  iot  im  grosiwn  und  ganzen  nichts  als  eine 
br»ite  CiitAchreibung  der  Worte  des  Porphyrios,  untermischt  mit  ulk'rioi 
Wfilirauch  für  Porphyrios  wie  för  Tzetzes  selbst.  Der  Kommentar  besteht 
«tt  etwa  ITOfl  byzantiniaehen  Trimetom,  denen  einige  nicht  zur  Sacho 
BttArige  Pro«astUcke,  vielleicht  ebenfalls  Antworten  auf  Fragen  seines 
[Iniilen,  vorausgehen.  Dicso  ProsastUcko  handeln  Qbor  OogcnsUlndo,  diu 
tbm  in  den  Cliiliadon  kurz  besprochen  sind,  mit  grösserer  Ausfuhrlich- 
luÜ,  woraus  sich  vielleicht  schliessen  lässt,  dass  sie  wie  der  mit  ihnen 
i'orhundene  Kommentar  zu  Porphyrios  später  als  die  Chiliaden  entstanden 
eund.    Jedenfalls  mn»s  Tzbtz«^  bei  der  Abfassung  des  Kommentars  schon 


534 


Bysaatiniache  LitUratnrgeBcbkbte,    L  ProBaiub«  Lltt«rittnr. 


oin  Sitorer  Mann  gewown  sotn:  denn  er  wendet  sich  in  der  Eink-ilung 
»iiesiell  gegen  die  damalig«»  .Modomcn^,  denen  er,  wie  bilufig  die  .Alten* 
den  .Jungen',  Ignoranz  und  Aufgehlttstinlieit  vorwirft.  Der  Duft  d« 
Polemik  ist  hier  eb<'npo  lieblich  wie  in  den  andt-ren  Schriften  de«  Tzeb»« 
und  er  wflrde  den  Verfasser  untrüglich  verraten,  auch  wenn  er  sich  nicht 
in  der  aua  Hochs  Trimetern  gebildeten  Überschrift  AundrClckliPh  bekannt 
hält«.  Sein«  Gegner  mögen  .grumten  wie  ophesischc  Scliwoino;  denn  filr 
mistfruaeende  Schweine  Bchrcibo  er  nicht';  ^j 

Einigo  Proben  fliis  Cod.  Vjndnb,  phil.  300  iNfiw«l)  fol.  63-81.  nehrt  Aiulm 
im  Inhalts  gab  Chr.  Härder,  Johanno«  TxntxM'  Kommmtor  xa  Ptitjihjrii»  tlt^  a/rn 
tf.uH-iäv,  B.  Z.  4  (189S)  8U— S18.  --    Vdwt  Hiiildc  Komni<<ntiUR  ta  VorfhyritM  vgl,  S.  432, 

12.  Unter  die  Schriften    verschiedenon  Inhalts  gehSren    die    Alli-'- 

gorien.  unter  dem  Tit*l:  'lioätrov  »oi"  TtirC'"  äXXr/yoffea  ix  r^  ;[p<iri«<'; 

iiifTpini;;  ßißkiiv,  «in  Gedicht,  in  welchem  die  Methode  ro?  äXXtifv^h-  Aat- 

gelegt  «nd  durch  BoispiL-Ic  orlSutc-rt  wird.    Der  Übersehrift  üufolge  bilHi-l 

daii  Stück   nur  einen  Abschnitt  einer  grösseren,   nicht  erhaltenen   Apoii», 

ßiftXog,  auf  die  auch  in  anderen  Schriften  des  Tzetzee  Bezug  genommen  «inl. 

Johflnnis  Tteltae  iMogoTlM  uiytiioloKicito,  [ibysicae,  moralea  »d.  V.  Uorellua, 
Lutetia»  1$16.  —  Ein  Nauhirnu  datu  bei  Quil.  St,ud«iniiind,  AiMiodut«  tuJ«  gnec«  BBuura 
mvtrifji  grammtiticii,  Berliu  1886  S.  23$. 

13.  Ein  aus  57  Jambischen  Versen  bestehendea  dramatisches  öe-^, 
dicht,  in  wetchoni  ein  Bauer  {'AyeoTxDg),  ein  Weiser  [Soifög),  ein  ChoMl 
iXoQÖg]  und  Muäoii  (Mtivatti)  auftreten.  Der  Bauer,  der  Chor  und  diP^ 
Musen    pruiäen   das  Leben    des  Gelehrten    glücklich;    der  Weise,   durcb 

^.dessen  Mund  offenbar  T/etzes  selbst  spricht,  vertritt  die  entgegengesetlt« 
^  Anacbauung  und  bejammert  die  traurige  Lage  äes  Weisen,  dem  da«  OMck 
aeine  Gunet  voreagc,  während  es  Unwi»8ondo  mit  Glück  ilberhftufe.    Das 
Gedicht  ist  eng  verwandt  mit  dem  Dramation  doa  Haplucheir. 
Kd,  MnIraDga,  An.  gr.  2.  632-C24. 

14.  /7fp)  für  ^1-  ToTg  atixoig  fiit^ar  aTtävTtar,  ein  Lohrgodidll. 

K^H  in   politischen  Versen   die  verschiedenen  Vi-rsfösse  und  Metra  1«- 

lliandelt.    In  einem  hexanielriscben  Prolog  widmet  Johannes  das  WeriiclKii 

rd«n  Manen  Heiner  Bruders  Isaak;  demnach  ist  es  nach  1138  abgefanL 

Kd.  .1.  A,  Cramer.  An.  Otoh.  8  (18361  802-383,  —  Vgl.  BIkx  Conabrnch,  U 
voWiim  ittQi  noiniKirofdoclriiia.  Brvdauer  philo).  AbliHu<)lunK«ii  V  3,  Brestlas.  W.  Kti 
!sao  S.  27  f. 

15.  Sxixoi  nt^'i  iiatfo^iig  JtotfjtmVy   A&vx' tafißot  itxvtxvi  'f'f) 

xmfitpdi'm,   endhch  Verse    ff*ßi    t^ayixi'^g   notr^tttmg.     Tzetzea  vermeid 

auf  die-ies  dreiteilige  Lehrgedicht  schon  in  seinem  Kommentar  jni  WisäsA. 

Ed,  Oflbner.  Rhein.  Mus.  4  (ISÜt!)  383-  409.  -  VnllsUndig«^  od.  J,  A.  Crai«<i 
Ad.  Oxon,  3  (IH^R)  334-34».  —  Dns  »rsfe  Stück  od-  auch  L.  Haehnann.  Roatook  l!&f 
—  Vcl.  K.  0.  Muller.  Rhein.  Mi«.  5  (18371  333-3H0  =  .K.  Ü,  Ultllvre  Klfina  dMH' 
Schrift«!!'  1  (Urealau  I$4T|  488-^24,  wo  dio  'ichtiU    des  Tietx«  aber  diti  rorwUtd« 
DidituDgBgatbuigeti  nun  Anagugapunkt  einer  Unlereuchung  Über  du  nltc  Tbeatn 
m  alto  Poede  gmoinme«!  wird. 

f  16.  Sif^ot   tafxßoi    HltfittMMtiti    n^v;    röv   ßaaiXda   »v^üv   Jfa* 

vovr^l  inttäy:iot.     Es  sind  91  jambische  Verse  auf  den  Tod  de«  KaiiwR 

Manuel  (1180).    AAi/iaxwidc  heisat  sonst  ein  Vers,  in  welchem  jedes  fol- 


e.  Aller LummwUMBBchaft,   Ä.  PbUol.  Polyhistoren  a.  SohoUasten.  (%  219)     535 


geade  Wort  um  eine  Silbe  länger  Ul  wie  'ii  ftänaQ  'jtQtfdr^  ftoi^r^yevss, 
üXßiöSmitov;  dagegen  besteht  die  Eigentümlichkeit  der  Leiterverse  de« 
Tzi'LzM  darin,  dass  das  ScliIii.sswort.  jed<>H  Verset«  im  Anfange  des  folgen- 
den sich  wiederholt,  glvichiiam  die  Sprosse  bildet,  Aiif  der  man  zum  fol- 
genden Verse  emporklimmt.  Ein  altes  Vorbild  dieser  Sprossenverse  ist  der 
pootüche  Brief  des  Polybios  anDemetrioa  von  Syrien.  Vgl.  C.  Wunderer, 
l'hilologii«  54  (1895)  4.10—437.  Das  lieitergedicht  dea  TzeUes  beginnt: 
".Ulli  ßaaii^i',  aor  nteötto^  01'  y^t'^m,  Hai  fitj  ifigtat-  tö  nää^og  itvtä^ 
^ax^vm,  Kai  daxpr'MV  10  ifiXtfav  Hf  oi  ötixivia  etc.  Divse  WundurUcllQ 
Form  ist  offenbar  darauf  ber<->chnet,  das  tragische  Pathos  (HO  Stufen  hoch!) 
zu  steigern;  die  komische  VVirkiing  des  ßravour.itUckeH  scheint  dem  Ver- 
ElflBor  ont^ngen  stu  sein.  Neuerdings  wurde  auch  diesem  StÜok  dem 
^etzor^  abK^'^iprochen;  doch  wirken  die  vorgebrachten  metrischen  GrQndo 
nicht  übtTztiigind. 

Ed.  MotrAnK».  An<«dote  Ortien  2.  619-023.  ] 

1.  Alls«mein«  Hilfsmittel:  Fabricius,  Bil>l.  Gr.  ed.  Hut.  II.  228-260.  — 
1*.  fl»nf ioliscn,  UeW  die  sok*"'  polih'sclicin  V«rse  bei  äva  (ineohen.  L'eberaetst  von 
1*.  Fri«drichH«a.  L«ipii{  1889  S.  110—114.  —  (i.  Seelmnnn.  Do  nrapflgacione  soho- 
buraiB  Aaochylpornin.  Dim-,  Uall«  187&S.  33-37  (.gao  ordinc  Tzotznnim  iibij  odili  sint').  — 
ILF4r«t«r.  Uio  kanirtg«aehlohtliolieii  Angaben  dea  Johimnos  Tr.cUes  und  Suidiia,  Rhein. 
IIhl  38  {llfi*3)  42l~m.  —  Zar  Voteteohnik  des  Txotxes:  Herrn.  Sohrndoi.  Udmr 
£«  Jaktyliiwkeu  Vente  d«i  Tbcudoroa  Prodromos  und  des  JolniniiM  TK^Ixca.  ■lahna  Jahrb, 
IST  (lt»»*J  6(tl— 609,  «od  Fr.  Kuhn,  Svniliulay  ad  doctrinae  nft"  ^'XV'"''«''  hiafuriam 
partutenlM,  Brc^uer philol,  .Mibaadluuguu  VIS,  EtruHlau  1892 S.  82  (T,  —  Hauptanhririun: 
U.  Hart.  D«  Twtianuii  noniin»  vilia  ecriptia,  Jahna  Jabrb.  Supplementb.  12  (1880  — ISäl) 
l^7S.  —  B«nr.  Oiske,  De  Jounnia  Tietsae  aoriptis  sc  vita,  Diss.,  Rostock  1881. 

2.  Unfidierle,  verloren«  oder  verBchollana  Sachen:  Zu  den  oben  suTKe- 
^lua  Schrift«»  komniiin  noch  einige  unedierle  Stlloke,  ttber  die  sich  ftwUob  aus  äen 
itttUfta  AnEab«n  in  den  KjitBlot;i>n  tind  in  der  nonnligen  l.ittpratnr  knin  nicbMos  irrteil 
SlwimMI  Utwl;  HiaiiellM  nebrinbar  neue  StQrk  mag  -lich  nudi  bei  niLbiMcr  t'nlnn>nchiinu 
•b  T«äl  MBM  «wlian  edbriRn  Wcrki^n  bcinusätellen.  f'robcn  «inm  Loiir^vdicbtr«  llefi 
fnrfrtM'  liltimnaxiar  gab  !.  Bokkvr.  An.  gr.  3,  lOSS— ItlüO  l*((i*  fiiQÖv  ti  nuiiio/itr 

.«MtttiefC  if  vtirmt  u.  b.  vr.).     Andere  Inedita  sind  ein  Lexikuii  und  ein  Kommentar  zu 

MriMal«!«*   De   rnitibua    aniinulium,    —    Im   Cud.  Laur.  Cunv.  soppr.  62'   M.  20'    anli 

liik  MM  jsnbiacLv  Epist«!  ^^^«u  rin<<n.  diT  iiub  einem    Versbuch  des  Tx^Ixi-h  ein  älUok 

WrwtgfOffcnitifn    halte:    -i'X'»    ""'    Ti/i^nv   npöc   iinc    löfjiiivjn  fi^Qnt    ini>    töfiov  rmV 

•^r*i>  mitoi.   —   Ein  Kommentar  des  Tzetxes  xiir  Astronomie  des  Claudius  Ptolo- 

UaiiB  et«ht  im  Cod.  Paris,  gr.  2102  fol.  211— '232'.  —  Kin  Klngegedidit  auf  den  Tod 

•Im  Kaiaera  «nd  ein  Gratulationsge dicht  bewahrt  der  Cod.  Paris,  gr.  3044  s.  14  Tel.  2^0. 

-  Walil  »Kr  T<iil  «inea  grOaeoran  Werkes  sind  die  s.  B.  im  Cod.  Paris,  gr.  30,SS  fol.  37*  • 

•AdlMMn  anbn  jambischen  Verse  tl^ä^  tör  'l'tXlöi'  (tf  10  Ifr^i  liff/i;rtiai.    Sie  begioDOD! 

W  («*(•    JiiyfiB.  fiU/,  oijf  evifviiii.    —    Eine  Spielerei   eitid   diu  berojsehea  Veiae, 

*M  daiMfi  jedir  alt«   M  Buchstabon    des  Alphabete  tnlliillt:   'hiilrrav  mii   TCfiCoi'  mixe* 

ffatM',  tx"""^  '^f  fxnrtiof  tri  «f  oieijfin.    Inc.  '.IflQox'"'"'  d*  i!  (fv^n!  üi/iiilZi-yt  xafiiSii- 

ii4im»r.     Z.  lt.   im  Cod.  Paris,  fcr.  8008   ful.  37*.   —    Wei)ig   paast   zum   8tudionkreieo 

4w  Ttrtxca  eine  kurze  liebensbeschreibung  der  hl.  Lnkjn,  weirbn   ihm    im  Cod. 

Ltnr.  i,  10.  s.  14.   fol.  C-20,  lugeteilt  ist.    Der  Anfang  jat  abgedruckt  bei  Bandini, 

OrtalofM  c«dd.   ms«  bibl.   Mediceno   Laur.  1  |1TC4)  2H.     W<>nn  aber  itandini  auch   dio 

M|ndm  «s  eiaSM  B«  von  Sizilien    und    Italien    gerichteten  -n'/oi  •^Qiui'roi  (fol.  20)  und 

'•  Mafirftor  i^  «y'nt  .lovrhc  (fol.  30'- 25)  dem  Tzet/cs  lusebrelbt.  »o  ist  ai  bemerken. 

m  dl«  Ha  dafllr  keinen   Anhalt  gibt  und   daiw  das   bei    BnndJni   gedruckte  Tou 

»it»¥  »-»r  dorn  iliiftifior  in  der  Ha  fehlt.  UebriKcn:?  ist  auch  die  Auttirschan  des 

TWkM  dir  da«  rrate  Sllick  ichwor   gUublich.     Wie   aoUle   er  dazu    kommen,   das   I^bou 

MNr  «nivchrn  Lok>lhei]i);en  ta  besclmnien?   Da  die  Ha  grOBstenteils  Schriften  Hixiliseher 

mt  MtcritAliiweher  Üriechen  enthBlt,  ao  werden   auch  das  Leben  und  das  Martyrium  der 

IMIigaa   von   Palermo  von    eioaB  Biiiliacbeo.    riolleioht  palenn it au i sehen  lirioehen  ver. 

bat  aeto.     Oder  aoUte  der  Ruhm  des  Tiotnes  bis  nach  Sudlien  gedrungen  sein  und  ihm 

VM  dort  timm  litterwischeB  Anftrag  verscbalft  haben? 

Haacke  S(ihrift«n,  dio  ron  liebes  in  den  Chilisdan  und  sonst,  freilich  meist  nur 


536 


BjnaiitiBiMbe  Litt«ratnrgwcluGlite.    U  Pnaüaeha  LitUf«tnr. 


riK. 

1 


■iiKlnilli'-li.  ;;riiaiiDt  M-vidoo,  «cLchicn  v«4rlor«ti  Hl  wän.    Varmcltiiis  <l«racIbM  bei  Kifcrieiai, 
lliU    itr.  »1    HntL  II,  -JSitff..  Uarl,  *.  a.  0.  8.  63  IT..  GIb):*.  «   ■.  0.  S.  73  ff. 

S.  Name:   Die   In   icaiu  apSUn  HandBclmfUn  Tatltemn»8Dd«  Konn  KAmc  MbtuI 

liil  «Im  gloBUeb  ai  vcnr«-rf»ii, 

230.    laaak  Tz«tzee   (laauMtoi  ö  T^t'iC'^),    der  filtor»    Bruder  dee 

JohAiin«!«  Tz(;tzes.  nicht  lunj^c  vor  11 10  geboren,  1>e«ch2ftigte  «ich  in  ftbn- 

lichcr  Wftise  wie  Johannes  mit  philologieehonStudivn,  besonder»  mit  Metrik. 

Auch  scheint  er  dorn  jüngeri'n  Drudor,  der  stets  mit  der  gr<">s.st4;n  Vit« 

ühning  von  ihm  spricht,  mit  Itat  und  That  an  die  Seite  gegangen  za  sei 

Doch  wurde  Aa»  brüderliche  Verhältnis  frllh  zer;<tärt:    Isaak  starb  Bch< 

im  Jahrv  1  VAH  &ü{  Ithodo«^  «U  er  von  dem  Feklxugo  dett  Johunnuä  Ko 

ncnos  gegen  Chalep  zurückkehrt«,  an  dem  «r  sicli,  wir  wissen  nicht  in 

welcher  Rigennehart,  beteiligt  hatte.    Unter  dem  Namen  des  Isonk  TzetoaJ 

gehen  drei  Werke,  die  Schotten   zur  Alexandra  des  Lykophron,  eilH 

ttstronomisohes  Lehrgedicht  im  Codex  Monacemtix  2S7  ['tixtimi/ov  atigm 

TitQi  ni'iTKtAr';  »lä  ivtt*(<>i  tmv  üat^ttv  lafißixoi)  und  ein  versiGziertor  Traktat 

Dber    die  pindarische  Metrik.     Die  Schoüen  zu  Lykophron  g«bBren 

ohne  Zweifel    dnm  .Inhftiin<>A   (r.  oben);   aber   auch   fUr  da8  a^tronomiBch« 

Gedicht   hat   die  Autorschaft  des  Isaak  wenig  Gewähr;    denn    dieaelbeo 

Vcr»o  finden  sich  auch  in  den  Schollen  des  Johanuus  zu  Ilesiods  Weriiea 

und  Tagen    und  sind  seinen  übrigen  Schriften  in  Vortrag  und  Metrum  so 

verwandt,  das«  wir  die  Zuteilung  an  Uaak  ohne  Bedenken  auf  <lio  Willkür 

eines  Abschreibers,  der  den  laaak  etwa  aus  Handschriften  de«  Lykop)uY)ii 

kommcntars  kannte.  xurUckftlhren  dtlrfon.     Als  sicheres  Eigentum  di 

Isaak  Tzutzc's  bleibt  mithin  nur  das  Stück  Ht^l  tmv  /iit-dti^mür  ftt'te» 

übrig:  es  ist  ein  umfangi'etvhes  Lohrgedicht  in  politischen  Versen,  d 

ein  kurze«  jambisches  Proümium  varausgeht.     I>ass  Inaak  metrische 

dien  mit  Liebe  und  Verständnis  betrieh,  ist  durch  seinen  Bruder  wl 

holt  und  ausdrücklich  bezeugt     Der  kaum,  welchen  der  ältere  Tzetzes  in 

.der  Litteratuigoschichtc  beanspruchun  darf,   ist  mithin  ein  vorschwindenä 

Ekleiner,    und  wenn  in    der  philologischen  Litteratur  gemeinhin  von  iea 

.beiden  Tzetzes*  die  Rede  ist,  so  kann  das  zu  unrichtigen  Vorstvllungen 

Anlas»  geben.     Es  ist  wohl  geraten,   künftig  von  dieser  Temiinologio  hIi- 

susehen  und,  wenn  es  sich  nicht  um  die  erwähnte  metrische  Schrift  handelt 

einfach  den  Johannes  Tzetzes  anzuführen. 

Sclihrt  Qlcr  d\o  piniM.  üvtrfn  od.  J.  A.  Cr«in«r.  Au.  Pam.  I  {1839)58-16!.' 
Im  Qbrigen  s.  die  ljtt«nitar  tu  JoKiuidm  Tmbe*.  besondera  Hart  S.  S4— 32: 

L  221.   EuatathioB  (f t'ortttfiof)  wurde  wahrscheinlich  in  KonsUnfinnpet 

'geboren:  wt>iiigst.enrt  erhielt  er  dort  seine  Jugendbildung,     Anfanglich  b.^ 
kleidet«!  er  die  Stelle  eines  Diakons  an  der  Sophienkirche   und  wir 
»UBserdeni  als  öffentlicher  Lehrer  der  Beredsamkeit     Im  Jahre  ll7t 
wurde  er  zum  Erzbischof  von  Myra  In  Lykien  bestimmt,  erhielt  aber  »i 
ditHMMi  den  gleichzeitig  verwaisten  kleineren  Sprengel  von  ThessnloDikl 
Mit  seinur  Ernennung  zum  Erzbischof  im  Jahre  U75  beginnt  ein  nea 
Aluivbnitt  in  seinem  reichen  Leben,  sozusagen  der  praktische  Teil, 
aieh  auch  in  der  zeitlichen  lU'ihenfoI  ge  seiner  Werke  aus-itpricht ;  seil 
wlwoniichwrtliilien  Aibeiten.  die  Kommentare,  entstanden  in  der  Zeit  seil 


6.  AlUrtnaawiaMiiacbaf 


I  n.  Klialisat«!!. 


BD    537 


Le1irihitigk«it  in  Konstai)tiiiopcl,  die  atif  die  Owchichte  setner  eigenea] 
'Af'ii  Itt'nlgliclion.  iiioit<l  »u»  aktticlloii  Anlüsm'n  lioi'vorg«gtingoiion  Schriften 
wälirend    seine«   EpiskopHt«.     Als   geiiitHcher  Vorstand   von   Tliossalonik«, 
lUiniftU  der  zweiten  Stadt  de»  Iteichefi,  wirkte  er  mit  aufopfernder  Liebe 
nad  blich  seiner  Gemoindo  anrh  in  der  Bedrüngiiis  tips  NorniannenkrieReB  1 185  , 
treo.  Vor  allem  )>emühle  ur  »ich  mit  grü»t-t(^'r  Energie,  dvn  Stand  di-r  M^ncha] 
geistig  und  moralisch  zu  heben,  ein  Streben,  da^  ihm  in  der  KloHtorgeist-j 
teit  zahlreiche  Feinde  machte  und  sogar  heftige  SchmähBchriflen  gegen 
äne  Perwin   hervorrief.     Kulturgeschichtlich   interessant  sind  seine  ein- 
inglichen  Mahnungen  an  die  MOnche,  die  SchÄtzo  der  Hiblintheken 
icht  zu  vergeuden:  er  sagt  in  seiner  Schrift  über  Ana  Möuch^tätand  mit 
[Winehuug   darauf:    ,Ach,    Du  Unwissender,   was   machst  Du   die  Klostur- 
)iibliothekon   Deiner  Seele  gleichy    Und   weil    Du   von  allen  Kenntnisaen 
itblüsiit  bist,  willst  Du  auch  aus  diesen  alle  BilcherbeliJllter  wegräumen? 
sie  düs  Kostbare  behalten:  nach  Dir  wird  ein  Kenner  cKier  Freund 
JtT  Litttratur  kommen.'     Nach  einer  reichen  litterarisehen  nnd  praktirtchen 
Wirksaniktil  starb  Eustuthios  zwischen  11112  und  Iia4;   sein  Freund  und 
Amtsgenonse    Michael  Akominatoa   in    Athen    ehrte  ihn    durch   einen 
bagsisterten  Nekrolog,  ebenso  sein   Freund  Euthymios.   Metropolit  von 
Ksopatras  in  Tlieesslien. 

Eastathios  geh^trt  dank  seinen  Homei'kommentaren  zu  den  wenigen 
Byzantinern,  für  die  sich  die  klassische  Philologie  tm  erwärmen  vermochte. 
Er  ist    alK-r   viel   mehr  als  ein  bloMser  Solioliast,    mehr  als  ein  trockener 
Stubengelehrter.    Eine  m^lbi^tiindige  Betrachtung  der  byzantinischen  Kultur 
Utteratur  erblickt  in  Eustathios  eine  an  sich  bedeutende  und  fUr  die 
Ügnng  der  Zustände  des  zwölften  Jalirlnindert«  massgebende  Persftn- 
[IcUceit.    Von  dte:«em  Standpunkte  aui<  sehen  wir  in  ihm  den  klugen  Mann 
'ita  |)oUti»chcm  Blick,  dessen  zeitgeschichtliche  Schriften  uns  über  einen 
tichtigen  Abschnitt  der  byzantinischen  Ära  aufkl^en;  wir  bewundern  in 
l^loBi  Theologen  Eustathios  den  kühnen  Freimnt,  mit  dem  er  die  Korruption 
[4ea  Klasterlübens  bekämpft  und  ein  lebendige»  Sittengemälde  »einer  Zeit 
Augen   führt;  wir  schätzen  endlich  den  Gelehrten,  der,  ohschon  er 
'M  dem  politischen,  kirchlichen  und  sozialen  Leben  der  Zeit  rege  beteiligt 
,hi,  dtireii    sein   Wissen    die  Zeitgenossen   überragt  und  in  der  Geechichte 
griechiaehen  Pbilologio  eine  hflchst  bemerkenswerte  Stelle  behauptet, 
renn  wir  de«  Etiittathtos  in  diesem  Sinne  würdigen,  so  tritt  er  aus  dem 
kreis  unfruchtban-r  Scholiaätcuweisheit  heraus  und  erscheint  uns  ala 
ine  weniger  für  die   philologische  Disziplin  als  für  die  Litteratur-  und 
EntturgesL-hichte  seiner  Zeit  bedeutende  und   in  vielen  Zügen  auch  dem 
owdemen  Gefühle  sympathische  Individunlitfit.     Die  litterarische  Hintei^ 
UiMiHchaft  do«  Eustathios  zerfFLllt  in  zwei   der  Entstehungszeit  und  dem 
Inbklte  nach  verwhiedene  Gruppen,   nämlich  1.  die  während  seiner  Lehr- 

rthittgkeit  in  Konstantinopel  entstandenen  Kommentare  zu  alten 
jAotoren.  2.  Werke  von  aktuellem  Charakter  d.  Ii,  Abhandlungen, 
»den,  Briefe,  welche,  meist  während  seines  Episkopat;^  iibgofasst. 
ttüa  «af  die  Zeitgeschichte,  teils  auf  kirchliche  Reform  und  Belehrung 
Bezug  babei 


■>38 


BrianUiiüctie  LittorntnrgaBohiclit«.    I.  Prosaische  UUermtar. 


1.  An  der  Spitz«  der  ersten  Si-uppe  Hl«lien  nacli  Umfang  und  Be- 
deutung dio  Kumtncntarc  zur  llUs  und  Udyssec  des  Homvr:  £^ 
ataiHov  n(ixit!iiOxö:n>v  &taaai.on'xtfi  naftxßoiai  tiV  i»;»-  'Oftr^Qov  '<Mvaafntv  — 
'liiäSa.  Der  Kommentar  tmt  Ilifu)  ist  doppult  so  umfangreich  als  der  lur 
Odyssee,  wa^  t«il»  mit  der  früheren  Äbfassungszeit,  t«i)8  mit  dem  grSwereii 
Ktitchtum  der  nlten  Quellen  fUr  die  lliaa  eiisammenfaängt.  B«idoD  Eon- 
montorcn  g«1iou  n^rmi'inrt  vorau»,  in  wfitohen  Eustathios  üb«r  poetisch« 
Unterachiode  zwiochun  IHax  und  OdyisHOe,  über  die  Schicksale  der  homeri- 
schen Poesie,  Über  die  Bedeutung  des  Homer  fllr  die  gesamte  «püt«rt 
Geisteebildung  u.  tt.  w.  hnndelt:  I/äi-ftf  thiq'  ni'r^t  xattÄivar,  o!  uir  lif 
»al  itäytir  Fiag'  uin^/  |H*Ze*  iii.ovf  x«J  aaic  ariov  ovcaitiuv  änoTQt'ytaSm, 
uf  ii  watr  xif*^"*'  ünoftX^Oai  ttva  xai  trvrtKftnyxttv  f{  avTov  t^  ^Tf  n 
Xft^fjuvf  u.  B.  w.  Der  Ilauptwert  dietter  zwei  Kommentare  besteht  udit 
in  »elbtitändigor  Auffassung  und  Deutung,  sondern  in  der  Sammlung  alt^r 
GolohreamkoJt.  Die  wichtigsten  Quellen  eind:  Houiorscholien,  AtbenJue. 
Strabon  und  Stcphanou  von  Byzanz:  aussurdem  Aristophancs  von  Byzanz, 
HeraklideH  aus  Milet  und  zwei  griechische  Hchriften  des  Sueton;  endlicb 
Lexikographen  wie  die  Attizisten  Aelios  Dionysios  and  Pausanias.  ™^ 
leicht  auch  rhetorische  Lexika,  wenn  diese  nicht  etwa  mit  don  genannten 
Attizisten  identisch  sind.  Auch  Suidas.  das  Etyinologicum  Maj^num  und 
ein  .anonymes  rhetorisches  Lexikon'  werden  ausdrücklich  zitiert.  Ob 
das  Wfirterbuch  des  Eudemos  direkt  benutzt  ist,  lässt  sich  noch  nicht  ee 
sclieiden. 

Wohl   ungefilhr  gleichzeitig  vorfatwte  KusUthio»  eine  Paraphri 
und  ächolien  zu  dem  geographischen  Epos  des  Dionysios  Perieget< 
die  er  noch  vor  den  Homerkommentaren  (zwischen  1170 — 1175)  verOffe 
lichte.     Diese  'Yjjofivi'jtat».  denen  ein  wortreicher  Widmnngsbrief 
DionysioH  vorhergeht,   sind  uine  freie  prosaische  Umschn^bung  init 
klärenden  Zusätzen,  die   mit  der  Paraphrase  in  ein  Ganzes  zu 
fliesaen.     Auch  hier  liegt  die  Hauptbedeutung  in  der  Verwertung  gnt 
zum  Teil  verlorener  Quellen,  wie  der  alten  8cholien  des  Dionystos 
getco.  des  vollständigen  Stophanos  von  Byzanz  und  verlorener  Scbrif 
dos  Arrianos. 

Koch  früher  als  die  Kommentare  zu  Homer  und  Dionysios  ersdiMl 
der  Kommentar  zu  Pindar  enlMtanden,  von  dem  bis  jet«t  nur  die 
licho  Vorrede  bekannt  geworden  ist:  Evatttitiov  fUjt^onoÜfov  0*caalonm 
/ri  dv  diaxiivoii  wno;  n^^u/o;  ruii'  llitdti^ixoif  Jid^txßoXtör.     Er  Wnchb 
hier  zuerst  Über  den  Charakter  der  lyrischen  und  besonders  der  piod 
riachen  Poesie,  dann  Üher  das  Leben  des  Pindar,  endlich  Über  die 
stehung  der  olympischen  Spiele,  das  Pcntatidon  u.  s.  w.   Die  ganze  Sc 
gehflrt  durch  die  FUUe  guter,  sonst  nicht  bekannter  Xnchricliteu  and 
merkungen  zu  den  wertvollsten  Proben  byzantinischer  Gelehrsamkeit.  Uo 
den  vier  Vitae  Pindari,  die  wir  besitzen,  nimmt  die  doa  Eustathio« 
weitem   die  erste  Stelle  ein.     Vielleicht  konnte  es  gelingen,  Hbor  die 
echaffeuhcit  der  PindurschoUen  aus  den  ribrigeu  Konuiientaren  des  Ku 
thios  nKliero  Kenntnis  zu  gewinnen. 

Scholien  des  Eustathios  zu  den  Epigrammen  scJI  ein  durch  F« 


ß.  Alt«Ttt>n»wlBH»aa«1ian.  A.  Pbilot.  PolrbiBtoren  u.  Schonastfln.  (§  '221)     53C4 


hninst  vcrzftlirter  V/odex  tles  Escairial  cnthalton  haben.')  Als  Krzhwchof  j 
von  Th««siiloiiike  sclirioti  er  ondlich  eiiK-ii  Konnnc-ntar  zum  Pfingi^t-! 
liymnus  dvn  Johannes  Daniaüki-no»,  den  er  nach  der  Eroberung  der] 
Stadt  durch  die  Nonuanaen  im  Jahre  l!8ri  veröfTentlicht«. 

2.  Zur  7WMtftn  iJnippp  Rehftren:  A.  Eine  (Jeschichto  der  Eroberung 
der   Stadt   Thi'»snloiiikc   durch   die  Nornmnnon   und   dor  dicker  Kata^ 
htrophe  vorausgegangenen  Ereignisse,    B.  Melirere  Preis-  und  OlllckwunBch- 
nden  an  Kaiser  Manuel,  eine  Trauerrede  heim  Tod  die»e»  Kaisers, 
'Ansprachen  an  den  Grosshetaeriarchen  Johannes  Dukas  und  an  Kaiser 
leaak   Angelos,   eine  Kode  Über  die   Notwendigki-it,    die  Stadt  Kon- 
stantinopel  besser  mit  Wa««er  zu  vcrHorgou  u.a.     C.  Eine  Sammlung 
von  Brifft'n  an  d«n  Kaiser,  an  sonstige  geistliche  und  welthche  Würden- 
träger und  an  Privatpersonen.  Briefe  an  Enstathios  besitzen  wir  von  seinem 
Pn'unde.    dem    Bischöfe    Michael    Aknniinatos.      D.    Eine   Iteihe    von 
ricfariftn-n,  die  aus  seinen  reformatorischen  Bostrobungvn  und  seinen  Kämpfen 
gegen  diu  ihm  feind]ichi<n  Klostoräbtu  hervorgingen,  so  vor  allem  die  he- 
rithmle  Abhandlung  über  die  notwendige  Reform  des  Klosterlebena: 
E^rittxeijif  ßSov  ftotaxixov  (.fi  dia^Uoiaei  rwi'  !tf(fi  atrtvv,   eine  heftige  An- 
UagMchrift,  auN  wi-IcIkt  wir  deutlich  erkennen,   weklitm  Widerstand  die 
Mönche  der  gew-isH«iiliaft4^in  Aufflicht  itues  orzbiscliöflichen  Vorstandes  cnt- 
gagengeaetzt  hatten.     Eustathios  war  in  diesem  Kampfe  unterlegen  und 
hltte,   wahrscheinlich   bald   nach   IIR.'^,   The.tsalonike   verlassen;   in  dieser 
UJtweitigen  Verbannung  schrieb  er  wohl  die  genannte  Abhandlung  und 
«neo  Brief  an  die  Thessatonieensor.     In  die  polomtscho  Litteratur  gehört 
EBnu»r   die   gros««  rhetorisch  gefärbte  Schrift,    worin  er  sich   gegen   den 
Vorwurf   der  Unversöhnlichkeit  verteidigt:    11^%  tovf  /.Tfj-xftAuiJifa; 
tmip   ftrrfitnaKlav,    t'notf    tirafirtja^fi'ij    xaxuifffioi;    ytt-ofiirijs    JioiHr    avtip. 
Sttiitathios  scheint  sie  nach  seiner  Wicdeix<insetzung  gL-»chriehcn  ku  haben, 
■1«  die  unU-rlegene  Partei  seiner  Gegner  sich  wohl  durch  den  Vorwurf  dor 
rnvt'rKTihnlichkeit   zu   rächen  suchte.     In  dieser  Zeit  ent.ttand  endlich  die 
lAUiaiidhin^  llher  die  Heuchelei:   //«gi  i'Toxpr'fftöif,  in  weither  die  Schrift 
lp!S*D  die  Manche  schon  als  bekannt  vorausgesetzt  ist;   sie  gehört  zum 
lB««k-n,  WIM  in  dor  hyisaiitinischcn  Zeit  geschrieben  worden  ist.    Eustathios 
llelüiinpft    das   l.ast«r   der   falschen    Frömmigkeit    mit   einer   Frische   und 
[Sdilrfe,  die  uns  seinen  klaren  Blick  und  seinen  unabhängigen  Charakter 
beiten   Lichte  erscheinen  la-ssen.     Hflehst  interessant   ist  eine  Stelle 
jlbir  die  ilussere  Erscheinung  der  Mönche  (Kap.  27).     £.  Auch  unter 
Jim  rein  kirchlichen  Schriften  findet  man  Beachtenswertes.    HUhseli  ist  die 
la  diulogiptche  Form  (Personen;  Hierokles  und  Theophilos)  gekleidete  Be- 
Iflchtung  über  die  geistlichen  Attribute:   !ffoffii.Tato(  und  (»pw* 
l«(of;  sehr  merkwürdig  der  kleine  Traktat;  itfft/t  löy  ßetQ^'a»^  dxovoita, 
imf  h^/itriK  "I*  xak*Ttai  itanä?,    in   welchem    Kustathiont  mit  allerlei 
ntiquuriHcher  und  etymologischer  Gelehrsamkeit  nachweist,  da^s  die  Priester 
«rhl  thiiteii,  »ich  de»  ihnen  vom  Volke  erteilten  (noch  heute  üblichen) 
ritela  Tianät  xu  schämen;  es  liege  in  dicRom  Worte  ebensowenig  etwas 


<)  8.  E.  llill«T,  CaUIogu«  d»  dim  grcu  do  la  bihlioUiiique  do  rRtciirial,  riiris  1^8  S.  VI. 


In 


Bjrunlitilieba  I.itt«rktnr^s«bidit«.    I.  P»MÜ»cbe  LitUrktor. 


Gemeines  als  in  der  Bow)ieIiniing  rränjitig  oder  woiro;  (davon  russisch  INipol 

oAvr  iTÜnnc.     Über  ankotieclio  und  homilotisvho  Schriften  r.  S.  156  f. 

F.  Eudlich  verbuchte  tticli  EuBtatliios  auch  auf  dem  Gehiet«  d«rKircbeii- 

dichtung;  ewci  Kanones  von  ihm  alehen  in:  Euntathii  Metropolitao Tbessa- 

lonicensifi  opuscul«  ed.  Tafel  S.  36  ff.;  16(>  ff.,    wo  »ie  fri'iÜch  durch  das 

Mi88vi>i-Htändiii8  des  HeraiiKgobcrs  wie  Prosa  godi-uckt  sind. 

AuHgaboti  und  HilfKinittiil;  1.  Werk«  d*r  omlon  Orugipei:  KuniBiputat 
xur  Iliae  un<l  0(t>neco:  Ktl.  pr.  Koiniin  1.M2— ISSO,  3  voll.  {v«l.  1  lur  lüs«.  vol.  U  lur 
OdvMoe,  vi>].  HI  Index).  -  WUxIcthull  Itiixo]  15&S— 1560.  •-  Unv«llMid»t  bl>«b  di«  Aui- 
|(tno  mit  Kommi^uliii  und   Uobonirlxunic.    Flortnc  1780~-1785.    —    Sndlich  wurd«  d«r  Ed. 

Sr.  (ohn«  Hi^ixii^hung  tioDclairbrirtliobvr  t^ilfMiiittül)  ea  einem  nenon  Abdruck«  v«rlio]f«a  rtm 
tnlllinum,  7  bAiido.  IriiipKig  I8'2ii— 1830,  —  AuatQge  ündeii  sieb  in  vurscbindnaes  IlMB«r- 
aiugRbwi.  —  l'ober  di«  ijuelltMi  d«r  UoinerkommtfDtar«:  fbotn  loxieos  «>d.  Kabtr 
I  (1^(4)  48  ff.  ~'  K.  Lolirs.  De  ArislAivhi  etudiis  Komerici».  Lipttia«  1886  S.  3Sf ;  STD 
bis  ST&,  •-  Aug.  LentE.  Herodiani  torUniri  i^litiuino  1.  I.  Pnef.  B.  SI&.  —  I.a  Korb<>. 
Di«  bumcriivbe  Texteekritik  (IHSiS)  S.  UM  1T1.  —  H,  Selirader.  Uebiv  die  I'arpbnii' 
nisclien  DiaMdiolien,  Hsmbiirtt  1RT2  S.  SS  f.  -  lirfls^tontvils  auf  Quellen  it«  KiutaEbi« 
hpzinht  «i(^h:  Aiik,  FreHnnin",  [>n  -iKSEiiS  .^mtophnftcarum  »1  SoelOHluinviii  exeerptii 
1))-unlini!<.  A(|iii!k  MnItincJK  IKT-'i.  —  Uotmellion  (SegiMiiiUnd  botrilR:  U  C«hB,  Dv  Ariat»- 
jibann  llyXAnliu  i^t  tiiinlonio  Trunquill«  KuMulbii  Hui'turibuB.  Jnliiui  Jabrb.  Supplemealb,  K 
llS&lf  ■>><»  -37-1:  vgl.  Supplc^montb.  13  (lSt<*)  e.'.8-Ö82.  -  L  Cobn.  De  Hfraclide  Müm« 

JraniinutioD.  Berliner  Sludion  1  (18841608—718.  —  Aug  Hotop.  Dn  KuBtathii  prttverbih, 
aluiH  Jflbrb.  Sunplcnientb.  Iß  (1886)  249-314,  §iicljt  iiiif  Grund  «iner  Ir^ilkh  nicbt  »jl- 
ülAudiittin  SainiiOuug  di-r  in  den  KommenUreii  int  IIihh  und  Odvsae«  anBafOhrtcin  Snridr 
irCrlvr  die  SUIlmi);  de«  KiistaÜiioe  lu  d«r  parninio^mphisuhen  Ucberlivfemag  dwxulMr« 
—  Eine  volleUndige  Ucbersioht  d«r  Spricbwnrior  in  den  KunierkonunentareB,  im  E«a- 
mental-  7.11  Dionysioa  P«rieKeteii  und  in  don  Opiisculn  gab  Kd.  Kiirii.  INo  Spridivrtrtir 
des  Kiifltatbioe,  rbiloloenn  AO  (1^91)  ^07-  3'i1.  -  Aelii  Dinnysii  et  PauMnue  Altieiitanini 
froKinentn  mW.  Krn.  Schwabe.  I.ipsiao  1890;  in  den  Prolegomwia fladot  maa  ein«  Osler 
mirhun)!  Ilbi^r  die  li^xikngrnpbierlien  VorIngen  des  KnstnthiiM.  —  Znr  Qiiell«nfrag«  vgl 
uiicli:  I'orpbyrii  quacntioiium  Itoiiierienrum  nd  lliudum  pertiiientium  relii^uias  coli,  dispiu,  «d. 
Herrn.  >Scbrador,  I.eipxit-.  Teiibm-t  188L>  02.  -  Max  Ncumana,  Kastathms  als  kritiaÄe 
gucllo  fQr  den  Ititixtext.  Jubna  Jalirb    Sui>[>k-nieiilb.  SÜ  (lüSS)  Ur>-S40. 

Piolugus  zum  Piudurküiuiuentur:  Kd.  |ir,  L.  Fr.  Tafel  in;  KoatatUi  TbMt. 
upusouln.  Fruicufurti  1^2  S.  'iS— 61.  -  Dtinn  bonrbeitet  mit  ErlSut«niiigAn  von  F.  ij. 
Scbiieidewin:  F.u^tbii  pronemium  uommentnriorum  Pindaiicomtn,  GflUingen  lÜXt. 
VrJ.  Pindnri  cnnninn  ed.  Dlssen-Sclineidewin,  liolbA«  1843  Seite  C. 

Kommentar  EU  Dianysios  FpriogeteK:   Kdiert  mit  einer  a&derea  (ane 
ProMparapbrase  in;  Dionjaioii  I'orioecles  ed.  0.  Hcrnhard)-.  I.insia«   ISffi  8.  «7  ff', 
hervorragende  .Tngcndnrbcit  des  tp-ossen  (lelcbitun,   welebr   die   frOheren    LeitttmtgiMi 
Ilherholte  und   d»n    Nn<']ifo1gern  wenig   ta  tbun  Qbrig  lieas.  —  A«(  Bernhard^  t«bt 
wcHontlicbcu  die  AusgRbp  von  V.  Malier,  Lieogr.  gr.  min.  tl  £01  ff.;  vul.  seiae  Pnrfa 
S.  ^1   IT.:  S.  .'i9    llber  di<^  rrtlberen  Aufgaben.  —  Neue  wiabtige   MittoilangeB  a««  U» 
Pntnpbraao    und  den    mit   ihr   verbundenen   Scholien   gab   Arlbur   Ludwi<:ti,    Ar 
Homoriaclie  Textkntik  1  (1885)  Ö53-587. 

Komm,  ta  Jub.  Damaskenos  ed.  A.  Hai.  SpicHegiimi  Rom.  tt  (1641)  ^i  '^  1 ' 

Vielleicbt  bxt  Ruelatbios  aitcU  Anteil  nn  gowiwen  81'holien  lu  Arial*pka 
Wolken:  vkI.  K.  Zacber,  Die  IIri>  nnd  Klaason  der  AriHlophsnesscIioliea,  Jabns  Jl 
Suppleaienlb,  Ifi  (188S)  .^68  ff. 

L'eber  die  Abfaasungsxnil  der  Kommentare:  Fr,  Knbn.  ConuneDlalione»  in 
nerem  Guil.  Stndomund.  Argenlorati  18K9  S.  349- -257.         Zu  den  metrisc'hea  Lehr 
dM  Kaatnthioa:  Heinrich  ^romimitnn,  Do  doetdnan  »«tricae  r«lii|niifl  ab  EutilaÜiM 
vatie.  Di»..  Sinusburg  18)47.  ~   Fr.  Kubn.  Symbolno  ad  doolrioac  ntpf  db/p^ttn- hialM 
ijottiHMtcfl.  UrraUuor  philo!.  Abhnndlitngt'n  V|  3,  ürealau  18S2  8. 82  ff.  —  Vßl.  P,  KkchoII 
llurBian-M(lllt.ra  .Inlireeber.  48  (isao)  2><4  IT,      -    Kritiaehe  KleinliUrnUur    b«i  W,  En$« 
mann,  Bibliolheia  Boriptorum  olaeaicorum  1  (1880)  841  f. 

2.  Die  Werke  der  tweiten  Cirupuv  lunieiot  in:  Kualalliii  Metrapotita«  lle 
CMiüe  opnHcuIo-    E  codd.  mss  UaBileensi.  Pari!>tDia,  Veoeto  nunc  primuni  ed.  L.  Fr. ' 
Fninoofhrii   ad  Muenuin   1882.      AuafOlirlich   beeprocben    von  Mshier,   Tltcolog.    (|, 
«cbrift  15  nun)  147—168.  —  Do«  biatorlacfae  Werk   De  Theauloiiin  m  Utini» 
wurde  mit  Int.  reberaetning  wiederholt  von  1.  Bekkor  im  BoniMr  Corpus  mit  Lm»  1 
maticu«,  UotinJ843  S,  865-M2.  —  Zorn  Texte  d«a  bist.  WevkM:  K.  S.  Rontoa. 


kanl 


«irr 


■  Tafi 


AI  t«r  tum«  ir  tsa«  a««  halt. 


l«r*Mf  W«/(«»n.  "^»ij.«  5  (1898)  m— 1"&  (echreibl  8.  294.  iS  e4.  T»f*l  xut>o>tuXr,fi{r»y 
•tjiU  «tVoiuti»!'/»*'«*').  —  B«dea  de«  EmlAthio«  mit  einigcin  «n<li>reii  nuf  Ku^Uthio»  bo- 
lAglichcn  StOekoB  •diorte  TaTol:  I^e  ThoaMlonica  oliis(|iie  agro  disstirtHtio  goographkii. 
B«r»liBl  1*^  S.  SM>— 439  (ft  Briefe  den  Mirhnel  Aknmtn«tos  nn  RiistaUiioH;  din  2 'IVaunf 
ndea  aitr  den  Tsd  da«  EnaUlliiM  von  Mi<-hiinl  Akominnti»  und  Eulbyniio»;  Kcdo  dM 
Kotlkthiwi  BD  KaiMir  Uanael,  hIr  «r  zum  Knbinchof  vi«  M^tii  Li-ntlniinl  wur:  Krilu  an 
Mann«!,  gehalten  im  Kamen  d«ir  Atadl  K<nii<tiuitinupL>l,  uIh  dicHi>1l>«  duroli  iirig«wütiuli(lio 
Tritcfc*uli<<il  lill).  —  BaQglidi  d*T  Briefe  iat  tu  bumcrk«".  dn«  Tafel  in  den  KKuaDUIeu 
ABig«liMi  indifvre  Sttteku  duni  Kunlatbios  culvilt.  die.  wie  eich  ocliuii  aua  d«u  Niuiieii  d«r 
AdnMMinn  «rfibl,  in  WabiLvit  dem  Miolia«!  PuelluD  i;iiIiöreTi.  Aus  Tafol  gbg  die  Ver- 
«rirnwe  kudi  in  die  Palrol.  gr.  roeMiiEue  über.  Genauer«»  biernbera.  bei  K.  N,  Sathee, 
«(«.  UtfiX.  4  B^Xoy^  S.  SO;  ST;  &  nfnXnyoiS.  75  (of).  —  (iesHintHUsgab*dar  meiatM) 
Werk«  der  2.  Gnyf*  nach  Tafel.  A.  Uai  u.  a  ».  bei  Migne,  ratrol.  gr,  135  and  i:i6. 
■rtaaUntcila  mit  latciaiacber  Uebenetxung,  —  Plinf  ncne  Reden  nobsl  xwei  »eben  vnn  1  sfrl 
nitcelniten  ed.  (aaa  Cod.  IlMinr.  II.  Y.  10)  W.  Kegel,  Fon(«a  rerum  Byzantinnram.  Tatnu«  I. 
raac.   I.     l-cterabvrg  \im. 

3,  Einige  StAcke  gab  L,  Fr.  Tafel  in  deutscher  Ucbcrei-txung.  iiHinlicb  die 
t^imty^e  flivr  iitrugixnv.  BetndiliniKen  Obei  den  MlliicbssUnd.  Aus  dtin  liriecbmüben 
4m  EiwUtklae  von  TheMalonlch  von  L.  F.  Taful.  Uertin  1847.  —  Dann  die  Urabiude 
Mf  i*a  KaisM  Maiiuul  Kumut-niH,  dsa  bistüruscliu  ätOck  M18Ü— 11^5)  und  die  Red«  an 
HaBBal,  ala  EuslatbiuA  zum  Kribiacbof  von  Mvra  beBliumil  war,  in  dem  Werke;  Komnenen 
ud  Nonnannoii.  Von  I,.  F.  Tafel.  Ulm  \%l>2  (2.  unveiftnderte  Ausg.  1670).  —  Weiler« 
treberveuangon  und  eenslitie  Kustalbiana  finden  sieb  im  nngedrucklen  Naclilaaee  Taf«!». 
—  Vgl.  Ni-ander,  CharskleriMik  dee  Euslalhius  von  TheaMlonike  in  seiner  rofortnato- 
mcb«!)  Kicbtunf!.  Ahtinndl.  R«rl.  Ak.  1S41  -S.  67  TS.  —  Eine  iUticniscbo  ITobetBclznng 
im  UatoriactiMi  Wetkna  (I)n  TbrmialonicB  ole.)  gab  (iiua.  Spnta.  f  liüeilinni  in  äulomeco. 
Mm«  1692.  —  Btiefo  dm  .Michncl  .Vkominatoa  an  Kustulhiue  und  dceeen  Trauer- 
rede anf  EuBtatkiott  «diMte  griecbiaeb  und  dcainrh  Ad.  Ellinsen.  Micbael  Akominotoa 
ran  CliaBne.  Goitnigan  tS46.  ~  V^l.  die  I.ittrratur  zu  g  lät>. 

4.  Ansaer  il«n  ven  Tafel  benliuii^n  Uta  in  Uimel.  Paris  oiid  Venedig  ist  die  Haapt- 
hunlatltta  der  tlietaiwbeD  Sebnflvu  due  Eustulbiuit  der  Cod.  Esoilr.  V.  II.  10,  b.  13, 
aw  den  ft*sal  MBica  StQcke  liervon;eiui:i^u  hat.  Die  Titel  der  sAmtticIien  bier  aufbewahrten 
Baden  und  Bfiafe  dea  EnaU^foa  notier!  E.  Miller.  CataluRue  drs  mxs  grect«  de  la  bibl. 
da  IXacorial  9.  200—210.  Vgl.  %  201.  Es  w&ie  in  wUnscben,  dau  mit  Hilfe  dii^ser  an- 
MhAtabatv«  Ha  nnd  der  «nr&hiiten  IrefTlichen  Vornrbeitan  eine  mit  KciniiiK^ntar  und  Indirra 
aopfeMatlvte  kTifiacb«  Geenmtanegabe  der  nicbtphilalogiachon  Schriften  des  EueUlhios  ver- 
aaMahat  wUrde. 

tt.  Miirbael  Senaeherim  (.Vij-mil  ö  £4mxie'ii'j  lobte  um  die  Milte  des  13.  Jahr- 
landarta  abi  I.«lir<ir  der  Rbetorik  und  l'omio  in  NikUn.  Ein  au  ibn  jiuriehtvter  Brief  dea 
'  *n  Tbeodoroa  Dokaa  Laikaria  iat  im  Cod.  I.iiur,  Conv.  aoppr.  B27  fol.  10^  —  11*  erhalten: 
urtoi  i^ywr  rar  «atf^aiü^ov  Kvijoi  l^toifiÖQov  Jet'V«  (ot  ylr'ainpl  ll^Qit  4tfi«loiij 
_  '«la«  npe(  >«*;  Motm  Slxaiar  iUoyifiavt  ttiilaUxiiXorf  i)j<  ^i;rD^(iirj(  i(  na^  fifgoi  xm 
f^(  nm^tiMfif  tör  Z4rByrQii/i  rv^ir  Wi/njil  xni  lir  Mi-Qiy  Ant(>6i'iiri>r  tot  ♦pirj'j-Jnoi'lov, 
«t  4l  arjoiy  itpo(  nr'for  lin^XUor  u(  nni'iKc.  Von  ihm  stammen  nnedierle  .Scbolien  za 
Bantr,  die  in  mebrerea  Handtttiluiften  vorkotnaeo.  üenierknngen  über  Handschriften 
•*kM  lil(«T«risckan  KachweiMu  Kibt  Amadeua  Peyron,  Noiitia  libromm  manu  t^piave 
^ — :'  ..'n.  qni  docunle  Ab,  T}ioma  TAlperi[a>Calaeio  v.  el,  illati  mtnt  in  r(^ß.  Taunni?n»ia 
"liotbeenn:.  I.i|«)ae  1820  8.23.  ~   Vgl.  Z,  Senaohenm.  Hhnin.  Muh.  1><  (186^1  447. 

--■.;.    Die  Philologen  der  Palftologenzeit  sind  imtli  Clinraktor.  Vci-- 

I  und  Sirinc^riclitung  Vorboten  eiiUT  iii-uen  geistigen  Aru.     Sic  sind 

u  ihrer  8tu()ienwei»o  und  Absicht  weniger  mit  einem  Photio«,  Aretliatt 

—■'  Hiiatatliio.'*  vcibuiidfii  uls  mit  dtn  vntvn  Bahnbrechern  der  Idafisieclion 

!'  rgi'burt  im  Abendlande.    Wenn  nun  Mämii-i'  wie  FlnDudcs,  Mo»cho- 

pnluK.  Thomafl  Magistro«,    Trikliaios  jenen   ärmlichen  Schulbetrieb 

i.i._..   I  :^j,pj.  Weisheit  darstellen,   wie  er  in  den  letzten  .lahrliuudertcn 

n-8   unter   dem  hürtct^t^'n  Drucke  der  ftus.'ioren  VerbfiltniHse  fol-t^ 

^vTirde.  »o  verlangt  die  guschiehtUclie  Oureciitigkeit.  dass  ihre  Be- 

6"'. t,*^"  und  Erfolge  vom  Standpunkte  ihrer  Zeit  aus  gewürdigt  werden. 

Dum  können   wir   nicht   umhin,    manchen   dieser  FrUhhumaiiistvn    unsere 
'-•>  Anerkennung  zu  zollen.    Ein  gi'osscr  Teil  der  philologischen  Hand- 


5*2 


Bfiuitinbch«  LittarktarsMclitaliU.    I.  PrM&iacho  LlUwfttBr. 


Schriften  dieser  Epoche  sind  t'reUicti  nur  wortlose  Lehr-  und  Lomtii'di-, 
dio  liiluHg  Anonym  oder  unter  verschiedenon  Namen  gehen.  Sie  liitdvlvti 
ein  wohlfoik-fi  Ücmciiigut  Rlr  Lehrer  und  Si-biUcr.  worin  ursprüngliche 
Vorlagen  nach  doin  ziifiilligoii  BcdOrfnia  aut<gozogen,  erweitert,  unigcaihfilet 
und  mileinandiT  vt-rquickt  sind.  Ahnliche  Willkür  in  dor  HorKt«lIung  uml 
VcrbroitunR  von  rhetorischen,  grammatischen,  lexikalischen  und  iiieüi- 
»chen  Schulhllchem  herr»clite  indesuten  auch  schon  in  früherer  Zeit,  nur 
dass  wir  aus  ihr  weniger  Exemplare  besitze».  Hierin  %'erfuhrcn  aUo  iit 
Schullouto  unt4>r  den  t'alKologen  nicht  anders  als  ihre  Vorfahren.  Gant 
scharf  und  prinzipiell  ahor  utit^-rscheidcn  sich  die  GelehrUm  der  k-tztcii 
Jahrhunderte  vo»  den  Erklärern  und  Kopiaten  der  luakedonischen  unti 
konincnischen  Ära  in  der  Behandlung  der  klasaisclion  Texte.  Wah- 
rend die  ineiHton  Handsohrirtt-n  de»  9.  hin  12.  Jahrhunderts  im  gro«»« 
und  gunzvn  die  Überlieferung  der  alexuiidrinischen  und  römischen  Z«! 
darstellen,  boguunon  dio  Byzantiner  der  FalAologenzeit  die  alt4>n  >Verke  nuch 
vorgefasaten  Iduen  iinil  selbst  erfundenen  inetri^chcn  Schahionen  ao  friHdi 
und  friiblith  zu  Sndem,  wie  die  noch  nitht  ganz  nu»fgeslorb«nc  modern» 
l'hilologcnschule,  die  sämtliche  Toxto  ins  Krankenzimmer  vorwie»)  und  dann 
deu  armen  Patienten  durch  ungezählte  Konjekturalpfl5«terchon  aufzuhelf« 
wUhnfe.  So  »chlecht  wie  nmnche  neuere  Doktoren  haben  nun  freihch  die 
byzaiitinisclien  Vorbessurcr  ihre  Sache  nicht  gemacht.  Wir  Klugen  dihI 
Weisen  hätten  ja  sonst  nicht  so  lange  gebraucht,  um  ihnen  allnulhlicli 
hinter  ihre  Kniffe  zu  kommen  und  mit  ihren  kecken  Übermalungeu  tuf- 
zui-äunicn.  ,8ie  haben  «o  manchen  Vers  för  immer  geheilt  und  viel  OÄor 
das  Auge  von  Jahrhunderten  geblendet"  (WilamowitjE  a.  unten  a.  ü.). 
die  Wissenschaft  aber  entspringt  aus  der  Erkenntnis  dieser  Thotsavh«  i 
Forderung,  auf  dem  ganzen  Umkreise  der  klaiüsitichen  Litteratur,  w 
nur  immer  nittglich  iat,  den  vorpalAologi«ch«n  Stand  der  überliofcftll 
zu  ermitteln.  Noch  viel  weiter  aU  dio  Philologen  der  Palfiologenreit  gii 
in  der  wiJlklirliehen  Behandlung  der  Te.\te  eine  ganze  Reihe  von  GriediA 
de3  1 G.  Jahrhunderts,  Männer  wie  Georgios  Herraonymos  aus  Spsrti 
Konstantinos  f'alaeokappa,  Jakob  Diassorinos,  Andreas  Dan 
rios  u.  n.,  welche  die  Texte  nicht  nur  aufs  kühnste  finderteu,  ii 
polierten  und  aus  älteren  Werken  neue  kompilierten,  sondern  sclbrt 
Titelfälschungen  nicht  zurUckscheuten  und  dadurch  der  Litt4>raturgee»chic1iti 
mehrere  erst  in  der  jüngsten  Zeit  erkannte  .falsche*  Autoren  anfnAtigt« 

Troffeniio  WDriiig;iing   d^r   hjcniilinisnlion  Philologon   dor    ['olloIogMUtl  o*J 
Vcrliültniiuinii    iit    Krflhcren    und  ifpitlprcn   \on    Ulr.  von  Wilninowitt-MoBlIrad« 
Kiiri|>i<li'H  Hi'rHkUf<.  Hand  I  (l'ortiii  IK^Ü)  1D8  ff.  —  Wic)itii;e  llf)lrli(;o  m  d«n  jAAi 
Hchcn  Kiugruiiliien  der  l'ulAulujicMXoit  gibt  Mnx  Tieu  im  KoiuiiiriiUr  iHiin«r  AunplW  i 
lliipro  de»  riiiiimleB.  Urualau  ISÖO.  —  L'ubor  Hormonyinos  s.  H.  Oinoot,  (IwirgM  H» 

nytnc  di-  Kpnvli>.  Mi^nioiies  de  In  locititti  dn  riiiütoiri^  dn  PAni   ol    do   l'II«    do   Fr 
(18^')  6J-  11^.  —  Ucber  Konstimtiii  fulntiokiippa  uiid  Diiumurino»  ■>.  H.  Oinatit,  Ca 
dl'  inniiUBvrJlii  grecs  copi6s  ä  l'iuix  su  XVI'  Hivcle  pur  C.  Paliieucappa.  Annunim  de  Tii 
20  (1886)  241—279.  und  L.   Colin  in:  I'hiblogijiclio  Abhandluncen.   Martin    Htdx 
TO.  Uebnrl«la^«   vun   ebsiniilitten  ScliQk'm  dargebrflolit.  üerlifl  I8S8  S.  123~l4ä 
Ludwicli,  Kin   neuer  Beitrug  zur  Churuktemtik  de«  Jakob  DiUBunoos,   B,  2.  1 
S98  -302  (Dbor  tnt^Tpululiuiieii   und  Kuujvkluien  duHselben   In  Hm  der  PBaltenncI 
dM  Apollinarius).  Vgl.  meh  V.  N.  Piii.iigeuiKiu,  B.  Z.  8  (1894)  820  f.  ~  U«W . 
DartDHriiM  s.  Ch.  tJrsnx,   K*4i>i  mir  ivn  urijciues  du  Tondii  grM  ik  l'Rocvrial.  Paht 


STAltcrinmawiiaeiiHClukn.  A.  Pbilol.  Polyhiatoreii  b.  &ob«liftiit«ii.  d  223]     541 


L  237—297.    und  K.  Krumbseh«),  Mitte tgriectiisch«  Sprichwörter,   Silnngaber.   bajrer. 
Lk.  1893  Bd  2  Ä.  U. 

9S8.    Maximos  Planades  (>/n^i/io»-  »  HXaropJr^f),  vor  seinem  Eintritt 

n  deQ  MUnt-Ii»iit4>ii(]  lUniiui-l  goitniiiit,  wurde  um  12(i0  zu  Nikomoilin  gc- 

«cn  und    lehte  als  Mönch,  wissenachuftliclion  Stutliun  und  dvv  Lehrthätig- 

tit  ergeben,    in   Konatantinopel  unter  <Ion  Paläologen  Michael  VIII  und 

iDiironikos   II.     Von   dem   letzteren    wurde   er    [2'ilti   zusammen   mit   dorn 

t'aisenbauiivor»tvhcr  Leon  Bardalfs  als   Uesandter   nach  Venedig  ge- 

chickt.      £r    starb  im  50.  Lobonäjahr  um  1310.     Sein  Schiller  Gregor 

jhieto    ihm   eine  (ii-abschnft  und  ein  vierzeiliges  Epigramm.')    Planude.i 

Brt    iiAcli    »teiner  <Jei.itesi'iclitung   und  seinen   persiiiilii^hen  Beziehungen 

)  den  Krei»  der  hyzantinischen  Vorlttufer  d«e  wcsteuropitischen  HunmniH- 

111«.     Wa»   ihn  aber  mit  der  neu  erstehenden  Bildung  dos  Abendlandes 

och  enger    verknüpft  uIh  eini'n  Mo»chopuloe,    Triklinios  u.  a.,    ist  Keine 

[fiBDlni»  der  lateinischen  Sprache  und  Litteratur.  Seit  langer  Zeit 

rar  den  Griechen  alles  lateinische  Wissen  nbliandon  geknmmen.  und  Koin 

rir  den  Tthomäern  ein  ferne«,  durch  Hax«  und  Vorurteil  abgesperrtes  Ge- 

iet  geworden.     Indem  mm  Planudes  eine  grössere  Zitlil  lati'inischer  Werke 

uOrieclii^che  Übertrug,  schlug  er  die  Brllcko,  Aber  welche  »päter  by/aii- 

iniitche   Flüchtlinge   als  Apostel   des  Hellenismus   nach  Italien  wanderten. 

im  die    grossen  Werk©  ihrer  Vorfahren   mOndlieh  und  »chriftlich  zu  ei^ 

tlkren    und   so  den  lange  unterbrochenen  Wechsel  verkehr  rümischer  und 

priochtächor  Kultur  wiederhensuBtellen.     Die  Anregung   zu   seinen  latei- 

^fthen  Studien   erhielt  Plnnndes   wahrscheinlich   durch   die   dogmati^ohen 

Hnpfe    zwischen    Hom   und    Byzanz.     Seiner    Kenntni»   des   Latein i)«chun 

rerdankte    er  wohl   auch   die  Wahl  zum  ticutandten  nach  Venedig.     Die 

ftttenuische  Thiltigkeit  des  Plaimdes  war  vorzUglich  den  BeiltU-fnissen  des 

Dnterricht^   gewidmet;   doch  umfasste  er  hier  ein  ziemlich  weites  Uehict. 

Wir  nennen  zuerst  die  Werke  von  scIhstSndigor  P'orm,  dann  die  Samm- 

JHgen,  endlich  die  Übersetzungen. 

0     I.   Der   Schule   diente  Planudes   zunächst  durch    eine  Grammatik 

{Ofei    y^aftpatixi^^)   in   der  Komi   eines  Dialogs   zwischen  Palaetinies   und 

NiMphron,   aUo  ein  ähiüichos  Werk  wie  die  „Fragen"  ('£^wn)/iaia)  des 

Üoscbopulofl;  am  Schlüsse  findet  sich  eine  henierkenswerto  Notiz  über  die 

l^fekunfl  des  politischen  Verses.    Daran  reiht  sich  eine  syntaktische 

jUliaudlung   (l/fQ*   avttüSfa»?).      Als   Thema   einer  sophistischen  Dekla- 

outiuD  wählte  CT  sich  die  oft  behandelte  Vergleichung  des  Winters 

Ifad  FrühlingR:  Siyxoioii  x"/*'"'"«  *«•  ^«p"^.    Seine  Stilgewandtheit  vei*- 

Hrtete  Planucies  reichlich  in  einer  ausgedehnten  Korrespondenz;  er  hinter- 

^BM  Moe  SanimluRg  von   121   {meist  zwischen    1292  und  1300  abge- 

i)  Briefen  an  Andronikos  II,   dessen   Bruder  Konstantin  Porphyro- 

5,  Xikcphoros  Chumnos,  Johannes  Phakra-ses.^)  an  seinen  Kollegon 

Gesandtschaft  nach  Venedig,  den  Waiseuvator  Leon  Bai'dales,  und 

Üge  gwsÜicho  und  weltliche  Würdenträger.     Hier  erscheint  Planudes 


'}  timiti!  «d.  Htx  Trea,   M«xiini   mo- 
^ifci  PUnadla  «pialiilM  S.  190  f. 
^K>)  Vu^MT  die  FkMpio  PkakruM  s.  4i« 


AuKKAbo  der  Krinfo  des  Plnnudon  von  M.  Txvm 
S.  197  f. 


BysantLoiMhe  Litt«raturgM<:biehte.    I-  ProMiscbe  LitUrfttor. 


uIb  Stilißt  wie  aU  Menüch  von  der  besten  Soit«;  tuancliu  Bn«fc  oathaltM 
auch  iutcrcHSftnto  Atifitch1Ufi»c  Über  nein  Leben,  seinen  wisKenschaniicher 
Eifer  und  »eimi  Stiiiüfii.  EiuIHcIi  gehüren  ihm  Scholien  zw  Tlieokrit  und 
Hermagenes,  eine  auf  filteren  Quellen  bcrulicnde  Biographie  dos  Aei>i>p 
und  ctuft  Pro»abearbeitung  der  äfiopi»c)ien  Fabeln,  ein  metritrclics 
Enkomion  auf  (-1.  Holeinaeo»  und  sonstige  Gedichte  in  verschiedenen 
Yersinutien.  Man  lindet  untt^r  ihnon  einen  Kanon  auf  den  hl,  riemelrioii, 
mehrere  Stichera  (orr^t,?»)  und  im  friodhclicn  Verein  mit  ihnen  einen  Kanon 
tlber  UrindiugnoHe.  Interessant  i»t  wegen  der  Seltenheit  der  Gattung  und  Ar» 
Versmasses  in  der  byzantinischen  Litleratur  ein  aus  270  Ilexanieterii 
beHtehende»  Idyll;  den  Inhalt  bildet  ein  Dialog  zn-ischeu  de»  zwei  Lanii- 
leuten  KIcodemoit  nnd  Thamyras,  von  denen  der  erstere  seinem  Freunde 
die  unliebsame  Verwnndulung  eines  von  einem  figir'ptischen  Zauberer  g(- 
kauften  Ochsen  in  eine  Maus  erzählt.  Hanudcs  vereinigte  —  ein  aeltener 
Fall  —  mit  philologisch-grammatischen  Kenntnissen  aach  mathematische. 
Wir  kennen  ihn  auf  dickem  Gebiete  durch  ein  fflr  die  Geschichte  der 
Mathematik  nicht  unwichtige«  Rechenbuch:  fjjtfiufoQi'H  xai'  'Irior^  ij 
kiyo}n'ri,  ft*ytii.i^.  Von  E'lanudes  sLammen  auch  Scholien  zu  den  iw« 
ersten  ßUchem  der  Arithmetik  des  r>iophantos.  Dazu  kommen  alletW 
Kleinigkeiten  wie  die  in  manchen  Handschriften  als  LtkkenbQsticr  stebes- 
dcn  antistoichi^chen  Spielereien  u.  a.  Ober  die  tlieologtecbta 
Schriften  dos  Planude**  ».  S.  99. 

2.  Die  rein  koinpilatorischen  Arbeiten  des  Planudes  orSffbet  tiof 
Exzerpten  Sammlung  historisch-geographischen  Inhal  t.s,  Ii'io;»p.' 
fxXtyfTaa  tinö  äittfÖQmv  fii(ti.io>i;  ein  Werk,  das  in  der  libeHiefortcn  li^, 
st&lt  wonig  Ordnung  imd  Plan  verrät.  Violleicht  beabsichtigte  aber 
nudo»  auf  Grund  des  hier  gesammelten  Materials  ein  ähnliches  iSit 
Werk  auszuarbeiten,  wie  es  uns  in  den  'Ynoftvi^fiietiaiioi  des  Theodo 
Metüchitea  vorliegt.  In  diesen  ftti  die  Textkritik  beachtcnttwcrten 
Zügen  sind  vertreten  j'laton,  Aristoteles.  Strabon,  Pausanias,  Dio 
(bzw.  .spätere  Auüächrcibcr  dentselben),  SynosioH,  Dion  Chrysustomos,  Jo)u 
Lydos  und  die  Chronik  des  Manasseü.  Daran  reiht  steh  seine  Sammli 
von  Epigrammen:  'Arif^oXoyia  diaif'Vf}mv  ^my^aiiftättuv.  Endlich  ver 
staltete  er  eine  Sammlung  byzantinischer  Sprichwflrtor:  Uap-ftk 
ii-Umdfig  (ivXXtftTaui  nafiii  loü  Onq^ontriov  xvgor  Ma^tftitv  ro?  llXa>oii\ 
Vgl.  den  Paragraphen  .Sprichwörter"  im  Abschnitte  . Vnlgftrgriechi»clic 
Litteratur".  Auch  gehört  hieher  ein  Verzeichnis  oder  vielmehr  eine  Bc-, 
daktion  der  Schriften  des  Plutarch. 

3.  Die  Übersetüungen  des  Planudes  kOnnen  nicht  als  Muster 
Treue  und  stilistischer  Gewandtheit  gelten;  aber  man  darf  nicht  ver 
das»  wortgetreue  und  dem  gesamten  Kolorit  des  Originales  nachatrel 
Übertragungen  im   Mittelalter  überhaupt  unbekannt   waren.     Auch  mn 
2ur  Entschuldigung  für  manche  Versehen  beachtet  werden,  daiut  Piano 
bei    der  Vernachlässigung  lateinischer  Studien   in  Byzanz   hier  vaiig 
Autodidakt  arbeitete.     Die  Schriften,  dio  er  übertrug,    gehören  zur  Li« 
lingalektüre  des  Mittelalters  und  spielen  daher  auch  in  der  sonstigen 
8et2ungslittt>ratur  eine  grosse  Itolle.    In  den  ersten  Zeiten  des  Humanis 


■wiaseasobkft.  A.  PbiloL  Polyhialoren  n.  8cboUaat«a.  (§  298)    $45 

lie  ObersetKungen  des  Planudes  vielfach  ala  Lehr-  und  Übungs- 
i  griechischen  Unterrichte;  ro  erklärt  sich  die  fast  untlbersehbare 
ir  Handachriften.  Die  wichtigsten  Stücke  sind:  Die  Spnich- 
ig  des  iltüren  Cato.  Ovids  Mctainorphoseu  und  Hcroiden  (in 
iceros  Soinnium  Scipionis  mit  dem  Kommontur  dus  Macrobius; 
Bellum  GalLicuin:  des  Bo^thiua  Werk  De  consolatione  philo- 
irobet  die  in  das  Werk  eingestreuten  metrittchen  Stücke  in  gleichen 
wiedergegeben  sind;  die  kleine  (iranimatik  (ars  minor)  dos 
les  Augustinus  Buch  l)e  ti'initate.  Bei  einigen  StUcken  ist 
zweifelhaft;  so  streitet  »ich  um  die  Übersetzung  eines 
atorik  Ad  Ik-reniiium  Thcudoroä  Gaze»  mit  PlanuduB, 
iflf^aben  and  Hilfsmittel: 

rammiitik  iinil  Sfntnx  od.  U  Bnchmuna.  AneciloU  Orneca  2(1828)1—166. 
[!••  grammntiiwbpi"  Stück  od.  V't.  Boissonailo.  Ali.  gr.  1  (1829)  408  f.  —  Vgl. 
1.  Opimcul»,  vol.  1  (1866)  291  -399. 

Brgleichung  dca  Wint*>r!i  und  Krüliliiig":  I''d.  Ft.  Boissoniide.  An.gr. 
}— 8S9.  —  Ohne  Kenntnis  dieser  Aiiagabo  ed.  Max  Treu,  (jymnnaialprogriunm, 

riaf«:  TwlweUe  vod  E.  Pioootomini,  Estratti  inediU  du  cadid  grnci,  Fija 
-89;  vgl.  die  Vorrede  S.  43  ff.  -  Sechs  Briefe  ad  M  J.  Opdeon.  ».1.  '.<J.  4 
-187.  ~  Gin  SKIclc  ed.  aas  eiBem  die  ganxe^aiutnliing  eiitlinltenili-n  Cixlex  Atliouti 

OS,  Jtiii«-  2  (I8ts5— 8B)  62  -ft4.  —  VoUataiiJig  eii.  M.  Truii.  5  Protttamuio 
driobagymnasiums.  Breslau  18S6  -1890  (nueli  nia  scildtliiiiligos  Biicli,  BTeelan 
nnam  trefnichcn.  für  di«  Konnlnii  de*  l'lnnudcs  und  seinor  persönlichen  Bc- 
[madlegeoden  Kummen tar. 

itIloHen  lu  H« IUI u genes  ed.  Cht.  Walx.  llhctor«ii  tirnoci  5  (IäH3)212— I>T6. 
i,  Oerlier,  ^nae  in  i-MinmeutiiriiH  a  tirtgürio  Curintliiü  in  Hermogonem  scriptis 
.  eommpnlnrinmm  restigia  donrefaendi  (lUiwint.  DiM.  Kiel  l!5S)]  K.  '2  IT.,  und 
Is  riMtoriciiti  opitome  ed.  Jo.  Gra«ven.  Berlin  18m  S,  XI  Anin.  2.  —  Zur  Biu- 
11  Aaaonund  dou  l'nbeln  h.  den  S.Lebon  de«  Aesop'im  Abschnitte .VulgArgr, Litt.* 
«nan  ttaer  l'tindiagnoRc  cd.  J,  L,  Ideler.  Phyaici  et  modtei  grnoei  minores 
18—882.  Dazu  Ha  Kollation  de*  Cod.  Paris,  snppl.  gr.  636  von  Robert  Furhs, 
I.  49  {VaH]  535—53».  -  Binitclno  Gedichts  desPlanudea  beijo,  liiart«, 
1.  Matrit.  Codices  gr.  maa,  Madrid  1769  8.  26»  (Lob  des  riulemncasj ;  HoiMao- 
»cdula  ^«ea  8  (1831|  <Gl-4e4;  Max  Treu  n.  n.  0  S.  204;  220  ff.;  267  ff. 
her  di«  Srnmening  der  Kiicbe  des  lil.  Andrmui  ed.  Uu  Cangc  nach  dem  Zu- 
'arig.  II  S5  f.  —  Zonara«  ed.  DJudorf  vul.  6,  41  IT.  Emendation^n  dotu  von 
I  Komnvator  tu  Nikenhotos  Gregoras  .S.  11S4  f,  «li.  Bonn.  —  Bas  Idyll: 
«U  am  Stock  &.  Cj-rillo,  Codd.  Gtacci  inss  R.  bibi,  Botbünicae  II  14ä-i:>5. 
UM  Oadicbt  cd.  pr.  C.  K.  v.  IloUingcr,   Ein    Idyll   des   Maximus  PlanadM. 

d.  Sattm.  Gymnasien  44  fl»93)  365—419.  ~  Bellritgo  zur  Krklfimng  und  mm 
in  Ed.Katlz.  Neue  philul.  ttundsoliau  1893  8.  33B-340.  und  .VInx  Scbnoider, 
1.  WoclieoacLr.   14  (I«94)  615-621. 

.ecbenbuch:  Ed.  C,  J.  Gerhardt.  Halle  1865.  Das  Rechenkieh  des  M.  PI. 
wiaatzt  von  H,  Wuschlte.  Halle  18T9.  Vgl.  C-  3.  Gerhardt.  Ueber  das 
l  dea  Moximus  PIsnudee.  Monatsbcr.  Cerl.  At.  1807  8.38-40.  —  Unritx 
i^arlaainigen  über  (icscbichte  der  Mathematik  I*  (181)4)  475  ff.  —  Paul  Tnnnery, 
I  anbca  dana  los  m^  grec^,  Hcnio  arch^obg.  III.  Serie  T  (18S6)  355—360.  -. 

m  DiophantOH  iu:  Diophnnli  Alaxundrini  rnrum  nrithmeticarum  libri  sex, 
imi  duu  udiecta  liubcnt  scUolia  Mnxinii  I'lnnudii,  od.  U.  Xj-limilor,  Buaileoo 
in  lateinincber  Uebenselxungl.   —  i)r-n  grieohischen  Text  diesur  scholien  ed.  Panl 

Diopbiuti  Alexaudrini  opera  umuia  2  (Leipzig  I8!)5|  125—255.  Vgl.  aeina  Pro- 
i.  XIV  8..  und  U.  Treu.  Maximi  I'lan>idia  episti^ae  S.  227. 
FleiehklanfiscberEe  des  PI  »indes,  die  öfter  gedruckt  worden  aind,  cd.  lulelit 
t.  Tran.  Antistotchien.  H.  Z.  5  (I89G)  337  f. 

amnalans^abe  der  theologischen  Sclirirten  mit  der  Vergleichang  des 
gd   PtftblJBg*.  vinifen   Gediclilcn  und    Briafen:  Migne,    Patrol.  gr.    147,  967 

•  r  biitoTisohenExioTPlenaamiiiluiig;  E.  Pienulnmini,  Riviata  di  tHologln 
01-117:  149-163.  U.  haupt,  Ucrmes  14  (IS79)  36  ff.;  291  ff.;  431  IT..  J. 
I  dar  Htm,  AUmownliHPKhtli  II.    I.  ^Wi.    2.  aiiD,  84 


ByuaUniaelie  littAr&tnrgescbloht«.    I.  Prosaiseb«  Lltt<mtcir. 


Uelber,  Zn  den  nnß«l>]icti  ans  [>io  Cu«in*  stanuiMiideD  ptaimilri.iolicD  Kxuntwi, 
f.  il.  bafsr.  GjrmniwiAlscliulviuien  23  {ISST)  99 — 102.  Dun  dio  LiliBjattir  m  doa  m 
Antoron  dar  Snmmlung.  Iicsontlirni  tu  Strabon,  Dio  Casaius  und  Jakannea  von  AatiocUi. 
Etnen  IjuelloniijK'hwdis  gibt  U.  Crustus,  De  Constantino  Haauw  Pluinda«  auctore,  PU» 
logiia  46  {16S&)  S3I.  M 

10.  Zur  Anthologi«  Tgl.  itm  %  .Anthologi«'  im  AbschsfU«  .PrafaapvMiie'.  H 

IJ.  SprichwGrtorsainRilung:  8.  di»  LitteratuT  xuin  S  iSpncbwOrter'  am  Schklfl 
der  Abteilung  .Vulg&rgriooluscb«  Lilleratiit*.  ^ 

i?.  UeberaetiuDg«!!:  Catoa  ^ntenieo,  Baaileao,  I&&8:  LiiitJuBi  Batav.  Iö9! 
(mit  dam  lat.  Text):  CygDeae  ICTi  (lat.  Text,  riw  erivchisohe  nad  «^n»  d«uWebe  Uebcr- 
tragung)  und  Olter.  —  Ovid:  P.  Oridii  Niwoniii  Rintnmornh.  übri  XV  Graec«  vwh  a  M. 
PI.  od.  Fr.  Doisaonade,  Paria  1822.  Ilnroidcn:  Kur  KjiiRliil  XX  und  XXI  1  —  18  td. 
ron  C.  Dilthoy.  Da  CalUmaclil  CydIppiiL.  I.ipsiji«  im»  ».  167—162.  Vgl.  W.  Stadt- 
mund.  Zu  Maxiiaon  TUnudoM  und  ÜvidiuB.  I'bilulugui)  M  (18T4)  870  f.  Alfr.  Iiudaiaaa, 
Da  Uoruidum  Ovidii  codioe  Planudeo,  Diaa..  Berlin  1888  (=  Bcrliaer  Stadien  VIII  2).  — 
Cic«ro-MacrobiuH  m  den  Varia  Graeca  ed.  Clir.  Fr,  Uattbael.  lfo«(|iiBe  Htl  S.  91 
bia  221  (mit  oin«m  SIDck  der  Uelietaetzung  des  Aiietor  ad  HenoDiom).  Daan  ad.  PIl  C.  Htas, 
M.  T.  CicflrnniB  Catn  maior  etc.  ex  graecis  interpratationibus.  Halle  1S33  8.  71— S8,  EÄ 
F.  Brüggomnnn.  Coniti  1840,   VeI.  Teuffel,  G*»ohiclit»  der  rtm.  Lit.  P  (1890)  SL  S4I. 

—  Caaaar:  Kd.  Ant.  BnamHtark,  Frdbnrg  IH-'M  (in  dtir  Vvrrod«  Vanoiebtiis  darlhans 
Auegabon).  —  Hoethius:  Zuerst  nur  die  metriacbcn  Stfloko  vo«  Fr.  W«bar.  DanutaJt 
1833.  Due  gaiixt^  Werk  Dt-  consoUticuo  philoaopbiao  ed.  E.  A.  Ilütant,  (ianiT*  1671 
(ohne  genQgond»  diplonialiBctie  Grundlage).  —  Ein  relehea  Venoicbniii  der  HaadsthriftcM 
und  KlIereD  Druotte  diMior  UeberBelxungen  gibt  Fr.  Weber  in  der  Vorrede  MineT  An^aba. 

—  Dagegen  isl  die  lateitiiaclio  üeberaetenng  dar  Dialektik  (D«  differentlla  tofids)  Ata 
Doethius,  die  von  N<>u«ir«n  auch  dem  rianudeB  Kug(>tai)t  wnrd«,  in  den  meiaten  Uaa  anooriR, 
im  Cod.  Yalic.  207  a,  14  gohl  sie  unter  dom  Namen  dea  Mflximoa  Rölabetea.  Bitr 
bedarf  nlio  die  Autorfrngn  noch  der  nUioron  Unletauchung.  Tgl.  M.  Treu,  Maxiini  uumaAi 
Planudia  npistulae  B.  202. 

2.  Biographie  und  Charaktorinlik:  Fabricins,  Bibl.  gr.  od.  Harl.  ll,S43läi 
698.  —  E.  Piccolomini  in  den  Estratti  inuditi,  Pref.  S.  43  IT.  —  Zur  mi^triacban  Labra 
dea  Pluiodea  und  xur  Veratocbnik  in  aoinen  eigenen  Gedichtan:  Fr.  Kuhn,  Svinbolaa  ai 
dootrinae  "tgt  Jij;c6nar  bistorioin  p«rlin«ntea,  Breslauer  pliilol.  Abhiiudluagea  VI  S,  Btaalan 
1892  &  98  ff.  -  Job,  DrSaeke.  l)o«tbiatiu.  ZoJtachr.  f.  wiMenaehcfU.,  Tlwologia  Sl 
(1B68J  101—104,  und:  Zu  Maximus  Planu de«.  Zeitechr.  T.  wi^enechaftl.  Tbeotogi»  SStlSM) 
480—490  (Über  dio  Briefe.  DcberEel Hingen  u.  s.  w.).  —  Hauptscbriften:  Max  Trau. 
Zur  Gusobiobfo  der  Geh  erlief erung  Ton  Plutorchs  Uoralia.  Frogr.  Waidenburg  1S77  .S,  14 
bis  17,  wo  zum  eratenmnle  dio  Chronologlo  daa  Planudes  richtig  gMtellt  wird,  und  deaMibta 
oben  erwahnto  Ausgabe  der  Biiefe  des  Plaoudes. 

S.  Ueberlieferung:  Aufzülilung  von  Hbs  bei  Fabrieioa,  Bibl.  gr.  ed.  IlalL  II, 
682-f)03.  -  Ueber  die  IIss  der  Briefe  b.  die  AuBgnbe  von  M.  Treu  S.  III— VI,  I&t-lSl 
^  Eino  b^Bondora  wichtig»,  noch  nicht  geaUgend  ausgebeutete  ^unmolba,  dia  anaaar  iM 
Bfiofon  melirere  Kirchenlieder,  Epigramme  und  die  bisteriaebe  Ftt r-rrt ttifmmlnwr  aal- 
hUlt.  ist  dor  Cod.  Vatic.  Pal.  141  a.  14—15.  Vgl.  H.  8tev«naon.  Codioea  n»  FaUU 
graoei  bibl.  Vnt.  Rom  1S85  S.  71  f.,  nnd  M.  Treu,  a.  a.  0.  S.  186.  219-828.  267-«». 

—  Die  llss  der  SchnlbDchor,  Tomehmüch  der  UoberaetEUngen  (unter  diaaea  wieder  bt^ 
Bondors  der  des  Ciito)  sind  xahllos  wie  der  Snnd  am  Macro. 

334.  Manuel  Moschopulos  (Marovijk  6  Moax'>"'>vXo^),  ein  Neffe 
aus  dem  IB.  Briefe  des  PlaniideR,  ans  einem  Gediclito  des  Maouel 
und  sonst  bekannten  Metropoliten  von  Kreta  Nikophoro»  Moscbopul 
war  Schüler  und  Freund  des  Maximoa  Planudos  und  lobte  demnach  tu 
Andronikos  II  Palaeologos  (1282—1328).     Seine  Chronologie    und  mäut 
pei-nOnlichen  VerhaltniBse  werden  unter  andemi  durch  »einen  Brii-fw 
genauer  heHtimnit;  er  stand  zwischen  1295  nnd  1316  im  schnfUichua 
kehr  mit  dem   Lngotheten  Konstantin  Akropolitcs,   dem  Sohne 
Historikers  ücorgios  Akropolitoe,  mit  dem  Logothoten  Thoodoros  Met 
chitea,  mit  seinem  Onkel  Nikeplioroö  Moschopulos   und  mit  Ki 
Andronikos  II   I'alaeologos.     Die  Schriften   des  Manuel  Mosclu^i 
sind   wie  die  seines  Lehrers  Maximoa  Planudos  fllr  die  Erkeontnui 


"■"--- 


6.  Alt«rtaiuwlMeiMc1i&rt.  A.  PhiloL  Folybiatoren  n.  SdioliuUB.  (g  224)     547 

byzantinischen  StudienweUe  am  Schlüsse  den  13.  und  im  Beginn  des 
14.  iJKhrhiindßrt«  vnn  gröaster  Wichtigkeit.  Das  hekanntost«  unter  dorn 
Namen  des  Moschopulos  übcrlieforte  Werk  sind  dio  'EQOJDJ/tara  rfnfi- 
pttttnä.  Sic  gehen  auf  ciiio  anonyme,  aus  zwei  Büchern  bestehende 
*Eitn<tßT^  via  yQaufimixr^i  zurück,  welche  Moschopulos  in  die  fllr  die  Schule 
geeignet«  Form  von  Frage  und  Antwort  Hmarbpit^tp.  Manch«  Abschnitte 
des  Werkes  wie  das  Kapitel  //*eJ  Tpo'.Twv  sind  in  den  Hand-sehnfteu  »clb- 
Idlndig  Qberliefert  und  zum  Teil  auch  gesondert  hernuHgegcben ;  &U  An- 
bsog  der  'f^ti^/iara  erscheint  daa  Bucli  Ilt^t  ax'^Mr,  das  auch  zu- 
mOea  eoporat  gedruckt  wurde.  Die  'BQmt-tiuxa  erfreuten  sich  in  der 
traten  Zeit  dos  Humanismus  grosser  Behebtheit  und  haben  fUr  die  Köi-do- 
niog  der  klassischen  Studien  nachhaltig  gewirkt.  Zu  dieser  Grammatik 
kommt  ein  ebenfalls  dem  Zwecke  des  UnterrJclit-s  dienendes  Lexikon: 
2pjU«jrt}  ittt^mtav  'AtxixCtr.  Dagegen  trAgt  A»a  von  Titze  dem  Mosohopulos 
ngeechriebeDO  metrixchü  Kompendium  den  Namen  dieses  Verfassers 
mit  Unrecht  Endlich  hat  sich  Moschopulos  auch  auf  dem  Gebiete  der 
Klaitsikerinterpretation  versucht.  Wir  haben  von  ihm  Schollen  zu 
den  ersten  zwei  Gesängen  der  Ilias,  genauer  gesagt  eine  Art  Schüler- 
prmparation  d.  h.  eine  wörtliche  Paraphrase  des  Textes  und  eine  eprach- 
liche  AoalyMC.  die  (auch  heute  noch  in  Gneclienland)  tiogenannte  vtx*'üloy(a. 
Dunit  verbinden  sieb  ähnliche  Erläuterungen  zu  HeHiod,  zu  Pindars 
Olympioniken,  za  Euriptdes,  zu  Theokrit,  zum  Ileroikos  und  den  Eikones 
du  Philoatratos,  ^nelleicht  auch  zu  Aristophanes,  endlich  zu  Byzan- 
tfawrn  wie  Paulos  Silentiarios  und  Niketas  David  Pnphlagou.  tn 
tieaeo  Kommentaren  '\ai  Mo»chopulos  im  allgemeinen  kurz  und  sachlich. 
DcDBeecblusa  bilden  ein  Traktat  über  dio  magi»chou  Quadrate,  Briefe 
m  den  Codd.  Coisl.  :)41,  Marc.  XI  15  u.  a.,  Rätsel  (in  zahllosen  Hand- 
■dtriften)  und  noch  manche  unedierte  Schritten,  die  in  den  Hnnd.schriften- 
kutalogen  häufig  s«  undeutlich  bezeichnet  werden,  da«s  eine  Identifizierung 
oder  näher«  Bestimmung  ohne  Autopsie  nicht  möglich  ist. 

1,  "Ef  wrif'^ttr«;  Rd.  prinmp»:  Tov  «oyii»äiov  mal  loyiaitutov  tcvftov  Mavoviji.  lov 
JIW«aor2«a>  itot9*iS/n<ar  Ifaiirj/iäinir.  neßi  TiQoaijiAiäv.  S.  I.  et  a.,  nbcr  WAhrscIieiiilicIi 
¥ifliifl  K98  gedruckt  mit  den  (Y^wii^/int«  des  Demvlrioa  Chnlkonilyles).  Dnnn  ciit  wieder- 
Mt  t.  B.  OramiBfllicai-  iirliH  Graociko  methodus  Mimuvle  MoBi'bapulo  nothore.  Unsileite  lö40. 
Zs  oCfleina  Joann.  Viislilt<r,  —  lf((ij  0/ (düf:  LuU'liui'  Iö45.  Kx  orUciim  l{.  ^(ephani,  — 
liBDeliB  31  osehciimli  Cret.  opu^cula  graiuiuitticii  od.  Fr.  NivoL  Titzc,  Lipsiae  1^32, 
Mthlll  d«n  »retSB  Teil  der  imiourj  rin  yfu/iuKrin^t  und  eitiigo  kleJn«ro  StQclce-  Einen 
AUeltnitt  dieMT  ^nirorui;  edierle  schon  ü.  H.  Sclinefor  mit  (ir<i;;orinH  Cnrintliius, 
1811    8.  675—700,    "    VollsUndig:   Anonj-mi  lirjimiiiaticiin    cpltomn,    I..   I.  «d.  P. 


htiiallf.  Berolini  1ST7;  L.  II.  pr.  «d.  P.  Egcnolff,  in   dun  Commctit.  in  honorem  0. 
li,  ArgentoraU  ISBD  S.  291-331.    Vgl.  S.  N.  J.  Bloch.   Uobi-r  eine  Stell«  des 


Miirlmiinliir  lU«  Ainamche  der  griodüsclian  Diphtboiif;(>  bctrofTuitl,  Jubna  Jahrb.  2(]S28) 
Wl-  107.  —  D«u:  O,  Uhllgs  Auagabe  de»  Diouyaiiii.  Tluax,  Prolug,  8. 41.  und  P.  Egonolff, 
Ufa  ertfao«pischea  StBcke  dw  bjiaut,  Lil.  S.  23  If.   —    L.  Vulti,  Zur  Ucberliefurung  der 

r^chiachM  Orsaraatik  in  bviADtiniacLer  Zi>it.  .lalins  Jalirb.  139  (1^9)  b~0—b9a.  - 
Berhmsnn,  An.  gr.  3,  SM— 882,  ediert«  Exsprpto  mm  MoHchomilo»,  Thomas  Magiater 
L  •.;  BoiBSonad»,  An.  gr.  1  (1839)  404  S.,  eine  ungobllch  von  MoHchopulue  stammeude 
üthiin  f/ffi  Avifpitfurwc. 

Auch  ein  klrincr  Trnktat  llhor  dio  4  Dinl^kt«  wird  dum  Maxchopulos  EugetuiU  z.  B. 
■  Cod.  BoBon.  Univ.  2(i^^  fol.  27— SM:  Titol  and  Anfnng:  Toi  xiyoti  MnrovijX  ro(' 
Matrrvoriov  nifi  ngf  'läJoc  iialimov,  ^  Xf^'"'  ""'  **  '"ß'lVS-  'l^(  dlinÜMtof  Xiyttat  ig 
im rtairair  fttc     Dcnelbo  TtüktAt  Etcbl  im  Cod.  Vindob.  phil.  127  (Kowiol}. 

2.  JrAA*^ij  irpfiätiar  'jlfiixMr  ed.  Franc  Aiulitnua,  Venot  apud  Atdum  1624; 

8&' 


U8 


BriuitiniMhe  LitUratargeBcbichte.    L  Proaskche  LitUrstnr. 


u-joili-rliolt  Pana  Ij'ii  (mit  dur  'Eirioy^  <Jes  Tlioiiu«  Magistw  u.  a.J.     Dm  ftwiMim  T^l 
dioaer  iwri  uUen  Dtnt-ke  uoUert  L.  Volti.  1),  Z.  3  (18&3)  332. 

S.  Sclioli«n  IQ  HßTn«>T:  Hnm^ri  lluitis  Über  I.  II.  cum  »olioUia  M.  MoaebMt  «d, 
Jo.  8eli*rpe(0(<l,  Amstolndsmi  ItO'i:  wuidcHiolt  Tmjccii  1719.  —  IloMer  io  il«B  Seli«lii 
in  Ilomeri  IlUdom  od.  Lud.  B>rhmnnn.  LipsJae  IKSS-^ltiSB  &  68B~74&  (T(;p»l«^* 
KaMvltfMiluir  a('U(j'<Viiur  Vx  rr{  nn(>nifpn'ataii  xi'(i'ii'  .Vamt-^X  i*v  J/M/an orJtei-  rar  A* 
itali^Aür  lav  '0;Ui;pop).  Vgl.  K.  Sittl.  äiUun^Bber.  hnyei.  Ak*(t.  186»  S.  STl.  —  Ew 
MgontOmlicli«  l'obcrarbeitung  und  yortsutzung  d«i  Paraphme  d«8  MoMhofmlcs  Mtk  it 
dem  roD  Tb«oduTus  Gat««  guschricti^ueti  Cod.  I.aiir.  82,  1.  T]i«od«res  0>ms  kt  ntl' 
Itjcbl  uicbt  nur  der  Sclireiber,  sondern  Mob  dor  VerfaSMr.  DJMe  Ptra^bnae  id  «diftt 
in  dem  Biiclio:  'i>fi';gov  'fluJc  /4tiil  naXuiäi  rtitfaif^il«»io(  H  Uto/tifoe  r««  ^oMpov  (k{f 
ruf  rrfiuiov  tihoit  iMiStiar,ii  (lo).  a  npooridiiRi  ■ai  Batfaj(Ofivofiaj[ia  oi'-r  tj  iJCf  bsh- 
ffnioii  MiSoiiivi;  tö  iteviitiof  anpa  Afxa^fiaf  9i;a^<uc  lar  /k  ri;«  KVnpov  .  tr  ♦iE»- 
^(rir^  i*  ri;;  riino;'p«9(n;  yixolaov  Kii^pkrj.  tiann  (lall).  NUicrc  UittcilancMi  Uwr  dm 
und  nndoru  rnruiiliruaun  des  Uumui  und  ihr  VNhulUiiBXurpBi'aplirM«  dm  l'Ne1loa(>.5.M)} 
bei  Ärtbur  Ludwicb,  Ärialftrelis  BumeriBche  TMtkritik  2  (1885)  «3-552_ 

Muscbupuli  in  BAtracliumyomacbiam  uoiiitu«-ut&rii  pan  L  II.  Ed.  A.  Lud«i«k, 
Ind.  I«ct.  fll/  diia  SommeraemMter  1890  and  das  WiiiUnemeitor  IS91— 92.  KSn^sbarf  IM 
lg9I  (d«r  Ausgabe  liegt  ein  Cod.  Valic.  Ottobonianna  and  ein  Cod.  Ambraiu«  H 
(jrnado). 

Sebolisn  XU  Hesiod  in  dor  Aungab«  von  (iainford;  ml'indar  in  d«r  Auagab*  na 
Ä.  Boeckh,  wumit  ku  vergleiobcn  K.  Lohra,  Die  Pindanebolico.  Lcipxig  1873  S.  TS— TS. 

Soboliuu  lu  Thnokrit  in  dt-uAuagAbiui  von  (iiüHrord  und  Du«l>n«ri  vgl.  Bacalia 
Gra«c.  roliquiae  ed.  L.  Abrena  2  [1S59|  Proleg,  S.  4a  ff.  —  Ueber  d«n  vcrmatlicben  ioUQ 
des  Mosobnputos  an  8cl]oIii.'a  lu  Aiiatüi>haace  vgl.  K.  Zauber,  Die  Ha»  uad  ClMWa 
der  Ariatoplisnessrliolieii,  JuLua  Jukrb.  Supjil.  IG  (1888)  hi^  fT.  ~~  U»ber  di«  SdallM 
m  Fbilastistoa  vgl.  Pbilostratos  od.  C.  V.  Kayaer,  ed.  mnior  (4".  1S44)  Proscaitai 
nd  ImaRinDs  p.  VI.  nnn.  II.  -  Scbotien  (Tochnologio)  tu  des  PhuIq«  Stlentiarioalk- 
diolil  auf  dio  pvthiarben  Tbcrmon  und  tu  Gndicbten  des  Nikptni  Darid  1.  B.  in  C*A. 
Vindob.  thüol.  21)3  (Nessel)  fol.  79'— lü.S'';  I-'bS'-  156;  Tgl.  don  KaUlos  voB  T 
Liber  V  S.  S20  IT. 

4.  Traktat  Ober  die  magischen  Quadrat«:  Ed.  S.  OOnther,  VeraiMbU  tin 
aucbunuL-D  zur  Üeaobichte  der  mal liemati neben  Wisse n Mb nften,  Leipii^  1)^6  S.  IK— ! 
Daxu  Luieudatjonen  von  A.Kberbsrd,  Tlermea  11  [Ih76)  434~44S.  —   Vfrbeaaerttr  1 
mit  frauiSe.  Uobereetpmg  von  P,  Tannery,  Annunire  de  lagaoc,  20  (1886)  88 — 118* 
jodocli  die   Boitinge  EbnrhiudB  llbersnlien  smd.  —   Vgl.  Psul  Tnnnerj.   SUnoal  Uiikk>- 
puloa  et  NirnloE  Ilbabdas,  Bulletin  des  scicnc^B  matb^matiiHiea  I.  Ij,  1  (IVria  Ifl84)  { 
und  desselben  Noticee  sur  tcs  deux  lettres  aiitbmdtjquea  ue  Nicolna  ßhabdaa, 
t.  S2.  1  (1886)  130  ir.:  auch  M.  Canlur.   Vorleeangen  Ober  OMohichte  der 
I>  (1694)  4H0f..  und  S.  tiOutbur.  Handbuch  dtr  Uass.  AUetiamswits.  T  1  2.  AbI  &  i 

5.  Ein  kleiuea  janibiäcbea  tiedicbt  de«  MoRchopuloa  ed.    B.  Uiller, 
d«  l'aasoc.  ^(1^74)2.^1  f,  -  Zu  den  Rstseln  s.  C.  Diltbev.  Symbola*  critiou  i 
logiam  graecam  ex  übria  manu   scriptia  petitae.     Ind.  lect.  iDr  das  8omineraeitMaMr1 
GOttingein  1)^91  @.  16  f. 

n.  Am  Schlui<8e  des  Cod.  Bodl.  Bnrocc.  ISO  a.  15  und  im  Cod.  Bodl.  Miifell. 
99  a.  14  fol.  96'— 'J8  stcbl  ein  llrief  den  Manuel  MoNcbofuloi  an  d*n  Kai*«', 
dessen  Titel  und  Anfang  lauten;  Tai'-  JovXw  t^t  n^itiMÜt  xai  vyiaf  ßtiaiX*ia(  <rev  ilnni^ 
toC  Mo«'i<iiiovXov,  rar  iirttiiioO  lOii  j^fij/Aalianylot  K^ijltie.  "^yiii,  aimitatt  jfmMmr  »1 
iH'iJriaStaiaic  nai  xiiiiri^ixianiii,  j^;'iii  i!i  laiia  n^yflaia  i-atf  (er  ^lLi«p  /rti  0*1  Iffi- 
nofin.  Eine  V'erÜffL'nllicbnug  dieser  Sehrift.  von  der  sonst  nichts  tu  verUnlcu  ariMiaU 
»der  wonigslens  Mitteilungen  nber  ihren  lohalt  und  eine  tJDtereuchunK  ihrer  BAlhiM 
w&ren  erwDuHcht.     Ueber  andeco  llsa  von  Briefen  des  Uoechopnlo«  a.  S.  &47. 

7.  Hilfsmittel:  Wenig  nützen  jetit  die  Prelagonuna  ia  Titzes  AnaKaU  d» 
Moaohopitio"  und  Fr.  Ritsch  U  Bearbeitung  des  Thomaa  Magiater  S.  LH  ff.  —  Uafcer  da* 
Wirkung  des  Mosdiopulos  nuf  die  Humauistun  a.  Karl  Hartfeldflr,  Pbilipp  UeUaeUink 
ilerlin  1»»U  .S.  2.35.  und  L  Veltn,  Juliu»  Jalub.  13»  (I889)ST9~S99  {Verkftlüib  deeHM- 
cho|mlos  üu  di-u  KroleniHtn  dpa  Cbryauloras.  Chatkondyles  u.  a.  w,}.  -  lieber  mm  M* 
dem  Besitxe  de«  MuBcbaputos  stammende  und  mit  seinem  Namen  veraeheae  lliMhaadschiifl 
8.  J.  Nioole,  Ua  scoliee  Geoevoisea  de  l'Uiade,  Paria  1891  S.  .XIX  f.  -  Du  VailiiMJ 
die  Iltugrapbie  des  Moschepulos.  über  dossen  LebenReit  nod  PeraoD  frlÜi«r  die  ' 
worrenatou  Xnaicblrn  hnrmehtrn,  in  den  HanptxQgon  tSIIü  ■chergoatellt  an  babeR. 
bohrt  Max  Treu.  Maximi  monacbi  Plnnudia  •pistülao  S.  208— 21S. 

32Ö.   Thomas  Hagistros  i&a>fiäg  i  /lö/tffipo;),  in  Uanducliriften  oi 

Ausgaben  liüulijf  uucb  nach  seiiietu  Klostcrtuitu«»  Thcudulos  monnckf 


genannt,  «rirkte  anter  Andi-oniko»  n  (1282—1X28)  als  Schriftstoller  und 
l«rator  des  KAi»?«r?.  Er  gchfirt  in  den  Iitterarinrlien  Kreis  des  Moscho- 
«ilos,  Theodoros  Motochitu»  und  Nikeplioros  Grcgnras;  von  deni  letzteren 
leedtzen  wir  auch  einen  Brief  an  Thomas.  Einer  noch  unediertcn  Schrift 
nfolge  »cheint  er  längere  Zeit  in  Tlic-sdnlonike  jrolebt  üu  haben  (Mitteilung 
•an  M,  Trou).  Den  wichtigsten  Teil  seines  NaehksHes  büilen  philologiHcho 
Ichaleohriften,  die  sich  in  lexikalieche  Arbeiten,  Schollen  und  rheto- 
Uche  ÜbungsstQclcc  scheiden. 

1.  l>aa  Hauptwerk,  durch  welches  der  Name  des  Thomae  vorrdg- 
ich  bekannt  geblieben  ist,  führt  den  Titol:  'ExXayij  (auch  ixXuy(ü)  livo- 
intMi-  x«i  ^i,;ifrrwi-  'Jrrtxiiör.  Es  ist  eine  nur  im  ersten  Buchstaben 
Jphabetioch  geordnete  Sammlung  von  Wßrtem  und  Ausdrücken,  die  den 
IchQlern  die  Kunst  griechisch  zu  schreiben,  erleichtern  sollen.  Bei  aller 
Exilitfit  ist  die  Sammlung  durch  den  Heichtum  ihrer  Zeugnisse  nicht  ohne 
Verl,  Als  Quellen  benützte  Thomas,  wie  es  scheint,  den  Phrynichos, 
Immonios,  Herodianos,  MocHs  und  die  von  Bat-hmann  edierte  ^waytoy^ 
i^ttuv  xe',0'/'o*>'.  nach  Ritschl  auch  des  Moschopuios  SvXkoyr^  und  seine 
Idirifl  n*el  (ixtiüv,  Zu  den  Exzei*pten  ans  älteren  WArterbUohern  fllgte 
Innias  reichliche  Notizen  aus  seiner  eigenen  Lekltlre;  dieselbe  nmfassto 
«mehmlich  Ilerodot.  Tlnikydides,  Aristidos  und  die  Briefe  des  Synosio»; 
reuiger  gründlich  verwertete  vr  för  seinen  Zweck  den  Philostrat  und  den 
lomor;  einzelnes  endlich  entnahm  er  dem  Piaton.  Demnsthenes,  Lukian  und 
lÜMUiios.  Die  meisten  Autoren  zitiert  natürlich  auch  er  aus  zweiter  oder 
Iritter  Hand. 

2.  Scheuen  zu  Aeschylos,  Sophokles,  Euripidos.  zu  3  Komödien  dee 
Lriitophancs  und  zu  Briefen  des  Synesios.  Dagegen  werden  Pindarscholion, 
reiche  in  zwei  Handschriften  den  Namon  des  Thomas  an  der  Spitze  tragen, 
mi  Lehns  wohl  mit  Kecht  dem  Triklinios  zugcuprochen. 

8.  Reden  und  Briefe,  teil»  blosse  Übungsstücke  über  fingierte 
Flicinen,  teils  auf  einen  wirklichen  Anluss  der  Zeitgeschichte  verfaast.  Ein 
«it  Polemen  beliebtes  Thema  behandeln  die  zwei  Meleten  t>  xov  Kvvai- 
•t/^v  narrte  E/iyop/nr  und  'O  toT<  KnXXifiäxoi'  ntm]q  Hoi-^iin^x"?'  In  der 
tchlacht  bei  Marathon  fallen  die  zwei  Helden  Kalltinncho»  und  Kynaigeiro«; 
Mch  dem  t)es*t7e  mll^sen  die  VÄter  der  Gefallenen  diesen  eine  Linchen- 
T^  halten;  nun  entsteht  zwischen  den  beiden  Vätern  Poleniarchos  und 
Bophnrinn  ein  Streit,  wem  zuerst  zu  reden  gebühre:  ein  recht  charak- 
aiiitiacher  Vorwurf  fllr  jene  leere  Schulberedsamkeit.  wie  sie  bei  den  Griechen 
mi  der  Sophistenzeit  bis  ins  späteste  Mittelalter  hinein  mit  zäher  Gleich- 
Dnnigkeit  gepflegl  wurde.  Einen  freieren  Charakter  trügt  die  im  Tone 
leii  Ltokratti»  gehaitone  Studie  über  die  Pflichten  des  Königs  (^o/oc 
r*^  ßamXtiai)  nut  ihrem  Seiteni^tüok  über  die  Pflichten  der  Ünter- 
haneti  {nr«^  ;TOjlir»rR£).  Ein  Uiftaßivcixiii  rrpn$  titv  ßnOiXia  'Avi(iävixt>v 
nr  IfnlaioXÖYov  enthält  eine  Verteidigung  des  byzantinischen  Feldherrn 
handri.'noi^.  Die  bei  einem  Einfall  der  Kat^alanen  und  Türken  in  Thessa- 
ea  and  Makedonien  verübten  Greuel,  deren  auch  in  der  eben  erwähnten 
Itdo  gedacht  i«t,  schildert  ein  Brief  an  den  Philosophen  Joseph:  T^ 


550 


Bysantiitwobe  Littentiirg«m«hiclil«.    I.  ProsAiaoh«  Littonlnr. 


.ifiitp  yiyfii^fititoy.  Der  AdreAsat  ist  deraelhe,  an  den  auch  viele 
d06  NikcplioroK  Cliiimiios  gerichtet  sind.  Endlich  finden  wir  Gratulatioiio* 
r«d«i)  an  den  Fcldlicrrn  Angoloi«  und  an  den  GrOi(slogotliol«n  Thoodoro« 
Metocbites,  eine  Rede  an  den  PtUriarcheu  Kiphon  und  i.<inen  Piinvgyrikus 
auf  den  König  von  Cypei-n.  Duzu  komme»  noch  unodiurte  StQcku  wio: 
Etf  tov  äyiov  'Iwäri-ijV  töv  ßaTtxictr^r  ^/xw/jMr,  Tn*p  'Olvr&lw,  'Avänlot%, 
ein  Brief  &tacaXoiixit<oi  nt^  Aßovoi'ai,  ein  Ilfoa^vT^fJia  «4p  /le/njlf» 
(itatixif  11,  A. 


1,  'F.xXoyiy.    VA.   Dt.   Znch.   Knlliorgi.    KamM   1517.   —    YA.  u    Pariit   1532 
Kd.  N.  llUnPnrd.   V 


Xichnol  VnnciMinnus.      -  Kd.  N.  Illnncnrd.   Knuiequ«Tii«   (Fraookar   in   il«a  NiadcrUndi 
1800.     WiiMJerlioK  mit  Noten  vuii  L.  lius.  FranuquMno  1698.  ~~  Ex  dispMibiMO  Nie.  fUta 
eardi  oto.  cullogit  purtim  digc«Biti|ue  Juhannca  Slnpli.  UernArd,  Lugdiuii  Bat.  17^7.^ 
Ed.  J.  G.  8.  Scliwnbu,  Ältunburt;  I7T8,  —  Tliouiao  Magistri  uv«  Thaodnli  mooacb 
ecloga  vocum  Ätticarum  ux  mt.   Frid,  ßilscli«lti.  Balis  1S33;  b«dentendst«  Jugend 
arboit  Ritschla;  atiafll lirlich»  Piütegoraon«  und  lndic«s:  S.  XIV  ff.  kritiacli*  D«b«nieU  im 
älteren  AuRgnbon  nnd  E^LU^iiiiltcl.   —    Ed,  C.  .lacoliiti,   Lripzig   1883  (nit  An  Btmf 
Itungcn  der  frnlioron  Ki)reii8|;ebei).  —  Sonstig«  gTRüinrntischa  Kx^crpU  bei  L.  Bacbtni 
Anocd.  Ctaee.  2,  3.'.l-3S3;    vgl,   Ititsdils  Ausgnbo   dor  'EnXorV  S.  C.t.KXIX  ff.    -    l'i 
(ti«  (Juellon  der  Eklogc  Tgl.  Arthur  Kopp,   Do  Ammaoii,   Kranii,   «liorum  diaUne!' 
B;,*uunyiuicia  i>iu-umquo  couimani  ftiiitc,  Dise..  Kbnigsberg  1888  6.  Iii5— lOtJ. 

2.  7m  Abb  Sc holioQ:  ü.  Schneider,  Du  v«tcnim  in  AristophaiMiD  wboliuntm f»» 
tiliue.  SuiidiiLO  1838  6.  12217.  —  K.  L«Iitb,  Die  Pindarseholi«!).  heiväm  1878  S  U7-99, 
—  W.  Dindorf.  Pliilologua  2Ü  (1«63)  &  ff.  —  M.  Sclimidt.  .Süinng^w.  Wien.  Ak.  21 
(1S5G)  278-286  (iiiibL'deulonde  Uilteflungen  aus  Wiener  IIantlH(-)iTifl«n).  —  Kin  sf>»i.i 
1'nil  drr  ThonisuutriktiniHDiaclicn  ScliotJen  lU  AriatophaneB  wurdn  KUin  orotoninBl,  von  iea 
nltc>n  Kahoticii  gesondert,  anf  (IrUDd  der  beaton  [Iss  lioraxisgogcbrn  von  K.  Zaohcr.  Lii« 
HiiH  und  Classen  der  .VristopIinnosecWlien.  Jahne  Juli rii.  Suppl,  lij  U!s>!K)  6U3— 644.  7jLclitr 
mnclit  oucli  dc>n  Versuch,  das  Eigentum  des  Tlionioa  und  Trikliniun  tu  aondorn,  vuhri  tt 
zu  ancicrcn  KrgebniBsrii  gelangt  als  Lrhrs  iu  aeinem  oben  genannten  Uoche.  Aurh  iJi* 
ächoliuQ  XU  l'indnr  und  den  Tragikern  wordon  von  Z.  l-erMckBii'htigt.  —  Die  rein  Thnto»- 
uiaehen,  von  Triklinios  nocli  ntoht  überarbeiteten  SoIk-Lvu  eu  AtiBtof>luui«a  Plutiu  nnil 
ßaiiae  cd.  aus  einigen  itiilii-niecbou  Hm,  angeregt  duicb  das  Buch  von  Zacher,  C.  0.  Zn- 
retli,  Scolii  al  Pliifu  id  alle  Hane  d'Arislorsne,  Turin  M*W.  —  Vgl.  endtidi  die  hriti*^«B 
AugaboD  der  hetreffeoden  Klaseiker, 

3.  Btden  und  Briefe;  Griochisch  nnd  lateinisch  cd.  L.  Norrmann,  Upoala  I69S, 
folnnde  Stocke;  Rede  auf  Gregor  von  Nn/ianx.  Kede  an  den  GrowatratoiMdaiclK«!  Anf»l(n, 
Beaa  an  den  (>ro^!ogot holen  Motochites.  Kede  an  dun  PatriardiMi  Niplion,  Bede  auf  i'a 
KCnig  ven  C,vpem.  Giiofe  an  den  GrussIo^oÜH-tcii.  an  den  rer  timitiXitv  Trikanas,  an  N'it.i- 

fhoioa  GregüriiB  und  einen  Brief  des  Nikepliorus  Greguras.  —  Die  twei  Reden  Ober  <lii 
fliehten  des  Küuigs  und  der  linterthaneii  bei  A.  Mai.  Scriplonim  veteruui  nova  fellrctio 
tom,  III  (Ramae  1828)  pars  NI  145-201,  —  Vorgleieh  dieser  zwei  Reden  mit  dem  Ver- 
bilde laokrates  von  0,  Kyriakides.  Au,u<it  e  liäyiiitfioi  xiä  'laorfätrie,  Dim..  EHugM 
mos  (methodinch  verfehlt«  Arbeil:  vgl.  B.  Z.  ^,  2121.  ~  Die  übrigen  Stocke  Wi  fr  Bei 
BOnade.  An.  gr.  2  (1830)  188— SC8,  ~  FranxDsieolie  Ceberee>txnng  der  Deklamation  Ki' 
machos  und  KynSgiros  von  E.  Uroussard,  Annuaiie  de  l'aasoo.  18  (t88i)  142— IM. 
Gaaamtauscube  dor  Reden  und  Briefe:  Migne,  Patr.  gr.  145,  213—546  {oMh 
Texten  Tun  Nurrinunn.  Mai  und  Buisaauada), 

4.  Zur  BiD):raphie:  Fabriciua,  Bibl.  gr.  ed.  Uarl.  6.  181—190.  und  die 
moDa  von  Kitschi. 

5.  Ueberiieferung:  Doissonade  bcnOtzto  die  Codd.  Paris,  gr.  3G29  und 
AuMordeRi  iat  fUr  die  rhetorischen  Sachen  boeandora  wichtig  dar  Samnieloodcx  V. 
Pal.  374  B.  14  fol.  87—206. 

826.  Theodoros  Metochitea  (©««Joipos  «  Mnoxit'ii),  einer  der 

deutündfiten  Polyhistoren   der  Ictztim  .Jahrhunderte  von  Byzanz,   Sohn 

durch  »eine  lebhafte  Teilnahme  an  den  Union&kfimpfen  bekannteo  Qeorgifl 

Metochitea  (s.  S.  ÖS).  lebte  unter  Andronikos  11  Palaeologos  (1282— IS 

dem  er  vom  Jahre  1290  bis  an  sein  Lebensonde  als  treuer  Dicnw 

Berater  zur  Seite  stand.     Nach  einer  reichen  Tliätigkeit  im  staatlic 

Leben  zog  er  sich,  nachdem  er  infolge  dor  Absetzung  Andronikos"  U  (133 


I 

i«9 


lerRwurdige,  «üiFührricItd  VhäfftKterisBlt  "der  UTStTön^ffesTiöcfi^ 
D  I^hrers;  zu  tadeln  sei  an  ihm  nur  das  eine,  dass  er  sich  keinen 
zum  Vorbilde  genommpn,  sondern  ganz  seine  eigenen  Wogo  g©- 
biobci  A)>cr  iu  sttlnnischcn  Schwall  verfallvu  sei.  In  ähnlicher 
preisen  ihn  auch  aiidoru  Byzantiner  z.  B.  Thoman  Magister  nU 
der  Wissenschaften.  In  der  That  überragt  die  Gelehrsamkeit  de» 
iros  Hetochites  das  gewöhnliche  Mass  seiner  Zeit,  wenn  er  auch 
dcD  grossen  Polyhistoren  wie  Photios  und  Psollos  surUckstehon 
Der  Umfang  seiner  KenntniHse  ist  aber  um  ho  mehr  zu  hewundorn, 
vrio  Gregoras  erzählt,  den  ganzen  Tag  Über  uiit  Hof  beschäftigt 
i<]  sich  nur  des  Nachta  seinen  Studien  widmen  konnte.  Von  der 
:hot«n  litterarischen  Thätigkeit  des  Theodoros,  die  Gregoraa 
I.  erwähnt,  kennen  wir  bia  jetzt  nur  wenige  I'roben;  manche»  mag 

oder  noch  in  den  Bibliotheken  verborgen  sein. 

.  Als  Hauptwerk  dea  Theodoros  erscheint  nach  dem  gegenwärtigen 

itAnd«  eine  grosse  Miszellensammlung,  horaut>gegeben  und  zitiert 

^«m  nicht  hinlänglich  gesicherten  (wahrscheinlicli  von  einem  Kopisten 

Ircoden)  Titel:  'ynofiyt^pattafiol  xal  aii/itiuiati^  ytouix»/ (latoi- 

igewUhnlich   zitiert  al«:   MiöCL-lUiDL-a  philoKophica  et  histoiita),     Dhs 

I  gewissermasacn    ein    prosaischer    Pendant    zu    den    C'hiliaden    des 

B,  unifasst  120  grössere  und  kleinere  Essays  über  die  verschiedensten 

«  der  PhiloHophie,  der  Gcitchichte  und  der  alten  Littcratur.    Einige 

vben   mögvn    den   Charakter   dieser    vermischten   Aufsätze   deutlich 

1.     Aus    dem    Gebiet«    der    Leben äwuish ei t    und    Philosophie 

wir  Artikel  Über  da.1  ironisch«  Element  hei  den  alten  Philosophon, 

DTB  bei  Sokratos  und  Piaton;  über  das  polemische  Verhalten  aller 

ipbon  gegen  ihre  Vorgllngci';  Über  den  Satz,  doss  keines  Menschen 

leidloe  verlaufe;  Über  dio  auffallende  Thatsaclic,  dass  manche  Men- 

fttets  glQcklich,  andere  stets  unglücklich  i^ind  (eine  äyaaxivi'  des 

)  Themas);  Ober  die  Wechselfillie  des  Schicksals  mit  besouderer  Bc- 

^  auf  seine  eigenen  Erlebnisse:  Über  die  Gewohnheit  der  Muusehan, 


552 


JjrunUnlBche  LittcratDrgMMhicbta.    L  Proiuacb«  ul 


sichtigt;  SO  be«pricbt  der  Vcrfusäei-  die  Frage,  ob  es  besser  sei,  in  der 
Wolt  zu    leben    oder   im   Kloster;    ob   Avr   Khi-^tttiid    finvin    tiigendbafl«n 
Leben  förderlich  sei.     liiizu  kommen  philosophisciii.'  Betracht  ungou  Qlier 
politische    Fragen,   wie  über   das  demokratiache,   oristokratinclie  und 
monurdtiiM^lio  Prinzip,  Ober  die  Kotwendigkcit  einer  gut«»  F'iuanzvcTwal- 
tung;  selbst  ästbetiücbe  Tliemon,  wie  Godaaken  flbiT  die  SchDnhi'it  ilus 
Meer««.     In  das  Gebiet  der  Geschichte  gehören  die  Abhandlungen  ilber 
den  Staat  der  Athener  und  Lakedämonier:  über  Epaminondas  und  Pelopidas: 
Ober  KjTcne  und  Karthago;  über  das  allmähliche  Wachstum  Ae»  rSini^hon 
Staates.     Auch  vernehmen  vir.  wie  in  fto  vielen  anderen  Schriften  diem- 
Zeit,  elegische  Klagen  Ober   den   unaufbalteamcn  Niedergang  ies 
Byznntinerreiches.   DerLitteraturgeschichte  widmet  Theodor  Artikel 
über  Aristoteles,  ge);en  den  er  polemisiert,  über  Piaton,  Xenophon,  JoKph, 
Philon,  Dien  ('hrj'twtttomos,  Plutarch,   auch  allgemeinere  Darlegung«»  wie 
eine  Studie  Über  die  Gleichgültigkeit  der  griechischen  Philosophen  gegtv 
die  Politik.     I>io  Quollen  de«  Motochitcs  «ind,  was  bei  einom  Byzantiner 
(lieber  Zeit  ziemlich  selbstverständlich  ist,   nur  griechische  Werke.    Er 
zitiert  Über  70  Autoren  und  swar  oft  in  einer  Form,  die  von  der  sourt 
Qberliererten    Le»img  abweicht;  doch  ist  er  fUr  die  Textkritik    nur  mit 
gr&8!tter  Vorsicht  zu   verwenden,  da  er  seine  Vorlagen  häufig  absichtlich 
Ü&dert.    Sein  HauptgewShrsmunn  ist  Synesios. 

2.  Von  18  umfangreichen  rhetorischen  Stücken  sind  leider  nur 
der  NnuKt'x  und  t/^fa^ivimöf  nebst  dem  Prodmion  einer  Ooldlmlie  ver- 
öffentlicht. DasH  kommen  noch  Epitaphien  und  Kcden  religi»f«pri  iinii 
moruUschen  Inhalt«.  Zu  den  bouten  Arbeiten  des  Metochit«s  guhQrt  ein 
Nekrolog  auf  den  Philosophen  Joseph,  dessen  Veröffentlichung  M.  Trou 
vorbereitet. 

3.  Die  philosophischen  und  astronomischen  Schriften  Theo- 
dors sind  noch  nicht  gentlgend  bekannt  und  gewürdigt.  Das  Hnuptirerk 
ist  wohl  diß  Sammlung  paraphra»ti»oher  Kommentare  zu  det;  AriRtotet«« 

niQi  fiv^firfi  uai  äraftvjjviwi,  i/tf^  vnvov  xal  <^}'^',70pi7f««(,    //«p^  ivvnrit 
//(()(  trfi  xait'  vjtvov  fiai-tu^i,  üt^i  ^tawr  ttivijatioi;,   //fpi  ßQftxvßiiit^toi 
Itnxpoliiotr^itaiy    Ilffj't    vtÖTr^xnf    xtd    Y>}Q<nt,    thqi    ftt)r*(    xni   ^fartitov  u.  a 
Diese  Sammhing  von  philosophischen  liChrbUchern,  die  offenbar  hob» 
sehen  gonoss,  ist  uns  in  einer  durch  die  herrlichen  Ornamente  auch 
geschichtlich  wichtigen,  im  15.  Jahrhundert  für  einen  Medici  angefartii 
Prachthandschrift,   den   Cod.   Luur,  85,  4  erhallen:   andere    Codd. 
Marc.  gr.  23'J.    Vatic  Itegin.  Suec.  118.     In   iUinlicher   Weiw  wi 
Thuodoros  für  die  Verbreitung  astronomischer  Kenntnisse;  hioher 
seine  £toixtio>ci(  frt)   ir,  äatqovofuitl  fmai^ßf},  eine  Einleitung  aiid 
Kommentar  zu  Ptolemaoos. 

4.  Ein  achSnos   Zeugnis   der    üborlogonun    Bildung    des    Metnchil 
liefern  20  hexametrische  Dichtungen,  deren  Gewimtumfang  (91B8Vi 
einem   »tatttichon  Epos   gleichkommt.     Sie   beziehen  sich  grxViwtteutcils 
persönliche  und  zeitgenössische  Verhältnisse.    In  den  zwei  ersten  Gedicht«e 
der  Sammlung  vorbindet  Theodor  Lobpreisungen  Gottes  und  der  Jungfim 


J 


6.  Alt«rtaiB»riu«nBchart.  aTTEiIoI.  Pol^blatorvB  n.  SeboliaaUn,  [g  22S)     Rf,^ 

ari*  mit  Mitteilungen  Ober  dat  Uandklostor  (juoii;  r^$  X''''Ci)-  Bin 
»dicht,  das  an  »einen  Schüler  Xilcoplioro«  Orogora»  gortchtot  ist.  vr- 
gt  dnrcli  Naclirichteit  «los  Vei'fasfiers  über  sein  eigenes  Leben  unsere 
älnahme.  Seine  eigene  Person  betreiFen  ferner  eine  Reihe  von  Gedichten, 
welchen  er  lllM*r  seine  schwierige  Lage  nnd  über  die  Unbeständigkeit 
IS  meus'chlirhen  üliloko«  klagt.  Hazn  liominen  Öelegenheitspoosien  wie 
fiitaphien  auf  ilic  Gemahlin  Iruite  und  den  Sohn  Michael  dos  Kaitter« 
odronikos  Palaeologos  und  auf  den  Kao«&r  Johannes  Palaeo- 
gOH,  Gedichte  an  Nikephoros  Xanthopuloa,  Theodoros  Xantho- 
lloa.  an  seinen  Neffen  den  Protasekretis  und  auf  Gregor,  den  «he- 
iligen Ersbischof  von  Bulgarien,  woh!  dcnjielben.  von  welchem  der  Cod. 
iria.  Coisl.  192  fol.  2^  Verse  auf  dasOrnb  eines  Kappadokiers  Aluxios 
ithiÜt.  In  zwei  Gedichten  feiert  Theodor  Väter  der  griechischen  Kirche, 
iQ  bl.  Athanasios  und  die  drei  Hierarchen  Hasilios  den  Grossen. 
rngor  von  Nazians:  und  .lobanne»  Chrysostomos.  Für  sich  steht 
Q  Lehrgedicht  Ober  die  inathcmatisdie  und  besonders  die  harmonische 
»rm  der  I'bilottophie  {fJto'i  lov  iia'}ijtaii»'it'  tTiovi  riji  yiivffo^ini  xoi 
iitma  w»^i  lop  äpinirmov).  Dass  Metochites  statt  des  in  Byzanz  fast 
leinherrsehenden  politischen  Verses  ausschliesslich  den  Hexameter  an- 
udto,  ist  ebenso  cltarakteristisch  fllr  seinen  dorn  Oewflhnlichen  abge- 
uidtcn  litterarisehen  Geschmack  als  flir  den  künstlichen  Klassizismus  der 
iliologenzoit. 

5.  Endlich  hat  Theodor  Briefe  hinterlassen.  Briefe  an  ihn  haben 
ir  von  Nikephoro«  Gregoras,  Thomas  Magistros.  Nikephoros  Chumno«. 
heodoros  Hyi-takenos  und  Leon  Bardales.  Nicht  genügend  bezeugt  ist 
ne  angebliche  Kirehengeschichte  des  Metochites  in  zwei  Bflchcrn  und 
D  Buch  lir^unii.    Die  von  Meursius  dem  Metochites  zugeteilt«  Chronik 

Et  dem  Michael  Glykas;  s.  H.  »81. 
I.  Auagnbf^n:  Mimollnniiamnilung:  iCunnt  ciiunlnc  Stllnko;  Sjieoiminii  oporum 
ri  Vc^orhita«  i|uap  iimoribunhir  'Yiaf4ris/iitini/joi  xai  at/fituöatit  yrafiumi  cd.  JnniiB 
Ueb,  Uattniar  1*90.  —  l)ic  KupiU-I  flbur  Kyronu  und  Knrlhui;»  sind  wiiadi-rliolt  in: 
npplcncnlum  cdilivai«  LipHli'iiHia  Niculai  Damtuwni  cd.  C.  Urulli,  l.jpniuu  1^11  S.  UI  lis 
K.  -  Vi«T  ÜHpitd  Ol).  Clir,  Ci,  Mfltl«r,  AoU  «eminMÜ  Tet'ii  ui  Hucii-tatia  pliilolo^irtii- 
iftitmu,  vol.  2.  p«HicuU  2  (ISI8)  265-27«.  —  Drs  Kapif«!  Obur  Ksrthugu  mit  Korn- 
M>tir  in:  Amloiclis  da  twUtia  Corthagbiensitun  «tr.  ed.  Fr.  U.  Klug«.  Vrutisl«viii« 
814  S.  Wi  HCl.  Da«  Knpitel  aber  Dioa  Chrysnutomim  anch  bei  Dion  ChrvaoHtonios  cd. 
»Diadorf  2(I8.S7I.'M7-  37^.  —  Rinxig»  voUaUndigo  AimKabn:  Tbnoitari  MntJichitac  mis- 
«BiMa  *M.  Chr.  Ü.  MDlIor-Th.  Kiesalins.  üpeinc  IS'il.  —  Littorarliislorischu  Notii 
■J  4ie  Schrift; 'f>ft  niirttt.  ndoi  ir  Alyi-ntiatrintitvStjant',  Tpn/iiiipof  ifi  l/)-»*- jf^ajfxrt 
«dl  bei  Higa«.  Palr.  itt.  U-t.  !i2!I-»m. 

yiMMti-t,  JFp«o,4rDii>n<  uiid  Chrv^ubullu  ed.  pr.  (loider  nicht  tiiiiMiibfirt  K.  N. 
Ulbaa.  Nsa.  IkfX.  1  (1872)  139— 19&.  -l'ek-r  die  ClirvsubulK'  s.  K.  K.  i^achnriHo 
r*a  LiBgentbal,  Sitiun|*ber.  Derl.  Ak.  1688  S.  UIO.    tgl.  ;^.  488. 

fliilffevphischo  ond  astronomiscfao  Work«:  Parapbrase  la  AHvIoIcIm  nur  in 
Mm.  Üahwaolillilg.  Ba«iI«Mi  lfi59;  wied<iibott  l-St^'J;  niicb  IlnvcnnH  IfSH  (nntdi  Uundini, 
iMabfu  M^iemn  ara«c.  bibl.  I.Hur.  3,  2hti).  —  Die  Hstronom.  .Srbriflrn  *ind  noch  luiodiurt. 
tvbn  dar  OrigJaaltMtl«  gibt  SatliAf.  n.  %.  0.  ng6koyoi  S.  IQ  (f.  (o»'). 

Ejnan  laleiniacbm  ßri«f  dcM  Tbeodaro;  Metoehil:cB  na  Knrl  den  SubSnen  nebxt 
ni  latcimaob«R  Briefen  den  KaiarTH  Andronikos  II  nn  den  von  Karl  dem  SohOnen  mit 
■  TerhanJlungen  Ober  die  L'iiion  betmuluii  l)ojiunikaiii>r  Beiiult  d«  COma  vd.  H.  Omout, 
njtt  ie  rivaiom  dw  ^iclisea  grecque  et  lalina  sous  Ubarlea  le  Bei  on  1S2T,  Bibl.  de 
kd*  im  chartM  1892  g:  264-2^7. 

Ocilfcht«:    Di«  >w«i  «nlgeoaiintea  ed.  pr.  (aus  dem  Cod.  Varia.  1776)  M.  Trau, 


BysantiniKlie  LltteralvrEeacblcble.    I.  ProaaiBoke  Utt«rfttar. 


DiohtuDfceti  it<.-n  i>iun3l>j;,->jlhL-(rii  TlieuJurtM  MetoohitM,  GjnaniBialiiragr..  PoMtaa  I8S&. 
Dan  Aniung  dcri  lui  Mkt'iilK'i-jH  (.irv^oras  g«ricbtet«n  GediohtM  «£  BoJria  ito  Kocuiii*at  _ 
XU  Nikfpk'iu';  Ui«Koni>i  '<l    Üc-nii.  II  i'23ij,  —  Di«  Qbri^oo  Didbiii{[en  wird  M.  Tr«a  rer- 


Cffunll irden,  <l«r  uiioli   vw-.'  Untorsuchung   Obor  ihre  l7ol>«rlia(«ru^   M«lrik  und  BpndM 
und  iluen  InliAlt  verenroclien  liat. 

2.  Hilfsmitlol:  Fabriciu«.  »ibl.  gr.  ed.  Hirl.  10,412-428.  —  HanpUcliriri: 
K.  N.  Sathmi.  b.  n.  0.  llc6ioy«<  K.  1&-I3A  (i»'— e>«'),  —  (leter  den  Hm  ntft  Ihttm 
ilor  Cod.  Vindub.  pliil.  gr.  fiö  (Nowol),  «ino  wtuidonichSa«  PcrgaiBuntlM,  w«lcka  dw  IN 
rhctorUcJioD  IJtQckc  UtinrlicrcrC. 

3.  Von  Li'iin  liorilnlDii  (Rci^iKhIi;;),  einem  NeffoQ  dea  Tb«odorM  MetocLil««,  n'il' 
Toiuhl  demei^lbeii,  drr  aiicb  in  der  Biograplii«  dos  Maxinios  PUniides  wied«rlcekri,  bwtUM 
wir  «inuii  kuit«n  Bri«'r  au  Tlieudoro».  od.  von  Boissonade,  Aa.  gr.  I  (IS29)  4tf2;  4«t- 
8«lbet  S.  1109  fr.  von  (teiiisolb»n  BardalM  j&mbiscU«  Triniotor  auf  eiiM  hjldlicb«  Dir- 
slellang  d««  jllngaten  (lorichtn,  auf  ciiion  Silborbooher  u.  a.  Mit  l^on  Builale«)  iM  udi 
der  WAlirsclieiiilichcin  Vormutiing  von  QoiMonado,  An.  gr.  1,  161,  idmtiach  der  «•v«>bi*( 
npvrMOfitf ijdf.  von  welchem  Bobwonade  a.  n.  0.  Sontenxen  ediert  hat;  v))1.  tbati 
8.  399.  Uiicdjert  ist  wohl  eine  Rede  deaaotben  Protatekretin  I<con  (llardalM)M 
Kaiser  Andranikos  den  Jüd^^ltu.  die  der  Cod.  Vindob.  tbool.  ^r.  174  (NcaMl)  foL  W 
ble  SOO  Rufbewabrt.  Ueber  die  venehiedeDen  TrSger  de»  Naxneoti  Bardaioi  (l 
Johnniie».  Manuel)  vgl.  Max  Treu,  Masimt  mon.  riumdis  epistiüae  S.  200. 

337.  DemetriOB  Triklinios  (-/».fiij'tgifs  ö  Titix^/iio?),  eis  seiner 
kunft  und  iius»(>ri'n  8U>ltung  nach  uiibekiinnU>r  Mann,  der  im  Anfang 
H.  Jahrhundert H,  wahrücUeinlicIi  in  Konntantinnpel,  lebte,  ist  der  bedon- 
leitdRte  Philologe  dor  l'alAoIogonseit.  AU  Toxtkritiker  ragt  er  über  dl» 
getRtcsvcrwnndk-ii  Zuitgcnoäsen  wiü  MAnuol  Mür«cliopiilo8  und  ThoDUa 
Magister  turmhoch  empor  und  darf  manchen  niDdcriion  UurHusgebeni  ii 
diu  Seit«'  geHÜiUt  worden.  In  einem  anderen  Zeitalter  und  unter  gUnstieereo 
Umständen  hätte  ein  »o  sprachkundiger,  ei-finderi»clier  und  aclbsUndigtr^ 
Kopf  ilervorrngcnduM  und  Bleibendes  geleistet.  Was  den  Triklinios  nie 
drUckt,  ist  die  dumpfe  wissetiuchaftUche  Atmosphäi-o,  in  dor  vr  arbeit 
Eh  ist  daher  ein  grosses  Unrecht,  wenn  neuere  Forscher  auch  die 
tüchtigen  Byznutiner  dor  herkömmlichen  Sitt*-  gemäss,  von  aller  Ungobi 
loHgelSst,  nach  dvru  strengsten  Mossstabc  einer  weit  besser  vorher 
und  mit  ganz  anderen  Mitteln  ausgerüetotun  Schule  abdchfttzvn.  Scboo 
Ausdehnung  der  wisaenschaftlichen  ThStigkeit  des  Triklinios  erregt 
Staunen.  Pindar,  Aeschylon,  Sophokles,  Euripid&i  und  Aristophane«,  Ueaiodi 
und  Theokrit  »ind  von  ihm  erklärt  und  omendiert  worden;  und  zwar 
schränkte  er  sich  bozilglieh  der  Dramatiker  nicht  auf  die  im  byzantini« 
Mittelalter  übliche  Auswahl,  sondern  veranstaltete  von  sftmtlichon  Stock 
de»  Aeschylos  und  Sophokles,  die  «.'r  «rreidien  konnte,  und  von  iloD 
ersten  Tragödien  dos  Euripides  Bearbeitungen,  die  h'is  in  di«  neuest«  Ze 
fortgewirkt  haben. 

In  der  Metrik  besass  Triklinios  nicht  unerhebliche,   durch 
Beobachtung  erworbene  Kenntnisse.     Doch  war  infolge  der  Waiidelun 
welche  utich  seit  den  ersten  Jahrhunderten  der  christlichen  Zeit  im 
wesen  der  griechischen  Sprache  vollzogen  halten,  gerade  dieses  Q«llMl< 
Byzantinern   recht  fremd  geworden.     Es  ist  daher  nicht  zu  v< 
dass  Triklinios  schwere  Niederlagen  erlitt,  als  er  es  wagt«,  die  alten  Wt 
nach  ihrem  Versmass  zu  analysieren  und  sowohl  die  metris4:hcn  Qe 
des  Dialogs   als  die  strophischen  Kompositionen  zu  i-rklilrcn.     Wie  er 
Metrik  misshandolte,   an  trug  er  auch  in  die  alten  Texte  eine  ünu 
von  plumpen  Kehleni  hinein,  freilich  nicht  plumper,  als  aie  auch  in  unfi«r 


^1^ 


vi«r  uramen.    LWc  m  einem  Cöffex  ParTsimi?  TlBerÜBFerfe'  tri  kl  i- 

le  KvzviiBion  (Ico  Sophüklus  tmL  lange-  Zt^^it  iliro  Bchädliche  Wirkung 

bis  es  endlich  dur  ForBchung  gelang,  einen  klaren  Einblick  in 

jid-'tiitKo  dea  allzu  kühnen  Textverbesserprs zu  gewinnen.  3,  Scholien 

ifSlUi-kon  des  Ao8chylo8:  an.sgc!ichlos.'<en  blieben  dio  Clioephoren 

Schuteflohondcn.     Dioso  Scholion,  mit,  welchen  «ich  auch  Erklä- 

I  des  Thomas)  Magister  verbunden  haben,  a'md  wnrti'eiche  Paraphrasen 

etrischen  Erklärungen   zum  Teil   nach    ii nerhürten,    von  Triklinios 

chaffeaen  äilbcnmaswn.    Wir  bc^itsion  dte  SchoHen  zu  Acscliylos 

von  des  Triktinioa  eigener  Hand  stantmenden,  jetzt  in  Neapel 

eben  Codex,    neben   welcliem  die  verwirrten  Exzerpte  in   einigen 

Handschriften  nicht  mehr  in  Botracht  kommen.     4.  Wonigor  ist 

eine  Schoben  zu  Hosiod,  Aristophano»  und  Theokrit  bekannt 

en.     Über  Mcsiod  scheint  er  nicht  ho  eingehende  Studien  gemacht 

Kill   wie   über  die   Tragiker.     Wir   haben  eine  von  Triklinios  selbst 

rter,   deutlicher   und   wnhlgeUbter  Hand    in  den  Jahren   1316—1320 

nÜerte  Anagabe  de«  Hesiod,  den  Codex  Marc.  gr.  464.  in  welcher 

£rklärungen  dea  Tgetste«,  Proklos  Diadocho».   Manuel  Mosdiopulo». 

cc  Pedio^imos.  Johanne«  üalenos  und  Johannut>  IVotospaUianos  sorg- 

tsainniengestellt,  selbst   aber  verhältnismäsHlg  wenige  in  der  Uand- 

dnrch   ein  t  gekennzeichnete  Schnlien   zur  Thoogonie   hinzugefügt 

Vgl.  Zanetti,  Graeca  l).  Marci  Hihliotlieca,  Venedig  1710  S.  XIV  f. 

Iti.      Im    ('od.  Vindob.  phil.  gr.  25  (Nessel)    fo).  l\h  ff.  stehen: 

naXaiä  iig  ti'^v  'Httiiiov  &toyfttiavy  «V  oic  lioi  xat  ifijfit^T(}(ov  tov 

irt'oii  ftf^Mii, 

ABBgktien  und  Uilfamittcl:  Für  db  Schvlieii  ist  zuiiiubat  nuf  die  Lillei'utur 

•PK»ln«n  Ditliterii  tu  vi>rHreiseu.   PiDdaracbulicii:  Tliuinue  Mu^islrj  el  üemetrÜ 

i  tekoüa  in  I^t'"»  <|UHllaof  prtiDi)  ed.  Chv.  8clinoitler,  Breslau  1914.  —  ScholU 

noMUio-TildmiuiA   in    Pindari    N^men  i>t  latlimia  o<t.  Tyclio  Momnison, 

dun:   Scbolu    oU.     in    rindari    Pylhiu   V  — MI    ed.   Tyclio   Momma««, 

67.  --  Vgl.  K.  I.ohr«.  Die  PindiirapSioIicn,  Laipiig  187-3  S.  TS— 96.  —  Kincn 

^  Tcholi«)!  EU  Aonchylos  edierte  mit  ainor  Abhandlung  flbnr  den  Codox  Mudi- 

Di»dorf.  PhiWopis  aÖ  (1883)  !  ff.;  3Ö6  ff.  und  ?1  (lö6i)  193  ff,  -  Vgl.  Muritx 


SjTn^^^  TRyÄittBiBelie  LitUratnrgeBoIiiolita.    I.  Proaauobe  Uttffntnr,        ^^B 

rong  der  AoidiylMBolioliei],  Hernws  25  {1890)  161-171).  —  Znr  Metrik  «Im  TriMini«; 
Kr-  Kulin.  SvmbaUe  ad  iloviriuao  mpi  iix^6vuy  hutovJMn  p«rtui«nt««,  BrealauM  nbiM. 
Abliaiidhingi-ii  VI  3.  »(«»lau  \m2  ».  08  IT. 

2.  K|iif!ranii»«  auf  die  liM.  Itimilio«,  Oreüorion  and  Johmiiiea  Chrytoit«- 
niasvenlen,  ich  woiw  nicbt,  ob  mit  Kocht,  dem  Trikliaio«  iiia«tflilt  im  Cod.  VnticMT 
foL  1»». 

2S8,  Jobannea  Pediasimos  ('ImüwTfi  6  lUiuioittoi)  war  Diakoa, 
spater  ( 'hnrlnjiliylax  von  Bulgarien  unter  Anrironikos  II  (1282 — l;i'J8)  und 
Andi-oiiikos  III  {1328— IIUI);  i-ine  Aufzählung  soiaur  Stellen  »nd  TJtd 
findet  sich  in  der  UberschriFt  der  Geometrie:  Tu?  tsoifwäfov  xa^toffvi-ami 
T»~;  TTpoiir,;  7ot'Oriii«>'i;(  Mi  Tteierfi  tinvXyti^ai,  ror  x«i  vnfiton  luii-  y$l^ 
aiif^v,  xt'Qov  'toiciffttt'  .Uittcüvov  tot'  I/fÖiuaiftov.  Da  er  7M  den  Korri-itpon- 
denten  de«  l'ntrinrclion  Wrcgor  von  Cypern  gehftrt  (s.  S.  477),  so  nuM  m 
am  Endo  de»  13.  JAhrhniidcrt»  »clion  «in  orvrRcliscnor  Mtiiin  gewe^^eii  sein. 
Wir  besitzen  von  I*«dia»imon  nielirure  zum  T«il  noch  unedierte  philo- 
logisvlie  und  philoaophisclie  Schulschriften,  wie  Schollen  zu  Hesio4> 
Schild  und  Theognnie,  dpsgleiohen  zur  Hyrinx  des  Thcokrit,  nur  Sphira 
de»  Klenmedcs,  ErklÜningon  zu  Aristotelet«.  McmorialvorHO  omI  eint 
anis  AgwUodors  Bibliothek  gesohripfte  Schrift  über  die  zn-Blf  Arbeiten 
des  Herakles  und  einen  Aufsatz  übor  die  neun  Musen,  deren  /alil  all«- 
goriflcb  gedeutet  wird.  Hiermit  verwandt  ist  ein  Traktat  fifpi  («p  :*««( 
fTttrifitifai  xril  f'trfäfiijVi/g  ö  röxoc  OM^fftti,  wo  ßlr  die  LebotuGUllK- 
kcit  doH  xiobenmonatlichcn  und  des  ni>unmonatliclicn  Kmbryo  eine  raatW 
matisch-inystische  Erklärung  vorgetragen  wird;  die  letzteren  zwei  woM 
noch  unedierten  Stücke  z.  B.  im  Cod.  Marc.  500  fol.  1.14'  ff.;  das  lebte 
auch  im  Cod.  Vatic.  071  fol.  2:}7.  Dazu  kommt  eine  musikaliaclie  Ab* 
handlung.  voll  fnWbcr  Anschauungen  und  »chiefer  Doutiingcn.  mit  iletn 
Titel :  'Kfiifftnniai  fUQtxai.  Ausscrdom  Hchrieb  Pcdiaflimo»  eine  0  i-n- 
motrie:  /VmiurprVi,  mit  dem  Nebentitel:  ^i>i*'>V"(  •'"£>'  /»»t^ijamii  mw, 
ftfffiOHor  yr,t.  In  der  Einleitung  spricht  er  als  seine  Abeicht  aus,  vod 
dem  Werke  des  Heron  über  y^aft/ini\  yaiviat  und  */i,Vrtrfrf  einen  Abrisa  tu 
geben  und  dort  Fehlendes  in  Kllrze  zu  ergilnzen.  Doch  llUst  die  Verglo« 
chung  mit  dem  uns  erhaltenen  Werke  des  Hcron  nicht  darOher  ins  Bein» 
kommen,  üb  l'udiiifiimos  ein  un vermischtem  Kxemplai*  de.s  Huron  vor  sid< 
hatte.  Jedenfalls  int  bei  woiteun  nicht  alles,  was  wir  bei  iV-diusimos  6mleD. 
Eigentum  dc-s  echten  Heron;  viele«  ist  geradezu  verkehrt  und  fiüsch. 

Einmal    hat   der   ernst«   Gelehrte   auch   den  Musen   geopfert,     fh 
begeisterte  ihn  djis  ewig  Weibliche.     Als  echter  Kritiker  aber  prilft« 
sowohl    die  guten  als  die  »schlimmen  Seiten  desselben.     Dan  jamliisclil 
Doppelgedicht  des    Pedia&imos   hat  den   zusammenfassenden   und  vi 
sühnenden   Titel   //oi>o(  {'Iwnrrov  rov  lUitaaipov   tov  HwXya^tti 
y>vln)iui  //().'>o,-,   //*p(  yrrmxöi  xax^;  —    //*pi  j-f'irtiKÖij  aya^r^c).      Das 
StUck  erscheint  mit  seinen  heftigen  Schmähungen  als  ein  hyzantinis 
Pendant  zum  Frauenspiegel  des  Simonides  aus  Amorgos;  im  Kweit«n 
dicht  wird  das  schSno  Geschlecht  durch  ebenso  QberschwcngUcbe  Leli 
erhebungen  wieder  gei-ettet.     In  Wahrheit  ist  diese«  poetische  Spid 
entgegengesetzten  Themen  nichts  anderes  als  die  rhetorische  Form  dw 
KaraffKfvij   und  '.iraannu^.     Ähnlieh    hatte   auch  Theodoros  Hotoohite* 


-'- 


AltcTtnmawiMMuoliaft.  A.  Pbilol.  PolybiatDreii  n.  SoholiaaUn,  (%  226)     557 


diese    zur   SchulQbung   ja   wühi    gecigiiuto    Schablone    in    di«    praktUcho 
Lttteratur  Übertragen  (k.  S.  551). 

1.  Auagklion  und  Hilfiirnittel:  Soliolien  ku  H«»iad  und  dea  Oalenos  Allvit<"'ien 
war  TliAonmie  in:  UeModi  Amtom  qiim  «LaUot  «um  g»ecia scholüa  op»iH  Dan.  llomaii, 
LKgdtDvi  Batjiv.  IfiOS  8.  187*  224;  228—233.  Dann  in  den  Pooliw  Minorca  Ornnci  *d. 
Gaiaford.  vol.  II,  Lifaiae  1823.  —  reb^r  AdnmantiiHi  IJtQt  vrinmv  nla  (juallo  iw  All«- 

frien  ileo  Gateöua  (S.  414  ed.  Oalsford)  vgl.  Val.  Rone,  Anocdot«  gruooa  et  graocolatina 
|läS4)  23  f,  —  Sckolien  »u  Synnx  dea  Tliookrit  i»  den  Scbalin  nd  lloooriliuii  od.  Vt. 
DBliner.  Paria  IS49  3.  110  f. 

Uaber  dia  Arbaiten  d«8  lleraklea:  Ed.  pr.  h.  Allatiut».  ExeurptA  vuria  Graecunim 
■Bfhblanim  m  rl>etoniBi,  Rom  1641  S.  321  ff.  —  Ii:d.  A.  Woelertnanii.  MvSoy^üifw. 
BrvMTigiao  IAt3  S.  349-354.  -  Ed.  Ricli.  WaKoer.  Mytliographi  Üraeci  1  (Leiptig 
1»«(  249-259. 

Um  faintaoiM  fn^iKBt  «d.  Hua  CckL  P«r.  2>G'J  H.  Vincant,  Not.  ol  ostr.  16(1847) 
2.  («rtte  S.  2!<9-31^. 

Die  (>eoiii«lrie  ed.  0.  Friedlein.  Progr..  Ansbach  1S66  fS.  4  Ober  diu  Lobon  nnd 
ins  Wvrk«  dea  PediMÜBO«}.  —  Friedlsiu.  Die  IJecmatrio  des  JahnnncB  l'cdiusimoB,  .IoIidk 
JaLrti.  ifZ  (1866)  366— 883.  —  Vgl.  M.  (Jantor.  VorleBiangen  Obi'r  (ieacliiclito  der  MbILo- 
outilc  1'  (18»4j  47:^. 

Daa  nedicht  n«»0(:  Nach  fr01i«ren  Drucken  bei  Fabricius.  Bibl.  gt.  18  [1726) 
KS  ff.  mit  latein.  I.'ebarwtznng  (in  der  ed.  Harl.  nicbt  aufgeninnmen).  Mit  An  Uobpraetsunx 
wiaJaabqlt  voo  C.  OtoIIi.  Opuscnln  <.irs«(-orom  velerum8«ntentiiiaaot  morali«  1 11^ISJS40  If. 
Ohno  dio  ticbarMtznng  aurji  in  ArsenÜ  Vjolcliim  ed.  Chr.  WuU  1832  S.  515—517.  End- 
lirfa  nBfh  rincr  HruidKrhrift  dre  EBCurinl  von  E,  Miller.  Cntnlogue  des  mi»  de  rEsciuiAl 
I84f"  S.  7S — J*;;  (mit  oin*r  im  Jahre  179"  verfnssten  hübschen  Ucbetseteuög  in  Tranr.aai- 
■  cb(-u  Veiaenj.  DentBohü  nietristUc  feber^ct^mnc  von  Ad.  Ellisacu.  Versuch 
einer  Polyglott«  der  uuiupAiachcn  Pui^nii-  I  (I>i4tl;  J'2U  f.  Lvbisr  littcranHdiv  Vurifiurer  dea 
Dadictita  a.  I..  Sternbach,  C'urae  Meuaadrvai-,  Ditmvrt.  clut»!»  iihilul.  acad.  litt.  Craco- 
vtMaM  t.  i;  (l«a2|  177  f. 

Vgl.  FabrJoiua.  Uibl.  ^r.  ed.  Harl.  6,  871  und  11,  C48  f..  wo  reiche,  abor  wenig 
|ainclit«to  NoUicn  Ober  Podiasimog  und  Oalenoa  gegeben  aiod. 

2.  UdborliafrraDf;:  Dom.  Bnaai,  De  Pediu^iini  libelln  Iffpi  r<ü>-  iaiSenii  üiXur 
9»i  'tlfm»\i«f(  i|ut  Irgitar  in  codicn  Vnllicftlliano  C  4''.  Kivintn  dl  tll.  o  d'Jatnu.  ria«.  83 
(tSK)  861 — 863.  —  Heber  eine  Us  d«r  Geometrie  in  L'ihuiIii  vgl.  Cli.  (irnux.  Archive* 
iaa  MtMMM  aeienUfifjous  Itl  s^He,  t  15  ilr^S!))  354.  -  bor  Wcibf^rspiegcl  d»  Podia- 
Hnaa  iat  tan  Cod.  Tindub,  pbil.  gr.  \62  {Neeec^ll  in  dnu  woiburToindliche  Aiitho- 
lagie  (W.  167* — 179')  eingischttltet,  die  aus  heiligen  und  profanen  Aumprllcheu  und  Kr- 
wjutgan  ttbar  dl«  Schladitigkeit  des  Weibes,  den  buHhurtun  Deflnitiuneu  dea  Philueupht» 

nndas  aad  den  iw«  Oedichten  d«a  Pedia^imua  besteht.     Doa  erat«  d«reolben  enthüll 

«ifiMi  8«bhu«ren>,  der  in  den  Auagaben  von  Wnlz  und  Mi]l»r  f«'h!t:  t^iilaitait  *ai  u/q 

•^  maa   tfi'u.    —    Die  Has  dar  Schauen   aind  sahlloa.     Di«  Krklitrungun  in  Hesind 

geiiOlinliTb   luiointnrn   mit   Scholien   dea   Johanitca  tialenoa.   Manuel  Moachopulnü. 

w  ProtospBihnrio«  nnd  dea  Keuplalnnikers  Prokloa,   t.  II.  im  Cod.  Marc  IX  7.  — 

Briefe  de«  Johunaes  Pvdianmoa  stehen  im  Cod.  Vat.  64  f.  Ö3. 

3.  yrOlMT  wurde  Pediuaiinoa  flir  identisch  gehalten  mit  eioam  Diakon  (talonoa,  unter 
?iaBiea  Allcganen  xur  Thvogonie  des  lli^siod  gehon:  Elf  iijV  toi'llviöOov  »tayuriar 
toi  rev  «»iftttiiiov  *ai  Xnyiutäiov  »'(mr  Vtunrro»  Jtaniynv  toi  Va\i,ror  (Auagabe 
iNe  AitnahiDH  der  IdenliUil  slQtzto  ati^h  vurnoLmlich  auf  den  l'm^tand.  da«9  die 
ütAiiai/iac  uud  J'iiJkijroV  aynonvm  zu  auin  BL-beineii  (—  traminilUis).    C.  Mnetxell, 

aa  in  a«iaem  ßiidi»;  Ua  emeudalioiie  Theugoiiia«  Hoaiodaae  libri  trcs,  Lipsine  1833 
~i— Ml,  walmdiMnlicb  gemacbl.  dnAs  beide  Pereonon  xu  trcnnnn  soien.  Wuniger 
md  iat,  vaa  er  rorbringt,  um  den  Galenoa  ina  II.  Jahrb.  lu  aotaou;  auch  die 
ikg.  KuitatfaioH  ad  II.  .S.  9ft9  (und  aonat)  habe  dop  Oalenoa  im  Auge,  wird  nicht 
I  gefllBlit.  Xoeh  weniger  kann  dio  seh werge lehrte  Auauinanderaotünng  gewinneii, 
M  valcboc  MuetMU  auch  unter  dem  Nomen  Podiaairoos  aalbat  iwei  veraehiedeno  P«r- 
*HMa,  eiaes  lltcren  Pediaaimos  Diakouus  und  einen  jOugerun  Pediaaimoa.  den 
Chartophjlax  von  Bulgarien,  unlerachei den  will.  Eine  wirklich  nbericugonde  LOaung 
Aaaar  gana  Pemonalfrac»,  die  Obrigona  von  geriuger  Wichtigkeit,  knnn  schwerlich  ge- 
(•kan  ««rd««i,  ao  lange  nicht  ein  vCfiiger  UeberbUok  flhor  den  hnndai^hriflliidion  Bestand 
te  aalar  ilan  Nanao  Padiasimoa  and  Ualenas  gehenden  Werke  zu  «rreiiihen  ist.  Dio 
«M  Fabticiuft  a.  a.  0.  laaaaunangnatelltcn  und  von  da  in  andere  Werke  Ohcrgogangenen 
TttalranwieliBiNna  aind  üu  einem  aolchen  Bchufe  riel  xu  ungonnu,  und  Muetiull  n.  a.  0, 
Irtft  abMiaaviel  zur  Verwirrung  aU  xur  Aufklärung  der  Fragu  bcL     Al.i  Beitrug  nei  hier 


558 


ByzftntiDiscbe  titt«rBtiirgeechielite.    1.  Prowkiaeb«  Utt«rftt«r. 


notisrt  Cod.  VlnJob.  nhil.  gr.  25  iHtmel)  fol  10S--109':  UiXi^^ia  «rmymrut^WM 

iü{  toixe  roi*  ifii^furiirop  (AinroVaii  ■u^ov  'iuiorvap  roö  r«itigKOi~.  In  deraelben  Ha  fl^ 
l'i'J  IT.  atvhen:  f-i<  l^'  fv  'Hmiiov  tHayariav  n'Jlli;;ra^fai  toi  «aifmjtiton  xaJ  lo^van'tM 
«•fof  'loici'ri'oi-  ■fioxiivoc  roi)  J'alijvai'.  Da  iiao  dem  enUm  StAck  anmilÜtir  mt 
aii«nyni«  8cholipn  vorao^hen,  mnss  maci  wolil  das  im  «reten  Til«l  «tobend  im  uitm 
unter  AiinaJime  einer  ßUttvere^txitnx  auf  linn  fol.  122  B[oht>n<l9n  TiUl  boikhon.  DiiMlkt 
'AXktjyoQin  nraymyi*^  Mt<>ht  iintci  dnni  Niininn  dos  Iliakon«  Joliannen  Galnnoi  i«  Im 
von  des  TrihliniM  aigrncr  Hand  graclirirbniuin  Cod.  Mnrc,  4il'l  (r.  S.  55.S)  fol.  218',  mt  dl 
nbpndoit  die  Tcchooloeie  xu  Hcvioda  Schild  ausdrücklii^h  dem  JobonniMt  PediaülRiM 
zugeschrieben  ist,  wira  eniohUirli,  duas  Trtklinios  den  I'^dinsiiDo«  nni)  dm  OalsDM  lll 
xnn  versrliiedciDD  Peraoneil  bi>tracbt«ti!  uiid  duas  sie  doinnncli  nach  iwi-i  v«nctMnt 
fersuDvu  war^n.  Auch  von  «iuvm  donpolt^n  P^dmaimud  whim  Trikliitios  nichts:  d«U  k 
der  L'üb Brach rifl    d«f  Technologie  ku  Ht-siods  Schild   aeuBt   er  den   P^ianmas  Chatte- 

Shj'lax  von  Unl^nrj^n  nnd  Diaknn;  TniT  BovJiyiiffiiit  xi^nnfrlaxot  llö^oo  iti  ni 
nnioit  ruf  •fikoor/ffu/y  Ktpoii  Viurii-rav  Jiatorttv  rot'  IUJla«ifiov  tt](mXoyiH  tif  t^r  fW 
'ttmiine  'Aaniia.  Unklni  int  der  Brunamn  t'olhoH,  der  iiunb  in  nid«T«n  Hm  varkooal: 
R.  B,  laiiM  im  Cod.  Marc.  514  fol.  94  din  IJcbcnicbrift  dra  Memorial godtcbtM  und  4« 
RrklArung  der  twOlf  Arbeiten  du«  Herakles:  Tai  HovkyaQiat  xnf'otfvll'ntot  Oö9»v.  AAaUk 
in  d«n  Codd.  Laur.  »1.  24  fol.  8H.  ttodl.  Miioell.  315  foL  18S  und  aiNwt.  Mu  taut» 
V«nim(en,  da»  Pediaaimus  d«n  fteinninen  wegen  suinoa  QedidiUa  aöiof  vUUm  itim. 
Der  Nsm«  Potbos  kommt  aber  auch  sonst  vw;  t.  it.  awbt  im  Cod.  Laor.  32, 19  tat.  US* 
«In  ^gnmin:  It(öe  nm  llnSor  Uyöfiirer.  Paell  08  riohtele  an  tiaea  VeaUroliM  Polkai 
eine  Schrift  über  den  Stil  äes  Gresnr  ron  NaiiaDi;  s.  S.  438.  Ancb  unter  d«a  Adntata 
des  Joseph  Brjrnnioa  kommt  ein  I'othoa  vor;  vgl.  J.  Pasini,  Codices  ms»  biU.  n^ 
Taurinenais  Alhcnaei,  I  (Tuiin   1T49|  S.  411. 

4.  Zu  den  Vt-ranatnltfm  kommonliorler  Klassik oranagaben  in  der  PaliloloRenint 
hnrt  Johannes  der  ProtoNpatbar.  'loinrci;;  ö  itfoii«aaa»äfta{  (wM  nicht  Fia  ~ 
namc,  sand<>m  Bezeichnung  aeincH  frDhcren  Uenifr-i).  Seiner  Zeit  und  Mioaio  SIsdlML 
nncli  CTttcheinl  er  cn^  verbunden  mit  JohnnnL>B  PodiiiaimuH  und  Johano«!  GnUn 
mit  denen  er  auch  m  der  Ut^bertiefcrunfC  zuHainmengehl.  äoin  SpeaulMU^r  war  ileaiad. 
Wir  beait;een  von  dum  P(o(o»|inthar  eine  phjeikaliscbo  Krkifinmg  >u  d«n  Tigea  doa  BcaM: 
'F^^yttott  ftKHxrJ  luV  'llutQÜv  'll<ii6Jav.  Beginn:  lU  ■lu  /lij  f^Xi^  '*^  *"'"  ^V"*'  *»*' 
4«tfiaiiut}r  ihjjfiaif.  Ed.  in:  Heaiodi  Ascia*i  iinae  exstant  cum  Kraec4a  Mboliia 
Dan.  Jleinsii,  Lngduni  BaUvarnm  1603  S.  181— 188.  —  Gd.Gaiaford,  Po«ta«  m 
gniaoi  2  (Lipsine  1^33j  44S— 459.  —  Daas  der  Konunratar  «inst  vi«)  benBtit  •rurdt, 
weinen  dio  znhlroichen  Codd.,  x.  B.  Vindob.  nhil.  gr.  S5  (Nessel):  Marc.  464;  «iOOilX' 
TauT.  U'i.  c.  V.  3  Cictxt  B.  lII.  16);  Phillipp.  1566. 

339.   QeorgioB  Laka^enoa  {rroierio?  o  ^axant^t-öt)  lobte  in  den  erKt«n 
Jahrzehnten  des  14.  JahrhuiiderU  als  Mönch  in  Thessalien  und  entfall 
eine  ziemlich  rege  Thütigkeit  als  Lehrer  und  Scliulschrift«k'licr.    Er 
weniger  bekannt  itls  seine  ZeitgenoiK.s«n  und  Kollegen  Planudes,  Mi 
puIoB,  Thomas  Magister  und  Triklinio«,  verdient  aber  aU  ein  nictit 
interessanter  bynantinischer  VorlUufer  des  ilumanismus  der  Vei 
entrissen  zu  werden.   Dass  er  Übrigens  in  seiner  Zeit  und  den  zwei  ni 
folgenden  Jahrhunderten  eine  ähnliche  Wirkung  ausilbt«  wie  die  eben 
nannton,  bowei.st  die  TbatKacbe,  dass  die  Zahl  der  uns  erhaltenen 
plaren  »oiuer  Scbulbneher  hinter  dem-n  dos  PlAnudes,  Haschopiitoa  u.  e. 
nicht  weit  zurücksteht.     Seine  Ilauptäpezialitüt   bestand  in  der  Sanuni 
und  aprachlichen  IlrklUrung  %'on  Briefen  zur  t^bung  in  der  gricchiscl 
Grammatik  und  Interpretation.    I.  Solchem  Zwecke  und  dem  der  Imii 
diente  zunllchst  eine  Sammlung  von  24  6  Briefen  des  Libanios, 
in  manchen  Handschriften  vollständig  oder  ntückweiBe  unter  seinem  Nai 
vorkommt.     2.  Viel  häufiger  ist  sein  eigener  Briefwechsel  tlherlief« 
der,  mit  sprachlichen  Erläuterungen  (einer  HOgenannteii  njit^Ae^a) 
«ohon,  eines  der  beliebtesten  Schutle-sebüchcr  des  14.  bis  i6.  JnhrhunJi 
.war.    Die  Sammlung,  die  st«ta:  'Hrnatoiai  toi'  y/axam^tov  xrt/ar  r»i 


C.  AltertamanUMnscbaft,  A.  PliUol.  PolyhlBtorea  n.  SchoUutMi.  (9  229]     551) 

jtal  roi'  Za^iov  xt^or  'Ard^ovixov  oder  ähnlich  betitelt  ist,  pnthRlt  H2  Briefe 
und  zwar  8  von  Zaridas  an  Lskapeno»,  21  van  Ijnknponos  nii  Androiiikos 
Zaridas,  an  dessen  Bnider  Johannes  Zarida.s,  an  «inen  Arzt  Zochario»,  au 
Palamas  (».  S.  485)  und  Miclmel  Gabi-ai-;  (s.  S.  482).  Nichts  anderes  als 
die  ErkJKrungKn  {fniHt^iattoi)  diutioi-  Briefo  in  scIhsUlndiger  überliefcrunß 
ist  dio  in  vidon  Handjichriften  uDti>r  dem  Namen  des  Lakapenos  erhaltene, 
bald  r^itfiartxr^,  bald  IltQ't  av'fiaaiai  ^r^fttirmv  nai  vro/jarwf,  bald  noch 
anders  betitelte  Schrift.  Endhch  wijrdtin  diese  Epimcirismcn  aufh  in  lexi- 
kalische Form  gebracht  und  bald  mit  dem  unveränderten  Titel  I'ffafiftatixi^, 
bald  aU  /Ipait.uatixr;  xatä  otoixt^ov  u.  8.  w.  verbrcitot.  Mit  der  Sylloge 
des  Hoschopuloä,  mit  der  Fr.  Kitschi  die  alphahetiäche  Grammatik  zu- 
aanitnenbraohte,  hat  sie  nicht  das  mindeste  zu  schaffen;  dagegen  diente  »ie 
dem  Lexikon  des  Fhavorinus  (s.  g  238  Anm.  5)  als  Quelle.  Eine  kritiöche 
Ausgabe  der  Briefsammlung  mit  den  Erkläningon  wäre  ab  Beitrag  zur 
Kenntnis  der  bysantinisehen  Epii>t.ologruphiD  und  Lexikographie,  sowie  der 
mannigfachen  gelehrten  Bestrebungen  der  Byzantiner  im  14.  Jahrhundort 
wünschenswert.  •*).  Ebenfalls  für  die  Schule  berechnet  war  der  Kommentar 
zom  Enchirtdion  des  Epiktet:  'Eiryr^aii  fitfixi]  tig  to  tov  'E!Tixit';tov 
iyxufiiitov  na^  r«wp//<oii  »oü  Aaxustivov  (so).  Freilich  niacht  der  Uin- 
atand,  daiw  der,  wie  es  «choint,  einzige  bekannte  Codex  dos  Werkes,  der 
Pari».  1961,  von  Konstantin  Palaeokappa  geHchnehen  ist,  den  Autor- 
aaineQ  verdächtig. 

Weniger  bekannt  und  gesichert  sind:  4.  Eine  Abhandlung  .De 
figoris  Uomericis  et  canonismala  in  Uomerum"  im  Cod.  l'arie.  2938 
&.  Eine  .Historia'',  die  in  einem  alten  Kataloge  einer  Bibliothek  in  Kon- 
stantinopol  erwiihnt  wird  (b.  Voltz,  a.  a.  0.  S.  222).  Ö.  Ein  , Carmen 
iambicatn',  welches  von  Leo  Allatius,  De  Georgiis  (Fabncius,  Bibl.  gr. 
ed.  Uarl.  12,  ßl)  nach  verschiedenen  Anspielungen  in  den  Briefen  genannt, 
■iM-r  bisher  nicht  aufgefunden  worden  i»it.  Fälschlich  geht  in  einigen  alten 
Drucken  unt<-r  dem  Namen  des  Oeorgios  Lakapenos  der  dem  Michael 
Synkellos  gehörende  Traktat  lltQi  ovrtäSems  ^^v  ^ifiäTtar.    S.  S  246. 

1.  Auigaben  «ad  HilfHuiHcl:  U«ber  di«  Samnluii^  der  Briefe  At-a  Libnuloa 
>(1.  B.  rCrsler,  De  Libauii  librie  mamiscriptis  Unentiensibiis  ol  Liticopiensibus.  Rostoi-k 
|%^7  S.  H-Iß.  -  Dio  kljiluhotiscb«  ,liran>nialil('  ei.  uun  Cod.  Mobc|.  316  (frOber  S08j 
Chr.  fr.  Uattliaoi,  IaoUooos  Moniiik'ii^ci)  I  (I'ipnioc  )779J  .'>.'>~T9.  -  Kinig«  Zoilon  «na 
Cbd.  Uwe.  466  bei  Villoiaon.  An.  gr.  2  (Vanotiiit  1TH]|  79.  -  Was  Fr.  Kitncbl,  Thomac 
]|^btTi  eck^  S.  LXSI  ff..  Ob»  ilin  Ton  Mullhnoi  rdkrte  nl]iliiibotiscbt>  Grnmmiitik  und 
hr  VcriitUiiia  lu  llMcliopiiloH  ugt,  Ut  durok  dio  f'j'ki'nnliiiB,  dusa  das  iil|.biib«tisdi«  Vet^ 
Mictein  MW  4ca  EpimeriMnM  etanunt,  hinfUlig  gruardi-ti.  —  llHuptaclirift:  L.  Volts, 
Du  SehriftstelUrai  des  OcorglM  LaltApenos,  B.  Z.  2  {lam  221—234. 

2.  NaneandLebensieit:  Do r  Name  «racli«int  in  den  Hubeiw.  in  don  gedruckten 
Afitif  ADS  Hh  in  v«rachiedenen  Formen;  neben  (leorgiaa  kommt  nneh  Grcgoricfi 
*«.  MlMn  Lakaponos  —  ein  selUnoT  Fflmiti^nlinnie,  der  den  Abschreibern  ofTenbnr  viel 
ta  MbaffMi  Biiehlc  —   Lakkaponoa,  Lnkapinos,  Lnknptinos,  Leknpenos,  Lcukn. 

iittiia,  Logapoonn.  Die  unprUnglidi«  Fonn  ist  vrohl  .fuiani;vti{  von  iiatiiTti;.  Immt-r. 
liii  itlrii  «iae  geaMuve  Untemidiang  des  handecbriftl lohen  Thatbcatuodcs  bexUglich  dun 
KaoHM  iimet  Oramiiatike»  via  des  Kaisera  Romunos  I  Laknpenos  (s.  H.  43S)J  «rwAnscbt. 
—  r«b«r  di«  L«beiMMit  ÜM  Oemgioa  Lnkapenos  e.  M.  'l'rvii,  Maxiuii  muuucbi  l'lanuditi 
Bpiifiilai,,  Braalaa  1990  &  224.  Zu  d«r  aua  »intn  poTsDulichou  BcuebuugcD  u.  n.  w.  ge- 
WOTBMMa  PsÜenuiK  slimrnt  ancb  diu  üeii^cnis  aber  datiurtein  Hs  aeiner  B^i<^^HanlUllllag, 
iml  3.  1818  geschnebmnen  Ced.  Coisliti.  341. 

S.  Andronikos  Zaridas,  dcMon  Briefe  Lakapenos  der  Anrualini«  in  sein  kleinM 
SatnlMTfu*  Ar  vürdis  «mcbletr,  i«t  nii>iacrd«m  nl»  SchUlor  des  Maximo«  rinnudoa  und 


fi 


^ 


&6Ü 


B^suitüiweb«  tdtt»rattiTg««chichte.    L  P»atti«^e  Littervtar. 


■I«  KcniiywrfMUoNikf  phoroii(lrggor«>iMid  Je*  MtihBcl  tj«b[*a(K.S.4^)l 
Vi«U«i(tU  ist  er  sikIi  4»  Man.  an  i(«n  ÜBiiaat  PUilcn  «bim  Vtne  ndkM«  il 
MUW  II  217),  nad  iir  Dk&Ur  d«r  mU^  i«m  tiamtm  ZwidM  ■■  euer  V!ieueT  Bs  «■ 
haltaaea  janUacb»  Epäfrum«:  «|1.  Lamtivcii  Cowi—tirii  4#  ufnstiMuu  bihtMIwa 
Cmwtm  VisdebMMMJ.  ed.  II..  Hl  |I7SI)  4ii  adsM.  A,  -  SieberUcli  aat  Intwm  bw^ 
der  Nmm  'Imärr»»  Joimm  tor  ta^ivv,  «r*]eb«B  dar  Cod.  Atkon«  3444  a.  14  la  dv 
U«b«TMbrift  dar  «rwllist«)  BruibuinlaBC  d«  IdkapwuM  md  Zaridaa  bi«UL  --  Eib  pu» 
iKhaUalaarer  Briaf  «iM«  Kbabdaa  \^M  de«  Hatfceaalikera  KikolM«  Rhabdaa)  ■■  dM 
,ni£loMi]>bci)  Aodreaa  Zaridea*  «(«rbt  in  Cod.  I.aar.  h%  V>  foL  SH— 20«'. 

4.  In  dcniiMlhcti  Cod.  Marc.  486.  •>»  dem  VillaiaoB  a.  a.  O.  entMZaik«  4m  Uk*' 

fiOM  mitteill,  atclit  eine  anonym«  Schrift:  Uitma^«  lat-  l«7V«n',  w«Idi«  er  An.  gr.  II 
B-ttö  «dierte.  VotUiindiger  fäawXteten  di«««1l>«  Sclihn  der  Cod.  Ambroa.  >1  «1. 
woniu  ViUoiwM  Text  ergtasl  iat  von  Aa^elo  Hai,  CUaaMoran  MKrtorura  e  Vatioub 
(wdictbos  ediforam  t  4  (Roai>a  1831)  533-A38. 

SSO.   Neilos  Diassorinos  {N»iiM;  <    Jtaaa»^\-6i.   aaoh  ^<«t«Mpi;va{) 

aus  ChioK,  ein  eifriger  Anhänger  (lee  Palamss  und  Hiilothoos  (».  S.  103  ff,, 
107  f.).  wurdo  im  Jahre  1357  zum  Metropolttcii  von  Khodot»  ematml, 
von  dort  1369  durch  die  Johanniter  vertrieben  und  lebte  noch  unter  dem 
Patriurchoii  Makarios  f]376~137d).  Dio  VieliWfitigkeit  der  Schriftfitelleroi 
di-s  NvUoo  maiiht  V6  schwer,  ihn  mit  Sicherheit  in  eine  Litteraturgattuny 
einzuordnen.  Zunächst  bietet  er  wie  ho  viele  andere  Byzantiner  Am 
Dopp«lgciticUt  eine»  Theologen  und  eine«  Frofanlitteraten.  Da  er  jedoch 
im  Abschnitte  Über  Theologie  (S.  109  und  205)  nur  kurz  erwähnt  ist. 
fordert  dio  ÖtTcthtitjkoit,  ihm  in  einem  Kapitel  der  Profanlitteratur  eiaea 
gebührenden  Platz  anzuweisen,  und  zwar  wird  er  wohl  am  bcstoa  in  der 
den  weitesten  Spielraum  gewährenden  Oruppe  der  philologiechoii  Polyhifttono 
untiTgobracht.  Wir  haben  von  N(-ilo.s  «in  Lchrbui-h  der  Oranunitik, 
Metrik,  Rhistorik  und  Philu^uphie,  dos  donsulWn  Haupttitel  hat  wie  die 
berühmt«  Werk  des  Johannes  von  Damaskos:  Bt^pi  yniafm^.  Daran 
reihen  sich  naturwissenschaftliche  Traktate,  die  im  Cod.  Escor 
It.  III.  22  den  Titel  fllhren:  AVAoc,  (tt^fforroXiTov  'P66ov.  tov  Jia9^\wi 
tliqi  XiOmv,  ßf^i  xaiuaxtv!'^^  ftr^oif  Utioauixor,  iJi^  ^»ii'fJcrfaK  ttjitui\i, 
Ih^i  x^üiuo  ßiaittiov.  Ins  Uebict  der  Kirch vngeHchicbte  gehOrt  eine  burw 
Übersicht  dor  ökumenischen  Synoden:  Jii\fT,Cfi  avto^itixti  u*^  itüf 
(i-fhiv  xai  wHot'fitvixdir  avvö^wr.  Zu  diesen  Prosaschriften  kommen  einige 
poetiocb«  Versuche  wie  eine  aus  168  polili.sclien  Versen  buetehomlc 
£thopoiie  'Of  ^x  ncQObi/tQV  tiji  &toftt]ii>^o^ n^i^  löv  taptf^i  fiör,  vt*  loi-ior 
iiÖQu  rtiiaxofitt  im  Cod.  Mosq.  Synod.  492  (434  Vladimir),  ein  jambischer 
Kanon  ß's  ti^v  iu^tt^v  tT^  noifulotm;  tij(  naici)-('«£  &€in6xov  im  Coi 
Mosq.  Synod.  '268  (309  Vludiniir)  und  anakreontische  Sachen  (in  eüua 
Cod.  Pai-i».;  H.  Fulricius,  Uibl.  gr.  od.  Harl.  10,  30). 

I.  AuftRolien:  Mittpt1un);cn  im»  dem  Koinpundium  ili>r  lirantmatik  gab  P.  KgeaelC 
Krulcinulu  gruminudcfivx  uiltf  Diuuyaiunn  urimiiin,  (iyinniwialprogr..  Maiiubcim  1M40  S.  t" 
—  Die  luei  liUli'n  Kii|)ilal  «ueh  b*i  U.  tlilig,  Appvmlix  ndi«  DionvMJ  Tbracia.  Hp 
b*rR*r  Ojmnn»iinli.r(.Kr,.  Uinsi«  1881  S,  2  ff.  Vgl.  obendn  S-  X  f.  «.  Ublie'«  Awu 
dea  DionyoioK  Tlirtix  8.  Xt.If.,  and  A,  Bilgard,  Ünunin.  Ur.  IV  2  (läVlj  LH  IT.  ^ 
UU  Uubeniobt  der  Synoden  i>l  flfter  ediurt  i.  B.  bei  Harduiu,  A«a  Conciliorum  illTl 
1479     U8Ö. 


«dierto  Lchrbiicb  dn  tiiummnlik.  Motrik,  fllietorik   nnU  PliilnAuubi«    gibl    pi»e  kam 
t«iluiig  Fr.  i'aSHOw.  Iiittfx  locLiunuiii.  Kriolnii  IS31.  ~  8ki»o  der  geaamt«!!  li 
Tiiflligkdt  des  Npilos  von  E.  Kurt;i.  U.  Z.  4  {199!,}  870-373. 


6.  Alt«rttimawlBBeiuclxftft     B.  WOrterbUdier.    (§§  2S0— S^ 


>61 


231.  Johannes  Kanabutzea  (Vwwrr/^f  A«rö^ot!iJi,^-).  ein  gi-ftzisierter 
lUilioiii^r  AUiü  VWio».  verfasste  in  der  ersten  Hälft«  (i«8  15.  JahrliuiiderU 
eine  ziemlich  umfängliche  Schrift,  diu  butitclt  ist:  'loiättav  KavaßovtZ'i 
ww  ftayfatffov  rtföf  tör  avfftyttjv  tij^  jt'vov  xai  2i(tftoi>ii^iKi^i.  El  verbraitet 
sieb  im  Anschlüsse  an  Dionyxios  von  llalikarnaasoa  über  die  Wande- 
rungen griechiachei'  StAmme  nach  Italien  und  »pricht  dabei  in  breiten 
Kxkiirs«ii  illKjr  den  Ursprung  der  Wi.ssenrtehaften  und  KQnsti'»,  Qbor  Go^te> 
gcl/ung.  QlH^r  Chomi<>.  die  zur  Voi'U'andlung  de»  Metalle»  und  zur  Ent- 
deckung dos  Steine»  der  Wciuon  verhelfe,  u.  a.  Für  die  Kritik  des  Dio- 
nysios  lelirt  Kanabutzes  nichts  Neues,  und  »ein  weitschweifiges  Machwerk 
bliebt;  wohl  gänzlich  wertlos,  wenn  sich  au8  demselben  nicht  fUr  das 
nittvlgriechischo  Wörterbuch,  die  geographische  Nomenklatur 
und  den  griechischen  Volksglauben  einiges  entnehmen  liease. 

1.  Aaiigabrn:  Dn*  51.  Knpitcl  cd,  ans  clor  Wiener  11«  N.  Polite§.  KtoiXl,t;ri*ij 
MrftiXoyiii  1  (ldTlf93f,  —  .lunnmii  Ciinnbiit/n?  ntr.  in  Dionjuiiini  Ilnlicnni.  conimeDtÄtiuSi 
t4.  pr.  Max  Leiinerdt.  I<oJpng.  llibl.  Teiibn.  1S9U.  Vgl.  dio  Hcs[>i'ccJiling  von  8,  Ftoitor, 
ZMtMclir.  f.  <l.  IMeimcli.  Uyuiniuioii  42  (1^91)  T33-T3T. 

2.  fHlfftmitttfl:  UcHaliroibung  des  Catf.  Taur.  234  Ijoixt  C.  V.  18)  nebet  Abdrack 
4m  V«rworlM  bei  Jos.  Pasini.  Coilicw  mss  bib).  regii  TnunaucHiii  Athenuei  1  (1T4S) 
ilC— S18.  ~  KiuH  kun#  IiitAltaau^Hb«  in  NoL.  et  ■•xtr,   1  (1787)  :i3ä— 541.    ~    Annl.vmi 

'  its  W«rkM  »it  ausführliche)  Ueeprecbimg  einigui-  ät«llaii  bei  Fr.  Kollar,  Ad  f.  Lambccii 
OmMit-  *te.  Ubroa  Vlll  Siii>pIem«ntoniiu  II..  Wioii  1790  S.  .^0S— 5S4.  —  üandsclirift- 
liakM  bei  FsbriciuH.  Uibl.  gr  od.  llnrl.  4,  393.  S.  Ri^itor,  Y-a  K&nabulzeB  MiLjciHtcr. 
Wtmmr  Staiitn   13  [Xsm)  329-332 


3'2    iKolIntion    don    von  Lohnordt   nicht  berllck8iclili|^t«ii 
Cad.  Parw.  gT.   1>4€V   —    Ccber   die  Kiimilio  dtir  Knnabiittes  berichtet  aut  Qrand  itrobiva- 


f'nrurhungrn  in  Chio«  G.  J.  Znlotni.  'ExS-iait  tuiy   «nt«  rä  afoUnir  Jr«c   1888— 
ISW  1i»iifayfili-my    iv  loiV  voiroT;  naiätvr tjfiiati    iqf  itöliiui  .Xiot.  "F.r   .Vi'fi   IS89  S.    112  it. 

3.  CariHtoplioroH  Kontalfou.  <>in  wenig  bokiiiiiilar  griechisahu-  Humnniitl,  dor 
WÜrr  eigenen  VeraiL'bcrung  gemaan  von  Pa|)sl  ['oul  Ml  (1,')31  -1549)  nurgfrordcH  wurdo, 
tt-n  rar  "fSüijp«  lal'l'ufiaiav  Üyw  tirfttiiriii!),  v^rfasst«  allegoriacbb  und  inoraliarUn 

KkUrnngCD  tu  Homer.  M.  F.  Mattaiiga,  Au.  gr.  2  (Xi'Mj  479—520. 
B.  Wörterbücher. 
ttS.  Doppelsprachige  Glossare.  Die  lebhaften  und  andauenicloQ 
ltnr1>eziehungen,  welche  seit  dem  3,  Jahrhundert  vor  CliriHtii»  den  grie- 
cfaifichtm  Orient  mit  dem  lateitüüchon  Westen  verknüpften,  haben  ausser 
den  zahlloaen  Übersetzungen  auch  versvhiedene  gelehrte  und  triviale 
Hilfsraittel  zur  Vermittelung  der  sprachlichen  Kenntnisse  hervorgenifen. 
Dm  iDtereasanteste  Zeugnis  dieser  praktischen  Studien  ist  der  Kuuvor- 
Mtionsfülircr  und  dio  granimntisch-Iexikaliwhon  Vcriseichmssc  doH  Psoudo- 
Dodithvos,  in  denen  suwohl  da«  Griechische  als  das  Lateinische  von 
VoIgKrismen  aller  Art  wimmelt.  Kulturhistorisch  interessant  sind  die  (tlr 
die  versdiiedensten  Bedflrfnis.ie  des  alltäglichen  Lebens  bereclineten  Ge- 
ftprftclie,  die  ein  Buch  des  Werkes  bilden.  Äusscrdoui  sind  die  wort- 
vollütvn  Proben  der  büinguen  lexikalischen  Litteratur  das  lateinisch- 
griechische  Glossar  des  sogenannten  Phüoxenos  und  daegriechisch- 
latoiuiacbe  des  sogenannten  Kyrillos.  FrUher  wurde  das  erste  dieser 
WürtcrbOcher  dem  oströmischen  Konsul  Flavios  Theodoros  Philoxouos 
(j2J  n.  Chr.)  inigeschrieben;  es  i.st  aber  jetat  völlig  sicher  erwiesen,  das« 
nicht  nur  die  Identifizierung  des  Namens  mit  dem  Konsul  Phüoxenos, 
•nnd«m  die  Zuteilung  un  einen  Mann  dieses  Namens  Überhaupt  auf  einem 
wcbticea   Grande  beruht.     Wenn  nun  auch  das  Wörterbuch   kilnftighiu 

aiMnaMvMniHtun  IX.    I.  AtU«.    1.  AulL  St) 


562  BTUUltiaUeha  Litt«r*tarf«s«hiel)t«.    I.  ProBuaohe  Iitt«ntnr. 

alfl  anonyme«  Werk  gehen  mue«,  so  verliert  o»  itniluroli  iiiclit«  von  M^iiu-m 
Wprte.  Es  goliSrt  xa  den  besten  Glossaren,  die  wir  haben,  und  ist  voll 
»oltener,  all«r  G»?lelii-»ftnikeit,  die  allerdings  vorzögUch  auf  das  Gebiet  dw 
Latcini»cfaen  fallt.  Über  die  Entstehungszeit  des  ausgezeichnrten 
Werkes  sind  wir,  nachdem  der  Name  Fhiloxenos  fallen  musste.  ohn«  einea 
poftitivon  Anhalt:  aus  inneren  GrQnden  aber  i.st  es  walirschcinlich,  Am» 
der  Kern  des  Werkes  auf  da»  zweit«  oder  dritte  Jahrhundert  dur  Kniser- 
zeit zurückgeht.  Ebensowenig  ul»  diom.«  Glossar  mit  dem  Natneo  d«« 
PhiloxcQos  hat  das  griechiscb-lateiniHche  Glossar,  welches  H.  SU- 
phanus  mit  dt-r  rätselhaften  tJbersehrifl:  In  cake  (luonindam  Cyrilü  ecri^ 
torum  inventum  «.-dierte,  mit  einem  Kyrilloti  zu  tJiun.  Us  darf  audi  Di<Jlt 
mit  jenem  rein  griochischon  Wörterbuch  verwechselt  worden,  das  in  zM- 
losen  Handschriften  unter  dem  Namen  dcw  Kyrillos,  Patriarchen  tob 
Alexandria,  Uboriiufvrt  i»t.  Auch  das  OloKitar  dieses  Pseudo-Kyriilos 
geht  auf  alte  Zeit  zurOck,  und  zwar  macht  eine  Gaiusstelle  wahrschcinlicli, 
dass  die  uns  erhaltene  Form  des  Werkes  nach  Marc  Aurel  und  vor  Justiniui 
entstand:  in  keinem  Falle  darf  dasselbe  unt«r  Justiutan  herahgcrQckt  werden. 
Namentlich  ht  zu  beachten,  dasa  die  Utcste  Handschrift  des  Werkee  dem 
7.  Jahrliundert  angehört  und  nach  dum  ühcrzougeuden  Nachweiaa 
Thompsons  und  Gundermanns  auf  einen  opisthographen  Papyms  zurückgebt. 

1.  Ä.  Pseuito'DositLeoa:  Nach  fraburvo  Drookon  Finxulner  StOeko  «rat«  bntiaeb* 
OtsaniUusgiibo :  Uurnieiii'uniata  PMudoiluftitliBaiia  «i.  G.  (toeti,  Curpiw  ^oMarionua  L«Ü- 
uoTum,  vol.  III.  Lijittai!,  Traboer  1892.  —  Das  G««prieh  der  H«nn«nuuiiikta  SlMKxoMk 
ed.  Diil  KorainenUr  K.  Krambacher  ia  ,AblMndIuiigeD  aus  dem  Gebiet  der  klu«.  AUx- 
ttmuwisa.  W.  v.  Chnat  dargebracht'.  Manchen  1891  8.807—364.  —  B.  Philoximoi  naJ 
Kyrilloa:  Boide  Gloisare  cd.  laonrt  II.  Stephiinu*,  GloaMria  doo  e  aitu  vetustatii  craU, 
Paria  I.5T3;  darnach  ß.  Vulcaniun,  Lugd.  Bat.  1900;  ondlicb  mit  eigentOmlktMf  Vtr- 
sofamelzung  beider  xu  rinom  gtossou  doppeuproehigMi  WOrtcrbneh«  Labbaeus.  Pari»  ICTVi 
dea  letxter«u  Bearboittinj;  wurde  noch  wiederholt  iin  Anhang«  drr  l.ondoner  Aos^abe  im 
Tbi-auuruB  Hcurici  SlHphnni,  London  1826.  —  Die  crato  kritischit,  mit  einen  irtJI- 
Mäudi^eii  ÄppHriLte  v«ra«hoiie  und  flir  wiMt<iiBcbaft liehe  iCwecko  allein  brancbbare  Baarb«» 
lang  gaben  <.i.  üucli  und  G.  GuDdermaun  iin  Ci^rpuH  i^loaMuioruin  Latinonon  nL  ll> 
Lipsiae  1^88.  Ueber  die  Zeil  und  die  Quellen  bi'idvr  Glosaar«  verepricht  d««-  <nt«  BhJ 
des  Corpus  glosgariornm  Lalinornm  u&h«re  AufscbtUase. 

2.  Hilfsmittel:  Immanuel  David,  Hermenoiimata  Vaticana eraondavil,  iUnslravil. 
Commnnl.  pbilol.  [enennes  5  (ISM)  197—23?.  Vgl.  dam  K.  K..  B.  Z.  Z  (18MJ  il$i.  ami 
L.  Traubo,  B.  Z.  3  (1894)  604— GOB.  -  Rudorff.  Ceber  die  Glossar»  dea  I'biloxtnai 
und  CfrilluM,  Abbandl.  Berl.  Ak.  1865  S.  181—231;  3GG,  wo  bo«onden  die  jnridiackM 
OloHMn  behandelt  aind.  —  Jos.  Kloin,  Zu  den  Gloascn  drs  Philnvonas,  Kbrin.  Hm.  M 
(1Ü6Ü)  289-302.  —  G.  Loewe,  Prodromus  corporis  glou.  Latin.,  Upno«  18S6  S.  IMKi 
210  IT.  —  Alb.  Dammann.  De  Fvato  l'äuudophiloxeDi  auelore,  ComiUMit.  pliilol.  Itatiai* 
3  [1804)  l~-48  (nur  Über  die  Uorkuiift  des  lateinischen  Teils  de«  Gtoman). 

3.  Ein  byxanliuiBehes  ScbulgonprAch,  in  irelebem  ein  Lahrer  eine  lUAi 
Prägen  Qbor  Giummatik.  Rlietorik,  Philosophie  und  It«clits«i«8eusoluift  atnitt  und  —  da 
der  SchDior  kuiisuqiient  schweigt  —  auch  selbat  beantwortet,  slohl  in  den  Codd.  Aubrea 
C.  222  iaf.  und  VallicellianuH  F  C8.  Das  seltsame  Mackwnk,  das  weniger  den  kM- 
lloliMi  Scbulkulloquien  dea  oben  erwftbnten  Pseudo-Deaitlieos  als  eiuem  rOr  den  KxaainaW 
bestimmten  Memorialsclioma  Rleifli  sieht,  ist.  wie  man  aus  der  betonunc  der  Keditakaad* 
und  ans  den  litiarton  I.elirbticiiern  schliefen  kann,  wohl  in  der  Ewei(«n  Rllft«  d«a  11.  Jala- 
hundertu  nnlatanden.  Notizen  ßbi^r  das  SlUck  bei  C.  Waohtiaiutb.  Rhein.  Hus.MflSW 
156,  und  W.  Studcmund.  Anecdota  graecn.  Dorlin  lag«  S.  S4T.  —  Rd.  pt.  M.  Tt>a, 
B.  Z.  2  (1893)  96— lO-'i  (mit  Konuuciitar  und  Untorxucbung  Dbor  die  AbCaBsiui^Mctlf. 

833.  Suidas  {SovUni).  Unter  diesem  Namen  besitzen  wir  ein  aioww. 
in  mehreren  Handscliriften  Überliefertes  Wort-  und  Sachloxikon,  wekbw 
durch  Fdlle  und  Üelebrsainkcit  Ober  di«  sonstige  byzantiniuche  KxzerptM* 


^  6.  AltartQiBBwlaaeiMcbfLft.    6.  W6rt«r1iacher.    (§  233}  563 

teratur  Iiocli  emporragt  und  don  grossen  Sammelwerken  des  Konaiaiitin 
rphyrogenneb»  würdig  zur  Seite  steht.  Über  <iie  Person  des  Verfasrtc-rs 
nichts  bekannt,  selbst  »ein  aUthesaalischer  Name  (ioi'fJai.  Rucli  ÄJi^ßj) 
etwas  prohlematittch :  doch  ist  es  waliriwhcinlich,  äam  or  oiii  wis8(Mi- 
taftHchor  Thätigkoit  ergebener  Diener  der  Kirche  war.  Dagegen  ist  als 
>fa88ungszoit  des  Werkes  mit  Sicherheit  wünigstens  annähemngftweiso 
i  Mitte  des  10.  Jahrhunderts  dargethan;  im  Jahre  976  muM  «s 
»on  im  Oebratiche  gewesen  sein.  Der  ftlteste  Schriftsteller,  der  «ich  anf 
idtis  ttonift,  iiüt  Eustathios  von  Thc^i^aluniko.  Eine  rege  ThStigkoit 
tndto  sich  dem  Suidas  mit  dem  Beginn  de»  Wiederauflehetis  der  klassi- 

ri  Stadien  zu;  besonders  waren  ca  griechische  Gelehrte,  die  ihn  mehr- 
exzerpierten, so  MakarioR,>)  Michael  Apostolios  {fUr  seine  Sprieh- 
trtor),  Konstantin  Lnsknri»!.  ein  Emmanuel  (walirHcheinlieh  Cliryso- 
•a»).  Aach  du«  unter  di>m  Kamen  der  Eudokin  gehende  Falsjflkat  ist 
I  in  der  Humanislenzeit  entstandener  Auszug  aus  Suidas. 

[>as  Werk  des  Suidas  ist  kein  eigentliches  Universalwörtorbuch  im 
>dcmen  Sinne;  es  ist  vielmehr  der  lür  die  spätgriechische  und  byzantinische 
it  ch&rftkt^.'riftische  grammatiach-philologische  Orundzug,  der  auch 
»r  deutlich  vorhcn-scht :  das  Werk  ist  ein  grossartiges  ItÜHtzeug  fUr 
aoimati)>che,  lexikatische,  geschichtliche  und  tittt^rarhistorische  Studien. 
I  itelit  demnach  in  der  Mitte  epischen  den  Büchern,  die  rein  lexikalisch- 
■ammatisch-ef ymologiBch  sind,  d.  h.  mir  Wftrter,  Formen  und  Ah- 
tangen  ontbaltiMi,  und  unseren  modenien  Enzyklopädien  oder  Konver- 
tionslexika,  in  denen  vernehmlich  sachliche  Erklärungen  gegeben 
irdan.  In  den  grammatisch-etymologischen  Teilen  hat  Suidas  denselben 
tarakter  wie  die  aiwwchiiesslich  verbalen  Werke,  d.  h.  wie  Harpokration 
a.,  die  er  auch  bonützte.  Nach  dic^^ior  Seite  hin  bietet  er  also  nichts 
•ondeni  Bf^merkenswertes  oder  Auffallendes.  Von  hüchäter  Wichtigkeit 
id  in  der  ganzen  byzantinischen  Litteratur  einzig  dastehend  ist  dagegen 
e  Uawe  der  ausführlichen  Sachartikel.  Sie  beziehen  sich  auf  die 
inehi«de»8t«ii  Wissensgebiete,  wie  Philosophie,  Naturwissenschaften,  Geo- 
itpUe,  Oeecbichte  u.  o.  w.  Unter  allen  ragen  aber  durch  ihren  unschätji- 
iren  Wert  die  litterarhistorischen  Artikel  hervor;  «o  sind  der 
orpurmantel,  welcher  gar  viele  Schwächen  und  Sünden  der  übrigen  Teile 
idädrt;  sie  erheben  den  Suidas  zu  einem  der  wichtigsten  Denkmfller 
r  ganzen  byjtnntiiiischen  Zeit,  zu  einem  wenigstens  fragmentarischen 
mtze  für  zabllotno  sonst  verlorene  Nachrichten  von  Autoren  und  Werken, 
e  Bind  es  auch,  welche  die  Aufmerksamkeit  der  Philologen  und  Litterar^ 
iioriker  dem  Suidas  seit  Beginn  der  Humanistenzeit  zugewendet  haben 
kd  Min  Werk  zu  einem  fa.st  unenthehrlicben  Hilfsmittel  für  jeden  selb- 
ladtg  witt«eiuichaftlich  arbeitenden  Oräzisteu  machen.  Fast  sämtliche 
mere  Monographien  Ober  Suidas  beziehen  sich  dcmgcmäss  auf  seine  bio- 
raphischen  und  litterarhistorischen  Notizen. 


')  Huarii  UarMmnuhi  ecloge  r  loxica   I   doii  Etjnnologicuni  do«  Suidn»,  weJekeeVfl- 
MM  Prob«   van    U.  Tittmnnn   in    I    loinoD.  Anoodutii  (ir.  II 'iJüü  besvliruilit.  Vgl. 
dM    Lexikoas  des  Zvnoriu  j   M.  Suhmiilt,  Koi^yf^liii  loxicoii  IV  8.  L. 

99* 


8.  XCIV.      Damit  9ch«nt   rtrwBsdt 


E  &1^ 


&G4 


ByiuitiniBehe  titUrKtargMcliichte.    1.  PrMaUdie  Litt«rfttar. 


Wob  die  Form  de«  Werkes  bebiGFt,  so  sind  die  einzelneu  AitiU 
niclit  nach  dem  jetzt  gcwöli tili r hon  niplitibelivchcn  Prinzip,  sondern  oA 
dem   danml«   und   »chen   früher  iiliH()i<-n  äj-ätvm    der   i>o{i(?niinntun  Anti- 
stoeotii«  geordnet.    Die  antistoechische  Ordnung  unterbricht  das  geirlllH 
liehe  Alphabet  durch  Xusamnienstcllung  der  Buchstaben  und  Buohstabefl 
Verbindungen  (Vükule  und  Diplithunge)  gleichen  Lau-tes;  so  folgt  t.  B 
m  nicht  auf  et,   »otidern   nach  dein  J,    weil   es  mit  dL>m  gl«ichlauteodeo  I 
xusammengeatellt  wird;  auf  C  folgua  tt,  >;,  i,  weil  sie  alle  I  lauten;  elwilfl 
etcht  u  nach  o  u.  s.  w.     Dasselbe  Prinzip  gilt  dann  auch  fttr  den  sweitM 
und  dritten   Kuchntaben  der  Wörter,  ho  dat»  alao  die  Artikel  nach  difl 
Schema  rttt;  nuv;  nat,  rtt;  nu,  tti;,  ni  zu  suchen  sind.    Ote  VerdoppelilJ 
der   Buchstabon,   besonders  der   Liquida,  wird  bei  dic«om   Prinzip  mcfl 
berückmchtigt.     Mit  dieser  uns  nngewohnttm,  aber  im  Grunde  doch  «all 
einfachen  Anurdnung  konnten  sieh  »elbüt  tiek'hrte  nicht  recht  befreondafl 
weshalb  GaJaford  das  Auffinden  der  Glossen  durch  einen  Qla<<senindflfl 
Bekker  sogar  recht  unveratändigerweiae    durch    eine  vollstftndige  CiA 
ai'bcitung  des  Lexikons  eu  erleichtern   suchte.     Übrigens  ist  das  Systm 
der  Antit^toechio   auch  in  einem  deutschen  Wörterbucho  befolgt,   nimlidi 
in  dem  bayerischen  Wörterbucho  vou  Schmeller.  m 

Bei  einem  Werke,  welches  so  vUlÜg  aus  fremdem  Material  zusammefl 
gebaut  ist  und  dessen  einziger  Wert  auf  diesem  fremden  Material  benlfl 
ist  die  Frage  nach  den  benutzten  Quellen  wichtiger  als  jede  andere.  VSß 
Erforschung  der  Quellen  des  Suidas  gehfirt  nun  freilich  zu  den  aller- 
schwierigsten  philologischen  Arbeiten,  die  nur  mit  gereifter  Erfahrung  dunfl 
geführt  und  zu  einem  nennenswerten  Kesultate  gebracht  werden  köniMH 
Die  Schnierigkeit  liegt  hauptsächlich  darin,  dasa  e»  nicht  auf  di«  Sdl 
deckung  der  ältesten,  sondern  der  jüngsten  d.  h.  der  direkten  Quellea 
aiikoniint.  Die  strenge  Scheidung  zwischen  den  unmittelbaren,  ven  Suid*« 
selbst  benutzton  Vorlagen  und  jenen  Quellen,  aus  welchen  diene  Vorkgan 
unmittelbar  oder  wiederum  mittelbar  geflossen  sind,  ntuss  ftlr  dte  geaamtl 
Untersuchung  das  leitende  Prinzip  bilden.  Eine  erschöpfende  und  jcdenj 
Ansprüche  genügende  Darlegung  der  Fragen,  welche  sich  auf  den  Stain^| 
bäum,  die  ursprünglichste  Form  und  die  Glaubwürdigkeit  der  sül 
Keinen  Ai'tikel  beziehen,  wUrde  zu  einem  lungwierigen  Forschungsgaoge  dmH 
die  abgetegcnsten  Gegenden  der  gesamten  altgriechischen  Littemtnr.  Afl 
die  Erreichung  so  ferner  Ziele  muss  in  einem  Abrisse  der  byzantinischM 
Litteratur  aus  inneren  und  äusseren  Gründen  verzichtet  werden.  Hifl 
kann  vornehmlich  nur  die  eine  l*>age  in  Betracht  kommen,  welche  QoelHH 
Suidas  selbst  benutzt  hat,  mit  anderen  Worten,  woraus  sich  seine  PliTdfl 
bibliothek  zuäanmiensetzte.  Zuerst  muss  noch  ausdrQcklich  betont  wenitfl 
dasa  ti-otz  der  eingehenden  Untersuchungen  Bemhardys  und  vieler  ocudrfl 
Gelehrton  fllr  eine  Reihe  von  Fragen  nicht  einmal  jener  relative  Gflfl 
von  Sicherheit,  bei  dem  man  sich  in  solchen  Dingen  zu  beruhigen  pAofl 
wirklich  erreicht  worden  ist.  Ein  Hnuptrosultat  aber  bat  sich  aus  dfl 
neuesten  Forschungen  immer  deutlicher  ergeben,  die  Thatsache,  daaa  jfl 
Vielheit  von  Autoren,  die  man  früher  als  Quellen  des  Suidaa  iiiih>IiJ 
immer  mehr  boschrftnkt  wird,  d.  h.  dass  manche  Werke,  die  man  eia^ 


8.  Alt«-tiims«iM«nMbaft,    B.  Wltrt«rbflolier. 


Kr  direkte  Quolloo  ies  Suidas  hielt,  jetzt  nur  mehr  al«  indirckto 
gelten  kflnnen.  I>io  wichtipsten  Quellen  do»  Siiidn«  sind  im  itllgomotiien 
Lexika,  Scholien»aniiiihing<-ii,  Historiker  (wahrseht-iiilidi  mfiat  in 
verlorenen  Teilen  des  konstantini^chen  Exzerpten  werk  os)  und  vor  allem 
«ino  Bearbeitung  des  groöaen  Werkes  des  Uesychios  Milcsios.  Des 
Näheren  erkennen  wir  folgeudes: 

1.  Von  Wörterbüchern  beniltzte  Suida»  den  Harpokrntion  in  der 
ren  Famtnng,  jedoch  in  einem  besaoren  Codt^x.  als  Photios  hattö:  das 

ikon  de«  Helladios,  dem  er  seine  auf  Phiynichos  ziiHlck flehenden 
el  verdankt:  violloicht  da«  Loxtkon  desEudemoa  und  zwar  in  einer 
ren  Redaktion,  als  sie  uns  im  Codex  PariRinua  vorliegt;  endlich  Glossen 
IQ  Horodot,  juristische  und  theologische  Glossen.  Nichts  Genaueres 
wissen  wir  (lb«r  die  BondtKung  sonstiger  Wörterbücher,  wie  syntakti- 
ichcr  L<-xika,  der  Werke  de»  Aelios  Dionyäio»  und  Panaanian  u.  a.  w. 
Die  stark«  Üboreinsttinniung  mit  dem  Lexikon  des  Photios  acheint  nicht, 
wie  Bemhardy,  Cobet,  Naber  u.  a,  annahmen,  auf  ßentltzung  des  Photios 
«ribst,  sondern  grösstenteils  auf  Verwertung  genieinsumer  Quollen 
xorOckzugchen. 

2.  Scholiensammlungon  und  zwar  besondere  vier:  nämlich  die 
Schollen  des  Symmachos  und  Phaeinos  zu  Aristophanee  in  einem  voll- 
itAndigoren  Exemplare,  so  dass  seine  Exzerpte  neben  dem  Havcnnas  und 
Temtua  den  W^ei-t  eine«  dritten  Codex  htiben;  die  ?.»  Sophokles  (bc- 
«BOderB  zu  OC.  OT.  Ai.)  in  einer  dem  Liiur<>ntianus  sehr  ähnlielien  Hc- 
daktion;  die  homerischen  in  einer  mehr  dem  Venetus  B  als  dem  Ven^tus  A 
glvirhrodCR  Fassung;  endlich  die  älteren  und  besseren  Scholien  zu  Thu- 
kydides. 

a.  Nach  den  grammatischen  Partien  kommen  in  Betracht  die  welt- 
snd  kircbengeschichtlichen  Artikel,  bei  welchen  die  Feststellung 
der  direkten  Quellen  noch  grossere  Schwierigkeiten  bietet.  Sie  weisen 
nrar  auf  zahlreiche  ältere  Autoren  zurUck,  auf  Polybios,  .loscphos,  Eutrops 
Breviarium  in  dergriecbischon  Üb«rset7.ungdcs  Kapiton,  Prokopios,  Malalas, 
Johanoea  von  Antiochia.  Theophylaktos  Simokattes,  die  Oaterchronik, 
irgiofi  Synkellos.  Nikephoroä  Patriarches,  Qeorgios  Monachos  u.  a.  Allein 
dem  lückenhaften  j^uHtando  unserer  Überlieferung  ist  es  kaum  mtighch, 
einzelnen  festzuet«llen,  welche  Autoren  Suidaa  filr  seine  g&tchichtlichen 
::hrichten  selbst  benutzt  hat.  Zur  (iewinnung  eines  sicheren  Stand- 
kt*^s  tnilstten  wir  bedenken,  dass  die  historischen  Artikel  des  ^lidas 
gat  wie  nicht»  enthalten,  was  wir  nicht  auch  anderswoher  wiksston,  also 
ist  nar  triviale  Dinge;  wir  mQssen  ferner  erwägen,  da«s  Suidas  nicht 
'»  eine  vollständige  historische  Enzyklopädie  abfassen  wollte,  sondern 
fia  bequemes  alphabetisches  Nsmensregister  der  Personen,  an  welche 
die  Hauptmomcnto  der  Universalgeschichte  knUpfen.  Nimmt  man 
noch  die  allgemoino  und  faj^t  ansnahmeloso  Abneigung  der  Byzantiner 
lonfuaeode  bistoriscbe  Quellenstudien  und  erinnert  man  sich,  dass 
Oeedtiobtschreiber  von  Fach  ihre  ^^'e^ke,  an  die  man  doch  höhere 
gen  stellen  musst«  als  an  ein  Lexikon,  fast  durchweg  aus  den 
n,  zunftchstliegcnden   Quellen   kompilierten,   ein    Verfahren,  an 


■m 


BysantlniBcbe  LitteratnrgOHcbicht«.    I.  PrOB&Udl«  Lltt«ratiLr, 


dem  niemand  Anitto^s  iiabm:  so  werden  wir  ea  höchst  walirecluülUfl 
linden,  daKS  auch  Suidas  trotz  seiner  von  niemand  bezweifelten  Boleeealuffl 
fllr  die  liisLori«clicn  Artikel  jenen  bequemen  Weg  der  Kompilation  eil- 
»chlug,  der  längst  vor  ihm  sauktiontcrt  war.  Nachdem  feststeht,  daas 
Suidas  in  sehr  vielen  Ai'tikeln  mit  dorn  .kom)t4Uitinii>cbon'  JohanM» 
Aiitiochenos  (s.  8.  3115  f.)  UbereinsUmrat,  kann  die  B«-stiminung  jotm 
Uatiptquelle  fllr  die  historiBchen  Artikel  nicht  zweifelhaft  bleiben:  w 
ist  dau  sixiBse,  kurz  vor  Suidas  entstandene  Exzerpteuwork  des  Kod- 
stantin  Porphyrogonnotos.  Hier  fand  or  auch  di«  Exzerpte  aw 
Johannes  Antiochenoe,  welchem  er  namentlich  diu  auf  rümietcbe  Qe^diiclit« 
bezftglichen  Artikel  zu  verdanken  scheint.  Für  die  christlicli-hyzanliniscli« 
Zoit,  fUr  welche  die  konntantinischen  Exzerpte  wohl  nicht  mehr  au»- 
reichten,  bimtltetc  Suidas,  wie  C.  de  Boor  nachgewiesen  hat.  vor  allem  di« 
Chronik  dus  UeorgioB  Mouacho».  freilich  nicht  in  der  von  Muralt 
edierten  Üborarbeitung,  Kondeni  in  ihrer  ursprünglichen  Gestalt.  Qecrgiot 
hat  dem  Suidas  mehr  Stoff  geliefert  als  irgend  ein  anderer  seiner  histo- 
rischen GewährsmÄnner.  Demnach  reduzieren  aitdl  die  Quellen  der  liisto- 
risclicn  Artikel  des  Suidn.«  auf  zwei  HauptstUcke.  nümlich  fUr  dte  ältere 
Zeit  auf  die  konstnntini.scho  Enzyklopädie,  für  die  byzantiBisobe 
Epoche  auf  die  landläufigen  Chroniken  der  Byzantiner,  vor  allem  Goorgiu 
Monacbos. 

4.  Wie  im  Werke  des  Suidas  die  littorarhiatoriachen  Kotizei 
als  die  eigentlichen  GoldkOrner  erkannt  werden,  »o  steht  natürlich  nudi 
bei  der  QiiellenunterBUchung  diu  Frage  Über  die  Herkunft  dieser  ToJle  an 
Wic)itigkeit  obenan.  Sicher  wii^sen  wir  jetzt,  dass  die  Hauptquullv  u)  dem 
groHson  und  gelehrten  Onomatologos  des  Hosychios  Uilegios  zu  suchcm 
ist;  Suido»  hat  aber  dieses  Werk  nicht  im  Original,  sondern  in  derselben 
anonymen,  wohl  zwiächon  829  und  857  entstandenen  verkUrzi^ndeu  tivr- 
nrbeitung  benutzt,  aus  der  auch  Fliotios  die  meisten  biographitichen  Notiico 
in  seiner  Hibliothek  entnommen  hat.  Doch  scheint  Suidas  besonders  die 
Notizen  Ubttr  die  Komiker  aus  Athen aeo»  selbst  ergänzt  zu  haben,  wo- 
bei er  auch  diu  crHtcn  zwoi  Bücher  nicht  in  der  heute  allein  erhaltaDei 
Epitoniu  benutzte,  sondern  in  der  vollständigen  Fassung,  wie  aie  Ar 
die  übrigen  dreizehn  Bücher  in  der  venezianischen  Handschrift  voriiegL 
Dagegen  hat  er  das  müchtige  Werk  des  Philo»  von  Byblos  sicher 
nicht  selbst  in  der  Hand  gehabt  Die  Notizen  über  Heilige  und  Ketzer 
echeint  or  nicht  aus  den  Kirchen»chriftstollei'n  wie  Sokrates,  Philo- 
atorgioe  u.  s.  w.  selbst,  sondern  wiederum  nur  aus  der  Epitonio  drs 
HesychioB  und  aus  Georgios  Monachos  geschSpIt  zu  hul*en.  Du 
einzige  Werk  der  patristischen  Litteratur,  welches  wir  aus  der  von  Suidw 
benutzten  Bibliothek  nicht  auszuscheiden  vcrmügon,  ist  Thoodorots 
Psalmenkommentar. 

Ausser  diesen  eigentlichen  Quellen,  in  welchen  Suidas  »einen  Stoü 
schon  verarbeitet  fand,  ist  seine  sonstige  selbständige  LuktQre  zu  be> 
achten,  als  deren  Frucht  vielleicht  mehr  als  die  Hfilfte  seines  Gloesen- 
Schatzes  angesehen  werden  muss.  Die  Bulesenheit  des  Suidas  darf  für  mum 
Zeit  eine  sehr  umfangreiche  heisecn.    Sie  umfaast«   (von    den  oben  ge- 


e.  AlUrtUBBiriBMiiftchaft.    B.  Wortafbadi«.    (§  233) 


667 


■■llilhn  WörterbQchern  und  Sammelwerken  nfttUrlicti  abgeeeben):  1.  Von 
^ichtorn;  Homer.  Hesiod,  Hiidar,  Sophokles,  ArUtopbancg,  Babrios,  Qoor- 
gicis  Pieides  tb(.-zviL-)iiiondcrwoi»i'  avhi  Lieblingtiautor)  und  dio  AnUlologio. 
a.  Von  Profanhistorikern:  Hcrodots,  Tlmkydidoa  (mit  dem  an  »ecltsi 
Stollen  zitierten  Biographen  Markellinoei),  Xenophon  (Anabasis),  Polybios, 
JoHvph.  Arnnii,  l'rokop.  Agatliias,  TheopliylaktoH,  aber  das  Meiste  wohl 
nur  iu  der  kon»tAntinii«clicn  Enzyklopädie;  von  Kirchcnschriftstcllorn: 
^her  nur  Thoodorct;  vielleicht  auch  don  Ba»ilio«,  Gregor  von  Naziauz, 
bannea  Chrysostomos,  Sokrat«»  u.  a..  wenn  nicht  statt  derselben  cüifach ' 
1U8  Georgioa  Monachos  zu  setzen  ist.  worüber  man  jetzt,  da  dio 
BprQngliche  Fassung  dieses  Werkes  noch  nicht  ediert  iet,  unmöghch 
VT  urt«ilen  kann.  3.  Philosophen  und  Sophisten:  Artemidoros,  M. 
Iut4iniiiu)<,  Diogeues  LütTÜoti,  Philo.'strato» ,  Alvximdcr  von  Aphrodisins, 
_Janililit:ho&.  Marino**,  Dumaskios,  Johumies  Philoponoü.  i.  Darstüller  ver- 
jhiedener  Stoffe  wie  Lukian,  Aelian,  .lulian,  Synesios.  .*>.  Von  Aeeehy- 
ts  «cboint  Snidas  kaum  die  drei  in  Byzanz  vornehmlich  gelesenen  Stücke 
eachU't  zu  hahon:  auch  dio  Belegstellen  aus  Kuripides,  au8  verlorenen 
fomikurn  (Mtinander)  und  den  alcxandrinischcn  Dichtern  (Kallima- 
Nikandvr)  verdankt  er  nicht  «eiiior  eigenen  Lektüre,  sondern  sekun- 
en  (gellen  d.  h.  Glossaren,  rhetorischen  Wörterbüchern.  AtÜzisten  und 
Dtiattizisten.  Solchen  Quellen  entnahm  er  auch  die  Zitate  aus  Antiphon, 
Lykurgos,  H>'peridefl.  l>ie  Anführung  des  Lysias,  Demosthenos 
beeondera  de«  Isoki-atos  geht  wohl  griSitstenteils  auf  syntaktische 
zurück.  Die  Geographen  (Strabon)  scheint  er  ganz  vernachlässigt 
baben. 

Zur  richtigen  ßeurt«ihing  des  Umfanges  dieser  LektUi'e  mu»a  jedoch 
ch  eitunnl  betont  worden,  das»  er  einen  grossen  Teil  der  Werke  nicht  ' 
Original,  liondern  durch  Vemiittulung  der  versehiedeuon  Sammlungen  ] 
Konstantin  Forphyrogenneto«  können  lernte.  Solchen  ür^prungj 
wohl  dos  Meiste  aus  Polybios,  Diodor,  Dionysios  von  Tlalikamass, 
kolao«  von  DamaskoH.  Euiiapio»  und  den  kloinen  Historikorn  wie  Priskos, 
Jcihoe,  Menundor  Protektor ;  endlich  aus  Johanne»  Antioehcnos  und  wohl 
aua  Joaeph,  Dio  Casaiiis  und  Appian.  Auch  hat  er  die  genannten 
nicht  mit  gleicher  Genauigkeit  durchgenommen.  Noch  weniger 
Beine  Absicht,  von  ihren  Eigentümhchkeiten  ein  vollständiges  und 
fände«  Vcrzcichnia  zu  geben:  aber  immerhin  hat  er  sie  odor 
igatens  Stücke  aus  ihnen  mit  der  Feder  in  der  Uand  durchgegangen. 
ramm  hat  nun  Suidaa  aosser  den  Wörterbüchern  filr  seine  Glossen  auch 
th  die  genannten  Autoren  selbst  beigezogen;  Warum  hat  er  sich 
für  den  rein  grammatischen,  verbalen  und  etymologischen  Teil  niclit  auf 
diu  gruMvn  »chon  vorhandenen  gelehrten  Wörterbücher  beschränkt?  Die 
AntwoH  auf  die»«  Fragt:  ist  leicht  zu  geben:  Die  Attizistcn  und  Lexiko- 
graphen betH;lu-iUiklc'n  aicb,  ihrem  besandereu  Zwecke  gemäss,  auf  einen 
Uvioon  Kreis  von  Autoren  und  auf  eine  massige  Zahl  von  Belegen.  Suidas 
aber  wollt«:  in  seinem  Werke  alle  Gattungen  der  Litteratur  und  alle 
Jahrbundcrtü  unifas.sen:  filr  diesen  Zweck  konnten  die  vorhandenen 
äammtuugvn  und  Glossare  allein  nicht  genügen.     Daher  vermehrte  er  die 


&68 


BrcuttinUclie  LitUrfttarEoechicfat».    L  Prouischo  I4lt«rfttBr, 


Exzerpt«  aus  ilioivL-n  viullvicht  um  molir  aU  dus  DoppülUt  durcb  div  Friklita 
Keiner  pigenen  Lektüre,  froUicb  olinu  rocbto  Hotbode  und  namentlich  dam 
bistorischcit  Sinn.   Er  scheidet  weder  die  ältere  Sprache  von  der  npUereo, 
noch  da»  S«tt«ni;  vom  Gc-wfthnüchen,  noch  Prosa  von  l'o<>sio;  nicht  «ioni) 
die  Namen  dur  dowShminJlnner  verzeichnet  er  konsequent,  zum  p^Jestea 
Ärger  der  neueren  Kritiker.   Ain  deutlichsten  zeigt  sich  der  unmethodiwbv 
Sinn  in  seinem  Verfahn>n,  wo  er  mehrere  Glossen  zu  einem  Lcmmk 
fand;  »tatt  die-'»en>en  in  einen  Artikel  zu  verarbeiten,  fllbrt  er  sie  nack 
einander  auf.  olino  auch  nur  die  etwa  vorhandenen  Widersprüche  »i  be- 
seitigen.    Wäre  nur  wcnigstfiii*  diese  Arh*it  Mtubcr  gceoliehcn,  m  liSttm 
wir  uns  nicht  zu  tHiklaf^iin.    Wir  könnten  dann  dio  vcrechicdt.>n(.-n  Notii^o 
nnd  Xachrichten  sulbet  kritisch  sichten:  leider  aber  «nd  bei  dieser  Vor* 
cinigung  verschiedener  Glossen  die  einzelnen  Stücke  unglaublich  verwirrt, 
durch  Zutiiitze  vermehrt  und  durch   Weglassungen  versttinunelt  wordea. 
Don  Gipfelpunkt  erreicht  die  Konfusion  in  den  biographimchcn  NotJzen  Clbcr 
homonym«  rersüuliclikeiten.  Eslässt  sich  übrigens  schwer  entscheiden, 
inwieweit  an  all  der  Unklarheit  und  Verwirrung,  dio   dem  Werke  jetzt 
anhaflA^t,  Siiidas  selbst  schuld  ist  und  inn-ieweit  spätere  lUnde  ge.<ichadet 
haben-     Als  sicher  kann  gelten,  daes  da«  Werk  —  wie  es  hei  dem  Cha- 
rakter desMclhL-n  auch   wohl   verständlich  ist  —  durcli  latorpolationrn 
stark  vcrunstuUct  wurde;  ein  bedenkliches  Unternehmen  ist  es  aber,  den 
Umfang  der  Interpolation  genau  bestimmen  zu  wollen.     Selbst  Bemhanljr 
ist  hier  zu   weit   gegangen  z.   B.  bezQglich  dea  Athenaeos,  obscboa 
Bein  kritischer  Sinn  im  allgemeinen  die  Kennz-cichon  der  InterpoUtion  im 
Suidas  richtig  festgostcllt  hat   Auf  lnteq)olation  gehen  z.  B.  sicher  zorOd: 
neue  Lemmata,  welche  fleissig«  Loser  aus  wichtigt.'n  Stellen  des  Wörter^ 
buches  selbst  schufen,  wobei  sie  denn  meist  (durch  fc»Jr«,  fatir  *r  i^  u.  s.  w.) 
auf  die  Urstelle  zurQckvei-wiesen ;  natürlich  auch  Znsätze  aus  Auteren  einer 
Hpfiteron  Zeit  wie  Michael  Ptteilos  oder  aus  solchen,  die  Suidas  nachweis- 
lich nicht  benutzte,  wie  Pausanias;  Glossen,  die  in  den  Hauptbandschriftea 
am    Itandc    oder    nur  in   einer  derselben  stehen;  knappere   ParaphraMO 
l&ngerer  Stellen  neben  dem  Originiile  u.  s.  w. ;  auch  Sentenzen  und  Sprich- 
wörter scheinen  vielfach  interpoliert,  obschon  hier  die  Entscheidung  im 
einzelnen  schwerer  föllt.     Bei  allen  Mängeln  ist  das  Wörterbuch  des  Snidu 
ein  grossartiges  Denkmal  gelehrten  Sammelfleisses  aus  einer  Zeit, 
in  welcher  im  ganzen  übrigen  Europa  die  gelehrten  Studien    fast  vBllig 
darnieder  logon,  ein   neuer  Beweis  dafür,  in  welchem   Umfange  Byzasi 
trotz  aller  inneren  und  Süsseren  Stürme  die  Überreste  der  alten  BiJdai 
erhielt  und  fortpflanzte. 

I.  AuHgabon;  Ed.  nrinMpn  voii  DcmclrioR  Challconilj-Io*,  ModwUni   140). 
Ueber  div  rul^f-nil^n  AUHEobon,   eine  Al<ttnu,   die  von  Porttu.   KiiegitxTiM  n.  h,  w.  «.  I 
boHy«  Prolegomonu  S.  90  ff.  —  Julil  kummt   nur  in  Botnoht:    Suidao  loxicoa  Aa. 
Thomtis  (i*iftforü.  3  voll ,  Oxauii  lS3t.    Dur  dritte  ßuid  ODlh&It  dio  Vont>d«  und 
HcliOuc  ludicos.  —  Aach  diese  L«istu[i||;  wutdo  wuit  QWrliull  dui«b;  SuidM  l«xiaoii  •!& 
OodofroduH  Bornhardy,  2  voll,  in  vivr  Tuileti.  Biilj«  «t  BniBswigae  183<— ISSS, 
der  groBMrtigaUiii  L«i«tung«n  der  n«aerrn  Pliilnlotiio.    Der  erele  ß*aA  milbkh  die 
lobenden  vier  CommenlntionnR  d«  SuidH*  loxico,  in    voloh«ii  Poraoa    und  Z_. 
SoidM,  dt«  GwKfaiebt«  »»inoa  Wrrkti«.   urinn  (jaoUon.    diu  handuclniniirlMi  U*bcrU«fi 
,    dio  AuBfabeii  Biid  Baibfige  aiit  luliarror  Kritik  boMprochon  werde«.    Den  kriltscben  A; 


0.  AIt»rltiiaswlMWii««han.    B.  Werterbttclier.    fg  838) 


ItloH*  lial  IktnhiirJ}-  in  uiiiRr>uili<'il«'l''r  Vorm  Rsnx  niirijtPtioininvri.  ()ii>  L-rklUrcnilirn  Nulon 
I  4*0)  altnii  DnllMrto  bsftvit  und  nar  Aia  wirklich  WicIitJgH  in  kiiiiiiiiäter  Korm  irivtltM- 
^abaa;  »«mlicli  Obnfltatig  i«t  di«  UteiiiiRcho  IJobersetsnng.  weloli«  Bernliurdy  nuf 
»ach  dn*  VnrIegM«  beifflglo.  —  Neben  dii^aoin  ltioetnwDrk<<  lint  fast  nar  pin  naUiu- 
iaeliM  IbUiv«««  di«  Aua^Kbr.  woldio  kutx  luicli  AbsRhluss  von  DcinhardTs  W«irk 
«r  d«4n  Tttol  encki«!!:  8uidii«  li-xicoii  ex  rGcu|;n.  Iimn.  Dekkeri.  Uvrolini,  (>.  Kaim«r 
M.  Dardi  We^uaung  dw  kritiiicliuii  A|)panitM  und  der  liiteinistlien  Uabernatiung, 
idntallwg  dos  KoBinenUn  wie  dvr  Iiidn-pB  uuJ  hhnliolif  ivuiial^tückn  int  hior  dor 
Ut  SoMu  (ilOcklkh  tD  einem  Band«  UDterfttilirtidil.  frinliuL  au,  dass  für  den  tielditlon 
li  war  bMlUt  »«n»t  Atn  SiiiilnnV)  die  AusRiilie  imlirKuclihnr  ist.  Die  v^miiiMltcn  glück- 
kaa  EBMubtioM'n  Dekkere,  die  in  oinnin  mOminAn  AafMtxe  lifttlen  uolergelradit  werdMi 
IMO.  varmOg««  Ul  diomr  Tlintnocho  nicht«  zu  andern. 

L  2-  nilfnniitl«1:  Pabrieiii«.  lÜbl.  gr.  ed  Harl,  ti.  389 -&95.  gibt  «iiio  littenu-- 
Küebo  Kntiz  und  niick  d«n  nitereii  Aiiagnlcn  Voneichnime  der  bei  Siiida«  Eiti^rteu 
■  bcnabtcn  Autor*n.  —  Diesns  gnni^o  j^til  «ntworlcto  Mnleridl  ist  OberflQBBigarweign 
Hierbolt  bei  Migne,  l'atr.  gr.  117.  1193  -1424.  —  Dio  »onMign  Altere  UtUretur  »t 
^«■tklt  voll  Bcrnliurdv.  l'rolcgatnunn  S.  9S  fF.  —  lliiuptaDlirift:  Üic  nun  Ti«r  Ah- 
dloBgen  betiti-hi-nde  KiDlritun^  in  der  Auügnbe  vun  ftnrnhiirdy,  vol.  I  1.  -  AuiMor- 
a:  Horiti  SchuiiiltH  Huzcnsiun  der  Auegabua  vuu  tleruhordy  und  Bekker,  .tuliiiH 
uh.  71  (I85&)  46&~&00  uiid  7T5— 800  -  Du),  Volkniunn,  Du  Suidne  biographiuiB 
Mstwitea  eelectae.  Bciuuhu  1^61;  Do  Suidai*  bioumpbiciH  quiiestiunoa  ulU'rat)  iu  den 
Bb«U  pbiloInKoruin  Biinneniiiini  in  honorem  Vi.  RitDebelii  culleutA.  LipalM  I8M~18H7 
IIS  -  730;  Da  8iiidii9  bii>grn[ihiriH  riuaestionee  novse,  Pragr.  Scliulpforia  1878. 
^  Sehnnidcr,  De  CBlümnohi  opornin  tnbula  ijuiie  «xatat  ajiud  Suid«m.  (.ioUia  1SI52; 
wiodeTboIt  und  rrweltert  in  seinen  Cnllirnnfhcn.  vot.  2  (I.ipsiap  l'*73)  2—33.  — 
'icbamuth,  Db  fontibus,  ox  quibus  .Suidnn  in  noriptorum  (tmoccirum  vitis  hnusorlt, 
1  Svmbala  pliilol,  liunnons.  in  hunoinni  Fr.  Kilsrhülii  t:alleoUi,  Lipeiau  1864—1007 
-K>2  —  A  Nfttier.  Photii  Icxicoo.  Trolcg  164- Ii3T.  —  Kr.  NicixHchir,  Du  I.aertii 
icefiiB  fonlibus,  Rhein,  Hos.  34  (1880)  211)  ff.  —  K.  Hercbcr,  Ueber  einige  Fragment» 
lAtidw.  Mooateber.  Berl.  Ak.  187.^  Jiin.  S.  1  IT.  -  F..  Hiller,  Phutios.  Suidni«.  Apoatulios, 
ftHofO»  34  (187$)  236-234  (nber  Itenatiniig  de§  Phulioa  und  Suidos  durch  Apontutios 
igßnt  SprieliwaTt»r«aminlDng),  —  Tobei'  eine  tum  Teil  aub  nltencn  Quellen,  znm  Teil  nua 
Bi  kMopfliort«  Sprich «9rt«rsiimnilung  in  «iner  KacnrialhandMchrift  handnit  Ch.  Itraiix, 
^a  de  pliilologte  2  (1^78)  21 D  -237.  —  (.'ahor  diu  .Snridiwdrtrr  in  einem  Aunuge  aiut 
üaa  hModell  Ü.  Schneok.  Quaestiones  pnroaniiogriiphicno  dr^  nudicc  Ceiüliniano  177  et 
Jeml  <me  fenintur  lexidn.  Diss.,  Breslau  IHflä.  —  K.  Kobdu.  r/ywt  in  den  Bio- 
rpkk*  M  Saidae,  Rhnn.  Mus.  33  (IVli)  ISl-'^^Ü  und  tHig  f.  (buwi^ixt.  dnaa  rfyoi-(  iu 
I  allMiiMiateu  FUI«ti  niclit,  wie  A.  Scheue  gliiubte,  diu  liehurt,  eondern  die  BlUteteit 
«ielMiatJ.  —  H,  Flach.  Untersuchungen  Ober  Rudokin  und  Stiidae.  Leipeig  1879  (be- 
wawnitich  dia  Kchüietb^frage  des  Viulnriums  der  Eudokia).  ~  A.  Daiib,  De  Suidne 
Bphicorvm  «rigiiw  at  lide,  Jahns  Jahrb.  Supnlementbd.  11  (1880)  401— 4S0;  Studien 
Hio^^raphica  da«  Siüilaii.  Fnihurg  i.  Br,  una  Tübingen  1)<K2.  —  Guilelm.  Knnsch, 
Jiw  fabol«rani  «pud  Suidam  reli(|aiia,  Diss.,  Unllo  1883.  —  L'eber  Dingones  Laortiua 
dea  Suidas  vA  H.  Krcuttncr.  Androniui  (|ui  ferlur  libollus  '/<?<  miiVaiV.  Disa., 
1884.  und:  Die  irtoiacbon  deCnitionen  der  aSekte  bei  Suidas.  l'bÜolugus  4t> 
7rt— W7.  —  G.  Fr.  L'nger,  Die  troisohc  Aera  dos  Suidaa,  Abbandl.  bayer,  Ak. 
17.  Eta»d.  8.  AMmI.  (IS8ÖI  S.  515-005.  Vgl.  die  Besprecliiiug  vun  I..  Celm. 
■  nhilnl,  Waeben*o]irift  1886  S.  888-845.  -  C.  de  Beer.  Zn  Jolivines  Antiocbenus, 
aO  (lt*t^)  S2I-330  und:  Die  Chronik  d«8  Georgios  Monachoa  nl«  Qll<^1lR  des 
n«niMi<  21  (1886)  1—26.  —  P.  Rocllig.  Quhc  ratio  inlei  Photii  et  Buidoo  lexica 
Mitf,  ÜiML,  Uall«  1887  ^  Dissertationes  philologicno  üalenaes,  <rol.  VIII  1-Ü6. 
^^^Baalli«  beklffipfl«  Anraoht,  da»  Fiuidas  den  Photios  e.uerpiert  habe,  verliateu 
■■Kl,  )&eno«yii«»(18flO]S9»ff.:  411  ff.  und  Naber.  Photii  leiicuu.  Piuleg.  I.'.O  IT.; 
!lff  —  G.  Kaibel.    Atbenasus  und  Snidas,  Hennefs  3'J  (18"?)  323—383.  —  Üeber  die 

f<  dta  Ssidaa  für  KultusboiDameD  der  OOtter:  0.  Wenliel,  'KauiliQtitie  9*iär  sivo  de 
D  oogBoninihui  <itc.,  Diss.,  GMtingeu  1889  8.  3  If.  —   G.  Wendel  verfasate  such 
«n  dar  llnrliiMT  AkadatnJe  prei»gekrIin1o  Arbeil    nber  die  Quellen  des  Siudas.  die 
nielit   verOlfontlicfat   laL      Ihm    IlauptrosiiltAlo    boxOglich   der  Verbalartikel    (asale  er 
in   der  AUiMidlnag:    Beiliilge   tur   (ioschirbte    der   griochiiioho   Leiikoginrihcii, 
Berl.  Ak.   ISftS   S   477—487.    -      Kmendationnn    von   G.    A.    Pnpabasileiu, 
I  (18«»)  227-234.  -  Ew.  Brnhn,  Suidoa.    Hb.-in,  Mmt.  45  (ISöO)  273-283.  — 
vvnSuidaa  beoDtite  Babriuaexemjilor  vgl.  Jul.  Werner,  Quaeationes  Babnanae. 
...  Studien  XIV  3,  Berlin  1892.  -^  Die  «veit  zerstreutuu  kleineren  BeilrSge,  bes.  die 
iBdMfaRca  eioMlaer  Stollen  kSuuen  hier  nidit  aufgezahlt  worden.   Man  vgl.  w.  Engel- 


Bytantinische  Litt«raturg««chiohte.    I.  ProMiocbe  Lltt«r*tSr 


mnnn.  lliblJotbcca  iieriptonim  (luaiiicuriuii  1*  (1880)  ^"24  f..  und  Rlr  die  nMimlo  Zeit  4fl 
I)]li)inth«eii  philologicB  rliuaiea  ruu  Calvar)-.  —  Vgl.  Christ,  Ori«ckl>dio  litUnl^ 
gMohichl« '  §  JT3. 

3.  lieber  einen  Döu«n  Suidaecodex  i!«s  13.il4.  Jabrk.,  iw  DbrigMia  w«rlla«  »c4«inl. 
B.  C,  TiHvbciitlorf,  Notitia  editionis  eodicts  bibtion  SinaitiH,  I.iiwiae  l^lW  S.  6!'  (  - 
Ueber  oineo  tin  13.  Jalirli.  dtircb  d«n  Rltchaf  Robert  von  I.inci>ln(t  IZ'tS)  reracbAltB, 
nur  dia  grOiaeron  hisInrisch-bioBiHiihiiirhrin  Artikol  iimfnaiMDdftn  InloiaiacticD  Auajig 
Jh  Suidas  (Libei  Siidn)  n.  Valentin  Itoxo.  Ilortnen  5  (1871)  155-I5H. 

4.  Oor  Nam-i  amuirM  Loxikogrnphon  ist  hAuhat  aolUn;  docli  gibt  m  oiiwa  iltn 
llialorikor  Kuidaa,  dor  b«i  Straboii,  StcpbiuoH  raa  Byiom  u.  a.  al*  Veifajoer  von  Hi«< 
a-Xixii  litiert  wird.  S.  U.  ßcrnhard>H  Prub^oin.  S,  27  und  CUOller.  KHti  2,  W  f. 
—  L'eber  die  Quimtitiorting  dos  Namena  (SuiJuh)  d|>rii'hl  J,  E.  Sandys,  11i«  |iraa(Miociali«D 
uf  Suidas.  Clxaiiiuul  Review  i  (1^1)  484. 

h.  L^xicoii  Sabbfltliciim.  Ein  diircli  die  Aurbewahriug  von  DidtterfnfBMtN 
wicliti)(M,  jedueli  bin»ielitli(-b  emucr  Qii«tl«n  noch  nicbt  nlher  gMirOflM  LazibwfraKBtal, 
düB  mit  iiviiiaic  boiiiiint  nrid  mit  ein»m  Artikel  über  iiaiffiotatc  iU^  seUJeaBt,  mjtäfß 
HU«  dom  Cod.  IltT  dos  SubbiuiklcisterB  bnrvorgeioi;«!!  vordon;  I.<-xi«on  Satibailiciua  niint 
primiun  cd.  A.  Papndopula*  KorHrneua,  Jaum.  Min.  1KQ2  lld  2%  Aprllli.  S,  S$  ff.  — 
iSur  WortaohlUxung  vgl.  Thood.  Kack,  Komikorfragmonlo  im  Laxiooit  Sabbailiciun,  itbna. 
Ulis.  4S  (ItiSS)  &?9— 591. 

2S4.  Kyrillos  {Kt'^tlliK).  lTnt«r  doni  N'ameii  eine«  Kyrillos.  Patri- 
ai-cli«ii  von  Ak',xuiidria,  iat  in  zahllosen,  oft  völlig  voneinander  «bweichco- 
<lcn  Uamlscliriften  ein  alpliahotiische8  Glossar  Überliefert:  Kv^lXov  iop 
ttptotmov  tt^xtfntaitönov  'Ali'^ur^it^/rtg  Xi^iuv  avvitytayi'j  xaiä  tfiMjtror. 
Die  Frngo,  ob  daeselbo  wirkÜL-h  auf  den  PatriArthtiU  Kyrillos  s\is  doi 
ersten  UKlfto  dos  5.  Jabrhundori«  zurückgeht,  i«t  noch  ebensowenig  «nt- 
ttchioden,  «bi  Überhaupt  die  Quollen  und  die  VerwandUchafl:  des  Glosttars 
genügend  untcmucht  i^ind.  Den  Kauptbestandteil  bildet,  wie  c«  sdii-int, 
ein  altes  rhetorisches  Lexikon,  das  der  Verfasser  durch  Einschaltungen 
ans  verschiedenen  Olossarun  zu  Homer,  Euripidcs,  der  Bibel  und  anttemi 
Hchriftün  erweiterte.  Von  Wichtigkeit  ist  die  Erkenntnis,  dass  das  Kyrill- 
glossar  von  späteren  Redaktoren  in  duR  Lexikon  des  üesychios  hinein- 
gearbeitet wurde.  Im  Übrigen  bedarf  die  Stellung  des  Kyrill  noch  der 
AufklUning.  In  dor  nouc-ren  Litteratur  ist  dieses  rein  griectiiiw-bv  Qkww 
zuweilen  mit  dem  griechisch-lateinischen  Pseudo-Kyrillos  vi»> 
wechselt  worden  (s.  S.  561  f.).  Über  das  mit  Kyrill  vorwandte  Lexikon 
Zonarns  s.  S.  U74. 

1.  Waa  bia  jebct  vou  Druokea  <rorli«ft,  iat  aleadea  md  mhloMtStllckwwti'i 
niLT  MDielne  Partieen  imd  auvh  diese  nur  nach  «JuelMQ.  wUHMrilok  gSWiUtm  Bik  i.  __ 
M  daas  oin  BMiiclicr(«s  l*i't«il  über  Kyrill  aus  der  Litteratur  llberbaupt  nocb  aidit  n  , 
winnoD  int:  Ein  StQi^k  niis  einer  MoelcHiier  IIa  ed.  Chr.  Fr.  Maltbaei    in  den  Ule 
Ura«oa  rainorn,  Mosijunc  1774,  I  II  IT.   —   Xan  einem  Cod.  Monacensis  «di«rt«  die 
atabOD  .Hund  .V  1).  f.   Dazen  in  Arotins  Ueititlgen  Kur  (ieecbichto  und  I.itterabir  9(18 
rj-^3  tr.  ~   Dünn  vnrwi'rlete  Tittmano  dit  .Abacbrift  von  .Mnllliiieiü  Codox  fllr  MiM  AI 
Kabe  d<B  Zoniiras  I  S,  XCVII-CXIV.  —  Aus  Wiener  Hsa  uitit  I'rubcn  de«  Duckataben 
Itnrib.  Kupilur,    IJeityuhii  GlusBugra[ibi  diactpulua  e<t  /niyi.waoi^itjf  Kussua,    ViodoliaiV 
1839  8.  V— XXIV.  ~-  Au4  «inem  ttudleiuniia  und  Baroccianua  ed.  EVebe»  J.  A.  Cranial 
An.  l'nris.  4  (1^1)  177-201.    —    Ceber  ein«  Leidener  Ha  und  ihr«  VerwutdüMkaR 
doo  Wiener  Codices  bandelt  E.  Mnhlnr.  Do  Cyrilü  nrcbiepiMOopi  Alexaodrini  lexJM  iati 
Hnemoayna  S  [1^<54]  21^-325  und  SS»-  302.  Die  von  Mehler  g^pl*"'«  AoaRalM  JeaKi 
kam  uiohl  tu  stände.   —   llesycliii  Alexandrini  li-xicnn  ed.  Mnur.  Schmidt,  vol.  4  (J 
1962)  889-86»  onthnlt  ExMr]ito   dea  Kynlli-iel)i<n  Lexikon»  nun  Wiener.   Moakaoer. 
dcnor  u.  o.  Haa.    Vgl,  in  denisulbpn  Bunilo  S.  XLlll  -LS  Schmidt«  Abhandlnni;:  De  Cj 

Aiuxnndtino,  Albanaaiu,  Eudeniu  gientunntu  et  lunicia  Seuuifriatiin.  wo  auch  dii>  KyrilliMjhaa  I 

lieacbrioben  sind  und  die  Altere  Litteratur  aufgetUhlt  wird.  —  Mitteilungen  an»  KoMnlMgaMT 
Handschriften  ^ah  Gh.  Urans,    Arrbives  dea  miasiona  sdentiliqUM  ITI.  ajria  l.  H  IIBWJ  . 
19B  ff.  —  Eine  Ausgabo  dor  &ll«rn  KyritlgloaSKre  wird  vorbereH«t  ron  H.  R«ttien>l«i( 


e.  Altertnm»wlM»iiBchBft.    B,  VeTleAflebM-.    (^  234—286) 


571 


«gl.  MWB  6«>nMhuiiKeu  im  Rlieio.  Mtu,  4it  (lt<66)  4A8ff.  —  Uierker  gehCrt  vor- 
■■tlfeb  Midi  C.  E.  AuriviriiuM,  Ütoamriu  niw  qnnv  in  bib).  R.  UpHul  ONiervantur  ]((22 
(fliir  mr  an  iei-  Noiix  bei  Ch.  Ornu.t,  Aicliivta  Jm  minnunn  BtiuntiKaue«  III.  tMt-, 
L  IS  <1SS9)  8S5,  bakunt). 

S.  Km  Redaktion  des  K^rill  atelil  in  «icur  Parii«r  Ha  unter  <lom  Titel:  Toi'  ir 

IVabMi  b*i  J.  A.  Cr«mor,  An.  Paris.  4  (1641)  201~2]&,  und  im  Hosyclilu«  oil.  H.  Scbmidt, 
n>L  4  8.  XI.V1I  (T. 

8S6.  Eademos  {EvJijfwg).  Eine  der  Hauptqucllcn  Aee  Suidas  war 
uigoblich  ein  Lexikon  unter  dem  Namen  dt-«  Eudemos;  dasselbe  war 
«icht  nach  dem  Prinzip  der  AntiBtoeclii«,  sondern  nach  dem  gewOhnlicIicn 
Alphabet  geordnet-  Der  Verfasser  des  Lexikons  .schwebt  in  der  Luft, 
thnlich  wie  I'hiloxcno»  und  KyrilloK;  wir  können  atiK  Siiida»  »L-Ibot  und 
au«  Doxepatre»  einen  Rbi>tor  Eudemos  aus  Argos  als  Verfasser  eines 
Werkes:  //*pi  It^ton-  ^r^oQixmv  und  eines  zweiten  (vielleicht  aber  mit  dem 
cnten  identiRchenV)  /7*pi  im-  jtaQt't  toig  ^i'jopai  ^t^ov}u'\ioi:  Welcher 
Zuoinmenhang  aber  zwischen  jenen  alten  VVerken  und  unäeruni  Lexikon 
b«t«ht,  ist  nicht  bekannt.  M.  Schmidt  (Jahns  Jahrb.  71,  496)  glaubte, 
dus  das  Werk  jenes  alten  Eudemos,  den  er  um  das  Jahr  i::io  n.  Chr. 
aetxt,  zwar  verloren  sei.  da.is  aber  ein  Auszug  daraus  (eine  ^i'rnj-M/tJ 
l<Jfwi-  xp'i<f '>•*>'»■)  zeitig  mit  Nachtrügen,  namentlich  aus  Phryniclios  und 
Pamphilos.  versehen  und  in  dieser  Gestalt  in  vielen  Exemplaren  verbreitet 
werden  leei.  Von  diesem  voUätändigon  Eudemos,  den  Suidus  benutzt  haben 
soll,  würden  dann  unsere  Eudemoshandschriften  (in  Paria,  Florenz  «nd 
Wien)  AuszUge  oder  Bearbeitungen  darstellen.  Ein  ganz  sicheres  Urteil 
über  diese  hftchst  verwickelten  Dingo  liosse  sich  cr.tt  gewinnen,  wenn  die 
»cm  Boysen  in  AuHsicht  gOMteilte  Ausgabe  des  Eudetnos  vorlRge.  Doch 
wird  Mhon  jelxt  aus  den  Untersuchungen  von  Sehneek  und  \\'entzel  ziem- 
lich klar,  dass  die  Pariser  und  die  Florentiner  bezw.  die  aus  ihr  stammende 
Wiener  Handsrhrift  des  Eudemos.  die  mit  dem  Cod.  OoisJ.  177  eng  ver- 
wandt sind,  auf  eine  interpolierte  Epitome  des  Suida»  zurückgehen. 

BMchrtihang  ein«r  Wiener  Handsdirift  von  M.  Schmidt,  SitmnKsber,  Wien.  Ak. 
«  nSMjaSöf.  -  Vgl.  H.  Schmidt.  Jahne  Jahrb.  71  (1KS5)  4H1 -WO.  und  soineu 
ÜmytUm»,  voJ.   4  S.    XIJX  ~LX.    —    Cnr.   lloysen,   De    llnrpncj'HtioniH   loxiri    fonlibiis 


fmitHontn  !w:I«clap.  .Sohiiftea  iler  Univ.  Kid,  'I'i.  tl.  1ST6.  gibt  frohon  don  Kudenioa  und 
■«Jluirkt  pin«  Aus)uil)i'  dcssi'llieu,  —  It.  .Schnock,  Quaostiones  pitro»niiu|;rii|ibiL'iio  dn 
MJie«  Cuidiniaiiu  177  «I  £ud«ni  qune  fvruntiir  Icxids.  Diu.,  Brealau  1S^2.  —  (i.  W«ntxcl 
haadall  Itber  EudcsiM  in  Mber  BMiirachimg  von  C.  Bovacns  Aus^abu  dun  Uuchatubon  A 
4m  £r^y«yri  («.  8.  tiTH.  GSItioger  G«l.  Anjicigen  11^3  S.  -27-46, 

äS6.  IKe  Loxika  Soguoriana  stehen  in  einer  ehemals  im  Besitz» 
von  Seguior  beündtit-hen  Handschrift  des  lt.  Jahrhunderts,  welche  jetzt  in 
dtrr  Pariser  Bibliothek  als  t^odex  Coislinianus  Siri  registriei^  ist.  Sie 
i-DtliAlt  eine  Menge  lexikalischer  und  syntaktischer  Sammlungen,  welche 
von  dem  Umfange  der  grummatixchen  ätudivn  in  Byzanz  im  tO.  und 
II.  Jahrhundert  ein  deutliches  Zeugnis  ablegen.  Den  Anfang  bildet: 
'JnvU»r{ov  attytatov  It^tMÖr  uarä  atoixttov  n"?  VAicrdo;  xai  'Oii'aatfat. 
Dtnuf  folgt  ein  Exzerpt  'En  ttiiy  »Pgvtixov  toi'  U^gdßiov  r»"^  aa^tauxil^ 
irfMtttfRffjui'^;,  des  TJmitos  Platolexikon,  ein  Lctiknn  zu  llerudot,  Moeris. 
zahlreiche  Sammlungen  von  i<?ri;  aus  den  heiligen  Hchrifien,  Scholion  zur 
Alexaodrs  des  Lykophron,  eine  Reihe  syntaktischer  Exzerpte  und  endlich 


^ 


ByzBDtiaiatlie  LJUerBtnrgsBchiolit«,    I.  Fri»aia«b«  Litt«r«l«r. 


Jone  fUnf  anonymen  StUcke,  die  unUir  dem  Nmnon  LoxicH  Segu^ 
riaiia  bekannt  sind.  VollftUndigo  Inhaltaangabe  der  Ilandsclirift  bet  Im 
Bnuliniann,  Anocd.  Or.  1  (1828)  V  —  X.  I 

An  1.  StoIIo  odiortc  Bekker  aus  dorn  Coit«linianu8  345  den  Phrj'nichMn 
dann  fünf  aiionj-me  StOcko,  nämlich  2.  "AiXoi  äX^äßt^io^,  von  Ruhnkm 
'.Ji-rinriixiiTi  1^'^  betik'lt  und  unter  diesem  Titel  von  I.  Bukker  ht-mus- 
gc^ben,  Anecdota  gi-.  vol.  I  75—116.  Es  ist  eine  Sammlung  von  fo\v- 
misclion  Bemerkungen  gegen  die  Itegclu  dor  Attisisten,  besonders  des 
Phryniolios.  Wie  Wiut  <lio)<u8  Werk  mit  dor  RUti  Suida^  bokanntvii  Sdirift 
des  Oros  Ktitti  it>^rrij;'n-  zusammenhängt,  ist  nicht  fostzustollfii.  3,  //(pi 
avvrti^ftat-  Uwa  rtÜi'  ^t^ßiitoii-  yniKf,  xm  dottx^  kri  ainatix^  irri-i(ic- 
aovtai,  eine  alphabetisch  geordnete  Syntax  der  Kasusrektton.  Sic  ist  von 
Wert  durch  die  Menge  der  zitierten  Belege  aus  Kednern  und  Ttistorikorn. 
dcivn  itoihc  bi»  auf  Prokup  von  Kaettarea  und  Peti-os  Patrikios  henib- 
roicht.  Ed.  von  I.  Bekker,  Anecd.  gr.  I  117—180.  4.  ^ixtöv  örv/tata 
xittü  iiitfüßijot'.  Kd.  vnn  1.  Bekker,  Anecd.  gr.  I  181 — 194.  5.  At^nf 
e»;TüpfKf</,  ein  Wort-  und  Saehlexikon  in  (allerdings  nicht  strenge  durch- 
geführter)  alphahetincher  Ordnung,  wichtig  durch  zahlreiche  Notizen  Öl>tr 
griechische  Altertümer.  Hauptquollo  war  ein  Rcdnorlexikon.  Ed.  von  I. 
Bekker,  Anecd.  gr.  1  105 — ;U8.  B.  -inaj-Myi^  li^tittv  X9'i^'/""  " 
JiriyVfui'  cnqmv  rt  xrtl  ^r/ÖQOtv  :Toki,mv.  Die«e8  umfangreiche  W&rtcrbuch, 
ein  llilfsmitte]  flU-  griechische  8ttlii<tik,  scheidet  sich  deutlich  in  zwei  v«^ 
schieden  gearbeitete  Teile,  von  welchen  der  eine,  sehr  reichhaltige  den 
Buchstaben  .4,  der  andere,  dürftige  die  Übrigen  Buoh.'it.aben  umfasst  l>er 
Kern  des  ganzen  WürtorbucliL's  geht  vielleicht  auf  dos  Lexikon  dos  Kyrill 
zui-Uck.  Die  erwähnte  Ungleichheit  beruht  darauf,  das»  im  BucbsUbon  J 
von  einem  Gelehrten  eine  bedentende  Glossenmaflse  aus  Phrynichos,  AdtM 
Dionysios,  Pausania»  u.  a.  eiiigcschaltet  wurde,  so  daas  jetrt  in  dieMtn 
Buchstaben  eine  doppelte  OloHsenroilie  2u  bemerken  ist.  Dasselbe  Lexikon 
steht  auch  in  dem  älteren  Codex  Coisliuianus  347,  doch  ohne  die  er- 
wähnte doppelte  Glosseuschicht  in  Littera  /(,  I.  Bekker,  An^ü'd.  gr.  1 
319 — 476,  edierte  nur  den  Buchstaben  A:  die  ganice  Sfvaymyij  edierte  in 
seiner  dilettantenhaftcn  Weise  L.  Bachmann,  Anecd,  Graec«  I  1—422: 
eiidlich  edierte  den  Bucbstubeu  .1  aux  dem  ('od.  ('oislin.  347  (mit  Parallelen 
,  aus  verwandten  Wörterbüchern)  C.  Boyson,  Lexici  Segueriani  icrRj-w^ij 
i^imv  x^'/ffif'oir  inscripti  pars  prima  (A),  Marburg  1891.  Von  grCwsttr 
Wichtigkeit  ist  natilrlich  anch  bei  diesen  Wörterbüchern  die  UnlerMicIiung 
ihrer  Quellen  und  ihrer  gegenseitigen  Verwandtschiift;  doch  hat  die  For- 
schung hier  noch  nicht  viel  gefordert,  und  aus  dem  Hütenden  Chaos  vor 
Behauptungen.  Wider»prilohen.  Möglichkeiten  und  Vermutungen  treten  die 
wirklich  sicheren  Ergebnisse  nur  wenig  hervor. 

I.  Auagnhc  van  1.  Bnkker.  Ancci).  gr.  1  iliorolini  ISM)  Vi — (TS.  iIau  innotiM 
eritica  in  vol.  3  (Borollni  1H2I|  10T4  fF.  ~  Das  K.  Smok  volUtüDdig  von  L.  ll«chni«s 
{».  don  T«t|,  -  Vttl.  l'iiolii  lexiuon  «d,  Nnbcr.  PruloKOm^nii  S.  «0—106;  137— I6i:  \Ti 
biit  184.  —  Hcsycbiua  «d.  M.  Sclimidl.  vol.  4  $.  XLlll  ff.  tiad  Jaliw  JftLrb.  71  U« 
4t^  ff.  —  Kr.  ItiUclil.  Tlioiiiae  Mogistri  odoga.  ProleRoiii  78:  77  aad:  DeOraot' 
48:  &^  II.  s.  w.  -'  Opuscula  I  628;  640  u.  s.  w.  (g.  dm  Inilox).  -  Car.  boyacn. 
HarpocMtiuiiid  lexici  fwtihiiB.  Schrift*»  der  ünivwsitllt  Kiol,  2Ä.  B.  I87ft.  —  L.  Coli. 
L'iit«rBucbuug«D  nber  tili  Quellen  der  rintoBoliolipn.  JithiM  Jolirb.  Suppl«in«iitli.  1S(13M) 


6.  AUcrtamsiriaMiLBcliaft.    B.  VorterGooSer. 


m  ff.  --  €.  Z.  B«AT.  Dn  (orljo  loxico  tlckkm,  Diu*,  l.ugd.  Ilnt.  (mir  unxiigAngtieli).  — 
J-  Sicking.  Adnotationcü  ad  AnttaUicidliun,  AmHUlodumi  lHH\i  (mir  imxugUnglkh)  -  P. 
Boellig,  (Ju»p  ratio  ial*r  I'hotü  ut  Öuitlue  Icxion  xiilMepdnl,  Hnlln  18S7.  «owio  die  Dbrigfl 
ID  Phodo«  und  Suidu  aDgafUliitH  LitltMuttir.  —  Zu  der  Ausgnbi:  von  C.  BuyHun  (s.  u.) 
rjtl.  die  Bespiechuniten  von  U.  W6ntz«l,  OOttingor  Uol.  Anxoiftun  1898  8.  27--tG.  und 
R.  Rflilieaslein,  Ekrl.  pliitot.  Wockenaclir.  1893  S.  103  ff..  137  ff.  ~  Eine  Nach kol tut iun 
iar  Xtomyttyi  Jm  Cod.  Cotsl.  M^  (ütt  «-U)  %uh  H.  Li«boriuh,  Die  handschrinlicli« 
D«b«rlt*fanuig  da*  Badioianiiflcheii  liosikons,  Alliiuidliiti^eii  e<c.  W.  v.  Cluiat  dai'^eliraolit, 
HlBcbt«  1X91  S.  SU-279.  Vgl.  di«  Nachtrag«  von  L.  Cohn,  Berl.  pbilol.  Woohenschr. 
IBM  8.  82  f. 

2.  Za  dem  Irxie.  (leg.  Htfi  ocrraffui;  vgl.  das  otionymo  RtDck  lUgi  iijt  '»>*'  ^i;«»- 
!■<■  «i-MniiiBit  ant«  fo«j(  ;>(iliiii>t';,  od.  von  I,.  Itaclimann.  An.  gr.  2  [I9'l»)  2N8-  81Ö, 
■nd  die  mit  Itvitpivlvii  ain  den  huilig«n  Soliriftcn  bI^)(.■glc^.  aipbnbctiacli  gcordnatc'n  lynlnk- 
tbcbeD  Hebeln  bei  J.  A.  Cramer.  An.  Oioii.  4  (1837)  ^TS— 3ü7.  mit  dem  wunderlichen 
1%)!:  '•ifjn  *''"  ^<1'  ">■'  V'rtBitmr  niiic  Jii ä^tiitlr  (!)  anvinonfir  tat  ^ri/ittiixi'i  Xiitii  iv 

iBi(  tav  otvfiatof  nrui'dfai.  Wiu  a(itw«ndig  sulehii  s^iituktisobe  Vonicurtften  für  die  dK'in 
Laben  inner  in«hr  entfremdf'to  b_vxanlinisc1ie  KnnstgtäxitAI  wurden,  x^jul  diu  unerhQrte 
TanaimiM  dt-r  Kasosniktion.  wie  nie  »Mi  in  vi«li>n  hyxnnlinisrheii  Sclirif^  werken,  e.  B.  in 
dar  Vita  Euthymii  (».  S.  313)  breit  nincbl. 

3.  Weil  verbn>it<<l  irnren  iiu  Mittelaller  Wörtervi'r7i\ii:hniitn»  Kiir  Krleiclilemng  des 
VervUndninaei)  der  hl.  Bnlinften  und  der  Kirchenlindnr:  vioirnHi  winden  diese  UlnsHae 
■arrar  uich  in  prefane  WOrt^rbüclicr  hineingeurbeitot.  Kin  Verzeichnis  van  Afitii  ti^c 
•■>«>ti'/oi-  a.  n.  w.  bei  U  Um-btiiann,  An.  gr.  I  S.  VII  f.;  ohcndn  tj.  I.'iü— 459  ein  kleinen, 
wcrtloiva  I.exikon  zu  Kirvbeiilii-dern. 

A.  Yjne  Art  von  Kuinuientar  tu  Dionyflios  Thres  und  Theodosios  vun  Alo- 
landria  bildet  du  dtbrftige  Athtä"  'ijc  yjiafifiartx^e  in  Üacbmann»  An.  gr.  I  -1'2S-  150. 
VgL  DionvMi 'rhradB  tn  gramin.  ed.  0.  Uhlig.  Prole«.  -S.  40  f.  und  A.  Hilgard,  Ommm. 
(r.  IV  2  S.  CXXIX  r. 

S.  Mitteilungen  Ober  den  Cod.  Marc,  gr,  433.  «.  13,  der  («sika  iii  Oemostlienes, 
jnWiMlM  und  ander«  (>toesen  enthalt,  gibt  Hugo  Habe,  riäicam,  Ithoin.  Mae.  49  (1^94) 

9»  n. 

ft.  Voeen  animnlium.  Spexiolle  Boiichlung  fsndon  in  i\vx  lexiknlisrhen  l.itterattir 
dW  Amdrtteke  fOr  din  Stimmen  der  Tiere,  die  wicdurhult  nurgFultig  lUHnmmengeiilollt 
««rd«D.  Proben  »u«  ilea  und  ivicblidie  Nachweise  der  Olleren  Litterulur  bei  (iuil. 
Sludemnnd,  Auocd.  vori«  gtaeca  1  flKSK)  102—106.  —  Hauptuchrift:  Fr.  Kanealari, 
6itl  trattsto  greeo  De  vouibns  anim&liuni,  ätudi  il«linni  <Ii  fllol.  cInasicH  1  (lä!l3)  7^—96; 
J12.  —  Bfaien  Naobti«  liefurl«:  Hicoetn  Feata.  Ancora  Vocea  «nimaliuni,  Studi  itatiani 
di  aioL  daadc«  3  (lß95)  4S6. 

7.  ESn  synonymiHche»  Lexikon  [Xvrayiay^  ruJf  npJt  iiaqioQiir  or.finiroftiviav 
UStttr  mu  «loi/rror]  ed.  «na  Cod.  I'arin.  SA.'iS  Fr.  lloietionade,  Not.  et  ex tr.  D  (188S) 
2,  13S-I6I.   ~    l'eber  die  Hn  vgl.  Doisnonade,  An.  gr.  3  (1831)  229. 

237.  Die  etymologieohen  Lexika.    Kiiie  bcsondürc  Gruppe  bilden 

in  der  ^rrammattRchen  Litteratur   der  Byzantiner  einige  unter  «ich  ver- 

«udtv  gnVii^'ie  mid  kloiiiore  WörtorbUclier,  welclie  von  den  tiiidcrcn  lexi- 

kiBsclivn  Wt'rkL'ti  wie  denoii  Avh  riiutioK,  Kyrillos,  Zoiiara»  »ich  vor  al1«m 

dtulurcb  unterscheiden,  Aase  sie  neben  der  Erklärung  der  Wörter  dio  A  b- 

leitting  in  hervorragender  und  charaktcrietischer  Weise  borikksicbtigon. 

KQr  kciDCii  Teil  der  Grammatik   igt  die  vergleichende  Sprachwi^ät^nscbuft 

M  luwntlwhrlich    »ie   fQr  die  Ktymoingie;  daher  ist  es  nicht  zu  ver- 

«ondern,  <la«M  gerade  sie  die  schwächste  Suite  der  gi'icchischen  Grammatik 

bildet     Die  Byzantiner,  diu  all  ihr  gramtnatischos  Wissen  au»  den  Alten 

■diBpflen,    haben  die.^e  Disziplin  nicht  gehoben,   sondeni   noch  vergrübert 

ud  verwÄMwrt^     Infolgedessen  ist  die  Etymologie,  die  uns  in  den  ge- 

unotcR  Lexika  geboten  wird,  ein  wahres  Zerrbild  der  heutigen  WisHcn- 

ichafk  diesce  Namens.   Bezeichnend  f9r  die  Uiisichcrlicit  der  byzantinischen 

Ktymologen  ixt  es  namentlich,  dana  sie  sich  etelten  mit  einer  Ableitung 

lafricden  geben,  (londern  daneben  noch  eine  zweite,  dritte,  xHerte,  fllnfte, 

Mduto  2ur  gefillligen  AuxwuUl   vorlegen.     Als  BeiKpiol  diene   der    erste 


574 


BjaaBtInlacfa«  titUratnrgMcliiclita.    t.  ProHiMfa«  UttaraUr, 


fn 


Artikel  des  Etymologicum  Mngmim:  "Altfu  tö  atMxtTw,  na^ä  tö  äXtft» 
tpgfaxoi  ■  JTßWTor  j-wp  rriii'  iiXXmv  atM%t{a>r  tv^tSr^.  "//  rr.Tu  »or  xatä  a/ioiß^ 
nulttnitaitai  ■  iiX^fir  ytig  rö  äfuitluy.     Eiiio  wahre  Miistcrkarte  von  Ein- 
filllcu  enthält  u.  a.  der  Artikel: '^li'ewrro;,     /7nprt  tö  «i«   if^Tv  yorf 
ni'bi  ßXinnv  •  fiövoq  yiiQ  «ür  älAtui'  t')'«'''  ö  nrüf^no;  riai  ßi.inu.  'ü  nafa 

ti    liraäQtiy  «  öntantv,  i^yovv  tifa/.oyi^fffifai    ii  tl6i  xoi  T;jeör'»# W 

nra^n  r<J  Jp«,  i«  ßXiitm,  livdqmTiog  xtt\  niÄpw.To;.  '//  na^ti  ri»  «rw  ^».tHi', 
mtiqonöi  n;  ini*  u.  o.  w.  Di»  Ordnung  diettcr  Lexika  int  die  gewöhnliche 
aipliabctiflclie,  nicht  die  antistoBchischu ;  doch  ist  dio  Keihenfolge  Dicbt 
I  streng  eiiigeltaltfln  und  bald  mehr,  bald  weniger  verwirrt.  Bieber  sind 
folgoiidv  Vertreter  dieser  Gattung  bxw.  folgende  Itedaktianen  bekannt  ge- 
worden: 1.  Da»  sogenannte  Etymologicum  Magntim,  'EtvjtoXop^iv  ttijo 
xat'  ül^üßt^iin:  2.  Dos  Etyniologiciiin  Oiidianuni,  ko  genannt.  v;«i\ 
es  in  einer  ehemals  dem  Gudiu»  gehörigen  ilundHchrift  in  Wolfenbüttel 
erhalten  iBt.  'i.  Dos  Etymologicum  Angelicanum  in  einer  »ehr  ver^^ 
dorbenen  Hand-tohrift  der  angelikanischen  Bibliothek  in  Rom,  nahe  ver- 
wandt  mit  dem  Umlianinn.  4.  Das  Etymologicum  Florentinum  in  t-iner 
Haudi^cbrift  der  Bibliotheca  LauitsnUana.  5.  I>a»  Etymologicum  Flo- 
rentinum parvum  in  derselben  Florentiner  Handschrift.  Es  zeigt  grosM 
Verwandtschaft  mit  dem  Gudianum. 

Nachdem  dieser  handschriftliche  Thatbestand   in  grossen  Zwiecben- 
räumen  allmfihlich  an»  Licht  gezogi'n  war,  erhob  sich  hier  wie  in  der  g«- 
samtcn  grammatischen  Litturatur  der  Byzantiner  die  Forderung,  das  diplo- 
matische und  genoatogische  Verhält  ni.s  dieser  Werke,  die  alle  unter 
sich  verwandt  sind,  näher  zu  bestimmen  und  die  Originalwcrke  heraur, 
ztischHlen.     Die  neueren  Untersuchungen  ergaben  hierüber  folgende«;  D 
unter  dem  Namen  Etymologicum  Megnum  gehende  Work  trA 
diesen  Kamen  mit  Unrecht;  er  ist  ihm  nilikürlich  vom  ersten  Uerai 
güber  Husums  (KallierKisi'l  beigelegt,  der,  um  diea  xu  verbergen,  Mgar 
einige  Quellenangaben  im  Werke  Hnderte.     In  Wahrheit  wird  nSmlk'h  al« 
Hauptquelle   ein  'Etvfiai.oyixoi'  ftiya   und   ein   'EivitoloyDuir   iiXXo,   neben 
diesen  das  ^(/(ditlffi'-Lexikon  und  eine  Sammlung  'EnifitQiatiof  genannt, 
wohl   dieses   echte  'Eivfioloytxöv    ftt'ya.    als    das   'ErrftoioyiMr    aXlo   sini 
wie  II,  Keitzenstein  dargelegt  hat,  gesondert  erhalten;  das 'fri'tioJ«^. 
ft^ya  steht  in  zwei  Handschriften,  in  dem  von  Keitzenstein  gefundenen  Vati- 
canuR  Or.  181^  (saec.  10)  und  im  Floreot.  8.  Marci  304  (saec.   10|,  aa« 
wclehem  E.  Miller  dasselbe  als  Etynmlogicuni  Florentinum  verOlTenlhcht 
hat;  dazu  kommen  mehrere  Ansztlge  und  Überarbeitungen.     Das  'Etrn 
ÄayiKor  ukXo  ist  in  sehr  vielen  Han<Uchnften  aufbewahrti   von  denen 
jetzt  als  die  beate  der  Cod.  Parii;.  suppl.  gr-  172  gilt 

Das   echte  'Ei t'ftaioyixör   fuyn   entstand   in    der   «weit«!)  HSIft« 
10.  Jahrhundert«,  also   um  die  Zeit,  in   welcher  solche  äantmlungen 
gröaecren  Stil,  zum  Teil  durch  die  Anrogimgen  de«  Konstantin  Porph; 
gennetos,  beliebt  geworden  waren  und  auch  Suidas  »ein  l^extkon  abfi 
Ala  Quellen  des  sogenannten  Etymologicum  Magnum  bzw.    seiner  t 
Hauptbest.andteile,  des  'EtviwXoymör  ftiya  und  des  'Et vitoloytKÖv  akXo, 
j^eu  »ich  das  hauptsjichlieh  aus  Homerepimeriamen  gezogene  Werk 


Ite;  vielleicht  sind  nucli   noch  ■HKKoiiiinciitai'«  de«  Zenobioa  zu 
9nio»  oIe  Quellen  anzunohmon.   Cf^^rDsBtc  Schwicrigkuit  dor  IJntor- 
mg    liegt    wie  bei  Ptiotios  und  Suiilaa  in  der  tJiitorsc-heiduny    mittel- 
und  tiRmittelbarer  BenQtzung  der  erkennbaren    Quellen,    und  durch 
Bre  Forschung  wird  die  vermeintliche  Mannigfaltigkeit  direkter  Vor- 
wohl auch  hier  noch  bedeutend  zusaniinensi'hrumpft-n. 

1.  Aasgubcn:  Dm  No^onMiot«  Etymolugiciini  Mngnum:  V.ä.  pr.   M.  Musurtis 
Zub.   Ciillicigiii,   VcnnliiMt  14fi9,      Kinp   gcnnuc    Bcsclireihiini;   di^ner    AusKiibo   gibt 

icrand,  BiUiogr.  hell.  1  5-^  IT.  —  Kd.  Aldus,  Voiietine  154S.  ~  Kd.  Fr.  SylLiii-fc. 
Amk  lb9i  (lacbtjgo  Loistung),  -  EJ.  II.  brliaefcr.  I<eiiiaig  181S  (nur  vtiAf<»]ii>rl«r 
lek  ivt  Ausgubo  Syiburgs).  —  Jobt  ist  nur  xu  lenÜUcii:  foytnologicum  Mnemim  olc, 
dd.  RiM  roctiiiiiiit  el  iiotis  vwionini  iiisiruxic  Tlmmun  (IniBforii,  Oxonii  iHiri  (ta'it 
I  Autixeo-,  Wurt'  uod  .Sacliiiidei).  —  Et}'inolüi;iuuiii  Üudiuiiuiii:  l'Jd.  Fr.  CJ.  Sturx, 
W  ISIS  (blosser  Abdiuok  d^r  rc^lurbl^De□  Handschrift [,  Kino  ni'ue  Au«|j;Hbs  Ul-s  El. 
iri  in  AUMidit  g«sl#llt  von  O,  Cariiutli  Is.  B>-rli[ivr  ubil.  Wncb^DBclirKt  1890  .S. -12  f.). 
7mal.  Angclicaniim:  Kiirxo  Üi-sobreibung  von  t  r.  ItitHchl.  Ormscula  1  (1866] 
W2.  --  Ktymol.  Klorentinutn  und  Elyinol.  pnrviim  *iil.  K.  Millor,  Mi>luna*i* 
tUratiiTc  gincnne,  Pnris  \H8  8.  II  — 3]fi;  319—3^0.  -  AusiDgo  aus  pHii^er  llfls 
Jogüchcr  l.»iiliR  gab  J.  A.  Crami?'!',  An.  Van».  4  (1841)  3  — 176.  —  Uebpr  ein  'Er  r.ua- 
tif  St'f4Här«(  tvp  /ityiiioi'  j'Qafifiatiniiv  in  einem  Code.t  Fiumensis  gibt  eine  hnnd- 
Uiohe  hotie  imt  oincr  Frobe  aus  Litt.  R  Guil.  }>tudenuind.  .^necdutn  varia  (irnpcn 
I)  1 13  f,  —  Uebsr  oinc  tjc.  welche  ein  mit  dem  Etj-m.  liud.  vfrw«nd(eB  Werk  frHgmtm« 
I  «aüi&ll,  vgl.C.  TiAohciidorf.  Nulilin  cdil.  cud.  bibliuu  Sinnitici,  Uiisiau  1860  8.  ßlt. 

2.  Hilfaniitt«!:   L.  Eiil«nkump,    äpuuiuivn   cmi^udatiünum    et   ubBervntiuuuiii    in 
»um,  Gntting««  I7G6.  —  Zn  Ana  UnudM'l triften  de^  Ktyin.  Uad,  9.  ZiniMionnuiina  Z«it- 

'  4m  AlUrtunvwissenscliaft  7(1840)  N.  H>'<  IT.  —  neii[>r«cbiing  der  AungHbotiaisfords 
W.  S.  (ScbD«Jdevln?)  in  dun  GüttinR.  Gel.  Aomigan  1S4S  S,  ITTT— 1797.    -  Fr. 
kbl.  De  Oro  «t  Orion«  bi  den  Opiucula  1  btiü  IT.,  und:  Tbomai.'  Mugistri  Kcloga,  Pmleg. 
fl  M;  70.  —  A.  K«b«r.  Photü   Imicoh  vol,  I  Frolog,  IfiT— 173.   —    O.  Cnrnntli, 
nolagicitin  Mkcnum.  Jahna  Jahrb.  107  (IS7S)  240.    -    0.  Carnuth.   De  t^tvin. 
ntibua.  fmn  t,  Il«rolini  InTi;  pant  II.  Jevcr  1070.  —  O.  Cnrnutb.  guellcnstmlien 
Qadiiutuin.  p.  l  und  II,  »wcj  I'rogr.,  Dnmtig  Iföi)  und  1HH8.    —   0.  Curnulh. 
lam    Et}-mutu|;i('um  liudinniun.      JubilfiuinBBchrift     (.   d.  Albert iidunivc'J^i tili 
I8d4.  —  O.  Catuulli,  Vvler  diis  VerbAltnis  des  Etj'inolegiciim  Gudianiini  lu 
Dien  Eijrmolofticuin  Magimtn  ^i^tiuinuin.   FustscUr.  tum  öCljOhrigon  DnlctoigiibUSom 
isra,  [«ipag  18ftbS.07-lC)4.  Liuiudi«  bericbÜKetide  Kritik  von  II.  Roi tzoiin toi n, 
^<mn  nadisBiUB  und  QoDIlitiiim  in  ihrer  neuesten  [ielinndhing.  lierlinor  pliilul.  VVodirn- 
[1896  Nr.  26-S7,  8.  703 ff..  83.'<  IT..  8bQ  tT.  -  Gogon  KiMtzunsteins  Kritik  richtet  nivh: 
irBBtk,  Dan  Ktjmolagieuin  FlorcntiDiini  PftrvHm  und  das  Ktymologicuiii  Magnum  (ienui^J 


BrsaDtiniacbe  LiU«nt)urg«i«liiohte.    I.  Proaftlncha  Uti«rfttnr. 


Do  Aniinonii.  Kihhü,  nlioriiiii  di^linclianibiiK  sTnonyinicin,  I>iH.,  Kfinignburg  )8K3  S.  TS — Ufl 
Ninl:  ^r<^iiUrDkDiidr  dm  KlTm.  }liguuni,  Khmii.  Haa.40(lSgj)37I  -376.  nnd:  üenMI 
frigMoto,  Jtkim  JBhrli.  138  1IS86)  258  -260.  ~  B.  ttcitKensleiB.  Zu  d«n  Q«ell«n  dt« 
BOgMUUiBtsa  Elyn.  Mafnmn.  PUIoIdkiu  tö  (I8S9)  450—156  und  49  (1890)  4iX>-ti».  - 
R.  Reit(flB8l«in.  D«a  whte  'Ktr/itioyixär  uiya,  VerbMdlungAn  der  40.  d«uta(lien  Phil«- 
t«KeB*«n.,  I.«ipzi;  l)-d)f  S.  4<l3— 408.  —  K  Keitiüiiatein.  Zu  d«n  PatiaaiiuMdialiM. 
HUMM  29  lltm)  231—231)  laWi  «in  aut^rd^in  P&lnuchat  d««  Pliotico  xuNtsunMiCMUJItM 
BijymolegicwM,  du  dve  ^«uiuil«a  Sckuli«!!  als  Qaell»  dteato).  —  KrkllniaK  eni«r  UI««m 
dM  Rjrn.  nonotHiKn  tod  C  Cr<iiBiiiB>,  PhiMogDfl  M  (1695)  395.  ~  Aettei«  B«ittlgi 
■a  «öimImii  StolUo  dse  K.  M.  Ttinncliii«4  W.  Kngalmann,  Bibltothoc«  aeriptoram  dM» 
Mran  t*  (1880)  SOS. 

3.  AI*  «ÖMaQaalla  dm  Ktfimitogicuiii  Magnam  galt  frtber  ein  SunmelwMt: 
K>»«MM-  i^fffif,  da*  unter  dem  nloluo  Nam«!)  des  ,jfing«r«n  Ariatarch*  im  C«i 
Paris.  VM  (nee.  16)  erlialteii  iaL  S.  t.  lt.  t.  Bokkor,  Auvviluta  il(  1400.  uad  S<chn«id(- 
wiB>.  GMtM«.  Onl.  AntdK«ii  1848  S.  1T92.  lu  Walirh<<tt  ixl  dieavr  .jriuf;«te  Anitirdi' 
Maar  jantr  GiSecbMi  d«a  IS.  Jabriraadirta,  die  aich  lu  Erwerbuw«ck«n  mit  d«r  VwiMi' 
taac  ancabticher  alter  AntMMi  b«faaal«a.  Dos  Machwerk,  dem  d«r  FSIw-Iim  lur  B»-_ 
^■nignc  daa  KanMoi  daa  jüngeren  Ari8tar''li  und  sogar  ein  miy^nuiu:  ä4t,Xi>r  vpr 
lal  «üw  KänfosÜMw  aaadNn  Et^m,  Ha^mn  nnd  ninigen  Rndernn  gnunnuliacK^n  Srb 
W.  C  Karaar.  Da  Atittarehi  a*Ute  minoris  cnnombus.  Philologn«  IS  (1858)  59  -«7, 
flTWMMhroRr..  gi^aa  ie«2. 

4.  Daa  von  latL  M—it  taiebandn  BrvcbaUck  dnea  orlbograpliiichon  l<exik«s^ 
w«tcb«a  ail  Thaagnoat  «od  dam  Etjrmologiouin  Hagnum  verwandt  nt  und  «ine.' 
caki  Dickler-  and  ProaaikerfrBgnaBte  bint,  «d.  aua  dem  Cod.  8.  i^alvatore  U 
H«MUM  B.  Babe.  Uuota  Mcannenae  da  foU  Bdscrii)!»,  Rbeia.  Hua.  47  (l>r»2|4(H' 
OnM  Nacktn«.  Bhew.  Mm.  50  (1^»5)  148-152.  ~  AuaiO««  ans  «iiiem  ia  viel« 
Tnrtnaiaifadrm.  bcK  aber  bn  Cod.  Valic.  gr.  33  voUatindis  Qb«rll»fert(in  ortkocratlötebM 
'4rria>a*/*fi«r.  das  ^  UilfsmiUal  lur  Ergtniun^  und  Boricbttguag  d«r  Gt«aa*a  lll 
Uea7r.b)i>a  nui  Wrri  ist.  cibl  R  Reitxeaat^in,  Inadita  poatanim  gra«c«ruBi  fragmalfc 
l»4ax  fectianui  Or  daa  WiBtarwiMet«r  \^92  93.  Roatoek  1893  fi.  S  ff.  ~  Kin  Biii«baltii 
firn»^  «ttbagnfhiacbm  Laxflcaaa  ad.  Tr.  Ochinr.  Kni^nior.tnin  ßlaasnrii  vi^teri«  Biaatt  u 
■fagn|lM  ea^Maa  alicnaa  Baiaeaaai.  Gj^nauialprogr..  Hnllo  1^19  (In-;,  a  jipujfi'Vttti  tn 
ifälaaraiL  ~  Krä  ^iiinMlhilin|.iail>ia  Lexikon  ed.  E.  Miller.  Anauain  do  TaacMi.  H  '.'■ 
S!S— 9M.  Bcncbbgaag««  düa  t«b  O.Carnutb,  Bureiana  Jalireab«r.  Cber  die  Pori3<.ni.:i' 
dar  Uaw,  Altatnmswi«.  .".  (1!*TS1  139-141. 

JSS.   Dm  Lttxioon  Tindobonenae    Ut   ein  W{trt«t-bucb  ohne 

aI|>hatt^>tiM-hv  Rethi>nfoIgi>,  in  wckliem  zu  den  oinzchibn  Wi3rt«rn  zahkrcii 

Bek^'  »u^  Pichteni  und  Prosukem  zitiert  wcrxlon.   Ak  Autor  des  We 

ist  durch  ciitfii  im  Jahre  I3i3  geschriebenen  Codex  V'aticanu»  ein  gev 

Andreas  I.opadiote»  i>rwie8en  worden,  der,  wie  seine  Zitat«  au»  Oni) 

V(W  (\pen)  dartbun.   in   dvr  ersten  HälfU'  de«  14.  Jalirliundert«  sehr 

S.   tiuil.  StodcBond.   An&cduU  varia  Gra«c«    1  (1686)    lOy     Ren  Wfl 

4i«Hr  Kompilation  bezeichnet  Xauck  durch  den  Satz  des  Atlieitaeo»  (1 

Pw  6M  A.):    *t    ^i;    i'crr^    );snr,    oiSir    äf  t^v  xmv  j(faftftaii»mt'  fiotfittf 

vmA  benerkt  dazu:   Yirtutv«  eiu«   nultae  mint,   vitia  innnmiTA,  Stupor 

enidibSia.    AUarfings  g«ht   au;<   den  nngcftlhHcn  Bci)>pii-lon  hen-or, 

hiinr  drr  GipMptmkt  de«  BI{Vd»>innes  und  der  Uuw'iiwcQheit  erreicht  tsL 

Aulttr  kvtixn  da«  lino<.'hisclit>  nicht  und  kompiliert  nachlässig  nnd 

mmüg  ttUB  frMndea  t^uellon.  wiederholt  diesolheu  Dinge  an  vcrsclilislei 

SMhHi  md  vwwtrrt  die   Angaben   seiner   Vorlagen.      Doch   enthAII 

«Mkrt  ao  «ntaatiltc-be  Hachweri:  Veno  au«;  Sophokles  und  rherokmti'«. 

•NMt  aidit  Bb«rtie(i»i  nnd.  und  nOtzt  auch  mr  Emendution  i'inigcr  Aulur 

irf«  de«  Maximos  IVrMe,  Libanioa  und  h«'»nnder.4  di-s  1liiiK>rio».    Uaupl 

quvile  i»t  dw  Epitome  des  Harpokration. 

I.  Dw  I.cxiran  ViaJahaBvaaa    fr.    ■-•T  '  '  1-iltt'    wie 

iMik  Wamkn  Th^»d    bergk  M  rMrüw-  ..ll«  I8:.9 

(Im  TtM:   Kl;M-l.«>nuB   VinUhwBMiV    -    b 


—    liK^u  IUI     I  inuoi^iii"!!«'    ror.    at    H'1iiuu<" 


,  USrÄniöf  <lMT«Dkoo"TliidöboiienBor  fleEömTemniBr 
|ii«r  ktrtiiliclirii  Muse  geopfert  iii  hHboD.  Ein  ihm  zugeacliricbmiGS  Epigminin  fU'i 
«■cfwoir  Uli.  ^I  Uillcr.  MiuinelJs  riiilno  carminA  1  {It&h)  i'i'i. 
4.  Hit  d«tn  I.exikoD  VindoboneiiBc  oil.  A.  Nauolc  als  Appendix  suäaer  den  ä  77 
12  noöerl^B  Sohhftfn  dos  t'hotios  und  Tseties  mehrere  nach  d«ii  Uss,  uns  donan 
bMUBi«!!  Htid,  bcAMint«  i;riimroiiUBdiu  Schriften:  iJraminiiticuH  Ambroniunus, 
nati<;uBrodici8  HamburguoeiB,  Urammaticus  RomauuiideDolia  vutcrum 
liii.  Orammiilicus  Vunutua  «t  Bodleinuuii.  ürammuticus  Harl«iauu8, 
inatirui  l'ariiilnnR:  auMerdem:  Polvbiua  de  barbariamo  i>t  solueoismo. 
Aounj-rnua  OtKT  dasstilbe  Thtma,  iwoj  Scnrifton  iIpb  Herodinn.  oint»  nnwiyme  Schrift 
41«  lyriHchcti  Dichter,  grnnimniiscbn  Kxiorpte  aiix  Codd.  Itainccrani 
li  Lekicoa  Cantabrigicnse.     Die  inoistRn   der  gonannlon  Schriften  wiuvn  avhan 

iwn  Cramar,  Boiasunade,  i^eil,  Schooiiiewia,  li^'rgk  u.  n.  ediert  worden;  ».  die 
bnrttMbwMae  bei  Nau«k.  Unter  diosc'D  StUckon  lieiini[irucht  diu  erste  Stelttf  duH 
SB  CantabriKienau,  viii  altes,  höchst  wertvoll»  rboloriaohea  WOrlurLuch,  diis  am 

itit  IlarpokratioDhaadacbrift  von  Cambridgu  urhult-!U  ist.  Zu  vet^leiHian  ist  vi«l- 
it  von  k.  Millvr  aus  dem  Orient  mitgebrachte  Schrift  'Kk  rüi'  Klni<<Koii  KitaHiurai 
«ir  7ia(<i  ioT(  'AttuaU  ^(opoi  Cijiatiuc'ruir.  Das  livx.  Cantabr,  voratTant lichte 
«,  ««ml  mit  d«m  I.9iihon  des  Pholio«,  London  W12  (wiedorholt  Leipxlg  ISS^S); 
tpant  unter  dem  Titel:  I^xirnii  rhnloricum  Ciintabriglonno  ele.  exanripait  co  cuniilio. 
r*tiir  P.  K  Dobree.  Unntnbrigine  isat.  -  Kd.  Kd.  Mrior.  Hnlle  Ii<43.  —  Kd. 
Drh  mit  dem  Lrxieon  VindoboncnHo  S,  :129--Ü5tl:  vgl.  Pruoem.  8.  42  f.  -^  Endliuh: 
rbnlorirum  Ckntabri|(ieiiiie  rve.  et  iinnot.    critica  instruxit  G.  0.  üoulsina,    Lug- 

ilavomm   XXli).  uiil  eumr  llüighcheti,  aber  iiihultsannen  Einleitung. 
h.  Phnvorinas  (Favorioiie)  nicht  ta  verireuhaelu  mit  dem  Sophisten  Kitvorinas  ans 
I  de«  fladrian,  mit  vollem  Namen  Variuus  Phavurinus  Camere  \A.   h,  Vnrinns  ans 

bei  CauMtino).  ein  italiantacher  Benediktiner,  der  Schiller  dn*  Johannes  I.nakaris. 
|L«««  X,  «nit  1512  Vorstand  der  medicciscl.en  Bibliothek  zu  VXoTrta.,  spnter  Binchof 
rift  war  and  \h'M  itarb.  kompilierte  bub  Suidas,  dem  Ktymologiüum  Uugimm, 
I,  Moacbopuli».  Themas  Magister  u.  a.  ein  groasos  WUrtcrbuch  der  ^'rioohi- 
.fpracha.  vetchcs  u.  n.  von  dum  falaohen  Philemon  ausgebootet  wurde:  M(yu  xni 
tfiijftor  iti%iiir,    önlp  BnpiVof,    4'n^aiiiivo;.    Kiifiiif/t,   ri    ,Vai-]tn((jiB(   iniaiioiioc,    tx 

mai  Airf>jpwi-  ,1iplLiiiir  xcaä  mot^fitir  ai/rtiiinta.  Zuerst  e^drucJtt  Romas  1623; 
lelt  B—ileae  1^38:  endUoh  venuului  VunGtiis  1712.  Doch  ist  fnr  wiBsenachaniicho 
I  a«r  die  ed.  Romana  lu  benOtii^n.  nicht  di«  ed.  Veneta,  welche  z.  )t.  Utachl 
S-  —  Vg],  SnidMet  Phavorimgloeaaesucra^eui.  et  ill.  J.  Chr.  Gnttliob  Ernonti, 

1780.  —  FrOsann,  Qunestionum  Homericanim  parlicuJa  III,  Uuiv.-l'roar.  Uieaaen 
-  Fr.  Kitncfal.  Thomnn  niagiatri  sologa,  Prolegom.  S.  i'H.;  63  f.  ~  X.  I>uhra. 
rfantoboben,  Leipzig  It^lS  &.  165  t.  (aber  die  Ausbeutung  de*  Fnvorinua  durch  den 
I  PUIanoinJ.     Von   demselben    Autor   alanimt   auch   das   ebcufnlls   alphabetisch  go- 

llAKlnalisthe  Sammelwerk:  '£ii  tnif  UraroSiov   xni  äiiinr  iriui<u¥  ygttiiftif 

mbnmt^u^iot  hXoytü  xirit  «roi/eV.  Dos  Werk,  dem  ein  Verzeichnis  der  be- 


578 


Bfs&iit[niache  Litteratnrgescbichte.    1  ProaÜMifa«  Litt«r«tor. 


vor  allum  in  d^ii  lioli^litcn  iloppolspradii^^n  nennoii«umaU  dca  PaHtdo-DoaillMoe  (o.  8.  htl  (.1 
snit«waiidteu  Priiuips  dor  Ordnung  d«B  WorUcLktzM  nacfa  HsUrien  und  d«r  U«l«b«M 
durch  ]iral(tLsr1ie  tlespritche  Dber  di»  Dioft*  du  tiejidim  IitlWBS.  Man  ac1i«tnt  ätü 
ObrJKoiis  von  diir  .Mi*qi<  mtfiiXtiu'  wirklicli  «»tiig  NstiMi  Tenf>rM3i*D  tu  bab««:  ikiin  dt 
vurdft  dor  Anfnnhmo  nDt4tr  din  Qblinhcn  KehulbQchor  niclit  gnwtirdigt  Mir  tut  RJ*  nmf 
Kleni  nur  in  einem  Kxcniplare,  dem  Cud.  Lnur.  ü5,  7  fol-  346— 3M,  bokaunt  g«wwteL 

239.  Der  falsche  Phüemon.  Unter  dem  Namen  «Ines  '^X^/tuv  itt 
in  einer  l'ariser  Handschrift  des  IG.  Jahrb.  ein  AtSixör  tfXfoXoyuiör  ^l^)e^ 
liefert.  Der  dorn  Werke  vorausge.'^chickten  Bemerkung  zufolge  bestand 
dasiwlhc  ur»{)ri)nglich  aus  einem  alphabetischen  Wörterbache  der  8  ii<'do- 
teile  (d.  h.  vvOfta,  ^fj/ta,  (inoxr,,  a^&for,  artavvfUa,  n^9tais,  ini^^ijfta, 
avvSKSjioi:  b.  z.  ü.  Bt>kker.  Anecd,  Gr.  II  840);  davon  ist  in  unserer  Ilaii'J- 
Bchrift  der  Abschnitt  //«^i  öroiiatmv  und  ein  Teil  de»  Abfiehnittea  Ut^f 
^ijfitittav  erhalten.  In  denselben  Vorbemerkung,  die  an  einen  gewiaiea 
Antiphanen  gerichtet  ist,  wendet  sich  der  Verfasser  polemisch  geg«n  den 
Orammntiker  HyperpBchios  (yntQtex'o^)  aus  Alexandria  (nni  450  n.  Chr.) 
und  verheisst  etwas  Hosseres  zu  geben.  Nach  diesen  und  anderen  Indixion 
setzte  Osann  den  I'hilcmon  ins  5.  bis  6.  Jahrhundert.  Dagegen  bewiM 
K.  Lfhra  mit  .scharfsinniger  und  völlig  Überzeugender  ArgumentAfien,  da» 
die  Schrift  düs  ungebUehen  i'hileroon  im  Iß.  Jahrli.  entstand,  aisu  in  die 
Kategorie  der  Schwindel  werke  gehört,  wie  das  Violarium  der  Eudokia,  der 
falsche  Hesychios  Mlle^ios,  Psoudo-Drakon  u.  ».  w.  Die  Hauptquelle  de* 
l'hilemon  ist  namHcli  keine  andere  a!«  das  Lexikon  des  Phavorinus  (wahr- 
scheinlich in  der  2.  Ausgabe,  Basel  ITiHH).  Auch  die  vielfache  übereiii- 
Stimmung  mit  Eustathios  geht  nicht  direkt  auf  ihn  zurflck,  sondern  eb«i>- 
fallf«  auf  PhavorinuB,  der  den  Eustathios  deissig  verwertete.  Mit  Rscbt 
wird  das  Werk  als  eine  Fälschung  bezeichnet;  denn  der  Verfasser  surhte, 
wie  sieh  aus  verschiedenen  Stellen  ergibt,  zu  verhoimlichon,  dass  er  dun 
Pliuvoriuus  ausgesehriüben  hat,  und  Bclhsl.  dass  er  Christ  war.  Nach 
neueren  Untersuchungen  ist  der  Pariser  Codex  des  Philemon  von  dersvlheB 
Hand  geschrieben  wie  der  des  Pseudo-Drakon,  nämlich  von  dem  GriodMia 
Jakob  Diassorinos,  der  nun  wohl  auch  als  Verfasser  de«  HschwL>rkca 
bezeichnet  werden  darf.  Damit  erledigen  sich  die  weit»chweifigeD  Ver* 
mutungen  Osanns  und  anderer  über  die  alten  Quollen  des  Philemon. 

1.  Ausgnbcn;  Zuerst  ndierlo  den  faWlien  Philemon  C,  Uuroey.  4ilijfinrtn  üfunr 
Ttxi-iJ.<i}-irör.  Ex  bibliotlieca  l'arisicnai,  London!  1S12.  —  (JenBU^r  g«b  d«u  Text  KnJ. 
Osnnn,  fhÜKmanis  gramniatid  qu>e  suporsunt.  üeroUni  l^il.  Ztun  Paräer  PhiWoM 
rOgte  Osflnn  nas  einem  Cod.  I^urcnliuniia  ein  •f-ilif/ioroc  tiliersdiriebenM,  «bonfaJIs  ««fl> 
loBBB  OloBänTrru^iiic'iil,  ivolchce  mit  n(fi('A<ia  btcimit  uiid  mit  iliiii^  o'^'oc  «bbrieU.  0«i 
Prologomcmk  und  Konimeritor,  die  boid«  molir  die  bliiidv  Voietnf CBooimeBboit  dM  Bwm- 
geb«ta  nia  Hoinm  kiitiscbtin  Sinn  b^£i>ug«n. 

2.  Hilffluiitlol:  Vgl  Pliotii  loxicOD  od.  A.  Naber.  I  189—192.  wo  mAm  nacb- 

Epwieson  wird,  dasa  rbilenion  il1n^(<r  soin  ntns8  nts  RuKtnlbioe.  —  Hauptacbrifl:  K. 
Ohrs.  Des ao^ennnnten  l'hilemon  .iF.älKOS  TF.XSO.IonkOS  und:  F«F>mitus.  Jakns  J*Ml 
105  |ltiT3)  m^—ASS.  n-icdorbolt  in  dem  Buche;  Uio  rindanohidiMi.  I.cipiiK  1873  .'v  IM 
bin  191}.  Kinan  gelegonttiehon  UinwniB  ouf  dio  Unocbthoit  da*  Pkilenum  liaUe  Bbcit** 
I.ohra  Bchon  in  Horodiami  scrijjla  tri»,  Rceiinontii  1843  8.  489.  g«««Iion.  —  Vttrtv  4n 
wikbraohoinlirlicti  Vrrrosaer  des  Werkes  (DihiBuriuos)  s.  L.  Cohn,  Philologiiw.lwi  Ablua4 
lunson,  Mnrtin  Herli  zum  Ti).  Ovbnrt«ta|(e  von  ehemaligen  SchOlera  dargctmclii,  fiotJia 
IS88  S.  133—143.  Vgl.  S.  M2.  Zu  d«m  dort  •»rwjiholeu  Andrsaa  DannwwM  W  ihr  Aal 
aabi  Ton  I.ndw.  Schmidt.  Cuniralbl.  f.  »il>iiuUiekav«gen  8  (ldS6)  129—136.  luckntragtB. 

240.  Die  falsche  Eudokia.  Eudokin  Makrembolitissa.  Gemuhlin 
des  Konstantin  Dukaa  (105Ö— 1067),  galt  früher  als  Verfasserin  des  mythe- 


J 


ft.  AltortüBunriMeiiBabaft.    B.  WArterbflcher.    C.  Grammatik.    (8$  239— S41)     ^79 

logwch-antiqiiHri.sctien  Sammeiwork»  '/untf  (Violarium),  da»  zuerst  von 
VilloistiR,  Anecd.  Gr.  vol.  I.  ediert,  worden  ist  und  in  der  auf  Htwycliios 
Mile«ios,  riiotioä  und  Suidas  bezüglichen  Litteratur  lange  Zeit  ein«  grosse 
Uo\]&  spielte.  Nachdem  noch  K.  N.  Sathas,  Mitt.  BißX.ä,  U^öi.  S.  32; 
44  (jI/^;  /iiTI  das  Work  dem  Psellos  zugeschrieben  hatte,  wurde  es  von 
H.  Flach  neu  herau-sgegeben,  und  die  längst  iinge}:weit'elte  ßchtlieit  in 
Uiiienscbaftlicher,  aber  vergeblicher  Polemik  verteidigt:  selbst  die  Ki>n> 
Zession,  da»*  der  eehte  KiTn  durch  »piltere  ZuKÜtze  überwuchert  sei,  konnte 
nicht  lH.>frivdigen.  Es  bleibt  jetzt  nicht  der  geringstü  Zweifel  übrig,  das» 
das  Veilchenbeet  um  das  Jahr  lM:i  von  dem  Griechen  Konstantin 
l'alaeokappa  aus  verschiedenen,  meist  ziemlich  tri\nalen  Quellen  kompi- 
liert worden  ist.  Fast  die  Hälft«  de»  Werkes  ist  au»  dem  1538  in  Base! 
gvdmekten  Phavorinus  abgeschrieben;  ausHerdeni  i^t  ftir  die  biogi-aphi- 

<n  Artikel  Hauptqiielle  Suidas,  aber  auch  dieser  wahrscheinlich  nicht 
einer  Hundschrift,   sondern  in  der  Ausgabe  von   l.')l-l;   ferner  benutzte 

Komptlator  die  Baseler  Ausgabe   des  l'alaephatos  und  Oornutus 

1Ö43,  endlich  die  Kommentare  desNonnos  zu  vier  Itcden  dea  Gregor 

Nttianz. 

1.  AuHKAbrn:  Kd.  pr.  Tilloison,  Ao.  gr.  vol.  I,  Venedig  1781.  —  Ed,  H.  Flach. 
tig,  KbL  Tcobni^Tiiuin  1830. 

2.  Uilfoisittnl:  Ij.  0.  Haricisa,    Trogt,  quod  complectilur  in  Eiidocine  Vioinriam 
ratioauin  ipcc.,  fvriungeo  1785.  —  A.  C.  Main«cke,  Obg^rTationM  in  Kudacin«  Vio- 

Bibl.  d«T  »itpii  Litt.  u.  Kunst  5,  und  8.  Sl.,  «nttingpn  I7K9.  —  E.  Ki.  U.  Rpitxner,. 
critraM  tn  AjioUomii  Rliodii  scholiu  et  Rudocino  Violnrium  etc..  ['ro;^.,  'J  PnrUd, 
illMberg  IdlV.  -  ß.  Uercher.  Euduciu.  fbilologun  9  [IShi)  5U1.  -  H.  Nitiscli«, 
(jBMBboawB  Knduciaiuiraiii  capita  qiialtuur,  Leipifger  Diss..  Altenbur^'  1S68.  —  H.  Flacli, 
Öttt  KaiMfin  Badocia  Macrembolitiasa.  Ein«  Skizie  nue  dem  byzantiuischon  Oel«l)rt«n1etjen 
iM  II.  Jahriranderta.  Vortnc  gehalten  im  KOnigsbau  zu  StiiUgurt.  Tühing^n  1876.  — 
H.  Flach.  ü«b»T  dojt  Vioinriam  der  Knisorin  Eiidoci«,  Verhandl.  der  33.  Vorsamml.  dnuf- 
*thn  Philologen  in  Witabnilcti  l!<77.  Leipzig  läTö  S.  162,  —  U.  t'lnch,  Untcmucliungcn 
Ibw  Cnilokia  und  Suidoa,  Iicipxig  1S7Ü.  —  A.  Dnub,  Do  EudoFiae  viotarii  sie.  fontibuii. 
tngt.  Pnitntrg  i.  Br.  1860.  —  Uaupiscbrift;  P.  PuUh.  De  Eudocino.  tjuad  fartur, 
Tltbrio.  Stnaäiars  IS80  (=  Disaeii.  philol.  Aigontor.  IV  31.^-411).  Onxu  T.  Pulch. 
tHe  Pariwr  Handachrirten  des  Nonnoa  Ablina  und  Eudocia.  Plu1olagua41  (l»;^^)  341— SlO. 
w4  dM«.  Abfa.  KouBtautin  Pala«ocappa,  der  Verfa§Ber  des  Viuluriuma  der  EudukJa.  Hermes 
17  (18^)  177^192.  —  Vgl.  die  Bränrecbang  von  E.  Boysen,  PhUotogiacher  Anseigor 
(im  Lantaclit  IS  (1K>'2)  480-4^.  —  Flachs  .Untersuch,  übet  EudohJa  und  Suidas'  und  Pulchs 
Sdnift  ,D«  Eudocia«!.  quod  fertur  etc.'  wurden  von  U,  von  Wilamowitx-Mltllnndorff 
JB  du-  D— »arfun  litcrntureeiL  1880  S.  22fl  (f.  and  1881  g!.  319  f.  bnaprochon.  Darauf  nnt- 
«wtvta  n.  Flach  nil  ein«m  (dem  "Ü,  IMte  von  Jahns  Jahrb.  1881  bi^igrlogtcnj  schwUuh- 
Bc^Mi  PaKipbI»te:  ileir  von  WilBniowitz-MOIIendorff  und  Kudokia.  Eine  Skizzu  ans  dem 
bynalmiNolicn  GBlekricoieben  des  XIX.  Juluhunderts.  —  K.  Putzig,  Dt»  Nuuuiieuuelle 
tor  End«kia.  Rhein.  H«b.  97  (IS82J  GT-82,  und:  Zur  T<>xtur  im  Viölarium  der  Kudokin, 
rMbitOKiH  43  (1884)  319-360,  —  Ohne  DoUng  ist  en.  das«  K.  N.  äathns  nodi  in  den 
pMWMito  inddtU  r«Utifs  a  l'histoire  de  U  Or&co  7  (1888)  S.  XI  sn  d(ir  AnRchl  fMthnll.. 
hall**  hahm  fBr  Eadokia  die  lonia  verfssel,  —  Zu  Palneokappa  «.  die  Littoratur  S.  542. 
-  T^   P.  Egenoirf.  Bursion-MUUers  Jahresbericht  58  (1890)  294-297. 

ES.  Awwer  PhaTorinus,  Philemon  nnd  Eudokin  sind  mnncho  kMncra  WOrlorbUclicr 
der  HuiBBnialenxoit  bandMhrilUiob  erholten,  x.  B.  ein  von  Philnlphua  fUr  Hainen  Proond 
draat  von  Kreta  gochtiebenea  I^xikon.  jcUt  Cod.  Laur.  Conv.  soppr.  181,  und 
»  aaMjme  Veraeiclinltaei  die  aber  eobwurlich   sua  unbeknnutva  Ijuullen  Htammou. 


C.  Grammatik. 

241.  Allgemeine  Cbaraktenstik.     Wie  in  ßyzanz  alle  Fächer  der 
[Alt«ten)BirincD8chaft  in  der  Hanptitaclie  auf  Leistungen  der  hellenischen 

37* 


5g^^^^  BfUntlnlBchfl  UtteratargMchiebte.    I.  ProBkisoh«  Lltt«ntar.       ^^H 

Vorfahren  beruhen,  eo  bestehen  auch  die  grammatiscben  Studien  in 
engeren  füinne  ntir  in  einer  teÜR  verkOntenden,  teils  erweiternden  Ci*r- 
arbeitung  älterer  Werke.  Vor  allem  ist  es  das  ßUchlein  des  Dionr»ioK 
Thrax,  das  »loino  unei'mosülichen,  »elbst  in  armenischen  und  synVWii 
Handbüchern  erkennbaren  Wirkungen  auch  auf  die  byzantinische  Zeit  «r- 
»trcckt;  zur  Ergüiizuii)^  und  ErIäut<Tung  dienton  die  Konmiunlatoren  äe»- 
»olben.  Nicht  viel  geringer  war  der  Kinfiuss  dos  Thoodosios  von  Ale- 
xaudria  und  scinor  Erklürcr,  besonders  do»  Georgias  CboeroboskoB. 
Ebenso  dauerte  dos  Ansehen  der  bahnbrechenden  Arbeiten  des  Apol- 
lonios  Dyskolos  und  seines  Sohnes  Uerodianos  ungeschmiUed  fori. 
Von  ihnen  ergoss  sich  ein  breiter  Strom  von  Exzerpten  und  Svholien  Qbcr 
die  byzantini»clien  Jahrhunderte.  Apollonios  war  die  uncrschöpflielw 
Fundgrube  für  Schriften  über  die  einzelnen  Itodetoilo  und  über  die  Syntai. 
Herodianoß  blieb  luassgebcnde  AutoritUt  filr  die  Formenlehre  und  ins- 
betiondero  filr  die  Orthographie.  Verdünnt  und  oft  mit  unechten  ßestaud- 
toilon  versetzt  wurde  das  alte  grammatische  Gut  in  trivialen  Handbüchern, 
zuweilen  in  lexikalischer  Anordnung,  später  in  der  Form  von  jambischen 
und  politischen  Versen,  endlich  seit  dem  13.  Jahrhundert  in  der  beqnemeo 
Form  dos  Frage-  und  Antwortspiels  dem  wechselnden  Bednrfnii.  der  Schnle 
vennittelt..  Der  Hauptwert  dieser  zerstreuten  und  erst  in  neuester  '//e\i 
von  G.  Uhlig.  P.  Egenolff,  A.  Hilgard,  L.  Cohn,  R.  Schneider,  P.  Böite  u.  a. 
kritisch  gesichteten  Litteratur  beruht  demnach  in  der  Hilfe,  welche  sie 
f'tlr  die  ilekonstruktion  der  alten  Oranimatiker  gewährt;  ausscrdom  er- 
fahren wir  durch  sie  manche  keine-swegs  nutzlose  Eiiuelhoiten  zur  Qo- 
scliichto  des  byzantinischen  Unterrichte;  endlich  ist  nio  von  Bed«ii< 
tung  als  (Uo  Quölle  eines  groBsen  Teils  der  grammatischen  Technik,  welche 
vom  Zeitalter  des  Humanismus  bis  in  die  Gegenwart  den  grieehischt'ii 
Unterrieht  beherrscht  hat.  Die  grösste  Betonung  erfuhren  in  Byzans  diu 
elementaren  Teile  der  Grammatik,  Accent  und  Orthographie;  trenigM' 
Gewicht  fiel  auf  die  Formenlehre;  noch  stiefmatterlicher  wurde  du 
eigentliche  Syntax  behandelt.  Wie  die  Byzantiner  in  der  Praxis  doB 
Vorhilde  der  altgriochischon  Sprache  mehr  Suss^rlich  als  innerlich  nach- 
«trebten  und  nachkamen,  so  geschah  es  auch  in  der  Theorie.  3fit  der 
Erlernung  des  groben  Gerüstes  der  Formen  und  der  Kechtachreibung  Hess 
man  eü  in  der  Regel  bewenden.  In  der  That  hatte  der  des  Altgriectüsohca 
beflissene  Byzantiner  nirgends  grossere  Schwierigkeiten  zu  Üljenrioilua 
als  gerade  in  der  Orthographie,  weil  die  Aussprach«  »ich  im  Laufe  der 
Zeit  von  der  Schreibung  inimor  mehr  entfernte.  So  erklärt  sielt,  dfWi  di* 
Rechtschreibung  iui  gi'unimatischen  Unterrichte  eine  so  hervorragende  BoO« 
spielen  durfte.  Wie  selten  aber  trotzdem  feste  Kenntnisse  erreicht  wurdoB, 
beweisen  die  zahllosen  orthographischen  Schnitzer  in  griochischeo  Uand- 
Schriften  und  Urkunden  aller  Jahrhunderte. 

1.  Eine  kritiHche  Sammlung  auch  d«r  byionliniaclieD  L«iataiig«n  auf  dom  OsbM*  i* 
QrnmmAltk  verspricht  do«  längst  vorbereitete  Corpus  d«T  (riecbieohon  Ommnialikat 
(Ummmntiei  (imod  recognitj  ot  appnratu  critjoo  instraetl,  8  Teil«  iu  t5  IlindBol.  BbM 
duaiiKn  l'lun  in  ilon  Mitteilungen  der  Verlagabucbhondltnig  B.  Q.  Tonbnor  läS^  N.  I 
borivlitet  wiril.  -  Zur  Orient  icrung  über  die  ArboitoB  caaannternnd  angOMBiitor  (iimMliuiikir 
loti  Uj'Kiini  ^.  vuterat  ilio  xwei  tjoliriften  von  P.  Rgenolff:  Di« ortlwepiBelKR Stftcka 


6.  AU^rtnmawiBaeiisciikft.    C.  Grammatik.    (^  2i2)  ^^^^^ 

ItyKUtit.  Littcralur.  MiinnhL'iniPi  IVocr.  ISST,  und:  Dii«  ort1iDgrti|)1iiachea  Stücke  lior  byxnnt. 
Litteratur.  Üeidclborecr  I'roKr.  lt^t*S,  miv'te  <tL-H»elbt>n  Verf.  Borithto  über  die  griDchiiMbeii 
Gn«u»atik«r  in  Buraian-Hal)t>rs  JabiMbxricht  Qber  die  Foitdvbritta  der  kltua.  Älter- 
)MiiMiiii»iiMiibifr  Itd  88  nSSIl  43  ff.:  46  mm  109  ff.;  58  (1^00)  265  ff,,  wo  anoh  die 
Lnükocraplim  and  Me(rik««r  berOcksiobtittt  sind.  —  Einig«  BeitrAgo  ni  Tboodoeios  Ales., 
CboOTOMUM  IL  a.  )uib  auf  Grand  «rincs  granimntisclian  Sammetcodcx  in  Hamburg  Proller, 
QBMatioaM  de  hMoria  ftmnimntirH«  byzanliiiAo  ndioctia  inpditis  Hambnrgensibus,  Index 
mh»Hrmt,  Do>r|wt  IB40. 

2.  Krug-  nnd  AntworternniniBtikan  (Flrolematu):  Wahrend  noch  TceUea  (Ad 
tl4«iiMli  Opp.  V.  2K7)  di«  «llnn  Werke  d«B  Dionysioa  Throx  uud  des  Tlioodosios  von  Alu- 
SMHtriB  «dhiii  ximi  Studium  der  ßnimrnalik  i>m]>llobIt.  begannen  diese  ucffAbr  um 
JiaaaiUwi  Z«it  dnrcti  Si;bulkat«obi«ni»n,  in  (ioncii  das  graninuUMho  Maturiiil  in  der 
F«rni  vun  Frae«  und  Antwort  veiHrbeilet  war.  mehr  und  melir  &ua  ätr  Praxis  ver- 
Magl  «n  werden.  Ein  aolehee  Wt-rk  la^i,  wie  A.  Hügard  (Uranim.  (ir.  IV  2  ä.  CXXIX)  itn- 
■ianntt  »efaiKi  d«m  grammatiBcliMi  ilandhach  mi  (Imndo.  welab<^s  nnter  dem  Nampn  don 
Theoderoa  Prodromoa  geht.  Das  SltMt«  erbnJtene  ßeiepnl  dieser  grummntiachen  Gat- 
Ing  «iod  wob)  die  KrolomatB  dee  Codex  UuelferbjlanuB  Gudinnus  112.  a.  1^. 
Kiae  verkttTzIo  and  vcrbcsacrtc  Bearbeitung  vorfueste  Manuel  Moacbopulos;  sie  bnt 
■ck,  wi«  din  UBiAbtigcn  Hss  und  die  vier  godmoklen  Auagnben  beweisen,  mchreru  Jidir- 
hrndart«  luadurth,  nncb  iiücIi  dem  Aafkouiuira  der  Lob i'liU über  eines  C'lirysolorue.  Theu- 
deraa  Oase«  iL  iL,  im  Gebrauch  eilialten.  Etwa  ein  balbee  Jabrbiindert  nucb  Musthopulon 
MÄrieb  der  Heircipom  von  ßliodo«  Nlloa  DiaaaeriDoa  (s.  8.  560)  ein  dhnliubes  Werk. 
BeneekensweH  linrcb  eine  (vielleichl  durch  des  Vorbild  der  lateinischen  (Sraininalik  ver- 
■alaaale)  n^ie  EiDleiliUg  der  Nomina  in  fOnf  Deklinationen  ist  die  itn  Codex  Tübingen 9 is 
II  1^,  34,  n.  I'i.  erbalteoa  Bearbeitung  der  Erotematn  des  MosEhopulos.  die  im  Codi-x 
■briicen»  «iebsr  mit  l.'nreeht  dem  Monehopuloa  äelbst  lugMclirieben  wird.  Die  KTiecbiBchön 
RoniMaiHloD,  wokbc  wH  dorn  Kndu  de«  H,  Jahthunderte  uiir  itnlischem  Boden  das  Wieder' 
urirbirn  der  klaasiaoheii  ätudieo  vorbereiteten,  haben  diu  Erotematu  mit  Verliebe  fUr  deu 
t'ntffTrirht  beüfllxt  und  in  versoUedeiwa  Bearboitungen  verlireitel;  das  Aind  die  (landbClelier 
4«e  Maniiel  Cbrrsoloras  (Ed.  prüioepa  wahrecbeinlich  die  rein  griechiaoli«  Ausgabe  a. 
L  «t  a..  nach  R.  Legtaads  Vonnnlung  ta  FlorenK  I4M  gednickt:  eine  griechieoh-Uteiniacbo 
Aaagabe  oi««hica  tn  Venedig  1494),  des  Tbeodoioa  (.iazea  <Ed.  pr.  Venedig  1405),  de« 
KonataDlino»  I.aBkaiiK  (Kd.  pr.  Mailand  147^)  und  de?  Demetrioe  Chalkondyloa 
(Ed.  fr.  Uailaod  1403).  Am  den  Werken  dieser  griechischen  Humanisten  gelangte  die 
BHBnatiscbe  1'eduiik  dor  ilyxaiitiner  in  die  ersten  in  latuiuiachor  äpraehe  abgefaseten 
^AfMcher  drr  gncdiiaehen  Grammatik,  die  Werke  des  Urbanua  von  liellunü  |1407) 
aad  d*a  Oeere  t>imler  (TUbinuen  1513).  Aus  diesen  uudlieh  sebüprten  Moinncli- 
Iken  «nd  Oreolampadina  den  wicht! guten  Stoff  fOr  ihre  berlllimten  Lcurbddier.  -  Am 
hartMi  unterrichtet  Über  die  Oeachiohto  der  ginmmatiBcheD  Erotemata  nach  Lliliga.  Egenolffa 
«mI  Misea  «igenen  PoTScbOTigea  A.  Ililgard.  Gramm.  Gr,  IV  S  (1894)  S.  XX-LXI.  - 
OcbOT  die  llte8l«B  AnNxabon  der  von  den  griechiachon  Humanialen  verfuselon  grnminati- 
Mbaa  Kompeodien  •>.  K.  I.egrand.  Bibtiogr.  bell.  1  (]Hti5)  1  ff.,  5  f.,  1.5,   1?,  26,  41. 

t342.  Johannes  Philoponoe.  Eine  lebhafte  und  noch  einigermaaBen 
«EltMÜlndig«  Thätigkeit  horrachte  auf  dem  Gebiete  der  (jramniatilc  im 
fi.  JsbrhHnd«rt.  Im  Anfange  dosaelben  lebte  Johannes  mit  dem  Bei- 
namen rhilopono!«  au8  KSsarea.  der  als  Bischof  von  Aloxandria  auch 
JiUfrTi'j^ivheiisst.  Ala  seine  Lehrer  werden  der  Grammatiker  Komano^  und 
lirr  Aristotelewrklärer  Ammonio»  genannt.  Die  htterarische  ThÄtigkwit 
im  Pliileponn«  umfasste  ausser  der  Grammatik  namentlich  Philo- 
sophie und  Theologie;  sein  Gegner  im  Dogma  war  der  antiochenischo 
^Bttriarch  Sevcrus  (513—518).  Vgl.  S.  53.  Von  grammatischen  Schriften 
^^fet  Philopono!«  können  wir  die  Torixä  TKt^ayfikjiafa  und  eine  in  loxika- 
I  Dtdier  Fnrm  gehaltene,  im  Mitttrialtor  t^tark  verbreitete  Schrift  Ui^l  täv 
K  htofi^mi  toror(Ai>'wy  xa't  SiätfOQu  otifianöfvav.  Der  Gruiiil»tock  beider  Werke, 
fio  mdi  ergfinzen,  geht  auf  die  xnÜfoAoii;'  des  üerodianos  zurück,  und 
liahDden  dumnach  wie  der  grosse  Aufzug  des  Theodosios  aus  Alexan- 
drta  ein  Uilfsmittel  zur  Itekonstruktion  de»  Originalwerlces. 

I.  Torirntt  n«p.  «d.  mit  tlerodion  I7t(it  «;it}fuiiviy  W.  Dindorf,   Lipoiae  1825.  — 


I 


Bjiantiniacbe  LittorBtnrgeschiohte    I.  ProMische  Littoratnr. 

Hf^l  luif  Jm^upoi;  loc.  et«,  »m  b«6ttin  od.  roo  V.  Kgesvlff ,  Bnalaa  1S80  (ah  Kmi- 
sclirifl  zur  PbiloloK«nvfni.  in  Trior).  —  Vgl.  V.  Eg«nolff.  Die  orihoepiadiMi  Stick«  tlc 
&.  87  C;  Di«  orthngnpbiiKhni  Stücke  etc.  S.  S8,  uoil  11.  Petsokenig,  Wimer  StsAu 
3  (l)^81]  394  CHT.  -  Unuptschrift:  A.  Luilwioh,  Do  JoaBD«  Phtloponu  mwnlkfc 
[nd.  loot.  Kömp.borB  Iö88f89.  -  L'cber  die  saantjgen  Sci)rift«n  Am  Pbtlopanosa.  W.  CkrUt. 
üticcliiarlio  LitlcntturKeaob,'  Sff '''''^-  ^^*-  '>'^-  '  ^'"^  R)onogtS{ibi»clM  Dtratalhlllg  te  p- 
Mimten  ItllcrBriBolien  Tb&ttgkHit  d«a  viels«tti)t01i  Uriiiw<h  int  DO«  •«>  BedOrftiit. 

2.  Ein  anderer  Grainmatikin' JobAnnes  Pkilopanoti  der  von  ApoHonio«  Dynkolot 
erwAluit  wild.  lebte  unter  Tifaeriua  oilei'  Au^aatua.  (ieeeni  die  UontiSiMrang  d«a  Jal»nDa 
Pkilopoiina  lait  Jofaaniies  von  ÄlMtsnilriii  bolion  Cohn,  Lndwicb  ii.  a.  Zwetfef  erboben.  Vgl 
P.  EgonolfC,  Hnreian-Mnlkri!  Jnbro-berirbt  Bd  .W  (18S0)  27i. 

243.  Sonstige  Grammatiker  dea  6.  Jahrhunderts.  Bin  wohl  ^ttro^ 
jflllgerer  Zeitfienosse  dea  Philoppnofl,  der  abt>r  jedunfalls  noch  dem  6.  Jalr- 
hundert  angehßrt,  ist  der  Grammatiker  Johannes  Charax.  der  den  Pbäo- 
ponos  zitiert  und  »olbttt  eine  massgchcnde  Quelle  fUr  Choiroboskos  ist. 
Er  »cliriub  uinon  AutiKug  der  Orthograpliic  dos  Horodian:  'Ittänw 
eoywtäiov  yQapfiatixnv  Xti^axos  ntfi  ö^ifoyQa^iae,  ächolien  ZU  Thoo- 
doBiofl  u.  a.  Veröffentlicht  ist  von  ihm  ein  Frttgment  Ilr^i  iiuhrafttyyr 
lio(imr.  Einen  mageren  Auszug  aus  Cbarax  veranstaltete  ein  Patriarch  von 
Alexandri»,  8nphritnioR,  jedenfalls  derselbe,  der  im  Jahre  S-l-l  den  Patri- 
archcnthron  bestieg.  Ein  Zeitgenosse  des  ('harax  ist  der  Oramtnatikrr 
TiuiothcoH  von  Oazn.  von  dem  oino  ebenfalls  auf  Horodisii  zurOck* 
gebendu  »yntaktixclie  Abhandlung  (trhiilton  i»t:  TifioiHov  /'«C',^  xaniri^ 
xa^oXiKoi  TifQt  GvvTä^tag.  In  dieselbe  Zeit  gehört  wnhrwheinlich  auch  der 
von  Choiroboskos  in  seinen  Diktaten  zitierte  Grammatiker  8ergio.s,  der 
wohl  mit  dem  in  einer  Bearbeitung  des  Kyrillosglo.'isara  {Oramer,  An.  Pari». 
•1,  li)Ö,  25)  vorkommenden  ^i^yio^  rnött^o^  identisch  ist,  Vorechieden 
von  ihm  imd  einer  spStoron  Zeit  (etwa  dem  7.-9.  Jahrh.)  angi«h6rig  ist  d*r 
Loktor  Sergios  von  Emesa,  der  Verfai^Her  des  unter  dem  Titel:  2Ufri9e 
nt-ayri^atov  'lifiiat^rov  ^mto/tr^  ttöv  öyo/iuTiKmv  xavövwv  AtJLfov  'Uf«aii<tr«f 
erhaltenen  Exzerptes. 

1.  Cbarux.  ntpi  eif^oy^aiflat:  Proben  bei  I.  Bekkor,  Aaocd.  <it.  tlST.  ~ 
J.  A.  Cramer.  An,  Oxen.  4  (läST)  331  f.  —  Kio  SIQok  bei  Ch.  OrAUx,  Arcbi*«»  dt« 
miiwiDnH  Union tiflii II««  et  litt.,  III.  s^rie  t.  6  (1880]  195  f.  —  Charax,  lltfi  iyxUrt- 
fiiruir  fioflaif,  tld.  |)r.  aus  Cod.  Hatrit.  83  Jo,  Iriarte,  R«g)ii«  bibl.  Mauit.  oodiMtfi. 
miw  8.  816—818.  —  Obne  Kenntnis  von  dieser  Ausgabe  ed.  «dod  orheblicb  abwejclwdäi 
Text  I.  Bokkor,  Auecd.  Gr.  1149-1155. 

Ueber  KophranioB  vgl  A.  Kilgard.  Gramm,  gr-  IV  2  (1694)3.  CXXIII  A:  ■«■ 
Atutu^  HU»  Cbarax  ebenda  S.  3~&— 434. 

TimutbeoB  ed.  J.  A.  Cramer,  Ao.  Paris.  4  (1841)  239-244.  —  Vgl.  P.  Krea- 
oirr.  Die  urtboepiscben  St&cke  S.  37:  Die  ortbogrnphincheu  BtD«ke  4  IT.;  34.  -  A.  I.u4- 
wicli,  De  Joano«  Philopouo  grHmmatico  S.  $  B. 

üebor  Sergios  dou  Jnngoren  uud  andere  0 ramm ati kor  diese«  Nameiia  vgl.  Üi 
schArfainoige  UnterauchuDg  von  Ant.  Banu«tark,  l.ncnbrationes  S)-n>-<iraecM,  JabM 
.liüirb,  .Supplementb.  21  (1894)  S69-37^:  dazu  die  Litleratuniacbweise  8.  494  Anm.  IUI. 

2.  Von  Johannes  CbniBx,  dem  Zeitgenoesen  d«a  PbÜOponoa,  ist  u  tcbeida 
der  aus  dem  Sttunme  der  Moroi'bnrzanen  entaproasen«  Abentonrear  Jobnnnes  CttaraL 
Nacb  di>n  xicinlicb  uusfQlir liehen  Notizen  der  CnroDisten,  deren  Darstellung  fretlieb  ttm 
Has»  gegou  die  Bitd^isIUnuer  bKoinllusst  erscheint,  irir  donic]bi>  rio  b&urtig«r.  eucatii- 
BoheT.  der  Schwaizkuusl  und  dem  Ititrigiifnepiel  ergebener  Graminutiker  und  Diplonat 
Sicher  ist,  dass  er  vorn  Koiier  Micbael  II  Traulea  tum  Eniober  aeine«  Sobses  Mkanib 
von  Saiaer  Thcopbilos  (839—842)  mnx  Patriarchen  erhoben,  aber  nach  HenUllnag  4« 
Uilderdienutcg  diitger  Wllide  cntseUt  wurde.  Uober  sein  Leben  b.  Tbea|ibaBeM  e*nlti. 
ed.  Bonn.  8.  05  und  annat,  Kedrenos  (Skyützes)  ed.  Bonn.  II  144  S.  Hiennf  ErflD4«< 
aich  die  DaratelluQs  von  J.  v.  Hammer.  ConstsntiiiopoliH  nnd  der  Bwpon»  CfUlII 
S85-~240.  —  Eine  kritische  Würdigung  der  auf  dioMO  J.  Cliuax  becflglicbcoi  Slclka  ^ 


6.  AlUrtanswia&eiiBabatt.    C.  Onmmatik. 


Bt»  -M4J 


&83 


F-  II  i  ritoli .  Byuiot.  t-iuilic^n  S.  17  f.  uiiii  sonst;  ■.  aotDeii  Index  h,  v.  Job&DDPS  (Vll)  gmin- 
nuticiu.  —  Vgl.  Tli-  l'üut'nskij,  D«r  P&triarch  Juliannea  VII  Orammatikos  iind  dio 
K(M-Dromiten  Ivi  Hrmcuu  Mniii-it-^).  .hmm.  Miu.  1^90  Bd  367  Jftniutr  9.  1—34. 

344.  Qeorgios  Choeroboskoa  (Auipj-tof  ö  XoiQoßootöi)  war  nach  dem 
ÜbereiDstinuiiCDdcii  Zeugnis  violer  Handnchriften  Diakon  und  Professor  an 
d«r  Hoclisfhule  zu  Kormtiiiitinopt-I  (oixor.u*ii*f!5  3i6tiax<ti.i>i).  In  einer  Hand- 
«chrift  hf^iLHst  er  auch  x"Q""ß''^''S-  wobei  abur  unsicher  bibibt,  ob  damit 
lUs  bekannte  kirclUiche  Amt  odor,  wie  man  vennutut  hat,  die  Vortttand- 
ecbafl  der  Univei-aitätebibliothek  gemeint  ist.  Wie  andere  Gmmmatikor 
(bes.  Uerodiaii)  wird  auch  er  zuweilen  a1»  rfx*'""ii  zitiert.  Ob  sein  Bei- 
■une  XotifoßiittMi  (Schweinehirt)  auf  seine  eigene  Jugcndheschftftigung 
ui8]MeU  oder  einfach  als  ererbter  Familienname  zu  botraclitcn  ist,  läsat 
lieh  umaoweniger  entscheiden,  als  das  Zeitalter  d«s  Mannes,  welche«  ftir 
dui  Frage  der  1,'nlerscheidung  zwischen  persönlichen  Beinamen  und  Fainilien- 
Damun  erheblich  in  Betracht  kommt,  nur  »ehr  anuäheriid  bestimmt  werden 
kann.  Sicher  ist,  das»  Cli.  nach  dem  Beginn  des  6.  Jahrhunderts 
lebte;  denn  er  bentltJit«  die  Grammatiker  Sergios,  Johannes  Philoponos  und 
Johanncis  Cliarax.  Dagegen  sind  die  GrUnde,  aus  welchen  man  ihn  frilhcr 
in  die  zweit«  Hälfte  des  6,  Jahrhunderts  setete,  nicht  stichhaltig,  und  es 
lliRt  sich  Über  die  Spätgrenze  mit  vOUiger  Bestimmtheit  nur  sagen,  duss  er 
vw  dem  10.  Jahrhundert  lebt«,  da  er  im  Ktymologicum  Florentinum 
(a.  S.  574)  zitiert  wird.  Immerhin  sprechen  WahrBcheinlichkeitsgrllnde 
dafQr.  das»  iwine  Lebenazeit  nliher  dem  6.  als  dem  10.  Jahrhundert  liegt 
(1i.  spielt  in  der  Geschichte  der  byzantinischen  Bildung  eine  bedeutend© 
Itolle  durch  eine  Reihe  von  Vorlesungen,  welche  er  über  verscliiedeno 
Zweige  der  Sprachkunde  abhielt.  Sie  sind  von  Schülern  aufgezeichnet 
worden,  was  in  den  Handschriften  durch  den  Zusatz  änä  ifiavrn  auch  ge- 
wöhnlich ausdrücklich  vermerkt  wird.  Ch.  schupfte  sein  "Wissen  aus  den 
besten  alten  Quellen,  bua.  aus  Apollonios  und  Uerodianoe.  aber  aucli  aus 
apUeren  Grammatikern  wie  Oros,  Theodosioa  von  Aloxandria,  Sorgioe, 
Johannes  Philoponos  und  Johannes  Chara.\,  Seine  Darstellung  ist  klai- 
vnd  leichtfaHfllieh,  venät  aber  durch  ihre  ermüdende  Breite  allzu  sehr 
ilen  umstJindlichen  Schulvortrag.  In  der  philologischen  Litteratur  der 
fiteren  ByzantJoer  ist  Ch.  verhilltnismü^'^ig  wenig  benutzt  worden,  da 
man  nach  wie  vor  livbor  auf  die  filteren  Werke  zurlkkging:  dagegen 
hüllet«  er  eine  Uauptquelle  der  Grammatiker  in  der  Ilumonistenzeit,  bes.  des 
Konstantin  Laskaria  und  des  ITrbanus  von  Belluno  (s.  S.  5U1). 
Stjae  Schriften  bezw.  Vorlesungswerke  mOgen  nach  ihrer  zeitlichen  Reihen- 
Eidge,  die  Mch  durch  die  häufigen  Verweisungen  ziemlich  genau  bestimmen 
Mart,  anfgezählt  werden.  1.  Ein  Traktat  über  Prosodie.  2.  Vorlesungen 
ILber  die  Techne  des  Bionysios  Thrax ,  nur  fragmentarisch  erhalten. 
Vorlesungen  über  die  Nominal-  und  Verbalregeln  des  Theo- 
loaioa  von  Alexandria.  Dieses  voll.stüudig  auf  uns  gekommene  Haupt- 
mrfc  dM)  Ch.  enthält  umfangreiche  und  wichtige  Reste  alter  Gelehrsamkeit. 
4.  VoriesuDgcn  über  Orthogi'aphie,  auf  die  er  in  den  Erklärungen  zu 
TIeodoeioB  Sfter  hinweist.  Erbalten  ist  von  ihnen  uur  «in  Fragment  des 
4ritt«n  Abschnittes  lltfA  nwötr^of  und  wahrscheinlich  ein  Exzerpt  ans 
dn  nmfangreicben  Prolegomena.     Es  lässt  sich  aber  bewoitscn,  dass  Ch. 


58i 


BjMintiDiaolie  LiUeratiirg*achiabt«.    L  ProaaischB  Litl^rtttar. 


aucli  llbor  die  zwei  oreteii  Absclmitit-  dor  OrfhoRTaphie  d.  h.  //*pi  Wt- 
rti^Kng  {/uffioitor)  und  tl*Ql  rroiöri^tog  gdinndclt  hat.  ö.  Vorlesungen  Ober 
die  Metrik  des  Hephaention,  die  Hoorsclielmann  aus  voracliiodonon  B«- 
arbfitungoii  von  HephapatnonschoÜen  glaubwürdig  rokonntniiort  hat,  6.  Vor- 
lesungen ilboi-  das  Ononiatikon  A^»  Herodianos  und  Ober  das  Rhematikoi) 
des  Apollonios.  Aux  den  eiMtcrcu  stammt  der  IVaktat  U*^  twi-  m«  » 
t9i;At'xMi-  öroftiitmr.  Ausserdem  sind  von  diesoi)  Vorlesungen  nur  wenig«, 
XU»)  Teil  unsichere  Fragmente  erhalten.  Von  Erklärungen  zur  Syntu 
;  dm  ApoUonios,  die  an  einer  Stelle  der  Diktate  zu  T)ioodo«io8  enrilut 
vrorden,  ist  nichl«  weiteres  bekannt.  7.  grammatischer  Kommentar  zu  den 
Psalmen:  'Knifu^aftol  opr  ^f>p  tov  tpaXtijtifof  änö  ywr^  rrta^pov  t»f 
fm'xXi^v  Xoipoftoaitov.  Zwar  ist  die«fcs  Work  wegen  d«r  schlecht«n  Diktion 
und  wegen  einiger  Abweichungen  von  der  Lchro  do«  Ch.  von  Lehn, 
Lentn,  HUrachelmsnn  und  Uhlig  dem  Ch.  abgceprocben  worden:  il)«in 
Ch.  ist  al«  Alltor  solcher  Kpinu^rismen  so  aundrilcklich  bezeugt,  dass  da- 
gegen einige  fovmalf  und  saililiclie  Unobenheiton,  zumal  da  ea  sich  um  ein 
in  der  schwankenden  und  von  Zufiilligkciten  abhllngigon  Form  ein« 
Kollcgionhoftes  überliefertes  Werk  handelt,  nicht  in  Betracht  kommen 
können.  8,  Ein  in  zahllosen  Handschriften  überlieferter  Traktat  Iltei 
t^öniav  Tiottjtixmv.  Zwai-  wird  in  demselben  «  A/««<)(j«<rti,f  zitiert,  aber 
schon  A.  Ludwich  hat  bemerkt,  da.sH  damit  nicht  der  Symeon  Metaphraetes 
des  10.  .lahrhunderta,  sondern  waKi-»c]ieiiilich  der  Thrakier  Demostlifmu 
gemeint  ist,  der  eine  fitiäyffaaii  der  Ilia«  und  Odyssee  und  der  Tlteogoi)il| 
dos  Uoaiod  vorfas&te. 

AniiglibDii  und  Bilfemittel: 

t.  IWIctul.  llborTrosodio:  Kd.  I.  Dokkor,  An.  Ur.  S.  70S-;08.  -  Vgl.  A.  nilctrj 
Orftmm.  (it.  IV  2  (1U94)  S.  I.XX  f. 

2.  7m  dun  rrngmont^n  itbor  Diony«.  Thruc  vgl.  Utlgard  a.  a.  O.  S.  LXXII  t 

S.  KuiuHii-nlnr  KU  Tlii'odusioN :  Zuunit  eiiiKolno  Parti«!)  ed.  l.  Uekicer,  ka, 
S  1130- 1296.  und  Cramer.  An,  0«on.  i.  31l>-3fl».  —  Vollstindlg.  aber  bOdiat  fehl 
hall  xii«r8l.  ei).  vna  Tli,  Oaisford,  O.  Clioerubo«oi  Dictata  in  Tli«oiloBii  etnonea  •(  «p- 
merismi  in  psntnins,  8  volL.  Oxford  1842  (ilie  DikUt«  in  Bnnii  1—3).  -  Em«  «»IMtodifi« 
kritiaoho  AuBgnb«  von  A.  HMuBrd.  Oriwim.  Gr.  IV  1  (ISMü)  101—417  und  IV  2  |l"'ii 
1--371.  -  Vgl.  d(o  Prologomonn  S.  LXXIV.  —  O.  Uhlig.  Kbmo.  Mtu.  2.S  (l:rl70)  7J  ü 
-    Ad.  Hurt,  7.a  den  SchoUan  des  Dionysios  Thriu.  Jahns  .Inlirb.    lOh  {1873)  SIU-S". 

—  W.  Hoorschelmann,  Da  Dionysii  Tlirac.is  jntr>rpreti1>iui  veWibua  comnent.  p.  1.  D* 
MeUmpode  et  C'hoeruboHco,  Loipxii:   \S'i.   —   l'ehi^r  Auaiage    aus  dem    KonuiMcUr 
llioodonos  v|(l.  0.  Carnutli,  ijueHenstiidivD  xuni  Ktvniologioum  Gudiiuiiim.    Jobit 
eohiift  t.  i.  AlbertusiiniverMtät,  KOui^b«rg  18Q4  S.  8^  ff. 

4.  Ortlionrapliie :  Gd.  CrAmer.  An.  Oxon.  2. 167— 281.  —  !<<mi«  KolUtton  von  Rift 
Kehneider.  üodloinnn,  Leipzig;  1887  S.  20 — 83.   —  Der  Tmkt«  npöe  lovf  ir  im'«»  '■ 
i^fiaat   xnromt  Iijrovvrnc  ral  ipaiättjtiK,  dar   Rlr   ein  Exierjil    oitii  den  ProleKe****«'' ' 
Ortho§Taphie  gilt,  int  gedruckt  im  Thenaanui  Comucopiae  ed.  AlduH  1468  Tot  Sl^'—Üt 

—  Vgl.  Hilgard  a.  iL  0.  S.  LXXVIII  ff. 

h.  Kommonlar  su  Ut^phncsLion :  TA.  Ouil-  HoerHohelinniiii  in  den  AnecdoU  Vi 
OnecB  et  Lutina  edd.  R.  Schoell  et  Guil.  SUdemiind  1  (18äli)  31— »6.  —  Vgl  MaM 
Conabrnch,  De  veterum  ntpi  noin/joio«  dootrina.  Br<«taaer  pliilol.  AbbsndluigM  V  m 
BrwlMi  1890  S.  15  ff.,  und  Hilgard.  &.  a.  0.  S.  LXXXI1  f. 

8.  Zu    den    Voriesungen    Ober    Herodian    nad    Apollonioe   vgl.  Hilgftri,  a.  fc ' 
8.  LXXXm  ff.  und  12LV. 

7.  Kommentar  lu  den  I^almen:  Ed.   Gaisford  in  dar  oben  »rw&lmten  Aoiptil 
vol.  8.  1—192.  —  Tgl.  Arthnr  Kopp,  Do  Amenii,    tCnuiü,  alionun  diaitiociionibui  ^*f  | 
nj-micio  eftmnique  ooramuni  Tonte,  Dias.,  KOnigsborg  IRäS  S.  47— &7,  und  i(jlKai'<l-'^ '-'^ 
S.  LXXXVII  f.  »  J 

8.  Ht^i  t^nw  nmyjtaür-.TA.OiT.  Wall,  Bh«LGr.8,  80ft-880.  — Ed.L.Sp<B|*I< 


8.  AIt«rhiiiiBwlM»iucluft.    C.  Ontnnnktitt.    (g  245) 


585 


BImI.  fJr.  S,  24-t— 2.'i6.  —  Vgl.  C.  R  Kiarkii.  Zu  Clioirobimoui«  n^pi  rpönoir,  I'liilologus 
27  (ISM)  Ä8U-MS.  —  Bilg«'-''.  «■  «■  O.  8.  I.XXXVMl  f. 

9.  t'tlicr  uiii«u  kluui«n  Kommenliir  zii  Dionvalos  'l'liroi.  pro«oili»cho  Krotoinata, 
■iti«ii  IVmkUt  n«(J  /y*lini/44raiy  und  i-iii  Li'bpii  iIph  lil.  Mnrtyn>ra  OuorK.  die  aämlticli 
4«a  Ck.  mit  Unre^Jit  lugMC blieben  werden,  v^cl,  llltKird.  n.  a.  0,  S,  [.XXXVtl  IT,;  Aber 
«Ibm)  IVkkUl  tlf^  nrfi7<if*iiu>-,  ortbottmiibUohe  Snclioii  ii.  a.  ihid.  S.  XC,  imd  P,  Egfinolff. 
DW  i»iliMp«aclt«D  Sldekfl  S,  2r.  «.;  Di«  ortlioRrBphi sehen  Sttlrkn  S.  17  ft  —  Kleinere  krj. 
tivebtt  BviMc«  nbd  vcructrhiii^t  bei  W.  Kngoimnnn,   Kiblintborn  ncripfjinim  closskonim 

1*  (1880)  m. 

S4J).    ThdOgnoiitOB    (Ofu/ioioro;),    ein    Gmmtuutikor ,    (tusäOD    BlUte 

wahniclimnlich  in  den  Anfang  des  9.  Jiihrhim<lert«  r.u  setzen  ist,  verftutste 

ftlr  die  praktii'chen  Bedtlrftits!««  der  Sohulo  und  daher  ohne  Kflckmcht  auf 

lue  wifweii^chafUich«  Oranimatik  6in  liücht»rhi-oil)itbuch  in  der  Gestalt 

von  1003  Kegeln.     Dom  Worke  geht  oino  nu«  7  Trimctorn  und  einor 

prosaischen  Epistel  bestehende  Widmung  an  einen  Kiiiöor  Loon,  ofFonbur 

Leon  V  den  Armenier,  voraus,  deren  plumper  und  fehierbufk-r  Stil  einem 

Sprachlehrer  von    Fach  wenig  Ehre   macht.     Unter   Ttexiehung    auf   die 

Kriegsthaten  dea  Kaiiier»  bietet  er  »ich  ihm  al»  Kanipfgeno».ten  an  — 

aaf  dem  Scblachtfelde  der  Ornmmatik.  Schon  lilni^ft  pflöge  er  die  Sprach- 

knnat  und  treibe  unerbittlich  von  soirum  Schülern  eine»  jodtm  Wortes  Regol 

■in.     Sein  Wissen  Htomjno  auK  dein  inhaltrL-ichen  Buche  des  llerodian; 

P.Tiolfach  «bor  habe  or  die  ungeschickte  Fassung  der  alten  Kegeln  vor- 

besscrt:   Ivu  xai  ai-töi  ti  roff  aoTi  <)o'fw  ai-inyuiviaitaifni  •  TitiXai   /«p   juot 

4itm*t9ovnii*iff  tä  Yti<ififininni    xni  tAUfftifi   kt'^toif  tii-  itgfiödmr  xtH'öra  t'nv 

fwf  ^otti^tiäv  tma^iTi'/iuf  fiannatioitii'ii   fioi   •   »('(  dl   ix  ir;$   noXvt^Xov 

fU^Xof  fi'{  xa!t6Xov'Hfi«>dtaroT'  äraif^fi/itrog  x«!  XiS*i  At?*v  ti}»'  nrpHffiJjtHntf«!' 

Jnwvrätf'ai.  fgyt/f  ovtifi  riöv  /ifd  ttiav  fttfttXt^fiit'ov  u.  e.   w.     In  der  Tbnt 

das   Riesonwvrk   des   llerodian    /Jr^i    xu!fnX4x>]e   rt^oaip^iai;   eine   der 

iptqirellen.  aus  denen  Theognost  sein  Uegolbuch  zusammenntellte.  Auch 

atitw  Bemerkung,  er  habe  die  alten  Kegeln  verbeaaert,  int  in  seinem  l^inno 

rieblig:  sie  bedeht  sich  nämlich  offenbar  auf  das  eigentilmliclio  Verfahren, 

das  er  »einer  Vorlage    gegenüber  bcobncht«to.     Das  Werk  des  Herodian 

flithftlt  eine  vollstündige  Lehre  vom  griecbiMchen  Äccent,  wobei  die  Ortho- 

Knphie  mir  nebenbei  borDuksichtigt  ist-  Dem  Theognost  aber  war  es  um 

ifie  Orthographie  zu  thun;   daher   schmolz   er   die   prosodischen  Kegeln 

4bi  Uerodiao  in  orthographische  am.   Während  z.  B.  Herodian  die  Wßrter 

mf  -i^r  nach  dem  Accent  in  Dxytona  und  Paroxytona  untt'i'.''eliiedcn  hatte 

md  ebenso  die  WHrter  auf  -ir,    vereinigte   Theogno.-<t  Oxytona   und    Par- 

oxjtono,  schied  aber  die  auf  'iv  von  denen  auf  -f,v.     Für  die  Anordnung 

Utlt  er  sich  an  die  Aussprach»  seiner  Zeit,  welche  ai't,  »•(•>;,  m-v  (damal» 

iidit  =  i,  sondern  =  ü),  o-co  nicht  mehr  unterschied,  d.  h.   er  befolgte 

du  Prinzip  der  sogenannten  Antistoechie,  das  ausserdem  in  Byzanz 

kanptiwchlieb  durch  Suidas  vertreten  wird.    Vgl.  S.  564,    Wie  rein  äuaser- 

beli  und  verst&ndnislos   die  orthographischen  Kegeln   des  Thoogiiost  sind, 

lehre  ein  Beispiel:  npö  coir  n  xcn'  apx';*'  Xt'Stwg  i]  oi  äiyitoyyog  ovx  lanv  ■ 

Iti  wa  npö  toi'  ir  iv  ä^xii  ^♦J'WS  C'i^**  "'  'S  ^"*  *•""  ''  >liXov  Y^anTdov  ■ 

itip^farot,  i'nöitxo^,  vtiifftcctoi.     Mit    aolchen   Vorschriften    war  die  Er- 

Ntanag  der  griechisthen  Orthopraphie  allerdings  eine  wahre  Herkulesarbeit. 

iVotE  aller  fifangelhaftigkeit  bewahrt  Theognost  als  Mittel  zur  Rekonstruk- 


&84) 


Byiantinische  LitUrftturgMchieht«.    L  ProBUMh»  Uttorftlar, 


tioii  dc8  Horodian  wio  aU  Zeugnis  der  geistlosdii  byzantinischen  UnUtr- 
richtsmethodü  eoino  Bodoiititng. 

Im  h&horen  Alter  verfa»)itc  Th»(>gno«t  oinon  Borielit  Ober  den 
Aufstand  des  Kuphemios  in  Sizilien  und  die  Festsetzung  der  Arabef 
nuf  dieser  Insol  (826  827);  die  Schrift  ist  uns  nicht  erhalten,  wird  aber 
bezeugt  und  benutzt  vuu  dem  Fortsetzer  des  Thcephanos  (82,  IS, 
cd.  Bonn.);   dt^iot  iJ  tavta  au*fia*(tta  xtd  nkatixüit^ov  ^  tötr  y^aifiiaa 

TjfiT*   U.   S,  W. 

1.  AuKgubon:  Kd.  A.  Cramer.  An.  Oxoti,  2  (1885)  1—165  «is  CoJ. 
£0  {Mac.  II).  —  Nouo  Kullittion  des  Barocc.  von  R.  Scbneider.  BodlMuui.  Lei|iM  I 
S.  4—20.  —  Eine  neue  AoBgabe  nbemihm  fttr  das  Corpus  gramm.  Qr.  P,  BgenolTf. 

2.  Hilfamittel:  F.  GuiLSchneirlevin.  Conieclones  crilica,  GottingM  18t9  S.  IM. 
gibt  KmendAl Jonen  lum  CtninaraolK^n  Texte.  —  (i.  Qnrnhnrdy,  Soidae  l«uc»a  1. 1  PntS. 
'.i'  f.  Ubor  die  MiUittJloliMoha  Anordnung  des  Theognost  —  M.  Selmiidt,  B«rfclüi  Ale- 
xuidritti  lexicon,  vol.  4,  c|uac«t.  nosycli.  99—103.  gegen  I^beckx  bojllafig  aMgMpCMlMM 
Mi-iiiU[ig,  'i'booiciiost  bal)c  aus  HesycliioB  goscbOpft.  —  Aug.  Leiid.  Horodiani  KÜqaiM 
(Limiao  I86T— 70).  vol.  I  VvobI.  180-184.  Ober  das  Vl^^hJÜtllul  dea  TbMSDOal  sn  EI««£m 
und  Arbadius.  —  F.  Hirscb.  Bj-xaiitbisclio  .Studien  8.  19$  f..  aeut  de«  TbeoguMit  natar 
l>i<oii  VI.  —  P.  EgenoUf,  Die  orthogcuplii sehen  Stücke  der  bnantioiMlMa  LiUentsr 
S.  21  ff. 

3.  Urber  die  ZeitbeetimmnnK  des  Theognost  herrscbl  «ino  Kontrovetve.  die  sfck 
an  die  Frag<i  knüpft,  nb  unter  dem  Kaiser,  dem  der  (tinmnintikfr  sria  Elaborat  vidaitto, 
Leon  V  dor  Armenier  (813— 8Ü0)  oder  Leon  VI  dor  VVeiäc  (986—911)  so  TMMabM 
sei.  Dio  Ktugn  wird  nbor  durvfa  dia  B'ortsetznng  des  Thcopbunes,  in  dtf  di«  arwlbal* 
hletoriecbe  Scbrift  als  ein  , damals  Tarfaastes*  Werk  ua^efUbit  wird,  in  OukkUib  da« 
Anaenlem  ccUüliioden.  Dos  WidmunReepignunni.  in  diini  dor  KuImi  als  wotaa  nod  ta 
Wissenschufteu  allen  Ubcrlc:g«n  bneidinet  wird.  acb«int  allerdtuga  inehr  auf  Leoa  dv 
Weisen  als  auf  Leon  den  Armenier  tu  |iassen;  aber  derartige  SeJinwidieleJoa  warfa  ■ 
einer  Dcdikation  unerlOfislidi  und  babeu  keine  Beweiskraft. 

246.    Michael  Synkellos.    Patriarch  von  Jemsaleni,  in  dor  eraton 

HSIfto  des  9.  Jalirhundertä,  gehört  in  den  Kreis  der  Bildervorohrer,  dw 

Thoodoros  Studites,  dor  zwei  »gezuitluicton*  Brödcr  Thoodoros  und  Tbeo- 

phanoö.   des  Thcophanes  Confesaor  u.  8.  w,:    von  dem  bilderfeindlich«« 

Kaiser  Tlieophilos  (829—812)  wurde  er  mit  den  Brüdern  Theophanes  nnd 

Theodore»,  den  y^fortof,  eingekerkert  und  mi-sshandelt.    Michael  verfassle 

ausser  theologischen  Scliriftcn  {»■  8.  166)  eine  viel  benutzte   und  in  xalil- 

roielioii  Handachrifton  überlieferte  Schrift  Ober  dio  Syntax:  J/i^oi^A  .ip«- 

ßvn'^ot'    Kui   avyitiXXov  loi''  unoutvhnitv  Itftävov  tm- 'hfvaoXv/iur  M^9Qiof 

trtpi   r^c   roi"  Xöyov  ui'i'rwfFft);  ayitSiaa^tiaa    t'r  'Edieai;   n's    Utimni^- 

tafifoi  ahtl<Jti  via^tiQov  iiaxövov  x«i  Xvfoi^^tov,  qtXohijov  ot-f»;, 

1.  Ausgaben:  Daa  Werk  des  Michael  Synkellos  wnrde  zuerst  9fler  Ke<lrtickl  usUr 
dem  (KlschUch  vor^escbubeneu   Nnuien  des  Georgioe  l,ekap*Des  in:  iModori  üMa* 

Srammatices  introdnctionis  libri  uunttuor,  Florenz  151.'>,  1.520  u.  Oftar.  W«r  daa  Wade 
em  Lekapenos  lUleilte,  i*t  nifbt  klar:  wahrscboinlicb  ^<M<diab  o«  durch  eJB  HiiMvenUadaK 
weil  in  Randucbrifton  dum  Worke  des  Miclincl  inwoilon  Werk«  de«  ti«orf:ia*  I.(-kapiiDOt 
(Lakapanos;  «.  B.  .556]  vernngohen:  das  ist  i.  6.  dor  fall  iin  Cod.  Taaria.  'iH;  a.  I'aaiBi. 
Calalog.  codd.  Taiitiu.  1  <174!))  3Tö.  'Ivtiivüoa  aber  hat  Lakapenos  keiaeB  kVfnA  tat 
dio  Autoracbaft,  da  dna  Werk  in  xabireicheu  Uaiidachririen  unter  dem  ricfaligefi  NaoMi 
dea  Miohaal  Synkelloa  Bberliefert  ist.  —  Unter  dem  Namen  des  wafareo  Vorfaasen  eracUaa 
daa  Wark  erst:  l&iifieilci'v  <">■  ito^ftaiau  'AXtiärigov  kuyKtXiiQl««  rov  laifc^tlm^Wi, 
Vfmetii*,  Bjpud  Nie.  Olycew  1745  (aus  einem  Cod.  Vonotus).  —  Da«  Kapital  I/«pi  M«r~* 
pufKXiur  oi-ofiiiiuv  oä.  (ohne  Kenotnis  der  fiUhoron  Dmeke  de«  gaaMa  Worke«)  J. 
ürani«r.  An.  (hton.  4,  272  f.  —  Eine  neue  Aiiogaba  erwartet  man  voo  Kriix  Balte 
B.  Tafle  dea  CorpUH  gramm.  Qrnecorum.  —  Vu],  Knbriciua,  Bibl.  ki-  «d.  flntl,  S.  19 
207;  Sih;  S82;  11.  189-196  [Qbor  die  kirchlicli«ii  Sohhil«n  dea  Mi<:i~a«l  SynkoUaa). 


6.  AiUrtnmBwiBHtnMhaft.    C.  OrammBUk.    (§§  S4G  -247) 


587 


9,  Loban:  Ein«  Itiugmpbiv  di'S  Micliuel  SvnkclIoH  nclirieli  Nikaplioro*  liroEoraB. 
8.  NiltMli«toaOr«gciruwd.  Bonn.IS.  XJ.VIII.  wo  aUGewährtnuannLeo  Allatiua.  DeSjmeo* 
■jhoB  8.  100,  ittiwt  wird.  Der  Toxt  §ch«iDt  ober  no«)i  iiicLt  (-diurt  zu  hgid.  Cobw  ein« 
Mommw  Tita  d««  Michael  Synkellos  b.  8.  IßT.  Cober  ilic  Eink^rkening  des  Micbael 
dwCB  Kaiser  ThMiphiloa  Vf(l.  Gtninsinn  od.  Donn.  T4,  IC.  Der  dorteelbgt  «la  eein  Leidciia- 
jiaoio  erwilinto  Th«optiniiiw  kann  «bnr  nicht  Thoophnnea  Confavsor  eria,  mit  dem 
•r  im  Index  d«r  Auagab«  S.  I9h  idanti&üert  wiid;  donn  l'hcophanca  ConfoMor  aU/b  Bchon 
■un  lUa  Jabr  SIT  untor  Leon  V.  F.it  ist  vi«linolir  'l'lioüphnticui  ö  yfuiiöf,  dar  •pUoro  Kn- 
WMhor  von  Nik*ML 

8.  Ventlii«d«n  v<hi  dam  Werk«  des  Michael  S^ukellvs  iat  ilio  nnonyme  Schrift; 
PiflJ  »B<  ttir  (Vi.i^a'rnir  a%ytiiU«K  >nt<i  rote  nnlniouV,  Ed,  L.  ÜuoIj maiiD,  An.  s^.  2 
(iSI8\  ^88—310.  —  In  iMtikaJiacher  Form  l«<1iaj)delt  die  KoDolriiktioii  dvr  Vurba  uin 
Traklst,  d«r  ran  U.  Hermann,  De  «n^ndBods  ration»  (iraecae  grammaticai-,  pars  primn, 
Lifaia«  1601  S.  S&S— 421,  ediort  iiit;  -fffZ'}  i^'*'  ^*V  "^^  "'C'  "/;  Avi^i'-fuc  iiur  ^ifiiirair 
ttpdt  trf  «rä/inrn  «oi  iwV  uJluij  /irr«"  neoflCaeoic  iraiXaaao/iirtur  ^t/piiiioy, 

247.  Niketas  tod  Serrae,  iirttpriliiglich  Diakon  in  KonMantinopel, 
später  Bischof  von  Serrae  in  Makodoniei),  endlich  Mtitropoüt  im  pontisclien 
ÜiTukK'«,  lebt«  «Ml  Endo  de«  11.  JahihundertK;  oinigo  Brief«  boKoiigon  uns 
freund  sc  hilft  lieh  0  BuKiohuiigvn  zu  ditm  diiix-h  kbiiio  reiche  Thätigkcit  tu 
tfaeologücher  Litteratur  bekannten  Bischof  Tbeophylaktos  von  Bul- 
garion. Niketafi  verfasste  zahlreiche  theologische  Schriften;  s.  S.  i:)7  f., 
311  f.,  21&  f.  Hier  findet  er  seine  Stelle  aU  Autor  von  grammatiacb- 
Ibxikalischcn  lichrgedichten.  die  sich  offenbar  grosser  Beliebtheit 
erfreuten  und  daher  in  sahlrcichon  Handschriften  vorkommen.  Vereinzelte 
Kapitel  der  Formenlohrc  und  Orthographie  buhandolii  «eine  ^/xo* 
atfi  y^fi/icttixii,  100  langweilige  Trimetcr  mit  der  cliaiftkturiötischcn 
Einleitung:  timnös  ftir  vnvov  xai  xaittvdnv  t^r  dtav,  'Jii-'  ovv  i^t'  riiäg, 
jitdJii,  ny^imvijt^inf,  ed.  von  Fr.  Boissonade,  An.  Gr.  3  (18;)1)  323 — 327, 
Daseclbe  schläfHge  Lehrgedicht  steht  Übrigens  im  Cod.  Bodl.  Barocc.  131, 
■.  14,  fol,  62",  als  ein  Werk  de»  Michael  Psellos  ngög  tiii-  ßatuXiia 
»ifiv  KM*-ctaviTtor  »6r  {lovaxöv  (jedenfalls  Fclilor  der  üa  oder  des  Katalogs 
von  Coxe  S.  211  för  liorofinxoi).  Mit  Vorliebe  hat  Nikotas,  wie  später 
Ptochoprodromo»  u.  a.  schulmäsüige  Stoffe  der  leichteren  Erlernung  halber 
io  di«  Form  von  Kirchenliedern  gebracht.  Solcher  Art  sind  die  Vcrso 
&ber  die  Beinamen  der  12  Oötter,  die  Fr.  Croiizor.  Opiiscula  mytho- 
logica  vlc.  1,  Lcipüig  1817,  und  A.  Weatermann.  Mv^oy^üifoi,  Braun- 
nchwcig  1843,  dann  W,  Studemund  in  den  Anecd.  varia  Or.  1  (1886) 
270—279  mit  einem  Überreichen  kritischen  Apparate  veröffentlichte.  Die 
zweit«  von  Studemund  S.  279 — 283  mitgeteilte  Sammlung  von  6ötter- 
bMiuunen  schon  bei  A.  Westermann,  Mv!>ayQÜ<foi  S.  ^'>h  f.  Ferner 
rcn  hichor  seine  Bearbeitung  de»  orthographischen  Itegelbuchvs 
Timothoos  von  Gaza  und  seine  Verne  Ober  die  Namen  der  Meero, 
IQise,  Seen,  Berge,  Städte,  VBlker  und  Edelsteine;  Tilr  letztere 
■cbOpfte  Niketas  aus  einem  (wahr.scheinlich  auch  von  Suidae  benützten) 
geographischen  Schulbucho,  da.s  selbst  wiederum  auf  die  gewöhnliche 
fMtiscIie  Scbnlloktare,  besondor«  auf  Dionysios  Periegetcs  zurQckging. 

1.  NurttJOBM  (TM  ox  md.  Honac.  ed.  R.  UnKor,  Epistola  criticA  ad  L.  Kiabnrr, 
BnaJulmrg  1841  (mir  omruftKagUob).  —  Proben  der  Schulpoosion  ediert«  anseer  don 
Onnnlra  aocb  U  Cohn.  JahM  Jahrb.  133  {\mf>)  649-666.  —  Vgl.  Fr.  Hitscbl. 
OpuBCnla  I  (1666)  75ä  f.  —  I*.  Bgcnolff .  Die  oHbogruiibisclioii  ätUcke  d»r  byc.  Ut.  1888 
8,  ?7  f  ;  »bMidR  S,  24  öbw  einen  fWiichlipli  dem  Niki-tna  lugi-schri ebenen  ortho(trü|il)iecbnn 
Traktat      Zu  den  vom   EgcnoLff  genannten   Handsclirifton   dar   grummutiadien  Ilymncji 


588 


Byx&ütliiiiob«  Littoratargwchichte.    1.  ProMUBchs  UU^rKtnr. 


•ind  II.  n  ilio  Codd.  Piitmiaci  HO  und  S22  iiachmtrag««.  —  A.>lin1icl>e  uHlvoiUDpliUclic 
.  Buvin  in  Fonn  von  Kircli«nkon«n«fl  obn«  AstoreUBen  Im  Cud.  Vindob.  tbeoL  !?J3 
<NMMh  rol.  61-76. 

8.  Znr  EUognphie  ft-  Fabricia«,   Bibl.  gr.  ed.  HarL  7,  7&0.  —    P.  fienrtch*««, 
Uober  diu  BüjwDunnt'in  politisriinn  Votso  8.  lOS. 

248.  Gregorios,  Metropolit  von  Korinth,  nrHprilnglich  PardoB  ge- 
nannt, 1«1)to  atn  Schlüsse  des  12.  oder  am  Anfang  dce  13.  Jahrlrnndcrt»: 
denn  er  zitiert  oiiiersoit«  noch  den  Tlutoderos  Prodromos  unter  den  jUngsteo 
Janibographen,  androrffüitH  eoll  cinv  Hanilt^^di  rift  dos  Or(igonoi<  dein  13.  Jolif 
hundert  angehören.  Dieser  nicht  ungelohrt«  Theologe  ist  als  GriimmaUki.v 
vorxUglich  bekannt  durch  seine  Schrift  Über  die  Dialekte:  i/tfi  fmi' 
tdiwfiärwr  ziir  JiniJuTtor.  In  der  Widmungsepiiitel  boruft  er  sich  auf 
Tryphon  und  Johannes  Philoponos  ala  seine  Vorgänger,  nennt  die  (Ur 
die  Kenntnis  der  olluu  Dialekte  wichtigen  Schriftsteller  und  bittet  um 
Nuelisicht,  wenn  er  eiiizelnos  Qbcr«clieii  habe;  er  sei  jedenfalls  viel  voll* 
ständiger  als  die  früheren  Diidektulogen.  Gregor  schöpfte  aus  Johannes 
Philoponos,  aus  SchoHen  und  Glossaren  zu  Pindar,  Thukydides, 
Aristophanes  und  besonders  ku  Theokrit,  \-ielleicht  auch  au»  anmittd- 
baren  Quellen,  nämlieli  aus  den  Dialekt^rbrift^tellern  selbst,  wie  Pindar, 
Herodot.  Theokrit.  Doch  ist  der  Stoff  nioht  durchgoarboitot  und  Zu- 
sammengehöriges an  versehiodoiien  Orten  zorHtrout,  wie  ea  der  VerfaBeer 
eben  im  Laufe  seiner  Studien  fand.  Welches  Ansehen  aber  das  Werft 
genoss,  beweisen  die  zahlreichen  Handschriften.  Zu  vergleichen  sind  einige 
andere  anonyme  Stucke  Über  Dialekte,  wie  der  Grammaticus  Leid  en»is, 
Meermannianus  und  Augustaniis.  Als  zweite  grammatische  Schrift 
des  Gregorios  haben  wii-  eino»  Kommentar  zu  HormogenöK:  'Ann  i>;( 

'Effftoyirot'i  ßißXiov.    Als  Quelle  diente  ihm  hier  unter  anderem  Johann«« 

Goomotros,  der  von  Tzetzos  als  Erklärer  dos  Hermogenes  genannt  wirA 

Ein  drittes  (wohl  noch  unediertes)  Schriftchen  des  Gregor   fUhrt  den 

Titel:   Ihi/i  avvni^uBi  toif  Xöyor  ijfoi   nfQi   tot'  fit;  aolmx/^uv.     Dagegen 

scheint  die  unter  dem  Namen  des  Gregor  überlieferte  und  Oft«r  edierte 

Schrift  Ilffi  tpo'jTiuv,  in  der  27   Kedefigiiren  aufgezälilt    und    orläotert 

werden,  einem  älteren  Verfasser  anzugehitron,  da  sie  vo»  dem  Metropolit«^ 

selbst  im  Kommentar  zu  Hermogenes  als  fremdes  Werk  boaQtzt  wird. 

AusKnlion  "i><l  Ililf"intttol:  1.  ticbcr  div  DiaUkta:  Kd.  Gi«b*rtna  Ka 
acoodunt  gnunmntiri  I.cidoHMs  et  Mocnunniaiii  de  dialecUs  opiuculn,  Logdnti  Batsv.  II 
Pruflf.  S.  36  ff.   Verzeirhnis   der  flltewn  Auagnbon   (»uorst  Venodig  1496).  —   Gr«| 
vint^ii  et  nlionim  grammatlcanitn  libri  d<?  dinlcctia  linguiir  Gruocae.     Onibns  »Ml 

Crimum  editus  ManuctiE  Muscbbimli  lilit-lluji  du  vocnm  pDBaiouibua.   Reo.  U.  B*nr.  Sebt- 
ipBioe  1811:  mit  der  Vorrede  und  dvii  Beiicabeu  von  Koen;  dun  dw  gmnmatieiu  Al 
stanus,  uin  dickleibiger  Kommeiitiur  und    fOuffftchet  Index.  --  Vgl.  w.  Brambaefa, 
Theul[rit.Scbolien  und  Gregor  von  Eorintb.  Rh«in.  Mos.  22  (1667)  449— 451.  —  L  Mar*- 
bAcli,  (ireeor  von  Corinth  nber  den  dorinchtn  Dialelct,  Rliain.  Hdb.  31  (18761  fi«7'&äl.j^ 
O.  Zni-otti,    II  tratlato  di  (ir^gorio  Corinna  ttull'  atticinmo.  Atti  M\»  R.  Ar«ad«mia   '  ""^ 
Bcionxo  di  Torino  37  (1891—92)  S72— 59B.  —  Ünn  Ton  Julius  Potxbuldt  kiriler 
Aphlboninii,  Linsi«e  1839  S.  79  ff.   votOff^ntlicliti^  ßtUek   den  tiregorioa  von   Ko 
»^C  Smttfovt  diaiJnov  ist  als  oinu.    wabnoliuiclich    vom  Uerausa*b«r  Mlbst  be 
ied^iifalls  dMT  allrMneuostun  Zeil  angohOi'itndu  F&lschune   nscügewiee«!!   van 
Rboin,  Mtw.  I  (t«42)  274-377. 

S.  Konim«titAr  zu  HermoRenes:   UnvollsHndiff  od.  von  Jan.  Rniska  in 
Bhotor.  graoe.  S  (Lipsine  1T73)  S87"-fi71,   —   VollsUndig  omt  von  Chr.  Walt.   Rlif 
graeo.  7  (IU94)  lOää— 13^3.    -   Vgl.  Herm.  ScIiTadcr,   ['orpliyrii  iinaaatioDuni  ilannr^ 


e.  AlUftaauwiaMiiscluin.    C.  Gmnniatlk.    (S§  243-249) 


unim  ad  (MfMMin  pertin«»tjiini  r«].,  Leipzig  1890  S.  20T.  —  Tli.  0«rber,  Quito  in 
MCBUMBtariis  A  Qn%ono  Corinthio  in  H«nuos«nein  aoriplia  votustiorum  common tnrionun 
TMÜfM  4*pMb*Bdi  poaunt.  Dim.,  Ki«l  1891  TenthUlt  aumer  der  QaeUnantoniudmng  auch 
SkMBilalMMn  tum  nonunwitar  ßrego»).  Vgl.  di«  BaMrechung  von  C.  Hammer,  Berl. 
pbiloL  WoeliQiiRclir.  1693  SL  US  IT. 

3.  Di«  pwiudo|TeBorituiiaciic  ädirift  IJtfi  Tfoniu»-  nd.  uiin  2  I'nrisor  Hss  Fr.  Boia- 
■  ODid«.  An,  gr.  8  (I?31)  370— 2S4.  uolsr  dum  Namen  de*  ÜrammBtikere  Tryphon.  Atioli 
M  d«a  Codd.  Mar«.  ^12  fol.  53'— 58-  und  Taur.  274  (jbIzI  0.  Vif.  20)  fol.  161—166 
wird  aia  dem  "^yphon  lu^eachrieben.  Zu  vei^teirlirD  niiid  tiii<ti>ro  a.  a.  0,  ediorlo  annnym? 
SeBekci.  ~  Unter  ri«m  Namen  dM  Qregorioa  ediert«  die  Sclirift  Ülir.  Wnli,  IthMor.  gmor. 
9  iHÜ^i  Ti^l— 7TS  (mit  d«n  «rwllint»ii  «nooTinen  Stocken  und  Kohcmdrios).  —  Wiederhalt 
■»dÜdi  in  d«n  Rhrior.  ^a««.  «d.  1^  Spengol  S  (18-^6)  215  ff.  —  llebar  die  Uneohtlioit 
Ü»inr  Sobrift  •.  C.  R.  (inckh.  Zimmermanns  Zeilaehr.  fQr  di<-  AllrrtamawiAHnnufili.  Bd  .''i 
(1888)  10&8.  und  I'hiloloeua  -^4  (1SQ6]  545-549.  FUr  die  Linuclitliuit  ipHcht  violleioht 
■Üb  dtr  Toa  Ptnukb  nicht  orvAljiile  Umnlusd.  dass  mtthrvra  Hsh  doa  Werkukeu  uuler 
dem  Nun«n  des  Tryphuu  überliefern  (a.  o,). 

4.  Ans  unb<<kHiint#r  Zeit  stumml  «in  krirzer  Traktat  über  die  Dialekte,  der  nnter 
4an  Kunen  d««  Tlivodosiee  von  Alonandria  nberliererl  i»t;  'jleX'l  »iV  thitliTviiut' rüi- 
^»ftl  toC  Kifiov  (1je8  xv^of)  tttoioaioi'  loiT  '.1lffnvJgi<oc  JkoQÜioSnaiuy  Exoerptiim  IUqI 
JmUrtvi'  *  rodiriboH  linrorciimiii  I.XXlt  vi  CHI  bibliotltecRe  Bodlnianoo  OxonicinHiban 
«d.  Bieh.  Schnxidnr.  DuiEhurgRr  t'rogr.,  Leiptig  1894. 

S49.  Johannes  Qlykys  ('/oiA^r^;  u  rivKVi,  meist  unrichtig  Glykas 
genannt)  aus  Byzanz,  blühte  unter  KaJBcr  Aiulroiiikoa  n  (128;i — 1HSJ8).  Er 
war  nin  gelehrter,  rhetorisch  und  gramniatisch  gebildeter  Mann,  der,  von 
»einer  eigenen  schriftJKtellenschen  Tlifttigkeit  nbgeHehcn,  auch  al«  Lelircr 
und  vättrlicher  Freund  des  grossen  Polyhistors  de.8  14.  Jahrhundert»,  de« 
Historikers  und  Astronomen  Nikophoros  Oregora«,  zu  den  litt«rai-i8chcii 
Bewegungen  seiner  Zeit  in  enger  Beziehung  stund.  Gregoras,  ed.  Bonn. 
I  270,  8  ff.,  feiert  ihn  mit  den  Worten:  llv  tT*  6  wnj^  ao^ö^  ir  juT^  tiä- 
iiaia  Mai  ay«tt^  i^i  tvyfvoi'i  ^Kfiv»^^  rar  'A^i^raitar  i^'x«?!  ftrit^  zti  iy;ö' 
|ifi-e(  ttai  tvTfor  ixttvnv  xai  t^ö.iov  naOänt^  ti  iktiov  rripüf  ä^x^tvnov  ' 
9t'i (iTKtfC  d'  (fiß^ittiif  xai  yriäfiij  ßofkivo/i^rij  jti  äiovia  »ui  i-pun^oji-  atn~ 
\t>ti-ti  ftax^  Zip  iit'ifip  nävrai  viKrär.  Ulykys  besoss  die  Würde  eines 
^ofti&t'tt^i  xov  igäiiov  und  bestieg  im  Jaliru  1319,  obechon  ursprünglich 
Laie  und  verheiratet,  den  Patrinrchenthron  von  Konstantinopel,  zog  sich 
■l>er  schon  1320,  von  Kriliikliehkeit  geplagt,  in  das  Kloster  Kv^iiärtaca 
xurilck,  wo  er  bald  starb.  Wir  besitzen  von  ihm  ein  ziemlich  umfang* 
reiches  syntaktisches  Werk  unter  dem  Titel:  Toü  ^rarpin^x""  "Vft"'' 
't^ärnm  lor  rii'x^of  ntql  oq^nvtjiot  avvt<i^tio(.  Die  mehr  durch  Klarheit 
d*r  Sprache  als  durrh  Gelehrsamkeit  ausgezeichnete  Schrift  enthält  nicht 
rin  vollätändigt'^i  Lehrgebitude.  sondcni  behandelt  nur  einzelne  llaupt- 
■iMchnitto,  80  die  Lohre  von  der  Kosusroktion,  von  der  Konstruktion  des 
V  -.    vom  SolRzismus  und  Barbaiismus.     In  einer    philosophierenden 

i.  i  I  .  jj  erörtert  der  Verfasser  die  Entstehung  und  Entwickülung 
d«r  Sprache  als  eines  göttliclien  Geschenkes,  Von  den  alten  Autoren 
/■il.  i-i  er  vornehmlich  Homer,  Thukydidc«,  Piaton,  Demosthene.'*,  auch  dio 
l  -jiuiiginta.  Ausserdem  verfasste  Johannes  oinon  Bericht  über  seino 
I  gtmcinscbaftlich  mit  Theo  der  os  Meto  chites  ausgeführte  Gesandt - 
I  ichaft  nach  Cypem  und  Armenien,  der,  von  Nikephoros  Gregoras')  als 
I    klar  und  sctiSn  geechriobcu  bozciclmet,  uns  verloren  zu  sein  scheint.   Duü 


'i  TA.  Bonn.  I  194,  21. 


m 


ßjnMntinische  titt«r«turg««chicht«.    I.  PfOBRÜdie  Litt«rfttnr. 


Vorwart  soinuB  Tostnmonts  hat  uns  derselbe   Nikephoroa   Gregort^ 
orlialten, ')  dem  wir  auch  woitere  Nacliri^hton  ober  sein  Leben  verdanken. 

1.  Ein  kleüivB  StQcli  <l«r  Syntiis  «dicrt«  I.  lloklcor.  An.  gr.  S.  1077  fl..  mi  J. 
A.  Crumi-r,  An.  Patin.  I  (18Ü9)  401.  —  Rnto  votUtaiicIign  Ausgabe:  JouinJs  Ulf<w  C) 
]iutrrurc)in«  CpolituDJ  opiiii  dn  Trtu  iiyiituxcos  rntiunc  ed.  AlburttiB  Jübnias,  ElecMe 
184VI  ( 1^9  votivndnl,  mb«r  inrolgo  vinM  froiMW«  utut  IMi  aiiiiKfg«^».  M>  Amb  di»  B*- 
xunxion^n  vor  dem  (lucbc  oRii.'li«iueii  koDotuili  mit  auafaluLi<;li«a  Praleeonena,  mttn 
stark  iiol1an<l»mitL>n  l{onLrni>ijtar  und  vierracham  Indes.  ~  Vitt.  die  ÜMpnoliwigMi  diMtr 
[  Aiise«))»:  HuidL-lliuruer  JulirhQuher  1840  8.  T!I2  f.  und  '/.eitmbriU  Kr  di«  AlUttaawwMMa- 
Rchoft.  bi>rati8);fgi>l<i>u  vnnTli,  DecRk  imd  Jiil.  C«eMr  I&tSN.59S,  4M-  472(rMi6t«r«n]Ha|. 
—  Kiu«  uiMi^  Aui^Kflbn  voreprirht  Kclix  Uttlte  tm  8.  Tail  d«r  boi  Tevbnwr  endtMUMid» 
Sumnilung  d»r  gnnchiRchan  (} ramin ntik er. 

3.  Wollt  nach  unodirit  sind  folgondo  Seliriflea  des  JolinnnnK  (iljkya;  Kin  Scbnlbcc 
nn  dvn  KwMr  nnd  oinra  an  don  LoooÜieton  —  du  erat«  Terstlluunclt  ~  im  Cod.  I.aur. 
&7,  24  fol.  125'— 12'J.  Vgl.  M.  A.  B&ndini,  Catftbgiw  ooM.  gnec.  bibl.  LnarentiAur 
S  (176!^)  S69.  —  Eine  Praontiii  pro  Aiidronico  inipemtore  (d«ii  gri«cluticb«n  1'iU-[  kma« 
iuli  niubl).  di«  AbdiUikunaaurkiiuoe  (des  Olykj^s)  und  eine  R«d«  ad  d«n  Kaiser,  d»  wobl 
mit  dum  veratlltii Hielten  Teste  des  Laur.  identiscli  ist.  im  Cod.  Paris.  2&62  fol.  38'— 44, 
~  1»  ßriefo  im  Cod.  Paris.  3033  fol.  191—187.  —  SoniiUg8pr«diKteB  im  Cod.  Parit. 
1310  fol.  l— T2'.     Vgl.  8.  174  f. 

3.  Dbs  von  Dil  Cnngn  im  Index   nurtomm  seines  Gleeaarium  m*iüu>   «t  infimM 

finiecitatis  cnl.  •'■1  «mlihnte  und  Qftrr  litiRrte  (iedicht  eines  Jobann  na  Gljrcae:  Dormi' 

L  lata  vitae  bat  mit  uoauicm  Autor  nichls  zu  tliun:  <«  ist  nimlich  sidita  aadena  ila  dM 

■HfUr  ediert«  Wurk  n(y9o(  Safiitov  eto.,  dooieti  Verfaeeer.  dem  16.  Jabrli.  anaahtrig,  ätb 

JuaLu«,  Soll»  dus  Johannea  Olvkoa  (K^p  'Iwni-roit  jQi<  rXvxov),  neant.    Vgl.  G.  Lograad, 

Bibliogr.  bull.  1  (18S&)  Ü.  179*  und  238  (T, 

350.  Schedographie.  Schulbüdior  goh5rcn  in  dor  Kegel  nicht  nir 
schonen  Littenitur,  ja  nicht  oinniol  Kur  wissünschaftUchon  Fuchlittemtur: 
eie  sind  aber  flir  die  Kenntnis  der  wechselnden  Voraussetzungen  der  natio- 

,  nalen  Bildung   und    fllr   die  Geschichte   des  Unterrichtes    von   Bedfntlang. 

'  l>alior  niüsspn  in  diesem  der  Altertums  Wissenschaft  gewidmeten  Kapi 
doch  auch  einige  mit  der  Wi.ssc-nschftft  sehr  loM  verknüpft«  Uilfitmti 
der  untersten  Scliulsliiron  beschrieben  werden.  Das  erscheint  auch  dam: 
geboten,  weil  man  die  EUhorate  dieser  Art  häuBg  folsch  beurteilt, 
hat  harmlose  ElementarsehulbUchor,  wohl  dadurch  irregeleitet,  dass  sie  in 
griechischer  Sprache  abgefasst  und  in  mehr  oder  weniger  vergilbten  Hand- 
schriften fiberliefert  sind,  vom  erhabomtton  Standpunkte  der  philologiiiciicn 
Wissenschnft  ange«ohen  und  dann  nach  Erkenntnis  ihrer  Nichtigkeit  mit 
thränenvoller  Entrüstung  den  hier  offenbaren  Verfall  der  alten  Gelehr- 
samkeit betrauert.     Zur  untersten  Gattung  der  Schulbücher  gehören  die 

I  dir  den  grammatischen    Anfangsunteriicht    bestimmten   Schcden,   Ober 
deren  WcMon  hier  einige  Aufklärungen  gegeben  worden  sollen. 

Alt  und  wohlgelitten  sind  die  Epimeriainen  {impt^anoi)  d.  h.  die 
grammatisch-lexikalischen  Erklärungen  ecfawieriger  Elaesikerstellen,  wobei 
nach  der  Folge  des  Textes  die  aufßlUgen  Formen  und  .teltenen  Wltrter 
crlSutcrt  und  also  nicht  selten  schmackhafte  philologittcho  Itagoul«  zum 
besten  gegeben  wurden.  Aus  dieser  auch  höhere  Aussprüche  ermilendoD 
Fernialerklärung  entwickelte  sich  in  der  byzantinischen  Zeit  ein  d^r 
untersten  Schulstufe  dienendes  Mittel,  die  sogenannte  ^j;f<fo/pR{Ffa.  Sie 
beruht  auf  der  auch  in  der  neuesten  Zeit  wiederum  vielfach  aufgenon- 
menen  Methode,   die  Grammatik   rein  praktisch  durch   AnalytHi  und  £r- 


ang. 
pit^ 

itu^H 


■)  Rü.  Denn.  I  2Sfi,  38  ff. 


0.  A]t«rtoi»>wlsB«nechkrt.    C.  Oramtnatik.    (Ig  350) 


KlArung  dor  «iuiwinen  Formen  und  Wörter  eines  zusftmmonhiLiigondcn 
^cluiftsUJckes  zu  lehren  und  ciniEuUbc-n.  Als  Gniiiilingo  wurden  mitUrlioh 
Text«  gewählt,  die  »ich  durch  oinfAohe  Durotdiuug,  durch  Popuhitität  oder 
durrh  aktuelles  Int«r«i»e  empfahlen,  wie  alte  oder  spedell  zu  diesem  Zwecke 
Bl)gcra«8t4>  Briefe  (».  g  22!)).  kleine  Aufsätze.  Sohrifton  oder  einzelne  Stellon 
alter  and  byzantinischer  Profanautoren  wie  Philo!<tral«s,  Agapotu»  (Fürston- 
spiegel)  u.  a.,  Stellen  der  Bibel,  Oeboto,  Kirchenlieder  u.  a.  Diesu  Lehr- 
nfthode.  flber  deren  Anfinge  nicht«  Sichere»  bekannt  ist.  gewann  in  der 
i>pütorcn  byuinti nieeben  Z«it  ~  wenn  wir  dem  Zeugnis  der  Anna  Kom- 
neoA  (fl.  u.)  trauen  düi-fen,  seit  dem  Auegango  des  1 1.  .lahrhtin  dert»i 
—  neben  der  selbsländigen  Grammatik  und  Lexikographie  und  neben  dor 
sachlichen  Exegese  der  Schriftsteller  eine  um  so  grüsaere  Verbreitung, 
je  mehr  der  Volksiinterricht  mit  dem  Sinken  der  nationalen  Wohlfahrt 
auf  ein  bescheidene»  Mass  elementarer  Unterweisung  zusammenschrumpfte. 
Eine  gute  Vorstellung  von  der  Anlage  dieser  Lehrmittel  gewährt  daa  ge- 
druckte Bflchlein  de-i  Moschopulos  //f^i  cfx*'J<"i'.  Eine  Bearbeitung  des- 
seilten  i»t  seltsamerweise  mit  dem  Namen  des  hl,  Bnsilios  geschmückt 
worden.  Aus  einer  ülteren  Zeit,  wohl  dem  11.  Jahrhundert^  stammt  da« 
Li'brbuch  des  , weisen  LongibardoH".  dos  schon  Anna  Komnenn  (s.  u.) 
erwähnt.  Es  findet  sich  handschriitiieh  in  Paria  und  im  Vatican  unter 
dem  Titet:  jlo^jtßii^iov  tov  ao^ov  rtUQtxilnimoi'  ti]i  axf^oyQa^iai.  Zu- 
weilon  wurden  die  eimcelnen  Notizen  {ax^^ai),  um  die  bei  der  Erklftning 
einee  fortlaufenden  Textes  lüstigen  Wiederholnngen  zu  vermeiden,  auch 
itphabetisch  nach  dem  System  der  Antistocchie  (s.  H.  564)  geordnet.  Ein 
derartiges  schedographisches  Lexikon,  welches  in  907  politischen 
Tarsen  orthographische  Regeln  vorträgt,  ist  durch  den  Dniek  bekannt 
gemacht.  Nach  einem  Prooemion  beginnt  das  eigentliche  Vokabular  mit 
mit  den  Versen:  "i-daj  i'-T«px"  ßftOii*vs  '  <'*f<soa  i]  rlfa.ioiyt^.  ||  Ait^oi-  tau 
n  onijXmor.  Upapörtu;  TT^cnwirw;.  Die  Entstehungszeit  dos  BUehleins  ist 
unbekannt:  die  Anfilhningen  avnaart  "Arra  V,  55  und  "AyyrXog  ho/ivr^vöt  rt 
V.  185,  die  man  auf  Anna  Komnena  und  einen  Angelos  Komnenos  be- 
zogen und  zur  genauoron  Datierung  benutzt  bat,  sind  wohl  lingiert  und 
kSnoeo  hiVhstens  zur  Betitimmung  der  FrUhgrcnze  (12.  Jahrh.)  dienen. 

Bei  der  Spärlichkeit  der  Nachrichten.  wel(;he  un.s  die  byeantinischcn 
SthriflateUer  Hber  ihre  konkreten  Schnlverhältnisao  gehen,  ist  ein  byzan- 
chwt  Urteil  über  die  scliedographische  Methode  sehr  willkommen.  Wir 
ten  0«  der  fürstlichen  Ueschiehtschreiberin  Anna  Komnena,  die  in 
hrer  Alcxius  gelegentlich  der  Schilderung  eines  von  ihrem  Vater  gestifteten 
'Waieetihauses  auch  die  in  demselben  eingerichtete  Schule  berührt  {XV  7 
=  U  349  f.  ed.  Bonn.).  Sie  berichtet,  dass  man  unter  den  Schülergruppen 
nicb  solche  bemerke,  welche  die  sogenannten  Scheden  «direiben  («  Ji 
iffY^et^^f  tmv  Xtyoftiywf  axt^öir),  meint  dann,  die  Schedcnmclhude  sei 
eim-  modeniü  Erfindung  [tov  äi  ox^iov;  ij  tix^'j  fVQtifif  f*öv  rtan^fav  iati 
Mti  ii'c  *V  'll'*"*'  rf>f"i)  und  ein  Brettspiel  (rttjtti'a  üi  tö  enovijaafui), 
über  welchem  die  allgemeine  Ausbildung  vemaehlSssigt  werde;  deshalb  sei 
«"•  gegen  dos  verschlungene  Netx  der  Schedographie  {xariyvotv  r^e  7roi.t'- 
nimov  rif  tf^tiofifatfiiti  rtloxtfi).     Bernhnrdy  und  andere  liaben  dieser 


592 


BysanUaüche  LitUrfttorgvdcbicbte.    I.  ProMiMh«  littentof. 


Kritik  mehr  Bedeutung  beigemesäeit,  aU  ihr  zukommt,  und  ihr 
tirt«il  ilhor  die  Scliedographie  durch  sie  bestimmen  lassen.  Allein 
gesehen  davon,  <la«s  Anna  koino  oiiizigo  genauere  Angabe  ül>er  dio 
der  Schedogriiphiu  macht,  dio  ihren  Unwille»  erregte,  geht  aus  ihren  viel- 
fach unklaren  Auüßlhrungon  doutlich  nur  hervor,  dosä  sie  dio  Schvdo* 
graphie  hasst,  weil  Eie  eine  ueuu  Krfindung  8vi  und  weil  sie  als  meclui- 
nisdie  Ühung  die  hHhere  Ausbildung  beeinträchtige.  Der  erste  Vormirf. 
ein  AusSUHfl  jener  exklusiven  Altertümelei,  der  Anna  allentlialben  in  ihrem 
Geschichtswerk  huldigt,  ist  nattlrlich  sinnlos,  und  der  zwoito  beweist  nur 
die  UnRlhigkoit  der  begabten  i'rinzesitin,  die  Hedingiingi'ti  und  Ziele  etnar 
VolkäBcltulo  zu  verstehen.  Wer  sieh  über  dun  Meohttnlämu»  der  Schede 
graphie  nicht  bembigen  kann,  sei  schlieaalidi  noch  daran  gemalint,  doaa 
^ie  bedenklich  nahe  verwandt  ist  mit  manchen  SchulauRgaben.  .Schill4>i- 
pi-aparationen  und  ÜbungHhllchern  des  neuen  pädagogischen  Kur»«  ui 
i*rßu»»cn;  denn  ob  nun  die  foi-thiufende  AiuUy»e  zwischen  den  Zeilen  oder 
unter  dem  Texte  sieht,  herQhrt  dos  Wesen  der  Sache  nicht,  und  dieses 
besteht  bei  beiden  Methoden  darin,  dem  Schüler  alle  .Scbwierigkettctl^ 
zu  ebnen  und  uigen<<»  Nachdenken,  Suchen  und  Lernen  mAglichst  ni 
i<paren.  Dabei  wird  nicht  geleugnet,  da^a  die  byzantinische  li«hi 
auf  die  Lehrer  selbst  lähmend  wirkte  und  sie  allzu  genflgsam  macht«; 
konnte  aber  zum  UlUck  nicht  verhindeni,  dass  bessere  Köpfe  fortfu 
die  graminatisclien  Lehrsysteme  und  die  höheren  lexikalischen  HilfsmJt 
zu  atudieron,  dio  Klttssikur  mit  den  guten  alten  £rkl5rungeu  zu  lesen 
sich  sogar  in  eigenen  wissenschaftlichen  Arbeiten  zu  vereuoben.  NatOrlid' 
blieben  diese  Auaerwählten  in  der  Minderzahl. 

Hoch  kunstloser  als  die  schedographische  Methode  ist  die  Beigabt 
einer  einfachen  volkstsprach  liehen  Interlinenrparaphraso  (if'vxayiafia); 
man  findet  sie  in  zahllosen  griocliischen  Sehulhefti-n  der  letzten  Johi^ 
hunderte,  die  sich  nun  in  den  Katalogen  stolz  als  .Codices 
brüsten. 


DtWIUHiM 
•MlJdW" 


1.  Ausgaben:  Die  moislen  dieser  KlumeuUncbnlbDcJiM  nikea  verdiMDi 
Lm  Staube  der  Bib1ioUiek«u.  Nur  xufflilig  ist  das  «ine  od«r  ander«  ExvmpUr 
geEog<4i  worden.  MeacbopuloB  lUyi  4/<JuJr  ist  ediert  Paris  1&4&.  Ex  ofltciu  Beb. 
Slepbaui.  WlederWt  iu  Wien  1773  (uacb  ll^nricliHon  s.  unten  «.  0.  S.  19}.  —  Paes4e- 
ßaisiljoa  zuerst  niil  Aiiotloiiio«  I)y»ku!oa  llt^i  avtäinut,  y\imat  bei  I'b.  Junis  MK. 
Dann  iv  Itnsel  l&t'iS.  Kx  offidn»  Oporini.  Auch  von  F.  MorellnH,  I'aris  1&8»  (BMh 
Henri  eil  ssn,  o.  a.  0.  S.  31),  -  Hin  anonymes.  ebonfBlls  mit  MoMbopuloa  vorwandtsa  SUck 
ed.  fr.  BoisBonnilc,  An.  gl.  i  (is:ilj  311u— 330.  —  Das  «rw&bnU)  nchedograpUi ' 
L«cikon  ed.  Fr.  UaiBsonado,  An.  gr.  4  (1882J  36$-412.  —  Daiu  dio  Utteratnr 
S§  234;  229. 

'2.  Hilfsmittel:  Wiobtige  BelegeteUen  gab  achon,  olmn  diu  Wnsen  der  Satb« 
erlteaneii.  F.  J.  U.  Lu  Purte-Du  Tbeil,  Not.  ot  extr.  7  (nn  .\ll  do  \*  R6pabti0m) 
2bQ~2h4.  —  Hauptschrirt:  R.  J.  V.  UonricbiiDn,  Om  Sobedographien  i  iJs«  Sjrin 
linske  Skoler,  Kopenhagen  1^43.  —  Herodinni  acript«  tria  «meniütiora  cd.  K.  L*br>. 
Königsberg  1^48  S.  423—427  (Über  die  lledeutung  vou  ^tfUtir,  fU^uät,  Aofitfinf' 
taifif^a/iöf.  a/('Jo(|.  ^  G.  Ucrnbartlr.  Grundriaii  d.  ipiiMilL  Litt.  I*  (ll}!f2)  "78  f.  —  L'eU» 
RTUnniatiBcbe  I^cxikn  dieser  Art  vgl.  I'.  Kgenolff,  Di«  orthograDbischeii  StOckv  d  bft 
Litt.  8.  25  ff.  —  Muhfvre  ilw.  wulaliu  tt-v/uyiuriai  enthalten,  beMiniU  II.  PhloridM  W 
J.  Sftkkolion,  tlttt/iiojt^  ll,ßluo.t,j*^.  Atbeu   IS90  S,  341-244. 

S.  Kit)  interewaiites  Lehrbuch,  an  welchem  man  du«  Wesen  ilor  nchedogr^ihisclM 
Methode  gut  »tudiereii  kann,  enthüK  der  Cod.  Lnur.  Conv.  Soppr.  2,  s.  U.  Die  IWIi 
d«r  Tdxto.  an  denen  bier  Orainnintik  golnhrt  wird.  crOiAiet  ein  äcliulgvbat:  dann  McM 
Kircbanliudor,  Stellen  ans  der  liibnl  uud  uus  nltun  Dicblern,  nudi  Sat«),  dUt  atolt,  Haork 


.SUdt 


]{«irtBnflwIaMii«DbAft.    C.  GrammaUk.    Q  S61) 


5d3 


■  Im  SdlllgMprlcka  iQ%  Paeuiln- PoHiUiro».  no  dir  ^DliUIor  Krlbnt  wondcu.   Jcdum  T«x(e 
Cimlelut  «ID*  Zwi»di«iisriloni)rktärung  lirigcgclim,  in  welcbcr  dio  Furmcn  tind  W<lrl«r 

lutpri  w«Tdi)n,  dann  kommt  nocli  oin«  msniiiiiii^nh Segen dv  'IV'olinulogia,  diu  mit  MoachO' 
kw  tlifi  »][»iür  vafwuidt  i*t,  Dur  Titut  liiulut:  '■■fi'X'i  •"'•'  ^t';>  -  KufiinDf  nvi*  i/aa- 
if/%miir  npwi»>-.  ein  Ücwois.  duna,  wi?r  [luoh  Huli<<ilügnip)iiH('lii*u  und  auddrtfu  gmiiiiiia- 
eben  ScJuiflen  fAlindet.  in  dvn  HnskiitHlo^eD  auch  da»  Sciilngwürt  xurrnxiov.  ^f(>tuit  sonst 
M  Art  von  Kirch ealiudem  boieicliiivt  wird,  nlclit  Oberaeben  darr.  Vgl.  di«  Boscbroibung 
mn  Ba  vom  N.  F«ata.  Scudi  itHÜaiii  di  fllol.  gUbb.  1  (1803)  131  f. 

4.  Aaf  IsteiniscbHiii  Budeu  wird  dia  aoliadograpliisch«  Schulpraxis  durgestoUt 
wA  Priaeiaus  Parlitiatics  XU  v^r^iuim  Aeneidoa  principalinm. 

B  3&1.  Anonymes,  Inedita  a.  b.  w.  Mit  den  aiigefillirteii  Workoii  ist 
t  gramiDatJeche  Litteratur  der  Byzantiner  iiiitürlicli  niclit  t-rsdiöpft.  In- 
Ige  d«r  \-iebieitigen  Sorgfalt,  welche  den  gramniatiächen  Studien  selbst 
der  Zeit  des  grn88t«i)  Vorfalls  weuigütens  für  praktische  Zwecke  ru  teil 
itrdfi,  finden  »ich  in  Mlilruiclion  Handsctirifton  ausser  den  bekannten  und 
trtffentJit'litvn  Workvn  noili  t-iui-  Mvn^t;  zum  Teil  anonymer  und  fragliiuu- 
riecher  BUoher  grammatiechen  Inlialta  Eine  Übersicht  der  in  der  spSt- 
runtinischen  Zeit  hauptsächlich  benutzten  grammatischen  HilfRinittel  gibt 
ftchoniios  Khusanos  in  seiner  Ui/a^Küftiu  il^  ri;v  j-ptt/i^aiwi/f  im  Codex 
uiianus  306  üf^Xzi  Marc.  XI  26).  S.  AI.  Mingarolli,  Qraeci  Codices 
m  spad  Nanios  patricios  VonotOB  osservati,  Bononiac  17S4  S.  511;  vg). 
ie  dortselbst  S.  191—517  beschriebenen  Codices.  Ein  andere«  Verzeichnis 
>a  Namen  altgriechischer  und  byzantinischer  Grammatiker  aus  einem 
uitwr  Codex  ateht  bei  Montfancon,  Bibliotheca  Coisliniana  t^.  597.  Eine 
<iclio  Fundgrube  von  klciueren  Traktaten  und  handschriftlichen  Notizen 
sd  ausser  den  filteren  Sammlungen  von  ßt^kker,  Gramer  u.  a.  jetzt  bo- 
mders  die  Anecdota  %'ana  Qraeca  ed.  G.  Studemund  vol.  I  (IdSß). 
unerdem  sind  natürlich  sämtliche  Kataloge  griechischer  Handschriften 
IJnziehen.  Eine  kritische  Sonderung  und  genealogische  Gruppierung 
ieser  Hassen  machen  »ich  die  Bearbeitei'  des  Corpus  grainmaticorum 
neoorum  zur  Aufgabe. 

1.  Eine«  Oeorgios  Eurteaes  Schalarioa  {Vna^ytat  Kovpt^^t  6  Sj/oUfiiii]  Öram- 
Itik  «lehl  im  Cod.  MntriL  12&  a.  15~1C  uud  in  anderen  U«ä,  VgH  Jo.  Iriarte, 
Ktae  bibl.  Matril.  rodicw  gr.  msa  8.  502  f.  -  Diu  iu  d«ii  Cüdd.  Athcu.  lOSU  a.  13, 
ibea.  I0V7  >.  1-^  und  «ohl  aucb  sonat  erbalt«'ne  Schrift  «Ines  Stepbanoa  Grammatikoa 
mI  Yfttuuatix^t  iat  wohl  ein  Kommentar  lu  DionysioB  Tbrox,  Vgl,  I.  Bokkar,  An. 
.  11«7. 

2.  Pachomio«  RhusnnoH  (n«/w^to(  'l'avaiirae;  s.  o,),  ein  flcisaigiT  und  K^labrtar 
ladi  aua  Zont«  if  löI>S),  rerfasste  suancr  Krnininntincbon  und  miiBikaliscItun  r^ohrhUcham 
likran)tbaologiMehoädihnon,ur.t«rdcnenmnn:>(iRnrainoStreitscbrirt gegen  Martin  l.iithor 
rtu  (M  mtijuifri  lofrt'pi)  eeftuidan  hnt  (Cod.  Nun.  l'iT,  jetct  Miiic.  II  11)4).  Vgl.  ä.  137. 
ibaf  MCS  MMD  «od  Kin«  Wurko  bi-iiditcii:  Mustoxydos,  'RlJ-jvo/ftnf/tiuv  N.  10  ^^47). 

Ckr.  Pbilataa,  Ut^i  'latavnntiiv  Kti^tävov.  Jaaiilutii-oii  lov  Ztevdiiox'  uni  llaxuifiloti 
rv«r«v.  Kttkjru   1S67  (mir  mizii^Angliob).  —  K.  N.  ^atbas,   ycotXi.  ipiXolvvin  S.  liiU  II. 

Nik.  Katramifl.  ♦lioJ»;-!«..'  »(■»Ifxi«  '/.•ixiirltov,  Zaut«  ISSü  S.  231  ff.  —  Eine  ProdlKt 
1  BbaMDOB  OW  den  Aberglauk'ii  «d  Üp,  Lampros,  .tiitiar  1  (1883  -IS8&)  101  —  112; 
7 — M9.  —  £tn*ii  Notajiataakt  (Iber  deo  Naublas«  de«  Itlmaanos  od,  mit  Einleitung  C. 
wtclUni.  Alt]  dnl  B.  letituto  Venelo  di  BcieDüo,  l«tl«re  e  arLi  9.  VII  I.  G  (1894-95) 
B— 910.  —  Eiaa  ananbrlloba  Analjso  d»r  oben  erwähnten  cbronotogiaob  geordneten 
MMBattkadMl«  iloa  Hhuanc«  gab  Ant.  DflumBtark,  Lucubmtionea  Syro-tirn^cne.  Jahns 
Iah.  SappUaMBtl).  21  (I8M)  S70--372.  —  Zu  don  meist  in  Venedig  nurbeu-Hlii1,en  Hbs 
laml  C»d.  Borol.  Pbillipp.  1617  (Iheologiaeho  Sdihfteu).   —   Wuhrachoinlich  stammen 

■  PadwniM  Rbnaanoa  aacb  ai«  Rnodacholivn  xudcorgias  PliraDtiee  im  Cod.  Ambras. 
ISS.    Tgl.  dai1lb«r  di«  &  800  ulicrt«  Schrift  von  U.  Mt-rcuti. 

I  4tr  tu**  llartM—ftiiwtoft  UL   i,  AUI|.    9.  luii,  Sä 


ByzuitbiiKhe  LitterahirKeuhicbte.    I.  Pn>i«iaeb«  Littoratnr. 


■  D.  Metrik  und  Musik.  fl 

3&2.  Metrik.   Auf  keinem  Gebiet  der  AltertumawiBsensoliaft  erweifl 

atch  i&a  Können  der  Byzantiner  eo  dDrftig  nnd  ihre  Produktieti  »o  uiuellfl 

stAndig  wie  in  der  Metrik.  Der  Hauptgrund  davon  liegt  in  dem  Umstandfl 

L  4bm  die  Grundlage  dee  alt«n  Versbaues,  das  Prinzip  der  Quantitfit.  fl 

F  dar  lebendigen  Sprache  verloren  gegangen  war.  Wie  in  der  GrainmatiH 
manche  Benennungen  und  Definitionen  infolge  der  veränderten  LautverhalH 
nisse  der  Sprache  dct»  upjitcren  Geschlechtern  unverständlich  wurden  xtvM 
nur  noch  als  konventionelk'  Termini  fortlebten,  so  wurde  die  Tlioorie  dd 
alten  Metrik  durch  den  Übergang  der  quantitierenden  R«de  zur  acc«tfl 
tuierenden  Konvor^ationssprache  den  Byzantinern  um  so  dunkler,  ali*  n| 
von  dieser  im  Laufe  der  Jahrhunderte  unmerklich  vollzogenen  VerJUiduniid 
des  spraohlichoii  Klungos  und  ihrer  Tragweite  ftir  den  VortiFmu  schwotItM 
eine  deutliche  Vorstellung  hatten.  Die  Folgen  der  sprachlichen  UrabildvM 
waren  fUr  die  metrische  Theorie  bedeutender  als  fUr  die  Grammatiu 
weil  dort  die  genamte  Grundlage,  in  der  Grammatik  znnfichKt  nur  einseliH 
Teile  der  Lautlehre  erschüttert  wurden.  Von  der  rpiii  meclmniiüchen  Aifl 
mit  welcher  die  Byzantiner  die  alten  quautitiercndon  Motren  an- 
wendeten, logen  die  zuhlroichcn  Stücke  der  kumttmiuuigen  Poesie  Zengnüi 
ab;  ihr  originollea  und  selbst  verfertigtes  Metrum  über,  der  politiechd- 
Vers,  beruht  auf  dem  Accent.  Am  diesen  Verhältnissen  erklärt  wh  dfl 
Bedeutungi^lo.<<igkeit  der  byzantinit^chon  Elaborate  Aber  Metrik.  Sie  ttfl 
fallen  in  zwei  Hauptgattungen,  in  theoretische  Abhandlungen  übfl 
FQ^o  und  Ver»arton  und  in  metrische  Scholien  und  RezenaionM 
der  alten  Dichter.  M 

Ausgangspunkt  und  Grundlage  der  gcüAmten  byzAntiniMihfl 
Metrik  ist  das  Handbuch  {'Eyxn(>i^ir,r)  de»  Hcphae»tion  mit  aeinOfl 
Scholien.  Doch  mu«8  bei  der  Quellonbetrachtung  das  gesamte  ScholieiM 
kongloniorat,  das  sich  an  Hephaeation  angehängt  hat,  in  »eine  ursprBiH 
liehen  Bestandteile  geschieden  werden.  Ein  Teil  der  Scholien  stammt  aH 
alter  Zeit  und  entliillt  reiche  Schätze  der  besten  Gelehrsamkeit.  Dm  ifl 
die  von  Westphal  als  Scholia  Ä  bezeichnete  Gruppe  und  das  erste  Bnüfl 
der  Westphalischcii  Scholia  B,  die  beide  auf  den  Kommentar  des  LongiBlfl 
zuriltkgehun,  w(>nn  sie  auch  ni(^ht  die  Originalform  deawibeii  darsteUMfl 
des  weiteren  das  vierte  Buch  der  Scholia  B,  das  vielleicht  aus  itM 
Kommentar  des  Oros  stammt:  eine  andere  Gruppe  weist  auf  die  *fi?r/n'«i 
des  Choeroboskos;  einzelne  Stücke  lassen  sich  nach  ihrer  Herkunft  nidfl 
näher  bestimmen.  Von  dii>ser  Masse  scheidet  sich  deutlich  das  den  Scholiafl 
hIr  fünftes  Buch  angehängte,  in  einer  etwas  verschiedenen  Form  auch  iH 
Appendix  eines  rhetorischen  Corpus  und  des  Dionysios  Thrax  illi«fl 
lieferte,  triviale  byzantinische  Kompendium,  welches  eine  spätere Stofl 
metrischen  \Vi.ssen»  darstellt;  dasselbe  rouss  —  wenn   nicht  wieder  eifl 

*  luterpolation  im  Spiele  ist«  was  L.  Voltz  in  der  unten  zitiortco  Dissifl 
tation  S.  6  annimmt  —  in  seiner  Urgestalt  jünger  sein  als  dos  J>.  ,Ubfl 
hundert,  da  Konstantinos  der  Sizilior  darin  benützt  ist;  wahrM^heiH 
lieh  gehr>rt  es  dem  10.  Jalirhundert  an,  der  i^eit  der  Enzyklopädien  ttiM 
}$auunolworke.      Wir  müßten  uns  mit  dieser   allgemeinen  Aiideulung  bM 


AltwinmBviMMWchaft.    T).  Hetrlk  and  Htwik.    (f  2I>3) 


595 


llgen:  eine  genauere  Solicidung  und  Definition  kömito  mir  im  Zusuranieu- 
nge  und  auf  Gniud  einer  ausfUlitlidic-n  Biisc-lireibung  des  gnozon  hand- 
(riftlichon  Thatbestandee  grellen  werden. 

A,  Eid  mit  den  alten  Scholien  verseheneB  Exemplar  des  Hepliaestion 
IBpüiart«  c-twa  im  12.  Jahrhundert  (doch  wahrscheinlich  vor  tzetzes) 
I  scPDst  unbi'kuuntor  Grammatiker  Tricha»  ( Tfiix^i)  in  »meinem  Traktate; 
t»ntfiaftoi  rüi-  ivvia  ftttgatr.    Ucmselben  geht  ein  Uymnu»  an  die 

Jungfrau  voraus,  in  welchem  die  noun  Hauptmctren  prakti^cli  veran- 
laulicht  werden:  Toi'  cotfatt'nov  'Vfi'x^  apvotfiit  imv  frtin  ftt'tQmr.  Zwei 
Itto  roliginsc  Hymnen  mit  metrischer  Eiklärimg  hatte  Trichai«  nchon 
nrr  abgcfuiiet  und  vcnit'oiät  mehrfach  auf  sie;  sie  »ind  in  antiken  Metrvn, 
er  Dach  byzautiniscbeii  Prof)odieregchi  gedichtet.  Die  Abhandlung  selbst 
wheint  als  eine  im  byzantinischen  Geiste  gehaltene  Umarbeitung  des 
yhaestion  ohne  veitere  Hilfsmittel  als  einen  schlechten  Text  der  guten 
IwUeD.  Nachdem  die  Scholieii  A  in  einei-  besseren  Fassung  ans  Licht 
eogtrn  sind.  hU  sie  dem  Trichas  zu  Gebote  stand,  i^t  das  Schriftcbeu 
rtloa  geworden, 

1.  Ki.  VOM  Franc,  de  Fiiria  (chemniigem  BiblioHiekAr  li^t  l^nurentiana  in  Florani) 
•r  dMü  7^1:  Appnadix  nd  Draconem  StTnloiiiucasein  com|i)ectonH  IVichn«,  ICline  Monoclii 
HwTodiitni  Irv-Ulm  d«  metris,  Lipaine  1814.   ~    Dann   in   den  SrriptArt^s  motrici  (irn^ci 

B.  Wo»tpb«l.  vol.  I  (1866)  2.^)1  -302.  -  Vgl.  Aug.  Jung.  Do  Trich«  motridi  «U 
Kii|>tw.  DUa.,  Uraalau  l!<ritt.  .—  Vielleiclit  int  Triirhiu  identJBcli  mit  juti^ni  JolionoftH 
iehai.  an  welulum  Miclui«!  Glykaa  (w«i  l)^i(^fo  richl^tu.  Mi^iie,  Patrul.  gr.  lüS  Col. 
IX  Bad  L.L     Vgl.   K.  Kiuniliaoh«r,    MiohAol  G\yktus.   Siteungaber.   bayer.  Äk.    1894 

8.  Nam«:  tm  Cod.  Paris.  3SS1  lautet  die  tlobor^uiirirt  VW  aoifuotöwov  Tpijra,  in 
IB  Ploreal.  di>j|[«fpn  T'pijf"'  ^Jnn^.  a.  n.  O.  S.  4).  leb  hnlin  die  Riclitiglcoit  dieser  An- 
M  niclit  konti«Ul«r«n  und  hqcIi  knino  andornn  Kisa.  wrlchc  dvn  Tmktat  nnl.haltcn.  »in- 
M>  Ic^BDAn;  doch  ift  aicber  die  Iftxtere  Form,  d.  h,  r^i/i'k'.  Gen.  Tpi/i'.  die  ricbtigo; 
a  m»  »timmi  mit  dvr  besten  C  eher  lief nning  dar  Nnmensform  des  oben  envUlinten 
taam  Trieb««  Bborcüi  und  findet  sinli  nurli  satiat.  k.  I).  in  eini-r  Urkunde  vom  Jahre 
7,  di«  TOB  »inen  KoostniilinaH  Tric ba»  (i'iif  ror  Tpi/if  kmt^iayiirov}  BUsgi.'fi.Ttigt  wurda 
t*  at  dipUiHiat«  r4d.  lliklü^ivh  et  Müllor  6.  1-10)  und  in  ein«r  Urkunde  vcin  .Fubro  1^37, 
«in  'bMi'rr,f  i  TQt/ni  genaoiil  wird  (a.  u,  0.  1,  liOj.  Deutacb  uud  lateiuiauli  muss  der 
M  natllTlkb  Trichas  hitimea,  nicht  Tricha,  wie  er  lo  der  gtaata  neueren  Littvratur 
Auch  gcnamil  wird. 

8.  Neh«D  IViobas  iat  lu  nennen  Johanuoa  TzetEes.  der  den  Tust  des  Hephueation 

kynatioischea  ülelren  versifiiierte:  ihm  lag  ein  noch  8cfal6clitDi[<>r  Text  di<a  Ueebaeation 

■1«  data  (w«hl  ctwaa  fraheren)  Trieb as.    Das  Lehntediclit  dee  TietsM  od.  J.  A.  Cramer, 

Omb.  S  (18a<l)  302-333;  vf^.  die  liRndacJirifUiciie  Notii  S.  III  und  HOrschelmanu, 

im.   MiB.  M  <1»SI)  S85.    ß.  oben  8.  b9i. 

B.  Einen  weit  gri^sseren  Einfluss  erlangte  das  oben  erwähnte  triviale 
mpondiuni.  Aus  ihm  (und  einigen  anderen  StUcken  der  Hcholia  H) 
immt  alle»;  motriHche  Besitztum  der  Byzantiner  ausser  Ann  Werken 
l  Triclias  und  Tzetzes  und  den  alten  Dichterscholien.  Manche  Lehrer  der 
Irik.  die  ans  dieser  trOben  Quelle  schupften,  suchten  ihre  Machwerke 
tdi  erborgt**  Namen  wie  Hepliae.'ition,  Horodian,  Ih-akon  s-u  empfehlen, 
iare  Nchriebi>ii  unter  eigener  t'irma,  andere  wtedoruni  in  lühlichcr  Selbst' 
tennlni»  anonTm;  aber  keiner  hat  sonstige  Gewährsmänner  beiiUtst  und 
Ebat  hat  etwas  Brauchbares  selbst  hinzugefllgt.  Ihi-e  Abweichungen  ent- 
lilgeD  nur  »an  L'mstelhmgen,  au»  Andoningen  des  Wortlaute»  und  aus 
t  venchiedeoen  AuhwaIiI  und  Ausfl^hrlichkeit,  die  jedem  beliebte.   Meiat 

tliese  StQcke  aU  Anhang  oder  LUckenbüsscr  in  Dichterhand- 
38* 


596 


Byzantlniech«  Lltt«rattirg«Mhi«bte.    I.  ProsAUChe  Littontor. 


sdiriften;  manche  irrlichtem  noch  unerkannt  in  den  Bibliotheken  nad 
erwecken  wohl  dann  und  wann  einem  Novizen  die  trügerische  Hotfimng, 
einen  neuc<n  Codex  oder  ein  Fra^cment  des  Hupliuosüon  eiittk-ckl  zu  babta 
Eine  voIUlSndige  Übersicht  Über  den  Tbatbeetand  dieser  exilen  ScM- 
litteratur  ixt  nicht  niOglich,  auch  kaum  wQnachenüwert  Ebensowenig 
kann  auf  unserem  boschrSnkten  llAume  das  sehr  verwickelte  gonoalofpMh* 
Detail,  w«lche«  tu  jflngi^ter  Zeit  namentlich  durch  Studeniuud  und  Hörscbel- 
mann  aufgeklärt  wordou  ixt,  mit  gbnilg4.-nder  Präzision  dargelegt  werden. 
Die  wichtigsten  der  hierher  gehörigen  StQcke  sind  folgende: 

XQÖvmr.  ein  breit««,  antt  Isaak  Monachof),  ]*i«eiido-Hephaestion  u.  a.  stammen* 
dü8  Elaborat,  dm  den  stolzen  Noiuon  dci»  alten  Oranimatikcrs  Drakoo  an 
der  Stiruo  trägt,  in  Wirklichkeit  aber  eine  Fälschung  des  16.  Jahr- 
hunderts ist.  Der  KoDipilittor  Jakob  Diassorinos  benutzte  die  Sditio 
princeps  der  grossen  Hephaestionschnlien  (von  1526).  Zuerst  teilweiM 
ediert  von  Hase.  Not.  et  extr.  8,  2  (1810)  43—75.  —  VollstÄndig:  Diw» 
Stratonicon^is  ed.  0.  Hermann,  Lipsiae  1812.  Schon  Horaiann  sah,  da« 
dos  Werk  in  dc-r  überlioferten  Form  unmöglich  dem  allen  Drakun  gchOnw 
kSnne;  den  näheren  Nachweis  des  jungen  Ursprünge«  lUhrton  K.  Lehrs, 
Herodiani  scripta  tria  etc.  S.  402  ff.,  und  L.  Voltz,  Do  Uelia  MouachD, 
Isaaco  Monacho,  Pscudo-Dracone,  Diss.,  Strassburg  1886  S.  39  GL,  noil: 
Zur  Überlieferuug  der  griechischen  Grammatik  in  byzantinischer  Zeil, 
Jahns  .lahrb.  139  (1889)  579-599.  Ferner  vgl.  L.  Cohn,  Philol.  Ab- 
handiungen,  Martin  Hertx  .  .  .  dargebracht,  1888  S.  133—143.  —  Über 
DiassorinoB  vgl.  9.  542. 

2.  'iaaattiov  tov  ^oyKorarov  /ioraj[or>  ntifl  iits^tov  nottjnxtür.  EA. 
von  L.  Bachmann,  Anecdota  graeca  2  (1828)  167  —  190.  läaak  Monachos, 
der  von  Maximon  l'lanudes  abhüngig  ittt,  «chrieb  am  Schlüsse  des  14.  Jahr- 
hunderts.    Vgl.  L.  Volts  in  der  oben  genannten  Dti».  S.  17  if. 

3.  'HXiov   fiaxi'otov   ftovaxov   Xafa»ot   fi^(  '/wuvrijr    löv   ütl^it 
ccvtov  rr*pi  iiuyi^wy  /it'r^ui-.     Die  Zeit   dieses  Hellas  Charax  ist 
lieh    unbestimmt      Kin  Kapitel   ed.    Villoison.    An.    gr.  2  (1781)  85 
—   Ed.    Franc,    de   Furia  als  Appendix  dos  Draco  Stratonic.    toi 
Hermann,  Lipsiae  1814  (mit  Trichas).  —  Dann  ed.  das  Work  W.  Stn^ 
inund,  Anecdota  varia  graeca  1  (188C)  167—184.  —  Vgl.  L.  Voltz  ij» 
üben  genannton  Dissertation  S.  7  ff. 

4.  Eine  anonyme,  entweder  von  Triklinios  selbst  stammende 
von  einem  späteren  Grammatiker  aus  Triklinios  kompilierte  Abban^a 
Ober  Metrik  im  Codex  Ilarleianus  0635,  die  in  einigen  UandscfariG 
auch  den  Titel  'Htfcumiiuraf  rtt^  nix^av  fUhit.   Ed.  von  Gaisford  in 
zweiten  Ausgabe  des  Hephaeation  1  (1855)  317—334.    —   Erste  krit 
Ausgabe  des  Tractatus  Hurleianus  auf  neuer  diplomatischer  Qrundlag«  VM 
W,  Studemund,  Index  lecÜonum,  Breslau  1887. 

5.  Der  kurze  pseudoherodianische   Traktat  'B^ttiiaroT'  trtfi 
l^etof  für  cTfxaiv  (in  einigen  Handschriften  'f/p.  rr*^  oHxmv  fi<(  J^«  __ 
der  die  tTdij  des  heroischen  Hexameters  behandelt.     Eine  fihnÜdie  Dar- 
Stellung    der  äiiiyo(>w'  und  t^gi^  des  Hexameters   geht  sogar  uut^r  il*» 


(t.  AUertniBBViMenBcIi 


r  Vetrilt  nnd  Muaik.    (§  fö9) 


557 


Kunen  d««  Plutarcli.  Ed.  Vitloison,  Anecdota  graoca  2  (1781)  86.  — 
Ed.  Furia  in  der  oben  t^rwaiiiiU.m  Appendix  S.  88.  —  Ed.  W.  Stude- 
mund,  Anecdota  varia  graeca  I,  185 — 188.  —  Paeudo-Ptutarcbtis  De 
Bclri»  ©d.  D.  Wyttenbach  mit  Piularcha  Moralia  t  5  (Oxford  1800) 
128B — 1288,  —  Psoiido-Plutnrchu»  de  Motro  horoico  od.  Ouil.  Stude- 
tnund,  Philologus  40  (1888)  27—34. 

6.  Die  paeudohephästionische  Abhandlung:  'Iltfmctimrof  rttQi 
fUi^i;  im  ersten  Abschnitt  eng  verwandt  mit  Inaalc  Monachos,  in  einem 
tnderen  Kapitel  identisch  mit  PHCudoplutarch  Ut^l  i;^iaixov  /iftpov.  Pseudo- 
Hrphaeration  de  nietris  ed.  npnrtcus  zur -lacobsmuohlen,  Ditteoitationcs 
philülog.  Argentoratensea  vol.  10  (1886)  187— 2ä4. 

7.  Kio  8non>ine8  Stück  Htpi  rijf  tmr  naimv  öro/tctaitt^  („Orammati- 
eas  Ambrosianus")  im  Cod.  Ambro».  C.  222  (saoc.  13).  Ed.  von  H.  Keil 
En  Programm  von  Halle  1848;  dann  von  A.  Nauck  mit  dem  Lexicon 
Vindobonense  S.  253—267:  endlich  vollständiger  von  W.  Studemund, 
Aaecdota  varia  graeca  I,  211—247. 

8.  Eine  klein«  Abhandlung  /7«^i  n^Tnar,  welche  fälschlich  unter 
dem  Kajnen  des  Moechopulos  ediert  i8t.  Ed.  Nie.  Titzo  in:  Manuelis 
Moaohopuli  Cretensiti  opnäculit  grammaticu.  Lip»iao  1822  S.  43 — 60. 

9.  MetnBche  Kompilationen  im  Codex  Cbi-iiunua  miseell.  R  IV  II 
fRom).  Anecdota  Cliifdana  ed.  Gail.  Mangetsdorf,  Progr.  Carbruho  1876. 
—  Der  erat«  Abschnitt  vollst&ndig  bei  W.  Studemund,  Anecdota  varia 
pwea  I,  2U5— 209. 

10.  In  mehreren  Handschriften  (ausser  den  von  Studemund  benutzten 
L  B.  auch  im  Cod.  Mutin.  U.  A.  2)  steht  ein  jambisches  Gedicht  in 
100  Vers«;n,  worin  ein  Tabularioä  JohannosBotaniates  aus  Kreta  (ans  un- 
bekannter Zeit,  abernicht  nach  dem  Anfang  des  13.  Jahrhunderts)  einem  Diakon 
Udor  diu*  jambische  Metrum  erklärt.    Ed.  W.  Studemund,  Anecdota  varia 

1,  201  ff.;  ebendoii:  1,  198  f.  ein  Gedieht  über  das  jambische  Metrum 

Michael  Psellos.  —  Das  Gedicht  do»  Botantatos  war  üchon  nach  dem 

Pju-is.  Gr.  1773  ediert  von  E.  Cougny,  Annuaire  de  Tassoc.  9  (1875) 

96.  —  Vgl.  Fr.  Kuhn,  Symbolae  ad  doctrinae  ntQi  äi^^rav  historiam 

it«e,  Rreslauer  philol.  Abhandlungen  VI  3.  Breslau  1892  8.  57—59. 

B.  Vori.  Joannis  Botaniatae  caimeu  de  motro  ianibico,  Egyetemes 

ifloL  KOzIöny  14  S.  577—584  (mir  unzugänglich). 

Zu  ilie«en  allgemeinen  Abhandlungen  Über  Metrik  kommen  als  zweite 

ppe  die  metrinchen  Scbolien  und  Uezensionen  einzelner  Dichter, 

welchen  dio  byzantinischon  Vorstellungen  von  Metrik,  meist  zum  grossen 

•h«*len  der  alten  Texte,  praktisch  angewendet  wt-rden.    Dio  wichtigsten 

rl>oiten    diofier    Art    stammen    von    Tzetzee,    Manuel    Moschopulos, 

bötna9  Magister  und  vor  allem  von  Demetrios  Triklinios.     Näliere-i 

^  219  f.;  224  f.;  227  und  in  der  griechischen  Litteraturgeschichte  von 

7.  Christ  in  den  Abschnitten  flber  Piudar  und  die  Übrigen  Dichter. 

Bilfiimitl«):  A.  Roii»hiicb  und  R,  Wcstfili«!,  Molrik  .ier  Urioclien  I'  (1887) 
n — 214 ;  »bondoTt  It*  |1S6!^)  &S^-'i^  Ober  <]!(>  l'riQzipien  der  Accenl.pocsie  bei  ileii  Byxnn- 
Mm>  —  ftMcbcn  ItctAit  Über  <lic  UnsclHcliriften  und  ebe  Untersuchung  Über  dna  Verhalt- 
m  4*>  Paeado-Ilptodun  tu  l'iwudu-Drnkon,  Fsauclo-Mascb«|)uloR,  THklinioB  u.  ».  gnb  W. 
iBdanuBd,  D«r  PMudo-bvruiUuischu  Truktat  über  die  tlA;  de*  üexumulere,  Jabao 


)8 


Bysaatinisctie  litUraturgeBcbiohte.    I.  ProsalBcfa«  Litt«rfttur. 


J«lirb.  9i>  (1867)  G09-023.  -  W.  IUrftelitlni»nn,  Scholm  lUphaMÜenu  altan 
intogrn  primtun  ediU,  Iud«K  lect.  Domat  1862.  —  Carl  Donig,  ^iMootütM«  BftpluuattN 
Ailiuoit  coi<icis  DannstedienBis  a.  3Tv3  collatioenm  com  iclioliu  priuiHtiuitions  i;t»Mil 
iD»(iiti8, 1'iogr  I)6iishetni  1890,  —  Ludoricns  Volti,  l)c  Uelm  Monatbo.  Tmum  H« 
Pwado-Dnoone,  Di«s.,  Stnmburg  1886.  Vgl.  die  Ucsprcubung  von  P.  Eicenolff,  W^ 
aobrift  fOr  kloM.  Tbilol.  I8is9  Nr.  SS.  —  [,u4«.  Yulle.  Diu  Traktat«  lltei  a«Mr 
Kgwixov  fuiQaf  in  doQ  CommontotioiMa  !■  Iiaa.  Uiiil«lini  8tiid«iHUiid.  StnMbii»  18S9  &' 
li»  )<g.  -  I..  VoHx,  Di«  tfi^  doa  dsktyliMluin  Hexant«t«n,  PUlotogu  A3  |18H)SaS-r 
{Ober  dio  (Rollen  den  l«uk  Monacboa,  pBeudaDnlton,  rMudo-MoMhopal««  o.  «.  «J 
0.  Kaiittcher,  Ü«  ^diulüx  Huiiierieia  ad  rem  Rielr.  potliiiMitibm,  Dim-,  Stranbnrg  19L 
~  I]«iiiTKli  Gro8<tmann,  Du  doctnoae  )n«>tr)cae  tvlinuii«  ab  KiMUthi«  MnratM.  Dib. 
StrnmbiirK  ISvT.  ^  0.  Ams«!.  I>«  vi  atqae  iodol«  rhjilunoniii)  qtiid  voberM  indicavnmrt, 
Bnwl«ii*r  pliilol.  AbLaadlaogui  1  3.  Bn-nlau  If^T.  —  Max.  Conabracb,  Do  ret«ruvi  »tt> 
nM^umtof  dnolrina.  BracIaiMr  philul.  Abhandlungoa  V  S,  llrcaUu  1890.  —  Fr,  Enka. 
SymfaoUo  ad  dootriaao  nff'  Ajf^Viur  bixtoriain  pcitinentea,  BrMlau«r  pbilolcfiKk«  Ab- 
bu41ungon  VI  8,  Brealau  169'2.  —  UnuptHcbrift«o:  W.  HtterächelmatiB,  CalM> 
Bncbiiiigen  lur  GeMbicht«  <ler  griecliiMcbvn  Mutriker.  Di«  CompoaitiMi  Ati  Hechiwtiw 
scboliMi.  Bbein.  Hna.  S6  (1881)  260 -SOI,  Zur  Oescbiobt«  der  anlikea  Metrik.  PkiMcfM 
47  (1(t89)  ]~12,  und  b««ODdera  die  abediUeMend«  Scbritt:  Kto  grie«li)»elie«  L«btbiidi 
dar  Metrik.  Doriral  1888.  wo  alle  Naohkemmoo  doa  erwAhntint  5.  Bucbes  d«r  HephatalM» 
Hcbolion  B  auf  drei  Hftu|illjr|i«ii  lurOckgefabrt  sind.  Ouil.  Stadvtnund.  Aanelaü 
vari«  graeca,  vol.  1.  U»rolioi  I^SC,  wo  eine  Reib«  motrisehw  RtQckr  atia  bjnaalU- 
Bober  Mit  snm  oratenmal«  mit  gcnaaem  kritincben  Apparat«  and  oinkitsiidaa  rnlw- 
BuebungMi  ediort  aind.  NaditTHfo  und  ErgAnxiingcn  himu  von  W.  tloorachrP 
GOtting.  ÜbI.  An».  18«7  S.  .594-613.  and  V.  Kgcnolff,  Jahns  Jabrb.  ISi  (t- 
V'ie  408.  —  Vgl.  dna  Kerorat  Ober  die  «inaehlhgigr  Litteratur  »oo  P.  EKenoUf,  Kurei»»- 
Mntlcni  Jabrubur.  h^  (l'^Sü)  2TK-293  und  6V  ilä!>2)  199-  2M.  ~  Uw  »eugfittMicta 
Melrik  bohaudvlt  l'uu.  Üritiianus,  2'ii/('i<(>;'(iii;  tij^c  mS*  ^f-if  fi—ifpat  JJUijruqt  aal 
vrimopiiAfafC  inii-  nri'/uif  invitjc  »{»'t  totk  iijf  Bp/nif«  etc.,  AUXHi<lrtB,   T.  TV"«!  IMI. 

25ä.  Musik.  Für  dio  G«Ki.-)iichto  der  griccliischoii  Musik  uod 
Muaiklitteiatur  im  Mittelalter  ist  kaum  das  notwondiget«.'  Mntoriol  zu- 
gänglich gemacht.  Ehe  wir  eine  diplomatiscb  geaicbert«  Sammlung  dar 
by/antinisehon  SdiiiftstoUer  flber  Mu»ik  hesitzen,  hat  eine  Untersncbang 
tlhcr  diu  gt-nciilogischcn  Vurhältnisso  der  verschiedenen  TniktAt«  wasig 
Austücht  auf  Erfolg,  und  solange  diese  Untersuchung  nicht  geschehen  at, 
kann  auch  die  litterarhiMnrische  Würdigung  dieser  Gattung  nicht  Ober  ebe 
MoHRB  AüfzILhluDg  hinnuägeheii.  Die  antike  Mu^ik  vrar  schon  zu  Beginn 
der  byzantinischen  Zeit  in  Vergessciibeit  gerat«n.  Wir  haben  hiof&ber 
ein  interessante»  Zeugnis  aus  dem  6.  Jahrhundert,  Der  AristotelefierklSrcf 
Olynipiodorns  sagt  in  einem  Berichte,  den  nns  die  Aristoteleascholicn 
dos  David')  erhalten  haben,  zu  seiner  Zeit  habe  man  zwar  noch  einij^ 
musikalifirhe  Bücher  gehabt,  von  der  Musik  seihst  aber  stci  koine  Spw 
Ohrig  geblichen;   //*eJ  äi  tT^^  iiuvaixij^  (f>^a4v  ,';/«?;  i»;«  xiio^  o?or  ämi*itn 

di  ölt  tiat  ft*x(i  tot'  ri'v  ßißKa  (lovatuä.  Neubolebt  wurde  die  Viasät 
durch  die  christliche  Kirclie.  Begründer  des  griechisclicii  Kirebeo* 
gesanges  ist  Johannes  Damaskenos  dureh  sein  xuvörtor  i^f  umvtxrf. 
Für  das  Mittelalter  ist  von  Wichtigkeit  der  sogenannte  UyiorroXit 
eine  verstümmelte,  anonj-me  Abhandlung,  welche  den  theoretischen 
praktischen  Teil  der  griechischen  Kirchenniusik  enthüll.  Der  Name  Hogi 
polites  ist  nicht  der  des  Verfassers,  sondern  bezeichnet  da»  Wei4 


')  Ariatotali«  op«n  od.  AcadAmia  r«s>a 
Bonisica  4  (1886)  I«*,  42  IT. 

•)    Die    Au^Bb«    bietet    ec'rti    «viiy 


arbreiht  II.  Uaennr,   De  Stenbano  AI*u»j 
drino,  Itonn  1880  S.  6. 


6.  UtortanuwbMiiBchm.    D.  Hetiik  und  Sttwik    [}  253) 


599 


Bcsangbuch  der  Kirche  von  Jerusalem.  Dazu  kommt  die  EiulL-itung  in 
^Eti  Mi-trik  von  dem  nltcn  ßakchios  {Büxxiioi  l  /^^ui).  Im  Anfang  den 
■4.  Jaluhuiidcrts  vorfusste  Mantiu!  Brydiiiioa  drei  Büchor  'A^^qviuÜ^ 
^borin  ini  Widerspniclie  mit  der  Praxis  der  Zeit  die  alten  Musikthoorion 
Kl  Grunde  |c;elegt  mnd.  Durch  das  dokti-inäre  Festhalten  an  der  allen 
BurminologiL-  wiid  der  Wert  dieser  Hclirift  tllr  unsere  KeniitiÜH  der  Musik- 
Kescbichte  wesentlich  gemindert  Auwaerdem  kennen  wir  eine  anonyme 
^Vairixfj  t«'zi*),,  Melodien  über  die  bi>kannteäten  Zeichen  von  Johannes 
Blykyit  (wahi-sclieinlich  dem  Orammutiker;  8.  S.  .'>tJ9)  und  Johannes 
HEafcuzolis  (lö.  Jahrh.),  von  dem  wir  auch  eine  'Bcftijin'a  lifi  na^aX' 
Hity^  Tor  iQojiat'  bueitzcn.  Dazu  kommen  in  Eiotracht  die  Sdirift  des 
HlBDael  Chrysapbes  (lü./lt).  Juhrh.)  z.  B.  im  Cod.  Clurk.  :t6  (Beginn:  'Af/x^ 
^wr  ffwtr;/ifti(uv  tr^f  i^'w^Tixr;^  rt'xrr^i)  und  ein  anonymer  Traktat  im  Cod. 
Borocc.  48:  -rro^i;  ä^'aiij  twr  öxtm  i^xior.  Harmonika  schrieb  auch 
Boorgios  Pachymeres,  8.  S.  289  f. 

H  !■  Aaegaben:  'JytonolitrjS   ed.   mit   frruiiits.  Uoheraotziing   und    Koninienbir   U. 

Bjdcent,  Nol  «t  extr.  IS  (1R4T)  2.  259— :!äl ;  in  demsdbGn  Bniide  Doch  Andere  auf  Musik 
BKSglielM  8Uck«i  Ton  Synciaios.  Pediaainios  u.  s.  w.  —  Unkchios  ed.  C  Jan,  Uimci 
^Eriptor**  graoci,  I^clpag  1605  S.  283—316.  Vgl.  K.  v.  Jan,  Die  EiBAgogn  du»  Itnocliiu«, 
^Bogracnm  das  I^ceams,  Struaaburg  läOl.  ~  Manu«!  Bryoniiios  od.  vun  Job.  WiiUin, 
B»ra  malbeoMlica.  vol.  S  (1699)  359-508  [luit  latciu.  L'ebei^elzungl.  —  VnXtity  if/ri; 
Bd.  Ccrberl.  D«  cantn  «t  muaioa  «acra  toni.  2  (1T74)  tab.  Vlli;  bi-eaer  von  W,  Cbrial, 
^ptmngobiT.  bavor.  Ak.  1870,  Band  IT  267  (f.  —  AnoDymi  scri|itio  de  Musica  ed.  Fr. 
^■■lleTinafiD,  Berlin  1841.  ->  MusikalJsrlio  Stücke  aus  Bpaiiischeo  Hondsohrifteu  ediert« 
^■H  T«il  mit  fraiii.  ITebersetzun)!  Ch.-fi.  Ruelln.  ArcKJvoe  d«s  niissions  scieutifiqupH 
j£  96n»  S  (ISTA)  'o30tf.;  G(>5  IT,  und  Annunire  do  IWc,  8  (1874)  123  IT.  und  11  (1877) 
HM7  ff.  —  Ein  wi^tig<ir  harmoniHrhrr  Trnktiit  ist  aus  »inom  Cod.  Louront.  ediert  und  er- 
^Bbl  von  Ad.  Stamm  in  Studcmunds  Anecdotn  vnrin  griuica  1  {ISHili  4—30.  FranzO- 
K^  von  Ch.-K.  Knol  le.  Annuairu  d»  rns^oc.  17  {IHVS}  3'2U--»25.  -  Ck-E.  Ruello,  Doux 
^btM  eaacornont  I«  canuo  muBicat,  vcrORonUiciht  in:  0»uvr(.>s  de  Cb.  Grnux  2  {l!SS6]  534 
Hb  Mtk  —  Dain  die  obra  enrlbnle  Sununclausgabi^  vou  C.  Jon,  Musioi  scriiitores  graftci, 
■ri]»B  18DS. 

2.  Hi1f<imitt«h  Wvuig  bruuulibur  filr  den  geaoliicbtljohein  teil  sind  die  für 
|nktiacli0  Bi'dilifuim.'  biwlimmteu  llvUKlie<^lll8clle□  Werke:  Xffvaiiy9of,  Ntuiii'jtixör  f(y" 
rij«  /»oMiui;*.  Ttk«)  1832.  MaQyuQttr^t,  H«oipr;rijoJ  xiti  ji{tt*it*Tj  iiitXt]9tiiintxii  /lovaijitj, 
KonatADtiaopal  1^1.  ^iloltrot,  .IrftKoV  und  Heaieiiiitäf  aioi^ttiüJe;  ttjq  fiuvatx^t,  Kon- 
•laniiiwftel  l%9.  -  n.  Wenlpbal.  MHrik  der  Oriechen  P  310  ff.  —  J.  B.  Pitra. 
i)} nuMfpKilbie  d«  l'^lis»  (?rt>equp,  Rcpnio  1867  S,  fil  ff.  —  W.  Christ,  Ueber  diu  Hnrmonik 
M  MkBMcl  Brjronnioa  nnd  da«  Rj-sUm  der  bj'inntinläohen  Mnaik.  Siteungsber.  ba.ver.  Ak. 
Un,  Buid  II  241—270.  wo  nuch  oinlge  musikgesthicbttlche  Texte  ediert  sind.  ~  Uebar 
du  QmUob  dci«  Maaii«!  Br^rennioa  vgl,  C.  v.  Jan,  Die  tlsnnonik  dcd  Ariatoxonianoni 
Khalihlai,  Pron.,  Lmulübcrg  1S70  S.  19  IT.  -  Dcber  ilus  lieben  des  Manuel  Bryunnios  a, 
M-ji  Treu.  Maxiini  monaciii  PUoadia  cpistutao  S,  22ö  f.  —  L'eber  das  i.obon  disa  Kuku- 
P.  Syrku.  Das  .Loben  des  Joannes  h'ukuzi^lia*  altt  <ju«Uu  Iüt  die  bulgari§cb«  Q«> 
-;i..iAL'.  JiKun.  Ulli.  1892  B<1  282  Juli  $.  1^0-141.  —  Jub.  Tzeties.  Ueber  die  alt- 
crwliiadi«  Mual:  Ja  der  utrlechiscbeii  Kirchs.  Mdnobi-ii  18T4.  behandelt  die  mustkalisoho 
Tluarl«  der  Byuntiner.  gibt  aber  nnch  Mitteiliingen  nbcr  Handachrin«n  und  flbor  dio 
■Mm  Uttanbir.  —  Ein«n  er^Kmonden  Beitrag  gab  Joh,  Tietzes,  Itt^l  t^(  natti  idf 
pMMmrm  Itfdf  fi«tcni^f  tift  tHijnKijc  iimXiimii;,  Uti^yaaaöt  ß  (1882j  433-467;  521-557. 
-  J»b.  T«»t»«»,  W  i^mr^ea  iijf  Tto^uar^ftarxuiii  iiüf  unrri  toV  fitatmüya  Xtttovftynaär 
am  ifiraioyuuöv  rii(foy^ifmv  iiüv  üfatohiuCv  /ixJlijaiiJf.  llu^yaaaöt  9  (18ä5)  413~4&3 
(Ibv  di«  NotMiiMlirift).  -  Kino  olIgDmoina  Cbarakluristik  gab  Eustathios  Thorianoa, 
S*fJ  r^  ft«*v*mr,t  iwr  'FJXiinir  xtä  Uiiat  ttjt  ixrir^tiuioiixiji,  Tricst  lä76.  Vgl.  die  Bo- 
mnAantt  ditmtir  Scbrift  von  Ch.-li!.  Rnolle.  Kuvuo  ot  Ooxutle  musicale  de  I'aria  ISTÜ 
OT.  18,  II,  17.  —  K.  N.  Salha«,  'latoQimy  ttiixi/aof  xf^i  luC-  9taigDv  xnt  i^(  /tovaix^f 
•vCoj^iw'.  Venedig  läiä.  bt«.  S.  (i/iC  IT'  —  A.  BourgauU-Dueoudrny,  Etudes 
l>  anHJqii«  «oclöalaatifiie  Or«eque,  Paria  1977,  und;  Souveuirs  d'uno  missiun  nmsicale 
GtWt  «t  «n  Otiemt,  Paris  1878,    VgL  den  orienliereodcn  Burioht  vou  Cb.  L#v<iqaD, 


600 


Byuatintacho  LitUrkUigescliioliU.    I.  Pr<Mala«ho  Litt«rKtsr. 


[Joanitil  dp*  «nvotil«  1^79  a  83-tili  6^-93;  202-218.  —  \at  WoatpUl  mi  ScWÜ 
BtUtst  »icli  im  wesvalliclMU  dw  schSne  Werk  tor  Aug.  UoVBort,  üitit»re  »l  ihtom  4t 
la  moaiquo  ü«  r«ntu)uit<,  2  voll.,  G«nd  1875—81.  —  A.  W.  Ambro«.  Ü«Mlikib  !■ 
Huuk.  3  Bde,  3.  Auna^«.  besorgt  von  U.  v.  Sokolowsky.  llobrioh  KeimaiiB  nd  OU« 
Kndo,  Leipzig  188T.  1891.  1893.  Uebn  die  b)-Mntiniscbo  Mitnk  butdelt  H.  Bräuit 
in  Üaud  2  (1891)  22-2if.  —  Heinrieb  Reimann.  Ziu  Gcacbiohto  nnd  TbMrit  iv 
bvxaaUiiisrli«n  Mnaik.  VicrtcljzhnKtirin  (ür  MmikviaaeD^aft  6  (I>KS9i  322^344:  Vt 
bis  3D&.  —  G.  J.  I'apadupu los,  £f/t,1oljn  ti(  i^r  {«lo^iW  r^(  ifitf'  •j/i^r  /ulf*M' 
attxfjt  ftovam^i  xai  ol  «so  (oir  «nanroilfiCDfr  j^irior  a/^  nur  ^^ffnür  ijftiir  ä*ii»*»nK 
i:iiiftirtaripot  fätiniiiii,  if/roy^Btfm,  fieti^txoi  rat  /itiitiMMyot.  Alh«n.  K.  &»dc  16N 
(grame,  nbec  tu  it«ulg  gewditol«  MaUrinlienMinmlon^}.  —  M.  Pamnikaa,  Ti  tuJmtr 
«v»H}ua  t^  iBä^mmw^t  (i*vmiifif.  Ji'Uo/iic,  töfiit  um  (16S2)  8.  IM  — ITC  (bcetMU 
ein«  Ha.  welch*  (h«OT»liMh«  Aii«r«iiiiineon  ron  Job.  Pluaidian«a,  Gregorioa  Aljrttlit, 
Job.  Kskuifilia  und  ^enos  Koronis.  sowie  di«  Werk»  dM  bMUhmäit  KirabMMia(m 
Pelroa  norrketis  onthlüt).  —  8.  G.  Uatborly,  A  tronÜM  ob  RnantiDo  Hihh,  Iim4w. 
AI.  Gardncr  1^9'J.  VgL  di«  B«H|>r<-Gliun^  von  Hugo  KiomBon.  H.  'L  h  (ItSSj  \lt(\  H. 
—  Kin  fQr  jimliliiwbe  2w«ck«  buatiiuml«]«  Kompendium  ^ab  Nik.  Pagaoa»,  JiSmamh» 
iij(  tiiSöXov  ftoratt^t  '^/•77C  ^lo*  yeaiiftisiut^  iij;  /iaitii>i;<  yliäumti^,  Kp«!  1893.  I>«r- 
aelbu   verofiricht   mne  groaee   Aasgabe   der   litiiTgisch^n    Mnük .  di«   tnit  dem  'jrMi«'- 

Sninpior  befiinntin  soll,  —  Einig«  Bemerk  iingen  xiir  liytantintK-li«!)  MoiiikUi««!«  gikt  Mtk 
.  Crnsiua,  l>ic  dclphiacb«n  llymitKn,  tlnitincnn  1994  8,  14G.  -  Miluilongen  au  ÜH 
miiaikalinclion  und  vorwiuidton  Inlinltii  in  »nnuiBchon  Bibliotilskui  gab  Ck,-£.  Ka*ll(. 
Kapport  sur  imu  miiuiion  litt^tnirr  et  philologiqun  «n  El|MgiM|  Anibirw  dn  naaiM 
■ciuntifiiiuus  III.  s«ne,  bime  2  (iVib)  4»; -627. 


E.  Sammlungen  von  Sentenzen  und  SprichwOrtem. 

254.  Maximos.  Antonios.  I>io  LitU'ratui-  tk-r  byiEinitims4;iien  Fion- 
legie»  wird  crölliiot  durch  JubunacH  Stobäos;  «.  W.  Christ,  UriechUclw, 
Liiteruttirgeschichte*  §  577.  £ine  viel  gelesene  Sammlung  von  S«ntea 
IIU8  profanen  und  christlichen  Schriften  aind  die  Kt^tilaiu  'ftoioyixa  t^t» 
i»i,ftja{,  welche  um  64ö  Max)inü.s  ö  ö(ii,Xoyr;t>'^;  zueamtnonalellt^^'.  D»r 
schliessen  eich  die  dem  Johannes  von  Damaekoe  zugeschriebenuo  'bf 
naffii/.Xr;iM;  s.  S.  21f>  f.  Aus  Johannee  und  anderen  Quellen  schflpR«  in' 
11.  Jahrhundert  ein  MOnch  Antonios  eine  SanimUing,  die  er  Milisea 
bctjtcitc.  Die  Übertragung  dieses  Titels  auf  den  Namen  d««  Autors, 
der  üteit  Coinbefi»  von  den  Neuorcii  schlechtweg  Antonius  Melissa  g«- 
nannt  wird,  ist  ohne  die  mindeste  Berechtigung.  Viele  byzantitÜKfie 
Florilegien  sind  anonym  überliefert.  Die  Erforschung  ihrer  Verwinilt- 
Hchaftfl-  und  QuellenvcrhältnisHe  hat  in  der  jüngsten  Zeit  mSchtigv  Kort- 
«chrittc  gemacht  Von  Wichtigkeit  hierfür  sind  u.  a.  die  sogenannttii 
Kettenküinmcntarc  (Catonae),  unter  denen  der  des  Prokop  von  Oau 
hervorragt.  Vgl,  S.  2J6  ff.  Manche  Fördoning  brachte  auch  die  Dni«- 
SHchnng  und  Veröffentlichung  der  zum  Teil  sehr  umfangreichen  und  alb-n 
slavischen  Bearbeitungen. 

1.  Kolluktivnuflgnbe  de«  MuximoH  (nach  Utoron  l>ruckon)  bei  MiKno.  VitnLp. 
90  nnd  tll;  diu  KufiHiKn  atoloyinl  dortaelbHl  91.  710—1018.  —  AnlonioH  .Ualitit* 
nncli  llll*ron  DrntJten  bui  Miguo,  Patrol.  gr.  136.  76&— 1244.  —  yiinn  Krgliiin*|;  a»!" 
niui  Cod.  AUic^n.  »2  J.  äakkuliiD.  ./f^n'oi- 2  (188&— 1889)  661— 666.  -  Ki-inb.  i)rr«»l*t. 
QiiHctitionos  critiuDB  nd  Maxiini  et  Antonii  gnomologias  sptottotes,  Jabnn  Jahrb.  äuppit- 
montb.  a  (1804-72)  307-850. 

2.  Im  Cod.  Neapot.  III.  B.  34  steht  ciae  MOisoa  tov  fi$yiiX9v  tittvtXtivp.  Was  ■ 
mit  ilir  fQr  eine  Bewandtnis  hat,  konnte  loh  aus  Mangel  sn  Zeil  »i«ht  ttaUÜOna. 

3.  Die  Itnic lohn  IUI g  eines  Saoimelwerkoa  dnrMi  daii  Nsmen  d«r  fteiaigM  BitD* 
fand  in  andemi  UttnratnrpH  iJos  Mittelnltore  Naclinlininng.  D«  syriaeb«  BiacW  8i>1a- 
mon  von  Bnara  Bchrioh  im  Anfung^  dos  1^.  JahrhnndertA  eine  Art  HJatoriMlblM,  di*  rt 
(Buch  der  Itione'  bi-tilelt«.  Ut<?iniscb  Uboraetit  Ton  -T,  .M.  ScbOnfaldvr,  BMobOTg  UM- 


A 


ir  Bjrtisflhc  T#xt  mI  uiit  »nglisi'ii^r  rebersettung  odiort  von  ErnAst  A.  Wnlli* 
idg»,  A]i«uilata  OkunicDNia.  Seinitiu  aerioe.  vol.  I  pait  2  Üsfurd  läS6.  —  Eine  Kiaovo 
kll«  ■plel«n  <ti«  .Bittnen*  in  dou  sluviacben  (.it.l«rHtur«ii.  lieber  sie  wird  ein  Wer«  vun 
^f«raiiBkij  vorbereit«!. 

B  4.  Eise  ßeiku  griechiacW  riorilegion  verOffentlichle  Fr.  BüiBHonade,  Anecilulu 
Km  1  (1829)  lOJI— 184,  natniieb  'Ana/fS/y/jata  äfiniv  StatfHQiui'  nur^piiv  d.  i.  c-itie 
nntlanK  voa  GiMtmeo  aiu  d«r  lieil,  Sclirift  iiiid  änn  Kiri?beuv Utero  (Busilius,  Johaimvs 
t^Murtötno«,  (iregor  von  NaiinnE,  (Tregor  von  Sjme,  .Inbiinnofl  Dainoekenos  u.  s.  w.);  dftnii 
w/iDi  Jiiitf^ai  808  heiligen  imd  [iinfnn^n  Rdiriften;  ^laoöijpuif  Joj-oi  (.Tambliclios,  Pytlia- 
na.  KpinbamiM  u  •.  w.);  ruäfiai  aofiüf,  Pyiüfiat  rdv  imü  aogMiir;  "Kyrca  aocpiüi-  «no- 
Hf/tttTB  apij  '^l('inrilpo>'  roV  Miyor  A.  h.  apokrjiihn  Antworten  dpr  Hrnhmiinon  ftdflr 
imiiovopb inten  nn  Alexander  den  Grossnn;  GouinRn  düK  Mc'niuidcr  und  Tliiliiition :  die 
HM  dca  Hcflonder  Slit/l  yvvBiitiiy;  endlieb  2ri'/at  »nii  eioijrtinv  ror  eo^oiruroti  ii(i<u>n- 
wffK.  von  velobein  Baisaonitdc  vunnutet,  daae  er  mit  Leon  Bnrdales  idcntisuh  sei. 
'l^.  8.  463  Anm.  Tl.  —  Eine  jiroBniaobu  Samnilung  rn-i/dx«' Ufnediortc  BuisBOiiade,  An. 
.  S<18SI)46>~'(T4.  —  Auu.  Nauek.  De  llurilegio  quoilem  Leidenüi,  Hiilulogue  9  (1854) 
7— S7Ö.  Dam:  8.  ten  Brink,  Meniluni,  PhUoIogua  9  (18M)  &84  f.  —  A.  Weater- 
ann.  Florilafiii  LijieieD»is  «pecinien.  Prugr..  Leipzig  1964.  ~  Otto  Bernhardt,  Zur 
ieeUadiM  Flnrilogienlitteratiu,  liymniMiHljir..  Sornu  tSitt'>.  —  Fr.  Ritschi,  (inomologiiun 
»MoiMnM,  Ind.  Wt..  Denn  \tm.  w><>dorbolt  in  Itilschlo  Opiisciila  I  OSQß)  561-581; 
4-838.  —  Unrm.  Diola,  Zar  l.itteratur  der  griech.  Ktnri1n|;inii.  .labns  Jnlirb.  10^  (1^72) 
19 — IM.  —  Gnomologium  Barorrinniiin.  SenlenliBe  CCLXIII  o  eodiei'  Bodl.  do«criptiin, 
UNiii  IS78  (mir  nnxugiUig lieht.  —  0.  Wnchsmuth,  De  finoniologio  l'nlatino  inndito.  in 
t:  Satnra  philolo^ien  Hortnenno  Snupnio  olitutil  nmieomin  cunlc<giinini  dccDH.  liortin  IHTD 
^—42.  —  Sehr  wichlif!  ial:  C.  Warhämuth.  .Studien  xa  Ava  grieub.  FluriWicn.  Herlin 
|L  —  Eloe  «uhl  der  Zeit  vor  Pisides  BUgeliUreudo  melriaebv  PHru|i]iriiBi;  der  äprllrlie 
P|T  Wrfmt  ed.  BUS  einem  Partaer  Cudex  E.  WoeUriin,  Silzung»l>er.  bayer.  Akad  1880 
987— S98.  Vgl.  ji«  Bemreehungen  von  W.  gtudemund.  VVochensdir.  f.  kloss.  Phil')I. 
M  8.  1&84— 15M,  und  K.  Krnnibaclier.  Blütter  für  dus  Imyer.  (iyinnnsialacbnlwe>ion 
\  11887)  I2Ä— I8P.  HBUptscIiriftC'n:  W.  Brnnen,  De  didis  VlI  sapientium.  Act«  somi- 
irü  ErUng.  3  (1884)  299—398.  W.  Meyer  nns  f^neyer.  Niichleso  zn  den  Spruch  Versen  dea 
I— ""**'  und  Aaderer,  Sittangnbrr.  bnyer.  Ak.  \9m  Bd  II  'i'ih-  380  (behandelt  eine  nach 
\am  AMJclit  am  dae  9.  Jahrhundort  onlHlnndonn  Smnmlung  jniiibiaeber  Senlenien.  die 
^am  Cod.  Paris,  suppt,  gr.  690  <1nthAlt(^n  int.  tmd  Woelfflins  .Sprüoho  der  Öioben 
^■m).  J.  Staujek.  tJuiLoilionum  de  icntontiarum  noptcm  siipientiiiin  eelluctionibue  pun  1, 
it.  Bwolau  18!)t  (baudtfit  über  doB  VvrbaltniN  der  Hpittüron  BeHrboitungen  der  Sprlielie 
f  fiSahaa  Waiaca  niid  gibt  eine  neue  AuHgabu  dur  ven  Wueimiu  edierten  Siunmtungl,  — 
M  Wiann'  ApoipMbegmMiaaiumluug  ed.  C.  Waebsmutb  tu  der  Festaebrift  üut  BegrQs- 
vi^  i*i  Karl«nib«r  Ptiilologenrers..  Fiviburic  18.S2.  —  Eine  kritiecbe  Ausgabe  der  Pytha- 
■»■iBpilKlw  gibt  nMh  einer  Wiener  Handfirbrift  U.  Sclienkl.  Wiener  Studien  H  (18^6) 
t— SS1>  —  LeoSlernbacb,  Onomica.  Commentationen  pbilologne  f.  Otto  Ribhock.  Leipzig 
8B&  365--362.  —  Leo  Sternbach.  De  gnnmetngio  ValicAna  inedito.  Wiener  Studien  9 
JOT)"»— SM«mI  10(18881  1-49;  211-2(10;  11(1889)43-64;  1B2-242  -  Eine  Samm- 
Ig  MlnkakeliMber  Gnotnen  ed.  Leo  Stenibach.  Winner  Studien  1.1  tl891t '^7-G'2.  —  Leo 
«inaack,  Cara«  lluiudroao.  Diaaerl.  dass,  pbilol.  acad.  litt.  Cracovicnsis  t.  17  (1802) 
9— S4A.  —  Leo  SternbAob.  Pbotii  Patriarehae  opueruluiti  pnrneneticuai.  Appendix 
Itnie».  Kxe*ryta  Pariaiua.  Ibid.  20  (1893)  1—82.  —  Leo  älornbach,  Aualecta  Pho- 
■aa.  Ibid.  20  (18931  83-  134.  —  Leo  8ternboeb,  Gnomoluglmu  Parininum.  Appendix 
MicHW.  Ibid.  20  (1898)  13&-218,  —  Leu  Sternbath.  Excerptn  Valiennn.  Wioner 
B4tra  16  (I8M)  8-  87.  Kleber  den  Inbalt  dieser  und  der  vorln-rgenfinnlon  Sibriften 
l«ab»elM  •.  K.  K..  B.  7-  l.filS;  2,  Ifiß,  ;t4l;  3,  192;  4,  1(111.  -  J.MUbly.  Zum  Gnunto- 
gimn  VsÜoaiiuin.  l'bilologUH  M  (18Ö2I  .S4i  f.  (Bcblechte  Konjekturen  ta  dor  von  HIern- 
ilk  in  den  Wiener  ätudiao  vorQITDnllielilen  Samnilun^).  —  H.  Sebenkl.  Florilegin  duu 
nMR,  •'Wi'-.  Wi«n  1888  —  II.  Schonkl,  Die  epikletiedien  Fragmente.  Eine  Unter- 
«iMEBlIXur  U«b«rliefe*1lnKe«e«chiohle  der  (n-ieehischen  Floriltyien,  SLizungnber.  Wien.  Ak. 
Ift  (18881  443— 546.  —  B.Sohenkl.  Db.h  FlorilpgiumVpinror  »oi  rjpnJior  Hitflij^uii.  Wiener 
|Aba  II  (1889)  I — 42.  —  A.  Elter.  Sexti  l'ythagenci  nunlontiae  oiiin  nppondicibua. 
HbK|  Indes  tidiolBnini  Oolv.  Bonneneiti— Natuhoia  imper.  Giiilelmi  IT,  Bonn  1892.  - 
^^^P,  Kpicteti  H  Uosobionis  qoae  (eriintur  seutentiae,  EuagrÜ  Pontici  seiitentiiie. 
jHntaMrak  xu  don  Bonner  Indice«  sdiolwuni  fllr  das  SomniersemeBter  1892  nnd  das 
WaraemMter  1892—98.  l.eipiiR.  Teabnar  1692.  —  BoitrSRe  ku  Stohaeo«  und  Enagrioa 
k  A.  Rll«r  aa«l>  Rbeia.  Mua.  47  (1892)  180  fl.  und  629  tf.  A.  Elter,  De  Gnomo- 
upnn  Gm-comin  hiatoria  alqu«  oriKino,  Nntalida  imp.  Guil.  II.  Bonn  1893.  Hier 
H  IL  di«  ScnteBico  de«  Slobaeo«  auf  dou  Stoiker  Obrysippos  nirUek  und  erweist  Über- 


602 


BywntüiUclt»  littwatnrgeBohichte.    I.  Frosaische  Uttentar. 


rluitl)!  Cbrysipfi»  nporhomnchenilna   Kinftuu  auf  iiii>  IVn^ilion  drr  DicbtoraUta  nnd  jkrr 

RmimlgnuBn    iii    Florilrgii^n.      Vgl.  «li«  BMpfecbuu^  von  P.   \V«lKtla)i<l.    B.  2.  2,  3£^  S.  - 

HAuntachrift  Ubor  dio  Purnlluluo  <!««  Jchtaata  v«it  DuuakM:  Fr.  Loof«.  S<ndiM  Ihr 
dii»  (l*in  JoluuiiioN  vud  ÜamHBkuB  tiuMckriebenca  Parall«!««,  Saite  1892.  —  Die  ÜtUaiv 
Ml  dMi  ehriatlidien  Floril»j|;ieii  s.  S.  217  f. 

Slavittohe  BsArbeitung»!):  V.  Jagiä,  Dia  Hoiiuideneiil«ai«a  in  <l«r  •Itkir^M' 
«UviNben  UeberaetnuiK,  Sitnm^er.  Wien.  Ak.  Bd  126,  Wi«n  lä».  —  V.  Jagi£.  7» 
»ImJ  uu<1  Phüoeopliie  an»  allen  »erliiaolieii  DeiiknM«ra,  StMWMmik  der.k.  BerbiM£aD  ibl 
Itd  XKl.  Belgrad  1892  (sorb.).  —  V.  Semenov,  Die  Weiabeit  de«  Mailänder  lyicb  rui- 
acben  Qacllen.  DcnkmSlor  des  al(en  Sohrifttom»  Nr.  88,  1892  (mM.).  —  T.  Seneoft«, 
Sprttche  d«a  llwiyftbias  und  Elaniabns.  Heokmller  des  altoa  ScbrifHonM  Nt.  92,  1993  (nH). 
(AlUlaviacha  BeaTbeituni!  derSprucWnimliinßea  d««  PraebrlcTa  Hoii|-cbioit  von  Jtnaim 
lind  de»  BnrnnbBB  mit  dem  B«4oamoti  livi/Aomf).  —  V.Semenav.  üwoi  Worte  inMnf 
it«r  .Biene*.  Juuni.  Hin.  1892  Bd  380  Aprillieft  8.  286  f.  —  V.  Scmonov.  Die  griectoat 
gaelle  der  Sprilobe  des  Heordifos,  Joun.  Min.  189«  Bd  2S8  Julibeft  S.  »i  -93  (rw). 
S.  gibt  liier  den  Nachweis,  aas»  die  in  der  oben  geaannlvu  Sdirift  edierten  alaviKb« 
I  Snrflcbo  auf  die  unter  den  Werken  de«  hl,  Nile»  (Migne.  Palrol.  gr  79)  Htebnaden  griecU- 
,  BMien  inrQok^eben.  ~  A.  Miohailov,  7.\it  Frage  nber  die  griecbiacb-bytanliiiiacbMi  aad 
»Üvischen  Sammluntton  von  (inomeii,  Jeum.  Min.  189Ü  Bd  Sft5  Jaonarliett  S.  IS— SS  (nua). 
Mich.  bit»rbii>jlit  3'2  I!m  der  Kufäliata  di^s  MAximm.  ktnasiÜxiert  diM«U*M  und  prwwtl  tb 
(Juo)le  der  nlavisohon  Ueberactnng  ein  Kieni|>!nr  der  von  ihm  nurgMtolltM  iwealen  Ruft- 
klaaae  der  cricchiscben  Häs.  Vgl,  K.  Kurtx.  B.  Z.  3,  344  f.  —  M.  Sperennkij.  7a  im 
k  i^riNCben  UebursEtEuiigen  der  gnccbiBcbun  Klonlegien,  Arcli.  sluv.  Phil.  15  (l'!93J  Hi  -M 
(BrgftDKungeD  lu  den  Ewei  eben  genannten  Abliandlungen  von  V.  JagU). 

Syrisclie  Bearbeitungen:  Aot.  Baumstark,  Lucubratione« 8]rr«-Gr>DCMv  Ja 
,Ta]irb.,  Suppletnentb.  21  (1894)  473-490.  —  V.  ßysael,  Die  »yriach«  L'ebervetniiis  i 
S«xtnmeotenteii,  Zoitacbr.  f.  wias.  Tbeol.  88  (1895)  617—630. 

S.  Eine  besondere  Stellung  liebaupteo  die  SammltiDgen  von  senteBiilkwa  VerMi  i 
Homer,  Sophokles  nnd  Enrinides,  worin  die  einzelnen  Veree  mit  maralphiloaeplnMlM 
ErklSningon  ausgextattet  sind-  r.ine  solche  Anthologie  bewahrt  L.  B.  der  Cod.  Harc  ■ 
fol,  112"  — 141;  hier  ist  dee  tlnmer  lliRH  und  Odj'ssee.  des  Sophokles  Ains.  EMttn 
Oedipiis  Rox.  des  Euripidea  Kokabe,  OreHtn»,  Phoeniwei),  Bippolft,  Hedea.  AMdiM 
Alkeatia  und  Rhesos,  endlich  dn»  I)rnnia  Cbrintun  patiens  «xcaniwt,  StiltolhlBgao 
die  Verse  aus  Euripidea  gnb  0.  Honao.  Acta  »ndntafi«  nhilofoga«  LlMleiislB  C  (HfTtt^ 
333— 335.  —  Dann  odiert«  die  Sentenxen  nun  Kuripldea  C.  Sohenkl,  WiMier  SladiM  II 
(1^9)  30f)-3I4.  —  Kino  ähnliche  Htt  auf  dem  .Mboa  eirvrfthat  K.  Miller.  AltUmdM 
niiasions  seien tiBijucui  11"  Serie  2  (1865)  500. 

3S&.  Johannes  Qeorgides  ('/ocfiTi,;  i  ntä^rfSr^^),  ein  MOnch,  «tdlt« 
aus  zahlreiclii-n  profaiK^n  und  kirclilichen  Autoren  eine  Alphab«ti8ich  g^ 
ordnete  SenteiizensRinmliing  zit»aminen:  rtm/iai  aviltytTaai  t'ni'lwämt 
ftuväCovtog  %ov  xai  Fttufi-ftiov.  AU  der  jUug»to  der  zitierten  Autoren  «t- 
scheint  in  der  uns  übertieferten  FasBung  des  Werkes  der  Patriarch  lliotiM: 
wenn  die  Stelle  zum  uraprünglidien  Bestände  gehört,  wiü-e  also  dor  Ver- 
fasser nach  dem  i>.  Jahrhundert  zu  datieren.  Die  Handschrifl,  Cod.  Paris. 
gr.  1166.  stammt  nu.s  dem  11.  Jalirhundert  (H.  Omont,  Inv«nUin 
Bommaire  I  233).  Uittur  den  übrigen  Autoren,  welche  Georgidee  be- 
nutzte, treffen  wir  vor  allem  die  Hentenzenreichcn  Stticke  dos  Isoknt«« 
(bezw.  Pseudo-Iaokrates;  vgl.  Christ,  Griedi.  Litteraturg«6ch. *  £  Vt\\. 
wio  dio  auch  sonat  als  LioblingslektOro  der  Byzantiner  orfundem-  IM- 
/7((i(  Jt/növixor.  dann  Menandor  bezw.  MenandersprUche,  Ltikinn,  ü>>l<ii, 
ChorikioB  von  Gaza,  daneben  zahlreiche  Kirehonsi;hrift*t*llor,  auch  da«  all« 
Testament. 

Die  Sammlung  ial  nach  Cod.  Paris.  1166  ediert  von  Fr.  BolaBon«^«,  A».  er.  1 
(1829)  1  -lOß;  daniacb  bei  Migne.  Pairol.  gr.  117.  1057-llM.  —  Eine  knise  (Wx 
aus  einem  Vntieanus  gibt  A.  Mai,  Spicilegiuu  Rumanum  6  (IMl)  611— 61&. 

256.   MakarioB  {Maxäfjiut;).   Eine  Sammlung  von  Sprichwörtern  vcr- 

anstaltete  Gregor  von  Oyporn;  e.  S.  477.   Aufiscr  ihm  ist  hior  zu  dommd: 


J 


I.  Alt«rtamairlBB0iiachaft.    E.  Sentenzan  ttai 


603 


HiakarioH  Chrysokephalos,    Metropolit  von  Pliiladolphia,  in  der  Mitto 
'    de«  14.  JulirliuiKlcii't.s.  Sehu-ii  Beinamen  Cliryaokophnlos  erliiwlt  «r  angeb- 
lich, wcQ  er  aus  don  Scliriftdii  ilor  KiicliujiväU>r  zp''""  xrqülfan  cxzerpiei"t<j- 
Auasor    zablreicbeo    thoologischen    Traktaten,    geistlichen    HomiUen    und 
Komm  elitären  znr  hl.  Schrift  hintorlicos  Maknrioa  eine  iimfan^rcicltß  Samm- 
lung   untor  dem  Titel  'Podwria  d,  h,  Kosfiigarten.     Das  Werk   ontliält 
Aussprüche,  SoDt«nz€D  und  Exzerpte  aus  Joseph,  Plutarch,  Aolian,  Synestos, 
Pion  Chr>-soBtomos,  Chorikios,  Prokop  von  Gnza,   den  KirchunhistorikerR , 
Eusehio-s  und  Theodoretoa,  seibat  noch  aus  Nikephoroa  Chuniiins  und  vnolen  ' 
^■Bdonm  protaaen  und  christlichen  Autoren.     Einen  Abschnitt  des  Ganzen 
^»fldot  eine  alphabetisch  geordnete  Sammlung  von  Sprichwörtern  (//«- 

Ein«   gHiUiUis   BMohreibuDg    ilor    Vcnoziatior  Handscbrift  ^ab  Villoifinn.    Anacdnin 
«»ca  2  (l~^l)  4—79.  —  Daiio  bonDlAt«  rlas  Werk  Chr.  Wuli  im  Koinmontnr  uninM  Au«- 
ab«  dt*  ArMiUM  (a.  §  257).  —  Der  ilio  Sprich wnrtoc  entlmltcndfi  .\hBchnitt  int  oiliart  im 
rpu«  par<H>BitOKr8)ih.  Graec,  von  .Schnviiinvia-NeutBcli  2  (IS'^l)  135—227. 

257.  Michael  Apostolios  {UnoaiöXioc,  auch  ^/rooro^f,;),  um  1422 
eboren.  wurdf  bei  der  Eroberung  Konstantinopel»  1453  von  den  Türken 
gefangen.  Nach  Wiedererlangung  seinc'r  Freilioit  begab  ur  »ich  nach 
Italien,  wo  er  in  Bologna  mit  dem  Kardinal  BesBarion  Eusammontraf, 
kehrte  jedoch  bald  narh  (Griechenland  zurück  nnd  lie.'is  sich  in  Kreta  nieder, 
wii  er  als  [.ehrer  und  Haiidechrifterikopist  mit  Mühe  sein  Leben  fristet^'. 
Von  »einer  Dürftigkeit  erfahren  wir  nicht  Holten  durch  die  Unterschrift 
in  den  von  ihm  horge&tellten  Exomplnren,  wo  er  weh  als  .KSnig  der 
Armen*  o<ler  als  .Genosse  der  Armut"  {jifteriXfi't  imr  if,it  rr*rijrwi',  rrfvt'if 
vr^«r)  vorzustellen  liebt.  Kin  Versuch,  durch  ein  injuriflnes  Pamphlet 
gegen  Theodoros  Gazes  (für  Piaton  und  Plothon)  sich  die  Gunst  und 
Hilfe  des  Beesarion  zu  gewinnen,  wurde  von  diei^em  in  würdiger  und 
feiner  Weise  zurückgewiesen  (1462).  Mit  der  Abmeht,  zunfichst  eine 
Sammlung  von  Sprichwjlrtern  zu  veranstalten,  las  Apostolios  zahlreiche 
alte  Autoren,  notierte  sich  aber  gleichzeitig  auch  Sentenzen,  Aussprüche 
gnaser  Männ«r  ii.  k.  w.  und  bereitete  so  ein  grflsseres  Gxzerptenwerk 
TOT.  Von  dem  Bande,  der  die  Sprichwörter  enthielt  —  freilich  hat  Apo- 
«tolios  auch  Ausdrücke,  die  nie  sprichwörtlich  waren,  zu  Provorbien  ge- 
etempett  — ,  sandte  er  ein  Exemplar  an  Gaspar,  Bischof  von  Osmus  in 
Spanien,  der  damals  in  Itom  weilte,  ein  zweites  an  den  gelehrten  Laurus 
(Juirinua  (j«tzt  Codex  Parisinus  3059).  Das  übrige  Material  behielt  er 
zur  weit^Ten  Bearbeitung,  an  deren  Vollendung  er  durch  den  Tod  ver- 
bindert wurde. 

Sein  Sohn  Aristobulos,  spütor  als  (von   den  orthodoxen  Griechen 

Üchl  anerkannter)   Erzbiuchof   von   Monembai^-ia   Art-enios  (Apostolios) 

genannt  (1465—1535).   übernuhm  den   gesamten  Nacliluss,  unterzog  den- 

Ibeo   einer  Überarbeitung  und  sandte  das  bedeutend  vermehrte  Werk 

iit«r  dem  Titel  7<um«  an  Papst  Leo  X.     Einen  Abschnitt  desselben,  der 

äno^iyfttna  enthält,  veröflentli eilte  er  gelbst  durch  den  Druck:  Prae- 

elara  dicta  pbilosophorum  etc.  s.  I.  et  a-,   wahrscheinlich  Rom  1519;  s. 

£.  Lugrund,  BibUogr.  hell.  1  (1885)  169  S. 


6(M 


Byiantlaiaob«)  LitteratnrgescliiGbt«.    I.  ProasiMb«  Utt*ntiir. 


1,  Kinn  luloitiiarbo  Uebtimtiuntc  t)»r  'lurui  mit  NoImi  vo«  PAntiaiM  rrocUro 
_ugduiii  UaUvoruui  Kl'X  —  Duu  griecbTaclien  T«xt  [ArMOÜ  Violetom)  «d.  Clir,  Wsli, 
Stiiltgorl  1832.  —  Vfl.  [.«utscfa,  De  VioUrii  ab  ArMoi«  ootopcHdti  oodtM  arehaljp«, 
4  portcn.  GouinKeti    1856— 1S62.    —    Di«  SpticbwOrlcrsatnmliiDg  dM  ApMtoliaa  am 

.bcaton  «d.  im  Corriua  jiaroemiograph.  Oraae.  voo  Solinoid*win  md  Laittaoli  2  (I8SU 
ISSS — 744.  ~  J.  u-  DlttlinK-  Do  Micha*!«  Apuatolio  paroomiagnph«.  (IjrmtiaaMlprogr, 
tPlMm  1886.  —  K.  Hiller,  Photios.  Sutdu,  ApcwtoUa«.  Phitologui  S4  (täi6)  826-2M, 
Lwo  naicliKewieAen  wird,  dwa  Apoatolios  (Ur  mIdo  SpriebwOrlcr  diu  l^exiku  des  Soidas  nd 
Ides  Photiäs  hcnDtit«  und  xvar  djia  letztere  in  «iatx  bcMenn  Ceburlicfcning,  als  ■«  der 
[Ced.  (ial^aniis  bk-lot.  -  E.  Kurtz,  Zu  Midiael  Apoatoliiw,  Jofana  Jabrb.  143  (1891)  6—8 
'  ^t«  Kmondntionva). 

2.  Ueber  die  Biograpbt«  und  sonalii;«  Scbrifteo  dea  Änoatolio«  nnd  Artaaka 
bandeln  Fabriciua.  BibL  Or.  ed.  Hart.  11,  l«9-19.\iiRd  K.  N.  Satba«,  .VtMUqr*»}  M*. 
InylB.  AVfioQ  im9  S.  70~T4  und  126—130,  -  -  Vollständiger  und  k>>Tr«kt«r  E.  I.agraad, 
Bihlio^.  hell.  1  (1><65)  Introd.  5R— TO  und  165—174;  obenda  3.  SS3— 259  BmT«  im 
Midin«)  ApoMolioH  und  2,  83T— 346  Briefe  des  Arsenios  Apostolioa.  —  Hrperidti.  Mi;^a^l 
'AnoaiöXti  norti/iäin' ifia,  Smyroa  läTG  (mir  unmglloglich).  —  I^trM  inMrt«a  de  lli(b«l 

■  ArMtalin  ed.  Üipp.  Noiret,   HibI,  des  Cooles  frun^.  d'.^lbtDea  et  du  Uume,  faso.  M,  Paril 

'  le89.   —   Jambiache   und   heroiBcbe  Verse   des  Apustoltoa  auf  Kircbt^ofnit«  «.  a.  w.  Mb<4 

eioer  Leiehunred«  auf  den  Kardinal  BesMriün  im  Cod.  Paris,  gr.  1744  a.  IS  fot.  37—0. 

—  Radm  und  Monudien  d«a  Apoatolius  im  Cod.  Paria,  gr.  17C0  fol.  338 -258.  Der 
Nachlnntü  des  Apostotio?  rerdiento  nocb  vollstADdigN-.  als  **  durcli  Noiret  gcacbebn  iH, 
ans  Licht  endogen  zu  werden, 

9.   NobitR     diesen    byuintinincbcn   Snmmlnngftn    iM   auch   dns   oltn   aiu   Zonobioi. 

rlutnrch  u.  a.  »uswnmpngeaetzto  -Sprichwf'rUircorpiiii,  frnilinb  in  obninrlmilotcr  Kotm.  mt 

uns  gekommen.     Die   oetipre  KorncliUDg    wiu   daher  vorzUglich    auf  die   Wi*derhent«Uiiag 

der  uraprUnglichen  Kurm  dieser  Woiko  und  din  l'ntaniucbune  ihr«*  VorbRltcitMM  m  dm 

bfiautiniauhen  Sammlungen  cericbtct;   weaoiiUiche  Förderung  orwucha   au»  dar  nuAMg 

b<ir,  Auffindung  neuer  Hnndsuhriften  (bos.  eine«  Laurent innus.  Athuus  und  A'indobatWMk). 

H*DptSobrift:  0.  Crusiua,  Anuleota  oritlca  ad  paracmiagrapbos  GraiMKHi,   Upaia«  I88S. 

wo  BQob  dia  sonstige  neuere  Lilleratur  ymeicboot  ist.    Eine  noch  gauMUte  Dwlagiuf  dM 

[Torbtlbiissas  der  li,v in ntin iaohon  Sammlungen  lu  den  froberen,  sovle  dar  BuidecbnftM- 

nnMÜogie  ist  in  onvnrton   von  dem  Corpus  paroemiographorum  Ijraen,  da*  0, 

JrnaiuB  vorboroitet.  ~  Ch.Urnux,  Supplitment  au  Corpus  parnemiographoram  pMocnn. 

KRsvne  de  philologie  18TS  S.  219  «..    wiederholt  in  den  .Oeuvres  de  CIi.  Gnnx'  3  tl8M| 

'il7ir.  (Sammlung  nun  dem  Cod.  Eeour.  2-I-20I.   —  Zu   dem  AnfRaU  von  Cb.  Graax  i«L 

'Otto  Orusins.  l>ie  äprirhwarlorsnmmlung  d?ä  Escunalensis,  ltb<>iQ.  Mas.  39  (16991  fn. 

—  U.  Jungblut.  Uobor  dio  Sprich wOrt^ammlimgen  des  Laurvnlinncis  fK>,  13.  RMo- 
Mua.  88  (1883)  804-420,  -  0.  Crusius  und  L-  Cobn.  Zur  bandscbriftUcben  UoUf 
lieferung,  Kritik  nnd  Quellenkunde  der  Paroeniiogranbon.  Philologa«  60  (1891}  £03  IT.  - 
ß.  Schneck.  Qnaestiooes  paxoemiugraphicae  de  cotlice  CoietiniRoo  177  et  GadMni  V*' 
fermitur  lexicis.    Diss..  BreBlan  1892,  -  Vgl.  Christ.  Grieob.  littenlurgcscb.  <  %  m. 


__  7.  Fachwissenschaften. 

S58.  Rechtswisaenschaft.     Die  römittchc»  Itechtsbilclier  waren  ur- 
prünglich   (lurcliniis    tat«ini((cli   abgefasst.     Noch  in  den  grossen  Samm- 
laagun.  die  Kaisor  JustiiiiftU  vorniistalteii  liess,  herrscht  ausschlieaelich  die 
Ut«iiusche  Spruche.  Dagegen  sind  die  meisten  Kovellen  dea  Justiiiian  wie 
auch  alte  neuen  Gesetze   der  Folgezeit  griechisch  geschrieben.     Dazu  hat 
itie  Ahbrfickelung  der  weatlichen  Fteichsteile  und  das  mteigende  Übergewicht 
der  griechisohea  oder  gräzisierten  Ostuc^It  mit  innerer  Mutwoiidigkeit  ge- 
führt.    Ober  den  Grund  der  Abschaffung  des  Lateiniäclicn  in  den  etaat- 
iichen  Roeht«bachorn  liandelt  eine  interesHtinte  Stelle  im  ersten  Kapitel 
der  7.  .luslinianifichen  Novelle:  'Exfi'rr^v  y«p  xtttä  nörrMV  xQKttn-  xni  xv^i'av 
iircu    i/fam'ioufy,  diöjitf    aviiy    xai  npoiidr;'xR/t<i'   xai    oi'   »^  nnwfitf}  ffva-f^ 
tiv    fifMr  evrtYpäif'afifv,   äXXä   tavTtj   6^   tij  notv^   »   xai  'EXXäii,    watt 
anaciv   avtw   nttti    YVw^ifiov  Siä  to  7T^Öx*iqov  ir;;  i^iti^rtinq.     Wenn  nun^ 
aber  auch   der   starre  KonBervativismus,    der  das  ganze  rümi»cho  Staats-' 
weaeo  darchdringt.  in  den  ofüziellen  Gesetzbüchern  die  lateinische  Form 
llnger  aufrecht  erhielt,  als  es  mit  den  jirnktischen  Bedürfnissen  vereinbar, 
«-ar,  80  waren  einzelne  Tc-ilo  des  alteu  Rechtes    schon  seit  dem  dritten 
I  Jahrhundert  ins  Griechische  übersetzt  worden,  und  unter  Kaiser  Justinian 
«orden  umfangreiche  StUclie  der  lateinischen  RechtabUcher  in  griechischen 
IScarboitungen  und  Exzerpten  verbreitet.   Zuerst  entstand  eine  griechische 
I'aniphrasi-  der  Institutionen,  die  dem  TIicopliÜos  Antecessor,  einem 
ier  Hitarbeiter  am  Corpus  des  Justinian  (t  um  637).  —  nach  C.  Fen-ini 
ait  Unrecht  —  zugeschrieben  wird.     Von  demselben  Theophilos  wurden 
Tefle  der  Digesten  griecliisch    bearbeitet.     Eine    fast  wörtliche  Über- 
Miong  der  ganzen  Digesten  hat  Dorotheoa,  Antecessor  zu   Berytos, 
Mci  542  verfasel.    Gegen  das  Ende  der  Regierung  Justinians  hat  Ste- 
>li»no8,   ebenfalls  Antecessor   zu   Berj-tos,   Teile    des   Originaltextes   mit 
BriwIÜBchen  Anmerkungen  versehen  und  eine  Überarbeitung  der  Digesten  des 
^MphDo«  vorgeoonunen.     Kestü  seiner  Arbeit  stecken  in  den  Basüiken- 
•chtdiML     Auch  der  Codex   Justinianus  wui'do  schon  unter  Justinian 
Wtireise  ins  Griechische  Übertragen. 

Den  Anfang  einer  Neugoataltuiig  im  Rechtswesen  bezeichnet  die 
Uigienuig  Leons  des  Isauriers.  Unt^>r  ihm  und  seinem  Sohne  Kon- 
"ttttiiiM  als  Hitregenten  wurden  um  das  Jahr  740  mehrere  neuu  Gesetz- 


Bysaütimocb«  Littorstnrgwobiobt«.    I.  Pros&iBcli«  Ijtterfttnr. 


htlcher  publir.ti'l't :  l>io  'Exioytj  lüi-  röftMr  t'v  9i'i'tü/i^i  yn'ofurr^  änö  tarr 
itrfiirovtmt;  tutr  iiytcia»;  tov  xiöJiko^,  jiöv  vta^r  jov  iitYtihtv'lwativiani 
iiaffi^tmr  mi  imäii^&aeti  rlg  rö  ^tiavikfwnöttffot;  ein  Ackerbaugäsetl 
{Näpoi  ytioQptciii),  das  rhodische  Scliifffuhrt gesetz  {S6/to^  'iW/tt> 
ravtutii  *at'  f»ko/i^v  ftt  tot'  li'  (itßi/ov  rwi'  ifiYtcrair),  endlich  ein  Hilitir- 
gcs«ts  (iVa/to^  atgatiutiMt^).  Besondere  Beachtung  verdient  die  wmiö 
LAckeri>Bugc»ct7gi>i)uii)i,  auf  wclcho  dos  ulltnähiich  tu  grostwr  Bedeutaig 
F  gelangt«  »laviiM-hc'  Klement  ün  byzantinischen  Reiche  Einflass  auBgetiit 
hat.  Mit  der  makedonischen  Djmastie  beginnt  die  Wiederbelebung  dce 
Justinianischen  Rechts.  Kai.«or  BaRilio»  I  (867—886)  »ucbt«  das  alle 
Kocht,  dessen  Kenntnis  in  den  vorausgegangenen  dunkeln  JahrhundorteD 
teils  dui-ch  den  allgemeinen  Nicdorgiuig  der  nationalen  Bildung,  teils  anch 
wegen  der  latviiUKclien  Form  der  OeeetzbUcher  fast  ganz  verloren  gC'gaagon 
war,  dem  Verständnis  der  Zeitgeooesen  wieder  naher  xu  bringen  and  seine 
Anwendung  zu  erleichtern.  Zn  diesem  Bcliufe  liess  er  einen  Anszug  aas 
dun  Institutionen,  den  Digesten,  dem  Codex  und  den  Novellen  veranataltn, 
der  unter  dem  Namen  'O  riQÖxf^ot  tv/i«;  im  Jahre  879  veröffcntlidit 
t  vurde.  Oleiehreitig  wurde  ein  Entwurf  zu  einem  Randbuche,  der  'tiftar- 
f  fY^y^j  i">?  »■o'/ioi-,  gemacht,  aber  nicht  puhlizieri,  AuKserdem  veranlassu 
Baailios  Vorarbeiten  za  einer  Sammlung  der  alten  sowohl  der  aufgehobenen 
I  wie  der  noch  geltenden  Ge^tz«.  Doch  wurde  dieses  Werk  enst  ontar 
f  8«toem  Sohne  und  Nachfolger  Leon  dem  Weisen  (886—912)  volleodct. 
Es  ist  eine  grosse  Kompilation  aus  den  Indices  der  Digesten  und  des 
Codex  und  aus  den  Novellen,  die  gewnhnlich  Basiliken  (rä  Baaihxä)  ge- 
nannt wird.  Allerlei  Erweiterungen  erfuhren  die  Ba-siliken  unter  Kon- 
stantin l'ürphyrogenuctos  (912 — 959).  Da»  alte  Corpus  Justinianuoi 
wnrde  durch  die  Basiliken  bald  gänzlich  verdrängt.  Von  grSester  Bed««< 
tiing  ftlr  die  Erhaltung  und  FSrderung  der  Kenntnis  des  rltmiach-byzsa* 
tinisclien  Rechte«)  war  die  Rechts^chule,  die  im  Jahre  1045  von  Kaiser 
Konstantin  Monontacho»  zu  Konstautinopel  gegründet  wurde.  Die  Novelle 
l/ff^  *4ti  r^io^iiXanin;,  durch  die  diese  Stiftung  vollzog«)  wurde,  ist  nntcr 
den  Werken  des  .lohannes  von  Eiichaita  aufgefunden  worden.  I)cr  ersto 
Schulvorstand  (ro.uoyrAoJ)  wai'  ein  Freund  des  Michael  Psellos.  derspKtere 
Patriarch  Johannes  Xiphilinos  (vgl.  S,  433  und  444).  Der  Oe^lanke, 
die  Quellen  des  praktischen  Rechts  in  fachmännischer  Weise  zu  lebrei 
iKt  ein  halbes  .lahrhundert  später  auch  im  Abendlande  aufgenonuie 
worden  und  hat  zur  Stiftung  der  Juristenfnkultät  in  Bologna  gefllhrt, 
deren  Einrichtung,  wie  Zacliariac  von  Lingenthal  annimmt,  das  hyzaot 
ntsche  Vorbild  nicht  ohno  Eiufluss  war.  Deutlicher  sind  die  Beziehut 
der  Kechtsschule  von  Konstantinopel  zu  den  juristischen  Studien 
Arbeiten  in  äilditaüen  und  Sizilien.  Wie  notwendig  in  dieser  Zeit  ein 
griechisch  gefiissto  Gesotitgebung  fUr  Sizilien  war,  beweist  u.  a.  die  Exil 
einer  griechischen  Übersetzung  der  Gesetze  Friedrich«  IL 

In  Konstantinopel  und  den  Ustlichen  Provinzen  hatte  die  kaiserlic 
Stiftung  einer  Rech^schule  eine  rege  Thätigkeit  zur  Folge,  deren  Fi^cbL 
wir  noch    heute   in    den  zahlreichen  aus  dem    U.  und    12.  Jahrhundt'rt' 
stammenden  Uandscbriftou  juristinchor  Werke  vor  uns  sehen.     Ein  bor*. 


7.  Pa«hw[Menaehkft«D.    S«oht«iriueii8chaft.     (%  2S6) 


607 


irragender  ZSgltng  der  neu«n  Rechtftdcliule  war  der  Historiker  Michael 
ttaliaten,  von  dem  wir  ein  Recht»)compendium  besitzen.    Vgl.  S.  270  f. 

diese  Zeit  gehört  wolil  auch  wonigstcii»  in  der  ursprünglichen  Faaaung 
■  Tipukeitos  {"njiovxttto^  aus  ti  nov  xtttm;  vgl,  den  von  Athenacos 
S  beifügten  Spitznamen  dea  Rhetors  Ulpianoa  ÄnTotWiro;) ,  eine 
hallj^angabe  sämtlicher  ßttcher,  Titel  und  Kapitel  der  Basiliken.  In  den 
xten  Zeiten  des  byzantinischen  Itcichcs  erfreute  sich  der  gifl.'sten  Be- 
ibtheit  ein  Kechtj<kompendiuni  in  »och»  BQchcm  (dah^r  Hexabi  Mob 
muint),  das  Konstantin  llarnicnopuluB  {KuirfftnytUoi  «  'Aofin-imovXos) 
I  das  Jahr  1345  verfasat  hat.  Das  Werkchen  wurde  wie  auch  das 
idte  kirchenrechtliche  trandbuch  dea  Matthaeoa  Blastares  um  1490 
KikolaoB  Kunalis  Kritopulos  {Nixölaoi  KovväXr^i;  ('  K^innovio^) 
Se  Volkssprache  Übertragen.  Eine  andere  nougnoaliischc  Üherwetzung 
larmunoputo«  vorfa«iito  im  16.  Jalu'hundert  Thoodoaios  Zygomalas 
iöaivf  ZvyoixaÄäi).   Eine  dritte,  von  Alexios  Spanes  {'Ak^^iof  Snm-ot) 

idiert,  erschien  zu  Venedig  1714;  wiederholt  176ß  und  fifter. 

Mehr  Neues  als  in  der  I'rofangesot/,gol)ung  hat  die  spfitere  rBmisehe 
ifbyzAntinisclteZeit  naturgemil»s  im  Kirehonrocht  geschaffen,  fUrdesson 
BUtung  verschiedene,  dem  r<>niisc-hen  Kotht  ursprünglich  fremde  Faktoren 
Bigebeud  waren,  liie  in  mehreren  allmtlhlich  entstandenen  Samm- 
agen  enthaltenen  kirchenrechtlichen  Bestimmungen,  die  sogenannt«n 
Boones,  .tind  nm  das  Jahr  535  von  einem  Unbekannten  in  60  Titeln 
ich  Materien  geordnet  worden.  Eino  zweite  derartige  Arbeit  in  50  Titdn 
it  der  Scholastikos  und  Presbyter  JohanneH  zu  Antiochia,  der 
Iter  Patriarch  wurde,  um  550  verfasst.  Die  rein  kirchlichen  Recht»- 
Btimtnungen,  die  Kanones,  wurden  später  mit  den  weltlichen  Gesetzen, 
o  Nonioi,  vei-schniolzen,  So  entstanden  die  Nomokanonos,  Sannn- 
ngen  kirchonreohtlicher  Bestimmungen,  die  im  Laufe  dor  Zeit  violfacb 
irck  Zos&tze  und  Erklärungen  erweitert  wurden.  Die  wichtigste  Be- 
beittiiig  ist  nicht  die  von  883,  welche  fälschlich  dem  Patriarchen  Photios 

Fcfariobe»  wurde,  sondern  eine  mn  1090  von  Tlieudoros  Bestes  her- 
Ul«  KczemioD.  Eine  kanoniHcho  Synopsis  »itammt  von  einem  Magister 
Logotheten  Symoon,  der  nach  Zachariue  von  Lingenthal  mit  dem 
l^ster  und  Logothett>n  Synieon,  der  unter  Nikephoros  Phokas  achrieb, 
cht  identisch  ist,  sondern  erst  um  das  Jahr  1000  lebte  (?).  Unter  Kaiaer 
)h«ines  Komnenos  (1118— 1143)  bat  Alesios  Aristenos  (UXtSio^  6 'Aßi- 
t^rii)  die  Synopsis  mit  einem  grotisen  Kommentar  verschen,  der  f^sch- 
A  «ineni  Nikolaos  Doxopatres  zugeacbrieben  wurdo.  Um  dieselbe 
tit  (nach  Zachariae  von  Lingenthal  zwischen  1159 — 1169)  vorfosste 
■■nnes  Zonaras  mit  Benützung  des  Aristcnos  seinen  Kommentar  zu 
Ger  Sammlung  der  Kanones.  Vgl.  S.  374.  Etwas  später  lebte  Theo- 
oros  Bslaamon  {0föSi»Qo;  ö  naXua/im),  der  in  den  drei  letzten  Jahr- 
ibteD  des  12.  Jahi-hunderts  (bis  nach  dem  .)ahre  1193)  an  einem  Koni- 
Molgr  KU  dem  Xomokanon  in  14  Titeln  und  zu  einer  Sammlung  der 
Mones  arbeitete  und  auch  andere  kii-chonreclit liehe  •ücliriftcn  hinterliess. 
ine  gnww  Sammlung  kanonincher  Antworten  »trimmt  von  Demetrios 

iTZZl"" "~ 


608 


ByMmtiniBftlie  LttterfttoigoBc hiebt«.    L  I^rosaiBch*  Ijlt«»tiir. 


Chartopliylax ,  äjkiitor  [-^-zhii^Uof  von  Hulgan«u  wai'.  Sie  sind  boadttend 
wert,  weil  xn-iHohcii  tlt-m  Kirchenrücbt«  in  KoiuläJitiiiopol  utid  aeiow  tnUN 
pretation  in  Bulgarit-n  und  Sürbi«u  «in  gewisser  ünt«räc))ied  besteht  kvA 
lUr  die  GeschichU'  ävr  innorun  Zuständen  der  slavtäcUen  Provinzen  ie» 
Reiches  enthalten  die  Schriften  de«  Chomatiano«  reiches  Material.  Um  4m 
Jthr  läSö  verfai«te  Matthaeos  Blastarcs  (MmSaTo^  ä  Bkaatä^ifi)  a 
Thes«aJonik»  ein  alphabetische«  Handbuch  du»  Kirc)iciir(.ieht«.  Audi  in 
der  TOrkcuzoit  (!nt«t«nden  noch  niBDcbn  kirchenrechtliche  Schriftt-n.  wie 
der  Xomokanon  de«  Manuel  Mulaxos  (A/nJlR^n^)  (1.^61),  eine  Sammluni 
von  Schriften  über  die  Verwandtscbaftagrade  von  dem  l'riestor  Zacbsrias 
Skordylios  (JiMo^Sviioi)  mit  dem  B^nünen  Marapharnx  {Maftn^a^'i:), 
Bearbeitungen  de»  Kirobenrechts  in  der  Volkssprache,  vorachiodene  I*atn- 
archenii«nt«iUM>u,  Synodaldokret«  u.  s.  w. 

Die  Gescbiclite  des  byzantinischen  KecHta  ist  an  sich  interessant, 
weil  !ue  uns  zeigt,  in  welcher  Weise  sich  die  einzelnen  Teile  des  rflnd- 
schon  Kecht«  unter  den  vielfach  veränderten  VcrhUltniasen  des  byiu* 
tinischen  Reiche«  weiter  entwickelt  haben,  und  weil  sie  uns  die  BÜogol 
des  JustiniuniHchcn  ßiihts  an  »einen  späteren  Schicksalen  klar  nucbt; 
sie  ist  lehrreich,  wenn  man  sie  mit  der  gleichzeitigen  teils  abweichenden, 
teils  analogen  Rechtaentwickelung  im  Abendlande  vergleicht;  sie  biUat 
endlich  die  Grundlage  für  da»  Verätdndai»  der  rechtlichen  ZuKtindo  im 
türki»chon  Iteiche,  in  der  Moldau- Walachei,  in  Griechenland  und  in  den 
ostslavischeu  Lftndero.  Für  die  Erschliessung  und  Bearbeitung  der  Quelleci 
des  weltlichen  uml  kirchlichen  Rechts  der  Byzantiner  haben  .lob.  Lenn- 
clavius  (Lüweiiklau),  Guil.  ßeveregius,  F.  A.  Biener,  U.  E.  Heim- 
bach, W.  K.  Heimbach,  Rhalles  und  Fotles,  .1.  B.  Titra,  F.  Hiklo- 
sich,  .1.  MQller,  A.  Theinor,  A.  Pavlov  unitchiitzbaro  Dienste  geleistet. 
DasB  wir  aber  heute  die  GoMchichto  des  byzantinischen  Privatredits, 
Strafrechts  und  Prozesses  im  einzelnen  kennen,  verdanken  wir  vornehm- 
lich der  LebcnHOrbeit  unseres  K.  E.  Zachariae  von  Liugeuthal  (geb. 
24.  Dezember  1812,  gest.  3.  Juni  1894). 

I.  Ausgaben: 

A.  Sommclnusgiiben:  Juris  Orientalis  litiri  Hl  nb  Eaim.  Boa*fi4io 
Farn  1&T3.  —  Juria  <Iinora<l<omiini  l«tii  canonici  quom  civil!*  lomi  iIdo.  JohsRnia 
clavji  AmHbunii  V.  Cl.  stuilio  otc.  »ruH  Intinpquii  rndditi;  Dane  primum  editi 
MsrqDnidi  Freheri,  Frunkfurt  1596.  —  Bibliothoca  iiiri*  nAnoni«  v«t«m  in  iIom  tomM 
(jistribiitu  etc.  upera  Uuilolmi  Voollü  «I  llanriei  Juat«lli.  Pwi*  1061.  —  £»r»6t»ir 
sivp  l'nndAi?ta(>  cuiioiium  «to.  reccnrait  (luil.  Bever«giu3.  OxTard  1672.  —  ¥inm  AV 
diiick  doN  ^m'chiticLou  Toxica  ^pb  Spyr.  Melias,  Pana  ITItl.  WivdeHiolt  Venedig  IT^'- 
—  Dio  wi('bti!(ati>u  n«uoroii  Summ  tun  gen  Bind:  'ArfuSota  «d.  Oaal,  Eioat  Uflinbaek, 
2  ßdu,  U-mziK  1^36  -1840.  —  'Ai(*<tvia  vA.  K.  E.  Zachnria»  tdh  LinioBthal,  Li«ij«it 
18i3.  -~  K.  !>'.  Zaehsriaa  von  Liuaeuthal,  Collecliu  librorum  iuri«  Gra«co-RMnani  »; 
eclitoniin.  Leipiitt  18A2.  —  Xt/ytayfia  rwt-  Stiuiy  mi  li^dr  rarir^v  otc  tt^aSIr  «tc,  m* 
r.  J.  'PiiXltj  Kiii  M.  UixXij,  6  lid«,  Atb4>n  18.)2— 1859  (virhtiEal*  SUDDÜiiBg  flir  in 
Kircbenr«r-bt).  ^  .Tiis  UrHeco-llomiinuni  ed.  K.  I'Mtacbnria«  von  LingoBthal,  1  fUt**, 
I.etpxig  If^SG  — ]Sä4  iHdupUnnimlung  für  dos  wnltlicho  Kccbl).  —  Juna  ««olMiMlMl  Gn» 
coruni  bjstorin  et  munmnenta  ciirnnto  J.  B.  l'itra.  2  Bde.  Hum  I8U— IB66  (mtbalt  Dok- 
müler  vuin  1.  — 9.  Jahrb.).  —  Einiges  iTvpika.  Kitnonos)  nucb  bei  J.  B.  Pitra,  Speik^M 
Soleamens«,  Tomus  4.  I'nris  186ä  —  Ziih'lrcivhe  kiiDuni.icli«  Eilaaao  und  kai*«r1iebc  KoinflM 
fi[idet  man  aucb  bei  Mi|(ue,  Fulrol-  ff.,  bea.  Bd  119.  IST,  139,  I&2.  161.  ~  Kmranad 
AttiiiltK,  iiriot«iai,  ivatie,   Äfffnio^ini«    lüv  äyiaiiiitur  nujgnt^x''''  lf«"-i'ii«""oen»l/"( 


^4 


7.  FacbwisBODsoluften.    lUebtawiBsenacbAft.    ({  £59} 


609 


ttiif,  S  Bde.  Kpel  1^'^8  1^^9.  -  PatriiiroIiaterlABM  u.  s.  w.  auch  la  <lon  AoU  «t 
lOBuU  Gruoca  in«dii  iievi  edd.  Fr.  Miklosich  olJ.  Mnllor,  i  voll..  Wioii  1^60—1690. 
Aacnat  Tliviner  et  Fr.  Miklosich,  MoniimentA  fwcUaiti»  ad  iinionem  «cclesiarum, 
n    18i2.    —   Dan  di«  moiaten  dar  i^  223  f.  aofgoiuhrtoii  Summlungeo   anil  Einul- 

B.  SpCKialanngaben:  LJuHtinianiNovctlaa  imI.  K.  E.  Zaohnriae  von  liingnnthnl, 
14»,  L«iMJg  1^1.  —  Zuletzt  cdicrtiTi  iliu  NovulW  Jusliiiiung  R.  i^rholl  und  W.  Km))  im 
■po»  tnni  *dd.  Tb.  Mommasn.  I'.  Krdner  et  R.  SiLüll.  Uerlui  IS72— 1895.  —  De  DJoDooai 
nrpliacB  lex  ab  Imp.  Iiisliuiatio  anno  !>'A  lata.  Ed.  K.  E.  Zuciiariae  von  Liug«n- 
u,  Lairait;,  Bibl.  Teiibneriaoa  1*^91  lmi(  lat.  Uobcracitzung  und  Kooimoiitarl, 
E  H.  Di*  griechiacb«!  Paraphraao  dor  ln«tJtulioncn  von  TUeniihiloa  «d,  G.  0.  Beiti, 
K»  Hsfac  Camitift  1752.  —  Damus  wiodnrhoU  vnn  <i.  A.  Rh<nll0B>.  Athon  1636,  — 
Mrdmca:  Tnatitntjoiium  graoca  pnraphrasis  'i'beapliiia  Antecessori  vulgo  tiibatA  od.  K, 
Fcrrtoi,  2  Tartoa.  Beilin  ltiS4  — l»äS  (nicht  xum  Abachluss  geliraclit). 
K  9.  Di*  Eklogo  d«H  LeoD  und  Koiistuulia  od.  K.  E.  Zacbariae  von  Lingen- 
K  Callaetio  Kbrorum  iuris  UracFO-Romajii  iucdituruin,  Loipiig  1H&3.  —  N«uo  Auagaba 
rÄBt  O.  Monferralue,  AÜu-n  1S8Ü, 

4.  '0  Itfäx^ff  "("•f-   Ed.  K.  E.  Zacbariae  von  Lingenthal,  Heidelberg  1887, 

El  XatamyaiY^  ed.  K,  E.  Zochariae  von  Lingenthal,  Colleclio  libroruni  iuris 
-Rasai  iueditonim,  Leipzig  I8<'>2. 
6.  Basiliken:  Ziilotzt  ed.  Wilb.  Erniit  lloimbnch,  C  Bd».  Leipzig  IKäS-l^fTO. 
•rit  naermQdliGlipn  Flpissos,  das  Iroti  den  Mongclv  nn  philologiscbor  Mnthodi'  für 
•diieliie  dt«  byurntiniscben  Recbts  noch  inimor  eine  der  widiti^^stcn  tirundlugcn 
lat:  drm  Texto  »ind  eine  lateinische  Uebcniutcuug  und  kriliaehe  1) cm <tr kungln  bei- 
t*b«B:  der  6.  Band  enlliull  Prvlugoint'nu  Ober  diu  Oescbiclitc  dos  byian tili isc hon  Bochti's 
I  S34  — (<£7,  Nutiien  über  die  Ueburliefcrung  der  BaaÜiken  und  di«  neuere  LiltorAtur, 
AuHgabe  vgl.   daa  Supplvuiciutum    von  K.   E.  Zacharia«  vou   lii&ueutlial. 


_^_^  FoB  gnwsM'  Wicbtigkeit  für  di«  Konntuis  daa  h^antinisohra  Zunft-  nnd  In- 
■CCV*B*na  uA  »ine  olino  genügend*  Sicherhoit  dorn  Kaiser  Leon  dorn  Waiaon  xu- 
KbMao*  TNOrdnimg,  die  J.  Nirole  in  einer  (ionfor  IIa  aufgefunden  bat:  Aiortvi  lof 
foi  ti  tnBfjxni'  pifkioi'.  Le  livre  du  prefet  ou  l'ädil  de  Temporeur  Leon  lo  Sago 
'  la*  cnrporstiona  do  Constantinople.  Texte  grcu  du  Guiiuveuma  23  publi6  piiur  la 
iiiUra  (oia  rar  Jnloi  Nicole,  Genf  IHUS  {—  M<3inoiTeM  di»  rtuätitut  National  Geuevois, 
M  ISV  Vgl.  die  eingehcndi-  Bueprethuug  von  K.  E,  Zachuriae  von  Liugeutiial, 
Z.  2  (18SS]  132— I3G,  und  L.  M.  Hartmann,  Zur  G«scbjclito  der  ZQnfte  im  fiDlien 
IteUler,  ZtUaehtitt  Ar  Soual-  nnd  Wirterbaftägescb,  3  (1(<94|  lOS-lSS.  -  .1.  Nicole 
i  anek  eine  fraastsiaoh«  UcberfletznnR  des  VVerkchens,  Genf  1S94.  Vgl.  die  Beaprccbung 
n  W.  FiBcher.  B.  Z.  4  a«8"it  «27  f. 

7.  Im  Anfaiig  dna  11.  Jabrbundorls  lebte  dor  Rtehl«r  Euatnlhios  Romnnua 
!n«tf«of  d  "^»[taw),  der  cino  Schrift  über  den  Geriubtskulundor  vnrfusste.  Kuatatliii 
tunannorwi  D*  intorvallis  et  praoHcriptionibus  eivu  de  varia  teiu|]uruin  in  iure  civili  oli- 
■vatiooo  libellus  ed.  L.  H.  Tuucber,  Leipzig  1T91.  Von  ihm  atammt  nuth  diu  llfien 
•vr  itJaainXia  (fx  rarr  itgiiUatr  loi  fityiilov  xiiqov  Ei'aiu9iiiv  toi  'Pui/tiiioi'),  die  K.  E. 
«hariae  von  Lingenthal,  Ina  Graec^-Koniiinnm  vol.  1,  Leipzig  18&6.  ediert  bat  Vgl. 
Aricina.  Bibl.  gr.  ed.  Harl.  9,  L'O  152.  und  K.  E.  Zacharino  von  Lingenthal, 
■IlicbU  d«a  grieoh.-rOmiocIien  R^chU  MliJ92|  S.  27  und  30. 

■  8.  Die  Isorelle  d«a  Konstantin  Monomachos.  durch  o'clcho  die  Rncblascbule  in 
MlOiS  bcfrtlsdet  wurde,  od.  I'.  do  Lagard e,  Abhondl.  d.  (lOlliugvr  (jusoltscb.  d.  VVise-, 
L-pfaO.  Cl.  28  (1881)  195—202.  —  Dann  ed.  den  grieebisuben  Text  noch  einmal  mit 
nr  in  NachUaM  von  A.  Mai  vorgefundenen  lateiniacheu  U^berell^tzung  I.  Cuzxa-Luii, 
r  ItCWB  enstodc  et  Alhenae»  C[iuUtiLni>  deuretum  Hau  uovella  inip.  Coustanlini  MonomacLi 
«ripta  a  Iowine  EuetiaiUnHi  «t  üb  Card.  A.  Mai  Latine  wrua,  Studi  e  documenti  di 
Hia  r  diritto  5(1864)289—310.  —  Ein  Epigramm  auf  diean  Novello  von  Jobannos  von 
Hluita  «tobt  in  4«r  oben  litierteit  Äuagabe  von  Lagnrdo  S.  ■>0  Nr.  04.  -  Vgl.  C.  Kerrini, 
mtU  dl  OenitUntiao  Sionomaco,    Arobivio  giuridico   33  11884)  foac.  I»— 6  (mir  nnzii- 

h). 

I,  Zum  BeektBkompendium  dea  Michael  Attalintes  vgl.  S.  271.  Nachzutragen 
di*  Aoanke  von  Sgutna  in  der  griechischen  Zeitscbril't  Vifiis  Bd  8.  Athen  l^Cl 
ngiiwilcM. 

0.  De«  Paalloa  Synopaia  Ugum  bei  Migno.  I'atroL  gr.  122.  926-'g?4. 

1.  i.  Nieolo.   Uli*  ordonnonro  ini^dite  do  Tempereiir  Alexis  Comntne  1  aur  Ice 
.ad«  /«pte^'W,  B.  Z.  3  (1H94)  17-20. 

13.    A.    Pavior,    Die  von  Tboodoroa  Ualnumun  redigierte  Synodal verfDgung  des 

I  <kT  ktM».  alUrliuuwliHiiHlun  U.     1.  AtllK.    1.  AuO.  SQ 


E 


eio 


Byz&n  tiniBcfae 


Hrgesobicht«.     I.  ProBaisohe  Uttortttar. 


Palrinrcb««  von  Kp«!  Cboriton  (1177-117«)  Dber  diu  dritt«  Ebe.  Vn.  Vr.  2  (1695)  m 
bia  &lt. 

13.  Dsmetrin*  ChomatinDon:  EntA  vulklüudiK«  Aingabe  von  J.  B.  Pitti, 
Analecta  saorn  nt  olwuijon  nDicilci^io  Sdli^aoi^nBi  pnrata.  ToniusVI.  itom  1891.  BMprMkM 
voll  .1.  H.  Palniav.  N^iii.'  Mutorialjuu  lur  FraRO  über  ilin  tirftadliag  dM  «erbisc^Mi  Es- 
bistuniR  durch  il«n  hl.  Siibb»«.  Christ,  «tenije  1891  Mai-Jani  S.  421-4&8.  und  A.  Uon- 
'  phoiratoH,  Vu.  Vr.  2  |l^tllJ)'l3G  43a  —  NeuoAuiie*b6m  Vorbtnntmig  von  W.  üttuicbk*! 
(ftLr  die  von  h.  0.  Ti:ubii<.'r  angoknndiKto  äainmlnng  von  Scriptona  aacri  et  profatii). 

H.  Julos  Nicola,  Hml'  intidit  d«  Uorinaia  11,  PatriarchH  de  Cpl«  (ann^t  12M), 
avoc  iino  nMsnsion  nouvollo  du  chrynobuLle  d«  remporeur  Jean  Ducoja  Vataoiia,  Kavii«  i«a 
it.  fit.  7  [18941  BS— SO  (UoHtiiuiuungen  Ubur  du  kirolilicb«  Eigonliun). 

15.  Uatthneoa  Blaalnrua  udd.  Rbulloa  tl  Pott  oh,  Xvyiuyiui  tut-  9*iair  mi  lipär 
x«r<j*'a>r.  Bd  S,  AthMi  186d. 

16.  KoDatnntiii  Hiirniftnopuloa:  Ed.  W.  K.  Hainibaoh,  Lvipiig  1851.  —  Dm 
Harmonopiilos  wird  Huoh  ein  syntaktinnhoii  Wltrtorbuofa  xagotoilt:  Toö  atpaatm  ul 
xffitoi'  ttiaaaioii'liifii  toi'  'A^fitravnovXtiv  .  .4tlitär  rata  «totXMf  ntfuixttr  t<r  kom^  ffm- 
iföutrB  ^ijfnitu,  ir  i^  Jcixvvtttit,  xira  ftlv  in'roir  ilair  äfinäform,  TiVn  ii  itttmfatad  »m 
(ouroif  tin  mirtätattat  fxamar  etc.  Inc.  '/f/iillo^iri  tö  jaiQut.  I)ur  Anfang  d«a  Bach- 
ataboa  J  Hloht  im  Cod.  Viodob.  thuoL  gr.  'iSÜ  iNosHol)  foL  9&-9jf^ 

17.  Noiuükfliioti  des  Maouol  Malaxos:  ProbiMi  aind  godruokt  in  der  grieiJiilAia 
ZeitacLrirt  »ifiK  Bd  7  S.  1Q&  ff. 

J<l<.  Das  InliaJUvorecichBia  nnd  die  Vorreden  eines  spattreo  kaooniatrsdicn  I 

wcrlcoi^  d«»  «oi;«n«nnIiin  .Stabas  dar  Eriprieater*,  ed.  A.  G.  Hooipberratoi,' 

(■fdiDK  rai  n^ioÄc;-«!  t^t  Btattfifitit  tiüir  'Agx'*t^<«^t  JtXilor  S  (1S90 — ISH)  1S9— 318. 

2.  Hitfumittol: 

A,  Allgonioinr  Daratollunff:   Ein  noch  heute  eehr  brauGhb«r(«  Bach  iit: 
Ang.  Bion^r.    OoHchichtc   dnr   Novellen   Jastinians,    IWlin   1S34.    ~    Dmselb« 
nkiutioTts  Burh  die  (icsr.hichtc  des  kanonischen  Hechts  hei  dvn  Uriecli«ii;  Fr.  Aug.  Bk 
I>e  coUocliouiliiu  cNoonum  occlpsine  graecne.  Berlin  IK27.  —  Eine  maanmcnfa 
schiobto  d«r  <Ju«llca  du  grieobisoh-iOmiscIien  Rechts   gab   Kuent    K.  K.  Zncharia*' 
IiinK«nllial.  Biatoriae  ioria  Onteco-Bamnni  delineatio.   Ueiddhctg  IK89.    —    Aaf  db 
Werli«  b«rubt  die  auafOhrliofae  Dnratellnng   von  J.  A.  B.  Uorlreuil,   Ilirtoir«  du  < 
Uyxantln.  3  roll.,  Paria  1843—1847.  —  Ehe  umfassende  Dumtcilung  de«  griecliwch-i 
aubcn  Rechts  im  Mittelalt«>r  nnd  in  der  Nenneit  gab  W.  Ernst  Heimbach.   RiMb- 
tlnibor'floli«  Enirklopadio.  1.  f^eklion,  Tnil  SC,  S.  101—471.    —   Eine   ^t«   VtihtniAi 
lifMiiliniiirhnn  Hochtsliltermtnr  gibt  Paul  Krnger,  (Jeschicbte  der  Quetleo  udiI  Uta 
d«a  röminchcn  Rcdhta,  I.eipxig  ISHS  6.  5&9— .170.    —   Unuptwerk:   K.  E.  Znchanaa 
I.ingeutbul.    tieaobiolita    d«a  KTioobiaoh-rDmJHohen  Rocht«,    3.  Anfl.,    Dmüh    ilüti.     l 
S.  8--&1    ein«  chronologisoke  Ueberaioht   der  Quellen  des  bjruttinuicbeB  R«eli(a  alt  i 
nOtigta  Litteraturangabon. 

B.  SpotialBcbriften:  f.  Weltliches  Rocht:  Uober  di«  ouoli  nach  der 
ntng  des  rümiachen  Becblea  in  der  mit  alter  Kultur  gM&tligtcn  (Mhalfl«  da« 
fortdauDradon  partikularen,  besoodors  griecbiscben  Vollsrachle,  OlMr  dio  iri tiMlai— 1> 
Tendeni  der  Oesotigobung  Konstantins  u.  s.  w.  hftnd»It  das  vortrcdFlicbo  Buch  vmi  Lad«. 
Mitteifl.  Beichsrecht  nnd  Volkerecht  in  den  aatlichen  ProTinz«n  dea  tttniMdua  h'aiifr 
reichcH.  l^itKcig  IHUl.  —  C.  Ferrini,  I^  pnraTraiti  di  Toofllo  ed  i  OÖmmentarii  di  ' 
Kondicuuti  ael  H.  latiluto  Lonibardo  dcl  IT  maggio  laS9.  -■  C.  Farrinj,  ntBinaitj  > 
oditi  doli»  versiuno  giuca  del  .Codex  Justinituius'  ftttta  da  Anatolio  Ant«c«aaaro. 
conti  del  R.  iHtiluto  Lotnbardo  del  17  a*riJe  1884.  —  C.  Ferrini,  Sp«!ii  inediti 
Paouflo-Teolilu  cunt«nati  nel  ma  gr.  Paris.  I8G4.  Meinorie  del  R.  latitulo  I.oml>ardo. 
dl  lottere  o  aoienzo  morali  e  palitichn,  Vol.  18  (1867)  18—67  (Text  dnr  Si^holinn  nit 
leitnng).  ~  Henr.  Brokate.  De  Theogiliilinao  qna«  fertur  Iiialtniani  iaalitutiannin 
pnrnphrMooi!  rnmpasitione,  Strnsaburgcr  Dias.  1!^B  ^  BJHwrlatioiioa  pbilologica«  Argl 
tornlFnnFn  11  (1^94)  11-3-172  (Ubrt  die  guollon  der  ^CiihAIm  des  Paraohraaton).  — 
Vaailjoviikij.  lieber  einen  Synodulcodox  der  Ekloge  dor  Kniaor  Ijfon  iBid  Kooietairtin 
nbor  twti  Codicen  dea  laudwirlaobaftlirben  GoHotxoa.  Journ.  Min.  1^79  Bil  201  Jaa.-F«i 
S.  lCl-173.  —  Eine  Raatitutiuu  dos  ü3.  Buches  der  Basiliken  gab  K.  F..  Zachariae 
l.ingontbal,  Purnlipomena  ad  Basilint.  Loipaig  \>*'M.  —  lieber  den  tltoalMi  Codex 
IlaRiliknn.  einen  leider  veratnmmellcn  PaliniiMsat  der  Ambroaiani,  gibt  eine  wUufin  MM 
loitung  V.  Korrini,  Contiibato  alla  reintograziODO  dei  BaailicJ.  {uadirnnti  dal  B.  Münb 
laonibardo  di  ■cinnzo  o  lettcro,  Berio  II,  vol.  99  (I8DG).  —  üeber  die  in  das  lUctti 
dea  Kaiaora  Leon  (nach  Znrhiu-ino  von  I.ingentbnl  d«a  laanriers)  oDthaltenea  Sttafbiali»- 
mangen  Imndelt  K.  K.  i^ucbniine  von  l.ingontbal,  Zuni  Militirg«Mts  de*  Loo.  B. .~ 
i  (IÖ98J  606-008.  -  K.  E.  Zaoharino  ren  LiDganthal,  WiaMOScliAfl  und  BetU  ' 


7.  pBchwlMenBchftft«B.    Heckt swisBenschaft.    (%  25S] 


Gtl 


S.  bü  cnm  Anfimg  des  10.  JahrbunderU.  B.  Z.  S  (tSM)  437—457.  VgV 
6S6  f..  —  [Tnbtr  Jahanitos  XJpliilinos  und  nndere  Juristen  des  II,  .Tnhrli,  linndolt 
h«r,    Stadion   mr   byinntiniäclieD   üeschiclilc   des    11.   Jalirh.,    (.iyniiiaalalprogr.. 


i)IF«nllJcIio  Reclil  in  GriccbeDland  wlüirciid  der  TUrkenliciTscbart  ist  dnrgcstelll 

[■liitilatioawelirift  ran  N.  (i,  Mosi'hobakcs,    T6  iv  'JCllntlk  Jij^itaiur  ifirmtty  ini 

iof,  Athen  1882.   —    Die  rümiBuht  Institution  dee  Koalcnbinats  vvrful)^  bis  lu 

ibviu  ihiTcb  Baailios  d«D  M&kadonier  uiid  Leuii  d«ii  Philoaa{i|jiMi  Puul  M«yer, 

bit  dnkulMDnt,  Leijizig  18!>5.    —   Ueber  äas  by^autimsdio  ZusuliliiKsverfälireii 

.teiMraiUt  ('"•i'o'lilf)  bandelt  «ingob^nd  Henry  Monnier.  F^tuÜM  d«  dtuil  byiantin, 

renw  bi«t«riqiie  io  droit  fruifais  et  etrangor  Iß  (1892)  125— 1Q4:  d30-8Sa: 

_:  e»7-«72;  18  fl8W)  433-488:  19  (1895)  59-103.  —  V.  SoltolUkij.  U»bor 

tckinr  vnd  dio  Bodnutung  dor  Kpanagogo,  Vis.  Vr.  1  [1894}  17— M.  inhaltnnngabc 

'232  r 

In  wwii^loii  und    die  vOtkerroubtliL'ben  Gni!i<lBtitr.a   und    Ge|)llognnboitoR  iliir 

pr  nnlOTMwlit.    Rin<Mi  uuf  eekundlLrvu  I^upIIvu  Iju ruhenden  L'elierblick  gibt  Krneil 

b  droit  dcH  ^«[lA  dnus  ls9  rapporta  des  AmbM  i>t  due  UyKanlins,  Revue  de  droit 

fciMl  et  d0  l«gislalion  compar«e  26  (Br<ucol]«s  1804)  461— 4'S7. 

i  Kirebenrecht:  Fr.  Maassen,  Ooscblcbt«  dur  Qii«lleti  und  der  Lltt«mtur  dos 

k«a  R««Jits  im  Akendlando  bis  Enin  Aosgango  des  Mittelallera.  (irax,  Paria,  Turin. 

1870.    Ein  ahnlirbea  Werk   fUr  da«  morgcnlandiBrbe  Kircbenr«pbt  ist  iiocTi  «in 

Wunacb.  —  K.  E.  Zacharine  von  I.ingenthnl,  Die  grioe bisch en  Nnmoksnonee, 

I  d«  rAeud^mio  jmpäriale   do*  Hcicnces  de  Saint- P^ter^bourg  VII'  s^rin,   tomo  23 

ir.  7,    —    K.    F..   Znobariae   von   Lingenthal.    Ueber    den    Vcrfasior  und    die 

'in»  (Pneudo-PIiuliiinischen)  Nuniokanon  in  14  Titeln.   Mcinoires  de  TAcud.  linp. 

lc«a  de  Sainl-Pti'tvrsbuurg  VII"  fi<;rte.  turne  32  (18^5)  Nr.  16   —  K.  R.  Zacbnriue 

ig«Dtbal.  Dl»  Synopsia  cauunani,   Monatebvr.  Huri.  Ak.  1S8T  8.  1147—1103.  — 

'nfal,  Ot  eollectionicas  nnibusdam  iiirta  Oraoounim  canunici,  TObingou  1827.  — 

bianiMb«  On^ittgebimK  dW   din  (iertrbtwInndverhalttiJMO  dex  Klorus  behandelt 

I.  Zur  0«4rbicbte  di's  Clilntarinrhon  Kdikt*  von  ßU,  Mitleil.  d,  Institntef.  Daterroicb. 

laforacb..  Krglnmngsbdnd  3  (lNQ2j  liGh     3>*4.         llnhcr  die  kniioniirtiReben  Arboilon 

ttea  Tgl.  J.  HergcnrSthf^r.  Pbotiua  3  (IHßU)  92  IT.        Kp.  I.ambroo.  ZwH  Bo- 

KtB  nttd  Krglniniigen  zn  RbiLlllB-PolIiH,  B.  Z.  S  |1S96).  -    M.  Kranxnolcn.  Die 

d«  kanmiNKben  Codex  der  nioi-gi>nlfindi9t.'b«n  Kirche,  AriatenoB.  Zonaiun  und  Bai- 

Jfoekau  1692  (rUH.).     Vgl.   die   lleitiprediung   von    P.  Ueiobraxuv,   Juura.   Min. 

888  AuKUit  8L  517— &34.  —  Einig«  Bri«fL>  dos  BaUamun  ud,  E.  Miller,  Annunlru 

E.  18  (IS84)  8-19.  —  .lobnnnea  Dr.lsekc,  JobanneB  Zonaras'  Cummentar  lum 

Imo  Brief  de«  Grefi^rioa  von  NeocHesiuea.  Zcitscbr.    (.   wiasensch.  Thiiolo^e  37 

16—260.  "  A.  Pavlov,   Zur  Frage  nbcr  Ana  ebrnnnloginvbo  VerhnUm«  (irnichen 

1  nad  Zcnara»  all  VMfi^om  von  Kommentaren  tu  den  kicriilirbcn  Rei;o1n,  Jaum. 
B  Bd  803  Jannnr  S.  172—199.  —  A.  I'avIov,  Dio  kanoniscbcn  Antworlnn  dea 
MatrofoHten  vmi  Herakteia.  in  ihivr  uniurllnglichon  Denlalt  nnd  in  der  Hpat^von 
ms  dnrclt  Mattbacea  BlasUn-B,  Viz.  Vr.  3  (ia9.-.)  löU-176.  Vgl.  B.  Z.  5,  U9  f. 
lvI«T.  Die  kanoniechen  Antworten  du«  Niketun.  Metropoliten  von  TbeMalouibe. 
S  118»)  S78--  887.  Vgl.  B.  Z.  5,  249  f.  -  A.  Pavtov,  Wem  gdiOren  diu  kaoo- 
IntwertMi.  als  der«n  Verfasser  Jobannes.  Bischuf  von  Kitrus.  KilVf,  Vii.  Vr.  ) 
I9-&02.  Tgl.  B.  Z.  4.  99S  t.  ~  A.  Pavlov,  Eine  8v nodal veror&una  des  Patri- 
URBie«  über  die  Vorweigening  ^inor  Training  dnrer.  die  oitie  iweite  Ene  eingohon. 

2  (IW.'.)  1^2—159.    —    A.    Pnrlov.   Der  Synodalakt    des  Patriartihon    von  Kon- 
I  Mir.hael  Anefaialo»  vom  Jnbre  1171   über  don  von  allen  lÜKrliilfcn  abxulegendan 

Kaiwr  Mannol  Komnenos  und  seinem  neugeborenen  Sobne  Aloxios  dio   Treue 

wollpn.  nebal  der  Form  des  Sebwuree,    Vir.  Vr.  2  (1B05)  9BS-393.     Vgl.  R.  Z. 

D.    KaiiA.   Die   Bedenlung   dea   Demetrius   Cbomntianoa    für   dio  Gründung 

4«r  •eTt>iM^hfln  Autokephalkirebe.  Dieia..  Jena  D<'J3.     Vgl.  M.  Reietar.  B.  7.. 

181  f.  —  P.  M.  Drinor,  Ueber  einige  Arbeiten  des  Demetrios  Choinntinno«  ala 

I  ItalerJal,  Tis.  Tr.  1  (1894)  319-840;  2  [189-'>)  1-23.    Vgl.  D,  Z,  4,  \i:>;  b. 

A.  Hempherrstos.   XauoanVuit-  roi'  i.y'  niäKie,  Jfliiov  4  (1893—1994)  309 

[PwifcwiibitiiK  des  Codex  Athen.  13T7),  —  N,  Iljinakij.  Das  Syntagma  des  Mnt- 

iMlirin.    Moskau  1892.     BoKproebnn  von  N.  Zaoaerskii,    Bogosl.  vjpstnik  1893 

lU— 161.  —  Ch.  Papnioannn.  Die  Akten  der  sogenannlon  letiton  Synode  in  der 

lik  (i.  J.  1450)  und  ihr  hi«(ori«cher  Wert,  Vit.  Vr.  2  (1895)  994-41.'i.    -  Konst. 

jnn.,  Qnellea)  und  UandBchririen  des  orlliodoien  Kiri^benrerbts,  Cxemowitz  ISÜÜ 

Mir  mit  »m  der  Bwprecbung  von  P.  8yrku.  Vis.  Tr.  1  (1894)  214  -216.  Iie- 

Nikodcmos  <Ullat>.  Biaehof  von  Dalmatien,  Die  Kanones  der  ortliodox- 


Briontiniiohe  Litt«ratnrgmeG 


e.    L  Proftusohe  Litt«rfttar. 


urientaliwhen  Kirob«  mit   ErlIiul<yriingr.Mi.     I.  Bum),  Nt^usaU  ISdfi  <»d)-)  (Kftlufl«<wJ| 
XU  deu  KanonsH  ilor  Apwiliil  und  der  utl^o  tu  einen  Kuozili(>a).  —  Ueber  d«a  bmU  bMritfcwlM 
Kirclicnrudit    der  Oricchen   in   der  TDikei  vgl.  CliristoduloB  HvIjvaadob,    (i^/iifit 
tf/iKor.    Vol.  I,  Kpei  1^9  (mir  iiDEnKSci glich).  —  Chry».  ADttttiikdos.  »t*kitfj  im  tw 
Karr/nito«  itixuimi  tr/t  ifiäo^aSov  nretlolfE^f  ixsiijtiiK.  Chalko  1S93. 

Zhinmitn,  Kli«rocIit  ättt  oriantiUisi>h<;n  Kircbo.  Wüm  1853.  —  K.  N.  Bhall*«, 
H«pi  «nui-KaiQUiioean  i^i  tneliimtiiiiunjt  ntfiovaiaf  noiri  rö  ^xmor  rn«  ö(i9o^djar  iif«i*- 
Itx^i  fxicl^tjatat,  Alben  lä&Ü  (aber  diui  Vorbei  der  VerftUMeninc  kircbliclieii  ijtit«»).  —  Kia* 
Verordnung  Ober  äin  Wobl  vianii  Knprivatoni  ed.  M.  J.  GedeoD.  Tenixär  (air  fi^^tu 
nai/u  ii>i(  nir(<.-fiii>nif,  B.  Z.  i  (18tf5j  ^Sl  f.  --'  Ueber  einige  DeUÜB  bei  der  PalmicbM* 
nabl  bandelt  B-  A.  Myetakides,  'KxXey^  Km  npi',I>'je(f  oitosfurtxoti  rtmffutffzor,  trtl. 
'Jl.  U  (1S94-189&}  8T1)-38Ü;  »1)6-398.  -  Ueber  die  Bodeiitang  d«r  Titel  .!>eoi^> 
und  ftiinof  iaij;iur'  bandeln  Anthimos  <Aloxudc*>,  Uetropolit  von  Amwia,  E. 
Anvrny  und  M.  Cedeon.  A'raiaj-ov  If^oftaiaia  iniStti^r^it  vom  %  Mni  und  26.  Sfpl. 
Iä93.  Auf  dasselbe  Tboma  beaclicn  sich  xwoi  Auftifttro  ron  Antb.  AloxudoM  wid  Hi- 
siliuH.  Metropolit  von  Sinvmu,  'Kit«Ä.  '.(i.  13  [Ie93j  236  -239:  277  f.  Vgl.  B.  Z.  S. 
21Gf.;  4,  234. 

S.  EinfluBs  des  rOmiscb-griecbiaehen  Reclits  auf  die  orientttiattieB 
VSlker:  A.  P,  de  Lügardo,  Reliquiae  iuris  eccteeia»tici  aatiquiwiinae,  S  Teil«,  LeifOf 
1956  (griechi«clio  und  syrisoh*  Teita).  —  K,  (<,  Braus  nnd  Ed.  Sacban,  fljrinfb  rnwiirhrii 
fieohtobueh  an*  dem  fünften  Jahrhundert,  hernnsgegeben,  flbersottt  und  erUiit«ri.  l'iipni 
1880.  —  Sovvue  I'acba,  Klude  sur  k  thöorio  du  droit  musulmfln.  IVemifre  nartio.  Vin* 
1692.  Der  xweite  Teil  soll  demnächst  crsr.beiuou.  Vgl.  diu  olngsbcudo  Kritik  d«A  tzibm 
TöUe«  von  Ign.  Goldiilier.  B.  Z.  2llK93)  317-32Ö.  —  Leber  deu  Einflu«  eiw»  bjt»«- 
tiniechen  Permulurs  auf  die  Kaaeung  kupliiitber,  jQdiscbur  und  griechiseb-MatiMbtr 
Priv&turkundeD  Ober  RechtagescbSfte  bandelt  Ad.  Merx,  Documents  de  paUografUe  b^ 
brniqne  et  iirabe,  Leyde  1894,  Kupilol  V.  —  Zum  vet gleichen d«a  Studium  dM  Urkücta 
Recbtoe  enipfieblt  ach  für  des  Türkischen  Hnkundige  dflfi  griaeliiseli*  &asdbu«b  ron  ItilL 
0.  M.  Knrnbokfru.  KXui  t^{  aw^aom  "üSta/iayiK^c  rofto^MliK,  Kpal   1882. 

4.  Kinflusa  des  byiantinincheu  Rocbta  auf  die  Slaven:  Wia  Bo  viele 
Worke  der  byxuntinisclien  Litti-mlur.  gingen  auch  die  OesctibUobct  in  AiKtlgMi  and 
(liUtionen  tu  den  Slaven  Über.  lniiboHi»iilt.'re  wurde  das  Kirchonrneht  von  de« 
Volkern  den  griechischen  Bekenn InisBi-B  fast  unvoründert  angenommen.  Aua  der 
Litt«[«tur,  durch  welche  dieses  Gvbiut  auigeboUt  worden  iBt.  kann  hier  nar  Miiuea_._ 
vorgoboben  werden:  SlnTiscb*griecliisL'her  Nomokanon  mit  dem  bid  jctit,  unbvkanntaa  M 
gina]  berausgegoben  von  A.  Pavlev,  Odeau  1S73  fruas).  —  A,  Pavlo*.  GoBettbOaUr. 
Altruasiscbe  Uebersotinng  mit  grieohiscbom  Text  u.  a.  w,.  PetMsbo^  ISS&  (nuaV  Vgl 
V.  Jagij.  Arcb.  slnv.  Thil.  9  (168G|  151  f.  -  A.  Pnvlov.  Cnediert«B  DenkniBl  ieanaä- 
sehen  Eirchonrecbts  dea  13.  Jiilirhunderte.  Journ.  Min.  1R90  Ud  STl  Okiober  S.  27S— ÜQ. 
—  A.  Pavlov,  Scheinbare  Spuren  kenunistischen  Kindusaea  in  den  iÜt««ton  I>eiilunilere  Jm 
sQdelnviachen  und  ruaeisclirn  Ivirebenruebtfi,  Moskau  1H92.  —  M.  Oatrounov,  EinleitoBfiB 
doB  urthudoxe  Kirch  eure  chi.  Churkuv  1893.  Ueaprocbcn  von  N.  ZaoiDrakij,  B«|^lL 
vjoAtuik  1894  Juni  S.  4S9-  496  {mir  miiiig Anglich).  —  K.  NevoUn,  Ueber  die  Sanuabal$H 
und  die  wiaeenscbaftlicbo  Boarbeilung  der  kircbliebeu  Gesetxe  in  Oriecbenland  ud  &■•■  i 
tand,  im  0.  Ddo  seiner  .Sämtlichen  Werke',  TeterBburg  1S60. 

fl.  Bf  lanlinischna  Rocht  bei  den  RomSnen:  Ueber  die  in  den  Jahn« 
bis  181S  toila  in  niniUnischer.  teils  in  griecbiBOhor  Sprache  pnbtisierten  GeeelxbOoher  ' 
WklAoliei  hnndelt  K.  I'].  Zunhariao  von  r.ingentbnl,  (loRchichte  de«  griocbiaoh'riiBiii 
EUchU  •  (1«92)  S.  XVt— XN  (Vorrede  oiv  xwoiten  Auflage).  —  Nie.  Blaremberg. 
comporu  nur  loa  inatilutioue,  Ico  lois  et  los  moouts  de  ta  Kuumaiüe  dentüa  Je«  t«ai|M  !■ 
Diu»  reeul^  juwju'ii  noa  jeura,  Bulcareat  1Ö86  (mir  unzagUn glich).  —  J.  LndiaUv  Plf. 
Les  loiB  Rouaiainea  et  leur  connexit^  avec  1«  droit  Bvxaiitin  et  Slave.  Buknro«t  1687.  T(t 
die  Besprechung  von  Konat,  Grot,  Jonm.  Min.  1887  Bd  2öi  Nuv.  &  llt— 122. 

t}.  Dnrch  Verniittelitng  der  italiachen  Qrieoben  wirkte  dia  bj'untiniM.bo  Recht  nrk 
auf  dio  normanniache  und  italisch«  Gesetsgshung:  F.  Brandileone,  Vnamnmik 
di  legialazione  nornianna  o  di  ßiurispradenu  bitantioa  Qoll'  Itdlk  mcridiocial«.  Atti  Mk 
K,  Accademin  dci  Liocoi,  Serie  qnarta,  voL  2,  Primo  SemoHtr*  (188S)  280—384.  — 
Brandileone,  II  diritte  biztmtino  noU'  Italia  mpiidionalo  dul  Ü.  nl  12,  eecole,  B( 
1886.  —  V.  La  Mautia,  Cenni  alorioi  »n  li  fonti  dnl  diritto  greca-romiuM  •  la 
e  leggi  doi  re  di  Sicilia,  Rom  1687.  —  F.  Scbupfer.  Romano  LaoapoiM  o  F«d«flc9  __ 
pro|>osito   della  Hfatlftt^att,  Atti  deltn   R.  Aucedewia  dci  Linoei,    Amra  287  (1890}  Biftl 

Junrtn.    CUsse  di  Hrionie  morali,  sloricbo  e  filolugiche.  Vol.  8,  pwte  1*.    Houorio  (HmM 
8»1|  LM9-'J79  thandolt  über  dio    wahrscheinlich  i.  J.  922  vertiffent lieht«   Novvll»  ilifl,, 
n^aiifn^vtvs  dos  Romanos,  wotcho  in  der  tViedrich  U  zHgeaeliriebweii  Lex  Ober 


Iti 


dasi 


•d  Ipabolo  (d.h.  Jt^^^^^^^^^^f^^VConaidcmnani  lopra  Ana  fmmmenti 
:ti  nel  oodke  Vatic«nd^HH|j|^HPiP|B  di  alorjs  o  ilirittu  7ÜH?<B)  24:) -'^70. 
srhlipsst  dich  F.  BrnDdTT«oBi>,  JJiiöVi  stiidi  buI  diritto  binulino  nell'  Ituliumeri- 
S(udi  o  (locunieuli  Ji  sturia  c  <lirilto  8  (ISST)  65  —  90. 

7.  [Ij-iBBtiniaehe»  Krt^bt  Ix-i  ileo  Georgiorn:   Eine  Samraliin^  byiantiiiisclior 
te    aas  der  Z«it  IiPoiih  d^i^  Pliilu«>>plioii  und  seiner  SGlino  AI^XAiidor  iinÜ  Koiisluuliii 

I  in  dm  leorifiscben  Cod»x  Wakiitanga  VI  anfgononmien.  I>onolbo  besteht 
m  TsiImi:  der  ent«  onthKlt  «ilio  Auswahl  der  niosniai-lidn  OotetKn,  der  zweit«  di« 
tock*  Sanunlnng,  itr  dritte  du>  Armenische  Rccbtslmch  dca  Mnkhilar  Got.  Vgl.  M. 
■•t,  Joam.  As.  3  (1^9)  ITT  IT.  —  M,  Brasset.  Notice  siir  un  Nomacnnnn  (iiftirgicn, 
gM  AaialiqaM  7,  113  ff.  Der  Kanon.  Über  äon  Uroeact  hier  handelt,  xoU  vom  hl. 
yinioit  «OB  d«lll  QrieobiiK'lien  Qbi^rselzt  wordou  aeio.  ~  Uoliifr  Wukbtniit;  vgl.  M. 
■et,  Notice  mr  Iva  Iroiit  dtmicres  tuiii<^(.>8  du  rigne  cl«  Wuklitaug  VI  i>t  sur  Hun 
iB  CM  RiMsi«,  Batl«tin  d«  la  classe  des  scieoces  bist«ri<iiiii8,  pliilologiquea  et  poiitiquoa 
tcadteii«  Id)|i.  d«  St-P«t(!r«boarg  3  (1846)  321  ff.,  363  ff. 

8.  LkloiniHcbn  Wörter  in  den  griecbiaclien  Bechtabücher n;    Die  tatetni- 
t«>(;hat*«h«)   .^usdrOfke   dea    rümiachen   Bechta    wurden   auch    in   den   griorhiachen 

■•"tzuiiEiGn  und  Ilrarbeitungon  grlbafcntMla  beibehalten  und  konnten  selbst  in  den 
|i>D  nicht  ganx  gcinis.il  werden.  Hieduroh  orwvchsen  für  die  (-riechisohen  Tcilo  dos 
M^  in  ienta  die  Kcnntnin  dca  fintpiniüchcn  noi^h  dem  6.  Jubrbundfrrt  bald  »uf  vin 
g«nag;ea  Haas  burnbannk.  vieUach«  Schwierigkeiten:  fahdie  und  achiere  Deulunuiun 
uverncidlicb.  Zur  Abhilfe  wurden  Vokabulare  der  latoiuiacheii  Recbts- 
rBeke  al>c»fM8t  Wir  bcailzen  solche  jutidiaohe  Glossen  in  Ealilreichen  Hsa;  lu  einer 
McfacMg  ihrer  Grarliiclite  ani  GenuJogi«  iat  noch  niolit»  geschoben,  F'ine  aus  mehreroii 
MsUtiiMte  Sunmhinit  natrber  OIomoq  «d.  Car.  I,«hb«eus.  Cyrilli,  Philoxeni  nlio- 
■  T«t*nim  gloMBri*.  Puris  1679  (im  AnhHng).  —  Uobor  die  Intniniaehcn  Kkmente 
«ofihiloai  Ant*ot«aor  und  in  den  Novellen  vgl.  .1.  Psichari  und  C.  Triantaphy I- 
in:  ^.taiea  de  philoTope  ndo-erooque  publidoä  pnr  Jean  rsichori,  I'nriN  tSt)2  (—  Uibl. 
oak  do  Haut««  h^udes.  it2-  bunicul«)  8.  1$9— 277.  —  F..  KiiluJniaoki.  .li^nt 
MtJ  in  ein»  filturt-u  bulcariacb-BloveDiachen  Ueberaetxung,  Arch.  hIuv.  Plül.  H  (ISUSj 
!  (aaa  «inen  Lemberger  Cud«x  deti  Syntagma  das  Klatthaeos  BlaalureBl, 

9.  Zar  Bibliograpfate;   W«it«ro  Spexiallitteratur,  die  hi«r  nit^ht  viiIlHlündig  auf- 
t  ««rdan  konate,   findet   man    in  den  oben  genannten  Werken  flbor  die  GMcbichte 

grieebisclien  Rechts  von  W.  E.  Rv^imbsch.  K.  K.  ZachariftO  von  I>ingen- 
P.  KrSRier.     AnMOrdcni  vgl.:  Ang,  Kugelmnun,  l'ebor  die  gelchrto  BollrbDi■ 
~liKll■^9caMebffll  Rochts   mit  oiner  irnlirrsicht  dnc  neuesten  l.itterntur,     Ver- 
lÜinfUhnuiK   in   daü  Studium    il«r   byi:  antin  in  nhen   KruhtagesGLicIite,     I'elenthurg 
).     -    Ein   vollstilndiges  Vnncichöis   der  Arboilon    von   K.  E.  Zachariao  von 
:*nlba1  sab  W.   Kiacbor,  Zaitsclirift  der  Snviguy-äliftung   fDr  Rechtsgeeohichte, 
AbteO.  le  (1^5)  830-830. 

2fi1>.   HMUzin.   Dio  Haupt(|U«11o  der  Erkenntnis  blieben  in  der  Mediinn 


6U 


Byuuitiiiiielie  Littonturgosohiolite.    l.  Proiaisvb«  Litterktni. 


und  (iarfiteltcndvn  Tlmtigkeit.  Um  dio  Mitte  den  i.  JHUrliiindcrbt  vcns-  ' 
atnlt45be  Oribasios  {'O^ißtMiof)  oiuun  |)arnphraatischoii  Auszug  aus  im 
filteren  medirinischen  Werken  und  legte  dadurch  den  Grund  zu  joner  kooi- 
pilalorisohen  und  oxzcqnercnden  Thätigkeit,  die  in  der  Folgezeit  da« 
we^ntlictie  Kennzeichen  der  litterarischen  Produktion  in  der  UeüviiiMa» 
scluift  bildet.  Um  die  Mittü  des  6.  JahHuindorts  hat  AStios  (U<^io;)  nu 
Amidu  in  Mesopotfunien,  der  in  Alcxaiidria  »tudierto  und  spStcr  kaiMf- 
licher  Leibarzt  in  Konstantinopel  wnrdi>,  ähnlich  wie  Oribasios  in  eUek- 
tiaciier  Weise  die  medizininohen  Werke  der  Alten,  besonders  des  Galen, 
nicht  ohne  eigene  Zuthat«n  in  einem  uns  erhaltenen  Handbuclio  vereinigt. 
In  derselben  Zeit  verfasKtu  Alexander  von  Trallos  (525—609  n,  dr.) 
eine  zuHOinmcn  fassende  Darstellung  der  Pathologie  in  zwölf  BQchem,  die 
eich  durcrh  eine  recht  eHreulicho  Selbständigkeit  de«  Urteils  den  Lehree 
der  Alten  gegenüber  auszeichnet.  Zu  diesen  drei  groasen  Sammetwecfcen 
kommt  im  7,  Jahrhundert  das  medizinische  Handbuch  des  l'anloe  voa 
Aogina.  isia  in  der  Hauptsache  auf  Oribasios  beruht,  aber  luici  ««tir 
beachtonswtTto  neue  Gedanken,  besonder«  auf  dem  Qobiote  der  Chiruriti« 
enthält.  Das  Werk  des  Paulos  wurde  schon  früh  ins  Arabische  und 
aus  dem  Arabiwhen  ins  Lateinische  tihersetül.  Um  dieselbe  Zeit  fcont- 
pilicrte  Theophilos,  Protospathar  unter  Kaiser  Heraktios,  ein  Werk  llb«r 
den  Küipcrbau  de»  MonBchon  (//»e»  «';e  toi-  m-9fmnov  tunaanttnl;)  timl 
eine  Schriet  itbor  dius  Fieber;  weniger  gesichert  »iud  zwei  ihm  zugct«ilU> 
Schriften  über  den  Urin  und  den  Puls.  Ein  Schüler  des  Theophiloe  war 
HtephanoR  aus  Athen,  der  Kommentare  zu  Hippokrates  und  Galen,  eine 
Schrift  über  die  Wirkung  der  Arzneimittel  u.  u.  schrieb.  Im  7.  Jahr- 
hundert vcrfasstc  ein  Johannes  von  Alexandria.  der  von  Johanne«  Pbik»- 
pono»  zu  unterscheiden  ist,  Kommentare  zu  Hippokratos  und  Galen;  er  gennai 
in  der  Folgezeit  hohes  Ausehen  bei  den  Araheni.  Auch  Stephanos  voi 
Alexandria,  der  wohl  mit  dem  Mathematiker  Stfphanos  von  Ale:(anib 
(».  S.  621)  identisch  ist,  kommentierte  den  Hippokratea  und  Galen. 

In  den  nun  folgenden  dunkeln  Jahrhunderten  herrschte  in  der  Ueilii 
wie  in  den  Übrigen  Prornnwissensdinfton  fast  vollständige  Unfnicht 
Unter  Kaiser  Tboophiios  vcrfasste  der  latrosopbist  Leon  eine  Ä-» 
fai^ixij.    Vielleicht  gehiSrt  in  diese  Zeit  auch  der  Mönch  MolctioB, 
dem  Schriften  über  den  Kttrperbuu  des  Menschen,  tiber  die  Seele  and 
vier  Elemente  erhalten  sind.    Ein  regere«  Leben  beginnt  mit  dem  10.  Ja 
hundert.   Zuerst  hat  Kaiser  Konstantin  Porphyrogennetos  wonij 
zur  Erhaltung  der  alten  hoilwissenschaftlichen  Litteratur  beiget 
dem  er  durch  Theophanes  Nonnos   eine  medirinisohe  Enzyklof 
aammenstellcn  Hess,  die  vornehmlich  auf  Oribasios  beruht,    Viciloichl 
stand   in  derselben  Zeit  auch  ein  Handbuch  der  Tierarxnoikunde. 
S.  203  f.   Bald  darauf  machten  sieh  arahiuche  Einflassu  in  der  griecU 
sehen  Heilwissenschaft  geltend.  Gegen  da«  Ende  des  10.  oder  im 
des   folgenden  Jahrhunderts   entstand   das   in   vielen    lland»chrifteu 
lieferte  Work  'Bffüäta  lov  ü^joii^/iovrrof,  das  aus  einem  nicht  viel  4H«f 
BuchB  des  Abu  Djafar  Achmed  bon  Ibrahim  übertragen  i»t  AI« 
Setzer  wird  gewüliulich  ein  ProtüsekretarioB  Konetantinos  aus  Bhe|tM 


7.  Fachwie«eDBCl>Afteti.    Uedisin.    (^  ^59) 


615 


lüen  ein  gewi^ecr  Syiicsios  genannt.  D&i*  arabische  Uriginal  selbst 
l  auf  griechiHclien  'Dieorion,  be)iK>nderä  d<^uon  dos  Galun,  i«t  nbfr  in 
Kurmethode  echt  arabisch.  Im  U.  Jalirhundort  hat  der  Protovestarcb 
Mngi^tcr  öynieon  Öoth  (Sv/ittiiv  S'}^),  der  durch  seine  Übersetzung 
arabisrhon  Fttrstenapiegels  (K'alilah  va  Dimnah)  als  Hlchtiger  Oi'ien- 
t  bekannt  i»t,  ein  SclirifUlien  Ober  die  Wirkungen  der  Nnlirungs- 
lel  (i/fpi  tfiog-iäf  ivrä/tnot)  vcrfa^st.  Kr  vorzeichiivt  hier  die  medi- 
chen  und  diStetiscben  Kräfte  der  Pflanzen,  Früchte  u.  b.  w.  nach  ßalen 
biTichtet  über  einzelne  neue,  aus  dem  Orient  eingeführte  Mittel* 
|a.-rd«.-m  gehen  unter  dem  Namen  des  Heth  einige  andere  naturwissen- 
RJiche  Schriften  vtie  eine  Svroilnf  im-  ^vamm;  oino  St>votfii(  nuß 
r,  «ne  Schrift  IhQt  XQ**"^  **"•'  '>''?'"''''**>'  o«>iiti%u)v  u.  8,  w.  Doch  be- 
Va  diese  Sacheu  noch  strenger  Sichtung,  Wohl  ütwas  &lt«r  als  das 
t  de«  Seih  über  die  Wirkungen  der  Nahrungsmittel  ist  eine  zweite 
lolboD  Gegenstände  gewidmete  Schrift,  die  unter  dem  Namen  des 
liaul  I'Büllos  überliefert  i.st. 

I  Demotrios  Popagoracno«  (./yiijieiof  i  Utizayiaiitrti;)  vorfatst«  im 
rage  dea  Kusers  Michael  \'in  Pulaoologo»  ein  rocht  verständiges  Buch 
die  Podagra.  Um  dieselbe  Zeit  (Enile  des  i:).  -lahrhunderts)  schrieb 
Aktuario.8  Nikolaos  mit  dem  Keinamen  Myrepsoa  {/tvffif'öi  d.  h. 
tnkoch)  oino  grosse  48  Kapitel  umfassende  Sammlung  von  KoEcpton. 
t  bei  ihm  xeigt  »ich  dur  arabiuche  Einfluss  z.  B.  in  dor  Bonunnung 
intnei  mittel.  Das  Buch  des  Nikolao»  übte  grosson  Einfius»  auf  die 
diändische  Medizin  und  behauptet«  sich  bis  zum  17.  .lahrhundert  als 
tajmter  Codex  pharmaceuticus  der  medizinischen  Fakultät  von  Pari». 
Uuter  Kaiser  Andrnnikos  III  (i;i2S— 1311)  schrieb  .lohnnncs,  des 
Wiati  Sohn,  gewüliulich  Aktuarios  [tiiifoväetvi;  d,  h.  Hefarzt)  genannt, 
Ittdit  gute»  Handbuch  der  Mvdizin,  in  dem  vi-  da»  System  de«  Golon 
Srgibt ,  aber  auch  auf  die  Lehren  der  späteren  griechischen  und 
beben  Ärzte  itücksicht  nimmt  und  sogar  selbständige  Beobachtungen 
Itchnet.  Das  Buch  ist  dem  aus  dem  GeHchicht»werke  des  Kanta- 
|108  bekannten  Apokaukos,  der  später  tirot^shorzog  wurde  (Trp  rrn^»- 
ifunji  $^  '.i.toxuvxijf  i^  Mal  vcrt^ov  XQ'jt"*^''fftvit  fifyäX'i'  rfoi'xj"),  ge- 
let.  Ganz  auf  Galen  beruht  des  -fohannes  Schrift  fUQt  «'if^j'^tiic  »al 
ir  top  tf'PXtxov  rtrn'/iaioi  xal  n";  xut'  ai'ti'  Sta{vr,i.  Durch  grosse 
thriichkeit  ist  seine  Schrift  über  den  Urin  (i/*e!  ov^m-)  ausgezeichnet. 
Ocorgios  ChoniateR  {Vtiüeyioi  ö  Xii>viät\i),  von  dessen  Person  und 
imir  nichts  bekannt  ist,  Uhorsi^tzte  ein  persisches  Werk  über  Gegen- 
1  ins  Griwhische:  'Avtiimut  ix  ntt/aiag  xo/nt/^ticm  xetl  t'ltXXtiria&tteat 
\  tot'  XauitTOf  rof  r'in()y{ov.  Die  Übersetzung  steht  z,  B,  im  Cod. 
ir.  T.  n.  14  ik  16.  Ebondort  die  Schrift  eines  Isaak  Taxeotes  über 
L'rin  {tontix  «fi'fon  »Ol"  Ta^fohov  JtfßJ  of'fcui). 
Neben  dieser  zwar  wenig  selbständigen,  aber  doch  von  der  alten 
kiniHchen  Wissenschaft  lofrucbtetcn  Littcratur  entstanden  im  Mittel- 
verschiedene  populäru  Heil-  und  Arzneibücher,  die  sogenannten  latro- 
iien  {iatfftfaoyfa),  Rezcptensammlungen  u.  s.  w.  Meist  ist  hier  ein 
r  und  getrübter  Aufgiiss  alter  Lehren  nnt  allerlei  abergläubischen 


616 


BjaBBtLDisdi«  LiU«nitargwcbicht«.    I.  Prtm&i«oh«  Idttoratnr. 


In;^'oi1ioii7.ion,  SympnMiicmitMii,  Bi^sehwiiriing^formfln  ti.  h.  w.  untermiaclifl 
KiiKt  Sit^lituiig  dioi4i.li'  krau8«ii  Litt«i'Atiir,  die  itiiiii  ToÜ  kultur-  und  spracM 
.  goscliicbtlicli  recht  inUrott^nnt  ist,  und  oino  zusainmenhftngende  IMrstd- 
lung  ihrer  EigentUiiili(;hkc>iten  ist  zur  Zeit  nicht  iiiöjclich,  da  die  meiBten 
8tUcke  noch  unverftffeiitUfht  im  Staube  der  Bibliotheken  ruhen.  Der 
Rtärkste  Eindruck,  den  man  aus  der  LektUre  dieser  BUchtein  und  Trak- 
tfttohcm  oiitpfSngt,  ist  der  de»  Mitleide«  mit  den  (ieschl echtem,  dvrui 
Krankheiten  nach  noichen  OnindttAtzcn  und  Itezepten  behandelt  wardOB. 
Doeh  uiag  man  :{um  Tro»t  annoliinen,  daj^s  es  neben  den  ungobildetcii, 
in  wUtit«m  Aberglauben  b(.>fAugenon  Kurpfuftchoni  immer  wiodur  auch  \ef 
ständige  und  erfahrene  Praktiker  gab,  die  daa  Studium  der  alt«>n  TheorieD 
mit  Naturbpabachtung  verbanden  und  durch  ihre  Behaodlungswetse  weniger 
ttlohtigen  Kollegen  und  Adei)ten  »um  Vorbild  dienten. 
1.  Auagdben: 

A.  (^umnilungcn;  Pliyiiici  ot  modid  (iraoci  minorea  od.  Jul.  Lud  w.  Idnlot.  'JtdII 
UcHiu  1841— 4'.i  (r(.ii.'he  Sammlun):   benannter   «nd  iinaovin«ir  Schriden  inpcliiiiiucb«a  uo 
vor  wandt  Uli  Inhalte  )tr(>sst(<iit'>ils  aiu  der  ljyziLiitiuiBch<iii  Zeit).  —   Anucilutik  oiedic«  oraMl' 
o  foild.  mss  es{)(isait  F.  Z.  ErmeiTius.  Lugduni  Bataronun  l&4i>  <tiiir  uaiuginglickl.  — 
Mom'Ii«s  bymntinidrho  Gut  entbült  auch  dl«  grusse  ScholieiMamnilunK:  ApolliMiii  CitMna». 
SlDiibani.  I  aliud ii,  'ni«i)|)hili,  Meletii,  DamiiBcii,  loaanis.  aliomm  «cliaiU  in  HJMKicriUAin  •! 
4inl(innin  vd.  Frid,  Kninb.  Diolx,  2  Bdc,  K&nigsborg  1834.    —   Di«  DbriRon  säraBlii»sn. 
din  lt.  K.   bei  W.  Kngrlmnnn,    Bibtiolhocs    scriplonim   clnssiiroram    I*   (1880)  01  (.  W- 
ÜCiAliit  «ind.  iTnIbultnn  (aist  nur  Werke  der  vorbyxualini sehen  Zoit. 

B.  Spexialauegabnn  mit  don  dnxu  gclibrigon  KioiaUi^hrirtiMi  and  üeberMfamagM: 
1.  Uebvr  diu  Ausgubun  dus  Üribusjoa,  Aulios  anil   Aluxnnder  von  Tralla» 

vgl.  W.  Cliiist,  Guachicbte  dur  gnocliischcn  Ltllvrmtur'  S.  717,  und  U.  Ua«Ber, 
buch  dtr  Geacbichtu  der  Mi>diziu  !■  (1»T5)  ibS  ff. 

y.  Eiii  aucb  fUr  dio  Goscbicbt»  d«T  griuchiaobeii  Mediiiii  iotereiaantoa  D«tikiiial 
die  latuiniscb  abgofasstu,  dem  FruDkaiiköniit  Tbtndcrick  it^widmete  diltotiMlia  Sab 
des  §riccbiscb«D  Arxt«a  Antbimoa.    Ed.  Val.  Itosa.  Anecdata  graocia  ti  gTaecolalnw 
(Berlin  IS70]  41  -102. 

3.  I'huIds  von  Aogina:  Dar  Bricohiaehe  Text  dca  ganicn  Warka«  mir  VaMdia 
152«  und  BbsoI  V>3i.  —  Das  6.  Buch  gricchiech  und  rmnxOaiaeh:  Ükinirpa  da  PM 
d'i.gino.  Texte  grnc  retriitui!  otc.  avoc  truduction  frun^iuse  »to.  par  R«n4  Brian,  Paria 
ISbb.  —  AuaBerdcm  niuhrrru  latuiniacbc  Uebergetxuugoii  d«s  ganun  Werkes  und  (■*' 
Eulaer  BOdier,  Vuraeicbuia  duroulben  bei  Vi.  Hoffinaun,  Bibliognptüaolins  Lciikoa  itr 
geeamtun  Litt«ratnr  der  tiriecbeo  2.  Aufl.  3  ilS4ä]  44  ff.,  und  bei  B.  Iluvser  a.  *  0. 
1*  1167-'))  465.  —  Eine  englische  tJcber>ietiung  de«  ganien  Workee  gab  Fr  Adaai*. 
3  voll.,  London  IK45  — 1847,  —  Vgl,  Riid,  Aug,  Vog^l,  l>e  Tauli  Aeginotae  mentii  in 
medicinam  iinpnmi»i)Uo  cliinir^ain  pr«lusio  I  et  II.  (t&ttlngen  17G&-  —  C.  G.  KObn,  Crcer. 
de  addiluinuiitie  quiliusdsni  [|iine  in  Cod.  ms  Pauli  Aeginotae  a  ScaÜgeio  reporto  fn«iBl. 
nuin  iid  buius  medici  Bacrunduui  editiunem  ab  ipso  auntoro  fnctiun  ooncludi  poaait,  LeipUf 
1828.  -  VgL  E.  IL  F.  Meyer.  GesohichU  der  Botanik  2  liwa)  412-421. 

4.  Tbeupbilea  Prutoa|)utharios;  Mehrere  alt«  AuHgiibun  und  latotaiatihe  reher 
«etKungen  iieiitit  W,  Euftmaun,  BibÜogrnphisdiea  Lexieon  2.  Aufl.  8  (1^6)  523.  —  Bt^ 
xaiBartr^f  liinguinov  änotmänfiatu  mid  IUq'i  did/ui^i^uiiciuf  edd.  A.  Mustexydea  ■!  IX 
SchioHa,  2t>Ua/r}  OXtinifiäv  aftKdinaf,  llofl  ^ — 4,  Venedig  181$.  —  /Jcpi  wfir  lU. 
IdoUr,  n.  n.  0.  I  (1^1)  ^^1  --^^-  -  "'?'  Aexaify/iiltnr  ed.  tdolar,  ■.  a.  O.  1  rlSllh 
S9T— 4iJK.  —  IIiqI  t^t  (DiT  oVtfpu^irDf  natasKtvijc  fi/lXla  «'.  Da  oorporia  bumani  Ul>rkt 
libri  V.  Ed.  (iuil.  Alvx.  Qreenhill,  Onrard  IK42  Imit  Utoiniachar  Uabaraottna^  Kun 
mentar  und  Index  verboruin).  —  1'bouphili  ProloRpathnhi  ot  ätephani  AllMBiaaaia  it 
htirnn  differentta  ud.  Dem.  Sicurua.  Flureu:  186'i  (mir  unxugänglicbl.  —  Waitan 
ratur  bot  H.  Uaeser,  a.  a.  0.  1'  [I'ÜVö)  461  f, 

6.  StaphaooB  von  Athen;  Koinnii»ntar  lu  Hippok»t«a  DQd  Qalen  od.  Fr  R« 
Diota,  Apollonii  Citiensis,   Stephani  etc.  Scholia  iu    Hippooratem  et   Öaleuum    1  (1. 
61  ff..  2  (1S34)  23ti  ff.    -  Ueber  den  irrin  ed.  Kusnemaker,  Revo«  d»  phil»L  1  (184.^1  ' 
bis  438;  &4ä— üÖIJ.    -  Ittiftirof  ifiXoto</>ov  /hlyiaic  tt(  tu  itfayruatiMör  xni  'l.-i^atfei 
ed.  A.  Mai,  Spicilagiam  Romanum  V  (1841)  2,  1—160,    —    Dd  febriua  dtffafantia  ti  Si- 
curus  mit  Tbvephilos  (e.  a.)  -    Ein  StUck  od.  aua  dam  Cod.  lUvo.  225  W.  Stndamisd. 


nagM: 
ralla^j 

i*iiwS~5 


7.  PscbwiaMDSobafteD.    Hediiis.    (g  2ö9) 


617 


ia;   Dwnocralls  pMta«  mvUei  frnjiniciilu   4(-!i>diL,  Itidn;«  Wl.   für  diu:  WinttM^i^nrnntnr  IPSS 
b»  IS89  S.  12-14.  -    Woiteie  r.ltltratur    Ui  Hufüt-r.  n-  il  ü,  tv   102, 

A>,  Johannes  ron  Alexnndriu:  V.  Robo,  luoa  Koiaobildor  und  loaiin«ti  Aloxftn- 
driniM  dor  Antt,  Hormea  S  (l^'l]  'iOÜ—'ilh.  —  Vgl.  Hnener.  o.  n.  0.  S.  4T4. 

7.  IH*  Schrift  daa  Meletius  I7rp(  i^;  loii  är9(fU7iiiv  xiari«*ev^i  erachion  luerat 
ifl  Moar  UlMRiMbna  DalMmtsang  rou  Niculnu»  PetmiuB,  Venedig  I.'i33.  —  Dem  gria- 
cbiiwlittD  T«xt  «4lt«rt«  nach  drei  Oxforiter  Hsa  J.  A.  Ciaiiier.  Au.  Üxon.  8  (1S36)  t— la?. 
—  Vg;l.  L  llBebiDnnn,  QaMstio  d«  Melalio  Qra«co  inedito  eiusque  Latin o  int^rela  Nie 
Catrvio,  Usctock  1S33.  ~  Uohpr  die  Ilas  dos  Molatinii  lianitolt  Fr.  RilacM,  De  Meictio 
phymioge  bravi*  onunilio.  in  Kitechls  Opuarula  pliildlotfica  1  (1800)  6M -IQl:  Nactttrag 
8.  838^840.  —  A.  Nftuck.  Kritische  Dcinfrkiiiignn,  Rull.  de  l'Apadi^inifl  Imp.  dessaienoo« 
d«  Sl.-PötertUwirg  12  (laöS)  517  =  Mälimgee  Ür^to  KoniBina  .1  8.  SO  f.  —  Vgl.  «ooh 
FabrioiBS.  Bibl.  )cr.  ud.  UarL  9,  30.>  f. 

S.  Dl»  lj((«ntur  ra  Tlioopliane*  Nonno*.  don  Hippiatrika  und  Michaol 
pBallos  B.  S.  26t  und  442.  —  Zu  dun  Hiiipintrikn  vgl.  j«Ut  nach  K.  Oder,  Vo  llip|)ia- 
thcoram  radioa  Caatftbri^onsi.  Rhein.  Mus.  .'il  (18110)  S2— SO,  und:  AnoodoU  Coli  Übrig  irimin, 
OyviatmMprogr..  B«rbn  160$. 

9.  Abu  Diafsr  {^.(foAn  lav  nnoJiifinOrtot):  Gedruckt  ial.  nur  du»  Ittieli.  dn«  Ubur 
di«  FiebM-  bsad«it.  E«  ist  i|;nochisch  und  1u<«iaiach  uut«r  dum  Niuiii<ii  den  SyiicHioH  ediert 
von  SL  UorDarit,  Amsterdam  1749,  -~  Eine  diogulieudu  Unltiinucliutig  Qki>r  das  arabisdie 
OnBinal  aaA  di«  Kriocbischa  und  lRleini8cht>  U«)>enieliciing  ^ab  Ch.  Üar<>uibi>rg,  Archives 
im  niaMOBB  twientifiqaaa  2  (1851)  490— <^2T  —  Nnticos  et  «xtraits  dds  inaniiscrits  in4di- 
wmx.  «te..  Paris  1K.S3  S.  63-100.  —   Vgl.  UnssKr,  n.  a.  0,  S.  486. 

tO.  SfinooD  8cth:  Dio  Sclirift  De  ulimnntnnim  facultatibaa  ed.  grinHii^eti  und  la- 
lafaiacli  Gr.  lijrrsldus.  Purin  1538.  ~  Ki).  mit  Intcinischer  Uebersotinng  und  KommontHr 
Marl.  Buffilanui,  I'aria  1656.  —  Kd.  ll<>rnh.  Lnngknvel,  Uipug  ixes.  Uouli  ist 
dK>  Atia)|al>c  von  llugdnnus  durcb  dio  vuu  Iiiuigkavel  iiiclil  UberflUaKig  gcmanlit,.  —  ZvfUiüy 
^itj-iaipor  imi  tfilUttiö^ov  Xi;9  lor  ',4>^inj>fiu;  ifiXoooyiai!  xni  laiffitd  cd.  L.  Idalot. 
Pbjaici  at  nicdtd  graeci  minores  2  (1842)  283— 2bj. 

Hilfamittel:  C-  Gottlob  KUhn.  Muxchi  antiquilutcs,  l'rogr.,  UipiuR  1S33  (Dber 
Artikel  ^««/ac  b«i  Symeun  Svth),  —  Zur  L'idit'rlicfurung  vgl.  Ch.  Daremberf:. 
bivoa  Ana  nüaBions  snentißqu^a  3  fIS&l)  160—162  =  NuticuB  ut  axtraita  de»  manu- 
I  mtidivaux  «tc..  Paris  18&a  8.  48^50,  und:  Rubi'rt  Furh«.  ^iiueon  fietli  und  der 
Paria,  ^raee.  288*  a.  XVJ.  PhiWogun  53  (I?94>  449-4G4.  —  Vgl.  E,  H.  F.  M"V«r, 
Gaacbicbt«  iti  Botanik  8  (]l^^6)  S.5«  -365,  und  ü.  Haesor.  a.  a.  0.  S.  4Tfl  f.  -  Uobor 
Ca  Scbrift  Jaa  Psellos  Ober  die  Nabrtingsmitlel  vgl.  E.  II.  F.  Ueyer.  Geecbicbte  dor 
BaUMfk  8  <IS&6)S50r.;  S60. 

tt.  Kikntn*  veraoataltete  gogen  das  Knda  den  11.  Jahrhunderts  eine  obinirgiache 
KaM|nUt»oo  aus  Schriften  de«  Hippokiatae,  -Soronoa.  Oalnnoi.  Oribnäoa  u.  a.  Ein  Teil  der 
"  Juaf  "A  Bach  fin«T  )'*lor«niini>r  Us  griechisRÜ  und  IntciniiiRh  gedruukl:  Oraecorum 
libri,  Sorani  unuH  du  fraoturatuui  siunia.  Üribnnii  duu  de  fractis  «t  luxatia,  e 
I  Nioeta»  ab  autiiiuiiisiniu  ot  optiniu  codioe  Florenline  descripti.  coaversi  et  editi 
ab  Ant.  Coeebio,  Floreni  ITM. 

11.   Im  II.  oder  12,  Jahrhundert  entstand  ein  alphabetiach  geordnetes  Anuaibuch, 

haoJscbriftltch  dem  Pioekerides  und  .Sliiphnnos  von  Athen  zugeteilt  ist,   in  Wahrheit 

f  Wahl  alocm  f^ewinM^n  ^tephnno»  Magnetes  (Stiqi'trot  &  Mnyrjiitjf)  gehSrt.   Ea  ist 

'  lalainiseb  ediert;  Alphahntiim  nmpiricum  aivn  Dioacoridis  et  Stephan!  Athenieneis  philu- 

ei  madicoTUm  d<i  renindüi  «xpcrlja  liber  juxta  alphabati  ordinem  digeatiis.    Nunc 

I  Caaparo  Vtiolphio  Tigiirian  mcdicn  in  Inlinnm  lingunm  ronvemua  et  in  liioem 

'nenn  1681.  -  Vgl.  E.  H.  F.  Meyer.  UescI.ichtfi  der  Huliinik  S  (l»''fi)  865-379, 
13.  Demotrii  Pepagomoni  Über  de  poduin'a  Kjiirce  et  taliae  im  10.  Bande  der 
Uucabe  dsa  Hippokrat«*  von  R-  Churtivr.  Paris  1670.  -  ürtivce  et  lutiue  ed.  >St,  Der* 
narJ.  iMgi.  Batar.  1743.  —  (J.  ü.  Kahn.  Oper»  mudiourum  graecorutn,  Additamentum 
|TL  Ithmg  ISSO.  —  lieber  die  ervte  Ausgabe  dieses  Budiea  vgl.  E.  Leicrand.  l}ibIiogr. 
TWL  1  rl^)  &  CSIX  f.  und  2  (18e&)  897  f.  —  Ueber  eine  Schrift  des  Johannas  Chumnoa 
I  tttr  P>4affra  vgl.  S.  482  Aain.  8. 

IL  NikolaoB  If  jrepBOst  Zuerst  wurde  ein«  von  Nicelaua  Rhoginos  im  14.  Jshr- 
i  hnJati  verfaBst«  latamiauia  tTeberaetniDg  snaammen^arbeitet  mit  dem  AnlJdntArium 
I  ArIm  Nicolaa«  Praepoaitne  van  Salemo  nnd  ediert  von  J.  Agrieola  Ammoniua. 
Inf  ridaitl  IMI,  ~  Kino  getrone  lateinisch«  U»bcr9i>txung  nnuh  dem  griechischen  Original 
w  nat  Laonh.  Fach«,  Bawil  l.'i49.  —  Die  nebnr^nUung  von  Fuchs  ist  wiedeHiull  von 
B.  Staphaaos,  Uadiran  arti*  priueipne,  s.  I.  1567:  dann  FrankTurt  162»:  NUmberg  1058.  -- 
~     Mcb  uMdiartc  griccbisob^^i^tohl  i.  U.  in  den  Codd.  Paria.  2149,  2237.  2238, 


618 


BfzanLüuBohe  Litterfttorgeaclücht«,    L  FroHÜch»  Utterfttar. 


>  simM 


234.1.  Bndl.  l(nroc&  171.  Athoii.  U7S  v.  s.  w.  —  Tgl.  E.  U.  P.  Uayer.  G«aS3| 
d*r  UolÄiiik  S  (1856)  3S2-386.  T| 

I.S.  Joliitnnan  Aktunrioii;  Dia  SobrUt  ütfi  irt^ytiür  mm  n«r9wi-  lof  '^'T"'* 
nftvfiaro!  onchioii  zvetut  in  I'oris  15>i~.  —  Kd.  J.  F.  t'itcbor,  LeipsiK  1774.  —  iüm 
Sobnft  Howi«  iljm  Blich  ritpi  otpwv  und  die  «mUiii  iwoi  Bfldier  d«r  MiSoioi  (unUr  dra 
Titel  Htpi  iftayriJaidu)  ud.  L.  Idpler.  PhjäiDi  «t  iii«<]toi  graoei  nborM  t  (1S*1)312— 3i*L 

2  (1S4'2J  a— luS;  353— 4(>3.  —  Zahli^icb«  Uleiniedie  Uv<berMl»uigeo  uikI  KtUiUeraip- 
Bchrifteu  8.  bei  S.  F,  W.  Horfmann,  DibliograpbiscbM  Uxicoii  2.  Aufl.  2  (1889)  IMi, 
imd  H.  Raesor,  a.  a.  0.  S.  483. 

J6'.  Kin«n  «noiiyin«ii  medilinisohiin  Trnktnt  ncbat  einer  Kotlittioii  sam  KanoB  du 
MuximciB  Plnnudoa  Dliar  d»D  Urin  (a.  n.)  cd.  Kobort  Fuchs.  Ancodota  iniidlRB  Ura««,  BUb- 
Miui.49(lSS4).S32— 5.^6;I^0(1895).>76-5»9.  — EiD«6ge»iasonMagiatriaiioft(jrB}^*tewitf(| 
Dupr^lrcoapt  gogon  dm  Ausenti  stellt  im  Cvd.  Viadub.  mod.  gr.  45  fol.  74*.  —  Bnir 
iiittHitt  Vondiriflcn  für  dio  oinüelnt'ii  Munut«  aiiid  in  Tieloo  Uaa  Ubcrlmfcrl.  Klnca  (MtHa 
1'axt  (lltgi  füy  iaidna  ^tji'oic  loO  iriiivioip  inoiaif  At  jfpija9«i  ipo^niV  Jct  Jnr«iy  wwi 
Kni  nnö  nni'uii'  än^xti^ai)  ed.  Fr.  Boieatmade,  An.  gr.  S  (1S3I)  40S^~421.  ^ 

2.  Uilfainittel:  _ 

A.  Allgeintiine  Werke:  J.  Fraind,  HJatoire  do  la  mädeoin*  d^ui*  OaUca 
qn'nu  comancemuut  du  seisittno  aiicls.  Premiere  parUe  contftnant  laa  natoun  gi 
f.cidon  I7'J7.  —  Kurt  Sprenjicl.  Versucb  einer  prAfmatiackan  Geeckielit«  it*  Aiitd' 
kundü  3  (llnllo  1793)  170— '24»(.  Von  dieeetn  Werke,  in  dem  vomelunlicb  die  litteraneU 
Seite  berücksichtigt  ist.  erschien  ^ne  xweito  Anflaga,  Hall*  1801;  Mn«  drttt«,  Hall«  IStI 
bia  26;  «ndlich  eine  nicht  zum  Abachluas  gobraohte  riarto,  mit  Uoriditiciiiif;eii  aad  Xt- 
»tlieii  voraoben  vun  J.  Reiteabaum.  1,  Bd:  Goscliicbte  der  Mediiin  im  Altevtan.  1>  Abt, 
Leipzig  lK4e,  --  Just,  Fr.  C.  Hecker,  Geschichte  der  Upilkiinde.  2  llde.  Borlin  ISJfi-l8I>. 

Rmil  laciisee,  Dio  Qosahioht«  der  Müdixin  und  iUier  Uüfawiamitwclikftaa,  S  Ikiltt 
IWliii  1840-1844.  -  C.  A.  Wuiidorlich.  GeHvliichte  der  MedidB,  Stuttgart  18&8  (■■- 
mat-iechc  Darslelluug).  —  Ch.  Darotnberg,  Bistoirc  Am  eciMcea  m^iealeo,  Paria  1870.  — 
Dunglison.  Histury  uf  inedicine  from  tlie  earlieel  agaa  to  tli«  oomnaanoeDaaBl  o(  tk« 
19.  Century  arranged  and  editcd  hv  Richard  D,,  Philadelnhia  1172  (mir  oniMgiHlid).  - 
Die  innere  (ioachichte  der  !ttcdizin  berücksichtigt  Tomebmlich  das  aU9gczeicbne(e  Werk  na 
Ileiuricb  llnoaer,  Le<hrbuch  dor  Geschichte  der  Modidn  und  der  epidemi^cIteD  Kraat- 
beiton.  Dritte  Denrbeitung.  3  BUDile,  Jena  1(476— IS^t.  —  Spexioll  den  bjxnntiuiiwlMa  KfÜ- 
raimi  boLriin  dos  Buch  von  A.  Corlieu.  lies  müdeoina  greoa  depuis  la  mOTt  de  ßatiw 
jiisiju'k  U  oliule  de  l'Einpire  d'Orient  (210—1403),  Pnris  1885.  —  I'naohoiann.  Ge- 
sell teilte  duH  mudixiniücheu  Uoterricbts  von  den  ttlteeton  Zeiten  bia  xtu  Gegenwitt. 
Leipzig  1889,  Knglitiche  Ueberaetiung  (A  hislory  of  modical  edue«tioii  n.  a.  wO  "'">  ^ 
M.  Hare.  London  1891, 

Eine  AufiJlbliinR  aller  and  byzantinischer  Aende  gab  Fabrieine,  BiW  «t.  IX  17 
bis  456,  Nnchtrlign  dnzii  von  C.  G.  KOhn,  Additamenta  ad  eloncbum  mediooruni  ttU- 
rma  etc..  30  Speciminu.  I.cipitig  ist26  — 1^37.  —  .^uasordem  dinonn  xur  OrieBtteniSg  täta 
die  Bibltü)j;niplun  und  Biofrapiiie  der  Mediziner  vornehmlich  ivoi  Werke:  Ludwig  Chea- 
lant,  Handbuch  der  Bllchorkiiodc-  lllr  die  Bltero  Mediiin,  2.  Aufl.,  Lcipug  KMI  (S.  I31-IH 
Ubor  die  byEuntiniscIit'n  Mediziner).  —  August  Hirsch,  UiogrBphiachoa  I^xikoa  d*r 
bon'orrngendeu  Aerzlo  hIIlt  Zeiten  nnd  Volker,  C  Bde.  Wien  und  Leipiig  18^-18$^ 

B.  Speitialsclirirtcn;  Edward  W.  Jenka.  Die  OrnUkologte  des  AtUdaflM. 
Dentscli  bearbeitet  von  L.  Kleinnrncbtor.  Dontscbos  Archiv  mr  Geackiolit»  i«t  Üediela 
«nd  medidnische  Geographie  6  (1883)  41-55;  251-268.  —  Di«  Schriften  aher  Amei- 
künde  beepricht  einRehond  K,  H.  F.  Meyer,    Geechicbte  der  Botanik  2  (18&5)  S70— ttl; 

3  (1656)  338 -3&0. 

C.  Zar  Uoberliefernng:  Ch.  Daromberg,  Noticos  et  extralt«  d«  umhmwIm 
mädicaux  groca  et  latjna  dea  principnlos  bihliothiquea  d'Ansleterre,  Archive«  daa  DMtiMM 
Boientifi<|uc!.  2  (1851)  IIS-168:  409-434;  470  f.;  484  -Ö4>i;  8  (1852-1804)  l—76w  Mm 
Abhandlungen,  die  mich  innncbe  Inedita  enthalten,  sind,  mit  veraoliiedonea  Zoaltta«  tti 
VerboBaerunKcu  und  twei  [ndicee  ausgestattet,  auch  als  eelbetSiidiges  Buch  eracMcm 
Ch.  Darein^erg,  Noticea  et  extraila  dea  manusorita  m^dicanx  Kreca,  latina  et  fnm^ 
des  principule«  bibliotliAqiies  d'Enropa,  l'*  partio.  Manuacrits  Kree«  d'Angloterre.  Pirii 
1853.  Die  nngekllndigle  Fortsetzung  dea  Berichtes  ist  meines  Wiascni  nicht  erachät— . 
—  Nach  Unremborg  hiit  für  die  Kenntnis  nnediortor  medixtiiiacher  Schriften  und  (Br  di» 
Anfliullung  der  h  nc  de  eh  rin  liehen  l'eb  erlief erung  edierter  Werke  d>a  meiale  der  grieilwirfci 
Ant  G.  A.  Kuslomiris  geihnn.  Für  nlles  liier  nicht  «ufgefBhit«  Detail  DBon  mtt  miU 
Kehaltreichen  Abhnndtungen  verwiesen  werden;  G.  A.  Coatomiria.  Klüdw  tmr  ]*»  4cnb 
mddtlB  dos  «noiens  ra.5dccinH  urocs.  Rcv.  doe  *t.  gr.  2  (1889)  84»-  888;  8  (18»)  148- 1»! 
i  (18BI)  87—110;  5  (1ÜI92)  61-72. 


7.  FftohwiMeuBchaften.    Sedixin.    (g  239) 


619 


3.  Mndiziniiichn  Lohrgciilicht«  waren  seit  Alter  Zeit  beliebt,  AUeTlei  phyeio- 
l«gi(cli«  und  modixiiiiiicho  <iodicbln  antikoT  Vorfa«eer.  auch  Btiorijrmo  lalnka  «<i.  Busse- 
■  aker  iu  der  Snminliiiig  dar  .l'notaa  bucolici  «t  didadici',  t'tin«,  Dittof'  1^03  S,  71  tf.  — 
ttcker  Mt>  mcdiziiiiMliM  Poum  dca  I'hdIIo«  vgl.  S.  4-'i6.  -  NnchmnlH  wurilen  modiiiniitclie 
wi«  aadtfrc  Ickrliafte  Stotle  in  die  Form  von  KirolionliodDrci  gcbmcht.  Kin  kirchlicher 
EuM  Bbor  <l«(i  ITnn  int  unter  d«n  Niimcn  dos  Nikcplioro»  momraydoH,  Maxiinoit 
Plaaitd«^  u.  a..  ein  Khhuh  Über  d«n  Atlcrluss  unter  dem  NauiMi  dos  tllominydea  Qbnr- 
tMtd.  Ein  di&l<>tiacheB  Lohrgedicbt  unter  dvm  Titel:  'Jaxiiiniaitaii'  vj-itirti  uofavyiX/ima, 
it»  Ltbrgeüohl  dMPeelloa,  einige  DaturwiadenaalLaftlich«  <Jedicbte  d«)  Manuel  Pliiles, 
Tara«  8b«r  di«  in  iedein  der  iwOlf  Uuoate  lu  beaclitende  Dilt.  deu  Kanon  d«s  Maxi- 
moa  Planud«8  w*t  den  L'rin  ii.  a.  ed.  L.  Idelar,  Pbrsioi  et  inedici  grnec;i  niinorM, 
3  llde.  Berlin  1H41  1842.  --  Vgl.  Haoser,  a.  a.  0.  S.  485.  -  Ein  von  dem  Ürafeii 
Geerg  Snn(;iiinBtius  dem  Papste  Ntcolan«  V  gowidmetes,  in  politiachen  Versen  ab* 
lahantv*  (lodicht  Qbor  die  Körperteil»  des  McDscli<>n  {'Oyofmaioi  lür  fitiair  roi'  vrApotnov) 
»i.  Cb.  DArcmberg.  Arcbivu.n  den  missions  sciontiliiiuoa  3  (1&i2-'1854|  1—16;  wieder- 
IhM  in  dorn  ohea  iiliert«'n  Bucbu:  Neticoe  et  extrnits  dos  mss  medicaux  S.  I'Ü^ISS.  — 
SnaatuiiiMrbe  Lehritediobto  medixiniBoben  Inhalts  ed.  J.  Godeen,  llitf^oXoycor  'jraToJu^t 
TMi  Jabro   18''J.  Kpel  1878  &  891-401  (mir  unxugängllch), 

4.  Valg2r^riec)iiBcha  Bearbeitungen  undAuxxQgo  dormediciniiicliun  Werke 
■ntdeD  mit  dem  Kiuken  der  nntionaleii  Bilduiig  und  mit  der  ErweileiunK  der  Kluft  zwiaclien 
Sduifl  und  Volkaeprache  unentbelirliob.  Der  Hanplweit  dieser  PiLraplirasen  in  eiue  ein- 
hite»,  d«in  VotkMdiom  mehr  oder  weniger  nalie  stehende  Sprache  (»steht  in  dem  apr&ch- 
llltiilitlliliiiii  bosonderii  lexikalischen  Hnterlnl.  das  sie  enthalten,  und  das  eine  oder 
MJP»  KxempUr  veTdienl«  nun  dlnonm  Grunde  wohl  TorfUTentlicbt  zu  werden.  Wer  einen 
Biuiff  «on  der  MtNige  und  iii->clin(f«nhcit  dieser  Uticher  hckoiiiinea  will,  brniiclit  nur  die 
■MilRtivcli«  Abteilung  der  griechischnu  llss  in  der  Pariser  oder  Wiener  Bibliothek  durch' 
■lllinl 1 1 II  Ein  hoSüIh«  'l<ripiio6<fiar  xomr  steht  E.  B.  iin  Cad-  Viudob.  med.  gr.  43 
(HmmI)  fol.  1  — S3.  Einen  Tollugrteohisclien  Austug  uua  Molelius  bewahrt  der  Cod.  Vindob. 
■aj.  JET.  &3  (Neaaal)  foL  189—189,  ein  Inti/onätftt-  {[)  aus  Hippokrat««,  Oalen  u.  a.  der 
Ced.  Panarm.  Xlll._  C.  S.  ein  gau  vulgärus  Ärtneibuuli  der  Ced.  Bonon.  Univ,  3684 
(Im.  Ilfnv  fjT«  i<>  «^'li  artiXirnt  fiina)  \\.  a.  w. 

h.  EfansarinoibOcher,  RexeptenBsiumlangon,  Sjrtnpathiemittol.BeechwD- 
renfierormeln,  Amnletle  u.  s.  w.  Von  den  votksniHssigi?n  Bearbeitungen  und  Annügsn 
4v  Alten  mediciBiscben  Werke  ist  nur  ein  kltiiner  i^chrilt  KU  den  völlig  freien,  mit  nllnrlni 
frindMI,  beeonden  BberglAiibisrhen  tlestond teilen  unterminohtcn  Kompllntionen,  die  nl" 
BMiaaRBeibll«h^r  und  nU  llilfnmittel  unwissender  KiirpfuncJicr  dienten.  Dem  Liltornr- 
kiitorikor  bereitco  dioitn  Mncbwerko  viel  Acr^ernis.  weil  mim  aio  hHulig  lur  Kmufeblung 
kcfftbnitsti  h'nmen  untcrgeechoboii  hat.  So  findet  man  im  Cod.  Vindob,  med.  gr.  45 
(Heawl)  Fe).  äS^74  eine  elende  KeiepleuBammlung  unter  dem  Namen  dea  Blemmydea 
(lae.  Ofit  nör«r  tfitix^annv,  Kanilriauti  ti-igirc  <'(ii»i.').  Im  Cod.  Pauerm,  Xlli.  C.  3 
m.  190  IT  ist  eine  Schrift  Ober  .Arzneimittel,  in  den  Cudd,  Bodl.  Land,  t'9  und  Paris. 
tXtt  sin  Traktat  Ober  Abfahruiiltel  deon  Johannes  von  Damaskos  Engeteilt,  Kine 
M  Rolle  spielt  in  dieser  upokryidieii  l.ittomtur  natürlich  mich  der  Nnme  des  Psollos, 
alle  anS^Iichea  latrika.  RezeptenoHninilungcn  n.  e,  w,  xugnschrtebcn  werden  (eine 
BKwytenw mm tung  c  B.  tm  Cod.  t'anerm.  IV.  El.  8  und  im  Cod.  Uonon.  aniv.  Sli'iS). 
—  niber«  AnfiMklaM«  aber  die  dem  Blemm}-dcs  EUgeteittcn  mcdizinladicn  fjRhrifton 
(«.  B*i«li  otwo  Anm.  3)  gibt  A.  Heieenborg  in  seiner  Ausgube  des  BlemmydcH,  Leiptig  lÜä& 
S   LXXXV-LXXXIX. 

Mit  den  HausameibOcbem  verbindet  Mich  die  mannigfaltige  KIcinlitterntur  den  medl- 
niaelien  Abenjilaubeae.  dveeen  Wurxeln  vielfutli  in  die  urientuluiLib-KriediLHchc  Mvxtik  des 
ylli'fiH  Allertmns  inrtl^k reichen.  Die  kubbuliBtischo  und  soniitige  ücciiltiiiti8c1ie  t.itteratur 
«ef  bnantiniiichen /,i>it  i^t  noch  wem«  erfurdcbt.  Pflr  da«  Studium  ihrer  Anlange  empfehlen 
■ek  4ae  (rcfflirbe  Bach  von  A.  Dieterich,  Abnixas.  Leipzig  1801,  und  der  gehaltreiobe 
Aitikd  Akerglanbn  von  Riesa  in  Paulys  RealenzyklopSdie,  neu  horauageg.  von  Wissowa 
1  (IM*)  «9-M. 

MiM  Hnalersammlung  iiahoimwissDn soll afl lieber  f^cbrifton  au»  don  Cobieten  der 
Wtiiliiiii.  Ailrologie  u.  ■.  w.  enthnlten  t.  lt.  die  Codd,  I'iiriiL  gr.  2^16  a.  Ih.  Bonon. 
Vniv.  3S32  u.  a.  Kabbalistische  und  unJero  lloschwürunpsforiiiolu  x.  B.  im  Ced.  Vindob. 
IkeoL  gr.  S44  (Nessel)  ful.  '210.  —  Medizinische  Bosch  wflruu^  form  ein  und  Gebete  gegen 
taetiiBOite  Krankheiten  wurdvn  mit  Vurliube  berübuileu  KirubuiivStem  RUgeachriuben-  Man 
ladet  t.  0.  Exorxisnien  fielen  Knuiklieilrn.  i;egcu  den  bCsen  Blick,  ^egen  unrune  Oeister 
mU  i>R«o  BeMweDheit  im  Cod.  Itudl.  Barocc,  S  s.  Iß  fol,  1^^-  '2Vi  unter  deu  Namen 
dv  flu.  Kjrprianoa,  ßasilies.  Epiphaniea.  Qre^or  ThaumalurKOH,  Christo- 
pkeree,  Gregor  ves  NaiiaDS,  JoliaDneaCbifaesteraea.  —  KineSohlüngenbeachwO' 


620  ByEiLDtmiscliii  Litt«r»tiirgMchfcht».    I.  FrouiBch*  Litt«rftltLr. 

L-rong  und  «itio  K«dientnM  uir  IIiitilimnmnR  Ae.r  TcxlrMtmidu  z,.  B.  im  Cod.  Vindoti  thiol 

ftOi  fnl.  76  f.     ItceohwOnin^on  von  [nHoktPD.  KraiikluMli-n  u.  b.  w.  im  Cod.  Vindob,  pbiL 

gr.   17^  (N«W«I)  fot.  29*— 81*.   —    AUptlci   ubtriilUubiBolio  medixiutecli«  R«gelB  ia  vulglr 

Sriuvliiachor  Siirache  ti.  C.  BarNinn.  l'Vufiiiiciitum  tnuiiicutn  GtHf'CnRi,  lnd«x  BcMana 
er  UDiveivitBt  Jmia  für  den  Winter  li>7!l-1874.  Zur  Kritik  d«a  Tm^m  rgl.  A.  Ebet- 
rhftrd.  Bureiwu  Jkhrcibor.  Clb»r  ilic  Pori«chnttu  der  cJam.  A ttortmatWM— Mcbnf (  Bd  2 
^(1873)  mit. 

Amulvlto:  AnhAnKael  xum  Scliutu  g^son  KnnklioitMi,  bSM«  BiMik  u.  *.  w.  (7»l«i- 
i  i^M«)  trarnn  seit  alter  Zort  beli«bt.     Im  dirisllichen  /oitallor  lng«iii  dicM  IeImmh  Dank- 

I  Beachlibcra  vor  Krunkbeiteo  nod  BoJiMang  und  vonohiodeaor  Tiera  «ri«  LOwob.  SdüufM. 
I  SkorpiuiioD.  A.  Sorlio-PoriKn;.  Phylaol««  AUxandrin  fudU«  loB  Apiataxis.  Hanf  d« 
I  «L  gr.  4  118'.'!}  2H7  2t>ß.  -  U.  SoblnmberKar,  Amiik-tu«  b^utfaiM  anoieiuiaa  daattste 
I  k  combatlr«  l«s  mnlnflncB  nt  los  innlitilius.  K«vue  dw  dL  gr.  6  (1892)  78—98,  ufid :  <^alfuM 
[  monoiiKinl«  byinntinii  in<^Ilil.■^  «luuk-lteB,  märMiu  etc..  B.  Z.  2  (1893)  187^191.  Bcödt 
[  Arbwtrn  nind  joixt  wbderholl  in  äcl>luiiib«4f  «ri  M4Iuikm  d'nrcb^olORi»  bj'santiii«.  PrMniM 
f  •«tri«.  Pani  l>^9!j  a.  117-UO;  163-170.  —  Vgl.  H.  Sakolov,  Apokrypbos  Ualeral  nr 

KrkUruag  d«  AniuloUp,  wolcho  KfitMonntcliM  (EocolabUlniclinn)  goiuumt  werden,  Joon. 

Mm.  li*H-J  bd  3ti3  Juni  S.  339-368.    Daxu  hIb  Kr^Uwinig  V.  V««ilj(.v»kij,   L'ttm  dit 

Uillo,  Ebenda  &  8ü9    9TI. 

6.  Handle*  InterMim  bJaUt  da«  Rhidium  de«  VorliflJtniiBM,  walebea  daaCliriitea- 
liim  tur  HpilwiMenaehaft  einnahm,  llOobHl  berObint  tiind  di«  xwei  «hrinüicbna  Atnto 
KoamHs  lind  Damianoa,  dio  wckdii  ihrer  L'iK>ig;GnnBtEijckeit  d««i  buiaotnon  di*  ,(i*ld 
Ionen*  toi  nVrfpjTpoi)  orlii«Ilcn.  L'elur  di^oe  und  ander«  «bm(U«b«a  Aenle.  ober  d(a 
(iubruuab  dar  Araii-'iinitU'l  und  der  Nkbrunn  tu  altolirtsllicbor  Zsät  llMtd«lL  trefllieh  i. 
Uantack,  HucliiiuiaclicH  huh  dar  lillv«t«u  Kir^h«iiit(MoliichI(k,  Mpnc  1892  (-=  T«it«  oad 
Uol^muehiuiguo  burau»u(<g(>bi.-u  vuii  O.  v.  Gebhardt  und  Ad.  Haräad:  IM  8  llrft  Ai 

7.  Eine  erliebbclio  Itutle  eiiidt«  in  der  niitt«la)lcrlich<in  UioloKia  die  allegoritok« 
DentDDg.  So  mirdan  suwobi  bei  der  KntwirkirlunR  di»  Kmbr)o  nl«  boi  d«rVerwoeiiii||  gfi«« 
l'age  (der  dritte^  aeant«  und  viorxignto  l  fllr  bnnondom  brduulond  gobalUm  und  daraua  aoeb  t» 
(rnwolinlicit  erkitrt,  nn  dieunn  Tngon  di«  Telonfeiar  ubtubnllcn.  Iliorauf  U-mVbi  xicb  dir 
auf  Johannes  I.vdoa  Do  monHJbuB  iV  21  xurOckgahendo.  in  xhIiIIoiwii  llnn  und  niiibivnD 
Rezensionen,  hAuhg  nntor  dem  natOrticJi  vordorbenen  Nainun  de«  Pluloaophou  SpUaiaa 
DbcrliofiMle  Traktat  Ober  die  TotenreioTtage,  di>r  llf(ii  ytrfytax  muäfüitot  aai  tHr 
((iiro  Kai  trrnra  >«(  rtoaitQaKtMta  oder  iliulich  betitelt  ist.  Einm  aolobcD  Text  ei.  ooi 
Cod.  Vutic  lä  K.  Ruhdo.  AcU  iiocietalia  iihilnl.  I.in».  I  (1872)  2a  —  Punn  ed.  tnn 
Text  auH  Cod.  Paris.  bui>|iI'  gr-  C07  A  M.  Treu,  Kioerpta  anoDTini  Bjuntiai.  Praii.. 
OklBD  ISSO  8.  41.  -  Endlich  od.  drei  Boorbcitungen  doa  Trakuiaa  auf  Grund  uUieidUr 
Hm  K.  Kriimbarher,  Studien  lu  dnn  Legenden  doa  hl.  Theodoaioa,  SttiURgaber.  btjer. 
Ak.  1892  S.  341 -!l''i.'>.  -  Vgl.  din  Hr'merkuagnn  von  E.  Kohde,  SnJüin^c.  Ada  «ae. 
pbilol.  Lipa.  h  (1675)  303  IT.,  und  K.  Kurator.  Juhna  Jahrb.  113  (187«)  215  ff.  -  Zar 
Ueburli«rerung:   U.  Vitelli,   Do  Kencrution«  hoiniDie,  8(udi  itaJ.  dt  G^eIegiB  claMca  Ü 

U893]  isa 

8.  Benennungen  dcsArttea;  Schon  Palladios.  der  wahr«cbuinlicli  d«m 5.  Jahf 
hiuidort  an);ohOrt  (vgl.  H.  HaoHor,  Lehrbuch.  ä*i  Oeachicht«  der  Medizin  I'  I&6),  trigt 
den   offenbar   volhamlaaigen  Hlel  /«rpoeD^iiiTi/t,   der  uiaprilnglicli   wolil    d«n  Mrtfl 
dor  Hediiin,  anfiler  aber  einen  gelehrten  Ant  Dborbaupt  bnuicbn*t«  und  airb  bta  ia  dfl 
neuere  Zeit  erhalten  bat.     Eine  andern  flozoichnung  iat  aaroi-ii^ioc,    e«n  Wort,  Am  M 
der  b^antiniechvn  Zeit  den  kaiiorlichon  Ilofaril  boxeiohnct.    Weniger  acbwetohalkal^ 
viullejoht  umprnnglich  apSttieoh  gemeint,  ist  der  Bdaamc  ^upt^ac  d.   b,   ^benkeck 
Uan  darf  also  dieae  Boioiduinngen  nicht,  wie  ea  oft  geeohehon  iat,  ale  KamilieanaB«a 
aufTaascn ! 

9.  Physiognomik:  An  diesem  der  Mediiin  verwandleu  Gebiet«,  daa  w  den  enla 
Jahrhunderten  der  Kaiseneil  reichlich  bearbeitet  irurdr,  linl  die  byianUniadi«  littcntw 
nur  geringen  Anteil.  Bj'sanb'niscben  Crspranga  iat  vidlleirht  dnr  Traktat,  dvr  ia  oinia 
Cod.  Kiccnrdiflnas  dnn  Johannes  Manropua  xugotoill  und  nntar  dieaani  Naara  *e 
A,  Muatoxydes,  2i'Uo/<;  fUi^r.  n'rcxcf.  rmiiiitiiiv  ^,  Venedig  1818,  adiert  irordMi 
Jet*l  fludot  man  dinnon  Trukliit  mit  d<tu  uttvu  physiognonuachea  Sckriflea  in  dar  ' 
liehen  Ansgnbo  von  R.  KOrstur.  Soriptoreo  pbyaiomomid  Qtneet  et  Ldtini  (S  voll,  ._ 
Bibl.  Teubner.  1^!)3)  vol.  2  S.  22^—232.  Ebenda  8.  383— 8S!  eine  reiehballige  Sauab 
von  Stallen  pbvHJoiinumiBi^iien  Inhalts  aus  der  griech^chen  wi  laleiniaclien  Litlcratar.  — 
Vgl.  H.  Uaener,  De  Bt^pbano  Alexandrino.  Bonn  1880  S,  15  f. 

iiW.  Mathematik  aod  Afitronomie  (nebst  Aatrologie  und  HimtilcV 

In  den  Filctit-rn  Her  AriOmietik,  Geometrie,  Geodäsie  und  Astronoiniv  mii4 


d 


7.  FuibiriBa«iisflli«ft«ti.    HaUcmätSt  jujäjS^nom».    (g  880)  ßgl 

die  Byzantiner  ©twa  ei«  halbes  Jahrtausend  lang  fast  völlig  unfruchtbar 
gewoeoQ.  Erst  in  dor  I'nhWogcnzc-it  hogann  t«ils  durch  don  belohrciidon 
Einflass  persischer  und  arabischer  Wissenschaft-,  teils  im  Ztisainnienhango 
mit  dem  allgemeinen  Aufschwung  dur  WisDonuchofttin  und  des  Studiums 
der  Alten  auch  auf  diesem  tJebieto  sich  neues  Leben  stu  rege».  Nach  de« 
grossen  Arbeiten  der  Alexandriner  Pappos  (unter  Diokletian),  Diophantos 
(rahrachetnlich  um  die  Mitte  des  4.  Jahrhunderts)  und  Theon  (um  380) 
war  oa  zunScIuit  die  ueuplatouischc  Schule  zu  Athen,  wo  dos  Studium  der 
nuthematischen  Wissenschaft  wuitor  gepflegt  wurde.  Der  Schulvonitand 
Proklos  (410— -48r>)  verfasste  ausser  zahlreichen  plülosophisohon  Schriften 
auch  Kommentare  zu  Euklid;  Marines  (Ende  des  T,.  Jahrh.)  schrieb  eine 
_  VofTcdo  zu  don  Eulclidischeu  Daten;  Simplikios  (Anfang  des  6.  Jahrh.) 
^■riüftrte  neben  Aristoteles  auch  dun  Euklid;  endlich  vcrfo^ste  der  Thilo- 
^Dpb  und  Grammatiker  Jobannes  Philoponos  einen  Kommentar  zur 
AHthmetik  des  Nikomachos  aus  Gerasa.  eine  Schrift  über  daa  Aätrolabun  u.  a. 
Das  fi.  Jahrhundert  hat  auch  mvei  Männer  hen-orge bracht,  welche  die 
mathcmatischcu  Studien  praktisch  verwerteten,  die  berilliniten  Baumeister 
der  Sophienkirche  Isidoros  aus  Milct  und  Anthemios  von  Trailer; 
von  dem  letzteren  haben  wir  Bruchstücke  einer  Schrift  über  die  Hor- 
stelluiig  von  Brennspiogeln.  Ein  Schüler  des  Isidoros  war  Eutokios 
{EviÖMo^)  von  Askalou,  der  Kommentare  zu  verschiedenen  Schriften  dea 
Archimodea  und  zu  don  Kegelschnitte»  dee  Apotlonios  verfasste,  in  denen 
er  sich  als  floissigen  Summier  von  weit  ausgedehnter  Belesenheit  zeigt. 
Etwa  in  diese  Zeit  gehört  wohl  auch  Domninos  von  Larissa,  von  dem 
wir  ein  Handbuch  der  Arithmetik  besitzen.  Der  lebendige  Zusonitnenhang 
der  alten  Hchuliradition  schliosst  mit  Stephanos  von  Alexandria,  der 
nnter  Kaiser  Heraklios  als  Lehrer  und  Schriftsteller  thätig  war.  Er  wird 
in  don  Handschriften  gewöhnlich  als  Philosoph  und  öffentlicher  Professor 
bezuichnet  {yiiöao^oi,  auch  /tt'yag  ^ii.naoqof  und  olxovfitrixöi  oder  ita&oXixt-g 
iiiaatiaXoi;)  und  war  also  wie  Chooroboskos,  der  gleichfalls  (iixovfintitiit 
iiSäatuiiog  livisst,  Professor  an  der  von  Thcodosios  11  im  .lalire  42rj  i« 
Kooataiitiuopel  begründeten  Universität  Er  las  über  Piaton  und  Aristjiteles 
tmd  über  die  Fächer  der  Oeometrie,  Arithmetik,  A.ttronomie  und  Musik. 
Wir  beeitzen  von  .Stophanos  eine«  Kommentar  zu  Ariütuteles  ßtpi  if/^i^niag 
tt&d  eine  astronomiacho  Schrift:  Jiaoäfi^iTig  ^^  mxtiiav  inoJtiYfiäiiav  «ijs 
M»  np«2(/(pwr  xRroi-fa»>  fqödov  ro7  @«'wi'o;.  SpUt«r  haben  sich  allerlei 
A|iokfypba  an  den  berühmten  Namen  des  Stephanos  geheftet,  wie  cino 
Schrift  über  Alchemie   und   ein   Weissagungsbuch   [UnoTdurnaiixt]   rtf/ay- 

Ipttttiu),  das  Prophezeiungen  über  Mohanied  und  die  Zukunft  des  Islams 
«itUlt  und  wahrscheinlich  um  das  Jahr  775  abgefasst  worden  ist. 
Vom  7.  bis  zum  13.  Jahrhundert  ist  aus  der  Geschichte  der  mathe- 
fflttiaclieD  Disziplinen  bei  den  Byzantinern  wenig  Erfreuliches  zu  berichten. 
A»  dem  7.  und  8.  Jahrhundert  stammt  ein  interessanter  Papyrus,  das 
Beehenbach  von  Achmim,  da»  fUr  die  Kenntnis  der  arithmetischen 
Praxis  der  OHechon  von  Wichtigkeit  ist.  Den  ersten  AuKtoss  zur  Neu- 
beltbong  der  mathematischen  Studie«  gab  Leon  mit  dem  Beinamen  o  yiiö- 
«»•(  oder  «  ita&t^iiaiixöf,  der  anter  Kaiser  Theophilos  (829-- 042)  in  der 


Br<aatiniMb«  LitterahirgMcbicht«.    t.  PrwftbKb«  LttUntar. 


Kirclie  der  viomg  Mftrtyrer  {tflentliche  Vortrag«  bieU.  Bpätu*  HelM^^| 
von  Thtwöaloniko.  eiidlicli  Vorstand  der  unter  Kaiser  Michael  III  diBt^ 
den  Caesar  Boi'das  crriclilotoii  Univeri^iUlt  wurde  und  an  derselben  Philo- 
sophie lehrte.  Er  lebte  noch  unter  Kaiser  Basilio»  I  (867—886).  Ei« 
Vorlegung  des  Leon  aber  Euklid  scheint  Arethas  (s.  S.  524)  geltQrt  n 
haben,  wie  sich  au8  einer  Bemerkung  in  dem  i.  J.  888  fUr  Aretboji  ge- 
schriebenen (^odex  Bodleianiis  des  Euklid  achliessen  l&sst. 

Zu  einer  wirklich  fhichtboren  NcubogrOndung  der  Diatbematiscbcii 
Studien  ist  es  jcdocli  damals  nicht  gekommen,  und  auch  bei  Leon  selbst 
scheint  die  rein  wiBHenstliaftliche  Tliätigkeit  nicht  frei  von  astmkigisctiw 
und  magischer  PhaiitastJk  geblieben  zu  sein.  Und  so  ist  denn  atu  dMi 
folgenden  Jahrhunderte  nichts  zu  nennen,  ala  die  um  das  Jahr  £^38  ant- 
6tandciti>  geodätische  Abhandlung  des  sogenannten  Heron  des  Jüngern, 
der  richtiger  als  der  .ungenannte  Peldm«B(ier  von  Byzanz*  bezeichnel 
wird.  Im  11.  Jahrhundort  kompilierte  Michael  Paelloa  sein  benlich 
unbedeutendes  Buch  Ober  die  Wer  mathematischen  Disziplinen.  Neck 
schwächer  ist  des  Psellos  astronomiRche  Schrift  //*pi  t»;<  xit-r^fftwc  r« 
X^itii',  liüi'  xvxXtoi-  rov  ijXlov  «m  ri)$  afXtjVt}^,  iijf  fKlfitfitutf  avrmv  Kei 
tijg  tav  ttiiex"  fi'^ijaung  {im  Cod.  Vindob.  phil.  gr.  190).  Im  !2.  Jahi^ 
hundert  hat  Kaisur  Manuel  die  astronomischon  Studien  bogOnstigt:  doch 
»ehüiiit  ihn  porsUnlieh  mimelHt  die  astrologiBohe  Seite  angezoguu  zu  habvn; 
B.  u.    Über  astronomische  Schriften  des  Tzetzes  vgl.  S.  &3ä  C 

Erst  unter  den  l'aläologen  begann,  zunfichst  durch  orientalische 
Arbeiten  angeregt,  eiiio  friichtbiii'i?re  Thätigkoit  auf  den  Gebieten  iler 
Mathematik  und  Astronomie.  Wir  beobachten  hivr  einee  der  moricwQrdigstni 
Beispiele  litterarisclier  Rückwanderung,  Die  Grieehen  haben  in  dieser  Z«il 
thatsächhch  die  Weisheit  ihrer  eigenen  Vorfahren  erst  durch  aiabiMb- 
peraiBche  Vermittelung  wieder  kennen  gelernt.  Die  MtytiXr^  arvxa^  n'( 
wjfqovv(t{ai  wirkte  in  der  orientalischen  Oustalt  dei«  Alniagest  auf  dir 
Neubildung  der  astronomischen  Studien  bei  den  Grit^ehen.  Direkte  Qnellf 
der  geistigen  Anleihe  war  jedoch  nicht  Arabien,  sondoni  Persion.  Ofg** 
Endo  des  VA.  Jahrhunderts  wurden  die  Griechen  mit  der  persischen  Astro- 
nomie bekannt.  Im  Jahre  1332  verfȊstc  ein  unbekannter  Mann  eine 
ohische  Bearbeitung  eines  perunchen  aslronomischcn  Werkes  des  Schal 
ealdin  von  Bukhnra  (griechisch  zu  2ffji(t/'  Mnovx'ifr^  verballhornt), 
uns  in  dem  wertvollen  Codex  Laur.  28,  17  aufbewahrt  ist.  Grosso  Ve 
dienste  um  die  Vermittelung  persischer  Wissenschaft  erwarb  steh  der 
Konstantinopel  gebürtige  Arzt  Grcgorios  Cbiuniedcs  (/Vi/^pKic  « 
%tä4i,i),  der  im  13.  Jahrhundert  oder  im  Anfange  de»  14.  Jalirhund 
am  Kaiöorhofe  von  Trapezunt  lebte,  von  dort  aus  Porsicn  bereiste,  penä« 
Bücher  erwarb  und  sich  die  per.'»isrhe  Sprache  aneignete.  Über  fei« 
dos  Chioniadc.'*  a.  S.  478  Anm.  4.  Mit  HiU'o  der  von  (Ihioniadea  goMumoaltM 
BUeher  hat  später  Manuel,  ein  sonst  unbekannter  tieintlicher aus Trapennt, 
den  Arzt  Ueorgios  Chrysokokkea  (ftiö^yia?  (  X^vaoKÖxm^i)  in  di( 
persische  Weisheit  eingeführt.  So  ent«tand  im  Jahre  1340  das  Werk: 
Tnv   ao^'Wttitav    lujqov   xvpov    Fno^ylov    «er    X(tvffoxöxjti^   'f";/'^'?    <*S    "i* 


7.  PkcbwiBaeDscfaftften.    Uathematik  und  Astronomie.  fS  360) 


623 


WJiateamfji:  Bald  nach  Chr>'sokflkk«fl  hat  ein  Mßnch  Isaak  Argyros 
■  f/fiMix  (i  Upr*'9^)  mehrere  ebenfalls  auf  persispheu  Arboitü»  beruhende 
I  litroDomuichc  Schriften  verfa8.st  wto  eine  Ila^üäottiz  »ig  tovi  Ihfuixoi'i 
mjifox*'Q'"V  Ktti-iJiw?  iljg  äat^orofiiag,  eine  If^ay/tain'a  rt'iov  xavovdar  avvo- 
Umr  tf  x(ä  natvtXt'naxüiv,  eine  Anleitung  zur  Herstelinng  einet«  Asf.ro- 
BllnD,  Sdiolien  zu  IHolemaeos  und  Euklid  u.  a.  (.Varia  (.'ollectanea  potÜim, 
■cigic«  ei  aRtronomica*  z.  B.  im  Cod.  Vindob.  phil.  247).  Teils  auf  pcrsisolier 
Bnindlage,  ieWa  auf  ItAlemaeea  beruht,  äaa  umfangreichste  und  golchrtcst« 
ftttronomiächt)  Wvrk  der  by^anünii^chca  Zeit,  die  'Afft^oraiuxtl  i^ißißloi 
Hb*  Theodoros  Melitoniotef»  {&ntdutqoi  ö  yifhtrivmt\c).  Wie  wir  aus 
nr  Cbentchrift  des  Workos  erfahren,  wai-  Meliteniotea  nifcg  caKtXlngtot, 
mkiaifxajMi  jür  ^liltoxdlwv  rijf  tiptatmifi  ror*  itcov  ftrytiitfi  ixxXi^aiaq  und 
■b)|id(ftxuto;.  Üb«r  seine  Zeit  bemerkt  Leo  Allatius  ohne  Angabe  einer 
Hotlli-,  dasH  er  uni  1361  gelebt  habe.  Die  pereischon  Werke,  die  Meli- 
Bnuütwi  benutzte,  kaiint«  er  nur  durch  Übcräotzungen.  Don  Itolcninoos 
nod  den  Theon  benützte  er  im  Original.  So  waren  die  Oriechon  unter 
HUhning  der  i'cnter  wieder  zu  ihren  alten  WissensqucUen  gelttugt  und 
^darch  erklärt  eich  auch  da»  flberraschend  schnelle  und  plötzliche  Auf- 
BtnB  der  por^iscbcn  Einfli'i^se,  Die  Blüte  des  .Stndiums  der  persiachen 
KtilroDOmte  bei  den  Byziintini<rn  unifasst  nur  etwa  20  Jahre  (etwa  1340 
Bh  1360).  Der  schnelle  Niedergang  \'orriit  sich  auch  in  der  Zahl  der 
Duibchriftcn.  Von  Georgios  Chrj'sokokkos  haben  wir  viele  Exemplare, 
■n  Isaak  Arg>'ros  nur  wenige,  von  Theodore»  Metiteniotes  nur  ein  voll- 
■■ndiges  (Ood.  Vatic.  1059). 

V      Schon  vor  Meliteniotoä  hatten  oinitolue  Byzantiner  auf  die  griechische» 

Wigitialijuelleii    selbst   zurückgegriffen.      Thoodoros  Metoeliitcs    (vgl. 

R  5$2)   stiidierle   den  Kuklid,  Ftoletnaeoa,   Nikomachos,    Apullanios  von 

nrge  u.  a.  und  verfasste  ein  astronomisches  Werk:    Xtoixtiwatg  im   t^ 

pn(»ro/um]  Jmcir^fttj,  Aan  i.  B.  die  Codd.  Marc.  329  und  330  aufbewahren. 

*UB  Hetodiitoe  wurd»  der  grosse  Polyhistor  Nikcphoros  Oregoras  in 

*l)p  WiaMDscbalt  der  Astronomie  eingeführt:   er  wirkte  mit  Eifer  ftlr  die 

Twbnitang  aatronomischer  Kenntnisse  und  für  die  BoBeitigung  des  Miss- 

(nmcui,  das  der  Klerus,  wenn  nicht  die  Kirche  selbst,  infolge  der  atitro- 

bgMchen  Irrtümer  auch  den  astronomischen  Studien  entgegenbrachte.    Wir 

küwii  von  Oregoras  Schriften  über  die  Herstellung  und  Behandlung  des 

A*trolabon,  die  noch  auf  ihr  Verhältnis  zu  der  dem  gleichen  Uegenataude 

gnridmeUin   Abhandlung    des   Isuak  Argyros   unturiiucht  wei-don    mtlBsen, 

mta  EmpfehlnngHbrief  fllr  die  Astronomie,    der   einem   astronomischen 

Werke  de»  Thoodorus  Metochite»  als  Vorrede  diente  {//püf  töv  niyav  Aoj-fl- 

Üttt^v  tnv  afjy^tf^la  %tfi  ßißXov,  Ilit^axXijUxt]  ntqi  tiatiiorofiiac),  eine  Ver- 

(etdiguug  gegen  die  Feinde  der  Astronoimo  ("("V  *'>"  i'^nv,  //«?'  nÖi- 

tjifiianmr  nji»    cnnforo,«/«!-)    und  Schriften   über    die    Vei-bossoning  dw 

Zettrecfanung.     Seine  praktiachen  Vorschläge  zur  Kalendeiroform  wurden 

Uüu  nicht  aoageführt.     Vgl.  S.  294.     Ähnlidi  wie  Gregoraa  hat  auch 

Nikolaos  Kabasilati  aus  Ftolomaeos  selbst  geschupft  und  ihn  auch  kom- 

ineotiert. 

Oleicbzeitig  hatten  auch  die  rein  mathematischen  Studien  einen  neuen 


624 


Byeuititilaolie  Utterfttnrgesclilctit«.    L  Prosaiache  Lütentnr. 


L     AnAA  " 


Aufschwung  genommen.    Mftximos  Planudea  verfasste  (vor  1310)  enaa 
Kommentar  zu  den  ersten  BUclieru  <tcs  Diopbantoe  und  ein  Reclicobocl 
nacli    indiiicher   Methode   {Vr^^o^ogia   xat'   Virfotv   r'   Xf^an^vi;  ptfälrH, 
welchem  zum  ersten  male  auf  byzantinischem  Hoden  das  Zahlzeichen  Si 
{t^f^Qf)  ur»cbi-int.     Etwa«  spKter  »cliriob  Manuel  Mo^uhopulo» 
Traktat  über  die  magt»chon  Quadrate,  dessen  Quellen  bisher  nicht 
funden    worden  sind.     Etwa  gletchneitig  vorfassto  Nikolaos  Ithabd 
von  8myrna  mit  dem  Beinamen    Artabasdos  (XixöXaot  'AQtäßaaioi 
'Faßdä^)   «inen   Brief   Über  Arithmetik   und    eine  Abhandlung    über 
Fingprrechnen  (Ex^^aat^  ror  Saxtviixov  ftit^ov).    Der  calabreriieche  M< 
Barlaam  schrieb  ein  Rechenbuch  i^oyivtix^)  in  sochs  BüL-bcm;  über  teil 
sonstigen  Schriften  a.  S.  lÜÜ  ff.    Ana  dem  Ende  des  14.  und   der  ei 
HiÜfte  des  15.  Jahrhunderto  ist  von  matbematisch-afttronomischeu  Si 
der  Byzantiner  nicht»  Wichtiges  mehr  zu  bericht«n.     Dass  dies« 
abor  lubbaft  fortgesetzt  wurden,  bowoitiün  dio  zahlreichen  Handschrii 
alter  und  byzantiniHcher  Mathematiker   und  Astronomen,   die  in 
Zettraum  entstanden  sind. 

I.  ÄUHgabon: 
A.  Ssrnmliingeii:  Einige  bvEaiitiuiaohö  äclirifUa  aatronomUchftn  lahalla  wieTbti' 

doroB  QazcB  De  tnenBJbua,  UaHK  ArgyroB  Computua  u.  a-  eothAll  di*   fcrooM  SbiU' 
lang  des  UionyaiuB  Petnviua,   Vrauologiou  aivo  syslema   varionun  autlioniis  qoi 
Bphnent  ae  ."«idoribus  eanimiuc  motibus  gra«ce  coinin«nUK  sunt,   Paris  1630.  —  U.  Tfc 
Tenot.  Mutlietiialicurum  vcterum  eto.  ojiera,  l'nnB  lG9!t  (onthiüt  fwt  nur  TorbjiutiBi 
Werke).   —   Em«  äiuiualung  der  byznntininchon  Mathematiker  exiitinrt  nicht. 

II.  ä)ieiiuluusgabcn  mit  den  duxu  gehSrieen  Hilfaniillelo: 
1.  Scliriften  liva  h.—"!.  JnhrLuuderts:  Proklos  Kommanliu  «um  1.  Kuckt 

«uklidischen  Elonioiit«:  Kd.  jir.  GrvDueus  mit  Euklid,  Basel  Ibi'i.  —  Ed.  0.  FfiadUii 
L«i[>dg  187H,  ITober  Sclinlivn   im  PrukloB  xu   den   fi>1gutid#ii  IJncli«ni  d«a  BaUid; 

Wachsmutli,    llandncliriftlicliei  Notizen   Qbor    den    Cümiu«utiir    d«s  Pioclns   m  4m  ~ 
mentcn  dea  Euklide»,  Khnin.  Mus,   It-  (ISC3)  182-135.  —  Hultsch.   Za  Prokla* 
MiUL  13  nstH)  450  -45.3.  —  ,1.  H.  Knorhe  und  F.  J.  Mllrk»r.  Ki  Prodi  Saceiwirii  1 
KuclidiH   clemouta   coinmontariis   deünitionis   ■[Uartati    eipositionom    nto..    Gvmiumlp 
Uvrr«rd  1S56.  —  J.  H.  Knoche.  Untersuchungen  Tilier  dca  I'rnduii  Diadocho* T 
lU  Euklida  £1em«nten,  Gymnasial progr.,  Herford  1S63.  —  J.  11.  Knoolm.   UnUii 
Öbor  di»  iieuRurgL'fuudoiien  Scbolien    des  Produa  Dindodius  xa  Euclid»  Elomenl«n.  Gj 
nasialpregr..  Herford  1865.   —   Th.  H.  Martin.   Prodi  Diadochi  in  Tirimum  Evdidii  «h 
menterum  libnini    commaDtarli,  BuUetina  di  bibliografia  e  sturin  deil«  scietiM  fiiiehii 
matom.  7  (1874)  145—151.   ~   B.  Budncuuipagni.   Inlomo  al  commeat«  di  Prcda  ri 
primo  libro  dcgli  elementi  di  Eadid«,  Ilulletiiiu  di  bib)io|;ra£a  «  st«na  dell«  adaBU  (dit 
e  mntom.  7  (KS74)  152-185.  -  C.  Waclisinatb,  Ueber  die  haaibdirimielia  U«MM)> 
runE  van   Prokloa  Conimentar  zu   Enktida  Rlcment^n,   Rbein.  Vm.   29  (1874)  S17— I 
—   L,  Majer,   Proklos   übor   die  Pclila   und  Axiomsta   bei   Euklid.   Gj'BinaMalprogr, 
biegen  1875. 

Johann*H   Philuponus:   Die  Schrift    Über    daii    Antrotabon   ed.   U.  Uaa«,  Rha 
jua.  6  (1S89|  127  —  171.     Uaiu  VerboBacrimgen  von  P.  Taunery,   Nutea  cnUqnM  : 
4  de  raatrotabe  de  Philuuon.  Hcvue  de  plulolo^ic  12  (1888)  6U— 72.  —  Dem  Koai 
ersUn  und  iwoiten  Buche  des  Nikomiiohos  von  Geraaa  ed.  Rieh.  Boehe,  f 
tamng  1864.  Iterlin  1@1T.    V^l.  die  Uesprechunf:  des  2.  Htfles  von  Friadlein, 
r.  Oasoh.  der  Mntli«niatik,  Ableitung:  l.ittorutum-ilmig  12  |1807}  86— 8& 

Anthomioa  von  Trnlles  tib^r  die  Br«nnspieg«l:  Ed.  A.  WcatartBaan, 
ioSeyffti^oi,  Braun.ichwoig  1H39  S.  149—158.  -  Ein  Danas Pngmont gab  Ch.  Ualger. 
neue«  Fr»);  inen  tum  Matbomaticuin  Bobicnoe.  Ilormas  18  (ISSl)  2S1— B&i.  —  C.  Wacll 
mntli-M,  Cantor,  Heber  da-i  neue  Frngmentum  Matheinalicum  Bobieoao,  llenaea  |( 
(I8K1|  8,17  14-2.  —  J.  L.  Heiborg,  Zum  Kragmontum  mathematicum  BobJMia«,  ZaitMkb 
f.  Math.  a.  Physik,  Hiat.-littt-nu-.  Abldl.  üB  (18»3)  121-129. 

EulokioB:  Den  Kommentar  zu  Aroliimed«a  ed.  J.  L  Uaiherg.  Arohimadia  OMM 
omnia  cum  commenUiriis  Kutocit.  8  Bde.  I.oipxis,  Bibl.  Taubu.  1880-1831.  —  Dm  Km- 
meutariu  Apotlunioa  «d.  J.  L.  Ueibbri;,  Apol^nÜ  P«rgaei  qua«  gracuu  exatanl  2  (Lc^ 


7.  Fu:fairiu*a»cbaft«D.    KAtbeuattk  nnd  Astronomlo.    (%  3ßO) 


625 


WS)  laS  tr.:  obeiidn  R  iV  ff.  MilUilnng«!)  flb..r  di»  Ha*.  -  Vgl.  .t.  L.  ilnibcr):.  irobor 
tttokii«,  Jahii»  Jahrti.  äupjilbmaolli.  U  (ISSO)  357—384.  -  l*uuj  Tunnory.  Kulociiu  ot 
« oMl«mporl^ll^  Biiil«b>i  du  mIwcm  mnthäimtiqti««,  11"  tii^nc  S  (IHcM]  3IÖ-329  (T. 
MBU,  Kut«ki««  aei  B{i«t«flten8  gegea  460  geboren,   und  leiw^iruft  ili«  Nucliriobl,   er  sei 

Cr  des  iN^iirw  ^ewM«n). 
Domninos:  El«  KinJeitnng  in  di«  Arithmetilc  ed.  Fr.  Boissonad«.  An.  gt.  4  (1882) 
9.  ~  Paal  T*nn*ry,  Üomninos  deLnriBU.  Bulletin  des  seien  cos  mntÄ^mntiqties, 
ftM«  K{]8S4|  288-29B. 

■  Slephanon  von  Alexandrio:  flauplschrift :  H.  Usener,  Do  SUphnno  AJaxan* 
m  B«as  IStH). 

H  ^.  Sekriftea  des  6. —13.  Jalitliiinderta:  Dns  Rechenbuch  von  Acbntlm: 
Hlitlot.  I«  pBfiynu  malh^iuntique  d'Akhiiilm,  M^moiree  pubIii.>B  par  lee  niomhrrji  do  In 
BiM  vchikil.  fr«iM;«iHp  au  Clire  suu»  la  direi'tioii  de  M.  V.  Uoiirinnt.  tumo  IX,  (mtc.  I. 
Uia  1B92.  Hin  wird  ein  im  l.—S.  Jnbrh.  n.  Clir,  g«echrj ebene«  liuctienbuch  boRtrQclion, 
■■  MD  QUed  bildet  io  der  langen  K»tte  der  aritlinielieohen  Praxis  von  dem  nin  1700  r.  Chr. 
)pttUttB  BeeliMibu«h  des  Scbrtiiber«  Ahmes  (Papyrus  Rind)  bis  auf  die  uu  1340  in  Kpol 
MCfcrilbMMi,  v«n  P.  Tmoniy.  Not.  et  extr.  S%  1  (]x»6)  130  IT..  hcraiisK^itebetien  Briefs 
llNilE*U«B  RhabdaK  von  t^myrnn.  Vgl,  die  Besproebnngcn  vnn  Kr.  lliillsch.  Elerl. 
dd.  WodiMwchr.  14  (1K94]  lSäT--1331.  und  M.  Cantor,  Kritxobr.  f.  Matliematik  nnd 
hjfili.  llialotiMh-lillMariiKihc  Abteilung  38  (1893)  81—87. 

,ilaran  der  JUni:e(u':    L>t<n  griochisoben  Text  mit  ober  frnnxDsiBohon  ü«ber- 
taug  ed.  Vincent.  Not.  et  »ti.  19  (1868J  2  S.  348  -415.    -    Vgl.  Th.  H.  Martin. 


■nr   U  vie  «t  tt«  ouvragee  d'H^ron  d'AleKiindrie,  in:    Mäuiuiros  präeentäs  pur 

iri*  I,  Pari«  1854. 


■n  uraDls  jt  raeadäni*  d«a  inscriptions  et  bellos  lottrea.  S^ri« 

B  Leon  PbilosopheBi  J.  L.  Heiborg,  Der  byiajitinisclie  Malhematiker  Leon.  Biblio- 
Bm  UallMmatica.  Nen«  Tolge  1  (Storkholni  1887)  33-86.  Dnwclho  etwas  ausRlhrlicIier 
idkiKber  Sprachn  in:  Ovom.  ovor  d.  K.  D.  Vindonsk.  8elak.  Forh.  1887  S.  88—92. 

Parllon:  Tiir  »«pi  api8^i;iij(ij(  ai'yinl'ic.  er^phien  ta  Paris  153S.  —  P,  Tannerj, 
hIm  aur  Diopbanto,  /«itaclir.  f.   Uothem.  und  Physik.   Hislor.-Iiler.  Abteil.  38  (1893) 

B  3.  Behrirten  dea  14.  (und  15'?|  Jahrhunderts:  Thoodoros  Metochites:  Das 
ftlHa  nejner  Aationomie.  in  welchem  Melueliitoe  Über  seiuuii  ätudiengnn^  berichtnt, 
L  K.  H.  Sathas,  J*m.  fii/tX.  1  (1872)  nt  -  (im'.  Ebenda  piit'—Qit/  das  InliiiKsvoraricbiii» 
n  ■trononiiBcbeo  Werkes.  —  Vgl.  J.  L.  ileiherg,  Apoltunit  Per^tnei  quuc  grnuvu  ux* 
vlX(IÖ»8)  LXVIlIff.  -  Fr.  Doli.  Studien  tu  Claudius  Ptoleraadus.  Jahns  Jahrb. 
•mMtb.  21  (18^41  ^4r. 

Tbeodores  Mditoniotee:  Vorred«  und  Anfang  seinnr  'J^tQoi-oftixij  iflfijlXoi  od. 
1«.  Patrol,  gr,   MI>.  9S»     1001.    ~     Uebor   seine   theologischen  Schriften   vgl,  8.  13& 
Anm.  2. 
Barlaaniii   Keebenbucb    ist   1600  mit    einer  lAteinischon    Ceborselinng    gedmrkt 
Jen   (mir   untug&n^lich).    —    P,   Tnnnery.    Lb  aebalie    du   moine   Ni^ophylos   9ur   lea 
iSnm  HiodüOB.  Kcvue  iircb^I.  III,  stfrie  Ö  (1885)  00-102.   -  Zu  Planudes.  Moschc- 

tund  Johannes  l'edinsinios  a.  die  Litterutiirangabeu  S.  54Ü,  54^,  5^7. 
Nikolaoa  Rhabdsa:  P,  Tnnnery,  Manuel  Mu^chuginlus  et  Nicolas  ßhiibdas, 
I  de«  Mieiiew  math^m.  IC  serie  8  (1884)  203-277.  -  Paul  Taunory.  Notice 
r  Im  dMut  laUns  arithindtique»  de  Nicoloa  Khabdns.  Not,  et  e&lr.  32.  I  (188G)  121— 2r.2 
H  in  giiecUeclwn  Tsxt  mit  fnminsinrher  Uebiiractxung).  Vgl.  die  Besprechung  von 
lOantnr.  Zeitacfar.  f.  Mutliomalik  und  Physik.    niBtonsch-Iitornrischc  AhteP.  32  (1887) 

Zwei  bpLaolioiiicbo  Traktate  Ober  FetJmeiisnnt;,  von  denen  der  eh«  ohne  Aulnr- 
üHfl  in  C»d.  Vindob.  iur.  $r.  10.  der  luidvro  unt«r  dem  Namen  eines  gewissen 
(oipioa  lyit/i^tfti!)  im  Cod.  fsritt,  2419  Qbertiefvrt  ii^t,  ed.  mit  ansnihrlirhein  Koni* 
Mtar  Bod  mehreren  fBr  die  Oest-bidite  der  Lsud  wir  tschaft  wichtigen  lieiln^en  Th. 
ifeaBkij.  Bjrsafltin Ische  Feldnie»8>>r.  Uoobai-h Innren  znr  (lei^cbichto  der  Ijnndwirl- 
bh.  OmU  I88S  (mas.).  -  Hermann  (iraff,  Mitteilung  aus  einer  rarinfr  Hand* 
IniA.  Bulletin  de  rAc-sd.  linp.  d«  St-Piitcrsbourg  7  (1NG4)  21  -4.5  (Text  oinoa  Anonymus 
I  4im  Cod.  Paris-  24S2:  OiSir  yirm-iai  aouijua  u.  x.  w.), 

UabsksliBt    ucb    Peninn    und    Zeit    iat  Khutorins  iTritöi/ioi),   von   dem    der  Cod. 

Phillipp.  ir>77   fol.   13a  — 147   einen  Nij«nii(i(!«  *rir^/(ui-  iv   mir  i^(  vaifovofiiui 

Üeber  andere  Uati  dieses  Auturs  vgl.  Kuhricius.    Itibl.  gr.  ed.  Harl.  4,  IUI; 

2.  Uilfamlltel: 

A.  Allgemeine  Werke:    In  den  all|;emL'incii  Werken   Ober  die  GMctiichte  der 
-'jscben    Disüplinefi  ist  der  hyiantini^che  Anteil  gewehnlich  aobr  aliefmatterlich 

y-^fc-^  (er  ttaM.  JllUMaHMiMMiKliin  IX.    1.  AbUt.    -i.  Aiilt.  4tf 


626 


BfiuitiaiMb*  Utt^ratai^OBoblcbte.    I.  Froausohe  Littermtnr. 


tmliMiJalt;  docli  Bei«i  hier  xut  ErlMcht«ning  der  OtitnlioniD);  die  wichtigste»  DanUHmgifl 
■utgcAlirt.  9 

1.  EiDo  kunK«fa«)<U  (iMchichte  der  M«tli«iBitik,  d«tr  NrntuwiMMOKbarten.  In 
Mediiin  luid  GeogTHpW  gitb  S.  Ullnlhor,  Unndbucih  der  klawlatliwi  AI tertwawwtaonwAttt 
U.1  V  Abt  1.  Noidlingon  ItüSlü;  S.  Aufl.  Mlliiclioa  1694.  —  Die  nuthenatiBcbeti  0i»pliM« 
insgi-somt  hohnndelii :  A.  Ü.  K&stner.  ßeaohiebt»  d««  Hath«iiutilc,  4  Bde,  OftUinsn. 
178G— 1800.  —  .1.  i\  Montucln.  Hialoite  deft  timthönutiqneB.  4  voll.,  Pari»  ITW-lÜt 
—  Ferd.  Hoofet,  Uietüitu  des  iuutL^iiuili<]utA  di^iiuia  leiira originM jmiia'iia  comiiieaMBMd 
dn  diK-neuvii'ine  ai^cl«,  Ptu-ia  1874.  —  Ueiniioli  Suter,  ÜMcbi^t«  dtr  tnatbututiMh« 
W'iBai-iistbiifleii,  2  Teil«.  Znrich  1873—1876.  (Ii«r  «<rateT«il,  der  4u  Altertum  w»d  Hütil- 
nltur  bcliHiidcU.  i»t  genz  iingeDDzMid.)  —  G.  H.  ZeuthoD,  GMcdüobt«  Aar  HaMkmmlH  m 
AlUitiitn  und  Mitlelaltcr,  k'opeidia(6ii  1896  (mir  uniagbiBÜdiX  —  Dw  wicbtigata  Werk 
ist:  Muritz  (Jaatot,  VorloBungen  UW  QeMbi«lit«  der  UatlMmtik,  1.  Band,  S.  AdS., 
Imfaifi  la'ü-t.  i^'Ur  die  bnantiniRch«  Zeil  kommt  nur  der  «rat«  Band  in  Bctradvt.  w« 
S.  457—492  die  ,grioobisdi«  Mntbematik  in  ihmr  Knlartang*  bebandult  int. 

3.  Geometrie:  Cliaales.  Aperv"  liiiitoTi(|Uo  nur  l'origin«  et  le  d«relop(«meBt  dM 
mAbodca  «i  gtom»tri«,  3.  öd.,  Paria  IH90,  —  ChnnUa,  G«ädiiciit«  der  Geom«tne,  f—'-^ 
von  Soimcke,  Hallo  1839. 

3.  Astronomie:  Dal  ambro,  Histoire  d«  raalrooomie,  &vell..  Paria  1817—1 
J.  n.  V.  Mnd!«r.  Gnnrliiohte  der  Himinelaktinds  von  d«r   &It««teii  bia  auf  die  aa 
Zeit,  2  Udo.   Itraunechwcig  1873.   —  Perd.  USfer,    ni«tniro  d*  raatronocBW  daw»  I 
originea  juaijuu  nos  joure.  Parin  187!).  —  R,  Wolf,  GMc))i«lit«  d^^r  Aii^roooniia,  Bani 
der  Guoliiclilo  der  \Vis6onschan«n   in  Dniitenhlond,  Mancli«n  1S77.  —  Di«  nMchatM, 
auagedehntea   haadaciirifllichan    Studien    (lonibondf»   Anfklbungon    Bbar   di*  Ge 
der    bnantlniadieD   Astionomie    gnb    K.    Unonor,    Ad   liialoriam   aalnnoimiae    ajnb 
Uonn  187S. 

4.  Plijraik:  Ferd.  BoBt-nborgor,  Die  Qoncliiolit«  der  Physik  in  Grtmdiaigca 
ajmehroniatbelierL  Tabellen  d^r  Mathematik,  der  CbMnie  und  beschreibend on  Natwin 
sobaft«!!  sowie  d«r  a]lgeme<iiieti  Oesvhicbl«,  I.  1'eil:  GcsGliichte  der  Physik  ia  AllerMn 
und  Uilte]all«r.  ItrAuiischweig  1882.  —  Etwas  BusDÜirlicher  ist  da«  bald  Dach  RaMdMfV 
veröffentlichte  Rncb  von  PogRcndorff,  Gaschicht«  der  P^'aik,  Leipiif  1ST9.  —  Aaenal 
Hallar,  üeachiolile  dor  Physik  von  Anstol«lea  bis  aof  die  iianaat«  Zeit.  1.  Daad: 
von  Aristotalaa  bis  (•uliloi.  81utl(:art  l>4'^2.  -  Kiaa  knngafaMta  DafstaUaitB  ohne  lblee> 
gab  K.  Oorland,  Geschichte  dor  Pbynik,  Letplig  1892. 

H.  SpcziBlithriftaii:  Herrn.  Hankal,  Zur  Graohicbt«  dar  Hatbonalik  im  Ab«- 
tam  und  Millolullcr,  I.cipxig  1874. 

Uobor  dos  Fortlubtn  drr  arithmetischen  Studien  in  Byzani  anlerriektet  ba. 
Paul  Tau nery.  Diuidiunti  Alexandrini  opera  oinniu  2 (l!^i)&J  ProU^nmeoa.  —  Haaplatbnlfaa 
Über  das  Fortleben  des  Euklid  bei  den  Byzantinero :  J.  L.  Heiborg,  Li tttrari aa Aid4- 
liehe  Studien  über  Kuklid.  Leipsig  1882  (bes.  S.  186  ff.,  208  IT.).  und:  J.  L.  äeiberf^ 
<) Verl nvnrin gen  uf  fi^uklids  Ontik,  Oversiaht  over  d.  E.  Danske  VidemakaberDaa  Sala' 
Forhiitidlinger  1N85  K,  IIT— 181.  —  Vgf  auch  J.  I..  HeiberR.  AboIIobH  P«i«ati  i 
graec«  ex*tant  2  (1693)  Pralogomena.  —  J.  L.  Haiborg,  Bidn«  til  MaUMniatikaiia  Bi 
hOB  Byiantinomo.  Orers.  ovor  d.  K.  D.  Vidensk.  Salsk.  Forh.  1887  8.  88—96  (nbar 
PhilosoplioH  und  Tlicodoros  Motacliitcs:  Subscriptian  doa  dl«  Elomenta  da«  EnUi4< 
t«nilen  Cod.  Mut.  II.  E.  9|.  -  .1.  h.  lioiberg.  Kleine  Anacdota  nr  bysantiiiia  ~ 
nialik.  ZeiUchiia  fnr  MiithNinstik  und  Physik  33  (1888).  Histüriacli'literanMlw  1 
H.  161  — 170  (.Milteiluugon  meist  iiritbmetischen  Inhalts  aua  dea  Cudd.  Uar«.  3" 
28,  7;  Mulin.  II.  A.  lU:  Valic.  gr.  155')).  —  J.  L.  Hoiborg,  Dan  KraMk«'  Ma 
Ovorleverings  liislorie,  Orers.  OT«r  d.  K.  D.  Vidensk.  Selsk.  Pork.  fSW  S.  77—93  ' 
KichbnltigA  Untersuchung).  —  Einen  UehorbIi«k  aber  die  geaaml«  alt«  ud  mittel 
UoherlieforanB  d«r  MnthpniHHk  nah  3.  f,.  Heiborg.  V«iihandliuis«n  dar  43.  Vmami 
deutaoher  Philologen  und  Rclnitniannor  in  Killn,  Leipiig  l^ß  S.  37—34.  —  Paul  Tanne; 
I«  oaleul  des  partics  pruportio nulle«  ohnx  loa  Byzantins,  Kovue  d«  i^t.  gr.  7  (]^'94)  SM- 
(ErklArungen  ta  dem  von  Bnillot  edicrtan  Papyrus).  —  Klinkorfuna,  Uebar  < 
slflntt^iduo  Slemschnupucnfall  nun  dem  Jahre  h'ü  p.  Chr.,  tiottinger  Nacbricblaa 
Nr.  10  (Über  Jon  vun  Thi-uphanoa  1  2»6  ed.  Bonn,  und  MichMit  Qlyk«>  S.  fiOO  od. 
bcriohtelen  8tarnschsuppeufall). 

3.  Zur  Ui-bcrliorerung:  WioliÜge  Sammclliss  sind  dIeCodd.  Vatio.  1060;  Va^ 
Pal.  312;  Laur.  Plut.  28.  13—14—16—17;  Vvnel.  Marc.  336;  Viadob.  pbil  er.  Uli 
108;  Pari«.  3418;  llerol.  Phillipp.   1&77  ii.  b.  w.    —  BibUegraphiadi«  und  han<U<dii( 
liehe  Nnchveise  Über  nnodiert«<  nnd  verlorene  Astronomen  und  Astrologen  b«i  Pabricial» 
Bibl.  gr.  ed.  Harl.  4.  147     170. 

4.  Grosser    Beliebtheit  «rfrenten    aidi  popnlBra  aatroneiniarh-Rstralagiatha 


M^ 


7.  PuIiiriBBaBMhktteB.    M&thamatik  nnd  iRtronooil«.    (g  360] 


627 


«nicefi  and  AbfannillnuKen,  it«Mi»  dio  wichtigatc'n  Ki'DnIniBiti!  in  Iriclit  vor- 
_  tifr  Form  Termitl^lion.  Man  flud«!  Lier  in  buntem  DurclieiDaiicl(<r  MiU«iliiiig«u 
b  Biftbaii  Itonen  uad  die  PlanoUn,  llljor  die  Qualität  der  Zodia,  don  I^uf  dur  S<iiid«, 
f  Ekwirt»,  Ober  die  Vorouividlmng  iiin«o  foucliten  odur  trockt'ti^ii  Jabi-tMi  oder  «iitoB 
4  OImt  Wolken,  Sclia««,  Hagni,  Kogw,  N«b«l,  Blitx  und  Donner,  Kometen,  Knl> 

>.  A»tr«logi<).  K«bea  der  viitMnacliaftliohon  Stcrnlciindp  entwickelt«  sinh  in  dnr 
rit  dio  wtrolo^Aclie  üehcimwiMHennrburi,  dio  buh  dnm  Ijiiifo  und  der  Stclliitit;  der 
Sie  kAnfli^eo  Ueaducke  der  MeoBclien  und  Volkex  tu  «rkennnn  suchte.  Wie  tief 
nbe  an  die  Sien«  edBrnwntselt  war,  beweisen  die  cnlilieiehon  Krinsee  der  cbriHl' 
Eaiwr  im  ■!.  JahrlmiiaeTt  gegen  die  Aaaflbung  dvr  Antrulo^e.  HonuriuH  erlies« 
h  Qaaets:  De  msthemstieie  urbe  Borna  et  tivitntibufi  uinmliuH  pellendis  et  pudicibiis 
m«iUBdiB.  VrI.  Codex  Tbeodoniinus  ed.  J.  GotliorreduH  3  [Ludguni  1665)  114  IT.; 
14— ISS,  und  Befel«.  Conciliengo^ebidite  I  (IS&i)  744.  Troti  swlciicr  Massrpgoln 
D  »IbM  chrirtitch«  Autoren  der  (ichoimirisseneehoft  unverliolilene  Teilniüinie  ent- 
vcnn  iric  ftueh  durrh  irrige  ^tA5sig:ung  einem  Konflikte  mit  dem  Stenta  und  der 
■unaweicbnn  rnntonden.  Dna  Olteste  von  einem  Ciiriston  Terrnsste  astiulogisciie 
rt  wohl  daa Kompendium  itcs  Ilepbaestion,  den  der  Herauageber  etwii  ein  halboB 
idcrl  spttrr  als  tinnienH  MnteniuB.   also   um  SSO   n.  Chr..   uiseM.      Ausgabe    von 

ft  BD^elbreehc.    llepliHnatian    von  Theben   und   eein   OBtrologieehes  Kompundiuni. 

Itraf    xar  OeAohicbtH   der   grieehiitchen  Astrulouie.   Wien    1S87.     Donn   wiL^te   iiiHn 

■«it  Termcb.  ein  KompremisB  iwiacben   Aetroloate  und  Christentum  faenüstelleD. 

ftboickt  lial  der  anonjrne  Dialog  Hermippos,  der  im  b.  oder  6.  Jahrhundert  ent- 
taL  Die  Schrift  ist  zum  ersten  mnle  ediert  vordon  von  Hloeh,  Kopcahagen  1830; 
■n  »iel  korrekter  von  W,  Kroll  nnd  P.  Viereck;  Annnvini  Clirietiaoi  Hemiijipu«. 
MOgia  dial«giiw,  l^oipxiß.  Bibl.  'l'cubnuriuia  1895.  \'fs\.  im  ^uten  Dnaprrcbungon 
Wondland.  Bexl.  philol.  WoahotiRehr.  169S  S.  41  tT.,  und  A.  Ilüblitr.  Woebeu- 
f.  klaaa.  i^hilologio  IßSS  S.  3.il  S.  —  In  der  spAteron  byxontiniiDbcn  Zeil  hat 
trolocie    aagealAtt    woitergebluht.      WeBentlich    auf  aatraloniohein    Qruade    ruht 

■  (S.  <I21|  enrAhnle  ^(uliHeh  dem  Stephasoa  von  Alexandria  vageteilte 
aiflBC  Oler  Uohamed  und  eeine  Neebfoleer,  Im  xwulften  Jahrhundert  eehen  wir 
n  onenlen  Vertreter  des  Stutee,  Kaiser  Mauuel,  ganx  olTen  dorn  iHlm)oBi*ohon 
knUlgeD.  Ein  HOncti  ecbrieb  deahalli  gegen  die  Astrologie;  der  Kaiiier  verleidi|!to 
I  aeiaa  liebbaberei  in  einer  uns  in  deu  Codd.  Vatic.  1059  und  Marc.  •'^34  erhaltenen 

lhttnm>¥  iMioHir  rtiiail  (oi<  lioiJifiov  ßaciXiia;  rae  nopqFc^o/ii'i-ljtoi'  xc^aii  iteroi'ijk 
ir^r*r  ■  ft^ltf,  "foi  tiir/ati  lai  tiür  Ükayi/iav  npf ifp^otf  »«i  evyxXiJttxrär  ÜQ-(irmr, 
y^fior  ■'(fri^uif  KRi  äyayxaiior  9ia(it!/nii<ur,  n'noita^ijrtxaf  .ipo{  y^nip^y  rlt-e;  /lo- 
Uiimriror  t^(  fiairijt  roe  JlartiiiQnt  a^ot  JÜ  xfji  Baiforeutxiji  jijytn  »axlZ«voav  nrt 
r  <racml«««i>r   lö    un9r,fia.     Gegen    diese  Apologie  sohrieb  der  Otireniiit  Michael 

■  eman  in  vielen  UiindEiebriften  erhalteni-n  Urief.  Dnss  llbrigcns  der  Kaisei  thal- 
p   Aatrelepe.  nickt  Aetronumie  Irieb.   bewi-iuen  diT  llnistand.   doM   ibm  Juhannea 

«ras  aeia  aatnlogiackeH  Gedicht  widmen  durfte,   und  der  sehrillLicIie  Widemif, 

Baal  kntt  vor  atinem  Tod«  dem  Patriarehen  nbergab  (Niketas  Akomiiiatos  «d. 
fi  4  «■.). 
trie  in  der  ABtroDomie  erscheinen  aneh  in  der  Astrologie  orienlaltsebe  RinflQaaa 
L  Bleker  RehDrt  daa  an  den  Kllnig  Nerhepeo  gericlitele  Weissag ungnburli  dea 
Bopketi  Petosiris":  Il^ayytumiiräv  ßiioiftUf  mti  jr^ijatfior  nrttyQnijiy  ii  «{}fntiti- 
«MC  fifiX»i!  ,  ffiraioiftr  !(*x*^v  'V  ff"'"'*'?  f<itiii>>r  fm'fXir,  dns  Jo.  Irtarte, 
k(kUi)t]i«>aie  Malritensis  codd.  (irnecj.  Madrid  ITCO  R.  RS8  f.  ediert  hat.  Ke  (delit 
d«n  Codd.  Vindob.  med.  »  nnd  29  (NcMel):  Vindob.  pbil.  ST  und  lOS  (Nessel); 
ffiareec  70  und  166.  Vgl.  Knbrieintt,  Bibt.  gr.  cd.  Harl.  4,  160;  106. 
L  OrakelbDckor.  Mit  der  Atilrologi«  nach  Abtiieht  und  Inhalt  eng  verwandt  ist 
iaagOD^tttervtur.  CleKen  aie  scheinen  sieb  aber  die  offiiietlou  Kreise  daldsnmor 
n  zn  habf-n  als  gegen  die  8terudeiiteT«i,  Das  verrat  eich  sehen  Jn  der  Thalaaehe. 
t  Ot«ke)  hlaflg  nnter  den  Nanieii  bernbmter  Kaiser  nnd  ratriarr.lion  vorbreilot 
,  HiSren  «ir  doch,  das«  Orakelbflcher  sogar  einen  ttestnndtcil  der  ilofhibtiolhek 
I.  I>er  Porlsetxer  des  Thcopbaiiefl  (I  S2  8.  86  od.  Ilonn.f  erzählt,  zur  Xcit  I.eontt 
■  •niere  habe  die  kaiserltcbe  Bibliothek  ein  Orak^lbueh  bniiciisen,  dnn  nicht  Uosb 
iaa,  aoadert)  aach  faibif^c  Bilder  drr  kllnftiei^n  Kniner  und  nllcrU'i  iiUcgoriKehe  Dar- 
in MiÜiielt:  "o  4i  j^fijefiöt  ^r  ^ißvXlumiöii  iv  itn  pißXii/i  ti't  rije  fiaoiXitijr  i'flXiu- 
raaottifitrot,  Itf  jfpl^a/lWc  fiovor  athüc,  sUif  Krri  fiOQ'fi'f  ral  tfJ'ii'uniR  J'jfO(>iM 
i^ofiinar  ßa»iX{ir  (Äii'  ][Qiupäiair  .  tjv  m'r  X/tir  6tji>!oy  fititel>rfiafi{ri>v,  j!  atni}/'''*'' 
•ftirmi  äni  %r,i  ^'jftw;  /i^XV  "!*  yo'cös  nt'roi"  .  ini'(oi'  »iifoni>- riii^t'  ri;  iniDituv 
mtfimir  Uiihv  itlij^c  if!  O^rf  iiti  tov  x'  .  Gani  ftbiilieh  wie  das  hier  boRcbriebone 

40' 


628 


BfuuiUiii«ch«  LittorBtnrgescbidite.    I.  Procaiscbe  Litt«rftt«r. 


llildi  niu  (Iptii   ^,  JnlirliiLridoit    nint)    mandii-   <i>'>   uns  orlialt«nen   ri«l  apUMWI  Ex*Bf)^| 
mit  phantB-itiHflii-'n  Ititittru  uil4):uHlatt«t.  ^M 

ZuniLcliot  tritt  iii  il«r  WHhrHAKulilt-^rBtur   wie   in  nnd^^ron  UelieimwisMMclilftM  ^H 
Dniilrcben  bvrvor.  ilurcli  Vorselii^biinf;  ortontaliarliei'  Namin   und  npokry^ber  SebriftatB^| 
■Ion  ^chriiL  ultM  Weisheit  ta  «rwockon.    Kino  Samm long  von    orKkrlhaflnn   RalstUläfl 
(Xfr,auoi)    )«t   nntvr   dpin    Nainon   des  AetrampHj'choN  f'.Mfmt'riviij^nv)    Dl>ortHifort.    U 
Einlcitnntc  diont  ein  nrdii^htfitiir  Brief  an  König  t'Iolc'TnafUH :  in  \^  &brli«it  war  dvt  XotUmm 
Christ    lind   InbU   nichrr   niuht   vor   dum   h.  JaliihmidüH  n.  C'kr.     Auflgabe:  A>trampiij«b 
orncalarum  docntl«!  Olli  ed.  Kud.  Uerch«r,  Pxogt-  (Im  Joacbinaejnui..  ]l«rliii  li^    Ig 
der  npittprvu  /i-it  orfnMilcn  «ich  der  ^rSsslen  Be1I«bUi«i(  iie  unter  aen  Kaniun  dns  iJacitl. 
dci  MolliodiuH  vuu  Patara  («oll  heiaaen:  Oljnipos)  und  de«  Kaisers  L«ou  d«B  Wcmac 
Uborlicfvrteii  Orskül:    wiinl^or    hSußg  «reohMnon   Konstantin   jor  Orosae,  4et  Putri- 
uch  TarAsios  und  der  l^leinw  Theophilns  ala  Votfaaoor  v<m  Orale «IbttcbfRi. 

i.Von  d«r  Apohalypee  dea  Propheten  Dnni«1  «iL  xuerst  oäugo  StDck«  C.  Tiscb»- 
dorf,  ApoudypM«  apODTjrphne.  Leipcie  1!466  S.  XXX  IT  —  Einen  andcntn  Text  vi.  la 
tvoi  Voneiianom  und  xwt-i  Pariser  Uee  Rrich  Kloatarmanu,  Analeot«  nur  SfplnaginU 
llnxapb  und  PalriBtilc,  Li-ipxiK  IHSi  S.  113—123  lim  KouiinenUr  erikinrt  Kl.  du  Vw 
haltniii  der  Vision  eu  den  Umkeln  Loons  des  WMaen  und  den  RewLaUoRon  das  UetbodiM 
von  Patara.  lu  Tieties  Cliittuiien,  Kodin  u.  s.  w.).  —  VgL  Oreg.  Kalemkiar,  Vit 
slebont«  Vision  Daniels.  Wiener  Z^itschr.  f.  d.  Kunde  des  MorgenUades  6  (1892)  i.  Vti 
8.  lieft  (Arnienisrhor  Test  lind  deutach«  Ucbersctzung  einca  R)>ol:r}-phen  StOcka^  M 
Prophexcinngen  tibrr  Krirgo  u.  s.  w.  unter  den  römischen  Kaisorn  v<in  Koasttnlin  Ul 
Hcnüclios  entbült  und  dcmnnch  wohl  von  piuem  LiriocIiT'n  im  T.  Jahrh.  vorf««ai  vmiIm 
ist],  und:  Erich  KloHtormuun.  Zur  ApolcHl^rpsu  Itaniule.  Zvitschr.  f.  nlHwitamulBrbi 
Wisaunschaft  15<|i^91i)  UT  — löO  (Milt«i1uugt«n  uns  Cod.  Viiidub.  iur.  gr.  6). 

3.  Der  Kriechiädiv  Ti'it  d«H  Mt^tlKidios  L%t  gcdruukl  in;  UonoiiMata  S.  Palm 
ortlioduxugraphtt  I  (Itusul  16ö9j  9^-9»  Ebenda  S.  100— lin  Ut«u)iii«he  Text«  Jcf 
Revelflitnnen  des  Melhudios.  —  Kin  anderer  grierhisch^T  Text  mit  ZiiaUsan  aus  dv 
Viaion  Daniela  bei  A,  Vassiliev.  Anecdota  groocobyziintina  I  Ilf93)  88— iS.  Vgl.  i» 
Prncfntio  H,  Xlt— XXV.  —  Ein  lateinischer  Text  in  der  Maxiina  bibllotilec«  vetemn  fattWi 
S  (1677)  T3T— T34.  —  Ein  anderer  lateinischer  Text  in;  Orthi)iloxogr*|ilM  TbeölaciMi,  BmI 
V>ht>.  —  Eine  freie  lateinische  Ueberselxune  im:  Mirabitis  Über  ■.  I.  nt  u.  fol.  1^  -  Üi- 
reiche  Codices«.  B  Athen.  1077;  Neapol.  II,  A.  17;  Patro.  803:  Vallicell.  f.  M; 
Vindub.  theot.  gr.  200  (N^a^el);  da^u  die  meiatiMi  der  unter  genannten  SonunoU 
Taruaioa  iu  eini^eu  äanimelbtiH  wie  dem  Cod.  Athen.  12üQ.  —  Pdr  dis 
der  Entätt>bun(;B2eiC  des  Melhudiosbuohee  gewShrt  einen  Anhalt  die  UtMUsdie  T'' 
setzunK,  deren  fisa  bis  ins  8,  Jalirli lindert  lurtlckroichen.  —  Zur  KrlXiiUnui  A.  N. 
lo  Tskij.  Die  Bovclation  des  Methndins  and  die  byzantinisHi-g^rmaniedM  Säetaage.  Ja 
Min.  187.'>  lld  178  S.  388  -831.  —  A,  Wirth.  Ana  orientalisdien  Chroniken.  FrABktoti 
ISH  S.  241-245.  —  UeberMethodios  von  Olvmpos  vgl.  Otto  BHTdoohover, 
Fr«iburg  i.  Br.  !ö94  S.  170-173. 

3.  Orakel  des  Leon:  Vatieiniom  Scveri  «t  lieonis  imperatnram,  in  <|u«  vid 
äoia  Turcarum  in  praoaenli  eorum  impü^ratore  uns  ouui  aliis  nonnullia  in  hae  n  Itti' 
Lst.  Ol  ital,  Breseiu  V>'M  jiniL  16  KiipfeiHliclien).  —  Ed.  P.  Lambociua  in:  Geomi4 
et  allerioa  euiiisdam  anunvuii  excerptH  de  untiquitetihusCpolitania.  Paria  Ifi.'i^  S.  SSS 
(mit  den  bandschriftlidien  lllii^listionen  und  den  KommenlAren  des  Lambeoiuj)  und  «ÜMai^ 
nymns).  —  Wiederholt  bei  Mign«.  fatr.  gr.  107.  II3S  UCK  -  FngmcBto  der  Oi«k«i** 
Leon  und  anderer  od.  hub  einnr  Kopenhagener  IIa  Ch.  Urunx,  ArduTM  ihfl 
Bcientifiiines  IIP  adrio  6  {IßäOj  SIS  I.  —  L'ebcr  eine  vulgftrgnacliM^«  Bearbeitung' 
den  g  im  Ahsobnitta  ,  VulglrgrieohiHhe  Littcrutur'.  —  l>io  UelwrliafMiug  iol  noch 
orforacht.  üior  aeion  notiert  dieCodd.  Panurm.  I.  E.  (t  (mit  tlluatratian«!}:  Bodi.  6< 
170  (mit  IlluHlratioura  und  der  lateinischen  UoberueUung  der  Orakel  «Im  L«oa  tm  1 
Barocoius);  Marc.  VII  3  (mit  llluatfationen).  —  Ein  aslrologischM  Kragnaal  LeoM 
Weisen  ed.  ans  Cnd.  Marc.  366  Bortlein.  iUrmos  8  (1874)  178~17fl. 

4.  Unbeachtet   ist    noch   die  dem   Michael  Zorianos   gewidi&ete    Wahntosung 
hMligit«D  Andritlopulos:    II^Iq^iih  toC  o}iutilioi<  '.li^lpiiCoTto^JLair  af6(  lir  h^imi' 
wpQiy  Miga^X.    Sio  handelt   Über  dnn  Untorgang  de«  Khomflerreicfaea  Bnd  den  Aiiti(Mk_ 
Die  AnfanK^vrortc  lauton:  Hifii  tmr'Vtofialaiv  foi-Xifiiii  at  yinltiiar.  Stii^  oithf 
ix  irnf  Mar  fiaOtTr.     Cod.  Pari»,  gr.  2061  a.   136.>  fol.  208—209. 

A.  In  die  Oraküllitteratur  gobOrt  auch  die  (ieachichto  vom  ßettlurkOuic; 
roü  itfvlovfitrov  ntiiixov  xai  iirXeinov  linoiXdiif,  roiT  ^rmtrioö  xni  nj'rwoi«*,  ro^  niHitrr 
ir  rp   npurn  ükqi/  i^c  HiCnmifue  u,  s.  w.      Codd,  Ambroa.  K.  115.  mp.  Iol.  IS-t 
Athen.  432:  Bodl.   Land.  27  foL  1-ß*:    Marc.  V]]   3  foL  41     44:    Uare.    llaL 
C  fol.  100-104;  Vatic.  gr.  11S8  fol.  80  tf. 


i 


'.  Fuhwlsmiucli&ften.    Mathematik  und  Aatronomie.    (g  2S0) 


629 


ie»pbilos:  INe  unter  diMom  Nsmea  Qb»rliuferlen  Orakel  siiid  von  il«in  Notnr 
«  RhvKADos  »im  dfim  LBt»iiii»ch«n  Ubcraetxl.  Der  Titi-l  luiitut  im  Coi).  Bodl, 
IM  to).  235": 'Cfr^oi  IVl^'f"  f^oiflXav  n^iiitivi^Qov  'P<ufjtiituy  xai  KkiiQiKov  iij< 
ntiijoiiic  (^  !titXui£'{'l\iifi'ie  /isinfilriatit  (!)  n'nö  'fmunftä  tk  iiyV  FJAtiiti  iinUxtav 
(oina  Ktifov  'taiärrov  tue  VvZwoi.  Sic  ntvhpn  mich  im  Cnd.  Tailr.  1(18.  h.  1122 
r.  37).  la  der  Utoiiiisclicii  I.ittoratur  «crhoint  von  diosam  I'ric^tor  ThoDphiluH 
rcrlautf n :  viotli>iolit  ist  hi>iii  Nom*  fingiert. 

Ein  »jiftlea.  über  TUt  ui[i»  EUsuameiinaMado  Untonucliutig  der  bysantiniacbon 
iratar  uiclit  tu  ttburBulipudes  Exemplar  illustrierter  Ornkol  TorUffeiitliclite 
ni«.  Gricrhi-idii.'  band  seil  rjftlidi^  OnikclBHinmtunK  mit  Itüdern.  bciU^liub  aul 
dn  16.  .lahrhiinderU.  Bd  U  der  ,Dreviic»ti-,  Moskau  1890. 
SaRunnUiKs;  Mniat  sind  dio  Orflkdl  dv«  Metbodlos,  Loon  u.  a.  v«<reinigl  Hbor- 
Jekn  Sunnilungon  nnthiilton  i.  II.  dio  Codd.  Atban  1360  a,  1790;  Athon.  1350 
Atboua  a'2»0:  Atlious  329»:  Bodl.  Uarocc.  M4:  Bndl.  r.aud.  ST:  Marc 
tm.  SOS:  Tanr.  16«.  b.  II.  22  (joUt  11.  V.  ST);  vgl.  Jos.  Paaini,  Codiaen  mn 
w  ngii  TaiiT.  Alhaiia^i  I  (1719)  'ZaA  I.  —  Kinea  der  mcrkwUrdlgBUti  Donk- 
VM  pmdMtiftcbrn  AbnuiiKi-'u  «rTUllt«!!  und  in.VBtiBclai'r  Nriiiung  trgcbouou  jiDpU- 
sbicMsaunaasuiig  der  l'Ürkeiuiuil  ist  dur  Cod,  Marit.  Vll.  22  h.  17.  Man  köniite 
lall  aU  eine  Orakel weltclironik  buxeichauu,  Zuetat  wird  die  bibliHcli«<  Oe- 
>is  aar  Augaotua  entlibll.  dAcin  di«  Geachiobto  dor  rSmiaohen  Kaiser  und  d«r 
is  lur  llolBgornng  von  Kretn.  Daa  llHuptgo wicht  des  BorJehtes  f&llt  auf  die 
tiekoluig  don  Islniiiii  und  ica  türkischen  Kelc.tiee.  Kpiaodenwolse  wordon  Stellen 
I  hmI  nadnror  rropholcn  wuf  hielorische  Ereigniaso  gedoutel.  Toile  im  Kontexte 
bnng,  teils  am  äohluMo  dus  Werkes  findet  man  aibylliniBchn  und  andere  üruku), 
«r  dan  Atitn-briBt  und  daa  jüngsle  (Jericht.  iJie  vulgÜrgrierhiBcbu  TroBu  wird 
W  damh  jnmbiatbo  'l'rtinuler  in  der  Kunstauracliu  untcrbrooben.  Die  kuuei-  Kdu- 
rd  im  Titel  keinem  Geringeren  als  dum  Motbüdios  von  Palarufd.  h.  dem  Melho- 
Oljriapon)  lu^Mchrteben;  Toi''  fr  liyioit  aatpit  ij/iiür  MtSaäitiv  intaxiinav 
•  iay^i  ^*i(ifmfiirat  nfgl  tut  faniXitat  mit-  tarmr.  Der  Anfang  Inntot:  'tatior, 
iiTMf  ö  (t  'JAifi  xaj  >;  Ki'r  ix  tov  no^iiilfiaov  jinQSiroi  itt'yxuyov.  YAa  t'nicuin 
I  Onkolhoa  iit  dio  lU  durch  die  sahlreicfaen  und  mannigfaltigen  von  goUfalar 
iImI  ausgeffllirten  Illuntralionon. 

kllganainn  Hilfalilteralut;  Igu.  Düllinger,  Der  WciesnftungHf-laubo  und 
■laMtnm  va  d<T  ohrintlichcn  i^eit,  Knumers  Iliiilor.  Tnaehanbueb.  5.  Folge.  Jubrg. 
M7—8T0:  wioderholl  in:  Kleii]fn>  Schriften,  Slultgart  IMIO  a.  451-  &57.  — 
Zeaacb«itz.  Vom  rilniitu^hen  Kaisertum  dcutsebor  Nation,  ein  mittelatturliobea 
(«bat  Unl«raachuDgeu  ab»r  die  byzantinigcben  (Quellen  der  deulaclieu  Kaiaeraage, 
TT.  Vgl.  die  Bespr«eliung  Ton  A,  v.  Gutschmid,  Hinter,  Zeilachr.  herauageg, 
K.  F.  Ü  (IR7»)  14&-  154  =  Kleine  Schriften  -5  11894)  495-.'r0iI  ihior  handelt 
liil  aber  Melhodiosvon  Patara).  —  l'ebor  Bexiehungen  dea  Mulliodioszii  abend- 
PropfaeMiiucgen  vgl.  Fr.  üeisa,  Dio  Sibylle  Gottfrieds  von  Vitorbo  in  anderer 
tsdMugeBEurdautoehenüeaohicbte  19 I18TS)  373—3^0.  —  Kine  tateinisrhe  I'redigt, 
mBatnuaeh-ai^lliniacbon  Kern  hat.  od.  C.  1'.  Caapari.  ttricfe.  Abhandlungen  und 
Carialiawia  ISSO  ä.  2Ü)^  IT.:  vgL  i^.  439  ff.  —  Franz  Kampets.  Kniüerprophetion 
rMgen  bn  lUtteJaltor.  MQucben  18U&  S.  39  ff.  (die  Weiterentwicklung  iler  aibyl- 
adiliOK  ia  Ilfiant),  S.  208  ff.  (Der  byiuntiniHehe  Keni  der  inittelullerlicbon  libur- 
Sibxlla).  Daaaelbe  Buch  in  2.  Aufl.,  MUneheu  1»9C  S.  15  ff.  Der  zweite  Ejikura 
gkt  wiedwlielt.  —  Vgl.  auch  W.  Boosael,  Der  Antiolirist  in  der  Uoberlieforung 
tnMW,  dM  neuen  Tealamenta  und  der  alten  Kirche,  (inttingen  IHQü. 
risHMbflchor:  I.  Das  grosso  Traumbuch  (OrsiQoxQitixu)  des  Artemidoros 
•it  dM  Haflrjati)  war  Air  die  populAriin  ttcdUrfnisac  der  späteren  Zeit  xu  umfang- 
n  tchwet  TvniUndlich.     Man   .stellte   ihm   daher   bald   knuppere,   nieisl   in   der 

jatabiacboB  Voraon  gcfasste  Kegeln  *ur  Seite.  Wie  in  lulen  U ehe imwi säen- 
naoiMi  aicb  auch  hier  Beben  frUh  unenlulisclie  Kintlfl^c  benierkbur.  Onentalisehe« 
tgt  scbon  daa  unter  dem  Nnuien  des  obtn  (.S.  ü28i  genannten  Asirutnpsvchea 
e,  aus  101  aljihabetisEh  geordneten  Trimeteru  beateheudu  Lehrgedicht,  Ks  be- 
tfait  fiittiif  t;5piiri;V  •ft^lai'  fiXiifijv.  Die  Kntstebungazeil  des  Werkchens,  das 
■  (a.  V.)  liliert  und  Öfter  beuQlit  ist,  bedarf  noch  der  tlnterHUcbuiig.  wobei 
I  ih  Hvlrik  einail  Anballapunkt  gewilliren  dQrfle.  EIno  Ansgabe  mit  lateinischer 
lag  bnwirirta  Job.  Obaopoena,  Paria  151)9,  —  Wiederholt  Ton  tfcrvatius  Ijal- 
nvlnidaffi  16S9.  —  Kd.  N,  [tigaull,  Artemidori  Dntdiiini  et  Achmetia  Sereimi 
riticB.  AntiaiUBayehi  et  Nicnphori  vornuK  eliam  oncirocritjci,  Paris  KiOS.  —  Dann 
Buraiua,  De  Inxu  itomanomm  über  oinguliiris,  llagae-Comitis  I60S  S.  77'-'S8; 
AniB(«r4aai  1631,  -  Vgl.  t'nbrioiua,  Uib).  i:r.  ed.  UnrI.  b,2Bbt.~  Rioai, 
■Unuklopidie,  Neue  Boarboitung  2  (ISifÜJ  VW  f. 


630 


Bysantudsche  Lill«riiLur|{«echiclit«.    I.  Prosaiache  Littoratur. 


2.  Weit  elftikor  i»t  ilio  uriunUliiicb«  fierkunlt  batont  im  Ti^tumlmcbe  Ad»  Achmtt. 
das  in  804  Kflpitrln  din  'IVitumUiuaricn  der  Ä^typtvr,  l'rraor  und  liidor  onthllt.  l>«i  W 
fMa«r  bf«oichnM  >i<.'li  ula  Tinuiiiduuter  des  Mamnn,  da«  »rKt«!!  Minutota  den  KliAlifca  (U 
880  n.  Wir.):  Biflior  o»(.püa(iiiurii>',  anfQ  avi'^lu'  Uni  «ivii«*«-  'Axfitt  uWt  -lipti^  « 
6*etfo*ffii';<  %iiv  npuiroi'  ar»,'<(>i'üou  Mauoi-v.  Dm  Bucli  d«i  Actimct  wurde  tun  116U  vuj 
[.DU  TliiUL'iuui(iL>3tt<inisuliuUb«r(ietct.  Kinn  onno  Ute  in  lach  v  Uobcrv«IiaQ(!  gab  Leunclatiui 
Fnuikfmt  )&iT  (IrrtUniltcb  nnlnr  dem  Muaen  dcH  ApoinaBarJH).  —  Ein«  fruu'Huclu 
Ueb«rMtiuii^  erschien  su  Vmn  l^tjl.  —  Don  griMhiMliaa  Text  «d.  N.  KiKuuK.  AUc 
miduri  Daldinni  et  AcIuii«Hb  Sommi  V.  Ün«irooritica  «tc,  Puts  IfiOS.  —  U.  üeichvr, 
Za  AchmnU  'Oyiiftoi^itimr.  I'hiloloKos  10  (lä&b)  %4I>  f.  (Nutu  aus  Cod.  Vifidoti.  pbl.  llti. 

-  NaohtiUgo  au>  dum  Cud.  Paria,  ^r.  2419  «^  CL-K.  ItDall«,  U  cl«(  Amtam» 
d'Achmol  Abou-Maxar.  Fngmunt  ioddit  «t  booDW  varianlM.  B«nw  dw  dt.  itr.  7  (twQ 
ItOfr— S12.  >-  Vgl.  Fubrieius,  Etib).  gr.  od.  Ilarl.  »,  366  IT.  —  üriiav  a*ii  VarteMr  4h 
Ori)uuMle  Abu  Mu'ascbar  Dja'nfar  b,  Muhammod  b.  Omnr  nlUalkki  rgl.  H.  StoioacliaeJd«r, 
Die  bvbr&iscli«u  Uebersetcang'w  dce  Uittololtcrs  'i  (t]«rlin  1833)  &66— &T0. 

S.  Daa  in«trisrlie  TmumbuDh  des  ABtrninpHj-cliaa  fuid  iu  Act  BpUtorn  bvuntiDiMbci 
Zelt  reiohliclio  Nncholunung.  In  uhtloauu  Uiw  find«!  man  jambisckc  Ti^tiiiiluhrgcdiclitt 
mit  nlphabaliscbcr  Aourdnung.  GWiastiMit«ils  wacbeiDcn  aii>.  obacbon  Btc  iuiIm  vcrsduo- 
doncii  Namen  gohon  uiid  im  «imolueu  abweivb^u.  atü  B«ubei[uu^«a  dcoselbva  TexlM.  Dib_ 
beliebteete,  id  ubllusun  Haa  vorkomm^udu  Rudiiktiun  wird  d«m  Palriarcheu  Niki 
phoroa  Eugeteilt.  Sie  beginnt:  'Afx*  "Q'i  ni'rimr  xmi  nuUvt-  xui  KoMat.  Si«  ül 
in  dor  oben  flng»fahrt«nSuiutJniig  von  RiKaiilt  -  ErgAncangon  gab  au»  dctnCod.] 
2511  Ch.-}^.  Kuello,  Van  iaMito  et  Iiohdoh  variantee  dane  l'Oairacritinoa  iJo  Ni«^ 
Grdgorun,  K4)Vii<i  dein  <;t.  gr.  8  (1695)  251  2^.^  (im  Titol  dieaes  Beitrag««  int  natOrticb 
trots  der  Koktiükaüon,  Hovno  doa  dt  gr.  8  (1895)  im  —  Nio6pfaer«  Palnarch«  aUM  Nie 
plioro  GriKona  tu  aolireibcu).  —  Eine  andern  RedAktion  gebt  uohir  dem  Nanicfi  du  I'atfl^ 
arohfln  Uerraanoii:  \)rUQoxfiiiixär  luv  natfui^^ae  Kmraiayiirm!t6Xt»>t  «ege»  rif/ari' 
8i«  beginnt:  '.fi^pi  nXnntit  (fiXoCm  trSiior  löJt,  Z.  B.  im  Cud.  Vindab.  theut.  t*^ 
23'i  ful.  311—319.  —  Eine  dnttu  AuHgubv  but  nicji  (lar  mil  den  Nanwii  das  hl.  Albani»iv(] 
KOSchmDckt.  Sits  beginnt:  'Jt^ffH  fairtir  ix^t*"!"  i'S^o'  ^ff  Und  aohaiat  ilse 
own  unter  dem  Namen  des  AatrarapavDhw  v«n  Biftanlt  a.  a.  0.  «diwtea  Werite  ide 
n  sein.  Z.  D.  im  Cod.  Marc.  608  fol.  38&<'  S.  Ihr  Anfang  (Litt  A— 1)  siebt 
im  Cod.  Kscur.  *.  111.  7  und  ist  dftrntis  ediert  worden  von  E.  Miliar,  Catalt^iM  i 
maa  grvc»  A^  la  bibl.  d«  I'Kix^urinl  6.  168-   170. 

d.  Ganz  nbwoichDnd  vnn   dicner  (imppe  i«t  »in  alpbabotiaoh  gaordaetM.  ia 
abgefaMflM  IVniiinbitch,  dns  siob  unvorfrorou  ala  tluob  doa  I'rophetan  Daniel, 
an   den    KOuig  Nnbuubodunusur.  ventellig  nacht;    ^rtipoipoixdv  fitfiHor  top  «e 
.Sarnji.   Ufas   wir   ffiaiiXfit    yiiilovjoJofnciQ   xar«   tlki/äfliiioy.     Uappn:   'jlfyvfj   i; 
atttird  iär   Wnt,   n»*n(i«i'   i'iix'l"   ";f"!yti.     Z.  ü.    im  Cod.  Borol.  rhillipp   H79 1 
4'— 10*.    —    Line  Aur^äbluiig    Kriui-biiidiur  Autoren,   die   al»  'lVauinde4it«f   xiliorl 

Sibt  Fnbricius.  Uibl.  gr.  ed.  Ilarl.  o.  26S  t.  —  Wiohligu  NachwMse  und  KfkUnafi>>1 
ia  AurJi  fllr  das  Studium  der  bjzantiniscbe»  TraumbQober,  ZaubennrUdie  «.  a,  v,  n  b*] 
Bellten  sind,  gibt  K.  Iticss.  Volki>tnnilich«a  b«i  Arteuudoros,  Rhein.  Mna.  49  (ti^)  inj 
bis  lil3.  —  Vgl.  auch  din  muhrfarli  mit  den  crieobiscben  Vonokriftea  vcrwRudlM 
aoaindiaclionlVaunibüuhcniboiK.  i'iachol,  ZeitBcbr.  d.  dentMli«n  mutveoUad.  Q» 
40  (1880)  114-119. 

8,    Donnerbfloher,  ZnokonKabflchar,  Kahlonmantik,    Dachorakai,  Gm 
mautiu  u.  B.  VI.    Di«  Kleinlitt eratnr  des  Aberglaubens,  die  in  die  Knbrik*n  diMer 
aohrirt  füllt,    iitl  nucfa  weniger  erfataeht  und  niginglirb  girmaehl   ala  die  Ulkfcar  aal 
Oobieton  der  Astrologie,  des  Onikclwesens  und  der  Tmumduutung. 

l.  Denn  erb  (Icher  [BgoriaXöyta)  sind  blufig  Qborliofort  i.  B.  in  dan  Codi.  TtU 
106S  fol.  ie2  IT.:  farie.  2118  ful.  77-81;  Ämhros.  B.  81.  sup,:  rbillt|•^  UTT.  - 
U.  J,  Kslaieakes,  Uaytoitirör  airkayiäfiar ,  fiooftMyiov  rai  atiiffiviiiym' ,  amt0ml 
U  (1S93)  3IA  31»;  7S5-H00.  -  Vgl.  C.  Wacbsiuuth  in  seiner  Aasgabo  dea  Üb«  * 
uslenlin  dem  Jonnnes  I.niiTpntiiiB  l.jdns.  Leijui«  1«63  8.  XXXII  ff.  —  Gia  Broütekp* 
aua  Cod.  Ambras.  K.  Si.  aup.  ed,  R,  Wllnscfi,  Zu   Lydua  Do  ««tentis.  B.  8L  6  (I*^ 

3.  Wenig  ist  von  mitlfilgri(rcliist.'hen  ^uchungHbüchoro  bekannt,  üebar  die  MW 
cdierto  Schrift  uiue«  gi'wiiuiL'n  Melnnipus.   der  angnbticb  unter  rtolonaeoa  PliiladelfkM 

lebte  {Mtiäftnoäoi  Uifoyiiofifjaifoi!  Ilepi    naXfiiür    fjurtixi}   npo't   nioitfmiay    faailia)  nl 

andare  Sachen  dieser  Art  «.  Fabricius.  llibl.  gr.  od.  Hart.  1,  110-118.  Kin  griorUKh» 
Znokongabuch  ist  mit  der  Hpokr^plii'u  Littunitur  der  Hogonanateo  KTrasiden  den  tler»** 
Triamegiatoa,  llber  die  suletzt  U.  Uaupl.  PliÜologus  48  (1689)  !tf)— 874,  gabmidelt  W. 
verbuildijo:  '(viiuor  T'^ia^4^i'aroi<  j|((ij  vir  [itlmr  lei  oWfei.ten  ■  Star  layytv«**,  J"^ 
arinit.    VgL  Wusselofski,  a.  uutuu  a.  0.  —  Daa ZuckoDgabnob  ging  aaoh  am  däaSiM 


'acbwiM«iiaclun«B.    Zoologi«,  BoUaik,  Mineralogie,  Alchenu«.    (f  261)     ^1 


Vgl.  U.  Gditor,  Du  tOrkiidie  Zuokiuigsbook  in  RiudAuwi,  Ztüuikt.  t.  riHiiantsab* 
np«  4  (1880)  U— 71  (venucJtt  «in  rumlkniKchDs  ZucfcitngibDob,  dM  von  Molampua 

■bwmcbt,  auf  oin  t&rkJMli««  Oricinnl  KurQ(^kzunlhr«al).  Don  die  UemnrknnKcn 
,  Weaaolofiiki  (d.h.  A.  Vva»lovt>kg),  Zum  rum&niaahon  ZuolniDetbtiefa,  Arch.  bIbv. 

&  (1881)  469  f.    Dio  dort  Mng«fUlirl«it  slavUchen  Zuekungiibaehcir  ainil  mir  uniu- 

a.  Dia  Zablonmantik  wiiil  in  d«r  Rag«!  auf  Pj^tlingonu  luiUokgonUtrl.  Sic  W- 
hi  der  Kniust,  die  aus  den  Buchstabon  dea  Namens  «inua  Mvu^rlion  siub  iTgobfud« 
M  bereckneu  und  dJMU  mit  irK;«<iid  «iner  andsreo  Zahl  zu  küiiibiuii^ruu,  um  dnnua 
iktuilt  111  »rfftbron,  HniiptscUrift :  F.  Tanaery,  Notice  sui  dea  fragmenla  d'oao- 
«Dti«  ariUimöHc|uc.  Not.  ot  «itr.  3t  (1886)  S.  Sil-SflO. 

■4.  Dia  im  AtuMiitlniidn  ho  bolinbto  Siltn.  durch  fÜitdiprobon  nua  borOhmtcn  b^lligca 
Hb  «U  fiiofniiDii  ItUcliom  wio  Vcri;it  und  Orid  di«  Zukunft  ku  orforechon,  wnr  bei 
imatnara  wenig  bekannt.  Kino  Anwciaunj:,  wiu  man  aus  dorn  Kvangnlium  und  dam 
r  die  Knkilnft  erkonnm  künnc,  alebl  milur  dL-m  Nhtiidu  LnonK  den  Woiii«n  im 
BeroL  PkJIlipp.  H7d  (ol.  1^-4';  JlfMorfof  ii\ioyvmai'*>i  lot  äyiov  tvayyeXiov  ij 
vlfmi«»  '  !i«ii;/Hi  xi'cnv  Afai-tof  rov  tfofpai'.  —  Eiuu  Pstiluivub('at.'liwünmg  ntcht  im 
i^ineob.  bist.  gr.  129  fol.  12  {'Pal/ioi  nSiffliftoi  r{(  auf  nfiiSy/iav.  '0  C  it"iXfi6i 
«ar  t/f  üriffairttr  Jtfiiynr  etc.). 

5.  Oconianlie:  Di«  Oaomantie  de«  porsiaobon  Philosophen  Zanataa  wurde  vou 
IltBcbc  ArMnioa  ans  dem  Foreiacheo  in  griaohiachc  politiaclw  Verae  QberlraK^D'  '^ia 
s.  B.  im  Cud.  Vindob.  pbil.  gr.  lOS  (Keaael).  In  einem  Fuisnr  Codex  (Colbort. 
iat  ala  Varraaeet  Aatranpejrcho»  genannt.  Vgl.  t'abriaiua,  Bibl.  gr.  ed.  HarL 
E. 

t.  fleachwSrangefnrmoIn  u.  n.  w.;  lieber  dio  Kum  Niuderachreibnn  ron  JCniibor- 
Mo  dienlichen  Matrrinlien  (i'npicr.  'J'into  ii.  s.  w.)  gibt  inlereeaante  Mitteilungen  nua 
ren  ilaa  N.  Folilm,  n«Xat<ry^nifiMt} ot^x''"^"}''''  ^  tiü y  fiayi nur  ^ifiiiior,  B,  Z.  1  (18Ü2) 
((I.  -  Dam  die  llcmcrkungon  von  M.  CirOnwald,  Zudcn  ZnubirrbOdiom,  U.Z.  2(111113) 
tu.  -  Kroat  Kuhn«rt.  KKLivrxiLiiber.  Rhein.  Muh  49  (1894)  87-58  (über  den 
n  PoriiHV  i(aebi>rpopVTUB  und  nen^riecbiache  Zauber vuiHchTitten).  —  Manebea  literbur 
lae  aaek  bi-i  Kot>.  Puoba.  Wunilermittel  aua  der  Zeit  dea  Qalonoa,  Jabux  .Tahrb. 
isH)  137 — 148.  ^  Leu  Allatiua,  De  Oraeoorum  hodie  quorundam  optnaliunibua 
b,  Ai»«i>dix  dea  Workea:  Do  ieniplis  Graeconim  recentioribn»,  Colouiae  A);ri|ipiiiue 
—  Die  aeliT  roirlie  Lilteratnr  über  dvn  Deueriocfa lachen  Volkattlaulien  kann  hier  nicht 
Hat  weiden. 

261.  Zoologie,  Botanik,  Mineralogie,  Älchemie.  Von  oinom  in 
em  Sinne  wi»iM<Dschnft.iichcn  Arbeiten  auf  clie^eit  tiobictoii  und  einer 
«  entspringenden  on'giiiiileii  litteranscliün  Produktion  kann  in  der 
Itinitw'lieii  Zeit  eltensowenig  die  IU>de  «ein  als  im  abendländischen 
latter.  N«ben  «incm  mehr  oder  weniger  vereinzelten  Studium  der 
herrscht  in  den  genannten  L>i.sziplinen  eine  phanta8ti»clic,  wc»«nllic1t 
I  par8doxot^^apllil^t.'llc  und  geiioitnwi»»ün8chftftliciie  (Jo^ictit^punktü  be- 
lle ThiltiRkeit. 

Dio  zoologische  Litteratur  der  byzantinischen  Zeit  wird  erülTnet 
I  dM  Timothco»  von  Uaxa,  der  unter  Kaiser  Änastasioa  I  lobte, 
irObor  die  indischen  Tiero.  die  Suidas  8.  v.  Timothoos  erwähnt.  Leider 
I  sich  von  denselben  nur  tlxzerpto  erhalten.  Aus  der  spKtercn  byzan- 
boD  Zeit  üii  die  erfreuliche  That«ache  hervorzuheben,  daes  dio  Tier- 
Nicht«  de»  Aristoteles  studiert,  und  bearbeitet  wurde.  Vgl.  S.  26:1  f. 
Bbict  der  Tierkunde  gehören  die  in  Byaanz  viel  verbreiteten  HUchloin 
Falken-  Geflügel-  und  Hundezucht  Ein  Falkcnbuch  (i7tpi  »»"f  »wv 
tp  mtrtQoyi^^  Tt  xai  /ffprrrrfi'nc)  verFäsHte  der  S.  615  genannte;  Arzt 
itrioa  Popogomenoa.  DemseUn-n  wird  mit  geringerer  Gewähr  auch 
Inndobucli  (Mvroaiyior)  zugeschrieben.  Beide  Schriftohen  nebst  einem 
Wien  Vogelbueh  (iertoftöyiot)  edierte  R.  Herchcr,  Aeliani  varia 
»a  (Leipzig  1866)  333  ff.,  517  ff.,  585  ff.   Vgl  H.  Kohl,  Zu  Ueme- 


632 


BysaDtuueehe  LittMaturfeB^hieht«.    I.  Ptoaaiscbo  Litt«rktnr. 


tria«  llioiaküsopluoii  g  23!^.  Jahns  Juhrb.  117  (1»78)  '>^fi.  Ein  anonfcd 
Falkoiibuch  ud.  tiiil  duuUdioi-  Übernetzung  aus  einer  Wiener  Haiidüchrffi 
Hammer-Purgstall,  Pulknurkloo.  bti«toiiond  in  dri'y  uugodruckUvii  Werken 
Ober  die  Falknprey,  PesÜi  1810  S.  81— 93.  Eter  Titel  des  Schnftcbena  lautet: 
'IfQaxoaofiv  fi(  iai^fiay  öfftiaty  xni  W<  xonät  xa'i  xc^f**  "'"*'  C<*/'^>'<'*'''  9**^ 
KOi'(mr,  irtt^nüiv,  U^aximv,  r^oegaxiiav  nai  ölcnrrfpitjrwt'.  Gegen  da»  Ende 
dc8  byzantinischc-n  ZeitraiinK-s  vorfasste  der  Bftt»>liiichter  Manuel  l'tiiles 
ein  groHäe»  L(3hrgodiclit  über  diu  Eigcn»cbufti.iu  der  Tiere  und  eine  poetiiwlie 
Be&clu-eibung  des  Elefanten.  Vgl.  den  §  PIiüuh  im  AbHctinitt«  .PruEui- 
poesie'.  Da»  «■ichtigste  /oologische  Werk  der  byzantiniöt^ben  Zeit  wtr 
der  fhysiologos.  Vgl.  den  iiini  gewidmeten  §  im  Abschnitte  .V'utgär- 
gnecltische  Litteratur."  ■ 

Mit  Botanik  bcHchäftigten  eich  die  Byzantiner  Tftst  nur  mit  VSeF 
sieht  auf  diu  priiktiäi;ho  Verwendung  der  l'Oauzen  und  FrÜL-btc.  Diilicr 
sind  die  wichtigsten  Aufkläi-uiigen  Über  die  botani»ehen  Kenntntsso  Ar 
Mittelgriochen  in  ihren  landwirtschaftlichen,  medixiniachen  und  pliam» 
kologiechen  Werken  zu  suchen.  Vgl.  S.  261  IT..  613  ff.  Ein  anonjnui* 
griechisches  Gedicht  über  die  KHiftc-  der  l^flatizen.  das  in  dum  berOhmUn 
Wiener  Codex  des  Dioakorides  aufbewolirt  ist ,  ediert«  neuerdings 
Haupt,  Berliner  Index  lectinnum  1873|74.  Zerstreut«  Bemerkungen  flt 
Pflanxen  öndet  man  auch  in  geographischen  und  historischen  Werken, 
sonders  bei  Kosmas  indikopleustcs  (s.  ^.  412  IT.)  und  Miehavl  Glyt 
(«.  S.  380  ff.).  Nicht«  Näheres  iut  bis  jetzt  bekannt  Ober  die  z.  B. 
Codex  Vatic,  Palat.  77  überlieferte  Schrift  des  Meophytos  ProdromeiHl 
Über  die  IMIanzen. 

In  der  Mineralogie  herrscht  nocli  ausschlie-esi icher  al»  i»  dtrZi 
logie  der  occultistische  Cliarakter,   und  Ober  das  Studium  der  vemoiD 
liehen  GutioinikrKfte  der  Mineralien    sind  die   Byzantiner    nicht  hin 
gekommen.    Ein  Zeugnis  dieser  Auffassung  ist  die  unter  dem  Namen 
PselloH  überlieferte  Schrift    .über   die   Kräfte   der  Steine*    (//f^  ^9 
ävtnfttiai),  die  bei  Ideler,  Physici  et  niedici  graeci  minore«  1  (1841)  12141., 
gedruckt  ist.     Nichts  Nühorcs  wissen   wir  von  de«  Noilos  Diassorin«i 
Schrift  .Über  die  Steine".     Vgl.  S.  560. 

Mit  der  Mineralogie  eng  verwandt  ist  die  Alcb  ernte  d.  b.  die  Ka 
UetBlle  in  andere  umzuwandeln,  die  bei  den  Griechen  gewCdinÜcb  als ' 
heilige  oder  die  göttliche  und  heilige,  auch   die  gross«  und  beihgi'  Ko 
(Ifgiif   Otfa  xal  l*pä,   /aytiXt^   xal   Itgä  tix'''i)   bczeiclinot   wird,     til  il 
Kcrnü  ägyptischen  Ursprung?«,  zweifellos  ausgegangen   von  der  rein 
tischen  Grundlage  der  Metallliirbung  und  MotallfUlschung,  später  mit  i 
sehen  und  astrologischen  Dingen  verquickt,  beginnt  die  Alchemic  bei  M 
Römern  nnd  Griechen  seit  dem  3.  Jahrhundert  n.  Ohr.  eine  nierkbaro  Bellf 
zu  spielen.     Die  ältesten  alchcniistischon  Denkmäler  sind  der  Luidvoti 
Papyrus  X  aus  dem  Endo  de«  3.  oder  dem  Anfange  du»  4.  .lahrhun 
des  Pseudo-Domokritos  Traktat  fPvamä  xai  [tfciiKä  und  die 
Chemie   des    Moses.      Den    grflsBten  EinßuFs  auf   die  Folgezeit 
Zosimos  aus  Panopolis  in  Ägypten,  der  wahrscheinlich  im  Anfang 
4.  Jahrhunderts  ein  aus  vielen  BUcbern  hestehendeji  Werk  alchemi^tiachti 


DwuSniscKaRra.    Zoologio.  BoUnik,  Hinenlo^ie.  Alch«nu«.    {%  S6I)     633 


u 


niid  verwandt«»  InliMÜ«  vurfasstc.  Ala  Kuriosität  sd  erwähnt,  dass  ein 
Fnginciit  (los  Zosimoü  die  älteste  gi-iechi^che  Anwpi^iung  zur  Bereitung 
Jes  Bieres  enthalt.  Andere  alchenitstiäch«  Si'hrift«tcllvr  »t»d  Synesio» 
tga  dem  Ende  de«  4.  Jahrhundert«  (sich«r  vemchiedoD  von  dom  bcrOhinten 
KKbofc  die«««  Namens)  und  Olympiodoros.  der  \'ielleicht  mit  dein 
Qfechichütcbreiber  identisch  ist  i^wei  jetitt  nicht  nielir  vorhandene  alche- 
DistJHche  Schriften  waren  mit  den  Namen  der  Kaiser  Justinian  und 
eraklioR  geschmilokt.  Ein  umfange! cites,  aber  inhaltlich  dürftiges  Werk 
i  x^fatutotTa^  geht.  wahnH-lifinlich  mit  Unnschl,  unter  dom  Namen  des 
itbemntikers  Stephanos  von  Alexandria  (it.  S-  G21).  Die  Lehren 
Stephanos  wurden  von  den  nach  ihrer  i^eit  und  Person  unbekannten 
mistischen  IHchtom  Heliodoros,  Thoophrnstos,  Uicrothcoa  und 
elaoa  in  byitantinistheii  Triinetern  wiodergiiguhen.  Wichtig  sind 
i  byiMintiuischu  Kummeatatoren  aus  dem  7.  Jahrhundert,  der  .Christ" 
der  .Anonymus*.  Wenn  .tchon  die  znletst  genannten  Alchomislon 
ibir  nicht  mehr  praktisch  thfttig  waren,  so  scheint  in  der  späteren 
lÜnischen  Zeit  die  Alcliemie  nur  noch  in  einigen  Uttorarischcn  Ver- 
ben fortgelebt  mi  haben.  Zwei  wichtige  Samndungon  alchemistischer 
Aber  deren  Kntstehungtueit  sich  zunächst  nur  vermuten  Hisst, 
•M  im  Zusammenhange  mit  den  grossen  t^ammhingen  des  10.  Jahr- 
iiierte  stehen,  sind  uns  im  Codex  Marc.  299  und  im  Codex  Pari». 
8327  erhalten.  Als  Verfasser  eines  Briofua  über  da«  Goldmachen  (//*(>' 
ltWu^)  wird  r»ellos  genannt.  Vgl.  S.  442.  Kine  ähnliche  ScIirifL 
unter  dem  Kamen  des  Philosophen  Mikephoroa  Blemmydes.  Daxu 
it  die 'fip/ir;i'*r«  i^^  ^7riorrj/^f_s  »1*5  Xp"""'"""*?  des  Mönches  Kosmas. 
iges  alchemisti.schc  Material  enthiilt  eine  .Schrift  des  Johannes  Kana- 
los:  vgl.  §  231.  Dass  die  Alchemio  bei  den  Mittelgrie^hen  etwa  seit 
6.  .lahrhundert  keine  praktische  Forderung  mehr  erfuhr,  ist  um  s» 
;  als  sie  bei  den  Oriontailen  und  Westeuropäern  noch  Ober  ein 
isend  lang  rege  gepflegt  wurde.  Im  6.  Jahrhundert  kam  sie  von 
Griechen  zu  den  Syrern,  von  dioeen  »päter  zu  den  Arabern  und  von 
■a.  wie  schon  der  arabische  Artikel  des  Worte«  verrät,  zu  den  Wwit- 
iflem.  .Sie  starb  erst  in  der  neueren  Zeit,  nachdem  aje  eine  lehonM- 
Tochtor,  die  Cliemie,  erzeugt  hatte. 

Ausgaben  nnd  Hilfsinitt«!; 

1.  Zoologie:  Ilar  Ottmar  I.enE,  Zoologie  4er  sUnn  Gn«eb«a  und  lUmor.  ilcuUnti 
AMoAgMi  atta  dor«rii  8cl>ri(t«<ii,  Dfbrt  Anmerkung«!),  liolha  18M.  —  CNriin.  liimrhii^lilu 

Zsaloci«  bü  auf  J.  MDllor  untl  Ch.  llnmin,  Klllnclien  \iiVl,  —  Kord,  lloefcr,  llinluii» 
b  ZeäTope  ilepQia  Im  tt-nipu  Inn  plus  ruculua  jusqu'a  no«  joura.  I'arii  1>473  («kmuinliall 
obfriltrblichl.  ~-  L'cbcr  dio  nnugtirrhiscb«»  Tieraamon  unterrichtet  D.  lltk^la»,  Hut 
■Mcncloturr  modiinio  de  In  (aune  grcpque.  AoDuairo  de  TaaiKic.  12  (IOT8I  208  —  287. 
JakUwItiKa  Uittailnn(;ea  abei  die  Vilbel  iin  heutiiten  Üriucliealand  bei  Aug.  Hommipb, 
gciMUMlw  JabraMUM.  Scbl«««ig  lt<T3-18T7  .S.  15^-330.  —  Timothoo*  von  (lata: 
VMnte  Mni«t  Ti«rbA«]i«r  ed.  nient  obiii>  Autornamvu  Chr.  Pr.  Hatltiaci,  Ilrevia  bial^r^a 
*ateabun  «niptoiriB  mternymi,  qui  ««culo  XI.  sub  Cnnslnatinn  Mimomaclio  iinppr»l«rc  C>mi- 
*tntlBopoli  SoTiÜt,  in  den  n»ixlXa  'f:kX';iiMii  aeu  \'arü  liraocH,  Muakau  1811  8.  1-  04. 
—  Uhu  »J.  Stanke  de«  Textes  mit  Zositun  M.  Uaupt.  ¥.xcvr\>tH  «x  TinaÜw)  Qaiael  libria 
4*  HiinatibiM.  Mauridi  BauptÜ  opasonla  »  (I8T«)  214-  »ß.  -  Kin  OrMcmplitta  irt  Mnter 
4e«  Kanwii  des  KaiMre  l.eon  dt»  Weisen  Qberltefert  x,  K.  ia  deu  Codd.  Kaear.  lt.  III.  9t 
♦.  IV.  10;  Ä  IV.  20.    Vgl.  Kabricioa.  Bibi.  sr.  ed.  Harl,  1,  211. 

2.  Botanik:  Dauptwvrk,  in  welcbcra  sncb  die  littentUstarMckeHeUesorKAltigbertelt- 


884 


BfionUtiiKti«  UttAraturgOMobiobte.    I.  ProBftiaob«  LitUratnr. 


■iehtigt  Ut:  Rrnxl  II.  K.  Mcjor,  Uncliiclita  der  Üotutik,  4  Udv.  KAnigibcrg  18&I— 1^7. 
-  f.  Hari^T.  ilintuirr  de  In  boliiniqu«,  ie  In  mto^nlogto  «t  de  In  gi^olocic,  Paris  1681 
Th.  T.  HoIdrLik'li.  Vi»  Nutt^illaiuvn  UriocIiMiluda.  Uit  boa.  BfirGckiüclitigDDf  d« 
dnc  Deugmdi.  und  pulnti^.  Vulguniimi>n.  AtliuD  1862.  —  Tb.  v.  HeldrOH.'b,  PflüiEen  in 
■tUndicn  Ebuiia  bei  A.  Mommson,  Qmcli.  JnhrMwitiMi  S.  4Tt^&$T.  ~  Uebw  die  bol*> 
ninulie  Noiuciiklatiir  dur  itl(«n  wie  dar  mittHUltMlicbun  Zeit  unterridiUit  das  T«rdiuuUieha 
IIucli  von  ßisrnli.  Laiij:kflve],  Boltmik  der  epflleren  Grieahen  vom  8.  bis  nun  18.  Stht- 
haniett.  ßoiUn  18(S6:  dortselbst  S.  XXII  f.  bibUognptiiBohe  NoÜtm  ahmt  die  botaaMa 
LitUtrulur  der  Uyiuttinor. 

3.  Mineralogie:    ü«bor    griooliisclia    Qnell«n    miltclnltnrlicber    Scbrift«!    Ol 
mngische  Steine  handolt  V.  Hoho,  Dunigeron  do  lapidibtM,  Il«miM  9  (1875)471- 

4.  Alcliomie; 
A.   AusKnb«n;  llfluptsAmmlung  Kriechischcr  alcbemiatiocW  Text«:    CoUa«tiaa  . 

Uiciens  nJchiniiaten  (;r<irjq  public«  pur  U.  Etortholot,  nveo  In  cultiiborntiaii  da  Ch.-r 
HuflII«.  Stldo.  I'nrii  If'S^.  IHHH,  1^9.  Der  erat«  Bond  «ntbftlt  di»  KinlcJttuig  flbar  die 
9oliirhto  der  AlnliiMnin  mit  Noliion  Ober  Um,  Abbildungen  roB  aIabeMinliBäi«n  üteEBiilten 
u.  B,  w.,  der  tn-iüte  dio  ^ecbiwben  Texte,  der  driUe  die  fnaüMaAt  Uebenetxung  itr 
üollivu.  7au  IleurloiluDg  d«r  AuHgabe  vgt.  W.  Mejer.  Venei<JiBis  der  Hsa  in  pmini- 
Bolmi  St«ute  I  1  (l^Bl  5.  —  Zeeimi  PanotiolitAni  de  zjrUioniin  «onfectloae  fragmntuia  bum 
üTiniuni  JKToei'o  et  latiue  ediliuu.  Accedit  lusloriii  »iharani  sive  oerariaünm  elo.  eoip«! 
P.  Cbriet.  U.  Grüner.  Solisbaei  1814.  ~  Du  Fraginent  iiu«li  in  der  Sunmluag  vea 
Ilerthelol  («,  n)  2.  ^T'2.  —  Alb.  Jahn,  Cliemic«  gmccit  o  codicibM  bi»*  Mxnarniuii  U'i 
et  ilcrneiiHi  b19.  Itevue  dn  philnloKie  15  (1891)  101—115  (kimco  Aanflg«  «m  ■Inbeinistür.bfn 
SdiriftM)  de»  Stephane«  von  Al«xAndria.  Sj-DMiwt  und  Heliodoro«  mit  g«acliwilugMii  Kon- 
moDtAr). 

ß.  Tliirsrniltel: 

/.  Allgeineine  Darstellungen:  K.  Cbr.  Scbmieder.  Geechtcbt«  der  AldMBii, 
Il&Ua  1R33.  -  Ffrd.  Uoefot,  Histuire  de  la  chimio.  2  tom<«,  Purin  1H|2— 1843.  I>M 
in  neuM-  Boarbeituiig  nie:  Hi8toir<'  de  In  phyiiique  dt  de  In  cbimin  drpnis  Im  teoir«  Im  pl* 
rMuUa  jusqu'it  iios  joiirs,  I'arlH  18T2.  —  Rin«  guto  liobcmicbt  Ubnr  dra  tiUao  ItnecbtUt 
und  itm  Wesen  der  Alchoinie  gnb  M.  Ilorthclal.  1.0»  originoi  de  t'alcbimi«.  Phm  I!A 
(im  Anbnug  Annljäe  nlrboniislisrhor  Popyri,  Bmcbreibung  gtwcbisdier  «IchniBMITtlto 
Itss  u.  H.  u-.|.  —  M,  fiortliolcit,  I.n  chimic  nu  moyan-&gc.  Turii;  1.  Kwi  mt  la  ttmr 
mimoii  d«  In  seien™  anti([Uo  au  moyeni««-  Doctrine«  pt  pratique»  rbimiqnca.  IVaditiM 
iMbniqiKa  et  traductiuee  nrnbicu  Utiii««.  Tone  2.  L'Hk'hiaii«  ByTi*<|Ut<  etc..  svec  la  i 
beration  d«  Robeas  1>utb1.  Tome  X  L'alcbiniio  arabe  etc.,  avee  1«  eöllabonUioo  de  Be 
Paria  IgSS.  —  Ein«  Itnuppe  r«be<T«icfat  ^nb  M.  Berthelot.  La  Chimi*  daaa  l'aalimiWj 
M  tnajren-Ogn.  Rt><ni*  dM  deux  uondee  119  (1893)  31&— 334.  —  H<irin.  Kopp,  W  ■ 
cbemie  in  Älterer  und  neaer«r  Zeü,  2  Teile,  Heidelberg  18Sft.  —  H.  W.  Scbftfer,  ' 
Akheinie.  ibr  ilKTptiäcli-KrieclÜMhfr  Urspranc  und  ihre  writ««i  bMor.  EntiricklMig.  Fl 
bürg  ism.  -•  Ernst  von  Hofer.  lti>scbichtr  der  Chemie  vea  den  UtoKtMi  Zeilsa 
Kur  (<og»nwari.  Loijins  IfÜtS  (liobandclt  da«  Alt«r1am  and  Jültnltalter  nnr  gan  km).  4 
Kino  trellliclie  DafMctlung  der  IturJiHht«  der  gtieekiscben  Alfboaiie  bis  xubi  I.  Mc 
biuiitctt  gibt  Hi««fl.  Paul).!  Üe^efuj-klop&dMs  Kene  Besibeitang  1  (1894)  133S-I3U. - 
Kine  ftUgemoin«  l'ebereiekt  aber  die  träsohichto  der  Alcbeiaie,  Aatrolugi«,  der  WakfBje- 
klnst*  u.  a.  gibt  Carl  Kieaewetler.  Die  Geheim «JasMachaflen,  LeapoR  1885. 

a.  Spesialacbriften:  Herrn.  Keftp,  BeUtlf e  rar  Ose^ielit«  der  Ckiww.  ZSoAi. 
Drauascbweie  1889-1875.  —  M.  Berlhelet.  1«  dtmle  de« bcystieu d'awi«  hauOTiv 
d«  l«(d*,  Annsles  de  ehimte  et  do  pbj^iiii«,  VI.  s.  (ome  9  (1886)3—65.  —  31.  flprthtl(]| 
•'!ur  le«  comniMitateurs  des  rieax  alehimiiiteii  grecs,  JixRBU  des  Savanls  1888  ;<.  1<# 
Um  AmoIiIbsb  sn  sewe  Collection).    -  H.  Borlhelet,  Snr  le«  tracoa  d«  iSerit«  sie 
HW««  tmoMTfim  dans  Iw  Irsilm  latins  da  nteiren-Age  et  eur  toiivrage   iatttuU 
M(lot*pboram.   Josraal  dea  Ssnats  1880  S.  S14-5IS;  S73-&S6.  -  PanlTsBs*^ 
M^  an  los  alcbiniitM  gntm.    9jaialat  k  DkaM»,  B«vBe  de«  it.  gr.  3  (1'" 

CZnr  feberlieferung:  Vor  allem  koBunen  in  DetmcU  die  Codd.  Marc  Mi 
Paria.  «87.    Da»  die  Cadd.  Unr.  8«.  16;  Neapel.  III.  D.  17-19;  Escor.  ♦.  1.  U' 
^'.1.  18;  llero).  Phillipp.  IMO  u.a.  Kin«  ZnsaMisMUUng  der  UMcabH.  I 
liRKe  m  tiMchtTht«  der  demie.  SHldc  2  (1869)  SSS-SIS.   -   G«iuiMr«  Bm^ 
•Hid    Analnen   gab  U    ilerthelol.   Los  of^tne-  de  lAIckinie.   Pari«  188»  6. 
imd;  (Wleetwo  de«  anciene  alehimixtes  R*es  I  (1SS8I  173-219   und  2  (1888)  ' 
KrieebMeken  .ind  iMetHacJMn  aMMMstisckm  tisa  in  B«a  beMsbreibt  Andr«  B 
!r''<'^a  "i'JSr  ■""  oMumiq^MS  de  Reoie.   Arduves  den  Biaiu»  scicntifiqaM  lU'  i 


7.  FBchwiBHBBchaftca.    HilitftrwisfteDsuliftft.    (S  2Sä) 


635 


P  363.  Milit&rwistwnschaft.  Man  pflogt  den  Byzantinern  tot«  ßücher- 
gelvhrtionikvit  und  unfruchtbare  Scholii8tik  vorzuwerfon;  dass  dioser  Vor- 
wurf b(.'deuki)<ler  PlinsehrÄnkungcn  bedarf,  ist  in  dor  letzten  Zeit  wiedcr- 
hott  nachgöwiesün  worden.  Eines  der  Gebiet«,  auf  dio  er  nicht  zutrifft, 
i«t  das  Milil&rwüMQ;  liior  wünschten  wir  im  Gegenteil  etwas  mehr  BQcher- 
wetsheit.  Wer  mit  der  hyMntinischen  Kriegsgeachirhte  des  10. — 12.  Jahr- 
hunderta  vertraut  iat,  bewundert  die  hoho  Ausbildung  de»  Landheeres  und 
iu  Flott«,  (Uireh  wolelic  nbor  unermetdidichu  B»rbaronhv«re  dio  schanston 
Brfolgu  vimngt'^u  wurden.  Aber  neben  dieser  bedeutondL'n  praktiscbon 
BtUiitigODg  der  kriegHwissenachaftlichen  Kenntnisse  steht  keine  ebenbürtige 
ll&riBche  Litteratur,  und  man  kann  «ich  dio  Thataache  der  hohen  tak- 
len  und  di.'U'.iplintlren  Ausbildung  nur  durch  dio  Annahme  einer  müchtig 
:i-nd«n  Tradition  erklären.  Die  littcrariHclio  Seite  der  Kriegntkunst 
wenig  gepflegt.  Wie  in  allen  Wissenazweigen,  waren  es  auch  lüer 
it  die  Werke  der  Alten,  die  studiert,  abgeschrieben  und  exzerpiert 
ohaclion  ihre  liobrcn  f\lr  dio  günzüch  veränderten  Verhftltnisso 
kjrxantinittchen  Zeit  unmöglich  pa»t>en  konuttiu.  Sutnmlungen,  AuüzUgu 
('uruphraäon  der  alten  Taktiker  und  PoHorketiker  wie  Biton,  Heron, 
ilon,  Athenacoa.  Aeneas,  Aelian,  Polyaen,  Apollodor,  Ono§an<Icr  u.  a. 
in  mehreren  Handschriften  aus  byzantinischer  Zeit  erhalten.  Auch 
I  itr  gromen  historischen  Sanindung  dos  Konstantinos  Por]>hyrogenneto3 
Itf  «in  Kapitel  //r^i  at^trti^ytjimaiv  Aufnahme  gefunden. 

Die   selbständige    Leistung    der   Byzantiner   auf   dem    militarwitaiOH- 
«hiftiichen  Gebiete  bescbrflnkt  sich   auf  wenige  Schriften.     Im  Anfange 
ira  6.  .lalirhundort.s   verfo.'tstc   Orbikio»  ('Oeßi'iao;   auch    Ov^itt'xioc)   eine 
Meine   Schrift   {'E.ittilSivfia),   in    welcher  er   dem  Kaiser  Anaätasio!«   vor- 
ig, als  yorteidigungswaffe  der  Infanterie    gegen   die  Kavalleriu   der 
n    trnmtportuble    Sturmböcke    (xnrövfg)    einzufilhren.      Ausaerdem 
(i  Orbikios  einen  Auszug  der  Taktik  de«  Arnan  (taitcixöt']  und  einen 
Etymologicuni  Magnum  erhaltenen  Artikel    über  die  Unterabteilungen 
Ifeerea  und   d*-rt>ii    Fühi-cr  {'Offßixhv  twi-  «fpi  rä  at^ättviia  tälttov), 
Ei»  durch  S^-llMtandigkcit  ausgezeichnet«  Schrift  eines  Unbekannten 
tbcrdi«  Kriegs  Wissenschaft  als  Teil  der  Staatswissenschaft  entstand 
U  der  Zeit   des  Kuiaers   Justinian   (/ioAinx^;  n^axtixäv  ji>«'^o;   i,t(»   iregl 
«(f«iij)w^<).     In   der  Einleitung  Uus^ort  der  Verfasser  die  Ab«icht,  auch 
Ite  den  Seekrieg  xu  handeln;  davon  ist  in  der  edierten  Schrift  nichts  xu 
Men,  vivlltficht  aU-r  st«ckt  diese  versprothene  Arbeit  in  der  leider  eben- 
verstfinmielton  anonymen  Schrift  üher  den  Seekrieg,  welche 
Müller  gefiinden  und  vernfTentlicht  hat.    Ktwa»  spJlter  entstand  das 
itiriBche  Werk  {£t(faitji)i6t).  da«  unter  dem  Namen  eines  Maurikios 
Bbvriiefert   ist.     An   den  Kaiser  MaurikJos   als  Verfasser  zu  denken,    vor- 
ntteo  innere  Urilnde;  vielleicht  ist  der  wahre  Autor  jener  Kufus,  der  in 
iiai  Luges  militares  ala  Verfasser  eines  strategischen  Werkes  zitiert  wird. 
IW  sogenannt«  Maurikioa  gibt  genaue  Auafilhningen  llber  die  Au.sbildung 
wd  Einteilung  der  Hc«re.  nber  Strategik   und  Taktik,  Über  das  in  der 

E*'™"'""'"'*ion  Kriogsfdhrung  stets  stark  betonte  Mittel  der  Hinterhalte, 
Bfeebtuwoiti«  der  Skythen,  Alanen,  Afrikaner  und  Italiker,  über 


Byxuitiaiecbe  UtteraUrgMchielit«    I.  PtMaisclte  LitUratar. 


militärische  Überraschungen,  über  B^fcfltigungskunst  o.  g.  w.  Das  Bixn 
ist  4>ine  ziemlich  iins(>IbHtändig«  Koinptlaüon;  viHMg  ooa  ist  nur  die  byz&n^ 
tiniiiche  Cliargeiibezeichnuiig. 

Nur  mittelbar  geliKrt  zur  byzantinisclii'n  Litteratur  dio  lateiniAcfa 
erhaltene,  aber  wahrschtiinlich  aun  dem  ßriecliidohen  Übersetzt«  Schrift  d«« 
Marchiifl  Graocu»  öbor  dio  Heretelluiig  des  griechischen  Feuers  (Libor 
iguium  ad  comburendo»  ho»tos);  dieeo  spätesteiix  im  Anfange  de»  9.  Jahr- 
huudert»  entstandene  Schrift  ist  dadurch  liocUinteressant,  da»s  sie  du 
&lte»to  Itczept  zur  Bereitung  dot>  Schiesspulvers  (ignta  valans)  ent- 
hillt  und  Bomit  für  die  Geschichte  der  wisaenschaftlichen  Pyrotechnik 
Ausgangspunkt  bildet. 

Daa  wertvollste  kriogswissenschaftlicho  Buch  der  byzantinischen  Z€ 

iat  eine  Taktik  (To'f  tv  ?ioÄ*',Mor(  taximm'  avrtofiof  7iuff<i6oaii),  die  uiit 

dem  Namen  eines  Kaisers  Leon  llberliefert  ist;   neuere  Untcrauchung 

haben  wahntchoinlich  gemacht^  dart.s  Kaiser  Leon  der  Isaurier  gemetfl 

ist,     Dur  Vorfa»Hür  schupft  zum  Teil  aus  Maurikios,  gibt  al»er  auch 

originale  Vorschriften.     Ein  eigontjs  Kapitel   widmet   er   dem  Kriegsrechä 

Im  Kapitel  über  den  Seekrieg  findet  man  eine  wichtige  Stelle   ühw  da« 

griechische  Fouer,  die  mit  Sicherheit  beweist,  dass  dieites  geftlrrbletii 

Kampfmittel   nicht  anderes  war  al«  Sehiesspnlver.     Vgl.   diu  Au8g«lH> 

von  Meursius-LaiiiiuB  Kap.  19  g  6  und  56—57  (S.  828  und  844).     Untw 

dem  Namen  des  Leon  ist  auch  eine  Sammhmg  von  Stellen  knegswisMD- 

Kchartlichen  Inhalts  aus  alten  Autoren  ilhcrliofert:   Sj^fttrjytitni  naemn^rtii 

f'x  .■7p«f*w»'  xai  ax^ttii^yijuüttov  nakttmv  tivSfiöir,  'Potfiaiiar  t*  xui  'EXirrar 

xftt  Xommr,  t'v  xr^alaimg  x»/.   Kinc  oberflächliche  Umarbeitung  der  Taklik 

den  Leon  wurde  »pUtcr  unter  dem  Namen  des  Kaisers  Konstantin  VIIl 

(1025— 102H}   verbreitet.       Eine    unbedeutende    Kompilation    (iVpwi»:/H 

nfßi  ii^ah-  (trn^ifpfoi*  *,yrcü»)  ist  unter  dem  Namen  des  Konstantin  I'or 

phyrogennetos   überliefert.      Den   oben  erwähnten   strategischen  Tili 

seiner  hiätorischon Enzyklopädie  sdirnnt  der  Tatrikios  ßasilios  P^tutnu 

beai-beitet  zu  haben.     Derselbe  Mann  wird  in  den  Handschriften  als  V« 

fassor  einer  {von  t'abricius  edierton)  Schrift  ober  den  Seekrieg  (' 

fMxmfi)  bezeichnet:  wahrscheintiuh  aber  beruht  ditwe  Zuteilung  auf  i 

Miss\'er!stän(lniti  dor   mctrischi-^n   Widmung,   die   sich   an    einen   BasiÜMJ 

wendet.     Aus  unsicherer  Zeit  stammt  die   au»  Alhonaoes,  Biton,  H«™] 

von  Alexandria,  l'hiloii  und  Apollodoros  kompilierte  j>Dliorketische  Schrift. 

die  ohne  genügonde  ÖowÄhr  einem  Horon  (dorn  Jaugern)   zugeteilt  t*i 

Ober  die  mit  dem  Namen  des  Nikuphoros  Phokas  verbundenen  ni&tt-j 

riscben  Schriften  vgl.  S.  268  f.  Ohne  Bedeutung  ist  die  dem  Psellos»"] 

I  gOecliriebeno  Schrift  /Jf^i  TToXffttui^^  tä^ittg,  eine  fast  wörtliche  KoinpiUt**  [ 

uufi  Aelian.     Zum  Schluss  sei  noch  nuf  das  mililäriache  Leiiikoii  hin* 

(((^wiesen,   das  wohl  im  10.  Jahrhundert  entstanden  ist:  'E^ftt,ina  tat  i^\ 

aif/attvfiäfwv  xai  TtoX([uxäy  Tiaifatä^tmi'  (jFwiür. 

f  A.  StminliingoD:  U.  KOcbly  und  W.  Hastaw,  GriockiMfcii  KrivgMclviflilil     , 

(Irit-rhioiili  uii«)  Dculach  mit  krrliiicboii  und  crklAruidMi  Annutkuiig««,  2  Teil«  in  SBi* 
l^t|<ii|I  IK't^t—  ltO>r>.  Din  orsUn  'i  Bände  vu()ialt«n  «It«  Antoran  wie  AesM»,  Ilftra«,  lU* 
II.  iL  w-,  der  ^.  Band  hrin^t  di«  S^brifl  d««  b3-uittiiiiBcbMi  Anonjmua  IUmi  dio  — ^«■^- 


7.  fftcliwisseiiB«h&ri»ii.    IGlitKrwiBB«iualiaft.    (|  263) 


637 


SUMUknnct  mit  Einem  droirnchvn  Anlinnge.  —  Di«  )>o1tirk"ti«' tun  .ScIiridM  das  AtbenM««, 
Bil«B.  Ueroii,  A|iolluikinM  u.  n.  cd.  C  WbscIiqt,  riTll(iii'<'li>|ii.'  «Ins  Groc».  Tmitdii  thdo- 
riiftua.  rpcits  hislorii|aM,  Puii  ItJST.  Vgl.  die  «ingfli^nilim  lIi'iiprpchiuigaD  von  K.  Millur, 
JmmuX  dpa  Savaiita  1068  S.  17Ö— 1Ö9;  243— 2.S6;  SOö  -d:'l.  und  Cnrl  Müller,  (;ilttinBcr 
Gel.  AaMigN  1869  S.  1— 3&.  Eiiirndutioneii  van  C.  (i.  Cobet,  Kiiisluln  crilica  uü  v.  o. 
Ed.  ToMDMr  d«  fn^entis  <|uibiiBdiUD  bisloriconim  in  cudice  Atliuu  repuitiii  et  a  v.  d, 
Oar.  Wesdi«-  priitnini  «ditis,  lt«<vu»  il»  phibtojiio  2  (1878)  l88~t!M.  ~  Ein»  krtttBcbo 
OMamUB(V*b»  ^mI«  «inst  Fr  Ijaiise.  ä^in  Nuoblaas  gioK  an  K.  K.  MQller  über,  von 
d«n  aiui  mm  mit  Sobnmiolil  dj«  AnsnUiruag  de«  schEiiioii  Planes  erwartet. 

0.  3)i«iintaiisgi>bon  mit  den  dniu  gobSrigen  EinEelacbriften  ond  Ueber- 
»otKODg«»: 

1.  Orbiki»*;  Kd.  ßigault  mit  Onoauider,  Pam  1A99  S.  «9—74.  —  Kd.  Schoffer 
mit  Murikiim.  üpiuila  1464  ti.  304— STU.  -  I^VanxCsiscbe  UDbor»^tzllng  vonCh.  Ouiaohardt, 
M^muiri-s  militairci  2  (La  lUyc  175»)  104  — lOlS.  —  Das  Tiacicxöy  ed.  B.  FOr«lcr.  Kaiser 
IliulliBii  uud  dte  Taktik  dea  l'rbioiu»,  Hermes  12  (1»77)  449—471.  -^  Der  lestkaÜHobe 
Artikc}  u.  a.    ta  der  Londoner  Ausgabe  des  Tliesnurus  des  H.  Stupbauas  vol.  9  S.  94&  f. 

3.  Don  Anonjmua  il((ii  nieatiiyiM^f  «dd.  uub  Cod.  Paria.  2I>22  KOcbly  nnd 
Rflato«.  ÖTfWiklBch*  Kriegaacbririat«ller  II  2  (1855)  41—201).  —  Die  vielleicht  dnzu  ge- 
baiis«  Schrift  ihtr  den  Seekrieg  ed.  aus  t)«in  Cod.  Änibros.  B.  119  Sup.  K.  K.  Matter, 
Vnm  griecUsclM  Sekrtft  Ober  Seekrieg,  Warzbiirg  \S»2.  VAa«  itnlicniaohe  Ueborsetiuiiit 
4«r  8«!hrift  gab  P.  Coraxtini.  Scrilto  siilU  tactica  navale  di  anonimo  Green,  l.ivorno  ItiSS. 

3.  ManrikioN:  Erste  und  einzige  Ausgabe  roa  Scheff>>r,  Arrinni  tnotica  et 
Mantieii  an  militari»,  iJpsnIn  1664  (mit  IntciniBcher  UebametzunK  und  Kammnntflr).  --  Ein 
nil  Ijaimkioa  on^  wru-nodtee  5<tmtFi.nkc>n  ed.  K.  K.  MQllor,  Kin  KrioobiMhoa  Fragment 
»b«r  KriBgswüacii.  FcetsuUrifl  tHr  Ludwig  CIrlicba.  Wßrxburg  I8S0  8.  106-138. 

RiirBmillel:  F.  Sulumon.  '/.ur  inagyiinaolivu  MilitArv;un(^bicbtu  im  Zdlalter  der 
B«n^e.  Budapest  1877  (vi>rbeaa«rt«  Ausgabe  einer  zuerst  im  Hziijiuduk  «rachivnenea  Dis- 
MstilioD)  (Ungar).  Der  Verr.  der  mir  uniugüngliebeii  Srbrift  muint,  dKS  Werk  des  Man- 
tOww  sei  nicbt  vor  dem  R.  Jahrhundert  entstanden.  —  Jilhna.  a.  onlvn  a.  0.  S.  US  IM. 
—  K.  E.  Zachariae  von  Liag<inthal,  Wittsenscbafl  und  Recht  tHr  das  Heer  vom  6.  bin 
am  Anfaiu  de«  10.  Jflbrbunderl6,  U,  Z   »  (18fl4)  437-4.^7. 

4.  Marehna  Omccus:  Kd.  Ferd.  tlOfor,  Uistoire  dn  In  chimio  1  (Fori«  1842) 
461— 4»7.  —  VgL  Jahn»,  a.  unten  n-  0.  a  156-158. 

5.  Taktik  d<-'H  Leon:  Den  gticchisohen  Text  od.  pr.  Meuraiui.  Lugduni  Itata- 
•onn  1S12.  Diune  .AuscabD  ist  wicdorbull  mit  KrgAuxungcn  aus  cin^r  utucn  Us  von 
Lanins  tn  den  Opora  Meursii  6  (Floiviu  174^)  .'i2!l— 92ii.  —  Wisderbult  bui  Migae, 
Vitni.  gr.  107,  6G9— 112u.  —  Zusätze  von  11.  KOcblf,  Selecta  quaedam  ex  in«ditis  Leonia 
Mids  canita.  Zftnch  1854. 

ZaUNielie  L'ehcireetsnngon ;  Lateiniach  von  John  Cheke.  [laset  ],'i54.  —  Ita- 
Ittiiiob  von  riKflfetln,  Venedig  LHl.  ~  FraniOsisoh  von  .loly  de  Msisoroy, 
■MitatioM  militairM  de  remp<>r<>ur  Li^on  etc.,  Paris  I75S — 1778.  —  Dniitnch  von  3.  v. 
kMraebaid,  Kuimt  I.d?o  des  Philasopbon  .Strategie  nnd  Taktik,  5  Ti:ii1o,  Wien  1777— 1781 
(b<nht  auf  il»r  vorgenannten  rmnzSsischen  Uobcrsetzung.  ist  aber  von  Wert  durch  die 
pUtveUoD  hjiknrae).  —  Dus  Knjiitcl  Über  den  Seekrieg  Ubprsetxto  und  erlAulerto  Aug. 
•LGIrSrer,  ByxAotinischc  (ieechichli^D  2  (lt<73j  410-425,  —  Ungarisch  siud  mehrere 
hriim  AberMtct  »«o  Karl  S<iib6.  Kk-inore  histori.icho  Schriften.  I.  Die  Kriegsurgimiaulioa 
ttiUlffWa  luagnr.)  (mir  uiuugAn|;licb). 

DwSciinft  2'([>Df>;}'iji<ii  tiaQiai-^am  ed.  pr.  (aus  dem  Cod.  Lnur,  75,  6)  J.  Melbor, 
nljaMl  ■trategeDiNlon  tibri  octu.  Leipjug,  bibl.  Tenbueriana  1887  S.  .^05    540. 

Hiirsmitlel:  M.  .liibn«.  a.  unten  a.  0.  8.  160-171  —  K,  K.  Ztieharino  von 
tiateilhal.  Winenavhaft  und  Recht  fUr  das  Heer  vom  6.  bis  xum  Anfang  des  10.  Johr- 
>*i4rU  (I.  Die  TaHica  Leon»),  B.  Z.  3  (1'4S4)  437-457.  -  K.  Schenk,  Leons  III 
t>M«nKb«n  der  Tsktika,  D.  Z.  h  (1896)  298  f. 

tf,  Konilanlin  I'orphyrogonnotoa  nnd  Konstantin  VIII:  S.  die  Litt«ratiir- 
■pbn  S.  SM:  »0. 

K        7.  £Ne  d«m  Baailio«  Petoinao  gewidmete  Schrift  über  den  Seekrieg  «d.  Fabrieint, 
MLgr.  8  (1717)  130-113, 

8.  Paellos:  Ed.  Fr.  Boissonade.  ViXXot.  Nürnberg  1838  8,  120—124.  —  Damndi 
•ktebcdl  bei  ROchljr  und  RQstow,  Urleabiaobo  Kriogtutcthriftatcllcr  II  2  (I85&)  234 
•■218. 

9.  Dan  onilitlrisoh»  Lexikon  ist  Oft«T  mit  Suidaa  ediert  s.  B.  in  der  Aasgnbn 
*«tlrrnbardy  II  2  (1»&3)  173^-  1744.  -  Aurh  mit  <lpm  Lexikon  des  Thomn«  M<i- 
|itl*r,  Pari«  l-^SS,  —  Wiederholt  von  KOohly  uud  KQstow,  (Jrieclüsche  Kriegsachrift- 

-"     II  8  (1856)217-233. 


636 


Bj-unUnlscIis  IitUr«tarf«ichtGht«.    L  ProaaiMh«  Utterstor. 


2.  Uilfamittcl: 
A.  Allgemein«  Worke:   In  d«D  B)ter»ii  WerkM  Khar  it»  pi»clti»cb^n 

UifMVww«!!  ist  futUMMliUMaliakilM  Altertum  bertlcksiclitiKt'  llaiiptschrifi :  W.  Rtsloi 
nnd^.  Sftohlj,  0<ediieiit«  im  griMliMt^ra  KrioE*<>'Woni<  Ton  der  JÜtMit*n  ?jrn  h» 
Pyrrhoa.  Aarau  1862.  —  ZicmHoh  eiuBchMul  int  du  AlUrtum  and  dax  Mittaloltor  WhubMl 
T«B  Max  Jahne,  Geschichte  der  Kriee««iMc<n*chRft»n  vonjabmlicb  in  DoutacbtaDd-  t'j^t 
AbteilunK.  Altertum.  MiHelnIt«r.  XV.  und  XVI.  .Inhrhund«rt,  HUnelun  nnil  Lciptig  1^ 
{—  <i<«oliicbtn  <li-r  WinBPUHc^Wton  in  DcubwhIand.  '21.  liuDit). 

tl.  SpcxinluclirirtRn:  Fr.  Haaoe.  Uetier  die  gnechiaftieo  nnd  tOmbeben  Kheg>- 
Bobriritileller.  Jnlmn  Jahrb.  14  (lä»^)  ^8~11&  —  Fr.  Haaae.  I>«  aOUtariun  Mdpl«n» 
gn«corum  et  Intiuorum  uinniuin  editione  inatitiienila  narrnti«.  U«rlin  1847.  —  Tk.  Gav- 
pari.  Zu  den  eriuahischeti  Krie)CMchrinsl«llerD.  I.  Kugebias  bei  WeAcber  .Poliof«M>«e 
das  Ureoa',  Zeitsclir.  r.  die  eslerreiob.  Uymnawen  19  (im»t  101-113.  —  Hwiptaehhft  fibtt 
dia  nir  da«  Milittr  Reitenden  Stnirg«setxe :  K.  K.  Zaohnriao  von  LiDgentbal,  Whmd- 
Khnti  und  Rnchl  für  dum  lloiT,  U.  Z.  3  (18S4)  3T  -57.  —  Kioe  popalftr«  SkÜM  giW  mi 
(Srund  dnr  von  K.  K.  MOllc-r  herauagegabenen  Schrift  OW  Snekneg  K.  Juri«n  da  la 
Uravii'ro,  Ln  ntarinn  de«  Bj-untins,  Revu«  dea  dcus  ModiIi'h  6b  (Itj.^)  ISO— l.'tS. 

3.  Uobortioferuut!:  Wie  in  den  meisten  anderen  Teilen  der  alten  Littemtm  u 
Ist  auch  in  duui  der  KriugHwiaBeiuidiart  das  lehote  JnlirbiiDdert  und  opesiell  die  Ue- 
|(ieruii]|c  des  KesHtuntinoa  Por{bjr»KenDetoa  durch  Qei«aig«  S«inin«ltutigkeil  aaa- 
RoMichnet.  Wohl  der  pitasle  Teil  iinaaior  Ceberlieferon»;  dei  alt«i  Militlrlittafatv  gabt 
direkt  odirr  indirekt  nüf  dJMO  Zeit  Iltrttck.  Wir  haban  Sammlungen  von  rorvMfaal 
•  tratogiach-taktiachem  Inhalt,  solche  von  vorwiafieod  paliorkotiacham  labalt  tut- 
lieb  Bokthe  von  Komiaehtetn  Charaktar.  FQr  die  erste  linippo  kommt  voraabmlicfc  in 
Uetraebt  dar  Cod.  IiBur.  &5,  4  s.  lOjII,  Die  HanpthaH  der  poliorketiackaa  tituppa  aiad 
die  Codd.  Pari«.  auppL  gr.  607  «.  10  und  Vindob.  phil.  gr.  12ä  ».  16  (NommI).  Zar 
dritten  Ümppo  gohSran  die  (Jodd.  Paria.  2442;  Borber.  II  UT'i  Valie.  gr.  1164;  Kicnr. 
Y.  HI.  11,  «ftuiüidi  PcTgiunenthea  dea  10.— 13.  Jnliili.  Für  aich  ataht  der  Cod.  Anbroa. 
B.  119.  aup..  der  einige  in  den  Obrigen  Sammlnnmn  IwenissteBs  nach  unacnr  Cabtf- 
liaferanx)  lalüende  Sohriri«o  bewahrt,  lieber  die  Üaa  der  pMiorketiacli(4i  Orupoe  ^aM 
nu-führlich  C.  Weacber.  Pu1ioTceti<tuc  de»  Grecs.  Paria  I8G7  &  IX-XL.  -  K.  K.  Uallar. 
lUndecbriftlicbea  su  den  Poliorkotikn  und  der  Geodaeeia  d««  sogenaoBtan  Uero.  Rkain. 
Hiu.  S8  (I8S8)  4A4-46S  (BMohreibnng  des  «irlit;);rn  Cod.  Vatie.  1«(»,  a.  11.  4n 
Arohfttjrpua  der  von  Waacbei-  banDtttcm  H^).  —  Kinp  Kla»ilixi«rung  der  Mamtas  Uabar- 
liefening  gibt  K.  K.  MQUar,  Einn  grieehigidie  Schrift  Ubor  Seekrieg.  WOnborg  18tt 
8.  18-89.  —  Vgl.  aueh  K.  K.  Müller.  Kin  grioehiaehca  Fragnioat  Ober  Kiiagawi 
Fuslaehrift  für  Ludwig  UrÜdin.  WünborB  1880  S.  106—112.  —  Da*u  noch  eisige  "" 
Ki'upbien:  Itundini.  Epinlulu  de  «(.'Icberritnu  eodicc  tactieorvtn  hibliotherac  LaoreD 
Plerena  17*IS.  —  C.  U  uil.  Müller,  De  codice  liemenai  toolicorum  KrHerarum,  Jabna  Ja 
Sapplementb.  (^  Jahns  Archiv)  4  (1836)  ö53-r<e3.  ~  U.  K<ichf>.  Do  Bctiptonu 
graacaram  rodicn  llernensi.  Index  lectiunum,  Zürich  18U.  —  Ueber  dm  Cod.  l'ari«.j 
sr.  607  vitl  nnch  G.  Meyncke,  Ueber  die  Ha  des  Arjatodanroa.  Jaluis  Jahrb.  97< 
8S4— 889.  Carl  Malier.  O^ttinger  tial.  Aiueigen  1$G9  S.  9tt.,  nnd  ßnd.  Prini. 
demoa,  Jahn*  .Inlirh.  101  [1S70I  193-810.  —  Oh.  Gram.  NoIicM  at  nxtraita  d'an  m  tM] 
de  la  liibliollii-([ue  dn  l'univorait^  de  B61e.  Annuniie  da  l'aaaoc.  9  (187«)  76—8 
Oeuvtca  do  Ch.  Gmux  2  (ISSB)  139-149. 


.  Allgomeine  Charakteristik.  ^Poesie  im  wahren  Sinne  des 
CK  kannten  die  Byzantiner  nicht,  und  ftie  hat  unter  ihnen 
ala  heetanden.*  I>ie»e»  Urteil')  int  hart  und  rllcknicht»1oR.  Wt^nn 
aber  die  schlicht«  Wahrheit  sagen  wollen.  mUs^^en  wir  zugo«<t«hen, 
das  Kcliarfc  Wort  fiir  die  W«rkc,  welciio  Boi-nhnrdy  im  Auge  habeu 
,  mit  vemuhwindenden  Ausnahmen,  die  liöchstens  die  Itegcl  beBttt- 
Kntrifft.  Die  einzigen  Gattungen,  in  welchen  auch  Byzanz  wahr 
mdeno  und  originell  nii-igefUhrte  Poettie  hervorgebracht  hat,  waren 
[■  Z*'il  de»  gro^is«D  Meistora  der  griechicchon  Litteraturgcschichte  fast 
wannt  und  daher  aucli  unbeachtet  geblieben.  Wie  die  I'rosalitteraiur 
rMittelgricchen  gem(>inhin  nur  als  nützliche»  Repcrtorium  alter  Ober- 
t»  bfitraclitet  wurde,  so  hatte  man  auch  in  der  Poesie  nur  das  einiger 
tfiaeikaamkeit  gewürdigt,  wti.<4  mit  dem  Altgrieehischen  im  Zusammen- 
ag  atand,  voniohmlich  die  grossen  Versromane,  poetische  Be- 
lireibungon  von  Dcnkmälorn,  epigrammfiti.sche  und  didaktische 
■■lichte.  tHe  Gattungen  dagegen,  welche  au»  dem  originellen  Leben 
BcbriBtlifh-byxantinischen  Volkes  hervorsprossten,  bliübon  bei  Seite  liegen. 
I  wiirxeln  nicht  in  der  Antike,  sie  folgen  keinem  alten  Muster,  sie  werfen 
n  unmittelbares  Licht  auf  die  Werke  der  klassischen  Vorfahren,  und 
«li  «ler  \-ielmehr  gerade  deshalb  sind  «io  die  einzigen  Zeugen,  welche 
■  AoMpnich  widerlegen,  dasa  die  pootiecho  Ader  im  Qe»chlechte  der 
rnntiniechen  Menschen  vertrocknet  sei:  die  kirchliche  unddievolks- 
limigo  Dichtung.  Die  eine  entspringt  aus  dem  vUUig  nouon  Prinzipo 
»  christlichen  Iteligion,  aus  der  leidenschaftlichen  Begeisterung  fiir  ihre 
luderbaren  Siege,  ihre  heldenmütigen  Blutzeugen,  ihre  erhabenen  G«- 
■inniMW^:  die  zweite  erwächst  als  ein  orii^nellos  Gebilde  aus  dem  cigen- 
ti?  vorbereiteten  Boden  des  byzantinischen  Volkslebens.  Oenieinsames 
iHcmal  ist  beiden  der  Briicli  mit  der  hellenischen  IVadition  tn  Form 
id  in  üohalt.     Bt^^id«  vorsehmühen  die  Nachahmung  der  alten  Uu8t«r, 


*)  BmihttAj;  Grandrits  dur  ^«oli.  Litt«riilur  [1  2  (IS90)  7TI. 


^3T^         ByzanUniache  Lltt«ratDrgeBobicht«.    n.  Po«tU«ta«  Lttt«rat«r.  1  ' 

beiden  gieeson  nouoii  StofT  in  nouo  Formen,  beido  sind  mit  dem  lebonÜgaBT 
l-'Ulileu  Aoa  z6itgfit»&m$c\nia  Volke»  oiigo  voricnapft,  Blut  und  GeiinH| 
Blut  und  Geist  der  christlichen  Khoniüor.  ^^H 

Will  man  den  littoi'ariächen  Wert  beider  Gattungen  vergleidienlN^I 
scIiStzen,  so  ißt  zweifelloe,  da»)  die  Kirchendi(;li  tung  hoch  Dba  li^| 
Volkspoe-sie  steht.  Da»  hat  vornchieden«  Gründe.  Die  Kirchendieiitin^| 
ergriff  »inc-n  Inhalt,  der  nn  Gewaltigkeit  und  l'opularität  auch  die  0UeB 
lichaten  Stoffe  der  volkxinilKriigoii  Littcratur  weit  Übertraf.  Daxu  hattfifl 
in  der  populär  tomporiurten  Kirchonsprache  und  in  dor  ryllinifl 
sehen  Metrik  ein  vortrefTlichee,  allen  Anfordenmgon  genOgendes  Aii^| 
druckmuittel  gefunden,  während  die  Volk^poesic  steh  mit  dem  einUoglH 
AUorwsltsverse  behelfen  musste  und  am  ungeDchluclite  Werkzeug  4lfl 
Vulgärspracho  infulgo  der  ablohnunden  Haltung  der  gebik)et«o  Ki«^| 
nicht  genugT>ant  /.u  gttitten  und  auszubilden  vermochte.  ^M 

S64.  Elnteilimg.     Indem  n-ir  nun  den  Versuch  machen,  die  liyaiaB 
tinische  Poesie   nach    ihren  Arten  ku  gliedeni,   mmm  von  der  VnllnüliiJtB 
tung.  deren  Betrachtung  einem  eigenen  Absdinittv  vorbehalten  ist,  dj 
geochon  werden.     Der   !<chüno  AtiHiau  aus  Epos,    Lyrik   und  Drijufl 
durch  welchen  die  Geschieht«  der  kla»ii»chen  Poesie  oo  einxig  dasbebt,  ifl 
selbstverständlich  in  der  byzantinisehen  Periode  nicht  durchzufOhren.  Dh 
Begriff  der  rein  nationalen  Dichtung,  die  al^  ein  zusanimonhing^vw^ 
Gansß  mich    nach  inneren  Gesetzen  organisch  entwickelt,    kann  auf  itt 
Zeitraum,  welchen  die  Namen  Alexanders  des  Orosäun  und  Mobanuitli  U 
begrenzen,  keine  Anwendung  finden.    Aus  der  grossen  Hasae  bytantünKlMr  1 
Dichtungen   lässt  sich   nur   eine  Gruppe   absondern,   die  eine  Tollstiildigl  1 
Entwickelung  mit  den  unverkennbaren  Merkmalen  dos  Anwachsens,  il« 
Blilt«  und  do<*  Niederganges  durchgemacht  hat:  Aaa  ist  die  fOr  den  litD^ 
gischen  üohrauch   bestimmte  rythmische  KirchenpoeHie.    Sie  hl  - 
natürlich  immer  abgesehen  von  der  eigentlichen  Vulgärdichtnng  -  ito 
einzige  poetische  Neuscböpfung  der  apätgriechisch-byzantiniscben  Zeit  und 
sie  verdient  daher  in  einem  eigenen  Abschnitte  betracht«t  zu  werden. 

Alle  übrige  Dichtung  wird  der  »weite  Ab.schnitt  umfasMO.  GetMil'  ' 
saino»  Merkmal  dieser  aus  sehr  verschicdeuartigon  Teilen  zusammwig** 
eetxti'D  Gruppe  ist  die  formale  Anlehnung  an  das  Alterlam.  iJI* 
hieher  gehörigen  Werke  setzen  in  irgend  einer  Weise  eine  antike  Gatti«S 
fort  und  sind  nach  alten  Mustern  gearbeitet;  ausscMiesslich  herrscht  Utr. 
die  qunntitierendc  Metrik  und  der  politische  Vers.  Der  6(00  ut 
für  die  Bestinmiung  der  Zugehörigkeit  gleichgültig;  daher  mfiMoa  Mt^ 
Dichtungen,  welche  geistliche  Vorwürfe  behandeln,  wie  der  A'jttfwt  "•" 
fsyinv,  Epigramme  auf  Kultusgegenstände  u.  s.  w.  zur  zweiten  Gnippv  S^ 
rechnet  werden,  da  ihre  Form  auf  helteninchen  Vorbildern  bonihl.  Ku 
künnte  die  errite  Gruppe  als  kirchlich-byzantinisch,  die  zwvitc  *k> 
christltch-hollenisch  bezeichnen.  Da  über  Herkunft,  Goscliicht«  niul 
Hilfsmittel  der  Kiiehendtchtung  in  den  einleitenden  Kapiteln  dv«  <tiiUa 
Abschnittes  auMführlich  gehandelt  ist,  wird  sich  die  (olgende  Krörtereog 
im  wesentlichen  auf  die  Werke  der  »weiten  Gruppe,  auf  die  profm» 
und   nichtliturgische  Poosiu  boitchrftnken.     Zuerst  möge 


<  ebe  kun^ 


ingenoiB«  CbKnlcUriBLUt.    Bialeitang.    Epo«.    Born»»,    {gg  263—265}     641 


Btnöclit   über  den  Charakter  und  die  Schickitalc  der  ciiizclnoii  Dicli- 
^■gdartcit  ti«j  doli  By/antiiiorii  gegi^ben  werden. 

H  265.  Epos.  Boman,  Eine  upisch«)  Volksdichtung  im  antiken  Sinne 
Hpint  in  Byzanz  erst  mit  der  vulgärgrieclüschen  Litteratur;  docli  besitzet 
BlKanstlitt^ratur  mf<hrere  Werke,  die  mit  den  Kpen  doi*  alexandiininchon 
^p  sptttröminchen  /fit  verglichen  werden  kennen.  Ooorgion  Pisidos 
Hfngi  in  mehreren  jambischen  Gudicliten  deu  KnegHruhni  des  Heralilios, 
Vanderen  belehrt  er  über  die  Kitetkeit  des  Leben»  und  über  die  Ei^ 
Muflung  der  Welt.  Der  Diakon  Theodosioa  verherrlicht  in  (kbcrschwftng- 
lUien  Tftncn  die  Siege  des  tapferen  Nikephoros  Phokas.  Ma.s8onhaft  cr- 
raotneo  eeit  dem  12.  Jahrhundert  granimatischo.  incdixiiiischc,  OKtroIogischo, 
■bloriHche  und  allegDriäc-h-moralische  Lehrgodiehtu  teil«  im  Trimeter, 
b<ils  im  bequemen  SchlendtTlon  d«s  politiHclion  Vorses,  Das  erzählende 
pSpOB  der  alten  Zeit  wird  jedoch  bei  den  Mittelgriechen  weniger  durch  diese 
BMtoriMben,  panegyrischen  und  didaktischen  Werke  vertreten  als  vielmehr 
llurch  div  LitU-ratiirgnttiing,  welche  in  der  neueren  Zeit  da»  alte  Epos 
la  der  denkbar  grossurtigstun  Wi-isu  erectzt,  durch  den  Roman.  Nirgends 
Iftber  haben  die  Byzantiner  eine  so  völlige  Niederlage  erlitten  als  gerade 
m  dicTier  (lattung.  Darfiber  mag  man  sich  wundern.  Wenn  dos  Drama 
nidit  auflilUhen  konnte,  so  war  das  eine  natürliche  Folge  der  schon  aus 
dar  hülleniMchen  Zeit  herrührenden  Umwftizung  der  Kulturvcrliftltnisäu.  Der 
naa  aber,  ein  Kind  der  b-pätgnochi»chcn  Sophistik,  ruht  in  »einer  eigen- 
ilichen  Fonn  auf  Bedingungen,  die  in  der  byzantinischen  Epoche  keines- 
verloren  gegangen  waren;  sein  Verfall  ist  nicht  ohne  weiteres  vei-- 
lich.  Wahrscheinlich  aber  ist  die  letzte  und  wichtigste  UrRache  diese» 
folge«  mehr  im  inneren  Wesen  des  griechischen  RomaiL«  als  in 
Imeren  LTniätänden  zu  suchen.  Schon  an  der  W*iego  dieser  Gattung  stand 
idie  Todfeindin  jeder  echten  Kunst,  die  Unwahrheit.  So  erwuchsen  kalte, 
LdKoiatiache  Werke,  die  alles  elier  sind  als  ein  getreuer  Ausdruck  ihrer 
■igtBfln  Zeit.  Nach  einem  leicht  erworbenen  Rezepte  wird  da»  dürre 
Barfiflte  einer  herkümmlichcn  ErzUhlung  mit  einem  bauschigen  Apparate 
Tan  BeBchroibungen ,  Deklamationen  und  Briefen  üburkleidet.  Wie  der 
Geographische,  ethnographische  und  kulturelle  Hintergrund,  so  .lind  auch 
Pa  Intelligenzen  und  l'haiaktere  nach  konventionollen  Schulmu^tern  ohne 
BOekincht  auf  das  wirkliche  Leben  geschildert,  Es  sind  Scliattentiguren, 
ubelbafU'  Oi-gendcn  Orau  in  Grau,  ohne  besümmto.  der  Seele  sieh  ein- 
fttgeade  Eigenart  in  Form  und  Farbe.  Kein  griechischer  Romanschreiber 
httt  den  Griff  ins  volle  Menschenleben  gewagt;  keiner  kam  auf  den  Ein- 
lU),  Meine  eigene  Zeit,  ihre  familiären,  sozialen  und  politischen  Verhtllt- 
nine,  ihrv  philosophischen  und  religiösen  Stimmungen,  den  unendlichen 
■Hcbtum  ihres  Vulkäk-beiis  zu  studieren  und  künstluriseb  zu  vorwerten. 
■Ene  Litteraturgattung  lehrt  uns  so  wenig  Über  die  feineren  ZUge  der 
hdItidstiBoben  Kultur  als  die,  aus  welcher  man  hierüber  das  Meiste  er- 
Irarten  sollte.  Der  Blick  auf  das  lebende  Modell  wird  von  die»^eii  Kilnst- 
pm  IngatJtcb  gemieden;  sio  verschlicssen  »ich  in  den  slimbigen  Aniik(.'n- 
IHÜ  und  arbeiten  nach  toten  GipsabgUsBen.  Sie  haben  kanm  eine  Ader 
hm  modernen  Naturalismus.    Sie  bilden  den  Bnssersten  Gegensatz  zu 


Sysäntiaiache  liUenitii^MchiobU.    IL  Pi»tla«k«  UUeratar. 


der  Litteratargattung ,  in  welcher  man  mit  Recht  das  Bekenntnis  UlM 
ht>utigoii  Goüellscliaft  erblickt  hat,  eu  den  Werken  eine»  Flaab»tt." 
Zola,  Bourget,  Froytag,  Keller,  Doatojev»kij,  Tolatoi. 

Wenn  domnach  eclioit  die  Originale  auf  hohlem  Scheine  benihten,  d 
int  es  natnrlich,  dass  nun  gar  dio  Nachahmer  solcher  Phra.H^nwerke  jdl 
Fühlung  mit  dem  Lebun  und  mit  dem  gesunden  tieschmacke  vcrtJMfl 
moasten.  Vom  lesenden  Puhlikum  war  in  der  mittelgriecbischeu  Zeit  noM 
viel  woniger  als  früher  eine  tteaktian  zn  erwarten.  Die  Stufu  der  aJ? 
gemeinen  Bildung  war  im  Kaufe  der  Zeit  bedeutend  gesunken,  damit  audi 
das  feinere  Oefilhl  fiSr  die  Harmonie  von  Inhalt  und  Form.  Manche«  hatte 
zur  Verftnderung  des  Ooschinackos  auch  die  Überschwänglichkeit  morgen* 
I9.ndischer  Erzählungen  beigetragen,  welche  zuerst  in  die  untersten 
Kreise  des  Volkes  eindrangen  und  bald  zu  einem  bedeutifftmen  Faktor  im 
rhomSiachen  Kulturleben  wurden,  wie  sich  ja  orientAlificho  Einäilsae  socb 
in  der  byzantinischen  Kunst  deutticti  bemerkbar  machen.  Einige  Ktuul- 
mittel  des  Homan»  wie  die  genauen  Personalbeschreibungen  und  der 
Wundcrupparut  von  Träumen  und  Visionen  u.  s.  w,  sind  Übrigens  auch  JD 
anderen  populiLren  Litteraturgattungen,  wie  in  den  apokryphen  Apn«it«l* 
geschichten')  und  in  ('hroniken')  reichlich  verwertet  und  ent«pn>cben  offen- 
bar einer  stark  ausgeprägten  Oe»chmaek.'4richtung  der  Zeit.  Trotz  diesM 
.mildernden  UmgtS.nde*  bleibt  uns  der  kuntitepraelilicho  Koman  der  Mi 
griei:hen  in  seiner  grenzenlosen  Abge-sehmacktheit  ein  Rätsel,  und  wh 
lieh  Ifisst  sich  ein  Slaudpunkt  entdecken,  von  welchem  sich  dinter 
gehurt  eine  gefallige  Seite  abgewinnen  liesse.  Dass  die  hyzantiniacben 
Romane  dessen  ungeachtet  ein  eifriges  Publikum  fanden,  wird  durcli  di« 
groH«e  Zahl  der  Handschriften  zur  Genflge  bezeugt.  Wenn  wir  in  der 
neueren  Littoratur  nach  Werken  verwandten  tieistos  suchen,  mOason  vir 
auf  die  wüsten  Erzcuguiijitc  der  zweitun  sohiesischen  Schule  zurück- 
gehen, welche  von  den  seit  dem  16.  Jahrhundert  in  zahli-eichen  Über- 
Setzungen  verbreiteten  Sophistenromanen  sicher  auch  einen  direkten  Eia- 
flue«  erfahren  haben.  Es  ist  sehr  bezeichnend,  da»w  hier  wie  in  ß; 
die  Vereinigung  von  kannibalischer  Hoheit  mit  silselicher  T&ndeki 
ausaerfitcm  Schniilst  Tür  den  Gipfelpunkt  de«  Schünen  gehalten  wird. 

Die  VerbindungsbrQcken,  welche  vom  hellenischen  Keman  ki 
byzantinischen  hinüberfuhren,  sind  nicht  mit  genügender  Deutlichkril 
erkennen.   Zwar  ist  es  »icher,  dass  die  Itomanc  der  Sophistenzeit  noch 
den  folgenden  Jahrhunderten  gelesen  und  uogar  exzerpiert  und  komiiMii 
wurden.     Hielt  ja  doch  solbet  der  Patriarch  Photios   diese  oroti 
Werke  seiner  Beachtung  für  würdig  (Cod.  94).   Aber  es  bleibt  hemerki 
wert,  dass  nach  Chariten,  dem  letzten  Vertreter  de»  Romans  auf  h 
nischem  Buden,  eine  selbständige  Produktion  viele  Jahrhundert«  hini 
gftnzlich  zu  fehlen  scheint.    Wir  sehen  in  diewir  That«acho  eine  der 
kungen  des  exklusiv  christlichen  Geistes  der  Litleratur,  die  vom 
bis  zum  11.  Jahrhundert  fast  ausschlieaslich  von  Angehörigen  dos  KlerilcM^ 


Jieaw  n 


')  TgL  R.  A.  I.ipAJns,  Die  spokryithMi 
Apa«t«lg«scbicbt«n   and   AiiostollegMidan  1 


(18S3}  7  f;  II  «  (188«)  98»;  SSS  asd  I 
•)  Vgl.  oben  8.  290. 


^m 


Die  lyrisch«  ud  dranatiBch«  PomI».    ($  20^ 


643 


«tudds  gepflegt  wardci.  ikt  vorstohcn  wir  auch,  das«  das  Wicdoraufldbcn 

<faB  Jtftman»  in  <ii<>  Epoche  fallt,  in  wulchvi-  man  dem  boUcniBchen  Altertum 

netter  ganz  unbefangen  gegenflberzutreten   begann:    Die  an»  bekannten 

i}7aDtiBL8chtfn  UonmtMcbrciber,    l'rodromo.i,  Ma)ias»c8,    NiketaN  Eu- 

jeniaoos  und  EuKlathios,   lubten   im  Zc)talt);r   dvi-  humnniätiKC-hun  Ke- 

wamaace  unter  den  Koinn«nca.     Übrigotig  li«gt   wohl  ancb   in  dieser 

langen  Unt«rbri?chuiiR  der  technischen  Tradition  eine  weitere  Ursaclie  der 

plumpen  Ungeflohicktichkeit,  mit  welcher  unsere  Uomanschriftiil^Uer  an  ihr 

Werk  gingen.    Ein  günstigere»  Urteil  verdienen  die  vulgärgricchischcn 

VorKroma.nc,  welche,  t«iU  vom  Orient,  teils  vom  Occident  bceinflusst. 

leite    auf  nutionulem    Bodi'n   orwachMin,    in   Form    und  Auffassung  vom 

Altertum  loHgelilst  sind.    Vgl.  den  Abschnitt  .Vulgärgriechieche  Litteratur*. 

1.  Uauptsclirift  bluiU  auch  fUr  duu  byiantiiiiaclie)]  Roman:  F..  Rubdv,  Dor 
friecliiaoli«  Smoau.  litiptig  IBiiJ  S.  521— 542.  Vgl.  die  guten  und  eiuige  a»lbatAiidu[e  Bei- 
trlic«  •■tlwlt«nd«a  Beeprecbungeo  vnn  K,  Egger.  .lournnl  des  Savauta  1879  S.  41— &2, 
mmi  A.  N.  Vaaelovakii.  Jooni.  Min.  1871!  Ud  \SR  Nov.-Der..  8.99—151.  ~  Te^raltet  ist 
S.  Strnv*.  (Jetierdie  Ranxmen  und  Novellpnlittoriihirder  Mitlol^ieohen.  IllstorJache  und 
KUcCracbo  AUiuidl.  d.  b.  dentschen  <!B9ellschaft  tu  KOnigaborg,  liernUHgvgcb.  von  Schubert. 
S.  SaBunlung  (1^11)  47  —  110.  —  <innx  nuUlus  wnr  aolion  fllr  »ciiio  Zeit:  llnrtung,  Die 
kjrsajitiiiiaobe  Noroll«.  Uorrigii  Archiv  fUr  das  Studium  der  n«uuren  ä[inuih«n  und  Littvra- 
tare«  M  (IM'S)  1—38.  —  Auch  K.  Nicolul,  lieber  Eutatuliuiig  und  Wc«Oo  den  grieehi' 
»ohai  Ruman».  Proci.,  Bomburg  ISJi.  und  A.  Chassaug,  Histuiro  du  ruiuno  etc..  l*«riH 
URS,  ainil  durch  Rliodee  Buch  vOllig  !lberlini?Hig  geworden.  —  Ueber  das  Fortwirkuo  dun 
ylwhiach ■bjTMDlin iache ii  Romans  bandelt  A.  KirpiJnikov,  GrieohiHrho  Itonune  in  der 
HHna  Iitte«iaur,  Chaikur  1876  (rase.);   Ober   den  byuintinlichnii  liomon  e.  bes.  I  Qb  ff. 

-  Ü«b«T  die  nhriGtlirheo  HeUtnerphomn  d^  griocliischen  Komons  ii.  n.  huid«lt  A.  N.  Tese- 
loTakij.  A>i  dnr  <>Michiebt«  des  Konmns  und  Urr  Knilblung  1  (i'otunibnrK  IB86)29  — I2R 
UBM-f.  Vgl.  d»n  Bnrieht  von  Jngii*.  Anhxv  sl«v,  rhitol  lü  (I8H7)  283-243.  —  Die 
üfh^kimirc  alter  Dichter  in  bjumlinisclion  Koinntieii  unt^rtiuclat  J.  tl.  ßrnmba,  Uobor 
CHaiti  nnd  KcmiiüHeiucii  aus  Diohtern  boi  Lucinu  iiud  eiiiigeu  s))älereu  Sclirjftatollorn, 
hv^r..  EK/bäOM  1888  S.  &7  IT.  ~  Marens  Landau.  Di«  Verlobten.  ZoiUidirirt  f.  vorgl. 
UltenUarnMlL  &  (1892)  2&7— 27S;  417-437.  handelt  tlhei  das  den  meisten  »[.atgiiochi- 
aÄta  ud  h^iaatiaiscben  ßonnanen  sowie  mehreren  romnntisriien  Kraililiiugeii  zu  Grundo 
limsd«  M«4iv  der  Trennung,  gegenseitigen  Wiedernufsiichnn^  und  Wiederauffindnng  xweier 
iJMMiJea.  das  alte  Tltemn  der  ,PrnmesBi  8posi*.  Aus  der  b,vxnntinisch«n  I'itt«ratiir  be- 
^iihl  «r  di«  Itoman«  dcie  Kuststbios,  Nikctas  Kugoninnos.  Tbeodoros  Prodro- 
■  os  tuid  Kanitnnlin  Manansos.  sowie  die  vulgOrgriocbiidolHMi  (lodicbte  Lybiatros 
Md  Rbodamiic  and  Imborios  und  Margnronn.  —  Zur  Frsgu  Qbi-r  den  Begriff  da« 
B^aaoa  rgl.  Fried,  äpielbsgen,  Uuitr%e  zur  Thvurio  uud  Technik  des  Romans.  Leipzig 
IttS,  oBil  daa  ob«n  utiert«  Werk  von  A.  N.  Vcsolovskij  S,  1  —27, 

2.  Einrn  Etsati  fllr  den  profuien  Roman  bildetcu  die  bäiifig  im  vatksmUBsigen  Tone 
K*luüieiM>n  Ueiligenleben.  Vgl.  S,  176  ff.  und  den  fi  .Barlaum  uiid  Joosapb*  im  Ab- 
■cfaittt  ,  VKlgArfn<«li»ohe  Litteratur*.   Eine  Reibei  volksmAssiger  Ei'zilblungen  und  Heiligen* 

Im  Ha  Aifljptea  aind  aus  dorn  Arabischen  nnd  Kontiiclieti  nbersetit  mit  ansfuhr- 
EialaitlBiiK  Yvn  E.  Am^ünaau,  Conttin  nt  KomnnB  ae  l'Kgjpt«  chri^tienne,  2  tom«fl, 
1888  :3  CollMtion  de  oOBt«S  et  diansons  populnires  t.  13  «t  14  (Die  Geschicbto,  wl« 
Am  BUdt  AÜtan  bekehrt«;  die  Viaion  den  hV  .lohnnncs  cbs  Kvangotiaten.  crxillilt  vom 
hiriarcbaa  TiboUim«;  die  Legende  der  bl,  Kuphtmiu;  die  zehn  Wunder  den  KrzengclB 
illdwvl:  di*  Ekkebraof  dea  Schreiber«  MatthueuB  und  seiner  Familie:  die  tieachicble  du* 
AMr;  dia  fiaacbielite,  wie  daa  KOnigreiob  dos  David  in  die  Ultnde  des  KDnigs  von  Abjsainien 
ttatgiag.  u.  ■.  w.V 

366.  Die  lyrische  und  dramatische  Poesie  sind  bei  den  Byzan- 
tUMvn  am  besten  durch  die  Eiri-hendi(.-hlung  vertreti'n,  in  welcher  Elemente 
r  Gattungen  zu  grossartigen  Kunstwerken  verechmolzen  sind.  Dn- 
•a  hat  der  objektive  Grundton,  der  das  ganze  byzantinincho  Zeitalter 
:hl,  eine  weltlich«  Lyrik  nicht  aufkommen  lausen.  Man  kann 
«inige  StDcke  des  Johannes  Oeometreti,  des  Christophoros  von  Mytilene,  deat 

41' 


ji 


auch  bemüht,  jede  gut  oder  schlecht  bozougto  Thateacbe  zu  seinen 
zu  wenden  und  jedes  Hindernis  beiseite  zii  HchlL-bvn,  erreicht  er  j 
da»  Ziel,  den  objektiv  gestimmten  Leser  unzähligemal  zu  argem] 
schliesglich  erst  rocht  im  Glauben  an  die  Dramenlo^igkeit  der  q 
Hchon  Zeit  zu  bcstilrkvn.  Der  Ge^i»chniack  an  der  ernsten  Gm 
Dramas  war  schon  in  der  spätrUmisdiL-n  Zeit  durch  den  Mimu 
leichtfertige  Pantomime  verdrängt,  worden;  die  Stelle  des  Thea 
die  banalen  Lustbarkeiten  de»  Zirkus  und  des  Tingeltangels  eing< 
Dem  rücksichtslosen  Kampfe,  welchen  das  erstarkende  Ohrißtent 
olles  Thoftterwesen  orüfFnetc,  fielen  die  noch  Bbrigon,  von  der  Ti 
verlassenen  Bühnen  ernsteren  Charakters  leielitor  zum  Opfer 
galanten  Obszönitäten  der  pantomimischen  Posse,  an  welche  e 
Bruchteil  der  höchsten  und  niedrigsten  f)e«ellschafti(kreiso  sieh  nii 
hafter  Uier  an klani inerte.  Die  dramatische  Litteratur  blieb  de 
massigen  Studium  und  der  Lektüre  Überlassen.  Einen  Er aat: 
alte  Biihno  schuf  das  Christentum  durch  seine  reich  und  sinn^ 
gebildete  Liturgie,  durch  die  Vorlesung  heiliger  und  profaner  GeiS 
üfTontlichen  tiastmählern,  durch  dranmtischo  Behandlung  christlich 
und  endlich  durch  geistliche  Aufführungen,  aus  denen  später  das 
ländische  Mysterienspiel  her\-orwuch8. 

Von  christlichen  Dramen  oder  violmobr  dramatischi 
logen,  zu  denen  die  'E^nyiayr^  des  Juden  Ezechjel  (um  I.IO  v.  Ch 
Vorläufer  bildet,  hören  ,wir  seit  dem  Anfang  des  -1.  dalirliund» 
hl.  Methodios  (f  311)  wird  als  Verfasser  von  Dialogen  gei 
welchen  er  die  Ünostiker  bekämpfte.  In  einem  derselben  atrcitt 
tinncr  und  Orthodoxe  llt(il  avit^otitiov;  in  einem  Prolog  win 
einem  euripidcischen  Drama  der  Inhalt  des  StUckes  angedeutet  i 
ausdrücklich  darauf  hingewiesen,  dass  das  Drama  nicht  holluuisrfa 
christlich  sein  werde,  wa«  den  Verfa.t.sor  jedoch  keineswegs 
homerische  Verse  einzuflochten. ')    Das  zweite  dramallhtdicho  Qo 


Die  Ijrriach«  oud  drajoatiacbe  Poesie,    (g  266) 


Ul> 


Dfiht  zu  haben,  oin  Geg«ngL<wictit  gcgon  die  licidnücho  ScbAubahoe  zu 
ITen.')  Die  Popularität  «ier  Thalia  dos  grosson  Här^Ukortt  blieb  bei 
orthodoxen  Partei  nicht  unbeachtet;  sie  schuf  daher,  um  die  Arianor 
ihren  eigenen  Waffen  zu  bekUnipfcn,  eine  'Jtri&tii.na,  von  der  leider 
hte  Näheres  bekannt  ist.*)  DramatJ^ehe  Zwiegospi-ächo,  wie  sie  z.  B. 
ia  de«  Patriarchen  Proklos  (434—447)  Lobrede  auf  die  hl.  Jungfrau 
(Uigne,  Patrol.  gr.  0.1,  736  ff.)  eingeflocliten  sind,   beweisen  nur,  das«  der 

rfUr  die  Wirkung  der  dramatischen  Form  nicht  verloren  gegangen 
Unter  Kaiser  Blaurikios  (591)  wird  von  einem  wohl  pantuniiiui- 
Idien  Mysti-riL'nspiel  benchtet.  das  Theopliylaktos  .Simokattes^)  als  ^fai-- 
fpwf  fuvtt'jifiov  und  als  iftavrffixi}  ;rftvdaiaia  bezeichnet.  Im  8.  Jahr- 
Indert  sollen  die  BilderatUrmer  theatralische  Vorstellungen  begünstigt 
Üben;  aiigehlirli  ah  homöopathisches  Mittel  dagegen  verfastüte  Johannea 
M  Damaskoii  ein  nicht  erhaltenes  Drama  Susauna,  das  Eustathios 
Hpideievli  nennt.*)  Recht  schwach  bezeugt  ist  ein  Drama  'O  itm-atoe 
n  Xfietoi;  das  um  7dl)  Stcphanos  der  Sabbaite  geschrieben  haben 
KiU.*)  Wenn  man  sich  einen  Begriff  von  diesen  „Dramen"  machen  will, 
BDH  man  wohl  eher  an  den  kleinen  Dialog  des  Igiintio»  al8  an  den 
Xfifftif  amtxuiv  denken.  Das  sind  die  in  nahezu  vUlligus  Dunko!  gehüllten 
bBnge  der  geistlichen  Dramatik,  die  auch  in  der  späteren  byzantinischen 
E(it  nicht  valiig  XU  Omnde  ging.  Wenn  Bischof  Liutprand  unter  \ielen 
en  AnsUJsüigkeiten,  die  er  hei  den  kriechen  sali,  auch  die  Verwande- 
Uagia  Sophia  in  «in  Theater  bemerkt,  so  kann  er  nichts  anderes 
als  eine  Art  von  Mysterienspiel.  Daran  schliessen  sich  endlich 
inlichen  Stücke  aus  der  Zeit  der  Komnenen  und  PalAologen,  der 
Iftfiö;  näcx'»*'  und  die  moralisch-allegorischen  Dialoge  des  Ignatios, 
laplucheir,  Ptochoprodromos  und  Philes.  Aber  keines  derselben 
lar  zur  Aufführung  bestimmt;  es  sind  Lesedramen  in  der  Art  der 
l^appJonti^äffYa  und  dea  'Uxvnot't  Lukians.  Heutigentags  seheint  von 
leifltlichcn  i^pielen  in  der  orthodoxen  Kirche  wonig  mehr  übrig  zu  sein. 
Im  einzige  mir  bekannte  BeispiL-l  ist  der  sogenannte  JVimiJp  d.  h.  die 
BBwaschung,  welche  in  Patmos  und  .Jerusalem  alljährlich,  zuweilen 
Ri  in  Konstantinopel,  am  gi-Unen  Donnerstag  dargestellt  wird.  Es  ist 
oe  von  München  veranstaltete  Auffilhrung,  die  jedoch  kein  Mysterienspiel 
nnt  werden  kann,  da  ihrem  spftriichen  Dialoge  nicht  ein  origineller 
volksniäsaiger  Text,  sondern  einfach  die  Worte  der  hl.  Schrift  zu 

gelegt  werden.") 
Die  lte«te  des  weltlichen  Theaterwesens  fristeten  seit  dem  Aus- 
d««  Altertums  im  Hippodrom    und  an  ähnlichen  Orten  ein   nicht 
uner  sehr  ehrenvolles  Dasein.     Welche  Freiheiten  sich  die  entarteten 
Kkommen  der  DionysoskQnstler  noch  mitten  in  der  christlichen  Ära 

m. 


N.  SaUuw,  •.  •.  0.  ef*"'  'i- 
R.  N.  SMbM.  a.  •.  O.  fff. 
•i  Bd.  »«itii.  h.  aoi;  237  ^  Kd.  Ü.  d« 
&  187;  21». 

<■  IL  N-  fUhM.  a.  a.  0.  to»'. 
K.  H.'  Baiht»,  a.  «.  0.  in . 


']  Vgl.  K.  Krambaohor.  (Srieohisobo 
BoisK,  Uerliii  1»)^»  S.  S'ß.  Ein«  «usfSbr- 
liehe  Boachrcibung  iloH  Ä'ijm;«  in  Patmos 
gibt  Ep.  Alexiikiaiii  di>r  uriocIiiacliAii  Z«i[- 
aohrift  "Enri'«  Ift«fl  S.  »36  ff.  (N-  Ö93), 


«46 


Brsuitiaüclie  LiUentargeachiobt«.    U.  PoMlsoh*  UU«rfttiir. 


vor  der  geniiassUchtißeu  Bovölkvi'ung  dur  Groissstädtc  oriauben  durftaiqU 
mu88t«n,  E«igeD  die  Erzählungen  doH  Prokop  ober  das  Vorlc)>uii  dcrlMB 
doru.  Dio  NaclirichtoR  von  der  Aufßliirung  eigentlicher  ThcaterstSdEnl 
unter  AuuHtatiios  1')  und  Justinian  I,')  womit  sich  die  Red«  des 
Oborikios  auf  die  Schauspieler,^)  ciu  Epigranini  de«  Agathias  auf  vino 
ScliauHptelerin  und  die  NoÜs  iu  der  Selbstbiographie  d«e  Monander 
Protektor»)  verbinden,  lauten  ziemhcli  unbeatimmt  und  beweisen  jeden- 
falls nur  für  das  6.  Jahrhundert.  Die  BeBtinjmnngen  der  zweiten 
trullaniscbvn  Synode  691  richten  sich  offenbar  nicht  gegen  Theator- 
uufrülirungun  im  untikim  Sinne,  sondern  gcgi^'n  (iaiilomimi»i.'ht.-  und  vnr- 
wandte  Darstellungen:  Dun  AnwiÜtea  wird  viTbuk'n.  äicli  ins  Theat<ir  lu 
mischen  und  TheaterkoHtflme  zu  tragen;  Theatermetodien  sollen  aas  der 
Kirche  verbannt  sein;  ebenso  wird  der  Hippodrom  verdammt  und  den 
I*riei«tcrn  befohlen,  nicht  bloss  den  Anblick  von  Schaustellungen  xu  meiden, 
sondern  auch  von  jeder  Uocheeit  Mch  zu  ontfernen,  bot  der  Schauspidur 
(axr;i'ix{i/)  auftreten.  Die  Zirkuspwteien  bevilten  sich  natürlich  gegen  so 
»trengü  Mtuisiiahmcn  Protost  einzulegen.'')  Auch  späterhin  vernehmen  vir 
noch  üftvr  von  Verordnungen  der  Kirche  gegen  die  CffeDtlichou  Schait- 
stellüQgen  und  dos  leichtfertige  Volk  der  Mimen.  Was  SatJias  somit  noch 
zur  Unterstützung  seiner  Thoorio  von  der  Unsterblichkeit  der  autikvn 
Bühne  anfithi-t,  sind  die  bckunnten  AkkUniationen  der  Zirkusparbelt^H 
und  des  Heeres  an  den  Kaiser,  die  üffentlichen  Verspottimgea  ('i^H 
noftJwtvaHi),  das  von  Konstantin  Porphyrogennetos  beschriebene  gotische 
Weihnachtspiel'')und  Ähnliches.  Wenn  man  auch  diesen  Verarnttaltiiiigca 
einen  gewissen  di'aniatischcn  Charakter  nicht  abspr«ch«ii  kunn,  so  sieht 
doch  jeder,  der  sohon  will,  dass  all  diese  Dinge  nicht  das  Fortteboo 
eines  wahren  Theaters  in  der  byzantinischen  Zeit  boweiBon 
können.  Es  mCgen  noch  im  G.  Jahrhundert  da  und  dort  einzelne  StUcfca 
der  neueren  Komödie  aufgeführt  worden  sein;  diesen  B«mUhungvn  modi 
aber  die  einbrechende  Barbarei  bald  ein  Ende,  und  als  einige  Jalirbumli 
spflter  die  Lu«t  an  dt-r  niten  Litteratur  wiedor  xu  erwachen  begann,  Im 
sich  die  kuKurdlen  Bedingungen  so  sehr  verändert,  dass  an  eine 
tische  Wiederbelebung  des  alten  l^heaters  nicht  mehr  zu  denken  war.  Vlii 
in  der  Litteratur  und  im  gesamten  Ueistcslebon,  ao  schneidet  widi  'm 
Theaterwetten  die  dunkle  Kluft  vom  7. — 9.  Jahrhundert  tief  ein 
Altertum  und  Mittelalter. 

Eine  lehrreiche  lllustrntion  zur  späteren  Geschichte  dos  alten  Theali 
bildet  die  Thatsache,  dass  Hie  Ausdrucke  r^ayipifa,  igäfia  und  wohl 
xMftiiiifia  im    Laufe  der  Zeit   ihren  ursprünglichen  Sinn  ähnlicli 
änderten,  wie  auf  lateiniHchew  Boden  das  Wort  comoedia,  deasen  mitti 
lüterliclie  Bedeutung  durch  Dantes  Divina  Comedia  zu  weltfl 


■}  K.  N.  Satbas,  a.  b.  O.  tly. 

'i  K.  N.  SaUiiiB,  a.  «.  0.  i/ 

*)  K.  N.  Satlias,  a.  a.  O.  tu  W. 

•)  8,  8.  248.  Monander  «cbri«li  «Jigeb- 
Heh  scllmt  eine  TragOdie  Ober  einen  peral- 
•diGU    Magier,   der  sieh  tarn  CIniHtentUin 


b«ki<brio  und  dobor  roa  Minen  faiu 
Lunilnlouton  gtikreüxigt  wwde.  & 
11.  a.  0.  li»'. 

'}  K.  N.  SaUuA  a.  L  O.  r<^  ni 

')  Vgl.  S.  2&B  r. 


1--  ■'■•  *« 


Die  lyrisclLe  nnil  dramatiache  PomIo.    {§  26S) 


Wi 


lluntheit  gelangt  ißt  Wie  aicli  der  Bogriff  von  rß«y<[n)/n  erweitert«, 
Mg«?n  dio  .Tragödien"  der  Kynikor  Diogoiios,  Kratce  und  Oeiioninos.') 
Diui(.-bvii  vrM:hL'iii«ii  «bor  die  Wörter  tfayiiiäitt,  tftayi-iöü  und  tpayfjxJi/s  schon 
bei  Diodor,  Dionyotos  Thrax,  in  Thookrib^cholioQ  und  bei  Kirchenvätern 
geraderai  in  der  Bedeutung:  Gesang,  ich  Hinge,  8änger.  Ebenso  he- 
deutet  im  Ne«grie<;hi8chen  rß«yoiiJ(ö  einfach:  ich  flinge,  und  rö  t^ttyoväi 
ii«t  dur  technische  Ausdruck  fUr  das  Volkslied.  Bemerkenswert  ist,  doss 
tfayot'im  {xQaYiti'ii)  nur  vom  wclUichcn  Gesäuge  gebraucht  wird;  vom 
KircbeiigBeangö  kann  auch  in  der  Volkssprache  nur  il'<ili.tt>,  ifvlfu^dia, 
^äiirfi  gesagt  werden,*)  Ähnliche  Schicksale  erlitt  das  Wort  dpnp«. 
Als  seiuo  ui-sprüngliche  Bedeutung  sich  verdunkelte,  wurde  mit  dem  Worte 
ein  pathetisches  Ereignis,  später,  wahrscheinlich  schon  seit  dem  5.  Jahi^ 
hnndert  n.  Clir..  geradezu  der  Roman  bezeichnet.  So  nennt  l'hotios  den 
Homan  des  Antonios  Diogenes  rf^n/mrixtiv  (Cod.  IfitiJ  und  bei  dt^n  byzantinj- 
Rcheii  itemunachreibern  heisst  dpüju«  regelmässig  „Itoman".*)  Endlicli  wurde, 
wie  es  scheint,  auch  xmfupdiu  in  der  nachchristlichen  Zeit  von  prosaischen 
Ersäbluugeu  frei  erfundener  Htuffe,^)  endlich  sogar  von  Sprichwörtern^) 
gebraacht. 

1.  Riaptscbrifl  Ober  das  byiantinisobe  Th«iit«r:  K.  N.  Satbas,  'htuQiicöy  itmiiftiof 
■1^'  ro«  9nrif>>e  Mti  rijf  fioeoix^t  '>>>>■  Bi'tiaitiriät',  Venedig  l^TS,  In  dnni  Üuclio  int  nino 
vMilieii*  Mniko  Ton  Matorinlien  iiir  (loechichte  dos  Uebor^cang&s  vom  heidntsclien  zum 
rtlilllii  Imi  KnTltirl«l)cn,  zur  griccliiachea  Dogmntik,  Kur  kircblicbcu  Poesie,  Liturgie  und 
Hoaik.  »tihiA  nr  Ktpnalogie,  Nimiismatik  u.  a.  nusgcscliOtUt.  Dio  Verwertung  dioBcr 
SddtM  wird  ober  darth  den  Maugcl  an  chronologischer  oder  eoiistigar  DispuBition,  an 
KJutieit  und  Krililc.  nuwie  diurh  das  Fi-hlcn  eiiior  luliiütaangnbo  und  «luea  Inde^t  zu  oini'r 
w  iltierqitickiKhon  Aufgabe,  diuss  dos  buch  thatelktiblich,  suwoit  ioh  subt>,  fHst  gAiDclicb 
■akenStll  gebliebuD  ist.  Ka  wllre  im  lutiMi'sso  dur  Wisai-DBuhuIt  nvht  zu  wUiischvn.  dahH 
ia  VarfaaMr  bIcIi  dazu  «utecliliessciu  k&nut«.  dureh  slreTigori'  Mvlhüde  iicid  durch  gii^Be(iri> 
Onaaigktit  sein  «mioeiit«»  Wiasuu  wahrhaft  fruchtbar  tu  Mincliou.  Dnsa  dbrigiMis  Avr 
Bnpkw*ek  4»»  Bocbea,  die  Exiataiu  einos  wirklichen  Tboalors  in  Byianz  zu  arweinon, 
MtiM  Eradittna  aieht  mraiobt  ist,  habe  icb  schon  oben  bemerkt.  —  Mach  Suthas  voi- 
■du  <1m  liymatiniacho  Thontar  wiMiigat^ns  trilwelä«  zu  rottnn  Q.  Mistriotes.  'EUtjrix^ 
Il»fiaat*liayiti  1  (AÜiod  IHM)  69T  IT.  Er  entwickelt  aber  erllist  mit  lubonsworter  Klar- 
M  du  ürfladc,  wokh«  den  Untergang  dss  Theaters  herbeiführen  inusstcn,   und   was  vr 

on^au  ütuwten  d«r  Uj-potlicoc  von  SnUia-i  vorbringt.  läuft  auf  einen  uiifrucbtbur(<n 
am  Worte  biniiuH. 

2.  Die  Armut  der  byzantiiiiacliiin  Zeit  an  dianiatlatdiun  Spielen  —  oder  weaigsletis  dja 
AniBt  d«f  l' eher  lief eniBK  aber  dtuaclbeu  —  wird  einem  vOtlig  bewußt,  wenn  man  die 
nidM  Produktion  des  Abciidlnndea  mil  seinen  mannigfat-hen  Weibnacht«-  und  Ostorspi^ten, 
tuua  L»gandnn-  und  Miraboldrarnen,  «einen  Nnriänfeitlon  und  f'aatn ach tasc herzen,  seinen 
HlnliUtfB  und  endlich  neinen  aus  der  Wiederbelebung  dos  klasaisebcn  Altortumn  ont- 
^Itdtatm  Trasßdion  und  KomOdinn  belrnchtnt.  Ucber  diese  Litteroliu  handeln  uin  beatou: 
Willi.  Cl«alta,  Dcittlge  zur  ütti^cnturgesehichle  des  Mitteliilti'rs  und  der  Kunuiminace, 
I.  KsoiMm  md  Tragödie  im  UilluUltFr,  U.  Die  AnlUngc  der  RL-naisaauculraKCdie,  Halle 
IMO— 1608,  nnd:  Wilb.  Creizeuuch,  (iuscbicbtci  des  neuereu  Dramas.  L'^rater  IlaDd: 
WlUUlm  umI  Frithrcnaiswuice,   Uulk-  1^98.   —  ;iur  Ui'aebichta  der  Be^ffe  KomOdio 


1  R.  Bofade,  Der  griochiacbe  Roman 
&352. 

■)  K.  N.  Salbas. o. a. 0.  ot.  -  Sp. Zam- 
*»lios,  Itä9tr  ij  Moii^  liUt  rfaywfti ; 
b-  'At^rmif  I8&9.  ein  oft  zititTtes  Sohrift- 
tkm.  im  jadodi  ktiMtwags,  wie  nach  d«>m 
lUal  Cd  «rwartMi  «rln,  «id«  brauchbar» 
Mitariipta  rn(«mchiinis<l1>»rdi«  lt(^doutIl^gs- 
nraekiriHUilI  von  tgay^ti,  nondcm  fast 
MT  all(«nMiiM  IMnehfauigeD  Ober  die  Ver- 


drängung der  hoidnisoben  Kultur  durch  die 
christlicbo  und  Ober  nougrieohisdid  Pocaio 

ODthllt. 

•)  E.  Rohdo.  a,  «.  0.  8.  350  ff,;  450; 
545  und  J.  Perlea.  B.  Z.  2  (1893]  5T1. 

*)  E.  Itohde.  a.  a.  O,  8.  352. 

*)  In  den  ,ireltlich«n  Komoedten*  des 
Aesop,  die  V.  Jaroatedl,  Jonm.  Min.  1893 
tid  286  ond  2»7  April-  und  Maib^H  a  23-S2 
und  33-48  «diert  hat 


moUir,  dor  iti  «lor  MohniAliI  allör  nach  dorn  PrinEipü  der  QuantitJl| 
teten  Werke  herrecht,  hat  eich  in  der  letzten  Zeit  die  Aufmei^ 
einiger  Oolehrten  zugewendet.    Der  byzantinische  Trimeter  besteh: 
Ui!g(tl  aus  12  Silben,  eine  Neuerung,  die  man  keineswegs  aus  n 
Impotenz  erklären  darf;  08  bat  vielmehr,  wie  W.  Meyer')  richtig 
eine  grieohirieho  Dichterscliulo  im  6.  Jahrhundert  mit  vollem  Bei 
den   dranrntisclK-n  Trimeter   mit   »einen  Auflösungen   und  Anapia 
werfen   und   den   sogenannten  lyrischen  Trimeter,    von  welchem  i 
gelesene  Lykaphron  ein  gutes  Beispiel  bot,  mit  vollem  Bewusatseinl 
G  cor  gi  OS  l'isi  dos  wendet  seinen  neiigi>regelt4.'n  Trimeter  mit  nichtg€ 
Stolze  und  Kifer  an  al»  Nonnos  seimm  Ilexamettfr.   Eine  zweite  9 
lichkcit  des  byzantinischen  Trimelers  besteht  darin,  dasa  die  vc 
(11.)  Silbe  regelmässig  den  Accent  bat.    .Bei  Agathiaa  und 
von  daza  sind  Trimeter  mit  accentuiort«r  Endsilbe  ziemlich  gomi 
Gflorgios  Pisides  fa»tt  günzlich;  auf  der  drittletzten  Silbe  betont 
viele  1Vimet«r,  Johannes  von  Gaza  keine,  Georgioa  Pisides  in  zwei 
viele,   in  den  Itbrigen  nur  wenige.     Die  gänzliche  Vermeidung 
[Miroxytoiiiin  im  Trimeterschlus»  ist  erst  im  10.  Jahrhundert  fertig, 
geschichtliche  KntwiukcluDg  lli«8t   die  Prosodio   des   byzantinisi 
moters  wie  der  Übrigen  Veranlasse  namentlich  in  der  allmählich  zaa 
Freiheit  im  Oubrauclie  kurzer,  langer  und  nitttelzeitiger  Silben  w 
Mit  Kücksicht  hierauf  wie  auf  die  erwähnte  Beschränkung  der 
und  den  pai-oxytonen  Schlusis  sondei-t  \».  Hilborg^)  die  Ge«aintn 
byzantinischen  Jambogrnphen   in  drei  Gruppen;  A.  Die  Kit 
Sie   zeichnen   sich   durch   absolute   Korrektheit   der  Versitikation 
weit  Quantität  und  Zäsuren  in   Frage  kommen.     Die  Längungi 
vokaliscb  auslautender  kurzer  Endsilben  durch  folgende  Doppviki 
welche  im  Altertum  in  enge  Schranken  gebannt  war,  beginnt  jodocj 
allgeinsch  diese  Fesneln  abzustreifen,     B.  Die  Epigonen.    Sie  |j 
Korrektheit  bezüglich    der  Zäsuren  mit  den  KlaMtikem.     Die  I 

MMtiMili    wii-H    nur   in  innen  Füllfn  min  hnwfthrt..    n-n  n!a   Air  itui  And 


Dia  Bvtrlachon  Formen  der  bfiaDtiiiis>cheo  Poesie.    (%  26T) 


649 


hktion  oder  Krasis  cntstandono,  sowie  dus  mit  iota  subscriptum  ver- 
ie  a  1)Ieil>cn  in  der  Rogol  lang,  und  Verkürzung  i»t  nur  in  «treng 
Ani  Fällen  gestattet  (vgl.  das  Nähere  darüber  hei  Morclier,  Erat,  soript. 
H^  LI  f.).  Die  Vokale  t  und  o  können  nur  in  Kigonnanion  und 
|Ki»drfickcn  lang  gcinb8K<^iii  worden,  bei  den  Ictzteron  nur,  bei  den 
pa  fast  iiui',   wunn  Bonnt   die  Vt>rwondung  im  zwülfsilhigen  Trlmeter 

^idi  wäre.     Langes  n  (abgesehen  von  den  oben  hervorgehobenen 

desselben),  '  und  v  ktinnen  nach  Belieben   auch  als    KUrison  ver- 

werdon,  wobei  vorrätorisclic  Clrkuntflcxc  über   den  betreffenden 

en  dem  Acutu«  weichen  müssen.  Kurzes  n,  *  und  i'  werden  im  An- 
änlaut  ohne  jede  Beschränkung  auch  als  Längen  gebraucht, 
mslaut  jedoch  nur  in  freien  Wörtern  (über  den  Begriff  der  freien 
(irvgl.  Hilberg,  IViuKip  der  SilbenwägungS.  2).  Die  LüngungslUhigkeit 
bcfa  iiuslautcnder  kurzer  Eiidsilben  durt-h  folgende  Doppelkonnonauz 
Inzltcb  unbeschränkt  (vgl.  a.  a.  0.  S.  218  und  2^4  f.).  Kin  Vortreter 
pGroppeltt  Theodoro»  Prodromos.  0.  Die  Stümper.  Die  Verse- 
if, welche  dieser  Uruppe  angehören,  ndnd  nicht  alle  von  i-inem  Schlage, 
lemeinsame«  Unterscheidunguzeielion  aber  gegenüber  der  Epigonon- 
^  ist  der  unbeschränkte  Gebrauch  von  auslautendem  kurzem 
Itnd  V  als  Längen.     Im  übrigen  zeigt  sich  zwar  das  Bestreben,  die 

ED  der  Kpigonengruppe  zu  befolgen,  aber  die  Unboliolfenheit,  bisweilen 
ilfortigkeit  diexor  Dichterlinge  verursacht  zahlreiche  Verstösse.  Bei 
1  aber  haben  nur  die  Unfähigsten  in  dieser  Gnippe  der  Unfiihigon 
iHtattet,  die  Diphthonge,  das  i;  und  fi  zu  verkürzen  und  die  längende 
png  der  starken  Doppclkoneonanz  zu  vcmachlibtsigon.  Einer  der 
fit  leichteren  Grades  ist  der  Verfasser  des  Chrixtus  patien». 
der  Chronologie  ist  zu  bemerken,  daes,  soweit  die  erhulteiieii 
iphischen  Erzeugnisse  einen  Schhi-is  gestatten,  auf  die  Periode  der 
die  Periode  der  Epigonen  folgte,  während  die  Stümper  zum 
'Zvilgeii08«en  der  Epigonen  waren,  zum  Teile  über  die  Epigonen 
reichtun. 

neben  diesen  Hauptgruppen  noch  allerlei  Mittelparteien  stehen, 
Üch  im  voraus  annehmen  und  ist  durch  die  Uutersueliimgen  von  E. 
1(9.  unten)  vi>llig  sicher  geworden.  Inwieweit  HÜbergs  Gesetze  auf 
Ictylische  und  Hnakrcontisclie  Poesie  zutreffen,  kann  ich  nicht  be- 
ll, da  es  mir  nicht  möglich  war,  über  die  Metrik  der  Profanpoesiü 
wligo  Untersuchungen  anzustellen.  Auf  keinem  Gebiete  bedarf  es 
^r  der  gcnHuen  und  umfasiH>nden  Vorarbeiten  als  hier,  wo  zuflUlige 
■olierle  Bi^obochtungOD  stets  mehr  verwirren  als  aufhellen.  Zuletzt 
^ocb  ausdrücklich  betont  werden,  dass  die  gesamte  quantitiorondo 
ie  in  der  byzantinischen  Zeit  dos  festen  Fundamentes  der  leben- 
f  Sprache  enthi-hrt  und  als  eine  moclianische,  milhsam  auf  dem 
t  aufgebaute  Spielerei  erscheint,  der  eine  wahrhaft  kUnstJeriscfae  Bo- 
Iping  in  weit  geringerem  Masse  zukommt  als  den  oft  als  barbarisch 
rkten  auf  dem  Aceent  beruhenden  Versarton. 
)as  rythmischo  System.  Daaselbe  wurde  durch  die  Kirchen- 
gwchaffen  und  wird  fast  auescldiessUcli  durch  sie  vertreten.     An 


eso 


BruntinüdiB  LiU«ntarge*obielit«.    n,  PoetÜNlw  Littantw. 


Stelle  Avr  QuaiititAt  tritt  hii-r  als  Haupt|irinzip  dio  SiUteiizählung  uod 
Svbtuasiuxiviit.     Unter  tiioti  ungleiche  V«ree  werden  zu  l'eriiiden  und 
»  Strophen  vereinigt    Über  dio  Kiitfitehung,  die  Fonueti  und  die 
eögoatamlichkeiten  der  rythtnischcn  Poettte  ist  g§  2S2— 291  am 
gohandvlt. 

3.  Dan  politiücb«  System.     Mit  der  rythmiRchen  Poesie  ist 
po1itiB4!lii-ii    diu    f{rundBfttxÜcIi«    VornachtlLs.tigiing    der    in    dof 
fjl>m<-1>e  liLiilfNt   geschwundenen   antiken  Quttntilulägesetse  gamei: 
wu  810  von  der  rythnüschen  Poesie  unterscheidet,  ist  die  unun 

chuno  Wiederholung  de»  gleichon  Verses  (jiof»;^  ««ra  ffi/x»')-  '*''" 
rend  dort  iniieihuUi  der  Periode  ein  Wtx'liKCl  der  Vergnia^sc  eintritt  |.-iih'>^ 
Katä  Tit^iitiov],  Unter  politischen  Versen  im  wcitwron  Sinne  vorstehen  wir 
demnach  alle  zwar  nach  dem  Acceut  gebauten,  aber  Zeile  ftlr  Zeile  (unn 
Qtix"')  wiederkehrenden  Verse-  Solche  gletchxeilige  r>'thmiKche  (iedtcfato 
sind  bei  den  Gricchou  vor  dem  10.  Jahrhundert  ziemlich  selten.  Der  be- 
kannteste Vers  dicöor  Gattung  ist  der  ISsilbige,  nach  der  achton  Sil 
mit  üinor  Zäsur  versehene  jambische  Vers: 

Kai  noic  ffpotfiV  ö  ti;>-  aAIu  i]  npo^ittjg^r^ir  !/•••', 

Hiebes  Schema  erleidet  verschiedene  Schwankungen,  bceondors  kan» 
im  Anlungo  der  beiden  Halbzeilen  ebensogut  ^  -  als  -  >^  stebeu.  Much- 
»lul  geht  die  Freiheit  so  weit,  daas  abgesehen  vom  Schlüsse  alle  RScb 
sichten  auf  bestimmte  Füi««c  beiseite  gelassen  und  nur  Silben  geslUl 
worden.')  AuHSKr  dmn  Fünfzehnsilber  wurden  auch  andere  gteichzeiligt 
Verse  nach  dem  Accent  gebaut,  zwülfsilbige  jambiBclie  Trimeter,  jambisdiB 
und  troehäiHche  IHmeter  u.  a.  Doch  haben  sich  dieiio  Variationen  sieht 
ju  grösserer  Bedeutung  stu  erhoben  vermocht,  und  wenn  vom  politiBthcn 
Verse")  schlechthin  die  Kudo  ist,  wird  bei  den  Byzantinern  stet« 
und  bei  den  Neueren  meistens  der  jambische  Ftlnfxehnnilbor 
verstanden.  Er  beherrscht  dio  fllr  das  gemeine  Bedürfnis  buruchaet« 
Litteruturgattungen  wie  die  gesamte  Volkspoesie  bis  herab  auf  die 
der  heutigen  Grietlien;  seine  mehr  als  tau-sendjährige  und  noch  ksusi 
schulterte  Lebon!<knifl  gehört  zu  den  merkwürdigsten  ThatMichcn  is 
nllgouioinen  Goscluchte  der  volksmftsstgen  poetischen  Formen. 

Aus  welcher  alten  Form  der  politische  Vers  stainine,  ist  eint 
bosproclieite  Frage.  Kustathios')  will  ihn  ans  trochüsdien  YeiaeB 
kt^n,  wobei  er  wohl  au  olle  Verse  denkt,  die  sich  wie  poUtiscln«  b 
laiuten  >.  B.  i\v*  Aeschylos  'ä  ßa&e^eirmv  äracoa  tlffciäiar  vntfwätT,. 
lieh  sagt  Maximos  Planudes,*)  der  den  tiedanken  des  £u»tathios  «*i 
vorfolgt,  schon  bei  den  Tragikern  und  Aristopbaoea  seien  unter  den 
chMschen  und  jambischen  katalektisrhen  Tetraineteni  zuweilen 


I«- 

1 


m  t  (•.  4i»  UltontmngiW}. 


S.  SM  r  (•.  W  UUHWnngiW).  ~      mfitecwii   CtUrMbaai:  AlUr«*U 

*l  nijr«£  t«liiu*c  4.  k.  bar|«rlich«r,      v*ra  M  »«Ir  fisirwLli  aJa  tatttäaA 
■  •W*tn*<.  HUB  dtMi  TonlM^Mw  nd  K*-  ■>  Koiwlw  a  Iläa  •'  S.  11. 

MtMvhlM  Ym.   tM  llcfWMlw  «■  Air  MV  ,  *)  ta  *älw*t  na^  j/^rnftfiimmii;. 

Am   tUUkrifn  tvftaclMhM  QmaHm^  <  mum,  Awod.  Ow«^  99i 


Di»  m«trM«bea  Formaa  der  bysantmiaehen  PoeBie.    (§  367} 


65  t 


ftm  ui  flndoii:    TuTj  »V  ■<>  noitttxoy  ä^i  juctniantÖtni'  öto/iA  fff/^M« 
ti  Tpnjrixoi   .Tnn«{  kri    ö   Kufuxöf  fativ   ov   xQ'i'f^f*'"'   tfttiumtm,  oöx 

ff*i(  '  iKtitefoi  p)inot  tfi^/itTQoy  MataXtjxuimv  ait<M(  o(/oy  itjt^aavro, 

Dcmnt  er  daiin  inebrore  Bcispielo  wie  den  oben  angefU!irt«n  Vers 

Aoschjlo«.     Von  oinom  iibnichtlichen  Bau  poHtixchcr  V«r»c,  woran 

iPloQudes  nicht  zu  dvukon  scheint,  kutin  bei  dun  Alton  natürlich  keine 

Bein.     Dagegen  mag  nrnn  die  von  Planudes  erwSJinten  Versarti^n  als 

punkte  im  Auge  behalten.     Nun  wird   aber  die   sichere  LUsung 

rganzoD  Prago  doiibalb  schwierig,  weil  die  Stufen  und  Mittelglieder, 

fWMchen  der  quantitierenden  Verskunst   und  dem  politiseliL-n  Ma»ae 

nicht  überliefert  scheinen.  Zwar  sind  beide  Dichtungeformen  duroh 

ew  Beobachtungen  chronologisch  bedeutend  nttber  gerUckt  worden.  Wfih- 

HenrichBcn  tiud  Burnhardy')  glaubten,  doss  politische  Verse  sich  vor 

13.  Jahrhundert  in  der  Litteratnr  nicht  nachweisen  lassen,  haben 

W,  Wagner')  und  W.  Meyer')  den  Psellos  ab  politischen  Dichter 

ift  gemat?ht  und  \V,  Meyer  hat  die  Vermutung  ausgesprochen,  dass 

denfalls  zuerst  ein  Gelehrter  auf  diesen  Vers,  den  er  für  eine  Nach- 

dong  des  jambischen  Tetrametera  der  Alten  hSlt,  verftülen  sei.     Allein 

Cit  Ut*r   als    Psolloa    sind    die   politischen  Veree,    welche   Konstantin 

Pcrpliyrogennetos*)    in   einer   volksm^sigen    Akklamation    Überliefert. 

eil  bedeutend  Aber  die  hiemit  gegebene  FrUhgi-enze  ist  daa  Alter  des 

ilitisdien  Vei-ses  durch  die  Beobachtung  gerückt  worden,  dass  mehrere 

liwSrtor,  die  Johannes  Klimax  (c.  525 — c.  6UU)  und  Joliannes 

MehoB  {t  filO)  anfuhren,   als   politische  Verse   gelesen  werden  niüsson. 

in  der  Akklamation,  die  um  das  .Jahr  COO  gegen  Kaiser  Maiirikio« 

l'nilauf  gesetzt  wnrdo,  stocken  gweifollos  politische  Verse.*)    Hiedurch, 

diu'ih  die  That«acho,  da^ts  der  politische  FUiifzchnsilbor  sich  bis  auf 

heutigen  Tag  in  allen  griechischen  Gegendon  als  das  fast  einzige 

des  Volksliedes  behauptet  bat,  scheint*  doch  der  populäre 

lliraag  des  Masses  wahrscheinlicher  zu  werden.     Man  wird  mit  ßem- 

f*}  an  Tetrameter  wie  den  in  Plutarchs  Sulla  überlicfortcu  Vors  2v- 

4tiv  i'a&'  ä  SpiXa^  älifitrii  TttTtas/itiov   anknüpfen,   vielleicht  aber  zur 

Eichung  auch  die  aus  1-1  .Silben  bestehende  Zeilenart  beiziehen  düj-fen, 

■ich  bei  Methodios  und  Gregor  von  Nazianz  lindet')    Der  Streit  dreht 

mlotzt  eigentlich  nur  um  die  Frage,  ob  der  jambische  oder  der 

schiitiche  Tetramoter  für  die  Ent^ttehung  des  Verses  verantwortlich 

Wahrscbcinlicli   aber  haben  sich  beide  in  die  Ehre  der  Vaterschaft 

rleilen  d.  h.   der  politische  Vers  ist  woh)  aus  einer  Kootauiinution 

zwei  alten  populären  Masse  hervorgegangen. 


■)  Gmorfrin    der    griocli.    Ijttersl.   1* 
(I«T6)I86. 

*i  Herfiand  Ctttk  T«xts,  Londoo  I8T0 

*)  Aabag  and  Crnrnng  u.  ».  w.  8  S2h. 

')  Da  Mrim.  S.  M7  ed.  Bonn.  Vu.  Kod- 
Aulia  di«  VwM  b1»  md*  d«r  flblioki'ii  Ak- 
UuiaUmimi  anfahrt,  werde»  sie  wolil  noch 
Mrataad  Uler  müi  ala  die  orate  Uttlft«  d«a 


10.  Jnbrh.in  weloberderKniHereehriob.  D«d 
Text  der  Vetsa  a.  S.  255. 

*)  Vgl.  di«  Li  ttcnitu  tan  gilben  in  der 
Einleitung  des  AbschmUes,VutgllrgrieobiBch<i 
Littoratur* ,  wo  diese  Aklclaronlion  nbg»- 
d ruckt  ist, 

•)  Oruudrissdergri«<!li.Litt«riit.I'(lB'6) 
696;  276. 

V  W.  Meyer,  u.  a.  O.  8.  310. 


fAkHd.  tf^H  S.  1013-1028  [Qbw  die   Ten»eitjt liehe»  Vnrläuf^r  ilor  Rnve 
twosio),   Derselbe:  Ucbcr  die  neobHchtong  dee  WortAOoentM  in  d«r  alUaL  Po 
bar«r.  Akait.  17.  \M  1.  Alileil.  (1884)  S.  66  ff.;    110  ff.  (Ober  den  lyriMbea 
Cr.   Kulm,   S^mLnlne  ail  doctrinne  nt^i  dij^^raiy  historjun  p«rUneiitM,    Bm 
Ali]iHiiil!iing«ii  VI  H.  itmalau  18!:>3.     Kulm  untoniuclit   vi«r   byinatini»cbo  Diclild 
lidi  iiiror  l'rnxis  in  dnr  Anwendung  der  mittclxoiligon  Vokale,  den  Ignationl 
d«ii  TlieodoaioB  DtnkonoB,  den  Chrialopliotuii  von  Mfliton«   und  denj 
MauropUH,  und  i^i^l,  <I«a8  ditsH.'lbcn  von  atrong«r«r  ObservAim  aiad  ab  dw  I 
der  Eweit^n  Gruppe,  den  ,l{pi([onon*,  xugeviie«iMien  V«imuoli«r  (k.  oben  S 
sie  also  eine  eigene  xwiscliun  Hillierics  vreter  und  tweitM  Onippo  in  d«r  lUt 
KImso  bilden.     In  cinoni  Anbftnice   bebanddt  er  dioeolben  Dicliter  nadi  ilira 
inetrisob«D  (irnnd«ftUen.     En^tic.b   etOrIvrt  er  diu   Vtiretecbnik  d«a  Jobanno 
nthrt  die  I.vbrvn  dra  KuBtatliioa  llbor  ilie  dichrnnnn  Voknle  auf  ihre  Qaellen 
hoHpricbt   die  Lcliie   dos  Maxime*  I'lnnudn»   und  Ucni<>trioa  TrikliDiot, 
Tocbnik  den  l'lanudcs  in  s(>inon  eigenen  (icdirbUn. 

2- Cotitinche  Vorsc;  K,  L.  Slruve,  Dor  nolitiaebo  Vfradot  Hittcignoci 
beim  1828.  —  Domeirius  Zuniia,  Ilulritchumj^onMUIiia.  mit  Krlftutentngen  und  Bi 
Über  den  pullitiBclipri  V«ra  der  Ncu^rivvhun.  berMiaseg.  von  V.  Lefbuer.  Infid 
—  F.  Uenrivhaen.  {Jvhvr  div  sugoiiuniilvii  poÜtlsoiien  Veno  bei  den  Orieobed 
Psniscben  OberaeUt  von  P.  Frieiliicliaen,  Leipzig  1889;  gilt  iiech  immer  sla  [ 
ist  nbor  diircb  die  VorOfTontlicIiimg  xtililroieher  neuer  Texte  so  entwertet,  daa» 
noue  HenrbeiUing  de«  Hegnnstjindi's  dringeniiea  llodOrfnis  iat.   —  Kr.  ftitsohl,  i 
VKTtf,  Omisculu   1   iim'>)  2»9— 299.  —   W.  Wngner.  M«dicviil  lirenk  («tiü.  I 
8.  VI  — X.  —  L'ehnr  dnn  l'rspTung  des  potilisHion  Versea  und  sein  VcrbUlaie 
neben  l'oesie  bnndeln:  W.  Meyer,  Aurnng  und  l'rspnnig  der  tat.  und  griocfa.  i 
pioIitunK.  AbhunJI.  buvcr.  Akud.  IT.  Bd,  2.  AbtoiT.  (1685)  8.  308;  325;  366, 
Eiude  flur  lee  eriiiinüB  du  ij'tbmn  lüniijne,  Nimea  1886  S.  159;  822  ff.  und  t't. 
PhiloloKiia.  8ucipl«nientb.  !i  (1^89)  219  Anin.    -~   Naehwei»  politiscbo'  V«tae  b 
Klimnx    und    Jobiinnes   Mudcbua  bei    K,    Kruuibacber.    MitteJsriediiMbe    S 
SiUnngDber  bayer.  Akad.  1893  Dd  II  233  f.       Ceber  sonstige  MM^ulorte  Vene 
FUnfxnhnsilher   n,  a.)   B.    K.  Krumbaober,   Kino   Sanimliing   bviaatiBbdwr  i 
Sitxungabor.  beyor.  Akftd.  1887  ild  11  53  IT.   -   Uebor  akrosticbiscb«  Gedtckt«, 
(xnpxiret)  und  andere  mctriiichii  Spielereien  der  Hvtnnlinnr  bändelt  N.  r«litol, 
Jiatynii,  'Eeiin  19  (ISSi) 249-2&2:  264  -26ti;  2!SI-2fö;  291-  294. 


1.  Kirchenpoesie. 

868.  Werke  in  der  antiken  Perm.  Wio  dio  Qbrigen  Gattungen  der 
rie<:hi.-»cb-byiaiit.initic;!ieii  Litteratur,  an  st«ht  auch  die  Kirchendichtiing 
Dgücli  unter  äem  mjiclitigen ,  ßlr  die  Eiitwickelung  einer  freien  Urigi- 
EUt  vorh&ngnis\'ollen  EinÜuss  der  altgriechinchen  Formen.  Die 
poetiactien  Versuche  der  christitchon  Öriechen.  welche  bisher  in 
litcren  Kreiden  Iwkannt  geworden  »ind,  scbliosücu  sicli  in  Spracho,  Metrum 
Darstellung  an  die  alten  Vorbilder  an.  Es  sind  gelehrte  Iinitationon 
ähnlicher  Art  wie  die  meiaten  Werke  der  Profanpoesie  dieser 
_  be.  Hieber  gehört  der  in  anapäatischen  Monometern  und  Dimoteni 
■Igofaest«,  wahrscheinlich  mit  Unrecht  dem  ('lernen»  von  Alexandria 
(t  tai  21S}  zngeitcbriebeno  Hymnus,  der  in  den  Handschriften  von  dessen 
Bmiafmfüc  steht.')  Das  zweite  Stllck  dieser  Art  ist  das  berühmte  Jung- 
(raoeolicd  im  ,(iat^tniulil'  de»  hl.  Metbodio»  (f  um  311).  Das  Werk, 
Oifeiibar  eine  Nachahmung  düa  plateniHchen  Symposion,  i»t  in  l'roaa  ab- 
Btfini  und  schildert  durch  den  Mund  von  zehn  -lungfrauen  das  Lob  der 
EeoicJiheit:  zum  Kchluss  folgt,  ein  Gesang:  eine  Jungfrau  singt,  die 
^ttrigfin,  zur  Hechten  und  Linken  stehend,  antworten  nach  jeder  atrophe 
einem  fröhlichen  Kefrain  {vnaxovotvi}.  Dos  Gedicht  steht  in  seinem 
>(iv  vielleicht  unter  dem  Einflüsse  der  Httfi!}i\iti  des  Alkman  und 
ttnilür:  doch  bietet  die  Form  schon  recht  viel  Auffallendes.  Das  Versmass 
irt  iwar  jambisch,  aber  im  ganzen  Oedichte  finden  sich  so  nnbegreifUchö 
V<riit2iu<e  gegen  dio  Gesetze  der  Quantitilt,  das»  von  zuHllligen  Vei-sehen 
öae  Ilede  »tcin  kann.  IXt  Gegensatz  zur  altheiduisehen  Dichtung,  \'iel- 
bt  lucfa.  wio  W,  Meyer  bemerkt,  das  Bewusstsein,  dass  neben  dem  ein- 
ehon  Prinzip  der  quantitiorcnden  Dichtung  dio  fremdsprachlichen 
en  ein  ganz  anderes,  kräftiges  DiebtungsprinKip  hesassen,  fUhrto  zu- 
bst  zur  UeringBchKt2ung  und  zum  teilweioen  Aufgehen  der  Gesetze  der 
itierenden  Poesie.»)  Viel  treuer  blieb  der  antiken  Schultradition 
Iregor  von  Nazianz  (f  389).  Er  verwendet  in  seinen  zahlreichen  Dich- 
ogim  mit  zwei  Ausnahmen  {*.  §  270)  nur  alte  Versmasse  wie  Ilexa- 


■)  Vgl.  E.  Bouvy,  *.  oUn  a.  O.  S.  25  f.. 
■V  aack  einige  LiU«tattir  n  CUmoiis  ver- 
wL  —  W.  Cbrint.  GMcUohl«  der 
,  L(Ucnt.>  %  fi07. 


•)  W.  Moyor.  h.  oben  «.  0.  308  ff.  Vgl. 
Bouvy,  n.H.O.  soff.,  der  wich  «inigo liittvra- 
lur  lu  Motlioiiios  Angibt. 


654 


B^ZBuUaisoh«  UUeratargfiBchicht«.    IL  PocUsoho  littorKtvr. 


moter,  trochftiacho  Scptonnre,  jambiache  Trimeter  u.  8.  w.   Da  er  von  mm  ■ 
wAniien  religißsen  Gofiiltlo  bosoolt  ist.  wurde  fv  in  der  npttteren  XeH  tW" 
bewundert  und  wie  die  Profandichlor  mit  rcgolrcclitcn,  gelehrten  Komtwn- 
tttruu  versobcn.   Unter  den  chridtUchen  Orieebon,  die  in  den  antiken  Fonnwi 
diebt«t«u,  verdient  er  die  erate  Stelle;  aber  trotzdem  blieben  seine  WMit 
dem  Volke,  der  Oomcind«.  der  kirchlichen  PraxiB  fem.     Man  wr- 
stand  da»  mÄchtig  eindringende  Wort,  des  Orepor.  wenn  er  von  der  Kamel 
BjH'uch,    aber  niemals  liut  die  Kirche  in  ihrem  OlTonÜichun  Kultus  mhu 
seiner   kün8t%*oIIen  Gedicht«   wiederholt.     Dio  starren  Formen   der  »ar* 
alteten  Metrik  liessen  das  Feuer  »einer  Empfindung  nicht  frei  genn;  mt- 
flackern.     Ein  wahrer,  aus  dem  Inneni  gewaltig  hervorbreehender  Bntlia- 
üaamua,  wio  or  manoho  Hynmographen  anzeichnet,  wird  bei  iho)  vo^ 
geblich  gesucht;  seine  Poesie  ist  edel  und  gro^s,  voll  Kunst  und  Überlegung, 
aber  sie  roisst  den  Menschen  nicht  mit  sich  fort,  sie  bat  nie  so  voll  Ben 
üu  Herz  gesprochen  wie  etwa  das    unvergleichliche  WeihnaditAlied  des 
ItamanosJ)     Noch  mehr  als  Gregor  stand  sein  Zeitgenosse  Apollinarios 
der  JUngcrc  (f  390)   auf  dem   Boden  der  antiken  ÜlH^rlicfening.     B« 
ihm  war  sti'cnge  Schulung  in  den  alten  Fonnon  Erbt«il  der  Familie.    Der 
Vater  des  Apollinarios,  von  dessen  Werken  nichts  erhalten   ist,  scbrioli 
Tragödien    nach  dem   Muster  des   Euripides,    Komödien   nach   Munander, 
Oden  nach  Hndar,  jüdische  Alt«rtllmer  nach  Homer.     Von  dem  Jöngoren 
besitzen  wir  eine  Paraphrase  der  Psalmen  in  Ucxometoni,  deren  Tvcb 
lUr  Nonno«  vorbildlich  wurde.     Das  Gesehidc,   mit  welchem  er  zat 
Reminiszenzen  aus  alten  Dichtem,  ihre   berühmten  Bilder,  ihre  glB 
Beiworter,  ihre  dialektisrlien  Fomien  verwendet,  bann  den  Antiquar 
frieden  stellen.    Dio  Psahfiien  verloren  aber  durch  solch«  Umbildung 
eigen tümlichos  Geprfige  und   ihre   erhabene  Einfachheit:    sie    wurden 
homerisch,   um    noch  Paulnien  sein  zu  kOnnen.     Solche  philologische  Sp 
lereien  konnten  unmöglich  populär  werden,  nnd  wir  verstehen  die  Nutl»- 
rieht  des  Kirchenhistorikors  .Sokratos,  dass  die  Werke  der  beiden 
linarias  schon   zu   seiner  Zeit  so  unbekannt  waren,  als  hfttten  ide 
existiert.*)    Koch   weniger  Erfolg  hatte  die  nach  dem  Vorbild  des  Ap 
linario«  gearbeitete  Psalmenparaphrasc  des  Ammianos.^)    Ebenso  $t 
sind  dio  berühmten  Gedichte  des  Synesios  (ca.  370  bis  ca.  'fISI.    }1 
das  Überwiegen  des  hellenischen  Elementes  ist  es  hier  be«ondei's  i'lin 
teristisch,  dass  die  Hymnen,  welche  Synesios  als  Christ  dichtete,  mit  de 
aus  seiner  heidnischen  Zeit  brüderlich  xuHunmoogohou.     D«r  Neu[ 
nikor  verrät  sich  in  den  ersteren  fast  ebenso  deutlich  als  in  den  letzte 
äelbftt  der  dorische  Dialekt,  dessen  sich  Sjniesios  bedient,  beruht  eidil 


iplat« 


r 


')  Vgl   E.  BoDTj-,  n.  a.  0-  51  ff. 

*)  A.  Liiiiwich,  Apulliunrij  metnphratiia 
pealmoruml -III  (iila  froli«  oiaur  kriUtiuhei) 
AuBgiibei,  Progr.  Königsberg  1)*8Ö;  doiu  il«s- 
80lb«u  Verf.  Abhandlungen  im  Hermes  13 
(IB78)  SSß-aSO  und  Königsberger  SUidien  1 
(1887)  BO-82.  -  K.  Banvy.  n.  «.  0.  S.  43  ff. 
~.^J?."-  ^^'fts'ko,  ZoiUcfirift  för  wiimd- 
»iHrfUidio  Tliwl.  31  (ISäaj   477-467.  - 


Kritiaoboi  bei  LeoSLorntiAch.  An 
I'toQndeM     appendix      Bithrrin« '  Yatii 
Loipii);  1890  S.  QT  und  »imiiI. 

>J  Küie  Probe  deraelbwi   »d.  UM 
Lnur.  ■>,  37  Dondiiii.    CaUlogv« 
innbib).  HodicoiM>  Id^urentiknae  1(11 
Sie  stnht  auch  im  Cod.  BodL  Bar 
■.  14  fgl.  3«, 


UrebrapoMlo.    A.  QMehicIite  der  rjthmiaoli«n  EirohBiidichtiiitg.    <%  289)     65g 


tuclit  auf  dor  damaligen  Mundart  seiner  Heimat  Kyrene,  nondem  auf  rein 

^elii-tcr  Imitation.     Überhaupt   ist   er   viel    mehr  Philosoph   als  Dichter; 

seinv    metaphysischen  Darlegungen  sind   eine  passendn   IjoktUre  für   die 

Gelvbrt4'D8tubo,  no  sind  aWr  nicht  geeignet,  von  der  tausendätiniiiiigen 

Hange  gesungen  und  begriffen  zu  werden.')    Selbst  Nonno»  (im  Anfange 

im  &.  JahrhnnderU),    deaaen   McLrik   für   diu   Profunpoesie   in   einem   ge- 

wiBesn  Sinne   bahnbrechend   wurde   und   zahlreiche  Nachahmer  fand,   wie 

Iftyphiodoron,  Kolluthos  und  Mueaoos,  hatte  mit  der  metri.'<clicn  Paraphrase 

dm  Evangelium»  Johuunis.    die    er   als  Christ   und   wohl    im   hohen  Alter 

vtrfMste,  keinen  Erfolg:  ein  Unteniohmen,  das  von  Anbeginn  so  gän?.lieh 

verfehlt  war,  wäre  auch   einem  grüsseren  Bichtergenie  nicht  gelungen.') 

Nonnos    i«t  nicht    der  letzte  Grieche,   der   daa   Gerüste   altgriechiscbor 

Formen  zur  Ausstellung  eliristlicher  Ideen  verwertete;  die  Sitte  gelehrter 

Imitation  der  anlilcen  Metrik  ist  auch  nach  dem  Auftreten  der  rytbmiacheu 

Üti-btung  und  des  politischen  Vorve«  nicht  ausgestorben.    Das  beweisen 

die    trockenen    Dichtungen    des    hl.   Sophronios,    die    drei    jambischen 

Kanone»  des  Johannes  von  Damaskos  und  die  zahlreichen  in  anakroon- 

tischen  und  anderen  Massen  verfassten  Poesien  geistlichen  lidialtu  eines 

IgnatiosDiakonos,  Leon  des  Wuisun,  Prudrumos,  Manuel  Phil  es  u.a. 

Di«  (Or   wahre    Kunst    immer   vurhüngnisvolie   Wirkung    des   Nachleiern» 

Wtr  und  nicht  mehr  venttAndlicher  Formen  hat  sich  auch  hier  im  vollen 

Mum  bowjUirt.     Nur   ganz   wenige   dieser   Kunstgedichte   verdienen   den 

Nuien  Poesie.    Mit  Ktiingen,  die  in  der  lebendigen  Bpraclie  keinen  Wider- 

kO  mehr  fanden,  konnte  niemand  zum  Herzon  des  Volkes  reden.       Die 

flt&lir,  welche  hierin  lag,  wird  von  dem  Historiker  nicht  unt^rschlttzt 

*enl«n:  liülto  sich  nicht  zar  rechten  Stunde  eine  andere  Kunstform 

0tfai>don  und  eingebürgert,   so  wÄro  dem  griechischen  Volke  der  Sogen 

•ur  wahren  religiösen  Poeaie  für  immer  versagt  geblieben.     Nui-  dieser 

[■WB  Form  ist  es  zu  verdanken,  dass  nun  eine  Litteraturgattung  erstand, 

6t  an   poelisehem   tiehalt,    an   Mannigfaltigkeit   und   Tiefe   den    vorzUg- 

ttfeten  Erzeugnissen  der  alten  Dichtung  zur  Seite  gestellt  werden  darf. 

OitM  wirkungsreicho  Kun»tform,  welche  mit  einem  Zauberschlago  das 

pwäache  Vermögen   der  Uellenen  von  neuem  wachrief  und  der  verstum- 

WMloa  i^unge    wiederum  Laute   von    alter  Kraft  verlieb,    ist   die   ryth- 

■isvbo  Dichtung. 

A.  Qeachiclite  der  rythmischen  Eirchendichtung. 

mn.  Begriff  und  allgemeine  Geschichte.  Der  lebendigen  Sprache 
•ar  die  feine  Differenz  der  kurzen  und  langen  Silben  in  der  römischen 
Zeit,  wie  die  Buchstabenverwechselungen  auf  Inschriften  und  andere  That- 
Mdicn  beweisen ,  abhanden  gekommen.  Der  neue  Vokalismus  bosass 
■•der  lauge  noch  kurze,  »ondcrn  nur  isochrone  Vokale  d.  h.  Vokale,  die 
lUe  mit  derselben  Zeitdauer  gesprochen  wurden.*)     Aus  der  alten  musi- 


t 


■)  TfL  E.  Bovvy,  a.  a.  0.  63  ff. 
*)  T^.  E.  Bouvy.  a.  ■.  O.  60  ff. 
ff  T^.  G.  Ualiidakis,  Kiihna Z«itacbr. 


fltr  vorgloiob.  SpracliforBch.  30  (1889)  3&T  lt.; 
auch  K.  üunvj-,  a.  a.  O.  127  ff. 


656 


BfsuitiniBclie  Litt«rat[irgeecliicht«.    II.  Po«tia«he  Lttt«ratar. 


kalisclicn  QuaiititRti^iirache  war  ein  modcnuia  Konversationsiilioia  ge- 
worden, in  woicliein  ein  Wort  wie  nr^purrof  al»  einfacher  Daktylas  kling. 
Wer  jetzt  alito  nach  der  Quantität  dicht«t«,  gebrauchte  eine  tote  Fora, 
die  auf  dem  Papiere  kUnstÜch  zugerichtet  werden  konnte,  von  dem  Ohit 
aber  nicht  mehr  verstanden  wurde.  Erst  als  die  christliche  Poene  iM 
von  diesem  unertrSghchon  Zwange  losmacht«  und  zum  rythmiscbeo 
Versbau  ihre  Zuflucht  nahm,  begann  via  walirhaft  zu  leben.  Das  Priiuf 
der  neuen  Form  ist  nicht  Lunge  oder  Kürze,  Boudom  die  Zahl  der  Silhaa 
und  der  Accent  d.  h.  die  Dinge,  welche  damals  allein  hOrbar  «am 
und  welche  auch  die  Poesie  der  modernen  Völker  beherrschen.  Keines- 
wegs aber  trat  der  Wortocccnt  einfach  an  die  Stelle  des  fdlhereo  Ven- 
accente«:  die  alten  Voräformen  wurden  vielmehr  gänzlich  beiseite  9*- 
»choben  und  dafUr  neue,  ganz  verschiedenartige  Zeilen  und  Stroplua 
erfunden. 

Nur  in  den  Werken  der  rytlimiaclien  Form  besitzt  die  chrigtlitb( 
Poesie  bei  den  Oriechen  eine  walirhafte,  von  »chwachon  Versuchen  rank  ' 
zur  Vollendung  aufsteigende  und  endlich  wieder  Binkendo  innere  EbI- 
wickolung.  Leider  ist  die  Geschichte  derselben  noch  wenig  erforeckt 
Wir  erkennen  zwar  mit  genügender  Deutlichkeit,  dass  der  ungebtai 
uns  erhaltene  Vorrat  an  Kirchenliedern  eine  nach  and  na^  eni 
Schöpfung  i»t;  wir  bumiirken  bedeutende  Unterechiedc  in  den  Fonnes, 
poetischen  Geholte,  in  der  Darstellung  und  Anpassung;  wir  i»ch«R, 
aus  unscheinbaren  Quellen  allmählich  ein  mächtiger,  reichverzweigt«r  Si 
anwächst,  aber  es  ist  gegenwärtig  nicht  mSglich,  den  Lauf  desselbca 
)^einün  Verästelungen  und  Zuflüs8on  klar  naehzuwoiacn.  An  einer 
Peatstellung  der  Oescbicbie  dieser  Litteraturgattung  hindert  vorm 
ihre  Anonymität.  Wenige  Dichter  sind  nach  ihrer  Person,  ihrer 
und  ihren  [icbensverhältnütsen  näher  bekannt;  von  vielen  hören  wir 
tih  die  bloüiRcn  Namen ;  eine  grosse  Zahl  und  darunter  manche  der 
Stacke  sind  völlig  herrenlos  Qberliefert.  Wir  können  daher  di«  Eb 
wickulungsgescliichto  der  griechiHcheu  Kirchondii-htung  vorerst  aur  l 
allgomcinon  Unuissen  beschreiben.  Mit  genügender  Sicherheil  latswi 
in  derselben  drei  Uauptepochen  unterscheiden,  nämlich  1.  dieZeitd 
Vorbereitung,  welche  hauptsächlich  durch  kleine,  zwischen  die  IVali 
und  andere  Tnile  dur  hl.  .Schrift  eingeschobene  Stiirke,  durch  Akkl 
des  Volkes  und  einige  isolierte  Gedichte  von  bekannten  Verfaaseni 
zeichnet  wird,  2.  die  BlElteperiode,  in  wekher  die  omfimgreichen, 
20 — 30  imd  mehr  Strophen  bestehenden  Ilj-mnen  zur  Auabitdung  und 
sten  VuUeudiing  gelangen,  3.  eine  Periode,  welche  mit  der  En' 
einer  nouen  arcliitck tonischen  Form  von  Gedichten,  den 
Kanones,  anhobt.  Diese  Abteilung  ist  jedoch  nicht  so  zu  i'erstefaMi, 
ob  die  fUr  jode  Periode  charakteristische  Gattung  in  derselben  ausseWi«*" 
lieh  geherrscht  hätte.  Die  Akklamationen  und  die  kleinen  StQckf, 
welche  die  Signatur  der  erstcit  Periode  bilden,  dauerten  auch  in  der  jwoit« 
und  dritten  fort;  diu  Hymnen,  dos  Kennzeichen  der  zweiten  Periode, 
wurden  auch  in  der  drittt-n  weitergepflegt. 

I.  SamniclauagAbvo:    Di»  äl[««t#n    Diork«    grifdiscber   Kirobenlivder   Wfin^ 


A 


Eirehaapoasi*.    A.  Oeschichtfl  der  rytbmisdani  EtFchendicIitiiog.     {%  2fi9)     fJ57 


Ml  i«  <t*ti  tDr  den  prakliHulM'ii  Gubniueli  faeatiinniteu  litureiai^licn  Werken.  Durnnch  gnb 
NM  lcl«in«  AuawaM  Vombaum  in  Uaui#lsTli«enurus  li,Yiiiuulugicii-i.  vol.  111  (Lipsinn  1)^6) 
—  1S8  Idi«  Qbri)[eii  Bind«  tinllislttiti  mir  laUiriiitclie  uiitl  ^,vnHch<i  LiedcrI.  -  Für  flulti- 
tlB41fW  Slu4i«n  IcaBD  man  die  iilleii  Onirkfi  iiiiJit  itaiiz  (lutbchrt-n;  Hie  onllmlten  udcr 
miat  UDHverlOHi««  "nd  «Inrk  vrmtlimmclt«  Test«,  die  fQr  eine  littvrnriaulie,  iihiluluuisGlip 
lail  cMcbichllii'lM'  ßatrachtung  des  KirehenlJcdoH  nicht  ansreiclieii.  Diesem  Behiifu  dicuuo 
MT  folijead«  vier  Werke:  J.  11.  Pitm.  Ilyinnoßrnfihic  do  l'<;^tise  i;iepi|ue.  Rom«  18C7; 
IrauiMi  nnf  d«n  lil.  I'etnis.  —  W.  Oiriat  und  M.  riirnnikas.  AnthoInKin  liraocR  rar- 
■mim  CluriBtiiinotitm,  I.ipsini.' 1(^71:  reiche  AiiHwidil  christlicher  l'oeden  in  chri>n»ln(;i«nhnr 
Mmuig  mit  niner  auifiihrlitlien  F.iiitüiluii^  UbiT  (Jiiachic.lilo  und  Kurm  der  KiicbondicIitanR. 
'-  J.  B.  f  itra,  Aiialectu  sacra  B|iiri)egi<)  I^<lleslnl'Il(li  parul«.  toin.  1,  PiLriaiin  H^TC;  eiithitlt 
im»  OberraacbeKil  grosM  Zahl  frUiivr  ^üiiilicb  <ider  Itiilweise  uubekaunU-r  Uyiiiuea  de» 
!■■>»««.  AbmUmo«,  S«TKiiM>,  Kyrinkn».  Tiieodnra»  Sliidit««  u,  a.  ~  Arcbiinaudril  Am- 
Ailcchins  (j«Ut  Binnhof  von  Uontovl,  Kontnir,i(fior  nach  der  grierhisrhi'n  OriKinalbiind- 
Wfcrift  der  tlodtkauM  Synodal biUioIhtik  N.  -i.ST.  <uanTnm<'n(;cstollt  mit  der  flllenten  slavisohtin 
ITah»IMlHi»a.  3  voll.,  Ucokon  IKT9  (Tilul.  Kinlritunp  u.  a.  n.  russ.i.  Uor  nrHt<<  lliiiid 
koDgt  in  gi«a>Mi  und  ganion  dieselben  Texte  wie  l'itiu.  deaseii  Ausgabe  niii  nach  im 
IlMaliaee  vorwrrlel  i<il;  d<ir  iweite  Hand  |iu  kleintireiu  Funnulc)  cntlilllt  fnoiimilo proben 
h  mwi|,illiiini  I  Au^IhruuK.  Der  Textbauil  dllrfle  durch  den  völligen  Miingel  an 
0«naaiKk('il.  EiitikundMrtli'idir  in  der  ganten  pbilolugisclien  Litter atur  als 
•  in  llnikuni  daslelien.  Damit  der  skeptische  liesor  niclit  glaube,  mein  Urteil  sei  vom 
klMam  Neide  der  Rivaülal  nngckrllnkelt.  bemerke  ich  nur,  doaa  auf  den  2(<8  .Seiten,  welcbe 
irnftti  loline  den  Anliangl  umfassl.  bei  obeiriUrhlicbater  Durchaichl  11)01)0  —  20000 
ftUar  Jeder  Art  aurstOMpn  —  iras  denn  dorh  selbst  bei  der  weitesten  Ansd^bnung  der 
Uli.  dia  man  gegen  eine  editio  princeps  walten  xa  la^on  gcnoigl  i»!,  de« 
ilsn  etwHB  XU  viel  sein  durfte,  MerkwUriiigerwetae  ist  die  famose  Leistung  iin 
ndol  »chuci  verKriflen  und  so  ävbwer  auf«ulr«iheLi  wie  ein  Inkunaheldnick.  —  Uiwn 
1  iMch  die  kldine  PublikatiuD  von  .1.  Pomjalovskij,  Zwei  litUTKlaühe  Aofi»««  auf 
lenl,  Petereliurg   l>^- 

2.  UilfiiRiittel:    Ein   SpexinJIliema   bebandeln   Thead.   Toacani   «I   >toa.  Coxxa, 

hjnuivlogia    Gravvorum    in  Deiparae   confutitiuiiiim.    Rum  18f)2   imir    uiiEugBnglicIi).   — 

•nUEO  und  wieliti^teii  Schritt«  in  d<-r  Ki'k4'iintiiis  der  Form  der  grieobiaclieii  Kirulien- 

IT  tkat  F.  J.  Hone,  Uteiniaebe  Hymnen  dt«  Mitt«laUerH.  3  ßde.  FreJburg  i.  Br.  1858 

ISU  (paniml.         Dann  liaben.   oline  die  Vorarbeit  von   Mnne  tn  bearhton,  Pitra  nnd 

lal   in   d«n    l'rolngomena   der   oben  geniiimlen   VVerke    fUi    die  Krfoi-schung  d^  Form 

(iMcki^Jite  den  KirclinnliedcB  einen  festen  Orund  gelobt.  —   Auaseideni:   W.  Cliriat, 

di»  Badoolung  von  llimioe.  Tropariuu    und    Kanon    in    der   ^riouhiächen  l'ofHie  doa 

Uhara,  Sitxusgaber.  boyer.  Akad.  ISlü.  liaud  !l  Ih  -  tO^.  -  Tb.  Eiortot.  De  Tech- 

dM"  B.VMalijiwdi«  UyuDograplien ,  Verklagen   ou   Mudedeetingeu  der  K.  Akad.  van 

«wcbap^n,    Afil«eling    ti«lterkundc,    Tweede   r«oke.    tweede   deet,    Amalrrdam    IHTS 

lÜ— lÄl    («BgvlMnder   Bericht   ttbor  Pitins  llyniiiDgraphie  und  Christa  Anthulogia),    — 

■uafUiTUobtt  R«f«ralO   ober   den  ganien    von  Pilrn  und  Christ  t(ebot#<iien  Stoff  «iibeu 

(•renaon.  l.'bymnographio  do  Tegliac  grectjue.   Revue  de«  iguealion«  bifttori(|ues  11 

ij^iiS— &4S.  aod  U  .laeobi.  Zur  lieüchiehle  de»  grieeliini^hnn  KiichcnliedeH.  /eilacbrift 

Kirchen gcMbictite  berauageg.  von  Tb.  Briogcr  5  (1KN2|  1TT--250.         Fin  Referat  tlber 

K«r«Tnt    von  SIevensoo   ist   der   Aufsati  v««  D.  Kupitvria.   Bulletin   de    corre«pond. 

tn.  i;  (1>'7)'I  372--3fll,  wo  ohne  Bewei»  die  alte  idei-  verteidigt  wird,  diiw  die  rytbinineli« 

B  au*  der  alCKnechiaehen  Poesie  abzuleiten  Aei    —   tTeher   den  Eutwickelunc^gani:  der 

^m  l'itraa  l£er  di»  sriiKliische  Kirchenpoesie  vgl,  t)um  Feiriand  Cabrel.  Uietoire 

Itaudiäal  PHra,  Paris  1808  S.  2£3— S<6,  wo  auch  einige  hiev  nicht  gennnntii  kleiner« 
WMtM  IHid  BwpnMihnsgen  ang«f(lbrt  sind.  ~  Auf  l'itni  und  den  neueren  Fontcbnngon 
hNVht  Hek  die  mir  nnzugAn gliche  Antrittavorlesung  von  Dom  Fernand  Cabrol,  L'hymnu- 
fltupU*  d*  l'risliao  gmcquc,  Angois,  Lailie^a  1^1)3  |s-  ß.  Z.  'i,  043).  —  Molirere  tVagen 
MMadalt  *IMn  K.  N.  Salhae,   faro^xxör  Juxiyiav  v((ii   reii  fieltQov  ml  rijc  fiovam^t  cuf 


ArCvtUKV,  Venedig  11*78.  —  UauutsoliTift:  Willi.  Meyer  (ans  Speyer),  Anfang  and  Ur- 
nnnif  dar  laleiniiclien  und  griechia^on  lythmiaehen  Diebtang.  Abhandl.  bayer.  Akad, 
|j.  Bd,  i.  Abteilung.  UQucben  188A  S.  270~4.'>0.   Vgl.  die  lionilicli  ungorochte  Keienaion 


tM  Oraraa.  GflltisK.  0»1.  ADaeiften  1886,  1,  284— SS3.  —  Zur  Üoarbiehte  der  F.ntdecknng 
dia  PrtanM  der  rythmiachen  Poeeia:  W.  Meyer.  Pitra.  Mone  imd  die  byiantiniacha 
firnpfclll.  Sitmiigaber  bayor.  Ak.  IHdß  S.  49-66.  —  Nutzlieh,  besonders  fllr  di««  allgemeine 
OtMUekte  nid  Würdigung  der  grieeliiscben  Kirchen noesi«.  woniger  fttr  die  Krkenntni* 
dar  MalriacbeB  Pontic*  ist:  Kdm.  Bouvy,  Klude  aur  [cn  angine  uu  rytbine  tiiiii<[ue  dnns 
l'b; mnoi^pliia  da  l'^diae  grecque,  Niinea  1886,  —  (iegen  einen  Ti'il  der  Anaicbten  von 
W.  Uaj'tr  richten  aicji  Karl  Di^utBcbinaun.  IIa  pui>äiH  Grnecoruin  rhytlimiciie  neu  «l 
AiiiiuxuoviHciiKL.it  IX.    1.  «tilg.   ;i.  aua.  42 


6«8 


ByiASÜiilaoIio  Littor&targeaoUobt«.    II.  Poetünhe  Litl«i«tar. 


oriKin«,  TioRr..  Cxliletix  lf^9.  und  Utiximilien  Kawctynaki,  Em«  oofamtUr  nt 
rohgioo  «1  l'hi<fiuit<<  dta  lythiiMia.  Paria  1889  S.  IS8ir.  ~  Pltr  W.  M»]r«c  «»Mwidtt  liok 
in  dor  BuiplnucliL-  llub«rt  Grimm«,  U«r  Slr(ipli«4ih*u  in  dan  (iedidilaa  Enbridna  dn 
^nm.  Uit  ciiivui  Äulianjte  (Iber  ittt  Zusiunmonhang  xvinchcn  nyriitobor  um  b^suitiDi' 
Kchw  HyrnDMiform.  Collectonon  FriliurfmHiA,  v<^,  II.  Freibmg  (Rcbwcixl  1^9!l.  Vgl 
H.  ^  3,  208  f.  ~  Eine  unwIbRUiiiiliKe  Uttd  kritiMb  i*enig  dutcbecorbFilvtc  l'ctwmrbt  Dba 
itie  griMhischMi  Kinhonilicbtt^r  und  M«lodou  gibt  U.  J.  l'apad<>pu)«ii,  Svftfinlm  ik  i^V 
faiepint-  i^{  «ff'  imir  dxnXf.vittaiiM^t  Moepitmi  et«.,  Äthan,  K.  Beck  18U0  S.  183  ff.,  '231  fl, 
29t  tt.  —  Ucber  dm  QuolUn  ilor  Kiicbenlied««',  die  «onMlmtlicb  ia  Heil  igen  t^bra  u 
RoeliMi  aiod,  TgL  K.  Krnmbachor.  Studien  Eu  den  Legenden  de* U. Tlieodoeioa.  bitnmoUs. 
hajor.  Akad.  1892  S.  822  fl,  —  EusL  BiiliamaB.  Itr^  iwäl^uutttnir  uihfiiär.  T^fi. 
'^K  12  (189SI  S68— 861.  —  VI.  C'liovalier.  Pn^üe  litorf^ue  du  raojroB-ige.  P>m  <■( 
Lyou  1892  (Uebersiobt  Ober  die  rj-Uiniiscba  Poesie  bei  den  Orinntakn.  (inec}i«>n  und  Abaiil- 
Uudeni).  —  Uniug&ngliob  blieben  mir  einig*  nisnedie  Arbnitm  wie:  V.  PhiUreMvM 
C'omifiov),  Hietoriachn  ITrberscbt  der  II]nnno«raphea  und  der  lirninograpliir  der  piedi- 
neben  Kirche.  PeUmbtirg  IHßO.  —  Porphyrij  (Uta«bol),  8ti«li>.THricii(Iicbter,  I^udf  Kietilc^ 
dut^h.  sk.  18TS.  —  J.  ileniivolov,  UeWr  Liedersequeot;  iu  dpa  .Ueilagen  «i  den  Wtdm 
der  hll.  Vater*  tluak  *.  1»H0.  -  Pllr  die  muaUuliMhe  Suite  rgl.  S.  5!>9  t. 

3.  Ueliersctiunueu:  LaleiDisohe  Vebereelixitig  in  dea  Analect«  von  Pilrad  e), 

—  Proben  deulaclier  Uebereetanng  bei  Job.  Raj'ser,  BeitrAg«  mr  Gascbidite  and  £rtfi- 
rung  der  älteateo  Kirchenhjinnen.  3.  Aofl,,  Paderborn  1831,  and  bei  Jacobi,  a.  ■.  0,  - 
Kino  englische  L'eberset/.nng  der  Hymnen  de«  .STneaio«,  Gregor  Ton  Naxiani,  UplbedM 
und  ClometiN  von  Alr>xan<)riR,  sowio  einiger  nnonjrmon  Hymnen  geb  nach  der  Anibeltfit 
Uraooa  oanninum  Clixistinniriiiii  von  Chriat  und  i'antnikna  A.  W.  Cbatfield,  Sengt  Üd 
kymnk  of  oiirlioet  ineek  rbrisliun  poeta.  bialiope  und  otbers,  London   1H76. 

4.  Zur  griccliiscIicQ  Liturgie:  Bei  dt-m  engen  ZuMmincabiuigo,  der  die  Eir^n- 
iliohlung  mit  dem  pniktjsclicn  Uottosdionste  vorbindet,  crscheiat  e«  paaaonü.  liier  weni^MS 
die  wtcbtigste  Littomlur  zur  griecbiaehea  Lit.ur^cie  aiiiuRlbren,  wSbrend  eine  Dant*Un| 
der  liiluigio  eelbiit  nulSrlio))  auaeurballi  d^s  Kuliniena  unserer  Aufgabe  liegt. 

A.  Ausgubun:  Sie  litutgiBcliun  Bdoher  der  ßr^eohen  wenden  wie  die  im  Vlltgl^ 
idtom  TorfosHten  Volksbiicljcr  seit  aller  Zeit  in  Temed^  gednickL  Hier  erechienen  la 
Hibireiehon  Ausgaben,  die  nicht  eiuieln  aufgeialitt  werden  kftnnen.  die  HenSen  (Mr^Hiej. 
I.  B.  1586  —  1596;  der  Okloechos  iWruij/oc).  das  Trtodien  (TtufiAer).  des  Typikun 
(l'ifnuvr;  vgl.  S.  814),  da»  P«nteko8tnri<>n  lltiyiisimtttigioy),  dBiinerologionOUpäMr'*'^ 
das  Euchologion  {EvxMyior),  das  Pealterion  (V'nUtiQioi-),  das  HirmologioB  (£>ff^ 
Xö^iov)  und  M  9i!ai  Xtiiar^yiai  raif  ir  fiyi<u(  nnr/put-  <;;Uoie  'lamrtvv  ri>i=  Xft^anißnr. 
Baaitjiov  foi''  AUyakvv  loi  inir  n(ioi;/iae^i'nu>'.  In  den  vieisigeT  Jahren  unseres  Jahr- 
hiindortn  hat  Bnrtli.  Kutlumusiunoa  (Koi>[Jiot>/ioe0inf«c)  mit  ApprobnltMi  de«  Pstrwr'ii'n 
Neubr'arbeitunKcn  iliT  lilurinsuhen  Bücher  romntilHllet,  die  abermaU  in  Ponodig,  tarn  Teil 
anoh  in  KuiiHtuntmupel  jcejruckt  wurden,  Uebei  die  ttllealeu  I>nMke  diOMir  Mtber  val 
diu  genoneii  bibliugrapfaisohen  Nachweise  bei  E.  Legrand,  BibUogr.  ImU..  S  tone«,  Paria  Ifw^ 
nnd  liibliogr.  hell  do  XVIf  abole,  8  toinea.  Paris  1894— I89S,  Dwn  NfldiMga  ron  PL 
Meyer,  li.  '£.  2  {imHj  357  f.  —  Iu  neuerer  Zeit  sind  auch  einaebi»  AnagabMi  in  Athea, 
Konstnntinopcl  und  JoruaaUm  araohieoen,  —  Neben  dieaen  aMaeUen  grieeUstken  Aaa' 
gaben  sind  UAllIrlirli  die  von  katholiaobor  eder  prat«i>tantisrher  üeite  veraastalteiM  Dniib 
nur  mit  Vorarht  tu  lieufitaen.  Dna  gilt  selbst  von  der  bcdrntendaten  (tbeadllndMi'ht« 
lieislung,  dem  Kr/oJlDj'iPt-  sire  Rituale  Uraeeurum  ol«.'.  opcni  Jncobi  Goar,  Paria  IMT. 
Editio  II,  i-xpiirvatn  ol  nccuratior.  Vc-nedig  1730.  —  Eue.  Retiaudut,  liluT^gianiM  ntleul»- 
lium  coUecliu,  2  vull..  Paris  ITIO;  Neiiuusgahe.  Kruukfurt  1847  (teils  Text«,  teile  Afchaad- 
lungeii  xiir  grieelilsohen,  koptisclien  und  syriseheu  Liturgi«i).  —  Suut^fiim  Kai.'iw  Stiiftirf 
t^<  nHtiniSfi'aii  ijioi  Itioionafioi:  /xif,    (',    lUeKOaiev,  "Rr  JCitvlUt  1849  (tDlT  UflUgillglieb). 

-  F.inen  «ehr  nntxlichen  knmmentjeili^n  Auma^  der  widitigstatt  TeU«  d«r  griediisi^«« 
Liturgie  ini  l'i-texln  gab  Ilerui.  Adslh.  Daniel,  Cedex  litnrgicB«  <ecl«ri»e  «tientali* 
iu  opilomen  rednctue.  Leipxig  IS.^!!.  Dn»  ernte  Itucli  onliiBlt  ein*  knRnAusI*  Qeadllabt* 
der  ftlteatcin  Liturgie  mit  reicblichcn  (jiir llnniitellcn ;  das  iweita  eine  ■IfnnMnM  Baacbii- 
huDg  dvr  heutigen  gricchiHcIl<^n  Liturgie,  das  dritte  die  Liturgie  des  hl.  CbryMatgOMa,  dN 
hL  BoKilios.  der  I'rneaonctißLNili  und  der  Aimenter;  das  vierte  die  wiobtigHl«D  Teile  and 
ZeieiDonion  bei  der  ICrtuiluiig  der  äakramente,  d.  u.  mich  die  Vetttdirifteo  dber  die  Wahl 
und  Ordinntion  dei  Bisi-hsfe,  Krebisühdfo  und  de»  PalriarcLun  von  Kpct  und  die  SteO* 
über  die  Kniiorkrriniing  ans  dem  Uesch ich ta werk  des  Kantakuuaoa  I  S,  Idß  ff.  ed.  BemL 
(vgl.  oben  S.  »00  Anm.  2):  den  Becichluss  bildet  ein  Veneiahnia  der  in  der  griecUaekaa 
Ijturgie  vorkomnicnden  technisclien  Ausdrncke  mit  Erklftnuigen.  —  NnnM^nn  sjnd  dit 
litargischen  Bncber  der  Grieohen  aiidi  von  der  Propaganda  in  Rok  rerOffentUatf ' 
Paraclelico  sive   Octesohus  rnngnus  1^6;  OcUiochus  e.  patri*  neatri  Joannia  ~ 


i. 


L  XinbrapoMi«.    A.  OMchlthU  d«  rfttuBisobtn  Klrcheadicbtaas.    {g  26$)    Gt 


I8M:  Triodioa  1&T9;  PontMKwUrion  19H:  Monwa  I88fl  ff.:  PtitUoriam  187.1  (f.;  Floro- 
logiBn  IB7&.  In  w«l«h«n  Vtrbtltniii  i\o  rSmischpn  Aaogshan  liinnirlillich  ilor  Tnit«  in 
Jan  VanMJMMir  Drucknii  iit«h«n.  vormng  ich  nkht  xu  ingcn,  da  nii^  mir  nicht  nigtinglieh 
g«w«rd«M  aind.  —  C,  K.  Hkmmond.  Liturgin«  nonlcrn  und  w«Blvni  boing  n  reprint  of  tlio 
taxtii,  «ith«r  uhipiiBl  or  IrnOHlaUJ,  uf  thc  mont  reprcSL'ntativn  liturgips  at  the  cburch, 
Uxtortl  IS'S.  —  C.  R.  Uaminoiiil,  Tho  undi-nt  iiliirpy  uf  Aiitiui-h  iiiid  othur  liltirgicol 
fragmviiU  IwioK  HO  appendix  tu  .Lilurgioa  i'aHtern  and  weeieni'.  Oifurd  1(^79,  —  Ü. 
CrHCku,  Dl«  UtiiTKis  d#«  hl.  JohaiiuM  Cliryaosloinus.  UiiUraloh  1890  (iirieeb.  Tvxt 
nnt  dMit»cber  L'«^ra«liung).  —  A.  Dmitrij«v«ki,  Kin  Knobologion  aus  4*m  4  .lalir- 
iMidart.  vtrttMt  von  Serapion,  Bi»c1ior  von  ThmiiiB  (in  Hntertgfpt«!!),  Trady  Ki^vskoj 
Jmtk.  tk.  1894  Nr.  2  (mir  nnxiigttn glich].  ~  Kin  Liturgiebuch  der  Auferatabungnkirehft  Ton 
Jmtnivm  (mit  kIIph  Troparion  n.  •..  w.)  ed.  A.  Pnpndopiilos  Koinroous.  '.iraitna  'It^eao- 
i»fitTiK^t  oru][mlvyin{  li  1 1894]  1  —  254;  ebenda  I  (1W1|  124  -143  einice  i^tiüboi«,  Kuionee 
a  s.  w.  der  Kirch«  von  Jtrns^Wm.  —  Kinon  spnton  Austug  des  eben  LTwülmlrn  Liturgiobuebcs 
*M  Jerusalem  od.  A.  DmllrijevBkij.  Provosl.  sobesjodmk  lS«a  -18U0:  1804,  Vgl  H.  Z.  2 
il'*»S|  SSO;  4  (18!).))  11)9.  --  A.  E.  Lntiriotea,  Jr-liojTj  für  Jinifneair  Itxiijainnttriin 
BttXov»<mi',  'yj:*i.  'aI.   lU  (1^65-18!IS)  164     166  (eine  AkuInthiH  des  HetiperinoH). 

Rnilfamittel:  l.  Allg«moincDiirBteltungi>n:  Dn«  Hunptwurk  MeibI  noch  immer 

Lao  Allatiua,  De  libris  ueclMiaslici«  ürnecoruin  dinserlutiunes  dune,  Paris  164.').   Kinignn 

lii*ber  OdiArig«  (D<  narlhece  veteris  ecclesia«.  De  r^cenlioriim  Grai>euriim  templin)  bietet 

■iKb  dla  PoTtsetniDK  der  genannten  Scbrifl:  Le<o  Allalius.  D»  libris  et  rebus  eceteHiaatieiü 

OWafOWn  diaMirtationee  et  Observation  es  voriae,  Psrin  1146.    Die  erste  Schrift  wurde  mit 

wiederholt  von  P«bri<-ius,  iiibi,    gr   -"i,   Hamburg  1712.    —   ITeber  Menologien 

ft.  w.    V|tl.   auch  Kabriciun,    Hihi.   gr.    ed.  Harl.   10,  I3H  ff.    ~     Znch,   Orapins.    De 

lavin  *t  Menologii«  (irAornrum,   Runtock   IRt)7  (wertlose  Dissortationl.   —    Manches  inr 

auch    hei   Jobo    Mbro»  Ncale.   A   history    of   the   lioly   eastom   ehurrb,   2  P„ 

lämün   1^7  —  1850.    —    Gute,   auf  handeohrifti lohen  Studtvn  buruliende  MilluilunKen  Über 

fibVKWcbe  Blich«r  der  Griechen  eab  F.  J.  Mone.    lateinische  Hymnen  deb  Mittelalters  2 

{1854)  IX-XVI;  viij.  a  (l8iG)  877.   -    D.  W.  Oa^s.  Symbolik  der  griocbiflchen  Kirche, 

IMin  1872.  —  Swainson.  llie  greek  litiirgies  chiefly  fruni  origlnitl  aulboritiea,  Cambridge 

18M  (mit  ilea  Text«))  der  alten  Liturgien  des  Juhnnnes  Chrysoetomos  nod  Basüloa  u.  s.  w.).  — 

IIa  w  L«ctionari«4i  vgl.  C.  lt.  Gregore  in  .Novnm  TeBtamentum  ernece  »d.  C.  Tisobendorr, 

UHOMlavarritica  inaior3il8f^4)ßH7-791.    -   (i.  itickell.  Das  Älteste  litargisclie  Schrift- 

ribk.ililt«ilDiiet>n  aus  der  Sammlung  der  Papyrus  Krzberiog  Kainer.  2.  u  .1.  nd(l^iä7)  »3— I^R. 

—  Uaitir.  Ad.  Kftitlin.  G«»chicht«  des  ehrlstllchen  <iutlr>9<lienet«s.  rreihurg  i.  B.  I8H7 
S.  CS  -BO  (Obnr  den  (Mtcsdifinst  der  grieehischcn  Kircbu  mit  reichliehen  Li ttorntu [angaben), 

—  L  Duchesno,  Orisinea  du  cnlte  cbritieu,  pÄria  IHS9  Icntbült  Huth  fOr  die  grlei'blarhe 
UlägM  tvta  4.-9.  Jahrhundert  viel  ÜeiicbtenHwertei).  —  N,  Milles  8,  I..  Kalondnriuni 
Ihtnalvatriiiaaiieecclesiaeonentaliaeloccidentalls,  3  Bde.  Iiiimhnick  1871'.  188I.1^^.'>,  Zweite 
tMuf»,  b4  1.  inaBbrock  1896  (nngemein  reicbhaltigos  und  xnvoiJAsalges  Work)  -  Mandie 
BdUige  nrEeantliM  der  |;riecbls^ou  und  syrischen  Liturgie  enihallen  die:  Ktudes  pri^pA' 
talairM  an  ptlaratf*  eilchari»ti(|ao  «n  terrc  sninle  et  ii  Ji'nisalem  en  avril  et  en  nioi  1803, 
hria  I8PS  (Supfil^nnt  nax  .Qnextinns  arttielles*  du  18  fcvrior  8  aviil  D^U:)).  —  l'n- 
n|lDBl<eb  ist  mir  das  rumliniHebe  Wvrk:  T.  Tnrnavschi,  Ueber  die  wichtigsten  Litur- 
|in  MC  oräiDtaliKchiiti  Kirrbn.  bd«.  diejenigen,  welche  xur  Zeit  in  der  orthodoxen  Kirche 
atoBdil  warileii.  Cxernowitx  WM  (Hepurutubdruek  uub  dem  rumHn.  Journal  Cnndcta). 
Wl^iiohwag  roa  ['.  Syrku.  \h.  Vr.  1  |l^y<)  2li;-21Ö.  -  Ferd.  Prubat,  LHurtjie  der 
dr>i  «nlrs  ehrintlicben  Jahrhunderte,  Tül'iiigen  1870.  —  Ferd.  Probat.  Liturgie  dea 
TiniPii  Jalirbunderta  und  deren  Hefürni.  MHneter  1893.  —  Summariacbe  rebersicbt  der 
■riinhiirhnii  Utwfi«btob«r  b«i  Ferd.  Kntteubusrh.  Lebtlmch  der  verjiileie.lionden  Con- 
ftwiniirtimlii   I  (18921  47S~487.     Dhiu   NAchlrRite   von  Ph.  Meyor,   Tlieolog.  I.iterotur- 

IS  (l>i^}  12.  -'  Nur  f,ttm.  knappe  Notizen  bei  V.  Thalhofer,  Handbuch  der 
'\tm  Litnrfiik,  2.  Anß,  bnarbcitct  von  Ad.  Kbner  I  I  (Freiburg  i.  Dr.  1891)  ß4- 68. 
r.  Speaialsehriften:  Archimandrit  Sergiuo.  VolUlnndiges  Menologiuui  de« 
ihtuß,  2  *«ll..  Moskau  1875  -  1X7«  Irass.);  Eid  I  S.  III  ß.  ein  reiebes  Veraetehnis  hagio- 
■afhllA«-  und  maitTrologiKbw  Druckwerke  und  Hbs.  —  V.  Bolutov,  Spureu  der  alten 
MntlagiMi  einMlner 'Krrefaon,  Cbriat.  i^tcnije  1893  Jan.— Febr.  177  ^210  Ikonalaliert  ein*n 
VaalogiffttTpaa  d«r  Kirche  von  Kpel  und  einen  solchen  der  Kirche  von  Anliochla,  deii 
«  mofhnaneiacb  ii«aiitl.  —  A.  PapadopuloB  Keranieu»,  i/^AWu«  fi#ei  loii-  lutn\'i>- 
mir /ittWw.  Vii.  Vr.  1  (1894)  S41--888  (Ober  die  allmShltchon  VerSn  de  runden  der 
Mm  vem  10.^10.  Jahrb.).  —  <Hi()p.  Delebaye>.  Le  l^ynnxaire  de  Sirmond,  Anulectn 
WilhMilua  14  (I89:>)  3!>«  -  4»4  (Definition  der  oft  vnrwoehsdltnn  und  in  der  Tli.it  sehr 
*dFWiaknMlM  Üogirtffe  Ueliaion.  Menolotcion  und  Syniixurion),  KNiiRes  llbnr  Menologien. 
W  im  llcäi»lc^Mi  von  K|i«l  berichtet  M.  J.  U«d«oDi  Uv^a'-tifär  iofioUiioy.  ivikoj-os 


J 


BruBUelMk«  UimmlmiwmiMtttl»     IL  Portteft«  UttanAr. 


■  W  (18»)  lltl-l*>.    -  AL  LaarioUk.  Tt^rVßtt  tri  ■-■witi*.«-  iV.-  ►;■.■.-  3■(>Mcr^^ 

,i,(  Wfir**].  \a.  Vr.  1  flW*l  t48-«».  V^  B  I.  4.  B».  -  lMe>— iiti  A^dUte 
OW  ili«  in  4  JaluhUKlett  ia  Ji— li»  hwutttwrti  hampm  mHim  Bulkvrt  Bla»<T, 
UwoUckU  dM  Uranm,  Fraibws  1(M  S.  K»-l».  md  F  Cahr.l.  IDtad.  ■ 
la  ParMriuÜa  KInHi,  Paria  ISM.  Td.  4«  «arfttriklMB  thnckt  tm  J.  D.  Ck»k<t. 
IUra«l*  l'OtMiU  lat»  8  (18»)  «Sl-W  -  X.  Killa*.  Ktto  nhijatM.  *■  ^a—n 
«••(9,  ZaMMlir.  f.  katltol.  TiMolocie  1»  (18M>  lCtt-17:. 

«.  2b  4ar  iwakli  sla*i»cBeD  Litorsia,  im  ■teigaM  im  piwaw  aaA  pOM  ai 
4«r  griacfciMfcaa  tiwll^eh  W,  soa  tlariachav  irint>airiir  ■.  a.  w.:  Jaa.  fiiK.  AM««Mai, 
lUndaria  aoelMiaa  mhr««wa.  «  Tarn.  Bob  17U  (haUt  OUr  dia  .E«lawiaria 
BbvkM  arva  OrMC»-llMclMa*|.  -  J*baDB  Olas  Kiu.  I>i»Oafcifc«fci 
dar  griMUMben  Kirdia  m  lUwUiid.  Ana  4tm  EagliichM  «miM.  B«a  HTI  lad  U 
KupbrUfela).  •-  A.  H.  Mnraviev.  BobCb  «bar  *m  OüteltM«  4ar  iMHaaÜlafcfba 
KirdM.  Aua  dan  RiHabcibMi  Bben««  waA  «Urtart  Tan  K.  *.  INah.  La^  ISS.  - 
R.  V.  Muralt.  I^idioa  tat  morgMlIaitiachwi  Kiwi».  LabM  1888.  —  E»i»r»krj.  " 
l«ci*M  dar  ortbodox  katboliaeb«  Kinb«.  S  Bd».  Wi«  l^f-BS  (Da<«^  Id 
dar  vicfctfealM  Tail«  dar  litnrp«  dtr  mrncbaa  Knba».  ~  Fbilaiat.  (Maducbtr  iä 
Kiroba  Biwlimli,  Im  Dtitacha  abar««tEt  roa  D.  Btnnaatbal.  2  Bda.  Fraaklart  ISTä. 
ftmaanlmii  alail  aar  EiafUmac  ia  di*  rfanarhr  litnrgM  n  —pfatlaa  d»* 
(daata^  nad  niaahwk)  abfatoätaa  Warba  du  i:ctelirt«a  ProfalM  da  k. 
McJiBri  KU  ll«-r1lD.  AUxi«  TOB  Ualti«r:  J.  I>i*  KMlkbaa  Utaipca  aaaarar  baiiii 
JoliBUiiKH  UiryiuMitomiu,  llaHilioi  d«w  (ImaaMi  mdCraMtia»  Diakfoa.  Daotaeb  aaj  ^. 
MBtar  baraohaicJitiguoK  ikr  gri«cbiacbeB  Urtext«.  Beru  1890.  —  3.  D»e  Karbtwaeba  < 
Abaad-  und  llM|{ungcitU>MlM>nal  dar  «rtbodozkalboUaelMa  Kirtbe  daa  Hoannlanda«. 
and  «laviacb  n.  >.  w.  ßwlio  ie»2.  -  3.  Die  LitaripM  dar  Oftiiadax-balb*Uaeb« 
da*  Morganlanil««  ualar  BerOokatcbliicuiif  de«  biacbsflicbaa  Run  aabal  aiaer 
Batradituiii  dor  haoptaächlidbataB  Bbrifan  lilnrKion  d««  Oriaata  uad  Ocieidcal«. 
1W4  (lÜaaoa  Wark  nur  daulach;  amScUaaaa  rin  ViTZcirJinu  litargiMliair  UttanlwX  - 
Croaaa  DMahanun  dt»  bl.  Aodroas  roa  Krata.  IVuUcfa  und  «Javiaeb  u. «.  «.  BarÜn 
k-^  A.  AiidaditohoHi  (Knn«nik>  der  ortbodox-kaUKiUacbcn  Kircko  dea  MorgaaUad«*,  di 
tnd  alavincli  iinlnr  itcrUckHirtitigniig  dea  griechiaoben  L'rlrxt««.  Boitn  I68A.  Tal 
llmprrclxinR  von  N  Nillca.  Z«iUdir.  f.  kalliol.  Tbrol.  1896  S.  353- 3&9.  -  Aaf 
Kvri»  zui^rai,  Kmitiiiitnii  HUokiim  benUit  dieS^iuo  vo«  N.  Nil  loa  S.  i.,  Uebar  diactiatb 
iDuiidio  Uluri^if^,  Zcilochr.  fltr  kaUiol.  Thaologie  18  (IBM)  360— !92.  —  Sokotor.  De-' 
«(«Ituiig  dcD  (iüttcHiliviiHtus  der  ortbodox-kalkoliacban  Kirvbe  dea  HorMnlimdca.  Dcnlwi 
v«n  MoruMiir.  Btrlin  18tf3.  -  Weiter»  Litteratair  bei  B.  A,  KVatlta.  UeMbidii-  '!» 
<ilirietlidii<ii  (Jutlveilleoitce.  Freiburg  16B7  8.  88  f.  —  Trotx  alJ  dar  prwAhnMi,  nur  K' 
IrolHich«))  Vuntrbcilnn  lilribl  ein«  timiunmcnfaMnnilo  KrToracbsag  and  Dam«lliin|;  dar  '» 
«diicht«  ilnr  liliirK<*<:l><iii  tldrlinr  clor  gii^rhiarboa  Kircliv  rin  UaidOrfnia.  V«e  WirbtifUil 
HJitil  u,  n.  din  VeiteidiniiuH>  in  di-n  altraUn  Klostcrtypikcn  x.  B.  in  d«r  Jiäialn  i»* 
Miüliaul  AtlnUaUa  bot  K.  N.  »nthu-,  Mta.  Btfk.  I,  49.    Vgl.  |  137.    ■ 


Erat©  Poriode. 

270.  Älteste  KirchengeslUige.  Di«  Gewohnheit,  bei  roUgii3Mii  7ji- 
äamniciikUrifioii  (lolt  (hiivit  lit't^atig  zu  vorhcrrlitlK-n,  Ubcmaliinoti  tut-  (TiristM 
von  (ItT  Syimyoge,  DahtT  sind  in  dfU  erst*'»  Jahrhunderten  ihre  Kirch«!*, 
jjesänge  mit  denun  der  .Fudcn  fujtt  identisch.  D«n  wichtigsten  Teil  bi)i 
die  Ftalmen;  dazu  kommen  noch  einige  andere  StUrke  des  aMfn  uad  oou 
Ttistanietlt«,  die  Danke^worte  Marini«  uhcIi  der  Botschaft  dct«  Engol«  üaliri« 
di«  Woimiigutig  dos  ZAchariim  und  der  Jubolhyntnua  Aes  greisun  Symnn 
U«n  idolionten  Itowois  fllr  dioNO  Thatsache  gibt  uns  dor-  dorn  X^.  Jahrkundiil 
niigohlti'igo  Codex  Alexandrinus;  derselbe  enthält  nämlich  nadi 
grioohisohen  Oberi«vtzung  de»  alten  TeMamenta  ein  kirchliches  Geskng'; 
hneh,  in  wcloltom  wir  de»  «rwiLhnt«n  uralten  Bestand  der  griechiich 
l.itui'Ki«  vorlindenJ)    Do»  Volle  beteiligte  »ich  damals  am  Kircfaeng 


')  &  Cbrlal,  Aatbol.  Pr«!««»«).  8.  20  f.:  88  f. 


abl  nur  d»rcli  die  SchluARakklamatianen,  das  Alleluija,  Amen,  Hosanna, 
ionai.  da«  oft  wiederholte  Kyrie  eleiflou,  In  dieecn  Akklamationen 
igt  Ave  Keim  eine«  wichtigen  Bo^tandteilcs  don  spfitci'on  Kirclioii- 
tdes:  aus  ibnun  entstand  der  Nacligesang  oder  dos  Ephymnion 
.  §  2H6]. 

Bald  hftren  wir  auch  schon  von  neuen  Liedern  der  CIiriBten;  frei- 
ih  Kind  diese  Nachriclitcn  zum  Teil  so  uiibc»timmt,  iXans  wir  nur  schwer 
D  ileutlicht«  Bild  gowiiinen  kSnnen.  Schon  Pliiiius  der  JUngore  bo- 
thlel  in  t'incm  Briefe  (10.  9ß),  das«  die  Christen  vor  Tagesanbruch  sich 
1  versammeln  und  Christo  ein  Lied  zu  singen  (ante  luccm  convenire 
Jinenque  l'hriato  dicere)  pflegten.  Doch  Iflsst  sich  bei  der  Unbestimmt- 
öt  des  Aui'drucks  und  der  mangelhaften  Bekanntschaft  de»  Plinius  mit 
iristlichen    Dingen   nicht   sicher  genug   ersehen,   oh   er   damit   wirklicho 

rengesUnge  meinte.  Dafür  haben  wir  aber  vonOrigenes  und  Euse- 
vOllig  klar«  Zeugnisse,  dass  die  Chriaten  Gott  und  seinen  einge- 
mnen  Sohn  in  Hymnen  besangen.')  Besonders  Übten  die  Häretiker  kirch- 
^n  Oe*«ang  und  kirchliclic  Dichtung,  so  Nepo.s  in  Ägj-pton,  der  .«yri.scho 
Btiker  Bardosancs  und  vor  allem  Arios.  Ein  Beweix  hiefllr  ist  auch 
»merkwürdige  alte  Psalm  der  Naassener.*)  Von  der  Vorliebe,  mit 
elebcr  das  Volk  solche  ßesänge  aufnahm,  wird  mehrfach  berichtet,  und 
■it  nar  natürlich,  da.s8  auch  die  Orthodoxen  sich  bemühten,  dem  reli- 
ftcn  Bed(irfiii8so  in  dieser  Weise  entgegenzukommen.  Die  Ritesten  Öo- 
Inge,  von  Welchen  wir  genauere  Kunde  haben,  »ind  Lieder  am  Morgen 
lut  Abend,  bei  der  Lichtunzllndung  und  beim  Frühstücke:  r/t'"!  ioi»ivögf 
mt^vöe.  t:jiXvxfo<,  *(7';  ^n'  «pCffTm.»)  Der  berühmte  Morgenhymnus: 
»Ja  t'r  i<i)>{<rioii  iff^  xai  dix't  yijf  figijri^  u.  8.  w.  wurde  auch  in  der  abend- 
iadiachen  Kirche  bis  in»  Mittelalter  hinein  im  gi-iechischen  Urtexte  ge- 
&n.*)  Diese  Stücke  unterscheiden  sich  aber  von  den  spAtoron  Kirchen- 
agtn  dadurch,  dass  sie  fast  noch  gunx  aus  Worten  der  lil.  Schrift 
leogesetzt  sind.  Die  ältesten  selbständigen  rythmischen  üe- 
liehte  stammen  von  Gregor  von  Naxianz;  es  ist  sein  Jungfraiienüed 
■d  aeiti  Abendhymn»».*)  Wie  Gregor,  der  Hauptvertretor  der  chrietlichen 
InaotitAtspoesio.  dazu  kam.  sich  auch  in  der  ncnoii  Form  zu  versuchen, 
•chwer  zu  erklären;  doch  scheint  seine  Autorschaft  fllr  diese  zwei 
ehte  vSitig  gesichert.  Sie  bestehen  aus  Langzeilon  von  14— Hi  Silben, 
he  in  zwei  Halbzeilen  von  verschiedener  Hilbenzuhl  zerfallen;  (juan- 
und  Tonfall  ist  durchaus  freigegeben,  nur  rauss  die  vorletzte  Silbo 
zweiten  Halbzeile  betunt  aoin.     Zweifellos  gehören  also  beide  StUcko 


*)a  Cbriit,  .Aotliol.  IViloüam.  ».  21. 
*)  U«b«r  gMMtMclia  UM&ng«  hundi^lt  R. 
»•!■■,  Die  RpokrypbftD  .Apustol- 
Men  tn»!  Apo«lBl lebenden  1  (1883) 
iSS;  2n  a.:  384;  1.20.  Vyl  Satbas, 
,  0.  «(i.  pM  **!>.  W.  M  .•  y  e  r  S76. 
tyM4n. 
1*1  Ed.  von  Chriat,  Anlhot.  88  ff.  Vgl. 
IIl  Kays#i,  BfitrOfo  xiir  Cnscbiolita  Bod 
tUärunn  4er  a1t*«1«n  Kbrh«nhyinnen  S.Wt. 
^•j  KacJiwvJM   »OB   W.  Cbsppol,   On 


the  IIa«  of  tba  Greek  InriE^iajtc.  wrjtten  pho- 
naticnlly.  in  tbo  ciirly  sen'iao-bnokii  of  tho 
ctiiirch  in  Kngltiiid  vtc,  Archncolu^-in  v.  4ß 
(LonJon  I8ÖC1-8I1  3^9-402.  unJ  K,  Krum. 
bacher,  Bliein.  Mub.  S'J  (lüU)  'ihl  f. 

")  Ed.  von  ChriHl.  Antliol.  2'J  ff.  Kri- 
tische Ausgab»  von  W,  Moyur,  11.  a.  U.  400ff. 
Vgl,  HiinB»on,fhilolog.44(I8S5J2ü8-28&; 
Meyor,  a.  a.  0.  313  ff.;  Bouvy  133  ff.; 
OrimnKi,  a.  a.  0.  S.  81  f. 


662 


ByxuitloiHbe  LiLtfttatiirKaacbicbbe.    U.  PMttMbe  LitUrfttor. 


zur  rytJimischen  üicIiUiiig.     Eine  h(Vcb»it   iilU'rtÖmlicho  Fonn    ««gl  iw<*" 
der  anonyme  Gesang  auf  das  hl.  KreuzJ) 

Uob«r  die  ent«  Periode  im  Kiirb«iigDMuua  &  uBser  d«ii  uWn  (tnnannlpn  WmIm 
VMI  l'itm.  ChriHt,  Boury.  Grimmo  u.  n.  w.  mcIi  Alb.  Thierfel4«r.  De  ChriittiiininiDj 
pmlmua  «t  h^moiH  uw|ui>  nii  Ambr««!!  tompon.  Diu.,  I^ipBg  1898,  und  Juli.  Kirnirfl 
ItDiUOt^i'  xur  ilfnchiclito  »ml  Krklamnii  der  &l(«tM  Kirclianliyainon.  P»d*rboTD  I8S1  £:<.  la-  im 
(w«6.  48(ilMtt  TliKophanea  Dninimc^iiUH  JntinantM  D.  iii  wlirviben  i«l).  —  L.  Dnchaintfl 
(}rixitiee  du  culto  chn^Uon,  l'aria  lS»t!l  8.  107  ff.  Ad.  Kborl.  All«mMiiM  ÜMMhielilc  dfl 
Liltwnttiir  d«.  MitteliOU-n.  im  Abwidland«  l>|ll«9l  IT2-  1(*4;  M3-  .1.MJ,  h«>prkbl  di«  ^ 
wi«l(«]an£iieMiobioht«  der  lateiriinchon  Kirrhaiidiobtiing  und  d>e  Itvauinn  de*  AnbraMjH 
UQit  liroguriua  d««  Growon.  -  UnzUftlliiglicJi  und  mir  div  Arbeiten  vuo  J  Mal;i*v«kM 
Dur  hl.  JobanJiM  ('hr}«(mttini<M  in  iwiner  Stellung  uIk  AniiKDuBt .  INakon  unil  l'riMta 
ilud:  Kin«  Ui>ni«irliung  Uhn  KUvinnus.  Kubiiehof  von  Antiouliin  u.  b.  w.,  Trud;  Kiovikm 
duch.  nk-,  Oklobt-i  IN9U  Noreiiibor  1^92,  wu  oncli  d«ni  Bvrichle  von  M.  S  .  B.  i.  £.  317 H 
HUi'li  Über  dir  Ultcalo  OcMihiobt«  de«  i;riecliiiich«n  KiTcbcng«aai)g«8  g»li«oiielt  ül.  1 

Zw«ito  Poriode.  I 

271.  Anlange  der  Hymnendichtung.  l>ie  eigentliche  HymnendklP 
tung  hegiiiril  walirsclioiiilirli  im  5.  .tHliiliiiiiilei't;  »i«  blühte  heKondon  'm 
G.  und  7.  Jahrhimdort.  Ihre  AnHliig«  »ind  vbonso  i»  Dunkel  g«liOl]t  wie 
die  Anfiingo  do8  Kirclionliodee  Uborliaupt,  Wcmi  wir  die  kunstvoll  au*- 
gcfQlirtun,  gi'otisartigon  (ienänge  eines  Rnmanos  und  Sergios  betruulili'n. 
DO  drängt  uns  daa  liiütorischc  UofOhl,  die  Vorstufen  solcher  Yollemluiit' 
aufzusiichon.  Wir  vuniiuten,  das»  eine  Epoche  tastender  Versuche  ud'I 
kleinerer  IVoben  des  dichterischen  Vemißgenä  vorausging.  Hieven  i^t  aber 
wenig  Sicheres  bekannt.  Vielleicht  sind  die  Anß.nge  der  reichereu  Uymneo- 
dichtung  in  den  ftutt  völlig  verlorenen  häretischen  Dichtunguo  da 
3.— 6.  Jahrhnnderti*.  in  den  Werken  eines  Valentinus,  Basilitles,  Bit- 
desanet<,  Heverus  {512 — .>I8  Patriarch  von  Anttochial  u,  a.  zu  socli'-n  'i 
auch  die  rasch  populär  gewordene  Thalia  des  Artus  und  die  gvgdn  ^li'-- 
setbo  von  dun  Orthodoxen  verfassten  Gedichte')  niiSgen  namentlich 
ihres  dntnmtiächen  ('h»rakt«rs  mit  der  Hymnographie,  die  ja  auch  in  tb 
frilhesten  und  bebten  Vertretern  durch  dramatische  Bewegung  ausgeceic 
ist,  in  Zusammenhang  gehrncht  werden. 

Sehr  bemerkenswert  sind  einige  Nachrichten,  welche  uns  zeigen, 
im  5.  und  d.  .lubrbundcrt    bexUglich    des   Kirchengesanges   eine   koimrr 
vattve  und  eine  fortschrittliche  Partei  gegeneinander  standen, 
sich  schon  auf  dem  Konzil   von   Laoihkea  (um  370  n.  l'hr.)  die  Kit 
selbst  gegen   die  Lieder  ausgesprochen    hatte,  so    verp<3ntv»   nocli 
die  Klöster  der   strengsten  Observanz   in  Ägypten   das  Singen   der 
Lieder    als     einen    dem   Seelenheil    geßihrhelien    Luxus ;    dagegen 
in  Kappudokien  der  Kirchcnge.'tang  auch  in  Klöstern  geübt,  von  den  W« 
priestern   wohl   allenthalben:   in.->l>esöndere  wird   die  Sitte   von  AWx 
be/.eugt.*)    Von  hier  und  anderen  grossen  Zentren  des  Uellenianiiis 
breitet«  sich  die  Sttü  des  Kirchengesanges  und  wurde  Uberull  freudig  i 
genommen.     Er  bot  dem  Volke  einen  erbaulichen  Ersatz  fUr  das  Ttic 


Kd.  von  PitrN,  Anal.  Sacra  I  4^1  and 
voa  W.  Mcy#r.  a.  ».  0.  410  f. 

•)    S.    Pilra.    Hymnograplii*   .S.  41. 
Üriiun«,  a.  a.  0.  S.  8a. 


*)  Vgl.  S.  «44  f.. 

■)  Dia  kicnirf  b«AglielMiii 

Ui  Cbriat,  AntbaloeThvlH-  >*  f- 


Kir«b»iipo««io.  A.  Qe*obioht«  d«r  rytlim.  EircbeniUcbtiuic. 


271     272)     Üfi3 


md  dot)  MintuD.  und  als  ewh  diu  Mcuge  in  den  nunmobi-  staatlich  untoi*- 
itOtzt«n  Kirchen  mehrt«,  nulim  die  Ausbildung  des  liturgischen  Dramas 
lioen  schnellen  Verlauf.  AU  die  ältesten  llymneudiehter  gelten  Antliimoa 
tnd  Timoklo8,  die  nach  dorn  glaubwürdigen,  »ucb  boi  Thoophancs  vricder- 
iolt«n  Zeugiüitso  de«  ThcodorüH  Anagnoüiteä  um  457  blähten.*) 

Andere  Mdoden.  die  im  5.  Jahrhundert  genannt  werden,  sind  Mar- 
cianod,  Johannes  Monachos,  ^eta  und  besondere  Auxentios.  Einen 
jymaafl  des  letzteren  besitzen  wir  in  seiner  von  seinem  jüngeren  Zeit- 
{«ooesen  Ooorgio«  verfassten  Biographie.")  Das«  wir  Honst  keine  Hymnen 
UI8  dem  ninften  Jahrhundert  kennen,  hat  irieincn  Grund  wohl  in  der  Ano- 
lymiUt  der  IbLirlieferung.  Das  meiste  mag  verloren  gegangen  sein:  aber 
luuiche  diMer  Inkunabeln  der  Kirchendichtung  gehen  wohl  unerkannt 
mter  den  zahlreichen  grosseren  und  kleineren  Stocken,  die  herrenlos  Ilber- 
iefert  sind.  Zur  vollen  Blüte  gelangte  der  Hymnus  im  6.  Jahrhundert. 
)iirch  gute  und  alte  Zeugnis»«  wird  Kaiser  Justinian  (527— ö65)  als 
f9rtiut»br  des  Hymnus;  'O  fun'uyirrfi  i'i'o;  *«t  Xöyoq  tov  Sttov  erwiesen.*) 
7ni  dieselbe  Zeit  blUhten  wohl  auch  die  Meloden  Anastasios,  Kyriakos*) 
lod  vor  allem  der  grßsste  Vertreter  dieser  Oattung,  KonianoB. 

273.  Romanos  ('/Ve/iai-tj«),   mit  dorn  Beinamen  ö  /tf^ijxJo;,   ist  der 

{rOsste    Dichter   des   byzantinischen  Zeitalters;    er   hat  dem  reli- 

I^Oeen  Hymnus  den  feierlichsten  und  erhabensten  Charakter  aufgedruckt. 

Von  den  Leben.'tnmstftnden  des  »Pindar  der  rythmischcn  Poosie",  wie  ihn 

Bouvy  nennt,  erfahren  wir  fast  nur  durch  eine  alte  Legende,  welche  in 

den  Hcnüeu  «n  seinem  Festtage,  dem   1.  Oktober,  eingereiht  ist.     In  dem 

berilhmt«n    Menologion    des  Kaisers  Basilios  II  (Cod.  Vatic.  1613) 

Imtet  der  Text:  'O  0010; 'Pw/iri-ö;  iWi;gxf /'^'' «,10  iVp/"«?,  Jinxeio;  tvyx^ 

imv  ir)^  ir  BijQittiit  «y/a;  ^xxXt^aüig  .  Kuiulaßmr  ii  tijr  KurafartirovnoXiv 

M   lür    j[f(ti-(ui'  'Aiaataalov    tuv   ßaaiit'mg,    äjii^X&t  »ai  xatifiivtv  iv  r^ 

mfi  tvfi  rnt^y{aq  &fotö»in'  #t;  %(i  Kvqov,  onov  nai  lü  x^S'^fut  fräi-  xoita- 

NAtr  iJ^atu  .  'Ev  fvi.a,if{^  yä({  äitiytDV  x»i  diavvxtfQti'wf  »ni  iitavfveiv  f'v 

tj  noTTCj/di    Uli»-  BXaxfQi'öii',   vJiioiQftft  nciXir  tt^  tii  Kvßov  .  'Er  fti^  6i 

xär  rmmr,   xoi/iw/t^i-^    aviip  i<fttv>i  itait'  vrtvovg  ij  ünf^ayfit  f^foiöxo;,  xai 

ilMmMt    iD/tor    2u^<ii'  xni    tfnt  •   Aüßt    'löv  x'''^f>i*'  ""'  xtttti^ayt   nvtöv  . 

B/ifiMiir   tivv  V  uyttti    liroiiai  k*  aiöfta  xai  xatttnuTv  rni'  J(''C;''  *    "*'  ^^ 

\  i^t]    tüv   uyiutv    X^nnotydrmav  ■   xal    tviti'mg   tytffätif    ix    rov   vnvott 

i^rfta^e  »ni  ido^tcZ*  töv  ätöv  .   Eira  firaßiii  fi(  töv  njtßmvn,  T^Q^ato  S9^ 

fäikiit   '    'It   napitfro;    <st]fifQov    löv    VTii^ovatov    tixxei    .    lloii^aa^    ii    xal 

ittftur    ioftmr  nortäxta,   üg  TJt^l  tu  X'Xk*,    n{i»V  Ai'^ior  d^idi'^jii^rftv,      Kine 

itiVLiiehende  FosMung  mit  muhrerei]  neuen  Nachrichten  hat  l'apadoinilos 

Kcnuneus  aus  dem   Codex  40  der  Patriarchalbibliothck  xu  Joru- 

ulem  (s.    10  11)  hervorgezogen:    7^  «tu»)   /)iii»'pp   »er  üaiov  'Pto/iavtiv  rot' 

nir,Tov  xai  fui^ov  lüi'  xeiiax/oii'  .  'ü^iitjto  di  ix  ^Vfiiag  trj;  Mtvi^avwv 


■}  *Eai0y»i  ttti4  rijt  iuxlijatmutii^t  l«to- 
ffw  ed.  J.  A.  Cratnar.  An.  gr.  Vui:  2 
tltaS)  104.  —  Theopbaaea  «d.  Bonn.  I 
177  ^  «4.  Do  Uoor  1  114. 

')  MJ(Ba,  I'alxol.  »nm»  114,  1416.  Tgl. 


Pitrn.  Anal.  Sacra  1  Proleg.  8.  28;  Bouvy 
1.  «.  0.  280-234. 

•1  Cbriat.  Alilhul.  Prul«B.  8.  32. 

*)  S.  Pitrit.  Aatl.  Sftcro  I  Frolcgoni 
S.  32  f.  und  Jacobi,  a.  «.  0.  202. 


wt 


ft»n>(  df{'^(  Mai   tiäi    iUnttiir  ipfcwr  mAmhe  m^  . 
ituifüfftiiif    äjiitvf    ätrfiri/tii^    w(    «2*^    nii'   4«pLX|MV    Mir    mm«^« 
ui'tot-   KuriuKtotr  Tttffnvr   tti  j^ii*i,   ■>•    •«  a*U«  •'•  s*>{  Arf*ff  *i> 
%fi(l«K  ölt'  isitvi-  it.'ßärta  ättÖKUtiv  .  Tti^tm»  4»  \  mrfi ß*\ 

'Ati  dm  Tvxtt'ii  (Im  McnotogituD  d«e  Baaboft, 
.fi'ruiiiKl»iiK<r  (Vxlnx  komrnl  uoch  eine  VitA,  fie  m 
('l«ruini(riUiiiirri  ü<li'r  Himutndiiuium.  jvtxt  God. 
MulLowNlirt  int.  Di«-  VcrKlc-icIiiuig  dt^-  4  Text* 
Oru|i|wn  iMittu>U»g.  Itoml.  und  MeDMea.  SjruuL 
M;li(ti(lori,  iiUir  iiiagi'Httrnt  mif  Mn«  aunfUfariicb««  Vita 
rlickxolioti,  <li(t  viitllt'icIiL  noch  Iivule  erhalt«ii  UL  Ass  de«  iml 
iiiitt(<rt«ilUti)  Tiixlini  i-rf{(t)M;n  wcli  fotgeDde  Thatsach«i:  RooMasB  vnrdei 
dur  Sliutl  .l/xrr/tfwi'  (.l/iwffi/ni  i*)  tn  8>'ri«D  geboren,  di^nlf  in  der 
eivUiliiiiiKHkii'clio  Ml  Ik'rytuH  alii  I>iHkMii.  kam  [Uit«r  Kaiser  Anastuio 
iiurli  KonMUntiiio|>ol,  wur  dort,  judviifHlls  als  EVeviter,  mit  der  '~ 
kin:lio  ^v  iof(  Kt<{titii  vt>r))UiidL<n,  erliii-lt  durch  einen  wandeHiana 
diu  <jIuIk>  dur  Ilyriincinlit^lilung  und  verfasst«  gc^vn  1000  Kootakia. 
vi({i'nhilndiK('  MHiiUHkn|it  m'iiier  Lieder  wurde  in  der  ThoubAoekirdie  i 
howjilirt,  iDiü  iii  di<riH<lheii  Kirche  wurde  »ein  Jalmwtsg  bceood«»  gefi 
buidM  war  w«iii((»Un»  noch  in  der  Zeit  der  P'all,  in  welcher  diw  J« 
lütner  Hyniixnr  vrjrg<'](<HCii  wunli-,  <l.  h.  ini  Idll.  .laltrh ändert.  Am 
lotzten  Naclirirhl  ittl  Tornur  üii  HchlieHi^en,  doHs  in  der  Theot^koskircb 
Hvino  l{uli<)iii«n  uiifliewuhrt  wurden  und  duss  Kanone«  oder  andere  Kirohao 
tiiulcr  Hilf  ilin  vurhundcri  waren.  Den  einzigen  positiven  Anhaltspunkt! 
diu  /.uiMx'HliiniTiiiiig  guwiDirt  Mnmit  der  Name  des  Kaisers  AnaBtasifl 
l.eider  wird  nii-ht  anitegobiMi,  üb  dunintor  Anastasios  I  (491—518) 
AiiiistiiüinH  M  (7i:t  -  71(iJ  xu  ^'erstehen  ist.  l'itra,  Stevenson  und  Grint 
eiitHHicidci)  nich  Dir  den  ersten.  Ohrist,  Funk')  und  mit  eiiMT  Ha 
likatitm  mich  .Incobi')  dir  den  jKngeren  Anaetaeios;  Bouvy  npricht 
iiinht  etil«rhtuilt>n  au»  und  meint,  nach  der  allgemeinen  Goücliiclite 
Mymneitdiehhiii)|(  inDcht«  man  den  liomano«  am  hebsten  etwa  in  derMitb 
du«  X.i'ilrnuiiii'H  jtwiM'lien  beiden  KniM^in  aiii^etzen.  Neuerdinfe'»  hl 
DeutHt'hmiinii  xur  U^in];  der  Schwierigkeit  auf  einen  vrabr^hcinlid 
dorn  0.  Jahrhundort    angvhilrigcn    iatt'ini:<«boR   Hyninue   hingewieeen, 

*»  A.  a.  O.  M6  t    JmoM  nMiU, 


„,  ,  ,7.'^^"««  ■nisolotlwiw  QaMidUchrift   ' 

llvK  w*l  Ji*  'a.iM.  k...  4m  Rcmmm  «Irm      tlMtlkbw  m  in  Blad 


Mtt  imi  T.J*b(hii4MtM«f«MbMu.'»U. 


Mlmaacb  Ee 


l»stM«s1«-    A.  GcMbictate  der  rytb mischen  Kir«h»iidiohtnitg.    d 


lebera  oin  Gedicht  ien  Roinanos  nudif^i-uliml  sei;')  darnach  kftme  man 
tSicherlieit  auf  dt-ii  älteren  Antistasios.  Doch  scheint  wpder  dio  Chrono- 
jie  des  laloiiiiKchcii  Hymnus  noch  die  direkte  Narhahininig  de«  Unmanoa 
fest  zu  stehen,  dun  sich  auf  dieser  Gmndlnge  a)loi»  die  Frago  onU 
leiden  Hesse. 

£a  finden  sich  aber  noch   andere  Ai'gumente.     Dana   der  jUngere 
ios  nicht  genug  bekannt  ist  und  zu  kuri'.  (eigentUch  nur  l't  Jahre) 


um  zur  Bezeichnung  der  Lehciisitcit  eines  Autor»  veru-ciidet  xu 
will  wenig  betuigcn;  aber  vielleicht  apridit  geradu  der  Umstand, 
18  Anastaaioa  schlechthin  genannt  ist,  dafUr,  äass  in  der  Zeit,  als 
»  Original  unserer  Legende  abgefaast  wurde,  ein  ;;weiter  Anaataaios  noch 
r  nicht  existierte.  Wichtiger  noch  ist  die  Thatsache,  dass  Aiiastasios  II 
B  Thouphanes  und  Goorgios,  die  hierin  gewiss  der  populären  Ge- 
tmheit  folgten,  regelmässig  mit  «einem  früheren  Namen  Artomios  ge- 
aot  wird.  *)  Von  dem  Verfasser  der  Legende,  der  sicher  ein  Mönch  war 
i  dio  in  den  Kinstem  beliebten  Chroniken  des  Thi'-nphanes  und  Oeorgios 
ihl  kennen  niusste,  Hesse  sich  dann  Gleiches  oder  wenigstens  eine  iti^ 
dinung  durch  beide  Namen  erwarten.  Femor  darf  nicht  Ubi^rsehen 
(rden,  dass  die  Legende,  an  deren  Glaubwürdigkeit  wir  festhalten  müssen, 
uro  vir  nicht  allen  Boden  verlieren  wollen,  die  Regierung  des  Anastasios 
iht  etwa  als  die  BlUte-  oder  Sterboeoit  des  Romanos  erwähnt,  sondern 
»drQcklich  sagt,  dass  er  damals  nach  Konslaiitiuopel  kam  und  die  Gabe 
r  Hymnundtchtung  empfing.  Ilomanos  war  also  unter  Anautasios  noch 
Dg  und  begann  erst  seine  dichterische  Thätigkeit.  Wenn  wir  nun  seine 
ikuiift  in  Konstantinopel  ans  Ende  der  Regierung  Anastasioa  I  setzen 
4  fUr  den  Dichter  eine  so  lange  Lehensdauer  annehmen,  wie  sie  bei  der 
Büge  »einer  Werke  wahrscheinlich  ist,')  se  filllt  seine  Blütezeit  leicht 
e  tnie  Uülfte  des  6.  JahrhundertH.  ja  er  kann  den  Justinian  noch  Uber- 
k  haben.  In  dieser  Zeit  aber  war  die  Form  des  Hymnus,  wie  das  oben 
vähnte  Werk  des  Kaisers  Justinian  selbst  beweist,  schon  völlig  ausge- 
IdeL  Halten  wir  dagegen  am  zweiten  Anastasios  fest,  so  mUsste  sich 
i  ßlilte  des  Romanos  tief  ins  8.  Jahrhundert  hinein,  in  die  Zeit  eines 
«smaa  und  Johannes  von  Damaskos,  erstrecken,  was  aus  verschic- 
inneren  Gründen  unwahrscheinlich  ist. 
Es  wurde  bemerkt,  daas  der  Mangel  an  Nachrichten  Über  einen  so 
Dichter  aus  einer  Zeit,  tlber  die  wir  sonst  genau  nnteiTichtet  sind, 
adCR  Difissc;  aber  dieser  Mangel  ist  auffallend  an  sich  und  wäre  ea 
n)«hr,  wenn  man  den  Romanos  xum  Zeitgenossen  des  Johannes  von 
kaskos  uuichoo  wollte.   Denn  Über  dio  kirchlichen  PersSnüchkoiton  des 


I  Da  tmai»  (jrsecofum  rhyllimic«»  tun 
.23. 

*l  TbeMibHiM  ed.  Bonn.  I  SC^S.   i  (od. 

ftf^ttc,  fiitar^iaa9ii(  'Arvaiiietof,  Im 
(mmIm  liriurt  nr  kbar  Stola  Artomiuti.  — 
iffMW  MoiucliMi  «d.  MunItS.  02S:  Btrni- 
m  'AiiTt/dlov.    Mtitl  M  ^liintiiMiy  ifltt- 


II.  s.  w.;   im   weiteren  Text  ehenfalts  stets 
Artemios. 

')  Jlin  1000  iroviiinn,  welch«  der  Legen- 
där angibt,  itiKgen  cinn  iiohr  i-aiiJe  Siimmo 
«ein;  «cnii  wir  ober  troU  der  grnsaon  Ver- 
luvto  noch  gpgcn  KO  Ilymnpn  besitzen,  so 
ergibt  «ich  suboii  ilaraun  oine  litlernrisohe 
l'btttigkoit.  für  ivelcbe  eine  Uoge  Lobena- 
daaer  notweudiH  vorauntmiclzun  ist. 


«08 


BriAntltÜMlie  LittcrfttorgOMbiekte.    U.  Poetweh«  LiU«ratar. 


8.  und  9.  JalirlnmdurtA  hal)«n  wir  infolge  «lor  groiwvn  DmstAntllidkeit, 
mil;  Wülclwr  die  ganze  Zt-it  (Iwt  Bildersturmea  von  spSteren  rhroniMton. 
Biogniplittn  und  lÜBtonkvin  gfi^cliililt-rt  nnrd,  genauere  NachridiU-n  lU 
Ulior  manche  hcNleutende  KIcrikor  Act  zwei  vorhergehenden  Jahrhandwl«, 
in  welchen  tluH  Lehen  der  Kirche  ein  rriedlicliertiH  war.  Sicher  hUt«  iU- 
niano»,  wie  mch  aiw  M>incr  gci^aniten  Geistesart  und  seinem  ForÜebes  ab 
Meitigcr  dvr  orLhodoxcn  Kirche  schliessen  \&sst,  sich  der  Partei  der 
liildorveruhror  uiigoschlotuio», ')  und  dann  wftro  doa  Schweigen  der  Chi» 
ni»t«n  über  Ihn  undenkbar.  Übrigens  hängt  dor  Mango!  an  biograpbiscki 
Kuchrirhten  wohl  auch  damit  zusammen,  diL)>»  Romanos  wie  fast  di* 
giin)»»  llymnenliUerntur  des  6.  und  7.  JahrUumlerU  später  t«ils  dardi 
Johannoft  von  Damasko«  und  Konmas.  teil»  durch  die  ilymnograpbeii  dei 
II.  Jahrhunderts  stark  in  den  Hintergrund  gedrängt  wurde. 

Dos  weiteren  ist  folgende  That^ache  zu  orwägvu.     Dur  schdoeBxihi 
nuH  des  itoniuno»  auf  Joseph  von  Ägypten  trägt  den  Hirmusveme 
f/fföf  t«  "/tyj^fXof  rr^wxoaimtfi.    So  beginnt  (nach  dem  Proßmion)  der  Akl 
thistos  des  Sergio».     Liotue  sich  bowoiscn,  da.s»  Koinanos  dic«c^  We 
wirklich  vor  sich  hatte,  so  kiSiinte  er  nicht  in  das  ö.  Jahrhundert 
worden.     Allein  da»  V'erliSltnis  beider  II>'mnen  ist  sehr  dunkel;  die 
eiiistimmung  i^t  eine  so  schwankende,  doss  wohl  vielmehr  an  eine  { 
sume  mtere  Vorlage  zu  denken  isL     Besonders  niuss  os  anffallpu. 
daa  charakt4.n'istificho  Xnt^  m  Akuthistos,  mit  welchem  in  dt;n  Uhrig 
Gedichten  dieses  Tones  die  letzten  Zeilen  der  Strophe  anfangen,  bei 
mnrioH  durch   beliebige  Wflrter  ersetzt  ist,  so  dass  die  erste  Silbe  Hie 
Zuiluu  oft  tonio»  ist.      .Es  scheint  undenkbar,  dass  Romanos  das  Gi>dic 
dos  Sergios  mit  dorn  alle  architektonischen  Glieder  so  scharf  ketuu««eliii 
den  und  doMhalb  von   den  Übrigen  Dichtem  festgohaltent^^n  Worte 
gekannt  und  dennoch  in  seiner  Xachbildmig  diese  signifikant«  Ver 
80  gftnzlich  beiseite  geschoben   habe."')    Ebenso  undenkbar  aber  »t 
dftss  dorn  Romanos,  wenn  er  im  8.  Jahrhundert  gelebt  hätte,  gomte 
boriihmtesto  aller  Kirchunlii*der  unbekannt  gt'blieben  wäre. 

Ein  tbuülogisohes  Moment  mü%«  nicht  unerwähnt  bleiben. 
Marien  verolu-ung  spielt  in  den   Uymnen  der  späteren  Jahrbuodart« 
stet«  zunehmende  Rolle.    Orestes  z.   B.  erbittet  von  Maria  Vergebang  i 
SUiiden.  Kraft  der  Heiligung  u.  s.  w.     Wenn  wir  nun  in  dieser 
den  Romano»  mit  Sergios  vergleichen,  so  l>emerkeu  wir  bei  dem 
eine  Steigerung,  die  sich  mit  der  späteren  Datierung  des  Romanos 
VQrMub<Ln>n  lie«se.     .Romanos  besingt  Maria  nicht  mit  der  ÜbMwAi 
liohlnit   und   der   verschwenderischen   Fülle   von  Prädikaten,   wie 
wvlohor  durch  Bezeichimngen  wie:  llerstellerin  der  Verhöhnung,  Vet 
tW  StliMÜvu,  sie  boraita  iwh«  an  die  Wünle  Christi  heraurOckt.**) 

t'llr  die   frflhere  Datierung  ^^pricht  aucli  ilio  Lcgendenhaftigk« 
diw  olx  H     :  v^  Tibnten  Berichtes  aber  Romanois,  die  sich  acbwer  «ri(l 
ltPMH\   Mi'tin  t-r  dem  &  Jahrhnudert,   d.  h.  einer  der  Ähfossnog  der 


AmI  :W(*  I  >i^  «S  harn. 


*>  JbmU.  a.  •.  O,  9i7.    -    V^ 
F.  k.  L*ba«r.  Di*  Mamararakraa«  b  i 
I  JibtaatetM,  2.  Aal.,  Slatl(irt  r 


btnpovsi».    A.  Qeachiobte  d itr'rjQt mls eh«B  Kirebendichtusg.    (§  2T2)     QQ'J 


rmphiöclicH  Notix  nalioliflgonden  Zeit  angehörte.  I»io  Tradition,  das» 
omanos  die  GaK>  <!ot>  Hymiiuiigesani^es  diircli  ein  Wunder  crlik^It.  xiiigt, 
ftSB  man  seine  diclilerii^lie  Thäligk<;it  u\»  vtwas  boouiidvrii  Mtikwürdij^o» 
gtrachtote;  daa  ist  wohl  verständlich  ftii-  ilio  urst«  Periode  der  Hynincn- 
Msie,  nicht  aber  fUr  das  8.  Jatirhundort,  in  welchem  zahlreiche  Kirchen- 
jdittir  blUht«ii. 

■j  Ak  Argument  rUr  die  ältere  Dutiorung  dient  endlich  eine  Stelle,  in 
^uier  Romanos  augenscheinlich  iniitiort  iet.  Audreu»  von  Kreta,  der 
^f^r  von  G'ti) — 720  lebte,')  hat  in  zwei  Strophen  »eines  .grosHOn 
anoti*  das  ProOmion  eines  Hymituä  des  Romanos  vor  Äugen  gehabt. 

I Worte  de«  Andrea»  lauton: 
oi'X  ifBifuiig  • 
i  KOifii  avrtipvti,  itiariiatfj9t  • 
^b  wf  ptwp,  iwt  ärSoi  o  xi/öro(  \   (Ol'  ftl'ov  tfiif»  * 

^B  II  fiältjr  to(iaiiäfitS<i; 

^m  '^rrfr^ipoK,  iJ  V*'7'7  f"""'     \  '*C  ifKcffi;  iraii,  üV  fisyiiooi, 

^m  <timiQyiiov, 

kmI  r«t'r«i(  h*'  Silif«i  n^nvv'yttyt  etc.') 
Vorbild  diente  offenbar  das  schtine  l*roömion  des  Romanos:^) 
Vtj;^  fiav,  '('x/pj  fov,  \   nniaia,  ti  xn9<i'ihit,~ 
10   tfXot  fyyiiti   I   xai  fttHtlf  9u(>|i,t«'Vi4ni  ■ 
itnif^oi'  Off,  {  (t'R  f^ti'oifini  ODi'  .V(>iatiif  o  ''(dc> 
i   rtartitx^v  nnpniV  |  x«i  iä  niirra  nliiQiäy. 
Nachahmer   hat   den  Gedanken  seiner  Vorlage    in  zwei   wortreiche 
Ibrophcn   iiti^innndvr  gozogvn,  über  diut  üold  »eines  Miititers  schimmert 
locb  MO  deutlich  durch,  doss  diese  zw<<i  Strophen  zum  Besten  des  ganzen 
grossen  Kanon*  gehJiren,  weshalb  sie  auch  von  Jucobi  a.  a.  0.  besonders 
wrvorgehoben  worden  sind. 

'  Den  AusäohUig  gibt  wohl  ein  Zeugnis,  das  V.  Vasilevskij  entdeckt 
H^)  In  einem  Berichte  über  die  Wunderthaten  des  hl.  Artcmios, 
^ben  slavittiht!  Cbenetzuiig  jüngst  in  dun  Monücn  gedruckt  wurde,  wilh- 
Id  dos  griechische  fh-iginal  noch  unediert  ist,  heisHt  es:  ,Ein  .lüngHng 
lang  Verse  dea  hl.  weisen  Romanos.'  Daraus  ergibt  sich,  dass  am 
Bude  des  7.  Jahrhunderts,  in  welchem  der  Bericht  gettctirieben  ist,  Ro- 
Danos  sehe»  aU  Heiliger  galt,  und  A»aa  zur  Zuit  du»  Horaklios  (610  bis 
Ml),  in  wulchv  das  geKchildertc  Wunder  verlegt  wird,  seine  Uymuen  schon 
Mkaont  waren.  Zur  Erreichung  völliger  Sicherheit  mQsste  freilich  der 
piechisehe  Text  heigezogen  werden,  doch  ist  an  einen  Anachroni^nm«  des 
L'erfaesers  der  ErzKhlung  oder  an  ein«  spAtcre  Interpolation  gerade  dieser 

re  kanm  za  denken. 
Wonn  nun,  wie  Jaoobi")  mit  Itecht  bemerkt,  zwischen  den  uninoheron 
ijeislltngen  des  4.  und  &.  Jahrhnnderta,  von  welchen  wii-  Kenntnis  haben, 
nd  der  sicheren  Technik  zur  Zeit  des  Sergios  ein  ausserordentlich  gi-osser 
UMtand  bemerkt  wird  und  e<t  unzweifelhaft  scheint,  dass  in  dieser  Zwischen» 


■)  &  Jmeohi,  a.  a.  0.  20»  t.  und  22S. 

*>  Cbriat,  Aiitliol.  ».  1.50. 

~   Cod.  Palm.  213  fol.  42'  und  Chritt. 


*)  8.  die  Utternturangabe   am  SobluM 
doB  g. 

"}  A.  u.  O.  203. 


BruaUiUcke  IitUnlH|n(M*le.    O.  WtMmA»  UUwfttar. 


zeit  <lie  AuUAng  d«r  IrirddidK«  Poeäe  bis  xar  BlQt«  gelangte,  uml  iu 
.lahrliandert  d»«  JuxliDian  ftnea  Haoptanl«*!!  dHnin  Iiat.  ru>  ist  f«  i-l*« 
KoRianoit,  der  diM«  LScke  io  d«T  htstoriMrlK-n  Entwickulun^;  di«  Uymmt 
io  rfliiig  genDg^nder  Weise  UHznfiineii  rpmiKg.  Dub  ein  m  groosarlistv 
Diehtcr  Cut  im  ABfange  der  H)rniiu>Dlitt(-ratar  auftritt,  wird  nicht  oiri- 
fUlen.  wenn  man  Mch  rrinneri,  das.s  an  der  Spitzo  der  gnochii««lii>n  LiUc 
ralur  «in  Horn«r,  im  Eingänge  der  italientiwhen  ein  Dante  stellt  Antk 
i«t  M-h«n  orwshnt.  dum  Rotnanoe  viel  weniger  isoliert  urschlene,  wenn  m 
dio  W«rke  aller  seiner  Vorginger  bekannt  wiron. 

Aumer  in  der  genannten  Leeende  nird  Homano»  nocli  in  einem  dm 
hl.  OorntanoH  (8.  Jalirhundert)  zugei^:h^chenen  Idiomclon')  bnr&hnt 
■la  Begründer  der  Hymnographio  gefeiert: 

nflttf   »aXiür  ntipxi 

nqJytif.  atniifitif  mptf/i^. 

'Vaiftnri,  itni4f  ij/M*''  ' 
•tyytiiii^r  yop  ifirffiuf  afAiij^vfttr^, 
Sioit^inmi  Htitiiat  i^r  noitititir  «iw. 

In   einem   anderen  Ilymniihi  hat  er  da»  ehrende  Kciwort.  .'/«oft^t^iup. 
vortrofMiirlie  .Inhunne»  Gconietres  (10.  Jahrhundert)  widmete  dem 
mnium  ein  IiUhtieheii  Epigramni: 

V»  an^/ap(ti^[  nr^roi  tär  äyyÜMif 

Nsi  yij9tr  f At  Itls  i*ti  ftiXifÜBt, 
Stiidas  «rwiihnt  den  Homanw  8.  v.  «(inxÄw.ufioi':  tci  äntjXoi'ptrn.  Itt; 
roi'  nVQor  'PmfUirov  toi'  fifXtadnv'  Si'  /li^  vitäfx*'t  "*  V'^N  i<>  <i/i(<>ffif«r< 
Von  andern  ProfniucKHFlHtelleru  nennt  den  Komanos  nur  noch  Grogi 
von  Korinth  in  meinem  Kommentar  zu  Hcrmogonos  //*?•  utadiw  4niv- 
f'j'iiC  'OnoTa  i^aav  rti  ioi>  <iy[or  'J'tnitnrov,  u  JXiyuvto  mxoi  xcti  xop^hi'jiX*io. 
Mfxoi  fiiv  (r'if  TttQitxtixti  oixi^flüioii;  xot-^Q i'jiit»n  (t*  <äi  t^*x>n'Ta  «üi<  aÜMt. 
Pnr  dio  Komnientatoi-en  der  religiösen  l'oeflie  Zonaras,  Prodromos 
Ki-hoitit  lloTiianos  nicht  existiert  zu  haben.  Die  MSnner  nach  ihrem  H 
waren  Orejjor  von  Nazianz,  Joliannes  von  UamaskoiK  und  KosBU«; 
ihnen  l)Ot  oivh  mehr  StofT  filr  die  Ausbreitung  »^huhnjlvsiger  Oel 
als  in  der  gro»»artigen  und  doch  volkstQmlich  einfache»  Poesie  dee 
manoH.  Kriit  in  einer  dei'  Krklüning  von  Kinhenliedern  gewidsn 
Schrift  ik'H  U.  .lahrhiniderts  IJ-efTen  wir  eine  ausftlhr liehe,  aber  leider  ncm- 
lieli  werUose  ErwJlhming  des  Konianw.  Der  Kirtheuhistoriker  Nikc- 
|)horos  Kallifitofi  Xanlhopulos  (vgl.  S.  291  IT.)  hat  M>iner  'Effii^tn'a  tit 
luiv  riim/^Btf/iot'v  li^i  Mtw/xur  auch  ein  Kapitel  //?"»  *"*'  *"e«>*»^'<i«»  tn  it^ 
H<  rnnjMii*;,  loi'  xui'i rjhW,  rot'  uTxoi'  xai  toi-  iS<'-''<'Ot*iX€tff{ov,  .in'^tr  m'I 
/x^tjtft^nr  einverleibt,*)     Hier  wiederholt  er  einige  der  aus  der  Lcgm 


')  Nor  im  C«d.  MMfMagi*  4ST.  Ib 
CN«i«Mniis  uhI  TrariaMMM  f*hlH  dian 
KiQrltr.  und  ItMar  and  weh  iu  d«Q  pabai- 
■rhra  lluibflwUtra  dia  wmt  dm  I.  OfcMw. 
tUn  t\mU»4  <1m  Kmumm«.  t>MO«li(bM  BUMv 
■««■•(hUNi.  $  Fitr>.  Aaal.  Sm««  I  PnW. 

•}  Kl  BMülMnhr  1  I.  ■'<».  la  Btn- 
\M9  »in*«   mMa*  LmwI  «rpar   »ti  abw. 


M-iaU 


•efenftbeh  pt  hnm^t.     VOiet  ik 
bnf  v«a  ■mWftn-or  b.  t  3% 

*}  KMorM  GtMoi  «d.  W.Ii  VII  2(191] 

llc    «pM^raN«    wri    ilfoJ^^Mt    «mar 
*^wpmt  ISU  &  136-1291 


IrchvapoMi«.    A.  QMcbiohte  der  rythmisoben  Kirch endiobtnng.    (§  212)     QG9 


^  Romanos  b«kaDDt«ii  ThaUaclien.     Von  Intcresso  ist  dio  Boniorkung, 
iiiinoä   8(?i    zuiTst   wotfoii   »jciiior   jwlileclitt'ii    Molodit-    vctIiuIiI   und  «rat 
aoerkannt  worden,  nachdem  t-r  durch  ein  Wunder  die  Oahe  der  Diehtung 
erhalten  hnbo;  denn  hier  ist  vielleicht  der  Nachklang  einer  Erxählung  von 
einer  aiifUnglioli  ahloliiteiidon  Haltung  dat  Volke»  und  der  Kircho  oder  der 
letKtvren  ulloin  gvgen  dio  grcii^^artigen,  aher  neuen  und  kUhnen  Schüpfungon 
des  Dichters  zu  suchen.    Aussordeni  verzciclmot  X.  die  Tliat«acho,   does 
die  Kirche  die  meisten  Hymnen  des  Boinunos  aufgegeben  liube,  leider  nhne 
tllter  die  GrOnde  diese«  Verfahrens  eine  Andeutung  zu  machen.   Im  Übrigen 
fpbt  X.  nur  ein6  breitere  Aiisrdhrung  des  Legendenstoffes  und  einige  zum 
iTeil    sehr   bedenkliche   Erkläi-ungen    hynmologischer   Termini;    Kweifellos 
;  falsch  i^  z.  B.  seine  Deutung  doi<  Ausdriickei«  oi^xa;:  „ön  «V  tip  atßaaiii^ 
■sfi  ß*'n^>,   r^i  t'y   rwf  Äi'ßoi'  Ityofiinp,  tuvto  J(_'  ia  imfffifvt-f  i'nftix^'i  r»ßo- 
,  ffiiar,    tt-a    än'iiri^aior    xai    titii    efij;    ytrtati    ti\    Jin  »wv    xh'-atwr   tö  fijf 

So  s[Hlrlicb  nun  auch  die  Nachrichten  (Iber  die  Person  des  Romanos 
Ueihen.  so  sicher  ist  es,  d&sa  er  an  pot'tisclicr  Begabung,  au  FouLir  der 
B«geist«ning,  an  Tiefe  der  Empfindung  und  Erhabenheit  der  Sprache  alle 
m  Motoden  weit  übertrifft.  Die  Litterftturgestbielite  der  Zukunft  wird 
llt  den  Romanos  aU  den  grUüsten  Kirchendichter  aller  Zeiten 
Ohne  Zweifel  bezeichnet  er  die  intereasanteste  Phase  in  der  Qo- 
hte  der  griechischen  Hymnenpoesic.  und  in  ihm  erscheint  diese 
ng  in  ihrer  höchsten  Vollendung.  Ilonianus  hat  sich  so  gut  wie  aua- 
lUeealich  der  Hymnenfoi-m  bedient.  Auf  ein  Gedicht  in  einer  anderen 
hat  l'apadopulos  Keramcu»  {ß.  '/..  [,  GO.''i)  hingewiesen.  Die  Fnicht' 
i  des  l>iclili.'rs  war  geradezu  unerschöpflich:  er  bat  nicht  nur  die 
ichen  Fe«tc  dos  Kirc-henjalires,  i^ondoin  auch  die  meistiin  Heiligen 
igen  und  den  oft  sehr  eng  verwandten  Stoffen  immer  wieder  neue 
n  abzugewinnen  verstanden.  Nicht  Hberall  freilich  erhält  sich  Romano» 
either  Hohe;  eine  objektive  Betrachtung  wird  zugeben,  das«  er  zu- 
len  trocken  und  breit  wird.  Doch  hängt  das  wesentlich  zusammen 
d«r  Sprödigkcit  der  Stoffe,  an  die  er  gebunden  war;  es  ist  schwer, 
jeden  Heihgen  und  jedes  Fest  des  langen  Kirchenjahres  einen  schfinen, 
Uedanken  originalen,  in  der  Komposition  und  Ausführung  vollendeten 
lg  zu  dichten.  Immerhin  weiss  sich  Romanos  auch  in  seinen  schwi- 
ll Werken  von  dem  pomphaften  Schwulste,  den  bauschigen,  oft  un- 
Melaphern,  der  gespreizten  und  frostigen  ReRc^cion  der  Uynm»- 
en  de»  8. — II.  Jahrhunderts  fertizubultcn.  Auch  die  rhetorische 
e,  die  nnvermeidliche  Krankheit  aller  byzantinischen  Geistesäusse- 
n,  wird  ans  bei  Romanos  nicht  erspart;  zum  Teil  entspringt  sie  aus 
\er  Form  seiner  Hymnen  selbst,  weiche  die  Ausfüllung  von  24  oder  mehr 
Slropben  erheischte.  Wenn  wir  diese  aus  der  Zeit  und  der  litierarischen 
Cngebang  dea  Dichters  verständlichen  Schattenseiten  anerkennen,  dürfen 
wir  M-inm  grossen  Vorzügen  um  so  rückhaltloser  Rerecht  werden.  Was 
uns  immer  aufs  neue  xu  Romanos  zu  dick  kehren  liUst,  was  seihst  seinen 
langwierigsten  Hymnen  einen  unzerstörbaren  Reiz  verleiht  und  auch  mit 
den  Dndankbarxten  »einer  Stoffe  aussöhnt,  ist  die  glänzende  dramatischu 


u|M    .        BrsantiniMb«  LitUratargeMlilGlit«.    U.  PoetJaeks  UtUnbor.  I 

r^  1 

8tdigorung,  Ate  kein  Heiode  &o  mi>i)H«rhaft  wie  er  hefn'iffcn  und  dortii- 
gefDfart  hat.  Dazu  kntnmeii  andere  Vnrzfige,  die  bei  keinem  tweit«a 
Dichter  do*  byzantinischen  Zeit  in  gleichem  Grade  wiederkehren,  ein  nie 
vermegondor  [leichtiini  an  IdfM'ii.  eine  oft  unübertrcfTlicho  Flti«tik  d««  An»- 
drucks,  eine  vollo  und  koniig;e  Sprache,  die  »ich  mci«t  cbeoso  ^ücklici 
vom  geschraubten  Pompe  als  von  populärer  TriviaHtÄt  fernhält,  ^es  vw 
edolt  und  in  die  feinet«  Beleuchtung  gehoben  durch  das  mannigfaltig«  luil 
kunstvolle  rythniische  Uefllge.  l>er  iteicliliim  der  Vorwürfe,  wekfcr 
[tomanofl  iimfMst,  ist  iiner^chnpflich;  wir  fmdcn  bei  ihm  auch  !«eltene  und 
wnMt  nicht  vorkommende  Themen  wie  ein  Gedicht  voll  IcbeiidigcT  L«idni' 
Schaft  gegen  den  VerrUter  Judas.  Nicht  minder  behwiidclt  [iorotDoe  dil_ 
Dblichsten  Vorwürfe,  wie  das  Weilinacht«fest,  die  hl.  Jungfrau  beim  Kr 
da«  letzte  Gericht  u.  s.  w.  mit  un verkenn  barvr  Originalität.  leider  ist 
iMuntiglich,  hier  auch  nur  einen  Teil  der  Gedichte  im  einzelnen  tu 
trachten  und  ihren  iJiiarnktor  dm-ch  Proben  xa  veraiLschaulicho».  Üa 
»ich  jedoch  um  die  gerechte  Würdigung  eines  der  grössten,  aber  vo 
borgensten  Dichter,  ja  geradezu  um  die  erste  Einführung  deseel 
in  die  griechische  Lil tera tu rgefchirhte* bandelt,  mag  wenigatenai 
ein  7usamnienfas9endea  Urteil  folgen,  dn»  ein  feinsinniger  Kritiker') 
Itomanon  widmet:  .S.  Itomanus  e«t  le  premier  de«  M^lode«  par  le 
pot'^tique.  Sea  o6u%to8  repröscntent  l'hymne  liturgtque.  «u  pIutAt  le ' 
roligieux,  dana  aa  perfection.  Qu'on  imagine  le  cbrülieu  en  pri^r^ 
moine  en  oraiBon,  le  Saint  en  extafte:  aous  aea  regarda  paasent  tAur  h  ' 
lea  grandea  figiire«  doa  dcux  Te»tamentfi:  il  voit  les  patriarchea  et 
propbi>tos.  il  le.s  entcnd  et  nu'dit«  Icui-»  paroles;  il  conteniplo  le 
t\c»  hommes  et  m  Möro,  le«  apötros  et  Im  martyre:  il  a.'«si8ta  en  t^D 
at4«ntif  et  ciithou8ia»t«  h  tous  cos  ^v^nemonts  du  pns»^-.  dont  DtM 
m£me  est  le  li^ros.  Cette  vontemplation  du  monde  surnuturel  »uriMdti 
Hes  puissances.  et  son  esprit  atisai  bien  que  Hon  coeur.  II  s'epaocbo 
adorations,  en  louangea,  en  action.s  de  grAoea.  Si  voua  donnez  i  « 
tempiatif,  pour  interpr^ter  ee  q'il  a  vu  et  ontendu,  des  rj'thmm 
bannonieux,  poptilairei«,  ot,  pour  nourrir  le  feu  sacre  de  »on  gif'uie,  l'incom-' 
parnble  auditoiro  des  battiliqucTi  oriontttles;  si  votrc  imagination  peut  w 
repri5«eutDr  un  t«!  home,  oo»  point  dans  Äthanes,  ni  nn^me  &  (Wtt«a- 
Unople  au  tenips  de  S.  QreKoire  et  de  S.  Chr>'ßOHlome,  maia  ä  Byao». 
dans  la  vraie  Kyzancc  des  Hyzantins,  si  von»  le  voyez  monter  it  Ininboti 
itß  Sainto-Sophie  dan«  la  nuit  de  NoSI,  api4«  u»  aommeil  tniraodeux.  *t 
.ti  vous  entendoz  le  priSludo  de  aon  grand  cautiquo: 

mil  ^  n  m'  ffnifLiior 

n'admirez  pa«  encorc,  nttendez  la  fto,   Itiuez  so  di^rouler  la  nigc 
aAio  des  vingl-dnq  trojMiiree.    Ne  jugez  pas  mäme  d*apr^  an  aea)  e 
tique,   suivez   le  Mt^lode   dans  toutes  les  phase»  du  cyde  sacri^.   ilepnis 
föU)  d'Ktienne   le    preinier   martyr  juM|U'aux    aolennit^«    de    PAqumi, 


')  E.  Bwiry.  a.  t.  0,  S.  M7. 


1.  Eircheopoeale.    A.  Geschichte  der  rythmiadieii  Kirchcndioktong.    f§  273)     671 

VAsoenäon  et  de  la  Pöiili>i;ötö,  et  vom  coiielu«it>z  peut-ölre  quo  le  thristia- 
nism«  ne  doit  envier  '&  l'antiquitv  auviin  do  «os  poi^tes  lyriques."  EbonRo 
nennt  Pitra  den  Homanoa  ^veU-niim  niolodorura  princeps",  womit  aucli 
dt«  Urteile  von  Christ,  Stevenson  und  W.  Meyer  überoinstimmon.  Nur 
dem  Gi'whiiiacke  der  »pftteron  Byzantiner  wollte  die  ernMtc  Grossartigküit 
des  itonmnoH  nicht  zuHAgen;  wenigisteiiN  wurden  seine  Woi'kL<  in  den  litur- 
giftclien  BOclicni  durch  die  Hymnogi'aphon  des  8.  und  9.  Jahrhunderta  ver- 
dringt: von  den  meixten  blieben  nur  wenige  Sti'ophen  Übrig.  DanerndcB 
An>>elien  liehauptete  der  berUlimte  Wei1inacht»hymnti!«;  his  ini^  12.  Jiihr- 
hnndert  wurde  er  aüjäUrlicli  zu  Weihnachten  von  einem  doppelten  Chore 
der  Ilagia  Sophia  und  der  Kirche  der  hl,  Apostel  (den  üyioao<fTtai  und 
inootoütai)  bei  der  feiorlidicn  Hofttifd  aufgeführt.')  Noc-h  länger  er- 
hioll  sieh  in  der  kirchlichen  Praxis  da«  Lied  buim  Tode  eines  MHnolies 
(Sls  äyantiiä  %ä  axijrwfuiTd  eov),  das  in  unzähligen  Handschriften  nuf- 
bewahrt  Lai. 

1,  Aniteabon:  2ä  (jadichte  cd.  .1.  II.  l'iirn,  Annlnctn  Snc-rn  1  (IHIR)  I  341.  • 
S  «rwt«rD  MD«k«  in;  Swictas  Romanue  v^tprum  tnclodorum  princoDB.  UnnÜcJi  Mcru  ex 
tnii,  nttB  modutetii  &  Joaimi»  iu  mBiilu  l'uliuu  iininnui  in  lucom  cd.  J,  Ei.  l'itm.  Anno 
JubiUai  t'ualilicij  (1888).  Uwr  aucli  Kuc^iuiit«  der  Vita  dun  Rumuiiüs  itiit  (iem  diixii  gn- 
hdoigen  HiDialnr bilde  aua  Cod.  VHtic,  1613.  —-  Ein  Goh^t  des  Rutnan»«  in  oirvlbiucn  Venen 
4mjV  '"t'^  «ri'/ur)  «d.  Bus  Cod.  Sabl,  4M  A.  Papadu]iiilo8  K«rainous,  'AraXtaro 'Uqo- 
••Iruirun«  mi][viiXayiat  1  [18H1)  390-  392.  —  Vollständige  Ausgabe  des  Rouiuuo« 
■nf  liraM  dM  gaoMn  UnndsohrifUnmaterials,  lieBondera  der  patmiechen  Codices,  in  Vor- 
tmviitmg  v«n  K.  Krombacbar. 

2.  Hiireinittel:  Pitr«,  Hymnographio  S.  47  IT.  und:  Annloct«  Sowa  1  Proleg. 
8  s:.  ff.  —  Jacohi.  ■  n.  0.  8.  220  ff.  —  Uimvy.  n.  b.  O.  S.  3fi7-3J.i.  —  A,  Pa|.a- 
4*puUi  KeramaiiK,  MhtRitungon  nbnr  KumniiDS,  KZ.  2  {\>^Ü'A)  ■'■99— eO.'>  (Legonde  aus 
dtn  Cod.  ElifroMl.,  Notizen  au«  Xnothaputos  und  Gregor  von  Korintli,  Alhosliss).  —  Hubert 
ärimae  in  der  S.  f>hV  xitiurlm  Schrift  S.  87— I'ö  (lur  nipIriHoben  AJmlj'ae  und  tat  Irfibon*- 
ii\'.  ilna  EUmaaM).  —    Eine  kurae  äkizxi!  über  de»   Dicbter  ii*l>sl  AuoJvsu  der  Stronhe 

''■»•»-  ar;fji^v  0.  8,  w,  gibt  M.  Paranikns.  fffft  'fmunvev  lov  iUiiii<t«i',  TinX.   jlX. 
•  -il  141  —  148,    —    AI.  I>aariol«(i.    tliei  '/•ui/inrev   lau   Mfiaitov,    ebenda    12  (1S92) 
na  f.:  202—264  (w«i«l  aur  mebr^ie  II««  d«B  Itomanoa  im  Lanrnkloster  auf  dem  Albus  hin 
vd   ««rtffenilichl   eiimn  lIjinnnB),  Kine  mctriachn  Analyse  die»ee  Hyniiiua  j^itit  M. 

yarioikas,  EbeDda  12  (It*9'^)  2^7  f.  AI.  Lanriot(>i,  'fui/iuvoi  lei'  iVtXaiiai''  xaräiiKioy 
M(  tu'  «xia  «Min,  I-:iiooda  12  W^'i)  SR5  f.:  104  (Abdruck  des  scbon  von  Pitia,  An.  Sacra 
I,  IC  ^  TorAffantlichlen  Hymiiu*).  —  V.  Vasiljevskij,  Wann  lebte  der  Molodn  ßomanosV 
Vh.  Vt.  I  (I8M)  2S6-258.  Vul  den  Ueriobl  von  K,  Kurtr,  R  Z.  4  (1^95)  238,  -  •", 
11H*BBB«N  t«  n«1«d«.  Aiisleeta  BollandiHnu  13  (181>4)  440-443  (MillL-ikne  d»r  Vitn 
4«  R-nnBTT"n  aus  den  Sjrnasarinm  Sinnnndianum  mit  di>n  Varianten  dca  Mtnulug.  Bnailii, 
4m  ll*Ml«a  und  des  Sjnssarinin  Hinrosol  ;  Scbcidnng  iliir  4  Ti'Xl«>  in  2  Gruppun), 

S,  Von   aadeii-n  Hymnoniaphfiii    dos   1.   Jnbrlinnderts   ist   beiiiwki-nswerl   Sjrmeaa 

lilea  dvtr  JBngnrn  (,'>-!     's^^'),    drr   ^in  I.ied   niis  Antass    einttn  I^rdbobnna  [iitixfif>ir 

iW   [Ol'   mitfftoti)   Terfnul    hat.     Andere  ^ticliem    Ober  diutselbe  Tlinma  wurden  ihm 

Ba(ngii«choben.      A.   I'npadopulos    Kerunieus.   Xvfirair   i    9av/mai<iafitit^(   üt 

«/^'VX  ««;  urlprfof.  Vit.  Vt.  1  {imi]  141-150.    Vgl.  E,  K.,  B.  Z.  4  (18Ö5)  105.  - 

aaiUr*  F^liriflno  daa  Sjinouu  a.  üben  Ü.   144  f. 

273.   Sergios  und  Sophroaios.  Au»  dem  Ende  des  6.  und  au»  dem 

|7.  Jahrhundert    haben   wir   nur   wenige   chronologisch   sicher  bestimmbare 

Xjnnneu.    Zu  diesen  gehSrt  vielleicht  das  gefeiertste  Lied  der  griochi-sclicn 

I  Kirche,  der   Äkathiatos  des  Patriarchen  Sergios;  er  wurde  angeblich 

i  im  Jahre  W>  vvrfaKet,  als  die  Hauptstadt  von  den  Avaron  bedroht  war. 

Naine  'itxeii/i<rtos,  der  durch  den  tiügeimutz  der  HOgenuunten  itu^tV' 


•)  Piln.  Anal.  8«<tb  Pr«l«g.  a  21. 


— aw*!*^** 


Is4iurier  iii  Verbindun 
Phileti  verballhornte 


ai)  Sergio»  manche  tirllnde,  besondere  der  Umstand,  dass  in  eii: 

Kr/itliliiiig  div  Entstellung  de«  Ilymniii«  nicbt  nur  mit  der  BoU 

KonKttiiitinopul  unter  Heiakliu»,  soiidoni  aucb  mit  den  BeUgcnq 

Kon«t«iitinüa  Pogonatos  und  Leon  dem 

wird.     Der  omt>ige  Veramacher  Manuel 

Werk  in  jambische  Ti-inieter.') 

Um  SersioR  gruppieren  sich  einige  andere,  zum  Teil  »iir 

nach  bekaunt«  Meloden  wie  Andreas  l'yrrhos,  Byzantio»,  IC 

Kill  Zcitgouo:^»«  äcs  Sergio»,  der  im  monotlielctiscben  StrL-tt«  eil 

SophronioH,  »oit  G2Ö  Patriarch  von  JoruBalt-m,  bat  sieb  vorzui 

gelehrten  Kunstdichtung  gewidmet  und  ist  hier  ebenso  gelelirt,  e 

teer  und  trocken  als  in  seinen  aus  rhetorischen  Breiten  und 

IiÜngen  znuammongt-bautcn   Predigten.    Von  den  rytbmischon 

die  dem  Sophrouic«  zugeteilt  worden,  scheint  «ühr  wenig  g««i 

Maximos  Gonfeseor  (vgl.  S.  61  ff.)  hat  einige  Hymnen  im 

Maase  gedichtet 

I.  Sergius.    A.  D«r  'AtäSietm  ist  ausser  in  d«p  Menien  ed.  bei  U 
uT.  I88&^  1348  (unlor  dem  Ksmon   de«  Piaid««)  uiid  Wi  PitTR,   AiiAl«ct« 
$&0— 262.     '  M.  I.  Godcon.  Jfntßinp/.xaJ  mro'n.   Kpol   1^190  8.  240  ff.  (i 
dnr  AkülhiMus  kura  nach  dom  Tod«  d««  Jiilituiiu  A|>08tals  veifiiwl  asit!).  —  A 

J/tpi  diiiyöpm'  yQai[r-t  lor  '.txattieiou  r/iiov  ir  af/aioi(  /n^oyfüfOtt  r^<  Ml 
l'iai,  'M.  Vi  (I!^Bä)  3&b  f.  (Kollation  dcH  VuIgntatKxtoB  mit  oinom  allxTeii 
lind    10.  Jalirh.   nrliiütcncn).  M.  I'arnnikus,   '0  '.fxn^ioio,-  >"/ji*r.  KkaJL, 

44'-4ä  (Vulgatalcxt  mit  den  Yariantun  xwcior  Hbb  run  Cbalki).  —  M.  rartj 
TU!'    'A*«9iaiov   ifufnv.    i'v).i.iiyti(   'iü   (l8'Jö|   13S~lfiO   (Ober   d«u    poetiacticaj 
imd  nietriHcben  CliurukUr  Üho  HyinuuH],  "  AI.  Lnutiotea,  *'j  'jtaiiatof  pm 
trratiiiBlic  vuui  T.  A|iril  1893.  Nr.  Tb  (behauptet  uline  gunllgeiiden  Orund.  <m 
lliiatoa  voll  RuttiHuo«  verfasst  ei»i  und  dam  dieser  im    T.  Jalulimid«rt  g«l*b 
J.  Biiljrnn,  UiQi  tof  'jjitiifiaiov  i-firov,  ytoXiyev  "K^iojiaiala  "EsuiingotK 
lind   1^.  April  mif^  i'vcrBUclil  in  bcwpiHrn.  dnait  doa  Watk,  daasNi  dogmaüact 
laut  ftanit   mit    denen    der  gegen   di«  Mniiolhf^lcton   gotiohtotMi  Kynodc    d.  J. 
■timmon.   nnti^r  Konstnnlino»  Pogonuto«  (QSH-  6Wi)  nacti  Anfbabiing  der  i 
llolagorung  K|ii>ls  durch    die  SuruiteuMi  i-ntutaDdon  Bei).   —    Ala  Kol&at  kai 
Dher  dio  Kntalchungatoit  d(<ä  AkutliisloH  uovh  nicht  hotniclilet  w«Men. 

li.  Die  Erattblung  tiber  den  Aii^riff  der  Peraer  auT  Sonata! 


^ia 


..).^.t.. 


.  R..>li.na    all».  Qtaill    Jiin>1.    A'i^    hl      lii 


mtr^,.      .Al^lia    it>i>    Inl. 


«teapOMi».    A.  Qeaohichte  der  rythnÜBClifin  Eirchesdichtimg.    (g  274)     073 


I. 


Kl  Ann),  4,  wo  die  Aiigube  der  Seiituuiftb)  iti  dor  Aiisünbo  von  Mai  zu  bpricKligrn 
Dani  kommt  nooli  die  Erklfirnng  der  Entstellung  Aos  AkntliistoB,  die  nm^h  lütcrnn 
la  im  Hisn«,  Pstrol.  gr.  ä2,  1847-1373  wiedcHiolt  iBt.  Vgl.  »nfh  (Irptscr. 
»■lar  u  KodhKW  Dn  offiriis  ed.  Bonn.  S  321  IT.,  und  E.  (ierlnnd,  U.  Z.  »  (1^94)  '^^\. 
C.  Dot  Akathintoi  ri«f  npAler  vinifoehe  Nitchalimiingen  hervor.  Sein?  grosso  l'opu- 
I  bciMigt  dio  morkwOrdige  Tlwtsjtohe,  dnss  aus  seinen  Anrungsworlen  T^  {'ttpftHiiii 
)ni  (ticb  duKh  Votkaetymolo^ie  ein  vulBilrKriecliiscIipr  Nominativ  ;j  lU^fiäx<ii,  "je 
fw  bbbildrt  bat-  HaUidaki«  in  der  JubililumHaclirift  d«r  UnivcniUt  Atlien  {Til 
l^r    ^OpIijV    lijf    Hfrirjiiorfatrtipijni    tav    f9nxaf  narf-numi/ilov    fxätifä/ifyn,    AtWn 

s.  isa. 

I>.  EliM  IslaiuiBCha  Uebersetiung:  dos  Akatliist^s,  di«  in  der  eraten  Hälfte  des 
brh.  der  Kreter  KnutachiuB  PateluTO  verfAsst«,  gtelit  m  einer  Ha  der  UniveraitAta* 
bek  m  Haminn  (Codiri  preoniatunti  Nr.  3ft).   Die  Widiniin«  lioginnt:  ERTCRio  (w  per- 

0.  D'"'  Grogorio  Tortio  intiigorrinin  virtiitam  nluinno  Kimtnchiun  rntclnnm  doctor 
i>  pHtridoB  Crntenais  ex  urbc  IlliiUiimnii,  I'.  O.  V.  VoUot  dienen  (ircgor  I'ortiuM, 
VenrMidtein  d«a  Simon  t'orlius.  dns  Vcrfniwcrii  der  eratcii  godnicklon  lirammntik 
Mwrieiiliiwben,  vcL  E.  Leerend,  Uibliogr.  bell,  da  XVII"  aiiroto  1  (Paris  1894}  12, 
Efl,  S22.  S2&.  3S5,  398.  41u. 

2.  SopfaroDIOB.  A.  AuBguben:  FQr  den  Cffentliulien  Kultus  fiind  von  den  Gedichten 
iphranioB  nur  einige  Idiomela  beatimint;  seine  anakieontieclien  Odon  afnd  kiinsl- 
[•  BMcks  wie  die  Gedichte  des  Synesios  nnd  otri>nbar  mir  für  einen  aaMrtrSlilleii 
:>itl>  bere^linet.  Ediert  sind  die  Anakreonlikn  nebet  einigen  ProsaslOcken  von  A. 
epMleginm  Romanam  4  (1840)  l-SM-  —  Wiederholt  bei  Migne.  Patrnl.  gr.  S7. 
tff.  —  !>■■  (icdichl  Biif  die  fiehiirt  Christi  (oixat  lit  Xgiaiör  ißi-  apri  yiyif^^ft/rof) 

0.  A.  Unllaeh,  Conieütoneortini  Bjznntinorum  libri  duo.  Berlin  IR.'iS  S.  IH— 22. 
•i  Ntaamera  aueh  bei  Christ.  Anlhologin  S.  43  IT.:  diuiu  S.  96  f.  einige  IdiomeU; 
1»  Proleg.  8.  27  f.;  fi3.  —  S.  Sophronii  Anucreonticorum  tamien  XIV.  pritnnin  od, 
tkrhard.  Progr,  d.  kRthol.  Oymn.,  Strossburg  1^87,  —  L'obur  diu  rroBaBchririeu  dos 
nio«  >.  &  188  f. 

B.  UilbnitieJ:  M.  Pkranikaa.  Ueber  das  oogehliehe  Triodium  des  hl.  Sopliraniaa. 

Sb«f.  haver.  Ak  1870.  Bd  11  5S— 74.  —  Jucobi.  s.  a.  O.  202  f.  —  Ausfllhrlicbe 
triatik  dod  Sophrtmioa  neb«t  Emendatienen  bei  Bnnvy.  s.  a.  O.  IBQ— 182.  —  Er- 
m  aad  Eneadation  de»  20.  Annoiennticum  des  Sophronios  C'^ymr  sriftioua  Oiiair;  hei 
S.U)vi)a&  A.  Nabor,  MnemoHyneN.  S.  IdtlHHI)  1--I5.  -  Ziir  Metrik:  Fr.  Hansseo. 
iglM,  Sapplementb.  ü  (l^ä)  202  ff    -  -    K.  Popovi^.  Sophronion,  Patrinreh  vrin  .lern- 

ab  llieolog  und  Verfasser  von  Predigten  und  Kirrbonpeiiingen,  Tnidy  Kipvnkoj 
ak.  AngnaÜiefl  11M9-  t^cptemberheft  1^90  (nur  uniLU);lUigliuhf.  -  Vgl.  UttoBnrdnn- 
r.  Pabologia,  Preibnrg  i.  Br.  1«04  S.  525  f. 

3l  Die  Ilpnnen  de«  Muxiinus  ConfesKor  ed.  Migne,  Patr.  gr.  91,  1417  1424. 
4.  Kinen  Kanon  and  einen  Ilyninas  eines  wahrsrheintich  dem  7.  .Tntirhnndort  aa- 
Kta  AnaalaaiuH  ed,  J.  B.  Pilra,   Juris   ecdesiiuilici  Oraeourum   bbtoria   et  monu- 

lan.  2  iRoinao  1868)  280-287. 


Dritte  Periode. 

Vtt.  Andreas  von  Kreta,  In  pId  noiies  Stadiiini,  das  ilurcti  eine 
uun^  der  Tiilinik,  k<tiiit'sweg8  aber  durch  Zuiiutimo  der  poetischen 

BiUigoxciirtinpt  ist,  tritt  die  Kirchen pocsi(.<  mit  der  Aushitdung  der 
tneti.  AI«  Erfinder  dervielhen  gilt  Andreas,  Erzhischof  von  Kreta 
f.  (JBO— 720).  Sein  Hauptwerk,  der  «ogonannte  ürosso  Kanun 
mf  Kttniy),  dessen  Umfang  sprichwörtlioh  wurde,  zählt  nicht  woniger 
50  Strophen;  ea  entspricht  nämlich  fast  jedem  Verse  der  alttestu- 
lichcn  üdi-n  eine  Strophe.')     Unter  seinen  Vorbildern  ist  Romanos 

8.  667).  Wo  Andre««  auf  eigenen  Funsen  steht,  erncheint  er 
en.  wortreich  und  niuhr  durch  vcrv!tande)^mKs!<ige  Kotloxion  nU  durch 
0  Emplindung  und  Begeisterung  ausgezeichnet.  Die  cnillose  Breite, 
■reicher  derselbe  Oedanke  in  schlangenartigen  Arabesken  fortgesponnen 


43 


Cbriat.  Antbol.  Proleg.  8.  42. 

AUnliiiDnMiMeliiR  IS.    I.  AbU|.    1.  AnO. 


674 


BysutUninche  IJU«rAbirgMehieht«.    II.  PoAtUeh«  LItUrfetv. 


wird,  nniiildet  doii  yntwilllgpitfln  Hftrer.  TWe  häufige  und  fast  zudnn^l 
liehe  Dniinition  doguiutüuhcr  LchritäbEC  wirkt  kalt  und  nchulniiicag.  hl 
der  niUlisamen  Sorgfalt,  mit  welcher  Andi-oas  AittilhoKen,  Wort8i»e!«  an)  1 
flk'ithniwso  atiszuttlhren  liebt,  steht  er  der  gcküiist*lton  Pot-m  i»\ 
Johiiiiuus  nnmankoH  und  des  EosmaB  schon  w«it  näher  uU  der  im- 
gezwungenen  Erhahonheit  der  frilhoren  Meloden;  dagegen  besitzt  er  vor  j 
Johanni.'»  und  Kosnias  den  Vorzug  einer  einfachen  und  venttöndlictwaj 
Darstellung.  I 

1.  Aasgnbnn:  Mohrric  Knnonns.  dnnintcr  der  ,OroaBo  Kuian*,  nnd  Idiomrli  w 
Migna,  Pfltr.  gr.  ST,  ISOh  1444.  —  Kin  Tnil  Jm  .OrosM«  Kanon*  und  d«f  Kum  id 
(lio  Kxlto  lim  hl.  AposUls  P<^trc)a  auch  hoi  W.  Chri.it.  AnÜlol.  8.  147-161.  ~  Dm 
dam  Iiobon  und  die  »onetigun  Schriften  den  Andron«  b.  S.  103  f.  I 

2.  Kill  aus  12k  Tritnctcni  beatdi^ndcti  (Jodicbt  dM  ANdraan  von  Kreln  u  M 
ArcbidiaJcun  und  Chartoplivluc  Auathon  slulit  t.  ß.  \m  Cod.  Valic.  KegiuM  Sum  « 
toi  260'-2ÖI.  1 

27K.  JobanoeB  von  Domaskos  und  Kobduis  von  Jonisalem  ml 
die  hedoutendüten  Vertreter  der  dritten  Periode  der  Kirehondiehtun^  VM 
das  Leben  und  die  l^oRaHchriften  den  Johannes  s.  S.  f>H  ff.  Kosnu 
erscheint  mit  ihm  brilderlieh  verbunden.  Heide  wurden  gemeinscbaftBel 
von  einem  ftitoren  Kosmas  ans  Sizilien,  den  der  Vater  Aes  Johann»  tm 
der  arnbi»chen  Gefangenschaft  losgekauft  hatte,  unterrichtet,  Hit  JebiuiiM 
begab  sich  auch  Koxmas  von  Daniaskos  nach  Jerusalem  und  liess  n« 
mit  ihm  in  das  altherUhmte  Kloster  des  hl.  Sabbas  aufnehmen.  NacH 
dem  er  viele  Jahre  hindurch  der  Wissenschaft  und  der  KiiThoiii>fte8ie  pA 
lebt  hatte,  wurde  er  7J3  Bischof  von  Maiuma  in  l'hünixien.')  Wo  7jM 
RCine«  Todes  »ehcint  nicht  ermittelt.  1 

Johannes  wird  allgemein  als  Urheber  dea  Oktoechos  betraclitpt; 
doch  ist  neuerdings  diese  Ansicht  bestritten  und  wahrscheinlich  genutzt 
worden,  dass  dieses  berühmte  ]iturgi.4che  Buch   bedeuttuid  ilter  ist  oixl 
Johanne«  nicht  ats  sein  Kriinder,  Nondorn  nur  als  sein  Keformator  gvllen 
darf.')     DagegL-n   ist   die  litterargeschichlliche  Stellung  des  Johannes  unil 
Kosmus  als  der  bedeutendsten  Vertreter  der  Kanones  gesichert  Ab 
Dichter  steht  Johannes  wohl  hliher  als  Kosmas;  beide  sind  sich  »b«T  ta 
ünmdtone  sehr  ülinlich.     Vorbildlich  ist   ihnen  die  gewühlte  Po««e  «MI 
Gregor  von  Nazianz,  dessen  Uodichtc  Kosnias  auch  durch  KornntonUn 
erläuterte.     Zur  Einfachheit  des  RomanoH  und  seiner  Schule  stehen 
in  einem  noch  deutlicheren  Gegensatze  als  ihr  Vorgänger  Andreas  vo' 
Kreta.  Möglichst  grosse  Feinheit,  Mannigfaltigkeit  und  KUnstlichkeit 
Aufbaues   ist   ihnen   wichtiger  als    Wärme   der  Empfindung    und    Klarhi 
des  Ausdrucks.     Johannes  gefällt  sich  geradezu  in  den  allorschwierigsteo 
und  niilhovullsti'n  Spielereien.     Statt  »ich  mit  der  einfachen  Strophei- 
akrostichis  der  alten  Meloden    zu  begnügen,  ordnet   er   die  Anfang»- 
huchslaben  der  einzelnen  Verse   nach  einem  Akrostichon,   das  selbst  aus 
heroischen   Distichen    besteht.      Durch    diese    und    &hnticlio    KunstitSek* 


i 


')  DcsliRlb  wird  i?r  zuweilen  ancli  Katrurif 
o  Maiovftüt  genniinl.  Sein  gcwOhnliclior  Boi- 
nonio  'U^uaoii'/iiir,(  oder  'Jyianiiliiti<  lieziohl 
Mich  auf  aeiuttn  langjährigen  Aufenthalt  im 


Kloster  des  hl.  SabbM. 

'}  K.  H.  SaihaB,  'Imiaftmäi'  4nafHW  nt^ 
toi  9fäti}tv  Ko)  rric/ioMw^  imp  1>K.  nL 


I  ErebenpoMie.    A.  Qt«cbichte  d«r  rythmlaohen  Kirch endichtniig.    (g  2TS)     675 


Hlpt  naUlrlich  auch  die  VorstÄiidliclikoit  dör  Daratelluiig;  manclKt  Stllrke 

•kbiJ  so  dunkel   wie  {iltgriochiHche  ChorlJeiler.     .loliaiinc»   ist   der  einzige 

Hiioiv.  di-r  da»  Prinzip  der  Quantität  fllr  die   K ircliPiipoesie  wieder 

luFnahm.     Er  verfasste  seine  drei  Knnone»  auf  Wi^ilmaclitcn,   Epiplianie 

tnd  Pfingsten  in  janihisohen  Trinieterii;  doch  sind  diusclbon  mit  t'infiii 

Ar  Johannoe  ganz  bezeichnenden  Aufwand  von  »ilbonätechender  Milhu  ^o 

.gebaut,  dasft  nucli  die  nouo  T«clmik  ihr  Recht  erhSit,  indem  an  hestimmten 

Ttrsstellon  rogelmiusi^  butonte  Silben  wiederkehren.')    Ähnlich  Oberwiegt 

MKoamaB  gelehrt«  Sorgfalt  und  mystische  Theologie  die  dichterische 

Empfindung. 

Da««  trotzdem  Kosmos  und  Johannes  von  den  späteren  Byzantinern 
Iwhr  ob  »Ue  anderen  Kirchendichter  bewundert  wurden,  erklärt  sich  ans 
<ler  wachsenden  Vorliebe  diesem  rätselhaften  Gesrhlechtes  für  unnatHrliclio 
Kllnst«lei  und  grammatische  Raritäten  Den  besten  Beweis  fiir  diese  Tliat- 
nch«  gibt  Suidas:  die  einzigen  Meloden,  die  in  seinem  Lexikon  vor- 
kommen, sind  KomanoH,  Johannen  und  Kosmas.  Während  er  aber 
In  Romanos  nur  bei  der  Erklärung  eines  technischen  Ausdruckes  ganz 
btiUnfig  erwähnt  (s.  S.  668),  spricht  er  (bzw.  sein  Gewährsmann)  von 
Johannes  und  Kosmas  mit  wahrer  Begeiferung,  Na<^^h  einer  Aufzählung 
der  Werko  des  Johannes  lesen  wir:*)  ovv'lM/ui^e  6'  «i'riji  ««*  Aoff/ui«  6  *| 
Ib^oii'juai-,  (frr;p  fv^vioraroi  xm  nr^uv  tiovai»t]v  Öhoi  xi]v  /vagfiöriov 
li  fvvr  {iaitarixai  xatöiif  Vmnri'Of  te  kuI  Koa/Att  Oryiifinriv  nvx  iä^Ktto 
wi  it^uirio  ur,  fitj^fiig  i  xaO'  i^^n;  ßi'/f  ntQatiofti'flttut.  ,Dio  Lieder- 
bsonee  do«  Johannes  und  Kosmas  waren  Qhor  jeden  Vergleich  erhaben 
■d  werden  es  bleiben  bis  ans  Ende  aller  Tage*  —  ein  volle»  und  rllck- 
bltloses  Urleil.  das  an  die  bekannte  briefliche  Änssening  Qoethos  über 
W'ielands  Oberen  erinnert.  Bei  der  Vergleiehung  beider  Meloden  gehen 
Ihrigi-ns  die  Urteile  der  Byzantiner  auseinander:  während  Suidaa  und 
Umlidi  Kedronos  beide  ziemlich  gleichBtdlen,  betrachtet  der  Patriarch 
Johannes  in  seiner  Biographie  de&  Johannes  Damaskenos  den  KoMmas 
ib  weniger  originell.  Andere  wiedonim  wie  Prodromo»  haben  nicht 
gvniig  Worte,  um  die  Vorzüge  des  Koi^mas,  rri  noXv/ia^tf,  tä  /ttYaXoif.vt'i, 
r«  if»o!Tfft7i*i,  la  TiaraQuoriov  zu  preisen.  In  der  Praxis  fand  Johannes 
tndir  Anklang:  denn  die  späteren  Dichter  haben  seine  Strophen  sehr  häufig, 
Se  dea  Kosmaa  nnr  selten  als  Vorbild  benutzt. 

I.  Antgaben:  Urmnon  und  Ksnon«*  <loi  .tohanne*  od.  Migne,  Patrol.  gr.  96. 
118-BM  nii  I863~I40K.  -  Kusiniis  «d.  Mignc,  rntruL  gr.  »S.  ^se-SSf.  -  I'robon 
H  bndoa  M  CkrUI,  Aiitliol.  117  f.:  161  ir.  —  Einige  Kaiionua  ud.  nicht  unguiitlgond 
M  «Mf  BMUaclirin  d«r  lierroglichen  Bibliolbek  xu  Üollia  h.  PurUch,  BUtUnr  fQr 
IjMBokigi«  1880  N.  2—1.  —  Einen  Ktuiun  ir«  Kusiniui  in  eiaat  vullHtfiDdimorMi  üi>W- 
iAmc  '''  ^^'  gewSksliclien  »d,  A.  Pupadopiiliis  Korameus.  'Anihntit  'ItQasnir/ii- 
mk  ^rnzvaloylnt  9  (1894)  16*  f ;  vgl,  Hpoioyot  rif^.  C*.  —  Kino  neue  Aiisgubü  der  drei 
(BMcken  KannnpH  nti(  einem  gflahrivn  sprarlilidien  Kommentar  wurde  von  Aiig,  NhucIc 
■  BS.  Vabr.  Itj93  dor  k.  msa.  Ak>d?nii<>  vorgelegt  imd  unch  soinom  hnld  darauf  uin- 
rfntMWn  Todo  Ton  P.  Nikitin  tienuisgcgi^lirn:  .Tohnnnjs  DniniiSRcni  runonps  iambici  cum 
■inilMilliiii  at  JBilic«  vorbonim  ex  scliodis  Augiisti  Nnuck  rditi.  Mi^langes  Clr^cO' Koma  ins 
rtm  in  BsOwtin  de  VaettAimie  impi-riRlo  des  sfioni-ne  de  St.-l'i-lersboiirg.  Inm«  0  (18M) 
M— 234.  Am  dem  Kommonlnr  wird  cr«iobtlicb,  in  welchem  «tslaiinlidiun  Umfttigo  di«sa 


■)  Chriat.  Anibo).  I>ToIee.  46. 

■)  8.  T.  'tonrnit:  ed.  Uornliardy   I  2  S.  1028. 


43' 


Ö7Q 


B^iuiUniKba  L<tt«ratiirceKkielits.    IL  P< 


KwMOM  VM  dm  AoloraB   du-  briutiaMclMH  WM«rl«ahcr 
di»  HMjmdiwm  TOB  K.  Karti,  Vn.  Vr.  S  (1886)  S89-XX3L 

2.  Hiir*mitt«l:  Chrät  und  SatliM.  a.  «.  O.  —  G.  J.  pB^adopmln.  J>pM  iit 
ti)p  fatopinr  ifit  nnf '  ^V  JnrJti7«Hi«iuti^  ^vM(n<,  Aiham  I W>  S.  IM— SM.  —  te  ft*A 
tkL  A.  llaiaenbure  in  aetiur  AiHfahe  dM  NiuplMn«  BliwirdM,  liÄnE  IM.  P» 
Ibmibm«  H.  XC-Vlirir.  (uigt,  dm  Bt«MiB7dM  n  «bm  Kbm  wM  ^lüwht  i« 
JobuDM.  Modtn  die  in  d<tMelb«a  «trb«iE«Ba  TjnknJacibB  Fol«  iadüarl  b«tl.  —  r«b«  « 
d«m  JolmaM  nbcklicb  lUftachmbaiiM  G«b*t  ia  bywtJDinihw  Aaitot  Mltm  r|l  Fi. 
llaBSBvn.  l^iiloIoKiia,  8np|>l«tiMitb.  5  (1889)  210,  —  Bdn.  Boary.  jpbctJimüiim 
l<inli]UM  dam  la  ri«  d«  S.  Jun  Duuwc^m,  B.  Z.  S  ftSSSi  110  f.  —  J>mtaAm  VJLf 
■ntKWH  dtf  Bt>jnj  dM  J»haiiiieii  von  Damaikoa  Vif  ^nta^r  fadür,  mvm  4* 
ddMSjnUMll  HaUplirMte«  xoutoffanL'beaen  Ltedea  MOXtir  ^^eTr,  är9firat,  «w^ta  JWi»« 
von  fi.  H.  Dreroa.  BlaUn  iiell««iiMli«r  HfauMdie.  Onoduacbe  CoiMM»BMli>dg.  Stimme 
MW  Haha  [.aach  46  itSM)  S29-&89. 

3.  Abmm  dem  JobannM  Danaaktaoa  wird  auch  den  Joseph  Uelodoa  «öOkt*- 
■  oboB  EiigMohri«!)«»  im  Cod,  Escur.  1'.  IE.  &  a.  Ift. 

270.  NachblQte  und  TerfiftlL  Noch  zti  I>^hzeit«a  d«s  Johaoaea  uri 

Kü«mus  Im-ucI)  üiiL^r  <lif  gricoliieclio  Kirclic  das  verhoerende  Ungewitler  d« 
Bildemturnios  ticroin')  iiiii]  wirkt«  durch  dio  Z(»«tAnuig  von  Kiirhi, 
ächulon  lind  RiMiotliKkon,  durch  dii'  Vt-rfoljfun^  von  Altgläubigen  und  tk 
Unt«rhrechunK  der  TraditioD  nac'hU>dig  auf  die  Erhaltung  der  alt«n  Kiirbn* 
lieder.     AnderorineitA  hatt«  diese   heftige  Bewegung  auch   eine  hoQuDw 
licaktioii  und    vor  atlom  eine  nachhaltige  Stoigcnmg   doo  roligifts«!! 
LuhtMio  Kur  Folgo,  wvk'ho  auf  dio  kirchliche  Dichtung  nicht  minder  b^ 
IVuchtciid  wirkt4^i  ulx  Auf  diu«  itunäohtst  Wdi'ohto  Oi<bii-t  der  hildendf-n  Knut 
Wie  dio  Miniatummlerci  geriidc  in  diotter  Zeit  der   wütende»  Vwfolgnn« 
omporhlUhte,  ho  «retantt  auf  der  blutigen  Walstatt  aus  den  grauttam  ant^> 
druckten,  held<>nmi]tigen  Freunden  df^r  Bilder  ein«  WgciMorto  Schar  nMer 
Melodßn.     Ihre  Werke  ninA  ea  haupt-süchhch,  welche  in  der  griecluKbes 
Utiirgie  hieihende  Aufiiahmo  fanden  und  die  altvu  Lieder  verdrängiltc 
lidi  KJnd  die  gruvHCn  llymni>n  de«  Romanos  und  »einer  Scbifc 
schon  in  dieser  Zeit  der  Vergessenheit  anheimgefallen. 
Die  neue  Bewe({iing  ging  von  Syrien  und  Italien  aus  und  vvroiu^ 
sich  in  Konntantinopel    mit  den    dort  heimischen  Elunienlen.    [>a»  i 
Syrien  der  Oeixt  de»  Johannes  und  Kosnias  kräftig  weiter  wirkte,  ist  \»x 
verstiändlich ;    RiorkwOrdigerwoise    sind    aber    um    dieselbe    Zeit   aucli  nl 
ttasBorston  Woetwinkul  der  by/.unlinisi-hen  Kulturwelt,  in  Sizilien  und  Unb 
Italien,  mohrere  bedeutende  Metoden  erstanden.   Gregor  und  Theodt>iii(>^ 
von  Syrukus  criJffnen  hier  die  Keihe.    Aus  Syrakii-s  war  auch  Metbodiai 
gcbOrtig,  der  .ipilter  nach   Konstant! nopel  kam;   er   i»t    der   letzte  McIihW, 
der  nach  dem  Muster  des  Johannes  Dnmiutkcnos  einen  zwfllfsilhigtn  jai»- 
bischen  Vers  in  den  Kanon«»  verwendete.    Aus  Sizilien  stammt  i-niHi''' 
Joseph  der  Uymnograph;  durch  die  Araber  vertriohfln,  llQcht«te  er  nwli 
dem  l'«Iopuiiiio8,  dann  nach  Thessalonike,  wo  er  MOncli  und  Priest«!'  wunt^ 
Cindlioh  nach  Konslantinopel.  Hier  schloss  er  innige  Freundschaft  mit  J«" 
hL  Gregor  Dekapolites.      Infolge    de«  Bildersturmes   unter  Leon  diMn 
Armenier  (813—820)  inusste  er  aus  Konatautinop«l  flüchttm,  fiel  ober  uf 
dar  Fahrt   naeli   Kom   in    dio  Uilndu  von  traten,   die    ihn    nach  iP^ 


')  Di»  Ültwatnr  min  BildMfrtnra  e.  in   t  dM  Bocb».  llnbnk  .KttdMMiMUelrti*. 
dar   ulsnu«ifiuM   Hibliugraiibi»  am  S«liliMe 


^-.jf-jcr--: 


XirobaopoMi».    A.  Osachicht«  der  ryUiaiisoh«»' Kirc^endiclitiiDg.    ($  376)    (}77 

Incltten;  endlich  kehrte  der  vom  Unheil  sultstim    vorfulj^lc  Man»  nach 
Konstantinopt'l  Kitrllck,  wo  or  in  liolieni  Altor  (um  S83)  sUtrb. 

I)or  oigentÜclie  Mittelpunkt  der  Kirchenpot-sie  wurde  seit  dpin  Anftuig 
jM^-JaliThuadcrtediks  Kloster  St udion')  in  KoRRtantinopel.  Hier  dichtete 
Thoodoros  Studites  (7.1!)— 82fi).  von  dem  zalilrpiche  HynuR'ii  vorhanden 
Kwl.  Hier  weilt««  die  lieldenniiltigcn  Urildur  Tlieodoros  und  Tlioo- 
phanefl  oJ  y^antoi,*)  von  denen  der  kitütero  nach  der  Beendigung  dfs 
IliUerKtr«iU>s  dtu-ch  die  Synode  von  Konstantinopel  im  Jahre  «4:1  den  erz- 
bilcbonicli(.^ii  Thron  von  Nikaea  bestieg.  Aur  diesem  Kroine  ging  Jo8oph, 
4(r  Bruder  des  Tlioodnros  StiiditeR.  hervor,  der  «pütor  Bischof  von  The»- 
ttlonike  »nird«  und  unter  Theophiloa  den  Martertod  starb.')  Hier  trafen 
(ich  uueli  (Joorg  von  Nikomedieit,  Metrophanos  und  Theodoros 
Von  Smyrna,  die  Studit«n  Antonios,  Arsenio«,  Basiliaa,  Oabriel, 
NikolaoK  u.  a.  Kine  geineinsame  Kigonschaft  dieser  Dichter  ist  »cliwilL-itigo 
Breit«,  die,  najncntlicli  durch  mui<senhafto  ncugebildete  Beiwörter  bo- 
Michn«!,*)  büiifig  in  leeres  Wortgeprünge  tiumirtet.  In  dJesi^r  Zeit  werdea 
ttdi  gftnzlich  Wertlose,  poesioverlassene  Machwerke  häuliger;  wir  finden 
flynnen,  die  nicbtä  anderes  sind  als  trockene  Paraphrasen  geschwätziger 
;PlrDnlegenden.  r>ie  tiefste  Stufe  erreicht  der  geradezu  lüppische  Hyumus 
uf  den  bl.  Knthyniios,  des)<en  Vcrra.SNer  »ich  vorsichtigerweise  in  den 
lUntt'I  der  Anonymität  hüllt  (Cod.  Patm.  212  f.  166  ff,).  Eine  murkwUrdigo 
Incbeinung  in  diosem  ullgemeinon  poetischen  Wuttkarapfo  ist  die  Dicliterin 
k'aiia  (vgl.  g  296),  die  in  einem  sehr  originellen  Gedichte  eine  Parallele 
tviwheii  dem  Keicbo  Christi  und  dem  rfimischen  Ueicho  zieht:  Angustiis 
Übe  der  Vielberrxchaft  auf  Erden  ein  Ende  gomacbt,  Chnsti  Mensch- 
terdang  habe  die  Vielgötterei  gebrochen.*)  Auch  in  ihren  Qbrigun 
diomela  zeigt  sie  grosse  Selbständigkeit  und  Tiefe  der  Empfindung,  Die 
Weinzelton  |)oetisehen  Versuche  des  l'atiiarchcn  Photios.  der  Kaiser  Leon 
Im  Weisen  und  Kon>>tantin  Porphyrogennetos  »ind  schwach  und 
rohl  nur  infolge  der  hoben  Stellung  ihrer  Vei-foasor  der  Nachwelt  or- 
olten  worden. 

Im  11.  Jahrhundort  ging  die  Bltlte  der  Hymnendichtung  zu  Ende, 
jfap  Frische  de«  rcligiötücn  Sinnen;  war  geschwunden,  und  die  Pflege  dog- 
Ipdchor  Kotttrovernen ,  die  jetxt  durch  den  Gegensatz  zur  röinisclicn 
Circiie  aberrciche  Kahrung  erhielt  und  auch  um  kuisurlichen  Ilofc  mit 
VRchsendero  Eifer  beb'ieben  wurde,  konnte  die  Unmittelbarkeit  der  Bc- 
(Biiterang  nicht  orwtzen.  Das  bedeutendste  Hindernis  fUr  eine  weitere 
btwidcehmg  der  Kircbenpoc«io  lag  aber  in  dem   nun  vollzogenen  Ab- 


1  OMMlb«  «nnlo  i.  J.  4S8  von  ein*m 
tlMMUlMOOii  Studio*  svfprflndct  nndsjiiplt 
n  iIm  (i«««liichti!  der  byinnliiiiiiclioii  Kirche 
ÖM  wickiieti  Kolli).  Vgl.  M.  J,  liodoon, 
BUfMOnsM  nirftK.  Kpcl  IHM  Ü.  l!)6  f.: 
ttB.  iime  Uva<nf,i»fhiv  Ubur  titudiuu  wird 
'm  K.  Marin  VMbfreitet 

<)  D.  h,  di«  .O«ieichnoten*;  sie 
VbtJmi  «0  bcBMitit.  wnil  ilmon  Kflienr  TIiko' 
•Um  nr  Strafe  fOr  ihr«  rraiinllügn  iUlHing 
li  Bi1il«t«tr«it  zwi^ir  Trimotcr  auf  die  ^tima 


Iiri^nnon  Iluiw,    Vgl.  $  292. 

')  Dk'dCr  Joitoph  (inrf  nicht,  wie  öfter 
gvactiobcn  int.  mit  dutn  liudL-utDiid  iDn^ercD 
stxilier  JoBtfpL.  deiu  Hj'innüf^ajilicu  xni' 
iiaxtjy  (s.  o.),  v«rw«ohs«lt  werden. 

■)  In  pinnm  Ktitioti  d«8  Theodoros 
Sludites  Hndot  miin  niclit  wuniger  als  104 
mit  <f'lc,  tfBO(  und  verwandten  Wörtern 
lOUmmongosotiitc  Knithntn. 

*)  OiriHt.  Anthol.  S.  1Ü3  r.  Vgl.  Ja- 
cobi,  a.  a.  0,  H.  2Stl. 


678 


ByzantiDiaob«  LittorBtargaaoliiclil«.    n.  PovtUclM  Litt«r*tBr. 


scliIuHs  <lor  Liturgie.     ni<-i!iit  war   Atm  Dichter  rlio    rriiolitlarrt*  Aal 
i-«guRg,  diu  Uoffming  «uf  prukU»c)a-  Vi-i-wm-tuiig,  J.  h.  uuf  Etnf&luiua 
seiner  Lieder  in  du»  kirchliche  Hepertoir  fast  volUtändJg  geraubt.    1>i)m 
(.•i-»c)i (etilen  seit  dem  Äufitiigo  dm  11.  Jahrhunderte  nur  noch  vcmnstlH 
Kli-choitilicht«r,  unter  denon  Johannes  Mauropus,  Johnoiics  Zunar« 
und  Nikephoroa  Blemmytles  hvrvorrAgim.  EtwaK länger  aU  im  byurnlioM 
srheit   Kcieho   wWtut   erhielt   sich   die   Kirchvndichtung   in    Italien.    Hier* 
war  das  von  NÜos   dem  Jüngeren   im  Jahre  IOW   gegründet«    BaMiligiicr- 
kloster  tirottu-Fcrrata  hei  Rom ■)  eine  PfUmzatüttc  salilrotchor  Hymim- 
dieht«r,  die  noch  im  12.  Jahrhundert  thStig  waren.     Aji  der  Spitze  sUiil 
der  hl,  KartholoniaeoH.  um  den  »ich  ein  Arsenio»,  Gormanos,  Josepb. 
l'iiuloM,  l'rokopios  u.  a.  scharen.     Doch  hlivhen  diese  NachsIlgU-r  oIik 
EinfluHK  auf  die  byzantinische  Liturgie. 

01«ieli»am  xuin  Ersatz  fUr  den  Niedergang  der  diehtcrit^clien  Thittig- 
heit   wurde   im    13.    und  14.   Jahrhundert   wonigstunä    die   musikati^i'bf 
Seite  weiter  auägcbildct   und   tlus   einfache  Rezitativ  zu  einem  reicher« 
Kuloraturgeftang  gesteigert.     Die  musikalischen  Techniker  crf&ttd«n  Aa^t 
Kuch  eigvne  Niimen,  indem  sie  den  einfachen  Vortrug  X''.""  oder  oiirroji« 
fiiiof  nannten  und  daviin  den  gedehnten,  kuloruturreichen  Ueasng,  bei  Am 
auf  ciuo  Silbe  nur  aeiten  bloss  eine,  meistens  zwei  bis  zehn  Not«u  kam«, 
als  np/üi'  [it'koi  unterschieden.')    Unter  den  Kotnponiiften  de«  auAgeh«iii!«a 
Mittelalters    ragen    hen'or   Johannes   Ulyky»,   Manuel    ChrysaplicH. 
Theodulo»  Hieromonachos,  Jühunnes  Kukuzelis,  Johannes  htm- 
pudarios  u.  a.  Mao  findet  ihre  Namen  in  zahlreichen  musikalichon  Hsitviv 
in  den  Codd.  Vindob.  theol.  gr.  \Hr,,  Messin.  ISI,  Taur.  353.  b,  L  31 
(jeUt  B.  VII.  10),  Athen.  88-1,  mr,,  mf>,  893  u.  s.  w.   Eine  Iti»ih«  filtoW 
Koniponisti'n  enthitlt  x.  B.  der  Cod.  Athen.  863.     Aber  nur  ausaaliat- 
weiso  fanden  noch  xpätorhin  uouö  Lieder  Auäiabme  in  den  8t«rcot;fA 
Bestand  der  liturgischen  Werke,  in  den  Oktoeehos,  das  Triodion  und  die 
Menäen.    Im   14.  Jahrhundert  verfasste  Nikephoros  Kallistos  XftDilif 
pulos   (s.   §  127),   eine   'AKoXovSia   ilg   n;»'   &ttnöitov,    die  nacditriglich  in 
das  l'entekostarion  eingefügt    wurde.     Etwa»  später    widerfahr  iUvti^ 
Ehre  einem  Kanon,  durch   welchen  der  Patriarch  Philotheo»  (s.  §01 
den  Verteidiger  der  Orthodoxie  Palamas  (s.  g  32)  verherrlicJite.     Cbtf 
einen  Kanon  des  Markos  Eugenikos  (um  1416)  s.  g  213.     Eine  Kiro- 
sitKt  ist  der  Kanon   auf  den  hl.   Thomas  von  AquJno,    A'afui  *4  w 
fiywv  fimftär  töv  'Ay^fi""^'  (dies  dio  ständige  Übersetzung  von  Aquinor),  i" 
Cod.    Neapel.  II.   c.  23.      liu    15.    Jahrhundert    treffen    wir    MatthtfM 
Kamariotes  (s.  S.  498)    ab    Verfasser    von    Kanones  auf  die  gitttlici« 
Menschwerdung  (z.  ß.  im  Cod.  Athen.  732).    Im  16.  Jalirhundert  schntb 
NikolaoR  Malaxos  (s.  S.  401)  Kirchenhedor,  von  welchen  oiiiigo  StSt*" 
in  das  Pentekostarion  und  die  MonSen  eingereiht  wurden.   Selbst  in  iinserto 
Jfthrliundert  hat  die  liturgische  Poesie  noch  einen  Zuwachs  erhalten.  Ui 


')  Eiiiü  anxiohfndu  Sdiildemng  Ana  hou- 
tigpn  ZiMtaixtuH  dnr  AbUi  mit  einer  Kwtclilclil- 
liolion  ['«b«niiclit  und  «aor  PlMiskiiie  gibt 
A.  Kocclii,  La  bodü  di  S.  M«riA  di Orotta- 


Fcrrntn.  Komn  IRS^.  Dio  LtttantD  Ib« '^ 
Bibliotbck  Joa  Klmitan  «.  S.  512. 

')  Vgl.  Christ,  AbUmI.  PwJeg.  8.111 


benpoesle.     Ä.  Oeachicht«  der  rftbmiBohen  Kirch«nctichtaBg.    (8  277)     679 


die  orthodoxe  Kirclie  im  Jahre  1869  den  rutriurchuii  Photioa 
heftigcu  Vurt^idi^ur  (loa  Schisma  Markos  Eugunikos  (s.  <{  212) 
UDoisiort«,  wurdt-n  zu  ihrer  £hi'D  zwei  neun  Tropiu'ieii  verfasst  und  in 
■  Horologion  aufgenommen.  ■) 

m  1.  Ansgaben;  Kanunoa  de«  Joa«|>h  Hj^mudgriiplioü  boi  Migno.  ?ntr.  ffr.  IOi\ 
■'MM  Imil  dar  ViU  di's  J(Me|ili),  —  Kiuioiii<%  der  SluditL-ii  K'i  l'ilrn,  AnnkcU  Sacr« 
Kl,  Fvis  1)^6.  —  Eiutia  nicht  n3li»r  EU  lm«l>iiiciJi<iideD  Ptitriarvlicn  NikolnoB  KortuV 
|i{VfIul^  117t  vitlfayiat  Utoioxav  inl    r/j   onn'piuati   inr   xvQiau  ijfjuj»  'it/oav    Xifiatov  nai 

)t4.  J.  B.  Ptlra.  .Spi«(lR«iuin  $oln«in«riH»  4  ll8äSf  491  -4Ef&. 

2.  Du  der  Picbtorin  Kahih  (IkiwiA)  g«wShiilich  xugMcliriebon»  JTii/r/pnV  r^t  ai(>yr,t 
in  dem  LttiirKiobnch  dor  AufsmUthiin^kirche  von  JcnwBlein,  siciwr  mit  Uuruclil. 
Palriarchon  l'holioi  £Ugct«iIt.  Vul.  A.  l'npndopuloH  KcrnmiMis,  'JriiXmin 
IvfifiK^c  «iB/toioyi'nf  2  (1S94)  tftl.  fl  —  Uobor  die  Sontonipniuimmtungcn  dor  Khmu 

il.  S  29S. 

3.  Kinn  wicblisc  Quell«  fQr  die  Kenntnis  der  KirubuiidiFlitiintt  dor  IcUUn  byxnntiniwlieri 
brbmdorU  int  i.  il.  der  Oud.  Vindob.  tlieol.  xr.  1^7  (Neäael).  Kr  i'iitliiUt  l'iiat  nur  Kmionc» 
■I  Ofkäon  aus  der  aweilen  Hftlflo  des  14.  und  der  erst«»  Hilirt«  du»  ]ö.  JnliHiuadcirti', 
nko  des  Polriarcben  Phiintbnn*  und  d««  Marlco«  Eugenikufi  —  Vtit  die 
mattiia  der  r»Mioi]  des  Nikolaos  Malaxos  komml  bes,  dor  Cud.  Paris,  gr.  3&J  in 
ilndil. 

4.  Die  Lixt«  der  erieehüchon  Hymnendieb  t«r  ist  in  unserem  kurzen  Ahri«8  uiolit  an- 
btmd  emrbnpft.  Üoicberc  Verxeicbnisse  dor  Meloden  und  Mtliirgon  finden  sldi  bei 
tri.    ItvDiiiognkpbio   B.  CUll  ff..   Clirist.    Antliul.   &  264  f.,    Papndonuloa,    B.  s.  O, 

fl  ff ,  '291  ff. 
d77.  EonuDontatoren  der  Eirchenpoesid.  Kosiiiaü  von  Jerusalem 
lil  Niketas  David,  Bischof  von  Dadybra  in  Paphhigonien  (t  um  HSO) 
nahen  die  Hchn-ierigen  Gedichte  des  Gregor  von  Nazianz  mit  auafUhr- 
)mo  EricISningen.  Johanne»  von  Daniaskos  gilt  aU  Vorfasscr  einur 
die  Form  eines  Briefes  an  den  Archintandritcn  Jordanus  gokK^iclftim 
brift  Ober  de»  Hymnos  Trisagios  {'Erntnohj  jt(ifis'lofiiivi,'v  ÜQxtfietyäfftr^v 
fi  tov  tnianywt'  vftvov).  In  geschlosaonor  Hoihe  erscheinen  die  Kom- 
utAtoren,  diest'  unvorini'i<lli(:hi.'n  Begleiter  des  Verfalls  der  poetischen 
im  II.  und  12.  Jahrhundert.  Ihre  Aulnierk^amkoit  ricbtc-tc  ^ich 
futüfichlietKlich  auf  die  Dichtungen  des  Johannes  von  DamaHkoM  und 
[oBmaa  von  Jertisaloni.  An  der  Erläuterung  dieser  schon  den  Zeit- 
en und  noch  mehr  den  SpSteren  wegen  ihrer  künstlichen  Sprache 
er  vorständlichon  Werke  beteiligten  sich  der  Historiker  Johannes 
Uns.  der  Homerkommentator  Eustathios  von  Thessalonike,  der 
^ter  Theo  dor  OS  l'rodronios,  die  tirammatiker  GrugorioK  von 
rinth  und  Theodosio»  Monachos,  der  l'hiloHoph  Nikephoro»  Blom- 
les,  der  Historikor  Nikephoros  Kallistos  Xanthopulon  u.a.  In»- 
lere  hinterließ»  Eu»tathios  einen  grossen  Kommentar  zum  PGngst- 
taa  dei4  Johannes,  Zonaras  Erklärungen  zu  dessen  'Avatsjäaiiioi  xarövtt 
'hoodosios  Monachos  Schollen  zum  Weih  nach  tshymnus.  Die  Vor- 
der eigentlichen  Hymnendichtuiig  wie  ilomnnos,  Elias,  Orestes, 
I  u.  8.  vr. ,  deren  einfache  Üarstollung  dem  Vciv^tündnis  keino 
srigkeil^n  bot,  blieben  von  dem  Eifer  der  Scholiasten  verschont 
wurde  Gregor  von  Nazianz  auch  noch  im  späteren  Mittelalter 
intorprotiert.      So  schrieb  Nikolaos    Doxopatres,    Notar    des 


I  Tdn  KonnlaDtinoi  Typntdon 
iStqMncnf  d«nPatriarcbon  Pfaotioa 
•dm  faD  Jahn  l^Ö  auf  Koston  de» 


Patriiirchct)  .\ntbiniDit  gedruckt  und  offixiell 
vnrbruilot.  Vgl.  M.  I.  Clodron,  Hmficp/woi 
mftMs.  Kpol  ltj9ü  8.  293. 


680 


BfKantitiiBche  Litt«ratarg«Bcbiatit«.    IL  PoeU»ohs  UtUrfttar. 


Patriarchen,  Protusynkvllos  und  Noniophylax,  einen  Kointnontar  eu  Aal 
Toti-ft«ticUa  Gregors  und  zu  dem  unt«r  üoincm  Namen  gohöndeu  paiiaeli-n 
sehen  Alpliahet  ('Jpz';''  n.TKitwr  xni  tt'Xoi  itoiot  >«of  etc.).  Er  stellt i-B> 
in  den  Codil,  Miitin.  II.  A.  2  und  Vindob.  hi»t.  gr.  64  (Newel)  U. 
12r>— 153.  Von  Johnnne«  Zonnrns  Iiahen  wir  £rklftning4>n  zu  den  Trtn- 
»ticha,  z.  n.  in  den  Codd.  Athen.  476,  l'nri».  gr.  992  fol.  366—10!: 
von  Nikolaoe  Diakonos  ebenöülclio  im  Cod.  PariH.  9d3  fol.  168—231. 

1.  ÄUHCAboii;  Kuminoiitiiru  il«a  Kosmas  ed.  A.  Mai,  Sfieit«^.  RomauttinS^lM) 
3.  1-37».  —  WiediTlioH  1>(.i  Mi^D«,  Palrol.  gr.  88.  S40-680.  Bbanda  S.  6SU  $tt  4ii 
NikctMs  David  PsraiiliriiMij  iloi  ünoffQijta  Int)  dun  örngarvoiii  Ntnans:  S.  842  -MBiMfc 
cwei  aaunvino  l'RrapbnMon.  ~  Dnr  Briof  den  .Inhniiiieii  von  Danunkoa  Qbor  im  Bjwm» 
TriMteio»  hoi  MiKnn.  I'iitr.  gr.  D2,  31  62.  -  KuiUtliiua:  Ed.  A.  Hai.  Sfidüt^  B» 
inmiuin  !i  (1M41]  2,  IQI-  SK3:  cbcndu  S  3Af  S96  klfinire  ErUiraageK  tum  Z*aHai 
imd  i'rodromuN.  —  Dus  Mstvriul  nir  «ino  neu«  Ausgabe  d««  KontnAntan  desEdittlUM 
lindot  nicli  im  Nnchlunnu  TnfcJ».  Vgl.  S.  BT4  f.;  &39  f.  —  ProdrenoB:  Bd.  Migna,  PiM. 
KT.  13tt,  1'2'JÜ  IT,  Vollslütiiligdr:  Tlieud.  Trudiviiii  coiiiiiienlsjK«  in  ««nuina  oaora  »tJotoMI 
Onmu  UieroMl.  et  Jouiinia  Dhui.  etc.  ed.  ti.  M.  Stevenson,  jiraefatns  eat  J.  B,  Pilri, 
Romaa  1888  (noch  nicht  absMiFtilaMen).  —  tJ«boT  andern  KoniRi««itat«raa  s.  TiU*  t>  iv 
AiWKübo  St«v«niH>nH  S.  VI  ff.  ~  Das  ProDmion  der  I'aRltorttrfilBnutg  du  Kikevbuli» 
ItIcinmydoH.  Aaa  nach  Aiiflinhnui(t?n  Dbsr  den  Kirrhcngosang  und  ttbvr  dM  t  npnug 
dos  Workrin  ürafalt/iöi  cnthHlt.  cd.  Miün«.  Pntroh  er.  U2.  1^21  —  1326.  —  Üw  .Sik*- 
plioroa  Knlliston  Xiintbopiiloa  'Gp/i^rrj'R  ii(  roi^c  limfaSunvt  >■;{  »aftHj/««  ed.  Kti. 
AtbanRBinduB.  Jcrunulnm  1^62  (vgl,  obon  S.  6IIä  f.l.  —  {hxa^/iw  '.4}iofihov  itfttUfMi 
^fO(  iffiltjrtiu  th  >'»'(  liafiniix'ivf  xarirtr(  itir  iforrtorutwF  mil  9ia/4ijio^Mtif  '«fw. 
avi't(>iiv%aSiv  ix  iliaifiifiar  i^c  /nlijai'nc  rtaifpaii;  JiXovtiaStr  /t)  ttolMs  aij^tMwoäf  ni  nr 
t«.Vj>-  «i^r  [■jV  xiHn]»  yXdeaai;   Venedig  18S6  (mir  unzU|[a]i)ilioh}. 

2.  UubLTlivforuiiu:  Kommc'utiLr  il««  Gregor  vou  Korinth  &  B.  inCud.  Vinil*V 
tbool.  128  iNfMetI  fol.  1-134.  Der  Titel  lautot  liier:  /^v^opiai-  affifuM»««  ip 
litjlQanöXfait  KiniivSav  'K(i/itjrtiB  tU  fVl'<  »arörac  rwf  (TtiinvriKiur  ^ofmÜf  TM'  äl«r  /(•'<'. 
roii-  iQiijiiliuir  Ki(i  Kiit-iii'Wc  iijc  ^if^-uJi};  if^ofia^et  irwi  tair  Joffair  tijf  N(«idim,  V(1 
Fabiiciiis.  Bibl.  gr,  cd.  Iltirl,  13,  122—127.  -  Scholion  dCR  Thoodosios  UuBUb** 
im  Cod.  l.niir.  .^T,  43  fol.  in9>— 301.  —  Im  Cod.  Piiri».  gr.  271  fol,  1-47  sUU  tk 
Kotnmontnr  lU  zw«i  Knnonnn  ilrs  Kcismns  iiitd  zum  41.  Pmlm.  Dan  Vorwort  hat  ili*G«tM- 
Bclirift:  /l^oor/ji'ip  tit  tör  ö()ifi>voitjiitfior.  Ob  nun  Ot^hanotrophio*  Ata  Nan«  t» 
Vjrfifspeni   ist  oder  ob  dor  Kommetiior  moUphomrh  Waiaonvater   (iffqtirotföijw  «■ 

■HiHJiia|daiK)   banimut   vurdu,   sl«hl   duhin.     Doa  ProUniion  Mlbnl.    in   wolrhais  ik  (V 

lOHMH^^lit  Annen  utid  Jliiiigrigoii  verblieben  werden,  HpricLt  für  di«  letstora  Aü/ImM^ 

—  Eines  Thoodulus  Monuc^bun  Eiemlicb  wiadiK«  M'',y'fl<i  ntQ*   lair  vurair  $lebt  ii  'M 

Codd.    Mnrc.  Cl.  II  148;  Mos.i.  Svnod.  301  {iül  bei  Vladimir)  fol.  234  ff.;  Par:t.«> 

fob  aS6  ff..  3.M  fol.  3iS0  ff,  o.  a.       " 

3.  Anonyme  Erklärungen  lioRfin  noch  allentlialhen  in  llsa.  —  Ans  «äoMiMu 
dva  16,  Juhi'bundnrts  der  Nation albibliot^ek  zu  Alben  stAmmt  die  'Ar^K^otot  iffi^fi»*^ 
li;V  iJifi;V  tf,i  Mnfinit  ino)  Kai  n]r  npootr/iji'  laO  /.H^fopioi',  Imtr^  1.%  (1^92)  SSS-ä*^ 
-'  Kino  anonvine  'Eitjytjiiit  lügnia  la  den  Kanonos  des  Kosmiu  aiid  JobannM  aaTOn'' 
GoburI  iCbrint.  Antbolugiu.  .S.  16^  und  205J  atvlat  im  Cod.  Vindob.  ibaoL  ft.tU 
(Ncaacl)  fol.  3a-4S'. 

4.  Rijie  der  wiuhtigtten  Quellen  der  Kominentare  dm  Kosonaa  lind  die  uiAtr- 
liohen  mytbologiselisn  KrkUrtinKun  tu  vier  Reden  des  Gregor  von  Naxiaiu.  "^ 
einem  gewissen  AbleNonnoa  tug esc li rieben  werden  und  wahrsobetnliok  im  ft.  Jahrln'^ 
abgsfasst  sind.  .'^jiKter  >viirdo  derselbe  Mvlbograidi  von  Suidns,  Tietces  und  mti  ■* 
Konstantin  riiliieokuppa  fOr  sein  Violarinm  benUttt  Nonnos  ist  aua  Tm!  t4.  M 
Rieh.   Montncutinn,    Kton   1610;    andoTM  von   Fr.  Cronxor.  MeUtMnala  »  ditcifM 

2(1839)2.  374  ff,  DwilW» 
neu«  Aiwgab»  doa  N«>i>»  ^ 
iiK  in  Lieiimg  bei  Teubner  «nciieiuen  lu  lauwn.  Vgl.  K.  r>''  < 
W«  Nonnmi<|ucilo  der  Eudokia.  Rbuin,  Mus.  »7  (1882)  67-82.  and  deaaolbcn  Abh»ai;"4 
Do  Nnnniania  in  IV  orationes  Greitorii  Nuiaiizeni  eanuaenlahis,  Pn>gi.  der  llioiiuwW'' 
Loij-cig  IS90,  wo  Ubar  die  Handschriften.  ßedakÜoiwn  und  die  tpUeren  AwMclntAll^ 
Noüiios  rrncbftpfend  gohandolt  ist,  V«l.  g  240.  —  ü«ber  di*  von  K.  Norden  ««A** 
Nachtrage  vgl.  S.  13». 


nicu.  niontncutina.  r^ton  ititu;  andoTM  von  r  r.  uronx 
untinuiUlia  1  |18IT)  hi  ff.,  und  A.  Mai,  Spiciltgium  Komnn.  1 
wiedorholt  bei  Miuno.  Pntrol.  gr.  86.  985—1072.  —  Kino  n 
nbsirbligl   Edwin  Patiiu;  in  Leiuiig  bei  Teubner «ncheiuen  i 


b«iipoMl«.    A.  GMcbioht«  d«r  rytliiuiaob«a  ¥lrcbendichtung. 


681 


278.  Spielereien  in  der  Form  des  KirchenBedes.  Eine  begleitende 
unig  dt«  Vcrfailtjs  der  Kirchendiclituiig  i»t  die  Parodie  doreolhon. 
nU>  Autor,  dvn  wir  mit  völliger  Sidiorhuit  nU  VorfuKsor  solcher 
ke  kennen,  ist  kein  geringerer  als  dor  berOhmte  PremiermittiBter  und 
Itilowph  Michael  PselloH.  Im  Jahre  lOrd  hatte  er,  wohl  wenig^^r 
Ljnnerer  Neigung,  aU  weil  dRmnU  seine  Stellung  am  Hofe  er.sctiQttert 
m  den  Enteoliltte«)  güfasHt,  der  Wult  zu  entsagen;  zu  diotoin  Bvhufe 
mUi  or  da*  auf  dem  Ilergo  Olynipos  in  Bithynien  gelegene  Kloster, 
ijd  aber  war  der  turbulente  Mann  des  eintJinigen  Lebena  unter  den 
■men  Weltllbenrindern  Qberdrlliisig  und  verlices  seine  Zelle,  um  sich 
Kneuem  in  die  dumpfe  Atmo^philro  dor  iiulitischon  Kftmpfo  und  lutriguou 
ptSnM^n.  Die  Klost«rgono»Hon  waren  über  den  FlQchtling  nicht  wenig 
g#halt«n,  und  ein  Mömh  namun»  Jakob,  der  sich  zum  Sprecher  dei- 
rigen  machte,  dichtete  ein  witjiiges  Kpigramm  in  vier  TrimeteiTi,  worin 
■en  Pselloa  als  Zeus  anspricht  und  «agt,  er  sei  dem  Olymp  nur  ont- 
nen,  weil  er  auf  domtsclhon  seine  Göttinnen  nicht  wiedergefunden  habe, 
antwortet«  in  einer  för  den  Exmönch  wenig  passenden  Weise  durch 
[derbes  Schmähgedicht,  worin  der  gute  Jakob  mit  wenig  Wil«  und  viel 
an  in  den  grellsten  Karben  als  wilstor  TriinkiMibold  geschildert  wird. 
der  Herr,  der  die  Abgriiinlu  vorstopfte  und  die  weite  Höhlung  de» 
na  mit  Wa^wer  füllt«,  vurmoehto  es  nicht.  Deinen  Bauch  zu  sättigen, 
'wie  ein  Kanal  alles  aufnimmt  und  allcH  leert.'  In  der  dritten  Strophe 
rgleicbt  Psellos  den  Klosterbruder  mit  einem  VVeinstocke,  .Man  »ah 
dl  auf  der  Erde  liegen,  o  Vater,  als  fructitbelndenen  W'einstock;  diekor 

r's  aickerte  Dir  aua  allen  Poren,  aus  Deinem  Halse,  aus  Deinen  Augen, 
4er  Unt^rthüre  und  nun  Deinem  ganzen  Körper.  Schwere  'IVunkenheit 
iwitztcBt  Du  aus  wie  ein  ri8.<iiger  Schlauch."  Das  gan^te  Gedieht,  dessen 
^faeil  man  nach  diesen  Proben  beurteilen  mag,  hat  die  regelrechte  Form 
|lKirchenliede»;  die  Akrostichislautet:  Miifvaav  'tüxa^ov  tv^v^fiotg 
M,  ftiüt'tfin;;  dazu   der  abliebe  Vornicrk   dos  Tones   und  der  Melodie: 

I  Sehr  weite  Verbreitung  fanden  in  dor  byzantinischen  Zeit  Lehr- 
Hehte,  welche  die  itusHero  Form  von  Kirchunhymnen  fllr  Zwecke 
FWiaMUSchaftliehen  Mitteilung  und  des  Untorrichlos  verwenden.  Der 
iduke,  den  Lehrstoff  durch  metrische  Formulierung  leichter  dem  Oe- 
AÜOB90  ^nzupi-tigen.  ist  bekanntlich  fast  ebeni^o  alt  als  der  schulmäs»igo 
ab  selbst;  eigentumlich  »cheint  aber  den  Byzantinern,  dass  sie  zu 
ItD  Behnfo  ganz  allgemein  die  ehrwürdige  Form  des  Kirchenliedes  ver- 
eton.  Stichora  über  Lufterscheinungen,  wie  Wolken,  Regen  und  über 
[zwiachen  der  Erde  und  dem  Himmel  befindlichen  Elemente,  und  ein 
lon  Ober  die  Benennung  der  verMchiodoncn  Lebensalter  sind  unter  dem 
nun  d«sFliotios  Q borliefert.")  Dor  bokaiintostc  Autor  solclier  Hymnen 
gnunmatiache  und  andere  Schulgegenatöndc  ist  Niketas  von  Sorrae 


)E£Mt  irt  duSUtck  von  K.  N.  Sstbos. 
itifk.  5  (1676)  ITT  (F.     Vgl.  S.  489  IT. 


•]  Pitra.  Aaal.  8.  1  8.  441 
l'itrtt.  Hymnoßniphi«  8.  61. 


682 


BjsantiBiftcii«  tJU«rattirg«aclitoliU.    IL  Po«4i»cb«  LH 


um  1100  (a.  S  '^*V-  Auch  Th«odoroB  Prodromos,')  Bierotti« 
Uoaaciiui«  ti.  a.  hahen  derurtJKe  Schulgedichte  veriasat.  Von  .lohKim 
/onaras  Uwitzifn  wir  oiiton  Kanon  auf  die  hl.  Bluia,  in  wiilchem 
verschiedcnon  !)är«eien.  zuletzt  die  der  Bogomilcn  und  Liiteiner,  geacht 
Kind  (x.  B.  im  Cod.  Vindob.  theol.  gr.  289  fol.  31—33).  Wie  wenig 
Byzantiner  doK  Unpai48end(!  solcher  Profanation  heiliger  Kythmi-n  midi 
beweiift  dio  Tlmteaclio,  daxs  dicAO  Schulmiuto  se\\>»t  vor  t^kolliafton  G' 
standen  nicht  zurück«chcut«.  So  finden  wir  dt«  Fomi  d<js  Kirchenlii 
in  einem  Traktati'  Über  den  Urin  {/ft^l  or^wv),  um  dessen  Autorwbi 
Mirh  sogar  mehrere  Namen  wie  Matthaeos  Blastares,  Planudue.  Nile 
phorom  HIcntmydoit,  ja  selbst  Photios  xu  tttreiten  isuheinKn.')  Ei: 
der  BchlinmiKlon  BeiKpivle  ist  dio  wohl  dem  15.  Jutirhundert  angehnrefli 
.MesBe  doä  Bartlosen',  wo  eine  liturgische  Handlung  mit  ihrem  gM. 
Apparate  von  Hymnen,  Kanones,  Legenden  u.  s.  w.  derb  fMirodiert 
(a.  den  Abftchnitt  .VulgUrgrieoh.  Littoratur').  Zuletzt  wtit^o  sogar 
matlscho  Polemik  in  die  friedliche  Fonu  des  Kirohunliodes  gepreast. 
Titnlarbi^chof  von  Myrii  Matthaoos  (c.  l.'>50 — lfi2it)  verCasBto  ein 
pblut  gegtin  die  Lateiner,  das  folgendermassen  beginnt:  "Qiiij  a\  ^x'*i  " 

''</X',*'  !1  'x  "tvoäo^fa^  «(c  avri^oi'i  näXai  airtiü^  ü.  ».  Vf.  Ed.  M.  I.  üedtnn, 
Ha^vaatiiiq  1  (1877)  753— 756.  Manche  derartige  Werke  gehen  n«k 
anonym  in  den  Handschriften. 

379.  Überaetztuigen  and  Imitationen.  Die  gricclü»che  Kirctiua 
poesie  hat  nach  verstliii-iicnen  .Seiten  hin  eine  mftchtige  Anregung 
geübt.  Wie  ein^t  das  lieidnischo  Itom  von  (Iriechunland  aus  seine  Kolti 
und  Litteratur  empfing,  »o  nahmen  die  Lateiner  in  der  christlichen  '/A\ 
ahermal»  ihre  Zuflucht  zu  dem  glQeklichor  begabten  Volke  ditt  OtiUau. 
Zu  den  ftltesten  Beweisen  die»os  littcrarigchun  ViThÄltnissos  geh($ft  «Üf 
kurze  Akklamation,  die  seit  den  Zeiten  des  hl,  Benedikt  allmorgeniUtck 
im  Klowterchure  ertönt;  der  griechische  Text  darf  nach  Pitra')  nicht  uohf 
das  3,  -lulirhundcrt  horabgerückt  werden; 
£al  nifhiti  aivot 

an' 


jlto^ 


<fof«  Tipfrtn  i^p!  llatQt 
Hill  (\>>   Yl'ji  »«(  loi  Hfim  /Jrfrunrt 
«i'f  umyttf  loii"  «iiHcoj»-. 


To  äneat  laua 

to  Uocvt  hj-mniu 

libi  RloriB  Oco  Patri 

et  filiu  oiun  SanH«  8|rirtta 

In  u«eala  soeoulonim.    .^oim. 


Dem  berühmten  Dius  irae.  dies  illa,  das  gewöhnlich  dem  Thomas  fon 

Celano  (13.  Jahrb.)  zugeschrieben  wird,  in  seinen  HauptbeslandtcilL'Bibtr 

weher  viel  älter  ist.,')  scheint  als  Vorbild  der  Hymnus  des  UomanofOheT 

I  daif  letzt«  Gericht  gedient  zu  haben.  ^)    Bei  der  Betrachtung  dieser 

Lachen  Anleihen  darf  auch  die  1'hatsache  nicht  vergesacn  werden, 
sich  in  der  abciidl indischen  Liturgie  mehrere  griechiBcho  Texte  bi»  i 
.1,.] 
Adi 


')  Soiiieii  Kanon  Jltfi  vrimtoiriar  mit 
aliihAbptiiwhpr  AkruBticIiU  vA.  ¥,.  Sfillcr, 
Aniiuni«  do  rnwoc.  10  (lS76i  131—134. 

•)  Pitra..^nnl-S,  I.-*  MI.  2uin  Kanun 
nbor  i)«ii  Uriu  vgt.  s.  M4  f. 

*)  ilyint)ograi>luv  S.  3$  f. 

■)  Vgl.  Mone,  LaL  UjnueB  1  (1658) 


SM  lind  408.  —  Henry  Thod*.  PnB  < 
Aaaisi  ub4  4te  Aanage   dar  Kunat  ttt  tt-i 
najaaan««  tu  Italien.  Qvilin  IH»  &  4A 
L  Traube.  Karulia^ischo  Diditiiago  ' 
lin  1888  8.  I&2. 

«)  DwriMluBaaB  a. «.  O^  <■.  8.  a7)&) 


b«ii|w«aie.    k.  Qwiohiijita  der  iTthmiachei)  KirobeDCJIcbtntig.    C%  279)     683 


liUelalter  binci»,  ja  bis  auf  dvn  tivutigon  Tufj  uiliii'lten.     Dazu  gehören 

Eer  dem  S,  <>fil  erwähnten  Beispiele  eine  kurze  Akklamation,  die  am 
rftrtt«  bis  ins  i».  Jahrhundert  tind  vielleicht  noch  liingor  im  Lateran 
blich  war,!)  ynj  jie  am  Charfreitng  in  den  kntholiaction  Kirchen  Üblichen 
riecbisehen  Responsonon  nach  dor  Kr^uzonthnllung.*)  Umgekehrt  bliohen 
uch  ilefornien  im  lateinischen  Hitus  nicht  ohne  EiiitiusR  auf  den  griechi- 
ehen  0«t«n.')  Kine  genauere  Erforschniig  dieser  üezieliungen  wHrde  auf 
i»  chrt»tltohc  Kultur-  und  l.ttteraturgeschichte  ninnchca  neue  Licht  werfen, 
lelee  wird  uiut  freilich  immer  verborgen  bleiben,  weil  die  griochi»chun 
leeftnge  der  älteren  Zeit  nur  trUmmcrhaft  Überliefert  sind.  Unter  Papst 
ladrian  II  (8ß7— K72),  also  in  einer  Zeit,  in  welcher  der  litterarische 
md  kultnrellc  Zusammenhang  zwiechon  dem  Osten  und  Westen  sich  schon 
«hr  gelockert  hatte,  wurden  die  Formen  der  griechischen  Hymncnpoesiw 
lach  einer  glaubwürdigen  Nachricht  in  der  römischen  Kirche  eingeführt 
)b  ericiArt  mch  der  griechische  Ursprung  der  lateinischen  Bezeichnungen 
Tropus  und  Sequvntia  (iQontiiiiw,  äxolovitia).*) 

riUckhaltloeer  ergaben  sich  die  barbarischen  und  halbbarbarischeu 
ITOlkerscliaflen  des  Ostens  und  Nordens  dem  griechischen  Einfluss.  Die 
Vi-rbreitung  der  griwhischen  Kirdiondichtuiig  und  Musik  wurde  in  hohem 
tirade  düdurch  erleichtert  und  betttrilcrt,  da»»  in  groHsen  Klijstern  hüufig 
insehdrige  verschiedener  Nationen  zuBammenwohnten.  Im  Kloster  des 
M.  Kftnobiarchen  Theodosios  (t  ^'--i]  waren,  wie  uns  sein  Biograph  Theo- 
Akm  von  l'etrao  ei'üählt,')  vier  Kirchen  erbaut,  drei  fHr  die  im  Kloster 
itrtntteiien  Nationalitäten,  die  (Jriechen.  die  Bcsscn  und  die  Armenier, 
ii<  vierte  filr  die  Geisteskranken.  In  diesen  Kirchen  wurde  der  Herr 
T«g  and  Nacht  durch  englische  Psalmodien  in  verschiedenen  Sprachen 
Tfrfaerrlicht.  Es  ist  zweifellos,  dass  die  Bessen  und  Armenier  ihre  Lieder 
■td  Weisen  den  griechischen  MitbrUdcm  entlehnten.  Bald  begann  der 
SriNhiscbe  Ktrchengeitang  einen  siegreichen  Eroberungszug  über  neue,  bis 
hhin  der  Kultur  des  OHtrömischen  Reiches  verschlossene  Gebiete.  Bul- 
faren.  Serben,  Russen  und  Walachen  erhielten  von  Byzanz  mit  der 
iliristlichon  Religion  auch  den  griechischen  Ritus  und  die  griechische  Uymno- 
Ogie.  I^u  unbändigen  ViTiIkerschaften  des  kaukasischen  Berglandes,  wie 
Üt  Iberer  (Georgier)  beugten  sich  unter  diu  Macht  des  Christentums, 
lod  der  hl.  Euthymios  Obersetztc  nicht  bloss  die  Bibel  und  die  Kirchen- 
fiter,  Modem  anch  die  griechischen  Hymnen  ins  Iberische.^)  So  erfüllte 
ÜB  byxantinjsche  Kirchonpoesic  eine  hohe  kulturhistorische  Aufgabe. 
ÜB  rrhiolt  in  ihrer  oigontlichen  Heimat  das  religiüse  Gefühl  wach  und 
tUrkte  zuletzt  daLs  von  furchtbaren  Stürmen  niedergeworfene  Volk  im 
Ugen   und  schweren  Widerstände  gegen   die  andersgläubigen  Bedrücker; 


■)  Pitra,  Uymnographio  S.  37.  V^l 
^kfiit.  AnlluiL  Pr^leg.  S.  25  t.  -  Du- 
ihMBe,  Origin««  du  culta  cbr<ilteii,   Paris 

')  üdier  dis  GMcfai«fat«  dMselban  vgl. 
>.  tianthar.  CoU«otia  AvvUana.    Pua    1 
Kin  1R9&)  ISI. 
,■)  Pitr«.  HynuwsrapbM  8.  60  f.   — 


Bouvy.  B.  a.  O.  a  816  ff. 

*)  Vgl  Cliriat,  AiiUiol,  Prolog  S25f.- 
M.  Kawcavuaki.  Kssui  contpariitif  eur 
l'oriaiae  et  I  histoire  des  rythmoe,  Paris  18B9 
S.  149  ff. 

')  H.  tTanner,  Der  heilige  Thcodosios, 
Leipxig  1890  ti.  44,  16  «. :  45.  4  f. 

*)  Pitra,  liymnograpbie  S.  07  (I. 


664 


Byiantlaiaobe  Litt«nhirf««ehioliiB.    n.  Poetiii«h«  Litter«t«r. 


mo  befruchtet«  da»  luteiniHcho  AbumUaml;  «ic  orzöugte  im  ftUMenhfl 
Otfton  und  Norden  h<>i  barharUchon  Vtütker»chaft«n  oine  religiöse  Kaltafl 
dio  hie  auf  den  heutigen  Tag  di>?  Spun^n  ihres  UrspHingR  treu  bewahrt  häa^ 

X.  Manrti«  MiltiiiliiiiKon  fllinr  den  (inbraucli  iIcs  (iriucliiadiMi  in  d«r  rtmiMlM 
Kircho  hoi  l'flul  Kabm.  Im  |ii>l,vpt,v<iuc  du  chnnaiiie  Bünuit,  TVrvujc  et  miöoMim  4a 
fwiulllTD  de  l.illi'.  Tumo  I,  mäiit. ':t.  Lille  It^^S).  —  Eioii  gute  Uutcnuidiiing  OW  Btptf 
nnil  lincliklitv  dor  abend lUndinF hon  Trujien  gnh  hioa  Uautii^r,  HiBUire  de  U  |«tM' 
liliiri-ique  hu  iiioyun-Age,  vul  I,  Ln»  Trope«,  Puis  1086.  —  Duu  du  su  8.  S!>9  mmhU^ 
lludi  voll  M.  KuwcEj'niiki,  —  Zur  lt«<urt«ilunfi  dw  Verh&ltninw  i«r  griediiatlnB  ^H 
luU'iiiisrlii'n  it]  tlim«nuua«ie  dient  Ad.  Kbort,  AUcameio*  GMchicIibi  il«r  Lilwalnr  ^t 
MltloInltMis  im  Ahendlando  I'  (\^9)  !M  IT.;  U  (1880)  8«  ff.;  Sil  C;  32$  ff.  und  «11*^ 
^  Kin  scIiT  nnl/liclKMt  MHtxrinl  nb«r  t;^i(^(11li■tcl1e  Kinntliim  in  der  UUtüiiiwfaMi  (itMlMM 
und  Kirclii>  vom  il.  Iiih  8,  JuVirliundort  gibt,  ohne  huF  die  Kirdicopocsie  selbat  «MMgll^j 
Ch.  Di«lil,  Kinde*  nur  rndinitiinIrLttiun  KvKiintine  dnns  rexuichal  de  Havenna,  Paria  IflH 
S.  240  '2>*9.  Di«  wichtifiati^ii  Kflnunliingcii  )aU«iU8cli«i  U.viiiuvntexU»  (nnd:  U.  A.  DaaJM 
Theaaunu  hjmnologirus.  .*>  Udc,  liollc.  Hp&ter  Leiptig  1841~18äl>.  —  f.  J.  Uoalfl 
l>«i«iniiKliu  llymnon  des  MitloUltoni,  3  Ude.  (''rvibiirü  i.  B.  ie5S-18A&.  —  Uuido  Uum 
llrevu»,  ^,  I.  Aiiuleclu  brmnicn  lut^dii  aevi.  ^2  Bde.  Lai|iiig  1886— ISfH.  —  Thcaäufl 
hymnuloKici»  lia<-l«iiiia  «dilis  su|ipl«<nipiitum  Ainplieoimitii)  a  tibris  tarn  mM  4|tiam  inqnaM 
rrucnml  nntii1iHr)ii<i  illiiHtmvvruiil  E.  Misset  c<t  VV.  H.  J.  Wcal«.  in  dt»i  Analecta  l>*a 
dien,  bindon  1H8K  IF,  —  Zur  FrkiJtniDg  v^l  P.  Alexander  Lipp,  Vi«  llyaiMa  H 
CiaUrcinnscT  Hiarierns.  Winn  lAQO.  —  Manelic«  tut  Varglai«bang  oUtxlich«  Halanil  M 
AUj.  IldHlor,  Dar  kntlioliacbe  DirJitar  Aaretrua  l'rudentiUB  ClantNia,  Kroibnrg  ISHtt,  hlB 
8.  40  (F.  '-  Juliu  Julian.  A  Dictionan-  □(  lljmnobgy,  London  1892.  —  U.  CharaliW 
Poteie  lituDcique  du  muyeo-Ag«,  I'oiis  c't  l.von  181>3.  —  A.  Deohevrans,  Da  rytliMadM 
Vb^mnoiirKiilii»  luliuo,  I'uris  et  Lyon   18Qa'(mir  unxuganitlicli).  ■ 

2.  F,\iw  lolilinrto  KutiltDvarie  bat  siuh  in  d<-r  jQrigittvii  Zvil  Qb»r  die  bjnuitnilatkM 
Elemente  und  dou  Uraprung  dos  grugorianiacheu  KircbiMiiceaanKi^s  erliobeu.  F.  fl 
licvnert  stallte  in  einem  Vortrage  der  DrDMielur  Akad«inie:  L«  ctiant  litiirgMiu*  At  T'clM 
Intin«,  Bulletins  de  racad>^mie  rüyale  de  BvlK><|ue  III  M^rie,  (ome  1^  (18ä9.)  4>>S — ITT,  ^fl 
dann  in  piner  eigenen  Scliiift:  l^ea  oriiiinea  dn  cliaiit  litiirgiquo  da  l'OBtisa  laliM^  ÜlJ 
ISDI),  dt«  Behauptung  nuf,  dfies  dne  Verdienst,  drn  Kirchongniaug  rofonniart  tu  baban,  litU 
<<r«gor  deni  liroasan  (-'^ÜO  — 004).  londcm  dem  llyxnnliner  tiragor  II  (TIS— 7SI)  a^l 
nodi  wtohreoheinlicber  seinem  Nnehfnlger  (Iragoi  111  (f  ~4I)  lusnachivibra  »oL  Di^MH 
ricbtetc  aicb  vor  ollem  der  tienediktinor  (inrinain  Morin  in  der  B«vue  Ui-nedic(ttMi  lell 
Febr.  8.  62  fF..  Juli  — Aiiguat  S.  U»9  t!..  und  in  einer  aelfaslAndliM  Scbrifl:  im  v^riuUjI 
(iriginea  du  vliuni  Urvgurien.  ii  propoa  du  livre  de  M.  üavaert  el«i.,  MarvdniMU  tVSO.  UM 
Iricbrift  von  Gevaert  enchien  in  deutscher  Ueberaetiong  von  lt.  RiemanB,  t)tr  ^nft^M 
des  lömisehen  KirtLongesangit.  LeipxiK  D^OI.  Hald  darauf  «aide  aucb  dia  Sdkrift  mmA 
Uegnera  dentscb  iiherf>eti(:  P.  tienn.tmin  Morin.  Der  Uimirnng  d«a  tirogoriaBJMbea  lioMDpfl 
deuteob  von  P  Thomas  Kl«9«»er,  Paderborn  l^ß3.  Woitera  Litteratur  vanaidin««  H.  Hafl 
mann'.  Deutschs  Litteraturreitiing  14  (1^9:))  :!0-S  fl.  Vgl.  nncb  A.  W.  Ambroa,  GaatbaM 
der  Mufiik,  2.  Band.  B.  Aufl.  beaorgt  von  II.  Itl^imHDn,  Lcipii^  1^92  8.  22—26.  Aaf  ifiaSdl 
MoririB  Btolllen  «ich  <Cngin>.  IJn  niat  nur  l'Anliphonale  nuMurum,  ä*>l«anM  1690:  Adifl 
bert  Ebner,  (iri-'gor  der  Urowtc  und  da»  HimiBcbo  Anliphouar,  KireliaanluaikBlitdM 
Jabrbuoli  IS\H  S.  üi  — 104:  Peter  Wagui-r.  Kinniliruug  lu  die  gregorUDiiielieu  MelndiM 
Praibarg  i.  d.  Scbweis  1895  S.  45— ß3;  eudlieh  mit  gawichligen,  d*r  Oaachicbie  der  liUH 
gischen  Dßrlier  eutnonimeueii  Atgumeuten  Wilh,  Braiubach.  Onigoriaiiiaiih.  Wti^| 
urapliiache  l.iläung  der  SIreilfrnge  über  den  Cruprnng  da*  gmgorianiacben  0«aaa|^| 
Leitiiig  IHOÖ.  Diigegon  bikit  Uevaert  in  der  Kinlaitung  au  aein«m  n«u«ii  HothHgH 
iii<!!o|we  anliiiue  duns  le  cliHiit  de  l'^gliso  Intinc.  iinnd  1896,  an  aeinar  Aufat«lli^^^H 
-  Vgl.  uneli  Wuguor,  Ln  formstion  dos  melodiea  Gnigoriunn««,  Coni|il«  Rendu  da  mHI 
cnngr's  si-ieutitiitue  inlernutionnl  des  eathnliques,  Bruxellea  XtÜtt,  DMUciimo  i^cctioo  ä. Ifl 
bis  3ä&.  ■ 

!i.  ^.uhlreicli«  Mitteilungen  Über  die  Hluelleu  Bexiebungeo  der  byuuitiniacbwi  KirjB 
XU  ihren  alavinrlien,  georgisoben  und  (llliiouiscben  DependenMB  gibt  Jobs  MaiiaaHeafl 
A  hiatury  of  the  holy  eastem  obnrcli,  2  P,  London  1R4T  I8w.  -  Uvkrare  Probaa  fl 
alnviiiober  Texte  ed.  der  Arrhimiindrit  Aniphilaehina,  Paliogn4>hiach«  Baaclwtifc^B 
oieebitober  Handaebririen  etc.  von  bestimmton  Jahren,  4  rolL.  Moakau  1879  18^)  (lüd| 
üeeMiben  Verfassers:  Allelavisolmr  Psaltor  des  Syineon  toiq  Jabra  12M).  4  Toll..  Uaäfl 
1680—1881  (riisH.).  Der  Wort  dieser  wie  aller  'abrigoii  PuUlkatloneD  dea  «nuiM  S 
lehrten  wird  durr.h  den  Mnngol  an  pUiloIogi»Dbor  Metfanda  nnd  äenaDigkait  IM 
beeintrHchtigt.  -  Kiniga  kleinere  Schriften  vod  AmphiloehiuB,  dia  im  Arcb,  alar.  PhiM 


1.  KinhoorMaie.    A.  GMclüchU  der  rTthmlWiien  EiroheBdichtnog.    (§  S$0)     6§9 

Ü  (18T7)  402  f.  W)g«Rlliri  wMdou.  sind  mir  uiuujjäiiglicb.  -  V.  Jagi6.  DJ«  Mvnlten  fllr 
de«  Septembtir,  Oktober  und  Novembt-r  in  der  kiruli^nsUviscIien  Cobers^tiriinK  nnch  ranu- 
Mb««  HanJschHnen  dtr  J.  I005-109T.  P^terabiirg  \Sm  (nian).  Uin  Kinli'itung  den 
BRUÜriiftftm  Weriteo  onllutlt  ein»  itrOndlirli«  Untersiiclifing  nber  die  Geocliiobto  der  sJnvi- 
■ebttt  HfülBologi».  PirnRcb  enteinnd  die  &lt«at»  slnviache  ^ebl^rsDUllng  der  griechioubeii 
Bjmaoa  ia  BolfUrinn  oder  nnf  dem  Athoe  snilteatens  in  dr>r  erste d  llOlfte  dea  II.  Jitbr- 
kvndvrtit  und  mo  (and  gernde  in  Raaalnnd  grusse  Verhrojtun^:  gey;«D  Ende  des  14.  Jabr- 
hondetta  bcgMia  oino  nauo  sorbjscbe  Version  die  nlte  bulgariHcb«  xueret  bei  den  Süd- 
■lar«n,  diuio  «uch  bei  den  Kiuaon  xu  v«rd(llDgen  uad  wurde  HUub  in  die  aednickten  Menften 
nfgenoBimen.  —  Eine  sluviBObe  L'ebersetzang  de«  Okloeclius  vergluicht  mit  der  griecbi- 
Dchen   VorlafCe  V.  Jagif.   Der  erat«  Celinjor  Kircbdiidnick  vom  Jabto   1494.     Eine  biblio- 

Stfihisch-leiikHlisi-he  Studie.   Denkscbiifloii  Wlennr  Aktid.   Bd  43,  Wien  IS94,  —   Vgl.  dio 
teriilimn«abeii  S.  6^9  f. 

4.  Wi*  die  KirehoD|>oc«io,  ging  nucb  die  byxAntiniaobo  Muiik  und  Notanvobrift 
m  den  Slarno  Ober.  Hiorfiber  Tgl.  V.  Jflgi«,  Arcb.  nkv.  l'hilat.  ä  (18S&)  6ö9  f.  und 
die  dmtMlbit  nQgefltlirien  (mir  untugÜnRlirbenl  russisohon  Werke;  mit  Recbt  wt^tJagif, 
daranfbin.  d»«i  hier  noeh  ein  weitoü  Feld  der  Forschung  bradi  liegt.  Violleieht  lasaen 
lieb  «0|;aT  dunkle  I'ucktc  in  d«r  byrauliniscbou  Musik  und  Rjllimik  durcb  Vergleichuog 
der  alaviiii:beD  Formen  aufklären. 

S*«).  Die  Überlieferung  der  griechischen  Kirchenpoesie.  Die 
rythmiüchc  Kirchenpoe^io  öiit^tprnng  nicht  einem  hlofificti  iUtlictisdien  oder 
gvluhrton  Vcrgnilgen  wie  etwa  die  Werke  eines  Synisios  und  Gregor  von 
Nazianx;  sie  ging  aus  dem  praktischen  Bodilrfnia  der  Liturgie  selbst  her- 
Tor.  Die  vomchmstfi  Absicht  aller  Dichter  dieser  Gattung  war  und  blieb 
die  EinfiHiruiig  ihrer  Werk«*  in  den  Gebrauch  der  Kirche.  Was 
irir  demnach  von  dcn.--clben  h»ut«  wirklich  boi^itKCn,  haben  wir  aiisschlices- 
bdi  in  den  vors(;hiudi<nen  GesunghUclifrn  der  gi-iechischeii  Kirch«  zu  suchen. 
Skadschriftcn ,  in  welchen  Hymnen  und  Kanone»  zu  rein  litterarischem 
lufo  gesammelt  Mnd,  gohiiren  zu  den  seltenen  Ausnahmen;  ein  sicheres 

itcl  ist  der  Cod.   Marc.  XI  31  {geschrieben  zwischen   1282  und  1328). 

Wenn  man  die  eingestreuten  StUcke  aus  dem  alten  und  neuen  Testa- 
ment, die  Legenden,  die  Gebete  des  Priestore  und  einiges  andere  ausnimmt, 
geb&rt  fast  alles,  was  die  24  itituabUcher  der  orientalischen  Kirche  enthalten, 
ts  das  Gebiet  der  Kircliendichtnng.  Die  Menfien,  da-s  Triodion,  I'cntekostfl- 
ri'in,  Purukh-tikon.  Ilorolojiton,  Atithologion,  Uirniologion  n.  ».  w.,  wie  sie  seit 
dem  10.  und  II.  Jahrhundert  von  den  kirchlichen  Obrigkeiten  festgestellt, 
in  zahlreichen  Handschriften  und  später  in  verschiedenen  Drucken  ver- 
ttet  wurden,  sind  dio  schwer  Hberaehharen  Fundstätten  griechischer 
rciicnpoesien.  Wenn  mau  hilrt,  das.-*  in  Europa  über  400  liturgische 
Handschriften  der  griechischen  Kirvhc  sind,')  wozu  noch  dio  ungezählten 
Exemplare  der  orientalischen  Bibliothuken  kommen,  so  ahnt  man  die  grosse 
Ausdehnung  diese«  Gebietes  und  erkennt,  dass  an  eine  erschl^pl'ende  philo- 
kigtsche  Sichtung  und  WUrdigiing  des  HtnlTes  gegenwüiÜg  noch  nicht  zu 
rfftokea  ist.  Wer  sich  einen  Begi-iff  von  doi-  Fülle  des  ungesichteten  Ma- 
t«riala  verschaffen  will,  möge  nur  z.  B.  Oniont«  Inventairo  Sommnire  der 
'■  National  bibliutlick  I  27  S.  und  einige  Kataloge  anderer  grosser 
i..:.....lbeken  durchsehen.  Für  dio  ältesten  Hymnen  liegt  die  Sache  je- 
doch etwas  einfacher,  als  man  bei  einem  oboi-fljlchlicheu  lilicke  auf  das 
Cbaoa  von  Hand.'ichriften  und  Drucken  glauben  sollte.  Das  hat  folgende 
flrflade.      Die    liturgischen  BUcber  der  Griechen  erfuhren  etwa  seit  dem 


<}  Pltra,  HriBn«grapIiie  S.  ü. 


rM 


SriMitliiMche  UUentargMchiehU.    n.  PoAttMha  UtUrmlnr. 


0.  Ja3irhundert  eine  vülliKc  N'i^iit,'estaltDng.  indeni  an  Stelle  dvr  alten  Hjtnn« 
im  w-(^it«iiten  UmrAiigo  die  muc  Uedi-rgHttong  der  Kanones  gesetzt  vtirJK 
Am  Icisrttten  liegt  die  Sftoliu  I)eiin  Triodion  d.  h.  der  Sammlung  von  Qt- 
sftngon  für  di«  beweglichen  Feste.  Wir  haben  einige  Handüchriflco 
dieses  Buches,  die  aaiaicbliesslich  Hymnen  enthalten;  daneben  8t«ht  eine  un- 
gleich grSraere  Znlil  von  Kxeniplai'i^n,  in  denen  die  Hymnen  vOllig  ausgotisnl 
und  durch  Kanone»  ersetzt  Kind.  Es  gibt  sogar  eine  Itedaktion  des  Tno- 
dioDM.  ilie  nur  au»  Kanone»  der  zwei  Brüder  Thuodorott  uud  Joseph  ätudites 
besteht:  Tfii^öiov  <riTt-  &t^t  üf/xöfitror  dnö  rt^g  xv^axr^i  lor  ttiürov  laä  toi 
ifagiaafov  xni  KaraXljyov  t^  n«ß«ffx*t'J  •"•'  •^"J'Hpoi',  noh^fta  Imoijtf  «li  A«- 
Jnipoit  toi  ^( ü('fIi'ior>  riü>'  artttdilyav  (Cod.  Vaticanus  gr.  7^  s.  15). 
Ebenso  wurden  aus  den  Henftcn  die  alt«n  Hymnen  unbarmherzig  verstoiuwit; 
ein  lehrrtiidiL'K  Beispiel  ist  der  Cod.  Parisinui;  259,  ein  herrlicher  Qaait' 
))ttnd,  IVrgumenl,  s.  12,  in  der  Süsseren  KriK;hoinung  den  unten  genon&teD 
patmisctien  Handachriften  sehr  ähnlich;  er  entliUt  auf  305  Blättern  da 
Menaeon  fllr  den  Monat  November;  alle  die  alten  Hymnen  aber,  durdi 
die  früher  die  Heiligen  dieses  Monats  gefeiert  wurden,  sind  hier  durch 
grosse  Kanoncs  des  Joseph  u.  a.  verdriingt.  Eine  Mitt«lstufc  bezddiiWB 
llamlMdinftcH  wie  der  Codex  Cryptoferratensis  ^.a.  I,  s.  11:  w  *"•" 
hält  liii  Münucnri  filr  den  Monat  September  (nur  1. — ^11.  Sept.),  in  dtm 
neben  den  Knnones  noch  einige  vollatAndige  Hymnen  Rt^hon.  Vor  all«D 
sind  es  Kanonen  der  Stiiditen,  die  an  die  Stelle  der  alten  Hymnen  traten: 
darnach  i»t  zu  vermuten,  dass  der  Hauptanatos»  zu  der  durchgrcifcndm 
Neuordnung  vom  ICluHtor  .Studioti  ausging,  wenn  auch  manche  Staditcii 
wemguten»  im  Anfange  dos  '.i.  Jahrhunderts  neben  den  Kanone«  auch  noeb 
die  alte  Liedergattung  pflegten.  Durch  eine  umfa.<«s«nde  Unlerwekiiiii 
der  zahllosen  fllt^-ren  liturgischen  Handschriften  dürfte  es  vielleicht  gBlinjm, 
libor  den  Ausgangispuukt  und  den  Verlauf  der  Abschaffung  der  iltcB 
Hymnen  Genaueres  zu  ermitteln.  Zweifellos  liegt  der  Hauptgrund  in  «ner 
tii'fcinaohneidendenGeschmacksverSndening,  der  inderGeiKamtgeitchicht#4er 
griechischen  Litteratur  nur  wenig  Analoges  zur  Seite  gestellt  werden  kina- 
Kh  war  die  im  9.  Jnlirhundort  durch  Photios  und  andere  Gelehrte  vorbcraitot* 
Wiederbelebung  des  klastascben  Altertums,  die  auf  dieses  der  heid 
liitteratur  doch  so  fernliegende  Gebiet  eine  ungünstig«  Wirkung  ttu 
Sobald  das  schutmcistcrliohe  Oeschleelit  der  Byzantiner  von  den  Ilarit 
der  altoD  Sprache  »nd  den  Schätzen  der  alten  Litteratur  wieder  «« 
mehr  zu  schmecken  bekam,  erschienen  ihm  die  alten  Hymnen  mit 
einfachen,  vulkutfinilichen  Sprache  und  ihrem  verhftltnisniBaaig  einf 
Klrophunaufhau  der  Erhabenheit  de^  Inhalt»  unangemessen ;  man 
auf  die  verkttnstelten  Lieder  dos  Johannes  von  Damasko«  zu  echirümi 
und  bewunderte  die  in  ihrem  Aufbau  kompliziertere  und  in  ihrer  i  . 
häufig  antikisierende  Liedorgattung  der  Kanonen.  Zum  Glück  gewana 
neue  Gtvschmack.srichtung  nicht  vollst&ndig  die  Oberhand.  Einzelnr  ■)(* 
Wortte  retteten  weh  unversehrt  in  di«  n«u«n  Kedaktionen  der  liturgi«*« 
Bücher  hinüber.  Von  den  übrigen  wurden  viele  weoigstens  fragmentaris'* 
niifgonommen.  Aus  den  veratQnimelten  Akrosticha  erkennen  *» 
Blatt  ftlr  Blatt  die  ungehoueren  Verlust«,  welch«  der  alte  Bestand  in  «Uttj 


1.  KirebenpMsto.    A.  OMclLioht«  der  rrthmiaebsii  Rirohendiclitiug.    {%  ZSß)    GB7 

liturgischen  BOcIiern  erlitten  hat-  Die  schönsten  Hymnen  dos  Uonianos 
wurden  I>iä  auf  zwui  Strophen  beiseite  geworfen.  Wenn  wir  uliui  tiiiu- 
M-hliuiwIich  Auf  lüoso  späterem  Kedaktißnen  angi^wiesen  wären,  so  stünde 
M  mit  unserer  Kennlni«  der  Hymnenpoosip  immerhin  sehr  schlimm.  Wir 
bosBasen  nur  sehr  wenige  Hymnen  vollütfinilig  und  bei  de»  fragmentarisch 
i'rhattenen  blieben  uns  wegen  d»r  Vt-rslilmmelung  der  Akrostichis  die 
Vorfn««-r  uulM'kannt.  Dass  wir  alte  llynmen  in  grösserer  Zahl  vollslindig 
beHitztiD  und  häutig  auch  die  Namen  ihrer  Vcrfaa.ter  kennen,  verdanken 
wir  dem  glQckliehen  Um.stande,  dass  o»  Orte  gab.  wo  man  die  Allein- 
hermchafl  äcs  Kanons  nicht  uofort  ancrkamito  und  zwei  alte  litur^xcho 
Btliher.  die  ftuttBchliesslich  Hymnen  enthielten,  auch  in  spfitoren 
Jahrhunderten  noch  abschrieb  und  im  Gottesdienste  gebrauchte.  Diese , 
BBcher  sind  das  Triodion,  das  die  Ueder  fQr  die  beweglichen  Feste 
cntliält.  und  itia  Tropologion,  eine  Sammlung  von  Gesängen  fDr  die 
anbeweglichen  Feste  des  ganzen  Jahres.  Das  Hymiicntriodion  wurde, 
wie  «chon  oben  imgedout^t  ist,  an  den  meisten  Orten  früh  durch  ein 
KkiioQOntriodion  ersetzt.  Das  Tropologion  wurde  später  ganz  auF- 
IBgeben  und  sein  Inhalt  ging,  stark  verstümmelt,  in  die  Typika,  Menllen, 
iüB  Horologion  und  andere  liturgische  Bücher  über.  Wir  l>esitzen  aus 
diesem  älteren  Stadium  der  Liturgiu  und  des  Kirchengosanges  noch  folgende 
Handschriften,  welche  teils  das  Tropologion  und  Triodion  Kusanimen,  teils 
}e  eiaes  dieser  Bücher  gesondert  enthalten: 
^^  1.  Codex  Corsinianus  366,  aus  163  Blättern  bostehond,  um  lOSO 
^■||Mc!iriobcn.  Kr  enthält  ein  verkürzte»  Trupologiun  mit  dem  Triodion; 
^^Bm  letztere  lat  durch  Blätterausfail  stark  verstümmelt.') 
^H  S.  Codex  Taurinenais  B.  IV.  34,  noch  l»(>  Blatter  umfassend, 
^^m  11.  Jahrhundert  gei>clirieb6n.  Verkürztes  Tropologion  mit  einem  Teile 
"    de»  Triodions.») 

3.  Codex  der  Synodalbibliothek  zu  Moskau  437  (bei  V'la<Umir 

t-IOS),  328  Blätter  umfassend,  gegen  das  Ende  dos  13.  Jahrbundertt  auf 
In  AtJios  geschrieben  und  aus  dem  Kloster  Batopodion  iincli  Moskau 
ItbnwhL  Tropologion  mit  Triodion,  beide  in  stark  verkürzender  Be- 
•Hieitung.*) 
4.  und  ä.  Codices  Patmiaci  212  und  213,  zusammen,  obschon  eben- 
bO»  sUrk  verstümmelt,  noch  441  Blätter  umfassend,  beide  von  der  gleichen 
Htnd  im  11.  Jahrhundert  geschrieben,  die  reichhaltigsten  der  bis  jetzt 
Muimten  Handschriften;  die  erste  enthält  (Uls  Tropologion,  die  zweite 
jUj»  Triodion.*) 

6.  Codex  Vindobonensis  suppl.  gr.  96  (=  Kollar.  Suppl.  39; 
Vj^.  Kollar  S.  2HC,  2H9),  eine  kleine  yuarthand.tchrift,  173  Blätter,  im  12. 
i>ia  13.  Jahrhundert  wahrscheinlich    iu   Qrotta-Ferrata   geschrieben.     Er 


I    BcMlireibuD^  von  Pitra,  Analecta 
18.  643  fl.     Facciaiile  etwnila  iiaeb 

*>  FaMi(ntIe«in«r8«il«bri  Pitra,  &. S.O. 

•)  Euru  Notn  tob  Pitra  ■.  a.  0.  Pro- 


■«goraena  S,  XIII  f.     Kdicrt  von  Ampht- 
loohius;  8.  8.  fl5T. 

*)  Kune  [Ifwohmbung  tod  SaklcelioD 
bei  Pitra.  a.  a.  0.  S.  STB  f..  unil:  Uutfitm^ 
p,^Xio9,jxfi,  Atli«n  1S90  S.  117  f. 


AM 


UM«Ma«iüaMI 


üWaii 


«■tldlicci  v«rfc«faic* 
vennaA  ait 

ibM  «r 
»rgIfUEt, 

7.  Codex  MeatiaeBais  1$7, 
fIUtl«r  amIuMmd,  mbncteiBfiA 
MbrMMBi  «r  eothlh  cia  üaik 

8.  Zwei  (od«r  mehnre|  aieht  aOer 
kloator  aof  dem  Athoi,  Ober  S*  der  Hflaefc  Alexander  L«art*t 
^lägß  Wdtrr   gxnz   iinWiriimnit«   ICtfaAngni  ganaeU    ImL     VfL 
a  671  und  W-.  i'apa'lapulos  Keraiaeu,  B.  Z.  2  (18M)  tM  1 

Ö.  VfTniiiiLlicti   gehriren   hieher  sacb  die   Codices  Stoaitici  9S&! 
10:  9'2H  M.  11;  'J27  ».   U;  'J2S  ».  14:  die  iiadi  V.  Gardthanseo, 
mdü'um  gTmm-oram  SinuilicMinim,   Oxford  1S86  S.  197.   Koadafcariaa. 
irolil  iilUi  Tr(i{X(Iogt<.-n,  hvzw.   Triodiun  enüialten.     Zur  flachem) 
mtmti  Htnd  dio  An^^bt-n  ßardUiaiiH«iis  nicht  ausreicheod.   and  nwna 
iiiUIiuiiguii,  auf  ander«  Weise  Gewissheit  zd  erlangen,   sind   bis  jetxt 
gablich  g«w«Mn. 

Aiimer  diooen  äammlung«!!,  welche  nur  Hymnen  enthalten,  t)nd< 
KhiM'IMntt  im  Codex  Vaticanim  200S  kommen  Eahiroicho  Hand 
in  Uctrarlil,  die  «nnzolm.'  Hymnen,  losgelSat  aus  dem  Zusammenhangt 
bI(«ii  TropdldKiiiiiH  fidctr  Tnodinn8,  bewahren.    Am  hSafigsten  sind  in 
Woiw   Uliurliitfort  der  AkaUitittos  de«  Sergios  and   das  von    Romaol 
varfUMt»    Lidd    boim    Tixlo    eines  MSncbos,    das   sich    im    TotetiaBtba 
('Sto^iaaiiiuiv  (Ml'  /uitiixwt)  behauptete.     Einige  andere  Dichtungen 
IlomanoM   Hiitd   boHondora   in   Qrotta-Ferrata   in    den   Menäen    for 
wordon.     Aiit  ein»  genauere  Beschreibung   dieser  sozusagen    sekondl 
OboHiiireriHiB  niiin«  verzichtet  werden. 

Wfiiin  mm  uucli  dieHO  HaiuWfanften  Im  wesentlichen  dicselbeu  W« 
d.  h.  iluH  Tropnlogiün  mit  dem  Triodion  enthalten,  so  weichen  do  da 
in  der  AuhwiiIiI  und  VolUtJtndigkeit  der  Hymnen  wie  auch  im  Text« 
uUoii  (idor  iiu<lircr<>]i  gemeinsamen  Stücke  erheblich  von  einander  ab. 
Vorlagen  Hlnininon  otÜmbiir  im»  einer  Zeil,  in  welcher  fUr  die  liturgiwlil 
Hllcher  noch  k«iiu<  utoieotype  Liste  gci^chatfen  war  und  daher  die  Aus*«ll 
der  Hymnen  durch  )iersUiiliohou  (loschmnck  oder  Zufall  »ich  vencbif4ct 
gi'HUdtete.  So  eiilliüU  der  i'orsiniaiiu»  vorEüglich  Hymnen  d««  RDminoi 
iimlTlioudorosSttiditva,  ausserdem  des  Kyriakos,  Domitios,  Elias,  Gr4>$tf. 
Oitwleo.  Im  Tuurinunsis  ist  am  besten  vertreten  .losoph,  der  Br*^ 
diw  lliuedoi-os  Studiti»,  dazu  Oeorg,  Dabricl,  Stephano-S  Arsenioe,  Torwin 
(der  rutriarrh).  lH>r  Doppelcodox  dos  Klosters  zn  Patmos  enÜifiit  td^ 
nehmlieh  liomunos:  nuiwoi-dem  und  durch  oinxetne  Lieder  vettnM 
Thoodoros  StuditixH,  Uubricl,  Joseph,  Stephanos,  Abhiut,  Johaonos,  LmA 
l'atiloti,  .loiumikios,  Symwm,  Ooorg.  Dazu  kommen  in  allen  Handscirift»« 
Mihr  xiililrei^'he  Adespota.  unter  denen  sich  manche  Fragmente  lu»  ** 
fiUhotlon  /*it  der  llymnographio  bergen  mögen.  Sehr  «uffallend  «>' 
nlOmid  »ind  die  xahllosim  »(aikoii  Abweichungen  dur  Uandochrift««  i» 
dw   Texlgi-Ktultung.     E»  scheint,   dass  die   meisten  Sänger  oder  Ab* 


beapoealo.    A.  OoBohlcbta  der  ryitiintBclieii  ElnÄeDdlohtang.    ($  2^1)     689 


tr  an  den  alten  Liedern  nacti  ilircm  pi-ivatcii  tiosclnnnck  oder  mit 
iU'H  AbHieliton  iKüumäudortoii.  Bo»oii(I(.trit  hutidgi-oiflich  wird  dit-so 
ho,  wenn  uiitn  einigEj  &u»  inm  12.  JahrhunderL  stammende  ]]aiid- 
ti  von  flrotta-Ferrata,  die  einzelne  Hymnen  de«  RomnnoR  bewahren, 
gen  Cberliofertmg  vergleicht,  Dio  Abwcidiuiigi'ii  kommen 
förmlichen  Umarbeitung  gleich  und  sind  offonbai-  da»  Wvrk 
gen  Klosterdichter  von  Grotta-Perrata,  die  nicht  blosB  wie  Bar- 
II.  a.  .*eIh8tÄndige  Lieder  verfaasten,  »ondern  auch  an  die  ihnen 
OHt«n  zugekommenen  'Hymnen  ihre  .be»i»enidu'  Hand  anlegten, 
oder  wenigstens  ifanon  uiiklai-ß  Stetleo  auflioUteu  und  diu  alten 
Oberhaupt  in  ihrer  Weieo  moderniöierten.  Die  Textkritik  hat  dieser 
:o  gogeitikber  einen  schweren  Stand.  In  manchen  Fällen  hilft  aller- 
Metrum  zur  Auswahl  des  Itichtigen;  wenn  aber,  wie  es  oft  vor- 
melirere  oder  alle  Le»urten  in  gleic-htir  Woiso  dem  Vcr»ma^  ent* 
n  oder  widersprechen,  ist  es  unmöglich,  mit  objektiver  Siclierheit 
rOnglichen  Wortlaut  herzustellen.  Übrigens  Lit  eine  ähnliche 
[t  der  Redaktion  allerdings  in  späterer  Zeit  auch  in  der  lateinischen 
igraphie  beobachtet  wordi^n.') 

ieraus  ergibt  sich  am-h,  da»s  cinu  neue  Ausgabo  di'r  Hymno- 
benonders  des  Romanos,  ein  dringendes  Bedürfnis  ist.  I'itra  hat 
genannten  Handschriften  nur  zwei  der  ärmsten,  den  Oorsinianua 
orinensis,  voüfitiiiulig  verwertet;  ubtr  soJbst  seine  Angaben  über 
ng  des  Tauriuenriis  i-iud  von  einer  unglaublichen  UitzuverläJMigkeil, 
Moskauer  Handschrift  hatte  er  nur  Proben;  die  zwei  patmi- 
Miebftn  ihm  für  »eine  Analecta  ganz  unzugänglich;  erst  seine  tiabe 
ht  pst  ju  hilft  um  (s.  S.  671)  brachte  drei  Hyumen  aus  Patmo»  nach  der 
rift  eines  dortigen  Manches.  Die  Verüffentliehung  der  Moskauer 
bhrift  von  Äinphiluchius  ist  im  vollsten  Sinne  des  Wortes  un- 
bar  (vg).  S.  Gb7).  FOr  eine  Ausgabe  des  Romanos,  die  zum 
*n  Teil  editio  prineep«  sein  wird,  mussten  demnach  die  Hand- 
Bd,  die  uns  aus  dem  ungeheuren  SchiMu-ucli  der  alten  Hynnien- 
tar  80  wertvolle  Iteste  gerettet  haben,  soweit  als  möglich  teils  ab- 
geben, teils  vollständig  neu  verglichen  werden. 

L  WeUlie  ÜHd^ututig  (las  Tro|iulogiuD  iui  0.  Juhrhuudurt  liuttu,  i^cht  Huti  i'iiieiii  UiJufo 
bvdiiroa  BluditeB  hervor,  in  wuklioin  aich  il^raelbe  beklui<t.  ilass  itihti  ilim  iii 
[iafltafiMaw  alle  QUclier  und  auch  iIsa  TrotKilugicn  wo^gcnoiiiineii  linh«.  l'itrH, 
tat»  I  Piolcf;.  S.  H,  Die  Ahsrhntruiig  des  TropoTogion  liallo  aticli  die  vurdnrblichn 
laM  bni  d*T  ]{«duktioii  der  alten  Hymnen  ilie  Akrostioliis  lerstSrt  wurilo  und 
tr  Nama  violar  Vorfnsser  vorlorGn  ging,  —  £ine  Reihe  Ton  syriaction  Tropo 
i«»ckicib(  W.  Wright.  CitUlague  af  Syriuc  Monuacripls  in  the  Untiiili  Museum 
280-289. 

,  l^igniMite  einM  sehr  allen  Goetutuhuches,  die  ubor  leider  nur  Kanonos  eiiÜiultiMi, 
Hriliiih    Mbs.   Addit.  Mu.   20113  s.  9.     Vgl  Cutuloguo   nf  aiicient   mss   io  tbu 
[UuMiun.  Port  I.  Gioc>k,   Lundun  1881  8.  2S  ff. 

IM.   Rückblick.     Fllr  die  Erkenntnis  dos  wahren  Geistes,  welcher 
grii'chtiK-hen  Kirche  nach  doni  Ablauf  ihres  Ucroeuzeitalters  herrschte, 
die  GesSnge  und  Gebete  des  Volkes  ein  treueres  Zeugnia,  al» 


Var1(c  Ton  L'l.  CIiaTHli«r,  Revue 


liiBtarjqae  bl  (1895)  118  f. 


44 


690 


EtyiaBtiniache  Lttt«rBtiirg«a«liicht«.    H.  Poetische  Llttsrfttvr. 


^ 


die  mit  allen  Mitteln  der  alten  Phüoeopbto  aosgcrüsUtoo  Streitsclinflcn 
und  die  rhptoriacli  abgerundeten,  innerlich  aber  oft  sehr  trock*;nen  Predtgt«a 
der  gt'lvbrtun  Woi-tfllhrer  der  Orthodoxie.  Die  innere  (.ieschichte  der 
orientalischen  Kii-cho,  di«  un»  jetzt  viel  zu  sehr  im  Licht«  dogmatittcher 
Kämpfe  und  hohler  Schünit-dorei  ersdioint.  orhAU  daher  durch  die  religiB« 
Poesie  eine  wichtige  und  notwondigf  Ergänzung.  Zur  Würdigung  deretiht'n 
ist  «s  fi-eilich  unerläaslich,  dass  der  Leser  aich  voll  und  ganz  in  die  geistigen 
ZusUlndo  jener  Zeit  hincinver^tzfl.  Wer  an  die  griechischen  Hymnen  roa 
eini'm  modernen,  8oi  c»  nun  vom  romantischen  oder  vom  realistiachei 
Standpunkt  herantritt',  wird  ihnen  niemals  getischt  werden.  Wie  die  tidbtn 
Wurzeln  jeder  Kunst  in  ihrer  eigenen  Zeit  ruhen,  so  gcwhiolit  c«  auefa 
hier.  Wer  eine  solche  Konzession  ablehnt,  mag  bedenken,  dass  auch  die 
liltest«  I'rofandiohtung.  die  homerische,  zu  einem  sehr  (gössen  Ttä* 
nur  bei  einem  gi-Undlichen  Eingehen  in  ihre  kulturellen  und  religüSaen 
Grundlagen  vertttUndlich  wird.  Wer  don  Dichter  will  verstelion, 
niuss  in  Dichtori^  Lande  gehen,  nicht  hlos»  gi^ogrciphioch,  tsondum  aucIi 
chronologisch  und  mit  seinem  ganzen  Denken  und  Fühlun,  Als  den  allge- 
meinen Charakter  der  griechischen  Kirchenpoesie  bezeichnet  Jarobi '|  gani 
richtig  die  dem  (tbjektivon  zugewandte  Richtung,  welche  das  Erbe  de« 
antiken  Sttmdpuiikto»«  ii^t  und  auch  der  abcndlfmdiitchen  Uiiditung  des  Hittel- 
alter»  eignet.  E»  ist  dieselbe  Objektivitfit ,  die  auch  in  der  bildende« 
Kunst  des  Altertums  und  des  Mittelalters  bis  kurz  vor  dem  Beginne  Atr 
KefnrmatiQnszeit  herrscht.  Auf  eine  hervorragende  KigontUralichkeit  der 
Uteren  Hymnenpoosie,  dasdramatiMchuBlomont,  ist  »chon  üben  (S.  669 f.) 
hiiigowit>»en  worden.  Doch  ist  mit  dieser  allgemein^in  Einsicht  noch  wenig 
gewonnen.  Für  eine  feinere  Charakteristik,  ^r  die  Darlegung  der  inneren 
Entwickelung,  fllr  die  Unterscheidung  der  Individuen  und  Zeiten  ist  hier 
noch  alles  zu  thun.  Diese  Aufgabe  wird  nicht  mit  Erfolg  golövt  we 
können,  oho  die  wichtigsten  Vertreter,  bevsondors  Komanoe,  vollttUndig 
ediert  «ind. 

1.  Zar  Cliaraktoi-islik  a.  b«B.  Jacobi,  a.  a.  0.,  219  ff.  xtaä  Doavy,  T^im  m  t« 
(iriginiis  etc.  —  Ueber  die  Stellung  d«B  KirobeahTDuias  in  der  Poesie  UliefkaBpl  ImbU 
Job.  KayacT,  EtGitrAe«  «xr  Qoscliiclit«  und  Erklirang  der  UUaton  Ktrcheahynineii,  Kirf« 
Paderborn  1881  S.  l-U. 

2.  Früher  war  Btlfinmein  dio  Ansicbt  Terhreiteit.  dasa  die  grioebiaehan  KtrckM 
diclitoT  an   Roichtum  der  Kracugiiiasn  wie  lui  poeUach«m  Talente  dea  Lateiatrs 
nnr.hslcbc-n:  s.  x.  B.  >'.  Bahr,    (>I^scl1iellto  dur  rnmischec  Liter.  4',  Oajlanihe  l^Ti  S. !' 
und  noch  AIxog,   GrundrJss  diT  {'alrolo^-io',   Froiburg  i.  Br.  1888  8.  M2.     Dm  » 
mm  Koll^'i  lassen,  äukiige  die  griechiHchon  Lieder  nur  nUH  dun  veraUUnnelleB  Ood  «cUe 
Drucken  d«r  rituell«»  BDcher  und  aus  Danieli)  Tiiuenunia  bekannt  wsfen.    SioJ ' 
einmaJ  die  grosMitigeii  Vorrftt«  alter  Werke  voltsUlndi)!  nm)  in  lesbarer  OealaU  mtU™ 
BiiKOKen,  Ki>  wird  man  <lie  gri^chiache  Produktion  d«r  Iflieinisclien  an  Üafang  wi*  aa  ■*^'* 
Kinft  und  Mnnnigfnllißkr^it  mm  weniaxlen  tm  die  Seit«  aUllea  dQrfeB.    Dbbd  vM  mn  <^ 
leicht  auch   unteraucbcn  können,  wolcboT  vqd  beiden  Littomliireii  eim  gtOMm  OlB*^ 
•amma  von  Originalität  nnd  pootjaohom  Wert«  tukotnait- 

B.  Die  Form  der  rythmischen  Kirchendichtung. 
282,  Qeachichtliche  Vorbemerkung.     Eine  kurze  Darlegung  «kr  i 
der  Kirohvnpoeaie  angewandten  l'ormcn  ittt  um  so  notwendigvr,  als  di*! 


')  A.  B.  0.  S.  210. 


1.  Z]rolian)»OM{».    B.  Die  Form  der  rytlimlMlieB 


&ra3TöE(«ig.    fS  ?92}     fi91 


wodor  in  dorn  inotrischäi)  Abriss  dea  Handbuch»  d«r  klassischen  Altcrtiims- 
wissetischaft,  noch  anch  in  den  grrisaeren  LohibSchorn  der  Mvtiik  crörtiL^i't 
siud.  Zum  Verf.tündnl'*  iat  es  nicht  unwichtig,  zuerst  die  verschied enoii 
Auffassungen  der  rythmiechen  Fonn  geschichtlich  zu  Dberblicken.  Die 
KrkcnDtnis  d«r  den  griGchischen  Kii-chenpoesien  7,n  Grunde  Hegenden 
metrischen  Gesetze  blieb  tneikwUrdigorweiac  den  abeiidiümUfichcii  Gelehrten 
mehrere  .lahrhunderte  lang  vcrschlosHen,  obschon  sie  bei  den  Griechen 
ia  der  Praxi»  nie  vorloi-cn  gegangen  war.  Wie  der  bayerische  Jesuit 
Simon  Wangnereck')  ausdrücklich  vor»icherte,  da^  die  unit^hUgen  Oden 
der  Menften  au»  purer  Prosa  bostilndon,  wie  »ein  Ordenttg«noH»o  Grctäor 
znm  Schlüsse  kain,  das  einzige  hier  herrschende  Gesetz  sei  die  Willkür, 
so  entdeckten  auch  noch  spätere  wie  Hippel.  Maracci,  der  sich  mit 
Joseph  dem  Hynuiograplien  eingehend  beschäftigte ,  und  der  Kardinal 
Qnerini,  der  zahlreiche  Hymnen  Übersetzt«,  nicht  die  Spur  eines  Verses 
in  <lie«er  rätselhaften  Litteratui-gattung.  Die  DeutungsverHuclie  des  fran- 
tOUAchcn  BLincdiktiiiers  Dom  Toustain  wie  auch  anderer  Gelehrten  schei- 
terten voruelimiich  an  der  vorgefasslen  Überzeugung,  dass  in  der  Kirchen- 
poeaie  klassische  Metren  zu  suchen  seien.')  Aber  auch  nach  diesen  tasten- 
den Versuchen,  in  den  griechischen  Kirchonliedern  etwas  wie  Vor^mass 
zu  entdecken,  erhielt  sich  die  Ansicht,  dass  die  Kurni  derselben  Prosa  sei. 
So  edierten  noch  der  gelehrte  L.  Fr.  Tafel  zwei  Kanones  dos  Eustathios 
nnd  Joh.  Classen  einen  Kanon  auf  den  Theophanes  Confessor  wie  einen 
ProMitext*)  Selbst  nach  dem  t)rscheinen  der  Hymnographie  von  Pitra 
meinte  I*.  (iagarin  noch,  Vci'se  wie  die  der  Hymnogiaphen  könne  man 
itn  offiaellon  Teile  deaMoniteur  finden,  und  versicherte  sehr  entschieden; 
.Nous  croyons  que  les  hymnographes  grecs  ont  6ci-it  en  prose."*)  Das 
als  Sohmlle  eines  Ignoranten  gelten:  aber  noch  im  Jahre  1^79,  nach- 
aach  das  Werk  von  Christ-Paranikas  und  die  Analecta  von  Pitra 
Igen,  hftit  kein  Geringerer  ttls  Sathas  die  Fonn  der  Hymnen  für  ein 
^ulOabares  Bütstd,»)  Selbst  noch  in  den  letzten  Jftliren  aind  mehrfach, 
1.  B.  von  L.  Pertach,")  £.  Legrand,')  Chr.  LopareV)  Kanone.^  ohne 
KückHicht  auf  den  Versbau  wie  I'l'osatexte  vcrSlTentlicht  worden.  Die  eben- 
Uls  verfehlt«  alte  Ani-icht,  dos»  in  der  griechischen  Kirohenpoesie  alkäische, 
■apfibische,  pberekrateische  und  andere  antike  Metren  verborgen  seien, 
neben  manche  Griechen,  in  'patriotischem  Klassizismus  befangen,  noch 
Wate  KU  verteidigen.*)     In  Wahrheit  war  die  Antwort  auf  das  vermeint- 


■)  Pic4M  UoriKDO,  Moaachii  IMT,  Praof. 

■I  rMn,  Uymaognphi«  8.  3  IT. 

■)  EaaUUiti  «pÖBcnüa.  Francof.  1882 
S.  S6  1:  IM  f.  —  TlMonliaiiiB  ebroiiogniphin 
«X  ne.  lo.  aarnexi  t  8.  XUn  ff. 

•)  8.  SUvflBBoii.  ».  «.  0.  8.  489. 

*)  'tor«ipMtdr  4utipt<ir  nt^i  roii  Jlriiipoif 

njf  /aoMMT^t  «»»■  HtZ«yi.  all.  pf '■  _,  T«" 
TiHn   rav(«  ^«fiian  ^tif   iv  «fXV 


tlfn    ^    rm'lii/Mdti'    tfffi>9fia,    avr 


•rtf  Öftnt  aff<ipj|f«io>9ÖT0f  toi  fiit^ov  { 


■    JV 
K  (1). 


lOKrum 


iiff  naiatiir  ^vltfinr  iiv  rmr.' 

•)  BIfttterfaxHymnologi*18aflNr.2— 4. 
<}  R«vu»  il«a  6t.  ST.  5  (I8»2)  420—428. 

Vgl.  B,  Z,  2.  343. 

')  llloi  rot  öyioii  Kni  äixaloi'  Evdoxiyov, 
Dfinkmiller  dea  Alten  SchrifltumK,  llnft  9ii, 
P«t«rabiirg  1893  S.  24  ff.  VkI.  B.  Z.  S.  42!>. 

'1  7..  B.  Pan.  UrttHiincii.  Jrijfoinij-iaij 
i^C  xnA'  ^fiät  rfuitiQHf  iXkijnx^t  ""tijtftu; 
Mal  ilriniat/iitttois  rar  vti^mr   invtijf  tpif 

44' 


BfsuittttfMb*  LittorKtargMcbiebt«.    ü.  PfMtwfih»  UtlMmtsr. 


liclie  Rilset  Ijüigst  gefunden  wordeo.  SoboD  im  Jahre  183U  hiitt«  ia 
K«l«Urte  ßrioche  Konstantin  Oukonoinos  mit  Hilfo  der  Melodie  dtm 
Üird^bhahau  cikAiint')  Allein  seine  Stimme  blieb  tiiil>uacfat«t  Daiin  iüt, 
aoabbioffg  von  Uokonomoe,  F.  J.  Mone  durch  seine  auagebreitete  Kenntnis 
der  miltelalteriichdn  lat«ini»clicn  Vainäe  und  durch  gründliches  Stadian 
der  griechiHchen  LiturgiebilchiT  zuvrot  zur  kluren  Kiuiiicht  i»  die  Fonneo 
der  griechiHchen  Kirchenpoesie  ror^e^lningen.  Endlich  hat,  unälihüngij;  von 
UekonomoM  und  Mone,  der  Kardinal  fitra  energisch  auf  den  metriscIieR 
Charakter  der  Hymnen  hingewiesen,  ohne  Übrigens  in  der  Erkenntnis  des 
Einzelnen  no  weit  zu  kvnmien  wie  Mone.  Zuletzt  haben  vor  allem  W. 
Ohrist  und  W.  Meyer  die  Krkcnntnifi  der  Melodien  und  des  HtQckwHii 
Aufbaues  der  Strophen  gefordert. 

Bc«onder8  nierkwUrdig  erschien  den   Forschern    der  Umstand, 
die  Byzantiner  xelbst  die  liymnoii  ftlF  Prosa  zu  halten  schienen.  Said 
und  die  Komnieiitutoren  der  Kirchenpoeeie  sagen   mit  trockenen  Wor 
diese  Werke  seien  *afrtioy«rf»;r,   jt*J^  köytp  gpM'hrieben.  *)     Es  wUre 
völlig  verfehlt,   daraus  zu  !^T||lic»Hen,  das«  den  Byzantinern   die  Kennb 
des  niotrtxchon  Baue»  der  llymiien  verloren  gegangen  sei.   Dagegen  i<i: 
schon  die  einfache  Tliataache.   daHs   zu  allen  Zeiten  und  noch  in  uns 
Jahrhundert  (s.  S.  (iTU)  neue  Hymnen  ohne  einen  Verätosa  gegen  die  Tecl 
gediplitet   wurden.      Was   den  Byzantinern  hier  mangelte,   ist  nicht 
Koiuitnis  der  Sache,  sondern  nur  der  treffende  Ausdruck  ftir  die 
l>or  (Jnind    davon    liegt   in    den    allgemeinen    Zustünden    von   Schule 
Litterutur.     Wie  in  OeHchichte,  Grammutik,  Philosophie,  Khetorik  undi 
deron  Wissenäzweigen,  so  waren  die  Byzantiner  auch  in    der  Metrik 
l'rosodie   volliitAndig   in   der   alten   Schultradition   befangen;    infolj 
betrachteten  sie  als   wirklich   metrische   Rede   nur  das,   wa«  anch 
den  Alten  als  solche  galt,  d.  h.  quantitJeronde  Dichtung.     Der  Be^ril 
Poesie  wnr  bei  ihnen  infolge  der  gänzlich  auf  dem  Altertum  ber 
Schul (irztehuns  so  enge  mit  dem  Prinzipe  der  alten  Quantitüt  verwich 
daHH  sie  gar  nicht  auf  den  Uedanken  kamen,  ihn  auch  auf  r>-thmtwk 
baute  Worko  zu  Qbortrage».      Wenn  sie  daher  dto  Hymnen  alti 
bi^eichnen,  m  thun  sie  es  nur  im  Gegensalze  zur  alten  Metrik;  i" 
gleichzeitig  vi-rraten  sie  durch  zahlreiche  Andeutungen,  daas  die^  ,1'r 
duirh  Silbenuihl,  Accent  und  lieim  bestimmt  ist  und  daas  üe  dioMlb«  < 
von  der  gt* wohnlichen  Pros»  zu  ^-beiden  wissen.*)    HXtten  sie  die  H) 
wirklich    fllr   ['rosa  angesehen,  so  konnten  sie   ihre  Verfosser  nicfat 
Meloden,  Sftnger  und  Dichter  bezeichnen,   wie  sie  es  wirklich 
FQr  die  ilstliotische  Theorie  des  Byzantiners  war  die  rytiimische  Ilichli 
wo»ler  Poitsie  noch  I^i-oea;  .tie   war  ihm  eine  zwischen  beiden  in  der 
•lebende  neue  Erscheinung,  die  in  dem  altüberlieferten  Codex  der  Kuostfn 


'roitr, 


thated 


•MKi 
«Ml 


Xf  AUimw4fä^,  h  Tipft  IWI  S.  IUI, 
().  UUlrivtai,   lEUw^V  jMJUi'i^ 

■  I  (aum  18M)  :»3l  '  '^^^^ 


Vgl   W.  M«7«r.  a.  a.  0.  S.  SM. 

■1  Vgl.  §^T«DMa.  a.  a.  0.  S.  <n  r. 

*)  Hm  ded»  Hl  ihr*  DdUtiiM  *» 
BinMM  (•.  9  9MV  V^  Pilra,  i>d.t 
Pnl«g.  47  K;  8tevaai«a,  a.  a.  0-  IM» 


I 

J 


ilrebsBpoMi».    B.  Di«  Form  der  rytliiai«cheii  Kirohendlehtviig.    (g  S82)     ß93 


und  UU«rariBchcn  Gattungim  nicht  vorgesehen  war;  daher  sind  ihm  dio 
Werk«  xariiÄoyttJi^v  geschrieben,  ihre  Verfaflser  aber  nichtädostowcniger 
rtttit^rai,  Waiiiin  haben  aber  die  byzantinischen  Motrikor  und  Kommen- 
tatoren es  vereÄumt,  die  rythmimche  Form  genauer  und  auadrüchiicher 
zu  orkliiro»?  Auch  das  ist  nicht  »chwor  zu  beantworten.  Wie  ihre  (jram- 
miitiker  nur  in  der  Sprache  des  Altertums  wühlten,  das  zeitgcnOmtischo 
Idiom  aber  einer  n-issenschaftlichen  Behandbing  fttr  unwUrdig  hielten,  so 
geschah  es  auch  auf  dem  Gebiete  der  Metrik.  Kommcntii^rt  und  erklärt 
mirde  nur  die  «luantitierendo  I'ocsie;  wais  ühor  doti  Kahmen  des  He- 
phaentieu  hinnuHging,  also  immeutlioh  die  gesamte  r^'thmische  Formen- 
lehre galt  al»  selhätvorKtändHch  und  trivial.  Es  vollzog  eich  also  hier  im 
Grunde  genommen  dieselbe  Entwickelung,  die  in  der  Litteratur  und  Kunst 
lülf'ntlialben  bemerkt  wird.  Die  anatomirtebc  Zergliederung  der  Werke, 
liie  Formulierung  ibrer  Gesetze,  dio  bistorii^che  Einschachtelung  und  das 
Aorkloben  der  richtigen  Etiketten,  kurz  die  sogenannte  wisiienschaft- 
lithe  ErkenntniB  folgt  —  glik-klicherweise  —  meist  erst  geraume  Zeit 
■ach  den  Frohen  der  genialen  Erfindung  und  lebensvollen  Blüte.  Wftre 
b  Byzaiiz  nicht  durch  den  politischen  Untergang  alles  littcrarische  und 
nitchartiichc  Lohen  plötzlich  abgebrochen  worden,  «o  hütte  dio  golohrto 
(Uung  der  Kythuieupoesic  wnhrgcheinlich  dort^^clbst  ihre  eivten 
IVioinphe  gefeiert. 

In  der  That  banden  sich  die  Meloden  in  der  Dichtung  von  Kirchen- 
gwlngen  nicht  bloss  ganz  streng  an  bestimmte  Normen,  schrieben  also  in 
bundener.  nicht  in  freier  Kode  (vincta.  non  »oluta  oratione),  nie  kuhrten 
h  zur  KuuBt  der  altgriechischon  Lyriker  in  der  Art  zurück,  dai^K  sie 
itai*^Taf  in  doppeltem  Sinne  wurden,  das  heisst  nicht  bloss  Texte 
(/.iij  nach  bestimmten  metrischen  Schemen  dichteten,  sondern  dazu  auch 
Melodien  (/'«"^vl  erfanden.  Ja  das  letztere  war  bei  manchen  von 
)□  sogar  die  Hauptsache,  wovon  kio  auch  den  Nauiun  Meloden  [fitXijpSoi), 
i,  Sftnger  und  Erlinder  von  Molodien,  erhit-Uen.  Wir  selbst  aber  sind 
beim  Studium  der  byzantinischen  Lieder  und  Kirchengesänge  weit  besser 
daran,  als  hei  dem  der  altgriechischen  Meliker  und  Ohordichter.  Wir  wiesen 
Xwar.  da»»i  Alknian  und  Pindar  ihre  Gedichte  auch  mit  Noten,  nnch  denen 
«Üeüvlbeii  geitungen  werden  sollten,  vernähen;  auf  uns  sind  aber  nur  die 
VTorte,  nicht  die  Melodien  gekommen,  und  filr  diesen  Mangel  vermögen 
»ueh  die  jüngst  in  Delphi  gefundenen  musikalischen  Inschriften  keinen 
Kenllgonden  Ersatz  zu  gewähren.  In  den  Handschriften  der  byzantinischen 
Kinhenliwler  hingegen  sind  uns  im  woitoston  Umfange  auch  noch  die 
Koten  {vtviiata)  der  Melodien  erhalten.  Dieselbon  weichen  zwar  von 
*l«m  altgriechitM^ben  wie  dem  modernen  Notensystora  ab.  indem  eie  immer 
■mr  andeuten,  um  wie  viel  der  folgende  Ton  gegenüber  dem  voraua- 
Behendeit  hinauf- oder  herabging:  sie  sind  aber  in  ihrer  Anlage  vermittelst 
<l«r  Uiooretischen  SSl2c  der  ntusikalischen  Techniker  der  mittelalterlichen 
ttsd  der  neuen  Zeit  derart  erkannt,  das»  »ie  ohne  grosso  Schwierigkeit  in 
Noten  umgesetzt  werden  können. 
2ar  (ifiAchidit«  ■l«r  HUf  dir?  Furm  der  Kirelien|ii)08ie  gericlitot«»  Studien  vgl.  vor 
W.  Mejrei.  Pitn.  Moue  und  die  byzantinJBcli«  Strophiü.  Sitsimgsber.  bnj'er.  Akad. 
8.  49—68.    Otaa  die  fllirige  S.  657  f.  aogeruiirt«  Litl«rntur. 


ByiaaUniaclia  Litt«ratarg«schicbt«.    II.  PMtiBoh«  Idttarfttur. 


3S3.  Altgememe  Erkläraog.  l>aa  l*rit»ip  d«r  rythmieclien  Pboiifl 
ist  die  Silb«nzfthl  uud  dor  Aoccnt.  Die  Silben  worden  einfach  geiÜ^ 
ohno  Hflckflicht  auf  diu  KUreo  oder  LSngu.  Dor  niatus  vrird  ohne  Sein 
zugölassoi),  und  die  Elision  bleibt  fast  v»llig  vemachtäsaigt,  ein«  KgenMt, 
die  mit  der  godehnt«!),  die  einzelnen  WOrter  trcnncnduii  Vorb'agvvtM 
üunammenhangl.  Dvr  Untcrttchiod  lEwiHcheu  Acut  und  Circurafiex,  den  die 
k-bendige  Sprache  nicht  mehr  könnt«,  bleibt  folgerichtig  unbeacht«!.  Die 
Gloicliheit  des  Acccntes  ist  vor  allem  unverletzlich  am  Schhteso  der  Vtt«, 
Da«  Vorhftltni»  zur  antiken  Poesie  ist  jedoch  koino-swcgM  so  zu  denlun, 
dass  man  nun  oiiifnch  die  alten  Wrsc  oder  Strophen  nach  dem  accentuJer»- 
den  Prinzipe  wiederholt  hätte.  Die  rythmi&che  Dichtung  geht  riehDebr 
auch  in  dieser  Beziehung  ihr«  eigenen,  von  der  kkastschen  Tradition  ud- 
abbingigcn  Wege.  In  ihr  sind  keine  bestimmton  FUese  rodIgeiHÜtaa 
Durch  don  lUangel  der  flleichzeiligkeit  unterscheidet  h\o  «ich  Mich  selr 
wesentlich  von  don  ebenfalls  nach  dem  Acceut  gebauten  politisoben 
Versen,  die  erst  ttpäter  auftreten.  Auch  mit  den  gleichzeitigen  lateiit- 
echen  und  mit  den  neueren  protestantischen  Kirchenliedern  hat  sie  wAnif 
Älinlichkeit.  „Während  diese  in  sehr  einfachen  Formen  sich  bewegia 
und  an  boHtimmte  tiberlieferte  VorsfUssc  und  Zoilonarten  sich  binden,  äoi 
hei  den  Griechen  alle  Schranken  gefallen.  Selten  sind  einfache  Stropheti, 
liüutiger  umfangreiche,  die  bis  zu  20  und  mehr  Kurzzeilen  steigeit. 
denen  wieder  jede  wechselnden  Tonfall  haben  kann,  ho  dass  man 
Formen  mit  den  freien  Strophen  der  lyrisehou  Dichter  doe  12.  und  IX  J« 
hunderts,  manchen  Opernarien  oder  auch  Qootbea  dithyrambenartigco  I 
tungen,  wie  ,Gr£nzon  der  Menschheit'  oder  ,Der  Strom'  vergleichen  laOdib 
Der  Schöpfer  der  Melodie  wollte  nicht  bestimmte  FOmo  und  Zeilen 
guben,  Kondern  er  folgte  ^i  dem  mumikalischon  Gefühle;  dies 
stinunto  den  Tonfall  und  die  LSngo  der  Kurzzeilen  und  die  Ora|i 
dieser  Kurzzeilcn  zu  Langzeilen  oder  Absätzen  und  zum  ganzen  Geh 
(o?xoc)  der  Strophe.*')  Zur  Ycranschaulichung  diene  das  Prooeniioa 
berühmten  Weih  nach  tshynuius  des  Ronwnos,  wobei  diu  KunzailcB  da 
einen  #  abgeteilt  sind: 

71  uaQÜyOf  #  p^^ffaf  3|:   roV  ■■nrpovffiov  ilxm 
Kai  4  )^   ^   lö  onijlrMor  If:   i^;  «'n^oaiifi  Jtfoatiyii 

May»  <li  *  (U«rn  äej/fot   ^  öJotaoptvair 

Jt    iiiüt  r"tt  4  irtyrn^l  4^  nMHof  Hör  4i  i  itgi  «iain»-  ttit. 

\j  ••j  i  it  \j  i  \j  ^  ifi  j.  ^  \j  .fuw^w 
j.  V  ^  l^f  ^  -^  \j  1  w4>-:^u  Zu 

Dem  neuen  Metrum  fehlt  weder  Weichheit  noch  Abw«duclaBg  i 
Pi'äzi^ion.     Die  Strophen  achreiten  bald  gemessen  vorwftrta,  bald 
eine  Flut  kleiner  Versgliedei'  eilend»  dabin,  meist  ist  beides  geschickt i 


')  W,  M#yw,  a.  b.  O.  328  f„  dt^ra  ancb 
tto»  Scliciiuk  (Ip8  Tonee  '11  ^opSiVot  ^ntnom- 
nea   ist      UeiUglioli    dtr    HichÜKkoit    dtt 


U#y«recbea  Akleiliuig  dar  Katnnka  I 
mir  wie  aiidcnD  nodi  ZweiM  iMg. 
U.  Urimme,  a.  ■.  O.  S,  88. 


^■^^d^ 


\l  KinhHpoMie.    B.  Die  Fonn  der  iTtbm.  KirchandJelitoiig.    (99  283—385)     695 


■LKinhH; 

^■din.  Die  Aht«ilung  der  Verse  ist  ilbrigoi;«  nicht  gititz  willt<iirlieh.  Die 
MPRir  veniteiien  es  sehr  wohl,  wie  man  schon  aus  der  mitgeteilten  Probe 
sehen  kann,  mit  jedem  Verse  eine  kleine  Ruhepaune  des  Sinnet«  eintreten 
SU  lastten.  Eine  mtlssige  Frage  ist  es,  ob  die  quantitiorendc  oder  die 
rythniixche  Fonn  den  Voi7,ug  verdiono.  Es  geht  hior  wie  mit  den 
iprachlichen  Epochen;  das  Bestuhondt;  hat  rocht.,  das  Wirkliche  ist  ver- 
lünfUg,  Bfhuu  und  guL  Nachdem  die  Bprachliehen  VorausBetziingen  für 
lie  alte  Quantittitapocsio  geschwunden  waren,  war  sie  zu  einem  stumpfen, 
mtaugliehen  Instrumente  geworden;  in  der  neuen  Lautatmosphilre  Itonnte 
lur  noch  arcontuiercndo  Dichtung  gedeihen. 

384.  Hirmo«.  In  der  ersten  Zeit  dor  rythmischen  Diclitung  schuT  diu 
Tische  Ertindsamkeit  der  Meloden  eine  unglaubliche  Zahl  neuer  Strophen- 
{ebftude  und  entsprechender  Melodien.  Das  war  gut  vom  iitturarischen 
ind  ft«thotisclicn  .Standpunkte:  die  iVaxis  vernuictito  aber  eu  grosse  Mengen 
rerscbiodenartiger  Melodien  nicht  zu  bewältigen;  das  beste  Gedächtnis 
nuisete  endlich  irre  werden.  Man  fing  diiher  bald  an,  neue  Oesttnge 
nach  einem  schon  vorhandenen  populären  Muster  zu  bauen.  Diese  Mustor- 
ttropho  heisst  Hirmos  (tJp.ooj).  Daher  erteilt  der  seiner  Zeit  nach  unbe- 
kauote  Grammatiker  Theodosios')  folgende  Anleitung:  Olav  iäv  ti^  »thj 
itW^ON  tiatvva,  riQÜtiiv  M  ßtX(am  töv  ti^fiüv,  tUa  inttjafttv  %ä  »po- 
ni^ui,  looaviXaßori'ta  xwi  n/iomrovria  i^  tipiii/i  xal  lüv  axnniiv 
iatMui^vvtit.  Die  einzelnen  Troparien  müssen  also  in  Silbenzahl  und  Accent 
las  Schema  der  Miisterstrophe  einhalten.  In  den  liturgischen  Büchern 
■ird  dalier  wie  in  unseren  Kirchen-  und  StudentengesangbUcheni.  wo  eine 
BMW  Strophcnart  beginnt,  mit  dem  Vermerk  Ilfiiii;  lü  die  Melodie  angc- 
gaben  z.  B.  //pö(  »(i  'Ent^vrfi.  Die  wichtigeten  Hirnii  wurden  in  einem 
rigenen  Buche,  dem  llirmologion,  gesammelt,  das  öfter  gedruckt  ist;  ein 
iMiidsclinrtticlic»  Hirmologion  enthalten  u.  a.  die  Codd.  Patm.  M  und  55, 
Vindob.  theol.  gr.  285  fol.  261— 304^  Vindob.  .suppl.  gr.  100. 

Vgl.  di«  S.  374  gsnunnts  Sohrift  dos  Zonarns  Über  die  Natnon  snfiuV,  tlfftäf, 
lf«««ftar,  fiA;  und  dio  t^.  375  Kitieria  I.itterstur. 

885.  Hanptformen.  Von  den  verschiedenen  Liederformen  der 
rytlmiischen  IV-^io  ^ind  besonders  zwei  wichtig.  Die  eine  besteht  aus  20, 
30  und  mehr  gleiehgebautcn  Strophen,  denen  als  Einleitung  eine,  seltener 
xwtt,  «ehr  seitun  drei  kleinere  Strophvn  von  vcr»chiedonartigeni  Bau  aU 
Prooemion  vontngeschickt  werden.  Alle  Strophen  haben  den  gleichen, 
ngelmSasig  1 — 2  Kur7zeiten  umfassenden  Refrain.  Die  gewöhnliche  6o- 
nichimDg  dieser  Art  von  Liedern  ist  xovtäxiv  oder  mvteauor;  wii-  nennen 
d>  oacb  dem  Vorgang  von  W.  Muyer  Hymnen.  Die  einzelnen  Strophen 
hcüaen  r^i>:Tr(^m*)  oder  auch  ("'xni.  Zu  diesor  Ai-tgchiJrcn  fast  alle  erhaltenen 
Wwke  des  Romanos.  Die  Gesänge  der  anderen  Hauptart,  die  navövti, 
■ind  aus  8  oder  9  verschiedenen  Liedern  zusammengesetzt,  von  denen  jedes 


•)  Vcl.  oban  S.  67».  Zar  KrkiHrune  vgl. 
Pilrs,  InaL  Saerm  1  Prolog.  S.  IT.  — 
Ckriat,  Sitnu^ber.  bayer.  Akbd.  1870, 
n  im  f.  und  AnUiul.  I'role«.  S.  30.  — 
Sl|T|uoii,  *.  ■.  0.  S.  Ii04.  —  W.  M«jr«r, 


H.  a.  0.  8.328.  —  Bourjr,  a.a.  0.  S.  21S  Ct; 
258  C;  270  ff.  —  KawcjtynBki.  n.  a.  0,. 
S.  U7  f. 

')  Vgl.  flouvy.  ■.  »,  0.  a  221  ff. 


6dÖ 


B;>antUila«b«  Litte ntorgMchicbt«.    U.  Po«tUehe  LiU«rftUr. 


ecinoii  lioHondervn  Bau  hnttc  und  uraprilnglich  atut  mehr,  HpUer  inälBI 
HU8  3  oder  -1  8troph«n  bustand.')  Die  Nt^uiiicahl  der  Lieder  eBbpridril 
offenbar  den  9  Liedern  dee  alten  TeütAmoate,  wulcliv  von  den  Ctuialcal 
Heit  den  ältesten  Zeiten  gesungen  zu  werden  pflegten.  Die  Hauptvertntar' 
dieser  Art  tiind  Ändrcaa  von  Kreta,  Johannes  von  Daniasko*  nnl 
KoBmas. 

1.  KofiitMUf  liAdoDtot  .Stäbchen*.    Dm- Nun«  biMickiMta  arapillBglkh  di*  imläi 
«athaJtende,  auf  «in  SUhchen  d,  li    mwa  rotnlus  («vidttlU  PmimmbdoU*.  SMBiAi 
vna  eriialteiier  lilargi*clier  Rollan  ward«n  von  V.  Oftrdthiiuson.  OriMhüelM  Paiaoenflii 
(187fi)  8.  59  aiiffrallill.    Di«  dorti«lbflt  gAliuwrl«  Annrbt.  m  tmi  ent  Mit  dm  12.  Jtk- 
bundort  Dblieh  ^«vnrdcn,  ilin  [.itnrgin  xur  KrbObnng  der  KeinrlichkHt  vom  triner  BalU  a^. 
nlOMn,  Mhoint  jedoch  unriühlig  xu  »riri.     Schon    cler   nlU   rolkirtllinlichc  Nanu-  rartaMH 
RMdit  M  wftbnoiipiiilicb,  dws  ixe  äillo  fiUlier  butUnd,  and  in  dar  'l'hut  bnben  «v  Un 
giacb«  Btt  in  Bollonfon»  liüiräfui)  nua  viul  &lt«r«r  Z«tt.    Z.  B,  btaitst  das  LauTtkl«iM 
«uf  d«m  Atboa  g«K«n  t>0  »olab^T  Um.  von  dcnon  di«  jangat«  aus  iem  10.  Jabrb.  ituaM 
Vxl.  A.  K.  Lanrlot««.  V^tii.  Uk.  IS  llSm]  170-172  (B.  Z.  3.  198>.    Zur  ErklirODt  Md 
WoriM  Vfl.  Tb.  Hirt.  Dm  antike  Boohvrw»!  S,  24  f.,  und  J.  Perlea.  B.  Z.  2  (1S»|  13)) 
S)iAtor  wnrdo  du  Wort  auch  in  w^itorem  Sinna  g«brBticbl:  tmCod, Paris,  gr  lIU.».Uk 
fol.  1—210,  Htoht  (lino  inoralindi-Mketiaph»  Anthologi«,  ikreti  Abiochnitt»  aU  ■orrnn«  k 
Micbnot  sind;  din  itorfn»«  zArfuIlen  in  nKfäitau.   Aebnlich  vurdo  drr  Aiudrack  in  <Ma 
grammaliacbcD  Worko  nngownndst ;  vgl.  S.  5&3. 

2.  »rxo;  erklArl  nich  n-nhrsc-hoinliob  aus  dorn  llehrlkiaofaeo,  wo  ,Uana*  fBr  Lia4  l» 
braucbt  wird.  Damit  int  dn»  itnlienificbo  Btnntn  (Aufonlhalt.  'ümmet,  Stiofbal  a  <M- 
glaicheu,  wo  donielbo  Kfidoutunssabergang  vorliegt.  Vgl.  K.  Diex,  Wartarbucii  d«r  not 
niaohea  8praob(Mi*  S.  307.  —  1'.  Q.  A.  Mullneh.  Conieota&eonim  BjsaatiiMrnn  liki  iIm, 
Berlin  1959  8.  16  —  39  (Über  aixoc  und  ravuaviXiitrl  —  0.  Crusiua.  tttaawhocM  ond  4>t 
o|>Ddiache  Cotnpoaition  in  der  gri  och  ine  hon  Lyrik,  CommeDUtioii«a  philoloo«  RlrOlloRA- 
bock,  Loipiig  18^8  8.  14— IB  (Ubor  o<xa;,  xoi/timo¥,  asoxorUmr),  —  Fr.  UaD>B»D.,l'U>' 
logu«,  Siiii)don>eotb.  S  (1880)  218  Äom.  —  Ceber  *iu6  falsch«  ErkUnint;  von  »i«! » 
B.  «69. 

886.  Refrain.  Am  Sclilu8>)0  der  Strophen  wiederholt  sich  gcwSliaEefa 
ein  Rcfrnin  oder  Nachge&ang.  Dieser  Teil,  der  vom  ganz«i  V«lB( 
gesungen  wurde,  ist  von  besonderer  Bedeutung,  weil  in  ihm  wahrscbei^idi 
der  erste  Keim  des  Kirchenliedes  zu  erkennen  ist.  Kine  bomwitenswertf 
Nachricht  hiorilber  fimlct  sich  in  dem  Buche  des*  l'hilon  Vom  be»cb>«- 
liehen  Lehen:  Er  i$ehildürt  in  demselben  das  Leben  einer  jOdiscJion  S(^' 
der  Therapeuten,  deren  Lehre  vornehmltcb  auf  asketische  Erbelning 
Qber  die  Sinnlichkeit  und  reine  Anschauung  Gottes  abzielte,')  und  I«- 
edircibt  u.  II.  aucli  eine  religiöse  Vei-sammlung  der  Therapeuten.  Zu««| 
singt  ein  einzelner  einen  Hymnu»  auf  Qott,  ^tif  ov  xa\  ti  SUm  «n« 
rä^t4f  /■'  Ktidfiijt  TtQoai^Kin-jt,  nriftotr  xntii  :ToiXf^r  r'^i'^ftav  äKpowin'ttitt,  ^i^ 
inote  ifi  itK^otfitviia  xni  e'^v^iria  pttur  df oi  '  ror«  /np  fS',X'*^' 
ntiftrs  »*  xal  näaai.  Aus  solchen  Akklamationen  entwickelte  sidi  «kf 
christliche  Kirchengosang  (8.  g  370).  Durch  dieeoe  goscliichÜicbe  V* 
hältnis  erklilrt  es  sich  auch,  dftss  die  XacfageBlbige  in  der  Klteren  Gl 
der  Kirchenlieder,  in  den  Hymnen,  regt>lniSssig  erscheinen,  wihroitd 
i»  den  späteren  Kanones  seltener  werden. 

Der  technische  Ausdruck    fUr  den  Itefrnin   ist  ^yi'vu-ior  o«1ct  «»fi 


')  V(tl.  Chrtat,  SitiuuKsbec.  baye». 
Akad.  I8TU  II  $4  ff.  *^    ^ 

*)  Vjl,  w,  .Mwyer.  ».  a.  O.  S,  374  f. 
-•  Vcbar  dte  lliarapeotMi,  dia  Bnwbio*  und 
viaU  N«Nora    fOr  CluriatoB  kialUo,   tmUr- 


riehMietat  am  kMt«n  P.  W«adlaad.l 
TlMnpMln  wd  dia  pyiotiiaelM  Schrift  ' 
baadiaalielMa  Leben.  Jafane  Jakik.  ' 
aneatb.  S2  (1S06>  $93-772. 


L  Sirob«Bpo««i*.    B.  Die  Form  der  rytbm.  EircbeDdichtniig.    (§S  288—287)     gg? 


uitviipi-,  auch  üx^öciixor,  <I.  Ii.  Spitavers.  Schlussvers  kommt  in  diesem 
SiDQe  vor.  Eine  sehr  treffende,  von  Suidas  und  sonst  bezeugte  Benennung 
et  ätu*Xtöfifror,  d.  li.  Reflex-  oder  Qegengesang.  Nichts  andereB  als  der 
tofmin  ist  auch  die  v/nixot],  d.  h.  die  Kesponsion  des  Volkes  (schon  im  Jung- 
nuonlii'^e  des  Metliodios:  vnaxoi'oinji).  Zu  vergleichen  sind  die  in  der 
yzantitiitchun  Geschichte  oft  erwähnten  I'rosphoneme,  womit  das  Volk  den 
aiser  bei  Öffentlichen  Gelegenheiten  im  Zirkus,  Hippodrom  uuJ  sonst  zu 
inpfangen  pflegte.  In  der  alten  Profanpoesie  entspricht  dem  Itefraiu  der 
trchendichtung  ganz  deutlich  das  ^^v/iytov,  das  auch  imfttXip3r^ntt  oder 
riy«it-i,/ior  huisst,  z.  B.  in  den  Eunicm'deu  des  Aeschylos  V.  1036  und 
.0:  ft'^aftfiif  Si  nardafil,  V.  1044  und  lU4ä:  üXrtXv'ititf  viiv  im  fioX-iaTg. 


I 


887,  Akroatichis.  Eine  wichtige  Eigentümlichkeit  der  Kircbenpoeeie 
i  die  Akrostichis,  d.  h.  die  Einrichtung,  dass  die  Anfangsbuchstaben 
er  Strophen  oder  auch  der  Verse  nach  einer  bestimmten  Absicht  voi-- 
anduii  sind.  Das  vorknQpfunde  Band  bestellt  teil»  im  Alphabete  {A~Si 
der  auch  Q^jf).  teil»  in  Angaben  über  den  Verfasser  oder  Über  den  In- 
alt  des  Gedichtes,  zuweilen  auch  in  selbständigen  Versen.  Am  frühesten 
cbeint  in  der  Kirehenpoesie  die  äxpotrnxic  xat'  üXtfäßi-tnv  nachweisbar; 
i«  findet  sich  schon  im  Jungfrauenüede  des  Methodios,  das  aus  24  Stro- 
faen  mit  den  Initialen  A—it  besteht,  in  einem  jambischen  Gedichte  des 
Iregor  von  Naziani:  nnd  sonst.  Das  bedShmteete  Beispiel  der  alpha- 
«tiflehon  Akrostichis  ist  der  Akathistos  des  Patriarchen  Sergios.  Auch 
1  den  Kanone»  findet  sie  sich.  8ie  hatte  ohne  Zweifel  einen  bomcrkenfi- 
terten  EJnfluss  auf  den  Umfang  der  Hymnen;  da  nämlich  durch  sie  die 
trophenxahl  (24)  fest  bestimmt  war,  pewHhnl«  man  sich,  auch  ohne  den 
wiing  di>r  alphabetischen  Akroftichis  eine  ühnlicho  Stropheuzahl  (20 — 30) 
inzuhaltcn.  Im  Übrigen  ist  zwischen  den  Hymnen  und  Kanones  ein  bo- 
nteoder  Unterschied  bemerkbar.  Auch  hier  zeigen  nämlich  die  Hymnen 
fdasere  Einfachheit:  in  ihnen  wird  nur  der  Anfangsbuchstabe  der  Strophen 
WgeEeiohnet  nnd  die  Akrostichis  enthält  meist  nur  einen  kurzen  Prosa- 
•rmerk  Ober  den  Verfasser  odiT  den  Gegenstand  des  Gedichtes  z.  B.  Toi' 
«ntiror  'Pmnatov  i'fintt;,  Alroi  'Pinntrtvi'  tti  iä  YeviifXta^  Yfivtii  «k  *''<' 
lMijl«]ror  'l^itavoi;  Tor  ra/ifii'^X,  Toi'  Tartfivov  2tnfnioi>  u.  8.  w.  In  den 
CanoDCs  dagegen  besteht  die  Akrostichis  häufig  aus  einem  oder  mehreren 
renten;  den  Gipfelpunkt  erreicht  die  Ktlnstelei  bei  Johannes  Damaskenos, 
ler  die  einzelnen  Verse  durch  ein  ausgedehntes  metiischi'S  Akrostichon 
rariiindut.  Die  dui'ch  130  Verse  liorgestellte  Äkiostichis  seines  Weihoacht»- 
ijlBDii«  luutot: 


KitniijK  fifXitiiViv  ttfiiiria  ttiitii  Xtyaivit 
via  9ioi'.  fitfäitau'  i&tJtn  taiäfitrw 


^H^H  ir  x^ofl  Kttl  i.viyvt«  rtaXrviom  n^fiuia  xäofiov  ' 

^^^^B  aJU',  äfa,  ^>;r^pn(  ^vKi   rairiT«  mirtuf. 

^  Ver^dMjttng  der  Sitte,  den  Namen  durch  die  Akrostichis  zu  ver- 
■ten,  i«  Blä&t  bekannt.  Vielleicht  gehorchten  die  Meloden  hiemit  an- 
Ugiidi  einer  kirchlichen  Vorschrift.  Durch  zwei  Bestimmungen  des 
[onzila  von  Laodikea  war  es  verboten,  unbekannte  Lieder  zu  singen;  die 
BDiiuigabe  verlieh  den  Hymnen  also  gewissermassen  die  Signatur  ihrer 


6W 


TMiiili 


nir.   FOr  & 
demi  TW 


I^UBBtlt,  M  beoele 
LiUwtorgatdiidito 

300  MalodM  tat  «tw«  d«r  dritte  T«0  wmriunk  Ca  AnfaagsbachMaUi 
d«r  Stropben  befc—Bt.  FraiBck  hDft  4m  UohbKuw  atdrt  iinaKrm 
gMMoaran  Beiiiiminiuig.  weil  räle  TTwaMyinii  voribmoMS.  Bemodm 
bimcht  untflr  den  zahlraicb«n  Trlgern  der  Nuneo  Tbeodoros,  Georgin», 
Jobanneii  eine  »cbwvr  xa  ÜcfatctMi«  \>rwirniiig.  Leider  ging  die  Be- 
■eheidonbeit  der  bicbter  opäter  oft  so  weit,  deae  ate  ihre  Pwäon  mte 
irgend  einem  Beiworte  verbargen.  Tbeodoros  Stadites  z.  B.  verrU  ticli 
biafig  nur  durch  das  demUtiBe  AkrosÜcboD  Tov  rtjttx"*^.  Tot-  äetirov,  Tti 
tv^Mrov.  In  oinfiin  Briefe  berichtet  er  uim.  dass  34  Meloden  des  Klralen 
HtiKÜon  w'ähri^tiil  am  Bildentannei)  ihre  Kamen  unter  bestimmten  Bod- 
Htulx'ii  (Ifx  Alphabeli)  verhO])ten.  Da  sind  wir  freiüch  ratloMT  ■!•  dio 
KuiiKthintoriker  bei  manchem  Monogramm  alter  Haler.  Ganz  vertÖudl  ' 
«t<thon  AkroMticha  mit  polemiscbem  ('harakt«r  z.  B.  Ta^  tixoronkeietia; 
Qvai  (Cod.  E'atm.  218,  fül.  15).')  Zuweilen  beginnt  die  Akrostidiia  whon 
beim  E'rooemion  bzw.  beim  Hirmos,  so  &ft«r  bciltomanos  and  AoasUsi«: 
in  (lioNoin  Knilo  iüt  der  Hirmos  mit  grosser  WahrscbelnUchkeit  dem  \'et- 
fiMMor  iW  Uedichte«  Reibst  xiizuschreiben,  was  Ar  die  ZeitbestJnniig 
dur  Melvden  und  Gedichte  von  Wichti^eit  ist  Im  Cod.  Patm.  213,  foL  ISI 
findet  sich  vor  einem  kurzen  Liede  mit  der  Akrostiohis  ^Aofta,  in  wektt 
diiM  l'rooemion  miteingeHcbloaeen  ist,  der  mterwsante  Vermerk:  *^ 
fin^oatixiSa  oi'v  ror  «orroKiov  (!)  *  Jofta,  d.  h.  das  Gedicht  hat  mil  i*a 
l'rooemion  die  Akrontichia  Vff/M».*) 

hie  Urttbotischo  Beurteilung  kann  der  Akrostichis  nur  ciiM  mIh 
untergeordnete  Bedeutung  zuL'rkvniioo.  Während  der  Tonfall,  der  B«ii> 
und  nonatige  poetische  Mittel  zum  Ohre  dringen,  bemerkt  man  die  Akiv- 
«tichi.1  nur  auf  dem  Papier')  und  muss  f<ie  mühsam  zuRammeoeteitca.  Itia 
kJiimte  zur  Verteidigung  ItOchsteuH  anrühren,  dass  durch  isiv  die  SCro|ilM 
oder  VurMO  douttich  uuseinandergehulteu  werden:  aber  biefUr  boten  äi 
Mudoro  griiphiHchc  Mittel.  Auch  der  angebliche  Vorteil,  dass  darek  di« 
Akrostichift  der  unbemerkte  Au»rall  einer  Strophe  oder  eine«  Verses  v(f 
hin<l(Tt  werde,  vermag  den  künstlerischen  Wert  derselben  nicht  zu  erUbw. 

Über  den  Ursprung  der  Akrosticbis  ist  es  schwer,  etwa*  gu» 
Sieheros  xu  ennitteln.  Wie  es  scheint,  war  sie  bei  den  Orientalen  tA 
und  allgemein  verbreitet.  Aber  auclt  in  der  quantitierenden  Po«ie  'v 
Qriooben  und  Lateiner  finden  8.ich  schon  in  alter  Zeit  Akrostickii 
Vii'lleichl  iM  dtitso  KUnatelei,  in  der  man  uin  )[ittol  bososs,  poetiacbe 
oinigvrninssen  vor  Interpolationen  und  Verkürzungen  zu  scbQbcen, 
in  der  Orakellitteratnr  zur  Anwendung  gekommen.   WenigsteDs 


'•)  r»)H>r  andm  S|>wUM«n  4w  Aki«- 
•lirliii  •  t'il  rm.  llvnuic«nt|liM  gr.  S.  18  S.; 
Aii«l.  !i«m   I    fntH-  S.  n  1:  Boavy. 

».  a.  0.  asa  c 

')  Xm- B«MMuraat«iMr  «indMMdtrapb« 
akhl  OliHdh  u  Mta. 


■|  Dttg««*«  »riebt  niolil.  ib«  m 
AkrvaUckia  imrciliMi  »'■i'if't  IßMt ' 
*,  «,  I,  V-  "'•  t   T«rw«ckM)t  *i*te 

^M  L  B.  W^Mf  «Uli   li^/ur    Btttt 

dol  «rtbofnpUKiM  WOIkOrlicUiM. 
(L  S.  iM>  an  VMtkübra  MsA. 


I  KirdMBpMBi«.    B.  Die  Form  der  rTttunisoh«!!  Kirobendlcbtiuig.    ($  2B7}     699 

iltcsto  Beispiel  einer  eriialtünen  AkroBtichin  in  Aen  um  (taa  Jahr  200 
r.  Chr.  Abgul'asst«)!  sibylliiiischen  Orakeln  vorxuliegon,  welche  uns  in  dem 
Vnndorbuche  des  Phlegon  von  Trallc»  erhalten  sind.')  Nun  verslohen 
rir,  was  Cicero,  De  Divin.  II  54,  111,  von  einem  Orakel  der  Sibylla  sagt: 
Kon  esse  autem  illud  carmen  furentis  cum  ipmim  podma  declarat  (est 
aim  tnagiit  artis  et  dib'gcnti&c  quam  incitationiti  ct.  motus),  tum  voro  im 
aae  acroHtichis  dii-ilur,  cum  tleini'OpH  vx  primi»  <L-uit]iiquL'>  vitsuh 
tteris  aliquid  cpneclitur,  ut  Ui  qulbusdam  Ennianis:  Q.  ENNIVS  FECIT, 
1  Corte  magis  est  attenti  animi  quam  furentis.  Atque  in  Sibyllinis  ex 
rimo  versn  cuiu.ique  s^ententiae  primis  litteris  illtus  sentontiae  oarmen 
nne  praetexitur.*')  Ein  anderes  oltoü  Beiupiel  ist  die  wohl  in  Ägypten 
93/19U  V.  Chr.  verfaaste  EvdöSov  »*x''^-  Zwei  interessante  Akroflticha 
18  nachchristlicher  Zeit  haben  zur  Bestimmung  der  Autorschaft  ano- 
ymcr  Werke  verholfen;  ein  in  Jamben  abgefasstes  guographiüohes  Qc- 
icht  beginnt  mit  dem  Akrostichon  Movvaiov  zvv  KaXh^wrtoi,  ein  in  Uexa- 
iet«m  geschriebenes  hat  von  Vers  109  an  das  Akrostichon  'E/itj  Jiowaiae 
5r  /i-rwf  «Papof  (sc,  iaüv  ^  ß{ßi.oq)  und  von  Vers  513  an  ©*«?  'fip/t»;?  in\ 
\i^arov.*)  Eine  in  Syghyriik  bei  Kara  Banio  gefmidono  Ornkolinschrift 
MÄ«ht  aus  Trimetorn  mit  alphabetischer  Akrostichis  (.!—£).>)  Mit  Vor- 
lebe wurde  die  Akrostichi«  seit  alter  Zeit  in  der  Epigrammenlitteratur 
pflegt ^)  Bei  den  Römern  hat  Ennius  die  akrnstichische  Kunst  aus  der 
Iwandrinischen  Poesie  entlehnt  (Q.  ENNTVS  FECIT;  «.  o.).  Ähnlich 
luntc  «ich  Aureliug  Opiliu«  etwa  um  100  v.  Chr.  nach  Sueton  (Oram- 
aat.  6)  ,in  parastichido  libolli  qui  inscribitur  Pinax."  Eine  tteihe  von 
Argumenten  plautinischer  Komildien,  die  %-ielteicht  noch  aus  vor- 
hristUcher  Zeit  stammen,  enthalten  im  Akrostichon  den  Namen  des  Stückes. 
Ke  Iliae  Latina  (im  1.  Jahrhundert  n.  Chr.)  beginnt  mit  dem  Akrostichon 
talicu«  und  schHuKHt  mit  Scripsit.  Zur  vollen  Herrschaft  gelangte  dio 
Lkrosticliis  bei  den  christlichen  Dichtern  der  Lateiner  und  äriechen, 
IHirst  bei  Commodianns  und  Methodios.  Das»  die  Anwendung  akro- 
tichiacher  Künste  auch  In  der  Protta  nicht  vorscbmälit  wurdu,  beweisen 
i'hilostorgioH,  der  die  AnRinge  »einer  13  Bücher  Kirchengeschichte  mit 
Uin  12  Buchstaben  seines  Namens  verziert  hat,")  der  Filrstenspiegel  des 
hgapetos  (s.  §  190),  die  Paränese  des  Kaisers  Basilios  (a.  g  191)  und 
Rikephoros  Kallistos  Xantliopulos;  die  18  Bücher  seiner  Kirchen- 
jwchicht«  hab«n  dio  Aki-oslichis  iVfx'^y«^»«'  KuXllctttv,  und  Nikephoroi* 
triü&rt  8elbst>  dass  er  dio  Äkrostichis  angewandt  habe,  um  sein  Werk 
W  Vornii»chung  mit  fremden  Schriften  zu  bewahren.')  Auch  in  der  nicht* 
MirgiBchea  Poeeie  Act  byzantinischen  Zeit  trifft  man  die  Akrostichis.    Sie 


■JB.Diela.Sibj'llJBiaebeBiiltUr.  Borlin 
««S.  111  S.  auch  der  Text  der  Orftic«! 
ediert  »I. 
*J  Es  Ist  hier  nicht  der  Ott  uuf  diu  Er- 
Ulnoj  Dsd  Emandation  di«««r  angeiiaclieln' 
!ltkT<rdi>rb«ii«nStall«DBL«r(<iiuuguh6i].  Vgl. 
W.  He*»r.  e.  •.  0.  &»:o  iiad  II.  Diela, 

I. «.  0.  a  2&  ff. 

')  Vgl.  Chriet.Orioch.  Liti'8S90;«8 
n.  fiele,  a.  e.  0.  S.  34. 


')  Ediert  im  CIO  4S79  {(.);  daiiii  Ik^I 
Keibcl.  Rpi^nmmatn Oraeou Nr.  1040:  uud- 
tioli  nach  neuer  besserer  IiVHUug  bei  J.  K. 
SitlingtonStorrett.TheWolfotfipeditJDu 
te  Aain  Minor.  Basion  IS8S  S.  812  ff. 

'I  Bulego  bei  U,  Diela,  a.  e.  0.  S.  36. 

"1  8.  dcu  Beriulit  den  Photioe.  Cod.  40. 

')  Val.  deu  Artikel  Nioophorus  van  A, 
Ehrhara  im  Freiburgor  Eircheiilesikon  b' 
S.  200. 


700 


Briantinische  LUterftturg«Bcliiobt«.    IL  PoetXadi«  Littentnr. 


eracheint  z.  B.  in  cten  zalilreichcn  Spielarten  des  erbaulichen  Alpluleti,  i 
Ober  welche  im  niichiiiU>n  Abeclinitt  (§  297  Ann).  3)  gehandoU  »iH.  ' 
Kine  Steigt^i'ung  dvr  KUustvIci  besteht  darin,  diu«  man  boi  Strophta- 
gcdichten  nicht  bloss  den  ersten,  sondern  auch  den  zweiten,  ja  aaok  Docb 
don  dritten  Vera  mit  dem  b-effenden  Buchstaben  beginnen  liess  (Dopptl- 
uod  Tn|)elaki'o»tichi8].  Kndlich  hat  die  Akrostichis  in  die  vulg&rgrit* 
chische  Littc-rattir  Eingang  g(.'fundeii:  wir  treffen  sie  in  der  Iliu  de* 
Hermoniakos  und  in  den  'AX<fiißiitm  xntmvKuxoi  und  i^mttxoi  (s.  den  Ab- 
schnitt .Vulgärgriechische  Litteratur* ).  Selbst  heute  noch  scheint  no 
dem  Volksmundp  nicht  fremd  zu  sein.  Ein  in  Andins  wHhretid  derütbr- 
woche  gesungenes  angebliches  Volkslied  mit  alphabetischer  Aknwtidu 
veröfTentlichte  KarytttinakiB;*)  es  beginnt:  'A^x*i  %tw xiiafiov,  Baailn^  ffxnia, 
Aci'fhm  «  XfiiTtöf.     Vgl.  S.  25ß  f. 

Unuptflcliriften  lur  Oescliicht«  der  Akrostkiiiä:  W.  M«jer,  Anf«n|;  uti  Tr 
apniDg  dar  Intvin.  und  grioclt.  rythmisch«ii  Oiclitung  (s.  S.  637  iuit«ii)  S.  STO  f.  ~  U.  b» I*. 
tjibj  lliuiuclK!  BlAltcr,  Barlin  ISäO  S.  2S— 87,  wo  S.  3$  Anm.  1  nocb  weitere  Ullento  vi 
eiiiigu  vci[i  Tublor  mitgotailln  rotnuiinch«  Iteispiolo  verwkliniit  sind, 

288.  Beim.  Zu  den  Kunstmitt>eln  der  rythmi^chen  Poesie  gehM 
auch  der  Keim.  In  den  Hymnen  des  Romanos,  im  Akathietos  <h>«S«r5ios 
und  in  dem  des  Anonymus,  sowie  in  vielen  der  späteren  Uymnen  KpiaU 
er  eine  unbestrittene  Rolle.  Als  Beispiel  folge  eine  Strophe  des  S»- 
manos:") 

Tit  ätnveas  ^   oi'k  iräfxiiai 
if  ifc  9tui/tj<lat  4:   't'*  iiQÖfttMt 

^^ft  l6y   Xfiaiör  ifi   Cp<f(>»-<i>  nurioiiiiO-ai-, 

P^  tär  Stir   Ifc    yraififl   xpattii/itrvi'  U,  a.  W. 

Zuweilen  bindet  der  Heim  nicht  bloss  die  entsprechenden  Langz«il«n.  «Or- 
dern auch  die  Kurzzoilen.  Er  ist  demnach  nur  ein  rhetorisches  Kun«t-j 
mittel    und   mit   dem    modernen    Keim   in   gleichzoiligen  Versei 
nicht  auf  gleiche  Stufe  zu  stellen.     In  den  gleichzeiÜgen  V«w«j 
der  griecliiscben  Acccntpoesie.  also  vor  allem  in  den  politischen  rfliif«4nh| 
silbern  fi>hlt  er;   hier   wird  er  erst  im    15.  Jalirhundert  aus  der  Tom»-! 
nischoii  Poesie  oingetTlhrt,*}     Das  Vorbild   dieses    rhetorisehon  Hein«  id 
in  der  altgriechischen   Poesie  und  Prosa  zu  suchen.    Schon  bei  HoB*f 
und  den  Tragikern,  hei  Platon,  Isokrates  u.  a.  finden  sich  unverteon- 
bare  Beispido  beabsichtigter  Assonanzen.     Zur  vollen  Ausbildung  g^tVfi 
diese  Eigentümlichkeit   in   der   Kirchenpros«.      Im  Kpilog   des   Briefe«  •>, 
Dioguetos.   der  wabrocheinlich  im  2.  Jahrhundert  eiit^itanden  int,  lie 
man  z.  B.:') 

ovif     nlai'i;  ilvyj(fairiZti<it 

ot'Ji  Eva  fStlpttai. 

«Uli  nafSiros  niCIti'Cdit 

xni  oiuiijifiiir  ^tixyviat 

Uni  nTtootoim  am-tfiiortoi 

xai  re  »vifiov  tiiiaga  nfotgxitai  u.  ».  w. 


I 


')  fsfia  1889  N.  608  8.  385.  Doch  kann 
das  Lied  w«iii)c»lenii  in  der  mitgelcilten  F«»- 
Biinp  unmöjtlidi  wirklicli  vuHuinUasig  sein. 

'f  Pilrn.  Ansl.  S«cra  l  S.  S»2. 


>)  W.Moror.  k.  k.0.S5&ff.  VglJl 
toh'i,  A.  a.  0.  190  ff.  und  Bonvr,  *.L' 
825  ff. 

')  W.  Hejor.  ».  «.  0.  37^ 


'SIrebeapoeBie.    B.  Di«  Parm  der  rythm.  Eirohendlebtniig.    (|g  288—900)     701 


D  eioer  Homiliö  dm  Soplironios  «troicht  die  Assonanz  und  Isokolie  eine» 
U,  <lasH  man  einen  regelreclitcn  Hymnus  zu  lesen  glaubt  z.  B.: 

^J^^  Xiii'poiV.  ui  /"?"<  i'it  inoi'Qariov  ytrv^igia, 

^^^^  ^iiifoic,  w  /"^f  i>j(  ii.Vftniroi'  irnpRi'iiDc  ii,  8.  w,') 

W  Solchen  Aasnnan/en  in  der  Prosa  war  kein  grosser  Schritt  zur  An- 
niilnng  des  rhetorischen  Reim«»  in  der  Poesie.  FUr  die  rythmisclic 
Icbtung  war  dersflhe  »ölir  wichtig;  denn  bei  ungleichen  Versen,  die  nach 
na  l'rinzip  der  Silbeuzählung  gi-baul  isind,  worden  guwis»»  Markstuinu  der 
tuen  erforderlich,  damit  die  Gliederung  des  Gedichtes  dem  Gefilhle  des 
Brer»  fa^flbar  wird  und  nicht  alles  ineinander  verfliesat  wie  in  der 
neu.') 

tVgl.  v«ni*bmticli  die  obun  xiljcrloo  Scliririon  van  VV.  Moyni  un<l  ¥..  Üouvy.  - 
AMOBitttroimo  beim  l'ntriarclnm  Frokloii  liamlolt  A.  Kir[iif.iiikov.  HniinpioHo  im 
lihihuiKlnri.  Et.  Z.  I  (1S92|  527 — .'i30.  —  Uobcr  i-boiiBolchc  im  Kllratunspiogol  den  Ab«- 
tw  «.  K.  Ptichtei.  B.  Z.  2  HS93J  4:il -460.  -  Uubor  Aasuiiansfo,  Boimvnr- 
iblingnoK  u.  ».  w.  in  der  ahgriooiiiai?iii!u  I'oheuu  uiid  Prcisa:  J.  Uustaffiiou.  Uo  vocum 
■«•■ikU*  Ura0cia  connuijantiH.  Acta  suvk-t.  «duDljurum  t'enniiMte  II  (1880)  21)3—327.  ~ 
tt»  Dingcldeiu,  QlvioliblanK  und  Reinj  in  uiittkor  Pu(«iK.  Progr..  Büdingen  1888  8.  10  (F. 
Ottu  liin)Eelduin.  Der  Reim  bei  dou  üri«phon  und  Kllinern.  Leipzig  lä92.  ~-  J.  Lii 
oche.  K«ini  und  AllitetatiüO  iu  der  Kmdiiflrlien  PnMio.  Znilsdir.  f.  d.  Qsturrciuh,  Oyiii- 
■ien  36  (1896)  821—327.  --  Zur  fioscliiditn  de«  KniiiiB  in  der  Intpinischen  Poosiu  s.  Ad. 
ttttt.  Allgameine  Geschiciit«  der  T.itterntiir  des  Miltclultora  im  Abendliuidn  I' (IHfjl^)  2>'>0  f. 
it  MBal  (s.  des  Index  s.  V.).  —  Vgl.  mich  Fr.  lllass.  Uermeneutik  und  Kritik.  Hniid- 
idi  d.  klMK.  Allortumitwiw.   1*  (I8!>:J) -^1-  2S-I.  und  die  dortselbsl  iingoruhrti'  Littornliir, 

289.   Oleiclizeilige  rTthmische  Gedicht«  kommen   nur   selten  und 

rrt  in  spÄter  Zeit    vor.     Hieher   gehüren  das  'Siidd^wv  xaiayvxitxöv    de» 

Mserb  IrtKin,')  der  J'/tmi  i»  n^<ia(ünoi<  Baaikn'ov  ätaiuiov  de»  Patriarcliun 

hottos')  u.  a.     In  dem  Gedichte  des  Leon,  das  aus  189  (bei  Christ  150) 

eden   zu  je   8  Silben  besteht,   ist   eine   bestimmte  Zuilcnart   der   quanti- 

erenden  Poesie  nachgeahmt.     Audi  in  dem  Gedichte  des  Photios  scheint 

M  anakreontisclio  /eile  die  Grundlage  zu    bilden.     Wenn  diese  kleinen 

MdiZL^iligen  Ge<lichte    ali^  private  Versuche  ohne  litterarhistoriächo  Be- 

nlang  «rKtbeiuen,   so   hat  eine  andere  glcichzeilige  Vi^ruart  der  accen- 

iwrenden  Poaste  im  späteren  Mittelalter  fast  die  ganze  Litteratur  erobert, 

n  sogenannte  politische  Vers.     Über  diesen  s.  H.  tiTiü  S. 

Im  LicgMiMIx  zu  W.  Meyor  erblickt  U.  ürimtn«  (in  dur  S.  thU  «itiorton  Scbrilt 
,  n  f.)  m  Odarion  dea  I.uon,  dem  Rosiliusliyniniis  des  Pbulioa  und  dem  (Jubete  des 
cknsM  von  DtnisakiHi  Nncbbildun^t'n  liAalsg  vurkoniineiidL-r  Hyrisclier  MuHl«r.  Mir 
tWnl  dan  aua  iiiiiHr«li  OrDudoii  umvoJirscIiciiilauh.  —  Interessaul  äind  die  rytbmiscben 
iBtcTconlica  von  8  Silben  mit  dem  Aeceut  iiuf  der  4,  und  7,  Sitlie  in  ein«in  Oebnie  in 
«  Viu  ile«  hl.  Johann«»  von  Dninasko«,  K,  Buavy ,  Anarn^nnt.iqupR  toni[|ne»  dnn«  In  vio 
tä  J«ui  Oanaac^ae,  B.  Z.  2  M898)  110  f. 

890.  Sprache.  I>ie  StabilitSl.  welche  die  byziintinische  Schriftsprache 
n  allgemeint'n  churakterii^iert,  ist  auch  iu  der  Sprache  der  Kirchen- 
lichter bemerkbar.  Doch  konnten  bei  einer  Gattung,  die  sich  auf  einen 
•  kagen  Zeitraum  nnd  so  zahlreiche  Autoren  verteilt,  sprachliche  und 


')  Boavy  S.  109;  cbonda  8.  IM  ff.  boR' 
igt  ll«ä*)ii«lt>  rj-thmiiiftlMr  Eh-oM.  Iloion- 
n  deullicb  Bind  die  Amontinien  ii.  n.  bei 
aiogio«.  Uiguc.  I'olrol.  KT.  »4.  2913  (T. 

J)  W.  Vajrei.  a.  a.  0.  S.  iHb. 


•)  Ed-  Matranga.  Anecd.  2,  6S3  und 
Chrial.  Antliolugin  ä.  48. 

•1  Ed.  Chiiat,  Antliulogia  S.  50.  V^l. 
nein«  Proleg.  S.  28 ;  80.  Zu  bcidoii  (J«dicliteu 
vgl.  W.  Meyer  8.  816  ff. 


702 


EBBtlätBeB«  titter atnrgMolii cht«.    H.  PoetiMbo  LdttarKtsr. 


namentlich  fitilistisohe  Differenzen  nicht  auableihen.     Wio  in   dtr  hytui- 
tiiiisdion  Prosa  ro  vollzog  t«ich  auch  hier  bei  aller  ßteichfSrmigkeit  durtb 
diu  Zeit  und  diir<.')i  iiidividucllcs  Homtihen  eiue  wenn  auch  nicht  aehr  aitf- 
fttllende  innere  Entwickolung.   Bi»  jetzt  sind  ß^üich  nur  die  aUgeRieiiut<>n 
Tliatsachen  erkennbar.    Die  alk'n  Dichtern  gemeinsamo  tipradilivhv  Gnuui- 
Inge,  die  durch  die  Stoffe  selbst  bedingt  war,  bilden  die  Schriften  des  alten 
und   nouün  Bunde»  sowie  die  Kirchenv&ter.     Im  Übrigen   macht  sich  der 
DualismuH,  der  dio  Prosa  beherrscht,  auch    hier   fühlbar;    wir  unter- 
scheiden nämiicti  eine  strengoro,  schulniäsaige,  sogar  mit  aJt«n  Diali-kt- 
formon  aufgeputzte  und  ein«  einfachere,  dem  volksimUtiigtin  Vorstftndni* 
nilhcr  st«hcnde  Stilgattung.     Vertreter  der  ©rsteren   sind   vor  allem  die 
filtontcn  christlicliou  Dichter,  welch©  auch  in  ihrer  Metrik  mit  wenigen 
Auttnahmvn  der  klassischen  Tradition  folgen,    wio  Clemens   von  Ale- 
xandria, Gregor  von  Nazianü,  Synesios  u.  s.  w.     Von  den  Spätereo 
gehilreii  hieher  Sophronios,  .)ohannes  von  Damaakoa,  Kosmas  u.  ik 
HH)i[>tly|)u»  filr  die  zweite  Gattung  ist  Itomanos,  der  sich   nicht  nor 
durch  die  grOssto  Einfachheit  des  Satzbauos  ausiietchiiot,  aondent  aucli  ia 
der  Formoitlohre  und  im  Wörtorbucho  eine  Annäherung  an  da«  Volb- 
niSasigp  nicht  scheut.    Bei  ihm  treffen  wir  schon  Analogiebildungen  wit 
,'Jttii]ttti  flir  .'Jat-fTv,  Spuren  des  vulgftrgriechtBchen  absoluten   Partizipi  in 
der  liiliifigcn  Konstruktion  dos  Neutrum  Singuhtris  mit  einem  Partizip  auf 
-fina,   z,    B.  (TÜjiirt  —  oria.    Manche  Lizenzen  gestatteten  sich  di«  U^ 
luden  wegen  des  Metrums;  daher  findet  man  oiar  und  f'ä*  bald  mit  dam 
Konjunktiv,  bald  mit  dem  Indikativ  verbunden,  den  Vokativ  aüttf  otbanj 
(Twii;p,  Ovyiiß  neben  Ovyäti^p,  rtätt^  neben  Tanjp  u.  9.  w.    Woniger 
fällig  ist  die  häufige  Verbindung  eines  Superlativs  in  der  UaskaÜn/ar 
mit  einem  Substantiv  weiblichen  Ooschlecht«s  z.  B.  dvaui^cttnor  fS 
u,  s.  w, ;  denn  Ähnliches  liahen  schon  Homer,  Thukydides  und  andere 
Autoren.')   Im  grossen  und  ganzen  bowaliren  auch  die  Melnden  deslreiorMJ 
Stile  eine  richtige  Mitte;  sie  bleiben  dem  Volke  venttJtndlich ,  ohne 
von  der  dem  erhabenen  Gegenstände   angemessenen  Würde  prci«zog(*ÄI 
Dio  nicht  unbedeutenden  Differenzen  innerhalb  dieser  Gruppe,  insbeMndM] 
das  sprachliche  Verhältnis  der  Stiiditen  7U  Komanos  und  den  flbrig«| 
Slteron  Moloden,  bedürfen  noch  der  Unteri>uohung. 

291.  ürspnmg  der  rythmiBchen  Poesie.  Über  die  Herkunft  dtfl 
rytbmischen  Form  gab  m  früher  zwei  Hypothesen.  Nach  der  einfo  be-J 
stand  rythmische  oder  vielmehr  durch  den  Aecent  bestimmte  Dichtung  kMuJ 
in  alter  Zeit  bei  dem  ungebildeten  griechischen  Volke  neben  der  gelelirlm-o, 
auf  der  Quantität  beruhenden  Poesie.  Da  es  jedoch  an  sicheren  Bcw«««  | 
für  diese  Hypothese  mangelt,")   hat  sie  wenig  AnhSnger  gefunden')  umj 


'}  Belege  bei  Unavy,  r.  h.  0.  S.  801. 
8,  i.  B,  Thulijd,  ed.  CUseen  IIJ  89.  Uelier 
ein»  Alinliübe  Erscheinung  (das  Sclicma  lür 
näXiiur  tiittyruixöimi')  ».  Lobeck,  Agluo- 
phomus,  KOniftHborg  1829  S.  210  ff. 

')  Vgl.  Fr.  Rilsohl.  Üpueou!«  1  (ISSfl) 
208-299,  und  W,  Wagnor,  Modicvnl  (Irnnk 
taxta,  London  IS70  S.  I  ff.     M«tri»cbo   Kr- 


kUning  des  leebMehM  MaUenliedM.M'' 
sich  Ititschl  BtDtzbi.  mn  V.  v.  WilaBo«'**'! 
MUllondorrr,  UorrDe«  23  (16901  SIT. 

>)  Zu  ihnen  i^ehßrt  t.  ü.  St«»#B»«<.] 
a.  A.  O.  S.  520:  .L'aocent  ^ni  moI 
Bur  les  maasM  et  wovoqnatt  Im  ~ 
ttona  ou  lea  slffleta  aea  ampliiUi^ 
<lc  Uiui  lenipa  Time  d«  Ia  pvitit 


L  EircfaflBpMBi«.    B.  Die  toim  der  rftbrnisohea  Sirchen  dichtnng.    [§  SÄI^TOS 


darf,  wie  dio  ihr  verwandte  BehauptutiK,  das  Ncugriochisclio  liabo  schon 
Ip  alt^tichiHvliüi-  Zeit  im  Volkflinttiide  bomtaiiilen.  oliiio  woitore  Eröi-tcruiig 
n  Seit«  geschoben  werrfen.    Verlot^konJer  Bc-luen  dio  zweite  Erklärungs- 
weime:  Als  die  Unt«it(cIioiduiig  dw  kurzen  und   langen  Silben,    d.  h,  der 
Quantitit,  albnftiiücli  vt-rluren  ging  und  in  der  lebendigen  Sprache  nur  noch 
dor  Accvnt  herrschte,  sei  an  Stelle  der  alten  Quantitätspoesie  die  Accenl^ 
poeeJe   getreten.      Daas  die  genannte  Veränderung  der  Au»Bpraohe  viel 
ilter   ist  als   die  ersten  Spuren  der  lytbniiachen  Poesie,  würde  diese  Er- 
kiimng   nicht  hindern;   denn   von    der   langsamen    Veriindening   der  Aus- 
sprocbe  bis  zu  einer  auf  sie  ge»tDtxten  Neuschaffung  einer  poetischen  Form 
Ut  ein  sehr  weiter  Schritt,  der  keineswegs  sofort  gemacht  werden  musste. 
Viel  grfwsere  Schwicrigkeiton  bereitet  eine  andere  Erwägung.     Wäre  dio 
rythmisi-he  Poesie  geraden  Weges  aus  der  quantitierenden  hervorgegangen, 
to  wäre  zu  erwarten,  dass  man  einfach  an  Stelle  der  langen  und  kurzen 
SUben  die  stark   betonten  und   die  schwach  betonten  gesetzt,  d.  h.  dnsK 
man  die  alten  JAmbischoii,  truchiüsdimi  und  anderen  Ziiliii  mich  dem  neuen 
Prinzip  de»  Äccent*t  uucbgebildt>t  hätte.     Statt  des  alten,  nach  der  tjuan- 
titit  gebauten  Trimeters  erwarteten  wir  also  einen  nach  dem  Accent  go- 
Wuten;    so    lesen    wir  z.    ß.   auf  lateinischen    Grabinschriften   nach   dem 
Wortaccent  betonte  Nachbildungen  dos  quantitierenden  Hexameters  wie: 
£Ü  inoriti«  incentum  püs  laus  datur  uepulchri,     Allein  merkwürdigerweise 
lll  dieses  scheinbar  »o    nahe    liegende  Verfahren,   welches  Opitz  ftlr  die 
deutache  Nachbildung  antiker  Strophen  eingeführt  hat,  nicht  eingeschlagen 
Worden.     Von  einer  Nachbildung  bestimmter  Verszeilen,  ja  auch 
nar  bestimmter  VorsfUsso  der  quantitierenden  Metrik  ist  in  der 
rythmischcn  Dichtung  koino  Spur.     Die  zuletzt  noch  von  Deutsch- 
naon')   und  einigen   Griechen*)   verteidigte  Anschauung,    die  Kythmen- 
ilichtung  sei  aus  einer  Nachahmung  altgriechischer  Formen  entstanden, 
widerspricht   den  Thai>«achen  und  ist  vnllig    ausgeechloaaen.    Eine  wirk- 
liche Nachbildung  einer  alten  Zeilenart  ist,    von  unbedeutenden  einzelnen 
Verwehen  wie  den  Gedichten  des  Leon  und  Photios  abgesehen,   nur  der 
politische  Vers,  der  aber  erst  auftritt,  als  die  rythmische  Poesie  schon 
Bltlte  erreicht  hat.      Mithin  wird  auch    die  zweite  Hypothese  vom 
nprungc  der  rythmischen  Poesie  durch  die  Thatsachen  widerlegt.*) 
Nachdem  sich  so  dio  zwei  Erklärungen,  welche  die  rythmische  Poesie 
■k  «n  einheimisches  Erzeugnis  auffassten,  als  verfehlt  erwiesen  hatten, 
wurde  der  Versuch  gemacht,  sie  aus  semitischen  Vorbildtirn  abxuletton. 
Pitra,  Stevenson  und  Bouvy  äusserten  diese  Idee  nur  ganz  allgemein 
■ad  mit  vorsichtiger  Zurückhaltung:  Wilhelm  Meyer  hat  sie  mit  grosser 
lUohrNunkeit  methodisch  durehgeliihrt  und  zu  begründen  versucht:  Von 
dia  eemitischen  Christen,  welche  der  Quelle  des  Christentums  näher  standen 


■ihre 
mStm 


A  r4f*fM  d«  U  Aictkitite«  litU'rairo  d«  h 
Irt«  M  de  Born«,  ca  n'Mt  {»u  un  etrim«iit 
iw*i  ^m  aarglt ;  loiii  de  U,  e'sBt  un  prin- 


<^  WMBltollwiwot  popnlAire.  toojoura  vital, 
Mi  nto*\4  loBgtempi  far  raristucratic  do 
h  fnMdi«  «lAasifue,  ^m  ranent  k  U  sui-rac» 
•t  iv|ir«ii(l  a«  rcvanolM.* 


■)  A.  a.  0.  (i,  S.  657)  29:  Hbjthiiika 
oannina  at  politjca  et  hymnicn  codem  modu 
ex  imiUtion«  vet^mm  GraooDruni  nnta  aunt. 

')  Vgl.  S.  fi91. 

>)  W.  M  ej'er  S.  816;  318;  871 ;  a.  auch 
B00T7  S.  322  IT. 


704 


ByzantiaiMb»  Litt«ratarg«s«biclit«.    IL 


aU  A'm  tiricchoti  uiiil  LaU'iner,  sei   mit  dea  QuHtMttm  Ab 
Dichlungiiftimi    xu  i]«n  latt-inischen  ood  griedüaciba  Chriaten 
!  Sicher  «rwi«»en  uind    boi    den  S«mitCD    dw  »Iphsbetiscb«  Akriwtill 
tiiid  dor  Heim;  Hlkiin  die  Keim«  dieser  xwei  BiBtBttaBaUMilia  dari 
iiiiMihüii   Voetäv  linden  turlt.   wie  in  gg  ^^  f^   iatgüt^  wand», 
dvH  Orlechvti  und  Luteinern  so  deatüch  rorgeldiel,   daat;  Ar  aii 
Anniiltnio  cinei'  Kntleltnunfc  uuh  ik'r  Fremde  dnrdwu  bm^ 
Kclioint.     Aucti  w(-riii   di«  eine  oder  uodore  dieser 
vnlliger  Sichnrhvit  auf  ein  semitisches  VoriiBd  zarBdcgpftilirt  «wrdeii  I 
8»  wftro  dnmit  iiooli  k<xineHWGgH  die  EnÜebnnng  des  ganzen  Oeki«d 
ilor  rytlimim-lit-n  lJi<:litinig  cm'ieiiten.     Wenn    ■wir   aber   von  Ha« 
Ak  roitUt'hiK  ubHolmn,   ho   henttcht  Qlx<r   die  (inindg«Rets«  der  hc 
nnd  HyriHtrlicn  l'ooHi»  itnt«r  dun  OrienlaÜHb^s  d«*  hettigit«  Streit :  MlMid 
]irinzi|ii(tlli'ii   l'unklon  gehen  die  Meinungen  oodi  weit  Mwehnndg.') 
«tetii-n   wir   mitliiii    auf  einer  sehr  schwankenden  Oniodlaee:   a«]kd 
i]tiifiiKNend<-n   U<<li>hr8anikoil    W.  Meyers  ist  es  nicht  edtmgm, 
utiKi'cit'hunil    XU   t>(*roHtigen,    und  die   Ao^fUhningeo    d«a  OneaüSUitM 
(iriiiitiic.   der   W.  M<'yer  heiHtimmt   und   im  Mtucelnen    in   der 
winili8rh(<r  Vürl>ildor  noch  Qber  Meyer  hinausgeht,  Mfaeinea  bei 
ForHchori)   auf  Wid«i-»pructi   zu   gtoswn.     Solange   die  Orientalietat 
über  die  OniiidriK^crii  diT  lu'hräiKch-syriscIien  Metrik  nicht  geeinigt 
kann  eine  Ufwuihfühturig,  die  dooh  wesentlich  von  diT  richtigen 
diing  diener  Grundfragen  abhKngt,  nicht  überzeugeiL   Die  Frage  ist 
wohl  nouh  als  pine  offene  zn  befrachten. 

Wunig  gUnNtig   für  die   Hypothese  einer  einfachen  Entlehnsng 
der  Fremde   ist   die  kaum   mi  leugnende  Thataache,  dass  in  der  grie 
sehen    ltythiiioii|iqosie   eine    langsam«    Entwickeliing   von   kleiMD 
schwacheil  AnRlnyon  zu  gi'ösöter  Kunstfertigkeit  vorliegt.    Wftredasi 
ein  importierte«  Work,  so  hätten  wir  wohl  dn^i  plötzHchu  Atiflretett  f« 
Schöpfungen  zu  erwarten,  HhiiUch  wie  in  der  rümischen  Litter«tw  die  wn 
griiichiscben  Boden  verpllanzteit  Gattungen    sofort    im  westentUdiM  ib 
schlössen  erscheinen,   (legen  die  Entlehnung  spricht  ferner  der  sehr  he* 
deutende    LJiiterHchii'd  zwischen    der  griechischen   und  latvini* 
schon  Kirchendichtung.    Wäi-ö  sie  aus  dem  Orient  eingefUhrt.  w  ü' 
sich  wohl  gerade  in  den  fi-Uhesten  Fi-obon  derselben  auf  lAt<>inbchfni  on 
grischischem  Boden   eine   grosse  (1Ieichmfi«8igkeit   erwarleo').    Mjm  finll 
iwnr  die   Wirkung  oriontuliochcr   EinftOsH«  auf  die  griechische  Kirrhm 
diehtung  nicht  ableugnen  dürfen,  unsicher  bleibt  aber,  in  welcher  W*i«J 
in  welcher  Ausdehnung,  oh  auf  ilirektem  oder  indirektem  W*f«| 
wir  uns  dieselben  wirhi>ain  denken  mUasen.     Manche  Eigentflmlichktit  <kf 
hcbrÄischen  Poesie  wie  der  I'ai-allclismus.   die   kurzen  S«tj:glieder  kli«?'* 
auch  in  der  Septuagintu    »ach    und    wirkten    von  hier  auf  die  Kitrii«' 
dichtung  der  Griechen;  die  ttltesten  Akklamationen  wie  da«  ^of«  t'r  i'i)*i«  | 
U.  ■•  w.  stftmmon  aus  der  i'satmentllwrsetzung.    Wenn  f«iier  die  £xirf(*' 


')  BoBvy.  M.  R.  0.  S.  10  ff. 
■]  Urevv«.    Uauing.   (t«l. 


Au.   leS«.  1.  291. 


le.    B.  ifia  Form  dar  rfth mischen  Kirch eBdicbtiing,    (§  2dl)     705 


tark  rythmiscIi^D  Prosa  voll  Assonanzen  und  kurzer,  gleioh- 
ir  SuUti'ÜL'  »chon  bt*i  hiädnischen  Profanautoreii  und  noch  mehr  in 
ituagintu  uml  boi  christlu-lien  Schriftstellern  zweifellos  imt,  »a  iiiuss 
ihr  erwogen  werden,  ob  nicht  hier  dor  orste  und  wahre  Aua- 
>UDkt  zu  Huchen  ist;  die  oinzigi»,  durch  die  Bekannt»ehiift  mit  der 
Lyrik  sehr  nahe  j^erückte  Idee  dtT  öfteren,  ^trophenmäsaigen 
faolung  des  rythnüschen  Prosasatzes  gentigte,  um  den  Übergang  3!ur 
ichen  Poesie  zu  vollziehen,  die  ja  von  den  Uriechcn  t^'^lbat  noch 
«lalter  nur  als  eine  Abart  von  Pros»  betrachtet  wurde.  Daneben 
nmorhin  die  Bekanntschaft  mit  dem  syrisch-hebriÜHchen  Kirchen- 
mitgewirkt, kann  die  Bewegung  beschleunigt  oder  in  ihrer  Richtung 
88t  haben.  AJs  in  der  lebendigen  Sprache  die  Unterscheidung  der 
■t  verloren  gegangen  war,  niu.'<»te  die  Dichtung  ganz  von  f^elbst 
U»  Form  aufsuchen,  wie  die  l*jlaiize,  der  auf  einer  Seite  Bodca 
ht  entzogen  wird,  «ich  instinktiv  nach  der  andeni  Seite  hinwendet 
rt  ihren  Lebensbedingungen  nachstrebt.  FUr  lebendigen,  berz- 
iden  (ienang  war  die  quantitierende  Poeste  völlig  unbrauchbar  go- 
;  «1>  natDrIicher  Ersatz  bot  sich  zunSrhüt  eine  rythmisch  au.tge- 
Prosa.  die  durch  Verfeinerung  der  Assonanzen  und  durch  die 
bolang  gleicher  Komplexe  »ich  zur  rythmi»chcn  Poot<ie  erhob.') 
ie  rythmische  Poesie  mit  dem  Christentum  auftrat  und  auch 
auf  die  Kirche  beschränkt  blieb,  kann  ftlr  den  Ursprung  schwer- 
KA»  beweinen;  denn  es  ist  natürlich,  daas  der  konsequente  und 
htjilose  Bruch  mit  der  huidniscbeu  Tradition  zuerst  von  den  Christen 
•n  wurde,  die  auch  in  anderen  Beziehungen  ohne  Scheu  das  helle- 
Herkommen  tiberschritten.  In  den  Dichtungen  der  heidnischen 
n  und  nunli  in  den  clinstlichen  Prnfanpopsien,  die  nur  auf  gotehrto 
und  ästhetisches  Vergnügen  abzielten,  behauptete  sich  die  attx) 
idition  der  quantitierenden  Metrik. 

koptsclif  ift :  W,  Mvy«r.  Anfflng  nnd  Ursprung  der  lAt«ini8cIi<<n  und  pievlitaEhen 
b*o  Dtchtan^:  dngi'^oii  Dr«v«H,  DemtAchniAnn  und  Knwntjciahi,  s.  k,  O.  (8.  S.  657  f.). 
trt  Uriiniti»,  Ytti  Mrnplienhiin  in  den  G«di<-liton  KpliriUna  das  Syrers,  Mit  «inetn 
Obar  den  /luaminrnlinnf;  zwinrhnn  syrischoc  nml  byiuntiniBalier  llymaonronii. 
IM  t'riburgoiuna.  Tol.  II.  Krciburg  (St^hvolx)  IH93  (kämmt  fa  dorn  f^diliiiutn,  daM 
tkiMih*   Kftbmik    sowohl   iui    Vor«-   nia   im    älri>|)lienl)BU   uns  der    syhadicn   lior* 


tÜ^ 


B»i«r,  a.  m.  O.  R.  19  f.;  2Til. 


,  AlIntiuBntlwurliiR  IZ.    1.  «MI«.    2.  «ul. 


4b 


2.  Profanpoesie, 

292.  Vorbemerkung.  Die  Dbefsdnift 
wett«»t«n  Hiiiiiv  /u  vorntohen.  Wir  fassen  hier,  «ie  aAiB  thm  (8 
MgedeaUtt  int,  ullu  nicht!  iturgifwliv  Pociäe  zumnB«a.  die  nm  TA 
liebe  l*n>ran])oc'Kii!  itit,  zum  Tvil  itbor  auclt  rdigiUnn  OegoHettaAe  ti 
Dan  Dnt«rM'h<;i(len<lo  Merkmal  ist  hIm  weniger  der  Stoff  da  di«  AI 
und  Form.  Wilhn-nd  die  Kirchenpo^sie  dem  frakÜtAtm  Dattifail 
Krbauuiig  timl  t^ihcliuriK  dient  und  in  ihrer  Fonn  guu  n«»ii  üthil 
Kuhligt ,  vurfulgvo  diu  Werk»  der  zweiten  Abteilung  mo  UttenrisclM  % 
und  erBchoinen  als  mehr  oder  weniger  getreoe  Fortbildaagea  ai 
Oattungen.  Die  wichti^tit^  KonzesRion,  welche  die  bysaatünM^  F 
pocftie  dem  üeiftt«  ihrf.t  /Kitnltfi-N  macht«,  i«t  der  politische  Vst 
nun  mit  den  antiken  Metren  um  die  Herrschaft  «troitet  Bti  d«-A 
Ordnung;  des  ganzen  AbochDitles  erhob  BiL'h  die  Frage,  ob  die  poel 
Gattungen,  deren  (.'haraktcr  und  Geschichte  oben  (S.  G4I  ff.)  in  allen 
Zogen  geschildert  worden  ist,  nun  auch  in  der  i^peziellen  DatsteUn 
gesondert  werden  »ollen.  So  sehr  die  ByotomaÜKche  Betraehtoag 
Epoa,  Lyrik,  Drama,  lehrhafter  Poesie,  Satire  u.  a.  w,  sich  namentÜ 
ein  Handbuch  zu  empfohlen  schttint,  so  sprechen  doch  bei  der  byzantia 
Poesie  innere  und  SuRsere  Giilnde,  namentlich  der  eklekti^iche  (^ 
der  Dichter  und  der  Mangel  einer  gro)t»en,  deutlichen  Entwickelung 
halb  der  einzelnen  Artt^n,  gegen  die  strenge  Durohrübrung  der  Etdi 
Während  in  der  uUgrit;chischcn  Littcratur  die  schöne  GÜedoraug 
Gattungen  auf  der  Tliatsache  eines  organiachen  Wachstums  b 
niQsato  aie  hier  künotlich  erzwungen  werden.  Dadurch  ent-itündc  im 
eine  geHchichtUcb  unrichtige  Vorntelhmg  von  dem  Wesen  und  £iiti 
lungsgange  der  byzantiniedien  Poesie.  Die  Einsicht  in  ihren  verscli< 
mono«  Grundcharaktor  würde  durch  da«  willkürlich  enteugte  Tn 
eiucH  8clb»tändigen  Eigeulebens  der  Arten  gestSrt.  Nicht  wenig«*  a 
aind  die  praktischen  Bedenken  gegen  die  Anwendung  des  etdologj 
System«.  Kinertteits  niüsHton  die  meiüten  Poeten  in  mehrere  StOdti 
rissen  worden,  waa  dem  tektonischon  Prinzipe  des  ganzen  Buche«  \ 
epricht,  anderereeit«  kCinntcn  die  einzelnen  Fürher  doch  nur  sehr  unj 
mSaoig  ausgefüllt  und  abgerundet  werden.  Was  ftlr  einen  Sinn 
I.  B.  ein»  Abteilung  ftlr  dramatische  Dichtung,  dio   nahezu   mj 


^TTpKtfMipoMie.     f§  2Ö2)  ^^^^^^^70/ 

DDymon  Passion  beginnen  nnd  mit  (lp^ec1b(^n  wieder  nufItGron  mUfl»te? 
lenso  felilt  i^t>  auf  dem  G«>l>ivt«  de«  Honimi&  ati  pini'r  dauernden  und 
«ifharen  Entwicki>lung;  nat^hdcm  die  Gattung  über  ein  halbes  Jahr- 
Btond  braeti  gelegen  war,  erscheinen  auf  einmal  vier  Werke,  fant  imoliort 
irf  dunh  keine  Mittelglieder  mit  ihren  Vorbildern  verbnndon.  Am  dank- 
«nten  wäre  eine  tM'lbi'tAiidißc  Bc^tmchtung  dos  spfit^icichischen  und 
TunUniechen  Eptgrammee;   doch  konnte  um  dieser  einen  Art  willen 

r  allgemeine  Prinzip  nicht  durchbrochen  werden. 
An  einer  zusammenhängenden  Untersuchung  der  gesamten  byzan- 
ääwben  I*Tofani>ocsie  fehlt  es  noch.     Daher  konnten  die  Kntwickelungs- 
idafen.  die  inneren  Zusnmmeuhange,  die  wccIiBolseitigou  Beziehungen  und 
£0  KinllQBse  der  poeÜBchen  Arten  unter  «ieh  und  der  Proaalitteratur  imr 

Eeise  angedeutet  werden.  Wir  vornioL-hten  auch  hier  beim  besten 
und  den  höchsten  Ansprüchen  an  Zeit  und  Kraft  nur  eine  vor- 
Uebemicht  zu  geben,  die  zu  weiteren  Forschungen  anregen  mag. 
Was  aus  dem  6.  -lahrhundort,  mit  dorn  unsere  Darstellung  beginnt, 
Itt  Profanpoesien  zu  berichten  int,  hat  teils  schon  in  der  Litteratur- 
BUchte  von  Christ,  teils  in  der  Besprechung  der  Anthologien  (§  304) 
^m  geflmden.  Oeorgios  Pisides.  der  einzige  hervorragende  Profan- 
Hnr  des  7.  Jahrhunderts,  hat  ein  E)oppelgesicht:  einerseits  ist  er,  ab 
nr  letzte  Aual&ufcr  der  Schule  dos  Nonnos,  mit  dem  ausgehenden  Alter- 
jj|B  verbunden,  andrerseil«  bildet  er  für  die  Dichter  der  Folgezeit  das 
Hbt  bewunderte.  ei6-igst  nachgeahmte  Vorbild  und  spielt  dadurch  in  der 
IlMluchto  der  byzantinischen  l^ofanpnesie  eine  bedeutende  Kolle.  Nach 
tridc«  folgt  in  der  hollenisiercndcn  Dichtung  eine  grosse  Lücke,  die  durch 
Jojge  das  ijuantitiercnde  und  da«  ryliiniischc  System  verbindende  Gedichte 
Iw  Johannes  von  Damaskos  nur  notdürftig  auegefllllt  wird.  Erst  mit  dem 
I,  Jahrhundert  l>eginnt  in  der  Profanpoesie  wie  in  den  meisten  übrigen 
ttterenschen  Fächern  wieder  eine  i-egere  Thlitigkeit,  die  sich  jedoch  lungere 
Wt  fast  ausfit-hliesslicb  auf  die  Epigramnmtik  beschränkt.  Das  Verdienst 
bgr  Wiederbelebung  dieser  poetischen  Gattung  gebahrt  dem  Abte  Theo- 
laros  Studltea  (t  ^2G),  der  sich  den  Pisides  zum  Muster  nahm.  Bald 
nach  dem  Totie  dieses  lieldoomütigon  Verteidiger»  der  Bilder  beteiligte 
lieh  Kaiser  Theophiloa,  allerdings  auf  eine  »ehr  merkwürdige  Weise, 
U  der  eingrammatisdien  Poesie,  indem  er  den  Brttdern  Theophanes  und 
Ibtophiloa  zwClf  von  ihm  selbst  verfasste  Trimeter  auf  die  SUrne  brennen 
Ken.  Die  Entiihlung  der  näheren  Umst&nde  dieser  Bestrafung  zeigt,  wenn 
•h  aaf  Wahrheit  beruht,  dass  man  zur  Xeit  des  l'hcophilos,  obscbon  do- 
mb  die  Utterariacho  HoiiaisBance  kaum  bcgoimeu  hatte,  auf  metrische 
Brdllheit  gi-osses  Gewicht  legte.  Der  Kaiser  begleitete  seinen  Befehl 
■B  den  B^^amten  mit  den  Worten:  ,lTnd  wenn  die  Verse  nicht  gut  Hind, 
■•  kümmere  Dich  das  nicht!*  Kr  wussto  n&mlich,  dn.ss  die  zwei  Brüder 
Nb  gelehK  und  in  der  poetischen  Formoulchro  genau  bewandert  waren. 
Kb  Höfling  <?rlaubte  sich  den  schlechten  Witz:  ,Sie  verdienen  nicht  ein- 
nil,  dsas  di«  Verse  gut  seien."  ■)     Unter  Kaiser  Theophilus  und  seinem 


•)  Sl:]rlitiM  KrdreBM  ed.  Bonn.   2,  114— 117.     Zonorai  «d,  Dmit«rf  9.  400.    0*or- 

4i' 


H» 


i^iiua*i 


Caü», 


tfdrt«.  tvlm 
|>i*k«B  Tb  *•<•«••  M 
trat  iamil  xvsr  hm  4m 
k«i>  aalMwTorM«  a 
MiHk«'  CbIsIm.  GeonpM 


oad  Tcnmidte' 
(9<3— 969)  TCrtlutltcUi 
F  die  BmaähBM  von  EnUi] 
dir  doBfiektanc  berans,  brancfat» 
^  den  Diihte.  den  aocb  die 

WoriH«  flieii  ihnlicbe  i 


Oriaebe  Oedidit«  b«Aadea.     Weit  bfiber  stdit  ein  andenr  DidiUr 
dar  xw«it«a  BiUte  de*  10.  Jahriiimdeffta,  Jobaones  Geometres.  der 
rorn»kmSek  dan  Siftgraimm  nod  der  poetJschgn  Beechreibung  und 
zlfalung  widmAt«.     Im  11.  Jalubaadert  haben  Cbristopharoa  ronKyl 
IftQ«   nnd  JohanauB  Haoroptia  das  Sinn-   nod  GclegcDhetUg«diclit 
AUf  llfthu  Hoiner  BlQte  gebracht.     Vom  Atugang«  d«s  11.  Jalirbondert»  I 
XBin  Kode  der  hyzantiniscben  Periode  wird  die  t^oduktion  in  der 
ponde  maniijgfiiltig«r  und  reichhaltiger.    Zu  den  Epigrammen  und 
hRitopoi-Hien,    die  unvcrmiodeii  fortbestehen,   treten   nun   zaUloee, 
tAtllicIi  langweilige  LdhrgL-dicbt»,')  aii  denen  namvntlk-li  Michael 
J«>liaiuit-n  Tzotates,  Johunnc«  KutDateros  und  Manuel  Philes  teil  habes,  i 
groiwn    Uomane    des   Prodromoe,    ManaM<«s,    Niketaa    Eugenianos 
KuHtathioH  Hakrembolites,  die  Verschronikeu  d«e  ManAMt««  und  Eph 
die   »rhauliclu-n   und   moralischen  Gedichte  des  Pliilippoe  Solit 
und  (tuH  (ieorgiuH  Lapithos,  allegorische  Dichtungen  wie  daa  selb 
Work   duH  Mi'litetiiotes,   endlich  sogar  dramatische  Versuche  wie' 
Clir^fttUH  pntiona  und   die  Scheindrainen   de»  Manuel    Philott.     Wiiit 
iilmr,   lÜH  di«  Poe»ie  in   der  Komncnun-  und  PalAL-ulogeuzeit  an 
falli|jk<<it   und  Umfiuig  guwanu,   verlor  sie   an  innerer  Kraft  und  feij 
Iiidjvtduitlitilt.     AgathiaB,    GeorgtoB  Pisides.   Theodoros  Studit 
JohnniutH    üoometres,    Christophoros    von    Mytilone 
JuIiuniu'H  Mauropufl   bleiben   die   Hauptvortretcr  der   Profanpocüie 
griccIuBclien  Mitti^alters.     Bei    don   übrigen   weltlichen   Dichtem 
Hi>ltixt    oino   tiiicluiiclitigo    Betirk<i]ting   nur   weni^'    nach    Form   und  Ii 
Mrl'riiuliclu'H    /u    ontducken.     Mehr   aU    auf   anderen  Udiieten    der 
tinitohou  Litteratur  muss  man  hier  von  einer  abitolutcn  iUitlietiscItcn  W« 


iliui  MuiiHuboa  «tl.  Mumlt  TI4  f.  TlieopItaiMe 
i'iiiiitiiuutuii'i.V  Rone.  104' 106.  Lmu  Gnu- 
molUiM  vil.  Iluna.  tSt.  Di«M  CkraanlMi 
iNiWHr  I.IUIII  limniniktlko«)  gvlian  tM*ii  dm 
Ti<s(  Joi  V<4w  SkjrlrUM  ngl  lUui  noch 
■ir«i  w«it»rt>  »pigfiwttiwto  ZoosaiiM: 
litmt  Brl»f  ÜM-  iwci  .OoaaMiMton*  aa  Am 
hl.  MMh^dKM  viul  ili«  Antw«H  «Im  llaUdUM 
(nwili  Wi  tlljku  mL  Itiwn.  .■^).  [Nonr&lf 
tVtmvtM  (Im  Thvaptiilaa  m»i  awoh  M|Mnt 
Qluifltohrt  t.  H.   im   t'oil    Vindok  IksoL 


■)  Aatatr  bei  den  QriMiM4i  iat  dw  j 
«obnhMt,  «iawnMbslUMlM  SMb  nr  I 
Umo   KrlMsnng   in  Tmm  n  kkUMk! 
atMtdcm  hol  dta  iDdvrn  ttiH  ilUr  Zcili 
vcf bmitot.     Sm   MciiiIi«Tt  dort  bii  lof  I 
hc«tigMi  Tag.  nicfat  bloM  ia  Saaduiti 
Modkni   Mcb   in   ilaa  SuMlmtadral« 
Kalkfiaa,   iIm   nacb   nadi  der  alt« 
nlaHel  wtmknu    V§1.   E.  Cliv.  tlajl 
n*  Joaraal   •/  Iba  roval   .^9ulic 
N«w  SwiM  14  (1BS9)  »8  r. 


■--  J»-' 


irPröfBOpoeaie.    (§ 


bc^tzung  absehen  aM  sich  bemühen,  von  einem  relativen,  rein  wisson- 
BduftUclien  Standpunkt  ntis  Aie  FInclit  der  F^rnclu^iniingen  mit  doni  rcsig- 
^xarten,  aber  Ucb«vo1l  begierigen  Blicke  de»  Diilologcii,  deei  Kulturhtsto- 
MIm»,  deti  VQlkerptiychologen  zu  begleiten. 

I.  fiaTniiiDluuagBbeii:   TH^  Saninilitng«»  der  Epigramme  sind  zu  $  804  Dotierl. 
juntiDutclie  tiuniDne  mit  Aen  alt«ii  Itomanen  edd,  Pli,  Le  bs9  und  HoiaBonade  in 

üci  Seriptoroa.  Pari».  Didi-t   lf<.'>6;    wieder liolt   ISSb.    —    Ed.  II.  Ilurciiur,   ErotJtri 

B.  2  Bde.  I.ei(«i([,  BM.  Tniibner.  IS.^S  —  IK-M),  —  Andere  Saiiimelausgabea  eiiatioreii 

W Höschens w<<rt   inC   nuD&chst   eine   Sninniinng    der   (telegenh«itsdiclitiing«n 

Inlialt«.   die   einn   gute    Kigftnzan^    tu   den   Qlirigon   Geschieh tsqu eilen   bjld*u 

und   4>iMe  Sammlaog   der   in    die   Auaguben   der  Anthologie   Hiebt   HUfgQDomineneii 

tramme. 

S.  Zur  Usbetlittferung:   Eino  ZunamineiLatellung  der  Eiomtich   acltcnon    Hai,    die 

■iicha   ProCanpotwicn   tu    (iriliuHirer   Zahl    Überliefern ,    wltre   in   iimnuhcr    Hoxiahung 

eh.   Tontchmljch  konimou  gewiMt»  meist  aus  dem  13,  und  H.  .Iubrliiiiidi>rl  stiLin mundo 

DaBlbologivn  mit  vorwi«^enA  rhetorischem  Clmralcler  iii  Uetraobt.  die  Uiiaaerlich  durch 

I  GnwioktBvfoniittt .  da«  «iKentltmlicho  flkige   Papier  und  die  «chnOrkolliario  8chrift 

n  «rkeBiibar  taud.     Zur  Krl«icht«raug  der   Aufgabe  aoi«n   hjot  einige   SainmelhAS 

lUtinivcfaer    Profanpoeni^in   v^riniehnot.    die   idi   mir    gologontlirli    notiiirt   habe, 

A*  mar  WmIio  ein«a  ßichtpm  »nthnltan,  t.  R  die  xuhlrciohen  Elsa  den  Mnniinl  Pbiles. 

awCMckloiMa:    Athen.    1040   a.    14:    Äthou«.  3SU   e.   1(1;    Barber.  246  9.   II 

inli«cb(>   ^mmlung):    IJarber.    I    74    (eine   von   Leo    Allatius   voran «lall^ito  Sanun- 

>n  Kpiü"""!""»*:  Bnrber.  11   61   a.    13;  Barbor,    III  ^9;   Hnrbor.    IV  72; 

B«roco.  29  ■.  II:  BodL  Uaroec.  ÖU  a.  11;  Bodl.  Cnnun.  126  a.  15-16;  Bodl. 

II.  13«  a.  12:  Laur.  31.  2;  Laur.  82,  b2:  Latir.  Conv.  Soppr.  62T  a.  13;  Marc. 
14  und  XI  22  a.  14:  Neauol.  111.  A.  6  e.  14:  Paris,    IflSO  a.  14;  Paria.   IT20 

Paria,  anppl.  Kr.  8&4  e.  10;  Paris,  auppl,  gr.  690  s.  13:  ValJc.  Pal.  856  a.  14 

wiedor  in  Ueidt<tberg):  Vstic.  Pal.  367  a.  13,   ~   Für  die  Ueherlieferung  d«r  Epi- 

«tik    kommen   aacb  sahlroich«  Hss   von  Hailigonlebon  und  Homilien   in  Betracht, 

ji  sich  hiufljt  Epignimtn«   auf  Apostel,   Heilige  und  KirchonvAlor   zcratrout   finden, 

fi  DiMst  nur  boKflonl«  Stflek«.    Kinige  Proben  und  Notiien  nus  sQli<hoD  Hss  gnb  x.  B. 
ehuB.   Jiltitf  2  (1S85  — 1889)  584—586,  und  nnr/iiaxi}  ^ifiXioS^Kt/,   Athen  1880 
(»f.  79.  9»,   121  f.  128.  156  r..  1.59  (Veiso  dea  Nik<-ta.-.  Paphlngonl.   169  f.  190. 
Von   den    Dichtern   doa   6.   Jalirhundurta   werden   div   Epigriuuniutiker  im   $  304 
AoMordiim    ani    hier   auf   dvo    Anakreuuliker   Geurgioa   ürHrnmutikon 
DD.    der   im    Aufiuig   dea   6.    Jahrhundert«)    lebte.      Kr  TOrfiiBalv    in    acbtäitbigen 

^Ucn    Epithalaiuieu    und    pootiacbe    Moleton    l/itUttti).      8ein    LieblinK^lhema 

ii«  venwniedeann    Rollen,  welche  die  Rose  in   der  alten  MvlJiolo^ie  spielt,  z.  0. 

Mgle    «ohl   Ar««,    als    Aphrodite    durch    cinon    Rnnendnm    vorletzt    wnrde?      Was 

«Mil  Apoll«,  als  «r  bei  der  Vta-folgung  der  Dnphnc   durch  Roncndomen  anftcohulton 

>?     Was  u^«  Phnrdrn,  ala  sie  den  HippolytoH   mit  Itoni'n  bekrüiixt  nnh?     Viflleicht 

ihm  aucfa  daa  mvthologiache  Annkrcontikon   Kit  in   BQnvfiiiiiiir,  dnn  im  Cod.   Hnrb, 

!■  (inMnBiatikar  JitilavOot  |vun  U.  Weil  in   k6lov»ii(  <\.  h.  in  den  Niimon  dcd 

Dtdi   epiMh««    Di«liten  «mcudi^rtl   EUgeaohrioben    wird.     l)ic  liodichto    cIoh    licorg 

Hatranga.  An.  gr  2  ri850)  573  ff.,  649  tf.  -  Zum  Teil  wiodcrboll  von  TU.  Bergk. 

Irri«!  gra«oi  3  iISSTl  lUOfl-1108.    —    Daa   »edicht   d<^n   Oeorgioa  (Kotuthoa?) 

I  ilmui^iMi  ed.  Uatraii^a.  a.  a.  0.  3.  571  f.    Wiederlinit  von  Burgk,  a.  a.  0.  3,  10S7. 

i.  Kr.   Hansaaa.  Philologn».  Supplemontb,  5  (1980)  205  f.     -    D«s  »oorgins  Melete 

Ipollue  Vcrfoleitiig  d«r  Daphno  steht  im  Cod.   I.niir.  32,  .52  fol.  124    unter  dorn 

I  Konalantin  des  Sixilitira.  der  hier  nhi^r  nicht  Philosoph,  sondern  lirarnrnntikaa 

(tfi    {  302).     Gegen  dieao  Zuteilung  spricht  schon  der  Umstund,   dnss  in  dorselboo 

Ffii),   134''  dem  Kom^tantin  nuc^h  Vi>rse  nn  ileu  Kaiser  Isnak  Komnenosiugosebriebon 

tn,  die  ihm  aus  rlironologischen  (irQnden  nicht  gehören  kOnnen. 

i9i.    Qeorgioe  PieideB  {rnöf/yiog  ö  niaiAt^i).    nach    »einer  Heiinnt 

BU  benannt,  unter  Kaiser  Ueraklioi;  (610—641)  Diakon  der  Sophicn- 

und  Chartopbylax  in  Konstantinopel,  ist  der  beste  IVofuniHcblor 

liyzuntiniwhen  Zeil.     Seine  DarBt«llung   ist  einfach   und  verstäiidlicli, 

C"infl  Verse  flic«send  und  von  gi-osser  Korrektheit.     Auffallend  ist,    daas 
auch   ßr  die  rein  liijitori^cben  Gegenstände   ausi«chliess1ich   den  jam- 
Krimeter  verwendet.     Nur  iii  dem  Gedichte  über  da«  niensch- 


Wfh  Bfzaattoiacbe  Litt«r*targ«Bcbiotit«.    U.  Pootuche  Uttentar.         ^^M 

liclie  Lpboii   lint   ur   den  llexaiiiulor   »iid   xwar   in    <ipr  von  MnnDoi  pfl 

l)raucliten  Form  gewählt.    Die  formalen  Vorxiige  (ioe  Püudier«  blieben  udfl 

den  8päl«ren  Byzantinern   nicht  verborgen,  und  Pselloü  beantworW«  ifl 

yinem    ausRlhrüchon   Briefo    die    nn  ihn    gerichtete    Frage:     Tk  ^txj^M 

x(fth*ot,  ö  Ev^ntiSifi  i;  «  IhaiStfi;  Dem   Chroniston  Tbeophan«»  ifioall 

er  uIk  historische  Quelle;  aup&enlem   vorwertoten  ihn  vor  allein  Snidifl 

und  Txvtzo)).     Die  Oedichte  dea  Pisidt-s  behandeln  t«iU  po1itis*:li«  EraM 

itiftse  seiner  Zi-it,    teiU  philosophisch -theologiflofae  und   re-in  degmitistll 

Gegenstände;  dazu  kommen  Epigramme  und  sonstige  kluincre  St&ck«.  Wfl 

nennen  euerot  die  drei  historiäclien  Gedichte:    1.  Cbur  den  FelM 

xug  des  KaiHora  IlerakÜoB  gegen  diu  Perser:  Ei^  tijy  xuiä  Ihfsi^ 

ixaxumfiav  'UqaxXiluv  ror  ßaaikio)^,  in  drei  Abschnitten  («jf^wffHj),  ir«ril 

Pit<ide>!t  die  glücklichen  Kümpfe  de»  Heraklios  gegen   die  Peraer  sddiM 

(1093  Trimotcr).     2-   Ein  Uedicht  flher  den  Angriff  der  Avari^H 

Koii^tantiiKipcI    im   Juliro   626  und  die  Ahwchrung  desselben  danti^H 

Uitfe   der   hl.  Jungfrau:    £■';   "J>'   y*y>fiiri^v   fyo6ov   «mi-  ßa^ßägor  »iA  tU 

T^v   ai'täv  rnriox'Vtr  i'rm  Ixittaii  xoS   yn-vfurov   noXt'fiov  rtf  ti  ii*x»i  'S 

KKraiaitivDvntiXuui  [ina^r  'A^äfftof  xm  «cur  rruJtfrür  (Mt  Verw).    3.  HM 

rakliax:  'Uga»i.iäi  (;im  ti^  li^r  jtXtiav  rftüair  XoaQÖov  flatnJLAtt  OtftiU 

ein  Pancgjrrikue  auf  des  Kaiser»  Heraklio«  endgültigen  Sieg  Ober  CbosnNi 

(471  ViTBu  in  zwei  Akroasen).     4.  Doe  unifuttgreichKtii  Wvrk  diw  FiaiJll 

ist  sein  Ilexaemeron:  'EiuijttfQor  ^  nitaiiiiiiiri'n,  uin  philo»}phiscb-tbMfl 

logLiche»  Lehrgedicht  über  die  Erschaffung  der  Welt   mit  zahlrmiM 

Bozieliungcn  auf  die  Zeitgoschichto.    I)«r  schon  von  den  Alten  b«baiidilfl 

Vorwurf   (Ovid»  BletaniorphoHcn,   PhUon  iJ*Qi  xttoftonoiTai  a.  b.  w.)  UUfl 

ein  Iiieblingäthema  der  christlichen  Autoren;  Kommentare  zum  lIcsaMiH 

ron  gaben  lUailios  der  Grosse,  Gregor   von   Xyssa,   Epiphanios,  BiKtH 

von  Oonstantia  auf  Cypom  (4.  Jahrhundert),   KoHmas  liidikopleost«  U 

seinem    geographischen    Werko    (s.    §   171)    und    viele    andere.      PinAfl 

echlioüst  »ich    in  seinen    naturwisseuschafUivhen  Erklärungen   vonO^iA 

an    Aristoteles    an.       7.\i    beachten    ist     auch    sein     Verhiltnii  a 

Aelians  Varia  Hitttoria.     Von  dem  Uexaemeron    existiert  auch  ciH  id 

nionische  und  «ine  i.  J.  1385  von  Diniitri  i^graf  nach  einem  «llM<fl 

echen    Exemplar    ahgefaaete    slavisch-russische    ÜbersetzuDg.    B(iH 

stimmen    mehr   unter   sich    als   mit   unwrem    griechischen  Texte  Sbtc^fl 

(1910,  bei  Hercher  1894  Trimoter).     5.  Auf  die  Eitelkeit  des  LekuJ 

Elf  tot  ftätaior  ßiov  (262  Vorse),  «ine  elogischo  Betrachtuag  u<^^| 

Hugter  dos  Eociosiasten;    das  Gedicht   ist  dem  Patriarchen  Seqpi^^l 

w-idmvt,   auf  dessen  Veranlassung   es   auch   entstanden   zu  Bein  atWiB 

6.  Gegen  den  gottlosen  Severus  von  Antiochia:    A'nrn  ivaatßttM 

Stvi'iitov  Urtiox^iai  (726  Trlmeter).  ein  dogmatisches  Lehrgedicht  gigij 

den  Uäretiker  Severus,   der,  anfänglich  Advokat  in   B«r7to«.  M3  ^1 

Bischof  erhoben,    536  wegen  seiner  Irrlehre  verdammt  wurde.    ?■  t^ 

liymnus  auf  Christi  Auferstehung:   ßc  nji'  äyi'ni-  fop  A>«tw  ÖF"! 

ärmttaair,  um  628  abgefa8.<«t     8.  Ein  im  Anfong  vorstUnuuelttf  G«£dl 

nber  einen  hlsslichen  Menschen   nameos  Alypios,  das  mit    den  Sfptt* 

godiciiteii  dee  PseUos  (s.  S.  439  ff.)  zu  vvrgleicbeo  ist;  ein  GtKlkfat  ■• 


S.  Profutpoeoie.    (§  293) 


Vll 


Bslicli  der  Wiedereroberung  des  von  den  Persei-n  geraubten  Iil.  KreiiK- 
KlzcM  durch  Kaiser  Hirftklios  im  Jahre  628  (116  Trinieter);  eiiiü  Bo- 
KfiSBung  »11  II(<rnklioi«,  lil»  er  im  Jnhro  61U  den  Tyrannen  l'boktis 
^■rzto  and  seihst  den  Thron  bestieg  (89  Tiinmtor]:  ein  Pretsgedicht 
IS  den  Patrikio»  und  Statthalter  ßnnos  (IÖ8  Trimeter).  Diene 
ganze  (Jniptie  von  Hodiohten  überliefert  nur  der  herrliche  <'od.  Paris, 
«nppl.  gr.  690.  9.  Ei»  durch  Si^hwung  der  Darstellung  uml  Wohlklnng  der 
Verse  ausgezeichnet«*)  Gvdicht  Auf  da«  mcni^clilichu  Lühun:  £iV  'öv 
ttvü^rttwvir  ß4ov(9(Hlex&meU>r).  10.  Zahlrtücbe  janibiuchc  Kpigrammoüber 
^^MBtlicfae  und  prnfiine  Vorwurfe  z.  B.  Johannes  den  Vorläufer,  die  Heiligen 
'Voatna» und  Damianos (£iV  ro«'(«)'«''"'f  "''"*)'•'?''*'?). '■»'"egor  von Nazianz.üregor 
von  Xyma,  BnKÜios,  Pantclecmon  u.it.w.,  Moscüi,  einChri^tusbild.ein  Kirchen- 
thor, die  von  di<ni  Patriarchen  Sergios  ge»tiftete  Bibliothek,  ein  vom  Kai«or 
DeraklioiS  wiederhergestelltes  Bad,  den  Kaiser  Konstantin  (den  Sohn  des 
Reraklios),  die  Podagra  (ein  Liieblingsthema  der  byzantinischen  Epigram- 
matiker!) u.  8.  w.  Vmt  Epigramm  .An  sich  selbst"  (£t(  tavrör)  behandelt 
ein  Thema,  das  »eit  dun  grossen  Dichtungen  dot)  Gregor  von  Nazianz 
ihf)  töiv  trny  iavtöv  in  der  byzanÜnischon  Epigruniinatik  hiiulig  wieder- 
Dagegen  gehört  der  von  Querci  auf  Grund  einer  unzulänglichen 
sbination  dem  Pistdcs  zugeschriebene "f/iio;  ««itfiffiotf  nach  dem  Zeug- 
dcr  Haiid«chriften  dem  Patriarclien  Sergios  (s.  S.  671  f.). 

1.  Ansttüben:  ¥,i.  Qii«rct  in   der   von   Fr    '''og^ni  herausgegebcnon  SAmmlunK.' 
(.icontu  Pio>da«.  Tli<>oi)nwi  Dinroni  el  Carippi  Africnni  (irninmBlKi.  Itoninn  ITT'  (alu 

ri*  hifitociiw  R^Antiiinn  novn  oppiindix).    ~    Die   drei  hiatomclien  (Jcdit^liti?  nnch  im 

f  Cortiuia  vd.  von  I.  Ilokkor,    Bonn  1)436.     -    8lmtliohe  Werke   nnch  Qu<ii«i   und 

k«r  «riadcrholt  bei  Migno.  rnlrol.  gt.  92.  I16'i— 175S.  —    Hcxaemcron:  Ed.  jir.  Fr. 

r*l.  P«ri«  !&'**,  Uornacb  Oftur  wiederbult.   —    Zulebil   mit  lulili-ficliuu  Verbesserungen 

;V«B  R.  H*rcher  in:  Ltiiudii  Aeliaui  vnria  lüaturiu.  LipsiAO   l«6'),  vol.  2,  GU3— ßÖ':i.  — 

Bcili*  noaer  Gudiciite  (buB.  die    untor  Nr.  8  und  II)  HufKOzablten]  ud.  aus  doni  Cod, 

Mi|>pl.  IST.  CM)  L.  Slernbach.  ÜöurgÜ  Pisidse  caraiinn  iiieditfl,   Wiener  Studiou  11) 

>t)  1-63:  14  (1892)  51—68.  —  Reclit  wUnsohBnBwert  wilre  nun  ein»  GssamUuagabe, 

rtichrr  die  frQtier  bekannten  Sachen  and  die  bedeutenden  noii(<n  Funde  In  gereinigter 

mit  KommentHr  nnd  guten  Indicea  EiisatnmengcfHsst  würden. 

2.  Uobereetiangen:  LilUratuniacliwi^iBe  xur  armeniscben  Uoberaeteung  nnd 
huf  denuilben  mit  drm  griecbiachiin  und  aUviscbcn  Texte  von  Kmilio  TelB, 
»Mtto  di  <Siorgio  Pisido  soconda  la  antina  versionc  amtena.  Kondironli  della  R. 
■  4Ü  Lincei,  d«eae   di   auieniti;  mornli,  slor.  e  ülol..  Serie  V,,  vol.  II,.    pnrtd  I. 

I)  277—297  (Oll'  des  griechischen  Text  wird  hier  uussur  den  Druuki-n  uuvh  dor  Cod, 

KO  boigeiogm).  —  Die  stnvisrhe  Ueberscliiing  od.  J.  Sljapkin.  Uu  Uoxfto- 
itm  iieiMpoa  l'iaidea  in  ein^r  sloviacb-msaiecben  üebcrsetzung  vom  J.  1865,  in  den 
nilera  d«  allen  nusiecben  äcbriftluuis'  Nr.  Hit.  IV-ltTsbui):  ISk'i  Imir  unzu^tftnglich). 

J.  Slinpkia.   lleorKioa  Pisides   und   «'in  (iudidit   übor   die  Enw'halTung  dur  Welt  in 
■lNTiafli-nuHiacli«n  CeberBetxung;.  Juuni.   Min.   l^UU  ßd  269  Juni  S,  2t>i - -2'J4,  und  die 
Icaag  von    V.  Jagit.  Arob.  elav    Philol.  U  (1888)  C3T.    —   Lateiniacbe    Ueber- 
in  iW  Aosgabo  von  Mi^ne. 

3.  lltlfaniitte):  Is.  Hilberg.  E|iistola  critica  ad  T,  VableDum,  Wien  1877  S.  1& 
HexaeiiMron  V.  1S8).  —  Th.  ßirt.  Das  antike  Bachwee^n.  Berlin  1962  S.  SM  f. 
iän  abaonaeB  Ituctutmraug  de«  Hexaoinemn).  —  Znr  Beurteilung:  K.  liouvy,  Etnde 
■  ohgiuea  do  rytlime  lenique.  Nimee  l^8fl  S.  104— Ißt),  ^  /.ur  Metrik  und  Kritik: 
erer.   Zur  (iMchichte   des   griechischen    und   lateinischen    Hexometon.   .Sitinngiiber. 

Akad.  1684  R.  1019  (T.  -  Is.  Uilherg,  Wiener  ^Indien  8  (ISS6)  292-SOi  und  9 
*>207  -222,  "  I'.  Nikitin.  Bemerkungen  «um  Texte  des  lluxaemeron  dca  Li.  Pia., 
ara.  Min.  lft<8  Bd  255  Januar-  FebruAi'  S.  i-3H.  verwertet  für  die  Tcxtkrilik  die  atuviacha 
rabrurlning  dee  llcxavmvron.  —  Leo  ätornbiitb.  De  IJeürgio  Piaida  Nonui  äMtatere, 
Anabela  graeeo-Utinu  pbilulogis  Vindubonue  oongregatia  obtulerunt  coUugae  Cracuvienee« 


712 


Bfiantiaiscbe  LilUratarg«Mibiclit«.    Q.  P»«twch*  littaraUr. 


«I  LfloiHiliUnt,  Knlcnn  l^dS  S.  38  -  54.  Bi.  b«weMl  bl»,  4ui  4m  U«4lckl  K<  tit  *•*«••  ' 
■Fii'or  ^■W.  da»  (C  Hiller  nntpr  de«  WwtM  dM  Ibmal  FUI«a  HI  SS4-S«)  Ww» 
9«C*b«B  hau«,  in  d««-  Tkat  dem  Georgiaa  PaidM  filiBrt,  Mlgt.  iUbb  PisUm  wia«  Br» 
tiMtor  gaai  in  der  Ari  d«a  Nonnoa  gvbtnt  hat,  tiad  «U  an  SeUnai  don  kritiMb  giUifcmi» 
Tut  de«  Gedichtas.  -  V«li«r  ein«  fiübar  itrtlbnlMh  d*m  PiBid«sciigMckmbMi«  IU4t  id 
don  Mkrtrrw  ADaatsiik«  8.  S.  ISO. 

4.  lDiiuiR«hMi  Hwx.  R.  dM  Codd.  PaTJH.Sft93«.  Kund  Paria.  Bibl.  Maiaria«^ 
a.  16  gvht  iIbb  HniHeinrioa    dtui  PJaJdoH  (Unchlkii    untar    dam  Namea  das  KyrilloiT» 
Alosandricn.  und  uotor  djeanm  Namvn  int  diu  Werk  in  Haan  l.SBO    Mich  b«i>n<gtf()M^ 
wordaii  (nnch  Iga.  Uardt,  CaXtiopa  coäi.  maa  bibU  rogiae  Bsrar.  2,  263;  mir  ial  A« 
Auagabo  aiuugiUigticli).  I 

S94.  TheodosioB  der  Oranunatiker,  ein  gänzlich  anbokanntor  Manu 
der  sicher  weder  mit  dem  alte»  tirammatiker  dieses  Xamenü  nocli  dB 
'nicodosioK  DiakonOR,  dem  Autor  der  Akroasen  über  die  Einnahme  Kreton 
etwas  zu  tliiin  hat,  vivltoicht  aber  mit  dem  g  277  und  284  erwihntcn  RrkllM 
dor  Kirchi)riEioe«io  idontisch  ist.  vorfasetc  vin  Gt^dicht  (in  $0  Trimotorn)  QM 
eine  ihm  olTvnbar  ZL>it^i>nös8i»cbi>  Bolugerung  KonstantinopeU  dunw 
die  Araber.  Übertic-hrift  und  Anfang  lauten  in  der  einzigen  bis  jetxt  bH 
kaiinttn  Handwchrifi,  dem  Cod.  Bodl.  Miscetl.  142  (fol.  79'— 81').  n«* 
Verhifsaeruiig  der  ofTonkiindigen  Fehler;  (•ifoöoai'ov  toi'  f^aftftattnoi'  ati^ 
iC  {tinß«tr  fii  lä  ti^aßixd  TtXota,  otttv  tUor  aviti  li  X^iattarm  iv  tg  Kmf 
tfiamviivtriXti  jiaail^vnitfts  'Hpaxlffov  lor  &K>v*ß'>vi.  Ol  tür  fujinmi 
aav}uitii)v  Tili  rfiff^oron  etc.  Allein  der  Name  dee  Heraklios  honUl 
wie  LamproR  ikrt^ethan  hat,  hßchBt  walirscheinlich  anf  einem  Irrtam:  im 
Üedicht  bezieht  »ich  violmehr  auf  dio  zweite  Belagerung  KonstiBtil 
nopolK  durch  die  Arabor  im  Jahre  717  unter  Kaiser  I.eon  dffl 
Isaurler.  Dazu  HÜmmt  auch  der  Bau  der  Trimetcr,  die  sclion  duicH 
wegs  auf  der  vorletzten  Silbe  betont  sind.  I 

I.  Ed.  pr.  S|i.  P.  Lainproa,  'Imnei/r^  Miltirj,«!«.  Athen  1884  6.  1S9~HI.4 
Ebanili  a  141-144  ed.  Lamiiroa  hu»  liem  Cud  Vindob.  bist.  8r..4.S  (Naotll  M 
2J4— 215,  i'iii«  F'rdsacnSliliiiiK,  die  wicli  mif  i)ie«cll>e  ßeUsoniiiK  Kp"!»  h<>ji*ht.  TAti  um 
Anfnutt  ilMsellion  Uulen:  Itf^i  »jt  iXtiiateif  »tu  iiJioa(pai^q<  ttir  u^iior  'Jyafijnir  flJKJ 
laiv  Jiiirn  •■;(  OfoyailtiKtoi'  KnöXiuf.  "^  ^9X6  *^  ^aniititit  MofKH  rM'  l*aif*r  Iti  tM 
K6to>rot.     Vgl    jl  273  Anm.   1   IJ.  ■ 

S.   Ilvlinn  Rynkolloa  aus  Joruiuiloin,  ilor  nn<ih  Act  nmprof hctidnn  Verafllailg  iM 
W.  .^tiidninimil  im  «,  ,I«lirh.  lebte,  rnrfussti-  oin  rrbauliobos  Annkreuntikon  ['.^niMfMHWi^ 
i(«fnriijifiiDf|  und  uin  KliiRofjrilicIit  nn  aiob  selbst  (^(>^*>jn«i!>-  tU  iaviiiri,  buide tn  TianaMQ 
älroiihan  mit  nlpluibutiaplior  AkroslicUia.     Ed.  P,  ilnlraiigu,   An.  gr  2  (ISMl)  WI-HH 
-   Vgl.  Pr.   llutiaiien.  PhilologuB.  Siippleuieulb.  5  {l><89)  2U3.  I 

2!*'^.  Thoodoros  StuditeB,  der  .strenge  Aitket.  der  mutige  Verteidigfl 
der  BildiT  und  dt.'r  kirchlichen  Freiheit,  der  uucrmüdliebe  Enuahnef  UM 
Belehrer  Heiner  Mitbrüder,  ii^t  nach  seiner  persönlichen,  litterarisclien  «m 
kirchenpolitischen  Bedeutung  schon  von  Khrhard  im  Abschnitte  Ober  TImM 
logio  S.  1-17—151  au.sfflhrlich  gewflrdigt  worden.  Er  verdient  aber  «Uli 
in  der  Oeschichte  der  h>v.antiiii»chen  I'oesio  eine  aufmeritaame  Uetnofl 
tung.  Die  LUcke,  dio  in  der  byzantinischen  Epigraminatik  iwiccM 
Georgios  Pi^ide»  und  den  Dichtem  de»  10.  Jahrhundert«  klafft,  wird  Um 
nur  diireh  Thcodoros  Studites  ausgeflUlt.  Er  bildet  aber  nicht  bloss  «M 
Ldckenbii:«.scr:  ihm  gebührt  vometimlich  das  Verdienst,  die  in  dordanMl 
Zeit  von  der  Mitte  dea  7.  bis  zum  Endo  des  8.  Jahrhunderts  in  Vergoaall 
heit  geratoiiK  Kunst  der  Epigrantniatik  wieder  ins  Leben  gentfeMH 
duixh  geschickte  Aowondung  auf  aktuelle  (jegeutttJtode  wieder  leb«^|| 


a.  ProfanpoBBie.    {S|  29*-  295) 


713 


macht  zu  hitben.  Dto  Sinngodiclik'  des  Studitcs,  von  deren  B«1i«bthoit 
dl  jotKt  die  grosse  Zahl  alter  Huii(Whrjften  ein  k1ari>B  Zeugnia  ablegt, 
bcn  zweifellos  das  Verständnis  filr  diene  der  gnecluAclien  ßeistesart  zu- 
^nde,  aber  immerhin  etwas  ari^tokratietche  Litteratiirgattung  in  weiteren 
eisvo  vorbroit«t  und  die  hohe  BlUte  der  Kpigraniniatik  im  10. — 12.  Jahr- 
Ddert  wirksamst  vorbcri-ilel.  Wie  in  tlen  ßriefi^ti  dos  Studite«  »o  zeigt 
h  aach  in  .meinen  Kpigi'&mmeii  Energie  und  Krfindsunikeit  doH  Oeifitc«, 
jto  Humanität  und  innige  Gotteslicbe. 

{■inieodor  hatte  den  glücklichen  tiedanken  da.t  KWterleben  in  einem 
Uize  von  Sinngedichten  zu  beschreiben  und  zu  verherrlichen.  Wenn 
A  die  Wahl  dicsos  Vorwürfe»  vercitoben  will,  su  niuss  man  sich  die 
^heuere  kulturhistorische  und  soziale  Bedeutung  vergegenwärtigen, 
Icho  im  byzantinischen  Reiche  und  besonders  im  !).  Jahrhundert  da» 
iMter  betMiBS.  Theodoro»  berückinicbtigt  sowohl  die  allgemeinen  Voraus- 
Irongen  des  Lobens  der  WeltUburwindnng  und  Abgeschiedenheit  aU  auch 
I  einzelnen  Aint^'r.  Einrichtungen  und  WirkungHgebicte  des  Kloritertt. 
ir  finden  in  der  Sammlung  einen  freundlichen  Willkommgrnss  an  all«, 
t  4or  Welt  enbiagen  wollen;  dann  gedankenreiche  Sinngedichte  auf  den 
At  die  ünU>rgeheuen,  den  Chon-egenten,  den  Kirchonordner,  den  Ver- 
llter,  den  rroviantnioi«tßr,  dun  /uburciter  des  Frühstui^ket«  und  den  Koch, 

Kcbnoider  und  Sdiuliniacher,  die  Krankenwärter  und  die  Kranken,  die 
ecker,  den  Thorwächter,  den  Bruder,  der  zur  Seelaorge  fortgeht,  und 
n,  der  von  ihr  zurilckkebrt,  endlich  anf  die.  so  am  Kloster  vorüber- 
iben,  «uf  den  Wamiercr,  der  im  Kloster  einkehrt,  auf  da»  Schtafgeniach, 
if  die  Premdenherbergu  dos  Klosters  u.  s.  w.  Bei  der  UborniÜssigon  Herr- 
hafl,  welche  in  der  byzantinischen  Litteratur  die  loero  klingende  Khe- 
rik  und  die  ängstliche  hnitjition  fremder  Oeisteserzeugnisse  besitzt,  be- 
lirt  die  liediegcnbeit  des  Inhaltes  und  die  kühne  Selbständigkeit  der 
)nn  in  diesier  .Sammlung  dop|iclt  erfieuüch.  Was  Thoodoros  über  dio 
mannten  Vorwürfe  8Ugt,  beruht  einfach  auf  seiner  oigoncn  reiflichen 
hning.  seiner  feinen  sittlichen  Individualität  und  seiner  wannen  Bö- 
ig fQr  die  innerhche  und  äuHserlicbe  Hebung  dos  Klosterwesens. 
nt  die  Brüder  mit  heiligem  Krnste  zur  Oottesfiircht  und  Berufs- 
warnt  sie  mit  väterlicher  Fürsorge  vor  don  Gefahren  der  Welt, 
Cheut  aber  auch  vor  der  Erteilung  praktischer  Regeln  und  haus- 
kfrner  Vorschriften  nicht  zurUck.  So  erinnert  er  die  Schuhmacher  zu- 
daran,  daaa  sie  das  Handwerk  des  ht.  Paulus  betreiben  und  seinem 
nacheifernd  echte  Arbeiter  Ohri^ti  werden  sollen;  dann  aber  mahnt 
a,  nicht  auR  Bequemlichkeit  noch  bruuclibaros  Material  wegzuwerfen 
unvorteilhaft  znicuschneiden. 

Zu  dieoen  Klostorepigrammen,  in  denen  Theodoros  völlig  nnu   und 
eil  ist,  kommen  einige  Gruppen  von  Gedichten,   fUr  die  er  schon  in 
[Utcren  Litteratur.  besondere  bei  Georgios  Ilside«,  Vorbilder  und  An- 
igen  finden    kennte.     In  einer  Heilio   von  Epigrammen  feiert  er  die 
tüig«n  Bilder,   öfter  mit  polemischer  Beziehung  auf  den  Bildersturm, 
dem  er  selbst  mit  soiuein  Kloster  so  viel  zu  leiden  hatte.    Übrigens 
er  hier  durch  das  BeniUhen,  dogmatische  Lehren  der  Form  des  Sinn- 


7It 


Bjxantinwclie  Litteraturgoadücht«.    U.  Poelwob«  Lltt«rktar. 


gediclitos  niizupuii(«n,  gozwungt^n  und  trocken.  Zu  dieser  Gruppe  g^M 
micli  das  Epigrumm  auf  viii  mit  einer  Inldliolicn  Darstellung  gcscInnadEb? 
Qowebo  (£i'c  ^tixffi  ioKifi^itt'tvv).')  Mit  den  Bild«rpoesicii  verbinden  Hieb 
Epigramme  auf  Teile  einer  Kircho  wi«  den  AlUir,  da»  Thor  des  Xxrtboi. 
A&n  Heiligtum  \i.».v.,  auf  verschiedene  Kirchen  wie  die  der  liL  Gvtl«»- 
mutter,  de«  )il.  I'etros.  dos  hl.  ('hrysostomos  u.  8.  w.,  auf  das  von  einem 
gcwii^HL'n  Looii  gestiftet«  Männer-  und  Prauenkloster  und  mehren?  T*\W 
deaeelbun  wie  dus  Fremdcngomach  und  den  Friedhof,  auf  doi«  (ießtngDU 
Tov  Xaliiftov.  Dazu  kommen  mehrere  Orabischriften,  Epigranmt 
auf  verschiedene  Heilige  wie  Paulos,  DionysioB,  Bosilios,  Grt'gof  »on 
Naziaoz,  Chry.tnstomos,  Athanasios  u.  s.  w.  Kmllirh  ßnden  wir  bei  Tlie»» 
doro8  wie  früher  bei  Oeorgio»  Pisides  und  später  bei  Johannes  äeonaetru 
und  anderen  ein  Epigramm  an  sich  selbst  (£i;  iavtör).  VDllig  neu  scbcoit 
ein  Sinngedieht  auf  die  Laternen  {Hii  tä-;  y»ni<;)  und  wne  Maknis, 
deissig  die  Wandinseliriften  im  Kloster  ru  lejton.*)  Profane  Vorwürfe  kil 
Theodoraa  im  tiegonsat2  zu  seinem  Vorgänger  Georgios  Piside«  und  smimd 
Nachfolger  Johanne»  Ocomotre«  von  ^iner  Dichtung  ausgeschlossen.  Dir 
Schluss  der  Sammhing  bildet  in  dun  Handschriften  ein  von  «iitem  Gnke* 
kannton  verfasstes  hcxamotrifii-hcs  Epigramm  auf  Thoodoro»  Studit4»  i 
Das  Vonmiaes  der  Epigramme  ist  der  byzsntimHcho  Trimeter;  nnr  in  Hoa 
Kpigramme  (auf  die  MAnche)  hat  er  elegische  Distichen  gowfikli 
Umfang  der  einzelnen  Stücke  »ohwankt  zwischen  2  und  18  Versen: 
meisten  zählen  9—12  Vcmo.  Ausser  do»  Epigrammon  hat  Theoil 
Kirc'houlivdur  gedichtot.  Wir  haben  von  ihm  Hymnen  auf  den 
archen  Paulos  (4.  Jahrhundert),  die  Heiligen  Euthymios,  Ephräm,  The 
doros  8ykeotes,  Aemilianos,  Basilios,  AtJianasios,  Gregor  von  Nasin 
Epiphnnios,  Nikolaos.  Johannei^  Chrysostomos,  Theodoros  Stnttelatee  ■•  i 
und  Kanone»  auf  die  Verehrung  des  hl.  Kreuzes  und  auf  die  Wie 
herütellung  der  heiligen  Bilder. 

I.  Ausgaben:  A.  Die  Epi|^niiiiiiju  od.  Jac.  Airmoad.  Opera  varia  &  (naii 
753-778.  -  Wiedprliolt  l>ai  Migno.  PalT.il,  gr,  SQ.  1780-lSlS. 

B.  Di«  Hymnen  «d.  J,  U.  ritrn.  Annlt^c-Ia  8arTa  1  (18Tß)38G     8M.  —  Die  Kai 
(nach  Aunffilx^n  von  tlrctarr  und  Uaroniiis|  bei  Migaa.  l'atroL  gr.  M,  17&7— 1780. 

'i.  liiirmnitiol:  Vgl.  äie  S.  I-'iO  iiriKeflllirlo  l.ittoratur.  ~  Ueber  etnen  dOB  11*^| 
doro*  von  I'ilra  wiüirsHidnlidi  mit  [.'tiro^t  eugoteilten  Hfnaiia  s.  K.  K(Bi*bi<kK<| 
Htudien  xu  den  Legenden   doi  lil.  Tln-odusioa,  Sitsungtber  bajor.  Äk.  lt<92  8.  >W-*»| 

^,  öelinrlivfuruiig:  Di«  Hßa  der  Bpigramme  eJnd  Mlilmdi.     Wicklifi  mpJ  t  (LI 
die  Codd,  Paris   893  8    13  und    1018  s.  1(J;    Vtitic.  TüO;   Naapol.  II.  0.  30  i.  M _-} 
Im   C»d.  Paris.    1018,   «lincr  ecliSnen,   wahrarhtrinlich   au«    d«tn  Kloct«r  Studioii 
AUniiDPiidtin  •SnmnielhB   vnn  Werken  dos  Tboodoitm   Studito«,  «tofaen  oinig«  anuifMii  ' 
erninmi>  niif  'l'hcodaros,  nuf  seinen  Schiller  und  Nachfolger  Xauktalio«  a.  *.  w.,  «in  Bi< 
duH  ilor  von  l'heodoros  ausgcstroutc  Same  im  KloctDr  kridig  Wort!  ecUug  nol  i 
seinem  Todo  dichleriscbe  UlQlen  hervorbrachte, 

4.  Ein  wolil   noch  unudiortcs  jumbisrhea  Otdieht   (etwa   ISO  Vera«)  aa 
Shiditoii  scliriwt)  cm  Mönch  Meletios:   iii/n»   lop  MiXitlov   npoj    laV  iV^ivr  »«1^  i 
iHoXny^ltlr    tlrnJatgor   ijyoiifiti-ot    rnr    J'ioi'rfi'ti^.      Inc.  "^    ulf    9täi     ttlftlti   MUfit  ' 

jreorep.  Die  Verse  sl«hen  im  Cod.  Uodl.  Barocc  27  s.  U'fol.  323-  SU*.  Ebmdort  r 

')  Bei  Migno  SP,  1802  missveTst&ndlich  wurd«ii  sn  den  WindoB  vereirt^L    VfL' 

OberseUt:   Id  frnfimentum  historicum!  G.  Zeeiu,  'A»ijtv  3  (]r<91|  461  f..  •■•« 

■)  Waudinvcbnflen    waren    in    KlCstom  i  holt  tti  »oinM  Xi-fifimu.  AÜien  1893  &■  <*■ 

»ehr  beliebt.    Sogar  kai«cHichii  Goldbullon  | 


S.  ProftApoosie.    (g  296) 


715 


«in  And^M,  alMr  vanlUmiiieltos  jumliindies  lirdiclil  di>H  Mclilion.     rrobsn   von  btidto  b«i 
H,   O.  Coxc,  CflUlogi  codd,  mss  biLliotliorni-  BoJlcüinuo  pnr»  1  (ISSS)  <5. 

S.  Micbacl  .S}*nku1los  von  .iL-runiitütii,  «in  KrounJ  dun  Tht-odoro»  Stiiditoa,  v*r- 
fMKtn  oin  •oakTuotiliBi'bpa  Gcdtcbt  auf  die  WiedurhorstL-lluni;  ilet  tiildcr:  l'i<  iijf  äm- 
oti^uoir  iiäv  mmif  xiil  liyiuii'  timlnuy.  Ed.  I'do  AllkliuH,  Do  occtmiaa  ocuidentalia 
vi  orieiiUlis  [>«nifitiu  <^0[ise[i»ioue,  Külii  104^  S.  1-133  (T,  —  U«b»i  die  thculogisoliMi  l'ronft- 
•ebriftsn  dM  Ui«b&«l  %iilf«llo«  ».  8.  tG(t  f 

296.     Elasia  (finffi«,  auch  haooia^  Kaaaiavt},  Eixaeia,  'Ixualrt;  s.  U.), 
die  einzige  nonnenswortc  TKchtcnn  der  )>y>:aRtiiii8chcii  Zeit,  üt  eine  per- 
sAnlich    utid    lilUnariHuh    gloicli    intcio^sanlc   Erscheinung.     Ihre   Lehon»- 
geschichte  (gleicht  einem  Üebücht-n  MärL-ht-ii.     Um   das  Jahr  830  n.  Chr. 
lifw«  die  Kaiserin  Mutter  Euphrosyne  aus  allen  Landschaften  des  Keiches 
die  achönston  Jungfrauen  zusammenkommen,  auf  dass  ihr  Sohn  Thoophilo« 
ina  ihnen  uich  eine  Braut  (>rlei<o.     A1^  die  MSdchen  im  Kai»erpuliLHtc  %'er- 
unimelt  waren,   übergab  die  Kaiserin  ihrem  Sohne   einen  goldenen  Apfel 
■od  gebot  ihm,  denselben  der  Jungfrau  zu  reichen,   die  ihm  vor  Hllwm 
pfalle.     VÄn  wunderschönes  Mädchen  aus  edlem  Geschlechte,  Kasia  (Ika^ia) 
mit  Namen,  erregte  mehr  als  alle  (ihrigen  die  Bewunderung  dos  Kaisers. 
Er  trat  zu  ihr  mit  dem  bitteren  Scherzworte:    .Wie  ist  doch  durch  das 
Weib  das   BUi$e   entständen*   (!S$  ü^a  3tä  yviaiKtig  c'^^vt;  tä  tfaSXa).     Die 
Jungfrau  aber  erwidert*'  unerschrocken:  .Aber  aus  dem  Weibe  eiitspriosstJ 
auch  das  Gute*   (UXiä  x«i  tfi«  yvrraxöt  rtt^yii^n  r«  K^mtoin).    Über  diesefll 
frfimOtige  Wort  verdrossen  gab  Theophilos  nicht  ihr  den  Apfel,  sondern 
4er  Theodorn  au»  Paphlagonieii.     Kasia  aber,  die  durch  ihre  mutige  Ant- 
wort  den    Kaiserlbron    verscherzt   hatte,    stiftete   ein  Kloster,   um   fortan 
Qntt  allein  zu  dienen.    Ihizu  fiigt  der  Oironist  die  Bemerkung,  doss  Kasia 
•ine  Menge  Schriften  hinterlassen  habe  wie  das  Oodicht  „Arj«*.  t; /r  ««i- 
lin;  A^a^HRK*.  das  Tetraodion  des  Charsnntstagä  ,"A^^tav  yi^^altt*  u.a.') 
Abb  dieser  Erzähluug   ergibt  sich,   dass  Kasia   um   das  Jahr  8lÜ  geboren 
nrde:  die  Zeit  ihres  Todes  ist  nicht  bekannt;  aus  ihren  Werken,  dio 
«ine  grtlndtiche  Bildung  und  einen  gereiften  Verstand  verraten,  iBäst  sieb 
idilieMon,   dass  sie  erst  in  vorgerücktem  Alter  gestorben  int.     Zu   dieser  i 
Annahme  stimmt  auch   die  Noti;:  der   Häifiia   (».  uuten  Anm.  4).   dass' 
lüsia  unter  Theophilos  (829—842)  und  Michael  {842—867)  gedichtet  habe. 
Die  Schlusanotiz  des  Clironiston  hat  nicht  gelogen.     Wir  besitzen  von 
Sasis  eine  Reihe   von   Dichtungen,    die   sich   durch    Originalität   der   Oe- 
duken   und   kräftiges  Helbstbewusstsein  auszeichnen  und   vßllig  zu  dem 
Cliarakterbilde  stimmen,  das  uns  in  dor  angefiilirten  Er:ciI1ihiiig   von  der 
Bnutechau    des  Tlieophilos  entgegeutritt.     Die  Thätigkeil   der  Ka»ia  auf 
ili>iu  Gebiete  der  Kirchenpoüsie  ist  schon  S.  677  erwähnt  worden.    Aussori 
Kirclienliedc-rn  hat  sie  einige  sentenzenhafte  und  epigrammatische  Sachen 
iu  jambischen  Ma&te  verfasst.     In   einer  Gruppe   von  Sentenzen,   die  der 
Co4ox  dos   British   Museum  Addit.  10072   überliefert.,    behandelt  sie 
4«  Thema  der  Frcundschuft  (32  Verse).     In  einer  Sammhing  von  Epi- 
grunmen,   die   im    Codex   Laurentianus  87,  Iti  stehen  (zue^ammen  97 


')  Bjntoa  MagiBtroB  «d.  Bonn.  624  f. 
Um  OrammiilikoR  od,  Itonn.  2IS.  8  ff 
Iiuraa  ed.  Dindorf  R.  401  f.  Auf  d«r- 
HAm    Qaril«    btnkl    im    Enlhlung    bei 


Ocorginx  Mona^boaed.  Miirnlt  S.  TOO  und 
die  kOrxoro  FiiMUtig  boi  MicliHol  (ilykoH 
«d.  Bonn.  5».i.  21  ff.  Vgl  Kndinos,  D« 
AcdificitB  ed.  Bonn.  123,  13  ff. 


71  fi 


BysantLniBclie  Littarfttnrgeachiohte.    IL  PmUscIi»  LitUr*tir. 


Vcr«e),  äiissei-t  aicli  Kasia  übei-  ciHcii  von  Nntur  scblöchton  Charaktiir, 
über  di«  Dnmmknpfe,  ülicr  die  sckkchten  Eigenschaften  der  ArraeitM 
über  da»  Woib.  An»  OIHck,  <tie  Anmut,  die  ScbKnlieit',  die  Kuhmi^ucht 
den  Reichtum:  dL>n  Schlu»s  dicsor  öainmhing  bildet  eine  Keihc  von  Verea 
die  alle  mit  .Mönch*  {Mvia^iii)  oder  .Mi'mchslebcn"  {Bio^  .u«i-tt<nor)  I 
ginnen  und  die  Erbabenlioit  de»  Kloeterlubcns  gühildm-ii.  Eine  Shnhcii 
aiiftphorisrhe  Spielerei  bewahrt  der  Codex  Marcianus  408:  E«  sin.i 
Trimotcr.  die  alle  mit  dem  Worte  ,lch  hasse'  [Miaü]  anheben:  hier  <'i 
wickelt  Kasia  mit  Eloganic  und  Klarheit  ihre  recht  gesunden  Amtchaumigon 
über  SitU>  und  Lt-bensurt.  Zuweilen  verwertet  die  Piehtorin  in  ihiwi 
^ntenzen  und  Epigrammen  alte  Motive:  im  grossen  und  ganzen  aWr  i^t  lir 
originell  und  erscheint  nis  eine  eigenartige,  kluge  Frau,  die  Zartheit  dtf 
Empfindung  und  tiefe  Kcligio«ität  mit  energischer  Offonhoit  und  (iitigtr 
Neigung  zu  weiblicher  Medlnunce  verbindet, 

1.  AiiHKAlx'n:  Mobniro  lilioin*lR  Bind  in  d«n  Menlien  lerativat  —  Di»  Ifio»^ 
nuf  Cliriiti  (icliurt  und  niif  den  Chnniiittwoch  ndd.  Cliriot  «t  Parsnilcas.  ADÜnJop 
nrrnccn  cnrminuiii  übriitiannrum  tiAJpxig  18T1  R.  108  f.  —  Dia  SoBtMUeD  ftW  di«  Tnmi- 
ML'linft  (3^  Vcrno)  ßd,  Sp,  Lnmproii.  rniam  t:Aai«c.  Jtltior  ^  |18M)  SM  f.  —  (JeMna* 
miflicnbc  iler  äeiLlenxon  und  eines  Kir(>hpnlioil«B  mit  einer  Kintoituiig  Ober  d«>  I^Ikp  «U 
dio  WurlcH  dpT  Kiuiia  u,  n.  w,  vun  K.  Kruiiibacher.  Kuia,  iJitzDiigabei.  hajm.  hX.  1^ 
(wird  [l^iiiiiAcliBl  uracliaincD), 

2.  Kilfsmiltol:  Leo  Allatiua,  De  libris  eeeleniaatieia  OnwooniB,  Pm  1MI 
8i  74  ff.  —  ChryHHotbuii.  (*nuQr,ii*tty  u/ya  irj<  furlijuiutriiir^t  yitivmTf.  TiitH  ItB 
S.  87.  —  Christ  mid  ParHiiikitn,  n.  a.  O.  S.  XLVIII  t,  ~  G.  J.  rar»du[>ulas,  XPfifiM 
*k  tf/r  firropiof  n;c  n«^'  ^ftiv  it*Xr,«ia«ttxri<  ftoeait^t,  Albon  1890  S.  \M;  2jI  f,  '  i 
PapHdapaIna  Kcramvas,  ' AraXintit'UqoaaXvftiJixiis ciit]cv<iX9ylB{  2(1^IM)C<  —  K.  Kt«B' 
bnoheT.  H.  n.  0. 

3.  Nninn:  IIhhdto  Diclilnrin  Iniriet  nn  ['»Ijcinj-Rilo.  tn  dnii  IIim  dar  Chre4iifl«n,  dn 
Kirch engRHHn)f<i  und  An  IVtifundlRlitniitETn  Kndrl.  mnn  fal^ond«  Varianffin  ibm  KvaW: 
KiMiD.  Kpnaiii.  Kaoaiiiyt],  Eirnaiti,  'liaoiir,  Kin  rcduucrrn  >icli  olfi-iibai  nuf  di4>  (w*i  ÜMfl- 
typcn:  Khbiu  und  Iktisiii.  Ktttainv^  ist  ivolil  uur  eina  aiiotogincbe  WcitabSdiUK  n* 
Knnaia.  vK-Uciclit  horvorgorufon  durcli  die  Aiiöitlit.  diu  Diolit«riD  Htwmme  an  tiMt 
S«llweri>r    lu    erklärun    ist    diu    Furm    KhnUto    l'fina/n)    neben  Kanin;    <«    Ml    lU  VCIMM 

(iaai  d«<r  vukfilisdic  Vorscblag  diircli  Verwsc.lisiiiiii  des  Arlik«!»  ij  mit  d«in  Nams  bdN 
viKeiitlicIi  'Hkooi'»  wie  1701111  aus  •;  axiir)  entnlandeci  bvi;  v^l.  die  iAlilr«ichMi  HMfai* 
dioaoH  Vor);fliitI''ii  bei  G,  Meyer.  7,ut  iieiii^rierbiachiiii  Grammatik,  ADHli>cta  GnMMM. 
Gria  1K9.^  S.  fi  23,  Dip  Kiitsrheidiing  gibt  rinr  Cod.  Cryjitoferralanai»  f.  f  T 
H.  II.  vo  ainp  nllcrdinijfl  im  Anfang  etwas  Tnrdorbonn  Abrnütichia  NDM  G^dicUM  fa 
Kasia  mit  dorn  Nami^n  hnaaini  scblicsst.  Vg},  Ant.  Kornhi.  CodloM  CrrpteMWi,  Hm  HR 
S.  206.  !^ia  Inig  nl.->n  wohl  den  Niuiicn  der  Tuirbtcr  doa  Job.  der  all«rding>  gevNuM 
mit  *inom  «  KPfchricbL'»  wird.  Bei  Ulykofl  ed  Bonn.  277,  7  und  hZS,  1  irt  $tivM  k* 
Ktune  der  Tucbtor  Job  uts  ilcr  unserer  Itic^hluiin  Kiioia  geschiieb«). 

4.  Zur  BioicrapliLi':  Daxs  Kusia  oiii  Kloster  atifteto.  b<>i«U|Een  nicht  Uom  JlnwM 
MsRistrus,  Ijeuri  <~:nirTTiti:itik(>a,  Zuntmia  n.  s,  w  ,  eund^m   aucb  die   ISätfm  von  Kpl'  * 

dnnan  unter  nndr i\i>,-r..rn  anoh  das  der  Ka«ia  niwilrDeklicl)  erwftlial  vir>t:  '"^^ 

irj(  Fixaainc  i*jta!>t,  'in"i  Lduratiil  /locn/^e  (ii'ii(^tiir«rij(  »ui  nnpS/me  lifsiiK  i<ö  (Mli.  ^l'i 
aoiftuitiltl  aiaa  »oi  icanirfcf  jioiiuuV  xßi  0(i/ljpii  kai  lilin  iii-rf  Bfia^ntunainr  /«B^«i  *• 
^/Mlti;iili;0(i'  ^t  iPiV  /^avDi{  MaaqM*!'»'  rni'  /totfiÜiuf.  Kodinnn.  D«i  ardificiin  od.  l*»»»,  lä*i 
18  ff.  Im  Cod.  Ptiris.  1788.  der  din  topojirapbisohe  licdaktion  der  »«»pin  (■,  S,  <ö  8 '  *> 
liftit.  Untat  der  Scliluw  dieser  Slello  mich  oincr  freundliricn  Milteilitng  »ob  Dr.  Tb.  Vtff* 
folRnnderuiaaaen:  ^ii(  *ai  KncDt-nt  ■ni  «nj^rjim  aanjiioiin  tr  >oic  j^wt  Htvtp^M  •■ 
Mi^itijX  roij  (i/oii  mnov  inoin  ti!  tit  t^y  höqviiv  irmt  tii  ti  fiv(tnr  ■  ai'iij<  }W(  l*' 
ännrnt  taita. 

5.  Alexandra  Papndopn In.  llvZariti^  Jir;y^fiaiir.  Tn  fiijk«  r^c  äyiintii.'Vt'i»''* 
G.  Juni  1893  S,  3,'>H  f ,  bat  die  oben  enAlilte  Kpisode  ana  dem  hthta  d«r  Kaala  n  M« 
bUbeobeo  Skiun  vorarbnilet, 

2fti.  Ignatios,  Diakon  in  Konatantinopel  und  sp»ter  Metropolit  «■ 
Nikaea  im  Anfang  des  9.  Jahrhunderts,  vorfasät«  dJo  un«  erhalteiMo  hat*' 


8.  ProömpooBie.    {%  297)  ^^^^  717 

nicht  unwichtigen  Biographien  seiner  älteren,  ihm  perHiInlich  be- 
«uoileteD  Zeitgenossen,  der  Patrinrclien  Tarasios  und  Nikoiihoro». 
Ausser  diesen  l*ro»awerken  bomtzt'ii  wir  von  ihm  molti'ore  l'ooHiou.  Durch 
4ie dramatische  Form  ixt  bumcrlicnswort  das  Gedicht  über  dvu  Sünden- 
fill:  Siix»»  "«  »«V  U6iift  (143  Trimeter),  ,le  premior  eesai  d'un  Paradia 
ptniH*,  worin  Gott,  Adam,  Eva  und  die  Schlange  redend  auftreten.  Vom 
iobng  und  Schhiss  abgesehen  heirscht  in  der  Verteilung  der  Hollen  (je 
3Veree  auf  eine  Person)  eine  ähnliche  .Symmetrie  viiti  in  den  dialogiKchon 
Micbt«n  d««  Philo».  Schwerlich  darf  man  das  Workchfn  mit  den 
iDyjterionArtitccn  Äufrdhrungon  in  der  Hagia  Hophla  (a.  S.  (i4'))  in  Ver- 
Undung  bringen;  es  ist  nelmelir  ein  Lesedrama  wie  dei'  X^taiöf  näaxfv, 
Jm  Stück  des  Haplucheir  u.  a.  Bekannter  ist  des  Igiiatios  Paraphrase 
dtr  IsopiHchen  Kabeln:  'lyran'av  diaxötov  TtiQteUTixa  fi';  /lt<<>ut>;  Aiffta- 
.TOOTi  (in  einem  Wiener  Codex:  Buß^tov  *V  inintui,  fiftaytfiti/iv  i':tö  'ly- 
mkv  fiayiat^ar).  Endlich  haben  wir  von  IgnatioB  eine  Sammlung  von 
St  alphabetisch  geordneten  jambiBcheu  Sentenzen  roligifJeen  Inhalts. 

1,  AuaKAkoti:  A.  Otidivbt  llliur  (loci  Sllndeuful!:  Bü.  jir.  P,  Boi§Bonaili>, 
UmI  i^.  I  (183»)  436  "444.  -  Ed.  ['r.  Dllbner  uuk  dea  Fraameiite  EuriitidiB  ed.  G. 
ViCMt.  I'iHh.  Didot  laiC.  Vtil.  MBitnin.  Journal  d«B  Savante  1849  S.  4GI  IT.  -  Wieder- 
Mm  Uigno,  I'atr.  gr.  IM,  1164-1174.  -  Zu  den  Bm  de«  Gedichte  ober  den  Sünden - 
Uk«n»t  jvtct  d«r  wiolitigo  Cod.  Puris.  euppl.  gr.  6S0  fol.  107. 

B.  raraphtane  Acsops:  £iL  pr.  Aldue  Munutiua.  Vonodjg  l.'iO.').  —  Uohrere  Aus* 
pLoi  im  16.  JuLrliundiMl.  —  Einu  Anxnlil  neuer  'i'slruatjchu  od.  A.  ICberbnrd  Ja  dar 
MHaDca  (tnUuUliuiiEHcbnfl  ai>  Dr.  SutlriBU,  Magdeburg  IHT5,  —  liuidu  Worko  in:  l);tiatii 
Dbcd  totroalicJia  i»inbiou  58,  ventus  in  Adamuiii  143  icc.  ut  brovi  udiiolnttuiiu  inetruxit 
C*i.  Frid.  Mall«r.  Progr.,  Kiel  1866.  ü.  1»  und  28  Vfrzniclinis  diT  frUlioreii  Druuk« 
Uilti  Stücke;  voratuigeht  «ine  Abliandlnug  Ober  diu  Metrik  und  Zi'it  des  Igtiatioa.  -- 
tnkta  dar  TetraHticlia  ana  d«m  Cod.  Patm,  42.>i  gab  J.  Sakkelion,  llat/iioMij  fifiXin- 
*f>t,  Alb«n  l9t)0  .'^.  Idl  ff.  —  Neu»  Ausgabe  der  Tetiasticha  auf  Umnd  eioos  sehr  roiolivn 
UMtUfiala  von  C.  Vi.  MOllor  als  Appendix  von;  BabrJi  fabulae  Aesopeaa  ed.  0.  Craailta, 
laifaig,  Tnnbnc«  (aoll  dMimUobsl  ersclieinen). 

C.  Daa  jambiüclio  Alpbubet  ed.  zuerat  aua  den  Codd.  Lauront.  9,  IS  und  11,  9 
Bindini.  Calalo^us  «odiuujii  tnas  bibl.  I.aureiiUnnne  1  (1764)  -M6.  —  Ed.  nua  Cod.  Monae. 
4U  C.  Kr.  llBlIpr.  liinntii  biuuoni  acrustiohun  nlpbubelicuni,  Rlioin.  Mu«.  46  (ItJ&lJ  3^ 
1«  m.  —  Xhu  AlpbabcL  stcbt  liucb  im  Cod.  Vatic.  Pii  11  47  a.  iL*  fol.  i. 

D.  ircb«T   diu  Auiuabcu    dvr  Vitao  und  dio    dnxu  eebflriiEeii  Uilfainittd  n.  8.  73 

»im. 

2.  Uilfsniillol:  Carl  da  Boor.  D«r  Epigruaimundichtcr  lunatiua,  HcminaSS  (18Ö8) 
IV-  \hi.  -  P.  Wollera,   Rliein.  Hiis.  88  (18U3)  117,  -  Fr,  lUnsBeu.   Fliilulosiaohar 

'|P«v  17  (1^7)  141  f.  —  Ein«  umfamende  I7alvr«uoliuug  Qbor  die  Hstt  dvr  Vene  auf 
■nd  lllior  di«  Hiui,  die  alten  Draok«  ood  den  iirapr(lnglicli«D  bestand  der  Tetra- 
Mfit  Carl  Priodr.  Maller.  K  7..  1  (1802)  41^  487;  3  (l»fl4)  .<>1G  :<27;  t,  (1896) 
111— 31>*.  -  L'obcr  rinn  11k  der  Totrimticha  im  ThnotokiiHkloster  auf  der  liiasl  Chalki  bo- 
Vtiitt  A.  Popadopulua  Knramous,  Unndscliriltticbra  xn  Ig;niitin!i  Dinkiinon.  ti.  Z.  i 
IU3.  I20-I»l.  —  Zur  llelrik,  Kritik  und  L'eburliufcTung  vgl.  uueli  dje  S.  ^89 
Abte  Arhvit  nn  Fr.  Kuhn  ä.  5»  ff,  1I6IT. 

S.  Rrbauliche  Alpkabelo,  Almlich  dem  obun  erwabnlen  de»  Iguntjoa  Diakunes. 
■hMten  dok  ia  d«r  brsantiDlaclien  Zeit,  der  ^rilsalcu  Ituliobtbeit.  äio  sind  nach  Form, 
(hlM  und  Inhalt  siemlioh  verec)iied«n :  diu  Li^lirdithtcr  konnten  alcb  tu  d«r  Erfindung 
MMr  Vanuit«n  nickt  ft^auK  tbun.  Per  viafucbBl«  und  wubl  ftllMto  Typus  bealeht  ans  24 
^nIi  die  alpkabntiaclH  Akrasticbiii  lftt«ls  A--ii.  nidit  ii^A)  vorlmndenon  jambiscbeo 
»>■•(•»:  Mlt«r  aalsl«  man  an  din  Stalle  des  Trimelers  violfarb  den  politischen  V«ra, 
*»ailn  nKh  AnakTvontwo,  an  ütollo  d««  akrostic bischen  Einielvorws  «inen  Doppelvera 
NW  itiaa  ijtroph«:  in  lU«  atrophen  n-ardon  •ntu-sdor  nur  die  cnitnn  Vi>nia  odnr  mehrere 
'Hse  X.  B.  bei  a«:hsi«iligen  Strophen  jodoimnl  die  cTutnn  droi  Vor»«  dureli  dio  Akro- 
ttfhia  awaiMwicbn«!.  Auch  Alpbabclu  in  rytbmiicbcn  Mauon  und  nlpbabolinchn  Dialage 
HigiOiBn  TnliaJla  kooinico  vor.  l'nbckunnL  int  mir.  nus  wolcben  lirOnden  dua  nua  I30CM) 
tJBilww  poUÜaohen  Vaneu  beste houde  tlifutugiscbe  Luhrgedivhl  des  M«lelioa(lü.  Jahrk?}, 


716 


BTaantiniBche  LltteratnrgeBchicbta.    II.  Poetiseb*  Litteratar. 


ScUkL 


iIm  in  don  Codd.  Atliou«  730  s.  19  und  Albon.  474  *.  18  lUhl,  it«a  MltaniM  TU 
'jirfa^flialifafrirof  ffllirl.     -  üor  liniprung  ilrt  orliiiulkhon  Alpbabot«  üt  in  den  aliihatMliMlC 
gwrdaotcai  profBocii  änu(iii.>atinmniluD|Wn  tu  bucLcd:  vgl.  da»  Bolapje),  *«lcbM  Leo  SUra- 
baoh.    Wiuner  Sludiuii  13  1 1^!»1)  &~-62.  ediert  Lut    Auch  b  der  EireliMi|M)uät  ^ 
öi«  aliibaliptiscbe  Akroetichis  eio«  bedentMde  Roll«;  v|{.  S.  697  tl.    IJobor  v»lg>rgri>etMdi 
cH-flulicliP  AlnlinWU  v^l.  den  Abschnitt  .VolglrcriecliMctie  l,ilt«ratar*.    Ab  TtrluNTM' 
b»alichi<r  Alplinliot»  nMinoti  di«  Hw  dvii  (iroffor  von  Naiinni,  don  Nviloa.  d*n  H«lju 
SjriikcIloD  (a.  jf  294  Anm.  Sl,  den   Ignalion  Üi>koDO>.   cinon  ■ad*t«ii,   wvhl  gfttmt 
IgnntioB,    l.oon   den    Woiion,    Komtanlin  dan  Siiilier  (■.  j  S02),  iem  Sjrntt' 
MalapliraotpH.  den  Nikoplivron  L'runos.  den  Theodor  oh  ProdromoB,  den  Kyriain 
M«trop«1iten  vuii  Cliona«.  d«i  NikephoroaKAlliatoiXanthopulos,  d»a  M'nki 
Kkloriles  a.  a.     Doch    budurf  judp   einxelno  An^be    der   ^HiuiMaten    Prtfnng;   < 
g«hMi  diMelhon  Toxt«   unter  verschiedenen  Namen;  hloflg  ire«'doa  anoaywe  A]| 
ohn«  ersichtliche  Gewahr  berflhmten    Kirchenschriftatolleni  >Df[eteill.      Gmiim  ni 
Kntstalmngatcit  mehr<rr*r  Tnxlo  irio  die  «««amt*  Gaaohichte   dMuwr  k1«iMD 
galtung  noob  dngohMid  untnrvucht  wordoii.    Bei  dt^r  Sichtung  dor  IIui  inl  gnm*  Vi 
notwMidJB;  da   luweilon   die  Alplinhnte    mit   damnelhirn    Vimm  it.   H.  VK»i«or.   m  »Oh  *iC 
tfint  «i>pßorXiB()  bp|!inn<^n.  im  folcendon  nhcr  nbwoicihen,  genOgt  die  Kvnnliii«<lM  Xtliap 
aiclit  xur  IdeutiDzieninf;  eiucti  Sla^eo.    Auch  be«Uglicli  der  Aut«roanipn  int  mtf  dt«  KtUif 
und  flonstige   titterHrixehe   Notizen   kein   gonltgundrr  VorloiM      Aus   dioectt  Ortnto  iM  M 
mir  gegenwärtig  niehl  inilglicb,  eine  irxendwiu  ersuhfipreude  Darst«<IIiiiig  (IE«Mr  f>)nllJw 
griipne   mi   bieten,      Doch    geien    xar    ErleiohturQu^    kQnftiger  Forecbung    die   wichtipUl 
UrucKe   und   niiiign  !Isd   nurgc£&1i)t.     l]MtQf[)ich   der  Hm  bemerke    ich    nocb   anidrtcUicL 
dsas   ich   eie   nicht  von   Anfang  an   kon»ei|aent   gesammelt,    sondern    mar   leltcwlück 
notiert  Imhe. 

A.  AuHgaben  motrischer  Alphabete  parttnctischvn  IntiAlta:  I>a«  Alpbabtt 
Gregor  ron  Naziuni  ed.  Mignc,  Patt,  gr-  3".  90N  — ÜIO,  Inc.  '■^IIXK'  «1«'«"' 
rrtot  rroio*  9iny.  —  Ein  proMoiachoH  Alphnbet  dos  Nilo*  ed.  Mi^'ne.  I'alroL  gr.  7>, 
bis  121)2.  Inc.  'A^zt]  amitjQint  •]  /ninnr  xatHyiavH.  —  D.ib  Alpliabet  dna  .Svmeon  M<tt 
pbrastes  ed.  Migne,  Patr,  ^r.  111,  IS1^133.  lue  Uirii  fXtifäoav  At'jcpi'n,  äni  lefbi 
^nrovt  (nol iti sehe  ]>i Stichen  mit  einfacher  Akrueticbisl,  Ebenda  l83  ein  tfr»ite«  AltlöiM. 
Inc.  'A¥iAQ}iZav,  rimni-f)  ^v/tij4ov.  nnraaXiB  --  Vau  Alphabet  de«  Prod  ronoa  ed.  Kita«, 
Patrol.  gr.  lüS,  1221  f.  Inc.  Aro^rot  ttgx'j-  iffiöe  «lüf,  9ib(.  —  Dm  ans  'UTrirnttm 
baatehcnd«  .Alpbabul  rinoa  gtiwiunn  IfcnntioH,  dfir  von  dem  oben  gMMinten  IgnallM  Dt*' 
konoa  TvreiMloa  vcmR binden  Int.  od  Kr.  ßnianDnado.  An.  gr.  4  (1832)  486  f.:  danatk 
(irrtamlich  unter  dem  Namen  den  Ignntioc  Dlnkononi  Migno.  PatroL  gr.  117.  1174  f.;«eAicb 
C.  Vr.  Müller,  Kliuiii.  Muh.  46  {IH91)  S22  (..  und  in  einer  boMorvn  Kedaktion  oiutrBu- 
liner  Hh.  in  der  dw)  Alphabet  dem  lir^gur  von  Nnxiani  tugetejlt  iat,  II.  K.  3  (ItWI  Ul 
—  Mehrere  andere  Akruüliuhii  ed.  Kr.  UoiaHonade.  An.  gr.  I  (18291  161  —  l$l  od  4 
(lä32j  43>^— 44'<  (das  erste  tot-  «arFoiiiiinv  fiQoiiaoi]i(/^u<,  rielleicjit  d«a  Leen  Bvdil«^ 
vgl.  ^.  4f4^  Anm.  T|,  —  Eines  Chiiiitopboros  (lyoiinafi'pigxc  Alphabet  ed.  MalraBf*!  . 
gr.  2  (IWO}  tlG7.  Wiederholt  bei  Migne.  Patrol.  gr  117,1179-1182.  Tat  -f«» 
ßiauiftjfiiiii-  (Stiopbon  von  4  Zeilpn,  von  denen  die  ersten  Bwet  akroettohiach 
sind).  —  Zum  Alphabet  des  Gregor  von  Nnxiai»  vgl.  Leo  Sternbacb,  Cnrae 
Diwcrl.  dass.  philol.  tiend.  litt.  Crscoviensla  17  (1892)  190  f. 

B.  Codices  erbiiiiticbor  Alphabete: 
I.  Athen,  444  h,  19:  MJaonaXia  xatn  äX^jlTirov  nnd  ^Yij'Oi   Kit'  «i^B^frer. 

5.  Athen,  l'iti  B.  17:   '.Ji^pii/fi/fo;  iirni«i-i>ztiieit(   .itpi  U-i'/^C  (dm'  «i.'/iw  i»ljn«ii')y 

3.  Athen.  lläT  s.  16:  miix«'  lorocitiriiioi  itai'  rüifiiflijror  rev  hximi'  ivfiiüi  i 
Aoyttitfiov  znj  VityivtQov;  darnach  MÜos  xnrri  aroi^ftioi'  roi-  0»f:BrifrM'  Kvfiai 
«OB   .W (ij'i'irrpou. 

4.  Athons   149  s.  17:   'A).<fttßijt'ic  riiian'xiiMt;  Ju!  ari/ur.      Inc.  'Mr9fim<i*  am*, 
Ktii  9nßQtT{  rni'  tioHfior  fü  KiQttnlrut.     Durauf:  "t'ltQOl  on'/oi  xatatiVflxai.     IBC-  'Ji 
Jify  k1iVi;i-  dof  uie  tärpny  jlX^nr, 

6.  Athous  8S.S  s.   lA  fol.  46':    JtB^a/or.  ir  v  «'<>n'j'n<tf   d  JjH>pr**Ut  ij 
AnXiyifitutf  xai'  nlLifalli]tai'.     Ine,  V  afta^taiUc  '  'Arvfi^ivft  tiöfiftift, 

G.  AtbnuH  1-^S3  3.  18  Nr.  10:  ToC  öaioi-  KtHnv itm'  tiXiftifitt»!'.   lae.'JtXV 
fiat  ij  Ini'ioc  »aiüyyoHU'!  (mit  nongriecbiaehem  Kommentar). 

7.  Athuiis  2144  a.   16:  -njfoi  "««'  tiXiiii,ir,toy.     Ine.  'Jru  nitftMtr  ii(iä(  *»•' 
rnc  fffiyut.     Vielleicht  iat  auch  Nr.  23  doaaelben  Codex  ein  Alphabet. 

'i.  AthouB  25ä9  B.  18:  'AXiiiiißtjtoy  «vfißovUvritar  van  Kaeaar  IXaponta.   I»c.  *. . 
npwtdc  tif  Itiiy,  ittvtt^ny  föf  txhiyit'  aoir,  BifXitt  itiaßmit  rtoXkn,  Sit  niiv  xalär  «er. 

9.  Athous  21QS  B.  18:  Ton  äßßii  fitiXev  atixm  mr'  «hfäß^oy  t/t  Rp/iifior  , 
raxir.     Dann :  l'raifiut  /loniaiixoi  laii!  atoigiior  tx  iuttfo^m'  noifjrMr  xmi  o—fmr.  Si 


8.  ProfuipMai».    ß  2»T) 


71» 


viiittial  di«  y«m  d«a  Niloa.  Dann:  Itijcm  uati)  äiifäfiitar  iiä  «n'/o»  nnrv  äfftttni 
lijri rxio«  jiMi^itritt  ifspu  rrf  of  «var/ovc  4f'{  ri)V  ^aailtpaiiaot-  tof-  orpo-or  vn«  tijf  ^{. 
14>'M<M-  Jiofun  ityr^.  Dann:  'Ktr^m  «ii'/tx  (■'<;  iijr  «*-itp/ar  yimjair  rai>  X^ivroir 
^t-(if  ni4  ■nUnmd.V^riK  nnpn  xi'p  Tcp^nvoii  ton  rt'ou  nnr^V.  Inc.  '.4»'a^/it{  9tni 
\/ftfur.  iMnn:  'Krr^B)  nfj^oi  vcin  nJl^ti^inrnr  rfcii  etigav  näm  cSfiaÜM  MnrmfpxiiHol. 
Artf^rt*  nttfinif  *ai  9ai/ftif,  9ikut  in  r«  ^tlavii'a;«. 

10.  Alfaoa«  3^50  *.  17  fol.  170' ;  '.Ißßa  KtiXov  Jfn'/w  xai'  -iXifäffitay  ttgit  "(>;(*'- 
ftoriix^r.    dir,  '.*f/V"'  «yttSfiK  »ij»-  f*i'i(f(nf  nmov'.    Dauii:  llgonerx'ii  i^'  oti'/ok  noli- 
Im.  ''<^/ij  'Ol'  KÖ«ftQW  fiftrir  MtluvaH  vm',  oUi'tQunr. 
U.   Üerol,    riiiliipp.    II16Q   s.    IS    fol.   t>7'~li9:    A^^x^n   mnänau'    lir   tw    »tei 
H  (I.  mg«ai)  tfäfor.     &ok1SH:  11  i/c  Uuris  hiOftiy  iijr  itj/ilar. 

13.  Hoill  Barucc  181  i.  U  fol.  70':  AI|>hBbi>t  d{<«  Symooii  Ha^intro»  and 
«iketes.  Ino.  'Jni  giiUaiy  i.öyov(  aoi  noiopf  nfoaoiaia  kiyitf.  Kbenda  ful.  70*': 
nailM  Alpbüiat  dos  STinnon  (loc.  '.ino  ^Ittfäfay  Säx^va.  äni  xiifjlmt  ndroif).  g«- 
tt  bu  L«o  Allatiu«,  De  Kj-meonibiu,  l'ona  16G-1  ü.  132  f.  (==  Migoe,  pAlrol.  gr. 
ISS). 

II.  BodL  Uiaocll.   74  a  14   fol  379':   Alpliabut  imtor  dem   Niun«ii  des  Nike- 
'T«!  Kallisto*  XantliopultfB.     Int^  '^X'i"  «nüriau'  tat-  li«ii  xi^am  tpößQv. 

14.  Escar,  X.  IV.  25  §.  15  fol.  ä3:   .Doiuc  alpliubeta  an  urruslidic«,  mir  U  p«r- 
na  d«  la  vi».* 

li.  Eacur.  V.  II.  20».  IS  fal.  81:  .Alphubcitariuin  rio  Simtfon  Logoth&te.  Autra 
NicAphoro  iHagi-Un  OTt»ai'!l.'  Vgl.  K.  UilUr,  Catftlogno  d«B  Iubs  gre«  du  t'F^Qnriitl 
M,  Dor  Voifamet  dra  iwcitcn  Alpbnbel«  ist  wohl  dvr  Ü^arü«,  vc>u  dum  Mill«r, 
i  0.  S.  Sil  Nr.  HD  -W/M  loi^  Oi'htop  »pd;  Ivfiiuiya  i6r  Mitn^annji'  urwUhnl, 
tJaatüwk  mit  d«in  Uaguder  und  Kfaetor  von  Anttucliia  Nikopboro»  Uratios.  Vgl. 
Irieiu«,  tiibl.  gr.  od.  Har).  7,  678.  und  oben  8.  Hö  Anin.  3  und  S,  •V23  Anui.  4. 
I«.  Escur,  1'.  IV. ^1  M.  IS  und  15  fol.  3S7;  .AIpbubH  auu*  forma  d'HcrnKlioho*.  Inc. 
r^fHU  für  aJltiir  ttrm  9iör. 

17.  lluai].  Svnod.  381    [Vljulimir)   b.    1^   fol,   IS:    frutfuMÖ   tat'   äX^af^or.     Inc. 

Bi/^aMW  tigui   3ier   aov.     Dann   »in   «woites  Alphabet:   '.^C/'i*'  titartur  *m  ifXof 

$tir. 

iS.  Paria.  SB6  a.  13  fol.  463  —  466:    £tixT,gii  nirtä  akfpiijlt;iar  toi  ^rrn^priaidP. 

Ir*    la    ififia    tt}(   Aaroiat  tiitriaai  Sioitt    nät*f,   oC   dvrnfiai.     [Kythmiacbo    Verao 

roplianakroalMhüi;  identuc^h  mit  Nr.  20). 

19.  Pari».  42«  a.    14$»  fol.  104-16«'.     Polill.cbft  »wticbcn   mit  alpliabetiadicr 

Bchia,     Ino.  '•'f j'if  *oi  xio/iin'  j-tynrtr  0  »i'ori;«  nur  änafiaiif,     V|tl.  S.  257. 

M.  Paria.  925  a.   IS  ful.    llU-112'^:  Erbnuliclim  Atphnbot  in  Strnpbon   von  Je 

MsdiM  Vorwa,  von  denrn  je  diu  (<r«l«n  dr«i   an  der  Akmulichin  toiUiaiien.  so  dam 

H  Scbcona  «rgibl:   J^M  XXX.  «HO  XXX  u.  b.  w.     Inc.  UrmßS^if,   u  ^r/if,  Xfo' 

tJ.  Paria.  ^98  s.  16  fol.  139-    141:  Naeb  KjiiKriuiim«n  d««  Gregor  von  Namanx 

:  Zri'/oi    (OB   ai'io*   «sriJ   ul^itj^^tDi',   ixäaxov  «ttjov  Itltiitr  nnfiai'rcaif  liartet, 

ti.     tlW.  'jfa(o»«or,    ol  nur,  Iijt  //"jf  iiti/J,<oulior(  '||  Up/r;p    raii-  nnrroii'  itofot'  i»«oV  mi 

C  K^IAmx  »nJ  «fpJov  if>Fj|'ii(or<>'- >  /iiAf'iR  |l  Bifaiw  aviKr   ir  ^\ia  Hau  TxXior.     Also 

^^'  n — ♦Ivoraa  mit  Doppclakrontichia.     l)w  Nrnn»  d«"  OreRor  ist  wi*  in  dem  oben 

0.  Fr.  UlUlor  licrnaa|i<>gebnnrn  Alplmbnln  fulnchlicii  vorKPBuUt. 

ParisL  SA&6  a.  16:  Sammlung  von  Alplmboton,  dio  bni  lloisBonade  Aa.  ar.  4 

-445.  tfilwciae  auch  b«t  Uigoo.  l'atro).  gr.  37,  908  -910;  117,  1175-1180: 

I  f.  odiart  aind. 

Paria,  auppl.  gr.  690  b.  18  fol.  65':   Alphabet  dm  S^moon  Metaphraatoa 
n«.  PnlTot.  gr.  114.  131-  183.    Ebenda  fol.  lOÜ*  f.;  Erbpulicbes  Alphabet  in  poU- 
DoppctrenM  vorn  Kyriakoa,  Metropoliten  von  Cbunae. 
2t.  PbIiilSS  %.  Ml  fol.  2:  JaflibleoheB  Al^babet,    Inc.  'Ai>x^r  r^/iii»  lüt- ölMf  ili-m 
t  ite  Aolorfra«;«  iat  ob  Ton  Wlolitigkoil,  dass  sclion   10   dioeor  berDJunten  alton 
ragoi  TOS  Naiiant  da«  ihm  ingetHIt«  Alphabet  «tefat.     Ea  ist  nach  dum  Put- 
in ibtBdniekt   bei  J.  Snkknlion.  tlirtfiiar^  fijSiioS^xtj,  Athen  1890  S.  18  I. 
«tlo.  742  foL  24:  AlpUbetincho  lla^ainifit. 

itic.   Pal.   gr.  364  b.    H  fol.  2IT' -  218;;:   Alphabet  in   politischen  Doppel - 

^_      il  and  Anfang:   •UtX^  "J<  «XifHJI'^tov  nt^'i  '.iSäfi  <>«<>  loi!  nn^inStinoti.   '•lez'i 

i/M¥  y/ymtr  A  miarrjt  tiir  nitiiriar.     \\*o  wolil  idnntnrh  mit  Nr.  19  (Paris.  426). 

'.  Vattl^  Pal.  gr.  367  a.  13  fol.  135:   .Sj-maonia  loKothetao  lov  a^iuav  (Im 

ic.   12*7  fol.  3S:   ivattür   ror    Mtrinft/oatavi   Alphiibi^iiim*.     Inc.   '><iu  fififiifioir 

äaö  xaf4!a(  anrotf  .'  Uno  it'i'Xi<  ftiiii'aii'r  ago«v^fiu<.-)t<p  xii^ig.     Ebenda  f»l. 

Em    a>id«T«*  AIpbabet  tn   gleachen  Haan«.     Inc.    Atvk^lov,  rmtitri/   V'jrtf  ^'"'i 


33. 


ns 


ralM. 


720 


BjEMitiniacbti  Littorfttnrgekcbkhte.     tt.  P<i«ti«che  LltUrstar. 


nnt-nSlf«.  EWoila  fol.  186' :  Tf^*poi  tfn'/oi  »nr'  älytifii^tw  ni^  »o*  /tataim  ;tiw  i«<>«,l 
nai'r/fin  »er  fiAornxov  Mixngi^v  loi'  Knkafitov.   Inc.  'jini  (('•/^f  «(»räfaifwr,  xlfWwvl 

m.  Vatie.  PH  n  47  s.  12  fol.  1— 1*:  Zwei  AlphaUto  d<M  Gregor  ton  XuiUl 
Das  eriito  hoginnt:  'Aqx^''  ^liftfu'  tu»  lüot  ;iraiov  3iir.  Doa  Ew«i(«:  'J^r^  rifU 
riur  uJla»-  «irai   9tDf. 

aö.  Vindob.  tbeol.  gr.  231  (NM*el)  a  15  fol-  6'— ff'r  Jirj-i^V  ■»»■  nl^fifmd 
10*  >fa^aiV/i<ii'  aai  .Hf  i ni|rpn4 f  af  xi<|>«i>  £v/itvjy,  n/of  iT,  n^df  lo 'Jf>VJw Jrnfia 
•AvN  lö  ö^/jn  r^f  iFinrnfuf.  SobluM:  "^1  rwv  «lenaiv  /oi^ifv^'twp.  AIm  w«hl  iilMtad 
mit  Nr.  18  tPuri».  mH).  1 

30.  Vinilnb.  tlienl.  k^.  S44  iNasaol)  b.  15:   Mokisro  «ibdalkh»  Alpltskrtr:  mal 

fol.    lOS'-'lO^:    'Jifa!lr,iof   KmuKvKrlxäf  Koi   ^'i'jiuqriJlic  fft  '«*■  /intai'or  rot/in  (siM 

Inc.  '^rApttint  nna/tit.  t'd,  W.  Wngnrr,  CnrmiDB  S.  24S-  247.  Vgl.  dm  }  .KrtaM 
lldioN  AUC*  im  Abiicliiiitlc  , VuleOreTicchiiche  UU.'.  EJwnü«  fol.  IM;  Tiiftr  lUfM 
^ijr«fi  noi'i;^!!  xvpor  dc'iirro;  luti  ^'a^aif.  Inc.  'JJciu  löy  jto^tar  SrSfi^ar  if  IImim 
htoTxt.  Dio  jful«i1ung  an  Li^ou  dcu  Waisen  boiulit  «ionor  auf  WillkRr.  UeW  ein  diflal 
Alphabet  diee»r  Hh  vgl,  S.  2QT.  I 

'i9H.   Ignatios  mit  dein  Beinamen  ftaylattaQ  x£v  y^aftttaiinmr  »tYMi 

dem  Diakon  iiiul  Mc^tropolitcn  Igiiatios  (§  297)  vcrscliiedi'n.  der  Z«t  utU 

etwa  ein  Mtiuscliutmltör  spSttr.    Wir  haben  von  ihm  iiithrere  Epigraamfl 

und  eine  Elegie  an   seinen  Schfiler  Paulos,  denselhen.   an  welchen  luin 

das  Epigramm  Anthol.  l'alal.  XV  :W  gerichtet  ist.    Sein  Epigramm  anf  din 

Wiedererbauung  der  Marienkirche  in  der  Vorntadt  Pege  (Anthol.  PaltLll 

109)  ist  Kwiuchen  870  und  880  verfosst,  woraus  eich   mit  fast  nWIaUn 

Sicherheit  ergibt,  da»»  er  mit  dum  Diakon  Ignuttoa  nicht  idonti«<'li  atom 

kann.    In  einem  anderen  Epigramme  (Anthol.  Palat.  XV  39)  nennt  ur  »(n 

Wiederhersteller  der  Grammatik:  I 

'lyriitint  iriiff  rfrfff,  if  l(  Ifxiot  ^yaj-t  \4}[vtaf  ■ 

V^«{ifi«flxi',r  Xr\dtjq  irlvSo/ifrr;)-  ntliiyti.  I 

Wir  wiHHcn  von  seinen  grammatischen  Arbeiten  nichts  Nfihercs:  doch  Btiiiuiil| 
«1  seiner  Prahlerei  wenigntenß  sein  Titel,  den  er  vielleicht  ab  ProJoMn 
der  vom  (^aeaar  ßardas  wiederhergestellten  Hochschule  in  Konstaiittuopa 
gefuhrt  hat.  I 

1.  DicEloijiiiuan  Paulos  ed.  1*.  MntranKn.  AnooduU  gr.  2(18S0>6«4  f.:  «wlir-| 
holt  bd  Mign«..   fulr.  «r.  117.  U74— 117U.  -  Kpigrammo  in  <lw  AnÜioIog.  PJit  HO*!! 
XV  20     31:  39.  -   In  di-iii  von  Leu  AllaliuB  goschrioWnfn  Co<J.  Uarb«r.  gr.  I  Tt(*L4' 
ist  daa  Epigramm  des  Igcialiva  HagiHtru«.  Autbolug.  Pal.  XV  39,   ftls^titii  At»  IguAM 
Diakonoa  lugeloilt.  —  Vgl    die  tu  S  '^9'  angeÄhrt«  Littoratur,  bes.  Hail«r  wid  b*  Bm. 
—  Fr.  Haneacn,  riiiloti>gii8,  Siipi>temonth.  b  {IS39)  204. 

2.  Von  oincm  Eixbinchof  Arscnios.  vielleicht  dem  Bnbiachor  vto  Kirk;» 
(9.  Jiilirh.].  Über  ilessen  EnkomiGn  S.  167  und  200  h«richtat  int,  babm  wir  aio  utkrMa- 
tischcs  (Irdicbt   Kii  ir,r  Jlo^ii^V  KVQiaxijr.     Ed.  Matiangn,  An.   gr.  2  (I650|  STi>— (^ 

291).  Kometas  {Kuin^iäf],  im  Besitze  der  Würde  eines  Xa^ntrläfto; 
und  des  Titels  Sxi>ii<ottii6(,  wohl  identisch  mit  jenem  Kometas,  dw  *«* 
dem  Jahre  8t>:l  Lehrer  der  äranmiatik  in  Konstantinopel  war,  besdiiftigia 
sich  mit  einer  Diorthoso  de«  Homer,  von  welcher  er  »ns  »olbst  iieBBlitftj 
ruhmredig  in  zwei  Epigrammen  Konntni«  gibt:  Anthol.  Palat.  XV  37  ua 
38.  An<kiru  Epigiammc  von  ihm  in  der  Anthol.  Palat,  V  265;  DC  hS6,  h9\ 
XV  30,  4U;  das  letzte,  umfangreichste,  behandelt  die  Erwecltang 
Lazanis.  Die  Person  des  Mannea  ist  nicht  näher  bekannt;  nur  belehrt 
uns  eine  boshafte  Itandhenierkting  der  Anthologie,  dass  er  durcli  ri»" 
hfeelichen  Buckel  voriin.stallct  war;  Anthol.  Polat.  ed.  DQbncr  II  S.  .''-'> 
(=  ed.  .lacobfi  111  S.  834).  Vgl.  Fahriciua,  Bibl.  gr.  wL  Harl.  «.  361  und 
E.  de  Mnralt,  Es»ui  de  Chronographie  Bysantine  1  (18&S)  436, 


i 


InSpSSifc^lS  298~3öftj' 


30».  Leon  der  Weise  (^/wi'  ü  ir«/«;,  auch  yäilffoyos),  als  Nachfolgor 
V  Makodouiors  Basilios  686—911  Kaiser  des  römischen  IteicheH,  ein 
ardterschwacher,  aber  emsig  mit  <Ier  Feder  beHchäftigter  Mann,  cr- 
jiMRt  in  der  Littoratur  ebenso  unbedeutend  wie  in  der  |>oliti8cheii  Oe- 
ihichte  dtt»i  Keicboft.  Wo  or  überhaupt  Sc1b)<tÜndigcx  Ic)»t(>t^  zeigt  *.'r  sich 
b  «nen  schwäcliou  Dilcttantün,  unbuhilfltoh  in  dor  Form  und  voll  mysti- 
iher  Sucht.  1.  Die  unter  Leons  Kamen  äberliofcrten  Versifikationen 
nd  nicht  ohne  kultiirliiRtoi-inclies  und  sprachliches  IntereHse.  E»  »<ind 
imbiitche  Verse  über  die  traurige  Lage  des  Iteiches;  ein  Krbftuungs- 
od  {ipStt^iov  Hajafvxttxöf)  in  i*edis?,eiligen,  nkroi^ticbii^eh  gvordni'ti'i] 
trovlien  (b.  g  289  und  2d7  Anm.  3);  Morgenliuder  {'fiäffi»  tta!}tiii)  und 
fanbclie«.  Dazu  kommen  Epigramme  7..  B.  auf  ein  Lehrbuch  der 
ethanik,  auf  die  Monat«  der  Ki>mr-r,  auf  die  Tierkilmpfe  im  Zirkui«  ii.  s.  w, 
be  wertlose  Spielerei  »ind  »oim-  Kreb.so  (xu^xn'oi)  d.  li.  Versu,  welche 
«w&rta  and  rUckwärt»  gelusen  gleich  lauten,  z,  B.  Si  y^ro^  efiöi;  fv  ^ 
fcttr  iyot.  Grosses  Ansehen  genossen  in  der  byzantinischen  Welt  seine 
rakoUprilehe  {xqiflftoi)  über  künftige  Kaiser,  Patriarchen  «nd  die  Gt- 
hidce  de«  Ueiche».  Vgl.  S.  628.  Durch  die  Existenz  glcichseitigei' 
unonyraer  Kchtcr  wird  ilir  manche  der  poetischen  Kluinigkeilen  die 
itonchaft  des  Kaisers  zweifelhaft:  eine  genügende  Orenzscheidnng 
fischen  den  ver»chiedenen  Trägern  des  Namens  Leon  wäre  nur  auf 
■und  einer  kritischen  Untersuchung  des  weit  zerstreuten  Handschriftou- 
ateriatfl  und  einer  genauen  metri»cli-sprachHclien  Prüfung  der  einzelnen 
Uf-ke  ninglieh.  Endlich  wird  der  Kaiser  in  dem  Lehrgedichte  des  TzetEe» 
■^  Uirdagumy  fUt^iov  als  Verfasser  einer  (uns  nicht  erhaltenen)  ana- 
stisehen  Inschrift  an  der  Sophienkirc-he  erwähnt.  .1.  A.  Gramer, 
iwd.  gr.  ParisL  1  (183»)  78. 

2.  Mit  dem  Nomen  dea  Kaisers  sind  ferner  eine  taktische  Schrift 
mit  Unrecht;  s.  S.  63(>).  die  Basiliken  (s.  S.  tS(>(>),  Novellen 
ein  Vorzeichnift  der  Patriarchensitze  (s.  S.  415)  rerbimdcn. 

B,  Über  die  umfangretclio  ThÜtigkeit  Leons  auf  dem  Gebiete  der  Tlieo- 

Irg).  S.  IftH  f.  Dass  er  sich  auch  der  Kirohenpoesie  widmete,  be- 
einige unedierbe  Sachen  wie  ein  Kanon  auf  den  Palmsonntag, 
eifer  auf  den  hl.  Clemens  von  Aloxandria  u.  s.  w.  Heiner  theologi-schen 
üriftstellerei  wie  den  OrskebsprOchcn.  die  schnell  zui-  Popularität  gc 
Igten,  verdankt  Leon  wobl  auch  den  Beinamcu  des  Weisen. 

I.  Beqnenne  Oenutaiwgabo  d«r  Scbriften  Leons  nach  doa  sehr  seretreutec  ilterra 
idtMi  TMi  Hign«,  Patrol.  gr.  lOT.  —  Di«  Utl<>ratur  iii  den  Orakeln  s.  S.  628;  snr 
Itlik  S.  637;  va  <l«ii  Raailiken  S.  609;  xum  Vi>rieiclinis  der  P ti tri ■  reuen • 
t*  B.  4iri;   n   d«n   theologischen   ijchrifton   S.    IQS  f.    —   Znr   DJbliographi«    und 

KlirifU-nkniido :  l'Bbrictus,  Biblioth.  gr.  «d.  llnrl.  T,  603-715. 
::,   K  r»b«o  {*aQX.irot)f  wio  aio  dein  (<Don  xuftcHchriobaa  werden,  sieben,  mciiat  nnonym, 

Jen  El»  X.  B.  Ann  Codd.  Athnn.  Iü93;  Athuua  »^14  fol.  S7;  tiadl.  Unrocc  68 
J&O:  Vati«.  114  fol.  9^:  459  tot  271:  1014  M.  14»:  l»->7  fol.  4».  -  Krob>v*rRn 
■  UBkAkannten  RliotoTS  Loon  huwnlirt  der  Üod-  Pnris.  gr.  1720  fot.  TS'':  i'iixn  o( 
ifitrvt  xufivir«!  A<f  ti  arayinJaiital>ni  txitt^QiaSti'  ünn  iijc  nfjfijf  xni  rw  rt'itoiv. 
iri*(  >■(  ^^loff^.  lac.  Saaiu«i-i(  t}  tiifia  (bo).  Darnuf  folgen  olme  Autcrnii^bi>  liix'» 
fdr  mwf^ra^r.  Inc.  V  tf!uv).iiQQ^fiaiy.  >(>iii'if>iir^<ri<l(  yniSt.  Eb«ndurt  fol.  i'f)  li-iiil^n- 
n*  nateJuMObcr  dua  Kopiatmi  dur  IIa.  der  Bidi  Dimoires  (Mfiolgtii)  nurmt,  llbi^r  dit 
I  ÜÜa  *bigeMlirict>«iwn  Kanone«  des  Kijaiilus  utiiI  du«  J<>liflnnes  von  Dainnakoo. 
idM  UMhlM«rtuant)>MMn»ti  IX.    I.  Alrtl«.    ;t.  «ud.  48 


■wJMdMl 


722 


ByiuitbuBohe  Utteriittirgeaoliicbt«.    II.  FoetiMhe  Litt«ratar. 


30).   Leon  der  Philosoph,  fiäpotffng.  är&^•.^a^a4  und  nafpfmo^,  &m 
in  Philoftopliie.  Aatrolojne  und  Mt'dizin  frfahronor  Oeichrtor  air  SÖeit  Li 
dos  Weisen,  Sclitller  dos  ftlteren  Psellos,  später  öffontliclior   Lclirvr 
nmt1ioiimti»clion  Wissenschaften  in  Konstantinnpol  und  öft^r  als  Gci 
verwondüt,  iut  wiu  suin  kniscrlicher  Namens-  und  Zeitgenosäe  durch 
tische  Vi>i-»uchu  und  pro^ai^chc  Schrlftiin  bokAnnti  dvr  GrcnEgtreitigkfitfji 
zwischen  ihm   und  dem  Kaiser  ist  schon  oben   godaeht  worden.    Sidiif 
(^ehSren  ihm  mehrere  epigrammatische  Gedichte  auf  Lukian,  auf  dir 
ßatrachomyomaohie,  auf  die  drei  Philosophen  Archytas,  Platon  und  Arifit«- 
teles,  auf  Porphyrio«,  auf  aristotolisclie  Definitionen  u.  s.  w.     Ed.  von  Fr. 
Boiasonade,  Ajiccd.  Oraeca  2  (1830)  469—478.     Zwei  Verse  von  üi; 
.  auf  ein  Werk  des  MathomatJkcrs  Thoon  stehen  l>oi  Cramer,  Anocd.  Fi 
I  (lfj:tl>)  'Mi'J.    Ein  längeres  Gedicht,  in  welchem  er  steh  gegen  A 
Vorwurf  der  Gottlosigkeit  verteidigt  und  die  Verehrer  der  hellcoischi 
flöttcr   verflucht   {'/tnoiayfa  Aini-m^   to?  ^ftXogötfov,   xaif'   rjf   Xfiifiär  ftir 
aißtt,  xä  '£>,Ai;('wv  di  ^mdi'^u),  ist  wahrscheinlich  gegen  die  nnt*n  RU  er- 
wahncndoN  SchniähverHO  seines  SchUlors  Konstantin  geriehtot.     In  eine] 
vioricoiligon  Epigramme   gedenkt   er   seines  Lehrers  Photios,  di<r  ibn 
mit  der  Milch  güttlicher  Weisheit  gon^irt  habe.     Auf  die  erft'Rhot«n  Kttgea 
ihn  erhobenen  VorwUrfo  bezieht  sich  wohl  auch  das  kleine  jambisclia 
Httlck,  in  dem  er  klagt,  dass  Bildung,  Ehro  und  Gotti'&furoht  veräcbwiu- 
den  «ei  und  mir  noch  Schurkerei,  Lüge  und  roh©  Gewalt  herrsche.    Ük 
näheren  Umstände  der  gegen  Leon  geschmiedeten  Intriguen  keDaeo  vir 
nicbtj    doch  ist  zu  vermuten,   daaa  dieselben   mit  dem  Konflikte  srnsclwa 
l'liotios  und  dem  Kai.ser  l^oon  in  /.iisanimonhang  slchon.     Dies«  3  Sttteke 
sind  od.  von  Matranga,   Aiiocd.  gr.  2  (ISöll)  557—560,  wo  aie  joducb 
dem  Kaiser  Leon  x.uguschriebon  werden.     Wahrscheinlich  geht^n  iknt- 
selben  Leon  auch  die  anakreontischen  Gedichte  auf  die  Hochxet  Jm 
Kaisers  Leon,    anf  ein  von  diesem  Kaiser  erbautes  Bad  und  auf  KelfM 
die  Gemahlin  des  jungen  Konstantin,   die  Matranga  a.  a.  O.  5fi1— 570 
ediert  und  Th.  Borgk,  Poctac  lyr.  Gr.  3,  1091—97  wiederholt  hat;  «•)- 
lieh    wohl   auch   einige   v^onünia,    die   in   den  Blenäen    unter  dem  1it«l 
j4iiitvxo;  fireyiciQov  oder  juaiVropo(  gehen,     ^'e^lo^ell  scheint  oin  au«  I*mh' 
Versen  bestehendes  theologisches  Lehrgedicht,  welche«  Loon  in  ««ni-f 
Jugend  unter  Kaiser  Michael  (also  noch  vor  Sß7)  verfasste.     Ein  Unnti 
J^agmcnt  doHsolben  bewahrt  der  Cod.  Bodl.  Barocc.  76  fol.  381  bdW 
Hpn  Titel:  Aiovtoi  nafiaxqov  är&vnärov  natffiitiov  ix  i»"?  nafi  ni-iw 
ift{c>,>;  yiiioffirxoi'  OfoXoyia^,  iv  tof?  X^voti  lov  ßaeiXt'm^  M;i;«i;A  »at  Bi 
Kaiaa^oc.     Beginn :  &i<t(  tö  ii%%iiv  ut'x  J'^aiv  rtÜi-  Tirtvittttur. 

Von  prosaischen  Schriften  Loons,  dio  noch  unediert  aind.  nvi 
Du  Gange  ein  Werk  über  Königtum  und  Fürsten;  daxu    kommen  Bri»fi 
und  eine  astrologische  Schrift.     Ein  Bruchstück  derselben  scheint 
Traktat  Hber  die   Bedeutung  von  Sonnen-  und  Mondsfinsternissen  ( 
ij<linxf;f   ixlfiilruag   tiji   iv   tiji   ßatjiXixip    r^i}Wt'i]>  tur  aity^ouhor  //»'vno(| 
welchen  U.  Ilertloin,  Hermes  8  (1874)  173—176.  voröffontlicht  hat. 
sich  hieraus  ergibt,  dass  sich   auch  der  , Philosoph'  Leon   der  gcher 
Kunst  hingab,  mag  man  ihm  auch  die  unter  dem  Nomon  Leous  Hl 


8.  Profanpowle.    fSS  SOI— 303) 


723 


fert«  Anleitung  zur  Wahreagckunst  zuteilen,  dio  S.  651  Anin.  4 
vthnt  ist. 

1,  Zu  d<4i  Epl|rsininen  vgl.  P.  Wolters.  RheJo.  Miia.  SS(ieS3]  llSff.  und  Leo 
rrnbaeh,  AnÜiologiM  PIsnudvAo  appcniiix  Barbartnc-Vtilicana.  LeijiuK  1890  S,  84  IT.  — 
itit  Leons  mn  den  geftlTcht«ten  Itul garen fllrsten  Symeon.  (t«<in  der  poilanli»olio  Bjrsan- 
tr  V«»chrin«n  OWr  ina  richtigen  Gobrnnch  der  VornoiiiiingHWilrter  ert«ilt,  an  Kaiser 
lai  mi4  an  ivn  nr3i'niattt  und  naiflmot  (jenesioa  nebat  einigen  nn  T^con  g«riohtetMI 
krtAan  mm«  Sj'mcnn.  rines  Annetnsios  XDiniaftu(>.  eines  ThomaB  nni^ivio«,  Prokopioa 
Hliftw  n.  n.  «dinHo  au»  Cod.  ralm.  11»  J.  8akkolion.  Jt^iit»'  1  (li:ig:^-M)  3TT  -410, 
H  Kalnitnng  und  Komme iilar  Doiu  vgl.  N.  Politos,  BovXyafot  iiyc/tiäy  Ktl  Bi>!tiyiu>f 
ll(fiD>>;t-.  '/«(in  2U  (1S»3)  803-äÜT. 

L  2l  Vacsdueden  von  dorn  Pliilosuplioii  Leon  iat.  Leon  MBsistraii.  mit  dorn  Bei- 
B|B  KaiaxvXitt,  der  (-benfHll«  Zeilgeiiossu  und  Vi:Mtraiit«r  CounH  duH  WviHon  war  iui<l 
nitMli  im  Klodler  Sigrian«  (/"""J  itj-pti"-^;)  atorli.  Wir  kennni  lUu  durch  eino  au§- 
Mike  ErwihiiiiD^  bei  Konstantin  Pnrpliy rogeonetos.  Da  eerim,  8.  US  f,  ed. 
■1.:  <r  wird  dort  ata  ein  aelir  froninior.  aber  wanig  gebildeter  Maun  -  /lenBiit^c  'RUi;- 
tft 'f^'^Xot  —  geschildert,  dpr  im  AiiTting  d(>s  Kaiser«  Leon  ein  Wevk  über  da»  Zere- 
■""  "  rnid  Gefolge  bei  kaiserlichen  Ilnison  gesrhrieben  habe.     Konstantin,  der  diese  Schrift 

e.  rillet,  dase  Na  noUif  ftippe^ii  rr  noJ  aojwnr  xni  äai-ytiiilBf  entlialle, 

Wi.  Konstantin  der  Sizilier  {KiavaraviTvo^  i  SixtXöe  o6v\-  ^imt- 
nfi),  Siliükr  (]i>i  ,l'liiliisi>iiliftn"  Leon,  gehört  in  den  Kreis  di^r  um  Leon 
liWeiaen  Teraammeltou  Qolührtcii,  welche  n«ch  dorn  Vorbilde  ihres  Uerr- 
und  ihm  zu  Öefallen  sich  gclogoiiUich  in  pocUechen  Leistungen  er- 
iogeiL  Er  bodiont  mcH  mit  Vorliebe  anakreentischor  Mr»rc  und  einer 
pliabotiKclien  Akrcstichis.  Die  wenigen  uns  erhaltenen  Proben 
ichnen  Hieb  durx^h  lebendige  Natürlichkeit  au8  und  sind  frei  von  dem 
iBegjrriscben  Schwulst«  der  in  Byzan/,  Ublicbon  Hofpoesie.  Ein  weh- 
Btige»  Klagelied  schildert  seinen  Sehmerz  über  den  XJntergang  seiner 
und  üeschwister  auf  einer  sttlrmischen  Seereise:  £i{xoi  Urax^fötruoi 
tfi^äßt^tor  KiovataiTiiov  yiXoai'-^ov  tot'  SuteXov  Mi-Svvtv&^rtotv  wtSv 
•r  «wor  xnl  äJeXrfiöv  »V  ifiiXüiti^.  Ein  bQbseher  Vorsueh  ist  sein 
creontiachea  Liebeslied:  'Siidä^iof  t'dmtixöv  Si'  ävax^forTo(  xai  xov- 
IAm)  Xaßötfof  (?)  1^1'  vmitfoiv  i»  ftfXtjtdat  iivof.  Dasu  kommt  sein 
»fiövinin-  X'^f'S  äruxXoiiitrmv  •  tw^t'q  tiva  f^mvin  na^fHvov.  Drei  0fr- 
bt«  richt4>n  sich  in  scharfer,  un»  nicht  vorständlicher  Polemik  gegen 
Lehrer  Leon:  — «/x*"  ^V^'""*  "'**  ^X^ytiftoi  tl(  Aiovia  ^iXöcoq^v. 
Dm  fiiAiper  /p«ii.d^  od.  J.  A.  Cramer,  An.  Paris.  4  (1841)  880-38S.  -  Dio 
SMfcea  «d.  Malranga.  AneciL  Gr.  2  (IBfSO)  ä5&  f.  und  0S9-  6'ja  -  Zum  Toil 
•It  TOB  Th.  Bcriik.  Poetae  lyr.  Or.  8  (1807i  108&-1ÖÖ0.  -  Die  Gedichte  gegen 
M  nch  bei  Migne,  Patrol.  gr.  107,  Praef.  LXI  «. 

Konstantin  der  Rhodier  {KwiaruttTvin;  <i  'Pu'djo?).  seines  Zeiehens 
jr  Hofgfistlithcr,  kbto  im  Anfange  dea  10.  Jahrhunderte.     Üass 
i«  Heiske  vermutete,  rait  Konstantin  Kephalas  identisch  aoi,  litoet 
beweit)«n  und  ist  ans  ver,ichiedenen  Orllnden  sogar  sehr  unwahr- 
inlich.     Da»  Hauptwerk  des  Khodiorä  ist  eine  autt  981  Trimotern  be- 
ende Beaehreibang  der  Apostolkirvhe  in  Konstantinopcl,  dio  or 
Loftrage  des  Kaisers  Konstanfinos  VII  Porphyrogennetos  und  zwar, 
au»  einigen  An»|)ielungen  mit  Sicherheit  ergibt,  zwischen  !J:U  und 
hat.     Die  Chergchrift  lautet  in   dorn  einzigen  bis  jetzt  bc- 
rodex   fAthous    Laur,  170):    — r/xo«    Kwvatavxlvov   äai^x^ntj    vov 
Nach  einer  Widmung  an  den  Kaiser  (V.  1—18)  gibt  der  Dichter 
als  Prooomion  eine  Schilderung  der  sieben  Wunder  von   Kon- 


■«päter 


bM>p. 


724 


ByiantiDÜebe  Lltteratitrgecchiehte    11.  PoetlMlie  Lltt«r»tBr. 


stontinopel  (V.  19— 264);  dann  handelt  er,  um  <Ior  Übergang  zum  UaaM 
tht-nitt  zu  gowinnon.  aiisfilbrlicU  van  seinBii  dicbteriaelH'n  Talenten,  « 
Tugenden  de«  KaimTs  und  der  unendlichen  Schanlieit  der  Hauptatafll 
(V.  2I>5 — 422):  endlich  wendet  er  sich  zur  Boü«hr«ibung  der  A|>o»U>lkinlir 
selbst  {V.  423—981).  Aus  mebreron  Äu«scningon  de«  Dichter»  (Y.  26H  ff. 
2S2)  geht  borvor,  dahs  er  auch  die  Ilagia  Sophia  getK^hildert  hat  oAk 
wenigstens  schildt>rn  wollte.  In  der  That  ist  das  Gedicht  am  End«  offt'n- 
bar  vorstQminclt ;  doch  wird  nicht  klar,  ob  nur  der  SchluBa  der  HeM^lireibanf 
der  Apotjt^lkircho,  wie  die  Überschrift  vor  V.  19  auzudcutea  scheint,  uder 
noch  ein  weiterer  Abechnitt,  der  die  Sophienkirche  bühandelt«-.  vorlorwi 
gegangen  ist.  Konstantin  kannte  die  geschilderten  Bauwerke  n&türlicl 
aus  eigener  Anschauung:  er  hat  sogar  die  Theodosiossaule  b««tiegeo  wi 
von  derselbt^n  da.s  Panorama  der  Hauptstadt  bewundert.  (V.  216  f.).  Abor 
zweifellos  hat  or  auch  —  or  wtire  Boiist  kein  ccht*r  Byzantiner  —  schrift- 
liche Quellen  bonUtzt.,  wahrsc-lteinlii-h  ein«  Beschreibung  der  Stadt  io  Ah 
Art  der  Patria  (s.  S.  423  ff.).  Dasselbe  Werk  hat  später  auch  dwOin 
nist  Kedrenos  filr  seinen  Exkurs  über  die  Bauwerke  und  Statuen  w 
Konstantinopel  (I  563  ff.  ed.  Bonn.)  %'crwcrtct,  und  seine  DarsteDang 
dalier  in  erster  Linie  zur  Vergleichung  beizuziehon.  Stofflich  bietet 
Oedichl  wie  alle  poetischen  und  prosaischen  Ekphrasen  der  Byiantinci 
weniger,  als  man  erwartet;  immerhin  aber  wird  durch  die  Be«chri.-itiunp 
der  Mosaikbildor  der  Apo.stelkirche  eine  LUckc  in  der  byzantinischen  Kuiwt- 
geochieht«  aui^geHlUt,  und  diu  Schilderung  der  angehlich  vom  Arteniist«m|ia1 
in  EphcäOH  titammenden  Broncelhitren  des  Senats  enthält  Detaib*.  die  bai 
Kedrenos  fehlen.  An  litterarischer  .Bedeutung  steht  da.'' (iedicht  tiefunUr 
den  verwandten  Werken  de«  Panlo»  Silentiarios.  Das  ertrÄ^idiÄt 
Stück  ist  die  allgemeine  Schilderung  der  unvergleiclibnri'n  Pracht  vnn  Ken- 
»itantinopcl,  «in  in  der  byzantinischen  Littvratur  unuihligemal  hehanileltvr 
Vorwurf  (V.  821  ff.);  hier  «r&eoen  mehrere  htlbache  Gedanken  oud 
passende  Vergleiche.  Im  Übrigen  aber  verrät  Konstantin  nur  zu  eelir  wine 
mangelhafte  Kenntnis  des  Stoffes  und  seine  Unfähigkeit  klar  und  aii8ch«»'_ 
lieh  zu  schildern;  seine  Darstellung  leidet  an  eelbtstgefalliger  Breite 
dilettantenhftfter  Plumpheit.  Dem  helleniachen  Altertum  steht  der  , 
noch  mit  unversUhnlicher  Schürfe  gegenüber.  Antike  Bildwerk« 
er  nicht,  ohne  sich  durch  scharfe  Hiebe  auf  den  blinden  Wahn  der 
achoulichen  Hellenen,  auf  das  Thorengeschleclit  von  Uellaa  u.  s.  w. 
aalvicren.  Xach  ihm  hütto  Konstantin  der  Grosse  die  antiken  Kmistva 
nur  deshalb  nach  Konstantinopel  geschafft,  damit  sie  der  Stadt  zum  Seil 
den  Kindern  zum  Spielzeug  und  den  Männern  zum  Oolfichter  die 
(V.  151  f.).  Den  Kaiser  Konstantin  Porphyrogennotos  vergleicht  er 
einem  fruchtbaren  Baume  der  Muson  d.  h.  der  gtittlichen  Tugenden, 
jener  Musen,  ,die  der  freche  Homer  beschreibt"  (ovx  »('Ofti.poi  ü9f 
Ävay^äifH),  sondern  derer,  die  der  gewaltige  SaJomon  mit  goUenMi 
Kränzen  schmllckt.  Sein  eigenes  Gedicht  nennt  er  das  hell«  Lied  it 
Nachtigall  und  meint,  seine  Trimctor  Qberbeffen  an  Scbßnheit  die  «oV- 
klingende  Leier  dos  Orpheus,  der  nur  bOses  DSmonengezflcht  bosungen blbt^ 
Ausser  dieser  poetischen  Ekphrase  haben  wir  von  Konstantin  «iiifl 


^^^^^H  2.  ProhtipMue.    (g  304)  72A 

Iptgramme  im  15.  Buche  dvr  Antliolngio  und  inuhroro  recht  gaiohmnck- 
w«  Spüttgndichte  in  byzantinUchon  Tnmetern.  Ein  Stück  An  l.oon 
IhoiroüphaktitK  (/?("'»  "*•'  A'uie«ffy«xrjji'  .tiovm)  besteht  fa»t  ynnz  uns 
tistophamschen  Wortungohcuurn,  von  denoD  jedoB  oinon  Vom  fllllt:  so 
rird  LeoD  angesprochen: 

UkXanajreifiorfHiiH'tttioitXviii 

Dtr  schal«  Witz  drvht  «ch  inoiut  um  diMi  vei-hiiugnixvollun  Nnmoii  Itoonn 
.Scbweinemelzger".  Im  gleichen  Tonü  ist  ein  Gedicht  gegen  dun  Butiuchon 
Tlivodor  aii8  Paphtagonipn  gehaUen,  in  welchpm  abermals  Vurgloicho 
auc  dem  .Sobwoin<^)«l)i^n  und  langt«  Komponita  himinriRtiAch  wirken  sollen. 
Der  Puphlugoniur  war,  wio  c«  ttcheint.  ein  Kind  gleichen  Oeistea;  denn 
im  BflschluBS  der  Sammlung  bilden  wccltscloeitigu  Fjputtepigrnnimo, 
b  welchen  Theodor  und  Ko^>^tanlin  sich  in  rnbeii  Beseht nipfuiigun  zu 
lkwtrumpfen  suchen.  Kr  .lind  wUste  Verse,  neben  welchen  unsere  bäue- 
liicbon  Trut^ntclinaderlinpfoln  nl.s  Mm«t«r  von  Feinheit  und  Witz  bestehen 
Jdiiiea.  Wir  vemiOgen  dieser  ungeschlachten  Derbheit  kein  VemUlndnia 
■bnigewinnen:  sie  gehdrt  aber  zu  den  echtesten  Seiten  des  byzanUniicIiKn 
Wwen«  und  kehrt  auch  spllter  in  manchen  Anekdoten  und  bei  I'ovlen  wie 
Ftochoprodromo«  unverfälscht  wieder. 

Dift  It<wrhrniliiuig  dör  A|KM>b>lkiiTli«  ocl.  pr.  nal^h  oioor  I'liotograpbie  der  Atliunhi 
L  L«tiiaiid.  K«Tii*  (l<«  6t.  gt.  9  (\il'J6'i  ^2  ~6h.  RUnda  S.  66-  103  ningahcnilur  nrrliiuxi- 
kfiKfcer  Kcaiincotar  ron  Tb.  Keiaach.  —  tJnabhJlnt'ig  von  dioBor  Ao«g»l>o  orMcliiim 
mifH  Wockoa  104^  eit>a  iw«itG  Aungab^  Ton  Ü,  I'.  Uo^lcri.  I'»  Tempel  der  hll.  Aimalal 
■ri  MtdM«  Dcnkmilrr  vmi  KoMtentinop«!  tUtch  der  BcHi'liroibunu:  du*  Kuntlanliii  van 
BbirfM,  OdcaiHi   It^.'Ö    «TiUt    IUI<1  BinlaitunK  niM.).      Dorb     buniLt    dn-na    AuH([iiW    usit    der 

UliriMR«D  Abschrirt  <l«e  LannntodiM  S«utBd(T  Bad  ist  dahor  Wfiiiftt'r  kurrokt  aU  di« 
ItMiBMirlie.  —  EniUich  «ird  (tcL  di«  AMgaba  vm  B«elari  aXAuu)  riau  dritl«  Au*- 

Elbe  EU  Athen  Ktdnieltt.  w«laier  ein  Venach  einer  (leacbiehl«  der  jttDbiwbnn  Vkiilmnn 
ti  d^n  ByuMttt*tn  und  ein  PInn  der  ApMtolkiicli«  Utig;efetwB  varden  »»11.  —  Dm 
^MUndMble  »d.  I>.  HatrMBca.  AoM-d.  er.  2  (1&W)624  -832.  Vgl.  ana»  VtaaltÜo  H.  K. 
-  F    Wolters.  Rhein.  Mna.  S8  4188S}  117  ff. 

304.  Die  griechisclieD  Anthologien.  In  keiner  Litti-ratnrgattting 
ist  di«  Cberliefcruiig>-gf''<_hicbte  mit  dt-r  inneren  Entwitkelung  »o  ongo 
Tfrbunden  wie  in  der  Epigrammatik.  Denn  ihre  ErxeugnifMM!,  dt«  tvilti 
tat  Grabsteinen,  Weihge^enken.  Statu«!  nod  anderoo  DonkmBlern  urr- 
■trcnt  waren,  teils  aU  Begleitschreiben  (Br  6«Mbciik«,  Mif  einsoluen  Flug- 
blittcm  tMlcr  in  knappen  Be«Undcn  ttmh«rirrt«n.  maiMt«n,  ähnlich  wio  iliit 
gaschnitt«nen  Steine,  mit  den^n  man  sie  verglichen  hat,  ohnA  HyHt^tnatiach« 
Onlnaag  nnd  Aufbewahrnng  bald  verloren  geben  otler  im  gniutJffRtMl 
Fill«  der  bequemen  {.^iktQre  eotrOckt  Ucümi.  In  der  Tbat  wurden  di« 
Kbwankondcn  Schickaale  der  epigrammatwcbea  MehtmiE  in  der  nacfa- 
UMOnehen  Zeit  am  bMtM  YentiDdUch,  wenn  man  di«  OmMtihte  ihrer  Cber- 
Kefoning  studiert,  (hre  wicfatigrtea  BHtteperiod^n  wcrdm  dorvfc  wn<i 
IttMige  SammdthUigkeit  bezädnH,  die  ta  der  B^pel  Ulk  tibi»  b«- 
^itende  Folg«  scbra  hieteheader  BMU  wer.  tefle  efaie  BMtMait  verbe- 
tötete  and  einleitete.  Th'c  ante  8— ilaeg  ve«  taihwiMlg  tbmütltKUm 
^gnunmen,  in  der  Meleagro«  voa  Oadara  mm  90  V.  Cht,  S»  adbftMiM 
flabim  dwt  Architocbae.  des  iLaakraea.  der  iSaffko.  4m  »■waiJee  and  der 
•lexandrinischon   Dichter  nCar  daa  Titel  jUfditwf  venMft«,  ratetowl 


BjrsuitiaiMba  Litt«TfthirgeHclucht«. 


726 


sicherlicb  unter  tluni  Einflüsse  Ae»  im  t.  Jahrhundert  v.  (^hr.  neu  erwadit«a1 
Interesse«  an  der  kla&äi»chun  und  oloxandiiiiischcn  Klein]>oe>(io.     ÄJinUdi ' 
st«hcn   dib  Sammlungen   der   »raten   Kaüerzvit,    dio   de»    Philippos  von 
Tbossaloniko  (um  '10  n.  Chr.),  des  ätraton  von  Sardea  (fadcbet  valtr- 
scheinlivb  im  2.  Jahrhundert  n.  Chr.)  und  de»  Diogenianos  aus  Hon 
klea  (ini  '2.  Jubrhundvrt  n.  Chr.),  im  Zutsammonhnngo  mit  dem  das  1.  ua 
2.  Jahrhundert    n.  Chr.   beherrschenden   littonirisL-hvn   und   küntitler 
Klast^iKismuR  und  der  erneuten  praktischen  Pflege  des  gelehrten  und 
roichcu  Spiele»  der  Kpigranimatik.     Dann  folgte  in  der  epigrammatisclie 
Produktion  wio  in  der  Sammlung  und  Sichtung  des  vorhandenen  Mat 
eine  lange  Ebbe. 

Erst  im  &.  und  7.  Jahrhundert  n.  Clir.  nahm  die  Epigrammatik  eists] 
neuen  AufHchwunf,-.  und  da»  Sinngedicht  mit  der  verwandten  Spidart  ia\ 
poetisdii'ii  SduI(]i>ruii]K    wurde  nogar   zur  vorherrschenden   Dichtan^wid 
Unter  KtUH<^ir  Anii«t:isiuä  verfasstö  Christodoros  aus  Kuptos  in  Agypb 
seine  berühmte  Schildening  der  Statuen  des  Gymnasiums  des  ZcuxippM  in' 
Konstantinopel,  Jobannes  von  Qaza  seine  poetische  Kkphra.'««  einer  W(U> 
karte,')  Marianos  Kpigi-ummp.    Unter  Ju^tinian  schrieb  Paulos  Silenti- 
arios  zalib'eiche  Epigramme  und  eine  Si-btiderung  der  Sophienkirvhu 
ihrer  Kanzel.*)    Andere  Kpigrammi'ndichter  aus  der  Zeit  des  JuMiuMJ 
sind  Makedonios,  Julianos  aus  Ägypten,   Leontios  Scbolastikor) 
(d.  h.  Anwalt)  und  der  geistvolle  Agathias.    Den  Abschluss  dieser 
bildet  OtiorgioB  PieidoB,  der  in  der^uroton  HlLlfte  dos  7.  Jahrhun 
neben  der  historiai^hen  und  beschreiben  den  Dichtung  auch  das  Epi( 
pflegt«.     Die  Lcihtungon  dieses  Kreises  von  Dichtern  worden  freiiicli  du 
die  allgemeinen  kulturellen  und  littcrariHchvn  Verhftltnisso  und  den  rlwl 
torischen  und  »cholastiHchen  OcKobmuck  der  Zeit  niudiTgt-drQokt.  und  noTi 
einzelne  ihrer  Epigramm«  lassen  sieb  an  Feinheit  der  Gedanken  und  Voll*j 
endung  der  Form  mit  denen  der  Alten  vergleichen.     Den  Höhepunkt  un 
zeitlich  betrachtet,   den  Mittelpunkt  dieser  etwa  anderthalb  .lahrfiand 
dauernden  Blüte  der  epigraunnatischen  Dichtung  bildet  Agathias.    Er  Mj 
es  auch,  der  durch  ein«  Sammlung  von  Epigrammen  zeitgeii 
Dichter,    denen  er  seine  eigenen  beimischte,  das  lebhafte  Interesse 
Zeit  für  diese  Gattung  zum  Ausdrucke  bracht«  und  dadurch  mwoU  ftj 
die  Erhaltung    der  vorhandenen  Wcrkchen  als  fQr  dio  Anregung  tuM 
wirkte.»)    Wilhruud  die  früheren  Sammler  den  Stoff  alphabetisch  gfiorM 
hatten,  hat  Agathias  seine  Sammlung  nach  den  Gegenständen  (Widmunp- 
inschrifton,    Beschreibungen    von    Kunstwerken,    Grabgedicht«,    Sdunfrj 
godichte  u.  s.  w.)  eingeteilt.     Ein  Teil   der  Sammlung  de«  Agatbtas 
der  umfangreichen  teils  in  Trimetorn  teils  tn  Uoxnmetem  abgefaB«l«nB»*] 
leitung  ist  später  in  die  Authulogia  Palatina  (s.  u.)  Qbergegangeu  und  un*] 
auf  solche  Weise  erhalten  worden. 

In  dor  zweiten  Htllfte  des  7.  und  im  Vorlauf  des  8.  JahrhuoikrUj 
an  wir  so  gut  wie  nicht«  von  Sinngedichten  und  auch  die  üborli«*»-] 


')  Vg).  W.  Clirist,  Owcliiclit«  dergri*- 
cliUcJioa  Littcratur'  (lt<90]  S.  663. 


<)  Tgl.  W.  ChriKl,  a,  t.  a  &  Ca 
V  Vgl.  8.  «1. 


S.  Profanpoewie.    (§  8U) 


ImogSgefichJclite  der  alten  Eiti^t-auuno  wühi-üiid  dieser  Zeit  ist  iu  Dunkel 
KehQllt.     Erst  mit   di>m  Anfitnge   dtia  Ö.  JahrhundertR   lioginnt  eine   neue 
rBlÜtezeit  <ier  EpiKi-ammt>niliehtung,  die  bis  gegen  das  Kiido  dos  12.  Jali> 
faunderta  andauert.    Ihre  Hauptvertreter  sind  im  9.  Jahrhundert  Tlivodoros 
Studitc7<,  im  tO.  Johaitno8  tieonietres,    im  11.  Cliristuphuros  von  MyÜlenej 
und    .lohannt'B  Maiiropus,    im    12.  Thoodoros  Prodromos.     Auch    in    diesen 
Periode   geht   mit   dem   dichterischen  Schaffen   das  bammeln   und  Sichten 
Uand  in  Hand.     Gerade  in  der  Mitte  dos  Zeitraumes,  dor  zwischen  Thoo- 
doro«  Studit^'K  und  Johannes  Ucometrt)»  Wcf^t.  etwa  um  das  Jahr  900  hat 
ein  TliessaHer,  der  im  Dien«to  Leons  dos  Weisen  etaod,   eine  Iduina^ 
äunmlung  von  Epigrammen  veranstaltet   und   einem  gewissen  Euphemios 
gewidmet  (daher  als  .Sylloge  Euphemiana*  bezeichnet).    Eine  ähnliche 
Jeiiio  Sammlung  veranstaltete  viel  sptttor  ein  Unbekunnter,  indem  er  dio^ 
Epigramme  und  (jek-genhuitsdichtungen  des  Johannes  Geomctres  mit  alteren  I 
[ Bptgrammen    vereinigte,     ^e    steht  im   Codex    Paris,  suppl.  gr.  352n 
ifgL  §  30ß  Anm.  ;t.    Weit  reichhaltiger  ist  eine  Sammlung,  die  ungefjihr  um 
elbe  Zitit  wie  die  Sylloge  EuplicmiaiDi,  im  Anfänge  dos  10.  Jahrhunderts, 
[nt^inden  ist,  diu  des  Koiistantinos  Kopbalas  {KwieravTtrvs 6  K*^aX5(], 
[Sic   ist    ans    in    einem    einzigen   Exemplar,    dem   berühmten   Codex   der 
^Bililiotheca  Palatina  in  Heidelberg,  erhaltoit,    nach  welchem  sie  ge- 
rühnlicli  Aiithologia  Palatina  benannt  wird.     Kcphalots  bat  dio  Epi- 
oncli  den  OcgoniKtilndeii  in  Ka))itel  eingeteilt;   doch  lassen  sich 
EÜgentUmlichkeiten   der   ur»priinglichen  Anordnung   der  Hauptquellcn, 
denen  er  gesch&pft  hat,  noch  da  und  dort  deutlich  erkennen.    Ausser 
Dheren  Sammhmgcn  wie  denen  des  Meleugros.   Philippos  und  Agathios 
lUnatzt«  Kephalas   eine  Sammlung  von  Aufschriften   auf  (Jrabsteinen  und 
l'BiMwerken,  die  ihm  ein  gewisser  Magistros  tiregorioa  überlajusen  hatte. 
■Aldi  Epigrainme  einiger  Zeitgenossen  wie  des  Ignatios,  Kometas  und  Kon- 
(rtiatio  von  Khodos  nahm  er  auf.     übrigens  i»t  nnchgewicsoo,  das»  nicht 
Be  ini  Codex  Pulatinus  enthaltenen  Kapitel  von  Kcphalas  herrUhron.   Seino  • 
IriKiit  beginnt  offenbar  erst  mit  dem  nach  Jacobs'  Zählung  vierten  Kapitel 
[ötr  Kaadschrift,   das  durch  die  Prooemien  des  Meloagi'os,   Philippos   und 
thtu   eingeleitet  wird,   und   schliesst  wahrscheinlich  mit  den  Knaben- 
fifigrwiimen  des  Straton.     Die  .Saminhnig  des  KcphaJas  ist  ein  herrliches 
Zmgnta  für  das  Wiederaufleben  des  Ooschuiackos  am  Sinngedichte  und 
iiialut  sicherlich  in  den  folgenden  Jahrhunderten  mannigfache  Äm'ugungen 
[SBgetKin.     Der   erste   und   tieissigste  Leser   der  Anthologie   des   Kephatas, 
|4eo  wir  kennen,  war  Suidas,  der  in  seinem  Lexikon  liSulig  Epigramme 
MBcr  mit  dem  Codex  Pnlatinus  genau  Ubereinstimniondcii  Form  zitiert. 
Endlich  hat  um  Ende  des  Vi.  oder  im  Anfang  des  14.  Jahrbundort« 
Maiimos  Planudes  eine  neue  Sammlung  von  Epigi'Ammen  veranstaltet, 
^K  tr   unter  dem  Titel  'Ar!}(iiMj{a  iiaqü^wr  /.Tij-^rt/fjurirwv  verSlfentlichte. 
Aach  er  ordnete  die  Epigramme  nach  den  (iegcnständen,  ging  aber  hierin 
■*ch  weit4)r  als  Kephulas,   indem  er  die  ganze  Sammlung  in  7  Bücher 
M  diese   wiederum   nach   den   Materien   in    zahlreiche   Kapitel   einteilt«. 
fe  der  Auswahl   Hess  er  sich  weniger  durch  den  poetischen  Wert  als 
durch  die  litlcksiclit  auf  die  sittliche  Heinheit  und  auf  den  Geschmack 


2.  Prof&Bpoeaie.    (g  3M) 


729 


%,  lliir*niillcl:  In  dun  wirhti^Ktrii  Punkinn  iibxi^liliflHixMido  IInuptHi>Iiriftua  Mai 
li*  Prologoraona  tmd  Kumincntiir«  in  dun  gutiuniitDii  AusgiibuD  vun  Juuoba.  ~-  F.  Gu. 
IchnviilDwiD.  l'rogyiiuiaamaU  m  imllioloKiurii  ariiucjuii.  l'rogr,  (i&ttiiigou  I8&6.  —  Q. 
'tttaler.  KTttmchc  L ntcniutliuDKi^"  lui  ■.■cBrliicmu  dur  kmvcIii'H'Ik-'ii  Aiithulogie,  Dias., 
tOfidi  1676.  —  I'.  Wolter«,  Du  epi^mmmntui»  >;rH--r.'i>ruiii  iiulhulo^ii«,  Ualla  1883,  ~ 
Uao  SternbacU.  MeletoiuaU  «riticit.  P.  t,  Wivu  iSHd.  —  C.  Diltli»^ .  De  opigiRmmA- 
Im  Bjllogia  qnibiutlam  minuribiiB.  loilex  tect.  tiOtlLagen  1897.  —  C.  Diltli«y,  SvinbolHe 
iiitM«)  aÜ  uiUiologiMm  gia«CNii,  Index  loci.,  (lüttingen  1801.  —  C.  Diltbey.  Coniirtnnpii 
erHk*  in  antltologiiiBi  ^■'■"'■^"'n.  Inilex  lec.t.,  ttflltingnn  INOl.  —  II.  vao  Elvrwardon, 
BlDdia  critica  in  epigrammntn  gritecii.  Lpiiicn  1^91  (tum  3.  Udo  der  Kditio  Didoliana).  — 
K  Sakolowki,  De  Anlliologin  l'nlnliiiji  qiuiosHnnes,  Dias.,  Lvi|ixig  lä!'^  (hnndcll  QLer 
il*  AnÜMlAgion  Aee  Diogetiinnos  von  Hi>rnkleB.  die  Dnplininku  des  Agnthiun,  di«  Ijui-Iluti 
4m  U.  KucIim  der  Anlliologi«  l'iilatinii  u.  s.  w.).  —  H.  StiMltmQller,  7.nr  (;rivclLiHclii.-ii 
JUlhvIo^ie.  in  .tV-Btaulirift  zur  Eiriwi-ilniuf;  iloa  nouDn  licb^udi-s  t.  d.  lirusshora.  iiymuiuiiuji 
)b  HfiJelbeif ',  LcipiJK  1SÜ4  8.  S.'>  — 15.  —  Carl  Kadinger.  MeleaicruB  vuri  Uuduru.  Iiiiis* 
Inrk  Ih'Sö.  —  l.'tbvr  di«  wiclitigaten  Fnut«ii  orientiert  vorlrelTlIcii  dfi  Aitikul  Antlio- 
Ugia  von  L.  Sobmidt  und  lt.  Reitseoat^iii  in  Paulj'8  ItvalHriivklopUdie,  Neue  Ueai'boi- 

ßl  (1891)  23ä0-389l.  ~   Die  nbri^i-  fast  unnber^eUbtue  il(rrslitU<ratnr,  die  Obrigm« 
rfiMteils  aUMeilulb  dos  bjriantiniitcben  Litl^ratnrkraise«  liegend»  Friig«n  bptrilR,  ■.  bot 

iW.  Enf^elmaoD,  Kibliolliora  ncrinleniin  claMicorum  1*  (1880)  138—144,  in  CnlTarya 
BMNtJbecii  pbilologica  clnabicn  und  den  ■□niitigcn  noiinrvn  Libliogrniibiiwlien  llilfsmiiUui. 
T|L  a«cb  Vi.  Chriat,  (ieschirhto  der  gri«di.  Litt'  (IRQO)  444  f. 

4.  tTaberliofnrung:  Di-r  ('odex  I'aintinus  23  s.  11  ist  nidit  bloss  durch  Beinen 

jUalL  Medorn  auch  durrb  srino  Schi(^kEtnIR  bcrUbml  ^nwurdco.  Kr  kam  ISI^^l  dutcb  di« 
Mekong  doa  UorauEH  Muximiliaa  vun  htnyurn  uuh  Heiilvlburg;  in  die  vutikiiuiatbi»  UibJiu* 
IM,  4aaD  wAbiviid  der  ftiinaUBiacli^u  K«va1iitiuii  im  Jabre  ITÜT  nacb  Paris;  nui'li  dem 
hiittr  Frieden  18]j  kam  der  (^rBlo  T^il  fUudi  1  - 1.3)  wieder  nacb  Heidelberg,  der  Sobluw- 
MI^Bucb  14  und  l.'>)  blieb  in  Paria;  von  ibm  begilit  ücidrlborg  nur  ein  Faesimile.  Kin* 
Maae  Beacbreibunit  Raben  lulettt  P.  Weiter»,  a.  a,  O,  und  U.  StadtniUller  in  d«n 
frakcam«!)«  der  oWn  Kenanjiten  Anigabe  8.  III     X;  ebenda  8.  X— XIV  ßesrbreihung  dca 

tIM  £•  PlanvdM  eigener  Hand  geschriebenen  Cod.  Mnrcianas  481,   d«r   die  Anthologin 

ilknd««  «nthslt,  and  dpr  Uns  drr  klcinertin  RHinmlungon  < Kuph^niana  u.  a.  w.).    Nühorei 

fHUahlBgca  verspricht  äluihnitlllar  Im  'J.,  bxw.  '.i.  Hand«  zu  gebcu. 

I  5.  Von  den  Urhdbcrn  der  droi  wichtignten  .\nlbotogien  drir  byuintiuisRhen  Zeit  sind 

nr  Agalbiaannd  i'lnondoB  noch  ihrem  Leben  und  ihrer  sonstigen  tittemriüi^ben  Thfttiß- 
Ut  («MiHir  b«k4U)Di;  vgl.  S,  '^40  ff.  und  b4'.i  ff.  Vun  Konstnntinos  Kcphulus  er- 
Utm  vir  nur  aua  «tnigta  Knndnuiiien  des  (Judex  Pulutiuus.  dass  er  .-^ehlllur  de»  crwllbnleii 
Qnnnas  Ua^iatroa  und  mit  der  KrkJllniD^  der  epi^ratnmaliacben  Poeaio  betieliiiriiiit  war. 

iHMst  wahraebeüilicb  iel  er  iitentiach  mit  dein  Prulopapan  Konstuntinon  Kutihalaii. 

|4h  ta  der  Furtaclaung  deä  TlieupbHiiM  S.  3H8,  23  IT.  ed.  Bonn,  iu  Verbindung  mit  einem 
Twkiliull  des  Jahre*  Sil  folg  ender  in  HMeu  eru'tthut  wird;  iinjoyöriioy  avr  tä  atfiäafita 
mi  C^mucm!  {i'itii  Kwy«iHri!fof  rtfuionaUB  rnJ  :ntiuiiot<.  lev  Ktqiitkii  ttyouii-er  u.  s.  w. 
IhuM  butot  die  St«lle  in  der  Fort«ottiiag  des  Georgioa  Monavboa  8.  881,  i  ß.  ed.  Uonn. 
Jtl«-  Mck  wauD  diinM  tlleicbsotxung  nicht  itttrAfo,  konnte  man  den  Kephala»  loit  Sicher- 
heS  in  di*  oiato  Hllfln  de«  10.  Jahrhunderts  setnen.  Uobor  Kephalas  vgl.  bes.  P. 
Wolura.  a.  a.  0   S.  D  ff. 

6,  Kine  beliebte  Spielerei  bildeten  dlo  DrlthmetiBchnn  Kpigrnmme.    Vgl.  Zirkel, 
Ut  tnlknieliBclien  Epgrauime  der  grieohischen  Aolhulogie  Ubereritxt  und  crkllLrt,  liyninuaiiü- 

Kr..  Bonn  I8&!L  ~  P.  Tanncry,  äur  lea  cpigmmmaii  ariUinit^liqueB  da  l'uutbulegiu 
lia«.  Kew«  des  6t.  gr.  7  (1804)  59  —  63.  —  Hieber  gebOrcn  auch  diu  naKunaunt«» 
iMptepha,  die  dariu  bestahen,  daas  eioislae  WOrtw,  Sltio  oder  Venu,  nacb  dem  Znkl- 
■<ri  der  ilucbslaben  berachnet.  gleiche  SumnieD  Sieben.  Einen  darauf  bezQKhclien  Text 
kil  oiaiiten  ll«isp«alon  von  isepsephen  Würtem  und  Versen  ed.  aus  Cud.  Paris.  1630 
Ff.  Buiasonad«,  An.  gr.  S  (1830)  459- 4.'>1.  VkI  E.  Piccoluniini,  Di  Leonids  Ale*- 
M^rino  de'  M«  cpigrammi  e  della  iBopsefia.  Kendiconti  d^lla  R.  Accademin  dei  l^cei. 
CImm  di  Mieaie  merali,  aloricba  c  lilolaglchc  vol.  IM  (1894)  3.^7-381.  —  Ein  Usiapioi 
tnthnt  au«b  Kr.  BancaUri,   Studi   ilal.    di    tilologin   dasgicn  2  (1804)  201  (Cnd.  1909). 

7.  Zor  Ergtmiang  der  Anthologien  dinnon  die  aU  Inschriften  anf  .Stein.  Metall 
L  t,  w.  erhalleoen  Kpuramme  und  die  tiltemriirh  nbcrlioforten  WoibinBchriftsn, 
Cpitapbtea  n.  ü.  w.  Bin  inter«9BuntL-K  bdapiel  haxametriBchor  Pomib  aus  dem  9.  Jabr- 
kaadert  iat  «toe  in  dn-  Kloatcrkirchu  eu  Skripn  (üüol.ion)  atbnitene  Inschrift,  die  lulettt 
Jei.  Strsjfawski,  B.  Z.  3  (1804)  8  f.,  verlUTentl.chl  but.  -  Tbood.  Preger.  Inscrip- 
iMBM  graäcM  n*tricae  ex  a<'riptoribus  iiraeler  Antbutugium  oolluctae.  T^ipxig  läOl  (enl- 
yit  BaMbee  BTuatiiiiaebe  wie  das  berDLint«  Cirabopigriunm  aal  Kaiser  Mnurikios  (a.  g  100 


730 


ByzantlniuhB  Littoratnrgesctdellte.    U.  PooUaoba  Litt«»tar, 


Anm,  b),  Kir>'1u'i]in><>}irili<  II  nu«  h'iinl  u,  h.  «.).  —  Dto  Ton  W.  Clinat,  IlMchicbU  4h 
griech.  I.itt.  *  [l^'Htj  414  f.  nng^riilirton  Werke  von  Kaib*!,  Al]«n  uni  Pnchstoin  txtiiJjB 
«>  e"t  wio  auMchÜMKlieh  din  alt«  Litlnrmtiu'.  —  Einigo  lücbrin««!  aaa  Kir«iiMt  m  Xpd  ' 
stehen  im  Cod.  Vindob.  ni«i).  gr.  43  (X«mcl}  fiA.  US* -144'. 

S.  LittemrliiMoriacli  intnciuutiil  nind  die  H  otw«  um  dio  Mitte  dpa  10.  jAbrhimdHti 
abgnfoMton  jimbinchnn  Lobgoilichtc  iiuf  Nikntnx,  de»  V>riiiul«lt)tr  einer  ilLwÜHf!« 
ßamnilung  i^hinirginrhcr  Sdirif^on.  die  uu  im  .Arrliotypu«  diM«r  SAniiulnnK,  dem  Cod  Lmr 
74.  T.  auiliRnulirl  nind-  Ed.  IJ.  Scliftne,  AiiollDuiu»  Tnn  Kitiam.  (.eipng  1896  S.  Sil  U 
XIV.  —  Iloiclit«nftwert  ist  uucb  dus  wühl  dorn  aiu  End«  dps  10,  nder  dem  Aotwog  d« 
11.  Jntirliuiideil«  stainmuiidu  Widniuii^BKi<diclit  in  ilor  hcrrtiuhoni  fOr  KaisM  BiniUMll 
lierg«atcUt«n  pHalturlis,  div  juüt  iii  dur  Muciiebibliotlii.'k  xu  Venedig  (aU  Cöj.  17)  Hf  , 
bewahrt  ist.     Anruiig:   7'u  dni^/jn  xmröy  luJt   tmr  ÜQatfiintr. 

305.  Theodosios,  um  die  Mitt«  dos  10.  .Tabrhundert^  Diaknn  in  Kon- 
stantinopcl,  vcrfanste  ein  panegyrisches  Gedicht:  'AXtooi^  iTfi  Afr'c,,- 
(1039  TrinietiT  in  ■>  Akroasen).  in  welchem  er  die  Vorti'oibung  dor  Aral'er 
au»  Krutn  (961)  und  den  daraufrolgcriilcn  Sieg  flb«r  dio  Suruzcnen  in  Syrien 
(bosoiulcrs  dio  Eroberung  von  Cliak'p)  bosingt.  Dus  Vi'ork  isl  kurz  uiub 
dioHL^n  Ervigniflsen  abgefasst,  wurde  jedoch,  wie  sich  aus  döni  in  Pniit 
abgefaaston  Widmungsbriefe  ci-gibt,  von  Theodosios  erst  nach  dem  Todt 
des  jugendlichen  Komanos  II  (959— 9(»3)  veröffentlicht  und  soinoin  Xatk- 
folger  Nikephoros  l'hokas  (963—969)  gewidmet,  dessen  Kri«g8Üui«fl 
Bän  lltiuptgi'genstand  desatilben  bildun.  Dur  Verfustior  sucht  sicli  wA 
%inen  V'oi'wurf  durch  eine  krause  Polemik  gegen  Homer  zu  einpfehko; 
derselbe  habe  einen  winzigen  Feldzug  in  bombastischer  Weise  besungn 
und  kleino  Dinge  zu  grossen  Tlmtun  auTgebauscht;  sein  LUgcngimcbe  ni 
lüeherlich;  unbedeutend  erscheine  das  gi-iochische  Ue^^r,  schwHcb  sttM 
Fuhrer  wie  Achilles  und  Aias;  wenn  Uomer  den  l'fud  der  WahrhtJI 
wandeln  wolle,  so  möge  er  die  Kampfe  vor  Ilion  uufgoben  und  statt  deestt 
die  Htrömo  von  Blut  bosingon,  die  auf  Kreta  geflossen  seien.  Ähnlidic 
Seitenblicke  auf  Uomer  erheitern  auch  im  weitem  Verlaufe  dos  GedichlM 
nicht  minder  als  die  hyperbolischen  Vergloicho  eeine«!  Helden  uül  i^ 
Berühmtheiten  dos  Altertums.  Trotzdem  besitzt  die  Darstellung  desTli*«* 
dosios  manchen  poetischen  Keiz  und  erhebt  sich  zuweilen  sogar  zu  walirir 
Begeisterung,  üfti>r  freilich  cnnildet  sie  durch  breiten  SchwxiUl  (ninc 
wunderbare  Probe  z.  It.  IH  Vtl  f.)  und  chruiiik«nurtige  Aufzählung.  Wenn 
so  der  dichterische  Wert  der  Haiosis  starken  Bedenken  unterliegt, 
gewinnt  .sie  doch  einige  Bedeutung  dnrch  die  Nachrichten  Qber  «iuee 
wichtigsten  Ei'olgniese  der  byzcintini»chen  Uoschicht«,  die  »choii  von  K<: 
stuntin  l'arpbyrogennetos  gründlich  vorbereitete  und  von  dum  gvwaltil 
Feldherrn  und  nachmaligen  Kaiser  Nikophoros  Pliokus  ausgeführte  Wii 
eroberung  der  seit  826  von  den  Arabern  besebilen,  strategiitch  und  Iti 
Di«rziüll  hochwichtigen  Insel  Kreta. 

1.  Ausxaben;  Kit.  pr.  VI.  Cornnitu»  in  soinem  WcrkvCrota  aacra,  V«aelütl7J 
vol.  [  2G9— 327.  —  DArnncli  nd.  F.  Foggini,  Nora  appeadix  corp.  hiat.  El]näiiliaae>  T 
ITTi  S.  3.^1—390.    —  Ed.  Fr.  .Tanolia  im  Bann«r  Corpus  mit  Loo  OiaeoMis,  B««o 
Vgl.  Pmof.  5.  32-38.  —  Wicdorbott  bei  Migne.  PatroL  gr.  113.  987-106a 

2.  tlilfsmittol:  lieber  die  Kri(igi>thnton  des  Nikephor an  Plioka«  «.(>.  Iletllbar) 
OoBcLiulitp   der    Bj-xniitiner,   Berlin  löölt  (Onketis   nlUomoiiie  Ucochiclilo  in    KinuldiM' 
liiDg«ii  II  T|  8.  \m  f.;  K.  Leonbordt,  Kiuaur  Nikephoros  II  PliuLaa  iiii<l  die  UamdlOi 
»60-969,   Dias-,    HuUe  1877.  und    bo».   Aaa  glÄniande   Wat*  von   G.  SrhlumberS' 
Nic^plioro  Phocaa.  Pniu  189Ü  (ObtT  Tbuudüoiua  S.  84).  —  Znr  Uetnk  ukJ  Kritik  dw  ^ 
dicht«  vgl.  die  S.  Q98  »tierte  Ablnuidliui;  vua  Fr-  Kubn  S.  &9  £ 


8.  Pntiuipoeaie. 


305-306) 


731 


)6.  Johaones  Eyriotes,  gewülmlich  nach  »oiaem  Beiaunicu  Geo- 
bczoiclinet  ('/««rci^s  ä  Kv^ibiit^^,  ö  rfwjuerßi^c).  eine  dor  interosijun- 
m  IVr»önlic1ikoitun  in  dur  byzniitiiii^clieii  Littornturgoschichte,  wurde 
1er  zweite  Sühn  i'ioOH  hoclislehcndun  BoAintou  aamäns  Theodoros  in 
[ersten  Hälfte  des  lü.  .lahrhumlerts  geboren.  Seine  Ausbildung  vor^ 
er  dem  Lehrer  Nikephoros,  dessen  er  in  einer  Orabschrift  und  \a 
>ignui)nien  wiederholt  gedenkt.  Violleicht  ist  dorscibo  identisch  mit  dem 
itrikios  KikephoruH,  der  unter  Kon&tantiiio»  l'urpliyrogcmiutoK  als  l'ro- 
isor  der  Oeonietrie  thätig  war,  und  vielleicht  hat  auch  der  Beiname  de» 
banne«  selbst  eine  Beziehung  zu  seinen  mathematischen  Studien.  Ein 
rwt«r  tielebrter,  den  Johannes  durch  ciiio  (irabschrift  feiert,  ist  der 
ftgistroH  Thoodoros  Dokapolitc»,')  offcubai'  der  uiit4.-r  Konstantin 
»rphyrogennetos  und  Komunos  II  berühmte  Jurist  dieses  Namens.  Andere 
rabepigranune  widmet  Johannes  dem  MJinche  MaloVnos,  dem  spater 
moninerten  Oheim  des  Kaisers  Nikophorott  Pliokas.*)  und  dem  l'atriarchen 
p|]r«uktOB  (956—970).  Aus  mehreren  Überschriften  geht  hervor,  dass 
jkannos  da»  Amt  eines  l'rotospathars  bekleidet«.  In  vorgerückti'ni 
■r,  als  er  schon  ergraut  war,  wurde  Johannes  zum  Priester  geweiht; 
ij^f  bezieht  sich  die  im  Codex  Vatic.  Pal.  402  fol.  360'— 363  erhal- 
BW  Itedo:   Ei^  iaviöv,  ^ti*u  jr^Kf^iitt^oi  /x*'9"'"*''}^'l-    Aus  dom  Titel  dus 

Eltzee  'Itoärrov  n^toif(/ovot>  toü  I'twfultQov  Iltnl  tov  fiijXov  ergibt 
dass  er  später  Bischof  wurde.  Vasiljevskij  vermutete,  dass  er  den 
D  von  Melitcne  (in  Kappadokien)  eiiiiiabni;  ur  stützt  sich  dabei  auf 
B  bei  Skylilze-s*)  erhaltenes  tirabepigramm  auf  den  Kaiser  Nikephoros 
kas,  daa  in  Tou  und  Sprache  mit  den  Dichtungen  des  Johannes  Geo- 
und  speziell  mit  den  Epigrammen  auf  Nikephoros  Phokas  so  innig 
randt  ist,  dass  man  o«  unbedenklich  demselben  zuschreiben  darf.  Der 
iasser  hcis.-it  aber  bei  Skylitzes  .Johiuinus  Metropolit  von  Meütcno". 
Tann  Johannes  Metropolit  wurde  und  wann  er  starb,  ist  nicht  genauer 
iL  Mehrere  seiner  Oedichte  beziehen  sich  auf  Ereignisse  aus  der 
Bgszeit  des  Johannes  Tzimiskes  und  Ka-iilios  11,  z.  B.  auf  den  im 
I  Ö75  sichtbaren  Kometen,  den  er  zu  einem  Wortspiel  mit  Komotopulos 
b)  verwendet,  auf  die  Niederlage  der  Khomaeer  im  bulgarischen  Eug- 
Aem  RhodopegebirgOB  im  Jahre  ytiti  {H.  ÜOfi  ed.  Cramer),  auf  die 
eh  die  Bulgurenkriege  und  die  DUrre  des  Jahres  989  verursachte 
rige  Lage  des  Ackerbaues.  Ob  er  während  dieser  Zeit  noch  in  Kon- 
llRtinopel  oder  schon  in  Mclitene  war,  litsst  sich  nicht  mit  Sicherheit 
Demachcn.  Jedenfalls  war  er  schon  viel  früher  Metropolit  von  Melitene 
|fW<irdtiD;  denn  die  Abfassung  der  Grabsclirift  auf  Nikephoros  Phokas, 
St  er  als  Metropolit  vornahm,  fällt  doch  wohl  bald  nach  dem  Tode  dieses 
[lieers  (969).  Vielleicht  sog  .sich  Johannes  im  hohen  Alter  als  MiSnch 
Koostantinopet  zudick;  damit  würde  «eine  in  den  Gedichten  Qfter 
procheno  Woltvcrachtung  und  Neigung  zur  Abgeschiedenheit  stimmen. 


8UU  dw  bei  Cnmer  Q.  297.  28  ge- 
«D  Jiimnöttiv  iat,  wie  Vaalljevttkij  b»- 

liai.  .^f««ii«Ui^r  III  {«aen. 
I  Vgl  Um  Dialtooc«  ed.  Bonn,  a  83,  )$. 


*)  KndiDDoH  pJ.  Bona,  2.  378.  Auch  ün 
KommcmUir  zu  Leon  DiAkoDoB  |ed.  Doim. 
ä.  ihü.     \'e}.  obon  g.  808  Anin.  'i. 


732  ByMmtinlache  LätUrktargMchichte.    H.  PMtUche  ZAltSi^i&t^^^^M 

Sein  Hpcztcllc8  Intcro&sc  dir  <la8  lierühtnt«  Klottor  Stu<lioD  bi-wiUt  •■in  darl 
Kirche  desselben  gowidmi'U's  Ckilioltt  {S,  306  ed.  Cramer).  Oir  Illijt«««) 
des  Johannes  fllltt  mitliii)  unter  die  Itegierung  der  drei  grossen  Kaiser 
Nikoplioro»  Plioka-s,  JohRnncs  TnmiskcB  und  Basilios  n.  lu  8«inuD  Foemo 
Gmk^n  i^ich  maniiigrudn.-  ßcxiohuiigcn  auf  dii>Hi>  drL>i  HorrM-hor;  äoch  fllhlU 
Eich  dor  Dichter  /.u  ihn<.'n  nichl  in  glt!ichem  Grade  hingezogen.  t>etn  Lieb- 
ling und  lleki  ist  offenbar  Nikephoros  Phokas,  den  er  ob  seiner  Tapfer- 
keit und  edlen  Üpsinnung  mit  Ansdrilcken  der  höchsten  Begeistoning  fwrt 
und  wii-dorholt  aU  t^-ttt^r  tin.s  d(*n  Drangsalen  der  Zeit  au»  soinom  Gralo 
iiufrui'l.  Dioso  Partei  Stellung  ist  bei  einem  so  tief  rehgi^on  Mann^.  wie 
(Jeometres  war.  um  so  mehr  bemerkenswert,  ab  Nikephoros  Phokwi  W- 
kanntJich  wogen  seiner  Massnahmen  gegen  das  Anwachsen  des  Ktoeter- 
guteis  heim  Klorui*  nicht  boHoht  war.  Den  Johannes  Tximiskes  wmb 
der  Dichlor  zwar  nueh  zu  »'hiitzon;  doch  kann  er  ihm  dio  blutige  TliBt, 
durch  welche  er  den  Thron  gewann,  nicht  verzeihen,  und  in  einer  för  ili 
Redichteten  Grabschrift  lässt  er  ihn  sein  Verbrechen  freimütig  bekenwa 
{S.  268,  22  ff.).  Noch  woniger  scheint  er  sich  mit  BasiliosH  befreoftW 
EU  haben.  Die  Eigenschaften,  welcho  in  der  ersten  Zoit  soincr  Regt«ntti; 
beBondei'8  hervortraten,  wuren  idlcrdings  nicht  gceignol,  ihm  die  Zuneigung 
eine«  Freundes  der  Wissenschaft  und  Litteratur  zu  gewinnen.  Wir  wi»« 
aus  P&elloa  und  anderen  Quellen,  dass  Basilios  ein  rauher  Kriegsmann  vdI 
Koergie  und  Kraft,  aber  ohne  feinere  Bildung  und  den  WissenwAaRoi 
wenig  hold  wnr.  So  veretohcn  wir  die  wiedcrlioltoii  Klagen  dw  Jofaaiuw 
daas  die  Männer  der  Jetztzeit  wissenschaftliche  Bildung  verachtea  utrf 
ihn  selbst  wegen  seiner  Htndicn  verspotten  (vgl.  S.  M]  ff.  ed.  Cnuwr). 
Johannes  hat  pootisclio  und  prosaische  Schriften  hinterlassen:  doch  heniU 
seine  littcrarischi>  Bedeutung  vornehmlich  auf  seinen  Dichtungen, 
lassen  sich  folgendermassen  einteilen: 

1.  Eine  Sammlung  von  Epigrammen  und  GclegODhoit4|4 
dichten.  Sie  %-erdient  unter  allen  bekannten  Werken  dee  JohannH 
ihrer  litt^rarischen  Bedeutung  die  erste  Stelle.  Die  Gedichte  der  Sil 
lung  sind  nach  Form,  Inhalt  und  Unifang  Äusserst  verschieden:  Die  Vcre 
mass«  «ind  der  Trimoter,  der  Hexameter  und  das  elogieche  Distidun; 
den  Inhalt  bilden  weltliche  und  geistliche  Vorwürfe  mannigfaltigst«  Art; 
der  Umfang  der  eiiizolnen  Stflcko  schwankt  zwischen  1  and  mehr  <k 
100  Versen.  Unter  den  Gelegonheit^gedichtcn  des  Johannes  finden  wir  ob 
Teile  »ehr  umfangreiche  Grabepigrammo  auf  die  Kaiser  Nikepb«w 
Phokas  und  .Tobunoes  Tzimiskes,  anf  seinen  Vater,  auf  soinoo  Lehrer  Nil;** 
phoro^.  auf  einen  gewissen  Koitstantinos  und  auf  den  Patriarchen  \'<ij' 
ouktos.  Von  hohem  Interesse  sind  einige  Gedichte  Über  KeitgeschiiM-^ 
liehe  Vorwürfe  z.  B.  über  den  Kampf  der  lihomäer  (wolü  auf 
Kampf  zwischen  Bardas  Skieros  und  Bardas  Phokas  lit-Küglich),  Über ' 
räuberischen  Angriff  der  Iberer,  Über  die  Bulgaren,  über  den  Komel 

d.  Ii.  Samuel   den  Sohn  der  bulgarist^hon  Kornes  Sisman  (s.  o.),  Shtf  < 
Niederlage  der  Rhomuer  im  bulgarischen  Engpaes  (s.  o.):  hierher  geh 
auch  die  Gedichte  auf  den  Magistroa  Theodoroe  Dekapolite«  (x.  o.), 


S,  Profftupotri«. 


7S3 


h  Hicliael  MalcTnos,  aiif  die  reclit«  Hand  des  Niki^pliorott  Phokas, 
r  mit  dem  goldsjM'iitjtuiden  l*aktnlns  vorgleiclit,  ttber  oino  von  ihm  in 

igurutir  uiittTnomnieno  Kcia«  von  KünstauUnopuI  uacli  Selybria  (in- 
t  durch  die  ergreifende  SchiJderung  der  Xot  des  Landvolkes)  und 

grOAsero  Stücke  ohne  Überschrift,  %'on  denen  besonders  da-i  janiIii»cho 
iht  S.  342  IT.  (od.  Cramcr)   Beachtung   verdient.     Kino   rocht,   k'ttens- 

Gnippe  bilden  die  Epigrnmnic  Httorarliiätorischün  und  ge- 

clitlicben    Infaalta.     Johanne»   borücksichtigt    in   derselben   Rovrnhl 

leidnische  wie  die  chrifltliche  Vergangenheit;   neben  Kjitgrnniiiien  auf 

tcr,  Philosophen,  lihetoren  und  Historiker  wie  Sophokles,  Arcliy- 

laton.  AristoteleB,  Siinplikios.  Torphyriot«,  Jantbliclioti;,  PhilüHtrutoa, 
ioM,  Xonophon  u.  ft.  «tchon  rriedlich  Sinngedichte  auf  berühmte 
envätor,  Kirt-hciidichter  und  Iluilige  wie  Gregor  von  Nauanz,  .lohanncs 
HOstonio»,  Basilios  den  tirneaen,  den  Meloden  Romanos  (s.  o.  Ü.  668), 
leiligen  Blaains,  Deniotrioa,  Theodoros  Tyron,  Stephanos.  En^tratios 
(*ine  OuiiotwioD  u.  a.  Weitere  Epigramme  buhaiideln  Vorwürfe 
dor  Mythologie,  Geographie,  KunstgOBL-hic-hte  u,  a,  w.  ■/..  B. 
(itti«n  Kalliope  und  Urania;  den  Berg  Olympos,  den  Fluas  Maeander, 
lUdte  Athen  und  Konstant! iiopel,  daa  gegenwfti-tige  Athen  im  Gcgcn- 
xur  Vergangenheit,  die  Stadt  Nikaea,  die  drei  durch  den  Ölbaum 
bnit«ii  Stadt«  Nikae-a,  ['raene«toa  und  Athen;  daa  zum  Schutze  dos 
iberge»  aufgoetollte  Bild  des  hl.  Kerykos;  die  Kirche  des  hl.  Kyros 
die  des  Klosters  Studion;  einen  Prunkdegen;  einen  Musikanten:  den 
I  von  Praeneste:  einen  schfiuen  Menschen;  einen  Knirps:  einen 
liehen  Eunuchen;  die  rot«  Unterschrift  des  Kaisers;  da»  Weih;  die 
[che  Liubu;  eine  Anrede  dt«  Mondes  an  einige  Nttchtochwiinner  u.  s.  w. 

schon  von  Apollonios  von  Tyana  ausgesprochenen  Gedanken,  den 
er  Michael  Akomtnatos  (s.  S,  469)  wiederholt  hat,  kleidete  Joliannea 
Gpigrainm    ,Auf   einen,    der    nach  Griecheiüand  ging    und  ver- 


t 


Ov  flui>flirQa>y  y^r,  äii'  Uur  t^v  "ßkläitt 


mulireron  Godii-hten  ,An  sich  selbst'  (fcVs  iavrcv),  ein  Titel, 
JobanneH  dem  Georgios  Ptsides  entlehnte,  bekundet  er  seine  tief  reli- 
LeWnsanschauung.  Verwandt  im  Tone  sind  die  Epigramme  auf  die 
and  Hflbsalen  de»  Kcbents.  Am  wenigsten  gefallen  die  StUcko,  in 
Wi  Johanne«  die  abgedruschenon  Themen  der  Rhetorenschulo  in 
n  behandolt,  wie  die  Gedichte  Über  den  Frtthling,  den  Sommer,  die 
Oge  eines  edlen  Pferdes  u.  a.  Übrigens  weins  der  IMchter  auch 
ea  SophiittenschnuiTen  eine  chriittliche  Nut/.auwondung  zu  geben;  Ein 
Gedicht  ober  einen  Mann,  dor  ein  Mädchen  um  Waaser  bat  und 
in  daatielhe  verliebte,  acliliesst  mit  den  Worten:  „An  Dich,  mein 
tos,  an  Dich  halte  ich  mich,  Du  spende  Dein  lebendiges  Wasser;  das 
meinen  Durst  stillen.''  Einer  rhetorischen  Übung  gleicht  die  Monodio 
jneii  leichter  von  Seiten  seines  Weibe».  Seinem  Lieblinghhelden  Nike- 
PhokaH  widmete  -lohannea  die  Melete:  Was  würde  wohl  der  hl. 
r  Nikephorai  sagen,   wenn  aeine  Bilder  vernichtet  wQrden?    Auch 


794 


BytaoUsUehe  UttenbirgeMliIeht«.    U.  Po«tiacli«  LltUr^tw. 


die  Gattung  des  KätticlB  ist  wenigstens  durch  eine  Kummer  {^vtjfot  lu 
SXai)  vortreten. 

Wi>mg«r  origiiiöll  sind  die  Epigramme  und  Gedichte  geiatlicliea 
Inhalts,  deren  Vorwürfe  zum  Teil  schon  von  Georgioe  Pisidoe  undTlieo- 
doroH  Stiidit^H  hehundelt  worden  waren.  Johannes  feiert  hier  die  Geburt, 
Tnufc  und  Himmelfahrt  Christi,  das  Kreuz  Oiristi,  den  reumütigen  Schlcbtr 
am  Krctiz«,  Clirixtiia,  aU  er  auf  dem  Schiffe  ttchllof,  den  Kncengel,  di( 
Apostel,  den  englischen  Gniss,  den  Tod  der  Gott08mutt«r  («in  in  der  cbrift- 
lichen  Epigrammatik  ungemein  heliebteä  Thema)  n.  s.  w.  Dazu  konml 
die  später  so  eifrig  RcpileKte  Gattung  von  Epigrammen  auf  HeiligM« 
bildor.  KuU.nrgegonstände  und  dergleichen  ä.  B.  ila.s  Bild  Aes  Ertiieert, 
den  Gürtel  und  An»  Qowand  der  hl.  Jungfrau,  den  Sarg  de«  hl.  ]*«nt«liw 
mon  u.  s.  w.  Den  BcHchluss  bilden  einige  umfangrfichere  Gedicht«:  m 
Geb4>t  (»i'z';).  ein  Bekenntnis  (tioftoXiiyi^atf)  und  eine  jambische  Paraphiwe 
der  neun  Oden  des  alten  Te-itamenta. 

2.  Eine  Sammlung  von  99  Tetraatichen  im  olegiRclicn  Masse  lub 
dem  Titel  Paradies,    in  welchen  die  Askoso  empfohlen   und  Aiis-ipHIc 
berühmter  alter  Asketen  wie  Karinon,   AnUmios,   Achillae,    Pior,  Lul:ii 
Besarion  u.  a.  gefeiert  werden.     Ebenso  reichlich   benutzt  der  Vurf* 
Au.te'pi'Itche  und  t'rzKhiungen  hur  der  alten  Litteratur  und  Mythologie. 

3.  Vier  grosse  Hymnen  zu  Ehren  der  hl,  Gottesmutter  (a 
nannte  Xtu^maftoi)  im  olegisclien  Masse  mit  einem  jambischen  Natlii 
in  welchem  der  Dichter  bemerkt,   den  Hexameter   habe   er   als  der  gB 
liehen,   den  weniger  gewichtigen  Pentameter  als  der  menschlichen  Ni 
Christi  entsprechend  gewählt.     Damit  vorbindet  sich  ein  alphabetiscl 
Hymnus   auf  die  hl.  Qotto»muttor,  in  Hexametern,   aoa  lauter 
Teil  sehr  kühnen  Epitheten  derselben  gebildet,    von   dunen   die   in  täl 
Verse  stehenden  alle  mit  demselben  Buchstaben  anfangen    z.  B.  A^aa 
dyi'OKrn';!',    axgttriot;    liiaxioröxtiov,  ||  BaaiXiäa,    lß(nst}.r^ftvda,    ßaoüijftf 
tiiQftr  u,  ».  w.    Als  Dichter  der  Hymnen  auf  die  hl.  Maria  wird  Jahani 
in  einem  aus  drei  elegischen  Distichen  besteliondeu  anonymen  Epig 
gerühmt. 

4.  Ein  robgedicht  auf  den  hl.  Panteleemon  ('£yx«/ii0r  »k 
äyiov  fiiYahi/tiiiiti'^a  tlafttin'^fitiva  diu  atixtor  laftßiimy).  In  1042  Jan* 
bischen  Trimetem  erzählt  Johannes  das  Martyrium  de«  herilhniten  hl 
Arztes.  Beachtenswert  ist  der  eingeschobene  Dialog,  der  mit  den 
dramon  des  Ignatios  u.  a.  verglichen  werden  kann. 

Johannes  Goometres  gehört  als  Dichter  ohne  Zweifel  zu  den  «rFnU 
lichsten  Gestalten  der  byzantinischen  Litteratur.    Das  Beste  ernHcht 
wo  er  selbsterlebte  geschichtliche  Vorgänge  und  Zustände  nnd  smU* 
Stimmungen  schildert.    Auch  in  poetischen  Beschreibungen  und  im  l'oinli 
stil  i8t  er  oft  recht  glücklich;  nicht  selt«n  aber  wird  er  durch  alliu  reic 
liclie  Anwendung  rhetorischer  Kunstmittel  konventionell  und  fro«tig> 
Honders  chanikteristisch  sind  fllr  ihn  die  Spiele  mit  Worten,  besonilcrn 
Eigennamen,  und  die  nsyndotisclio  Häufung  von  Beiwörtern.    Die  Welli 
schauung   des   Johannes   beherrscht  inniges  Gottvertrauen    und   warn*' 
Patriütiismus.     Dem  heidnischen  Alt^-rtum  steht  er  unbefangen  gegeDÖkcfa 


a.  Pror&Dpoeaie.    '§  306) 


735 


SCwar  wahrt  er  zuweilen  ausdi-Ucklich  den  chmÜiclien  Standi>u»kt,   z.  B. 

!venn  er  die  Athener  auffordert  die  hl.  Gottesmutter  zu  ehren,  die  melir 

vermocht  liaho  ab  nllo  Wmcn  und  Hehlen  Atlienn.     Ah«r  Reine  kirchliche 

lüberzeugung  hindert  ihn  nicht,  die  alte  Litteratur,   hcnondcrs  die  Philo- 

Isophie.  uiit  Wort4>n  aufrichtiger  Ik-goiNtcrung  zu  feiern.    So  »toht  Johannes 

in  dem    Jahrhundort    der  emsigen,    aber    individualitätslosen    und   muist 

ntechnniftchon  gelehrton  SammeUhiitigkeit  aln  eine  liebenawElrdige,  lebens- 

voUe  Persönlich koit,    die  man  geino  mit  einem  um  etwa  zwei  MenRchen- 

■Uer  Alteren  Freunde  und  Bcwahrur  alti^r  Litteratur,  dem  gelehrten  Krs- 

bbchofe  Art'thas,  vergleichen  mag.  wenn  er  auch  in  anderer  Weise  aU 

ÜMer  thätig  war.     Für  die  im  folgenden  Jahrhundert  beginnende  littera- 

litdie  KenaiÄiance  erscheint  Oeomet.re.s  als  ein  beachtenswerter  ^''orlilufer. 

Wunig  BemerkonHwertes  scheine»  die  erst  zum  Teil  vcröffont lichten 

Prosuechriften  de»  Johanne»  Geometreij  zu  bieton.    Sie  entfallen  in  die 

ßthiete  der  Profanrhetorik,  der  Exegese  und  der  geistlichen  Be- 

redeanikeil.     Unter  den  weltlichen  Sachen  finden  wir  ein  Enkomion  auf 

^  Eiche,  zwei  Schildeniugen  eine»  Gartens  und  drei  Kiikomion  auf  den 

Apfel,  von  denen  oineii  ediert  iüt.     Audi  mit  der  Theorie   der  RhoUirik 

bit  ajch  Johannes  beschäftigt;  .lohannea  Doxopatres  und  .lohannes  Tzetze« 

ntieren   anter  dem  Namen   eine.'^  .lohanne^i  Oeometres,    der   mit   unsei'om 

Jukanne«  zweifellos  identisch  ist,  Erklärungen  zu  Aphthonios  und  Hernie- 

gttm,  die  nach  dein  Gregor  von  Korintli  als  Quelle  gedient  babou.    Über 

du  geiatlicfaen  Ileden   und  SchoHen    des  Johannes  vgl.  oben  S.  189 

AsnL  4. 

Anagab«!!  und  SpiMiaUcliriften: 

Sammlung  von  Kpigraromoii:   EJ.  pr.  J.  A.  Cmmor,   An,  Pftriii.  4  (1841) 

3.     Am  ScUuBsi)    aar  Sommliing   (S66.  8— 3Sä)  lindct   mdi    njnn   (inippo  von 

ICD  anävrtr  T«tfacavr.   die   som   grQaäUii  T^ik-   uuch   in  ilcr  ADtliulagln  {'ututinn 

Eta«   minlidia   Äb«ondoniiig    dieae§    frutuden    Gutes    von    itriii    dp»    Joliaiinc« 

ktf  &an*r  niitwUn«n,  Aach  int  flbrigen  ist  die  Ausgab«  unKäuü^eiid  infut^u  dt-r  niniig«]- 

Ulm  paliAgruhiMh«)!  und  eiirnolilichon  Kennliiisse  und   d^r  icroMioii  KIQclitiKkcil    dee 

MwMinäbafi,  aar  sich  w#d«i  iini  die  Krriiasung  dos  Inlmlts  nocli    um   die  HubuuK  der 

■UmMim  TvxlTvrdorbniwo  knmmnrtn  und  den  geduldigen  Leeer  am  Scbhime  mit  der 

Atta  trSaM:  .Plutitna  in  omnibun  dciprflvntB  sunt,  (|annini  nonniilln  iiiiisfiue  facilo  corrigere 

|»<*ril.*    —    Di«  Au«fcnbR   von   Crnmor    wiederholto  Migno,    Patrnl.    gr,    lOß,  901  —  1002. 

AMMdunawriiv    h«t   Uigno   bicr   im  Texto    einiges   gebiiesert :   dor   orwitbntti    rr«mdnrliga 

fchlawKnü,    Irtdi^r   abor   oui^b    muuülic«   tvoiMloH   ei^btc  (icdidil  ist  hier  w(-ggelnsscn.    -* 

bm  Toil  der  K|>«i;™ninie  fd.  mit  i-iiiigoii  VorbeasBrungen  und  Krlflulerungpn  E,  Cougny, 

iKninunatoin  Antlivlogia  Palutinu,  vul.  III.   Paris,  Didol   1830.    —    Eincu  Nucbtjng  (Kpi- 

pmn  KC^O  StyliAiioa)  li«f«rt«  Cb,  Oratix.  Arcbiws  dve  miiMiuna  acivntiliijUiiB  III.  gi^rie 

t4(18w)  185  r  —    Dto  ParajdirMC  äer   nenn  Oden   des  altt^u  Tt>atani('uta  Latte  schon 

*.  H.  Bandlai,  Cnialogas  rodicnm  mas  bibl.  Medicae-LaatwnliAoae  I  (1704)  <i:>~CS,  «di«rt. 

-;  Zar  F,i'kUntnji:   Ittn  unten  uigofDhitsn  ScbriftsD  von  Vasüjevskij  und  P.  Tacchi 

Viiluri.  —  A,  I.ipovflkij.  aus  der  Oeschicbte  des  griPchisoh-bnlKariscIien  KAmpfes  im 

nwd  II.  JohTh.,  Journ.  Min.  1S91  Ud  2TM  Novemberbcft  S.  120  -141.  -  Carl  Diltbo}-. 

%  .uitTknamklum    Gra«eorum    sjrllosia    ijuibuadnm    minoribux,    lnd»x   lect.,    OOltingen 

'Ji,  und:  SjrmbolBe  criticao  ad  anthotugiAm  Umecam,  Index  IteX.,  GCttißgen  1891 

..'I. 

U,  ParaJie«:  Ersciii«n  zuvrat  griuphisuli  xu  Venedig  löfiS  (hinter  Nift-tjto  I'liiJwiopln 
'^■milaiiaa  in  Tulraaticha  niagni  patris  Oiegorit  Nncianz.).  —  Kd.  i\  Mornllun,  rnris 
'Jto.  —  Ed.  D*  la  Biene,  Bibliotheca  veterum  i>atruin  8  (Paria  1024)  44Ö  ff.  Zul*ttt 
S  Migao,  I'flttol  ^r,  106,  867~8EH),  —  Tn  raancbon  Hia  ist  dur  nafä-ttiaat  flUiichlich 
^•loa  don  A«lteren  nx^teilt,  und  »iumnl  ist  dna  W«>rk  an^li  nnler  dieMm  Namon  ver' 
''binljiijit  wor^n:  Niti  ascetao  ['araenetirjt  e  codtcibua  DaruutadieDsi  «t  Beaneoai  ed.  Fr. 
'tr.    Warfer,    Acta  pliilologorum  Monaconsium  3  (1820)  Ol— US  (mit  ltri(iaoh«D   B«- 


736 


B;zB))tinia«ha  LitberatorgMchichU.    II.  PocUaeba  tdUariLt 


iDvrkunKi'ri ).  —  Kino  Int'-ininrlir  ncWrtctxDiig  dun  pAradeisM  (;*'>  ^'-  Horolll 
1MI3:  wiodnThnll  16äT.  —  V'kI.  K.  i>aiichort,  U*^^  unter  NiliM  lUn  Aftlteren  Kad 
liefMl«  nitpidtiaot.  B.  Z.  4  (1895)  ISS— 127.  —  L.  Volts.  Zu  i*m  IlmfäStuofia 
Q«om(<ln»,  )t.  /.  h  (lfi96)  4K1-48S. 

C.  Ilyroaen  tu  Kliron  dur  Ci«tt«ftmDtter:  Ed.  F.  HaralUs,  Puia 
Wiailerfaolt  Vi  U  ignc.  Putrul.  gr.  106,  tii5:>-8tS8.  —  Vorftnich  d««  Xiüfi  woi,  J 
mit  (Ion  UuniiuiiniiH  Ouiitracluii:  Saiv«  lt«([iua  boi  B«iny  d«  GasrmOBt,  Ije  Latin  I 
DriLxii-tno  «ilitiun.  Parift  18!)2  S.  124.  —  Das  Kpigmmm,  da«  d««  Joliannoa  ab 
<li««er  HvmDen  teierl.  ed.  zuent  «iw  drm  Coil.  Vindob.  thool.  gr.  589  (NmmI 
P.  Taeebi  Venturi.  »tii<)i  «  Jaouinonti  di  stona  n  diritto  U  (1S93)  160.  Da 
BOa  swai  Moakauor  Hw  cd.  von  K.  Knrtx,  uns  Kpignunm  auf  JoIimiiio«  tioonatni 
(ISaA)  £56  f. 

D.  Lohgodichl  nuf  don  lil.  Pantolcnmon:  Zoont  ed.  das  Oedi«fct 
nnvotliiUndigen  Cod.  Puria.  K54  i\  Murellua.  Paris  160&.  -  Wiederiwil  bei 
Pntral-  yir.  lOii,  HHä-lMj;;.  —  Dt»  vollsIlodiKen  Text  ed.  «ua  dem  bcrtlUMlen  Ooi 
iiuppl.  KT.  090  L.  8l«rut>Hcb.  DimorUtiones  oluaia  phüologic««  aeadMnJaa  U 
rieufiis  16  (1H92|  218-303  (mit  kritischem  Apiiftrat.  Konunmtar  uid  räen  gut 
index).  —  Den  Namen  des  Autors  der  in  den  zwei  »rwahntaa  ParisM-  Hw  fahll,  bei 
Cod.  I.nor,  ."i.  10  b.  14;  bi«r  lantet  die  l.'«bcrschrift :  Xt'X^  Inufttai  'laiüwvoti  I 
fiit^ai-  tif  tö  /iB^tt-piof  loi'  äyioi-  f4tyitXo/ii!ifiVQ0C  tov  Xfiaiof  llarirXi^fiot^.  ■• 
lUi  kommon  noch  dnr  Cod.  Marc,  gr.  .^12  fol.  267  IT.,  dnr  da«  (todjcbl  oliikc  Aal 
ontbMt.  und  der  Cnd.  Kacur.  Y.  II.  6  fol.  5&  IT.  Vgl.  K.  MilUr,  CatalogM 
groca  de  Ja  bjbt   U«  rExcuiiul.  l'nri«  IMS  3.  19S. 

E.  ProHnoEbriften:  Dan  Knkotnion  auf  äen  Apfpl  ed.  Jo.  IcisrI«.  K 
Matritenüs  cudd.  grueci  niui  1  (Mnilnd  lTfi9|  SOI— 303.  —  Wii-derboU  boi  Uigni 
t,r.  lOR.  847— 8'<4.  —  I>HHNc<llje  Knkuniiau  itthet  iwui  i.uderi.-u  KckemJea  amf  4t 
iiw«  Sdiildemngen  einM  {i&itvns  nud  dem  Kukumion  de«  Eidi«  al«bt  noch  ttM 
Cod.  [Indl.  ßarocc  2ö  e.  14  ful.  S87-29&.  -  Leber  die  KamtnenUre  dea  Jtk 
llormoRODes  und  Aphthonios  vfi.  Cbr.  Scbnbart,  Wiener  JshrbQchwr  der  Litu 
(lä^ä)  3.^.  —  Comiitl  arti«  rli«t«ric8e  «pitomo  ed.  Jo.  tiraevan,  Iterlia  1891  | 
4B  IT.  ■-  Theod-  Gerbor,  Quao  in  comnientAnia  a  Gregorio  Corinlhio  io  Hatl 
NcriptiM  vetustiornm  commentarioniin  veatigin  dciiirrbendl  poaainl,  DiM.,  Kiel  lÜSl  3 

Cober  die  Ausgabsn  dor  tlieotogUcbDn  l^i-hrifton  vgl.  S.  109  Anm.  4. 

¥.  Snmnielausßxbe:  Migno.  I'atrol.  gr.  Iu6.  805  —  1003  <KnUialt  dja  I 
lör  tvti}-}-tXiofi6r  iijt  vrrifHyiiit  StatötOF,  don  AufsaU  Ubor  den  Apfci.  die  Uyl 
dia  U.  (iottfarnuiteT,  dns  l'nmdiMi,  dpa  Knkomion  auf  den  bl.  Pant«tevinaai  «ml  4 
lung  der  Rfiigramme),  —  Eiuo  auf  niDglichtil  vollaUtodIge  Verweftmtg  dea  hu 
licheu  Uutvriuis  g«atfltztH  und  luit  einem  Kammeotar  stuftatattete  43«*anitaua| 
vrobl  der  poetisehen  und  profan  rb et oriacbon  »]s  der  IbeoIogiacbsB  SobtitteR  deaOt 
durch  die  das  peraOnllclie  und  liltorariscbe  Bild  dea  interMeantaa  Haaaee  wthit 
norh  um  iresetitticlie  ZOge  vorvollst&ndigt  und  e«n  bisher  Kiemlicb  dunklar  Alad 
b^untiiiisclien  I.iltcintnr^eschichte  sofgübellt  wQrde,  int  am  co  nalir  enrlneli^ 
wiohtigote  Werk,  die  Ii^ptgranimensammtung,  hetxlieh  «cblecbl,  di«  m«ist<tt  PraM 
noch  gu  nieht  verillTentlieht  sind.  i 

2.  A]lgomi>ine  llilfsmitlol;  Unuptnebrifton:  V.  Vnailjevakij,  BtUMM 
tiniaobc  KrogmiintR  II,  Zur  (leechiehte  der  Jabro  1I7S— 0^,  Joutn.  llio.  \Wli  B4  I 
S.  IU2 — I7H.  —  1'.  Tnccbi  Venturi,  De  loonnc  Geomelrn  ciu.ique  in  S.  Ol 
NsxiHnxeuuin  inoditn  luudnlione  in  codico  Vatienno* Palatino  402  adaorTal«,  Slsdl 
menti  di  sturia  e  dirillo  14  (It^OS)  133—162.  -  Zur  ilolrik:  Fr.  Hanaaen,  BlH 
88  (18S3)  232.  —  Zur  Sprxebe:  Tj-cbo  Mommsan:  Beitritte  za  der  Lehn  1 
Sricdiieclien  Prüpositionen.  Frack furi-Berlbi  1886-189^  8.  331  ff. 

3.  reberliererung:  Die  EpiKrammenflammlang  bewalirt rotistlUidig,  wiaM 
nur  der  von  Cramer  benntite  Cod.  Paris,  sunpl.  gr.  363.  —  Rimelno  StScke  Ba 
dB  und  dort  lorstrout  X.  0.  in  den  Codd.  AlhouH  3798  a.  17  (Kr.  31);  Barbar. 
Coponbng.  Iä90  n.  13;  ?;«cur.  R.  111.  17;  Vatic.  Pal.  367.  —  INo  Epigru 
Heilifce  stieben  vinlfncb  in  dnn  verkQnton  rroBamenllen  vor  dun  tIoUig«ai)cf^4(a 
ParniilirsBO  der  it  Oden  stobt  in  iHliIrnicben  Codiooa  x.  B.  Lflur.  5,  37:  Muli«.  Q 
pBri«.  2748.  Vgl.  A.  I.adwich.  U.Z.  I  (18»2)29Jff.  -  Das  Paradies  tn  aaUraU 
liftnftg  unter  dem  Namen  Nilo«  de»  Aelteren;  a.  o.  —  Die  BjrninMi  aaf  die  QotiMBMä 
obenfalla  leieblioli  Uberiiurcrt  x.  ß.  iu  den  Codd.  BeroL  Pblllipp.  1566;  Pari 
2633;  Vindob.  tbeoL  gr.  28e  u.  b.  w.  -  t'eber  die  Hae  des  LobgedlefclM  aal 
Piuileleemon  nnd  d*r  Prcsflscbriften  ».  o.  —  Verlor»!)  acli*i»t  »in  jnmbiiM-bas  C 
auf  Weihaoehton.  wlcbiui  Eii«tntliinn  in  aeioem  Komnienlar  tum  IllogelkTH 
Jobjinuea  von  DainoakoB  (Rpicilegium  lioimuiam  od.  A.  Uai  5  (IMI)  8,  lüi}  enrlul 


d 


8.  FrofanpoeBie.    (g  307) 


737 


CaJ.  AtlnKMH'l<  n.  i>nrt:»incnt,  sln)il  uiitor  dem  Namen  iIm  Ocornfttre«  ein  Kpi* 
mmm  mTIIm  Iwlcr:  Jir'/ot  (A-  f<i  ■inJiiJe"»''  K»  bagüint  mit  denl  Vorae:  J^iy^oc, 
of^ti  '  ^'tl«r,  lEp^q,  (■;'•■  Ai-(nr  und  iit  nlso  »ITiinbar  dasselbu  Q «dich teilen,  w^lohea  A. 
Lsdwicb,  ti,  7a.  l  11*^^2)  2"?'  ■""*  ('itiom  von  Juknb  DiusoriooB  g«aobrielieii«n  Codex 
■l^ilni^kl  ood  (S.  2fl8)  fUr  ein  Mmliwcrlt  dp*  Diiuworino»  «plb«t  erklftrl  bot  Dtew  Hjpo- 
int  ■oroit  dnrdi  das  Aller  dm  Athtwoodox  widi\rli>Kl. 

307.  Christophoros  aus  MytUene  gi>höi-t  zu  den  besten  byzantini- 
Sthon  Dichtem.  Seine  Lebenszeit  crHtreckt  sich  von  ungefilhr  1000  bis 
nngv^ihr  lO.Ml,  Hie  sicheren  Daten  in  seinen  Gedichten  reichen  von  luä8 
Mb  1(H3.  Von  «einer  Biographie  itst  wonig  mehr  bekannt,  ah  dass  er 
Alm  TiM  eines  Prokonisuli«  und  »pUter  eines  Patrikios,  sowie  die  WUrde 
«inea  kaieerlichen  Sekretürs  {vnnyQtn/fi'f)  und,  wohl  später,  einee  Stattr 
Wt«rB  {>igiT\e)  %'on  Paphlagonien  be»aH.i.  Weitere  Nachrichten,  die  aich 
■i»  üeincn  Gedichten  ergeben,  betreffen  moist  unwesenthehe  Dinge;  wir 
»riahrvn  die  Namen  seiner  zahlreichen  Fronndo  nnd  hören,  dai^pi  or  ein 
I  Bm»  in  der  NShe  de.»  St-ndlteiloM  Pi-otumon  bewohnte;  auch  wird  deutlich, 
llM  er  den  gröasten  Teil  »einoH  Lebens  in  Konstantinopel  verbrachte;  von 
Hiier  anderen  Gegend  oder  Stadt  ist  bei  ihm  nie  die  Rede.  Die  Profan- 
^edichle  des  rhristophoros,  teils  Gelegenheitspoesion,  teils  Epigramme, 
lind  erst  jüngst  bekannt  geworden.  Die  Themen,  welche  er  behandelt, 
•laii  Ulm  grcK^äen  Teil  identisch  mit  denen  des  Johannes  E!}iicliaites,  Pro- 
immoB  und  Phile«,  als  deren  Vorläufer  und  Vorbild  er  betrncbtct  werden 
IMm.  Das  VersmaHs  des  Chriütophoros  ist  meist  der  jamhiuchu  Trimuter, 
wltener  der  Hexameter  (nur  in  14  Stücken  unter  14Ö). 

Unter  den  A<ire.s8aten  der  Gelegenheitsgedichte  linden  wir  die 
Tier  Kaisur  Homano!«  HI,  Micliael  IV  Paphlagun.  Michael  V  Kalniihatcs  nnd 
Konstantin  IX  Mononiaehos,  den  aus  der  Geschichte  des  Schii^nias  bekannten 
hen  Miehael  Kerularios,  dem  er  zu  seiner  Erwfihlung  (104^)  gra- 
t.   und   verschiedene   andere   geistliche   und  weltliche  Würdenträger, 

lieh  ihm  befreundet«  Privatpersonen.    Stets  beweist  (.1iristophoro.i  üe- 
k,  nicht  selten  auch  die  in  ßyziinz  nicht  ebon  häufige  Eigenschaft 

Uumort».  An  den  trunksüchtigen  Ithetor  Menos  richtet  er  vertrauUchu 
lUDgen,  dem  Metropoliten  Demetrios  von  Kyzikoa  schickt  er  ein 
^oetgedicht  wegen  der  ihn  quälenden  Podagra,  auch  fUr  den  geblendeten 
iliid  entthronten  Kaiser  Michael  Kalaphates  findet  er  Worte  der  Teilnahme 
ntnl  Ermutigung.  In  den  Epigrammen  trelTen  wir  die  aus  der  alten 
äophiuteozeit  bekannten  Themen  wieder,  wie  das  Lob  der  Ameise,  der 
SfiinntD,  ein  Gedicht  auf  die  Sporling»  u.  a.  Dazu  kommen  Stücke  rer- 
uiischten  und  religiösen  Inhalts,  x.  B.  ein  Gedicht  auf  die  Ungleich- 
lltit  des  menschlichen  Lebens,  auf  die  vier  Jahreszeiten,  auf  die  Taufe 
dM  Herrn,  anf  verschiedene  Heilige,  auf  Kunstgegenstände  wie  auf  ein 
diemc«  Pferd  im  Hipimdrom  und  ein  Gemälde  der  40  hl.  MÄrt.yrer,  end- 
fitb  tirab«chriftun  und  Rätsel.  Manche  dieser  uiedlichon  Sachen  erinnern 
u  die  bMten  Erzeugnisse  dus  Altertums,  z.  6.  das  hübsche  Rätsel  auf 
din  Schnee:  ,Du  packtest  mich  und  doch  floh  ich:  Du  siehst  mich  fliehen 
tnd  kannst  mich  nicht  festhalten;  Du  drQckst  mich  in  die  Hand,  aber  ich 
■■tnnue  und  Deine  Faust  bleibt  leer!*  Nicht  Qbel  ist  eine  jambische 
Joklagoachrift  gegen  die  Mause,  welche  sein  Haus  beum'ubige»;  ihre 

lUiHtMck  «w  Ikn,  UlwHuDHlwuMlun  IS.    I.  AtiUa.    3.  «aO.  47 


738 


B7>ftBtiaiMh«  Li tt«rBtnrg«Mb lebte,    n.  Poeti«eIie  Lltt«r&tnr. 


QWiaw^  —  SIL»  kommoii  ihm  wie  Schwfini>  vor  — ,  iliro  Mcngo  and  ikn  I 
unglaubliche  Keckheit  wcrdim  in  liiuiiigur  Wci«o  gvscliildttrt;  Mlbotd«  I 
WissonBchaft  bringen  sie  Verderben: 

Ol  niiv  <fayöriK  fgminuor  i^{  oiki'irc 
[R   jfBpiJtt   Tfiayiiviii  Kill   fii  ;fißHtt. 

Die  Nnclilcomnien  des  büsen  Ge»rhlecht«R  haben  an  dem  Armen  fiirchtW 
HacHu  ]j;uiioininßn ;  denn  die  einzige  Handschrift,  welche  uha  atiu 
ProfAnpooäion  in  Form  eioor  Sammlung  Überliefert,  ist  von  ilini»  bih 
aufgcfri^aaen. 

Von  Clu-i»tophoro8  stammt  auch  eine,  wie  es  «cheint,  noch  uoediol« 
Sammlung  jambischer  Distichen  auf  die  Heiligen    des  guiuB 
Jahres  {^mniä^ior  Ji'ghxov  iafiißtxäv  und  ähnlich  betitelt),  also  ein  po^ 
ÜHcher  Kalender,    wie  wir    älinliche   von  Theodoroe  Prodromos,  JobtOM  ! 
Eiuchaitefi  und  Nikephoros  Kallistos  Xanthopulos  beeützen. 

1.  Ausgaben;  Vemi  di  Cristoforo  t'ntrixi«  vd.  AntoDJo  Rocobi,  Borna,  1W 
griJiii  |)oli|;lotU  I8ST,  mit  sorgfkHigcr  Kiiiltfiluiig.  KomuionUr  uuil  tmum  FMSÜmli  M 
Ha  von  Grutta  FMraU. 

2.  Uilfsmillel:  Prolcgoraeiia  and  KomiDMitai'  d«r  AnngaW  von  RoeekL  -  Be- 
sproclinng  dieser  Ausgabe  von  P.  ilatiffol.  RAmiMhe  Qautalsclirift  I  (18:^)  )M-IM 
—  C,  DiUhvy,  Nymbolne  t^Iiticfl«  nd  nnlhologiiim  graecsm  »s  liliri«  tnaan  »criiitii  fiäU^ 
Ind.  Icct  f.  d.  Sommetscmcatirr  I^^Sl  S.  U.  —  Znr  Metrik  nnd  Kritik  rgl.  4ie  S.  itt 
Btiorte  Abhnndlung  von  Fr.  Kuhn  S.  ä&  ff. 

3.  UcbeilieferuD);;  Dit>  11s  von  (irotU  Fomta  int  dia  oiiuiga  hu  jotil  boklvUi 
wolrlio  uinu  Muininiuug  der  Uirdichl«  des  Ciimtopliorus  eatliUJt.  l>Agageii  findet)  tick  Mab*  . 
Stlickr  iti  lulilrcivliou  Hsa  zenitreut,  xuin  Teil  uuoli  unicr  undMeo  Nain«n  wie  JtW  4a 
l'hilosophfiii  Leon,  dM  Fsollos  und  des  Basiliot  Mt'itKluinilo«  Da  nim  ia  der  vod  Rttdi  < 
bontltztUD  Us  viel«  Epigraniine  paa  oder  t«ilwuE8e  lunlörl  sind,  iet  oio«  mSflidMl  mU- 
BtAndigH  Vorwortxing  dar  Ilbrigon  Hm  dopjiolt  geboten;  dabei  vtrii  »ich  au(h  oia  Zandt 
MX  vOÜiK  neuvn  StQclicn  orgeben.  üint  int  «aoe  der  loboendatM  AufpaWn  der  bTiurtn» 
sehen  Pliilolo^ia  xu  lOsen.  i',s  wAro  Ilhrigcna  wllii«cli«ntiwtrt,  dasB  in  »iaer  MKH  Annk* 
nicht  blnas  di?  EpigroiHRie  und  (jclcj;l^nheitHpocnn[l.  HODdem  auch  ilj«  Ihrigen  mMm* 
Namen  des  Chrielupburus  vorbundcncn  Kleinigkeiten  wie  der  Uuiligcnkalrndpr  mi>g«bdl 
würden.  Wiis  die-  Auffindung  der  Hss  lielritTl.  bd  int  tu  beachten,  duas  d«r  .^ntor  ■«*•)■ 
nur  nls  Patnkiua  und  AnlhypatuB  von  Mytiicue  oder  einfaeb  aU  Palnkiifl  Chriibfb«M 
und  idrulich  bcividinet  wird.  Uear.htet  mau  diesi^n  Draataad,  m  kann  eine  ZaMÖM" 
Stellung  dea  in  den  Rntalog^n  ang^fßbrlon  Materials  leicht  vargeiMinHi«n  werdM.  ßaft 
Kpigrammc  k.  11  atr^ben  vollsfilndigdr  ata  hei  Roccbi  im  Cod.  pbilel.  29  Fol  I3i  ^ 
(jOltiiiKor  tlniToreitiktsbibliothok.  Vgl.  W.  Mojor,  Vorsoichtiia  dor  Hss  im  yn— iiA* 
Stsate  I  1  (\>i'S?,i  9.  Auch  der  Cod.  Copenhag.  18S9  a.  13  koBimt  in  ßetraobt  Tft 
Ch.  (iraux,  Archives  des  iniaaiuna  Bcieulilique«  111.  »*rie  6  (1880)  I"".  Im  Cod.  V%n*- 
92>'>  H.  lä  fol.  lüS*— lOti  atebvn  .Veisua  patricii  et  prooansulis  Mitj-lenaei  de  indictKw'. 
Im  abrigon  sei  hier  unr  noch  auf  eioi^;»  Usa  biutcuwiMcii.  dereu  Uccichung  es  Ck^*' 

Shoroe  auH  den  godruokt«ii  Katalogen  (i.  B,  U.  Oraoat.  Inventaire  sommaire  8,  K  ■) 
Ol)  nicht  eraichtlich  wird,  und  auf  solche,  die  in  jtodnickten  Katalogan  nodi  lidU  *^ 
Eeichnet  sind.  Im  Cod,  Paria,  gr.  3041  ■.  15-16  fol.  10■^ -127  stekMi  den  KtMv 
infolge  .|ßeorgii(?}]  Mitylenani  svnaxarium  lotiua  anni,  voraibus*,  und  ebeMO  ia  C*i 
Paria,  gr.  3(H4  a.  15  fol.  9-12 '.lUcorgüpJl  Mitylcnaci  vnrans  CXXXIl*.  F;«  Ml  wb* 
eoheinlich,  daas  es  sich  an  beiden  Orien  um  Cbriatojihoios  von  Mt-tilooe  k*aM 
Ebonso  berulit  der  Name  Oeor«  nur  auf  Vunnutung  bei  K.  Keroo  una  F.  ßatli.*!:)'' 
Cudd.  maa  giaeoi  Ülloboniatii  bibl.  VaticaDHo,  Rom  1698  S.  l'l,  wo  aiu  Cod  ^  >'■  ■ 
Ottob.  324  s.  15  fol.  19^  «in  ,AUiyfiu  raü  MttvXtriüoi'  (»ic)  {rmpnoX)  rit  Kt'i''^ 
im>  töf  iniXfyÖfiimr  Xotgiröi''  angeftihrt  wird,  und  bei  Ch.  Oranx,  a.  a.  0.  Di)  K*" 
■«tiung  dos  Namnnn  (toorg  gehl  auf  Pnbricias.  Dihl.  gr.  pd,  llarl.  13,  23  nrtltk. ' 
«inen  Ueorg  von  Mj'tilonu  als  Verfasaer  Ton  llnmilioti,  Kanoncs  und  KpignaaiM  i 
wfthnt.  Beiaglicb  dor  Kpigrammo  beruft  siel)  Fnbririua  auf  Biartin  Dalrio,  ViiA 
Arsopogitioae,  Antverpi.io  IdOT.  wo  man  S.  T9  die  Bamcrkung  liude<l:  .Doniqve  ty^ii  | 
disrunt  opigiamniatA  vurta  Gcorgii  Patrioä,  cui  Mttjrlone  pajna,  in  laadeB  liträns  I 
Dionysii,  dn  caolosti  hierarchia,  da  ecdeeiaaticii  btenuahia,  de  dit-iais  aoniailiw  *l  '' 
mjratioa  theotogia.*    Diaaeo  Drnok  abw  varmoobte  ich  nicht  anfzuflndaa,  uod  Nlfft*  *_ 


Z.  Profanpoeerie.    (g  307) 


739 


hielt  frernndrii  i.Hl.  tonst  nioli  Dbor  ilic  dicLteriaelie  TliAli^ki^it  dos  Ovoririos  von  Mj'ttlen« 
uchl  Uli  (JewiiBbL'it  ^vIhd^cii.  und  jt'itenfalls  Ist  <•»  nielir  uls  bedenklicii,  auf  dne  §o  uu- 
KiiBnto  Aagake  liin.  PuuBivii.  ul»  li^rvn  Antir  in  Hm  ei»  .Vitvltjmiat  bea«iclin0t  wird, 
Bh  vvitMV*  d«m  Gpurjc  von  Mytilmio  ziiziitnilnn.  7.n  ilpn  ernibnten  Hm  kommt  itr 
•  MI  *aa  Üinoidu  Mjrnu  lisch  Piiriit  (;.^brarhlt>  bprllhmh>  Cod.  Pitrin,  niippl.  gr.  (!90 
r  U  69  C  Si«'  «UbOD  ivei  nfkrologinFbo  Ucdiobtn  utif  vinvn  Chriotophoro«,  dor 
M  ««Kall  WB««  BlMlUDsfnllvs  nicht  sjcbor  kuBtiiiiTiiou  iAeat,  nbor  hOchst  wahracbuinlioli 
I  aBMi«m  Chrintophoroa  tdenlisch  ist.  Dan  ViTSninHi  des  «raten  simi  nnakrtroatiHchu 
■Ibw,  voa  d«n«a  je  ein  t'ur  durc^  die  Akroaticbis  vvrbDuden  tat;  TiU>\  und  Aiifuiig 
(M.  68): 

'Kaitüfifia  tit  lör  isi'tür  X^iaiaipd^ai'  xnrif  lii^-vjhjior 
'Jne  nt^iitair  fini   itn<il  |  .?f i^'roi<(  ol  aiixiir  eidiitc; 

Ulot  Kf^^ftr  Ottyiimv  \  ini<lfiirt>v  in'  lirSgionout  u.  s.  w, 

I  fVMte,  'Er*(>ar  äX<fti?)iia(»i'   tl<   täv    tivtiv.   bestellt    nuä   potitiachen  VorFion  und  bat 

iflll*  mtie  nl^abetiich»  Akroslii^hiB.    Ks  folgen  Rpi^ranime   Tov  tivtnO  il(  löy  ^i'p- 

'  m,  »,  w..  dl»,  ir«inn  di«  Vomussetxung  bexUglicli  der  Pereon   des   in  don  zwni  Kpttü' 

Oordcitaa  lulriin.  nuch  unserem  Cbristupburoe  gvbäran.  —  Im  Cod.  Kvcur.  V.  III. 

tifr  rmtottjin  iiör   ifl'  /tt;nüy.      Da   aowubl   die    Angabe    des   Randes.   Slnndos   und 

wr1<«  als,    wie   es  acboiut.   der  lulialt   der  Schrift   auf   unseren  Ificbter  piuaen.   ist 

fnioifö^Dv  Htatt   ,ViTr;if  □(>»!!  lu  »chreibeu.     Ob  di«  in  derselben  H«  ful,  6  folgenden, 

Miller,  CatAlogue  de«  mas  Krecs  de  In  bibl.  de  l'Kscur.  S.  2S2  f..  edierten   Verse 

ir  des  Tod  Jer  swOlf  Apoat»!  (rn'/ai  ei(  toi!(  i^  onoarökovi  itiaini/ijiiiroi'tti,  noli/i 

nti  /(■  rJn  i».if>  ittimoftij  ArnMTiK  ni'iiiir)  auch  drm  Clirintopharo»  ^(ihötori,   sieht 

In  ein««'  lls  Ata  KardinuU  Sirlol  bcfnnd  sicJi  nnch  ninor  Not»  dns  iUti?n  Kntalogs, 

ilillor,  a.  B.  0.  S.   311   Nr.  110  wiedergibt,   ein  Bfttacl    loii  Miivii^t-niov   rii  BnaUtiäv 

lir  i^iXtjrvfttfor  Xorpii-oV.    Dicuo  üa  ist  wabrsi'heinbth  nuob  erhalten  (wobi  =;  Cod. 

F  Ol  tob.  324;  0.  o.)  —  Im  Cod.  Vatic.  gr.  1307,  auf  den  8^^hoa  l.  Buk  k  er,  An.  gr. 

21)  1489.  bingewinaen  buttc.  Btt<heD  verschiedi-iie  K|iigraniaie  des  Chrielopboros,  u  a. 

^>:   Kf   ZolnfiiSnri   >»>-   ^a(iroi<liipia>'   irri/ai    X^ianuf'-^oi-    toii  Afiii'Jrjriiiui-.   die  bvi 

fehlen.   —   Im  Cod.  Mutin.  III.   B.  17  folgen  auf  die  Synopsis  dM  Psiillns:  .Iri'/ot 

i/*e    Xftaiu<fiiQOv    'jrB'fiöritial    /.1i    ip    u^eXtfi,    ni'ioi^    äuruiio/j    zu!    ix^oxiifiifj). 

»Hg/i>i*  jri'fvitii  I]  Siii'Hiot  uiXat  rmti/t.     Es  ist  otTenbnr  dnsanibc  nnakmontiaclio 

welche«  Rocrbi  S.  42  »hnn  don  in  seiner  Hs  frhlenden  Tit«l  und  Anfang  milgntdlt 

Gmn»am  Unttmochung  auf  ZugebOriKkcit  xu  Chriatophoroa  Potrikioa  vordienen  di« 

a«  in  dem  alten  und  wertroUen  Cod.  Vatic.  Pal.  307  s.  18  fol.  US"— Hö,  dio 

■■ile  durcli  daa  Monogramm  ^ {nar^ixioi-'i)  bezeicbnel  sind,   sowie  einige  darauf  fol- 

Kpigraiiune  wie  die  Grabscbrifteu  auf  Josppb,  den  Bruder  dea  S}*maüu.  und  den 
ral  Knlakaloo.  der  unter  Konstantin  Monomnclms,  also  inr  Zeit  des  Christ oplioros  lebt«. 
bearbtsB  M  auch  der  Codex  Paris,  gr.  1310  b  15.  der  fol.  50—34  dem  Katalog« 
_a:  Joauflia  Zeaara«  et  Nicephoiii  Patricii  cantica  enthAlt,  Denn  dicae  Coiitica 
aieltta  andarM  als  «in  Memurinl^edicht  nuf  die  Heiligen  des  gnnxcn  Jnhiea.  (liogino: 
HhV  ärifirilatti  /iiu  autttf  airAo;  lo  yraiginfia:  s.  Anm.  4|  und  Vcrso  über  die  Tndosart 
4tiwMr  ApoHt«L  ¥*  iat  also  im  Titel,  wo  der  Verfasaor  durch:  .tititfopov  TtRtpiii'oi-  xai 
M#«nit»e'  laD  MiitA^miov  benicbnel  ist,  XQimoifo^iiv  etc.  xu  acliroibcn.  Auch  an  def 
tlarglKlioa  Dirbtong  (oder  musikalificlieu  Komposition)  scbujnl  Cbriatopburos  Anteil  lu 
ntaA;  wonigattaa  Badet  eicb  im  Cod.  Vindob.  theol.  gr,  1H;>  (NeBsel),  der  ein  Sticbcron 
tkllillt,  nfUr  der  Adtotrennerk :  ■■■poii  Sfiatnipätinf  iW  /ii\ 

4.  Ueiligenkalender:  lu  uuinchen  Um  wird  dem  Cbriatophoros  eine  Sammlung 
'•■  jambia^heD  Dialicben  auf  die  Heiligen  des  Jahii^  lugoadiriebeu ;  s.  o.  Die  Cudd. 
»are-  &I4,  fol,  441-  444,  Mosi|,  Syn,  279  IVIndimiil  fol.  140-Ufi  n,  a.  eiithnll«ii  unter 
l*m  NasWB  daa  Cbriotophoroa  ein  nhnlicbes  Memorial  gedieht  in  rytbmisciien  Versen; 
ttar  wprd«a  die  H«ilig«ii  jtslea  hlonnt»  in  der  Form  eines  Kiiehenliedoe  mit  eigenem  Tone 
■bd  eitfD^t  Molodin  av^allilt.  Titel  und  Anfang  lauton;  JIpioiD^opar  nnrpiKi*ae  xoi 
frintttop  rar  Vpiilfirofou  arijrw)(i!  lür  i,f  fir,yi-ii-  eto.  SvfiinJr  äyf/irrinüei  fioi,  avniij 
'tiflnt  tö  yrvi^a/ia.  Krn  motrische»  Sjuajtnr  unter  des  C brist ophoros  Namen  onlhBlt  nncü 
l«r  Cod.  Paris,  gr  lö7<^.  Kine  xuauinmeufaaaündo  L'nter^tueLiing  Qber  diu  Hm,  dna 
h^MMMtige  Verblllnis  Dud  die  Autoren  dieser  metriscben  Menologiea  wftre  sehr  orwanacht. 
r^LMigne.  Patr.  |tT.  120,  111»  IT.:  133.  I0T8. 

5.  AoODjrmn  Moriiaiix«  *i(  Int  Ttnttor  iiyiav,  beginnend:  Tov  Ivuitör  tu  atiXaii 
httac  ^9t>.  Bteban  tm  Cod.  Marc  hn  fol.  2^6' ~2^9>'.  -  Eines  Michael  (I'mIIo«?! 
thlMhdris«li«r  Kanon  anf  dia  Hwligoo  im  Cod    Paris,  gr.  47S  fol.  2ö9-:f7lj. 

47* 


740 


BriuttiDiMha  LitUraturgflBchichte.    11.  PoetUeh*  littwntBr. 


auch  im  rrtmlU-Don  TPXle  d5«  mitKvnatnmi'np  Ri>i)*klion  der  Vfinc  kuf  di*  laSlf  Hi' 
nnte  mit  dor  uffi-nbnr  HurChrislophorn»  vod  Mytilonn  zioIcnJeti  Ob«niclirift :  iti/«"  »^ 
i(iiii>  vni  ■rVj'i'iii'toi'  /tnii^ruiav.  Sie  liot(iiuit  nmli  ktpI  KinlriluitgaTonKiti  mit  di«  ^ 
(L-niWr:  'Kyoi  '>>i<  nooi  fiov  fi4ifva(  «vyit/ifloH-  und  bricht  mit  (od  im  Di-ZAinber  ^  D»<m 
Clirialophoroa  sonat  nirgvnda  nl)>  Vorraaur  solcher  Mon«lavMiii!  gNiiuiiiI  ist.  irir4  4m  Si- 
tvililUK  MiiTach  dnrnnf  facruboD.  doss  or  als  Autor  «ines  joinbttieluiii  Ueiligeeluleiidm  bt^ 
kftiint  WM.     Uobor  dii-  Muuutvvrse  vgl.  (  818,  9.  I 

7.  Von  eiucm  Cbriatuphoros  a  Secretla  «d.  P.  Malranga.  Aa.  tr.  ! 'M^fl 
60T— 670  xwoi  nnakrMol lache  SpialereJM.  der«n  Inhalt  *iai>  Mnlmiuifc  an  il><>  Im^ufl 
bildet.  Wiodorholt  bei  Migne,  Patr.  fr.  117,  1IT9-U84.  Der  VerCaaaet  islDitOniM 
phoros  ans  Mylilene  Mdier  nii^ht  identiscb.  ■ 

308.  Johannes  Uauropos  {'lioavvi^i  o  ilfacpif.TOtv)  als  HfttropoBt  im 
oine  Tagreitie  von  Aiiiasia  zwischen  den  Flü&sen  Iris  und  Ilalya  gelegei» 
Stndt  Etirhania  oder  Euchaita  [tä  Ev^ftif)  Kucliaitea  zubenwint,  leUfl 
uiitfi-  Kaiser  Konstantin  Monomacho»  (1042—1055).  Michael  Pa^lloB 
widmet«  ihm  ein  Knkomion.  Wir  orralircn  nus  dontselUeii.  dass  JoIuiuh 
von  zwni  Onkeln  in  dor  HbL-toi-ik.  Logik,  MetApliyKik  und  Ethik  uolepl 
richtet  wurde.  Auch  mit  Naturwissenschaften,  Mathviuutik  und  Jnrisl 
prudtinz  und  sogar  mit  der  lateinischen  Sprache  beschäftigte  er  adJ 
Kaitser  Konstantin  Mononiadios  ernannte  di'n  .lohannes  7um  I'njfeRanr  As 
Philosophie  an  der  {lochnehule  zu  Kon^tantinopel;  doch  hatte  6t  ^ttt 
St«lle  nur  kurze  Zeit  inne;  denn  ttchon  im  Jahre  1047  oder  noch  Erflhfi 
wurde  er  Metropolit  von  Euchaita.  Hier  etitfaltet^  er  oiiio  wgoiuratH 
prakti.se)ie  VVirk»auikeit:  u.  a.  wird  von  1'hcIIos  hoi-\-orgebobu),  das!  (B 
auf  die  Hebung  des  Kirchengesanges  bedacht  war.  Auch  in  der  GeflckirUw 
der  Liturgie  spielt  .lohannes  eine  bemerkenswerte  Kolle;  denn  «r  gilt  iM 
Ilegrilnder  des  von  der  orthodoxen  Kirche  alljithrlicli  gefoiericu  FmIM 
der  Heiligen  Chrysostoinos,  Ba^iilioK  und  tiregur.  Im  höheren  Alter  Ufl 
sich  Johann«»  in  das  Kloüitor  deü  Johannes  IVodromos  eu  KonstaotitttM 
zurück.  Ausser  77  Briefen,  mehreren  llomilien  auf  vei-schiedene  Ot^iliM 
du8  KircbuiijahroH  und  einer  liist^riseh  nicht  unwichtigen  Daukrede,  M 
er  nach  der  Befreiung  KeuBtantinopelri  von  der  Kelngerung  durch  IvM 
Tornikios  hielt,  haben  wir  von  ihm  eine  ansehnliche  Zahl  jainliinrh« 
Kunstpoeaien.  Es  sind  teils  kürzere  Stücke  im  Tone  der  altes  Em 
grammatik,  teils  uiiifnngi-eiehere  Gelegenheitsgedichte.  In  seiner  A» 
fassung  wie  in  der  Wahl  seiner  Themen  hat  Johanne«  gro-tse  Ähnlichkifl 
mit  Chriütophoros  aus  Mytilene  und  I'rodromos,  Auch  bei  ihm  twffeiiwn 
Epigramme  auf  Kun.itwerke  und  Kultgvgenstünde  z.  B.  auf  bOiHidM 
Darstellungen  der  Kreuzigung,  des  Lazarus,  verschiedener  Heiltgea  «m 
Kirchenväter,  auf  i'in  illustriertes  Evangelium,  auf  ein  Bild  des  Ksiert* 
in  Euchaita;  damit  verbinden  sich  Grabinschriften,  worunter  niehtttfl 
Kig  TÖr  iai'itiv  lät/nv,  Spottverse  auf  die  Zunft  der  Foeta«t«r  (ffpo;  ""S 
üxai'ifoii  eiixi^oiitit),  ein  Öodicht  über  ein  gegen  den  Kaiser  unJ  i^m 
Patriarchen  gerichtetes  Pamphlet,  ein  durch  edle  Tolorauz  auHgeieietuM^cd 
Epigramm  auf  Piaton  und  Plut^reh.  Ilütsel  und  zahlreiche  sonstige  SlOdlB 
kiri-hlichen  und  profuncn  Inhalts.  Den  Beschluss  bilden  einige  PoMiNk  fl 
welchen  der  Euchait«  Ereigniase  aus  seinem  Privatleben  feiert  Bilfl 
finden  wir  ein  Abschiedsgedicht  an  sein  Haus,  das  or  verkauft  hatte;  (t>4 
Begni.isung  (Ie«)H'lben,   als  er  es,  wohl   nach  sviuer  Itückktihr   uach  i»m 


2.  ProfanpoMie,    (§  SOS) 


741 


fUntinopel,  zur&rkbckam;  «ine  poetittcho  Epistel  Über  soino  oi'ätv  BukannU 
,tä»ti   mit    der   kuifitirlicheti   Familie  u.  a.     Auch    ein    otyroologisches 

Uxikon  in  jambiHchcn  Versen  geht  unter  dem  Nnmen  dfis  Johannes. 
'Bjthinischc  Kirch«ngodi€hte  äes  Johanne»,  die  in  ZAhlroichen  Hand- 
ifÄriftoo  %'orkommen.  harron  »och  der  VurotTciitlichuiig.  Eine  Chronik, 
ICe  er  im  96.  Godiühte  erwähnt,  ist  verloren  oder  veracholleu.  über 
>l)eiligenbiograp1nen  des  Muuropus  8.  S.  171  f. 

I.  AuftK^tien:  Kd.  iir.  M.  Fliintos.  Et«n  1610.  —  WierleAolt  M  Migiie.  Palrol. 
,B  I»,  103i»-1200.  -  Wpil  YollaUiHliBei-  aus  Coil,  Volin,  nr.  «76  nacli  oin«r  von  W. 
miiamd  iwidipTt^in  Alisrbrift  J.  Dolligs  zum  Ahdrnck  vnrmitÜH  von  Paul  d»  LiigRrilo, 
|MMdlOB««n  il.  «nuingor  Uosnllädinft  d.  WiBscnscIi..  hlsl.-phil.  CI.  2$4  il»S\)  1  -22S, 
I-  Vtbn  001«  NeuniiBgUie  der  von  Juhiumea  verdisalen  Nuvelle  ^es  Konstunlin  Mono- 
MAm  vgl-  a.  6üU  Auiii.  S.  —  Das  Knkoinion  des  Fsetios  nur  Johannes  bei  äitthna, 
Xk  ML  5  (1H76)  1«— 107.    -   Litfpriitur   in  den  HeiliijoiibiogTiipliion  b.  S.   172. 

8.  lI«berBel£ung«n:  Eiiia  AuHwubl  von  Gi>div}itt>u  ist  molriBcU  iiia  Deutatlie  Obor- 
iM  t«n  Arthur  Hvrndl.  OyniDasiulprngr..  i'laiieu   18äT. 

3.  Uilfumitt«):  FshricJus,  ß'M  gr.  od.  Huri.  8,  637-C33.  -  Wichtige  Beitrflge 
>lv  P.rkUruiix  "nd  Würdigung  in  den  BeBprcnbiingen  der  AiiSKiibo  LagHrdes  von  V.  Vn- 
illjtvtkij.  Joam  Min.  ISH'^  Ud  222  Au^sl  S.  38S-4(J0,  von  8p  LiimbroB.  Peulache 
'Ubcaliin«ilune  4  (IKS^I  737—739.  und  von  Knil  .lobannnii  Naumnnn,  Tbed.  Ulcrnlur- 
rtng  l»46  S.  .'.»-.^69:  &94-ä99.  -  Zu  den  ßrlefon  vgl.  N-  Skianlniiovi^.  tljiAn- 
toitbo  WÜBMUchKft  und  äcbul«n  im  11,  Jahrb..  Uhrist.  i^tt>niju  li^M  MiireMui.  --  Zur 
JU*  nach  dem  AbKugo  des  liOOD  TomiltioH  vuu  Kpei  vgl.  K.  HcbUllo.  Dur  Aufatand  Jus 
iNnTonlikio»,  Prower..  Pluuen  1B96  S.  5ir.  —  BivgrupLi«  und  CburukUiriatik  von  G.  Drev«a, 
BT— IUI  «IIB  Msrin-Uacb  26  (1Hrt4)  UÖ-m.  -  Zur  Mvtrik  und  KHtik  vgl.  d»^  S.  .>98 
tfnM  Abbanillnug  von  t'r.  Kuhn  S,  •'>!>  tt.  —  Ziim  Kt^-iiiultiKtcum  dos  Juhunnas  vgl,  E. 
>MlU.  Zetlttht.  d    d«»l«chen  morgenljind.  Gob.  37  I1883J   120  f. 

4.  Cberl)ef«rting:  iinnptha  ist  der  Cod.  Vatic,  gr.  676.  —  Km  Vorsoiehnia 
■Icfcr  Has  Wi  Fabriciiis,  Hilil.  gr.  od.  Huri.  8.  ß2»<  IT.,  wiedorhnit  boi  Migno.  Pnlro). 
t.  ISO.  1047.   —   Mitteilungen  Über  Wiener  Usa  gibt  nach  d^m  Kntiilogc  von  I.nmbedns 

I  Keltal  P,  [.Hgnrd4>,  a.  «.  0.  S.  218-224.  -  Dnzu  kommen  die  Codd.  Athen.  217, 
to.  IWO,  Ii>i:i;  K»cur-  S.  1.  7;  I.our.  5,  17;  l.oab.  I.imon.  24,  43,  «6.  87.  ISO;  Le»h. 
taiar«b.  26;  H«re-  II  157  und  XI  22;  Palm.  179  (Nr.t/J;  Vatic.  Pal.  188  und  214; 
Uic  Uogia.  Suee.  92  u.  a. 

&.  liu  Co4.  Riccardianus  76  fei.  89*  92  wiril  d«m  Johannes  Mtiaropua  ein 
imgaoluiMbcr  Traktat  zugeschrieben.  Er  wurde  als  anonvm^  Stück  udicrt  von  fr. 
ll«soiiaile.  Marint  iritn  Prorti,  Leipzig  1814  S.  KIO-  134;  unnn  nnl-.-r  dum  Namen  das 

Umiliiin  van  Andr.  MuBtoxjrden,  ÜnlXoyij  iUi^r,  lirixiloiotr,  iftpii'finr  jf.  'Kr  Utritlif 
IC  8.  1—8.  B»  l»»t  »ich  «bor  hnw^iKcn,  dum  der  Nomc  dng  Manrnpu»  der  Schrift 
•eklieli  vgrgoMittt  int.  Vgl,  K.  FOrit^r,  l'cbnr  «xnf  fttHchlich  d«m  Ariiitot«lnii  nder 
■  Jo«niMa  Mottropua  lugucliricbrnu  Pliyniognomik.  l'bilologUH  86  (1^T7|  172  174.  uud 
ratcrB  Atugsb«  dar  ämplorca  physiognomici  1  (lK9fll  CI.XXXII— CIj.XXXV. 

6.  Im  Cud.  Aibun.  1040  u,  l^i^l  attrht  doa  Epigramm  doa  Jnhannai  Mauropu« 
r  Min  Hau«  ohiw  Automam«  uriBohcn  zwui  HDooj'mon  Üediditen.  die  vielluiuht  obonfulla 
n  Jnhiiniiii«  cebSrOo.  Jedenfnlla   in   aviiier  Zuit  und  L'nig«bun||i;   rntätuiiden   Bind:   elneni 

'     ti   Sl  Tritaetwu    auf  die    von  Kaiser  KonslHUliu   MoDUinHcbos   vrbniilo  Kirch«  d4>S 
'is  im  MaBgansklosternnd*ioi>m  liudir.ht  auf  dun  genAnnl«ii  Kniner  selbst.  Auf  di<>se 

II  >;iicko  fulgl  «in  IJrst>B«dicbt  nuf  dnn  VealHrchen,  Hypstns  und  Kriti-s  Anaalnaios  tä¥ 
.  ,  I*«.  ilnr  Mcb  al*  UOnch   .^Ihanokiaa  nannte,   verfasat    von  d<im  Protoapathar.   l'rota- 

ir»t>i    tinU    *v"Kf   ^^'    'O"*  l-fOffe"'''"''  Uasilins  Kekauninnon.    -      Dos  (Jcdicht  auf 
KirclM  4t»  LI.  (i*org  «d.  A.  I.  .Sakkoliun,   KntiiXoyoi  iiöy  ;[tiQayQi/ipuir  r^;  i9iix^t 
it»»^ar^  t^t  13l.i*o(.  Alhfo   \fM  .S.   löl  f. 

7.  Kia  ZFil|c«i)oM«  d^a  JobiuinuB  Munrupua  war  de-i  Unbokiinnt«.  dtr  dos  Andenken 
t  ■BKlAcklidica  Csarpatoro  (ieorgiua  ManinkeB  in  hundert  EloxumettTu  feierte:  Kit 
f  JH«nnn;r  ^tfi  foö  ^ai''Jl(aii  ■•(•»rx«.  Maninkeai  eioer  der  t«pfersteo  byiantiniHcben  Feld- 
tm,  der  um  1080  gagen  die  Araber  in  Syrien,  epSter  in  .Sizilien,  wo  noch  beute  dus 
•l«l  Uania«j  in  ^fiutu«  an  ihn  «niin«rt,  nnd  in  Untohlalien  gegen  die  Araber  nnd 
makaen  aiafraidi  gekimpfl  hatte,  liaa«  «ob  durch  die  ungeret^hto  liebandlung  dss  Hofea 
'  EnpOrmig  g*gan  Kaiaor  Knnilnnlin  .\fonflmii<'ho«  hiniciason  und  mg  mit  aeinom  llnura 

Sa  ilia  Bimtalaidt.  wsrdo  aber  in  drr  Entsi^bcidunGiäBi^hlaPht   (i,  J.  1043)  gnUt^t.     Dia 
danug  ihaaM  tetztau  KninpfcB  bildet  doa  Thema  dos  liodichtoa,   dn*  wie  ein  Cent« 


742 


BysMiitüiuclia  LitUTatnigwcbicbt«.    U.  PMtiaohe  IiU*rfttw. 


aus  homcrnchen  Lappan  niMmintingflitkut  ixt.    Auvb  uin  tirabepieramtii  «uf  ÜMtiMl 
Maaukes  (mcIm  HwuiM^or)  ist  um  crlmlUn.    Zu«rvt   «d.  <l«ii  Anfuic  d««  C«4idl«  mV 
Cod.  Vnlie.  gr  I8»7  I.  Ilnkkor.  An.  «r.  3  (IB21)  lue».  -  Dum  «ä.  dHEouathUl^ 
Hobst  dem  (irAbepifiramm  auh  dvu  Coild.  Vindob.  phil.  gr.  3)6(N«>m1)  UM  Vstift  HU 
Sp.  Luuiproa.  Vota^an  lUiltr^/tnta,  AUi«il  ISM  S.  1A2— ISßfmit  biBl»n»cliei EialriMtl 
—  lieber  MftniakvM  vgl.  C  NeumHiin.  Di«  Weltslellait^  de«  li^iaalinisdieD  R«Kb«nc 
den  KI(^ULIO^«ll.  LoipiiK  1)^04  R  43—44. 

3(t9.    FhilippOB  mit  dem  Beinamen  ü  Ifffi-nf  ^  o^to;  (Solitariua),  in, 

aU  Mönch    unUir  Alexios  1    Koninenoü  l«bto,  verfaftste  eia  viel^iMMH 

ilüiloglHchus  Erbauiingsgodielit,  da»  nach  «in«m   xu  HiihcnmcsiilinRon  gN^ 

))miicht«n     WorluouffK,     doiii     VorlUuf<ir     uiui«ro8     Xivi-Ilinrin^^tnjiiwitte. 

Üioptru  {/fiont^a,  vtwtt  .TiigGtiilsptcgt'l*)  botitelt  Ut.    I^tui  hus  4  Bricbm 

von  je  etwa  1700  Versen  bestehende  Werk  ist  in  die  im  MiUelalur  b*>J 

liebt«  Form  eine«  Streites  zwi-ichen  Seele  und  Leib  gekleidet,  was  ["liiliM 

selbst  in  seinem  Widmiingsbriefo  an  den  Möiirh  KalÜnikos  mit  den  Wort« 

ausdiill'-kt :   Kuiü  nitiatr  xal  änöx^taiv  •   «]  rttvaig  iwVrr  6ijittr  tt-f  Vi'l^M 

tj  ii  Rjiöxftm;  RD.y(;  ir]g  Stt^xög,    In  don  meitttDR  UandschnlUn  ist  iHa 

T>ioptra  durt-h  eine  Vorrede  des  Michael  Puello«  und  einen  WidinungshriiB 

deä  l'bilippos   an  Kallinikos   eingeleitet;   häufig  sind   noch   andere  Sdlin 

vorausgeschickt  wie  ein  Brief  de«  Katiinikos  an  Philippo»,  apologetiiebfl 

Verse  <l«t<  Hliili]ipo»  und  i^in  Mahngodicht  do»  Konstantino^  Betttvit  (s.  AiiiD.l|l 

Nai.:h  chroiiülogiticheii  Notiiu^u,  diu  der  Vvrfnssor  in  winvin  Worko  und  !■ 

einem  motrisohen  Epilog  gibt,   wurde  itos  Qudic-ht  am  Vi.  Hai  10^  ■!■ 

giVächlossen.    Inhaltlich  verwandt  ist  ein  kleines,  :{71   politische  Veras  tlH 

fassendes  Lehrgedidit  dos  Pliilippos,  die  .Klagen*  (A^air^uM):  die  i'toM 

des  Dialogs  ist  hier  aufgegeben,  da»  Uanzc  ist  eine  vom  Verfassur  )M 

seine  eigene  Seele  goriclitote  Paräiio»».     In  zahlreichen  Handt<chrifl«n  tU 

dieses  Werkchun  selbständig  Überliefert,  in  »nderon  dagegen  bildet  m  dv 

erste,   in   munchcn   das   fünfte   Buch   der  Woptra.     Da   nun    I'hilipp«  ifl 

seinem  Briefe  an  Katlinikos  in  der  That  fUnf  Ullchcr  erwähnt,  sot^hüfl 

er  die  .Klagen*  als  eine  Art  Einleitung  oder  Ausleitung  des  Hauptwtfi« 

gedichtet  zu   hubi'R.     Dagegen  spricht  wedor   die  Ungloicbbvit  de»  CnJ 

fanges  (371  Vt'rse  gegen  je  etwa  I7U0  dur  übrigen  Bücher)  noch  der  Tm 

stand,  dass  der  Inhalt  der  , Klagen*  zum  Teil  in  der  Dioptra  wiodcrkdnti 

denn  dass  ein  Prolog  oder  Epilog  ktlrzer  gehalten  wird  als  das  HauptinA 

unil  dass  er  nich  mit  deirinelbon  inhaltlich  berührt,  ist  ganz  natlirUck,  W 

ebenso  leiclit  orklürt  sich  da»  Fehlen  der  in  der  Dioptra  seihst  angewudM 

dialogischen  Form.']     Da  der  erbauliche  Inhalt  der  Klagen  ohne  wättfM 

verständlich  war,   so  wurden  sie   von  dwm  Hauptwerke,  dessen  ÜniMi 

Abschreibern  und  Losern  unbequem  war,  losgetrennt  und  selbständig  öll<^ 

liefert,  ein  Vorgang,  der  in  der  antiken  wie  in  der  byzantinischen  Litt 

zahllose  Analoga  hat.     Übrigens  wurden  auch  andere  Teile  der 

selbständig  übeHiefert,     S.  Aiim.  5.     WaJirscheinlich    um    die  Mitl« 

13.  Jahrhundert»  veranlasste  Diouysios  Euzoitos,  Erzbischof  von  HyD 

lene,  eine  verbesserte  Kedaktion  der  zwei  Gedicht«,   welche  von 

gewissen  Phialites  besorgt  wurde.    Von  beiden  existieren  auch  dar 


'  1  Durob  dit  liioc  »ngodoulclen  Hcdeiiki'ii 
liew  «dl  E.  Aavruy,  n.  unlun  a.  0  Ü.  IS  f. 


bMliinm«!!,  dio  .KJkgon*  von  dor  .Di'f''* 
vGllig  lu  UeniMii. 


2.  Probnpmsie.    (§  SOD] 


743 


etzungen.     Über  eine  dem  PhiUppQs  zugeteilte  Prososchrift  s.  S.  81 
1. 

LnagAlieu:  Die  Dioiilra  ed.  nur  in  lAtoiniiiohor  L'oboraolxung  J.  Pontnna«, 
IftM.  -  Darnaeh  wiBJcrbull  bei  Migno,  Palr.  gr,  127.  7ul— 302.  —  Din 
u'  (mit  d«r  UubeTarboituiig  iv»  l'liiuliti'e)  ud,  Eiiim.  Auvray,  Bibl.  du  l'öculo  doa 
Mode«,  Imc.  23,  Paris  187^  (uiit  einem  üertulit  llbor  liio  H«b  uud  oiiium  «uiifälir- 
■bn  KoBncnUr).  —  Olme  Kenntnis  von  Aaviitj's  AuMgobo  od.  die  tiXaväuoi  aus  eiti«r 
lHlln4|l*T  n«  K.  S.  Shuckburgli ,  Tbe  nniil  and  tli»  bmly.  A  medievnl  grenk  |ioeni  pniit«d 
V  Ibt  fini  timn  fnan  a  MR  in  thc  Kmmnniiol  (.'ullogo  libriuy.  Kinmanuol  College  Mngazino 
[il.  V  Bf.  'J— -1.  Ojunbrid^o  l^M  tmit  oniilisutior  rroHuUberseUiuig).  Eine  Eigoiitnmlirli- 
>il  der  Canbrideer  Ha  isl.  daas  sie  das  (jodicbt  uiucin  Müiiulie  Jubacues  xu^uhreibt. 
Vit  Ümt  Anr  Dioptra  woithen  im  riiuelticii  wm  lu  di.>r  iCulil  und  Aiiurdoung  der  Kapitel 

4  BMmt  b«d«ut«Tid  vun  viiiandor  ab;  fOr  eine  kntiaulm  Aunitaba  dea  griucbiscben  TcstiHi, 
li  4tr  BKh  «iae  Neuaiugabe  der  KXni'3fiol  puMnd  v«rbiiid<>n  wird,  sind  dabur  uinfaHKende 
rwbe  Voraludien  lUMdiaelicli.  Notiert  s»ien  hier  di«  Codd,  Atboim  !).S8  s.  14;  Atlious 
W  •.  14  und  hM.  Vntic.  Pal.  124  h.  14  fol.  104  If.,  weil  im  Katalog  von  Stovensnn 
iS  liiw  diD  Dioptia  nicht  nrkunnt  und  daher  anoh  im  Index  nicht  goDAnnt  ist.  Daxii 
L  diu  Notiicn  in  Anni-  4, 

L  2.  nilfiiniittel:  Im  grouen  litlnrarbialurischcn  Kuaamnienbangbetraohtot  die  KXnv9fiti 
PSatjnikov,  l)ie  EraÜiIuntiEGn  Über  den  .Slrait  iwiudien  der  Seele  und  dein  Kbrpcr 
Mr  mitteUllerliahcii  J.ilterntiir.  Ein  Verauob  einer  hiDtoriauh*  komparativen  Unter- 
JbwiK-  'iai-nt  ini  Juuru.  Min.  Bd  271  — 2Tfi  |Scpteiiiber  18W  — An^u«t  18D1I.  dann 
ili  ab  Mlhatündige«  Buch,  Petembiir^t  18H1  (rusA,);  Qb«)'  diu  Kltiufffioi  s.  S.  94  ir.  Zum 
HMn  Wetk»  vgL  die  U«eprer1iiinit  vnn  A.  Vesolnvakij,  Joum,  Min.  1893  lld  Ü8U 
nb«ft  S.   149  —  169.  —  M,  Ueiobraxnv,    Uemnrkungen    tlbor  die    Dioptra.   Jonni.  Miu. 

5  B4  29t)  Noveniberhwrt  S.  37-  47  (rusa.).  tira.  hniidolt  Über  die  nisiiiaehen  Bearbei- 
gen  dvr  Diop(ra,    dainn   Altiwl«   nua  dem  Jalire  I110.'>  »lammt.    Über   die  AbfosHiingsiDit 

griaohiaebeo  (InginBl«  und  llbor  die  (Juollcn  dur  piiduaopbiBc^ben,  tbculugiacb^n  und 
■rwii»cnacli«r) liehen  Leinen  dun  Werkes.  Hier  wird  uuiiü  iillure  uiir  uuiugiLiigliehe 
liMlie  Lilleratur  Qber  die  Diuptru  und  Vurwaudtea  niilierl.  —  A.  Sonny,  Daa  Todes- 
•4m  l>te>noM  und  diu  Abrassuuu^xeit  d»r  Dioptra.  B.  Z,  3  (18S4}  602  f.  ~  Artikel  ron 
Brbard  im  Freiborger  Kircb etile xikon  0*  S.  21)23  f. 

W  3,  Die  Abraaauns  der  Dioptra  iat  vuu  Suiiny.  a.  a.  0.,  nach  den  clironolügiacben 
lun  im  1^.  KupiM  de«  3.  Buches  zwiciclieu  WnilmHchten  109C  und  Ontern  1097  angesetzt 
Iw).  Kimi  «hweichend»  Angabe  entliAll  ein  metriacber  Kpilng,  der  im  Cnd.  Vindnb. 
•  I.  (r.  183  (NmmI),  fol.  174,  in  einem  ans  mebrorcn  SlOckun  bcalehondon  Anhang  zur 
ftr*  «tollt.     Ihm  tufolgo  vurde  das  Werk  vollendet: 

klUijri  iliu<ii  JaiJera,  {ritixtiiüi'oi  ifi'rij;, 
Kii'Jioir  ati^rie  Jinarai,  ^Xlov  litiit  tf/!ti;, 
(/(m'c  d(  xitl  rpi'n  fttffii  inl  roiiieic  (u^/«v<(. 
la  gmn  beMtimmte  Datierung  aul  den  12.  Mai  [09S  widorapricbt  allerdings  den  von 
Ur  aaa  d«r  lateinischen  Ueberaetzunu  des  Pontanus  angeführten  Nutisen  im  8.  Kapitel 
JL  B4M;l>es:  allein  in  der  Wiener  Us  lautet  die  betretTendo  Stell»  (fol.  lOU')  Kanx  andern 
■  dar  Vorige  de«  Pontanos,  und  ihre  cbrunoloKisvlien  Angaben  stimmen  liier  voll' 
Hit  m  donoB  de«  Kniloei;  an  beiden  Stollen  wird  dnr  1Ü.  Mond-  und  der  S:i.  Sonnen- 
Im  KMiiannt.  Zur  vBlligen  Klarlrgung  d«r  Sache  würn  natürlich  VergloJobung  itAmmt- 
Hh  der  Dioptra  erfordorlicb.  (iniicbrcibnng  der  Wionor  lU.  Abdiuek  doa  Epilogs 
tie)iligs(«IluDg  der  falschen  Datierung  des  Pontanus  sohou  bei  P.  Lninbeciua,  C'om- 
de  AagUMta  bibl.  Ca««-  Vindob.  ed-  altera.  Wien  17TH.  I.  V  76—84. 
4.  In  naacben  Bes  i.  B.  tu  den  Codd.  Athen,  5&Ü;  Mutin.  II.  B.  5  (Perg.  s,  14); 
2748  und  2874;  Paris.  Coial.  341:  Valic.  Otlob.  441  fei.  48;  Vindob.  tbeel. 
(N«aMl>  fol.  174"  ist  der  Dioptra  «in  Prooenilun  in  jambisclien  Trimet«m  bei- 
«hi  doMen  Verfimtor  sieb  ein  Grammstiker  Konntnntinos  Restea  bekennt, 
der  Wiener  Ha:  Sü^M  wvfoC  Kairatavxirav  Kai  Btatou  (oti  yga/ifiiiuiioi'  (dnfUr 
ii.  rariit.  2^4  fol  2  (du  y^aintov,  in  den  Oodd,  Athnn.  liJO  und  Vntic.  Ottob. 
il,  48  TOP  »«i  yftirviov,  worin  violloiebt  das  Kiehtigo  steckt).  Inc.  '0  i^yif  äftt- 
tr»f'<tt*fif  tn'fiijA«».  Doraua  erklilrt  sieh  wohl,  dnsH  im  Cod.  Vntio.  1129 
•Untinee  Beet««  aU  Verfaaaor  der  Dioptra  ntlbal  becuicbnut  ist.  Das  Work  führt  dort 
L'ebeiecfarift :    Kwrtianii'oi'    Hiinnv  tiir  Kifi/fk    inii   *ui  /pr/^inifonwoe  «(xiiniaiionatt 

EfC  4Sortrfti  tJe  ir  'Mn  ifiai^anut  aaiftaiot  xoi  i^vx^t.  Dieses  vereiutelte  Zougiiis 
ifllter  den  ubireiehon  anderen  Uas  scbwerlieh  in  Uetiaoht  kommen;  doch  deul«t 
feblonde  itlwre  Uez«iobnung   des  Boatee  als   Kreters  und   spllteren   Et>- 


7« 


Bj-santinische  Litberfttnrgmchichte.    IL  Po«tiaahe  LfU»nt«r. 


biHohiifB  von  Tlit'Hsalüulko  auf  tiat  e«lir  Hb^iclillielie  luid  bewiia»!«  Opyiwitioa  ppH 

ilie  londliuligi-  Zutciluii«.  1 

h.  Auch  auBoer  den  KiavSiioi  wnrdon  aimwln«  AWlinttlo  i)«r  DJoptn  MJiNiliM 

Dberll«rert.    Su  *t«lit  im  Coil.  Mar«.  VII  IH  fol.  222  ff.  »in  Mifot  liin^iii  ntgi  t**  inll 

iK  tö  IltffXhi'  (m)  ktyifuvov  JiWipii,  ix  loü  ifiiri/(ioi>  >D^i-,    -.   I)i>r  Cod.  Bodl,  BtlAtU 

IftT.  A.  1344,  fol.  i20'~^hl  onthiUt  du  nnlo  Hunh  dor  Dtoptni.  di»  lii«t  •in'oi  tlAMku 

l'hilipfiuti  Uhaiat'nitcii  li^o;  ftnraxör  if  -Pilinnar  ro'  ;'^i'o«  .Vnpucririjrl  gcridrort  iM 

.\nilrn'  }>in<kr  Att  Uioptru  stehen  in  ävn  <.'udd.  Alhuua  3016  fol.   1S6  und  Motq.  iijU 

4ltl  B.  18  M    27Ü-281';  8H-316,  | 

6.  Kine  nuuftriecliiseli«  lTobt>re«liiing  der  Dioplra  iMwahrt  der  Cad.  At&oiS 

3712  s.  17.    Dm  »nto  Ruch  (=  Uigne.  PMr.  ^r.  137.  709)  b«|iaDt:  J 

Kitifiii  nolitc  i-i/^tnitr,  äif'  or  itföt  t   nhitttn  m 

'll/4Bt  Ml/lieüfitlillr,  tit  '"'  i«i)  (»iliio'tjt,  ■ 

Kai  nnd  «ä^*a  utä  i(''*X^i'  '<>•'  (rr^punar  /nsfn*,  H 

310.  NikolaoB  KallJklea  (iVrxö^noc  ö  AaA^tn^t^«)  lebte  als  Archiatnn 
untl  Professor   iler  Meiliziii   {äidüaxakoi  i<Sc  ih(^mi]  g«g(>n    da«  Eiwie  il» 
LI.  und  in  den  ersten  Dezennien,  vielleicht  bis  gegen  die  Mittv  dca  M. 
Jalirbunderts  in  Konstantinopel.    Bei  einer  8c1iworen  Krankheit,  welcle 
Kaiser  Alcxiot«  1   einige  Munato   vor  Hoiuein  Tode  (1118)   überfiel,  vank 
KallikluH  beigexügen,  blieb  jedoch,  wie  Äiina  Komnoiui ')  sufifllhrlich  «liWl, 
mit  «einen  tiviLoamen  liat^chlägen  gegen  die  Übrigen  Arzt«  in  der  UindtrJ 
heit.     Wie  lange   er   den  KHi.'<er   Überlebte,    i-st  nicht   bekannt.     KüllikM 
stand,  wie  es  scheint,  in  nnhon  Be/ioliijngen   zur  Familie  de»  Sübsstw 
Üoorgio»  t'alaoologos,  auf  die  zwei  seiner  Uudichte  t^ich  bexiehi'n.   Ell 
ist  zweifellos  identisch  mit  dem  Ärchiati'os  Nikoluo«  Kulliklcfi,  an  wvIrhM 
Theophylaktee  von  Bulgarien  (vgl.  S.  4(>;i  f.)  vier  Briefe  ritliU-teill 
ans  den  Überschriften  und  dem  Inhalte  derselben  geht  unzweideutig  lürJ 
vor.  da.**»  der  Adressat  ein  hochangosehener  Arr-t  war  und  eine  st-hönli 
medixiniselie  Hibliothek  bcKU«».    In  der  Qcechidite  der  b.vxantini»ic1i<-ii  £l>i4 
grtiminutik  biliK^t   I\tlll]kll^H  du«  Verbindungsglied  Kwischcn  Johanne«  )Ulim 
ropus  und  TUeodoros  I'rodromos.     Freilifh  liisst  sich    sein  litU<rari»clii^ 
Bild  noch  nicht  scharf  genug  zeichnen;  denn  sein  Nac-hlass  harrt  ^o(.^tIdri 
■Sichtung  und  voIlutAiidigon  Veröffentlichung.    Sicher  gehört  ihm  foliieinl«'. 
Kin  in  die  beliebte  Form  eine»  Zwiegespräches  zwischen  tlrab  und  \'tiaA- 
ling  gokloidctOH  Oedichl  auf  dii8  gomeiiiHamo  Grab  des  Sebastüs  ü«o^i« 
Pataeologo«,  seiner  Gemahlin  der  SelMiKte  Anna  Dukaiua  und  ihre«  Solmo 
dea  Sebaatofi  Andrunikos  IJukas;  ein  Epitaph  auf  den  S^bastos  Andronik« 
und  Epigramme  auf  mehrere  Heiligenbilder,  auf  ein  von  Anna  l'orfihjro- 
genneta,  der  Tocliter  dos  Kaisers  Aloxins,  kostbai-  eingefasstes  Krew;  uf 
ein  von  der  Kaiserin  Irene,  der  tienmhlin  des  Alexios,  eiugefasstes  StKi 
vom  hl.   Krcu/e,  auf  ein  Chri^tusbild  und  auf  eine  auK  woisMlD  äl«in 
fertigte  Duistellung  dea  hl.  Georg.  Das  letzte  Gedicht  steht  im  Cod.  \ 
32,  19  fo).  4^}  unter  Gedichten  dea  Manuel  Philes  und  tat  mit  dicM« 
■'•ITuullicht  worden.')   Ob  sich  hier  l'hiles  das  Gut  eines  alteren,  xa 
Zeit  wenig   bekannt«n  Autor»   aneignet«  oder  ob  das  Gedicht  irrtfimlii 
dem  Kalliklee  ungeteilt  ist,  bedarf  der  Untersuchung.   Dam  kontmen 


')  XV  11  =  It  8(J7,  2  ff.  od.  Konn. 
'I  Nr.  38.   39.  S6,  57.     Mifcne,   Piilr. 
Kr.  12e,  439  ff.;  473  ff. 


')  Uaiiu«lia  Phila«  oarmiBii  ed.  K.  llill*^ 
I.  210, 


2.  ProfMipoesie. 


310-311) 


745 


lie   unediorte  Sachen   7..   B.    ein  Gedicht  auf  eine  DorätoIIiiiig  d«8 

Bten  Gerichtos  im  Katscrpatast«.  ein  Grabopigi'anmi  auf  di'ti  Logotlietöii 

gor    KamakTo»,   dc>imt>lb4^in ,   dorn    Tlieodoros   l'rodromos   eine   Monodie 

■n«te   (vgl.  Migiie,    Patr.  gr.   im.   lor.'J)  u.  a.     HpHter   fand    Kallikle», 

die   Seltenheit   der   Handschriften   boweiM,    wenig    Itenctitnng;   doch 

Dd«t  ihm  Gregor  von  Korinth  in  «einer  Schrift  //*(ii  tft'i')«J*wf  hoho 

irkennung,')  und  der  Hhetor  Jorit^iph  Ithakundytos  nennt   ihn  neben 

jdcs  und  PtocboprodronioH  als  Muster  der  Junibendichtung.*) 

E  I.  Adflgabcn:  Einige  ?J[iittr8mni«  suerat  in  dem  BfindchAo:  Cyri  Thaodon  Pro- 
■  •fliframiiuita  «tc,  Itnsol  [■'■ülS.  ~  Zw^i  Kiiigritnime  wii^dorhult«  Du  Canfi«  int  Kon* 
lan  ta  Aann  Knmnrnn,  j(>t):t  «d.  Donn.  2.  lOl  f.  —  Diu  Ew«i  zaertt  geniuinUn  (irsb- 
ifcia  nnd  drsi  KpigTuniiK?  nuf  Hniliüciibilder  ed.  A.  M.  Usndini,  Cntalogus  codd. 
bWMkMUM  Uur.  2  (ITS»)  19L'     1»4. 

8.  UilfBinitt«!:  Du  Cnn);«.  o.  o.  0.  ~  A.  M.  Randini.  Cntol.  codd.  er.  bibl. 
■,  8  (17681  1'2  (über  duB  Kfitcrnmni  uuf  dns  Uild  dos  bl.  Georgl.  —  L'ebor  ilio  Per- 
B  dm  dialo{(iHcbrMi  OrabE«di(ttiles  vkI-  Uu  Cim^o,  Taniiline  Uj'ZDiittiini-  8.  HS;  }fi>i. 
lar  l*ttt«f«D  St«ll»  ist  «her  als  Onttiri  des  Gvoricius  Pnliieulouiuii  irriUnilicIi  heiw  statt 
'  aiiM  K«uaont  ~  Br.  Kvil,  Die  Muiiutacycteii  di>r  byzuiit.  Kuust.  WienerStudien 

fakerliafürnng:  Dan  Cod.  [.nur.  33.  S3  hat  ßnndini,  n.  n.  0.,  HusKonUtxt. 
Itrte  (icdicbt«  nnlbnlton  diu  Codd.  Marc.  498  a.  l-l  fol.  %40~3»<2  und  Marc. 
■.  U.  Vgl  Zauetli.  (iraocn  U.  Mnrci  bibliuibcca,  VonKdig  1740  S.  26'J  f.;  2^3.  -~ 
HliAn  von  Bandini,  a.  a.  Ü.  2.  11)3,  vrtaiTviiUidilca  Epigramm  (f/txiiot'  iii^of  niivl  aUbt 
nm  Cod.  (ihilol.  29  fol.  137  dw  Uflttinger  l'niversiUlabibliothoV  —  Da«  K|)ii:ri>iiim 
IM  Krvuc  der  Auiia  Kumoeiia  bewalut  aiiob  dor  C<iA.  Atboua  136  o.  18  (Nr.  14}.  — 
lod.  Marc  Sl  31.  ^«»chtiehcri  xwiiicbvn  12^2  uiid  132»,  ful.  IW.  wvrduu  dem  Kalliklea 
nMtar  dem  Kiimen  di-«  rtodruiiiu«  flbi-rliuri-rtoi]  \'vnv  uuf  die  twOU  Mouat«  SU- 


SI I.  Nikolaos,  Metropolit  von  Kerkyra  im  Anfang  de«  12.  Jahrhunderts, 
Tctlnclimor  an  der  von  Ak-xius  I  Komnonuti  im  Jahre  1U7  berufenen 
und  aU  Korrespondent  des  Theophylaktos  von  Dulgarien  bekannt 
»rfa&sU-  einen  grossen  Kominontar  zu  den  aüketischen  Kapiteln 
laxinios  mit  einem  VV'idmungagedicht  in  -13  politischen  Veraen 
12  Anm.  i)  und  ein  am  310  Tnniot«rn  bestehendes  Gedieht  anlilaa- 
iBeiner  Abdankung  ['Eni  tfj  ruifimitjafi  «t'»«ii).  Wie  e«  bei  der  poeti- 
Bohandlung  eine»  solchen  Vorwurfes  natUrlieh  ist,  macht  Nikohios 
[nftheren  Angaben  über  die  Grllnde  seiner  Abdankung,  sondern  handelt 
llgemein  über  die  eigene  Nichtigkeit,  Über  die  Vergilnglirhkeit  des 
lien,  über  die  ( 'hiu-aktercigenschnfteu  wie  Offenlieit  und  Festigkeit,  die 
Rücktritt  verunuichtun,  endlich  über  seine  Sehnsucht,  den  Schlec-Iitig- 
d«r  Welt,  dio  er  mit  düsteren  Farben  und  mit  den  Übertreibungen 
gukrünkten  Seele  schildert,  zu  entgehen  und  mit  Gott  allein  zu  sein, 
ehiiesst  mit  dem  Wunsche,  Kerkyra  möge  eitien  andern  guten  Bräu- 
finden, und  einem  Ahsohiedegrusse  an  seine  Diözo^ankinder.  Die 
illung  zeugt  von  dem  ilblichvn  Masse  klassischer  Bitdung:  auffUtUg 
ie  Vorliebe  (Br  alte  Sprichwörter  und  sprichwörtliche  ttudensartcn. 

AuBRaban:  Daa  Abdaiikua^^i-dicbt  ed.  pr.  nun  Cud.  I.uui.  ^.   1(J  .Mnqtnxjdon. 
Iti  Mi^tropolitaa  Voteyta*  (-Hrmt<ii  tn«nil(-.    Mailntid   IKl>'>:   diiini  b<>B«or   mit  IIi>iiii]ihQn|{ 
psd-  Valie.  1U7  in  »oin«n:  llUiHtroiiiini  Curt-irväi.  A|i]>viid.  {>'  ^^-  endlich  tum  diitlrn 
bo>d«iii   Ilat  uhtr  ohne  Anifabe  der   Vu-iaut«ii  in  Minen   W«trko:   Delle  «orc 


I  Vgl.  Da  Gange ,  KommuolKr  ru  Auna 
ed.   EtOBB.  a.  TOI. 


•J  KheUrM  Oraed  ed.  Walx  3,  &62,  II. 


746 


BfiantiiÜBChe  LitUraturgsBcliioht«.    U.  FostiMb«  Utt«nU«r. 


CordrMi,  Corfu  IMIS,  Appcnd.  ü.  XXXV  B.  -   Duui  miuie  diw««  CL-dicbt  Back  lUa  h(|| 
Cod.  Hoaa«.  SOI   (nickt  'Jl'i.   wiu  Luiiiiro»   selb«*  wifibl)   und   di«  Widainng  Jm  u4 
mcnlan  m  Uaxtnim  nadi  d«ni  (drii  iiaiiieB  Komnootu'  eBth«ll«Bi)4>D)  Cod.  Alb«*tlSB 
«.   IS  — U  hI.  TOD  Sp.  Latnprus,    KtQm^tilxä   nrixdnto,   Atbea   1882   8.  28-~ll.  —  !)■ 
Abdadkungsgmlickt   lewahrt    Mich    ivt   notJi    nb«i>QUt«    Cod.   Allions  308«  a.  12.    V|l 
Sp.  Lanipros,  CaUkigu«  o(  lim  K'oek  nia«  on  Moant  AUio»  I  <I*^A)  3T&. 

313.   FastiioDsspiel.     Dos  einzige  uns  orhaltene  Drama  der  bjraii» 
linischini  Zeit  iäl  di-r  Kenüholich   .V(>i<ri»;  mi^j;''''  (Cbri»tU8  patii-as) 
botiltilte  OnU).     Nachdem    die  Meinung,    Aas  Werk    gehör«   dem  Uri^gor 
von  NazianE,  allgemein  nufgegebefl  ist,  bleibt  der  Verfasser  vorerst  ■■>- 
ennitteit:  sicher  \»\.  nur,  daits  «r  in  einer  ganz  spfiten  Zeit,  walirechniifidi 
im  11.  oder  12.  Jahrhundert  lebtv.   Er  dichtete  im  vorwcguii«t«n  SinM 
de»  Wortos   nach   berülimt«ii  Mu8t«rn,   indem   er   eine   ganze  Keihe  alter 
Werke  mit  der  Schere  beai-boitet«.     Ein  volle»  Dritte!   der  2ftlÜ  Veiw 
(ausser  den  vereinzelten  Anapästen  V.  14f>l  ff.  nur  Trimeter),  aus  w^cboi 
das  Drama  heüt^ht,  i^t  fr^-nido»  Kigentiim.    Den  grösstcn  Teil  dieMU  l.«}in- 
giites  lieferten  hieben  nniiii'n  do«  Euripidea,  nämlich    Hekal>e.  Med», 
Orest««,  Hippolytos,  Tr  mI   -,    ÜIli'fm«  und  Bacclie»;   dazu    kommen  m\p 
Datzend  Verse  aus  dem  i'rometlieus  und  Agumemnon  dwt  Aescbylou  iinil 
ans  der  Kaasandra  de»  l.ykophron.     Vielluiehl   bat   der   VerfajMer  «ucb 
verlorene  Stücke  der  Tragiker  verwertet')    Ausserdem  benfltit«  w  ßr 
die  ErrTiIiUmg  mv  fUr  die  ^llnlI^4'ol()g!u  die  heilijReu  Schriften,  kdKoixItn 
die   vier  Evangelien,   die   Apokalypse,   die  rnwliisbrief«,    diu  rsalmcn.  J* 
Gonosia   und  Exodus.     Selbst   apokryphe  StOcke   wie  das  Evan^tJuin 
Nicodemi,  das  IVot«evangelium  .lacobi,  das  Evangelium  Ober  die  U<-I>ur> 
Marios  und  die  Apoi«t«lakten  wurden  nictil  verschmäht.    SelbfttveroUadlicli 
konnten  die  Verse  aus  den  alte»  Dramen  nicht  immer  wGrtlicIi  vervvnitH 
worden;  sie  wurden  zugeschnitten  und  umgeändert,  wie  o«  der  Zuauiimvii- 
liang  erforderte.   Zur  V'eranschaulicbung  de«  hiebei  beobachteten  Verfithrvu 
diene  der  Anfang  de»  von  der  Jungfrau  Maria  gesprochenen  Prologs: 

fir,f  ir  nhtaiai  lond*  Hftf^n-ur  •t^axtf  stci 

zu  (irunde  liegen  Vers  1  und  3  der  Medea: 

I7.t'  üiplX'  'A^yoi^  fiif  iiimiritSin  aiRfiac 
tUjiT  iy  vÖBaiat   Hr^iev  ittotir  teil. 

Zur  richtigen  Würdigung  dieser  ktln^tlicben  Mosaikarheit  mOawii  wir  um 
auf  den  Standpunkt  der  Byzantiner  blieben,  die  vom  littorariscbcn  BgM- 
tum  eine  unklai-e  Vorstellung  hatten  und  auch  auf  anderen  Oebirti-n  <&* 
Schütxe  ihrer  Vorfahren  erbarmimgslos  zu  Kate  zogen.  Das  Stück  iit  nirlil 
ein  Plagiat  im  modernen  Sinne,  sondern  nur  ein  eigenartiges  Beispiel  ]■  " ' 
Imitation,  welche  die  ganze  Kuiif^tlitteratur  der  Byzantiner  behcrrM.'ii 
Daher  berichtot  uns  der  Dichter  auch  ganz  offen  im  ProCmion,  dws  f 
das  Leiden  Thristi  xrer'  EvQim'äijV  besingen  werde.  Weit  unbcgreit 
und  stSrender  ala  die  Entlehnung  an  sich  ist  R)r  unser  Gefühl  die  Vei 
quichung  von  zwei  80  verschiedenen  Ideenkretaen.   Wir  em; 


')  Kti  finden  sich  aumer  ileti  nacbwcis- 
bar  «iillpliiilon  I'ailiirn  ventcliledtm«  form- 
voUoudet«  Yerao   und  lJodtuik«ii,   dl«  nicbt 


auf  bjntantiniwhMn  Bodoo  svvachaui  w* 
•chvinon.    N.    Woeklaia,   BortiBar 
Woobctudirifl  1886  S.  «Sft. 


^^^^^  2.  ProfanpiMBi».    <9  S12)  ^^^^^^^7^ 

die  ÄussUttung  der  heiligen  Personen  mit  den  Übel  zugerichtete»  Lappen 

der  attischen  Bahne   »\»   eine   wÜRto  i'rofaniorung.     Da»    niutnicnhaft   «!■- 

»tarrtc  ticwand  der  alten  Tragüdie    \»\»»i  ihm  uuf  t<inL-iii  ganz  niideroti 

Boden   orwaclisencn  tieKtaltcu  tdclit;  ihre  Bewegungen  erscheinen  darin 

■ngereinit,  und  wir  haben  beim  Anblick  der  so  bunt  aufgeputzten  Figuren 

<  Dehr  mit  der  Heiterkeit  als  mit  den  Thränen  zu  kämpfen.     Ungebildeten 

'  Web  das  StUek  wegen  seiner  altertllmÜchen  Sprache  überhaupt  unzugäng- 

licli:  auf  den  Gebildeten  aber  mus.-jt«  e»  ähnlich  wirki^m  wie  jene  mui<ika- 

I  Kacbcn  Potpouris,  in  welchen  Fragmente  verschiedener  Texte  und  Melodien 

ohne    V'ermitteiung    aneinander    gereiht  sind.     Mit   dem    bekannten    lü'O' 

ifti'  tfitt  die  Gottesmutter  »}»  Maria  Medea  auf  die  Büline;  in  schnellster 

'  Folge  wochaelt  sie  ihr  Kostüm,  f<io  wird  2ur  Uokube,    Ka^andra,  KlytS- 

■t»1m.  Andrumacho,  Hugar  zum  llmmus;   dioselbe  Chantmeonnutur  hitben 

»Ue  andert'u  Personen.     Selbst   die  in  der  lebendigen  Sprache  längst  ver- 

tetioUenen  Exklamationen  oiiororw',  tiä  ftoi,  tiJ  erzeugen  hier  eine  komische 

Wirkung.    Wie  sehr  gerade  die  Mi.schüng  heterogi-nur  Elemente  den 

Ungünstigen  tiesainteindruck  verseliuldel,  wird  recht  klar,  wen»  man  neben 

4en  kluatiiachen  Versen  die  aus  den  heiligen  Schriften  entnommenen 

Seiitü-nzon  und  Vergleiche  studiert;  sie  passen  zur  Stimmung  des  gesamten 

Vunrurfiis   und   wirken   daher   nicht  nur  nicht   i^trirend,   sondern   erh&hen 

Sogar  den  Bindi-uck  des  Wahre»,   wiu  man  Ähnliches  ja  auch  im  Obor- 

ammergauer  l'a«iiiön»»piel  beobachten  kann. 

l)n«  Drama  beginnt  mit  dem  Gang  auf  tiolgatha  und  endet  mJt  der 
Anft-rHlfhung  llnisti  und  »einer  Ankunft  im  Hanse  der  Mutter  des  Marcus. 
Die  Personen  sind  4'hristus,  Maria,  Joliaime«,  Joseph  von  Arimathea, 
Kieodemus,  Maria  Magdalena,  Boten,  ein  Engel,  die  Wache;  dazu  kommoa 
»wei  Halhrliöre  giitiläi^rcher  Weiher,  die  aber  nicht  singen,  sondern  im 
he<)uem<rn  Trimcter  konversJeren  wie  die  übrigen  Personen.  Die  Haupt- 
rolle trSgt  nicht  Cliristus,  sondern  Maria.  Damit  hängt  der  Mangel  einer 
Gandluug  und  einer  dramatischen  Steigerung  zusammen;  der  grössto  Toll 
■des  Stückes  besteht  aus  langen  Botonorzuhlungcn  und  ebenso  auitgi>- 
drhntcn  Klagercden;  Christus  seihet  steht  im  Hintergründe,  und  wir 
bOreu  von  ihm  meist  nur  durch  Berichte  anderer  Personen.  Dass  die  ari- 
lÜoteliachu  Einheit  von  Ort  und  Zeit  (Iherschrittcn  wird,  darf  nicht 
Munallen;  das  Drama  leidet  aber  auch  an  starken  VerstiSssen  gegen  die 
elementarsten  itegeln  der  Technik.  Trotzdem  hat  man  versucht,  durch 
Verschiedene  Kunstgriffe  das  AV'nrk  mit  den  Anforderungen  der  Dramatik 
ia  Einklang  ku  bringen  —  gewies  mit  Unrecht.  In  der  Zeit,  als  dieses 
Sthcindrania  entstand,  fehlte  die  wichtigste  Voraussetzung  dieser  Litteratur- 
BKttung,  diu  Auf^hnmg;  und  auch  das  Studium  der  alten  Stllcko  wurde 
bicbt  derart  betrieben,  das»  aus  demselben  eine  Einsicht  in  die  Technik 
hätte  erwachsen  ki^nnen.  Es  wäre  ein  wahres  Wunder,  wenn  unter  solclion 
Vwhaitniwien  ein  Dichter  die  inneren  und  äusseren  Gesetze  der  Dra- 
matik erfust  und  in  einem  wirklichen  Kunstwerke  zum  Ausdrucke  ge- 
bracht bitte.  Der  XQiat'is  ndaiuv,  um  es  kurz  zu  sagen,  ist  ein  Lese- 
fetBck  wie  die  dialogischen  Gedichte  des  IgnatJos,  des  Hapluchi'ir,  de» 
rrMlroiuos  und  Phile«.   Bei  alledem  kann  die  isolierte  Stellung  dieses  späten 


18 


Brx«iitiiii«che  litteraturgMcbiobt«.    n.  Poetiaeh»  Lltt«rfttar. 


NR(!hziJt;K^i'8  der  diamati.trhen  Litteratur  Bcdonken  erregon.  Die  (W 
Rrwii)intL>n  diaIo]t;Uc)i<>D  Stücke  f>iiid  doch  wiederum  zu  suhr  ver»chi«dca. 
lim  alH  Vorläiifui'  büzw.  Fortwttzcr  gelten  zu  können;  vielleicht  läge  es  iiBbct^ 
die  S.  644  f.  «rwülintoii  Ding«,  wio  die  Dramen  dos  Syiiesios.  de»  Ario* 
seiner  Gegner  mit  unserem  Werke  in  Verl>indimg  zu  Itringon;  dodi  ij 
ein  thattiilchliclier  Zusamnicnliaug  aui-lt  hivr  niclit  nachgewiesen  lutd 
Überhaupt  ach  wer  nacliweiRbar. 

Die  Sprache  des  Werkes  liat  wenig  Individuelle«;  PrRsensfor 
wi©  fiuXm,  i^i,  afyi-,  die  Kunstruktion  von  iäv,  fnar  mit  dem  Indiki 
von  ti  mit  dem  Konjunktiv  und  Ahnlicht-H  »inA  Vnlgariitmen,  die  in 
kirchlichen  Lltt^^'rutur  schon  früh  vorkommen  und  sich  durch  die 
byzantinische  Zeit  verfolgen  lassen.  BezUghch  der  Metrik  gebiert  itt 
Verfasser  nach  der  von  Hilberg  getroffenen  Kintoiiiing  (s.  S.  648  f.)  zu  itn 
.StUmpern",  welche  der  unboKchntnklu  Gebrnudi  von  auslautenden  <r, 
'.  V  aU  Lilnge  keniiKeichnot,  und  steht  also  unter  rrodromoe,  der  a,  i,  • 
nur  im  An-  und  Iniauto  ohne  Beschränkung  auch  als  Länge  gebntiKht 
Wenig  byzantinische  Schriftwerke  Bind  so  viel  gelewen,  bearbeitet  aai  (^ 
ttrtert  worden  wie  der  X^iatoi  ntraxcr.  Don  Theologen  war  er  wiclitif 
als  dos  einzige  christliche  Drama  auf  griechischem  Boden:  seine  i!up- 
matischen  Vorstellungen  und  seine  kirchlichen  Quellen  boten  der  For»:liiiri^ 
reichen  Stoff  und  sein  Inhalt  diente  der  Erbauung.  Nicht  miiMlor  eiftig 
wurde  er  iu  philologiHchen  Kreisen  studiert;  hier  war  es  namentUtl  «in» 
Wichtigkeit  fUr  die  Textkritik  der  benUtaten  Vorbilder,  wdche  ilin 
Freunde  erwarb  und  die  unnnstiiirechliche  i^>it  »einer  Enfaittehung  rerge««i 
li««s:  a\s  werlvull»tu  Ausbeute  ergaben  sich  einige  Verse  aus  den  ver- 
lorenen I'artien  der  Bucchen.  Von  der  Bedeutung  des  Dram»  Br 
die  Kultui--  und  Litteraturgeschichte  der  dunkeln  .lahrhnnderte  wwl  **" 
seiner  Stellung  als  VorlHufor  der  mittelaltcrliclion  Mj>terien  war  1««  jt<d 
weniger  die  Kode. 

1.  Aus);nlian  und  L'obarHctxungtin:  Kd.  Hignn.  I'hItdI.  gr.  38,  13t— SÜ  "l 
dop|M.'ltur  lutuiiiisclKM'  roki>n9DUung:  di-r  Text  botulit  noch  auf  dirr  mangeUisfUia  Amg>>* 
ifou  Cuillnu.  —  Krsic  kritisclie  Aub(;ji1jo  von  Kr.  DUbnur  nnch  ilon  FragmeDU  TaJ^f^l' 
i-d.  <.i.  Wiigiivr,  Paris.  Didot  IMO.  AuBrülirlich  bi-nprocIiHD  vun  Muiinin,  Ji>iini*l  ^b* 
SavaiiLa  lt*4y  S.  12  If.;  27ö  S.  —  Nach  tlinn  l)Ubnar'«utieii  Text«  init  di'ulsetjtr  UcWiwUnnf 
ed.  von  A,  Ellinnun  in  seineD  Aiiiil«kU-ii  <lvr  uitl«!'  uud  neu^iM'liischFn  Lillvi-sdir,  I.  Tnl. 
Iieiimig  1^06;  die  Kiii1i>itiiiig  hplobit  wvniKor  flbor  die  Kriiik  und  litt^THn;'^'^!"«'''''"'" 
Stallung  de«  Drama«  solhst  hIb  ilbi>i  di-  ijvschiclite  d»r  d«aiMol>'rn  ttnwi^i'>*<'''<  ^"'^'' 
verton,  —  Kd.  .1.  G  Hmmb«,  trfiipxiK.  bilil.  TmihnnriHna  ISSR;  or  orwMt«Tl  doli  knli*]^ 
Appnrat  durch  3  von  Dubiioi-  nicht  brnUIrto  Hm  und  gibt  dui  «rate  rulUllindi):*  '*'' 
toichnia  dur  l.clmvi>r!ip  liebst  uiiisr  rntpreiioliung  Öba  Zeit  und  Autor  du»  W»»k«  ' 
Kinc  xuroito  douNcbo  L'vbunii'tiiung  gub  K.  A.  Pullig,  X^«ji(  näegnur.  Dar  ]■■('**' 
CbristiuL  Prugr.  lt.  OburrtHlEcbul«  lu  Uotiii  lt<U3.  —  Prttni&sisch  von  i.  A.  t<ilK*'' 
I>a  pusamn  dii  Clirint.     l'uri«,  li^,  Buliii   1852  itnir  unsu^iiglicli). 

2.  llilfaiiiitt(<l:  KJchstadt.  DrHtiia  diristianum.  quod  XfMi«'«  miajfor  jnaviUtt 
num  GrvKot-ii)  Naxiauieiio  alt  Iribaendum.     Progr.,  J«Da  IHI4.  —  J.  t,.  Kloia,  Caari  "'' 
dca  DrHmiM  »  (1866)  599-ßa4  (TArfeliltvr  Paneiurikus).  -    Aag.  ÜariiiK,  0«  b 
Cbrialiaii«   qua«   inscr.  X^iaiSt   irn'ajfair,    Tiottr.  ItarRieo   16U.      -    Job.  l>r>*«k« 
bDoher  fUr  proteat.  Thnolggia  10  (18M)  6^9  -  '04.  halt  wie  ein«)  Karontw  d#«  A| 
von  Laodikeu  für  den  VctfiisBcr  dru  Work»,  das  vor  S9S  cntatiuidcn  mi.  —  J.  G.  1 
De  «iiotoritiit«  Irn^ordine  Cbriatiunfto  quno  inacHbi  aalet  XpiO'nv  ttiox'";  Projp-..  Ei<i 
1884  (zum  Tnil   wiedcrliolt  in  dur  Vorrede  Heiner  Amg&te).  "■   I«.   Hilbcrii.  Kaoo 
doniH  l'rodromus  di-r  V^rf.  dos  X(i(n/u(  uriojfoir  a«{n?,  Wiener  Studien  8  (lj*6)  S^i-Jl* 
Nuchtriig  »  ()»»7|  1^0.  -  VerwfciuiiK  des  SlflckfB  flLr  di»  Kritik  d«s  EnripidM:  A.KIKk 


2.  ProfanpoMie.    (§  313) 


749 


Utt.  Ph(lo)«na  8  (18S8)  78  ff.  -  A.  DöHiik.  Philologa«  21  (im*)  5S9  ff;  23  (ISBfl) 
inlS.;  2A{1867)  2SI  ff.  —  F.  L.  van  Clvef.  'Tliv  PHfiido-lir«);orinn  ilrumn  Xpiaio'c  ^no^iur 
hiU  ralalion  to  Ih»  t»xt  nf  Kiiriplde«.  Traiimctinn»  ut  the  Wraounsiii  uuudciiiy  uf  iduocc». 
■1«  «ad  l«U«ira  vol.  8  (WisroiiHiii  1^9äl  WZ  S^»  llianilcll  illicr  <liu  BoiliMituiig  des  brnmuB 
Ar  die  Ktilik  der  Ilarolicn  diw  Kiiiipiitna  and  kunimi  xii  ilnm  KrKol">)A.  <]h<m  dio  von  doiii 
llRiiilin^t  bctinut»  Hu  itpr  IWrhiMi  writ  schlechter  wnr  nln  di«  tliw  von  KirclihufTs  twfittir 
UMMk  -  ^ur  S|iniclui:  Tiroha  Mnmmnon,  Unilrllgn  ait  IjoIii'h  vnn  don  grieohiwlieii 
,lHfM)tian<rD.  Kiniikfutl- Ücrliu  18811-  ISSh  S.  ß'3T  ff.  —  tu  der  KnnlrnverBtt  Über  Zelt  und 
AstoT  dH»  Werk»»  li«rracbt  jetet  weniKSlonB  GioBlimmiKkf'rt  in  dor  Uclienieugung,  das» 
Im  Werk  nnmCglicb  dem  Oragor  von  Kmibde  gehCrcn  kium.  Üi-n  wnitfren  hntien  dio 
ClUnncbuBgOB  «ioi);«  stöbere  Anb*ltA|>nnkte  über  dii^  Zvil  du«  Werken  ertceliuii :  wHIireni] 
IMbtr  di«  llMinuigen  zwiaclien  dem  4,  und  l.'i,  .Inlirliiiiiiloit  »tliwunktcn,  int  es  ieM 
JwjMtwk  dMS  daa  Dinmn  nicht  Qbnr  da»  I  1.  .Iiibrh.  biniinr)t'>rflokt  werden  diLrf.  Ver- 
litL  wJbti  wmrHi  die  HnmUhun^rn.  den  Nnmoii  des  Verfasaera  seilet  uns  dvni  wirreu 
MrfBC«  iBilUlKri*«brsc'bcr  l.iUemfen  heriiiieutuÜnden.  Dörings  Wahl  Hol  auf  Ttetces 
(i MJa Programm  und  noch  DaiMrdinpi  in  der  Pliilnl.  Hundsi^hHU  ISä!*  S.  i'H),  Itriiiiihs  ent- 
idM  tick  für  Plocboprodromoa,  »in«  HyjMiUiese.  d«ren  I.'Dricbtigkoit  Ililbarg  h.  u.  O. 
^■»(■g«nd  uebgf Witwen  hat.  Die  Wulu-heit  bleibt  iilao.  dnea  wir  uns  voronil  mit  d«r 
■ll|*M«ineii  Iteslitnmiinit  ''<''  2*''  (H'-l^-  Julirb.)  bcunü^-i^ti  mliMen. 

3.  reberliereriiDit  »»^  Titel:  Hanptcndex  ist  dor  Purji^inus  SH7 j  (13.  J^hrh.)■ 
^  Di*  HnadiK-hriflvD  hahe«i  versohtedene  wartfeiche  Titel,  die  aber  in  der  UenunnunK  d«H 
'•rv^nr  Ton  Naxinnx  nis  Aatur  Obercinstimmen  z,  B,  t'^ijytiplar  lar  it(uAu/iii<  iQiiytfiitia  tif 
'■>  aHf>;fi(nr  :«ii.*o,-  Im'  Kvfior  ijfitif  'lijaoi'  \gioiiiv.  Der  jotel  Qblicbe  Tiiol  .Vjinrnv 
hi*xtn-  alamtnt  viin  dem  eraten  IlMnusgeber  Ant.  Ulndos  (Rom  llilS). 

4.  Virlteit:bl  liAugt  die  Kntetebung  des  Chriatua  patiena  gcnntiscb  sannmmen  mil 
Iwi  Senleuxenflurila^tvn  hub  tlonicr.  Suphuklea  und  r'uripides.  von  den nn  iinii  melii-)<ri> 
WMnpUr»  erbaltcii  'sind.  Im  Cud,  Marc.  50T  i'^t  antsur  den  uominnten  drei  l>icbtern 
Ata  der  Cbiislas  (luliens  selbst  nii  lauf  genommen.     Vgl.  §  2^4  Äum.  Ti. 

b.  Aus  der  ersten  Hftlfle  dt«  12.  Julirb.  «tsintnt  ein  Üediuht  der  Iri-nc.  dur  Ue- 
atblin  desSebastokralor;  Eif^r ije  li,'<iraioirfaniQinai;c  liriKihmv  nuiij/iit  (1143), 
■  /"?"?■  fT"'  "i*  '•"  ll'''fv  fl'fl^"'!''i*K^  ""f-  ^'-  ''■  l'f '!"•'••■.  Albon  Ih^TS*.  Etwa«  N&beres 
jkp  iumra  Werk  v*rmng  ifb  nicht  milzuliti1i>n,  dn  e<)  mir  nnzn^IiiiKlicb  gebliubtiii  ist. 

M  '13>  TheodoroB  Prodromos  (»«udoi^u;  ö  //^nj^o/ios-),  der  eich  selbst 
^fgen  M'inor  Uürftigkmt  i'loL-lioprodroniu»  (d.  h.  der  ttriiiL>  I'rodronios) 
Ltnnt«,  lebte  unter  de»  Kaisern  Alexios,  JohnnimH  und  Manuel  Komneno» 
B  Konatantinnpel.  In  einem  an  Johannes  KomnenoR  (f  11-18)  gcrk-liteten 
ledkht«  {s.  d^n  Abschnitt  .Vulgitigi'ier'hiHche  t.it.terat.ur°]  nennt  er  aich 
m  zwiSlften  Jahi-e  verheiratet  und  einen  Ureis  {yi^iot),  woraus  zu  schliessen 
it,  das«  er  Kchou  vor  1143  die  Blüte  dos  Alter»  iiberBcliritten  hatte;  dnzu 
«mint,  daflfl  keines  seiner  datierbaren  Gedichte  Über  das  Jahr  IIÜÖ  liinaus- 
r«st  Der  grllüHere  Teil  soinen  Lebens  und  seiner  Thätitjkeit  fällt  deni- 
*A  zweirelloA  noch  iii  die  erst«  HAlfte  des  12.  Jahrhnndertn,  und 
r  i»(  twniit  ci»  jüngorci'  ZeitgerniBse  de*  Nikoino«  Kalliklcs.  Von  dem 
•vbcnsHiinge  de«  l'rudromoa  wisoeii  wir  «ehr  wenig.  Als  der  wichtigste 
Tti  Bt«te  wiederkehrende  Zug  erscheint  seine  unheilbare  Armut,  der  er 
arch  ZAhllose  Preisgedichte,  Lobrede«  und  Episteln  abzuhelfen  suchte.  Zu 
nnon  Gönnern  gehttrt^n  die  zwei  Kaiser  Johannes  und  Manuel,  ver- 
tbiiMeiie  Prinxen  und  IVinzet^sinncn  des  kaiserlichen  Hauses,  endlich  hohe 
Vflrtleiiträger,  besonders  AlextoM  Arixtenoi«,  ein  cinflassroiclier  Gelehrter 
■d  Beamtvr  [roiio^plaS,  ni/wtf'ndix'n  und  li^yatoifiögui),  der  auch  nie  Kr- 
fer«r  der  kirchlichen  Gesetze  in  der  Littoratur  eine  bedeutende  Stelle 
bilUBimt  (o.  S.  t>(l7).  Uie  llntersttltzungen,  die  sich  der  vielgepingto 
ittermt-auf  »olche  Weise  erbettelte,  scheinen  jedoch  weder  bedeutend 
mIi  regvIiitäHsig  gewogen  zusein;  denn  seine  Klagen  begannen  stets  aufs 
B,  und  in  einem  längeren  Gedichte  von  fünfzig  Uexumetcrn  drubte  er 


750 


Byzantiniaelie  IJUeratargaBcliiiiht«.    II.  Poetische  lÄtterktar. 


Hogar  den  ByR«ntin<>rn,  dio  seinf  Vonlienste  nifli)  ziiwilrdigon  vorstöiiJm, 
den  EUckvn  KU  Icührcu  uiul  »ich  xum  KrzbiiM:hof  voti  Trapozuiit  zu  flSdi- 
ten;  doch  lio»«  ur  «s  boi  der  Drohung  bowondon.  Endlich  urhicU  er  vnn 
Mnniiel  Küinnonoä  ßino  Pfraiide  im  tnoiigiuiiHchcn  Stift.,  die  ihm  j«!«4 
mpiltcr  wiedur  enlxogcn  wurde.  Er  bescfaloxs  sein  Leben  in  einem  KloiUr 
zu  Konatantinopel  unter  dem  Mönchxnamen  Uilarion. 

Die  litterariBche  TbäU);;keil  des  Prodromos  ist.  oh^'iifio  rtioli  tb 
mannigfultig.  Wir  fiiiden  ihn  aU  ItomanKclireibor,  (iclcgoiiboittidii'hli'f  tut 
Epigrammfttikor,  als  Vcrfaaaoi'  von  ft»trologi«>hen,  grammatischen,  philo- 
»ophischen  und  thcologischon  Workon,  von  rhetorischen  SchulQbuitgta, 
Satiren,  Reden,  und  Briefen,  Ein  St-hrifUteHer  von  solcher  Fnichtbarfctit 
vorlangt  eine  vorsichtige  Beurteilung.  Die  Littcraturgc«chicbt«  hsl 
dem  IVodroinos  Unrecht  gothan.  indem  sie  zu  ausschliesslich  den  hoUra 
.Schwulst  und  die  CliarakterlosigkeJt  des  BetteMichlura  hervorkehrt«.  Et 
ist  allerdings  richtig,  das»  er  violfach  ftUi  ein  typischer  Vertreter  der  i 
st«n  Seiten  des  byzantinischen  Wesens,  der  kriechenden  Schmeichela, 
prahlerischen  Halbbildung  und  der  barbarischen  Qc!»chmadüoagkeit, 
Hcheiut;  aber  sein  Wesen  wird  mit  die.ten  Schlagwrirt<.Tn.  die  nadige 
fQr  Byzantiner  stereotyp  und  dnhor  zur  Individualisierung  wertlos  g«wa 
sind,  keineswegs  erschöpft.  Am  bebten  gefUIH  uns  Prodromos  in  proiA»^ 
sehen  Versuchen,  wo  er  mit  Geschick  und  Grazie  den  best«n  Vinlnlde 
des  Alt«rtums,  besonders  Liikian  folgt;  auch  seine  Briefe  verratM 
unver&chtlieho  Gewandtheit  in  der  Konn  und  lasMOn  «ich  d«n 
Leistungen  der  byzantinischen  Epistolugraphie  beigesellen.  Nicht 
Bchwilcher  sind  seine  kleinen  Spottgedichte;  sein  Wit*  ist  zwar  otvflj 
derb  und  ostentativ  imd  der  Gedanke  meist  zu  breit  ausgMponnem: 
das  Gleiche  Iftsst  sich  auch  von  alten  Spottgedichten  z,  B.  von  dorn  W«ib(f^ 
Spiegel  des  Simonides  Amorginus  behaupten,  mit  dem  dos  Prodrümra  SaIü* 
auf  das  lOsterno  Weib  verglichen  werden  mag.  Auch  die  Epigrannt 
enthalten  manchen  guten  Einfall  und  berechtigen  nicht  zu  der  radifclln 
Verdammung,  die  fUr  l^odromos  üblich  geworden  ist.  Zu  dieser  b^ 
vielmehr  seine  gi-ftssten  und  leider  auch  bekanntesten  Werke  Anltaa  t^ 
geben,  der  geschmacklose  Versroman  und  die  langatmigen,  in  schwftlttign 
Metaphern  sich  überstürzenden  Lob-  und  Bittgedichte.  Beaclitun  «if 
neben  diesen  auch  die  oben  genannten  Werke,  so  wird  das  flesamturtal 
wühl  gUnstiger  ausfallen.  Sicher  gehOrt  Prodromos  bei  allen  seinen  Miii^_ 
zu  den  merkwürdigsten  Erscheinungen  der  byzantinischen  Litteraliir. 
schulmlLssigon  Werken  eines  Suidas,  Tzetzes,  Eustatbios  gegenüber  eradwiB 
in  Prodromos  die  emsige  GcsehäfUgkeit  des  von  den  zUnftigen  Kr 
zm-flckgestossenen  Dilettanten.  An  Stelle  der  zeremoniellen 
die  sonst  bei  den  Byzantinern  so  sehr  ermüdet,  finden  wir  bei  ihn ' 
derbe,  aber  immerhin  wit.zigp  Polemik  und  eine  freilich  etwas  holpfrig 
Ürwüchsigkcit.  Der  steifleinenen  Würde  der  byzantinischen  Kuiutsp 
wie  sie  gerade  in  der  Komnenenzeit  wieder  mehr  aU  jo  Wtont  Mi 
pflegt  wurde,  wagt  Prodromos  mit  Scherzgedichten  iu  der  VulgirBpffti 
entgegenzutreten.  So  machen  uns  gerade  die  Teile  seines  Wesens, 
welchen  er  von    den   i^leichgeartotun  Durclisclinittslitt«raten  seiner 


iSSami 


2.  Profan  pMBie,     (g  313) 


751 


bwuichl,  den  Mann  intercsennt.     Er  i»t  wi«  wi'iiigc  Byzantiner  oine  deut- 

tauHgeaprochfiiio  IcuIturliiBtorUche  Figur, 
Der  1iU«rarisL-)ie  Nachlass  des  ProdronioR  iitt  80  reicliliBltig,  das» 
eboD  eine  blosse  AufzShIung  der  genauen  Titol  mit  dem  dazu  gchfirigon 
ibliographioclicn  Material  viele  Seiten  fallen  würde.  Trotsdein  würc  selbst 
«mit  strengeren  Anforderungen  nicht  geiillgt,  da  wie  uub  leim  Mangel 
xaktcr  und  erstliüpfender  Vorarbeiten  zum  Teil  auf  die  Wiedergabe 
Iterer  ZuBammentttellungcn  von  scbwankender  Zuverlässigkeit  beschränken 
atatitcn.  Wir  begnügen  nna  daher  mit  einer  Aufzähhing  der  wichtigsten 
ind  lH>kannte8ten  Werke  und  notieren  ftlr  das  tlbrigc  die  bibliographische 

rratur. 
1.  Das  umfangreichste  Werk  dea  Prodromos  tat  sein  Versroinan 
anthe  und  Dosikles  (T«  xatn  'Podäv^t^f  »ti'i  JoaixXt'a).  Er  erzählt 
n  4614  IVimetem,  die  in  9  BOcher  eingeteilt  sind,  folgendes:  DoHikles 
uis  Abydo«  ontftlhrt  mit  Hilfe  einiger  Freunde  die  8cbßnc  Küdanthe,  aber 
tuf  Rhodos  wird  in»  Paar  von  Käubc-rn  Überfallen  und  nach  mancherlei 
VbcnlfUern  getrennt;  Itoihmtlio  wird  nach  Cypeni  als  Sklavin  verkauft, 
iÜDBikles  soll  den  GOttäm  geopfert  werden.  Glücklich  befreit  gelangt  er 
uch  (')-pem,  wo  er  mit  seiner  Geliebten  wieder  zunammentrifft ;  bald  reisen 
lie  l)«iden  Väter  auf  Anraten  des  delpliisrhen  Orakels  von  Abydos  nach 
i^rpeni  und  fahren  mit  den  Kindern  nach  Hause  zurück,  wo  frohe  Hoch- 
i«it  gefeiert  wird.  Zum  Vorbilde  dienten  dem  Prodromos  vomehmlich  die 
ketbiopica  de»  Heliodor,  welchen  die  künstliche  Disposition  der  ersten 
Irei  Bilcber,  d.  h.  äan  Motiv,  duss  wir  erst  nachträglich  durch  eine  Er- 
Ihlung  des  Dosikles  die  früheren  Schicksale  des  Liebespaares  erfahren, 
owtc  eine  Eieilic  einzelner  J^üge  entiiomineu  sind.  Die  Anklänge  an  des 
Sastathios  Erzüldung  von  Hyttniine  und  Hysniinias  sind  wohl  aus  der 
JenQtzuug  gcmeiiutamor  Vorbilder  zu  erklären.  Einzelne  J"rÜher  nicht  vor- 
umunende  Motive  gehen  vielleicht  auf  die  populäre  Überlieferung  orien- 
alischer  MSrchen  zurUck.  Die  unmässige  Breite,  die  schwülstige,  bar- 
wriftch  ungeschlachte  und  doch  anspruchsvolle  Darstellung  beweisen  den 
Itlltgcn  Mangel  o»  Befähigung  zu  einer  solchen  Aufgabe  und  machen  die 
.«Atäre  de»  nur  durch  seine  Länge  imponierenden  Qedicbtes  zu  einer 
■rahren  Qual.  Trotzdem  diente  dasselbe  einem  Späteren  als  Vorbild,  dem 
f  iketas  Eugenianos,  von  dem  auch  eine  Monodie  auf  Prodromos  erhalten 

yl  g  318  Anm.  3. 
or.  G.  Gknlminus,  Puia  1625  (griecbisch  und  Inti^iniach).  —  Ri).  It.  llnrchor 
nptor«»  «rotici  Urftoci.  vol.  2  (Lipsiiie  IfM)  237-434.  —  Vgl.  l'h.  Lo  I1h>. 
IM  d«  r^Gute  des  ohartes.  mai-juin  IKll.  —  Härtung.  Die  lyxiiiil.  Nuvullo. 
r  d^a  Sludiuni  d.  Ofuofun  Öunioheu  und  Litcraturun  50  (1Ö72)  4  IT.  (uuUlo»).  — 
.  UilLcr^,  EiliBtoltt  exilicB  ad  J,  Vulileo.  Wiuu  1877.  --  Zur  f^pmcbe:  Tyelio  M(>iiiiu9i<n, 
UMIge  in  der  Lelire  von  <Ieu  griechisch«!)  I'rfipotritioni'ii.  Krank furt'Uerl in  l^G  — )890 
L.mE   —   Uaufib^hrift:  E.  HhoAv.  Übt  gricchiHvli«<  Human,  Lvipsig   18T6  S.  1)27— b&9. 

2.  I>er  Katzenmäusekrieg  (in  der  Handschrift  ohne  Titel;  vom 
tntton  iferaiisgeher  raXtofivoiioxi'a,  von  Hereher  richtiger  Humuvtifirtxia 
Ü>erachrieben),  otne  dramatische  Parodie  in  384  Trimctcrn,  in  welcher 
lie  auch  der  -z»'^';  /«co'e  {s,  «,  S.  757)  zu  Grunde  liegende  Idee  eines 
inpfe«   xwiachen   Katze   und   Maus   weiter   ausgeführt   wird.     PeraoneU 


752  BjEuiUai>che  LitUratnrgMchiohte.    IL  PMtlaoh«  lÄtttmtat.  ^ 

diwHcs  draitiatiüclieii  GitgL'tD^iüi-ki'H  zur  liomorbchon  BalrachoinyonukK 
sind  der  Mäusoköuig  Kmllo«  uml  «t-iiie  (iattiii,  die  Maus  TynAU^ 
(KüHudiob),  ein  II«rold  und  ei»  Bot«,  dtizu  Aar  uuh  I>iciiL*riiu)oit  b«titdi<-Ddi 
Öhor.  Uiigvlialtoii  Üh«r  ilie  t^wigeu  Xachatelluiigcn  der  Kutzo  ImmIiImMI 
Kreillcw,  nllo  Mäiixu  Kum  Kampfe  gegen  di<?  uiiholdf  Widersacherin  Hbh 
bieten;  dl«  Katzo  j'iclitet  ein  filrohterliohe»  Blutbad  unter  den  MAusm  tu, 
»chliesslicli  abvr  orsdiunit  aU  dvtis  ex  iiiachiiia  oiii  vun  der  Decke 
fallender  Balken,  der  die  Katzf  vrsclilät^t  und  vo  den  Mftuaen  d«n  Süg 
verschafft, 

Kolilruiclie  tlU-ie  Ausgaben.  ZuMal  Th«odori  Prodroml  CatoMiyonacMa  *i.  B.  B*^ 
«li»r.  Lil>iiiai>,  hihi,  T^iiliiioriaiia   1873, 

3,  Die  Freundschaft  in  der  Verbannung,  'Anödijtof  tftlia.  m 
Dialog  iii  jambischen  Trimetern  twi^chcn  einem  Fremdling  {ÄVinil  uai 
der  Freundschaft  {0iXi'a).  D»8  Argumont  de«  ücdichtc»  lautet:  Dil 
Freunducbaft  wird  von  ihrem  Manne  Kosmou,  d.  b.  dem  nien^ldicheo 
Leben,  verstoBsen;  or  verbindet  sich  auf  Anraten  seiner  Magd  Dtimmheil 
mit  der  Buhlerin  Feindschaft.  Der  Nutzen  der  Freundschaft  und  dit 
Nachteile  der  F'eindscbaft  werden  nun  in  schnlmäsaiger  Weise  an  Ba- 
spielen  aui«  der  alten  Mj-tbologie  wie  an  Ktitokles  und  Holyneikes,  an  Or«t« 
und  Pylades  dargetban. 

Oft  «djnrt.  znlnlxt  von  Fr.  [)nbn«r  in  Kilripidia  friigmpnln  «xl.  G-  Wa^«t,  P<ni 
I84C  S.  KH-  80,  ■  Wirclcrliolt  b-i  Minnn.  Pntrol.  pr.  138.  13'il  ff.  —  Vgl  M»g»ii, 
Journal  üob  Suvnnln  1MÜ  S.  Wi  ff.  Km.  I'niiiitniunli,  Uell'  'jnö^ijfHK  iftha  S  T«r 
doro  Prodrumu,  KMxlit'uijti  dolln  K.  Aco^Joniia  dvi  Lineei,  olaute  di  itci«iiM  muraU,  rfwick* 
«  filologiphe,  8tTi«  quinta.  vul.  1  (1891)  3B1-8T0  (chBraIctürisiMt  iIm  Gedid.»  ab  «ta« 
HpUtun  VurHiioli  »iiipodoklei9<ihu  (jedniiken  ins  CJirialliche  ca  llbertl«SMi|.  —  AH«  (nf 
xaHiacliit  l!ulii>r«(>Uuti)t :  Aiultiti  buunin  du  inuridi;:  pur  Cvre  Tbeodore^ipafle  ||r«c«tttaM 
en  VCT8  fraiic»is  fvr  Joan  Pift^oii  i«  Montciliiiiar  »ti  Paiiphiii^,  it  litAiM»  tüü. 

A.   Satire   gegen    eine    lüsterne   Alte,     Ktta    g*Xan4iir»f  jfck 

(102  Trimeter).    In  der  Form  einer  cntriU!<teten  Anrede  werden  ^e  Scblnd- 

lichkeiten   einer  "bejahrten  Buhlerin  nufgeKrihlt.     Charakteristisch  ffir  I*»- 

droniois   iut   der  Gedanke:    .Zwei  nificlitigu  IInit/.ahnL*    hat  ihr  die  Zvit  n 

weiser  Erwägung  gelassen,  damit  man  sie  nicht  filr  ein  neugfibonnes  Kiol 

halte."     Zum  Schluss   fordert,  der  Dichter  die  Richter  der  UntcTWlt  «it 

sie  dem  Itaeben  des  Kerboros  zu  Dbergeben;  t'reiticb,  meint  er,  aa  s»  *" 

nltom  Scberbenfleiscb  könnten  soIbBt  die  Zähne  det*  Hollenbundes  enWttA 

V.d.  ontor  dem  Nnmon  den  Manuel  rhilnn  in  den  l'rulunionta  *l  opuieula  leai"^ 
ner.  M.  Hirgprun  TiiorluciuK.  vol   51  iHnvnino  isi.'i)  51  ff.  -■  W*tod*rfc<ilt  v»  K  1I:II". 
Manuoiia   l'bilao   curmina  Ü  (18&7)  306  ff.    —    Im  Cod.  Moose,   gr.  281    foL  W     "^ 
ntoht  daa  äudiolit  untor  dem  NsDien  dea  Mnnnss««. 

5.  Satire  gegen  einen  alten  Langbart,  Ktitä  tiaxfOYmi«r  f 
t>orto(,  mit  der  vorigen  in  Tun  und  Absicht  eng  verwandt  («Jwulill* 
102  Trimeter).  Das  Gedicht  ist  nicht  ohne  Witz,  wenn  auch  die  öeJuk* 
zu  aufdringlich  und  breit  ausgesponnen  sind.  Nach  seiner  langen  Philippika 
erteilt  Prodronios  dem  Alten  den  Kat,  sieb  seinen  ilieaenbart  ahaifichiKiJ««' 
damit  die  Symmetrie  seiner  Huäsorcn  Erscheinung  wiederbergestellt  wonk. 

Kd.  ¥i.  ttoiasonnde,  Anecdota  graeea  4  (1832)  iW-täii. 

6.  Elageverse  Über  die  Beschimpfung  der  Vernunft,  Sinit»- 
aiiMoi  fjtt  fi^  itufiitf  lov  iöyov.  Der  Diditer  macht  seinem  Uninnte  üb» 
die  mangelhafte  Anerkennung  »eiiivr  gelehrten  Verdienste  Luft  und  moinil 


8.  Pro&apoads.    ({  813) 


753 


haft  von  aller  Wiaaenschaft  Abschied:  "£p(«r'  iftov  ßiötoio 

KßffXF  ß{ßXot\ 

Ed.  La  Porte  du  Th«il,  Not.  et  eitr.  S  (ISIO)  2,  193.  -  Wiodsrholt  hei  Miene, 
gr.  18S.  1419  r. 

7.  Ein  astrologischoe  Godiclit  in  593  politischen  FUnfzehnBilb«ni, 
liUit  &n  Irono,  dio  Gemahlin  äe»  Sebastokrator  Andronikos  Komncnu«, 
weiten  Sohnes  des  Kaisers  Johannes  Koinnenos,  an  deren  niildUi&tiges 
die  Mnse  de»  Prodromos  sicli  nudi  in  anderen,  zum  Teil  unedierten 
ht«n  wendet.  Das  Werk  handelt  über  die  Kraft  und  Bedeutung 
laauten  und  i»t  ein  Muster  von  geziertem  Schwulst,  voll  seltsamer 


afnvm  Alhoscodex  und  einer  Wiener  UuiJiicbrift   etl.  von  B.  Miliar,  Not.  at 
IS  (187t}  2,  1-39. 

8.  Auf  ein  Bild  de«  Lebens  [KU  u'tcormii^ror  löv  ßior],  ein  kleines 
J)t  auf  eine  allegorische  Darstellung  des  menschlichen  Lebens.    Das- 

eracheint  als  eine  Plilgeltigur  mit  Rüdem  und  Flügeln  an  den  FUasen 

einer  Wage  in  der  Hand;  nach  diesen  seltsamen  Attributen  bleibt  es 

elhaft,  ob  I'rüdromo»  hier  ein  wirkliches  Bildwerk  vor  Augen  hatte. 

Bd.  La  Porta  dn  Th«tl.  Not,  ol  ostr.  8,2.  191,  —  Wiederholt  bei  Migne.  Patrol. 
S.  UI9. 

d.  Wichtiger  tür  die  byzantinische  Kunstgeschichte  sind  die  Verue 
lio  zwßlf  Monate  (ä/x*»»  «*"?  ^o'k  <JwJ*j»«  /*^r«s),  worin  nach  einer 
ittelalter  weit  verbreiteten  und  noch  in  unsern  Bauernknlendern  fort- 
den  Sitte  allegorische  Darstellungen  der  12  Monate  bcüL-hricben  und 
diätetische  Vorschriften,  Jagd-  und  Wetterregeln  für  die  einzelnen 
ie  erteilt  werden;  häufig  sind  die  Verse  durch  bildliche  Darstcl- 
en  illustriert  worden.  Eine  ähnliche  Schilderung  hat  Eustathios  in 
B  Roman  Hysminc  und  Hysminias  (Buch  -I,  Ti  ff.;  S.  49  ß.  od.  Hil- 
verwoben  und  dadurch  dem  Vorfa»4ur  di<r  Ucächichte  von  Lybistros 
Khodamne  fQr  seine  Beschreibung  der  auf  den  Ziiuion  von  Argyro- 
oo  prangenden  Statuen  der  zwQlf  Monate  (V.  8H2  ff.  ed.  Wagner) 
Vorbild  geliefert 

1.  Aupeaben:  Ed.  Fr.  Boiasonade,  Not.  ot  extr.  11  (1827)  2,  iHl  ff.;  dnrnncih 
r,  Ph^nci  ot  medici  graeoi  mioores  1  (ÜMI)  418  ff.  —  KritiKclie  Auagobo  von 
»  Keil  in  der  Abhandlung:  Die  Mouatacj'cleu  der  byEiLutinitKljeii  Kiiniil  in  apILt- 
iittttT  LitFralur,  Wiener  Studien  11  (lä8Uj  94  -U'i.  wo  ancb  Nacbweiae  nbiir  die 
riuiflen  und  Angaben  ftbar  die  einschlagigo  Litterntiir  /.n  linden  sind.  —  Einen  im 
Paria,  gr.  ',£991  A,  ».  16,  ethaltanen  Text  edierte  nnd  verglich  mit  den  etwa«  ab- 
ndra  Faaaangen  des  LybintToe  nnd  des  von  Keil  benUlKten  Cod.  llnrbor.  I  ITS  C.  Fr. 
Ir,  Zb  4aa  MoHtacyhIen  der  brutnt  in  lachen  Kunst  in  apUtgricnhiachor  Iiitnrntur.  Rhein. 
M  (IWS)  Wl  304  {Du  der  Text  nicht  lesbat  gomoobt  ist.  bluibt  auvh  diis  Ergebnis 
arglaickiUiK  iweifelhaft).  ~  Noch  unbendti:!  ^ind  die  Codd.  AlbuUB  3701  e.  lA 
*);  AtboD*  3758  •.  16  (Nr.  S^):  Athous  miü  a.  16  (Nr,  134);  Athoua3891  s.  IT 
i):  Vatio.  Pal.  SS5  i.  14  QeM  wieder  in  Heidelberg)  fol.  130-143. 

2.  Hilfamittal:  Zu  den  bildlichen  Uurstelliiugeu  der  12  Monate:  James 
■r,  On  OMdiaeval  ronreitentalionn  ot  tho  nionths  und  seusuna.  Archaeolofcia  44  (Luu- 
B73J  IShJ  '224.  —  CL  Boutoll,  Srinbula  o/  the  seasona  luid  inonlbs  repreaeoteil  in 
■rt,  Art  Jouraal  1K7T  S.  113  IT.:  177  ff.;  237  tl.  —  Mit  «poKiell«r  ßeiiehung  auf  di» 
Üniaebrn    DantaUuBKen :   J.  Striygowaki.    Repertorluni    für  Knnstwjgsenecliafl  11 

<  23— 4€  und  IS  (1890)  211—303  Itui  xweilvn  AufaaU  benchreibt  Strz,  eine  jetzt  im 
Uoatar  Valupedi  aufbewakrte  traptxiintiacho  Bilderlia  vom  Jahre  IS'tß,  die  Abbildiing''n 
2  Monate  entktlt).  —  Eioa  EuaainmenfaHaonile  hiatoiisclio  Unteraucbung  über  dio 
taineictcfi  und  Monatabilder  in  der  ölten  und  mit tetaltor lieben  Kunst  and  Litteratur 

»IVlrY  4tt  Uue.  ail*noBi«lMn«l>i>n  IX.    1.  *liUg.    3.  aoO.  48 


754 


ByiLRDtmisobe  UUeratnrgescbicbte.    n.  PoetiRoh«  Uttontar. 


I 


mit  weiteren  IiillvraliiTtiiii'hv,''>iAcii.  Nnchtiii^cn  xa  StrtyKowAi»  «nier  AtiimSrntim 
vincr  Vatikan iBuhmi  tlsiKixt'lirilt  <lf^  .laiirrii  ^U|  und  ciiiig4in  Abbildungen  K«b  AUitnitd 
Milloilun^cu  iti->4  liietilut«  flUr  Octerraicli.  GuacbichtaTcmMbniic  10  (tSSft)  ]-7f  -  teU 
lAuUruuK  ^"f  Mnnatmtcdii  rgl.  Aag.  Hommaen.  QTiMbiMlM  J*krMMit«n,  Sddinl 
lä78— ld17  S.  1-95  (NoDgrioc^bincli«  liHuornrcgdn.   geordnet  n»eb  HoitaUa  iJtn  JUi 

9.  Kino  Uphraan  der  MtiituLsbiliJiir  ('fji^naiiK  ytjnir  iiti  iatyfBO'wi  xeirft^fm 
fifrW¥  9vufiah*ä!),  die  uuI  dk'  <ib«u  Hrwälinle  Seliildoniiii:  im  Riyinsitu  ilen  KutliUiJ 
snrnekgvht,  steht  im  Cod.  Miac;«ll.  gr.  STT8  d«T  tiTOH<«fi«r«.  miilioth«k  tu  [UnuW 
II.  U;  nie  unt«raab«i(lvt  Bich  »ber  von  Eustatbioa  und  d«a  s«oM)g«a  IfMobrakpfM  M 
MoDutsbildsr  dadurch,  dMS  die  Istoiniach-chriolliclien  UonatSBaniea  ua  M 
iitit  dmi  14.  Jahrliand«rt  am  eirh  grcifondon  Bnliqnaiiiichon  Sitio  (a.  %  126  Anal.  S}IdJ 
die  attta<ib4>n  «reiitxt  nnd.  Diesen  Text  od.  mit  üiitcm  Kommentar  Ladwif  Vtlla 
I{emerkutiK<'n  m  b;zuitiniacli<ni  Moontslist«!!.  U.  7^  4  (L'^^l  Mi— -US.  —  Eiae  (hmU 
»rlir«ihuiig  dor  inturessuiteii  KiutiutC'lbB.  dio  diesen  Text  Uberlinforl.  geben  L  Volll  od  fi 
Croen«rt,  Der  Codox  27T3  miHi:i>Iluiiuuii  goMOUB  der  GivBsh.  Hofbibliotbok  n  DtnnOfl 
ContralhLf.  Bibliothekswesen   U  (1897),  1 

4.  All  Vorbildur  der  aDuicuriachen  ErklMrungen  nnd  8ohildonia(nn  teVwH 
bildn'  erscbeint-u  lillcr«  eiiignuiiiuutiacbt-  Dkhtungcn.  in  welcbou  die  EigulOnlidiMa 
d^r  Monate  kurz  buCgezälilt  eitid,  Ui(<1ier  KcJiOren  I.  Die  zwOlf  b^roücbso  DiRicka^ 
diu  Monnt«  der  ROni«r  in  d^r  AnlhnloRia  Palatinfi  IX  S&t  («d.  Didot).  Dimb  DiMt4 
di«  K.  I.egrand,  Qiblingr.  hell.  I  ll^.S.'')  319  f.  ohno  Kenntitia  ilirer  Qwllt  mmm 
Horologion  dva  Jahres  l-!<<i3  nbgedrui^kt  hnt.  sind  in  manchen  Haa  nach  d«r  [uilSMtMM 
bnginnnndon)  bj^nntiiiisclieii  Keihoiifolgn  der  Monnt«  goordnel  1.  ß.  in  den  Cndd  «ItiN 
S)$9I  Nr.  17  (im  Kntjilog  von  Lampron  S.  41K  mit  Unrecht  dam  Prodromca  i^ittdll ■■ 
Vntic.  573  foL -lä''  -46.  1.  Die  ii«uii  UoxniiiRtor  anf  dio  Monato  der  Banl*r,  nbbMB 
anonym,  toils  unter  dem  Numvn  Loona  doH  Weiaon  übarliofMl  aind.  ABonyin  iadnAiM 
Pnl.  IX  380;  uulor  dem  Namen  Leuna  dea  Weiaen  hei  Hignn.  Patr.  n;.  107.  iJ6H.  iZj^ 
Hexametu-  auf  die  Monate  der  Aegypter  in  dar  Anth,  Pal.  IX  SiSS.  aofb  MpurijH 
befart  x.  Ü.  in  den  Cudd.  Bodl.  Bnrooc.  68  ful.  84  und  Marc  XI  15  fol  H'--^^H 
Haa.  in  den«n  die  Mooataveriw  dem  Chriatophoroa  von  Mrlil«ne  und  dtm  Kif^^ 
Kalliklea  xiigoechncben  aind,  vgl.  §  307  Anm.  6  und  $  3l5  Anm.  8.  1 

10.  Unter  den  kleineren  PoeBien  beanspruche»  den  broit*iitai  ßu>J 
dio  zahllüHcii  Golcgoiilieitsgcdiciitc  an  Kaiser  und  Kaiserinii«)!,  FVioMl 
und  Prinzessinnen,  woHlicho  und  goiotlicbe  Würdenträger,  Ub«rb>>piu| 
alle,  die  im  stände  waren,  dem  Dichter  des  Lebens  Not  zu  «l«ci''''*| 
Fllr  dictte  unerquickliche  Litteraturgattiing  ist  Prodromos  t^'piBch  geimf'M 
tind  Sammlungen  dieser  abgCHchmacktcn  Kiclitigkoit«n  unirüoii  ^m^'  "1 
Ähnlichen  Anlä»>äOn  als  willkommene  Bot tvlbricfst eller  verwerM: 'ti"*] 
erklärt  aicli  die  grosse  Zahl  der  Handschriften,  Sie  mükht«  iin*  (w*  '*  J 
tliun,  wenn  nicht  manche  dieser  schalen  Krzeugnittsc  womVU'n*  *«!?<] 
historischen  Wert  besHssen.  Den  Reigen  eriJffnen  Preisgedicht«  iuit''^j 
Johannes  hei  verschiedenen  Gelegenheiten,  so  anlässlich  seiner  1Viun#i 
zilge  über  die  Peröer,  der  Eroberung  von  Kastamon,  dos  »ImW  «"U 
zuges  gegen  die  Perser  u.  s.  w.;  demselben  Kaiser  ist  auch  «in  junbi'^'l 
Epitaph  gewidmet.  Es  folgen  Gedicht«  auf  die  VonnftUung  inc  <>i'  ""l 
Tod  der  Kaiserin  Irene,  der  Gemahlin  des  Johannes  Komneno».  •"(■■ 
Tod  Ans  Sehastokrator  Audroniko«,  eines  Sohnes  des  Kaisere  Jt^"* 
Komnenos,  auf  dio  Vermählung  dos  Johannes  Komneno.'*,  des  erstgi'l^f"* 
Sohnes  des  ehengenannten  Sehjistokrator  Andronikos,  mit  einer  MP*! 
nus  der  Familie  Taronites,  auf  die  Hochzeit  des  Prinzen  Älesi».  '"  * 
Kaiserin  Irene  Dnkaena,  an  den  Grammatiker  Thoodorxw  Stypiot».  >"' 
Waisonvater  Alexios  Aristenos  (e.  o.  S.  749),  Bitt&chreiben  W 
Manuel,  Gedichte  auf  eine  von  Manuel  in  Ahydos  gebaute  BriJdi*  J'' H 
Besonderes  Interesse  erregen  die  Gedichte  auf  die  HocIizoK  de*  '^*'''_( 
Manuel  mit  der  Schwfigeriu  des  deutschen  KiJnigs  Konrad  m,  Bertli*' 


^3^ 


S.  Prohjtpoealo.    (S  318) 


755 


eh  (1146),  und   auf  dio  Vcnnühlung  einer  Niclite  Kaiser  Manuels 

m  Ualbbrudvr  Koni);  Koiirads.     Mitten  unter  so  viel  Lob  und  Hul- 

)  findet  (ücli  wenigstens  ein  Stück  polemischer  Natur;  es  richtet  »ich 

einen  Mann,  der  den  Oicht«r  der  Häresie  bescliuldtgt  hatte:  Big 

t^a   röi-   KttffKfivaQiiaavta   atitov  ti'i   loi'  mQfxixov  Övofia.     Endlich 

Ofin  vnr  hier  ein  Gedicht  in  50  Uexainetern.  worin  Prodromos  droht, 

IQtinopL-l  zu  vfcrIasBen  und  hei  seinem  Gönner,  dem  Erzfaischofe  von 

Eunt,  Zuflucht  zu  suchen. 

^,nboB   Jionor  noch  w«oig  gee 
IIbm«    uiicvfflbrte  Litteratur,   W.    La  Porto  du  Tlieil,  A.    Mai,   F..   Miller, 


i»t«r  HnndflchrifUn  luid  AuB^nbeo   (Itaaur  noch  w«oig  gesichteten  SIQoko  ■.  dio 
Ibm«    uiicvfflbrte  Litteratur,   W.    La  Porto  du  The 

I  BDd  C.  N#uuiaiin   S.  44  ff.  —  Xtix«»  la/ißiiioi  ftarmitunil  ix  nnoauiitav  t^i  Stßa- 

~   '     '    \  Sc' 


EH^  ini  f<^  tat'itje  öiii^oyt  (auf  dun  Tod  des  Scbaatukrulur  AndrucikoHl  «d. 
»Bade,  AnÄodota  Nova  (1844)  871  —  389.  —  Ei»  Pre>isg«dicht  auf  imiiou  Eiuiel- 
(hKmmsMmiim-1  mit  eioem  Serben  «d.  auaCod.  Nan.  poet.  281  O.  M.  Thumaa. 
ibodroinoa.  Eine  Mitcelle  tax  grioch.  Litt.  A.  XII,  Jalirli..  Gclehrlo  Anzuig«u 
■.  Ak.  d.  Win*.  36  (1853)  535—544  (mit  einer  klpinon,  niebts  Neii^B  enli  alten  den 
Bbor  I'iodromos).  -  Eiiitulnmlo  dl  Tandoro  Prndrnmo  per  !s  nolKc  di  Teodora 
■  GtOTanni  Coiitoatcfiuio  ed.  C.  Cnetellani,  Venedig  ISSS  (mit  Uebcreetsung  in 
iclifn  Vemon).  —  Epitalumio  di  Toodoro  Prodromo  per  le  noizc  di  Giovanni  Comneno 
,Tuonita  ei.  C.  Cpstollani,  Venedig  Iä90  (Verbesserte  Ausgabe  dos  schon  vnn 
tr,  RcCHeil  d«a  liiHlorieDs  ett-ts  d«B  croisad^s  II  2^8  IT.  odiorton  lledichles  mit 
pbir  Uekeraetiung).  —  üuber  die  hiehfr  gubOrigon  vulgargriucbischen  Oo- 
•  *.  doü  Anbang. 

II.  Religiöse  Gedichte  und  Epigramme.  Hier  sind  zu  nennon: 

llcii  ui  Kaijter  Johanne»  an  den  Festen  der  Gehurt  und  Taufe  Christi, 

■t*  auf  dio  Ik-iligeu  des  ganzen  Jahres,  auf  die  Kirchenväter,  auf  die 

eiduigkeil,  auf  die  Kreuzigung  des  hl.  Petrus,  auf  die  12  Fe^t«  Jesu 

1,  laf  das  Ilexaenieron,   endlich   ein  jambischeB  Gedicht   mit  alpha- 

I»  Akrostichis  auf  die  Eigenschaften  Gottes,  «ino  Art  orthodoxes 

pbeltoiinttu»  (BoiKHonado,  Anecd.  gr.  4,  440  f.  =  Migne,  Patr. 

*,  1221)  und  die  2'z*(i««7tixoi  */«  iiji'  n^övoiitr,  eine  Aufzählung  von 

Wen  unverdienten  MissgeHchickes,    die  aber  mit  der  Ergebung   in 

E'orschlichen    Itatschlum  endet.     Auch  die  Epigramme   sind 
kirchlichen  Inhalts;  es  sind  nämlich  meist  vierzciUge  In- 
zur  Genesis,  zu  den  BUchern  der  Künige,  den  vier  Kvonge- 
a.B.w.     Nur  wenige  behandeln  profane  Ocgonstünde;    hieher 
i  16  Gedichte  verschiedenen  Umfaug.s  auf  t-inen  gewissen  Machaon, 
vorgerücktem  Alt^-r  ein  junges  Mädchen  geheiratet  hatte:  die  selbst 
todrotnos  auffallende  Derbheit  and  ObszOnität,  mit  welcher  das  wider- 
Thoma  behandelt  ist,  erinnert  an  das  im  §  ^4  besprochene  vulgär- 
||»tlie  Gedicht.  Über  den.wlbon    Vorwurf.      Besser   gefallen  kleinere 
1  wie  d88  Epigianim  auf  einen  Siegelring,  auf  dem  ein  Liebe«paar 
^llt  ifit,  auf  einen  vom  Meere  ausgeworfenen,  der  Hände  berauhte» 
tun,  auf  einen  MOnch  Joannlkiott.      Dazu  kommen   noch  metrische 
)l  uod  Grabschriften  auf  einen  geizigen  Mönch  und  auf  Kon.ttantin 
bun,  den  Gemahl   der  Maria  Komnona,  letztere  in  der  alten  Foim 
Dialogs  zwischen  dem  Grabnml  und  einem  Fremden  {'Fi  ror;  timovi 
%  icto^v  ffV»  u.  a.  w,). 

',  Dia  Epigranne  eriichi«ni<n  xuoret  in  dem  BindchMi:  Cyri  Thoodori  Prodromi 
UU  nt  natiwIisMiua  ila  |>iiHciiniu  «tc,  Bobi^I  1536.  Vgl.  Not.  et  «tr.  8,  2,  1811  ff. 
(•tlMlt  mit  dM  roÜRiöaeu  tiedicbtou  von  Migno,  Patjol.  gr.  133,  1101  IT.  —  Di« 
fraBiBo  gog*!)  MachaoD  od,  K.  Miller,  Annuuir«  de  Tasauc.  17  (18^3]  ^8  ff. 

4«" 


756 


SyusUnücbe  Litt«Taturge«cluehte.    II.  Po«ttMbe  Iätt«rtttar. 


3.  Noch  imodiert  iM  will  •^m  t'.i.dirlit  Art  t'iodromun  auf  ili«  Bekeliraap:  *i«ii 
gowiMKoii   Nabbatoa.    das    iti   ili'ir    Fotm    ninnr   Art    von    Loitvr-    oiat   EchoTtttit 
(k.  9.  534  Nr.  IBl  gebaut  ist.     TiU<l  und  Anfang  dea   BoKaamen  HachwerkM,  d«  icb  al 
Cod.  Paria.  30t>8  toi.  8S  golamn  babo,  Uulnii:   Toi  Urw/a^fail^ofiov  r(/ro;i«Ia  r'U*'*4 
««1  ärt^ixiitirij  npof  td  iititfipiU«!  Svfifaior  tit  Siaviftuiy.  M 

Glückliclier  als  in  der  Poesie  erweist  sich  die  Befthigiing  des  Pt« 
dromos  in  »eineu  Prosawerken.  An  der  Spitze  »itehen  hier  Dialoge  omH 
dem  Vorbilde  Lukian«;  dazu  koiiiinen  rlielorischu  Aufsfitzo,  pliilosophücM 
grammatische  und  theologische  Kleinigkeiten,  Oelegenheitsredcn  anü  BrieM 

13.  Amarante»  oder  dos  Oreisea  Liebe  {U/tüperttos  r,  i'^fornU 
flfones),  ein  Dialug  zwischen  Auhfingorn  verschiedener  Philosoph CR«chdfu 
einem  alten  Mediziner,  einem  Qrnmmaiikor,  einem  Koniüdicndicht«r  oofl 
einem  gevissen  Äristobulofi.  Da«  Thema  bildet  die  alte  und  ewig  ngm 
Geschichte  von  der  armen  Jungfrau,  die  einen  reichen  Greis  heiraten  aoH 

Kooh  alteren  Druokon  »d.  den  Text  nur  Gnmd  daar  neiien  KollalMa  Jm  tU 
La  Porta  du  Thoil,  NoL  ot  «xtr.  b,  2,  I05-12T.  -  Vgl.  Fr.  Haosaen,  Pliilo)«^ 
Supplumentb.  h  (]&»»]  209.  I 

13.  Versteigerung  von  poetischen  und  staatlichen  L«b»&iJ 
Stellungen  {Bimv  nnäati  noii^tixmv  mai  noXittxmt^.    Verschiedene  ZcMuH 
tuten  wie  Homer,  Aristophanes,  Hippokratea  u.  a.  w.  werden  \tm  Zm 
unter  AsAistenz  des  Herme«  ßlfentlich  verkauft:  »o  entspinnt  sich  twiihlB 
Zeuüt   und  Hermes  uinvrsoiLs    und   dun  KKufoni   andrertRÜts  «in  GMpitdfl 
an  dem  sich  auch  die  dem  Verkaufe  unterstellten  Personen  beteiligca  Difl 
StUck,   eine  Imitation  von  Lukiana  Dialog  Bimv  n^äaii,    neben  dem  astfl 
denselben  Zfi'f  t^ayipäö^  reichlich  verwertet  ist,  beweist,  wie  der  eben  fi*^ 
liannte  Amaranto.s  und  die  teils  einer  früheren,  teils  einer  spjUereii Z(A 
angchOrcudcn  Diuloge  Philüpatris,  Tiniariou,  Mazaris,  das  Mirgftitigs 
Studium,  welches  dem  Lukian  in  der  ganzen  byzantinischen  Zeit  tu  VA 
geworden  ist. 

Ed.  la  Porto  du  Theil,  Not.  «t  extr.  ».  2,  IS»-150. 

14.  An  don  Kaeaar  oder  für  das  GrQue  {Bi^  vir  Km'aa^ »,  r%k 
TiQaai'vov)  (in  einigen  Hss  falsch  nQuahmr),  eine  an  den  Käsar  (NikejAo»'* 
Bryennios)  gerichtete  Apologie  der  grllnen  Farbe.  Jus  ist  ein  gesochnubW 
SophistenkunstätUck.  in  welchem  nachgewiesen  wird,  duas  die  rote  tii 
grüne  Farbe  edler  und  wEirduvoller  ist  füa  die  weisse  und  die  MaiK.  Auf* 
filllig  ist  der  Mangel  uiimr  Anspielung  auf  die  Farben  der  Re^nbBhnI«^ 
teion  und  das  hierüber  in  der  älteren  Litteratur  z.  B.  bei  Johann««  hydi» 
Do  meusibus  ed.  Bonn.  4;),  y  If.;  6!>,  18  ff.  und  Malalaa  ed.  Bonn.  Hb,  1(1 
gebotene  Material. 

I,  Auagaben:  Ed.  pr.  Jo,  IriHrte,  Ragiaa  bibl.  MatntnnMn  rodicM  ^.  attS^t 
biR  431  (unter  dem  vou  KouBUntin  l.nskAris  hüifllireiidon  Titel:   i>/iiV«ii  M/toi  affc 
Kaiaafii  rj  intff  n(iaeiraiy)    —  Ohne  Kon ntnia  von  dioMr  Auagabo  Mia  don  Codd.  B*»'^ 
lf)7  und  167  noHi  oinmat  «diert  von  J.  A.  Crain«r.  An.  Oxon.  S  (1836)  2IC-3SI. 

•A.   Hi]faniitt«l:  Migne,  Patrül.  gr.   ISä,  lOUT  f.;   löllt  A;  1047  f.;  1091  f.  - 
Tnonorv,   Anouairo  de  rosaoc  21  (188T)  107  (»priulit  daa  Stück  Atta   ProdtOH» 
geaagHidu  Ürn&de  ab),  —  M.  Tr«u,  Micbael  Itnlikoa,  B.  Z.  1  (189ö)  I  f. 

l-'^.    Ignorant  oder  Privatgriimmatiker  {'Afiaäifi  i'  txufä  m 


^^^^^^^^^B  U.  l'iuhinpoeBie.    (§  313)  7S7 

rfa/j/taTixq<).  Eine  bissige  Epistel  an  «inen  Mann,  der  sich  ohne  Berech- 
tigung <ion  Titel  eines  Grammatikern  anmassto.  Dieser  Usurpator  muss 
Rtch  nun  in  üborlogcnoni  und  groWiii  Tone  nacliwuiäün  lassen,  äasa  er 
preder  von  (ärammatik  noch  von  Littoratur  etwa«  versteht.  Hat  er  doch 
gBlehrt,  der  Name  Xonoplion  komme  von  Strog  und  qot(vo>  und  besage, 
3us  Scnophon  in  der  Fremde  geWtct  worden  sei  —  eine  Etymologie,  dio 
Prodromo«!  natQrlicIi  nicht  mit  lautlichen,  sondern  nur  mit  logi)ichün 
BrOnden  widerlegt.  Dos  Ignoranten  Vorliebe  für  Homer  wird  durch  Hin- 
|*ro)8  »nf  die  poesiefelndlicho  Geiiiniiung  des  Platon  zurückgewiesen.  Schliess- 
Hcli  «rt«ilt  I'rndromoR  dem  Afterphilologen,  der  schon  von  einer  wohl- 
besucbten  Schule  und  einem  glänzenden  Lehrstuhl  träumt,  den  bitteren 
[Ut,  eine  Schultafol  in  die  Hand  zu  nehmen  und  »ich  zuerst  im  A  ß  C 
Unterrichten  zn  lassen.  Die  ganze  Philippica  ist  schwach  an  Witz  und 
Brhält  nur  dadurch  einiges  Interesse,  dass  sie  allem  An.schcine  nach  nicht 
fingiert,  sondern  gegen  einen  wirklichen  Konkurrenton  gerichtet  iiüt  und 
Inetnit  auf  die  damaligen  Schul  Verhältnisse  einiges  Licht  wirft. 

L  1.  Ed.  J.  A.  Cramer,  An.  Oxon.  3  (1836)  222-227.  -  Vgl.  Mignc,  V»tiol.  gt. 
K  1007  f.:  1016  A:  10:^3.  1091  f..  and  M.  Treu.  B.  Z.  4  [1805}  2. 

^^  2.  tlii«d)«rt  ftioit  die  v(>rw«ndten  StÜrki>:  Platavuralircr  oder  (iorbor  (+do- 
■larMp  q  nrnKVif»!«).  vbeufulla  kpk'-'I'  oineu  SchtfinwuLHPD  ({«riulitvl,  dor  niah  fUr  einen 
Kraaer  <!«•  Plnton  *u«i(ah;  Henker  od«r  Arxl  (J^ftms  rj  ianmc),  eine  Inunigt.'  Saliro  auf 
■fatn  Sobn  d<«  Ao«kiilAp.  d«r  d«m  Dichter  gegen  Kopfweh  da«  AusroiBseii  vinns  ZHliiiea 
vmrdaet  katle;  am  da«  UnplUck  voll  lU  macben,  extriiliierte  der  ZfihukQ Datier  Htatt  eines 
hihiiTt  nelirer«.  das  Kopfweh  aber  blieb. 

16.  Muushumoresko  (Sx^^'i  f*'<>i)t  Bine  mit  Antithesen  und  SohnOr- 
keln  beladcne  Schulrede  über  ein  fingiertes  Thema,  wie  sie  von  der  alten 
Bopbi8t«nzeit  bis  ins  tiefe  Mittelalter  hinein  üblich  waren.  £ine  Maus 
■diteicht  sich  in  ein  Speisezimmer  und  Iflsst  sieh  durch  die  hier  verstreuten 
Oberreate  eines  Ga»tmahlcs  zu  üppigen  Monologen  begeistern,  bis  sie  dor 
bflumden  Katze  zum  Opfer  fallt.  Die  Katze  fragt  sie  um  Name,  Abkunft 
lud  Heimat;  nach  einem  vergeblichen  Versuche,  durch  List  zu  entrinnen. 
HDtwortet  die  Maus,  sie  heissc  'BlmoTttirijc,  ihr  Vater  ytufSogäyoc  und  ihre 
Untter  llaatiiXuxu,;.  Weiter  forscht  die  Katze:  Habt  auch  Ihr  Mönche 
"¥011  Gebet  und  Tliränen  und  bist  fluch  Du  einer  von  ihnun?  Wo  ist  Deine 
Xnttv?  Wo  Deine  Sandalen?  Die  Maus  erklärt  sich  nun  tiir  den  Abt 
JBotcr  den  KtniiAnern  ihres  Geschlechts  und  bittet  schlagfertig  mit  den 
HEorten  de«  1'nalmi.sten:  i*/>J  tiji  itviuli  oot<  *U*'yf_i;?  fu  /«»,rfi  i.^  »gy^  ßov 
^VfvffBC  pi  a-  8.  w.  Ute  Katze  widerlegt  sie,  nicht  minder  bibelfest, 
im  Worten  der  hl.  Schrift     So  endet  dio  traurige  Geschichte  damit,  dasa 

klein«  Mäuseabt  im  Rachen  der  grausamen   Fointlin  ein   vorzeitiges 

findet.    Das  Stilck,  ein  merkwürdiges  Beispiel  der  bei  den  Byzantinern 

^t  seltenen  Parodie  heiliger  Schriften,  ist  mit  der  Katomyomachie 

elben  Verfasser«  und  mit  den  späteren  vulgärgriechischen  Tierepen 

[vergleichen,   fär  deren  Urgeschichte  hiemit  vielleicht  ein  brauchbarer 

Jhtpunkt  gewonnen  ist.     Vgl.  SS  »8ö-^!W0. 

Id.  Fr.  BoisRonade.  Anecit.  Otaeca  1  (1829]  429—435. 

17.  Zwei  Essays  behandeln  das  bei  Prodrome»  stets  wiederkehrende 
DA  der  Armut:  '-Jiwi^«/ri;  lor  Sogifi^v  rtnitj  Ha^tv,  d.  h.  Widerlegung 


758  Syssntiulaolie  UtteratugeBchiclit«.    n.  Po«tüohe  Litt*r&t«-. 

des  (dem  Eui-ipides  zugeBcliriobotion)  Ausspruches:  Der  Armut  ivt  WtüM 
vcrlielion;  //fo?  lovi  iiä  ntviav  ßiaffi/.ijiovitas  frj-  ^(jo'ioiar,  d.  h.  gegen 
dii'jctitgüii,  so  wegep  ilir«r  Armut  die  Vorsehung  schalten. 
Kd.  Uign«,  Pbtrol.  gr.  193,  1318  tm<l  1291  ff. 

18.  Philofiophiö,  Theologie,  Grammatik.  Bin  gegen  IVrpbjri« 
poleminierender  Dialog  Uno^fai  änö  tm-  ntrtt  tftarnr  •  Strtäi^iioi  r"  yoiim', 
d«r  »Ia  Allleitung  zur  LektQre  der  Kategorien  des  Ariütotele«  diencu  wil; 
eiuo  Schrift  über  das  Grosse  und  Kleine,  Über  das  Viel  und  Wi-uig;  vi» 
Paraplirotiu  zur  zweiton  Analytik  des  Arintot«]««.  S.  Not.  et  extr.  S,  X 
215  ff.  Die  Theologie  i«t  unter  dun  I'roaawerkon  gut  vortreten;  wir 
linden  hier  ausser  den  S.  87  f.  uud  203  erwähnten  Sachen  einen  eingebendco 
Kommentar  zu  den  Kirchengedichten  des  Kosmaa  und  des  JohanoM  vm 
Damaskos  (s.  g  277).  Von  den  grammatischon  ArboÜcn,  dl«  dtn 
ProdromoB  zugentch rieben  werden,  »clK^iiit  am  besten  gcsichuH  «in  zk 
dürftiger  Traktat  Qber  die  Nominal-  und  Terbalflexion,  der 
Thoodosios  von  Alexaudria  ediert  worden  ist,  in  Wahrheit  aber  nicht 
TheodosioB  gohört,  ja  nicht  einmal  auf  Theodosios  selbst,  sondern 
acheinlich  auf  ein  den  Erotemeta  Ouelferbytana  (s.  S.  581)  fthnlichMWi 
Kurllckgeht. 

1.  Don  ÜUlog  XpnodcmoB  »d.  J.  A.  Cmmar.  Ab.  Oxoa.  S  (I8S6)  3M- 
Tgl.  M.  Trou.  B.  7..  4  (1)^95)  1.  -  Schrift  Über  du  QraMP  u.  KUioe  d.  a.  ed.  P.  T*um| 
Annuniro  de  t'asnac.  21  |1KBT)  104  —  119  (mit  cinor  Einleitung  Dbor  die  Hw  n.  s.  v.|' 

2.  Dvr   in   violen  Hhi  äberiieferte.   olTenbar   einst  zicmlicli   b«]iehl«  TrakUI  Ik 
iio  Nominal-   uud  VurbaUlexion  (Titel  Teraehiedon,  t.  H.  int  Cod.  Mutc  491:  'A 
nOv  9tif    inic  itfaittj/iiilur  avfttSiyiivy  jinfHi   lai'  coipoitiiiof  llfo^öfioi-   vrpor 
im  Coa.  Vindub.  phil.  gr.   105   (Nessol)  fol.  I'i9:    Toi,  Xnyiuiiit^v   xn^v  MioAif» 
))pncF(K>/i»ri  /liSoJnf,  iiu  Cud.  Puris,  gr.  2501  fo).  1:  Tot'  li^Kuiiiiov  (w>.  rtatt  !«/«•)■>< 
xi'(ior>   ««oifoipoii   tov   iniMXtjr  Ul>oii>äfiov  aiiylaftof   iitjyijilif    li(  iif   tfoin^finiu  tjf  -M> 
Mguioiilaeii.     Inc.  Ka.lanff    iii  äraQiäffivor  Oü/jn,   tfilaXtiyoniii^  /tot  fia»iii4m¥,  itti 
«of wf  fii^nir  xii  firhäf  avyaff/ioityfirai)  iet  ediert  von  K-  Goeltling,  'llModoMi  th 
drioi  giRmmnlivA,  MpHiao  1822  &  80-197.    Vgl  I.  Bukk«r.    AhmhL  er.  6.  1IS7  . 
UhligB   Ausenho    dPH   Dionj-niiiH  Tliinx   (Lij-Bia«  18S4)  a  XXXVII;  A.  Uilg»r4,  G 
Gt.  IV  2  S.  CXXVll  «.,  dor  d«n  Trnktnt  such.   soiTdit  nOItg,   fDr  uuha  Au^^W  4m1 
dosios  verwertet«. 

3.  I>roben  eines  zum  Teil  in  politischen  Versen  abgerMston  pneiumtoIofMM  < 
ortbugrn|ibi neben  I.DxilcDns.  um  dessen  Aaloracli^ft  sich  frtkdroDia«  mit  G««rKiM  fied 
(unter  d«in  Namen    des  Ictxleren  x.  B.   in  den  C'odd.  Athouii  ftSIA  und  Yiiilakj 

Jr.  166  (NcBnel)  fal.  4ä'— 63.  unter  dem  Nomon  den  Zigiiboaon  mit  t\*m  VtratiA 
(ytiMif,  'in  luv  nna;ioigail^fiov  vi'iiui-  HieJu^ati  rniip/oi'ao-  nie.  in  dM  C*dd.J 
1080.  Athous  8225  u.  a)  streitet,  ed.  F..  Miller.  Annunire  de  l'Amoe.  fi(1874)r 
und  10  (I8T6)  121  — 13Ö;  dub^i  auoh  Kegeln  IttQi  ärtMtairmv  in  der  Form  «>iiM*l 
knnen.  Genaueres  bei  ?!get)olff.  Die  uHJiciepitiebuu  Stocke  der  bj-MBtiniMltwi  LÄtwfl 
Munnboini  18HT  S,  22.  Dfliii  die  Bssclireibunit  des  Cod.  Atlious  8235  s.  IS  >f>H 
I.nmbroH.  Catniagnr  at  tbe  gieek  mM  on  Mount  Atlioa  1  {189&)  t^  f.  —  Aai •i»'^ 
leren  Hypothek»  b^ruhto  es,  du»«  dem  l'rodromos  die  Ewel  rtietohadiMi  Tnktat«  Oit<  *» 
^ogäs  iitäaeai(  uQd  llpcßX^fiaiu  ^ritoQiK<i  ti(  ojtiatit  mgetejlt  wurdea;  s.  Rlietcnl'''^" 
ed.  Chr.  WnU  8  (1835)  386-418. 

19.  Gelegenheitsreden,  Monodien,  Briefe.    Die  PersOnlichkei 
welche»  d«r  Dichter  diese  Prosastflcke  widmet,  sind  zum  Teil  dii 
an  welche  er  auch  in  Versen  Worte  dos  Dankes  und  Lobes,  der  ßitt^ 
Ergebenheit  gelichtet  hat.     Am   reichlichsten  wird  der   oben 
Wnisonvater  Aloxios  Ariatenos  bedacht.     Als  er  zum   zweiten  Mal« 
Würde  eine«  Waisenvorstandes  erlangte,  beglHckwanscht«  ihn 
nicht  nur  mit  einem  jambischen  Oodichte,  sondorD  auch  mit  oiDem 


3,  Profaapoen«.    (%  313) 


7S9 


trog«  in  Prosa;  dazu  widint-t«  «!■  ilim  eine  begeistorto  Dankrodo  und  fciortü 

in  einer  üborschwänglichen  Duklaniation  seine  Beredsarnkfit.    Duran  rmhen 

sich  l{«^iftn  an  (»aak  Koinnenos  den  Purpiirgolifirenon  und  an  den  Patriarclien 

voo  Konätantinopcl  Joltannes;  c-in  Epitlmlamios  7.ni' Hochzeit  zweier  Sflline 

des  Nikoplioi-o»  Bryt'iinio»  und  der  Aunu  Kuniiiuna;   Trnu«rrc(lon  auf  den 

Tml  des  Kaiserä  Johannes  und  der  Kaiserin  Irene,  de»  AndronikoH  Kom- 

nenos  (eines  Sohnes  des  Kaisers  Johannes),  des  Logotbeton  Gregor  Eama- 

ten»,    des   Meb-opoliten    von   Trapezunt   Ötepbanoa   Skylitzes   u.  a.     Den 

BeeehluBS    bilden  dio   /.ahlrcJchc-n   Briefe  an  Aloxios  Aritttenos,    an  den 

UetropoliUin   von  TraiK>zunL,   den   Patriarchen  I\Iichaol  Oxitcs  (1146)   und 

verschiedene  nicht  nüher  bekannt»  [Vivatpersonon. 

Di«  meist«!!  ilit^dtr  StDoke  nacli   frDboreu   Drucken  bei  Higoo,  Palrol.  gr.  13S; 
^MKTthm  o.  Jie  un((>ii  gouannt«  bili)io(;rA[iiiJ8olii>  riilleratiir. 

UV  20.  Div  ICahl  der  dem  [*i-odromos  xugetcilten  Schriften  scheint  noch 
limoier  anzuwachsen.  Fr.  Bla»«  führt  im  Hermes  23  (1888)  224  aus  ein«r 
ISenulliandschrift  an:  Theodoros  Prodromos  BoDchroibung  der  vior- 
fSssigon  Tiere  mit  einer  Vorrede  an  Manuel  Komnenos,  gibt  aber  leider 
k«toe  Probe  des  Werkes;  vielleicht  ist  in  demselben  die  Vorlage  des  vulgÄr- 
^echischen  tJedicht««:  ^«Jj-i.tfig  :zaiii6rf^anT0(;  tmv  tft^ajxöitaf  ^rjJwi'  (s.  §887) 
JB  erkennen,  wenn  os  niofat  gar  mit  dcmtiolbcn  idcntjiitc-h  und  dum  ProdromoH 
^k  flilschlich  zugeschrtebeu  ist.  Für  seine  Autorschaft  UessG  sicli  die 
Vnrähntc  V«rvrandttichaft  der  -z*^^*)  /""'S  mit  den  vulgfirgriechisohen  Tier- 
en anfiihri'n.  —  Zu  allem  Üborfluss  ist  Prodromos  von  J,  Ü,  Brambs 
für  das  Drama  A'(i(ffi»;  näaxiKf  verantwortlich  gemacht  worden 
a  749). 

1.  Saramolaaiignbcn  und  llilfsniittel:  Den  Anfang  einer  bibliogrnphisclien 
mtht  niKchto  LcoAllatiu«:  De  TbradoriB.  jetzt  wi(i<]erliolt  von  Mifj-uc.  ~  Dio  erste 
iT*,   ■oeti  beute  eichl  «rsvlzU-  lillvrarhinlorisebe  Arbeil  veriinukoti  ivlr  La  Purto  du 

^h«il.  NoIicM  et  o-ttruita  (i  HÄUll  4!)(i— S6');  7  (lfD4)  2.  23.'--260;  8  (ISlOl  2,  78-220; 
4oek  gibt  er  nii-ist  UUT  Proben  utid  kirnte  Inhal  Ina  »gaben,  —  Ginigoa  Nonc  edierte  A.  Mai, 
Jl*va  pNtniin  bibliuUieca  6  (IS63|  2,  398  -416,  und  K.  Miller,  Oaldogue  de«  diaa  greca  de 
h  biU.  de  l'Gscurifll  S.  40-49,  Annuatr«  de  l'aaatu:.  17  (1888)  18-04,  Reron  arcbto- 
t^iTue.  nixiv,  #Ario  2.S  lIXTS)  251  IT.;  U4  fl.;  Hb  IT.  und  2(!  (IfiTS)  23  f.;  ISS  tt.  und  Recneil 
4<M  aistiinenii  den  rToiimdcs.  Iliatorions  groca  t.  2  I1N81).  -  Diene  Arbeiten  lind  griiiuleil- 
(aile  wiodcrliplt  von  Mi);ne.  l'atral.  gr.  13!t,  lOÜä  — 1424.  wo  auch  niai]i.-bo  pro  raun  .Stücke 
»ie  OeUßcnlwitiigeilitbtc,  Briefe  und  Heden  aufgenominen  sind.  —  Zur  Metrik  vgl.  die 
^74**  vrwthiitv  AbKiindtung  von  iJilberg;:  Huasurdem  ü.  .Sclirader,  Ueber  die  dakij'l. 
p>  4oa  TkeeduruH  Prudruiiius  und  dt's  .lübsnne»  Tzi?tiee.  Jubiis  Jalirb.  IST  (1880)  tiül 
|0M.  —  Vgl.  aueh  W.  Engelmano.  llibliathnce  sciigitornm  ditssicorum  l*il880)T3R 
iKe  Lilleratiir  lu  den  vulgfirgr.  GedieUlon  s.  im  g  333. 

tiau[>lachriften;  C.  Nenniann.  nriealiiflche  öeBl;^hieh  techreih  er  und  Qeechicht«' 
Den  im  iwStTten  Jalirhundert.  Loipiig  IH^ä  tS.  3T-7T  (trefEende  Chnraktenstik;  histo- 
bc  L'nteraacknngea  Aber  Gelegonheitägcdjcbte  und  einen  Brief;  Verzeichnis  dor  neueren 
eralnr).  -  J.  R.  Pitra,  Verrede  xur  .\u3gabe  der  Kommen taro  des  Pradremos  za  .Tob, 
B.  aod  Kedonaa  von  Steveneon,  Homae  1888  (s.  %  2TT  Anm.  4).  wo  aber  mancbca  recht 
JkBrIieh  iid  und  x.  U.  der&oman  mit  ganx  ungentli^enden  tiründon  (oiicentiiuh  nur  per 
E«a«a)  drin  Prodronioa  abEMprochon  wird.  -  Aeh,  Beltrami.  Ti'uduro  Predruino  filanofe, 
hwantimi.    Kioerciic  filel.'erit.,  Cum,  d.  ut«neo  di  Brescia  1893  (mir   unzugUnglioh). 

2,  Ueborlieferung:  Dos  bandadiriftlicbe  Material  iat  nouh  wenig  gesichtet.  Wert- 
Teil*  SdJmmellMa  Mod  dio  Cudd,  AthuuH  130  a,  18  iPoeeien  u.  a.);  BodL  Burocc.  131 
M.  172-17(1"  (Briefe):  Bodl.  Tbomao  ßoe  18  a.  1349  ful.  454'— 460  (Poesien);  Mare. 
XI  33  foL  l-B'"  löeiiditel;  Neapol,  II.  D,  4;  Vatic.  Wh.  808,  307:  Vatic.  Ottob. 
»4  i.  )5  fol.  175-193  (Poeaion):  Vatic.  Ottob.  406  a.  17  {Rbatorisrhif  iSachcn);  Valio. 

)aL  43  B.  li  QMxt  wieder  in  Heidelberg;   Koniiui  und   kleinere  i'oesienj.   —    Ein  nn- 


760 


B^Huitiniacb«  Litte TfttargMcliiflht«,    XL  FMUflche  Uttaratw. 


edierter  Brief  an  Stoplinnoo  Mol««  Oar.    f-t  li  tpt]fuVl^t¥ov)  «ttht  im  OoiL  phil  19 
fol.   137  der  llaivcraiUltabibliothelc  EU  (iültiiigen, 

5.  Annahme  TOn  zwei  Prodrumoe.  Nnclidem  aolton  Iken  and  PfitenM  d« 
PtochopTodronioi  für  einen  von  Tlieodur  PrndromnB  vnrarli laden nn  Aiibir  «irkitrt  bttUii,  hil 
C.  Ncumunn;  n.  h.  O.  8.  46  11.  dieiser  H^potlioae  durcli  ein  nmeii  ArgiOBMrt  «rblbl«  B*- 
doulung  vorachutTt.  olins  jedooh  aeJbftt  die  Krngo  ahschüeaaen  n  kBoBM.  Otgia  Nc* 
muiiBa  AufateilliiiiK  b,  dl«  BeDi«Tkungan  von  Uruno  Kai],  Wiener  StniHaB  11  (l^i 
lOü  f.  Zur  Enteeueidnng  wfire  MB«  volUUlldigfiro  Publikation  dos  liAndacbnftlicb»!  11» 
terials  iinil  eine  oingehend«  liHcrnrhistorisehe,  Hprurhlichu  und  iDuiriBcke  L'ntonu«timif 
netwendig.  Wir  mllBsen  uns  dnli«[  vorerst  boaclioitti-u,  dou  bMtirliendFn  ZweiM  utful 
lU  rcgislrieren,  machten  aber  dabei  nocbdrOcklich  uuf  die  Nutwuudigkvit  «tnec  lioatinl 
»pigabe  und  einer  monographischen  Basrbeitanfc  dea  oder  der  ProdremiM  hn- 
gewisMU  haben. 

4.  Einige  uigeblioh  auf  Theodores  Prodromoe  bnOgliclie  Grabepigranine  M 
aeiuen  TetraatiHiA  »uf  die  Feete  de«  Hertn  angebingt  im  Cod.  Laar.  5«,  25  M.  S-i 
Vgl.  A.  M.  Bandiui.  Catalogns  codicnm  gTMCoran  bibl.  Lamwitiana«  2(n66)4dTr. 
Da  aber  der  Tut«  »lödaifof  imi-  uvftmmr  ii  *liat  genannt  wird,  wIlireMd  doch  ooMm 
Theodorri«  Münchennmi«  angeblich  Hilarinn  war,  wird  die  Keii«hang  tweifelhaft.  Die  Umat 
Aar  Sohwicrigkcit.  hüngt.  mit  der  Fra^e  Euauinmrn,  ob  c*  ivei  Tbeodani«  Prednnm« 
gegeben  hat. 

h.  Kinige  anonym«  jambieeh*  Gedieht«  auf  die  hl-  Jungfrau,  den  EnM(4 
Micliae),  Jeu  Polrinrcbcn  Mothodiei  (843  —  8471  u.  n.,  die  etwa  der  Zeit  den  ProdroM 
augohUreu  miJgen.   sind   aua   einetn  Cod.  Athen,   cd.  von  J.  Sakkelion,    JtXtiw  3(18 
bia  läSSl  ÖM-5NI;. 

S14.  Johannes  EamateroB  {'lmävvv>fi  i  kaßait^ttöf),  ein  jOng 
Zuitgenosse  des  Prodromofi,  mit  der  Würde  eineB  'ßm  Toii  xanihiw  l«-] 
kltiidet,  später  Crzbiiichof  von  Bulgarien,  verfasste  ein  astrologiecti« 
Lehrgedicht  in  1351  jainbischon  Trimctcrn:  OtgiS'^diaimiriiixXovail 
tmv  iti-Xiav  thzätfMr  tmv  iv  x^  ovquv^.  Vfio  Prodrouiott  8vin  tutrolDgi^ol 
Gedicht  einer  Prinzesain  widmete,  so  richtete  Kamutoroe  sein  Werk  U] 
Kaiser  Manuel  (1143—1180).  Auch  hier  fehlt  in  der  Vorrede  nicht  &] 
übliche  Devotion,  die  in  Byxanz  eo  sclbstverstilndlich  war.  dass  ddi 
niemand  entziehen  konnte.  Der  Diehtor  spendet  dem  Kfürtor  seine  V« 
nicht  tun  seine  Kenntnisse  zu  mehren  —  denn  was  vermöge  ein  Flö 
dur  sich  ins  Meer  ergiesst  — ,  sondern  um  der  Nachwelt  kund  lu 
duss  Manuel  die  Wci»heit  liiüher  achtete  ala  Oold  und  EdeUteinu, 
Königswilrde  und  Hurrschergewalt.  In  Wirklichkeit  ist  das  PoJm  anri 
dilettanti.schi!  Liebhaberei  berechnet,  wulehe  Orakel  und  astrolog 
Weistümer  zu  unentbehrlichen  Inventarstiicken  de«  bysantiniMheD  H« 
Haltes  machte.  Speziell  von  Kaiser  Manuel  sind  astrologische  NNgnognl 
ansdrllcklich  bezeugt.     Vgl.  S.  627.  5. 

Dfts  Gedicht  des  Kamateroa  unterscheidet  sich  von  dem  dw 
darch  engeren  AnschluBs  an  die  Tbataachen  der  wissenschaftlichen  k 
nomie,  durch   grllsaere  Systematik   und  Vollständigkeit.     Nach  einer 
Schreibung  der  Planeten  und  dos  Tierkrci.ies  folgt  das  übliche  Detail' 
logischer  Belohning  Ober  Kraft  und  Temperament  der  Sterne,  ihrao 
flu»s  auf  die  menschliche  Lehensdauer,  über  Konjunktion  und  Oppositid 
aber  die  Bedeutung  der  rwölf  Stellen  des  Tierkreiaee,  über  die  zwei 
aphSren  und  endlich  in  grosser  Ausführlichkeit  über  die  speziellen  Kr 
eines  jeden  Planeten.     Uns  intcrcsiiicrt  an  diesem  poesieverlassenea  Ui 
werke  vorzüglich  die  Frage,  aus  welchen  Quellen  Kamatoros  sein«  Wo 
hoit  geschitpt't  hat.     Er  nennt  selbst   als  Gewährsmünner  die  bab]rl<'^- 
achon  Astronomen  Selech  und  Meslas.    Doch  bat  er  diese  Ni 


E.  Prohapoeiifl. 


3U-3I6) 


761 


v«nn  8Jc  niclit  gar  auf  Trug  berubcn,  jVidcnfalls  aus  zweiter  Hand,  und 

»ine  wahre  VorlaKe  wird  ohne  Zweifel  in  griechinchen  Werken  zu  »nehen 

«ein.     Eine  rutei'üuchiinj^  hierüber  mangelt.;  der  Heransgeber  begnügt  i<ich 

nit  der  bequomlichen  Bemerkung,  die  astrologischo  Woi»hott  der  Chaldäcr 

iiid  Ägyptior  habe  in  dt^n  Qedivhton  des  Prodroraos  und  Kamateros  ihren 

fitzten  NaclikUng  gefunden. 

Ein  xweiten  astrologisches  Gedicht  des  Kamateros.  das  mehr  auf 

Im  popolSi'o  Bedilrfnix  berechnet  und  daher  in  poIiti»eh«ii  Funfzchn»ilbcm 

kbguftutst  ist.  steckt  noch  unediert  im  Cod.  Paris.  241'J. 

Das  ProJimiun  <JM  aHtrulo^iscIieii  ündiclitcs  ucl.  yr.  Jum.  Pnoini,  CiHliGi>(i  mas  liibliu- 
IhtCM  r«pii  Tsiir  AlhonHui  I  1 1T4Ö)  315.  —  Dnn  itaaxi  O^divht  ed.  pr.  um  luohrereu 
PiiWr  )Uni)>clir>fl«n  11  Miller.  Not.  ut  vxti.  23  ilSH)  2.  40-112.  ~  Teber  iDeditu 
Am  KiiBül^roit  und  die  z^hlreirlii'a  andeTHD  Trft8«r  di««»8  Naiutius  s,  Millors  Sial«L- 
tong.  ~  IVhcf  einen  Hriof  dnn  Micliae!  llaliKos  (s.  B.  46b),  der  w  all  reche  juljcli  an 
lebannos  KnmnteroB  gcriehlet  ist,  vrI.  M,  Treu,  B.  Z.  4  (189&)  tl  f.  —  Vorecbiedoa 
T«a  iwm  AatrolDf^en  iat  dir  ('ntiiiirrli  .InbrnirinN  Kamateros;  ».  S.  92  Anm,  4. 

S15.  Lukas  Otuysoberges  (.-fovxSi  6  X^vaoßi^frfi),   Patriarcti   von 

Kin«tantinopel  (ll.')t> — 1169)  verfnsi^te,  als  er  den  Patrittrchonthi-on  bestieg, 

Ulf  Bitten  einer  Frau  in  politischen  Versen   ein  Lehrgedicht   über  die 

Ftdtendiiit  d.  h.  Über  die  ttlr  die  einzelnen  Feste  und  heiligen  Zeiten 

iIm  gaiuen  Jahrea  geltenden  Fastonvorschriften:    Tav  ftaxaQianäiov  xal 

tbov/urtKOV    rrftf^itifjxoi'  xf^ov  ^Jovitä    tov  .X^t'Uoßb'gyaP  tJf^i  Siaiti^c.     Be- 

^nn:  jitvgo  (/'■';)!';   ßaathaau,    tl't'xtj  ffiXoauy-ovoa.     Ausser  den   bekannten 

rireogen  Vorschriften  der  griechischen  Kirche  enthält  das  Geilicht  auch 

Hleniscbe  Ansfllhningen  Ober  die  Fostenlehre  der  Armenier  und  Jakobiten. 

Anaserdem  haben  wir  von  Lukas  Chrysoberges  kleinere  geistliche  Poesica 

oad  kanonisoho  Schriften. 

l.  Ausgäbet):  Die  PoMien  eiad  Dodi  ontdiert.  Das  Gebebt  Ober  die  Fasteiidiftl 
L  R  im  Cod.  Vindob.  bist.  gi.  70  (NMtti)  fol.  129-131".  -  Kleiaare  roe8ii>a  im  Cdd. 
Vindob.  theol.  'il)3  (Noasel)  fol.  3^^-39,  Rbcnda  anonyme  geistliche  Poesien  x.  B.  Bin 
jibMwImm  Gsdicht   Ober  dns  leiden  Cbrisfi   fol.  TT"  — TS  (Inc.  Hio{  pfotai9ti(  Aix"  atfai- 

Cumr  irtoK).     -     Zwftlf   eliinstische  Veme   ion'/oi   jcifraioi')    dpa   CbrysobnrKcs   im   Cod. 
ftdL  Canon.  .'>1  «.  14  fol.  248.     Haginn:  "l-ii  luif  nn^onoir  |!)  avitq'o^täv  «ff  nSJiioic.  — 
KiMVMclie  t*elirift«H  dm  CUryaubcrgeB  bei  Migiiu.  l'ulr.  gt.   IIÜ,  TOB;  SRt  ff. 

■i  Hilftmiltol:  Fabricius.  Bibl.  pr.  od.  (larl.  11.  33t*.  —  IJobor  UkM  Ohijw- 
kt|M  ab  Paliurchen  vgl.  M.  J,  Gedoun,  nm^inp/iiai  mraxtt,   Kpcl  läOO  S.  36U— SG5. 

81«.  Nikephoros  Proauch  (iVntr.^npoe  n  //f/naovxot),  wahrscheinlich 
•in  Sohn  des  Generals  Prosuch,  der  sich  in  der  ersten  Zeit  des  Kaisers 
Kianel  wiederholt  auszeichnete,  und  ein  Knkel  cle.ii  von  der  Anna  Komnena 
(1,  SOS,  7—313,  17  ed.  Bonn.)  im  Zusammenhange  mit  Eroignis.sen  des 
JUrw  tOS5  erwfihnten  tllrkiechen  Bcfehlghiibcr«  Prcsudi.  wurde  im  Jahre 
1183  oder  118;i  zum  Praetor  von  Griechenland  und  Peloponncs  ernannt 
■4  Ton  Bdchael  Akominatos  in  Athen  mit  einer  feierlichen  Kede  empfangen 
(Mirliael  Akominatos  ed.  Lamproa  1,  142 — 149|.  Er  wurde  aber  sehen 
iBJohre  1183  oder  1184  durch  einen  uiidercn  Praetor  ersetzt  und  scheint 
«ko  kurz  nach  seiner  Ernennung  gestorben  zu  sein.  Dieser  Mann  mit 
im  Bogriecbischen  Namen  nimmt  an  der  mittelgriechischen  Litteratur  durch 
tinge  poetische  Versuche  bescheidenen  Anteil.  Wir  haben  von  ihm  jam- 
liiiche  IiAsungen  zu  Rätseln  dos  AuJikalamos  und  einige  andere 
janbiecbe  Gedichte  wie  einen  umfangreichen   Hymnus  und  drei  £pi> 


762  Bj-Euitiiiiacfae  LitterfttnrgMdlioht«.    IL  Poetiscbo  LittonUr.  ^^M 

(i;rammo  auf  die  hl.  Mai-ia  von  Agypton.  «in  Epigratiim  auf  den  Üelolnl 
Michuel  Bamot««  und  ein  Epigrainin  ilbor  diu  Ungerechtigkeit.  I 

Proeucli  warde  entd«ckt  rnn  M,  TroH,  icr  iins  auch  mit  Mnem  g«n«a  XkUm  I 
bekannt  ni»clite.  M.  1'r«ii,  Kiwtatliü  Mscrembolitao  quae  fNunlur  aeKlgnaU,  Onuatf- 1 
|>rogr..  DrmUu  1893  S,  10-14;  »S    47.  1 

S17.  Eonstantinos  StUbes  (Konfftartttof  ö  StiX,i!'^i),  Lehrer  lol 
WaittenhAiLtb  in  Koii.'^tiLntinopcl  (wohl  an  dorn  von  Kaisi^r  Alesiu  Koid^ 
neBO«  gestifteten:  s.  S.  591),  aucIi  aU  Korrcspundont  do«  MclropoliUa  nnfl 
Kerkyra  Bftsilios  Pcdinditos  bwkaimt  (s.  S.  466  f.),  vorfasate  ein  jamUslNl 
Uedicht  aber  die  gro^üe  Feuerabruntit  in  Kpel  im  Jahre  1198:  &II 
fip  avfißävtt  iv  Kmvaiamvoi'HÖXfi  iftt^Xiiiip  fifyäXip  ^/uiQr^fiif,  da^imOaifl 
Marc.  524  steht.  Idontirich  hiomit  ittt  wohl  dti»  grotw«  junibischv  Gnlicttl 
wolchos  im  Cod.  Ktirb.  II  61  lul.  71—74'  mit  dor  von  viner  spätereu  liiol] 
stumniendoii  ÜberHtihi'ift  —xi'x't  fffi  fftftQT^apov  erhalten  ist.  Ferner  ftM 
hOi't  ihm  ein  im  Auftrag«  verfoftote«,  in  den  Oodd.  Heidelberg.  VVitt*a4 
berg.  2  fol.  H;  Vatic.  672  fol.  288;  Vatic  1368  fol.  364*;  Valic  Ptll 
•ViG  (jelxt  wieder  tu  Heidelberg)  fol.  143  u.  a.  orhaltune«  Gedicht  aiif  dtfll 
Tod  einet)  bogui)ten  Jünglings  (65  Triineter):  •rf^ot  pa¥'p6uuH  i:ti  luil 
ti'ifi'tt  vt'iji  teXfim^attiii  xut'  i^ütifliv.  E»  beginnt:  ~Eävi  tfmirit  «fi^4 
roii-  rtmv  fJt'(\\"Edvg  xttlKif,'ttii  t^t  fitäiitrt^t  toi<  sri^r.  Ea  HclieineD  altfi 
Ltiitervcrso  zu  sein  (vgl,  S.  534  f.).  Im  Cod.  Hoidelburg.  WittunliersM 
ist  das  Gedieht  einem  SchUler  Stephanos  noxapterygos  gL^TidmclJ 
Endlich  haben  wir  eine  l'rohe  seiner  Lehrtliätigkeit  um  Waisenha«»  M 
Konstantinopcl;  der  Cod.  Vatic.  672  fol.  288  bewahrt  einen  VotUiig  m^ 
StilboB  unter  dem  Titvl:  A'wvatavrititv  tutr  Stikfif;  iiiäaimrto^  iu  h  ta 
TTt()ta>yvutp  i'«(('  Ttäv  nyiutv  /itytiXutv  änoaiöXatv  fp  (Cod.  (wv)  t'r  t^p  «W*! 
votqotffiM  Jiditaxah'a  tQiiij.  Beginn:  UäXif  01  f/ia>  XQ**"'"",V''*^-  Alinlifbtl 
LcIirvortrÄpe  hielt  Sttihe«  im  PfrUndnerbauRe  de»  hl.  Paulus.  Kinv  l'rol«! 
dorsulbon  bewahrt  der  berühmte  Cod.  Escur.  Y.  11.  Hl  fol.  277-2811 
unter  dem  Titel:  Toi"  Xofiaiiiitav  dtänaxfiXav  xv^op  KmvatavtlfVV  »»M 
StiXflij  ättfitaxnXfa  ^n^turt^ittiaa  tv  %ip  tii  rö  ytj^oKnitMov  tov  ayiitv  /fapiKl 
<i'«'(i?>,  iv  fi  xai  tnv  üynätatoi-  xai  alxavutvtitör  naxfiii^j;',*' »t'nör  Tnifj»*' 
fyxoi/tiri^ti'  ^'ijr;  rfi;  i«  xoi'  avii'iv  itniitöv.  Beginn:  lläXiv  it§'  ii^^i* 
itnirtttfi.  In  demselben  Codex  fol.  274  sU-bcn  zwei  Briefe  dee  Stiī 
an  Theodoros  Aulikalamas  (AulikalamosV)  und  an  äeinon  Bruikr.  ^ 
ganze  üacblasK  und  die  Person  des  Stilbea  verdienten  genauer  Dnt«n>u'^' 
zu  worden.  —  Vgl.  M.  Treu,  Euntathii  Macrembolitae  quM  feniatof 
acnigmatu,  Progr.,  Breslau  1893  S.  33. 

1.  Kia  durch  «oine  Miirkunri  und  durt'h  D^inn  Korm  murkwardigw  pMliicbMlM- 
mrtl  nun  lioin  Intütiin  Drittel  dr«  iwfilftnn  .labrliundprl«  ist  i>tu  Epitaph  ■«(£•!>•' 
Manuel  Komnonoii  (f  UHU),  den  npin  iingllickticlier  Solin  Aloxin«  II  mi  »«me  Wil»* 
dio  «cliüno  Murin  von  Antiocliiu.  gomciiischndliili  vi-rfnanten.  Da»  0«^ieht  bail«k'  • 
JambiMliiMi  Uiüliclicn,  dorcD  Korm  nls  eiiiu  V«r)jindiiiig  vnn  l.<>il*r-  und  KtWm*  l*^ 
S.  .^34  f,)  buzfiichac-t  wt'rdi'ti  knnn.  Der  Toto  biwUtigt  jcdosrnnl  d«n  erat*«  V«»  J«« 
oino  achonrtiue  Wiedürlioliin^  Ace  schliHflacnden  Vorbiims  nnd  aeino  Antwort  btl4et  wH^riw 
den  tjoliluw  dn«  iwoilvii  Vereös  s,  ü.  /Ii(»*p  ßaciliv  Sariiior  aiifnv  lyr*(l  —  X'"*' 
—  'Aä  i!  tot-to  nQoaXalLd  /loi  yäf  Xyrai^'.  WJ»  liieso  etwn  für  einen  Irltenuriachie  SfWB 
jMAMDde  Form  zu  rinnm  trngiscJien  Zv^cke  gpwUhlt  ncrden  konnte.  Iili«b«  mhm  i*t  !■' 
■•ll>at«n  EltHul  der  liyznnlinieclian  GoistaegMcliichl«.  »cnn  utchl  dio  Aimalun*  n  BA> 
Um«,  dSM  int  beim  l'üdo  «niniw  Valon  et«tm  drei»i-linjiiliriK<^  Al«xiwi  diu  Puh»  >vUfl 
selbsl,  iinberaten  von  gelnlirton  Vcr^Unstlem,  veibraabeo  habei  di»  Beihilfe  BaliurlUMi 


J 


2.  Frof&DpoeBie. 


317-318) 


763 


Hb  lll  gefcorNw  Fnulliiin  im  GriocIiiHchoii  wabnu'hainlicli  ncliwucli  wur.  büHclirHnkti!  ucli 
^nUeitbt  Mf  eine  allgcaneina  Anruguiig.  DioBun  einzig»  lilUrtinaclio  F.rxougDis  <1ch  Kaisor« 
HUuist  11  bewahrt  uiii  kuch  iii»l«rH  Itaritülcii  uothulli-iiiIi-B  Siiminulliaiidüburi  uiui  <1mii  EdiIo 
Hm  IL  odM-  dem  Aiifiiiig  den  14.  Jalirliuudurts,  der  Cod.  Noapol  III.  A.  6  fol.  lOH.  Dia 
^■iWnclirifl  de»  Epitaplis  luutet :  -'iz"'  ">■'  'iciifiuci'  r'tnail^oif  ■rßoii  'j4iiii«v  xui  tifc  fit/tQ^t 
^Mtr  /»Kiif  ICH  n^cit  luV  iru^'f  AfnrDit;!  löv  vatipa  aiötav. 

^K      !>  Hcpliaestos,  Erttiiscliof  von  l)ulgari<aD.   der  WAhracbeJnlich    um  die  Mitt«  oder 

PPpB  du  EnJo  des   12.  J«)ii'iiiiridiiri>i  Iolili>.   verresat«  «in  tinnkroontiflchc«  Gedicht  auf 

'^^V  Tftd  iMitM  Bnidvn  Dematriofi:  Xiixot  ömt^eönnat  loi-  'tlqaietav  tov  yiyofnrot  "'f J't- 

nwnna»   BsBitj^toic   foi    tfj   «rraA'l^^    iri'ioir    .Ir.fttjtQii-i   tiXfvjijaavu.     Kit.   [mw  Cod, 

IWit  1277  fol-  261')  Fr.  Hasason,   I'hilojogus,  Suniilemcntb.  ,'.  (1888)  821-225.     Vgl. 

•kada  S.  209. 

%\B.  Niketas  EugeuiacoB  {Nixt^ta^  6  Evyfviavfi^)  verfaH^t«  bald 
Mck  dem  Todo  des  l'ro<lroiiios,  al««  in  der  Kweit*n  HSlftc  de»  12.  Jahr- 
bunderte,  ciiioii  Vör»roiiiari  in  fttWl  Trimetttrn;  Neun  Bücht>r  von  der 
liebe  der  Orosilla  und  des  Oharikles  (TV-ii'  xntr«  .-iqumXkuv  »ai  Xcqfi- 
»Ita  ßißlict  it").  In  der  Pariser  Handsrlirift  ist  das  Werk  betitelt:  llmt,aig 
Mi<(ov  Ntufjxov  «oii  EvytvttmaXi  xatte  ftiftt^eiy  tov  iiaxaf/iiov  yilioaöqov 
TOP  U^oJ^ö/tov.  Dies«  Üborncbrift  ist  lautere  Wuhrhoit:  Niketo»  wiisste 
b  der  gAiuoa  altoren  Lilteratur  kein  busseres  Vorbild  zu  linileii  nla  dos 
ProdronioB  Geschichte  von  Ithodanthe  und  Dosikles;  daraus  er- 
kbrt  sich  auch ,  da»»  in  der  HandRcbrift  der  Marktisbibliothek  (<>)d. 
Marc.  -112)  da«  Werk  geradezu  dem  l'iodronio»  zugeteilt  ist.  Doeh  ont- 
lehnt«  NikvtAM  soinor  Vorlage  nur  das  Gerippe  und  diu  allgciueiue  Di»- 
poKition  der  Erzählung;  in  der  AnsBchmiickung  der  oinzebien  Teile  behielt 
Bt  sich  vor,  älteren  Dirlik-rn  und  «einem  eigenen  <Jescbinai:ke  zu  folgen. 
An  Stelle  der  martialische n  Hoheit  des  l'rodromos  tritt  bei  ihm  weichliche 
Erotik  in  Liehoctbrioftin,  GeftJhlsurgfissen  und  ausführlichen  Sehilderungen 
in  Suphiet«ostil.  Freilich  wenn  ihn  der  Humor  anwandelt,  verfällt  auch 
tt  in  vtne  mehr  aU  aristophanische  Ungezogenheit;  Uhrigem«  scheint  gerade 
du  Btärketa  Sttlck  dieser  Art.  ein  ausgelassene»  Gastmahl,  das  duich  den 
Oucan  eiD«r  betrunkenen  alten  Vettel  verlierrlicht  wird,  dem  Loben  ab* 
gelauKcht  (7,  271  IT.).  Uiarakteristisch  ist  auch  hier  die  vollständige 
Flucht  »US  den  Verhältniesen  der  «igenen  Zeit  in  eine  ziemlich  ver- 
Khwotnmene  lieidniüch-hellenische  Vergangenheit.  .Kiu  origineller  Zug 
bogegnet  auch  hier  nirgends;  vielmehr  i<tiehlt  Nikelas  seine  Itodeblumeu 
■mI  galantttn  Wendungen  »ich  sehr  unbefangen  übortiUher  zusammen,  aus 
den  Anakreontovn,  den  bukolischen  l'oeton,  dem  Musäos.  den  Epigrammen 
in  Anthologie,  auuh  aus  lleliodor  und  Longos,  zuuiul  aber  aus  Aebille« 
Ttlios'  (Kohde).  Im  Versbau  folgt  Niketas  seinem  Vorgänger  I'rodronios, 
Dbwrlion  er  in  einigen  Details  lünter  der  tttrcngcron  Technik  desselben 
nrOckbleibt. 

I.  Auagaban:  Ed.  Fr.  Doissonnde.  2  vell.  Paiia.  1819  (mit  den  IfVaxmentan  de« 
IbaaaMa).  —  ßaiaKonadc  wiedorWl«  sflno  Ausgabe  im  den  Srriptores  »rntici,  Paria, 
KlM  1^.  —   Ed.  K.   Ilnrcbcr,  .Si-ri|ilor«s  erolici  gr  .  vnl,  2.  Lii«ian,  bjbl.  Tnuhn.  1859. 

2  HilfaiiiiMch  Kino  kritiacbo  Analyse  dos  RomHiin  IVdrglniQliung  mit  i'rodromos) 
tahal  AuaxDgen  von  J.  Li>vcsi|Uc.  Not.  et  extr.  ß  ll^Ol)  223  IT.:  4K9  If.  ~  timo  Krag- 
■■•t«  sab  I'b.  Le  ßaa,  Bibl.  de  I'vc^dIo  dos  chartos,  mai-juin  1S41.  -  A.  Naurk,  i^eit- 
dlrift  ffir  Att«r1muaiiriMi..  Iivrauü^^ir^.  von  J.  Caesar.  13  (1H.>^|  2tB  (.  (EmMidationen).  — 
or  Ckaraktaristik :  K.  Robd«,  Dur  ^mobiaohe  Roman  8.  öÜO  IT.  —  ZurMolrik:  J.  Hilbcrg, 
VioM»  Staiito  B  (lKi«6j313.  —  Zur  Suravli«:  Tj-cbu  Hommaen,  Beitrag«  »r  Lehre  von 
Pd  «riwhücbM  PrtpoRtioDeD,  Frsukfart-Berliu  lSä6-1890  6.  836  ff.  —  Uaber  die  Kiit- 


7«i 


BjEantiaiaobe  UttenktargMoliioht».    It.  PMtisoh«  Lltt«n|i«r. 


lahnuni;«!!  nua  ranlun  äilrntiariun  und   Prädrnmos:   I.»»  Sterobkeh,  AbSmU^  1 
PUnudi^iio  apiwniiix  Karliorino-Vadraiut,  LcipiciK  DJÜD  S.  9:  H:  44  f.:  68  f.;  72.  I 

3.  Leben  und  aoniitiKo  TSubrift»»  d«a  Eug«iii*noB:  Von  d««-  Pcitoa  ■! 
BODBtigen  litleiuriBcht-n  Tbaligk(^it  d««  Nilc«4as  ist  wenig  b«kumL  Aw  dtni  te 
aUad,  Jas8  ProdrorniM  iu  <lur  ubtrii  «n^vrnhrleu  tJ*ber«ehrift  ata  fitoMqittn  btmichBri  ift  J 
Mf,t.  daes  Ntketue  Ata  Kciiiihii  «rat  nach  il*m  Tode  soinM  Uoislon  rerflSratUcfal  hiL  j 
.Seiner  Vorohrung  nnd  lIownndeniiiK  dua  rrodromo«  VMÜeh  Nifc«taw  in  em*t  aock  » ' 
«rxlnirkton  Monodie  Auadnick.  die  im  Cod.  Keoni.  Y.  II.  10  fol.  23S<'  WO  «fallN 
iat.  Ilohpriolirift  und  -Anfang  IniiUm:  Toi  V-vfirtuwoi'  »tfoi  Sm^ta  ftonfXn  tk  iJri 
fiHtBQmtator  tfiXiaaifor  xrQÖr  fJioifiupar  f»c  nfi^eofor.  'Af  itfitaif  /cipiiar.  —  b 
vcitt-rcH  lillcnuisi^lies  'AeuRah  von  Nikniaii  ist  oin  Brinf  an  ein«  junge  Dame,  mtldm 
ibo  tun  orDliBclic  E'oeäittn  urauchl  bette:  ^ttiorvlif  n^;  {^ai/ir'r^ii  ypn/ifiniix^r.  DaaMI 
Brirf  vd.  uub  di'in  titiFJ^i-n  Cud.  Laur.  31>  2  (ol.  $0*  Kr.  UoisBonade  in  Mixr  cnltlj 
AuaffHbi!  di't.  Kliman«  2  |I8I!))  G  — 12.  —  EndUch  bewahrt  dw  Cod.  Paris.  2;v<«  t,  It 
Tal.  lit  nti«<lii>rl«  Vtrsu  iIuh  Nikutaa:  D»  Jona  i-t  Niniritiu-iiDi  iHteuiteDlU.  Vgl.  H.  Oai*Dl|j 
Invi'iiUiri'  Aonmiftir«  rt.  4,  —  Etnea  KuK«Diaiiu8  L»ich«irea«  auf  doD  Qronadioapn 
fltppbanoii  Konm^nn«.  die  ntil  den  Wurlen  'Vtf/ifWdv  ^t^tr  bo^innl,  »tohl  Js  d«n4mj 
iwine  n«irk«llrdi(;nn  Sohi(ikniil«*)Wr1lhmt  gewordonnn  Cod.  Palat.  (l*i(ielberK.  Witt«*'] 
herK.  2  «.  U  M.  4"  8.  au«  d«m  der  Cod.  Vatic.  Pal.  IH  ■■.  IT  nbKoacliriebMi  irt.  Tjtj 
H.  Stcvouaon.  Codiccn  mu  Palatini  Krkooi  bibl.  Valic  .  Kom  1^5  K.  9  f.  Dt  mu  ditj 
R«de  in  der  Ka  cwiadiDn  xwci  Werken  den  tS.  .Tuhrhundertu,  der  Monodie  dem  BtaAttM] 
nnf  »einen  Bruder  Sonatantto  I*.  &.  473)  und  oinein  (iediolite  Am  ^tilbeti  (■.  S.  78tj  «ttUi 
lind  in  den  Aofan ((8 werten  der  llutd  «inoa  ehcnfsllH  um  dieai-  '6t\l  (d.  b.  in  der  ivt«lea  BlIAl 
doH  12.  .luhrbnndorU)  atijiefaBiilcn  KumanB  ttcnanul  wird,  au  ((tihilrt  d«ir  gefeierte  Tote  littej 
aiiuh  diiuor  7^it  nn  und  int  iduntistb  niil  dvm  (iroMidninKur  Steplian  KomnMIos,  d«H  Mm 
Av-a  liuiiüc  Koinnnnn«,  des  ttJteatvn  Bmdera  dca  Kaisers  Alexioa  I  Komnenoa,  dem  Grit*«  M 
Kiidukia .  einnr  ToohteT  de«  berflbmlen  Qroasdoniestikoa  Jobannea  AxucliaB.  Vgl.  M 
Cangi-.  Kninilidn  llfinntinae  S.  147.  Nun  bleibt  ancb  kein  }!w«iri>I  nelir  Obtif,  iiM  M 
VerfuHBer  der  LeiphpniDdn  uns^r  Niketaa  Kniteninnon  iit.  ¥1%  yrltn  ■  11  im >■!•■' ifl 
Aium  mit  erncr  etwiiigen  neuen  Au»gn1>n  dee  tlomnnii  nur.b  nllo  di«  erwMholen  Kliinigt^^lB 
;iu»aiiiinengflrnHBt  und  «o  daa  litlcrnriscbo  und  hiDgrHphiacbe  Büd  den  Niketw  nfVtlj 
stAndigt  würdu.  | 

810.  EustathioB  (EumathioB?)  Uakrembolites  {Ei-atä^tof  —  SviiM 
,V(wf  —  ö  MaK^fitßoXiii^i),  dui'ch  doti  Titel  und  Itang  eines  /7pftn«rai^*ii'infi« 
und  angf^blidi  «inos  Mt'yai  j;tt^irjyi'Aftf  auKgvzoichn«!.,  im  Qbrigen  miufj 
Person  nach  iinWkannt,  schrieb  in  der  zweitt'U  Hülfl«  des  12.  jHhriiuadertq 
oinon  Proaaroman:  Tätv  xfiit'  'i'oft/ii^y  *ai  'ya/iiti'ar  hifo*  »n',  t).  L  Hfl 
Bücher  von  Hyaniine  und  Hysminias.')  Der  Enhalt  der  Entählung  IliM 
Bolb&t  in  der  knappsten  Form  angodoutot ,  da^  bekannt«  Sdifina  den 
griechischen  äophiätenromsne  wicdfrerkcnnfn.  Hysminios  schlicasl  •» 
Fcsthei-nid  «inuit  Licbesbund  mit  Hysmine,  der  Tochtur  ein««  Oaetfrvuwidh 
und  entflieht  mit  ihr.  Bei  einem  Sturme  wir^  die  Jungfi-au  ala  SühnoiiM 
in  die  See  gestllrzt,  ihr  Gelioht«^r  vnn  RAuborn  gefangen  und  verkaolU 
Später  findet  rr  die  durch  ein  Wunder  gerettete  Hysmine  als  Sklavin  wtow 
Nach  verschiede iK-n  gUli-klidi  beiitundeneu  Keusch heitsprobon  der  li^H 
Liehenden  erfolgt  Freilassung  und  Hochzeit.  Das  (iiinzo  ist  cirw^H 
grBberto  und  geschmacklose  Imitation  der  nicht  sehr  geschmackvollen  E« 
xahhuig  des  Achilles  Tatios  %-on  Leukippe  und  KUtophon.  Di«  DaRtfl- 
lung  des  Eustathios  gehßrt  zu  dem  Wunderlichsten,  was  Bytant  aoim' 
weisen   hat;  das  ist  kein  «tyle  pröcieiix  und    kein   englischer  cupl 


')  Er  wurde  mit  2  anderen  Ilw  vir 
lfl2S  von  Hpidelbtrg  nnch  Wittenberg  niia- 
galiehen,  nnl|:intt  duduinb  der  Verncbiekung 
nacb  Rom  und  wnrde  1881  epüt,  aber  treu- 
lich der  Heidelberger  Bibliolliek  surUck- 
gestellt. 


ib«ti4 


■)  So  die  beatea  Uandtw-brift»:  tb«t 
SHiIuKin  dea  Werket  aagt  Iljtaniieiai:  d^H 
rf"  (arm  tp  jA'ftitf*  K  x«.»'  'V«^i'np-  'f'f 
xnl  leV  'y«utvitrr  tfti.  Ueber  diaM  Bei» 
tucg  ruo  tf^ju«  B.  S.  MT. 


2.  Prafauipoau«.    (g  319) 


7ß5 


mehr,  sondern  «in  in  ui^rvösun  Windungon  aufgcluhi-tor  »tnifiti»chi>r  Eier- 
Unz,  bti  doiii  ann  vor  Augen  und  Obren  schwindelt;  daLei  verrät  sieb 
die  Arm&vligkeit  die&ea  Wortjongleurn  in  der  ntoten  Wiederkehr  der  gleichen 
Ausdrücke  und  der  gleichen  KuiiststÜckclicn,  %'on  denen  das  wichtigste  in 
du*  Häufung  kuriwr,  um  joden  IVüih  antit]iL-ti»ch  }^odrchtur  Sutzgliodcr  bc- 
Iteht  s.  B.  .Kununer  ergriff  mich,  ich  verlor  den  Mut,  ein  uubekanntur 
SAncken  durcbzittertt  mich,  mir  schwindelte  vor  den  Augen,  meine  Seele 
Uredunolx,  meine  Stärke  erlahmte,  mein  KItrper  erschlaffte,  mein  Atem 
attcbt«,  mein  Herz  klopfte  heftig  und  sUs^os  Wob  lief  mir  wie  ein  Kitzel 
ibmh  die  Üliedor  und  unMaglmro.  unnennbare,  unausspreohliche  Liehe  er- 
Imtontiub*  (3.  41  ed.  llilberg)  oder  „Die  Jungfrau  schenkt  nun  wie  üblich 
MD;  ich  aber  trink«  wie  nicht  Üblich  und  trinkend  trinke  ich  nicht  und 
nicht  trinkend  trinke  ich  Liehe,  es  trinkt  Öosthenea  und  endlich  ich,  da 
mir  auch  l'anthia  zutrank  und  trinkend  drücke  ich  mit  dem  Ftisse  den 
FiM  der  Jungfrau;  »iie  aber  mit  der  Zunge  schweigend  spricht  mit  Ge- 
berden  und  »procheud  «chweigt  sie  u,  s.  w,  (S.  4G),  Es  ist  ein  Stil,  wie 
ibi  Philipp  von  Zesen  liebt,  der  deutsche  t^bersetzungen  des  Werkes 
robl  kennen  mochte.  Zu  dem  krampfhaften  HemUben,  witzig  elegant  und 
bochatUach  zu  schreiben,  passt  auch,  äass  EuHttitbio»  den  Hiatutt  vernieidet, 
Ua  Gbuizlichter  nind  Verse  und  Ausdrücke  aus  Uomor,  Uesiod  und 
Bnripiilos  eingesprengt;  noch  ausgedehnter  benützte  er  für  die  Phruseo- 
ogie  den  Sophisten  Chorikios  aus  tiaza.  Von  demselben  Eustathios 
rtammt  eine  Sammlung  von  elf  Rätseln,  welche  in  den  Handschriften 
mummen  mit  l!St.M^iln  anderer  Autoron,  wie  de»  Michael  P.se]lo»,  des  Auli- 
UlunoB  u.  H.  w.  überliefert  sind.  Nach  der  metrischen  Technik  der 
ütteel  gebort  Eustatbioa  zu  den  .Stümpern  leichteren  Grades"  (s.  S.  (U9) 
rie  der  Verfasser  des  A'ßiffio;  nthxtot: 

1.  Anagkbeo;  Eil.  pr.  ü.  (lauliniuun.  PariR  I61T  (griooli.  und  lai).  —  I!d.  I'li> 
f«  &■•  i»  d«n  8cri[)tuiFB  erotioi,  l'tma,  l)idol  IN.SG.  —  Kd.  K.  Hercher,  >SoriptorM  eroliei 
HMCi,  vol.  2,  Ltiwia«.  biliL  T«uLii.  IHöU.  ~  Ki>iiinn  uml  Klitai'I  mit  ileu  Ulsiuigen  ed. 
ti  Hil  b»rg,  ViDd«ibi>Daei  Uotliler  1876 1  luit  uüieni  Vuriiuilutiv^ni  vidi  nie  d«r  frühuren  AuB- 
ilbM,  »iiieiii  TotlstbidiKen  kritiaulieD  Apporato  aua  2'i  DtuiilKdirift«!)  und  i-t>idiljdi«ii 
tütm;  io  der  Torred«  üntersncliung  Über  Nanie,  Zeit  und  Sprudio  di>a  Eiistatluofi  iiud 
b  haaidBckrifUich«  UahnrlififerUDg,  ~  Die  Rfittml  allein:  FJusIttthü  Mncrtimholjbte  qua« 
bntar  MDiginatH  ndidit  UnxiiiiiliBniis  Trou.  Qjrnuiaaialprogr.,  ilreslnu  l.HSü,  Tr«ii 
mielita  durcli  Boinnliiing  vier  nriier  Ilsii  vine  erhebliche  Fi^iilernng  di>&  'IVxtrH.  Vgl,  die 
|*hall*oUe  UanpiGcbiuig  von  Is.  Ililborg.  It.  Z.  3.  ITS— 1T5. 

2.  Ililfiimitlcl:  Adtero  LJttrTntur  vtintoidinet  ('abricius,  UiM.  gl.  «it.  tliirl.  ä, 
t(  f.  —  Tb.  tirAsae,  L'ebor  den  priitubiacbcii  Emliker  Eiistatliiua  und  dcatiuu  auf  uns 
UlcMiuneii*»  Koman,  Jabim  Jnlirb,  Suppirnienib.  (—  J.ilins  Archiv)  4  (1636)  207— 2S3,  nur 
Inch  dia  bibli«igia[ibiM'b«ii  Nft.i/un  vuu  einigem  Nutzen.  —  Zur  Kritik:  C  Kerclier, 
llkm  Jshfb.  Siipplemvulb,  (=  Jubun  Archiv}  IT  (l^^l)  ^'M.  —  Fr.  Oaaun,  JaliiM  Jalirb, 
lappl«iiiantb.  <—  Jabns  Arcbir)  18  <18t>'2)  H9  f.  —  Ft.  Osanu,  Prologoin*na  ad  Kuslntli. 
larrcmboIiU«  De  Bmoribiw  H.  *t  H.  draica  ab  bd  edeiidutu.  Oiessen  1855  (dilettontenbafte 
mi  bat  DutihM  ArbMt).  -  R.  Uetcbur,  Pliilulügus  13  (185»)  Aö«;  Ö07.  -  H.  Uarchcr. 
iibaa  Jalirb.  77  (IS&8)  865— 367.  —  Tfa.  Weaaelowsky.  Die  M<->'kiiiici'  Ha  des  Kuatatbiua 
knmbolitM.  nUvAom»  21  (I^)  S48  f.  —  E.  Rohde,  Der  griochisdie  Koman,  Loipii^ 
876  &  S22  ff  A.  Kirnifoikov,  (iriocb.  Romane  in  der  neueren  l.ittotiitur,  Cbarknv 
m  irm.)  I  m  ff.:  II  59  ff.  -  J.  C.  DunUp.  Hiatorj-  «f  iVose  Flation  I  (18«8)  77-  K'J. 
-  Du  Vcrlillliiia  dca  EiutathiiW  xur  alten  Littcralur  untoraucht  J.  (j.  ttrumbn, 
U«  Citale  und  R«ininiHi>oiu«ii  aua  Didilern  bei  [.iiiuim  uiid  einigmi  Bpftteiuu  Sdirift- 
ladmi,  Progr.  EicbsUtl  18S8  S.  69  ff.  -   Is.  Hilberg.  YViüiicr  Studien   lü  (1888)  77.  — 

der  fidiildcruiig   einer  allegoriadiun  iJoralctluni:  der  12  Muiiat»  im  4.  Buobe  {Ü.  4!)  ff. 
lUilbOTg)   B.    d>e   liUentur   §  '^Vi   Nr.  9.      h.    Vciltx   hat   in   atiner   dort    angefülirteo 


■ 


7C6  ByxaDtiniMba  LitterftUtrgeBcluoht«.    IL  Poetisch«  Littflratu.  H 

Atb«it  HUcU  IUI  Cliruu(>!i>aii>  <Un  ItomniiK  nin  neues  Homent  b«is«tiraFfat  (t.  u.].  —  Zuk 
HulaeläaiuiiiluiiK:  A.  Elii'i  liiiril.  Uiir«iRn»  .lahresb^r.  Ober  äi«  FortachhUe  iei  Um. 
Altoi-tumswisa.  Od  ^  (1878)  1:^  f.;  1.<>d  .Stornbach.  MeleUmaU  Oraeca.  Vindobonu  M 
S.  25  IT.;  8S  f.  and  C.  Diltlivy,  Rymbolnc  criliRoii  ad  KnÜiologlMt  Knecain  ex  bbnw  um 
eoriptis  petiUo.  Ind.  Idct.  fllr  d.  ^oiiiinoniomciilor  1K91,  (iottiiifien  1891  S.  13  IL 

3,  UoborRotxuiigon:  Vom  Koniuni;  gibt  o.i  zithlrHclio  robersetiungVB  in  nwtoi 
Sprachen:  Kino  deutsch«  ereobion  Euionym  äliwibiirg  1673.  —  Von  J.  Cbr.  Arttptii- 
KMiandt  WDlkensttrn  in  Tentoeb  gofertJ^  t&94.  —  Von  0.  Sabirncr,  l^ipiit;  IM. 
Von  RniMlbu  Christiane  Ueiak«  in  .Bellas*  I  101-200,  HiUu  I7TH.  —  ü>«niu>i  «lUbE 
■iuh  itor  KinHuan  auf  diu  doulaiibe  Utteratur,  <I*t  eicU  bus.  in  der  iweiton  «ehledickti 
Sehulo  «TbeDnen  la^at.  —  FraniOtiisch  ron  dem  HeraüS|{«ber  (s.  o.)  Pb.  L*  Bai,  io  ia 
Collcclion  di's  roiuan«  gfece.  \o\.  11>.  Paris  1628  (mit  KotamenUr). 

4,  Zeit.  Nhdi«  nnd  Titel:  In  dw  Zeilbasttmunng  iw  Enstathio«  acbwanktto  Im 
MellKUigen  frOhoi'  vom  7.  bis  luni  12.  Jabrbiind«rt  GcAeawfix-lijic  knnn  ali  valhc  oiciri 
gelten,  ilnss  Kiixlatliins  in  der  xwfitan  Halft«  d<w  13.  Jahrbunderls  iel>t«.  AoMnr  motrucl« 
und  Nonatigcn  Aigiimcnlf  n,  «cli-hn  don  Vcrfmwvr  der  lUlsol  etwa  ins  13.  Jalirfanadart  vb- 
weisnn.  kommt  ftlr  die  Krngo  vor  nllom  ein  Dokument  in  ll«itrnclit,  danh  wtJoliaa  P*i^ 
Mr.hti  llexieliungen  dos  K.uslatbioB  xu  oine«n  bekuiintt>n  Manne  aua  dar  KWMl«n  Bilfl*  Jn 
12.  Jabrhuuderts  erwieson  wurdi^n.  Unter  den  Itriufon  dt»  HAcbtaKelebrten  Tbeodeto« 
Balaamon  findet  sich  ein  \wnhrBcLtinlich  noch  vur  IIÜS  abgefaaataa  ijcbr4>ihi>D :  fei  Jnufm 
Kv^if  Eb/A4i9i^  ttf  Max^ltfl^aX^lli.  Da  die  Furni  I^i'^n^to;  fllr  Bvotaiioi  aach  in  iiaM- 
aobriflVD  das  Rutnaua  vurliumral.  kann  kaum  «in  Zweird  Übrig  blniboin,  daas  dnt  AdraoU 
mit  nnseretn  Rumau«ic1irviUer  identisch  ist  Daas  seino  Slellun^  ak  Ejinrcb  im  1'itel  it» 
Itomaas  nicht  antgefabrt  wird,  hat  nichts  lu  bedenlen.  ütti  rrwilhuten  Brief  itt  Uil- 
aamon  edierlo  E,  Miller.  Annunirn  de  Tassoa.  18^884)  18.  Kndlicb  bat  L.  Volle  i«u,) 
durch  eine  tlotersucbang  der  in  don  Homan  «iiigmeiialteteD  Monataachild^ninpn]  m  wmg' 
steaa  wabr«cheinlioh  gemacbt,  dasa  daa  W«k  ia  der  Zeit  dev  achtinoDatigan  Neuibnt» 
spItlinR  iiriach«n  U3\  und  12S2  und  iwar  sehen  in  d«r  «nien  IJ&lfl«  diests  Zeitrann 
VoUoDoel  und  bekannt  gewesen  sein  muss.  Diau  atimmt  andi  die  Krwlilinnng  das  NoitM 
llysminina  in  dur  Iieiehonrcdo  dca  Niketas  Kugcnianoa  aaf  !H«pliaiio«  KaDnaan«a  («.  8.7MI. 

Dio  von  l.e  IIa»  rorgexuuune  Namcnafonn  Kumathio«  wiH  durch  «ine  ibr 
bewcmn  IlandaRhriFten  und  durch  die  Adresse  dos  genannten  Briefoa  boMUgt.  &m  Uer 
«oiigendn  Kntnchuidung  der  Krn^c.  weirbo  von  beiden  Formen  die  richtige  aai,  iai  bti  diMia 
Stando  dor  tloborlieferuiig  kuiiiii  uiOglivh.  Vielleicht  li*gt.  wie  Htlberg  rnnnatrf»  ai> 
ähnlicher  Fall  vun  I>u|iii«liiainigkeit  vor,  wie  er  von  M.  Treu  fllr  tnbtroicbo  hjumlim- 1- 
Auluren  nacbgeuieBL'n  werden  ist.  d.  h.  der  eine  beider  Namen.  jedeDralla  KiinlaUiu». 
ist  der  äpAter  angenommene  mit  dem  gleichen  Bnchstahcn  beginnende  MAa.:hiu*ii>c. 
Statt  des  Itoiuaniens  Makremboliloa  bieten  vier  HBDdechri^l4^u  der  acblecbteien  IClui« 
Pnrembolilea,  was  zweifellos  nnriehtig  ist.  Makrembolites  ini)  dum  Fvininiauii 
Makrembolitissn  lt.  I).  Fudokiu  M.|.  als  Itainam»  Aftar  beoeuat  (i.  R.  auf  in<rbifrrD 
Ittcibullon  Wi  Scblumborgnr.  Sigillo^iaphie  da  l'ampira  Byuatia  S.  674),  be>triil>>t  «i<U 
nriq>rtln);lieh  einen  ,am  Janiteti  Uuxur  wolinendnn;*  l^elai  riad  in  [lyinni  Siul^ 
(tauge,  Vcrkuufnbnilon.  nun  denen  Bii.'b  jedoafalla  die  lOrkiaeha  Einriebtani;  der  Binr* 
ontwickulto.  Uer  Titel  llifvtwmiSfXiaif ms  (n^aiio-DobiliaBimna}  inl  gut  brntogt;  '^tC'* 
nhrt  ¥,.  den  Titel  eines  Miyas  jfafftoifvij'i,  womil  ein«  hohe  WOrde  der  bfiMtjaMtM 
(jciiitÜchkeit  bexeivbnut  wird,  nur  in  den  scbleditervn  Hundachriften :  ttt  dioawai  ViidaeM' 
gruude  küuiuit  noch,  du8a  der  Ziisala  u(yv<  dem  /«pioft'J«^  nach  Juh.  Kantakai*«* 
eriit  von  Andrunikos  II  verlieben  wiirae  (Ruhde  S.  623). 

5,  25  nnunynie  RKtanI  in  JATuhiseheo  Venten.  derou  Bau  auf  apHbyualinaatbe  U 
weist,  ed.  ans  einem  Cedex  Atlinim  Sp.  I.amproa,  .ItXtior  2  (I8S5 — 69)  1&3— IG(^  it 
ancb  eine  Unttirsitebung  ober  die  byinntiiiisclien  Rütael  und  Ihr  Vm^Uteis  an  dfB  ri^ 
griccbi neben  in  Aussiebt  stellt,  —  Vgl.  (i.  Destunia.  Skiomi  llher  das  Kilathiaelw  MbJ 
von  den  Mtrxten  Zeiten  bis  zu  den  neuen,  Joum.  Min.  IftdO  Bd  370  .liili  S.  66--B^  Aap* 
262— 2S0.  -  Unter  dem  Namen  dos  Kaisern  Michael  VIII  Palaeolegoa  (IM-lwÜ 
steht  in  mehreren  Hss  z.  it.  im  Cod.  Vindob.  thool.  gr.  203  fol.  306  ein  RUlal  >a  t»6ä- 
sehen  Versen:  Tui'  iti'ijk'iiiiiiin  jlnuiliuii  xi-p  Miga^it  rev  ÜnXni^Xiy*«  vtnyfut.  "0  afaM 
fit   Itüy  «(ttSijttiy  irn!t'  frtvtiiy  laifirft  ete. 

320.  Michael  Haplucheir  (.W(x«','i  ö  'Arrkovx^'i/),  seiner  Person  iikIi 
gänzlich  tin1ti.<kiiniit,  sclirinlj,  Bchwerlirh  A'or  Hom  Ende  des  12,  Jnhi^iundertf, 
ein  als  JftufutTior  bozeichnetea  W^rkdien  in  122  Triini-tcTti,  In  «I» 
Rollen  ä'wM-»  Schauapielclien»  teilen  sich  ein  fiauvr  (n/^otxo;),  ein  Weis«, 
die  Tyche,  die  Mu30ii  und  ein  Chor.     Der  Bauer  begrnsat  fraudig  <Ui 


2.  Prof&npMue.    (§  320) 


767 


%  dsrilb«r  macht  ihm  der  Wcixc  Vorwurfe,  und  ps  cnUpiiint  uch 
Im  beiden  ein  Streit,  io  wtOcIit-m  dio  Tych«  von  dorn  Bauern  ge- 
D.  von  dem  ^VeiBe^  geschnUllit  uud  ein«  mUrrisclte  Alte  {n^itueXot 

gonannt  wird;  t<ie,  die  alte  Ilinkerin,  sei  einmal  nachts  gesto1|>ert> 
sieh  um  Ftu»w  vorletzt  und  nun  ihre  Zuflucht  im  Hause  gctiuclit. 
ycbe.  die  man  «ich  wohl  aus  dem  Nebenzimmer  tretend  vorstellen 

gibt  ihrer  EntrÜBtung  Ausdruck  »nd  verteidigt  sich  mit  lebhaften 
m;  dio  MuKon  »olle  er  anklagen,  nicht  da»  GlUc-k.  Wie  der  Wulf  in 
■bei  sind  die  Musen  »ofort  zur  gl^lle.  Der  Weise  gebietet  lluh»,  er 
ein  GeräUHch,  im  sei  ihm,  aU  ob  jemand  anklopfe;  der  Chor  —  der 
tch  aus  HausmSgden  zu  bojitehon  »ichcint  —  niügo  naehBehen,  wer 
ten  »ei.  Es  wind  die  Musen!  Wider  Erwarten  befiehlt  der  Weise, 
luui8Kn8[>erren.  Auf  die  Voratellungon  des  Cliores,  wie  sehr  er  den 
[  zum  Dnnke  verpflichtet  sei,  entgegnet  er,  was  ntltzo  ihm  allo)) 
n,  das  kaufe  niemand  auf  dem  Markte,    und  der  Kuhm  fülle   seinen 

Hagen  nicht;  er  wünsche  sieb  den  Ueielituin  des  Bauern  und  wolle 

Qerber,  Steinklopfer  oder  etwas  Ähnliches  werden;  der  Schuster 
KrAmer  wandle  bei  aller  Dummheit  mit  ehrenvollem  Geleite  wie  ein 

durch  diu  Strassen,  während  der  Weise  elend,  arm  und  verlassen 
I.  Die  Musen  tünd  inzwischen  trotn  dos  Verbotes  eingetreten  und 
KJhr  Leid,  dass  sie,  die  HQteriunon  allor  Woishoit,  von  dem  Weisen 
B^t  werden.  Als  er  auch  ihnen  sein  Uungerlied  vortrügt,  bedeuten 
im  boshaft,  die  Krde  erzeuge  Oras  und  Kräuter  in  Fülle.  Über 
I  Zumutung  empOrt,  raaeht  der  Weise  vom  üausrecht  Gebrauch  und 
Üe  Musen  hinaus  peitschen  liuson;  er  sei  oiu  Monvcb  und  kein  gra.s- 
ndes  lirautier.  Nachdem  sieb  noch  die  Tyche  durch  eine  schnippische 
rkung  einen  erneuten  Injurienhagel  zugezogen  hat,  erbarmen  dch 
b  die  Musen  ilire«>  geplagten  ächUtzliitgs  and  versprechen  ihm  Gold 
itn  fippiges  Leben.  Mit  dem  /weife)  des  Weisen,  ob  dieses  fltUck 
beetSndig  sein  werde,  scbUesst  die  seltsame  Comodietta. 
DoH  Werkclien  ist  eng  verwandt  mit  dem  kleinen  drnniBtisehen  Qe- 
t  des  Tzetzes  (s.  S,  534  Nr.  13)  und  mit  dem  Ideenkreise  des  I'ro- 
lOa:  Dieselben  Klagen  über  die  Unbeständigkeit  des  OKlckes,  der»elbo 
•ifl  aof  die  glänzende  materielle  Lage  der  rohen  Handwerkor,  dasselbe 
•n  Qbor  die  (leid-  und  Hrotlosigkeit  der  Wissenschaft;  dazu  dieselbe 
wnt  dm  Aufdrucks  mit  der  Beigubo  eines  gewissen  derben  Humors. 
Iwn  erwähnte  Zumutung,  Gvaa  und  Kräuter  zu  esaen,  findet  sich 
a  im  zweiten  Vulgörgedicbte  des  Prodromos  (Legrand,  Bibl.  gr.  vulg. 
51  V.  102  f.);  auch  die  dialogische  form  des  StOckes  linden  wir  bei 
00100  ganz  llhnlicb  angewendet;  dazu  kommt  endlich,  dass  V.  33 
es  Stückes  mit  V,  1  des  dem  Prodromos  zugeschriebenen  Gedichtes 
«n  eine  lüsterne   Alte'  identisch  ist.     Haphicheir  gehört  dem- 

wie  Niketas  Engenianos  und  IMiiles  zu  jenen  SpStlingen  der 
Ünificben  Dichtkunst,  welche  selbst  der  welke  Itubm  eines  Ptocho- 
tnaaa  nicht  Hchlafen  Hess.  Iliemit  ist  auch  für  dio  Zeitbestimmung 
'Mtigrenze  gegeben;  wir  werden  da»  Werk  zwischen  Prodromos  und 
I,  d.  h.  ins  Ende  des  12.  oder  ins  13.  Jahrhundert  zu  setzen  haben. 


768 


Bfsuitüiiaohe  LitUraturg«aobicht«.    IL  PoetiBoh«  Litt«ratar. 


Wi 


1.  AusgoboD:  ¥A.  yr.  F.  Morelhie,  Purl»  I.V.I3.  -  WiederlwU  Parä  IW.-1 
Wicdubolt  voll  M.  Mutluiie,  Misci-Ilniiea  ^rHecoruni  aliquot  KripUwuia  owniu,  LalnJ 
I7S2  S,  UH  B.  -  E<l.  Fr.  Dabncr  iiocli  don  FmemeoU  Kari[>idu  «I.  G.  Wa^Mt,  Päd 
Didot  1841):  da  Dllbticr  k«ln«  Hn  <!<«  Worknu  eii  fiudea  veniMChl«,  M  nuMta  «r  IM 
HklinuiiHb  Text  der  Kditi»  {'rinccpii  xu  (irtindo  Icgeo.  —  Ed.  M.  Tr«n,  tijrmunuüfMpfl 
Waldaabars  (tjdilnuicD)  1874  (ancb  dorn  Cod.  Ni>apol.  11.  0.  S7).  4 

2.  Uilfnmittel:  Haenin,  JouniBldonfNiViuit»  IS49S  163  fr.  -  M.  Traa,  tlkU 
H&uluch^ir,  11. '/..  1  (1882)  !t38  f.  [ahitt  dm  Mnni»ii  de«  Autor»  ami  dia  lim).  —  DwiMb 
Utnrwtiuiig  von  Ad.  GlIisBeu,  V«ttiu«li  uiu«r  Pol^rclotto  der  uuropaiRcban  Pucmo,  1<mm( 
1S4e  S.  230-237.  ~  Zur  TiMLtkrilik  vgl.  A.  Klictlnrd.  BuroUiia  JiUiriMbar.  Ibv  «t 
ForbiobriUa  dar  kloM.  AlWtuiuattiaa.  Bd  I  ll»78)  ISSO  f.  ~  Zur^racfaa:  Trobo  Mona- 
■  en.  lleilrag«  lur  Lobre  von  deu  griocluscben  PrtpositiotieD.  (VankfUrt— B«rUB  ISM— ll4i 
S.  630  f. 

8.  Uandscb ritten  und  Name;  AnsMr  tn  d«in  erwlkoten  NeapoL  II.  C. tTi 
dua  StBck  ancb  im  Cod.  Vindoh,  Suppl.  KoU.  U  (^  Nuin.nov.7S)  uaä  in  C«A  Ta 
I'a).  122.         In  der  Anagabo  von  Mocelli  und  damarJi  in  der  vna  Dabflw  luliBit  tel 
l'nMer  frliu/«po(  und  dc^mgeni&ae  ati'lit  das  Gedicbt  in  den  litlorariackeD  und  biUlt 
■cbnn  llilfsmittolu    luitor  l'Iocbirus.     Im  Cod.  Ncnpol.  II.  C.  37   aber   baiatt  4tt 
Mi/Biji  o  '.J,iJciii/r(p   und  der  Nain«  'JnXovxiif  ist  von  Troii.   U.  Z.  1  (1893)  SU 
(ltJD5)  3,  nocb  öllcr  uua  d«ui  12.  Jahrb.  naobgewiosi^n  wurdon,    wjüircnd   ein  Plothir« 
aooiit  nicbt  belugt  lat.    Eb  Hobcint  alau,  daas  mui/ti(><i;  uua'.-fiil'rt'/op  oder  irahl  in*  < 
fDr  aiii«ii  Nomiaativ  geuümueoen  Genetiv  'MnXavjrtniiK  entstaTiduti  int.  l>f)r  Wrj^blt  4t 
»rklBrt  Bi«h  vi«I]ei{'bt  darane,  dsM  in  der  H«  dee  Morvlll  ud«r  iu  ihrer  Vorlage  du  laÜ 
naditrSKli<'li  mit  roter  Tint«  eingonigt  werden  sollte  und  daoo  rnrffannii  wsnte,  da  ' 
der  Linhaniilliob  aebr  hHiiflg  bnobacfatot  nird. 

4.  Kino«    unbekannten    UroBBlognrinsIen    r>rnbi{edi<ibt    auf    Irene    Können«. 
Tochter  i<m  Kaisers  Tboodoroa  1  Laaknris,  Hti<bt  im  Cod.  Laur.  Conr.  anjipr.  C27  iÄ.  ! 
Xtlx"'    lo"'    ffyiiXvi'   iaya^iaatai   iattt'fifioi   iii  iijy  dlanoirar  kofir^r^f  »rfer  Klg^r^.' 
Die  Verse   haben    durch  Anepiolu&gcn    auf  die   Fremd horrscbnft    in    Kpel   (irrtf^inisÄifMC 
'lioliüi'  xni  iayQia)  einiges  loilgescbichtlicbe  Intero^e. 

5.  F.inc  merkwürdige  Raril&t  iu  d»r  iongeu  und  einfBnnigoii  Rmba  byiaotiniHlm 
Üelugunbeitfipoesien  sind  des  Cbartopbylux  Nikolnos  Ironikoa  Geliebt«  auf  dir  Vtf' 
lobuiig  dos  haiaera  Jobannee  IM  Dukao  ttulatzua  mit  Anna.  ein«r  illcgitimiin  ToehttT  Klutc 
tViedriclis  II  (um  1244).  die  ebaufolls  iu  dein  ulfeubur  aus  Niku»a  BtamnidndMi  Cod.  Ltai. 
CoQv.  Buppr.  1)27  fol.  20  erlialteu  aind,  Di«  au»  je  4  palitischeu  DopjielverMa  lii«lalinlw 
Oediclito  w«rdeu  in  der  Uebeischn'ft  Trrpiiarijro  genannt;  mau  hat  alao  die  pititiwtM 
Vmw  achun  früh  ala  Diaticha  gczniilt  und  gi'dii'htet,  ein  Umstand,  d«r  nanbW  fit  Bto- 
fQhmng  d«B  Paarroimea  ungemein  brgOnsligen  musate.  Das  AufniltKa  a«  du  (MtcfeM 
ist  jfldocb  nirbt  das  H^tarum.  sondern  der  duiirhaus  an  die  Draal-  und  lloahi'iti' 
trngudion  doT  neugrionfaiscben  Volkapoeaio  anklingende  Ton  der  Dantelbuc  E> 
Ist  mir  xwiiifollns.  daas  Irenikos  seine  Anregung  direkt  aus  der  dainalix«n  Volkapmii  p- 
bull  hat.  oh.irhon  er  sich  der  flblivbou  äiibrirttiprncho  badient.  Diesa  TetraMutrt  *(r- 
diiMitc'U  dnber  am  oralen  aus  der  groiiacn  Maaiu  unodiortor  UalagaolwitagaJicbU  M  Aa 
OrlTenllichkeit  gebogen  zu  werdt<u, 

331.  Qriechiäclie  Dichter  in  Italien.  Zu  deiiZciigniäson  der  goixticw 
Blüte  iiiii)  materiellen  Wohlfahrt,  deren  sidi  die  l>y}i8Dtiiii)!  'Iion  Kolon« 
in  Uitlieii  lij»  tief  ins  Mittelalter  liiiiuiu  orfruuton,  gubört  die  ExisttM 
oinor  griücliiscli-italm-heii  Diehtorgnippe.  Der  Anteil  iltis  byzantiiiiecliM 
ItttlieDs  an  der  Kircliondichtung  ist  obei]  (S.  filG  ff.)  kurz  gewOrÜgt 
wordeu.  Völlig  uiibeaditet  sind  einige  Profandicliter  auit  UnteriUlito 
und  Sizilien  geblieben.  Wir  lernen  »ie  namentlich  aus  einer  offenbar  in 
Italien  cnt«tandenon  griechischen  Anthologie  kennen,  welche  neben  est* 
byy.antiu!Hchi>n  Wurken  vornehmlich  poetisohe  und  prosaische  ScfaritU« 
italisclier  Herkunft  entliAlt.  Diese  nir  die  Kenntnis  der  italo-byuuiUiU' 
schon  Kultur  unHchfit^b&rc  Snmmlung  bewalirt  der  Cod.  Laur.  5.  10.  ein 
kleiner,  tflUs  aus  l'apiur,  teil»  (fol.  167—176)  aua  Palimpaefitpergamenl 
hüHtL-hoDiler  (Juartbuiid  de»  14.  Jalirhundertfl.  Hier  finden  sich  poetiadu 
Versuche  eines  hochedlen  Archou  EugenJoit  aus  Falornio  x.  B. 


-  *-- 


8,  Prohnpoeaie.    fS  321)  7^9 

Oedicbt,  ala  or  im  OoiUnguU  war,  aliso  ein  Seitcnstfick  m  dun  Kerker- 
pOMea  des  Glykaa  tini)  ^ulilikis,  Epigi'Aininu  auf  <lii>  llahmicht,  dio 
Sdilemmerei,  die  .lungfrauBtliaft,  diu  Li^tju,  diu  GcschwäUigkeit,  den  Neid, 
dit  Spolt«ucht  u.  8.  w.,  Verne  an  einen  Priester  in  Brindisi,  oino  poetittcho 
Widerlegung  de«  alten  SophiRtenthomaH  ,Lob  der  Mücke',  endlich  die  aus- 
fthrliche  Schilderung  einer  in  I'nlenno  {tcQ'  tjftTv  iv  Uaro^fi^  t!}  nökn) 
mehrenden  Pflanz«,  die  bei  d«n  dortigen  Ürieclien  vv^ytf/or  hiesa;  eine 
Beftimmung  des  aehr  genau  beschritfbvnon  blumenartigen  Gew8chsee,  das 
■bmdM  den  Kelch  voltständig  »chlieaBt,  kUnnte  von  einem  Botaniker  sicher- 
Ktti  leicht  gegeben  werden.  Daran  reihen  »ch  Verse  eince  Itoger  von 
l^lranto  an  den  ubon  genannten  Eugenios  von  Palermo:  Stixot  rov  xv^ov 
'Pvji^ov  »Ol'  'ySfoi'itoi  7T(i<>(  1ÖV  7iat'n<ytPiatatf>v  ap^"""  xHQÜr  Erytriov; 
bicfatungen  eine»  Xikolaoa  von  Otranto,  Sohnes  des  Maistro»  Johannes 
toi-  i'.^i  tmr  iSulataiv,  auf  ChristHs,  auf  die  hl.  Barbara,  den  hl.  NikolaoK, 
4m  bi.  PetruM,  den  Berg  Tliabor,  den  hl.  Stephanos,  den  hl.  Basilio»  und 
Qnsorios  a.  s.  w,;  ein  Gedicht  de»  kaiserlichen  Sekretärs  JohanneH  von 
Otrinto  über  die  von  Kaiser  Friedrich  11  unterworfene  .Stadt  Fai-nia. 
Ztügeitchichtlich  hochinteressant  ist  auch  das  poetische  Zwiegespräch  der 
8tu}t  Rom  mit  Kaiser  Friedrich  II  von  dem  Chartophylax  Geort^ioa 
tai  Kallipolis,  worunter  jedcnfalU  die  kalabrischo  Stfldt  dieses  Namens 
(keut«  Gallipoli)  zu  verstehen  ist:    Tov  xcpor  rKDf/yiov  toi'  x<'e^'*9^^'*'"'i 

^Ji^Mv.  UeT  Dichter  feiert  in  begeisterten  TOnen  die  Maciit  und 
Tipfifrrkeit  Friedrichs,  deissen  Name  er  durch  die  kUhno  Gräidsierung 
^^mwfiiHK,  <fpi'xiMi-i>/(o;  nla  .Leuchtturm*  deutet.  Ein  zweites  Gedicht 
dietea  Chartophylax  Georgios  richtet  sich  an  Kaiser  Johannes  III  Batatzos, 
■b  d«raell>ß  nach  Kallipolis  gekommen  war,  ein  drittes  verspottet  die  er- 
oberte Stadt  Parma  (i.  J.  I247J;  dazu  kommen  Epigramme  auf  die  Gottes- 
n8tt«r,  auf  die  heiligen  Bekenner,  den  hl.  Amphilochios,  ein  Thor  der 
Kirdie  von  Kallipolis,  auf  den  jugendlieh  gestorbenen  Sohn  des  Domestikos 
TOB  Kallipolis  u.  b,  w.  Mit  den  erwähnten  Stücken  zeitge-schiehtliehon 
Iskaltji  verbindet  «ich  ein  Huldigungsgedicht  an  den  glorreichen  Kitnig 
WObelm.  als  dcsitien  Verfasser  sich  der  Philosoph  Eugenios,  Neffe  des 
Amra  Basilios  (des  Basilios  ÄmirasV)  bekennt:  Stix"*  Et'ytvfov  gikosö^ov, 
mifiMw  BaciXf{op  tov  Ufioiifä  (W/tt,^,  «ju^pn?)  rtpiic  töv  /vio^örafov  »^ti- 
mattvxpv  ^'i^ti  ffhiXuav.  Das  Gedicht  bezieht  sich  zweifellos  auf  eiueii 
dtr  sizilischen  Könige  dieses  Namens,  ob  aber  auf  Wilhelm  I  (f  1166) 
oder  Wilhelm  11  (f  U89)  oder  Wilhelm  III  (f  1194),  lUsst  sieh  vorerst 
Kcbt  entscheiden;  manches  spricht  flir  Wilhelm  11.  Wahrscheinlich  gehurt 
u  dicMcn  griechisch -italischen  Kreis  auch  der  kaiserliche  Notai'  Johannes 
Grassos  (rpftffffos).  der  wohl  mit  dem  als  Schiller  des  Abte«  Nektarios  von 
Canüle  erwähnten  Grassos')  identisch  ist.  Von  ihm  onthiUt  die  Handiichrift 
JBpigramme  auf  den  hl.  £ustat<hio8  und  den  hl.  Antonios,  atixw  Txnthcantvoi 
«iiM  jftntbiiiche  Ethopoiie  Dber  das  Thema,  was  wohl  llekabe  angesichts 
darniederliegendon  Troja  gesagt  habe.    Vielleicht  kommen  dazu  noch 


48 


■)  FakfioiiiB,  BiU.  tcr.  cd.  RrH.  II.  79. 

4r  Uml  UMrlMMiTMMWvliiift  11.    1,  AbUg,    a.  AUL 


770  B^santiolflcbe  Littsrattirgewhicht«.    n.  PmIimIi«  Littontsr.  1 

einige  Kleinigkoiten,  wvlclio  diesi-lbo  Hnnd^ehnft  cntMIt,  wie  die  Gr^M 
Hchrift  auf  einen  jungen  I'liilosoplK-n  von  Xikuphoros  Uranos,  wmbI 
ilioeer  nicht  mit  dem  viel  älteren  Magister  vun  Antiochia  ^b.  S.  U.')  Aiuii.It 
und  523  Anm.  4)  identisch  int,  da«  Epigramm  des  Philosophen  Niketamiil 
Daphnis  und  einige  anonyme  Epigi'ftmnic  wie  die  an  einen  Hex  von  SiaUu 
und  Ittttiun  gviichtc-ton,  von  Baiidini  ohne  Oruml  dem  Tzc-tx«3  ziigetiOlill 
fftixoi  ijutoixoi  fol.  20.  Dio  Form  dt>r  angertihrt«n  Poosiüu  iet  dan:lm|] 
der  byzantinische  Trimeter.  Ziemlich  unbedeutend  sind  die  aus  Itaia] 
stammenden  Pronaatücke  der  Sammlung:  ein  Uai-tyrium  der  hl.  Lucia  (na| 
Palermo),  das  Bandini  durch  ein  in  der  Handitchrift  fcblendö»  Tor  avtn\ 
ßlMchlicJi  dem  Jolianncs  Tzetib»  zuschreibt  (vgl.  S.  535  Änm.  3),  uu 
£mpfolilungsbriefe  oinoH  Erzbi»choffi  von  Otraoto.  I 

1.  Eiiiiüln«  Pruben  der  erwHhtiton  G«diGhto  und  oüie  genuie  Btwkrcjbwig  (1h  Cti 
htm.  b,  10  b»i  A.  H.  Baodioi,  Cat&lo|;ua codiciim  mw  bib]ioth«cu  lfed»c«M  [ÄDmiUiuu 
1  (1764)  23  AQ.  —  Eine  VerSffentliohung  and  ErlSul«ning  df«  ^Miea  iUlobyanliniMbs 
fnhallii  der  Snminlitng  ergflbe  «inen  scliStienswertan  Beitrag  nur  Kvnnbiis  der  byantiDMdM 
Kultur  in  Ibüion  und  der  byzantinischen  Ullnratur,  Bei  d»r  UnlonmcfanDf  dar  IlUMih 
gclobtohtlidhen  Siellang  der  l'oesien  wird  sich  wnhnchoinlicii  cino  ntmtk»  Abhln^gkal 
von  der  allurrn  und  gleichzeitigen  oslbfiuntiniNuhan  Dichtung,  van  d«T  die  S*nimlunf  müA 
dnige  Stöcke  (von  fisidos,  Ptodrumoä  u_  b.  ».)  eiithftit,  hoTPaiisl«ll«ii. 

2.  Aucb  der  oben  g«nnnnte  Noktartos.  Abt  run  Caaol«  (Anfang  de«  IS.JibiX 
verevoblo  aiob  im  Trimetur.  Wir  hnhMi  von  ihm  jumbisohe  Bpignnune  Bb«i  »eine  Tw- 
gSnger  in  der  ÄbtswOide,  diu  mit  den  JanibiscfaeQ  Patriarchen-  nnd  KfeiHirfcil>lofes  ■ 
VATgleiehen  «iod.  Aua  Cod.  Taur.  C.  ifl.  17  ed.  von  H.  Omont,  lüvue  dea^Lp.l 
(tSW)  S87— 389.  Besser,  aber  am  Sdiluue  veratOinmett  ist  der  Text  in  den  noch  mdU 
bentttilen  Cod.  Paris.  13T1  fnl.  t&i«,  einer  babschou  wnlincbeinlich  aus  dem  gnirhiwiM 
Unteritulion  stemmenden  Pergnm^nthfi  d<>n  IS.  Jahrb.  Zu  verglri^'b««  ist  das  Viiwithi« 
der  Godaehtnialage  An  Aehte  von  Cnaol«.  wclchoa  .Iok.  Pnaini.  Codic««  nuu  bibliatliCM 
regii  Tnur.  Albonni  1  [lliS)  lilJ)S  f.,  nui  dorn  Cad.  Taur.  216.  b.  III  27,  s.  12,  rdiHl  ^ 
EpiurammnUHchc  Snrlien  des  genannten  Naktarios   birgt  dur  Cod.  Vatic.  gr.  1376. 

3.  Dor  üben  als  Diobter  ganannti;  Nikoluos  von  Otranto  tat  Ti«llncbt  idwli«! 
mit  dem  NikulaoB  von  Otranto,  von  dam  uns  tbeologiache  Scliriftm  erhaltte  ailid,  l  % 
ein  IbeulugiBcher  Brief  im  Cud,  Paris.  18T1  fol,  151  — 157'.  Dialuge  gegen  die  Jaiaa  ja 
Cod.  Parib.  1255  fol.  1  —  102.  Traktate  neuen  die  Lateiner  im  Cod.  Vaije.  PaL  tlt 
und  Mos«].  Synod.  240  (Tladioiir)  ful.  30'-~6O.  Vgl.  Fabricius,  BibL  gr.  II.  SWt. 
und  oben  §  27. 

4.  Von  einem  Nektarios  heben  nir  ein  Epiicramin  auf  den  Tod  einer  UoltM  eil 
auf  Cliriati  linbnrt.  von  einem  Mfinch«  Nikotaos  Kjiiitrflmmn  auf  di«  Parabeln  tm  im 
Arbeitern  um)  von  den  zehn  .Tungfranon,  auf  <>in  Itiirh  und  naf  »in  (!rab.  Da  dieadhi 
in  dor  die  Dichtungen  doa  Cbrielopboros  von  Mytüen«  ontlialtcodoti,  wobl  aiebor  «ai  Ar 
Abtei  von  Canole  alummotiileti  Hs  von  Gruttn  Kcirnta  7.,  a.  XXIX  aafbovahrt  vail,  « 
ergibt  «ich  mit  Wahrscheinlichkeit,  du£s  dies«  twoi  Kpignimmaliker  Italogriechen  «iml,  i* 
man  sie  aber  mit  deu  iwei  üben  gcuniinlen  MUnneni  uaDieus  Nektarieo  nud  NiWaca 
identiftxieren  darf,  steht  dabin.  Ausser  ihuen  birgt  die  erwühnt«  Bs  ttncb  e*nes  U*tri  j 
politen  Gcnrgios  vun  Korfii  Epigriimmu  auf  eru  Chiistushitd.  «ine  Ten  ihm  gwtilWa  1 
KiTchp,  die  liviligen  Apostel  Petrus  und  Paulus,  das  Grab  des  hl.  Arvenin«  in  Korfii  n.i-t- 
Kin  Georg  war  UiBchof  von  Korfn  nm  1180  (vgl.  S.  91  Anm.  3),  ein  «weiter  um  dir  ViUt 
dea  lü.  Jahrbandorts:  mit  welchem  von  beidm  niUST  KpigTammatibar  idenliBch  iil.  «i" 
wir   nicht.     .ledenfnlls    aber   iat  dej-  Verfnaiier   idontiaon   mit  dem  ungenaniilea  Hi-< 

von  Kerkj-ra.   von   dem   der  Cod.  Copnnbag.   1899  •.  18  EpigrwnHno  bvwabif     i- 
Cb.  Oranx,  Arohives  des  miaaiuoa  adonlUiquoa  IIL  «Mo  6(1880)  187.  —  Die  RpiitrMM< 
doa  Naktarios,  Nikolaus  und  Ueorgioaed.  A.Kaocb),  Verai  di  Crislofore  Patriiiv.  ßeoalÄS 
8,  64—68.  —    Briefe   des  genannton  Mettupolilen  Geoi^os  ed.  V.  TaailJeTakij.  *^ 
Knunoning  des  bnlgar.  Patriarchats  unter  iloin  PDrsten  Aeaaa  II  i.  J.  I2S&,  Joon.  I 
18SS  Bd  23ä  8.  1—56  and  20G-288  (dabei  auch  ein  Briaf  da«  Masoel.  Dttfttm 
KpirusJ. 

332.  Manuel  Holobolos   (MaroniX  Ö  'OXößoXo^,  auch  "OXößtti 
oino  sowohl  in  persüniiclier  als  in  Httorarischor  Uinsiclit  rocht  int 


8,  ProfanpoMie.    (§  322) 


771 


fi«cheinuiig.  Seine  Biogiaphic,  die  wir  namentlich  durch  den  Historiker 
Qeorgios  PuchynuTtis  gonnuiT  konn«n.  ist  ein  lehrrficho»  Beispiel  der  ün- 
■dierbett  des  GlOckü,  diis  t.<inL-ni  bj-zuatinisclioii  Ht^DJug  verliehen  war; 
it  dient  aber  auch  al«  Zeugnis  gegen  die  weitverbreitete  Anschauung 
TOD  der  Indi^'id^aIitStAloMgkeit  der  hyüantinischen  Menschen.  In  Manuel» 
Bni»t  wohnton  iwei  Heelen.  die  des  offiziell  geschmeidigt'n  Hofbeamten 
nd  di«  einen»  nufliransenden.  rücksichtslose»  Naturkindes.  Holoholos  niuss 
■D  ßlnfti'n  Jahrzehnt  Af»  13.  Jahrhunderts  geboren  worden  »ein;  denn 
'm  Jahre  1261  diente  er  als  ganz  junger  Mensch  {naiJi'av)  im  Zivilkabinettu 
ie»  Kaioers  aU  Geheim sekretär.  Eben  damal-i  hstt«  Kaiser  Michael  den 
rech tmii«8i gen  Thronerbon  Johanne»  durch  Blendung  unschädlich  gemacht; 
als  nun  der  jugendliche  Sekret4lr  seinem  MitgefQhl  und  seiner  liJntrüstiing 
cAtekandig  Ausdruck  gab,  liei«s  ihm  der  Kaiser  zur  Strafe  Nase  und 
L^fpen  abschneiden.  Doch  scheint  man  die  Strafe  a»  dem  Delinquenten 
ii  milder  Form  ausgeftlhrt  und  ihn  wenigstens  seiner  Lippen  nicht  wirk- 
lich beraubt  lEU  haben ;  sonst  wäre  seine  spätere  Lanfliahn  als  Lehrer  und 
Sirchenredner  undenkbar.  Nach  dieMC-ni  Mlsrigoschick  zog  sich  Holobolos 
in  das  Kloetor  dee  Johannes  I>rodromos  in  Konstantinopel  zurück.  Hier 
hat  er  sich  wohl  eifrig  mit  gelehrten  Studien  beschilftigt;  denn  al«  im 
^Itro  1267  der  Historiker  Georgios  Akropolites  die  Leitung  der  vom 
iKiiser  Michael  Palaeologos  errichteten  Hochschule  niederlegte,  wurde 
Holobotos  zum  Lehrer  der  Logik  au  dieser  An.'Ht^lt  und  zum  Rlietor  der 
Kirche  ernannt.  Diese  hervorragende  Doppelstellung  hat  er  nur  etwa 
«clu  Jahre  inne  gehabt.  Sein  allzu  lebhaftes  Temperament,  da«  sich  mit 
d«fi  Jahren  nicht  milderte,  stürzte  ihn  noch  einmal  ins  Veirderben.  Unter 
4eD  hohen  Geistlichen,  welche  Kaiser  Michael  beweg,  die  von  ihm  geplante 
kirchliche  Union  mit  wissenschaftlichen  Giilnden  zu  befürworten,  war 
Botobolos;  doch  trat  er  nur  lau  und  widerwillig  ftlr  die  Lateiner  ein  und 
jh  einer  groBsen  Versammlung  im  kaiserlichen  Palaste  (i.  J.  1273)  ant- 
wortete er,  vom  Kni.ser  um  seine  Ansicht  befragt,  mit  Stillschweigen. 
Als  ihm  der  Kaiser  darüber  heftige  VorwHrfe  machte,  verlor  Uolobolos 
^  S«lb«tI>oherrschung  und  liess  sich  zu  einer  bitteren  Anspielung  auf 
d»u  Thronraub  Michaels  hitu'cissen.  Hierauf  wurde  er  zunächst  zur  Strafe 
ia  ein  Kloster  nach  Nikaea  verbannt,  später,  als  er  in  der  Opposition 
verharrte,  nach  der  Hauptstadt  goflchafTt,  unmenschlich  gezQchtigt  und 
ii  «ineni  schimpflichen  Aufzuge  (einer  .sogenannten  rtofmii)  durch  die 
Sinasen  geschleppt,  Nach  dieser  Demütigung  zog  sich  Holobolos  in  das 
KlOBtor  Tov  iityriiov  'J/pof  (s.  S.  342)  zurück.  Unter  Kaiser  Andronikos  II 
,tnt  er  offen  gegen  die  Lateiner  auf:  auf  der  i.  J.  1281  abgehaltenen 
iBjfnoiIe  «rOffnetc  er  als  Khetor  der  Kirche  die  Debatte.  Über  sein  spsteres 
Üben  and  s>eiD  Tedesjahr  ist  nichts  bekannt.  Seinen  Namen  Manuel 
hatte  er  als  Mfinch  in  Masimos  geändert.  Er  besass  den  Titel  eines 
OroiBprotosynkelloa  (ft^yat  rrfuroatr/xcAAo;);  doch  wissen  wir  nicht, 
Vion  «r  denselben  erhielt.  Holobolos  war,  wie  die  ihm  Übertragenen 
nrantwortang8voUen  Stellungen  und  »eine  Schriften  beweisen,  ein  persön- 
lich bedeutender  und  wissenschuftltch  gebildeter  Mann.  Vor  allem  hat  er 
pcb  «ingebend  mit  der   alten  Philosophie  beschäftigt;  auch  gehört  er 

49' 


772 


Byuntinücha  Litt«rataig«aolüoht«.    IL  PoetLBoh*  Lltt«ratv. 


ZU  den  wenigen  Byzimtinorn,  die  Latein  vuntandeo.    Sein  litt«niri»cliiit 
Xncltlnxs  vcrt«ilt  stich  auf  die  Gebtete  der  Poesie  und  der  Prosa. 

Diu  uiufangroicli8toH  Dlclitungen  de«  Holobolo»  gehören  leider  w 
unerquicklichen  Oattung  der  linlischen  Dcvotion8poc«ie.  Ee  sinJ  21)  in 
politiftchen  Versen  abgcfotute  üyninon,  von  denen  dio  m«iet«n  an  Kai 
Uichael,  einige  an  seinen  Sohn  Andruniko»  als  Thronfolger,  einer 
leicht  zwei?)  an  Androntkoü  als  Kaiser  gerichtet  sind.  Doch  wird  noA 
in  den  an  Kaiser  Michael  gerichteten  Hymnen  sein  Sohn  meist  ald  Mit* 
herrscher  gefeiert.  Den  Inhalt  der  Gedichte  bildet  die  Verherrlichn; 
und  Erktilrung  kirchlicher  Feste:  auf  dieser  Folie  werden  aber  die  wid«r 
wärtigslen  äL-timcicIicIciun  gegen  die  bitidun  Kuiwjr  aufgetragen.  Uulolwl 
hat  diese  Hymnen  in  seiner  Stellung  als  Ithotor  der  Kirche,  die  ihn 
pflichtete,  den  Kaiser  durch  kunstvolle  Ansprachen  (vgl.  S.  471)  oder 
Vei'se  zu  hegrilssen,  abgefasst,  und  darin  mag  wohl  auch  eine  Entwl 
dignng  ftlr  den  .schwUlitigen  Ton  dieser  ab-stossenden  Krzcugnisse  gnfniuki' 
worden.  AuffUllig  ittt.  dam  zvtc'i  Hymnen,  dio  »ich  datien<u  lassoo,  « 
den  Jahren  1279  (oder  1280)  und  1281  »tammen  d.  h.  aus  einer  Zoll, 
welcher  Holobolos  sieb  im  Kloster  Toii  fttyälot^  'Jy^or  aufhielt.  Wuit  v> 
freulicher  «Is  diese  devoten  Ergüsse  sind  einige  kleinere  jambiscbc 
Poeeien,  ein  Hymnus  auf  ein  Bild  der  hl.  Maria  von  Ägypten  (einer  in 
Byzanz  viel  gefeierten  Heiligen),  Monosticha  auf  das  Leiden  OIiri.»ti  und 
auf  eine  Reliquie  des  hl.  Johanne»  Chryisot^toino» ,  xwci  in  Form  dot* 
Dialogs  abgofasste  Orabächriften  auf  den  Komnenen  Konstantine»  Mali^ 
senes  und  auf  den  Komnenen  Andrunikus  Tornikc-s,  endlich  LOeungenn 
den  [{ftt»eln  des  Eust^thios  Makremholites  {s.  S.  7ß&)  und  ein  BAtn- 
gedieht  flber  das  volksmitssige  Sprichwort:  jiiw  kt'uv  »al  ti^  tri  ^mnim 

Die  Proaaschriften  des  Holobolos  sind  fast  durchwegs  aiw  »in« 
TliStigkeit  als  Lehrer  und  Kirchenredner  hervorgegangen.  Es  sind  Schuliro 
zu  kleineren  Gedichten  z.  B.  Kum  Altar  de«  I)of<inda8,  zur  Syrini  d« 
Theokrit,  zum  Beil  des  Simmias.  zu  den  .Flügeln*'  u.  8.  w.,  Erläatc- 
rungen  zum  ersten  Buche  der  ersten  Analytik  dos  Arifltotelt» 
und  eine  kommentierte  Übersetzung  der  Schriften  des  Boeti 
De  differentüs  topicis  (De  dialectica)  und  De  syllogismo  hypothetico.  üii 
Obonetzungen  erwähnt  Holobolos  in  einem  Briefe,  der  im  Cod. 
dianu»  50  erhalten,  aber  doii  f^schlich  dem  Planudcs  zugcaohrielMii  i 
Dazu  kommt  noch  ein  Trostbrief  an  die  Nicht«  de«  Kaisers  Mkh: 
die  Theodora  Palaeologina  Rhaulaena,  und  eine  am  Weihniclil 
feste  vor  dem  Kaiser  Michael  Palaeologos  gehaltene  Rede  (im  Cod.  Bo4l 
Borocc.  131  a.  14  fol.  244-250'). 

I.  AasKabcn:  A.  Poesioa.     19  Ujimian  od.  Fr.  Boissonad»,  An,  p.  6  (I 
1&9~182.  —  Den  20.  HymnuB  od.  M.  Treu.    MhhupI  llolobolo«.  h.  Z.  h  (1696)  MS  t 
Dnn  TTymuiia  uuf  das  Bild  d«r  hl.  Moria  von  Acgyptcn  cd.  K.  Uillsr,    HuhibIu  n 
«arminii  2  (! S.'.T)  373— 375.  -   Die  LHiiuiigoD  xu  d<in  tUtooIn  odd.  Uilberg  und  Trfo 
■Icn  a.  'GH  angeführten  Ausgaben.   —  Dos  Sohengedioht.  dio  MuauHttolM  oad  di>  Ont 
nolirilt  nuf  don  Knnin«nen  KooslAutiQu«  Maliuaonoa  ed.  M.  Tr«u,   ß.  Z.  r>  (1696)  Mti 
—  Die  xwuil<>  aiabschrirt  stellt  unedicrt  im   Cod.  Es«ur.  *.  I.  10.     Vgl.  B.  Hill«. 
C«t«loi<ui.-  dfH  IHM  greca  do  h  bibl.  d«  rEscuria).  Pftrü  1848  S,  146. 

II.  Prosa:  Diu  Soliotian  lum  Allar  des  Dosiados  und  au  Sjrriox 


i 


3.  ProranpoMie.    (%  39 


Tb  Bfrek,  npnMuln  pItiloIngiVji  2  IHnlln  iÜHR)  7ß9-7T2.  —  Dia  Rdinlinn  mr  Synnx 
■ich  i>e>i  Kr.  UObaeT.  Kcliolin  ia  Tlicocrilum.  l'iiriH  1K49  ä,  111  (f.  —  7.ti  dnn  äcliolinn 
n  il«n  FlOgoln  V(;l.  C.  HAbcrliii.  Curmina  liguratn  giaocu.  Iliuinnvcr  18S7  B.  i  ft.  ~ 
ht  philoM>phiHclicQ  und  rhotori wehen  SobriFlcji  lUDd  noch  uaodiert.  Cebcr  die  Hh  dor 
mtntn  vgl.  M.  Tr«u.  a.  «.  0. 

2.  Uilfümillol:  Fnbrioiuii,  Bibl.  gr.  od.  Ilarl.  II,  BB».  —  B.  Hnxi,  Not.  et 
«fr.  9  (1813)  2,  139.  —  Max.  Treu,  Huximi  monnchi  I'boudi»  epiatulau  S.  1B2  f.  und 
tu  ff.  (Bb«r  die  obvn  «rwAlinto  Tlieodora  l'ala^ologitiu  [{.liaiilaonat.  —  Max.  Treu, 
lubthii  UacrMiiWIilao  'gnae  fi-rnntur  aonigmata,  Progr..  BtVHlau  18^3  S.  23—31.  — 
Baaptschrill:  Mnx  Tr«u.  Mftna«!  Hobliolos,  B.  Z.  5  (ISSG)  ^38 -&&9. 

3.  l'cber  die  Bjrinntin^r  iiamens  Holobulo«  berracbt«  frllbur  tnaiiuli»  Vorwirtung,  die 
•ral  darch  Mai  Tivu,  a.  n.  0.  Roliclilnt  worden  ikt  Dar  RlUullOser  Protosynlceltoa 
liiiuioa  Holnbolos  wuHc  ftir  einen  /nilgoiioonon  d«s  Eiiatalliios  Makrernoolitos  go- 
UlfD:  et  ist  aber  zweifellos  idootisch  mit  iinanrem  Dichlor  und  Rli«tor  Manuel 
HaUbeloa  (s.  o.).  Kin  iwoiUr  Munn  dieses  Namens  isl.  der  Rbtitor  und  Arzt  Manuel 
Italobolaa.  der  im  Diatuu;  MuzilHh  (h.  .S.  49!^  IT.)  die  Kiiiiptrollc  apielt:  er  ist  nicht  eine 
h^ltrtD  r«rso«.  acrndem  bat  um  dns  Jnlir  l-tOU  wirklich  gelobt.  Unhor  einige  s|ilttero 
Vua«l  und  Uaximoa.  denen  in  der  neueren  I.itteratur  luwflilun  flÜnohlich  der  Kamilien- 
tHM  Holobol«  beigelegt  worden  iat.  vj;).  M.  Treu.  a.  a.  0. 

4.  Ein  (lewtoser  Tboma«  Qorianites  rNuuiic  6  rn^irrviri;;)  richtete  im  Jahrs  1273 
$k  G«diclil  an  Manuel  HnloholoD  lum  Dank«  flir  den  Untorrioht  im  uriatotvlischen 
<ksuM,  dta  er  bei  di<«em  gunosaen  hatte.  Cod.  Neapul.  111.  A.  6  a.  14  fol,  106,  Ücber 
^rift  nad  Beginn  lauten  (nacli  VtirbeBsening  der  Seil  reib  feil  1er):  Tau  Xayiiutiiiof  rnpinriiov 
«•pw   Mttfiii  «ii'jfM  yiyorortt  ir  Ifl  «niHlpCfi  liovt  ,?|J-Ji«'.   ÖV»   nopiS  lov  'oio^iuloi'  xi>foP 

rH  tft  öpytircr  ifivtitti.  Mfrattor  ifirfijfta  tfi  ftri'iUfi  tffgair. 
9i3.  Eonstantinos  Auagnostes  (Kunazai-iTvie  ö  'Mayt-töoft^)  ist  ein 
tiUlior  von  niomiiiK)  beachteter  Dichter,  liboi-  do^en  Biographic  und  littcra- 
riKho  Thätigkeit  It'ider  wonig  Sicheres  bekannt  ist.  Zunächst  steht  fost, 
itaa  Konstantin  nicht  jünger  sein  kann  aU  dan  13.  Jahrhnnilprt;  denn 
eis  Werkchon.  das  seinen  Namen  ti'ägt,  steht  in  cinor  Handschrift,  die 
Khworlich  unter  dag  IS.  Jahrhundort  herabgcrUokl  werden  kann,  dorn 
ajcnartigun  und  wertvollen  Cod.  Vatic.  Pal.  367  fol.  136"— 137.  Es 
iit  «in  »US  Ö2  politischen  Versen  bestehendes  Dankpoem  an  den  hoch- 
betfihmt^n    Sekrettir    Konstantin.      Titel    und    Anfang    lauten;  'U/itäfiflitt 

tltf/ov  xvpoi'  Ktot-atatfirov.  'Eyrmica,  narvnö'ftiir  teal  TiarvTrtQ9avna<TTt. 
la  bomorkcn  ittt  hier  diu  Bezeichnung  der  politischen  Verse  als  Halh- 
jimben.  Vielleicht  gehört  demselben  Anagnostes  noch  ein  rweiteei  in 
lir  Handschrift  unmittelbar,  jedoch  ohne  Autorname  nnd  Titel,  folgendes 
Pofm,  d».'*  <lurch  seine  volk^sprachlicho  Form  bosondorö»  IntercsHC 
enre<c]it  Den  Inhalt  diesen  46  politische  Vorse  umfassenden  Gedichtes 
bSilon  Werl«  di«  Trostes  und  der  Ermunterung  an  einen  Sohn  (oder 
SdiQler).  dessen  Herz  der  Verfasser  frllher  durch  Strafen  gekränkt  hatte. 
Dir  Anfang  tautet:  tiaiih-  fiov  *»  «i'  at  /limr^aa,  rtaidiv  /luv  xi  av  ti/liß>ji,\\ 
Bmiiv  ftav  xi  äv  ff*  inaiStvca  xi  «r  Of  (i^Xitf'a  /rpöf  tapar.  Wenn  die 
Ztteilung  i)ie.<er  Verse  an  Kontttnntinos  Anagnostes  sich  als  inchtig 
bnrihrt.  «o  ist  er  künftig  neben  Prodroraoa  und  Glykas  als  einer  der 
R«t«n  Byzantiner  zu  nennen,  weiche  die  Volkssprache  neben  der  Kunst- 
ifrache  iitterarisch  verwerteten.  Ob  auch  die  folgenden  Epigramme,  wie 
H,  Stovenson  im  Katalog  der  Codices  i'atatini  graeci  S.  232  venuutft, 
■rit  Anagnoatc«  zu  verbinden  sind,  lässt  sich  ohne  sorgfitltigcs  Studium 
kr  Handsclirift,  die  ieh  leider  nur  flüchtig  oinsehou  konnte,  und  ohne 
rergleicbiing  dieser  Epigramme  mit  verwandten  Erzeugnissen  niclit  ont- 


774  BrtantiDische  Littermtargudücbt«.    IL  PMtUobe  Litterfttu.  I 

sclioidvn.  Dagegen  kann  llber  die  Person  deü  Komttantinofi  ÄoagnodMl 
Kähoros  fostge^Mlt  werden.  Nach  der  Subskription  »uf  fol.  1611  bat  ia' 
palatiniechen  CodfX  gusclirieljcn:  IlQmftDit'^tf;  roii-  xatä  Kvi^nv  toßwiafiia 
KtDVOitiviTfof  ti'tflili  UrayrtöOii^s  A  xai  toi'  «y-opj  y^a^tv;  *al  nrioi 
ixagtvcoit'  aal  y^ütfae.  Es  ist  mehr  als  wuhrscheinlich,  dasa  dieser  Oli- 
mann  der  Notare  in  Cypeni  Konstantino»  Anagnostea  mit  dem  «mit 
nnbekftrinten  und  m.  W.  in  keiner  zweiten  Handschrift  fl herlief erten  Wdiler 
dicws  Namens  identisch  iJ^t.  Er  hat  in  die  offenbar  Allnifihlioh  ent«tandeat 
Suminluiig,  deren  roi/ende  Schnörkelschrift  den  geübten  KanzleibcamiM 
verrät,  unter  das  bunte  Allerlei  fremder  Werke  unch  Erzeuimiase  t&sm 
Haiismuse  aufgenommen.  Wie  die  Handschrift  selbst  darcb  ihre  BbU 
stehung  in  (^lem  palftograpbisch  und  litterarisch  interexsant  ist,  so  vt^ 
dient  Konettantinos  Anagnostea  als  einer  dor  wonigen  byxantinisclien  Srhrifl- 
etollcr,  die  nachweislich  in  der  Provinz  tubeiteton,  lebhafte  Toilnahnii', 
und  »ein  NuchlasB  sollte  gesichtet  und  veröffentlicht  werden. 

1.  floBchrdibuDg  des  Cod.  Vatio.  Psl.  367  bei  H.  Stovens««,  CodJMs m» P*l>Ui 
snca  bibl.  Vstic.  Rom  1885  S.  229-285,  —  Eino  Schriftprob»  aus  d«m  Coda  gibl 
KohtniU.  B.  Z    1  (I8ö2)  329, 

2.  Von  oinnm  MSnch«  .Inkoh,  dor  Kjiltter  Metropolit  ron  Bnlgari«n  'rarit, 
hAboo  wir  ein  (iodirhl  llbnr  rinttn  VMzag  des  ,KaiBor>  TbaoJoroB  Komli»no*M«t 
'I'bi-udur  11  l.«flknrin?),  nuf  wolchcm  «in  Teil  eoines  Heotes  die  KlOatcr  des  lil.  VfUlim 
plOudertu.  Leider  cnthilll  dn.i  (juditht  nur  ollgemHinc  KlnKeu  Ober  die  lEtaiUMinr  W- 
wQstung  der  Hauoer,  Kirohi-n  und  heiti^tn  BDch«r.  Novh  uuediett  im  C«<L  vindob.  1>mI 
gr.  106  fol.  184— lä5.  Vgl.  A.  Fr.  Kullar,  Ad  I'.  I^anibucii  oommonL  «tc.  niprkD. 
Wien  1790  e.  698  f.  —  Derselbe  Codex  birgt  uuub  andere  unbedeutende  Vtcsifllütina 
wie  «lin  inbaltsannea  Poem  eine«  Priest«rs  HivLael  Luludi»  aub  EpbescM  aa  in  KopiMM 
dor  Hs,  ein  kleines  Memorialgedicbt  Ober  diu  Feste  des  Kemi.  Krebsi^me  t"'/" 
KOfixTfot;  vgl.  8  800  Anm,  2)  beginnend:  U,»J>;oii<  ^Ji;  mäXiji  nijAjauc  ijw«  u.  ■,  ».  T(i 
KolUr,  n.  ■-  0   c  ß94  ff, 

3'i4.    Manuel  Philes  {Marovil  d^iAi;;)    aus    Ephesos  lebte  unter 

Kaiser  Afichael  l'alilnlngos  und  den  beiden  Andronikos,  vielleicht  auch  o«3i 

unter  Johannes   KanlakuM^no»   (ungefähr   1275—1345)    in   KonstanUnciprl, 

Genaueres  über  den  äuasoreii  Verlauf  seines  Lebens  ist  uns  nicht  bukuunt, 

was  ofTenbar  damit  zusammenhängt,  dass  er  keine  erheblichen  Ämter  1*- 

kleidete   und   keine  politische  tlolle  spielte.     In  seiner  Jugend  erfreut«  m 

sich  der  Unterweisung  des  Historikers  Oeorgios  Pnchymeros,  CT  de»« 

Tod    er  eine  jambische  Monodie  verfasste.     Zu    seineu    Freunden  riAH« 

Maximos  i'lanudes,   von  dem  wir  einen  Briof  an  Philoti  bositsen,  unl 

viele  andere  Byzantiner,  die  zum  Teil  nur  durch  seine  Getegenheititgodidric 

bekannt  sind.    Einmal  wurde  Philes  vom  Kaiser  nach  Russland  ge**cliicl[t> 

um  über  die  Heirat  einer  byzantinischen  Pi-inxessin  xu  unterhanddo.  Aw* 

ei'wähnt  er   Ueisen  nach  Persien,  Arabien  und  Indien;  vir  «riim 

aber  nicht,  in  welcher  Eigenschaft  er  dieselben  unternahm.    Dunkel  bleib«» 

auch  die  nüliereu  Uuistande  eines  Konfliktes  mit  dem  Kaiser;  ur  "iinlA 

wegen  Majestätsbeleidigung,  die  er  sich  angeblich  in  einer  (uns  nicht  bt- 

kannten)  Chronographie  7.ii  schulden  kommen  Üees,  ins  Geßngnis  geworfM 

und  oret  freigelassen,  als  er  beschwor,  nie  etwas  Böses  gegen  den  Hemcitf 

geschrieben  zu  haben;')  es  steht  aber  nicht  einmal  fast,  unter  «etchifi 


■)  Das  liiorauf  boxtlglifho  Gedieht  in  der  1  v9n  Ad.  lilliss«».  Venacb  «iser  PttljM* 
Au«,  von  Miller  L>,  397.    Üoutacb  Qbsrsstet  |  dsraufopOiaobM  Possie,  Uiiwi«IM$S.lUt 


2.  ProfitnpoeBi«.    Tfi  334) 


775 


^Kiimr  dein  Ptiile»  dieses  ITnglUck  begegnete.  Um  so  genauer  werden  wir 
^■M^e  druckenden  VormOgennverhältnisne  untetrichtot,  unter  welchen 
H^fOeben«  zu  leiden  liatt«.  Weinerliche  Klagen  (Iher  Hnnger.  Uiirst  und 
^Bto  ziehen  sirh  durch  seine  juihllosen  Werke.  Wenn  Nicolordot  »ich 
^pt  MCIhe  nahm,  den  Einnahmen  und  Ausgaben  Voltaires  ein  dickes  Buch 
H|  widmen,  so  ergllbo  «ich  wenigstens  Stalf  fUr  eine  mfiasige  Abhandlung 
Hbcr  die  Quellen,  aus  welchen  Philea  feinen  jeweiligen  Bedarf  an  Held, 
HriMnsmitU-hi,  Winterkleideni  und  l'ferdefntter  bestritt.  Er  verkehrt  mit 
^■B  hervorragendsten  PorsUnliclikeiten  iwiner  Zeit,  aber  seine  Boeichungon 
^nletots  die  eines  IlnterwUrtigen.  Bitlenden,  Lobpreisenden,  eine»  Mannes, 
Hgr  flieh  dankbar  erweisen,  die  Aufmerksamkeit  auf  sich  lenken  und  Unter- 
Hktnng  gewinnen  will. 

B  Philes  gehSrt  zu  den  fnicbtbarsten  Autoren  der  bysantiniclion  Zeit 
Hpid  zwar  EU  den  wunigen,  die  sich  so  gut  wie  ausschliesslich  (s, 
^um.  5)  der  poetischen  Form  bedienten.  Sein  Lieblingsmuss  ist  der 
^■Mtfsilbige  jambiache  Trimeter,  in  welchem  der  Hiatus  sorgfältig 
^■SUeden  und  die  vorleixte,  zuweiten  die  drittletzte,  niemals  die  letzte 
^■be  betont  ist.  Da»  Hnuptversmass  der  spittbyzantinischen  Zeit,  den 
HBlitischen  FQnfzehnsilber,  verwendet  er  nur  in  wenigen  StQckvn. 
^Blr  teilen  die  schwer  übersehbaren,  vom  Herausgeber  zur  grösseren 
^nbe<|uemliehketl  des  Lesers  in  wüstem  Durcheinander  aiie  den  Hand- 
Htiriften  abgedrucktun  Maesco  (im  ganzen  Über  20000  VorBo)  in  oiiiigo 
^buptgriippen. 

H       1.  Naturwissenschaftliehe  Gedichte.     An   der  Spitze   steht  daa 
Htm  Kaiser  Michael  l'alilulogos  gewidmet«  Lehrgedicht  Über  die  Eigen- 
schaften der  Tiere    {titfti   Cp'"*'  VJtrjn/io;).      In    2015    Trimoteni  und 
Htt,  .Absehnitten   werden   die   wichtigHtun    VSgel,   VierTüHslcr   und   Fische, 
^BMich  auch  die  Phantasietiere  wie  das  Einhorn  und  der  Onokentaur  mit 
^Bn  Üblichen  Zusatz  von  Wundergeschichten  kurz  beschrieben.    Als  Quelle 
^■ntevomchmlichdasTiergoscbichtenbuchdes  Aelian;  doch  mangelt  hierüber 
^pe   Untersuchung.    —    Kin    kurze    Beschreibung    des    Blephanten 
HVrfo/i<v  /x^p««"«  fltifftttog)  in  HSl  Trimetern,    mit  einer  Widmung  an 
Hri  Kaiser,  deren  tiedankengang  für  unseren  Dichter  sehr  bezeichnend  ist: 
^■bBSi-r  Kaiser.  Dti  tapferer  Lnwe,   einen  Klephanten  habe  ich,  der  treue 
Higdhand.  im   Fangnetz  der  Sprache  erbeutet    und  bringe   ihn    Dir   als 
^hutdigen  Tribut!  —  Das  gewöhnlich  De  plantis  zitierte  Werk  besteht 
^k  niuhrercn  selbständigen,  ohne  einen  zusammenfassenden  Titel  Qber- 
^■ferten  Oedichten:  T>ie  Ähre,  die  Traube,  die  Kose,  der  tiranatapfcl. 
H      2.  Dialogische  StUcke.    Philes  läxst  in  einigen  seiner  Gologonbeits- 
HUiehte  iiwei  oder  mehrere  Personen  auftreten,   eine  Eigentümlichkeit, 
Htiche  ihm  die  unverdiente  Ehre  verschafft  hat,  den  griechischen  Drama- 
Bitern    bvigeseilt  zu   werden.     In    Wirklichkeit  fehlen  diesen   üodichteu 
iBo  we«»entlichen  Erfonlernisso  eines  Dramas.   Hiehcr  gehört  das  nokro- 
logiflcho  Ocdicht  in  6iJ2  Trimetern.  welches  B.  Stark  unter  dem  trilge- 
riachen  und  von  ihm  selbst  in  der  Vorbemerkung  eigentlich  widerrufenen 
Tit«!  Tragödie  veröffentlicht  hat.    Dieser  .Tragödie"  fehlt  jode  Handlung 
lud  sogar  der  Dialog;  aie  besteht  nämlich  aus  monologischen  Ergüssen  der 


776 


BfEuitiniadie  Litter Btarg«a61iicbt«.    U.  PoetJMih»  Litt«ntvr. 


iisdi  einander  auftretenden  Personen,  die  wir  «hb  am  ßrahe  oiae«  "rar 
vuräamtniilt  zu  denken  haben.  Zuerst  erscheint  ein  Dieiicr  und  fragt  ucki 
dem  Orte,  an  dem  der  Toto  sich  jetzt  befinde.  Dann  preüt  der  Vaill 
den  Sohn  glÜL-klich  und  erinnert  an  den  Gärtner  und  den  jungen  B«a 
u.  s.  w.,  die  Mutter  ruft  dreimal  den  Sohn  nnd  vergleicht  »ich  mit  NiiW 
der  Bruder  erklärt  sich  bereit,  Hein  l^ben  fSr  da«  des  Toten  hinzugM 
und  schildert  dessen  ritterliche  Eigenschaften,  die  Witwe  gibt  ihnfl 
Schmerzü  bewegten  Ausdruck.  Der  Vater  ondigi  die  Totenfeier  mitWoitii 
des  Trostes  und  spricht  zum  Schlüsse  die  Grabtichrift. ')  WahrachMnfi^ 
heüieht  sich  das  Werk  auf  den  um  1321  erfolgten  Tod  eines  Söhnet  M 
AiidronikoR  Paläologos  (1282— 1828):  die  auftretenden  Ponwnen  anl 
hI»o  der  Kaiser  und  dio  Kaiserin,  die  Witwe  und  der  Bruder  im  PlittH 
und  Philos  Kellst  (als  Diener!).  —  Zu  dieser  Gattung  gebOrt  fenier  dil 
dramatiHvhe  Ethopoeie  {'If&oTtoiTa  dfafiaux^)  ein  in  dialogischer  ford 
gehaltener  Panegyrikus  auf  den  Orn.tHdomeHtikos  Johannes  Kniitu 
kuzenos;  Personen  de-i  Dialogs  sind  Phiies  und  der  persunilieierl(^i  Guiil 
{SoT'g).  Der  ersterc  forsclit  in  ausführlicher  Weise  nach  den  Tugon^ 
de»  Gefeierten,  der  JVor;  weiua  jede  Frage  mit  steigender  Begeisteren^ 
KU  beantworten ;  er  ist  eben  bei  einem  Vergleiche  mit  Achilles  angelaagb 
als  er  daa  Geräusch  eines  Geführtes  vernimmt;  ea  ist  der  Wagen  im 
Tugenden.  Sie  treten,  als  eine  Art  Chor,  einzeln  auf  und  eine  jede  erkÜfl 
den  Helden  Kantakuzenos  für  ihren  Freund,  ihren  Briiutigam,  ihren  ScbUtn 
ling  u.  8.  w,')  Nach  dieser  Ituliepiiusö  hebt  Phües  auf»  neue  an  xv  friM 
und  der  JVo?;  erhSlt  Gelegenheit,  seine  rühmenden  Schilderungen  xa  nM 
enden,  /um  Schlüsse  erscheint  der  in  allen  T&nen  gepriesene  DomeetikiMI 
selbst  und  gibt  seiner  Befriedigung  Ausdruck.  In  der  ayninictriaclieoi 
Anordnung  der  Kedcn  durften  selbst  die  feurigsten  Verehrer  dos  di^< 
logischen  Parallclismus  des  Guten  zu  viel  &)den;  jede  Person  spricht  n&n^ 
lieh  stebf  sieben  Verse,  so  dass  sich  also  die  !I66  Trimeter  dea  gaoM 
Werkes  in  13^  siebenzeilige  Strophen  zerlegen.  —  Das  dritte  Sttdi 
dieser  Gattung  ist  ein  Dialog  des  Menschen  mit  einer  Seele: 'ir^?*- 
!Tog  dialfyü fttvoi  fittä  il't'xfjQ.  Gegen  den  Sohluss  nimmt  die  verst^tieM 
Gemahlin  dos  Menschen  an  dem  philosophierenden  Gespräche  tcöl  Vti 
tadelt  ihn,  daas  er  sie  aus  dem  ewigen  Lichte  in  die  Finsternis  der  Leide» 
schatten,  aus  der  tVeiheit  in  das  Gefängnis  KurUckgenifen  habe;  dsraif 
fasst  sich  der  Gatte  und  schlieft,  das  Andenken  an  sein  Weih  werde  ihn 
für  sein  noch  lllmges  Loben  als  Richtschnur  und  Leitaturn  dienen.  !>*> 
Ganze  ist  demnach  wie  die  .Tragödie*  ein  nekrologiaches  Trost- 
gedieht.  Es  umfasst  240  politische  FUnfzehnsilher,  die  sich  auf24zukn* 
Zeil  ige,  durch  eine  alphabetische  Akrostichis  verbundene  Stro|ih(i 
verteilen. 


')  Zu  vnri;?oicli«n  Ist  0.  a.  dar  von  Zln- 
gerlD,  AusgiTwaliltfr  Solirift«!)  dM  Eriirem 
4.  Ol,  ÜbontfUlc  nyrieclie  Hjrmnas  mt  den 
Tod  einer  HiiiiBiniittnr,  wo  auch  veraebiedene 
Peraon«n  Todotiii  uinRnffthrt  trord^D.  8.  W. 
Meyer,  AofHiig  und  l'iaiining  der  \aL  nnd 


grieoli.  rytkmi»ch«n  Diclitimc  S.  Vfi 

*)  Aehnliob  v«>rd»ii  in  dei  MuniÜM  '" 
Theodoroi  Byrtaksaos  Mii  Ktimt  ti 
cha»I  IX  die  oinMlMit  Taf«ii4M  klagmd  ■•- 
II«AUurl.  ßoiMonftde,  AnoodoU  cra«ea  l 
I18S2)  26-2.     Vgl.  %  204. 


4 


^ 


2.  ProfonpMaie.    (§  S24) 


777 


3.  Gedtclit«  auf  kirchlich<>  Stoffe,  d.  h.  Distichen,  Tetraatichen 
od  gr&BScr«  StUvko  auf  die  Kii-t^honfcst«,  auf  (einzelne  Teile  der  hl.  Schrift 
iie  die  Briefe  <!ott  hl.  Paulus,  auf  K^^idon  des  hl.  Bii»ilio8.  des  hl.  Or«gor 
B.  a.,  auf  die  einzelnen  Kapitel  der  Klimax  de»  .lohannf-'s,  auf  chrislltclio 
Qllub«n8H&txe,  auf  Heilige  und  Kirchenväter  u.  h.  w.  Für  das  poetische 
TmUndnia  de«  VhUva  '\»i  es  bezeichnend,  dnits  er  einen  der  groR-sartignten 
llti.>n  Kin-hfnliL'der,  dun  berühmten  Akathi»los  (».  S.  671  f.).  in  jambi.S('lio 
Trimetcr  verwässert«,  gleich  als  wollte  er  den  weiten  Abstand  «einer  sleif- 
leineDen  Veraifikation  von  wahrer  Poeaie  dem  Leser  ad  oculos  demon- 
•Ifieren  (Ausg.  von  Miller  2.  317  ff.). 

4.  Gedichte  auf  Kunstwerke,  t«ibi  kurze,  toiU  aueftlhrlichere  Epi- 
jnmm«  auf  religifise  Bilder.  Skulpturen,  Votivgegonständo,  liturgiKcho 
.BOcli«r  und  GefUaso,  GotteshUuaer,  Medaillen,  Gemmen,  auch  auf  profane 
.Objekt«  wie  auf  eine  lleitcr.ttatue  de»  Justinian,  auf  einen  Becher,  einen 
ÜMgelring  u.  s.  Selbst  xo  unscheinbaren  Dingen  wie  einer  zersprungenen 
ttd  durch  EiJKenklammeni  zusammongehaltoncn  Marmontchwolle  weiiut  Philes 
<iiw  epigrammatische  Spitze  abzugewinnen.  Manche  StUcke  beziehen  sich 
Uf  bestimmte,  näher  bezeichnete  Werke  wie  auf  die  Marntor»tatuc 
tt»  hl.  Georg  im  KIo»t«r  Manganon,  auf  eine  Iteliefdarstellung  des  Opfers 
Akrshama  im  Blachornonpataste.  Uiezu  kommt  die  Beschreibung  eines  im 
fi^aiHorpiilasto  livfindlithun  Bildei;  (oder  MoKaiksi')  der  Erde,  die  jedoch 
Dl  Cod.  VatJcanus  einem  Manuel  Melissenos  zugeschrieben  wird.  Das 
l«dicht  auf  eine  Darstellung  der  Hochzeit  Alexanders  des  Grossen 
iii,  wi<>  im  Titel  selbst  verraten  wird,  eine  Paraphrase  des  kleinen  lukiani- 
eben  Stilckea  Herodot  oder  Aetion.  Eine  lie«i>ndere  Erwähnung  verdienen 
ocb  sochs  Gedichte  auf  bildliche  Darstellungen  der  aus  dem  Barlaamroman 
I.  g  392)  bekannten  indischen  Parabel  vom  Lebensbaum,  den  Mäusen 
od  dem  Drachen.  Endlich  gehören  hieher  die  Verse  auf  eine  allegorische 
terst<tl)ung  der  zwülf  Monate  (».  §  313,  9).  So  gowfthrt  uns  Philes  eine 
Innticho  Bilder-  und  Skulpturengallcrio  seiner  Zeit  Da  or  —  ganz 
Q  Gegeiwatüf  zu  den  Phuntasiegebilden  des  Meliteniofces  —  allem  An- 
iheine  nach  meist  wirkliche  Werke  vor  sich  hatte,  so  sind  aus  einer 
'atcrsuchung  dieser  Gedichte  braucbbai-e  Aufschlüsse  fUr  die  byzantinische 
IcoDographie  zu  erwarten.  Auch  rein  litterarisch  betrachtet  sind  aio 
icht  ohne  Wert,  ond  jedenfalls  gehören  sie  zu  den  beston  Leistungen  dos 
'faiiee. 

5.  Oeleg«DhoitHgedichte  und  Vermischtes.  Den  breitesten  Kaum 
Baacpnichen  in  dieser  Gattung  die  von  knechtischer  Devotion  IlberfÜessen- 
■n  Lob-,  Bitt-  und  Dankgediohte  an  die  Mitglieder  des  Kai^erhausea 
lad  hohe  WQrdentrAgor  in  Staat  und  Kirche.  Manche  besitzen  histori- 
chen  Wert,  so  die  Schilderung  seiner  Gesandtschaftsreise  zu  den  Husson, 
'erschiedene  Gedicht«  an  den  Protostrator  Michael  Glabas  (bes.  das 
nn&ngreiche  Sttlck  2,240  fr.),  an  seinen  GAnner  Patrikiotea,  ein  Trost- 
Bidicfat  an  den  Kaiser,  als  die  .Sikeliotcn*  Thrazien  verwüsteten,  u.  &. 
Weiter»  AnlAose,  welche  Phile»  zu  iioctischen  Versuchen  begeistern,  sind 
fie  Itückkehr  des  Michael  Palueologos  aus  dem  Abendlande,  ein  an- 
geblicher Sieg  des  Kaisers  Über  die  „Barbaren",  eine  Feuersbrunst  im 


rroiclil 


M  sdioini,  'iTns^IclirerfifflTlcnes  strntegiBchea  Wer 
wÄhnteii  IVotostrBtor  Michael  GlabSB.  Pio  nioiKtcn  <lii 
voll  der  widerliclisten  Sclimeicheleien.  Den  Gipfelpunkt  orroiclil 
baft«  IlntfrwUrfigkt'it  ahc-r  in  <lon  eigentlichen  Bettcigedt 
allen  Thürc*n  itlrockt  l'liiloä  »oinu  locro  Hand  herein.  Einen 
Kai8or8  mahnt  or  an  »ein  Vempruclien,  ihm  Woin  und 
Rchcnk«n:  .Ich  hin  Dein,  Dein,  der  hesto  KalligTsph  Doint 
ahor  liiüs  Deine  MiflAgun^t  fallen  und  zRgere  nicht  llingor, 
Kprochene  ku  spenden!*  Di^n  Duincstikos  der  orientaltRcl 
bittet  or  um  Hmscn  und  Rebhühner,  denn  er  habe  das  ewige  Sei 
endlich  satt;  oder  »her  er  möge  ihm  goldene  Schlingen  sendl 
die  in  der  8tadt  flilenthalben  aufgehilngien  ßänse  und  Ent4 
k&nne.  Der  kaisorltohc  Jagdmeixtor  »oll  ihm  Gerste  fUr  i 
der  Patriarch  ein  vcräprocheneH  Rind  liefern.  Die  Muitc  4 
wahren  Hoohstuplerin,  die  ihrem  Herrn  sogar  die  nOtige  ffl 
sorgen  mus».  Den  Patriarchen  Theodor  Xanthopulos  j 
in  einem  langen  Gedichte  um  einen  warmen,  wohlgefUtter 
PelzmanIflI.  ausserdem  um  Wein,  Pferdefutl^-T  und  dna 
Kleingeld.  Wenn  er  sich  gar  dem  Kaiser  seihst  naht,  vi 
Besinnung  und  seufzt  wie  ein  ]iebef>toll«r  Seladon:  ,0  Kai^ 
ich.  Dich  allein  atme  ich;  o  Kaiser,  l>ein  hin  ich,  Dich  alleii 
und  lehe  durch  Dich,  den  Hauch  der  Ausunen;  und  lebe  durl 
mächtigen  LichUiort,  der  das  Dunkel  der  Seele  vorscheucW 
Stunn  des  Kummers  Über  mich  hereinbricht!*  (2,  131).  DJ 
Stücke  vermischten  Inhalt»,  »o  eine  Apologie  gegen  ei> 
verspottete,  weil  er  angeblich  behauptet  hatte,  er  habe  in  ] 
gebäi-eude  Weiber  gesehen;  Epigramme  auf  die  Hose,  auf  Sj 
Erde  und  Meer:  ein  grosses  paräuetischos  Gedicht  (1,  359)  u.  m 
Stücke    Mnd    wiihl    siU  vnrrKtiirA  Whiw   Rtr  nint.xüe.h»  RniiU 


2.  Profkupomie.    (g  324) 


779 


toph«m,  Woi-t«pi«lüii  uikI  All^^goricn,  auch  durcli  «onetige  GoechmackloHg' 

fceiten.    Als  Mensch  stasst   uiis  Phik-s  ab  durch  den  selbst  bei  Byzan- 

tioem  seltenen  Grad  gemeiner  Speichelleckerei.    Darnach  ergibt  aich  seine 

Cbarftkteristik  von  selbst.    Ganz  verfehlt  i.st  ch,  wenn  man  ihm  einen 

Platz  unter  den  Dramatikern  anweist;    daitu  berechtigt  nichts,  auch  nicht 

die  emähnten  dialogist-hen  Stücke,   die   zudem   für  seine  UtterarisL-he  Go- 

Bamterscheinung  ganz  unwesentlich  sind.   I'hiles  ist  nach  der  Mannigfaltig- 

^uil  »einer    Produktion   vorzüglich    mit    zwei   byzantinischen    Dichtern   zu 

^■gluichcn,  mit  Gcorgio»  i'isides  und  mit  Theodoros  Prodromus,  mit 

^nen  er  auch  in  den  Handüchriftcn  zu»amnieng(>ht,     Sein  oigentlichor 

Vorläufer  und  Doppelgänger  abor  ist  Prodromos,   Philcs  ist  ein 

choprodromos  in  stark  vermehrter  und  verschlechterter  Auflage.    Beide 

die  byzantinischen  Hofdichter  xnrr'  *?ox'/''  ""•'  beide  .sind  hierin  filr 

opätere  Zeit  typisch  geworden;  wie  Prodroinos  von  Philes  und  manchen 

8o  wurde  auch  noch  Philos  von  »patoron  Dichterlingen  nachge- 

nl,  ein  Verhältnis,  das  sich   schon  äusaerlich  dadurch  ausspricht,  ä&m 

(l(tD  Handschriften  die  Gedichte  des  Prodromos,  Philes  und  verwandter 

kinder  so  durcheinander  gemiiricht  sind,  daea  ihr  Eigentum  sich  oft 

rcr  absondern  IRsst.     Wie  bei  Pro(ü-omo8   treffen  wir  auch  bei  Philes 

eiche  u pi gram mu tische  Gedichte  auf  Kirchenfesto.  Stucke  der  hl.  Schrift 

I  ähnliche  Stoffe;  wie  Prodromos,  so  besang  auch  Philes  eine  utlegorische 

itellung  der  xwfilf  Monate;  bei  beiden  finden  wir  Spuren  Lukiana;  bei 

Dt)  auch  das  dialogische  Element.    Dieselbe  Verwandtschaft  zeigen  sie 

^ihroni  Charakter    und    in  ihrer  iltisi^erun  Lebt.-uHstellung;  Philes  ist  wie 

Vorgänger  ein  Stiefkind  des  Schicksal»,  ein  Hunger-  und  Betteldichtcr, 

Ptocfaophiles  wie  jener  ein  Ptochoprodromos.     Wie  Prodromos  ftlr  die 

^nneneaepoche  ao  ist  Philes  filr  die   Paläologenzeit  der  Typus  des 

firliilftigen,  dUrftJgen,  »bor  an»{iruchsvollon  littorarischen  Dilettanten, 

di«  Leiter  der  staatlichen  Ämter  nicht  zu  erklimmen  vermag  und  froh 

in  den  Vorhöfen    wohlhabender  Gönner  sein  Fortkommen  zu  sicherd. 

I.  AuBf;ab«n:   Kiti  Tuil  der  G(>(1ii:lita   wurilu  i-dirrt  von  Wornsdorf,   Idelur,  Pauw 

iMwn.     Di«  Tr^tüdic   «d.  B,  Sturk,   JhLiih  Juhrb.  8upplciiieiitb,  (—  Juttas  .Archiv) 

i)  444— 4SI.         JoUt  sind  «Hmthclifi  Ui-diclitü  in  drui  Aus|$ubon  vorviuigt:    Die 

■•B»dui(tliehan  KtQckn   in    den  Valuta»   Iniccilici    et  diductici   <>dd.    Fr.  DDbner  et 

lishr«,  fkm,  Udot  lm2;   die   xw«>i  littornrliiHtorisch^Ti   G«<liu1itu   (Ober   die  LicboB- 

'ihts  tUld  diu  slrntcgiiichD  Work)  cd.  K.  Mnitini,   {{undicoiil.i    M    U,   Int.  Lomb.  di 

e  laUArv.  Surie  II,  vol.  23  <lt<96l:    alles  tlt^brigc  in:    Maniiclia  CliilHc   caimina  ed. 

lillvr.  'i  voll.,  P*ri«  1S65— 57  (unuiethuJisoho  und  oborflftchliclin  Arbeit).  —  Kin  bei 

rr  t*>lili*nd«B  E|>iRrainni   auf  dta    Erzliischuf  Iliunyäluii   von  Mylilonn   od.    pr.   J.  !üak- 

llwB,  Jfiiior  3  (i^fO  -'J'i)  315  r,    —    Ein«  Anznlil    voa  K[iigrutninnn    nuf  kircliuufeste 

BiiliR«  «d.  Buch  einmal  ans  Cod.  Patm.  37  J.  äukkt>liun.    ffni.uinxi;  fltfX..   Athen 

^  R.  1^—20.    -   Don  DialoK  iwiscben  Motucb  und  Svelo  «d.  nuub  Millur  uucb  eioroiit, 

UB*olJ«Uiidi£  (nur  lU  «Uitt  340  Verac!)  nnd  feblerliuft  uus  Cod.  Monnc.  gr.  281 

^Jftba,   Aneod.  gnc«  tlioologic«,   Leipzig,  A.  Deich«rt   1893  S.  äl-SC,     Vgl.  B.  Z. 

48y 

8.  Bilfsoiiltel:  Krittsube  BaitrltgD  mm   nndicht  Über  dio  Eigenschaften  der 

i:  0.  Patakii»,  PliilolouuN  H  (1}U3)  024  B,  (oiniK°  gute  Verbessern ngeii  neben  miuichen 

lkSrbchk«il«n]  nnd  C,  Lud».  Sttuv«.   Oimscubi  Hrleclu,   vol.  I  {hipeiae  1S54|  158  IT. 

wartJos).     -   Zar  Ikonograjibii.':  B,  Slnrk.    De  Telluro    dca   doquo   eitu  imagine  a 

.  Phil«  d«««np4a,  Jtintx-  184S  (das  Godidit  h»{  Milt«r  2.  207  f|,  —  Den  Docke)  eines 

tiniMcbeB  Knliinuara  d««  lil.  SUphanos  vurgleicht  mit  tiedivhlvn  dus  Plnlus,  in  duucn 

BaliqviMian  baaobri^nD  w«rdeo,  G.  fieblutiiherger,  Comptos  ramlua  de  l'ucadeinia 

ioaeripCioBa  et   belloi  l«ttrM  IV.   «to«  19  (1886)  351  f.    -   Das  Qudicht  Uboi  dj« 


780 


Briantiniache  LitteraturgMchleht«.    tt.  Po«t]aeba  UtterkUr. 


12  Monate  ediert  iiml  bonpHrlit  Bruno  Keil,  Wionnr  Studien  II  flf^f^fi)  IIS  ff.  —lalm 
diolu^iftclion  StÜckvii  n.  K,  N.  •'int  lins,  'leioftiiöy  tlini/Koi'  rtnic  rov  Arnipon  loi  i^i'mmw 
raiv  ItvCifrircu»'  S.  S9Q  fT,  -  Max  Treu.  Muximi  moiiuclii  I'lanuilis  «pinlulac.  KrtnUd  IJM 
S.  354.  -  Chr.  Iiopnrov,  D»  bviknlmiBL-Jio  Dirhlur  MiiduvI  i'bilm.  jtur  li«KMIt 
Bnlgarionn  im  13.  und  14.  JILllrllUD<l•^rt.  P^terebarg  1^1>1  (ruiw.f.  Loii.  li«toni  <1k  Bito 
tuns  den  I'luloa  als  i.it>acliicbtH<|ii(-llu  und  kMumentisrt  di'u  KroMen  Pao»)cjnkus  anl  llicM 
Gtiibnii  (b«i  Miller  3.  240-  2.'i'<i.  -  Zur  Sprflche:  Tjrcbo  UomiDBoo,  Beitri«;e  lur  Ltln 
von  den  Kri«ehischi?ii  ?r«i"i«itJnnon.  Fiankfnrt-Berlin  188$~18»&  8   UH  f..  631  f. 

9,  Ueborlioferung:   Miller  bonbbct«  für  Mioa  Auagobo  vier  gr«sao  Sana*)- 
codiren.  oin«D  Kscumluisls,  rarirnnua.  Florenlintia,  Vatioaniui;    dazu  T«rw«tMa  M  Mlk  ; 
den    McinaMinBiB  SKI.  Diwi  kommui  die  Cadd.  Cromon.  Uibl.  Uov.  IW  ood  Tme 

C  VII-  7  |2M.  e.  II.  lö  liDi  i'aaini),  die  K.  Martini.  Uatalogo  di  HiaiiawntU  gnci  «olM 
n«lln  bibtioteoke  Itatiunu  I  2  (INUt))  3Ü2ff.,  USB.  gcatai  heKbtMtm  hat  AaTdmTiU. 
beruht  die  oben  erwälinlv  Aiiauabe  von  Mattiiii.  —  UnbeadiM  blieb  der  Ced.  Viidtk 
hiiit.  gr.  112,  der  «ino  aieniliüli  roiebe  Sammlung  von  Oedicbteii  de«  PbilM  cvtUU.  IM 
eine  von  anftterer  Hand  atammvnd«  frberechrift  (fol.  3S)  T«rl»it«t,  li«t  A.  St.  KelliTtj 
Ad  P.  Lambeoü  comment.  etc.  euppl.,  Wion  1790  col.  701  ff..  di«M  gana«  Saümlni  i' 
JobaiinoH  Ttotsea  zugeteilt,  «na  vobi  der  (irond  ist,  dasa  dl*  Ha  Toa  Miliar  a.a.  i 
neben  nnirdo.  .—  Kino  grOmer«  Anaahl  >on  Godiohten  dea  Philo»  enthalt  MKk  Cod. 
Thomnc  Koe  18,  a.  134»  fol.  43li~4ül.  --  Ein  bei  Miller  (I,  S.-JO— 368)  fchlendaal 
uut  Johuimea  Klimax  uolivit  auti  Cod.  Alhaua  2101  s.  18  Sp.  Lanbroa,  CatalogHl 
Ibu  greek  mm  un   Mounl  Atlios  1  (I89&)  180. 

4.    Ausser    deu    Gedichten    dea   Pbüoa  edierte   Mill«r   aocli   die   in  mimb 
Hcbriricn  unter  dieeelben  xeniiackten  Stttcke  des  Prodromoa,  Cfariatopkoroa 
MyLilone,  Masimos  Iloloboloa,  eines  Athanaaioa  Monaclioa,  Alexioa  Hakr«^ 
bolitea  n.  n. 

h.  Uio  rinxiga  von  Manuel  I'bilcn  bekannte  Proaasofarirt  iat  eine  icafix  alt|, 
);elinltcno  Aufforderung   einer  }luhItrora«balt  xu  reger  Auftnarksamkait 
»((•bt  uu•^diert  r.  B.  im  Cod.  Mon.  gr.  225.  s.  14.  ful.  ^D4~^0a^  wo  ata  dem  Bake 
lies  NikephuToa  Blemmjdea  auf  den  Kvaugeliales  Johum««  al»  Eiiklcetiuig  veiM- 
iat.     Der  Titel  luutct:    H«uoia    .Vai-ovijX    roti  ^j   afaoi-ayiraMx«fiir^   lav    {yii/ii**  . 
ii'jrooiia.fui    roV   ai'AWof  nvnttinavaa.     Vgl.   NicepüoTiia  Blemmjdea  ed.  Ucinenbr 
Proleg.  8.  LVn  (T. 

6.  Deber  die  Familie  dea  S,  777  erwAbnIon  Melisaanoa  hat  üaargioa  Sekelaril 
der  .jedenfalls    mit   dem   spateren    Pntriarchcn   idcntiaoh   iat  (v»;!.    die    AuaflUinniMa 
Dritonkn,  lt.  '/..  4.  -561  ff.),  im  Auftrage  dcH  KKiMir»  Jobunnaa  Vlll  I'nlRe«log<«(14SS -I' 
cinn  Scbrifl  vcrfamt.  die  der  Uod.  Boro].  Phillipp.  M.'iS  a.  IGlfJ  aufbewahrt:  Taii 
iiiiov  rtBipyittv  ioii   l^alttQioo   tH    lö   ti^laöti/iBy  yirof  ror  SltXtaarjrBv  dl'  rnal^ 
toi-  Kiftttmotiiiiiv  jlaatktaii  "luinwov  rot'   llaiitiiAÖYav  taXnyij  fn  An^e'^r  flijüiimr, 

7.  Ohne  AuConiamL-ii  Hieben  im  Cod.  Marc.  464.  der  iwiaehea   IS16  n»d  l!Wl 
der  Hand    dea  Dvmetriua  Triklinio»  guacbriebon  ist  (vgL  S.  &&5).  Epitaphion  im  poli 
Versen,  twui  ITIr  den  Kaiser  Micliad  Pnlaeologoa  If  12S2):  KilV  'nt-  9«mier  t«r 
Xfiat  ■■.'foi^  AhxBr,X  ruf'  Iluiittviöyov.  diei  tOr  Manuel  Pbakraaea:   Tai  nerei'  (/;  (wl 
toc  xiipoi'  Miii'ovi^X  roi'  >^^*ftal^^.  endlieh  iwaj  für  Unbekannt4:  Tai  (rsioif  tti  lir  ii* 
*ni  IfSoior  ür!lQio!tav  und:   f^lt  'är  itniaiov  fitv  tee  ayiftinov.     Der   «rwlhole  Uas^ 
Phakrannn   Int    Idenlliich   mit   dorn  Manno  diaaoa  Jlamona,   dem   auch  Manael  Philea  I 
Ombgcdicht  gpwldmnt  hat:    Mnnuelia  Philae  carminH    od.  K.  Miller  I   (18-U)  376  ff.  I 
ebandn  .S.  21^1    .\nni.  ft  und  M.  Tri-u.  Maximi  monnobi  I'lanudia  «ptatulae.  Brealaa 
8.  1^8)  und  wabmcbeiulivb  auch  mit  doni  ubeu  S.  lUü  Aniu.  4,  3  geBannlon  t'h.iknM«. 
Treu  wird  üivse  Oedichlv  dumuKobst  in  der  B.  Z.  veitUbntlleben. 

8.  Andronikus  PalaeoloRos  Komnenoa,  Sohn  dea  seligen  Sebaatokrater, 
im  Cod.  Viiidob.  pbil.  gr.  149  (Nessel)  s.  \h  genannt  als  Verfaaoei  eiBM  nie 
Lehrgedii^hles  .llnuptstDcke  Ikber  Tugend   und  l.a«l«i-  (fol.  a4$<~-SM)').    Daa  W« 
das  sidi  stoiTlich  nitt  dnm  Mnratftedicht  A-'t.  Mnnaaaea  <a.  S.  378  f.)  M)g  baallhrt  nod  i 
sonst  in  der  byiuiiitinii>i-hiin  Littnrattir  xnblrelcbc  Vnrwnndto  beailat,  baatahtanaUJ 
leheu  Tcti'aeticbi'n  UWr  Trouc.  HolTnun^,  Langmut,  Mitleid.  Jiuigfrauaebafl,  Gar 
u.  s.  w,     Titi'l    und    Anfnng    lauten:    KiqiiUma   :npi   a^ttijt   xtu   Koxim    toi 
KfQov  '^rjgoi-irov  Ko/iriiror,  rer  vioii  roi'  iQiOfinxnffioinr  lintiK^oe  otAmriui^iapef.  IM 
ti«jt<ut.     Iliaiie    önnnaif    iwV  »«lolr  npiriirj  jloiiif  u.  a.  w.     Dar  Ylttumia    U  A'^ 
identioch  mit  dem   Andrunikos  Kumnenos  I)ukae  Palaeologoa,  4ar  ohad  fS. ' 
ab  Verfaator  einer  I.iebesgescliichte  (wabniehoiulioh  dea  Itonians  Kallinuchoa  uad  ( 
thiHi)  erirfthnt  worden  Ist. 

33Ü.    Johannes  Katrarea  {'Itnätfr^i  o  Kar^ätii^t),   ein   sonst  nor  < 

Kopist  bekannter  Mann,  der  im  14.  Jahrhundert  lebte,    verfasste  «o ' 


a.  FrarlmpoeBie.    (§§  325—826)  781 

|Üe  byzantinische  Ethnographie  beachtenswert«»  Spottgedicht     Das  aus 
219  prD«o<lie1oi«i>n,  aoht^ilbigcii  Anakreuntocii  botttc-liciule  i'amplilut  i-icht«t 
{{(•gvii   Ae^n    .I'liilottoplK-n*    und    .Ithetor'    Ncopliyio».   dem    nubon 
Lasti'rn  aucli  unreine  Ab^ftanitnung  und  burbarisclif  Sprache  vor- 
»rfen  wird. 

HeiiikH  um  fiaQiftjv  n*oi«at; 
Tiir  fih  y4nt}¥  iatl  /Uii/a<, 
'Alfaritijt  ii   fiji-  n^^ll■, 
Tot'  (K  aiä/uftot  n]r  Hoty 
IlovlynQoijta  et  roftln/of . 

1.  Ed.  Mmtrftne«.  AnocdoU  gruecii  2  {M'iO)  8T0-ßd2. 

2.  Kin«a  ^vtiB8i~n  MAikos  Aiigolns  AnAkroontocB  auf  den  Rroa(1ne.  "Kquc  i  ßii(}i)g 
bfr^  (  Bf'  de  woarci  vorq^Ac;;]  stolion  im  Cod.  Vjodob.  phil.  er.  219  (Newöl)  fol. 
>-U2. 

3.  Kin  gnnissor  ilohnnncB  Komnnnnn  uii*  Soxopolis.   dar   wnhl    im   14.  Jahrb. 
ktlK'  den  uDveix^ih liehen  Einfnll.  iIbh  nncb  dem  fcucutfriihlichaten  Oripolten  bentumtA 

IUI  AbfuHiing  eines  reuevollen  SUndonbuki-untnisses  xu  verwondnii,    Diose» 

Anicreonlioiini,  Jan  die  Cudil.  Alhuus  M8H1    a.    16  fol,  S'fO'-  201"   und   Pari». 

I  Sdää  s..  16  foL  I6*^l!>  b«WHlir«n.    fQhrt  deu  Tit«l:    J'ri'/oi   'Arnxiflortiim   ir   ajitjfiau 

»ton    »Dl-    9n<naioii    «ni    aaifuittitov    'laMirniv    koiurijruv    toi    loiZoTtoXitoi',  und 

EJ  nitianixit  Bfia^i'jaat 
TooBi'iocif  CnM/iOiji/. 
Itr.  Boiiflonad*.  An.  gr.  3  (18»1)  450    4110. 

336.    Qdorgioa   Lapethis  (Lnpithen?    /«w^j-iu;  ö  ^am]!hc  oder   ^a- 

8.  Anm.  2)    lebte  in  der  oräten    Hillflc  den   14.  Jahrhunderts  in 

nn.     In  ange^iehoDor  LobensätoUung  und  mit    der  griechiiichen  wie 

MldlilndiKchL-n   WiäseoHcbuft   vortraut,    genoss   er   die  Freundschaft   der 

[Herrscher   aux    dem   Hau»e    Lusignan   und   verkehrte   brieflich    mit   den 

gisiehrtesteo  Griechen  seiner  Zeit.   Wir  finden  unter  seinen  Kori'eHpondenten 

I  ileo  Hifttorikcr  Kikephuros  Qregorns,  den  (Jeorgios  Akindynott  (ein 

'  bemtodernder  Brief  von  ihm  z.  B.  im  Cod.  Mare.   ISb  fol.   67")  und  den 

,  berOhmten  Kalabreser  Mflnch  ßurlaam;  der  letztere  schrieb  auch  Lüsungen 

riasenschafUichen  Fragen,  die  ihm  Lapithes  aufgegeben  hatte:  ßa^iaäft 

ffiav  lav  jlairlitov.  Weitere  biographisclio  Nachrichten  verdanken  wir 
Miiiien)  Zeitgenossen  Agathangelott,  einem  theologischen  Ge^er  des 
i>phorOH  Gn-gorai), 

Lapithai  hinterll&st*  uns  ausser  einer  kurze»  theologischen   Schrift 

S.  102  Ann).  4)   ein    morulischoa    Lc-bi-gcdicht    in    1491    ziom- 

nachläiwig  gebauten   politischen  Fünfzehnailbern;   StixM   avto- 

ii«  »(V  *otyi}r  mioi'^v  d.    h.  Stegreifverse  zu  allgemeiner  Kunde.     Dio 

Meinung,  die  wir  uns  aus  dem  erwillinten  Briefwechsel  Ober  I^apithes 

Jden  geneigt  sind,  wird  durch  dic»c»  Work  sehr  hcrabgedrdckt.  Neben 

»pliisehen  und  moralischen  Grundsätzen  werden  hier  praktiuche  Itcguln 

Vorlialten    im   Staate,   in   der  üeaellöchaft,   in   den   verschiedenen 

Bt«]lungon  und  besonders  in  der  Familie  mit  langweiliger  Breite  vor- 

eii.     Statt  des  derben,    aber   doch  urwüchsigen  Tones,    welclior  den 

rittdlen  Erzeugnissen  der  viilgHrgriechischen  Litteratnr  wie  dem  Hpa- 

und  den  spftten  Qodichtcn  oines  Sachlikis  und  Ücphnrnnas  eine 

Teüuahme  oicbcrt,  hernidit  hier  nur  seichte  Trivialit&t.  Die  Korn- 


-VVIjrtf^T-l'l       *-■  ■!«.'•■  «J»MI       ■■■Bill— f^f  J^fMBBBB      m^        ^MM      »■■       ■^■^■■■M       I  | 

mit  tlnm  Rlietor  und  JunbUHOBW  Josepli  Pinaros  Rhskondj-Ies  (^ 
3.  46T)  oder  mit  dem  Hytt^ßSfktia  Paobonfaa  RLakundytes  |J.  B.  1 
grapbio  B.  CLVI)  oil«-  mit  k?m«m  vuii  beidi'ii  iJvoliMh  ist,  Usat  si^h  uinM 
scbeiiteu.  Ed.  A.  Ludwich,  Du  codioibub  ButruchoinacbiBe.  Ind.  Ie«l.,  8j 
S.  21  f.  Wiederliolt  in:  Die  botaeri»cko  BatrHchomacU*  dca  KsMra  PigN 
wich,  Loipcig  ISflC  a  4S  f.  1 

4.  Der  rntrinroh  riiilntlieoH  (vgl.  S.  107  IF.)  »cliriob  «in  durrb  •) 
merkMiBWcrtce  orlinulichnn  Gvdirht.  dos  niis  oinem  lingoron  Dialog  zvivhaj 
Miiriu  und  einum  kllncircn  xwisdien  MnHn  und  cincin  Di«n«r  beatcht.  Uott 
in  rjthitiiacliun,  durrh  eine  Akrosticbis  verbunJeneii  Strophen  j 
AkcostiahiH  duü  crstmi  l>ildut  dos  uinj;ek»brle  Alphabet:  Ü~J.  db  des  Eweij 
der  Weiw  der  Kirtbrnliuder  den  Nainon  des  VerfMaera:  4^Xe34ot:  Im  enq 
der  alcroetiohi^olii-  Uiielii-tebe  im  Innora  der  Strophe  Doch  einmal  wledi 
akiitstieliLs;  vgl.  §  297  Anui  Aj.  D«n  Inhalt  d«B  Warkebana,  daa  mii  dl 
(iedlclil«n  de»  Ignntios.  Manuel  Plüloa  u.  8.  zu  vergleichen  ist.  roB  diMen  i 
die  Wftbl  di>9  rjtlinii sohlen  Masaea  uatanobaidat,  bilden  FDrbitl«(i  Klniiaa  I 
nnd  Dankluigungen  äes  Dieners  Mi  Haria.  Ana  Cod.  Pnrie.  12.  a.  1419,] 
tum  Zwecke  dar  Publikation  nbgi^ach rieben  von  K.  Krumbacbor.  J 

G.  Durch  die  von  der  Regel  der  bjnuitinieoben  didakliacben  PoetJ 
mplrim-'he  Form  des  Hexnmotorti  und  darob  den  litterarhialoriaehon 
murkeiiHwvrt  oin  im  Cod.  Vindob,  phil.  gr.  178  (Nessel)  fol.  S"'— 42j 
liefortMi  Lehrgedicht,  das  Anwciauagen  lur  riobtiaeo  Auswahl  der  Lelitl 
beginnt:  t^  ftr  y^noi-iat  49Hne  fiarSärdr  noXauiQnivt,  'J/oioiW  /tftiSt  a 
Eine  Ausgabe  dieeea  littorarisclien  naiidweisers  ivt  mir  nicht  bekannt         1 

6,  ^teplianoa  SgiiropuloK  (iiitfnroe  6  iyov^novlot),  Protonetarj 
verranste  mchroro  nolegenhpitsgcdirhle.  u,  a.  ein  ann  300  nclitsilblgen  Aa 
stehendes  Enkomion  nu[<iinon  Kaisnr  Aloxioa  von  Trapnxunt.  WRhnicli«id 
(1350--1800J.  Das  Enkomion  nebal  zwei  l.itC'lloHeit  (iodicbtcn  in  politiatj 
A.  Pnpadopulos  Keranieas.  'JriiUxia  'ItQixioirii.  £ttij[vvlay{at  1  (If 
Vgl.  seinen  ngvinyot  uiX.  iC— «'. 

327.  Meliteniotee  (3/ti*fr^Mwr^).      ünt«r  diwsom  Noinj 
grosses  allogorischeB  Gedicht  in  3060  politischen  FiiiifzehnsiU 
VM^^oavrijv,    mit   dem   metrischen    Kehentite):   'E^miik^ 
iSioif'Qoriatättj  II  Mtr^or  ti  xaC^i^ivvoraa   totft  ffactäf  loP 
Familie  der  Mclitcniütüti.  dip  am  Knde  des  13.  and 
14.  Jahrhimdorts  iu  Konsiantinopul  blühte,   kennen  wir  vaci 


nnsiiDq 
IX«;  M 

id  iin  J 


2.  Pnfimpo«sie.    (g  327}  ^^^^^^^^T^T 

durchaus  wahre  Erzählung  hat  Tolgfinden  InhiUt:  Der  Dicht«r  ergeht  sich 
in  freier  (iottosuatur,  uui  dio  Schrmheit  de»  orstvn  Maitagos  zu  gt-^niessen; 
'da eritchoint  ihm  eine  wunderbaro  Jungfrau,  Sophi-osyne;  vor  Schrecken 
mit  er  beinahe  in  Ohnmacht  und  kann  sich  erst  fassen,  aU  ihm  die  Jung- 
bin  den  Zweck  ihrer  Sendung,  ihre  Ileimat  und  Abkunft  verrät  und  ihm 
Mftdriicklich  ven<iehert,  d&s»  er  e«  nicht  mit  einem  bösen  Geixte  zu  thun 
hit    Nachdem  der  Dichter  weitere  AnfUlle  von  /iihneklappern  Mcgreich 
Iherwundeu  hat.  ermannt  er  sich  endlich   und  bittet  die  Sopbrosyne  um 
i^Brfehrung.    Sie  erzählt  ihm,  aU  er  hu  gann  verla^^sen  und  ohne  Kenntnis 
Ate  dmhenden  Tode»  umherirrte,   habe  »iü  sich  seiner  erbarmt  und  wolle 
äu  nun  in  der  Wahrheit  unten-ichten.     Zu  diesem  Zwecke  Hlhrt  sie  ihn 
JD  den  wundervollen  Wohnsitz,  welchen  Gott  ihr  verliehen  hat.    £8  ist 
oin  henlichor  Lustgarten  mit  einem  zauberhaft  auKge^chniJlekton  Schlosse, 
Uta  Eingiing  zum  Parke  vernperren   sieben  Hindernisse  {yti^v^ta),    so 
da  sind  ein  Strom,  ein   Brttcke,  doK  Thor  der  Brilcke,  wilde  Tiere,  ein 
Orahen,  ein  dorniger  Hain,  endlich  eine  Mauer.   Bei  jedem  Hindernis  gerät 
der  Dichter  in  neue  Furcht,   aber   die  steta  wiederholt«  Krmutiterung  der 
Jiragfra»  \&sai  ihn  alle  Schwierigkeiten  Überwinden.     Die  Schilderung  der 
fliiHleraisHe  gibt  Gelegenheit  zur  Ausbreitung  mythologischer  und  natur- 
viaenechaftlicher  Kenntnisse;  bei  den  wilden  Tierea  z.B.  wird  der  ganze 
Torrat  alter  und  mittelalterUcher  Fabelwesen,  wie  Drache,  I'egaaos,  Ker- 
Vogel  Greif,  Onokentauros,  Chimara,  sogar  der  »Satyr*,  mit  ihren 
nachaften  ausftihrlichet  beschrieben.     Endlich  betritt  der  Dichter  dae 
loss.     Auch    hier   wird   dem    Lt>ser   nichta   erlassen;    Wände,   Decke, 
lenhallen.  Kuppeln  werden  mit  unverwüstlicher  Redseligkeit  geschildeH. 
Gipfel  und  Mitt«lpunkt  des  Ganzen  bildet  das  Ituhelager  der  Sophro- 
t.  Zwar  sind  Zeichen  des  Tode^  angebracht,  damit  sie  niclit  in  irdische 
nken  verfaUo;  im  übrigen  linden  wir  eine  Verschwimdung  von  Gold, 
T  und  Edelsteinen,  wie  sie  kaum  in  einem  anderen  Werke  der  phan- 
hen  MSrchenlitteratur  wiederkehrt;  die  Aufzählung  der  zum  Schmucke 
Bottgest^^'lles  dienenden  Edelsteine   fllllt   allein  mehrere  Seiten;   es  ist 
f&mdiclies  Wörterbuch    der    Mineralogie  in  politischen  Versen. 
len  Anlass  zur  Ausschfittung  mythologischer,  historischer  und  litterari- 
Erudition    bietet    die    Schilderung    der    Umfassungsmauern    dos 
kes;    ihren  Schmuck    bilden    nämlich  Standbilder  oller  berühmten 
ner  de«  alten  und  neuen  Bundes,  des  heidnischen  Altertums  und  der 
Üichen  ira.     Die   pluuiläHtischo  Aftorweishoit,   die   bei  der  Beschrei- 
dieaer  Werke  «ntfaltet  wird,  überbietet  alles,  was  sich  einMalalas 
^4iaRer  Hinsicht   geleistet  hat.     In   wunderlicher,   nur  durch    den  Zufall 
lingtor  Zusammenstellung  wird  eine  endlose  Gallerio  anerkannter  und 
ier  Zek'britÄttn  vorgeführt,  I*rometlieu»,  der  .Erfinder  der  Granmiatik', 
ilt  dem    falschen  Propheten  Barbmm,   Euripide»  neben  Nacbor,   Julius 
ioaiius  neben  Lykurgoa,  llerakÜtos  neben  Sophokles,  Enoch,  der  .Er- 
der Buchstaben",  neben  dem  Periegeten  Dionysios:  der  ganze  Suidas 
it  ausgeMihOpft.,  um  die  Uherscliwcllende  FUlle  von  Namen  zu  liefern, 
einer  zweit«n  Mauor  ßnden  wir  alle  GOttor  der  Griechen,  Qbcriaden 
.^ehUiu  und  unechten  Attributen;  selbst  Venus  stollt  sieb  ein,  freilich 


784  BftanUniMb«  Litt«ratiirg«acliicbt«.    U.  Po«ttacb«  LitUr&tnr. 

itlß  xANKTTos  it*ä  *ai  itQvna^ifitvr^.  Die  dritte  Mauer  l>ringt  innc  Art 
Nachlese  zu  den  Stundbildoni  dt.^  on)t«n,  b«Monduni  Qi'ldvn  des  ult«n  Band» 
und  des  heroischen  Zciialteiii  d«r  flrievhou,  Moues,  David,  Horaklee,  Kti- 
tno8  u.  a.  Hndlich  wird  der  Park  selbst  mit  allem  ZubehClr,  wie  cimr 
Wt^inpflaiinmig,  einem  Teiohe  und  einem  Bade  geschildert:  den  BetKUw 
bildet  uiti  wortreicher  Pancgyrikus  auf  die  Schönheit  dor  Schlotnibmii 
selbst.  Wir  fragen  un»  noch  immer ,  woh  bozwM;kl  dies«  nebeJIufle 
Sammlung  von  lEaritätvn  rait  dem  hoohaufgetürmten  FUtterstaat  eAeo- 
langer  BeiwOrterl  Die  Antwort  erteilt  una  der  Dichter  in  den  letztM 
hundert  Versen,  in  der  Erklürung  der  sieben  Hindemisso  [t^iirrtla  %it 
iitiü  tf.(tov(iio»).  Die  sieben  Hindernisse  betloutcii  dit  Kallstrick«, 
die  den  Wog  zur  Tugend  vcrsporron,  die  goflihriicho  Wanderung  dvdi 
die  sieben  Weltalter  und  Ähnliches:  der  Park  Ut  das  Paradies.  Wi* 
der  Dichter  den  sinnlichen  Baumgarten  in  seiner  Henlichkeit  eri)li(it», 
ao  möge  ihm  dereinst  verliehen  werden,  das  geistige  Paradies  zu  srlmn! 
So  erscheint  da»  Werk  poetiseh  als  ein  Monstrum;  aber  audi  itf 
vermeintliche  antiquarische  Nutzen  schwindet  bei  genauerer  Betrach- 
tung auf  ein  sehr  bescheidenes  Maas  zusammen.  Von  einer  Bendtfong 
guter,  uns  verlorener  Quellen  kann  kaum  die  Rede  sein;  wa«  in  den 
Wusto  von  Itoritäton  und  Attributen  neu  ku  aoin  «cheint,  ist  meist  nur  Ver- 
unstaltung bekannter  Namen  und  willkürliche  Erfindung.  Vielleicht  dient« 
als  Quelle  eines  jener  in  manchen  Sammelliandschriften  (z.  B.  iio  CoiL 
Marc.  608  fol.  320'— 322)  vorkommenden  Verzeichnisse  der  Erfiiiier 
der  Künste.  Auch  da»  anonym»  in  politischen  Versen  abgefaaste  Crc- 
dieht  Über  alte  Helden  und  Zelebritäten,  das,  m.  W.  noch  uo- 
ediert,  im  Cod.  Vatic.  Pal.  426  s.  16  fol.  Ö4— 97  ruht,  n^re  zu  ve^ 
gleichen.  Immerhin  mag  das  groteske  Werk  des  Melit«niotes  in  eiw 
Güschichto  der  allcgorisch-moralisiorendon  Poesien  als  einn  der 
wundersamsten  Beispiele  der  ganzen  Gattung  seine  Stelle  finden.  Vm 
byzantinischen  Werken  ist  in  der  Oesamtanlage  besnndors  der  Mjt( 
ri«p(;)'opi,r(ij(05  rtt^l  (iit'x/ag  {».  g  340)  ZU  vergleichen;  die  pltantastiftchni 
Schilderungen  des  Parke»  und  Schloasos  erinnern  an  die  byzontiniscben  Vcr»- 
romane.  bosonder«  an  die  vulgären  und  halbvulgilron  Rittorgeschiehten 
(».  §  376—384).  Mit  diesen  Erzeugnissen,  auf  die  schon  der  erwSliBto 
Nebentitel  hinwei-st,  hat  unser  Werk  auch  die  zahllo-wn  zum  Teil  will- 
kürlichen, zum  Teil  aber  auf  wohlhozeugton  Thatsachen  der  VuIgilnipr»tlM 
beruhenden  Komposita  gemeinsam  wie  TfoQy-ifoifi'Moxoxxit-oi,  j;pr9«if<i- 
iriv/^m,  Xtjv^oif<!fnyyi<a,  ßfrnogogim,  nariV7T(ft7ii'fi  U.  S.  W. 

1.  Pab  Work  ist  aus  Cuil.  Paris.  1720.  einor  »tiir  interearanlmi  8«ametlii^  Itio» 
wogs  mustergnltig  oiliert  vou  E.  Milkr,  Nut.  et  exlr.  19  (18»$)  2.  1— IS».  —  Cikir 
Jolinnnea,  KRlIjRtos.  Konstantiimaund  Tlioodoros  U»lil«niotea  voL  S.  135;  lUi 
Sa  IT.;  135  f..  204.  fi'23,  Zn  Tli«odoro6  Mulit«nio(ea  vrI.  noch  .TaU«  Nicol«,  La*  ««Ua 
tienevoiacs  de  l'lliade,  Pnria  1^91  S.  SIX  IT.  (aber  «Den  von  TlwodanM  MeUtsaMM  p- 
acliriebenBn  Codex  der  Iliaa). 

3,  Eine  nucli  unedieile  metrische  Sclitldernng  (KkphrMo)  dor  Kiiehe  da*  R« 
dur  KniBorin  Iron«,  dor  (Icmahliii  dM  Johaonea  Komneiiott,  s^atifttfUtn  reolokratM- 
klustors  i«t  von  D.  G.  KaiDpuroslus  in  einem  Monneon  de«  14.  Jahrh.  aafjcarHlai 
worden.    S,  USifä  4  (1802)  644. 

8.  Ein  aiiB  41^  Trimetcrn  beatohondni,  nn  di*  OottMmuUer  deti  ClianhlarfMS  I»- 
rivhtutuN  Hittgodlelit  der  dritten  UamiüiliD  (1427)  des  Kaiaera  Jotiuin«a  VIII  PftUeol«f«(< 


2.  FrofBiBpoeeie.    (S  S37) 


V85 


■  rioatnion  odor  uIb  Kpilog    eines  Bnohns  Redicbtetos  jambisches 
it.  Manuclin  I'lulnc  oanuJDa  2  (IttST)  3K0  (Nr.  XX)  ola  uionyints 


ijr  lif  in  tieomiuiiv   r^f  (l*ot,iftftcrri;^-  Atfnoi'prjc  ■i'^ii,-   Ma(iliif  Ko/4*-i;rq<  (l;C  ilnlufo- 

K  ed.  Mit  KoomraUi'  aus  «inem  Co^ex  ijont  JoliatmraklüslerB  bei  ä^rrcx  i*.  N.  i'apn- 
gln.  U.  Z  8  (1894)  S36-82». 

4.  Ein  Moat  nicbl  bekannter  Jobann»«  Diakonn»  aii»  Adriuiiupi'l  vcrfamlo  «in 
l(rcirbeii  LobRedicbt  in  politiaehan  Veraen  auf  tlnn  KaUor  Johnnnoti  VII) 
■olvgoa  (t42'i  144$).  Kr  feiert  natnenllich  die  tUr  dmi  Wiihl  iIp«  RviciaeH  uutor- 
1  K«0«n  und  Kriege  du  KaiMre.  den  er  mil  Muses,  lijolomon  und  Titna  verftleicbt. 
.  H.  Uanduri,  Florenc  1768.  —  Wiederholt  bei  Migno.  Patrol.  gr.  IM,  9&9 
10. 

i.  Ein  gewiMer  Uichael  Mvlitiea.  Jfmen  Person  und  Zeil  nicht  bnkannt  sind, 
ea  iHianrvben'   <1.  Ii.   wolil  Erzbinchof  AlMtander  von  L««bu!i  in  jjunbiacbon  V«reeu 

rn.  die  der  Cod.  Laiir.  S.  Maren  807  a.  14  ei  fo).  329'  aurbewohrt  Das  Praia- 
aennl  in  der  Art  der  Kireh^oh^nncin  den  Nnmon  d<ia  Verfamera  in  il«r  Akroslicbia: 
miyii  töf  fiiyvv  Ufäf/^r  Mij;a^l  .Mi;Jiit,*q(- 
6.  Ein  «tTsabar  al«  ~ 

DiDi.  daa  R.  MiDer.  manucim  rnunc  oonuina  e  |,i?ai)  ünu  (nr.  XA)  ola  uionymas 
•dinrt  bnt.  trigt  diu  Akruslii'hiB :  .l/nlnpi'ov  itiifvxt  niiy  jtifär  jt6rti  und  Btammt 
iBchat  wabracbeinlicb  vvn  dum  b^rQbinlen  0«orgioB  Sebolarioa  (vgl,  S.  HS  IT.). 
laiaaeh,  Un  pocine  nipconnu  du  palriarc)i#  üenDadiu«,  B.  Z.  S  (IM97). 
I  7.  Eitt  R&tMl  bleibt  vort>r«t  daa  im  Cnd.  Matrit.  42.  a.  14.  aufl>Dwa)irto  Q«dichl, 
\4»»  Ju.  Jriarl«.  R«Kiae  bibliothnrnK  Mntrit,  rodire«  gr,  nisa.  Madrid  1709  R.  149  f.. 
Mittailangen  tnaebt.  Dan  Wi^rk,  wcirhos  in  der  am  Anfang  und  am  IScbluiu  ver- 
iH«a  Ha  noeb  4106  janibim^bc  Trimnler  unifaast.  bandelt  nbur  doa  alte  und  neue 
dt,  Dbw  Wlig«  und  profiuio  OcHcbivhl«  x.  B.  nber  Alexander  dpn  GtuHsen  und 
i,  lb«r  Sag««  und  nalurwiaBcnBchuftlicbe  Dinge.  Kinon  bowinr^t)  Anbull  gevbhron 
't  8tM*a.  wo  der  Verfu-wcr  deu  Dtwputi.-ii  von  Dj rrHubium  Jane*.  etn«i>  l>ucliw«isen 

eo),  einen  Symeuii  ulti  VoralBud  riüi-  atcp/rur  und  di«  Einnahme  «iner  mir  un- 
ten Slndt  Uerliin  llln'i  ii/i  liiaiaiiut  />p,1iVf)  erwUbnt.  Bezeiobnend  ixl  ferner  der 
'  nd.  dsMi  mitltfa  im  (It-ibcbt  nine  pintonische  Sentent  in  luteiniichdr  8p räche 
ikrl  wird.  Au«  dttavn  An)t"Hn  Iriarles  gebt  hervor,  doaa  das  Werk  mit  keinem 
fctMt  Texte  idenliaeh  spin  kann;  aber  eine  genniiore  Vorstellung  Ober  aeinon  Inhalt 
>at«kler  lAwil  siflt  nirht  gewinnen,  i'a  BcbeinI  sieh  nm  md  historisch' Uioologiachoa 
dkht.  »in«  Art  von  Vemcbrontk lu  hiindeln;  das  liiluiniaFhoZitaldeutet  auf  frankiach- 
bbiaebe  Krniap,  die  rio^ebendu  BeBL'liUftiicung  inil  dl^nI  Dnapolm  Jsno«  auf  Epiril» 
l|||hiuigaart.  Da  daa  (>odi«ht  audi  binlorincbo  Nii'.'brivhlcn  enthllil  und  in  jedem  Falle 
^^rtig«  StcllODg  in  d«r  byxanlinisebon   LilU'rutur  i-inniinml.  wllrcn  Rrnaiiere    Mit- 

■d  evMluell  eine  TerOffenIlicIliiiiK  dea  guuzen  Textua  crwIlDSRbt. 
'  B.  Als  KurioMlBt  B«i  genannt   der    in  »ehr  jirosaiscbe  FOnfnehnsitbor  mit  der  Akiu- 
^rvfiffot  Kf  niffinoStjtoi   /loi  ndil^iij  iipfiji  2'iauaii'iu  ru  <i(,icri>r^  /'»ptir  gefaMfe 
ipwilKD  QvrardoB  un  aninen  golebrten  Bruder  den  Herrn  äeliasloa  Ktnmatiaa 
I,  d«n  dar  Cod.  Paria.  -J644  fol.  h"     G  im  Original  bewahrt.   Die  auf  der  KQck- 
lana  gMcbriebone  Adresse  lautet:   Td  iiiQini9<i}i^i)  mi  ix  fiiatj^  'l'i'X^t  rtt^kij- 
f  Ml   ä^lXiji^  »pQ(f   ^rn^nii'y)  <r^  ii4ylinin<p   tv  ig    Ko^mi-g, 

9.  ftnargiaaAmirutxeH  irtaipytatä'^ffifovtZiif,  uiieh'AfioiQoiStitjc,  En der OMObiohtfl 
lobalwi  'Jfiijtor»^),  ejn  .Munn  von  zwoifellinftem  Cliarnkter,  der  als  ProtovesUajrfoad«)!! 

^DcTtd  von  Tnipenuit  diontf.   notb  d«m  Falle  von  Trapeiunt  aber  7iim  l*1am  nber- 
trfMite  aiioaer  «iiiig««i  tbeo1ngi>«i'hen  und  pbiloaopbiticben  Schtiriim  und  ein^m  llriefe 
KaidfMl  BcasariuB  dr*i  l.obgedichta  auf  Sultan  Mobamcd,  einea  in  aiebeii- 
tfodUUBOben  Veraen.  die  swai  andaren  in  Trim«item.  und  iwej  l.icboagodicbt« 
sbn  Ubm».     Dan  vmt«  (Irdichl  auf  Muhuincd.   das   wi«  die  iwei  andor<m  Gnko- 
tehta  1461  nnd  147&  abg^fout  nein  muan.  ist  banchtentwort  al«  daa   alteat« 
kiel    dnr   keeadijue^nten   Anwendung    dos  Reimna  in  der  griecbisebeo  Puoaie. 
■fang    lautet:    Mov«h    lai.rt    fiiM    lluvn,  \\   Maian    i.äXti  fmi   itgnra  ,  |]   MOJit  Stiiiv 
Jifat  UyvQiSr  ifir,r.     Die  (tudiulit<:   ed.  aus  Cod.  Alhous  3797  s.   17   mit  einer 
lg  Iber  da«  LeMn  und  die  Werke  des  AuiirutK«s  Sp.   I.ampros.  JiXtioy  2  (1885 
B)  275—282.   —   Den   Bri*f  an    Beaaariun  ed.  Fr.  Boissonade.  An.  gr.  .S  (1838) 
}|.     Wied«rbell  bei  Migne.  Patrol.  gr.  Ißl,  723-728.     Tgl.  S.  122  Anm.  4. 

10.  Von  nuaobcD  StegrMfpoeten,  deren  Person  nnd  Zeil  sieh  meist  gnr  nitht  oder 
Rena   nirlil  ■tobo'  tntalelten  lUsnl,   sind  «inieino  Kpigiamme   oder  aonnlige  Kloinig- 

in  d«n  Ha  nntraat  Im  Cod.  Barb.  gr.  1  74  ßnden  wir  a.  B.  fei.  1  eines  Manuel 
sa«no8  Rpl^nunai  attfPythagoraa  (ober  die  Familie  Meüssenoii  vgl.  oben  S.  7tiDAnm.6), 
\jVI*om  ftmytatfnc  xiA  It/yo^ittit  tnv  dQouor  Kpigramm  siif  den  Protoaseliretis  8t)'- 
M,  fol.  &*    «in    auf  Bitten   eines  l'riealem  Nikolaoa  Tiakon   ver(aaat«a  (Jeidicbt   eine! 


I  iar  kteia,  JUMnamnlaUKluft  IX.    L  AbUg.    X.  AoO, 


W) 


786 


ByiaBtlDlsohe  Litt«rKtiirg«Mhielite.    II.  pMttaehe  UtUntu, 


AthanodoroH  f^t  if;r  niQinXniii}r  ziii  qriilij'uirrri  (lür  r;-<uii- nit<MroJla>r  fixp»  ini  lliil», 
fgl.  fl-'B*'  eine«  KüiiBtintinus  Cni](rainni  «if  lirn  C'hroniatiin  Jafauinc*  ZonmultS.üh 
—  Qeorgioa  KnbasiiHS.   vieltoiclii   fin    Vnrwuidtnr   deii   Niloa   and    NikoUim  Kibuln 
(h.  8.  109  f.:  lö^f),  ist  itn  Cnd.  Lau r.  K.  Marco  818  fuL  1^  nla  Vcrfnxiwr  «nn*  junbiKhi 
G«diclitc«  ««tiniiiit,  in  wi>1(-lioiu    dio  Kodon   dca  lil.  AÜiiuiiim<w   mit   dor  WoDdarqulli  k 
Stadt  AiiiRiilri>i  vorKÜehnn  and  vmproU«!!  woriliMi:   -iiz<"    ">>•   Knfiiiatia   n^M   n^fpk  i 
V«oiii    In/i^^    Kii    ooiyi;   yti/ovaia  ii.  H.  w.   —  Eüi««  alicliael  HiFroraoBackai  laM 
iuxtn  Bliilinbnluni,    nlio   walil   MDea  d«r  lahlloaen  ertiaulirkeD  Alpfaabi't«.  stt-licn  im  C«l 
Bnrb,  V  47:   von  dDiuxelbeD  bewahrt  d«r  Cod.  Vitlic.  iiTä  fo).  'iiH  MlitiAobe  V^mit 
beginn«!]:  ^  nuic  i^^-mi/iaiv  ;•/;'<>'«  x<il  J4Xia<  oiWti^.     —    Aoonyise    Vera«    ml  Miilitt 
Kalaphatea  stehen  im   Cod.  Viitic.  n>^T  fol.  ^I.    —   Kioee   Hicbnvl   (iramnililtt 
VenM  airf  dpn  Kigrhnr  von  Kpli«iiu.  nU  er  kam  und  den  l^ykotfioii  tot  fand:  2''/«  J'i/'fl 
ypo/tfinitKov    Kit  TÖr  'Kff'aoii  fiLffoKts  aoi  (ilpörin  f  or  .f  i^jrolf'arT«  rtipor,  mImI  KpienUMt  i 

di«  vielleicht  uiic^h  dioneni  Mivhitcl  ^«hDruo,  iui  Cod.  Vatic.  Cal.  gr.  367  fol.  IW  Ui 
112''.  Vgl  II.  »^toTL-unun,  Cudd.  niM  Pal.  gr.  bibl.  Vatic.  Kam  188&  S.  SSS.  -  UpftI 
tinrlie  Verav  i-rbiiulicben  Inhalts,  buginn^nd:  Af«ia(a(i)iaiv  intiirt»  tfy/ärn  ^««hih. 
HlelitMi  unter  dem  Nanieii  otnea  ttiyot  ^^rup  Manuitl  im  Cod.  Boill.  barDcc.  II^lII 
fol.  287.  —  Daa  UHeÜ  des  Pmu  besingen  8&  politische  Vera»  im  Cod.  BodI  Hit'tll 
S4I  fol.  SOT*  '  Dio  lIoxabIbiM  des  Härmen opn Ina  (e.  8.  607)  Ist  im  Cnd.  Uur  »i^ 
K5  durch  oin  Ktiigininm  nuf  den  Kichler  von  dem  Cbnrlophylax  Andreas  LibadTiitriH 
einKuIcilut.  Kl).  A.  M.  Kundinl.  Cntalogm  rodd.  graeeonim  bibl.  l*ar«ntiaaa«  3  ilHb  I 
4Ii.  -  Zwd  in  pdlitini'hoo  Venion  nbgofnonto  Maralgodichlo  •im»  ni^fat  nlber  Ulirnbe 
Jobannes  Dnkua  Hieben  im  Cud.  l'uri».  suppl.  gr.  670  ».  14  fol.  267  f. 


;Jft$,  Be^fFliche  ErUAnmg;.  Wie  sioh  in  don  Intcinischon  und 
Lümiein  iichcn  der  relntiv  ciiilieitHchoii  Schnftäprache  volks- 
ilisige  Idiome  nusbildoton,  so  «ntfenit«  »ich  auch  im  griechiRchen  Osten 
I»  lebendige  Spruche  von  der  im  grossen  und  t^anzen  ftt^bilcn  Sclirifl- 
rSzitAt  im  Laufe  der  Zeit  in  einem  solchen  (Irado,  dasm  man  sie  nW  vtwaa 
cnnderea  f&hlt«  und  bexdchncte.  Die  Griechen  nannten  ihre  einfache, 
>Ikt(miU«ige  Umgangsprai-he  yhhtfea  äi;imiltfi,  üni-r,  iinXofXXi^nx»]^  naüt- 
f*J*fu»'i-ij.  xrt,Viu(uXi,.n*Vr|,  7V).a«((x»,'  im  Gegensatz  mim  Attischttn,  HpIIc- 
«chen  und  zur  xoii'i;  (tiriAfaro^.  Während  jedoch  im  Abondlandc  dant  oine 
Rtein  »ich  in  verHchicdenc  Landessprachen  auflöste,  blieb  im  Otiten 
«  Einheit  gewahrt.  Zwar  ent^tandon  auch  hier  einige  neue,  von  den 
ten  Mundarten  nach  ihrer  inneren  Beschaffenheit  und  ihrer  geographischen 
•rbreitung  völlig  verschiedene  Lokaldialektß;  ihre  Differenzen  waren 
■r  nicht  bedeutend  genug,  um  eine  Sprachspaltung  hervorKuhringen; 
ich  hSttc  die  steUt  zentral i»tiHcho  Tendenz  dos  byziintinischeii  Ueiohes, 
dchefi  in  den  kritischen  Jahrhunderten  der  Spraclienneubildung  noch  di« 
«nat^i  griechischen  Provinzen  in  sich  rereinigte,  jedem  Sondergelüste 
Rthtige  Schranken  entgcgeng^'wtjit,  Weit  folgenreicher  wurde  ein  anderer 
nU-rnchied  in  der  sprachlichun  Knlwickelnng  der  Griechen  und  Lateiner. 
le  grosMC  SprochonhÜutung  vollzog  aich  im  Osten  wie  im  Westen  ziemlich 
lichmäitüig  und  gleichzeitig;  während  jedoch  die  lateinischen  Nationen 
[fe-iaehcD,  kräflij^Lu  Neubildungen  dankbai- annahmen  und  sorgsam  pflegten, 


Uifi  a^nuniTaBBigB~iTBiimaii  ouiaue  luer  une  uicne  wi« 

kvit.  dfu»  die  VolkHeprachc  ihr  gi-g«niibin'  flni*  »chwaclt« 
und  Auf  keinem  llebiet«  des  iicIinftlit^liL'ti  Ausdrucks  <>inen 
Sit'g  cnang.  Üio  im  wesentlichen  auf  der  Formenlehre  und 
bncho  iW.»  Altgricoln»chon  l)cnihenile  byxanlinischo  Sc) 
bvhuuplote  iu  diin  wichtig^tvii  l.itWrnttirgattiingcn,  in  dor  Qed 
bunt;,  i'i  ^*"'  HiiloHuphiu,  Thoologiü.  Kbotunk,  Allertumswis« 
selbst  in  der  Poesie  die  Okorhand:  ihre  HurrHchaft  überdAiij 
wältigen  politischen  Üniwillzungen,  welche  die  erste  und  zwwi 
von  Koii^tantinopel  mit  mch  brachten,  und  sie  b<«teht  mit  uB 
kationen  noch  hout«.  Bei  den  Griechen  fand  sich  kein  Dfti 
vera(rht4^<to  Vulksi^pracho  in  Denkmälern  von  unbestrittener  a 
Wahrheit  schriftlich  fixiert,  ihre  Au^druekrtnihigkeit  bevrieoeal 
aller  Welt  zum  gesetzlichen  Hechte  verliolfen  Kfitte.  Vielmehr 
sich  gerade  in  der  Zeit,  welche  mir  Ausbildung  einer  nouoj 
spräche  die  günstigsten  Bedingungen  gebot<^n  hülle,  nSmlich 
ir>.  -lahrhundert,  durch  da»  Wiederaufleben  der  klasAischefl 
Littoratur  ein  nprachlicher  l'urismus,  der  dieselbe  vo»  d^ 
Spruche  mehr  als  je  entfernte,  tlbsclion  sich  die  V'olktwpriU 
11.  Jrthrliiiiidert  einige  l'lfltze  in  der  Litteratnr  eroberte,  w| 
den  Wurtfiklireni  der  Nation  und  den  inoislen  tiebildeten 
ein  niedriges,  gemeines,  zum  Ausdruck  feinerer  Gedanken  ui 
lerischer  Gestaltung  unbrauchbares  Werkzeug  bei  Seite 
verachtete  Stellung  spricht  sich  deutlich  genug  in  der  litUr 
Thatsavlie  au«,  dass  die  Schriftatelier  mit  verschwindenden] 
(Prodronios,')  Glykas)  entweder  auM^chliei^slich  die  Schriftapra« 
scldiesslich  die  Volkssprache  anwenden,  eine  Scheidung,  die  i 
in  die  Wagschate  fallt,  als  bei  den  Byzantinern  im  übrigen  dl 
loseste  Vermischung  der  Littej-aturgattungen  und  Stilartaa  hj 


Kiia«ItiuiK.    (§  329) 


Ibervunden  int  und  vielleicht  niemals  flherwuntten  werden  wird.  Eine 
intHre  Folge  diespr  in  der  (loscliichtß  dor  ciiropSiitclien  Sprachen  und 
läteraUirfii  einzig  dastclKindi-ii  'DiAt^soho  i8t  der  Mangel  oiiRtM  allgemein 
laeriunnten  und  eingerührten  Nainun»  für  die  mittel- und  neugriechische 
ralksBprache.  Neugriechisch  denkt  den  Begriff  nicht,  weil  hicmit  einer- 
Ijta  das  mittelalterliche  Vnlke<Rrieclii»fh  ausgoochloRRcn,  andererseits«  die 
fego  Kunstj^prachc  luiteingcnchloAScn  bleibt.  I'as^ndcr  würc  der  aus 
tt  einstigo»  politischen  Zugehörigkeit  der  Griechen  zum  römischen  Keiehe 
ntepningene,  Iwim  Volke  noch  heute  übliche  Ausdruck  RhomUiach;  doch 
it  er  wenig  Anklang  Befunden,  weil  er  eine  fremde  Nationalität  bezeichnet 
lld  leicht  zu  in-igen  Vorstellungen  Anlasa  geben  könnte.  Wir  sind  daher 
Ecwangen  in  Krmangelnng  oinos  genügenden  BrHatK0.<4  den  kvineewegs 
llir  trefTcnden  Terminus  Vulgärgriechiöcb  oder  Volksgriechisch  boi- 

t »halten,  und  wir  verwenden  ihn,  ohne  chronologische  Eingrenzung  für 
Volkssprache  des  Altertums,  des  Mittelalters  und  der  neueren  Zeit. 
I  Mdpäipriech lachen  Begi"iffe  Regenüher  steht  die  altgriochische,  mittel- 
diisoht-  lind  notigi-icchii^chb  Kunst-  oder  Schriftsprache.  In  unserer 
intfllung  bezieht  8ich  der  Ausdruck  Vulgärgriechisch,  wenn  er  ohne 
Huren  Znmtt  gebraucht  wird,  natürlich  auf  die  raittelalterlicfae  Yolk»- 
nche. 

■  Aus  dem  Gesagten  ergibt  sich  auch,  das«  der  Begriff  Vulgär- 
nchisch  sich  mit  Vulgärlatoinisch    nicht   vi3llig   dockt.     Vom  Vul- 

rlatein  kann  nur  die   Rede    sein  bis  ru  dem  Zeitpunkte,  in  welchem 
indocttiprachen   als   erkennbare  und  nachweisbare  Existenzen  hervor- 
da«  VulgÄrgriecIiische  dagegen  orlililt  gerade  von  der  Zeit  an, 
reicher   der   vulgSrlntviniKche  BegrilT  sich    in   den  Landesspradion 
eine  erhöhte   Bedeutung.     Was  man  Vulgär-  und  Provinzial- 
^in  nennt,  geht  (in  runder  ^umme  gesprochen)  im  Ü.  bis  lU.  Jabrhun- 

■  tu  Ende:  was  H-ir  unter  Vulgärgriechisch  verstehen,  reicht  über 
we  Zeit  hinaus  bis  auf  den  heutigen  Tug,  Zuletzt  möge  noch  ausdrilck- 
L  vor  der  in  manchen  Büchern  und  Köpfen  spukenden  Anschauung 
Brnt  werden,  welche  daa  Vulgärgriechiache  mit  der  xvtr^  JltäXtuto^ 
fStifiziert  oder  vermischt.  Die  xwv»;  ist  eine  vom  Attischen  durch  man- 
erkH  Konze^utionen  an  die  .Sprache  des  Volkes,  des  Militärs,  der  Kanzlei, 
llloicht  auch  des  makedüiiisch-alexandrinischen  Dialekts  abweichende,  in 
r  olexamlrinischen  Zeit  ausgebildete  und  dann  ziemlich  stereotyp  ver- 
Miene  Schriftsprache:  ihre  Abweichungen  vom  Attischen  erstrecken 
>h  viel  weniger  auf  die  Formenlehre  als  auf  da«  Wörterbuch  und  die 
rtitax.  Der  lebendigen  Sprache  der  alexandrinischen  und  römischen  Zeit 
iht  m«  2war  nfihor  als  der  von  den  Klassikern  gebrauchte  attische  Dialekt, 
t  ist  aber  etwas  anderes  uU  die  einem  ewigen  Wechsel  in  den  Lauten, 
imen,  Wörtern  und  in  der  Konstruktion  unterworfene  lledeweise  der 
netnen  Leut«.  Sie  steht  auf  einer  Mittelstufe  zwischen -der  attischen 
(iupnw'he  und  dem  schwankenden  Idiom  des  Volkes.') 

tS9.  QeechichtUche  Übersicht.    Die  Existenz  einer  volksmfisaigen 


')  TpL  K.  Krumhacher,  Ein  irratioonler  Spirant  im  (irieDltischen  8.  4114  ff. 


einvB  von  -  van-  ouun  i  iuiiucmen~  agweiciie 
Wir  tiridun  sie  !soit  dorn  xwciteii  Jalirhtindert  v.  Ohr.  uuf  Ügi 
pyrusurkumloD,  auf  IiisclirifU^ii  und  in  Litt«rutiirwi'rkon,  ba 
liehen  Massen,  bald  vertiinzelt,  bald  dicht  hintoroituiiider,  hflldj 
Zn-i.scl>oni'Simien,  wie  na  die  zußlUgen  L'mständti  der  Dhoi] 
sich  bi'iiigvn.  Dicsus  gemeine  Idiom  blieb  nicht  unvonliidert  »t^ 
bildete  »ich  im  Lauf»  dvi-  Zeit  niitiirgcuiiüw  winU'i-,')  Eind 
Htoss  erhielt  div  atUscbo  und  betlonittcho  Alloinbvrrechaft  duo 
stonttini,  dessen  Scbriflsteller,  da  ibnen  die  Sprachir  als  eil 
VvrstäiidigungMmittol  gvU«n  inusste,  sich  nicht  i^eiten  Ül>er  dia 
der  Sehulü  kQhn  hinwoguebtten.  Wie  8chon  das  n«ue  T^ 
Wabrhi-it  mebr  mn  Dciücmal  dvr  VulgßrKpntchu  ab)  der 
dringen  manche  Eigentümlichkeiten  der  Volküsprscbe  in  di< 
Kreise  bestimmten  Logenden,  KirchengesAnge  und 
Sehrifton.  Doch  entsprangen  diese  Freiheileu  mehr  einem 
den  Kotiipromiti»  mit  den  Bedilrfni»»cn  der  Muiige  hIk  «inor  j 
I{«forn).  Zu  einer  offenen  Auflehnung  gegen  die  Tyrannei  der 
ist  es  auch  bei  den  christlichen  (iiiechen  nicht  gekommen. 
und  ganzen  folgte  die  offlirielle  Kirchensprache  bis  zum 
byzanUniNcbeii  Zeit  Kiernlich  tlng»tlich  den  Voi-Jtch rillen  der  Schi 
Urugur  der  lirosse  unt^rsehrocken  den  wahrhaft  gi-OKsarti^ 
wa^,  er  halte  es  fttr  unwUrdig,  die  Wort«  der  götÜiehi 
unter  die  Kegeln  des  Donatuo  zu  beugen,")  haben  bei  den  Gc 
die  hervon'hgoniWten  Kirchenlehrer  und  die  höchsten  geistli^ 


')  Dia  im  Orunde  docli  hu  ungvlieuur 
naUweli«  und  eii^lie  ThulHicIic.  duaa  Hurli 
dl«  gri«olilMbe  Gfirftdi«  wie  jimI»  ander«  ilir« 
Oeschiclit«  durchgemaclit  d.  h.  sieb  un- 
•ufhaltaam  vor&iidvrl  hat,  ist   oft  und  von 

lltfirfthrt^n  V^P-u^iiAi-in   tt^Aattint    t*/K^iin TVi*i 


fortitulebt.  SelMB.G.N{( 
AMvpUscIi  •  GriocbiMlie. 
und  iibilnlo^JMh«  Sckrir 
Bnnii    1K43   H,    IB7     308. 
VoTst<!llans«ai  liefangm 


Knltfltuog.    (9  320) 


trflger  sorg^tig  auf  Reinheit  und  Korrpklh<'it  der  Sprache  goaclitot.  Merk- 
würdigerweise hat  »clbst  dor  imnu-r  deutlicher  werdondo  ÜbcUtiuid,  tlai^s 
<lii>  MaMiti  diu)  Volkvs  diu  kunstvullmi  llomilien  nicht  mehr  versLi'htüi 
konnte,  den  gelehrten  ThpologL-n  ober  das  Verfehlte  und  Verderbliche  ihrer 
pvdaiitischen  Bemühung*' ii  nicht  die  Augon  goiSffnot.  Die  drohende  Oofahr 
MDiT  Hlltnlihlichen  Entfremdung  Am  Volkes  von  der  kirchlichen  Dogmen- 
iinil  Sittcnh'hrt'  wupW  geringer  geachtet  aU  ein  Verstoss  gegen  die  her- 
gvbracbU  gram ma tische!  und  rhetorische  Schablone,  Sehr  bezeichnend  fiir 
iw  Anschauungen  de»  hohen  Klerus,  wie  ftie  namentlich  »eit  der  litt«rB^ 
rischin  Kenaii<Ännt«  des  10.  und  1 1.  Jahrhundert«  wieder  mächtiger  denn 
j(i  liervurtratiiu,  wi  eine  Qettehtehte.  die  uu.':;  der  Kanonist  BaUamon  von 
km  Patriarchen  Nikolaos  Muzalon  (1147 — 1151)  erzählt.  Unter  den 
.SynndalentAcheidungen  dieses  Kirchenßlrsten  richtete  sich  eine  gegbn  eine 
Ul'on^bc^direibung  der  hl.  Parastkeue  ven  Kallikrateia,  die  .von  einem 
Hamrn  in  ungebildeter  und  dos  engelgleichen  Wnndols  der  Heiligen  un- 
wfirdiger  Wcisu*  ubgcfasst  worden  war;  der  I'atriarch  üoss  diese  offenbar 
ia  Volksidiom  gehaltene  Sehrift  ins  Feuer  werfen  und  boauftragte  den 
Diaken  Uatiilikns  eine  andere  Biogi-aphie  zu  adireibon. ')  Kino  klare  lUu- 
»tntion  zu  den  Wirkungen  diese»  thfirichten  Klassizismus  liegt  in  den 
Kkgvn  des  gelehrten  Metropoliten  von  Athen,  Michael  Akominatos, 
.  itaa  ihn  tK.<ine  bauerischen  Diöitesauen  nicht  vorstanden,  und  ähnliclic 
Kligen  hätten  wir  tausendfach,  wenn  da»  Volk  selbst  seine  Geluhli;  beim 
AnliCren  der  rhetorisch  aufgeputzten  I*redigten  verewigt  hätte. 

In  der  E'rofanlitteratur  der  Katserzeit  sind  zui'  Beurteilung  des 
EinfluHsos  der  vulgären  Itedowuisu  auf  die  schriftliche  Darstellung  vor- 
Di'hmtich  die  Warnungen  der  Attiziston  zu  verwerten.  Ein  bemerkens- 
viirii-a  Denkmal,  das  uns  in  seiner  ältesten  Form  ein  Bild  von  der  Umgangs- 
•|H-Ai-hu  des  dritten  .lahrhunderts  n.  Chr.  gewährt,  ist  der  doppelsprachige 
Ki>iiver)gilion»nilirer  und  das  WürterbOchlein  des  I'seudo-Dositheos. 
tüiuelne  morpbo logische  und  Icxikalischu  Spuren  der  Vulgärspruchu  finden 
Bell  in  der  fachwisaenschaf tlichen  Litteratur,  besonders  bei  den 
Mi-diziiiorn.  Schon  aus  dieser  Skizze  wird  holTentlich  klar,  dass  Aaa 
Ulgrirgrieehische  nicht,  wie  man  früher  häutig  meinte,  als  ein  Ergebnis 
der  ,Ent4irtung  in  Barbarei",  der  .Zei'.set;£ung  des  Uellenisnius  mit  fremden 
Viiiiniien*,  der  , Völkerwirren  und  Länderverlusto  in  byzantinischer  Zeit*. 
«Uli. -in  als  eine  in  der  vorchristlichen  Ära  beginnende,  von  äusseren 
l.iiit!llsi»eD  wenig  berührte ,  natOrliche  Weiterbildung  der  griecliischen 
\'ruho  Mllwt  zu  betrachten  ist. 

Da*  erat«  umfangreichere  Werk,  in  welchem  das  Volksidiom  üb«i" 
dir  traditionelle  Schriftaprache  gesiegt  hat,  ist  die  Chronik  des  Malalas. 
iWh  kann  sie  noch  nicht  zur  mittelgriochisohun  VulgKrlitteratur 
gerechnet  werden  —  aus  demselben  Grunde,  der  »  vorbietet  den  Gregor 
mn  Tours,  den  Fredegar  und  andere  gallische  Autoren  des  ß.  bis  '.i. 
Jülirliunderta  der  franzirsischen  Litteratur  beizugesellen.  Die  Spntche  des 
Mahilaa   ist   vulgärgrivchisch  noch   im  alten  Sinne  d.  h.  so,  wie  es  etwa 


■)  Vgl.  H.  I.  Qedoou,  iiiiieK'ex"°''  iti'i-nMc,  Kpol  1690  S.  8< 


■pBn«tefrTruTggrBpra6He~lHiB~ Senr~ÄnTäng  de«  a.  Janrnunoi 
Chronik  de»  Thenphanes,  deren  Wert  auch  in  dieser  Hinsicht 
die  ausgczcichneto  BeArbeitung  von  C.  de  Boor  ins  volle  LI 
worden  iut.  Ini  folgenden  JuKrhundort  »ind  vor  ^lem  dio  8| 
Konstantin  Porphyrogcunctos  für  dtut  Studium  dor  Gca 
Vulgärgriccliinthon  von  Bedeutung. 

Ausser  diesen  und  anderen  Werken,  in  denon  das  Vtilj 

durch  die  Kunstsprache  noch  vielfach  gemässigt  und  getHlbt 

kommen  fllr  die  Kiitstchungsge^chichte  der  viilgttrgrie<:hiHch6 

eine  Itciho  kleinerer  Zeugnisse  in  B«trac'ht,   dio  seit  dem  7.  i 

in  mehreren  Oe^chicht^werken  Oberlitifort  sind,  wie  dio  von  di 

Parteien  gesungenen  politischen  Gassenhauer,  Spottvj 

falUbezeugungen,  sprich witriliche  Kedensarten.geflQgl 

und    die    beHlhmtcn    Akklamationen   des  Volkes  und   Heoc 

Beispiele  mögen  don  Charakter  dieser  StUcke  veranschnulichui 

600  wurde  ein  Mann,  der   an   Gestalt  dem  Kaiser  Maurikio 

einem  schwurxen  Mantel  angethan,  mit  Knoblauch  bokrftiuEt  un 

Esel  durch   die  Stadt  geführt,  wobei   das  Volk  ein  Spottliei 

offenbar  die  damalige  Form  der  VulgArsprachc  darstellt; 

Ki'tiijn  fi;r  ^afioXHa  nniiXrjr  unl  iQvifiQäi' 

Kr(  lüt  ro  xairoV  nitiii6(>ir  oiitait  niiiijr  .intijöijitK, 

Kni  i'toitmi  naidta  u'it  la  (uiaicavxoii^n, 

Jini   oiittK  teX/iif  iLnl^oai  ■  riU'  liXovc  tifJ/ttMir. 

"Ayii  /")■■.  iiy\t,  <pofiQt  ml  Jvriit{. 

Jit  ei'tiä  »ani  fgariov,  Irn  fit)  esipaip^tiu  ' 

tiäyai  not  lär  ßovr  loV  fi/ytif  npoonytiyu  tlt  ipjtJi'.') 

V.  1,  8,  -1  und  G — 7  sind  trochäische  politische  FünfzehJ 
selbe  Mass    Iftsst   sich    mit   einer  geringfügigen  Änderung  (etl 
«(■rtJi'V)  in  Vers  2  herstellen;  dio  Annifting  in  V.  h,  durch 
zweite  Teil  des  Liode»  eingeleitet  wird,   besteht  aus  zwei  k4 


EiDleitnne.    (§  329) 


793 


Eine  Kub  hat  pr  Erfiinden.  npppttlüi^b,  f,iirt  fiebaiit 
Und  «tin'a  jUDgp  HfiliiK'h«»  hui  vr  flbcr  nip  eich  borgemacbt: 
Kinder  mHvbU<  er  nun  ^oLIIob  v/iv  iUt  TiBcU«  QubflBpilue. 
NJMnuiil  ubi^r  darf  «ioli   iiiii<k«oii;  allen  biit  vr'a  MhiiI  ]|;(>etopft. 
H^il'Rvr  Vabif,  Hwruer  VbIm!    Fiirclitbar«r  «iiil  Uftdiligvc! 
(iib  Ana  einp  luif  ijnn  Scbüd«].  da»«  ft  niclit  tu  Ifipiü  wild! 
Dfinii  will  kli  di>n  );rafln?ii  Ocbnnn  bringiin  dir  xum  Opfiir  diir. 

Bald  darauf  (i.  .1.  602)  begrüsate  dw  Partei  der  Blauen  den  Usurpator 
bkaB  im  nippodrom  mit  den  Worten:    Mav^i»ioi   ovx  aniüavf,    Mäitt 
]t  äh[itnnv  ('^  -■-  _[^_  -  _||.>-:  -  ^_>._),  wodurch  PhokaR  be- 
wunlc.  de»  Exkaiser  Maurikioe  mit  scinuu  Kiudoni  töten  zu  lasMon.') 
deniivlbon  Phokas  iMog  im  Jahre  608  die  Partei  der  Grllnon  di« 
jambischen  Dimeter: 

tliihr  't  idV  *nv*oif  Inift, 
ßiiXir  töf  rovr  liniakroat,') 

Cnd  wieder  trankst  Du  uua  dorn  Krug 
Und  wieder  isl  Duia  Siim  dahin. 

LÜichael  n  (820—839)  lies»   bei  der  italagerung  von  Saniana  dem 

ldant«n  der  Stadt  durch   einen  Utiterliäiidler  foIgendeR  belichten: 

'jXBPOt,    Kt'Q    iJ/toyofit, 

ToV  fvfifir,  ti  aov  Xfyti  ■ 
'Jr  fiof  iy{  lijr  iaruiray, 
MtjtiianoXixfiv  at  toieti, 
StoxataaQtiäv  aov  itioio-'j 
UArc,  o  Herr  Ooknnomoii, 
Was  Gj-lieriB  Dir  rorkUndet: 
tJrbcipbst  Du  %ninnn. 
So  süllat  I)u  Mt-'trupulit  a»in, 
üuuklksiiica  aollnt  Du  hnbuii! 

Seinen  Nachfolger  Thonpliilos  (S29—H42)  begrüaste  das  Volk   als 

F;r  im  Kampfspiel  mit  den  Worten:  A'wiuis  ijüff?,  rJffi'/xpn»  tfitutoin^ij.*) 
Kahl  dieser  Beispiele  liomo  sich  leicht  um  das  Dreifache  vermehren.^) 
mit  dum  oberhayuri&cfaun  Ilaberfeldtruiben  vergleichbare  Hitte  do8 
Eantäniscben  Volkes,  dem  Kaiser  und  anderen  hohen  Würdentiügern 
Akklamationen  Beifall  oder  Missfallen  zu  bezeugen,  dauerte  auch 
kt«r  fort;  doch  aind  die  »oit  dem  11.  Jahrhundort  von  den  Historikern 
gefllbrton  Beispiele  ohne  erhebliche  Bedeutung,  weil  um  diutio  Zeit  die 
IgSrHpracho  schon  in  giösseren  Utterariitchen  Denkmälern  selbstiludig 
ntt. 
Die  ältesten  grGsseren  Poesien,  in  welchen  die  rhomäiachü  Volks- 


')  Johannsfl  Antiocb.  frugin. 21(!<i. 

"    r,  FU0-VS7.  -  Tht^opbjluktoii 

i;  »4.  Bunn.  ^  S.  304.  IT  ed.  du 

liefert  dm  Doppelvera  in  derForm: 

lijr  uilaitianlir  '   n    .Vai'gimaf 

tp,  und  macht  daiu  di«  inlvr' 
k  BatlMrlnuig:  kalir  yilf  *ai  iqc  Uiui- 
fir^i  /ir^fir,!-  ^m^oaaOot.  Aun  ihm 
tu  «obl  Thcoubanos  II  44>*,  1  «d. 
.  =  r  289.  29  Ml.  d«  ßoor). 
JafaMaoeE  Antiovh.  fni^.  31^, 
fÖIlM-,  FUG  V  87.  Theof>bau«a  od. 
Boor  I  29«.  96  (^  »d.  Bonn.  I  4-V7.  30). 
Anonymii»  b«i  Crani«r,  An«cd. 


Pari«.  2  (1839)  333. 

*jTbcophnnescuntia.  ed.  Bonn.  6.72, 
18  (F.,  wo  der  'l'fxt  verdorben  isl. 

*)  üeur^Lua  Mon.  od.  UonD.  8.  799,  8. 
Leo  OrHinm.  ed.  Uonu,  221.  it. 

*)  Vgl.  die  ZiiaaniDieiistulluiig  bei  Sj>, 
IiHnihroa.  Coli,  de  roni.  gr.  Indrodaction 
S.  K  ff.,  lind  J.  Pnicharl,  Kssals  de  gramm. 
bist,  n^o-grocque  1  |lMä6)  23  f.  -  üis  U^i- 
spiete.  welche  .Sp.  Znmpelios.  'Aiafiatn 
6t)fio%ttti.  KiQivQtf  1HÖ2  S.  Sä3  ff,,  anflllirt. 
Bind  imsuverliliniig,  weil  nr  nnc^h  seiner  MAt-a 
Oewobnheit  durchwage  die  Quellen  tu  neuuen 
vergJMt. 


794     B^iaatiiiittcbe  Litteratnrgeacbichte.    in.  TnlgArgriecbikcbe  LltUr%tu.         I 

sprai-lie  migowoiidül  wurd«.  waren  hiVhst  wahrscboinlich  jene  nationttul 
lleldengeaängc,  dio  HpSler  von  lialbgeloVirtßn  Litteratun  xu  ilcm  Epil 
DigeniB  Akritas  vereinigt  wunUm;  von  dt-n  urspröngliclion  Vonii«! 
dieser  Lieder  «rlieint  nichts  erhalttm  zu  twin.  AU  dio  frühesten  ['r»»i'| 
donkntiilcr  dos  ltlioin»i.si:lien  darf  nia»  wohl  einige  aus  dem  10.  JikM 
hundert  »taniinondu.  in  Untoritttliun  ahgcfasste  Urkunden  beMitfaw 
welche  in  der  Sammlung  von  Trinohcra  (e.  S.  223)  vorOffentlidit  tinl 
In  den  litterarischen  Kreisen  der  Ilaupltitadt  wurdo  dio  Volkiwprochf  »L 
dem  Ausgang  de»  II.  Jalnluinderts  in  Mahn-,  Lob- und  Bittgvdiehtti 
verwendet.  Einen  breiteren  Hauin  erohert  das  Vulgärgiiechische  ja  d» 
byzautiniHchon  Littoratur  orut  im  lä.  und  14.  Jahrhundert.  An  derSpit» 
stehen  nai^h  Umfang  und  Bedeutung  einige  romanhafto  Dichtung«i< 
in  welchen  teils  antike,  teils  mittelalterlich«  Stoff«  behandelt,  ira 
Teil  auch  frAnkische  Vorbilder  nachgeahmt  sind.  Eine  Gni|>iir  (Ür 
sich  bilden  poetische  Tier- und  Pflaiizengeschiehton,  als  deren  MilUl- 
nnd  vielleicht  Ausgangspunkt  der  Physiolugus  xu  betrachten  ist.  IUI 
dem  nationalen  Heldenepos  Digenis  Aki'itas  vorbinden  »ich  einige  spiim 
Werke,  welche  historiuche  Ereignisse  in  mehr  oder  wenigar 
hafter  Umbildung  besingen.  Ziemlich  vereinzelt  steht  nach  Anfbasoag 
und  hilinlt  die  grosso  Verschronik  von  Morea.  l>aKu  komnten  «idlUi 
Poesien  vermischten  Inhalts,  Liebeslioder.  lehrhafte,  erhaulick« 
uad  allegorische  ticdichte.  Besonders  reichlich  flie-sst  der  Strom  itr 
poetischen  Kleinlitteratnr  seit  der  Mitte  des  15.  Jahrhunderia  auf  Kr«ti 
Die  vuIgUrgiiechische  Prosa  ist  durch  die  ei-wShiiten  gi-Uko-ilali(^i"ln^ l'r- 
knnden,  einige  Volksbücher,  Oosetzcssamnilungen  und  Chronü-tn, 
endlich  durch  zahlmche,  grüsstenteils  im  Staube  der  Bibliotheken  rtlienlt 
Paraphrasen  geschichtlicher,  religiöser  und  medizinischer  Werk«  v«^ 
treten. 

Für  eine  wissenschaftliche  Darstellung  der  vulgäJ'grieckisebn 
Ijitteraturgeschichte  mangelt  es  noch  allenthalben  an  den  nfttignten  ViM* 
arbeiten.  Nicht  einmal  das  äussere  GerUste.  dio  Abteilung  nuA  dM 
Zeiten  und  Orten  der  Entstehung,  kann  gegcnwÄtiig  auf  ein«  m- 
ÜLsäigen  Grundlage  aufgerichtet  werden;  die  wenlgsli-n  Werke  äoi  W 
datiert  und  lokalisiert.  Doch  scheint  sich  wenigstens  die  allgemeinp  6" 
kcnntnis  Bahn  zu  brechen,  das»  die  Hauptproduktion  auf  wenige  Ort* 
vornehmlich  auf  KonatanÜnopcl.  Cypcrn  und  Kreta  besclirSnkl  Mi»k 
Noch  weniger  als  der  Entatehungsort  ist  die  Chronologie  der  m»^ 
Werke  gesichert;  leider  ist  für  sie  selbst  von  exakten  und.  umfasMiiili« 
Untersuchungen  der  Sprache  nicht  genügende  Aufklärung  zu  erwwWt- 
Fast  alles  ist  noch  zu  thun  ftir  dio  Erforschung  de«  inneren  Verliill- 
nisses  der  einzelnen  Werke  und  Gattungen,  .sowie  für  die  Klarhjguag  J* 
Beziehungen,  welclio  die  vulgfirgriochischen  .Schrillen  einerseits  mit  Iv 
altgriochischen  und  byzantinischen  Kunstiitturatur,  mit  christlichen  li*g«>fc' 
und  mit  der  neugriechischen  \'olk8poesie'J  und  Mj'thologie,  anderewul» 

0  Dl«  vollopootiBclieii  Reflexe,  1  allem  aadwu  mbo  geiuiM  D«t «»«*■• 
walch«  dio  iiiitt«lvu1ßii[tinKclim'li«<  l.ilt«ratur  !  Vgl.  voroml  Sp.  Lanbrcs.  ColL  i'  r* 
in   grower   Auaiiil  (uithlllt,   v«rilR>nlon    vor  [  gr.  Introdu«tion  S.  20  ff.,  näd  J.  Piickify 


Eisteitnii«.    (§  SSO) 


795 


milileii  Litteratureii  und  Vnlk.Hllherlieferungen  <Ißr  oricntAliiUclioii,  Riavisohen 
BodabcmllÜJidbdivi)  Völkor  vorkiiüpfoii.')  Wu»  ich  zunächst  gobcii  konnte, 
m  ritclit  viv\  nivlir  als  eine  zur  Krwwkung  dor  Toilnuhme  iiud  /.ur  Ki*- 
lujclltoning  künftiger  DetailstwÜcu  bosÜmmt«  Aufzeichnung  der  Uauptthat- 
Mrhfn  und  ilcs  bihHn^rnphiflchen  Material». 

S30.  Sprache  und  Metrik.  Die.  sprachliche  Form  der  vuIgSü-griechi- 
ichi'u  Worke  zeigt  cihebtiche  VeiHchieduuhoiten,  die  sowohl  die  Liiut-  und 
''omifnlohro  als  das  Wörterbuch  und  »üo  Syntax  botreffen.  Diese  Al>- 
mdiangeu  erklären  «ch  teils  aus  der  Verschiedenheit  der  EntKtohunjjs- 
t)it  und  des  FjntRtehunj^sorto!^,  toiU  au»  der  verschiedenen  Stol- 
ong,  vrclclie  die  oinsolucu  Autoreu  der  Volktutpraeho  und  der  Scht-ift«prachc 
legcnüber  einnahmon.  Die  Differenzen  der  ersten  Art  bedürfen  keinw 
Erklärung:  denn  es  ist  natürlich,  dass  volkssprachliche  AufKeichnungen  im 
2.  .lahriiuudort  andi«rs  nii.-uialien  aln  im  16,  Jahrlinndert  und  dafls  «in 
lyprier  SU  ftcinCR  Landsiciiten  andere  sprach  als  ein  Kreter.  Eine  wirk- 
chi>,  bis  jetzt  noch  nicht  vGlIig  gehobene  Schwierigkeit  enthält  nur  die 
Vage,  wie  sich  die  Schriftsteller  zur  Volks-  und  Kunstsprache  verhielten, 
L  h.  inwieweit  die  Tulgärgriechischen  Litteraturwerke  Uber- 
iftopt  den  wirklichen  SprachzuRtand  ihrer  Zeit  und  ihrer  llei- 
lat  durstellen.  Von  einer  genaueren  Darlegung  der  Geschichte  und 
es  Inballvs  der  hierauf  bezüglichen  Kontroversen  sehe  ich  üb:  doch  ii^t 
Bf  formalen  Würdigung  der  vulgärgriechischen  I.itteratur  eine  An- 
etitung  des  Sachverhaltes  notwendig.  Wie  es  in  der  Wi-ssenschaft  zu 
)Mcliehen  pflegt,  so  standen  sich  auch  hier  bald  nach  Eröffnung  der  [)is- 
nsston  zwei  extrumu  Ansichten  scharf  und  scheinbar  unversSlinlich 
gegenüber.  Die  einen  behaupteten,  die  Sprache  der  initt«Igi'iechischon 
ftügirwerke  sei  ein  willkürliches  und  daher  filr  sprachgeschichtliche  Ifntor- 
aidiungen  fast  nutzIosesMischmasch  schriftsprachlicher,  selbstverfertigter 
od  lebendiger  Bt«Undt^nle ;  die  anderen  erklärten  diese»  angeblich  ud- 
ntwiri'bai'e  und  unbrauchbare  Durcheinander  für  den  reinsten  Ausdruck 
Icr  nach  /.eitt-n  und  Orten  wechsehiden  lebendigen  (irSzitfit.  Die  Wuhr- 
•it  liogt  in  der  Mitte.  Zuerst  darf  man  nicht  Übersehen,  das»  die  Frage 
liebt  Bllgemein.  sondern  ftlr  jeden  Autor,  ja  f(lr  jedes  Werk  besonders 
[eprBft  und  beantwortet  werden  muss.  Es  ist  z.  B.  ganz  zweifellus.  dass 
isncho  kretische  Werke  dos  Iß.  .lahrhunderts  ungemein  treue  Ab- 
tld«r  der  in  den  kretischen  Städten  Üblichen,  durch  fremde  Einflüsse  ab- 
wUStiti'n  Volkssprache  sind;  man  darf  aber  diese  Thatsache  nicht  ohne 
rdteree  luif  die  gesamte  übrige  Litteratur  übertragen.  l>ie  Existenz 
faWH  stu-kvn  Makarouismus  in  der  vulgärgriochischcu  Litteratur  ISsst 
icb  nicht  ableugnen.  Es  gibt  Werke,  deren  Verfasser  thatsächllch  wie 
htridana  Esel  zwiM:hen  den  Hcubündeln  der  Schriftsprache  und  des  Volks- 
diofiM  hin-  und  Iiersch wankten.  Man  findet  bei  ihnen  eine  Inkonsequenz 
Im  Stile«,  die  aiioh  dem    Verständnis  manche  Schwierigkeiten   bereitet; 


Iwlojn  il««  raligioiM  IM14  a.  HS.  Daxu 
«SSSjMl;  »i&-347;  34«  -850;  ^U:  .'J73 
Abriases. 


')  Vgl.  die  bililiugraphiticheo  Angubcu 
von  E.  Kubii.  Zur  vericlDiuhuailvii  Litarulur- 
Rwohiolit».  Wiiwpnscbiiftt  JulirceWrichl  llhor 
Sie  uorgttullLud.  Sludien  1877,  1  S.  32  ff. 


7^6     BjMiitiDiBclie  Litt erattiT geschiebt«.    IH.  TDlgArfriMhiach»  UtUrmtnr. 


I 


oft  ontfteht  Zweifel,  nb  ein  Wort  in  der  alton  oder  in  der  heutigen  «4« 
in  uiner  .sp4L«zili»c!i  mittelalterlichen  Eledeutung  aufznfasM'n  ihI.  Im  ifl- 
gemoinen  lii«al  sich  (tagen,  dass  die  naive  Treue  in  der  WiodergaW  i)m 
gesprochenen  Lautes  und  Worten  mit  der  rortM:hri<itßndun  Entwidiliuii 
der  vulgftrgriechischen  Litterattir  zunimmt.  Völlig  bvfreil  von  d«n  knub- 
aprachliehen  flecken  und  selhatKndig  durchgebildet  erscheint  die  Vul|i^ 
spräche  in  der  kretittcheii  Poesie  des  Ifi.  nnd  17.  .lahrhunderta  Du» 
diMor  gelftat«rto  Zustand  nicht  »ofort  erreicht  werden  konnte,  ist  giu 
natürlich.  Sobald  pin  Autor  Lesen  und  Scliroibon  gelonit  tind  die  Kird* 
öfter  besucht  hatte,  befand  er  sich,  ohne  sich  dessen  hinlänglich  b«ini«t 
2U  sein,  unter  dem  mächtigen  Banne  der  Kunstgräzität.  Denn  Av 
byzantinische  Unterricht,  auch  der  allereleinentarste,  wurde  ausscliUi-nüii 
auf  flriind  der  alten  Grammatik  und  Litteratur  erteilt,  und  in  keioBT 
byKnntinixchen  Kirche  hat  man  je  ein  in  der  Volkssprache  ahgefAssU* 
Livd  oder  Gebet  vernommen.  Unter  diesen  Umstünden  w5rw  «e  ein  Wiinder, 
wenn  die  kühnen  Nenerer.  welche  zuerst  Milgärgriechische  TexU^  «b- 
fasston,  zwischen  der  zeitgenKsiiischen  Volkssprache  und  der  schulmiiMigMt 
Kunstgräzität  sofort  in  lautlicher,  morphologischer,  loxikalicher  und  ^yn- 
tAktischcr  Hinsicht  mit  konsequenter  Sicherheit  hätten  unUtrxcheiden  kAnoen. 
Zu  diesem  Ziele  gelangte  man  erst  durch  lange  Gewohnheit  und  Übung. 
Schwer  ist  es  nun,  im  einzelnen  Falle  zwischen  schriftsprachlichen  Ein- 
flllssen  und  allgemein  volkstümlichen  oder  dialektischen  Eigenheiten  &*> 
Grenzen  zu  ziehen.  Hiezu  ist  die  feinste  Metliodo,  ein  wohl  uusgehildttw 
SprachgofiShl.  eine  reiche  litterarische  Erfahrung  und  vor  allem  die  ein- 
mutige Arbeit  vereinter  Kräfte  notwendig;  dann  werden  mancJi» 
Fragen,  Über  denen  jetzt  ein  undui-chdringlicbee  Dunkel  zu  lasten  scharrt, 
aufgehellt  »nd  der  Lösung  njihcr  gebracht  werden. 

Die  metrische  Form  der  vul^rgnechischon  Poesie  ist  f««t  durclK 
«US  der  politische  Vera,  über  dea.sen  Bau  und  Geschichlu  S.  65"  ff,  git- 
liHiidelt  worden  ist.  Neben  ihm  erscheint  in  mehreren  Werken  wie  in  dir 
Ilias  des  ilermoniakos,  in  den  Orakeln  Leons  des  Weisen,  in  der  öwMrhichto 
vom  weisen  Greise,  in  Godichto»  des  Phortios.  Trivolia  u.  a.  der  trochiifc!» 
Achtsilber,  der  auch  in  der  schriftsprachlichon  Litteratur  der  Byzutiiic 
vorkommt  (vgl.  die  S.  052  angeführte  Schrift  von  Fr.  Hanssten,  Actwlia 
grammatici  u.  s.  w.).  Sonstige  accentuierte  Verse  sind  hOcbst  mdten  hbJ"^ 
in  grÖHseren  Gedichten   bis  zum    16.  Jahrhundert  wohl  niemals  SU  finrtiMU 

S3I.   Die  Ülierlieferuiig  der  vulgSrgi'iechiechen  Werke  zeigt 
liehe  EiguntümHchkcilen   wie  die  der  latmnischon  und  Inndessprachlii 
Volkslitteratur   des   abendländischen  Mittelalters.      Die   vulgÄrgriechifcbWj 
Texte  galten  nicht  wie  die  klaasischen  und  heiligen  Bticher  als 
bore,  formal  und  inhaltlich  vollkommene  Schöpfungen,  sondern  sie  wardffl 
als   echte  Volksbücher    nach  dem    wechselnden  G«flchmack   und  BwWrhi*; 
der  Zeit  bald  mehr,  bald  weniger  durchgreifenden  Umarbeitungen  uBtot- 
isogen,   die   teils   in    der  Modernisierung  der  Sprach«  und  in  der  (ilittnnj 
der  Verse,  teils  in  der   Erweiterung,  Ahrundung  oder  auch  in  der  Vtf 
kdrzung  des  Inhaltes  beslAndcn,    Durch  diese  neuen  Auflagen  wurden  i£* 
ursprünglichen   Formen  fast  regelmässig  verdeckt  oder  verdrängt.    Vw 


Einlflitang.    |§  331) 


797 


nandiL-o  Wortcon  sind  zwei  odw  mc-hrere  ncdaktiouen  erhalten,  so 
Ias3  man  die  allmühtichen  Veränderungen  beobachten  und  die  (Ütesten 
letUutdU-ilo  bis  zu  einem  gewUiten  Grade  aii.i  dem  Wu»te  der  7AiaS,ize 
<niutia(.-bik'n  kann;  aber  auch  bei  Schriften,  die  nur  in  oinbr  Form  nuf 
na  gekommen  sind,  Iuksod  eich  aus  der  Btiobachlung  der  in  mehreren 
edaktionen  überlieferte»  Werke  auf  ebenHolche  Überarbeitungen  SchlUsae 
•hen.  I)a8  vergleichende  Studium  dieser  Abstufungen  und  Ab- 
ireigiing«n  eiiiCH  (jrnndwerkes,  fllr  da»  die  schärfste  diplomati^clic 
•Uiodo  (lor  kluKHischun  I'hilologio  sich  schnell  als  ein  stunipftiü  Werkzeug 
Mrieseii  hat,  ist  die  wiclitigHtu,  bisher  noch  unerfUlII«  Vorbedingung  eines 
ironoloj$i»chen  und  genetischen  Aufbaues  der  vulgäi'griechischeu  Litteiatur- 
iDclitchte.  Als  ein  ftuaserea  Kennzeichen  der  Reihenfolge  der  Bearbeitungen 
It  die  mit  der  Zeit  anwachsende  Zahl  der  Verse;  doch  besitzt  diese  Kegel, 
ie  die  Cberlivfening  der  Ueschichte  vom  weisen  Greise  neigt,  nicht  uuo- 
bliessliche  Geltung.  Die  Zahl  der  uuh  orhulteueu  vulgürgriechischen 
uidMchriften  ist  geringer,  als  man  bei  Bachern,  die  zur  LektUre  weiterer 
reise  dienl«n  und  sicher  in  \ielen  Exemplaren  kursierten,  erwarten  sollte. 
ar  Grund  des  Unterganges  der  meisten  Handschriften  liegt  offenbar  in 
IT  Qluichgiiltigkcit  oder  Verachtung,  welche  die  gelehrten  und  kirchlichen 
peiae  den  Ei-zeugiiissen  der  Volkslilteratur  entgegenbrachten.  In  grüs- 
r*  Privatbibliotheken  fanden  sie  wegen  ihrer  Süsseren  und  inneren  Un- 
lactinlichkeit  selten  Gingang,  von  KIosterbQchereien  waren  sie  schon 
ircb  den  hXufig  erotischen  oder  allzu  derben  Charakter  ihres  Inhalt«  in 
Regel  uuHgixtchloHsen,  und  so  blieb  ihre  Erhaltuug  lediglich  dem  Spiele 
;U  überlassen.  Unter  allen  bis  jetzt  bekannten  vulgärgriechischen 
iften  behauptet  nach  Keichtum  und  Mannigfaltigkeit  des  Inhalts 
Stelle  der  berühmte  zwischen  \l>i)H  und  loOO  geHchriebeno  Hain- 
elbajid,  den  der  Gesandte  des  Kaisers  Ferdinands  1  A.  Busbuck  lait 
elen  anderen  iland»clu'ift4^in  in  Koiistantinupel  erwarb  und  nach  Wien 
«eilte,  jct«t  Cod.  Vindol).  theo],  gr,  244  (Nessel,  2'J~  bei  Lamhecius). 
ine  BeBchreibung  desselben  von  K.  Sathas  und  W.  Wagner  in  den  Car- 
itui  graeca  medii  aevi  ed,  W.  Wagner,  Ö,  IX— XIV,  Andere  Fund- 
fttten  vulgirgriechischer  Werke  xiud  dio  Codd.  Ambro».  Y.  U9.  sup.; 
aill.  Hi»c.  287i  Constantinopel  im  alten  Serail  Nr.  3S  a.  14CI  (vgl. 
r.  BlasB,  Hermes  2:1,  224);  Cryptoferrat.  Z.  «.  14;  Escur.  fl».  IV. 
[  B.  IG  (?)  (Lybistros  und  lUiodanine,  PulologoH,  l'sarologos;  eine  Bo- 
hrcibung  von  U.  VVflnsch  erscheint  dcninächat  in  der  B.  Z.) ;  Leidens. 
:alig.  55;  Leidens.  Vulc.  93;  Marc.  408;  IX  32;  XI  19;  XI  24; 
eapnh  UL  A.  a.  9  s.  lt>;  Neapol.  IIL  B.  27  s.  16;  Oxon.  Aedis 
hristi  411  s.  15;  Paria,  gr.  ^96;  i)29;  2027;  2909;  Paris,  suppl.  gr. 
14:  Paris.  CoisL  lllß;  Vatic.  li:}9. 

Allgsmein«  tiilfamitt»)  xur  vuI^ArgriechiMhen  Liltomtnr. 

1.  f<mmni«1iiiHKnt><^ti;  Ad.  BlliAH«ii,  Aaali-ktua  dar  miltcl-  und  neugrincliisrlian 
Hvntur,  ö  Uli«.  L«ij>ii)c  18M>-— 1662.  —  D.  J.  Muurupliryitrs.  'fjtX'kyjj  /inj/Jttiuf  ttji 
iMifff  'Ulr,mri;{  fimavin,  At]i«<n  1866  (mit  «iiioni  GiüMiiir).  —  K.  N.  t^ntbaa,  'fuU<;fiiHf 
tfxA>rH.  2  lt.1«,  AÜMn  19(7.  —  K.  N.  Satbfls.  Mtnmurixii  tH^haSijxti,  7  Udo.  VonediK 
IT2-18IM.  K.  N.  äatba«.  KetjUKir  aime«,:  2  üiU.  Voiiodls  1^78.  -  E.  httgrnnl. 
lÜaction  d»  Rii>nBinpaW  ponr  MTiir  h  Vi^lndn  do  la  Inngii«  Ddo-beTUoiqu«,  I.  Sarin.  19  Bd«; 
■U«  »«ri«,  I  Ud«,  Patis  1869— läiö.  —  E.  Lcgraad,  Reca«U  d«  {Kremes  hisloriquca 


798     Bruntinische  Litte ntarg«Kbio1it«.    m.  ValgftrgrioohiMlu  Llttantsr. 


pour 


CD  Gnu:  vul|i^iru  raUtJfa  h  U  l'nrquin  nt  mix  {irmcipauUa  Duiutiicnoea,  I'mii  I^Ti  • 
l'nLIioation«  dr  l'äcale  dM  InoKuc«  orivnlalt«  vtfNaleB,  vol.  &  (Text«;  di'n  17.  lud  IK  Jib- 
hund«ria).  —  E.  L*grknd,  llibliolli<.-ciu<;  gncqu«  vulgure,  7  Bde,  Puw  läW— Mi.  - 
W.  Wftgner.  MoÄ»vb1  grtwk  ItxIh:  Iiciuk  >  o<ill(«tioii  ot  the  carliMt  MtppMilMa 
vulgär  Ore«)(,  prior  lo  (he  jvax  IMU,  l^niion  1870,  AaBlIlhrliek  bMproohcii  tm)  i.  11- 
lisit«».  (lOttingiBcho  UcUlirli-  Aiu<Mgen  IkTI  S.  U2I  — IMT,  vad  A.  Llieikard,  BvtMU 
jHbrmiboriolit  i)d  j  (1^78)  246~2&3.  —  W.  Wagner,  Carmina  ilni««a  rmkIü  mtI.  Uiai 
IV74  lentlilLlt  neiat  T*xle  aus  dem  reichhaltig«!!  Cod.  Vindobon.  ZU).  -  Vi.  W>|iii. 
IVois  pui-ni«a  greca  du  moj-on-ige,  Berlin  1881  (aus  Wagnar«  Nadilaaii  td.  von  D.  BArtsi 

—  Svyr.  LarabroB,  Collvdion   de  ronuma  greea  «n  fanguo  viügaire  ti  ob  vm  pUiii 
ut  pT«ini6re  foix  d'npr^H  loa  maa  de  Lejrde  et  Oxford,  I'oria  tSSO. 

S.  Bibliographio:  Kine  Bibliographie  di>r  gcsnmtcn  valglrgriucbinchen  UHmM 
gibt  Ml  nicht;  doch  kommen  für  die  ILttealcn  Urucki.'.  bc»a<lun>  fDr  die  acbwci  niglB|]ktat 
vonexiaDischeu  Volkabaoh«r,  eioice  btbliographieobe  Weike  in  Betnwbl,  in  mkha 
die  von  ürieehMi  seit  d«m  lli.  Jaturauodart  Im  Drwjke  faer*nageg«bMie«  Bitbw  nr- 
«ticbnet  sind.  Den  «r«tvn  Veraudi  ein«r  aolchem  ZuaamiiMinsteUiuig  naebte  A.  Ptpila- 
puloB  Vretoa.  yiatXXtjrucij  atioioyitt  qtot  amrals/sc  ttür  lini  iitm«itn  i^t.lit\tmr^i 
Rprojt(iffta(iin<  f^Xf  ^yf^iJ^vtiiat  t^  ir  ISUaA  ^aaiUiai  t<>.T«9(t-r«M'  ptfUmr,  !  !U> 
AthsQ  IS&t— IH-VT.  —  Aalinlidi  nngologt  tat  dna  biograpliitdi-bibliofTspluMiba  Wwk  la 
K.  N,  Sathna,  KtvtU.wt^  ^tXoioyia.  Btoyffuaiat  ttir  ir  t<H(  yfiipfüiai  AaiU|tMfrw 
'UligVoiv  linö  tiöt  x«[nii*<tfw{  iijc  Ili>Ciirfiiri;(  «rviiHCfiniopcaf  ft'Zf  "!^  tXl^n*^  ^^I^t 
altif  (141)3— I>'21t,  AUieu  1868.  Doxu  Demelrakopuloa,  n;na9^(«i  am  iIi«f9H«u< di 
rV"-  «ofiiijMjf^'f  ^i^olo^'i'nv  K.  K.  iäam,  Luipiig  löil.  —  ]>iot»  Aibeiten  «tnd  iN  kÄk» 
firaphiflcben  Teile  weit  Überholt  durch  die  aruMUtig  aBg«l«gt«a  und  nack  den  Kttrderap* 
der  bentigen  bibliographiacheu  WiaaenacEsft  gearb«MUn  W«rk*  too  £.  Lagftii, 
Bibliographin  h^Ui^ninne  on  descriptJon  raiaonnfe  de*  ouvragM  {mUlda  an  Grat  pB  4* 
tiraos  nux  XV"  ot  xVl"  sii'clen,  2  flde.  Pari«  1><H\  und;  Btbllonnfilal«  belldnti|M  m  <» 
•crintioo  raiaonnäe  dos  ouvragea  publica  par  doa  Greca  au  XVll*  viAele,  8  Bdl  hn 
18W-I895. 

'.i.  Iiitturnrhietorische  und  kritiaoha  Boitrlso;  Eina  roaawuaenhwwJ* D* 
titelluiig  fcliU.  Iii  clen  der  nougriefliiseben  LittBrnturgonanicbto  gc>widnK>Un  BncbHa  m 
J.  HiBOH  NeruluB  (Genf  IS'iü).  Kungab,i  (DesUn  1)J77)  und  HnngDboSandoinlLam 
S.  a.l  ist  das  MiUelulti-r  ^111'  uloht.  iu  der  Ueadiichtu  der  n«ucriacliiaob*n  ÜtUnl«  na 
B.  Nicolai  (Leipiig  1S76)  nur  cberflii^lilicli  und  ohne  die  minuMte  Sacbkeastiti*  itiüfl 

—  Die  auB  rrttnki^cliuD  Vorlagen  abgeleiteten  oder  weuigatena  tob  frAnkisobM  Kaltr 
einünason  bernlirt«n  vulgargriecbladien  foesien  tmtetauchl  mit  w«aig  Kritik  uad  ni 
Phnntosio  Ch.  Gidel,  l'^tudes  snr  In  h'tt^rator«  gracqaa  iiMd«TBe,  PkriBl86&  Vgl  dirB» 
sprorhiing  in  der  Kavue  critique  1S83  II  893-400.  —  VtnnMckU  Tbaoiea  JarBiM-nl 
iicugiiecliiaehea  Litterntur  betrifft  Ch,  iiidal,  Honvell««  Mudas  rar  la  lUUratnn  pyt^ 
moderne,  l'oris  I^7M.  Vgl.  die  iiusfUiirlivhe  Baaprechung  dMa«>  Baade«  tm  K  Üill'r, 
Journal  di^s  Savauta  187»  S.  'iOn-  21»;  S51~S6I.  ~  Wertloa  iat:  Hartvag.  Di«  bpw; 
tiiiitwlio  Novell«.  Uorrigs  Archiv  (Qr  da«  Stadism  der  neuarcn  Spraehea  um  LiliiuMi 
&0  (I872|  1—88.  —  J.  I'.  Soiunovif,  Dio  b^iantiniaclia  rvmaatiach«  Dichluns,  Wa 
acbauer  Univeraitiltanaehrtchloo  (Vur^avskija  untveni.  izvjoatüa)  1801  Nr  6  S.  I  — H  ( 
uniUgUnglicb).  ~  Manche  litterarhiütoriecLe  Beitrage  CDthallein  die  Eialeitua;««  in 
Augkben  von  l.cgrand,  Satha«  nnd  LaniproB.  —  Gut«  KnaendatiMieD  ca  atni  ttti» 
vulgirgrixchiarher  Tost«  sab  S.  D.  Papadiniitriii,  Eritiach«  Stadien  su  miUcUHcrli'^ 
griechischen  Texten  I-llT,  Üdcwaer  Jahrb.  4  (189*1  150-177;  lY-VII,  Via.  Vt.  Ml^*"^ 
614    65S. 

4.  Zur  byüantinischen  Sngnn'  und  L«g«adeiilitlaratiiT:  V,  laliia, 
Hage  vom  iniliBohon  Knisertuin,  Arbeiten  der  alariachan  KunnüaMoa  bvi  der  L 
■  leaellHchuft  in  Moskau,  lid  1,  Moskau  1893  (handolt  im  AnadiluM  na  die  Arb«iM 
Zamckea  über  die  Sage  vom  .Priester  Johanne«*).  —  A.N.  V«a«l«vakij.  Di«  8||*  **• 
babyloniBchcii  Reiche,  Arch.  sUv.  Plül.  S  (1877)  139—143:  308-SSS.  -  A.  R  fw 
lovHkij,  Verttiicbe  eur  Entwicketung^ngcscbichte  der  ehnätÜelwR  Legend«  (a.  h.  16* '^ 
Apoknlypao  des  Methodioa  und  die  bytoiitinisch •germanische  KaiMvaaiEe),  Juam.  Min  1^ 
bis  1S76.  -  Unber  die  Eaiaersag«  vgl.  auch  V.  Jagi«.  Areh.  slav.  Phtl.  -2(l^'il'**' 
11  (1S88)  630  f.:  A.  N,  Veselovskij.  Arch.  alav.  PhÜ.  8  (1878)  84-M.  -  Dt«  *» 
S.  627-629  iinseführte  I.ittoratnr.  -  A.  N,  Veselorskij.  BeitÄfa  ntr  F.tkllwn«  ** 
nuHiachen  Heldenepos.  Arch.  alav.  Phil.  8  lIRTl!*)  :<Ai-h9S.  —  Rdnard  Heydeuril't- 
Conalantin  der  Qroaao  in  den  SagMi  den  Mittelnitera.  DeutAcbo  /.citarhrifl  (Kr  (>M(WUr 
wiaaenncbaft  9  (1893)  1  27  (Über  dnn  griorliiiirlio  KunigninatnarUrium,  dW  dir  8(fr  •* 
Schlidel.  der.  obgleich  tot.  nucli  Helmden  knnn,  u.  «.  w,).  -  Uthpi  di*  miltrUM*** 
Sagen  von  l'hldiaa,   Pnuitelea  und  der  'i'ochtcr   des  Hippokralea  bandelt  K.  H.  üal^"' 


I 


Snlütniig.    (§  331) 


799 


luiro  de  Vamoa.  16  11862)  132—149.  —  Dnssrlbo  Tliomn  iinteiDolit  N.  1'olitU, 
Ww    I    (1  WS-  1884}   TT—lOl.  Arthur   AmiHud.   U   Idgrada  ITriiuiuo   de   Üiüat 

xiOt  rkoRiin«  d«  dicu,  Paris  IfiS^  {—  Uibl.  do  Iccat«  das  linutoa  Mudim.  79  fuac}; 
Ongba]  diearr  Li-icrndp  wird  aiue  liy«iiiUciBuliu  Eniahliui);  ancbKi^wieapn.  —  Albart 
nmb.  Eiua  KloaturKrdnduiigsatg«  aua  ÄmuTSoa,  B.  Z.  S  limS)  ■iHt-'HHi.  ~  Vgl.  <)ie 
I  Cbrist,  <jntfc)iiH('liu  LitJ^ratnrgesehiehte '  i  623  ang«fQbrteii  ^uhriftob  voa  Dsener 
I  Ifaraack.  —  Auf  *ino  vollsISiidiK«»  AuftSliliuig  dor  mllclitii;  iiijg«wairli8enen  Ullera- 
,  i\»  üch  BnmittfilW  od«f  mittelW  nuf  din  byxBi)liiiiarilii>n  .Sag<Mi  und  L«iKenden 
iaht.  mtUM  icli  V4>nkht«n,  ■  Zur  Krklilrung  dnr  in  ilor  viilgargriochiRRlion  I.itt«rntar 
'Ibirten  Vi>lkiiBnHrhauuni;Dn  und  liebrUuchn  nittten  vor  alloni  N.  Potitnn,  Mii/ii] 
IQp    ,*'«■    »dir    noitifiioy  TCiXrjviar,    Mi^iif  a     «ni  ß'.    Atlien   1871-    1S74,    und    IJcriiU. 

intiilt,  Das  Volkslubon  drr  Ncugrioclion  und  äaa  liollunisclit  Alterllium,  Li'ipxjg  IH'l 
EU  Nacbtrl«!«  in  dor  nusruhrtiubi^ii  UcHprtcbiuig  von  C  Wiiohsmulh,  Ulitlioi:.  Üol. 
laJ^HD  1^'^  S.  241  —  264),  und:  OtIucIumIi«  Märt-lipu.  Sugeii  und  VullutitdiT.  Leipzig 
7.  w«  lOHB  auch  diu  «unatigo  auf  [loutfiivchrsclii-  Mylhulogiu  und  F<>lktoriHlik  bMUglicli« 
lantnr  r«noichn«t  findet.  —  Ein«  it''"^^  ßibliogragihio  des  griechisch en  Folklor«  aUbt 
fcuMclit  roa  anincm  li«el«D  Konner  N,  Politcs. 

B  ■'•,  Sprach lif^h*  Bilfamittnl:  A.  Wörterbücher:  MearBin«,  rilosaartuin  Graeco- 
^uin,  l.ngd,  tiatav.  1410;  2,  JLUngnbn  ]i>14.  —  Meursiua  wurde  weit  tlberhnlt  von  Du 
tB't  tiloMurium  mndia«  nt  intimnn  (irnncitatis.  Lugduni  16^6.  Ein  unverilndprter  ona- 
iMsb«r  Nondruck  Pturhten  xu  Bronlmi  1893.  Uim  Werk  wimmelt  zirnr  Tnn  Fehlern  und 
iT«raUailniBi«u.  ist  aber  nach  haute  das  vallaHLndigsle  ße|iertorium  de«  mittütvnlglLr- 
«fcbcbea  WorlachttUe».  —  Kim-  ErgiUiiimg  lu  Du  Canga  bildet  AI.  da  Somnriira, 
Ol«  iklla  liogua  Ör«ea'Vo1^nre  cd  Italiann.  PHrigi  1700,  wu  ouFsobliesBlich  diu  tcbi>nde 
lofa«  itt  Z«it  des  V«f,  bi'rU('k»ichti|ct  ist.  -~  Das  brauch  biir«ti>  Wörterbuch  der  betitigen 
kjanniclia  Bdirial»  SItarliitos  I))'2uiitit<s.  .tiUiröy  njt  xit.t'  ^/Aiif'KiXiiririjt  ttialtriov, 
knnl,  Atb^n  1ST4.  —  Nnr  nnhnnKsweiso  bcr'icksichtigt  das  Vulgargriediische  E,  A. 
iboeloa.  Oretk  !*Äicon  of  th*  Koninn  and  Hyuantine  period«.  3,  Aufl.,  New-York  1888. 
KlatBG  (tloaaara  in  den  oben  (Anm.  1)  erwlthnten  SnmmelaUBgahen  von  Maoro- 
sdas  ood  Lamproi. 

KB.  Granunalikm:  Die  bis  jetzt  vorhandeuon  Lehrbücher  hetrciTen  fust  auMchlieBs- 
iRa  Bonere  !^irach<'.  Die  Ottcsto  vulgliigricchische  <irummnlik  verfusstu  Nikolnos 
>1iiaaoH  in  der  erelvo  HMrte  des  1(t.  Jahrhunderts,  äie  wurdt-  aus  f  in  er  Pariser  li  and - 
rfll  edj«rl  »an  K.  Legrand.  Coli,  de  mon.  N.  S.  vol.  2,  Vgl.  E.  Legraud.  Ilibllogr. 
L  I  (1P85)  InlruducL  8.  187-194.  —  Die  erstt«  vom  Verfasner  selbsl  iin  Drucke  ver- 
VÜwhta  rnlgirgriocli,  'ir&mniatik  int  das  W«rk  dos  italienisdieu  Jesuiten  Girolamo 
maiio,  Roma«  162S.  —  Dann  folgte  das  vortreffliche  Bach  von  Simou  Portiua, 
is  1632.  Kine  neue  Aiiagabe  desselben  mit  reichhaltigem  Kommentar  und  einer  wert- 
lan  KinloihiDg  von  J.  Psiohari  veranstaliete  W.  Moyer-Lnbke,  Paris  18^9  (—  Uibl. 
Vieole  d«a  hautaa  Stades.  7K  faac.).  Uober  die  Person  dos  Simon  Portiua  vgl  <iahriel 
ioa.  Simon  foilius.  Bibl.  de  l'äcole  des  cbartcs  ÖCI  (1880)  67ä-S81.  E.  Legrand.  «Jon- 
ntioo  ii  la  biogmpbic  de  Himon  Portias,  Hevue  dos  ^t.  gr.  4  (1891)  74—81,  und  Amon- 
Bi.  Di  aleuni  particoluri  della  vila  lutterariu  di  Simone  Porzio  incerti  u  ignuti  hnora, 
tfti  18!Kp  (mir  uniui^ilnuliob].  Noch  unbeiichtetoE  Material  zu  äimuu  Purlius  [Urief  an 
mi  rrbati  VIU  und  Epigramme  auf  deu  Ted  des  KardinaU  Carlo  liiirbBrini)  bewahrt  der 
i.  Barher.  11  104  r<d  2.^i)— 353.  —  Jetzt  veralt«!  und  ancb  iui  hiatoriachitn  Teile  un- 
iDgand  tat  dao  Hnrh  von  Mnllnch.  Clrammatik  der  griechischen  Vulgor^praeho,  llertin 
A  —  K  Legrand,  (irammairo  grenjuc  moderne.  Pari«  1878,  —  Manche  nOtr.lieho  Hin- 
wf  die  ftlloren  Sprarbnlufen  gibt  A.  Thumb,  Handbuch  der  neugriechischen  Volks- 
'h,  ptiaiibnn!  18^5.  —  Die  rein  nrnklischen  Lehrbilnher  des  Nnugrlechischan  run 
liehvB  (LtapiiC  1876),  JannaraKis  (Hannover  1877|.  Vinnent  und  iJicküon 
187»;  in  deutscher  Vcrballhomung  von  D.  Baaders,  Leipiig  ISäl;  2.  Aufl.  1890) 
r,  kOBIMa  nr  daa  Studium  des  Mittelvulgargrievbisclien  nicht  in  Betracht.  —  Nur 
ITanumg  sei  MiianDt  das  durch  scineu  Titel  bestechende,  iu  Wahrheit  völlig  wertlose 
n.  C.  Malier.  lliHloriscIie  Grntntnatik  der  Iietlenischen  Sttrache  oder  Uebersicht 
DtvirkelvanilBnitM  der  altgri^chi sehen  zu  den  ueiigriechisclien  Können  n.  a.  w., 
I^idna  I8S1— 1692.  —  Eine  wiaHonsohaftliche  historische  Grammatik  de» 
riiiimboa  ilt  noch  «in  Bodlirfnls,  dessen  Erfüllung  voraochEohn  Jnhran  Karl  Eoy 
lil  gdfellt  hat. 

Baitrlge  lur  flesehiehte,    Lnntlohro.   Morphologie.    Etymologin  und 
dea  Vurglrgriochiaehen:  Eine  vollatAndigo  AiifKilbliing  der  Monographien  ga- 
bt hieber;   Mth   noone   nur   das  Wichtigntn    und  verweise  lllr  die  Übrige  Litterntur 
An^boB   in   den   uolon    genannten  Scbririen   und    auf   die  ilusammaii-stelluni:  det 
r«r.  üriecliiacbo  ärammatik '  (18B6;  S.  XXXV  I.  und:  Nvugrieohiaobc  ätudiuu  l. 


BysuitiniMchs  Litt«f*taig«acluaht«.    HI.  Tnl^&rgriMitaüoh*  Litt«ntu. 


^«irauob  cioar  Bibliograiiliie  der  neaKriccIüiohM  Mun4ulaBriw»di<iiig.  Sitxuns>\>tt.  Vm 
Ak.  Oll  ISO  (lBä4|.  Howie  auf  d'u>  bibTiognt|ibi«cli«D  Uitrielil«  von  A.  Tliuinb  im  Auugtf 
fOr  indogerniani seilt'  Spruch-  und  Attcitiuuskund«.  ~  C.  Q.  Cobet,  CanaraW»  k 
emondniidn  riiti»iiu  grammaticnR  gmoiMu  diHF»ruBI)do  oraliauvm  krtifioiilt«  t\ 
oratjonc  poi>iilnri.  Amatelodumi  m'-'ü.  —  E.  ä«ul4,  Au  vulgaris  liii^na  «päd  ntaH 
gmccos  i-xulitorit V  l'iins  lS5ä.  —  M,  K.  Tnlbert.  D«  linuna  graKH^vulKon  qail«K 
quottd  det^luiutiunus.  oum  riutica  Koiiiiuia  conveoiiit.  Pftns.  h.  Tbörin  Id'-t.  —  D,  J.  Nti 
rophry  di's.  Jotiinw  /d('>(>('ii<  i^(  'KUr^r,  /haaaiji,  Smyrna  1871  (erat  nftck  dem  T*d>  in 
V«rfii88urfi  ((»drucKt  und  dkber  uiclit  genUg^nd  geordnet  und  abig«riind«'l>.  —  G.  "•■■'tl, 
Stiidi  sui  dialelti  Gnci  dclU  terra  d'OUuito,  I^cco  lüTO.  Dialotti  Roniiiid  AtA  Mini 
di  ilova  in  Cninbria,  Aroliivio  glottologüo  i  lli^TS)  1  116.  l.'nltiiDntito  grrco  Mi 
d*ir  Italia  mnridionalD.  Partei  prima:  Provini'ia  di  Reggio.  Arohivio  ^olt«l«g)M  IS  |L 
bU  IHHl)  7«  »6.  Umu  Nncbtrüge  vonU.Meyar.  Arcb.  gütlotoK.  12  (läW-91)  ISI'U 
—  M.  Dcrfncr,  NeogrooM.  in  Curliua  Studiun  -t  (18711  ^81— 3^2.  Von  •JemMtka:'' 
Abbuiidluiig  Ubur  das  Zalwiniaabv.  8ttiunKtib«r.  Kerl.  Ak.  Itl7ti  S^  1&-80:  17<~1K. 
llb«r  dio  ioHiLitiv«  iu  den  puDtisobeii  DiälaktM.  «tiend«  1877  S.  191— 2S0.  ZaUnii 
Orammatik.  D»rlin  188]  (uiivoIlend«t)  Archiv  IHt  mittol-  miil  n»a(riMliiMlie  Pbäiiti 
Äthan  1880  (mir  ein  Do)>pelbi]<rt).  —  G.  Mvyvr,  AntloKiatiildiiaMN  d«r  ii«agriMli. 
natioH.  Uoxzonbcrgnrs  Beimigo  I  (11^7)  227  ff.  NougtivahiMbM,  BMMidMrCH«  Btilrtei  I 
( lä93)  l&O  -  UH.  NcugriorbiHcb  öfua.  irpictva,  Indogurm.  Forachangui  2  (1893)  370.  .\«h. 
Ktjmologien,  Indogcrm.  KorHch.  3  |lä&i)  63—73,  Zur  ncugrieciiMcbeii  Giunnubl, 
di-a  .Anoleotn  tiraociun-iu*.  (irai  1»93  S,  1  23,  Etyniotugiacfacs,  B.  Z.  3  (I8M)  1**-*' 
Neu|triecbiiicli<-  SludiiMi  I-IV,  Sitziingsbor.  Wion.  Ak.  lld  ISü  uiiJ  Vit.  Wivu  ll)94-r 
Mouche  Uvitrüg«  «ur  Etymslogi«  den  Mittet-  und  NiiUKTi«chi«cbeu  «lüiallfu  anob  itm 
.KQmiologiaolii-»  WUrlvrbuoli  dor  iilbiiDiuiiiidien  Snraclie',  Straaabuig  1691.  and  ht  ,T 
Ncban  Studien  1',  Siliungsbor.  Wifu.  Ak.  Bd  l'iä,  Wien  1893.  —  Nikulaoa  tte» 
ilciHpioIa  dar  Volkaetymologiti  im  NeugriechJtcbeD.  Dactenberiter«  Beitrag«  2(1X79)] 
dazu  H  (1879]  R7.  BcitrSgb  t\a  neugriechischen  Wortbildun^lebr«.  Züricfa  l^71>.  f" 
tr  tß  avyt;9e!t/  üafiiniMiitair  avrS/itiH'  tür  nvfä  toit  Irioit  y^tififMitnM*i( 
»aimi'ftiiiur.  'AStirmor  9  (18^0)  327  IT.  Alt-  und  neugrity.hisrJie  Velkaot)'B)Dkp«a, 
bergurs  BcilrAgn  (t  <It^^lJ  ^0  ff.  —  Karl  Fo^,  LantaysUm  der  grioobintben  Valgin 
J«i{uig  l):tT9.  Bcitifigp  xur  Kenntnis  dea  V  ulgftrgrieohiwiheai.  BtaxL-oborgera  IMffJf  Ij 
(1881)  220-230.  Grii-ybiüchn  Vokalsloiiicn.  ÖMKeubergcm  BBÜrlge  Vi  ill<S7)  38 -7S.  7^ 
Unifti   tiür  nniniifiitniiniii'  i|i.iai>'  ^i'  r^    StotUi'iViiis    yXmaop,  'llftt^oköyior  i^.'  Jrait 

1886  ä.  207-21äun<I  18»7ä.  U><     16».   Vulgirgriecbischcs.  Uencnbernn  BedrioM 
bis  1889]  83  ff.  -  Q.  N.  Hetcidakis.  .tfeUii;  ini  «^  r^«^  KUfTtmi«,  "&  '4»v^ 

llttfi   Jiay  antipcfDfatiKnii'  l^ll|^•ir«^r  ir  lg  riail^^g  'EXXijyixg,  'Hfitfoidym'  1^  '4rat*i 

S.  182    14^,    Ünr  PrO^onsbitdiiug  des  Nengrieohiacbcn,  KalinB  Zeitaolirift  fDr  in 
Spraohf.  27  (1882-85)  C9-84.    Zum  Vocaliimna  des  Neagriecbiecheit.   Kokna  Ztib 
30  (1890)  357  '39S,    7,ui  aeschichte  d»H  Mittnl-  und  Neagriechisclioa.   Kiikn«  t*'»ti 
91  (1f)90)  I03~ir)6.     NeugHechiscbo  Miacclbn.  Kuhns  Zoitschrift  33  (lti93)  lV5  -IM.  >*] 
Wortbild uug^MirL-   des  Miltel-  und  NeU8rici.'!iliadi<^n.  It.  /..  2  (1893)  23&   -£»6.    Dmi 
reiche   durch   eindringenden  Spharfiiiiin   nnd  lirllndlinbknit  au«gMC«icbnote  IFnlMWirl.    .   - 
im   ID.  Bande  des  '.AS^rator,  im   lliiiiuir.  im  JtXiioy,  in  dv^r  'a9^iv,  in  det  JabiUuuiiwMl 
der  Universität  Athen  (Atlien  18b8)  und  nnderawu.   ZuBanimcnrasaocde  UaupUikrifT' 
Einleitung  in  die  neugrieühisohc  Onuminatik.  Loiptig,  Brcitkupf  und  iUiiel  1692.    "' 
Besprechung    vnn    W.  Meyer.    B.  Z.  2,  142  ff,    —    K,  Kruinbacber.    tieUtlm 
Ueacbicblc  der  griechiedicn  Sprache.  Kuhns  Zeitschrift  fOr  vergleich.  Spnchf.  37  (l 
481     M5  (in   der  Einleitung  eine  Skiroe  der  Oesobichte  der  val(lrgrieekisch«a  I 
>rBchtrug  diuu,  Kuhns  Zeitacbr.  29  {IS^H)  IR$'192.     Ein   irratinnalar  Spirant  in  < 
scheu,  äiUungabcr.  bnyer.  Ak.  1886  S.  359-  444.  —  Jean  l'sichari,  Ermu  de  pbiui»I>^] 
n^-giecque.  Müin.  de  In  socidt^  de  lugaiatiqu«  E  (18B4)  849  —  393.     I-jiMiii  degf* 
bialiiri'jii»  nOi>-grecqUL>,  2  voll..  Paria  1886— lt!89.     QumI)dds  d'histoirc   et  de 
Si'Xiayoi,  EUaaintnn4ii}eit  (Ifn^iri^r.  tai  iq'  rojuav,  1886)  441 — 497.     Te  taÜii  ft—,. 
lt^8  (gibt  in    Form   einer  KeiaeachilderuDg  eta«  praktieciie  Dustalloog  der  o    ' 
griecbischcn  Phonetik.  Morphologie,  Svutsx  nnd  d«e  WSrterbnclieB).  Etudes  dt  i 
n^o-grao<[ue,   techerchea   sur  le  developperoent  hislariqiia  dn  gree.  Paria,  BeoiilM  IM 
Ein  Verzeicbnia  der  sonstigen  Beiträge  von  Paichari  rar  mlgkrKri^chiar^on  Spracie.  i 
r«lur  und   Folklore  findet  man  im  lotit genannten  Werke  S.  CI.X  f.         Zur  (icncbicM«*! 
neugnechisrhen  Sprnchrriigi-  gibt  reiche  Aufschlüsse  D.  Tbcriaooa.   '.Ha/iärtit  l*f*'] 
3  Üde,  'lYier   188!»-  1S90,  bca.  im  2.  Bd.  —    K.   Burcsch.    riyoyar  ttttd  anderta  V**" 
gneciiiach.   Hbein,  Mus.  46  (1891)  ISlS-SSa.    Kriliecher  Brief  Ober  die  falachen  ftljUif» 
Philologua    .M  (BBS)   84-112:   422-404   (in    dor   Einleitung   dankenawdrter,  •*«  ^J 
nicht  gelnngccicr  VerHucli,  die  frühen  Eraoheioungi-tt  der  \'olkHaptaoho  luOlitiS^  'J 


Sinlflltnng.    (§  331)  801 

oDeran,  basooders  das  aegyptische  nnd  klein  aaiatiache  0  riech  lach  aoBeiuaiiderziihalUii).  — 
K  C.  Heaseling,  Eesai  htstorique  aui  rinfioitiv  greo,  in  Psicharia  Etndea  de  Philologie 
d»p*oqv»  (a.  a.)  S.  1  —  44.  Das  Personal proDomen  der  ersten  and  gleiten  ^eraon  im 
littalgriechischen,  B.  Z.  1  (1892)  379-391.  —  Prinzipiell  wichtig  ist  der  Nachveia,  daaa 
iak  manche  in  den  heutigen  Tolksdialekten  fortlebenden  AuadrQoke  zur  Erklärung  seltener 
■d  dnnklar  byzantinischer  Temiini  verwerten  laaeen:  6.  Deatnnia,  Lebendige  Ueberreate 
kr  bjxwitiniBcheo  Tenninologie,  Jahrbncfa  der  Udesaaer  hlBtor.-philol.  Qesellscbaft  II  (1892) 
fax.  Abteil.  I  8.  1—24  (niaa.);  vgl.  E-  Kurtr,  B.  Z.  2,  137.  —  Alb.  Thumb,  MeUrij  ittQt 
ifC  t^tfir^l  if  Aiyirg  XaXovufv^;  dKtiixTov,  'AStjvtt  3  (1891)  95  ff.  Beilage  zur  nen- 
griMliiKben  Dialektkonde,  Indogerm.  Forschangan  2  (1892)  65  ff.  und  7  (1896)  1—87. 
lim  nongriechiache  Sprachforachung  in  den  Jahren  1890—1891  nnd  1892  — 1895,  Anzeiger 
;  Mogam.  Sprach-  nnd  Ältertntnsknnde  1  (1692)  38  ff.,  146  ff.  nnd  6  (1896)  210  ff.  Die 
■Mgriacfaiaehe  Sprache,  Freiburg  i.  B.  1892.  ~  Wilb.  Schnitz,  Alt-  nnd  Neagriechiacbes, 
lAa»  Zeitschrift  33  (1893)  224-233  (Uebergang  von  1  in  p  nnd  ju  in  ";  Schema  •/'U/wV 
>;  Terbindnng  avv  xai,  fiitd  xai  n.  s.  w.). 


fcalkHk  4tt  klMi.  AUartnDnrtaNsnhaft  IX.    1.  AbUf.   2.  aniL  61 


Erster  Abschnitt 

Poetische  Litteratur. 

lehp-  und  Gelegenheitsgedichte.    Darstellung 
vermischter  Stoffe. 

332,  Spaneas  (^navt'ai).  Unter  «lioftcm  Xaniuii  g^fat  ein 
griechis<lK-s>  Lehrgedicht,  wolchem  die  in  der  byznntiuischea  Zeit' 
gelenen«  K«de  des  Pseudo-Isolcrates  /7^  ^»jnöunor  als  Gmo 
dient«.  IVr  äpanen«  oxixtierl  in  mehreren  stark  von  «ItiandtT  abw*icbi 
den  VcmoDuii,  die  ver»chiudL>iivii  Bcai-boit«rn  und  vorHcbiedtMi«'»  Zoll 
angeboren.  Die  älteste  Form  euthült  wohl  das  von  Legrand  he 
gegebene  Gedicht;  en  zeichnet  nich  %'or  allen  anderen  durch  Objektivit 
vornehmen  Ton  und  gute  Komposition  aus.  Ihm  gegenflber  stebon 
rore  inhaltlich  vergröberte  und  sprachlich  wonigor  «rsprSsK 
licho  Versionen,  in  welchen  der  enge  Auxchlus»  an  pHeuilo-Isok 
aufgegeben  ist  Zu  diooer  Gruppe  goburon  diu  Version  der  alt«n  Vei 
zianer  Aufgabe,  die  des  Maurophrydea,  die  zwei  von  Wagaer 
einem  Gedichte  kontaminierten  StOcke,  die  des  Ood.  Neapol.  IU.A.i>1 
die  der  Handschrift  von  Qrotta  Forrata  u.  a.  Auch  das  von  LegraPJ 
unter  dem  Tito!  Jtiaxi]  — "io/inJiios  rrnpi  »or  artor  piov  'Poßnäft 
gugubene  Gedicht  ist  ein  Spunt^<iuirragnient  der  zweiten  Gruppe. 
sam  ist  diesen  Bearbeitungen  ausser  einer  kleinen  Einleitung  die  Ai 
lung  auf  bestimmte  PrivatverhSItnisae,  die  geschwätzige  Fassung  uad 
bedenkliche  Moralitilt  der  vlltcriichon  Kjit«cliISgö.  Ganz  fllr  sich  »tebl 
Version  des  Oxforder  Codex,  die  zwar  im  Tilel  den  Namen  9| 
enthalt  und  die  Fonn  einer  väterliche»  Malinrede  bewahrt,  im  Ib 
aber  wenig  Ähnlichkeit  mit  den  Spaneasgedichten  besitzt,  ßne  an 
selbstilndige  Bearbeitung,  in  der  wie  in  dem  von  Legrand  ediert*n 
ment  Salomon  als  ilatgeber  erscheint,  enthalten  die  Codd.  Barher.  II! 
Athen.  7]2  und  Atlious  S816,  vielleicht  auch  Cod.  Athen.  720. 
Verfasser  des  Werkcheiia  ergibt  sich  aus  den  Einleitungaversen  dK  1 
Handschriften  Aloxios,  der  Sahn  des  Kaisers  .lohannee  KomneMB. 
mit  seinem    Vater   die  KSnigswtlrde   teilte,  jedoch  noch    vor  diiui'^l 


Lahr-  nnd  Qelegenbeitsgedlobt».    I)&rBt«Uaitg  TermlBchier 


803 


Urb.  D^r  Jflngliiig,  an  den  die  Lehren  gerichtet  worden,  Ut  der  Nvffo 
Icft  Atexioe,  der  Sohn  seiner  mit  dem  Oaesar  Jnh»nne8  Roger  verhei- 
••Mcn  Zwiltingsachwe^ter  Mari«.  l>a  Alexio8  um  IM2  im  Alter  von  «^twa 
iE  Jthr«D  starb,  wird  das  Oodicht  einige  Zeit  vor  1142  entstanden  «ein, 
tuA  da  er  in  dvn  EtiilvitungHvc-ntcii  [taxägio^  genannt  wird,  katin  os  iT.st 
IWth  seinem  Tode  in  diu  Oflyntlicliki'it  gelangt  soin.  Später  ist  der  Sp»n«iii» 
vielfach  ganz  frei  umgearbeitet  worden,  wobei  man  die  ursprünglichen 
IBJDltttURgxvenie  teil«  moditiKieH«,  teils  ganz  wegliess;  in  einig<>n  Hand- 
Hdirifton  wird  Spaneas  selbst  als  Verfaßser  bezeichnet,  nnd  dieser  Name 
achciDt  dann  geradezu  für  parituctiüoho  Gedichte  Uborliaupt  typiuch  go- 
■rDfdQn  zu  sein;  eo  linden  wir  ihn  Versparfinus^n  vorgesetzt,  welche  im 
Blirigen  mit  dem  Spaneaa  wenig  mehr  zu  thun  haben  (so  im  Oxoniensis, 
Barb,,  Atlton.  und  Athous).  So  schwach  die  ästhetische  Beurteihing 
iitees  väterliche  Mahngedtcht  finden  mag,  so  bedeutend  ist  sciu  Woi-t  fQr 
Ge  Geschichte  der  mittcigriechischcu  Sprache  und  Kultur.  Wie  die  ritter- 
kStea  Lebren  des  Theognis  und  die  kategorischen  Vorschriften  des 
lllM  Cato  den  Geist  ihres  Zeitalters  ausdrucken,  so  spiegelt  sich  im 
Ipaneas  das  byzantinische  Wesun  mit  seiner  Känkcsucht,  seiner  Scheu 
<0T  ofTi^nem  Handeln,  seinem  Mi^straucn  und  suinor  mit  Fr<>inniigkeit 
ibertünchten  Frivolität.  Wie  sehr  das  Werk  dem  rhomJiischen  Oeschniacku 
wliagte,  beweisen  die  zahlreichen  Bearbeitungen  und  Handschriften.  Noch 
p&t  vernimmt  man  einen  Nachklang  desselben  Tones  in  den  derben 
«bensregvln  dos  Saehlikis  (a  S  343)  und  in  den  vtiterlichon  Mahnwoi-tcn 
ea  Markos  Depharanas  (s.  §  352);  als  eine  Weiterbildung  des  Stoffes 
racbcint  auch  ein  Gedicht  des  Marino  Palieri  (s.  g  :{r>(l).  Neuerdings 
tod  sogar  xwei  slavische  Bearbeitungen  bekannt  geworden.  Li  der 
Bnatsprachlicbon  I.itteratur  erscheint  als  Gegenstück  zum  Spanoos  das 
albmigsvolk'  Moralgodieht  de«  Geurgios  Lapithes  (s.  g  326). 

1.  Aaagabon:  Zuerst  «rsckipn  ein  SpaDeaa  in  ü«r  Reili«  jener  VDlkagri«ohiBcliGü  BUch- 
■Ml.  weldi«  Mit  (iem  AufHUK  de«  IC  Jtihrh.  in  Venedig  gedruckt  wurden:  Ji^aaxailtt  -rmitta- 
fliM^  x*fOr  Vtli^ioi'  Kufft-ijvaü  loi'*  'uyofiiruv,  i^niiria.  'tj-iiiriai  nn^Hr'  Xpiil>nf«(rfJ  tiü 
■n'if  a.  a.  (aiifießlit  I.''5Ü).  Vgl.  K.  LegrAnd.  Uibliogr.  hell.  1  (18»5)  285  t.  -  Ed. 
Uoropliryd»»,  tMXoy<-,  S.  1—1$  {4S0  Verse),  —  Ed,  W.  Wagner,  Carmin«  S.  1  27 
MT  V.,  «iae  ^nlil.  di«  »W  nur  doroh  Ztisani  mensch  wo  issung  des  Cod,  Vindnb.  theo),  gr. 
M  Bit  Cod,  Mut.  XI  '2i  zu  atjuide  ßelcoinnieii  ist).  -  Kd.  E.  Legrnnd,  liibl.  gr.  vulg. 
.  I  -  10  12'*.^  V.|;  ebenda  S.  11  —  16  die  Jtifaj;ij  ^iaXo/iiöviaf.  ■  -  Die  zweite  oben  crwalintc 
'miiM.  in  der  obeorBlU  f<ntomun  lila  Knlgelier  erscheint,   ed-   M.  I.  öedcon,   Ilruiviraaöt 

11^7]  iiG.  Ino.  'i>  faeikn-c  6  loXouür  ii^>/"  !jakiti  Xöyor.  Va\-  J-  Schmitt,  li.  Z.  I 
IWS)  328.  —  Die  Vcndon  4m  Cod.  Vindob.  tbeul.  gr.  1»:)  (Ni'ümI)  »d.  Fr.  flnnnn. 
bhfMibar.  den  k.  k.  AkademlBchui  OjrmnaaiumB  tu  Wien,  Wien  1996.  Huonu  btiAbeiclitigt 
*ch  die  Venioa  de«  Cod.  Tindob.  Snppl.  77  und  des  Bodl.  Misoell.  284  der  Oeffent- 
jehkctt  n  ab«rgeb«n.  —  Ein«  Vorsion  ans  dem  Cod.  IM  den  AlhoBklosters  Jo^ti- 
injvp  (s  Atltoüs  2Ti48)  nnd  ein  klein««  FVimment  aus  dem  Cod.  I3ß  dos  AtboK- 
llosterB  (dir  'Ipiij^nr  ed,  Sp.  1'.  LnmpTOK,  Jtlxioy  h  (1^96)  103  -123.  —  Riao  Uo- 
■Btau«|c>be  der  Spaneanbeaibeitungi^n  wird  vod  John  Schmitt  vorbereitet. 

2.  8ilfsraitt<?l:  Velier  ilns  Verhiiitnis  des  Spanens  zu  lankrntes  oiniftc  l)emc<rkungon 
t«i  B.  Keil.  Kiitkrilincho  IsnkiatvBsludieii.  Bermna  23  {Ifi^.ii)  ZXV  f.  —  Zum  Toxte:  ti.  N. 
HBliidNkis.  Kiitinclwi  Remoikungen  rii  einigen  mittelgriocbisr.lKin  Autoren,  B.  Z.  1  (1S92) 
101  (.  •  B.  D.  rRpadimilriu,  Kritische  fttudicn  lu  mitte lulterlichen  griochiHchou  Tcxtea, 
OdMMetJlJirb.  IV(l<^9t)Bvi.Abt-2S.  las-  172rniBa.>.  -  I''r.  lUnna.TextkritBonierkungen 
Mt|WUM,  Sarta  Harlcliona.  Wien  isue  S.  >J3— SR.  ~  Ilauptschriflem  J.  Tsichnri,  Lu  poi-ine 
ktaMÄM,  VM»a%e»  Renier  =  Uibliutliiqiie  de  IV'colu  dos  liautes  elud«B,  73.  fascicule.  Paria 
IHiS.  tt|-.283.   Vgl.  dutaelbvn  T/ama  du  grnnun.  biat.  Deu'gre«)ue  1  (188>;|  •i2:  'il7  f. 

dl* 


804     Byzantiniacbe  LlttoratnrgMoliicht«.    III.  Tulgargrloeli.  Lltt«r«ttir.  L  PoMit. 

-  Joint  Schroill.  Ubor  tka  Vcrfuiuwr  im  Üpaant».  ß.  Z.  1  (1S99)  SIC— 332.  D«rTi4l 
nstenaolit  vor  nll«in  diu  Autoffriig«.  Klreifl  aber  bbcIi  iIm  TcrbBlIni«  der  T«raeUi4«M 
Dearliaitungnn.  F.r  xthlt  18  Uhi  auf.  wocu  ngch  dia  Codd.  Atb»a.  713  nn^TWnfl 
Atbona  21»ö  und  381Ö  und  Pctropol.  203  koniman;  «.  J.  A.  Sakkalion,  K«i«io^id 
^tifoy^äfm'  i^f  iSn*^  ^(^1.  ivc  'CUoifsc  S.  ISO  und  132,  üp.  l.Btnproa,  CaUlacMV 
th«  liroek  maa  on  Uouot  Athos  1  (ItJSS)  250  und  101  nud  Uo-iaoliag.  ManMoii  !(ü« 
nin^M  1894)  S.  H9.  Schmitt  ipbt  itnoh  FacaimiloabbiMaoi;«»  «iii«r  Tcxtadto  dia  Cil 
Valii).  fal.  gr.  3fiT  and  einer  a^Bnen  UJoiatw  de«  Cod.  Valic.  l'rb.  2.  auf  «Ma 
d«r  VarfassoT  d^  Sponoos,  Aluxioa.  cuummen  mit  aeiiiviii  Val«r  Joliann«i  ab;tUa| 
ist.  —  V.  Jat;if.  [>ns  b^riautiniidi«  Lalire«diclit  Sjpaneaa  in  d«r  kircbf<ni>l>vttcbMi  U«M 
»etzung.  Sibtungtiber.  Wien,  Akad.  127  (1^2)  (bis  jelst  aind  iiar  iwui  frei«  PraaabufM 
tuQgeii.  eine  aerbobulgaiiaabe  und  ein«  ««rbiach^,  belutnnt:  Jagl^  analysMrt  baid«  M 
gibt  dun  serbobulgarisdien  Text  in  oxtenun),  T.  Ornkonhaimar,  Dna  Alaxka  £mu^| 
n^l^fta  mtoairäiiiMi',  VMrglich<<ii  mit  ii<ini  ninniwhrji  Domoatmi  (d.  b.  Haeh  vaa  dat  Sm^ 
hallUD^,  Odwwn  1898  (run.)  (nin  umfiuigi^ichrB.  aber  gani:  uninftglicbe«  Biult).  ^ 

333.  Theodoros  Frodromos,  Aar  »ioh  wcgon  Hoin«r  Armut  in  sciiM 
Beitelgedicliten  Ptochoprodronioa  ncimt,  ist  einer  der  wenigen  Autond 
welche  nowohl  in  der  Hchriftspraohiichen  aln  in  der  volksrnftfiiiigeiR  Litufl 
ratur  der  byzantinischen  Zeit  eine  Stelle  beanspruchen.  Ober  min  LttJ 
und  »fiüc  Kflhlroichon  Werke  in  der  Kuitötstpracho  ist  g  313  g«baiidelfl 
Der  VulgürKprachu  und  de»  politiituhvn  Verlos  bcdivnt«  sidi  Vnm 
drontos  in  einigen  BettolgedJchton,  die  nach  Form  und  Inhalt  tu  dM 
merkwürdigsten  Denkmälern  des  griechischen  Mitt«la]terB  gebflreo,  Qm 
mein»nm  ii<t  dienen  En»>i]gniKflen,  die  an  iin%'ergesslicher  OrigintliUI  iM 
Verse  dos  Hpaneas  und  Qlykas  weit  UbortrelTen.  demütige  Verlraulidiktül 
galgciihumoriutiAcho  Sclbstbctrftchtuug  und  realistische  Derbheit.  I 

Im  ersten  Gedicht  (274  politisctie  Voroe)  Hcliildort  Prodromos  dea 
Kaiser  Johannes  Komnenos  (1118— ll-lH)  die  unerträglichen  Qualen  mmH 
ehelichen  Lehens.  Alltäglich  habe  er  von  .seinem  Weibe  die  bitttnun 
Vorwürfe  zu  h&ren;  niemal»,  m  zanke  sie,  habe  er  ihr  ein  widea  Tutij 
um  den  Nacken  gelegt,  nie  ein  hQbschcs  Kinglcin  oder  ein  Ärinband  gn 
»chenkt:  man  verliiehe  sie  ob  ihrer  nltfrüiüiischen  Tracht,  da  Uorr  F^J 
dromoH  kein  modisches  Gewand  zur  Stelle  schaffe,  nie  komme  de  io  tid 
Bad;  habe  sie  einen  Tag  gegessen,  so  mllüse  sie  zwei  Tage  luintiBnJ 
Alle  Mittel,  die  der  Arme  versucht,  um  die  Widerspenstige  zu  zihwiia 
bleiben  vergeblich;  zum  Beweise  schildert  l'rodromoti  dem  KaiMf  elMi 
der  Gewitter,  die  so  oft  den  tlimmel  seines  ehelichen  GlUckee  veHbutdiil 
Er  «rgreift  den  Kosen,  um  die  Gattin  zur  Vernunft  zu  bringen,  m  nVI 
weicht  und  verriegelt  sich  in  eine  Kammer;  als  er  nun  den  Be^o  darnl 
die  Thürspalte  zwängt,  entreisst  sie  ihm  den  Stiel ,  schmettert  tkn  mI 
Boden  und  verhrdint  ihn  triumphierend.  Endlich  wird  das  Mahl  n9(*1 
richtet;  als  nach  langem  WurU-n  auch  er.  der  Nälirvat«r  des  IIailM«,(^1 
was  von  den  Speisen  zu  erhuschen  sucht,  ergreifen  seine  hoffmingswi*  J 
Spri)s«ilinge  Stöcke  und  Steine  und  werfen  ihn  die  Treppe  hinunter.  DmI 
Endziel,  welchem  diese  Satire  auf  dats  Baond  eint«  Punt«ffelhcJd«i  «»•I 
steuert,  ist  eine  unverblümte  Bitte  tun  Unterstütaung :  .Wenn  I)u  »Wj 
Gebieter,  Dich  meiner  nicht  erbarmst  und  die  UnersBttliche  mit  Oaiell 
und  Geschenken  sättigst,  so  zittere,  bebe,  fürchte  ich,  ich  mödit«  vor  Jcl 
Zeit  ins  Grab  sinken,  und  Du  möchtest  Deinen  Prodrome«,  Deinen  Ust«l 
Höfling,  verlieren."  Im  gleichen  Ton«  sind  nun  auch  die  Übrigen  Söchl 
gehalten.  J 


ji^ 


^Slr^M  8*I«fimiIieitBgeaiebt«.    DaretollnnK  TermiMbUr  Btoff».    (g  333)     ggö 

■  Im  zweiten  Gedichte  (117  Verse)  wendet  »ich  Prodromos  liilfe- 
RH*h«nd  an  einen  Sebastokrator,  wahrscheinlich  an  Androiiikos  Kom- 
ieno8,  den  zweiten  Sohn  des  Kaispra  Johannes.  Zur  Kintcttung  seiner 
Bitt«  benutzt  er  dicMmnl  eine  Aufzähhing  dor  mannigfaltigen  Bedürfnisse 
(einer  Familie  und  HohlioeBt  dann,  ithnlich  wie  im  ersten  Gediehto,  schleunig 
aftgo  ihm  der  FOrst  beispringon.  oho  er  noch  diu  Immobilien  vvrzobro, 
tu  Boden  sttirze  und  sterbe.  Uas  kurxe  Stück  ist  durch  das  wBrterbiich- 
trtigi-  Vorzcidinis  der  filr  ein  byzantinisches  Hauswesen  nötigen  Oebraiich»- 
ind  Verbrauchsartikcl  fijr  die  (ieschichte  der  Sprache  und  Kultur  von  ei-- 
toblteher  Bedeutung. 

Da»  dritte  (ledicht  (656  Verse)  ist  an  Kaiser  Manuel  gerichtet  und 
inthäll    eine   gramerfnUte    Anklageschrift    gegen  Kwei    Äbte    (xard 

fcr*^^o>l').  l'rodromoM  hat  sich,  um  sein  geplagtes  l>a.sein  in  Ituhe  zu 
hliessen,  unter  dem  Nftinun  Hilarion  in  ein  Kloster  zurückgezogen; 
loch  ist  er  hiebei  vom  Hegen  in  diu  Traufe  geraten.  Mohr  als  ft-Üher 
lurch  will  Kheweib  wird  er  jetzt  von  zwei  Äblen  geplaKt;  in  dem  Asyl, 
\b»  sieh  ProdromoR  erwfililt,  herrschen  nämlich  gegen  altes  Itecht  und  Hei-- 
(ommen  zwei  Vorstände,  .Vater  und  Sohn,  ein  schousslich  Paar,  o  gött- 
iche  (lereehtigkeit!*  DioHcs  entmenschte  Paar  quält  den  armen  Tlilarion 
lurch  Nörgeleien  aller  Art:  sie  drücken  ihn  durch  lästige  Aufträge,  schmä- 
ern  ihm  die  Kost,  verbieten  ihm  den  Wein  und  sogar  das  erfrischende 
3ad;  sobald  er  sich  muckst,  fallen  sie  Über  ihn  her.  Daher  bittet  der 
ilichter  den  Kaiser,  ihn  gegen  die  Anmaifsung  der  Abto  zu  schiitzon  und 
»ein  l'flnitentcnleben  zu  erleichtern.  Wenn  Prodromos  auch  nach  seiner 
itewohnheit  die  Faibcn  etwas  kräftig  aufträgt,  so  schildert  er  doch  treu 
lud  lebenswahr,  und  einzelne  Züge  des  von  ihm  entworfenen  Bildes  sind 
■och  im  heutigen  ßiisilianerkloKter  deutlich  wiederzuerkennen. 

Das  vierte  Gedicht  (Ili7  Verse),  das  dem  dj-ittcn  wohl  chrono- 
oigiscb  vorangeht,  ist  wiederum  eine  an  Kaiser  Manuel  gerichtete  Kitt^ 
«dirift.  Als  Folie  dient  dorn  niclit*i-,  der  seinem  Thema  stet«  neue  Si^iten 
(bxugewinnen  weiss,  eine  melancholische  Schilderung  der  materiellen 
[fnlruchtbarkeit  des  wissenschaftHchon  Studiums.  Oft  habe  ihm 
Jl^  Vater  ans  Hcn!  gelegt:  .Studiere,  mein  Sohn;  dann  kommst  Du  zu 
Bklituni  und  Ehren.'  Kr  habe  den  Rat  befolgt  und  »ei  ein  regelrochtor 
TmmmatJcits  geworden;  die  Weissagung  dos  Vaters  über  bleibe  unürfullti 
ite  Wissenschaft  bringe  ihm  keinen  Gewinn,  und  er  verfluche  den  Tag, 
la  er  zum  erstenmale  der  Schule  flherlicfert  worden  sei.  Schuster  und 
Schneider,  Bäcker  und  Metzgergesellen  seien  besser  daran  als  er.  Indem 
BUQ  Prodnimos  in  launiger  Breite  eine  Bcihe  von  Gewerben  mit  dem  Go- 
Mirlenberufc  vergleicht,  zeichnet  er  köstliche  Bilder  aus  dem  Geschäft»- 
und  Strassenleben  im  mittelalterlichen  Byzanz.  Inhaltlich  verwandt  mit 
diesem  traurigsten  Klagclieile,  das  die  stets  zur  Armut  verdammte  Zunft 
der  Qrainaiatiker  je  angestimmt  hat,  ist  die  Dramation  des  Hapluchcir 
r».  ß  320). 

Pas  dritt«  und  vierte  Gedicht  sind  in  zwei  Itodaktionen  et- 
luhen.  die  so  stark  von  einander  abweichen,  daaa  Legrand  mit  Recht 
^>ni\v  in  extenso  mitgeteilt  hat.     Heim  dritten  Gedichte  beschränkt  sich 


806 


Bjrumtitiiaclie  LiU«ratnr««Kbielita.    III.  Tnlgftrgriftcb.  LItUr&tv.  L  Pottli 


die  Vcrscliifdc'iibcit  auf  nidakUom-llu  Äiultiruiigou  der  einzelnen  Vnw, 
während  IdIiuII  und  Umfang  gleich  tiltibou;  beim  vierten  dagegeo  »ttbt 
neben  einer  kurzen,  wohl  in-spriingUchen  Version  eine  fltark  erwintett 
(397  Verse  gegen  167).  H«iiie  Hcarhoitiing^^n  der  zve'i  Gedicht«  schwM 
von  t'rodroino«!  selbst  herzuHtaniinon;  doch  bvdarf  ihr  gegenseiUgce  Ve> 
hältniit  nooli  der  Aufklärung.  Merkwürdig  Ist,  dtisfi  Prodromoa  ati«h  in 
seinen  VulgiLrgodichten  die  Schriftsprache  nicht  ganz  Vftrmis^en  kotirli 
doch  verfuhr  er  hiobei  »nders  als  sein  Zeitgenosse  (Üyka^.  WaIim'I 
dieser  zwinehcn  die  vulgSrgriechischon  Verse  da  und  dort  ultgriechiaeU 
einnchiebt,  so  da«s  ein  sprachliche»  Mosaik  ent«teht,  dient  dorn  Prodromot 
die  herkf^mmliche  Form  der  Kunstsprache  nur  Einrahmung  seiner  voll» 
ma.s8igon  Kr/ählung;  indem  er  sie  in  der  Einleitung  und  im  Epilog  odtr 
wenigstens  in  einem  dieser  Teile  anwendet 

Ohnu  htnlängUche  Gewälir  wurden  dem  Prodromos  sieben  kleinere 
Gedichte  erotischen  Inhalts  zugeschrieben,  die  neulich  E.  U^ud 
(».  u.)  veröffentlicht  hat 

I.  AuDgabon:  Zuerst  odiorto  iwet  Ondiehto  (je  eine  lUdaktian  i)m  3.  i»d  4.  SUtI 
Ad.  Koraia,  '.tituna,  tö/t,  I,  Pari*  WIS.  mit  udmii  wiclitigcn  Kommeiilkr.  —  8cUm 
Abdruck  4ie»»r  AuHgnbo  (c•hn<^  den  Kommcntiu')  ron  UuurupbrydVB,   *£*1«}^  S.  IT—T 
—  F..  MitUr,  M^lBngcH  do  philologio  et  d'McrapM«.  PjiriEi  IH'Jß  S.  129  — ITl.  odMtt  4 
«T*t«,  tweil«  (lud  vi«rt«  0«Mliclit  (in  dor  vod  Kor*H  iiiclit  mitge(«ilt«a  Kmbktto«!  Bri  ^ 
fnniteieobeii  UebetvotiUDK  von  Lcgriuid.    Ei»  Abdruck   diewr  Ausgab«  aach  b«) 
gc«nd,  CoU.  d«  monum.  n.  S.  Tol.  T,  l'oria  I8T'>.        GeHnrntaDSigab«  dBr4b».  64 
von  E.  Logrsnd,   nibl.  gr.  rnlK.   I.  38-124  {a\iaf  HeborüwUnng).  —  Die   ajibra 
(tedir-bte  ad.  aiiH  einem  im  Naeiiliwse  K,  Mill<>ni  gnriindi^unn  Hlutte  K.  Legraod. 
inäditee  do  Theodore  I'iodrom«.  E«vue  dos  M.  gr.  \  (1H!)I)  70  -7:1. 

3.  Hilfsmittel:  Hnuptschrift  lur  »pmchlirbnn  KrklUruog  ist  nocb  inner  4frX* 
menUr  von  Korais  (s,  o,),   —    Kinig»  Bomorkungpn  und  I'robca  doBtccliN'  Uabi 
von  K.  0.  MUllor   in  oinor  BdaprotdiutiB  der  Ausgabu  von  Komis,  (i&ttiiig.  G«i.< 
IttäO  ät.  140.  wicilorholt  in  .K.  0.  HalI<^n  Klciot-  dnulwbo  SchnftMi*  I   (Hiwlas 
'266— 27S.  E.  Miller,    Uu  poSte   de   la   eour  dos  Coninineei,    In   daa«  U  f*Jinn  ^ 

aniju«lle  d^B  oiuu  ncad^miea  lo  23  octvbre  1874  (Dur  eine  AnaJjrBe  der  von  Hdler  b^^ 
KogubeiKin  OedicWj.   ~  J.  Psicliiiri.  G»uis  Je  ^Tuimii.  lii«(.  n^o-grarave  I  (I>^)v. 
120  IT.  Uur  Siiracho  nnd  tiRRdscliriflticbuii  UobvrlicfvriiiiK  d««  Prodrom««).  —  Kritincb'  i 
oxcgetiBche  ßo  merk  im  Ren   von  ü,  N.  HaUidoki».  B.  Z.  1  (1802)  ft9  ff.    ~  Ba  t«. 
i'orl«  du  Tlinil  vorfnwtna  (Uosaar  iii  ViiltUntcdicIiten  d«i)  Prodromo«  hef 1 1 
in  der  THrlaor  National bihliollink  als  Cod,  Pari«.  Bap]>l.  f,r.  84.5. 

S.  Zur  t'obirliorotnag:   Dio  «rwoit«ito  K^tduklion  doa  drillen  nad  rititen  i* 
dichtcH  (boi  Lcgraiiit  Nr.  4  und  6)   ntcht   in   ninnr   von    d«ai    edi«4lMi    Trxt«n    rV*» 
weK'hendiTD    KiiBBung    in   dem    uocb   nicht   bonlllitcn   Cod.   Paria,    auppl.  gr.  VM 
H,  Ouiunt,  Invuntuirt  Humniikire  3.  üt).     Von  domMlbun  bat  H.  I'ernot   oiso  aocli 
VoritlTentlicblv  Abndinll  gunuinmun. 

3S4^.  Michael  Olykas  (Mtxa',>- »  rlvxäg)  hat  ein  aus  58)  politi» 
Versüii  bustfhfndes  Gedicht  hinterlaÄsen,  das  zu  den  ältesten  Denkmllu 
dos  Vulgärgriochiscbon  gehört.  Der  handschriftliche  Titel  lautet:  S/ji«i| 
yprififiaTixitv  Mixm;^  'ov  rivtiä' oi>f  ffpaiiif  ntiit'  or  »axtaxtit*,  *aiom  tt\ 
n(>iu!njyfXiai  ;i;Ripfxna0t'  rno's  d,  h.  .Verse  de*  tirammutikvra  MicW] 
Olykas,  welche  «r  abfasKtü,  als  er  auf  die  Auzoigo  eine«  schadenfruh«  | 
Menschen  hin  gefangen  gehalten  wurde.'  Nach  weiteren  Angab«»  *  | 
Gedichte  selbst  ist  Qlykas  durch  die  Verleumdung  eines  Naohham  in  dfj 
Kerker  geraten.  Der  Gefangene  bittot  den  Kniser  um  Befreiung;  rt  b^i 
ein  leidigem«  Missvorstiludniä  »tatlgüfuudeii,  das  der  schlouni^len  Av* 
klärung  bedürfe.     In  klagenden  Tönen  bebildert  Glykas  dasEhMid,  in« 


.  Lakr-  a.  Oslegenhftltogttdiobte.  DKratoUimg  venniacbter  Stoffe.  (g§  38i— a3&)     g07 


n  Korkcr  zu  erdulden  habe.  Doch  findet  «r  trotz  seiner  schlininien  Lage 
»ch  di«  Stimmung  zu  scherzhaften  Vergleichen.  .Das  Weib  des  I'fuffon 
lat  einou  Fvhltritt  hogangen  und  das  Ehelager  gnschiliidut:  den  I'faffon 
iber  zieht  man  zur  Vurantwortung !  Welch  ein  Missgoschiek!  Jene  hat 
las  Ueselz  Übertreten,  diesen  aber  »traft  man.  Ist  das  nicht  traurig, 
nicht  zum  Vorzweifeln ?  Der  Esel  schlägt  aus  und  den  Sack  prügelt  man, 
lamit  er  artig  werde"  u.  s.  w.  (V.  270  ff.).  Warum  sich  Olyka-s  in  einer 
M  wichtigen  Sache  dos  volksmässigen  Idioms  bediente,  wissen  wir 
nidit;  doch  lässt  sich  vormuten,  dass  Kaiser  Manuel  ftir  die  Volkssprache, 
in  welcher  er  ja  auch  von  Ptochoprodronios  Bitten  und  Dankesworte 
utgu^entiahm,  eine  scherzhafte  oder  herablassende  Vorliebe  \'er raten 
h«tt«.  Aach  das  BedUrünia,  mSglichst  eindringlich  von  Herz  zu  Herz 
tu  realen,  mag  bei  der  Wahl  dieser  seltenen  Form  mitgewirkt  haben.*) 
ft'i©  dem  sei,  Glykas  vermocht«  den  Ernst  soiuL'r  Angelegenheit  nicht 
In  Ueit«rkeit  aufzulesen.  Wenn  man  der  Subsc-riptto  des  Gedichtes 
glauben  darf,  schickte  der  Kaiser,  der  damals  gerade  in  Kilikien  weilte, 
uch  Konutantinopel  den  Befehl,  den  Gefangenen  unverzllglich  zu  blenden. 
Worin  nun  dae  so  grausam  bestrafte  Verbrechen  dos  Glyka»  bestand, 
libt  in  ein  ebenso  undurchdringliches  Dunkel  gehüllt  als  die  Schuld  des 
btera  der  Tristia.  Die  Abfassung  des  Gedichtes  fällt  in  das  .Jahr 
oder  1159;  denn  die  Bemerkung  der  Subscriptio  Hber  den  Aufenthalt 
Kaisers  in  Kilikien  bezieht  sich  hiichät  wahrscheinlich  auf  die  Kx- 
pedition,  welche  Manuel  im  Jahre  115S  peraünlich  golüitet  hat 

1.  Aancabe:  Ed.  ^r.  E.  L^Kfanil.  Bibl.  gr,  vulgt.  1,  18— S7  (aus  ilom  tichOaen 
^4.Pmii».  228  a.  18,  der  aucli  die  SpricIiwQrtec  uud  Brief«  deq  Glylua  entbAU).  Vgl. 
UgraBili  Iniruduotioii  S.  14  IT. 

2.  UiUsmittal:  Ziir  Kritik  und  KrktBiunK:  R,  N.  UatxidBkis,  Kritiecbe  Bemer- 
lattKrn  tu  eini)!«n  initlnigrinriliaabiMi  Atilcir<>n.  lt.  7,.  1  (1H8S)  KR— lOR.  —  K.  Krumbflobor, 
Hii;^ai>l  Qlyk».  Kitiungiilior.  hnyoT.  Ak.  lX9i  S.  iOh  ff.  —  Ucber  d«s  Lobon  und  die 
Mostifeu  SoliiiFlcn  den  (ilykoa  ■.  S.  3SU  fF  ;  K8. 

386.  Die  Geschichte  von  Ptocholeon  oder  von  dem  weisen,  beohr- 
Imjften  und  geschorenen  (d.  h.  unglücklichen)  Greise,  Ht^i  tot'  r/(uvtog 
f»r  y^t/iAov  iiart^axovQtiifVüvJ]  Der  reiche  Leon  verliert  dureh  EinfUllo 
d«r  Araber  seine  Habe  und  bittet  daher  Bein«  Verwandten,  ihn  als  Sklaven 
m  verkaufen;  seine  Sahne  bringen  ihn  zum  Schatzmeister  des  Fürsten 
In  Konstant ino[M?I  und  verkünden  ihm,  das»  der  li^klave  kostbare  Weisheit 
besitze,  die  Menschen,  das  Geld,  die  Kilcl^teinc  und  die  l'ferdc  kenne. 
Der  Kauf  wird  abgeschlossen.  D«r  Qroia,  anfilngltch  nicht  beachtet,  legt 
Md  Prolin  Heiner  Weisheit  ab.  Von  einem  Edelsteine,  den  der  Fürst 
«rvorbcn  hat,  erklärt  er,  dass  er  nichts  wert  sei  und  einen  Wurm  in  sich 
Wrge;  die  Aust>agu  bösUitigt  sich.  Nun  wird  er  besser  gehalten  und  be- 
lEommt  tAglich  statt  eines  Brotes  zwei.  Alt  der  Fürst  sich  vermilhloa 
will,  offenbart  ihm  der  SUave,  dass  seine  Braut  schlechter  Abkunft,  die 


■}  IK«  vttlKirKriM'hiadi«  Litt«ntitr  b«- 
Mm  M>nb  oin  xwaitM  W«rk.  dn  eineoi 
MMua  Ania*««  iwii»  KntBt«liunf;  vrrdankt. 
IIvKraUvBacblikisfl.S.  Johrh  |  ho» i-li reibt 
fa  to  EialMtwig   MM«   etNlon    Uedicbloa 


di«   Qoalra  aainer  Kerkerhnfl.     S.  |  343. 
*)  Zar  EiUtning  dietioii  Bc>ItHiimoD  At- 
tribnbi  vgl.  Ftoohuleou  (1.  Veniun)  V.  96  f.: 
»al  nnfiiniii  xai  aovpti-t' 


gOg    Byzantiniache  LitUratnrgaMhicht«.    HL  Tal|ftnrJ«ob.  Littftntar,  t 


Toclitcr  einps  Muselmannes  sei;  wieHonun  wird  w'ini)  Rede  als  wnlir  l■^ 
ftindoii.  Kndtich  bittet  der  König  den  weisen  Ptocholcon,  ihm  nun  oaA 
du  OehoimiiU  eeinor  eigenen  Abstammung  zu  enthüllen.  Nach  ytt^ 
lieber  Weigoning  eröffnet  der  Sklave  dem  K{lnig,  da:*?»  or  nicht  von  stau 
legitimen  Vati'r  Petor,  »onden)  von  eini-ni  elenden  Knechtu  erzeugt  M. 
Der  König  verhOrt  »eine  Mutter  und  orßhrt,  dass  Ptocboleon  die  Wuhi- 
beit  gcHprochon ;  er  bittet  ibn,  das  Geheimnis  zu  bewahren  und  übertiM 
ibn  mit  OltlckAgQtern.     So  ebrt  Oott  die  weisen  Menschen.  j 

Der  Cbai'aktcr  der  ganzen  Krzftbhmg  weist  auf  oriontaliM:ben.  wtlipJ 
schvinlicb  indiMcbon  Ursprung.  Aus  einer  Sltei'en.  wohl  verlorenen  bi-an 
tiniscbe»  Bearbuitung  desselben  Stoffes  »chöpftu  im  12,  Jahrhundert  Gin-] 
tier  von  Arras  die  Anregung  zu  seinem  epischen  Gedicht  Kractes,  tm 
dem  auch  eine  deutsche  Version  existiert;  dieser  Eracles  i»t,  oh^bm 
Oautier  die  Grzfthluiig  nach  abendländiftcher  Sitte  in  Kein  lokalisiert  htl 
(s.  §  >S9:)),  kein  anderer  als  der  byzantinitv^he  Kaiser  HeraklioM,  M 
dessen  Geschichte  auch  einige  Züge  verwertet  sind,  die  in  der  Ost«r-4 
Chronik  wiederkehren.  Aus  einer  ähnlichen  Quelle  stammt  das  rii»4 
sieche  Lied  von  Iwan,  den  Kaufmannssobne,  und  die  türkische  Enln 
lung,  „Der  woi.se  Hcisendc  und  der  Bastardsultan*.  Ebenso  Bcheinl  All 
vulgärgriechischo  Oeschicht«  dos  l'tocholeon  eine  spAtere  AhTweigana 
jener  von  Gautier  benutzten  byzantinischen  Quelle  zu  sein.  Das  We(k4 
eben  ist  in  drei  sehr  stark  von  einander  abwoicbondun  Boarbfil^ 
tungen  erhalten,  von  welchen  die  tllteste  884,  die  zweite  i>:{9,  die  drill', 
wohl  erst  dorn  17.  Jahrhundert  angcliQrige,  -109  Verse  umfosst;  das  Vore-J 
miisH  ist  in  allen  drei  derselbe  trochäischc  Achtsilhor,  der  ans  dn 
Ilias  des  llermoniakos  (s.  «}  ;i71)  und  anderen  byznntinischvn  Werit«! 
bekannt  ist.  Die  Vcrgleichung  der  drei  Hedaktionen  ergäbe  «nn 
mile  nützlicher  Beobachtungen,  weil  sich  in  ihnen  die  fortschreitende  Vera 
ilndening  der  sprachlichen  und  kulturellen  Ba.tis  und  die  Methode,  nadtl 
der  solche  Überarbeitungen  älterer  Werke  vorgenommen  wurden,  dwi-l 
licbor  als  sonst  widerspiegelt.  Leider  gobrieht  es  hier  an  Baum,  mal 
auf  diese  Erörtoning  wie  auch  auf  andere  Untersuch ungen.  zu  AmMl  Jul 
merkwürdige  Denkmal  dringend  ntiffordert,  näher  einzugehen.  I 

1.  Ausifut)«!):  nio  rrnlo  Veraion  eJ.  aus  Ccid.  Pam.  itr.  390  K.  L«graad,  ia>l 
iitiain«  d«  l'atuuv.  ö  ll^TJ)  h$—\Q2  =  Coli,  da  rnun.  vol.  IV.  Caris  1872,  mit  «rtUwiiwl 
All  merk  un^ou  von  E.  Lcgmiid  iiod  U.  Wyndham  und  mit  «iow  litl^rarbaUtiKikM  I 
8kiu<>  vonCli.  Oidol.   iie   nuah  iu  bkihcu  Nuuvollaa  Oliidos  S.  H^^     4O0  abgtJrefkt  icl 

—  Die  »wnito  VMaion  «d.  au«  Cod.  Vindobon.  244  W,  Wagnnr.  CB»i«in*S.]rn-l*| 

—  Dia  dritto  ed.  aas  einer  Handsclirift  d«r  fp-iechinchui  Soiiul«  in  Bvitrij  E.  l>e|raa4|X 
Coli,  de  mun.  N.  S.  vol.  1.  Pari»  1h74  S.  2h'-^h.  -■  Die  iwoile  Venum  alclit  i«(li(M"l| 
t>ed«utMidun  Abwcicbnngdii  von  der  Wimar  lUndMchrifl)  im  (Jod.  N«jipoL  111.  A.  a  $  lA  I 
2i'— 88».  I 

2.  Uraprung  und  nbeadlAndJaohe  lt«arbeitan^en  dea  Stoffe*:  Daotfil 
(ioarhiclit«  der  Pro widiob tungen,  Obcra.  v.  Uebieokt,  äorlin  18.S1  V.  212.  -  N-  I'«llt*t.l 
■«•»npi'r.  ,0,1  ritoj/ulfofiix,  tlaQ»tn!r  I«2  S.  It2&-lia0.  -  A loasaadru  d'Auoai.l 
Ituniaoia  3  IIHT4)  164  f.  -  J.  PvrUa,  Franke!»  HonatMohrift  Ar  4i»  ßMChickt«  «^1 
Witaonaohtift  d<r*  Jiid«i>tnin8  22  <167ai  68  (.  —  A.  N.  Vaaelovakij,  Arob.  «U«.  IU  i| 
(1R7S)  a?C  B.  -  A.  Scbiefner.  M<(?noire«  do  rncadäni«  ■!•  SL-Pitontbaarg,  Vll*  «ml 
t  23,  nt>.  7  (IK75)  B.  IV  f  und  7.  -  tVlix  l.iebreolit.  Zur  VoDuknnde,  ÜMtbon  Ujn I 
8.  203.  —  Georg  lluth,  Hin  Reisen  der  drei  SSbn«  dca  KDaiga  von  Sere«difp«.  ItÜt^m 
r.  vurg).  I.itl«ratiiri[eiich.  N.  K-  2  l\Sm)  JüS—fM.  —  Zu  d«  di-atafbrn  BmiMM^  I 
Karl  Uoadok«,    tirundria«  lur  Ovachicfat«  d«r  deutadiMi  Diclitaag  1>  (18M)  S.  »4<  ~  I 


I.  Qtlegmtaeltags^loht«.  Dantellang  TermUchUr  Stoffe,  (fig  336—837]    gOQ 


Tax  frnn^iSniif hcB :  HiiiiUn  PhtIii,    f.«  Uli.  frnntftina  bii  mnyen-ft««,    Pari«  1888  S,  251   f. 
,  P.  Junkor.  (iruailriiM  dor  licHr.liicbtn  Her  franUeischon  Lit(«ratur,  MUnaMr  18896.  99  f. 

336.  Orakel  Leona  des  Weiaen.  Von  den  in  der  byzantinischen 
Bpiacho  und  im  jnmhisclien  Trimoter  ahgofasstcn  Ornkolii,  die  unter 
Namen  d»8  Kaiser»  Leon  gclion  (s.  S.  628  Anm.  3),  haben  sich  im 
sp&tern  Mittelalter  vulgärgrjechische  Redaktionen  in  reimlosen  tro- 
chüiftrhen  Achfsilheni  abgezweigt,  die  in  der  wachflenden  Bedrängnis  der 
Zeitc-ii  ein  begierig«-.*  riihlikum  fanden  und  einen  lebrroiclien  Kinblick  in 
i;die  von  trObon  Ahnungen  erfüllte  Stinmiimg  dor  letzten  Jiilirhunderte  von 
Byzanz  gewSliron.  Natilrltcli  wurden  die  Bchriftspraclilichen  Originale 
nicht  einfach  übersetzt,  sondern  durch  Zusätze  bereichert  und  nach  dem 
wech.4elndeu  Eindruck  der  pnlitiflchen  Lage  umgearbeitet.  Einige  Ge- 
dichte, die  zu  die»cr  Uttcratur  gehören,  ütelien  im  Codex  i'arisinus  929 
nnter  dem  Titel:  Aiviyfta  Xt^itav  j^t'ontii  toii  atufiittätov.  Die  wichtig- 
eten  Eri'ignisse,  die  mehr  oder  weniger  dunkel  angedeutet  werden,  sind 
die  Eroberung  von  Konstantinnpel  durch  die  Lateiner,  die  IteRtauration 
der  Paläologen  und  die  Hinnahme  des  .neuen  Babylon'  durch  die  Türken. 
Die  Chronologie  und  das  genealogische  Verhältnis  dieser  Poesien, 
I  aucli  im  Zusammenhange  mit  der  Orakel  Weisheit  des  Altertums  studiert 
^werden  verdienten,  sind  noch  nicht  genügend  aufgeklärt.  Das  Ver- 
Indnis  der  Texte  wird  durch  die  gohoimni-svolle  Sprache  und  die  alle- 
che  Einkleidung  ungemein  erschwert. 

E4.  K.  LetErand.  Annuairn  de  rnswio.  8  (187*)  1.50— 192.  mil  einor  Einleitung  von 
I  Oidal  <Mdi  in  twinon  Nouvellea  AtnAt»  S.  80B-312).  —  Wiodorliolt  Coli,  do  rnon. 
~   wl.  1,  Paria  IS7&.  —   Vgl.  die  Lilloratur  S,  028  Anm.  3. 

887.   Die  Hesse  des  Bartlosen.    Der  Titel  dieses  aeltsanieu  Erzeug- 
lautet in  der  Wiener  Handschrift:  Anokovitia  tov  äroaiov  tga/oyin^ 
»Dl*  top  ot'ffiQV  nai  i^ov^iov,  fiijvl  ttp  avtip,  Tr^'^nat  4v  Hti  itft'to   d.  h. 
uenz    des    unheiligen,    vom   Bock   erzeugten    OlattgCMchteö.    des   Vor- 
tten  und  ganz  VerrQcklen  (V),    in  demsulbeii  Monate,   voriges  .lahr  im 
heuer.     Die  unflätige  Satire  enthält  eine  breite  und  ziemlich  witz- 
I  Verspottung  der  Hartlose»,  denen  der  griechische  Volksglaube  gerne 
cheriache  (leitinnurgeii  und  Tbaten  zuschreibt.')     Das   ganze  StOck, 
(dem   die  denkbar    rolieste  Indezenz  herrscht,    irtt  in  die  Formen  einer 
oHtlichen  Handlung  gekleidet  und  gehurt  demnach  in  die  Gattung 
'S  S78  besprochenen  Parodien.    Die  Messe  beginnt  mit  2'tixfyp«  nach 
.vierten  Querton";  es  folgen  ein  '.itiai.i<t{iur,  verschiedene  Stiiaf,  ein 
fiVfta,   ei»   hattaiu.i)   endlich  ein   SviuS''Qi"r  d.  h.  eine  liegende  in 


A  DmitrijCvHkii.  IVi 


')  Damit  kBut  ob  wohl  Eusaiiiiiii'n.  dusti 
ilüiel  das  bl  Sabbas  den  BarlluiMi 
Hm  Eannchon  rom  Klosterl^ben  aus* 

.iii*  ifvXiitttlr    tri  nrpl   rnt'    ialnr 

'-    '   -  '    -  "]f«f  ij  a yirltar  iv  j/j 

\on  diu  hl.  SHbbnii  nd. 

.  .  ,  11.  Trady  KkvHknj   duch. 

II8M  Jan.  8.  170,  -  Noch  gofionwMig 
Im  0«Alittidilceit  d«a  itarUoaoD  »pnch- 


(tui'jro anii,  Arabnntino»,  llnpoiuKiorijpior. 
Jaiiina  ISfiS  S.  127.  Vßl.  dio  .Sprilcho  bei 
I.  B(<iiiz4>loH.  Uitfitt/jini  JtjuoiJnc,2.lxifain(i 
Hprmiipoli«  1WS7  S.  22.  283  und  S.  aÖ.SSS, 
und  boi  K.  N,  KauullaktH,  Xiami  'Jyä- 
Xtxia.  Athen  lÖÜO  S.  283.  537  und  2s8.  590. 
')  Uob«r  dio  üedeutuufc  dio9«r  Ausdrllcko 
■.  9  385  und  W.  Christ  t>t  M.  pHranikas, 
Aniliologia  Oraeca  carni.  obriot.,  Prolugo- 
inenu. 


S12     BjEaaUniacb«  LitteratargeMbiebte.    ItL  Tnlgtrg  riech.  Littcratvr.  I.  Nwtaa 

Epos  «ies  Melitoniotos  verwandte,  anonym  CilH.<Hiof(.'rto  Werkctitii  rirhMl 

Mich    an    alle   (i)Ückticli(tii    und  Unt^lUcklichen.     Der   Dichter  erzählt  ibu 

Schicksal  eines  iinglÜcUichen  Jünglings.   Vom  Unheil  verfolgt.  verlÄ«t« 

diu  Hi'imat,   um  im  Kaatron  der  DygtycUia  zu  erfahren,   von  «Meb« 

Art  Kie  sei   und  wie   «e    die  Menschen    quälo.     Nach    twchsmonit&dHB 

Wanderung   trifft  ci-  einen  jungen,   rotgewandeten  Mann,  den  ChroD4M 

der  in  seiner  Hand  dan   Buch  der  Glücklichen  und  Unglücklichen  hllJ 

Von  ihm  wird  er  crmunt«rt,  die  Eutycbia  aufxuFtucheu.     Er  ficlanf^  {n 

daa  Bchloss  des  Chronos,  das  Shnlich  geschildert  wird   wie  die  voracUH 

denen  Kastra  in  den  Märchen-  und  Rilterroinancn  (s.  ^^  377—37!)),  ««MI 

ein  EmpfehlungHKchreibou  an  die  Dy^tj'chia,  die  seinen  Namen  ans  ihnM 

Voriceichnit*  auslAaoht,  und  n-ird  endlich   von  ihrer  Schweater  Rutychä  ■ 

Gnjidon  aufgenommen.   Eine  direkt«  Quelle  der  ErzAhlung  ist  nicht  oadn 

gewiesen :  die  Grundluge  bildet  aber  oETenbar,  wio  E.  Kuhn  bomeritte.  mm 

filtere  griechische  Form  des  in  orienlaliM-hen,    slaviscben  und  abendllafl 

sehen  Fassungen  verbreiteten  Märchens  von  der  .Keise  xum  Schicktall 

Ed.  |>r.  Sp.  Lambro»,  Coli,  do  rom.  gr.  S.  28^—821  (»ua  Cod.  Bo41aiwMift>l»4 
Zur  (ju«lli-tifru^>>  v^l,  K.  Kuhn,  /.ur  hj-xinliDinphoD  I-JzihlangBlitleialur,  B.  Z.  4  <IS!*Jiflt9 

341.  Die  i^hodiachen"  Liebe&lieder.  Unter  dem  Titel  ^tixoi  .tmI 
f(/i»tnt  xni  ayanifi  ist  in  einer  IIand>4chrift  des  15.  Jahrhunderts  (A<t« 
mss  den  British  innrioum  Nr.  8241)  eine  Sammlung  von  erotUcIieo  Gfl 
dichten  erhatten,  wvlohe  von  dem  Herausgeber  xviltkürlich  A  BC  der  Li« 
{'A)^äßi^'nii  jij^  äyäntfi)  betitelt  und  jetzt  auch  unter  dem  konvcntioD*M 
\amen  ^rhodische  Liebeslieder"  bekannt  ist.  Leider  ist  das  kleine  Cor« 
(707  reimlot^c  [)olitische  Vor^e)  in  der  einzigen  Handschrift  sehr  ttbeJ  M 
gerichtet:  der  Schreiber,  der  wohl  mit  dem  Veranstalter  des  Corpus  idoM 
tisch  iftt,  halte  offenbar  lüokonhaftü  Originale  vor  sich.  Trotzdem  luMfl 
sich  in  der  ganzen  Sammlung  noch  deutlich  mehroro  Liedorzykloii  (ra 
kennen:  1.  Den  Anfang  bilden  11  nach  den  Buchstaben  A  bis  if  abM 
rttJchi^ch  geordnete,  abwecti.'«olnd  von  einem  JUngting  und  einem  Ufidiifll 
gotungenc  Lieder  verschiedenen  Unifangs,  offenbar  Trümmer  eine«  Zyklon 
mit  vollständiger  alphabetischer  Akrostichiiü.  2.  Darauf  folgt  eine  QnpM 
von  ir>  Distichen  (nur  zuletzt  1  Tristichon),  in  denen  trotz  Biehräi« 
Lücken  die  nlphahetii^che  AkroRtichin  vf  bis  i2  erkennbar  ist;  sie  cnthilw 
keine  WoclLsolrode,  »oiidoni  ilurcliaut«  Licbesklagen  eines  Mannes.  ^  1U| 
dem  27.  Gedichte  beginnt  das  dritte  HaiiptstUck  der  Sammlung.  Ei  mä 
steht  aus  einer  Erzählung  und  neunzehn  eingustreuten  Lielxtsliodeni:  Bfl 
jQngÜng  liebt  seit  2  Jahren  ein  Mädchen  und  schickt  ihr  eine  Erklinian 
sie  erwidert  ihm,  er  twi  noch  zu  jung;  der  JQngÜng  meint  jedoch,  luifl 
die  Kleinen  vcrKtündon  zu  liehen.  Nun  sagt  das  Mädchen,  IDU  Liebm 
Worte  wolle  sie  von  ihm  erforschen  und,  wenn  er  »ie  beantworte,  ihn  mn" 
KüHsen  (sättigen.  Der  Jüngling  .löst  »ich  die  Vers«  au«  dem  H«wn' 
und  reiht  sie  ,wie  eine  Kette'  aneimindor.  Die  Glieder  dieser  Kette  tm 
die  Zahlen  von  1  bi.»)  inn.  die  er  alle  in  seinen  Voreon  akroMtichiai  «• 
wenden  will;  nach  dem  zehnten  Gedicht«  fUblt  sich  das  Hädcbea 
zwungen  und  gibt  doni  Jüngling  einen  Kubs;  dann  schenkt  sie  ihm  w 
Teil  seiner  Aufgabe,    d.  h.  sio  gestattet  ihm,    nun   mit  den  Zebncnt  ( 


ihr.  und  a«l*g«BhoItag«diehte.    D&rat«Uinig  renntsebtor  Stoff«.    (S  341)     gl3 


^n.  s.  w.)  fortzufallreu.  Als  schliestilivh  da«  MiLdchen  dorn  Jungen  nichte 
Bnr  versagt,  föngt  er  an  zu  spotten.  Das  ganze  Werkchen  ist  also  eine 
poetiache  LiebeAuovplle,  in  wek-lie  eine  nach  Znhlen  nkrostichisch 
gourdneto  Liedersammlung  eingefUgt  i»t.  Leider  iut  auch  dieser 
Komplex  unvollständig  überliefert.  D«r  ticdanke  der  antlinietischun  Akro- 
Bticbis  scheint  vüUig  originell  zu  sein;  wenigstens  ist  mir  aus  keiner  Lit- 
lerulur  ein  zweiteR  Heispiel  bekannt.  Auch  in  den  auf  diese  drei  dduUicli  ge- 
Bchiedeneii  Komplexe  folgenden  Liedern  lassen  sich  gewisse  Gruppen  und 
Qrappenro^t«  erkennen  z.  It.  mehrere  Kusammenntehende  Liodchon,  welche 
Liebi-8klagen  einL-s Madtbenä  enthalten,  dann  zwei  Oriippou  von  Minm-liedini 
iinvK  Jünj^ings  und  ein  alphabetischer  Weehaelge-saug  zweier  Liebouden.  Bis 
ist  millün  vijllig  sicher,  dass  das  von  Wagner  als  ein  zusaromengebUriges,  nur 
ilurrh  die  Cberliefoning  in  Unordnung  geratenes  Ganze  betrachtete  Corpus  in 
Wallt  lieit  »IIS  mehreren  (7 — H)  ursprünglich  völlig  selbständigen  kleinen 
ffetnlungoii  boitteht,  die  aiitanglich  wohl  in  einzelnen  Ueftchen  von  Hand 
n  Hand  gingen  und  dann  von  einem  Freunde  der  Volk»poomo  in  eino 
Ilnndschrift  vereinigt  wurden.  Mit  der  Erkenntnis  dieser  Thatsacbe  ver- 
lieren natJlrlich  auch  die  bestimmten  Erklärungen,  die  Wagner  über  Zeit 
Uid  Ort  der  KntAtehung  des  ganzen  Corjius  abgegeben  hat,  den  Boden. 
Dia  Frage  mu8»  fOr  ji-de  Gruppe  besonders  gestellt  werden;  denn  wenn 
iBch  die  Entstebungszett  oder  richtiger  gesagt  diu  Zeit  der  uns  erhal- 
tenen sprachlichen  Itedaktion  dieser  Volkslieder  ungefähr  dieselbe  sein 
ms.  HO  Ltt  es  doch  durchaus  nicht  notwendig,  dass  auch  der  Ent^toliungs- 
ort  der  gleiche  sei;  abgesehen  von  der  schrankenlosen  Freizögigkeit,  die 
der  V'olkspoesie  »tuts  eigen  war.  kann  der  .Sammler  auf  Reisen  oder  durch 
T«nniit«)ung  von  Freunden  Lieder  aus  vcrsclüedonun  Gegenden  zusammen- 
igebncht  haben.  Was  nun  die  Entstehungszeit  betrifft,  so  lüsst  sich  mit 
Skherheit  sagen,  da-ss  einzelne  Gruppen  und  demnach  wohl  die  ganze 
Sammlung,  nicht  später  als  in  das  14.  oder  in  die  oratu  Hälfte 
4ts  15.  Jahrhunderts  gesetzt  worden  dürfen;  ausser  dem  Alter  der 
IRandscfarift,  auf  das  wegen  der  Unsicherheit  der  Kestimmung  weniger 
Gewicht  zu  legen  ist,  verbieten  triftige  innere  tirUnde,  namentlich  die  Ei^ 
lung  der  Ihv^Morjoidw,  des  Kaisers  und  des  Logotheten  in  Byzanz, 
die  hohe  Vorstellung  von  der  Macht  und  Unverletzbarkeit  eines 
licltvn  Clir^'subuUs,  an  die  Zeit  nach  dem  Falle  des  Reiches  zu 
lenken.  Völlig  unsicher  bleibt  aber  der  Entsteliungsort  der  meisten 
Qmppen;  aus  der  Anspielung  auf  Khodos  (32,  11  bei  Wagner)  lässt  sich 
ktin  Schlu!«s  ziehen,  jedenfalls   nicht  der,  welchen  Wagner  gezogen  hat, 

Edaa  Gedieht  und  mithin  die  ganze  Sammlung  in  Rhodos  entstanden 
Dagegen  weist  allerdings  ein  Tragudi  (d  bei  W.)  auf  einen  Liebes- 
xwischen    einer  Griechin  und  einem  Johanniterritter  hin,  und  dieses 
iniias   man    sich    in    Rhodos    entstanden    denken.     Der   unbekannte 
Sammler  war  ein  Mann  von  Empfindung  und  Geschmack.    Der  poetische 
dar  .rhodis^hcn"  Lieder  ist  Über  alle  Zweifel  erhaben;  sie  gehören 
besten  und  merkwürdigsten  Erzeugnissen  der  gesamten  vulgUr- 
cthen  Poesie. 
Anagab«:  'Ai^fi^^i  i^t  üyin^.    Du  ABC  d«r  Liebo.    7.ino  Sunmlnng  iho* 


814     ByunUuuolie  Litt«r*tnrgeeoluchte.    III.  TalglrgriMh.  Littortlor.  1.  PmiIi.1 


lÜMlMr  U«bM9Md«T  t^m  »r«t«ninAlu  Wraiia^e^beii,  melriadi  olwrastst  luni  mü 
WOrtartiueb*  Ycnnhun  Tnn  W.  Wagner,  Leipog  1879.  Da  it«r  Hotamgeber,  der  teb>l 
SiMmaobiuig  d»  «iDuInon  iimppen  uiulil  erlünnta.  di«  Ranx«  SaiBBiliiiitt  alpbtbclmkl 
ordnata  und  Auhei  dio  KuilitMifulg«  dur  Komplex«  Bi»d  der  taeier  vGlItg  vervirrt*.  im\ 
dar  Text  nur  diuoh  «iuu    n«ue  Ausgabe  rantlUidlicb  und  lesb*r  gMUirJit   wardaa.   Dv 
lOchtigo  Neugrftxist  E.  Einorao»  hat  mir  la  diaaoin  Zwv^ko  aioa  gaiuwa  Kollalm  fa 
Handttcliritt  aur  Varfllgiiiis  («etallt 

2.  ÜebarsatiniigaB:  Dcntach*  UobaaaelzuaK  in  Wagnara  Amgab«.  -  Ks*  aMi 
iloulacho  ÜnharaettuQg  d«f  ZablannovcUe  gab  U.  LObke,  Naiipi*oyaelie  V«lka- nad  UAaJ 
liadcr.    Bnrlin  1895  R.  209—222.    —    Italianiachu  robereetnuig    von   Vilo  Paliakj] 
Leiptig  (mir   nur  durch    die  Enr&bnung  in   der  ZetlsicJirifl    La   Maa^on  I   {iSHS)  tU 
bakannt).  1 

3.  llilfamitt«!:  Vftl.  dja  Beaprechangen  dar  Auayabe  Wagaora  von  C  BaraiiM 
LiUniT.  CetitnilU.  1980  S.  337  f.,  Unat  Hayar,  Boilaca  vu  allgaenvinad  ZmUid|  INn 
8.  2123.  H.  V.  Toüor,  Tha  Journal  of  ElallanJo  ahidiaa  1  f  1880)  906-313.  nad  N.  Palilld 
KXtM  vom  1.  and  8.  Min  IStiO  (Nr.  078-977).  —  SDncblialie  imil  Uxtkntiacte  Said 
klingen  Ton  C.  f<iy.  bnoKmbergera  Boitrlgo  6  (1881)  2e0— 290.  -  Dia  ^ftcUicha  M 
dockung  dar  Koinpoaitioa  dea  canMii  Corpaa  ist  daa  Veriüeut  tob  E.  C.  Boliar.  BallJ 

tbilol    WauhenaobTitt  1885  &.  614  lt.:  öij  ff.   -    Weitere  AMMininKaa.  tumiioUici  m 
:ompoiution  dos  It^tm  TeOas,  gab  Auk    Heiaeuber^,  B.  Z.  3  (IftSS)  M9-3tI         1 

4.  Dia  dritte  Gruppe  dar  ,rh(iiliB[dieTi*  Liuder,  die  ZalileniMvalle,  tut  afeb  ia  itafl 
renrittarter,  aber  nnvarkeDutiftror  Form  bis  aut  dan  h«inb'K«ii  Tag  im  Mniid«  ita  Vdd 
•rbalten  —  «n«  Tbataache.  volclio  für  dif>  Erkanntnia  da*  volkamttaaigan  CliarakM«  da 
Sammlung  wie  fOr  di«  KnUtehangHgrHchiRbtd  mnacher  Toile  d«r  naagrieefaiac^M  ^jt^ 
poMio  glDicIi  wichtig  i*t.  Ein  ohiotinr-hfiK  VulkKÜod.  diu  K.  N.  KanellBkia,  Xia*^  *Jia 
i4Kta,  Athen  18Ü0  8.  X2  anUm  dnm  Titnl  ."I  '.<^t9uai*  rerOlTentlMht«,  eothlH  diNcll 
Liabeegaaebiclita  wi«  die  Novollo  im  AlpliabutoK.  ^  beatcht  ana  38  paliliaehen  ^Mfl 
baiw.  BUB  19  DislicliL'n.  von  donoti  die  unttim  10  durch  die  ZaUen  I— 10,  die  iMtnfl 
durch  di«  Zehnvr  20— lÜO  ukrualichisoh  verbimdon  «iiid,  Mebrere  Ven«  (3.  S,  S,  l).8i.S| 
stimmen  dem  Siuno  itiid  lum  Teil  aucb  dem  Wortlatile  naofa  mit  Versen  Jm  AlpUiiH 
überuiii.  WeulKer  tlinlidi  im  WartJanli  aber  mit  deraribou  Akroatichia  retwban,  iit  «M 
vun  A.  Canie  (leider  ohne  Angabe  der  Provenienz)  niilg«t*tl(e  Variante  M  k,  Pataa'J 
Popiilaria  cnrniinn  (iin^ciae  recenliorie,  Leipiig  19ß9  S.  479  T.  Ktn  Shnlichaa  PortlttaM 
von  Liedorn  und  Erzählungen,  die  »chon  lingat  litterariach  fixiert  «nr«n.  baaUelitct  «n 
noch  beim  Akrit^myklun  (s.  g  'AhV\,.  beim  Apollooioa  von  Tf  r«a  Im.  9  37.)L  kid 
Krotokritofl  (■.  %  8811)  und  —  um  ein  Beispiel  auH  der  neueroo  £oit  ta  Bonnan  —  ia  4m 
sr.hilnen  Sohftferin  dna  Nikolnos  Drimytiko*:  rgL  0.  Mejer,  Eiuaia  und  Bta4lM  M 
{Strasälimg  mSS)  156  f.,  und  K.  N.  KonellDkia.  XiaW  Unilrjcr«  S.  113  If.  -  '^rZ<UNl 
nkr«8tiohia  vgl.  auch  die  poutiBobu  Zii]iIenB|iiuIerei,  die  Konat  liariukaa,  J:rU*;<a 
Ztiyfa^stuf  üyiiv  1  (ISIIl)  8.  BUS  EpiruE  beibringt;  'At  t*  n»Sfit  tm.  'Tjv  t'  aitJBnui  dd 
'Af  ro  noput  iti-'o.   Avo  nifinnt  y^nf^tirtt  etc.  1 

j.  Kine  andeie  Sammlung  Tulgfirgriechiaefaer  I.iebesliedor  ()V*"""<'  ipojwdaV  4 
iceldier  cbonl'alls  ein  Liabeaalphabet  vorkommt,  od.  aus  Ced.  V^iniloboa.  SU  E  U« 
^rand,  Cnll.  de  mon.  K.  S.  1  (1974)  11-71.  An«b  hier  finden  akh  nancb  «•kau 
tief  emprundi^'no,  echt  TolkemAflug*  StOoka.  1 

D.  In  einem  Cod.  Mnrrinnus  des  16.  jAlirhunderta  Bt«bl  oino  Snmmlnng  Taa  [•ifkad 
liednrn  Im  nourj-priscban  Dialekt.  Die  meiat««  derselben  sind  nicUa  »JtWI_«| 
Urbnmotzungen  nus  PelrurcB,  wobei  sogar  die  Versmosae  der  Originale  beibebitUa  lafl 
Dna  kleine  Corpus  Ist  sprachgesohiohtUch  von  Wort,  indem  ea  die  von  Ar*  AmiM 
Mm'barnB  und  Itustrone  orilffnete  ftoibe  mittel-  und  neucyprischer  Denkmtler  MI 
Mxt.  Ed.  E.  Legrand,  Uibl.gr.  vulg.  2,  ö6— 93  (nur  «ine  Anawahl;.  Vgl.  aiiae  B4 
leitung  8.  64  ff.  .        J 

T.  Ein  kloJDfts  Liebosklagclied.  das  mau  nacli  aeiiMr  SprarJi«  snd  dan  t-'M''**4 
Kölner  Uobi^rliorening  wobl  noch  Ina  1&.  Jalirh.  «etion  d*rf,  ediert*  aoa  dar  VaMoMfl 
U«  d<u  Prokop  (Cod.  Marc.  398)  Sp.  P.  LambroB,  Ein  bnantintaclia«  Volkaliad,  &■ 
S  (1ÖS4}  165  r.  1 

8.  Noch  unodiert  Ist  die  Liebeaklage  eine«  Mndchena  im  Cad.  BodL  BitaHl 
S16  foL  179;  aie  beginnt:  ■.^Wf/lo»'o^•  ^  to'Ioi™  noJc  «pfw^n»  lotf  Wy»**-.  Wenn  B.  0-C«I(| 
Catal.  cedloum  mes  bibl.  Kodl.  I  |ls;i3)3t<0,  den  Inhall  denSttokss  ab  .Qocrimtoii  i^4 
dam  pnellae  de  amntore  suoAlomono-  bcxeielinol.  ao  bat  er  offenlMr  di«  KlaceWMi**^ 
'AÜifturiir  (—  rfXoi/iayor)  als  Niiiiif  uufBofn.Hirt.  ühnlich  wie  Lnmbedoa  «n  der  I<V^ 
des  ehniBmon  Eeela  ein  Syuaxur  vom  hl  UadaroH  machte  (a.  f  39S).  1 

343.    Erbauliches  ABC,  'Aktfäßritoi  »Mavvxitxö^  aal  if'vxaxft^i  "V 

to?  l^a^m'ov  »öffftov  tüviov,  bolitult  sich  ein  im  Cod,  Vindob.  244  und  *ij 


Bhr-  ■.  Ovltganheitsgedichte.  DkratAlIong  TennUditor  Stoffe.  (g§  342— 34S)     815 


lM<lout«mIcii  Atiweiclningcii  im  <*«d.  Montcpessui.  40ü  anonym  Uberliefer- 
t«  Gcdiclit,  da»  aii8  24  filiifzoiligcm  Strnplicn  mit  Alphabetischer  Akro- 
■tickis  bcüU-lit  (r^ij  politii>clit'  Vorsu  mit  KpoiHdii^olici'  Anwendung  des 
Reimoa).  Den  Inhalt  bilden  religiöse  UnttTWOiHungcn  über  die  Unbestän- 
digkeit des  Irdisehen.  die  Notwendigkeit  der  Busse  und  das  jüngste  Ge- 
liebt. Um  Aif  niphabetischß  Btrophenreihe  glücklich  zum  Endo  zu  führen, 
wiederboH  der  Verfasser  unabliUi^ig    dieselben  Oedanken    in  neuer  Form. 

che  Wondung  (k.  B.  V.  41)  verdankt  er  der  Kirchendichtung,  von 
lier  er  im   übrigen  herzlich   wenig  gelernt  bat.     Docli  hat  auch  er 

en  Naohtreter  gefunden;  V.  6  bis  8  dos  Alphabets  sind  von  dem  V'or- 

er  des  Lebens  in  der  Fremde  (V.  431  ff.)  mit  einigen  Modifikationen 

ptiert  worden. 

1.  Anngafa«:  EJ.  pr.  W.  Wognar.  Carminn  S.  242-247. 

3.  Uiltäniitt«!:  Von  Warkon  dnr  KunslIitUratiir  itit  nntnuntlicU  ilnii '.fX^n/iiTiipior 
tivAtiior  XU  vergloioben,  da«  Chr.  Wal«,  Ärtieuii  Violetuin  8.  51ö,  ediert  lut.  — 
VgL  g  297  Anin.  3. 

3.  l'eberl)ef«ruBic:  Eise  oigeaofiig«  .^tollnng  bcliauptet  der  nooli  nioht  beachtelo 
Cod.  Viadob.  {ifail.  gr.  178  (Nmwl)  fol.  26-27.  Hier  hat  das  Qedioht  eine  andere 
1Tib«rachrift  sin  in  Wngnnra  Hm  und  wird,  itwcirdtoa  fAlscIilicIi,  dein  Massendicbtor  Philes 

cKn*b«ti,   der  gewiu   nie   die  Volkasprarlie    litterarisch   gebrnuchl;   hnt.     Di«    Uvber- 

ifl  iMttct:  •'<;<>■  aoiinuoi  ittfi  tfiaituf  tyvj^^f  loO  aii^onXiixov  q^ti,^.    Aucli  sonst  hnl 

[lU  viele  Ri^enlicilen:  die  Stropbnn  xllhlen  meist  nur  4  Verse  statt  6;  der  Text  stimmt 

mit  dem  Cad.  Vindob.  244.  linid  mit  dem   Montopeas.  405  aboroin  und  ist  mithin 

FketDem  diewr  beiden  CudiouB.  sondern  uua  eini-'r  Iiltertii  Rcdnkliou  getlossen.  oin  Beweis, 

datt  ertiaulirlie  AIpbtibot    vielfach  uml;t^a^beit(^t    wurde.    —    GbenfallH  nucb  anbenütxt 

die  Cod4.  Pari».  i:r.  •ülb  Toi.  29r-2ä3>.   wo  da«  üediuLI  die  wuiidurliche  Ueber- 

$tl  hat:  T(Tpa«ti/ii  n<^i*ti  xaiä  nlq^c^^foi'.   Atlions  149  uud  Atbous  27^8  (Nr.  8), 

4.  Noch  oiiadleTt  iet  das  erbanliclie  Alphnbet,  du  der  Cod.  Paria,  su|)iil.  gr. 
I  a.  17  foL  66—69  jmfliavahrt.  Der  llniiinn  UnU<t  (mit  Verbeaaerung  der  Scliruibfehler 
1  Codex):  \4rSfuint,  nüi  Bno*aii;(  tör  xiaftoy  tat  iiAxiititi  [|  'IJtt  liy  tfopUHif  s^Htvf 
tit  rai  'i  *«  na(it'.  —  In  dersetlicn  Us  stoben  toi,  68  nlphatiDtiBcbe  Diaticlien  im  poli- 
ben  HaMe  auf  die  bl.  Marin   {'Jyotiny,  Jiofiai,    äyy^,   tö  tannrör  fiov  /f'loc  (Cod. 

«I)  lud  Toi.  S9-  73  xwei  ebanfalla  in  politisclien  Versen  abgernsatc  Alphnb(>te  Ober  den 
Nd,  vofi  de&on  das  «rate  aus  viorxeitigen  Strophen,  das  tweltc  aus  Distichen  besteht. 
Dm  ente  ist  von  Intereirae  dnrcb  die  ViTworlmif"  der  volkalümlioben  Idee  dos  CharOB 
te.  M  347;  M9|.  Ueberaolirift  nnd  Anfnug  Uuteu  naoh  Verboasorun^  der  Schreib  fehler: 
lEdU  AiUynai  ö  XaQot  ft  'ör  äi-Ü^iunoi:  'A^x"""''  i<yf«ui^iitt  itaXtfiy  tov  Xtifoii.  []  to 
Xapof  fii  tir  ärSfiianor  atixavr  xiti  rayrtfaniniiuvt:  Doe  zweit«  Alphabet,  dun  nuch  der 
Oed.  Atbons  It820  (Nr.  32)  nberliefert,  beginnt  ohne  t'oherschriri:  '^pjfOftif  ■iii  /ityiardrai 
Mttf  (1^  ntmjfijy  ioyui,  [\  Uäraiat  fiäi  naftii/oifEi,  riovf,  yfQovi  nii  nnidla.  —  Zwei  er- 
MOÜebo  Alnbabnto  (ein  Qebet  lur  (iottoamiiller  und  ein  (insprBch  iwisrhen  Teufel  tiud 
Hndsr)  nna  ander«  religlOao  Dichtungen  in  der  VnlksäiiruRbe  entbült  der  Cod.  Alhuus 
S18I    •.    D^.     Do«   Q««[rt«h   xwiachen   Teufel    und    Sdndor    niah   im   Athoiia   5820  a.   19 

81)  nnd  AtlioaB40S3a.  lä  (Nr.  5).  —  Ein  erbaulirhcs  Alphnbel.  iil|)hnbr(inrhp  Traner- 
flber  die  VerbanniiiiK  den  .\dain  (venicbicden  von  dem  in  §  'i'ii  genannten  (>edi(^ht{i) 

«iaa  alpbaltetiaehe  Diapulaliuu  iwischun  Meusch  und  Cburun  (verauhiedoji  von  doo 
rwihnlen  Alphabeten)  stehen  im  Cud.  Athoufi  2430  h.   17. 

S43.  Sttiphanos  SachUkis  {^^i^^nvoi  n  ^axXUifi)  aus  Kreta  vcrfasst« 

|der  zweiten  Hälfte  des   15.  .lahrhunderts  in  seiner  heimatlichen 

lart   mehrere  durch    die   grobe   Itealiatik   der  Sprache   imd   der   An- 

nng  merkwürdige  Oediclite.     Sic  sind  zuletzt  in  zwei  Komplexe  zu- 

imengentchweisst  worden;   aber  die  Spiirou  wiederholten  Überarbeitung 

Doch    in   den  rtorken  Abwtidiungcn   der  Ilandsclmften  deutlich   er- 

1.  Dm  erst«  Gedicht  enthält   die  wenig  erbauliche  l^elbstbio- 

phie  des  Dichters.     Sachlikis  erzählt  uns.  <las8   or  in  seiner  Jugend 

le  und  die  Bücher  tüdlicli  ha^te,  dafür  sich  einem  aufischwttifenden 


816     BfMiiUnMche  Litt«»targe«ohiolit«.   lEL  Talgircrledi.  UttenUr.  L  F« 


Lebon  hiiignb,  infolj^e  dessen  völlig  vorarmU\  xuIeUt  die  Stadt  (oOfuM 
XärdaS)  v6r1a«!*cii  musete  und  sich  auf  dem  Lande  uRt«r  den  Bual 
deren  Roheit  «r  mit  dem  Hochmut  des  städtischen  Patrizii-rwlni 
geiasielt,  mit  Jagd  und  Hiindoziirht  heschHfligte.  In  die  Stadt  vatm 
gekehrt,  wurde  ur  vom  Uouverncur  zum  Advokutc-n  bestellt,  bald  im 
wegen  eines  Weibu« ,  der  von  ihm  mit  Ingrimm  verfolgt«n  BaUtq 
Kutajotaeiia,  ins  Gefängnis  geworfen.  In  einem  weitt^rt^n  Al>Hohiiilt,  ■ 
im  tieftiiignU  »elbst  vorfasät  ist,  schildert  er  die  Drangisaleii  »t-iiior  Bm 
und  dio  KQcksichtfiloHlgkeit  der  Wftcliter,  die  ihm  zum  Hohne  latMiiiMl 
(d.  h.  italienische)  Lieder  singen  und  ihm  sptittisch  zutrinken  .jw 
ftnißift  ovv  tqmov*  (veni  bovre  un  tnitto).  Endlich  beschert  uns  Sm 
likis,  ,der  Totengott  der  Buhldinien*  {Xänoi  tür  nolitiKw-).  wie  er  m 
selbst  nennt,  aus  Ärger  Über  das  Unheil,  daa  Weiberbosheit  f)I>er  ihn  ■ 
bracht,  eine  langwierige  Satire  auf  das  Leben  der  SfTentlichen  Diravnl 
Kruta,  die  nn  plumper  Derbheit  mit  den  grObst:eii  Erzouguissou  der  Am 
schfu  und  franKösisehen  Schwank-  und  Pastnaclitfispiellitteratur  des  I 
und  16.  Jahi'hundert«  wetteifern  kann.  In  der  Ausgabe  von  >Vagii«r,  d 
auf  den  Codd.  Paris.  21tli9  und  Montepess.  409  beruht,  umfasat  ■ 
Gedicht  712  politische  Verse,  in  denen  von  V.  378  an  der  H«im  »■ 
wendet  ist;  eine  stark  al>weichendo,  um  einen  grossen  Anfang-  und  ScbliJ 
teil  erweiterte  BtKubcilung  {857  Verse)  bewahrt  der  Cod.  Neapol.  II 
A.  a.  9,  den  PHpadiiiiilriu  bekannt  gemacht  hat  (s.  u.).  2.  In  dem  zwdii 
offenbar  später  abgofitssten  Gedichte  (36&  politütclie  Verse,  in  denen  1 
Keim  schon  volMändig  durchgeführt  ist)  tritt  Sachlikis  als  Sittenpntdifl 
auf.  Der  seltsame  Heilige  richtet  ernste  Ermahnungen  an  einen  gvwüd 
Franciacu»,  den  Sohn  eines  hochgestellten  Freundes.  Namentlich  vad 
er  ihn  vor  den  gefahrlichen  Lastern  der  Nachtachwärmerei  und  ■ 
WflrfeUpiel».  Den  grössten  Raum  hcan-tpnicht  auch  in  diesem  Gedka 
die  rohe  Schitdiining  des  lintigcn  und  Imbsüchtigen  IVeibon»  der  Bdj 
diroen.  Das  sittliche  Moment  mangelt  vollälämlig;  die  GrQnde,  mit  den 
der  kretische  Sokrates  seinen  Alkibiades  auf  die  Bahn  der  Tugend  i 
leiten  sucht,  sind  rein  praktischer  Natur.  Auf  die  bedenklichen  Sittd 
zustande,  die  unter  den  Venezianern  in  den  Stidt«u  KroUu  herradiM 
werfen  beide  Machwerke  oin  grelles  Licht  1 

1.  Auagabon:  Uiw  xweit«  Geiüdit  od.  mit  spndilieben  ErUinmgeii  E.  Ltgna 
Coli,  d«  nion.  vol.  15.  r»ri«  1871  =  Annumw  <l«  rmsoa  5  (1871)  201-242.  -  B*ll 
Oeiliclite  cd.  W.  Wagner.  Cnrmina  S.  62— 10&.  ■-  Dm  «rat«  fiffdiclit  «d,  iweb  teH 
•liwoicliKiidoii  VerBLoa  d»a  Cod.  Nenpol.  III.  A.  a.  9  S.  D.  l'npiidiinitria.  Slq^ 
Ssobliliis  uiid  sein  Uediobt  ,'A^i^y^it  naeiiitro{',  Od«HU  1896(niM.) (mit  «Mr  iibMfWWM 
UaUrrachun^  nUer  dos  Leben  und  dio  Wrrkc  dna  SacUikis,  gÄlUltnicbom  KmwM 
und  OloMuir).  ] 

2.  Ilijfsmitt«):  ¥..  L«grand,  Bibliogr.  hell.  2  (18SS)  262.  -  BneBaattaM  4 
8.  ».  l'Bpftdimitriii,  Vi*.  Vr.  1  (1894)  C49-6Gi3.  Wiedwholt  und  y«nn*Iirt  in  te  *•( 
g*nHunloD  Ausgabe  S.  193-226.  J 

3.  Nanic:  Der  Fnmilionnam«  SagXlxrj^  findet  Bicb  Bohon  in  «iiter  ms  Krtta  «MM 
mcndoD  Crkuudu  dos  Juhres  1206.  AoU  et  diplDmaU  graeca  medii  uvi  «dd.  Hifcl»»)« 
«t  Mnllor  0  (IS90)  151. 

344.  Afohngedicht  an  einen  alten  Bräutigam,  fite''  )r»'^iTOf  m  M 
näfij  xopnai,  oin  anonymes,  im  Cod.  Vindob.  244  üht-rliefiTte».  «<m[ 
gereimten  politischen    Versen  bestehendes  Machwerk,   schildert  inlH 


n.  a*l««e&lioIUg«dichte,  Caratelluig  TormiachUr  BUiBe.  (g§344— 34S)    gl7 


Hlt«r  Belehrung,  die  vor  drastischer  und  ekelhafter  Ausmalung  dee  De- 
Wtb  nicht  zurückschreckt,  die  Bclilimmen  Folgen  der  Vemiilhliing  eineA 
jftciseH  mit  einem  jungen  Mädchen.  Auch  hier  (V.  74  —  711)  spielt  der 
!M«tOmliche  Charos  eine  Holle  (vgl.  ^g  345—347;  349).  Das  Uodicht 
ntstsnd  am  Endt'  des  1^.  oder  im  Anfang  des  16.  Jahrhunderts  und 
wahrscheinlich  in  Kreta. 

:.  Ed.  pr.  W.  Wngner,  Carmiua  S.   106-111.  —  Vgl,  g  313,   11. 

2.   Zu  der   d^iii    Ot-ilichle  xu    iJrunilo    li^goiitlen   Altun,  oft  aiisgM|in)clicueD    Ide« 

FdM  H^nandarsnrti«]]  r/pur  yrrofierat  uij  yn/tci  riaui^ar  (Menaiidri  et  Pliilemonis 

'   A.  lfei]i«l[*.  Berlin  1^23  fi.  3lß  V.  110).  die  Imig^  Ansfrihning  UJ  Uooigjllits, 

in  Bliodos  V.  39S— 44.^,  und  das  neugri«chiBche  Sprii^hworl:  'Art^of  yi^m  yoyKiMH 

iM-orr  närta  taxiti  iovhit.     I.  Itoniitfloa,  UvQoifiiai  iiifttiitit,  2.  txi.,  Flormupotl* 

8.  20.  2C1. 

346.  Die  Verführung,  'Piifiüin  xö^rfi  xal  viov  A.  h.  Keimerei  vom 
ehen  und  JOngling.  Dieses  im  ('od.  Ambro«.  Y  89  sup.  und  weniger 
idig  im  Cod.  Vindobon.  244  erhaltene,  aus  198  pülitisdien  lieini- 
iWwn  bestehunde  Gedicht  ist  ohne  Zwuifol  als  eine  echte  Probe  der 
Folkspousi«  des  10.  .lahrhunderts  zu  bezeichnen.  Dafür  sprechen  die 
tühlreicben  Anklänge  an  heutige  Volkslieder,  auch  einzelne  Züge  wie  die 
Erwähnung  des  Charos  (V.  74;  181).  l>a.s  Oedicht  schildert  einen  Vor- 
mirf,  für  welchen  mn»  andcr«wo  nicht  die  Muse,  sondern  dan  Strafgeeotz- 
bncb  zu  Hilfu  ruft,  nümtich  die  Oenchichtc  einer  näuhtUdien  Yerguwal- 
tigung.  Nacbd(.'m  der  JUngUng  das  Mädchen  mit  dem  Itechte  des  Stär- 
keren erobert  hat,  verspottet  er  sie,  eine  Herzlüsigkeit,  die  ganz  ähnlich 
m  den  .rhodischen  Liebesliedern''  wiederkehrt  und  wohl  au»  der 
realistischen  AufFas!4ung  der  Liebe  bei  den  SüdlAndern  erklärt  werden 
Die  Sprache  dos  Werkchons  (z.  B.  »fe /4io»' V.  154)  scheint  auf 
ttts  hinzuweisen. 

Ed.  pr,  K.  Legrand.  Coli,  d«  inon.  N.  S.  1  (1874)  31-35  mit  froniOsiaolier  Ueber- 
ig.  —  VollatHndiger  dacIi  der  Maililiidor  Handsubrift  ed.  E.  Logrand,  Dibl.  gr.  vulg, 
^\)  51-57. 

846.  Das  Leb«n  in  der  Fremde,  nt(ii  >r};  ^tnTfia^.  In  548  reim- 
politischen  Vt-i-öcn,  die  der  CW.  Vindobon.  244  aufbewahrt,  schil- 
lert« oin  poesievorlassener  Anonymus,  der  Sprache  nach  (s.  z.  H.  V.  19, 
SI,;M6)  wohl  ein  Kreter,  im  15./IÖ.  Jahrhundert  die  MUhMnIo  und  Trilb- 
Mle,  Ao  ein  Mensch  in  der  Fremde  erdulden  muss.  Der  Verfai!;si<r 
VMrto  den  Vorwurf,  der  in  neugriocliischen  Volksliedern  häufig  so  glöck- 
Kdi  behandelt  ist,  nicht  poetisch  zu  gestalten;  sein  Klagegesang  gleicht 
mavm  poetischen  Karrussel,  in  welchem  dieselben  (Jestaltcn  immer  nufs 
Ww  an  un«  vorUberschweben.  Nachdem  er  sich  in  endlosen  Wieder« 
Umgen,  pathetischen  Ausrufen  und  Uberschwängtichen  Gemeinplätzen  er- 
^hpft  hat,  vorrät  er  uns,  A&e»  er  nicht  theoretisch  gesprochen,  sondern 
^B  eägenes,  in  der  Fremde  schmerzlich  verwundetes  Herz  ausgeleei-t  liat. 
B  weiteren  Verlauf  der  Schilderung  wird  die  Stimmung  des  Dichters 
nnmer  trilber,  bis  er  »ich  zuletzt  in  ganz  unvorständhcbon  Klagen  über 
■Ät  Nichtigkeit  der  Welt  und  in  bitteren  Verwünschungen  seines  eigenen 
Jilieins  verliert.  Trotz  aller  Ocdankenarnmt  und  Formlosigkeit  fehlt  es 
'Mch  m  die«uni  Gedicht  nicht  an  Spuren  volkspnetischer  Impulse; 
*  3öä  und  372  flf.  spielen  die  Vögel    als  Boten  eine  Ähnliche  Kolle  wie 

1  lluAI.U(ft  iin  UüK  AUntuiimlBtiuibift  U.    I.  billig.    I.  Aod,  Vi 


glg     Bri&BtlBia«he  Littoraturgwohicht».    UL  Tnlg&rgriMb.  LiU«rfttar.  L  Fowi». 

in  dor  nüugriechischen  Volksdichtung;  V,  481  wird  Charcs  aU  T-it-nsc 

erwähnt;  auch  der  Gesamtton   wird    von  V.  300  an   frischer  uiul  xoii*- 

mKssiger.     So  bcwnhrt  dieser  Klagügot^ng  aU  privatvr  Reflex  d«r  ill«! 

Anschauung  von  dor  Bitterkeit  des  Lebens  in  der  Fremde')  säot 

Bedeutung  fllr  die  griechische  Polkloristik;  er  %-erh&lt  sich  zu  denTn- 

gudia,  di«  da-s  Leben  in  der  Fremde  und  die  KUckkchr  in  die  UcJmU  Ix- 

sing(>n.  Ähnlich  wie  das  Gedicht  auf  den  uners&ttlicben  Uades  (l 

g  IMU)  KU  den  heutigen  CharosUedern. 

Ed.  er.  K.  N.  SatliB*.  nnnlnlpa  vol.  ^  S.  412— 47&  —  Bd.  W.  Wagoer,  tknM 
S.  203-220.   -  Noch  unvnrwurtet  ist  Aer  Cod.  Athen,  701. 

347.  Der  Apokopos  {'Arröxorroi  d.  h.  Zeit  nach  der  Arlioit, 
Abendruhe),  das  Werk  eines  seiner  Person  nnd  Borkunfl  nach  nicht  b*> 
kannten  Dichters  Bergades  {3fntt(YaS>l(),  schildert  in  558  gernratM 
politinchen  Versen  eine  im  Traume  unternommene  Hadesfahrt.  Ih« 
eigenthchcn  Vorwurf  bildet  eine  Satire  auf  die  üble  Ocwolinheit  J« 
Lebenden,  die  Verutorbenen  zu  vergesKon.  In  der  allogoriKt-heu  Einltitonf 
ist  die  aus  dem  Badaamromane  entlehnte«  indisohu  Parabel  von  du 
Manne,  dem  Drachen,  dem  Baume  mit  dem  Bienenstöcke  nnd  den  ini 
Mäusen  mit  einer  Modilikation  verwertet;  der  Baum  bricht  und  der  Honi^ 
nascher,  d.  h.  dor  Dichter,  stilrst  in  den  Schlund  de«  Drachen,  dcf.  m* 
bei  Pikatoros,  mit  dem  Uudes  identisch  i»t.  Dor  neue  AnkJ^nmling 
wird  von  den  Schatten  befragt,  wie  die  Welt  aussehe,  ob  noch  die  Qndka 
rauschen  und  die  VCgelein  singen,  ob  noch  Angehörige  am  die  Ter- 
storbenen  trauern.  Diese  Frage,  das  Hanptthema  des  (?t'dirhl>^  wird 
nun  in  ausführlichem  Zwiegeeprftch  crTirtert.  Einen  mcrkwüHigtii  Zu^ 
bildet  die  scharfe  Polemik  gegen  die  uncrsSttlicho  Habsacht  der  UiJadA 
Doa  Gedicht  zeigt  neben  manchen  Anklängen  an  neugrieohisrhe  Ch»r«fr 
He  der  eine  unverkennbare  Verwandtschaft  mit  italionischen  PoCMW. 
namentlich  mit  Dantes  Inferno.  Doch  ist  eine  ah«ndlftndi«che  Qmlt 
nicht  nachgewiesen.  Die  Darstellung  ist  flicssend,  malcriüch  uod  Uols 
echt  poetisch;  doch  dürfte  die  Lektüre  gerade  wegen  der  urwitehai^ 
Kraft  der  Diktion  dem  Anfönger  im  Vulgärgriechischen  ungewOhnlKb» 
Schwierigkeiten  bereiten. 

1.  AnaKsboD:  Zutnt  als  venMianitwkcft  Vullubuch.  Tcnedig  15S4,  ISM  li^ 
(Exemplar  in  dor  BJbl.  Barb.  Q.  G.  0.  VI.  49),  1627.  1667.  Iä«3.  1721  ami  ilbr. - 
Bd.  F..  Lcgrnnd.  Coli,  de  mon.  9  [ISlOl  (nacli  dMi  Vraei.  Draolc«  von  16«7t  ud:  ML 
KT.  vult;.  -Z  (1K81)  94-122  (nacb  dw  Ausgabe  voa  1&84  laU  dMi  V&riatitao  d«  C«'- 
Viadolion.  244).     VgL  di«  Einleitung  S,  66  (f.  ,  | 

2.  lliirsiiiittDl;  Zu  der  ini)iBcb*<n  PnrBhoI:  K.  Kahn,  I>«>r  Uann  im  BniaaM.  V 
gniM  an  Otto  vuu  UöhUingk.  Stuttgnrt  ISif.*  K.  69-76.    —    Vgl,  dj«  liltenbir  la  |  < 

3.  Name:    Dio  Ausgubon    von  15^4  und  l.'i43   nanncn    d«ii    Autor   Mat^f^i^iit. 
von  1CR7  utiil   1721   M^niyu^i.     Wnliisc bei ii lieh  nb^r  ist  b«id««  Ealub  Bl»d  VnitT'^^ 
durch  dio  A«hnlichkeit  des  r  und  )•  verimlnBiiter  Dninkfuhlor  fllr  Mmi^vmf^t.    IW  . 
Jriif(>r«ihj{ .    .Vrtfofilie   mit   Ableitungen    wie    ttt^yafAir^   (iitaU   Mntfrafii»^) 
Uriecbonland  nicht  selten. 

848.  Qeorgios  Chumnos  (I'nä^yioe  Xoriiro^)  aus  Chnndax  in  1 
verfftSHte  wohl  am  Ende  des  15.   oder  im  Anfang  des  16.  Jahrhu 
einen  Auszug    des    altoa    Tostaments   mit    «tarkor    Betonung 

')  Km  mitt«I«lterlic1iea  Zcognta  dieaer  Anacbraung  uathtlt  i.  B.  BaWiudnaT.1 


kT'  m.  Gelegenheitsgedicht«.  D>ratellang  vermiechter  Stoffe.  (§§  347—349)     gl9 


^nliseben  Lehren.  Diout«  gegen  28ÜÖ  gci-oimtu  politisclio  Verse  unifas- 
«ende  noch  unediorto  Vorsbibel  ist  in  den  Codd.  Vindob.  theo),  gr.  24+ 
ffleesel)  fol.  2—1»  und  Marcian.  gr.  CI.  IX  17  fol.  1—70  erhalten.  Die 
'Oberrclirift  lautet  in  der  Wiener  Bandscbrift :  OaXaiöv  ita  a%lx>av 
mii^äir  n«()«  xt'potf  (p)  Vtinftylov  Xovnvav  \nv  ix  ttfi  m^tßiii^ov  %mv  viflutr 
m  ti-Jai/ttay  (bo)  h^tjttfi  ix  Tiölna^  Xttvinxnv ,  in  dw  Vonuziancr  da- 
gegen einfach:  'U  xonnoyiviflti  {ao)  Hftaßaljiivr}  TTQÖt  i'jli«  (1.  ^fia)  na^d 
iw  aifßo?  riMQyt'ov  Xav/nov.  Nach  der  ersten  TitelfasHung  kflnnte  man 
einen  /uitADinionhang  des  Werke«  mit  der  8ügoiiannt«n  Palaoa  {».  S.  398) 
Termut«n.  Von  der  Sprache  Ach  C\iumnoe,  die  den  Zeit^  und  Uviniat«- 
genossen  eine»  Stichlikia  duuUich  v«rrät,  mUgen  die  ersten  vier  Verse 
(nach  der  Venezianer  Handschrift)  eine  Vorstellung  gewähren: 

T^r  Z^gi'  401'  linövxttit  itoviir  iijV  fififi/n 

Xai  ^pnficoy  fiev  i^y  vn(i(fioV,  inv  rotV  xni  jtjf  xQtilmr  (!!), 

Wo"  (ifyijSiu   »Oii    Miaiiaij   tijy  Sfi'nc  ifiiHity, 

1.  EÜBO  Hiunrm«  ParnplirntiF  d<^9  alten  und  neuen  Tcstnmi^ntii  in  dnr  Fonn 
I  Mdoga  swiocbeii  dem  Mcnacliun.  dom  Chorus  und  llelenn  bu\valirt  dur  im  Jnbru  lOS-'i 
bn«b#ne,  effenbar  ans  v«neuatiisd]-kri-tiHcliiJii  Kreisen  stiuiiinende  Cud,  Moro.  XI  ID 
fol.  244—338*.  Das  seltHme  Mncliwcrk,  das  wie  dur  grDHaCi-  Ulirigo  Tiiil  dea  Codex  mit 
bt«ini»cli«B  Bnohstnhnn  f;ni;i;li rieben  ist,  nmfaast  nicht  weniger  ala  5136  Versu.  Der  Titel 
iMrtet;  Pkl«a  hi«  nra  Diiinlliiki  Pyma  oinorfotato  kie  polj  ofelimon  Jetns  Christ iaoiis  mmo- 
MMii  (wo)  in  modho  dhi»logi>  npu  csni  o  Gliarns  me  ton  Anthropo,  Nun  folgt  die  sxoniarli« 
Sttit:  AnlliropoH  kin  (thiiTos.  Anthronaa  idlin  ton  Gharn  kie  xipnae.  Dvi  Dialog  beginnt: 
Althmpo«:  f'toB  in  to  ulepn  kie  erghese  mnuros  si'citijnasnicuos,  R^usBiimoB  (d.  h.  noDif- 
na/iot  <=  unAbnlich)  kio  anegnoios  kie  xecucalismenos  u.  s,  w.  Wie  mch  das  ticdicht 
nr  PoiapbriuHi  dm  Cliumnus  verhait,  vermag  ich  mit  den  dUrftigen  PrubcD,  die  ieb  von 
btidca  Dotifrt  habe,  nicht  zu  lipbtimmeu. 

'2,  Iiu  C«d.  Marc.  CI.  IX  IT  slohxn  ausserdem  Wvrke  dua  Chumnoa  mehrere  durch- 
tmt  m  i>olitJ»c)i«D  Reimversun  abgvfuHte  Gedichte  und  Gebete  ccli)(iösuii  liihalta: 
Mtnt  ein  Oedichl  an  Jesus  (etwa  222  Vei^el,  dann  ein  Gebet.  TUr  welches  Papat 
JebHiaM  XXII  <191G— 1334)  einen  SOCtiigigen  Ablass  gewahrte,  daim  Gebete  tarn  lil.  Geist, 
nr  U.  Go4te«raDtl«r.  mm  hl,  Trancisrns.  vin  Gebet  des  hl.  Tlioniaa  von  Aquino  lur  hl. 
KommuMiON,  mn  Tulgfirgriochiiicher  AkaUiisloa  (beginnend  r  \ntgr  Kopiu»-«  tt/i  KVQiäf,  aiffiftii 
nf(  tiup9tniiti;i  II  .Voipt  xaitijia  ic'  ö/ioQifiäi,  /"'(«  dryiQÖy  n/v  worijc).  Verse  an  die 
U.  Uuia,  nin*i  l^f«  (I.  'Pl/ia)  nifi  roii  Saniiov  (beginnend:  TQOfiaoeai  tvv  tär  Itaytuay, 
itttr  iltgi}  gaifiag).  ein  AblnxKgnbot  des  Papstes  Sixtiis  IV  (U"l— 14^)i  eines  Eowissen 
IW*  Androa*  Skletxnti  Labgedieht  auf  die  MuttorgoUes  als  Gnadenqiiclle  (Jivai  jtgit 
•f'  lai<iSij[«f  "tjfiy  ntnoytj/tiyoi  nnpri  inf  nifi  nrdgiov  anJltif«),  endlich  Prosaunter. 
WCtBugen  Ober  den  Nutzr^n  der  Mnemosynu  und  Aehnliehes.  Aus  der  Vereinigung  der 
haphr**e  des  Oeorgici  thumnoa  mit  diesen  Hua  grieehiacb-katbolischen  (wohl  venejeia- 
■iMll«a)  Kreiften  atamneildon  Erhu  nun  gase  hriften  Iftset  sich  verniuton.  duss  Chutnnos 
talholik  »ar 

349.   Johannes  Pikatoros  ('/uKÖir/e  IJixuu'iqac)  aus  Rhothymne  auf 

Kreta  boschrieh,    wnlirscheinlich    im  Anfangt^)   des    16.  Jahrhundorta.    in 

•einer  heimutlichi-n  Mundart  das  Traunigesicht  einer  Hadesfahrt;   'Pifta 

■älfi,»T;fixfj    fii   töv    THXQIIV   xai    axä^fOTov   "MSiiV    {5C>-i   gereimte   politiHcho 

V«i«!).     Der  Dichter    wird   von   einem  schwarzen  Manne   in  den  Schlund 

«ncs  f»rch(]>aron   Drachen  geschleudert:  im  Innern  des  Untieres   ange- 

iHininen  Hiebt  er,  dnsi^  er  »ich  im  Hnde»  bcfmdet;  vor  dem  Thore  kauert 

«be  dreiköptige  Stblaugo;  Charos  reitet  auf  ihn  zu  und  fragt,  warum  er 

In  den  Hades  gefahren  sei,  ob  er  etwa  den  Weg  verfehlt  habe  und  noch 

luße,  i»  die  Wolt  xiirilcknukehren.     Der  UnglUckliche  antwortet,  er  sei 

Vdtommon.  um  den  Tliroii,  die  SchlO^ftcr,  die  Lilndor  und  die  Ucfangenen 

4m  CharoB  kennen  xa  lernen.     Charos  nimmt  ihn  auf  sein  Koa».  und  sie 


1 


lysanUDiscb«  IiU«raUirs6Bebiclit«.    HL  Tülgftrgfiooh.  Uttantiir.  1. : 


reit«n  gomvinsam  durch  die  schauerlicheti  RAutno  der  UnterwcJu  Ja 
einer  Disputation  Über  die  Ursnchcn  des  Tode:«  nnd  die  Gvhi-imiiiKso  im 
St^hiiphing  bricht  dtm  um  Schlüsse  verstJlmnicUc  Gudicht  üb.  Die  d«ih 
wllrdigß  Verquickung  des  antiken  Haiio^begriffe«  mit  dem  volksmftsaim 
Charos  und  mit  gelehrter  Theologie  macht  dieses  poetische  SeiteiwtbH 
zu  den  Dialogen  Timarion  (s.  §  1!)8)  und  Mazaris  (s.  §211)  lilr  w 
Studium  des  miugriooliiächcn  Volksglaubens  hSchst  beachti>m)Wort.  I 

Ed.  pr.  W.  Wagnrr,  Cnrniiaii  K.  224-241  (aus  Cod.  Vindobon.  ZU).  1 

851).  Itfarino  Falieri  {Maf/itvi  tl>aht'fi,i)  kiht  seinen  Namen  dij 
Versifikationen,  die  teils  im  Cod.  Ambros.  Y.  69.  sup.  (16.  Jahrb.),  tcd 
im  Cod.  Neapol.  lU.  B.  27  fol.  101  —  118,  121'— 124  und  168-173-  ad 
im  Cod.  Vallicell.  0.  -16  fol.  111-421  erhalten  sind.  1.  Das  enie,  m 
der  HandHchrift  ohne  Titel  Qberliofortc  StUck  ist  ein  an  einen  Freund  m 
richtetes  rL^ligtüso»  Mfthngudioht  (28;i  polttiücliu  Keimvurs«.-),  in  um 
chem  Betrachtungen  über  die  Vergänglichkeit  des  Irdischen,  Qbtir  die  V<n 
werflichkeit  des  weltlichen  Lebens,  über  Tod,  Snnde  und  Busse  in  bnüta 
Weise  vorgetragen  werden.  Von  den  Derbheiten,  welch©  sich  die  lehfl 
hafte  Muse  eines  Snchlikis  und  Depharanas  gest-attot,  ist  du  Qe<&dl 
vüllig  frei;  e»  ermüdet  aber  durch  die  (lache  Allgemeinheit  der  QedMM 
und  den  Mangel  eines  lokalen  oder  zeitlichen  Kolorits.  In  den  I^H 
zwei  Versen  nennt  der  Verfasser  seinen  Namen:  'Ut  üfnä  jflniäSiim 
i)  ^(fttt  für  tliaXU^ov  |  Tü^rtij  toi'  fttt/i)}  J/apfj,  loii  naXtuov  toit  jrtfMd 
3.  Eine  in  dialogische  Funn  gefassto  allegoriseho  Traumgesi-hichtu 
'latofi'u  xai  örcffo  ror  fi'yntatdtov  «p^oMos  xr^uc  (so)  Atagirov  ^altfm 
fov.  Der  Verfasser  erzählt  wie  Pihatoros  und  Bergades  ein  von  Dia 
selbst  erlebtes  Traumgespräch.  Die  Personen  des  Dialogs  aind  Faliern 
die  Moira,  I'^thula  {■Seliii.suoJit)  und  Athusa  (Uniiclmld).  NacW«! 
Falicri  mit  der  Moira  ein  liitigL<res.  ziemlich  inhaltsarmes  Zwiegespitol 
gepflogen  hat,  erscheinen  Pothula  und  Athusa.  Der  Dichter  enfl«W)iitifl 
begehrlicher  Liehe  zu  Athusa  und  bestOrmt  »ie  mit  heissen  Werbunpfl 
wobei  ihm  Pothula  getreulich  beisteht.  Athusa  weist  seine  verftllircriK» 
Worte  standhaft  zurQck.  Endlich  schwSrt  er  ihr  bei  Cliriütus  und  Kuifl 
ewige  Treue,  verlangt  aber  eine  Gegenleistung.  Nun  gesteht  wo  iliw  '••'• 
Liebe;  er  fordert  einen  Kuss;  mitten  in  seinem  GlQck  aber  weckt  iha  J<j 
Biss  eines  Flohs  ans  dem  Traume.  Mit  diesem  grotesken  Motiv  td^H 
der  Dialog.  Auch  dieses  sonst  zienilieh  trockene  Mnralgedicht,  ein  Ip^ 
Nachzügler  der  allcgoHscheu  Dialoge  df^s  Tzutzcs,  liaplucheir,  PhiUv 
erhebt  sich  an  einer  Stulle,  in  der  Schilderung  der  Liobosworbang  w 
Falieri,  unter  dem  Einfluss  volkspoetiscber  Anregungen  zu  namtd 
Empfindung  und  lebensvoller  Darstellung.  3.  Das  dritte  8tQck  ist  oM 
dem  zweiten  inhaltlich  eng  verwandt;  es  ist  ebenfalls  eine  Traumlicbe« 
geschichto,  die  i«  der  liaudachrift  ohne  Titel  öberliofert  ist.  Der  DickMd 
sieht  im  Schlafe  eine  Frauengestalt  und  einen  mit  Pfeil  nnd  Bogen  u*! 
gerüsteten  Eros,  der  ihm  mitteilt,  dass  er  von  der  Moira  ftlr  die  Du4 
bctttimmt  sei.  Schon  will  der  Dichter  die  ihm  zugedacht«  Holde  ki)»eiia 
da  klopft  die  Moira  an  die  Thüre;  der  Dichter  läuft  ,im  Uemd',  ihr«] 
{lITiien,  und  bietet  ihr  einen  Stuhl  an.   Plötzlich  aber  krlht  derllabu;  dtf| 


■.  M^wibvltacfidlcbt«.  D«Taielltmg  v«TinIaobt«r  Stoff«.  ($9350~8;}2)    »'>{ 


Tranni  verfliegt  and  mit  ihm  Moira.  Eros  und  die  Braut.  Don  Sehlusa 
ihjldet  ein«  ziemlich  unvermittelte  Mahnung  an  die  .lUngHnge,  den  i'urcht>- 
DWen  KiSnig  Krox  zu  ohren.  Eine  in  die  ErzÜhhing  cingeRChalteto  Kr- 
flrtorung  aber  die  Erotokratia  herllhrt  sich  vielfach  mit  der  üeschichto 
▼om  Krotokustro  (Chatcftu  d'amour)  in  Bulthandro»!  und  Cliry&antza. 
Di«  hier  wie  dort  sich  lebhaft  aufdrungt-iidu  Frage,  ob  der  Vorsteliungs- 
k»is  der  Liebesburg,  des  Ero§  u.  a.  w.  direkt  ans  dem  Altgrierliischen  stamme, 
«der  ob  Amor  nach  all  seinen  Wandlungen  von  Vergil  bis  Petrarca  von 
ttsliscbem  Boden  nach  (Griechenland  xurDek gekehrt  sei.  musa  gegenwärtig 
■och  als  eine  offene  betrachtet  worden.  Wenn  autih  der  BegrilT  Eros  in 
der  byzantinischen  und  neugriechischen  Volksjioesie  nicht  gan^:  unbekannt 
■IkL  »0  besitzt  er  in  keinem  Fall«  auch  nur  annähernd  die  Popularit&t  dos 

r8,  der  Moiren  und  anderer  mythologischer  Figuren. 
Über  die  Person  de»  Verfa«Ker»  i»t  nichtu  bekannt;  violleicht  ist 
der  berOhmte  venezianische  Maine  nur  Ausbängeschild  eines  Anonymus. 
Jedenfalls  aber  gehßren  alle  drei  Gedichte  demselben  Autor;  das  beweist 
nkht  nur  die  Unterschrift  des  ersten  und  die  Überschrift  des  zweiton 
Stückes,  soudeni  auch  die  unverkennbai-c  Ähnlichkeit  der  Auffo-säung  und 
Darstellung,  die  sich  bis  auf  dio  Wiederholung  einzelner  Wendungen  (z.  B. 
■jitmiwat^  ftov  tai^i)  erstreckt.  Mc  Sprache  der  Wcrkchen  ist  das 
niDstc  Volksgriechiscb,  das  man  sich  denken  kann;  zu  einer  dialektischen 
Bestimmung  fehlt  ein  sicherer  Anhalt;  doch  scheinen  Safiäx»  und  iovftüxi 
(Cfld.  Anibros.  Y.  89.  mip.  fol.  96'' ;  99)  auf  Kreta  hinzuwcisun.  Diu  Über- 
lieferung zeigt  dieselbe  Verwahrlosung  der  Orthographie,  welche  die 
nriäten  Handschriften  und  auch  die  Venezianer  Drucke  der  griechischen 
Vülkfibflcher    des    16.  Jahrhunderts    ftlr  den  Anfanger   fast  nnzugünglich 


r' 


I.  AaNK"'i«D:  ['robeti  der  twei  ertton  SlQckc  od.  E.  LegranJ,  DiH.  gr.  vulg,  2 
'ftn)|)  Kialoitung  S.  62  ff.  Kdr  die  van  mir  mitgeloilte  Aniürsu  ihres  EnlinlU  linbc  ich 
die    Mailftador    Ünndichrift   selbst   duicli^Knrboitot.  Des   dntto   fiudicht    ed.   Alis   dem 

lU.  Kvapo).  Joho  Scliniitt.  nmi;fin  itvininto  tov  Maplrav  *nln'y^,  JtXiior  4  (IS93) 
.91-308  (mit  d<Mn  im  Cod.  Ambro»,  foblciidcn  Jücblun  jvs  iwvilun  U «die litten).  —  Noch 
■■b«*iAUI  iat  d«i  oben  urwiLhotc  Cod.  Vullicull-,  der  Ana  ersta  Gedicht  unter  dorn 
tluiipa  tnv  irftnatiiiov  «pj'oi-loc  /jiot^  fiH(^l  qraÜi^fiai'  unthält, 
S.  In  d«m  oben  »rwAhnUn  Cod.  Neiipul.  III.  B.  2T  rui.  118—131  und  121*  akhen 
•ebr  nnbfhuifcn«.  nur  aia  äpracbdunkiulllur  beai;lLti-nHW«<rlu  LicbvHgi-dichtc. 

3&1.  Anf  Vesedigt  £>';  Bivttfav  (84  reimlose  politisclio  Verse).    Der 

dieses  Lohgesanges  auf  diu  Lagunenstadt  ist  ein  völlig  unge- 

jUdoter  Hensch.   der  in   naiver  Weise  sein  Erstaunen   Dber  die  Wasser- 

^Kuwon,  die  Marcuskirche    und  den  Dogenpalast   in  verständliche  Worte 

Wkleidon  trnclit;   dabei   verrät  er  aber  eine  Unheholfenheit,  die  in  der 

OcMhichU!  de»  vulgärgriccbiscben  Stils  fast  einzig  dasteht. 

>      Kd.  IT.  B<i«  Cod    Vindobon.  244  W.  Wngn«r,  Cnrminn  S.  221- 228.  -    Da»  Uodicbt 
iinl  iDcli  im  Cod.  3h  di>H  niton  Snmils  lu  stehen,  dor  nncJi  Fr.  UIhhh,  Uemiea  23 
1'^,  Zi»/ai   ^siiH  (ro)  r>j{  Btrctivi  entblllt, 

Vä'Z.  Markos  Depharanas  {Mä^xog  .-fKfciQävKi)  aus  Zanto  scliriob 
Anfang  des  16.  Jalirhundorts  zwei  Uedichte,  die  sich  an  Derbheit 
Auffassung  und  dw  Ausdruckes  am  heetcn  mit  den  Werken  des  Sach- 
in vcrgleichon  laeeen.  1.  Lehrgedicht  oinoe  Vaters  an  seinen  Sohn, 


erhalten  iif. 

1.  ÄasgaLrn:  A.  Das  Lehrgedicht  ist  nur  in  emem  wegen 
koTKkthcit  (asl  unl«Hbiirvn  Venexianer  Druck  äa^  Jithres  1543  orbi!  _ 
bis   jctst   2   Kxomplnri)   bekannt   gowor<l«n   Kind.     It^Ii   hnb*   ror  rähui  J 
An»Ki>t">   d(w   «prnchgfurhiclitlich    nnd   kultarhiatorinch   ititrmniantrn  Wi 
tar  dio  xich  lojdcr  noob  kern   Vorlcgrr  gfifiuic!«n  hat  ] 

B.  Ueioliichto  der  Suannna:  Zuorat  Venedig  16S9.  16T]  unJi 
Logrftnd,  Bibl.  gr.  vuly;.  I  200—2^2.  -  Dan  orvrttluit« Smumuo^vdii'lit  d« 
ed.  t.  Leuraiid,  Bibt.  gt.  vulg.  II  48  ff.     V«].  »e^iDO  Eiiileilung  S.  2ä  S, 

2.  Uiirsinitlcl:  Uebor  <laa  Turlialluia  zu  SAcblikn  vgl.  8.  D.j 
St«pbanoa  Sadilikis.  Odessa  1S96  S.  227-234.  —  Die  Venttutnng  v4 
Itibltugr,  hell.  1  i\9Bf<)  2S9,  dan  dem  Deftbanaa»  auch  die  geroimi»  Bei 
81'bichte  Atexandere  des  Qioseon  gahCre,  ist  nioltt  elichhaltiK.  Vgl.  PaptJ 
S.  230  f.  1 

333.  Leonardos  Phortioa  (^tovän^oe  tfio'pnoc)  verfassl 
de«  16.  JalirliuniioiU  ein  Gedicht  (Ibcr  das  Militärwes 
i(Mifx^$  Ttgayfiatn'ag  (912  goi-tiimte  trocliKischo  Actit«ilb«r). 
der  »ioli   auf  döiri   Titel   'PiufiaTog   uud  xü/ii,^  naXattvog   n 
Person   nach   unbekannt.      Die   Sprache   aotnes    Werkes   er 
ßtai'ke  Mi.ii-hung  einereeitä  mit  Wertem  der  KiinRtgrfb.itJlt, 
italioniachöii  Ausdrücken  ein  merkwürdig  bunte»  Kolorit. 

Kd.  pr.  Venutlig  )&31.  —  OrLliographisDli  vorbaw«rlor  Neudruck  y\ 
Coli,  du  inon.  vd  17.  Pari»  1871.  | 

854.  Das  Opfer  ÄbralmniB,  'H  ttvaia  toS  Uß^aäfti 
MyBturionMpiul  {11.54  politincho  Koimverse).  Itoligiösc  Dia| 
liehe  Aufnihrungen  sind  aus  der  iUteren  byzantinischen  Zei 
gewiesen  (h.  §  2Gtt);  doch  scheint  das  Opfer  Abrahams  l 
italienische  Quelle  als  auf  ein  byzantinische«  Original  hin 
inis  erhaltene  Text,  der  von  «incm  gowandten  Stiliaton  i 
joduufallH  nicht  Qber  das  16.  Jahrhundert  hinaufgerüdli 

I.  l<;d.  pr.  iat  wnhrscbeblioh  der  Venezianer  Druck  von  IMM.  KrJ 
Vtai^dig  Iß68.  letM,  1T09  und  ttftor.  -  Neudnirk  nach  dor  Auaeabe  i 
Legrand,  Bibl.  gr^ vulg.  1226—268.   —  Nut  unnrKonllJr.ho  Varianten  U 


Uhr-  a.  ael»K«iiheitsgfldichte.  DarBtellnng  Termütchter  Stoffa.  ($§3&3~355)     g23 


356.  Theologetos  Moscholeos  (QioiÖY'.'^o?  MoaxuXiog)  aus  Kreta 
ihmti  im  Aufangu  Avv,  17.  JalirliundortH  «in  Leboii  de»  hl.  Nikolao« 
h'of  rot*'  äyiot'  xai  /uyiii.ini  NixnXnov)  in  268  politischen  Rmmvcrscn. 
■s  Werk  ist  wahrscheinlich  wie  die  Suxanna  dt-^  Depharanaa  nur 
oarboitimg  einer  älteren  Dichtung  über  dasnelbe  Thema,  daa  auch  in  der 
Itcioischon  i'acsio  di^s  Mittelalters  eine  ei'hobticho  Kollo  spielt. 

1.  Bd.  pr.  Vonnilii!  1026.  -  Neudruck  von  E.  Legrund,  Bibl.  t-r,  vulg.  I  S21  -329, 

t.  In  (Ina  IT.  Jkbrh.  gebOrt  wohl  auch  Jur  scinor  Petson  nach  unlickunntc  l.oondrdo* 
tlla  Port«  (.l(ofnp<fo(  Jikiimötiia,  nudi  Ttiit/invQiiij.  von  ilt»m  der  Cod.  Atlioun  IITJ, 
IT,  m«lirorv  volksapriicblicliu  Krljaiiuiijtsgodichle  in  puliliHchon  Vorson  cntliätt.   NUliMca 
(  8p.  P.  Lkiapros,  CM«logua  of  tli»  grt^ek  mat  Dil   Mouut  Atlioä  I  <18I>5|  107. 

8.  Ein  Anonyme«  Oediclit  fllier  Scliick«»!  uijd  Tod  (108  |ioIiti§cb«  Vurs»),  dns 
i*  ier  Apokopos  (s.  S  •^^)  ■>><(  <l«r  Schilderung  d«r  Nacl)tnihc  anhobt,  bowahrt  der  Cod. 
ttsas  3293  «.  17  fo!,  32U— 328.  Beginn:  'ArayrrnSi,  cJ  ävSgmnt.  Kuiühißt  rar  Tjioiior.W 
ir  g^yor  II  tat  lAv  tQojfär,  tir  triaroi-  iroojuot'  laüiov.  \i  'Hf  ätiö  xänav  rvmaia  xi 
■»•f  fit  nrpr/i'a^.  II  "Fjioi-finrfia  '(  tiji'  ulirtir  ftov.  öllyw  ixMaijSij. 

4.  (^nigo  tDÜH  norli  spHtmittelollerlicho,  loila  aus  dorn  15.--18.  Jfthrh.  Nlammondo, 
cwt  4iJakb>cUe  und  rcligiBse  Dicbtiuif.-eD  ed.  M.  I.  GedcoD,  üupt^ffvöc  1  (l)jT7)  521> 
■  WI7;  746--7ÖÖ;  daiu  bioijniphUiihc  Notixun  8.  856-HÜ9, 

'  h.  Eia  vulgUrKriocbiscbcs  Wcibcrinb  in  pütitiBuhon  Vfintoii  tiluhl  nuch  tmudicrt  im 
riNt  4  d«r  ««ni)(  bekiiQnttrn  Sumialuug  Krttuhiachcr  Hb8  d(<8  Call«|cii>  Greuo  in  Buni 
A  272}.     Dm  Til«l  Uut«t:  XivitUt  tvytrtxmr  yin-nmür  rnit  ligg^yiuf. 


2.  Sagenhafte  und  historische  Dichtungen  auf  nationaler] 

Grundlage. 

35f>.   Allgemeine  ErkLänmg.     Wio   Im    Abondlandc  w>  ont 
auch  bei   ävu   Byzantinern    während   de»  MittelaUcrx  vpittchu  Voih 
tungeii.  in  welchen  die  Thaten  horühniter  Helden,   wichtige  Episoden 
lieimatlichen   Oeflchiclile   und    häufig   n-iederkehrende ,    durch    die   Kolli 
vorhilltjiisite  des  Lande«  bedingte  Fainilienereignisso  in  heroischen 
elegischen  Tünen    besungen    werden.      Üie  epische  Orundforni  die 
Werke  ist  meistens  mit  dramatischen  Elementen  versetzt;  der  Gangi 
Krzilhlung  wird  durch  kürzere  und  längere  Dialoge  unterbrochen,  in  w« 
die   handelnden  Personen  ihre  QcfUhle,  ihre  Entachlttsse.    ihre  Eric 
vortragen.    Es  ist  dioselbo  dramntischü  Beweglichkeit,  deren  ältetttor 
bester  Vertreter  Homer  seibat  ist  und  deren  Spuren  sieh  im  griechis 
Volke  trotz  des  vUlligon  Unterganges  der  kunstmässigen  Dramatil 
niemals  verloren  haben.    Diese  byzanÜniitchen  chansona  de  geste, 
alter  Wuise  von  wnndonidmi  Khapsodcn  gesungen,  verlieren  ihren  lo 
Charakter  und  werden  zut»  Gemeingut  der  Nation;  nach  und  noch 
man  sie  aufr-uzeicbnen;  verschiedene  SUlcke  werden  zu  einem  Gamm 
bunden.     Leider  wird  hiebe!  die  Frische  de«  urttprllnglichen  Kekxila 
trllht,  der  echte  Bestand   durch  Intcrpolntionen   erweitert  und  aeihst  ■ 
sprachliche  Form  von  den  Hegeln  der  Schule  und  von  der  kuDstmfi 
Litteralur  über  Gebühr  beeiiiflusst.   Fast  alle  Handschriften  mittelgrio 
scher  Volkspoesie  zeigen  die  Spuren  solcher  Umarbeitungen. 

Die  Entstellungszeit  der  nationalen  Gedichte   ist   wahraclieii 
gleich  der  Lebensdauer  des  liyKOntinischen  Volkes,  die  Orte,  wosieijiie 
und  wo  sie  verbreitet  worden,  sind  so  weit  zerstreut  als  die  Grenzen 
ostritmischen  Reiches,  die  Anlässe  so  mannigfaltig  als  die  Geschichte  i 
grossen  Organismus.   Mit  ihrer  Überlieferung  ist  es  leider  scbUmm 
stellt:  einerseits  sind  die  wenigen  handschriftlich  erhaltenen  Stücke, 
bemerkt,   stark  überarbeitet,   anderorieitn  haben   die  endlosen  Dran 
wt'lche  der  griccliischsprecheude  Orient    namentlich  seit  dem  13.  Jl 
hundert  zu  erdulden  hatte,   und  zuletzt  die  blutige  Unterjochung 
eine  in  Sprache,  Sitte  und  Religion  gm  nd  verschiedene   Nation  mit 
poetischen  Vulksstimmen  des  griechisoben  Mittelalters  furchtbar  aufgor 
Nur  der  einsichtigsten  Prüfung  der  litternrischen  ülRirrestc  und  der  F« 


*m^T' 


B.li&WriiBoIieDiditiinKen  nnTiiw 


er  Grundlage.  (§§356-357)     825 


Brkiiiigen  deü  ii3i(1«lalt«rtichen  Dichtens  bei  den  heutigen  Griechen  wie 
wi  den  Völkern,  rfie  byzantinische  Einflilaso  erfahren  haben,  wird  es  ge- 
lingen kOnnoit,  von  dum  Buxtando  und  dem  Wesen  der  byzanliniscbun 
Volk.<<pneeie  eine  genügende  Voretellung  zu  gewinnen. 

Wie  man  die  mittelaltprliphen  l'oesieii  de«  Abendlandes  nach  Sagen- 
kreisen geordnet  hat,  »o  liisi^on  sich  auch  in  Avr  populären  Dichtung  der 
Byzantiner  und  ihrer  Nachkommen  wenigstens  einige  Hauptgruppen  er- 
kennen.    Am  deuHichBt«n  tritt  diese  ThalAachc  in  der  neueren  Volksdich- 
tung hervor,  die  mit  der  by7.antiniKchon  in  Form  nnd  Oehalt  enge  ver- 
wandt ist.     Hier  findet  man  einen  Zyklus  von  Liodora.  die  eich  auf  den 
Fall  von  Konstantinopel  und  den  Tod  des  letzten  oHtrömischen  Kaisers 
beliehen:  eine  andere  Gruppe  hetrilft  die  Eroberung  von  Trapczunt; 
eine  dritte  den  geboimnisvoUen  Bau  der  Brücke  von  Arta.     Weit  ver- 
brciU-t  ist  ei»  Liederkrois,  der  die  Einnahme  des  .Sclilossos  der  schönen 
Frau"  erzählt,  eine  Sage,  unter  der  sich  zweifellos  ein  historischer  Kern  ver- 
birgt.    Kine  tragische  Episode   ans  dem  Lehen  Peters  I  von  Lusignan 
J»t  in  Cypern  die  nocli  heute  im  Volksmnndo  lebenden  Lieder  vom  Tode 
Br  Arodaphnusa  hcrvoi^erufon.   In  zahllosen  Liedern  wird  die  Wieder- 
'trkennung  lange  getrennter  Ehegatten  geschildert,  auch  die  Heimkehr 
lies  Hannes  zu  der  Stunde,  da  sich  die  Frau  eben  wieder  verheiraten 
ML     An  der  Spitze  all  dieser  Liederkreise  steht  durch  sein  hohes  Alter, 
»ine  ungownhidiche  Verbroitiiiig  und  seine  hor\orragende  kulturhistorische 
Wichtigkeit  der  Akritcnzyklus.    Im  folgenden  werden  ausser  den  eigent/- 
Edien  Volksepen  auch  die  bistorischen  und  ebronikenartigen  Dichtungen 

KCeRthrt. 
1.  Auigalieii!  Kinn  liejho  klniji«rer  hielorificher  Lieder  cd.  R.  Lcgrnnd,  Coli,  de 
,  K.  8.  I  (1873)  74-9»;  1S2  197  (Tod  des  Kuiscra  Küti-ituiitinos  DruiiiweB.  Eimifthmo 
Tispauuil,  RiDiiBbro«  ron  I*nliiu»kniitro,  Ktiinohinc  vun  Kordyle,  AkriU'nxykliui  u.  >.  w.). 
—  Yiilli  »4<wliifti .  danoii  niiltululltrliclic.'  Slotfo  zu  ürundo  Ijhkdu.  ^^Ia  die  Liudur  vom  Andru- 
BikiiH.  vom  ThMphvIaklu».  vum  Digonis.  von  doL  drei  Urlldern  Diflphyliikto<i,  .Miuiitriii  tiiid 
Kuolis  «rd.  A.  A.  bakellarioa.  Tii  KvitQimnl,  töfiot  ß',  Atbeo  1801  S.  9  IT.  -^  Dazu  die 
Utiantur  in,  lion  fulg«iidoD  ^. 

2.  HilffiRiillel:  Ch,  Gidol,  La  Cbitnson  d'Arodajihnnfln,  Nouvo1l«s  ^lud»s  sur  la 
litt.  p.  mod-,  Pnris  1878  8.  4-i.%-475,  -  Zur  Chnrnktorislik  dor  miltelBnechiscIien  Volks- 
•fto:  8p.  I.nmbroB,  Call,  da  rom.  t;r.  Inlnidiii-iion  ti.  '  ff.  —  (i.  Dcatiinis,  Unter- 
Mcbongna  Ubnr  di»  fricchinclion  tI(>ld(iiiBnEf>n  dor  mittfilBltorliclien  Periode.  Vereucli  c'itier 
UbctiMtuiiMlcn  and  rrkUrnndnn  Knmmlimt:.  I'ntcriibiirg  1883  (niss.)  (mir  nur  aaa  der  Bc- 
biiDg  im  Joutn.  Min.  1KH<  Hd  2a*  Juli  S,  142  -HA  bekannt).  —  U eher  neu griodiiaeho 
ilied«r.  tB  wtlclioii  das  Andenken  nn  Kniurr  Nikoiihoroa  Pbokaa  ToiÜebeD  soll,  vgl, 
Bjr  rk  u .  Die  bjiAntJiusoba  Enkblung  vun  der  Knnordung  des  Kuispr»  Kik«phoros  Pliolüs 
b  riner  oltm  bnlgariaohen  Version.  PeluniburL-  1^3  (ruM.f  (mir  UDIugftofltioh).  — 
TtlMr  die  ««ite  Verhrvihinu  des  Li«dvrkri-tiii>H  von  dur  Artabrtlrk«  bei  den  Oriocnen,  Aro- 
UsNi  (Ktitji/ivlAL-hcn I,  Albuneeen,  Bulearcii.  Serben  u.  b.  w.  bnndelt  Kurt  SchJAdobach. 
K*  araiiuni»rli«  DnJIado  von  der  Artttbrilcke.  Kreier  Jahrenbriricbt  dM  Itistitul«  fUr  rumA- 
^racbo  w  l<riianK,  heraiistceg.  von  Oiist,  Weinond,  Ldifixig  1894  S,  71)  I'il.  — 
'^~"  'iwrfaSmdtoB  sind  natürlich  nuch  allo  Ssmmlungon  nougripchiMlier  Volkulioder 

S67.  Der  Belisarroman.   Kein  griechischer  Feldherr  nach  Alexander 

an  war  mehr  geeignet  eine   vnlkstllmliche   Person  rii  werden 

ir.     Wie  er  durch  einen  kühnen  Hnnd.'itreich  den  blutigen  Auf- 

nd  der  Parteien  erstickte,  wie  er  im  raschen  Sturmlauf  das  Vandaten- 

lertrilmmert«,  wie  er  Sizilien  und  Italien  eroberte,  wie  er  den  ge- 


826    Bruatiniiche  LitUrfttargMcluclit«.    HL  Volgtrgrieab.  UtUntor.  L  PmiIi.| 


fUrchteU)»  Poi'^orkOnig  Uborv.'äl(igte  und  wie  or  zuIdIzI  den  y«rleumdaiigcd 
dor  IlJ^flingo  unterlag  aaA  bei  .histiman  in  Ungnade  fiel,  all  Am  tam^A 
fach  dou  Züitgi^nusiK'ii  gewAltig  in»  Oedächtni»  prftgen  un()  bei  den  XacH 
kommen  in  auBächmUckendoi-  und  Uborti'eib«nder  Ki-KÜhlung  fortleben.  DodI 
konnte  Belinttrs  (ieHchichte  nicht  invhi'  wie  die  der  homerischen  Heiden  tun 
Alexander»  zum  Gemeingut  des  ganzen  Mittelalters  werden.  Ala  am 
anfing,  den  Reli»ar  als  nationalen  Helden  zu  feiern,  hatte  sieh  die  grili 
chi»cliß  OHtwelt  vom  löwanischen  und  gennanlschon  Wi-«ten  in  S[>nidM| 
Sitte  und  Lebemiarl  schon  weit  abgesondert;  so  blieb  diwera  Stoffe  Sm 
Latinisierung  und  damit  die  Verpflanzung  auf  den  abendlltotUoiAlM 
Kulturboden  vertagt.  Um  welche  Zeit  sich  die  volksniä»»^«  Sage  M 
Ueldengfistalt  des  oströnii>«chen  Heerführers  bemächtigte,  ist  nicht  bekanofl 
Diu  Erzählung,  daits  Belisor  von  Jiit«tinian  geblendet  worden  sui  und  (Unfl 
sein  Brot  gebettelt  habe,  findet  sieh  zuf^rst  in  dun  IlätQia  tr'c  ^ttatM,-,« 
welche  gegen  das  Ende  des  10.  Jahrhunderts  verfatsit  wurde»,  dann  od 
einer  Modifikation  bei  Tsctzcs,')  der  jedoch  ausdrflcklich  bemerkt,  iim 
.andere  Chronisten'  von  der  Blendung  des  Belisar  nicbtä  wissen.  DM| 
rms  erhaltenen  BeliBargeschichten  gehSreu  jedenfaltti  erst  dem  lä.  lod 
16.  Jahrhundert  an,  und  auch  ihre  Vorlage  kann  nioht  vor  der  i^alfe»^ 
logenzeit  ent.3tanden  sein;  das  beweisen  die  V.  29G  ff.  der  Mt«ston  VerMH 
angeführten  Namen  byzantinischer  Edellonte,  die  ganz  ähnlich  in  da 
iEweiten  und  dritten  Version  wiederkehi'en,  und  die  ebenfalls  ollen  dnu 
gemeimiame  moraliache  Schlussbetrscbtung  über  die  verderblichofli 
Wirkungen  dur  unter  den  Hhnmäeni  herrschenden  Zwtetracltt,  welch«  defll 
ungc-stUmen  Volke  der  Türken  zu  gute  komme.  Immerhin  bleibt  divAM 
nähme  offen,  dass  ns  ältere  Formen  der  Bolisargoscbiclito  gegeben  hbtJ 
die  dann  durch  die  uns  erhaltenen  Neubearbeitungen  völlig  tiberdodct  an 
verdrängt  worden  wären.  I 

Das  abwechselnde  Obsiegen  und  Unterliegen  des  vorleumderiNclKOl 
Neides  der  Höflinge,  die  Undankbarkeit  und  spätere  Reue  des  Kaim^ 
der  jähe  Sturz  menschlichen  Glücken  waren  ufTenbar  hüclist  ivgitU^  . 
Motive,  die  von  einem  geschickten  Dai-steller,  wie  der  einst  so  boliillli 
Koman  Marniontels')  beweist,  zu  einem  wirksamen  Ganzen  verarböllfl 
Werden  konnten.  In  der  vulgärgriochischon  ErzShIung  .'<)nd  die  Vertnlfl 
des  Stoffes  nicht  genugsam  ausgebeutet.  Es  folge  eine  Skizze  des  Inbaltd 
der  ältesten  Version:  Die  Höflinge  verleumden  den  tapferen  Belisar.  8ri 
wird  drei  Jalir«  in  einen  dunklen  Turm  gesperrt,  um  diese  2«t  rüstdl 
der  Kaiser  ein«  Flotte  gegen  einen  fernen  Feind.  Die  (irosacn  des  H»itii*l 
streiten  sich  um  den  Oberbefehl,  dos  Volk  aber  rottet  »ich  KDsamiDOD  DoJl 
verlangt,  dass  Beliaar  ztim  Heerfllhrer  gewiblt  werde.  Der  Kaiser  g^J 
horcht     Beliear  segelt  gegen  England  {'Eyrit/i^px),  Ifteei  die  Schiffe  hiideBi 


')  GooTRioB  KodinoB.  Do  SiKiiis,  ed. 
Bonn.  S.  29.     Vgl.  S.  <23  uiibmo»  Abrissw. 

'1  ailiadon  IK  S99  ff.  WeniKw  kn- 
Ittch  bU  TjietJoB  hilt  Lord  Muhon  in 
WinMii  w<iiti.cliWMfig«ii  Baelio;  The  lifu  of 
llnliurius,  l^ndnii  182»,  di*  ßlftiitunft  und 
Um  BetU«rtum  d««  B«liMr  fDr  hi«t«riMlie 


Wahrheit 

')  Aar  Mnrmontvis  BtliMi».  ^'  , 
■oinnin    KrachcTUnn  (17CT>  iu  grfti  w1 
■ohon   «rrogtc.   botaht   die   apiUn  Vn**1 
tung   dpa   Stoffcti   durch    DmuUb«  (t'' 
Sthonk),  Komponislon  {t>oniMlli),  H«l(t|w 
vidi  und  tiildbiiuer. 


Bobalts  nad  UaUirisclie  Dicbtnogea  anf  nationaler  Gtimdlaga.  (§  358)     g27 


Bot  verbrennen,  erobert  das  Knstron  %*on  England,  uiioDit  <]on  König  ge- 

^■gOD  und   kehrt  mit  Bout«  beladen  nach  Kongtantinopel  zurUck.     Von 

HpKin  beschuldigen  ihn  seine  Feinde  de»  Hochverrate.    Der  Kaieier  glaubt 

Ibnen  und  lässt  Bt'Iisar  blenden.   Bald  kommt  das  Koich  dui-ch  dio  Poreor 

und    ^razenen  in   groi^sc  Gefahr.     Da  gibt  d«r  Kaiser  dem  Solino  dos 

j£eU«ar.  AlpxiK,  don  Oberbefehl,  und  dieser  überwindet  die  Feinde. 

^ft      Bit«  jetzt  sind  drei  Versionen  dieser  Geschichte  bekannt  geworden: 

^■t  Älteste  (5&G  reimlose  politische  Fünfzehusilber)  steht  im  Cod.  Vindnb. 

PBSit  244;  dio  zweite  (840   mit  Ausnahme   der  Schlusspartic  reimlose 

Fätifzehnsilber)   stammt   von   dem   rhodiechen  Dichter   Emmanuel  Geor- 

gillas  (s.  g  :166);  die  dritte  (997  gereimte  Fünfzehnsilber)  Hberliefem 

mehrere  Venezianer  Drucke  und  eine  im  Busitzo  von  E.  Logrand  befind- 

'  liehe   Handschrift.     Alle   dre-i   Bearbeitungen   stimmen   im  Gange   der  lir- 

I  tfUung   und   in   der   gesamten  Auffassung   überein    und   hängen   offenbar 

iMiiealogisch  aufs  engste  zusammen,   obschon  eine  genauore  Bestimmung 

■ftrw  gegenseitigen  Verhältnisses  noch  fehlt, 

Wft         1.  AiiBgiiboD:  Dio   alloiito  Vi>niiun  od.  W.  Wagner.   Progr,  Hamburg  1873.  ~ 

Ph»  dM  GoorgillAa  od.  Allen  Giles,  Oxford  1843  (foet  unKuj^Hiiglich,  weil  nur  in  60  l!;xeni- 

'  ftann  ibgeiogen).    Dnnn  W,  Wagner,  Modieval  «r,  texU  S.  110-141),    -  Dio  gorcimtn 

Vnxioti  erschien  «U  vcneiiftnischnB  Volkshiirli.   Veneiliit  I-i2fi  |V),  IMfi,  1554,  1562,  1577 

(«IB  Kxrmplar  dieser  Ausgnbo  befindet  sicli,  naoli  einer  fronndlichen  Mitteilung  des  Hoim 

Dr.  J.  SecM,  ia  Breilau)   und  wohl  aftcr.     ^.  F.,  Legrnnd.    Ilibliogr.  hell.  1  (läH&]  281; 

2H:  2  (18S&)  190.  —  SummolnUNgnbo  der  drd  Versionen   von  W.  Wagnor,   CuTnioit 

,804-378. 

Als  «rate  Ausgabe  der  goroimten  Version  bezeichnet  E,  Legrnnd,  Biblio^r,  hell.  1 

S)  281.  den  Venezianer  Druck  von   1Ö4S,  von  dorn  dio  MUnohoner  SUatubibliotliek  da» 

a»  bekannte  Exerugilar  |A.  gr.  b.  47.  4°)  hesiUl.    Ks  tnuss  aber  «iue  VeaeKianer  AuBjjabo 

tili  «xialieien  oder  exiatiert  babun.  Denn  der  bisher  nicht  benehteto  Cod.  Mntin,  1)1, 

>M  WttklH  die  gereiml«  Veraion  mit  einer  iiietriBebea  äubekription,  welche  beengt,  dnm 

Baeb  im  Januar  152-^  au  Venedig   in   die  Druckerei   ge|<eben    wurde.      Üb  der  Codex 

I  AlMcbrift  4nMa  Druckes  oder  das  Exemplar  der  Druckerei  selbst  darstellt,  konnte 

.  nicht  fMM*llen. 

2.  Ililramittel:  Zur  Reliwirsago  vgl    0,  Finloy.  A  historj^  of  Greeco  vnt.  1   (Ok- 
1877)  429—431.  —  Weitere  Beweise  der  Popiilaritfll  der  Iragiachen  Figur  des  Bolisar 

der   RfiBIereD   brunntinisrlinn  Zeit   sind    die   nepnrnln   Unherliefenin^    des  von  Frnkop, 

MC.  4  (=    III  33.   13  fr,  ed.  Itenn,)  niit^eteillcn  Briefes  der  Thnedora  nn  ßvlisar, 

c  B,  in  dea  Oudd.  i'ari«.  gr.  .1023   Fol.  24  und   ßodl.  Cnnon.  41  fol.  137'  steht. 

dMT  Vert*  des  Tielies  über  ihn.  wie  sie  n,  B.  in  den  Codd.  Paris,  gr.  3025  s.  16 

19  und  Alhdua  3881  a.  16  Fol.  lä»  vorliegt. 

3,  r«bsr)iererun)c:  Eine  schleehlo  Rcxensiun  der  Utoslen  Version  (Wugner, 
nioa  S.  804-321)  eutbalt  der  Cud,  Nenpol.  III.  K.  27  ful.  5»'-74'.  Der  lfearbeit«r 
dem  Text  nach  der  NoriDHlgraiiiniatik  verbetwert,  ohne  lu  benclitun,  dass  er  dabei 
Vmm  niininrio. 

368.    Baailios  Digenia  Akritas  (ßaaiXtioc  Jtytvifi  Uxulrac)  ist  der 

»Id  einer  nach  ihm  benannten  volk»miisKigon  Dichtung,  welche  als  das 

ihre  Is'alionalepos  der  Byzantiner  bezeichnet  werden  kann.    Den  Namen 

ägonis,  der  .Zwiegeborene'  erhielt  er,  weil  sein  Vater  ein  Ueidu,  seine 

eine  Griechin  war:  so  nennt  auch  l'achymeres  fl  SO'J,  U  ed.  Boim.) 

Gaamulen.  d.  h.  die  Kinder  einer  griechitfchon  Mutter  und  eines  latei- 

en    Vaters,  ätftvfTi.     Akritas  (tix^Uaq  oder  äx^lxtfi  von  «xp«  die 

o)  ist  der  byzantiniHcho  Ausdruck  für  die  Verteidiger  der  iiu8«erston 

Bn   de*  Reiches.     Die  Akriten  Kenossen  eine  vom  Hofe  halb  unab- 

Rgige  Stellung,   welche  von  Sathas  treffend  mit  der  dnea  Markgrafen 

rghchen  worden  ißt   Vornehmlich  entfalteten  sie  ihi-o  Tbfitigkeit  an  den 


828    ByuntinMclie  Utt«nitaTg«Hducht«    IQ.  TnlgKr^rieeb.  LitUratnr.  1.  Fmii." 

weit  vorgosciiobenen  Süd-  und  Ostgreiuwn  dos  Reiches,  vom  zerklöftcun 
B«rgland  de»  KaukantiH  bU  an  die  lachenden  Ufer  Hos  Eiiphrat  und  Ü» 
sandigen  Gestade  dos  roten  Meeree.  Hier  wurden  Friede  und  SirlutUt 
unnblilHsig  gestQi't  teils  durch  die  Einfälle  der  Molia  ine  daner,  iA 
durch  die  sogenannten  Apelaten.  Dieses  Wort  bedeutet  ursprünglich te 
Viehwogtroiber,  (Utnn  Überhaupt  den  Wogolagoror,  den  Kfiubor  im  gnmm 
Stil,  den  mit  einem  roinanti sehen  Sclämnior  umkleideten  Verächt«»  itt 
staatlichen  Ordnung  «nd  Itulie.  Uie  Apelaten  sind  für  Ityzanz  in  fihididft 
Weise  kulturliistortKche  Signatur,  wie  etwa  die  [lanbritter  f&r  initr 
Mittelalter,  wie  die  KU-phten  fiirdie  Zeit  der  TQrkonherrschaft  in  Gricelwa- 
land.  Die  langwierigen ,  Reiten  unterbrechonun  K  am p f e ,  wekbe  Üt 
byzantinischen  Grenzsoldaten  im  fernen  Osten  des  Reiches  mit  Cngl&tibieM 
und  Apelaten  fQhrtun,  bilden  die  kulturhistorische  Grundlage  der 
Akritcnsngon.  Die  Geschichte  dv«  Digenis  aoMysi  spielt,  wie  neb  ini 
verschiedenen  Andeutungen  des  Gedicbtes  mit  Sicherheit  ergibt,  um  S» 
Mitte  des  10.  Jahrhunderts  in  Kappadokien  und  in  der  (legtn^ 
des  Euphrat;  (loch  wfiro  es  verfehlt,  alle  ira  Epos  vorkommenden  ^u^ 
sonon  und  Ereignie^e  näher  zu  bestimmen  und  mit  histonachea  t'K<:- 
liuferungen  zu  verknüpfen.  So  zweifellos  das  Akritenopo«  einen  g«»chiiit 
liehen  Untergrund  besitzt>,  so  schwankend  wird  der  Beden,  wenn  wir 
Gedicht  im  einzelnen  als  ein  historisches  Denkmal  verwerten  wollen, 
historische  Auuduutung  den  Details  wird  hier  ohcnmwcnig  gnlingcD 
etwa  im  Rolandsliede  oder  in  den  Romanzen  dos  Cid,  Jonen 
abendländischen  Werken,  welche  mit  dem  AkriLenepos  in  Stoff,  Anlag*  i 
Geschichte  am  nächsten  verwandt  sind. 

Basilioü  Digcnis  ist  der  Sohn  dos  syrischen  Emirs  Mu8ur_ 
Mncr  Tochter  des  Andronikos  Dukas,  welche  jener  bei  einem 
falle  geraubt  hat.  Ihre  fllnf  Brilder  forderten  sie  vom  Emir  zurück:  d« 
selbe  trat  jedoch  zum  Ohristentiini  tHicr  und  rennfthlte  sich  mit  der 
raubten  Tochter  au»  (ürsüichvm  (.ieblUte.  Der  Sohn,  den  sie  ihm  tehe 
entwickelt  «ich  körperlich  und  fieistig  mit  wunderbarer  Schnelligkeit- 
Alter  von  zv/Mt  Jahren  besteht  Digenis  schon  gefährliche  .lagd 
alsbald  sucht  er  die  Apelaten  auf  und  oi-schlägt  eine  Menge  von  ihi 
seiner  Keule.  Auf  einem  »einer  Züge  gewinnt  er  die  Liebe  der  sebOn 
t!udokia  aus  dem  Geschlechte  der  Diikas;  als  ihm  der  st^ilze  Vat« 
Hund  veru'eigert.  gebraucht  er  dasselbe  Mittel,  wie  einst  sein  Eraeogi^J 
er  entfuhrt  die  Ooliobto  und  spielt  den  Verfolgern  öbel  mit.  Scb 
erfolgt  VcTsöhiiung  und  frühliche  Hochzeit.  Auf  allen  seinen  rnt« 
munden  begleitet  nun  den  Digenis  die  jugendliche  Gattin.  In  Kappfldnk 
trifft  er  mit  Kaiser  Romanos  (womit  wohl  Romanos  Lakapenoa 
bis  944J  gemeint  ist)  zusammen,  der  ihn  mit  Ehren  überhäuft.  Merkwfl 
und  echt  vnlk.stü)nlieh  byzantinisch  sind  zwei  Kpiseden,  in  wvlchen 
schildert  wird,  wie  Ueld  Digonis  trola  «einer  treuen  Üattenliebe  d«r  V< 
Buchung  anderer  weiblichen  Reize  unterliegt,  jedoch  der  schöne»  Eüdn 
mit  gi'Oöser  Schlauheit  seine  Fohltritte  zu  verheimlichen  weiss.  Nacli  w**) 
fachen  Abenteuern  zieht  sich  der  Akrite  mit  Eudokia  an  den  Kuphf**! 
zurück,  wo  er  sich  einen   fürstlichen    Woluwitz  gründet.     Im  AlW  «■ 


bait«  und  bistoriaclie  Dlchtimgen  aiLf  nutlooBtet  Onndlage.    {%  358)     829 


Jalircii  VArfXUt  er  in  eine  schwere  Kmiiklieit  und  stirbt;  noch  einer 
itsion  presst  er  seine  Gattin  beim  letzten  LobowobI  ao  lutftig  an  »ich, 
as  sie  erstickt.  Das  i»t  der  durch  niaiichorlei  Episoden  atuigeHchinütikto 
trii  d«8  Epos  vom  Digeni»  Äkrita». 

Wie  die  ültere»  Lieder  aus  dem  Krebe  de»  Rnland  und  Cid,  so  sind 
i;b  die  ursprünglichen  Formen  dos  Oigonie^gcdichtc»  verloren.  Da- 
Sen  besitzen  wir  nicht  weniger  alut  vier  KpopOen,  in  welchen  Digeni»- 
br  von  vor»chiL'dcneu  Bearbeitoni  zu  fini<m  Ganzen  verschmolKen  sind. 
pst  wurdo  dieses  vor  kurzem  noch  gänzlich  uiibokannte  Denkmal  der 
Eantiniscben  Volksdichtung  in  einer  am  Anfang  imd  HcIiIuk»;  vcrätUm- 
Hen  Uniidi«ohrift  do8  16.  Jahrhunderte  im  fernen  Trapozunt  uufge- 
iden  (3182  politincho  Voroü).  Nachdem  durch  die  Voröffentliehung  diesen 
Jtcht«M  die  Aufmerksumkdt  dt>r  OolchiU-n  auf  den  Gegenstand  gelenkt 
r,  wurden  bald  noch  mehr<.>ro  Handschriften  bekannt,  eine  des  H.  Jahr- 
nderts  in  Ürotta-Ferrata  (3749  Verse),  eine  des  17.  Jahrhtmdorta 
r  der  inm]  Andro»  (4778  Ver»c:  jcl;zt  =^  Cod.  Athen.  1074),  endlich 
A  de«  17.  Jahrhunderts  in  Oxford  {30Ö4  Verse).  Als  Bearbeiter  der 
hr  Handschrift  von  Andres  erhaltenen  Version  nennt  sich  ein  go- 
■er  Eustathios;  die  der  Oxforder  Handschrift,  die  sich  von  den 
rigon  durch  diu  Anwendung  des  Keimes  untcr»chvidet,  ist  von  dem 
nebe  tgnutios  Petritzis  in  Chios  im  Juhi-u  1670  vollendet  worden. 
)  zwei  übrigen  Hearbeitungen  .lind  anonym  überliefert;  aber  auch  in 
*  von  Trapczuiit  erkennt  man  deutlich  die  Hand  eines  Dichters,  der 
1  in  einzelnen  Liedcni  umlmufündcn  Stutf  zu  einer  fortlaufenden  Erzäli- 
ig  verband  und  dabei  leider  den  üriBchcn  Ton  der  Originale,  der  noch 
manchen  der  heutigen  Akritenlieder  vernehmlich  nachklingt,  durch  das 

tlK-n,  den  Anforderungen  der  Schule,  der  Kirche  und  -  seines  eigenen 
Gvt^hmackes  gerecht  zu  werden,  sehr  wo»cntlich  getrObt  hat.  Sein 
eclitaeh-orthodoxer  Standpunkt  tritt  in  theologischen  Exkursen  und  Bibel- 
it£n  mehr  ab  erwünscht  hervor;  daneben  bekundet  er  einige  populäre 
üntnis  der  alten  Litteratur,  verwendet  mythologische  Vergleiche  und 
oint  »icb  sogar  den  Uomor  zum  Vorbild.')  Ebenso  hat  die  VcrMo»  von 
ktA-Ferrata  durch  die  Vorwäaserung eines poeHievcrlaasenen  Pedanten, 
Werke  sogar  ein  Proüniion  in  schlechten  byzantinischen  Trimotern 
chiekto,  schweren  Schaden  genommen. 
Xoch  niuHS  ausdrücklich  betont  werden,  doss  die  Echtheit  dieser 
bliülerlichen  Epen  über  allen  Zweifel  erhaben  ii^t.  Solange  nur  eine 
odsobrift  bekannt  war,  mochte  man  sich  im  lUublicke  auf  die  berUch- 
le/a  F&lschungon  eines  Simonides  und  anderer  etwas  skeptisch  vor- 
Itea  —  obschon  ein  Fälscher  schwerlich  auf  die  Herstellung  eines  so 
Ibcn  und  so  wenig  gewinnversprechendcn  Werkes  verfallen  wäre;  nach- 
n  dcli  aber  Versionen  des  Digenis  auch  in  anderen  Handschriften  ge- 
idtD  haben,  und  zwar  zum  Teil  in  solchen,  die  längst  zum  unerkannt«« 
iÜXO  alter  Bibliotheken  gehören,  darf  auch  der  letzte  Zweifel  als  be- 
geltea.     Um  so  merkwürdiger  ist  nun  folgende  Thatsache:  Schon 

V^.  A.  EkerliBrd,  s.  unten  n.  0.  8.  S. 


g30    Byukutiniaohe  LittoratnrgeaDbichte.    OL  Talgftrgriecti.  Littsrktsr.  1.  Po«iii,j 


Innge  vor  dor  Entdeckung  der  mittolaltorlicfaun  Epen  kaiinU- mid 
moderne  Volkslieder  Rus  der  liegend  von  Trapezunt,  aus  KApptdokiM 
und  selbttt  aus  Cypern,   in  welchen  oin}!«lno  Bpinodeii    deeselbeD  Sigdl 
Btoffo«  erzHlilt  werden.     Mehrere  derselkün  waren   Iftngat  in  den  SammJ 
lungen  neugriecliischer  Volkspoesien  von  Pa^iKtwu.  u.  berausgegobou 
andere  sind  nneh  der  Vernffentlichnng  der  Handschrift  von  Trapemnt  M 
di'ut^kt  worden,  und  ihr«  von  Tag  za  Tag  wachsende  Zahl  liUst  di«  om 
geheuere  Verbreitung  dieses  volkstüinliohon  Stoffos  immer  deutlicher  hJ 
kennen.  Ein  Sagenkreis,  deseien  erste  Wurzeln  in  eine  längst  entachvniideni 
Kultiirepoche  zurUckj^ehen,  hat  sich  also  mit  jener  wiinderharen  Zäfaightifl 
mit  der  die  (Jriochen  auch  ihre  .Sprache,  ihre  Sprichwörter,  ihr«?  Sitten  noJ 
Qcbräuche  erbalten  haben,  httt  auf  den  heutigen  Tag  fortgepflanzt,  nicU 
auf  litterarischem  Wege,  sondern  im  lebendigen  Munde  doit  Volkes 
selbst.     Endlich  erfuhr  man  durch  russische  üelehrte.  da*»  der  AkritaJ 
stolf  auch  in  die  Volkspoesio  der  aarmatischcn  Stoppen  geiiniBgfa 
uod  dort  in  mehreren  Übertragungen  oder  Nachahmungen  verbreitrt  im 
—  eine  Thalsaclie,  die  bei  dem  uubemveifelten  Einflüsse  der  byKaiilini»cfc«l 
Itoligion,  Kultur  tmd  Litteratur  auf  das  barbarische  Iteich  der  .Skythml 
nicht  mehr  auffallen   darf  als  das  Vorkommen  byzantinischer  Miniatunn 
in  altslavischeii   Handachrifton  oder  die  Existenz  byzantinischer  Spric« 
Wörter  bei   den   heutigtin   Küssen.     Der   Übergang   der  Erz&htung  ip  SM 
rus-sische  Litteratur  erfolgte  wahrscheinlich  durch  Venniltclung  sBdRlavt« 
scher  Obersotzimgen,  deren  Spuren  noch  in  einzelnen  Wörtern  nnd  Awl 
drik'ken   dus   ruK^ii^t-hea  Textes  ,Dio  Tbaten  und  ias  Leben  des  Deiige4 
niu»  Akritas*  xu  bemerken  sind.  So  ist  ein  !%agenkreis  aufgede<'kt  vnnltaJ 
der  fUr  den  Orient  nicht  weniger  Bedeutung  liat  ala  die  Iftngst  bpkanBM] 
grossen  Sagenkreise  des  Mittelalters  (Ur  das  Abondland.    Cid,  der  (ü*^ 
ileld  des  europäischen  Westens,    ,el    mas  famoso  Castellano*,  hal  in 
fiussersten  Ostwinke)  der  mittelalterlichen   Kulturwelt  ein   merkwIlniM 
Gegenstück  erhalten.     Durch   das  Studium  des  Akritenepos.  aus  dem  tam 
nach   all   der  staubigen  Schulweisheit  endlich  einmal  dvr  frischi>  Ihifl  Jt4 
Waldes  cntgegenweJit,  crSlfnen  sich  auch  neue  Gesichtspunkte  fQr  dMl 
Verständnis  der  byzantinischen  Kultur,  die  bisher  \-iel  zu  aua^hlioMÜeU 
nach  den  unerfreulichen  Erzeugnissen  trockener  Gelehrsamkeit  und  Jö« 
matiiwhcr  l'oleniik  beurteilt  worden  ist.  I 

An  die  wissenschaftliche  Forschung  richtet  der  Digenis  AkriMi 
noch  eine  Reihe  wichtiger  F'ragen.  Nicht  einmal  die  Entstebun{|M><4 
der  uns  erhaltenen  Versionen  (mit  Ausnahme  der  des  Petritzis)  Ist  M>| 
geatellt«  Üic  Handscliriften  bieten  wenig  Anhalt,  da  sie  einer  :Kpilten  Zeit  |iM| 
U.,  bzw.  16.  und  17.  Jahi-h.)  angehören.  Hit  Sicherheit  lässt  lüch  ihn 
schon  j<^iti!t  sagen,  duss  keine  Version  in  die  Zeit  hinaufreicht,  in  weleiier  iwi 
Ausbildung  der  Akriteneage  selbst  stattfand.  Als  weitere  Aufgabe,  itrai 
GrundUiuen  von  Satha«,  Legrand,  Lampros,  Veselovskij,  B»b4 
band  u.  a.  schon  gezogen  worden  sind,  erpbt  sich  dann  eine  orsckSpfH»^' 
Darstellung  der  Geschichte  und  Verbreitung  des  gesamten  Akrit««' 
Zyklus,  wobei  ausser  den  litterarisch  überlieferten  Gedichten  diu  n»cfc| 
heute  im  Munde  di-s  Volkes  erhaltenen  Lieder  nebst  den  sla^-iacken  ^  1 


Iiaft«  BBd  hiBtorücha  Dichtange<a  anf  nationaler  Qntndlage.    (§  35S)      g31 


■o  ZU  verwerten  un<l  selbst  ho  weit  abgelegene  Dingo  vrio  die  Lenoren- 

f9,  deren  Zusammenliang   mit   dem  Akritenkreise   Übrigens   noch  nicht 

ber  erwiesen  ist,  zu  vorgleichen  sein  werden. 

l.  Ana  gaben:  Voraion  Ton  Trnpczuiit:  Eild.  K.  SothsAMK.  Logrand.  Coli. 
I.  N.  a.  vol.  6,  Paria  IKTü,  vcrbcHüciungsbetlQrfligvr  l'cxl  mit  (lUnz'iHiüoliDr  l'oboT' 
;,  •laMa  OIOBsar  und  uinur  uunnihrlicIicMi  Kiuli-ituni;.  in  wulrliur  diu  Bedouluiig  de« 
IM  «ratonnule  iiueü|j;L>w]»a«ii  ist.  —  Zweit«  Auagnlto  iliTSolbiMi  Vuntiuii  von  SabbaH 
'■Idas,  KonatuitiDopol  ISSl,  mit  «ioer  Eiuleitung  Über  die  O«aofaielite  des  Kjio«  und 
trtnn  tDodernca  Altriteuliedeni.  ~  V«raion  des  Pettiliis:  Ed.  8p.  Lambros,  Coli. 
nm.  Kr.  111-237  mit  GloMar;  v^l.  Indrcduot.  S.^R  ff,  -  Version  von  Andrea:  Gd. 
t  MiTiarakie,  Alh«n  18S1.  mit  hunor  Einleitan^.  i.)Iiiiuinr  und  Faraimile  der  Hand- 
rifL  —  Voraion  von  (irntta-Forrntn:  Einige  l'iohon  od,  iitp,  Lambro«,  &.  n.  O.  In- 
uol.  S.  SOIL:  oine  rallstAndige  Ausgab o  vnrsprncl)  Jos.  MOllcr;  statt  Roinor  liefevto 
tUn  E.  Lesraiid.  liibl.  gr.  vulg.  VI  (IMD'i).  —  Moilerno  Akriictilirdor:  K.  I.e- 
fa.  ColL  00  mon.  N.  S,  vol.  1,  Ifi'i  S.,  ».  nuch  snini-  Cliiuisons  populairei  ^onqucn, 
■  1870  S.  18.  ~~  Uanche  mudcioo  LicdiT  aui.'b  in  den  Kahltoicben  .SnmmluDgnn  nnn- 
eUacbar  VoUcatiedcr.  in  d«ii  Ginloitungen  der  Auagabou  des  bigonia  Akritaa  und  in  den 
B  angeAkrtan  Hüf«mitt«]a. 

k  2.  Hilfsmittei  Zti  don  griucliJflulion  Texten:  Die  Ausgabe  von  SnthMa-Logrand 
Ithirri'br  ftoeftlhrlicho  Be«prpobuu|(UU  und  kritiaoho  Kefernte  liervor;  die  wiobtigal«n 
Uban:  K.  Paparregiopiilos.  ^/uV  vom  21.  \vif.  187.^.  ~  Sp.  Luuiproa,  'A9^iviov 
87&)  113—199  (mit  vielen  Km endat Ionen),  ~  E,  Miller.  Journal  dea  ätivauta  m$ 
9— SS,  —  A.  Ramhand,  Rev^ie  des  deax  ninndee  v.  15.  Ang,  IBlü  (giile  CliArakt^riatik], 
V.  Wagner.  Litarer.  Centmlbl.  ISTß  S.  10.  ff.  —  K.  Flnrsian.  Jenaer  Lilerutiir- 
ne  IHTC  H.  «ib.  —  A.  Kberbard,  liorsiaoB  J ah Tesbn rieht  [t<t  .S  (1I«7PJ  28:1  246  (mit 
n  Rmendaticnen).  ~  Auimnidom  bMinhen  sirh  auf  dna  Akritenopon  und  dnn  Akciton- 
m:  A.  t<akollBrioa,  J«  Kt-n^taxä  2  lAtbdn  1S31)  Uff.  —  K.  N.  Sathns,  Mtaniiur. 
b.  2  (1873)  S.  /*»'-  *•'  (cfprische  Akritciilinder).  -  Uernh.  Sohmidl.  Uriecliiaclio 
Sten,  SoKon  nnd  Volkalieder.  Leipti«  1877  S.  Sl  -40.  -  Ch,  Gidel,  NouvellcH  ätudes 
Ift  litt.  gV.  moderne.  PoriB  lä78  S.  Wi—^O'i.  —  Alfr.  Eberhard.  Ceber  ein  mittel- 
biaebea  Epoe,  Verh^indliingcu  der  84.  Philulugi'iiverauinnilutig  xii  Trier.  Li'ipiig  1879; 
ihmJ»  Analyse  der  Teraion  vou  Trupiiuiit  und  L'Dter^iicIiung  der  liielorischeD  Grund- 
dM  Oediehtea,  --  A.  l.uber,  Digenia  Akritaa.  ProKr.  Salsburg  l^&b;  kime  Nacli- 
■long  mit  einit'lnen  Proben  einer  Ueberselzung  ins  Deatsohe.  —  Zur  geiiclii  cht  lieben 
idiafto  ile»  Epo»,  d"ii  langwierigen  Kttmiiren  »wischen  Sarauncn  and  Byjianlinom,  vgl, 
chlnrnbiTpor.  Nii^i^pliore  l'hneas  S.  U.'iir;  177  II.:  3.'t3  ff.  —  A.  Turgutis  handelt 
drei  (iPUgrieehiBcho  Lioder  aus  dem  DigoniHkreise,  Stt>X6yov  1'.f6ofiaiaia  'Eiti9emgrjait  vom 
pril  lHä'6.  —  Einigt'  I.iedor  aus  dem  ^ag[>nkreise  des  Akritaa  ähur^htte  ins  Dontseho 
jtlike.  NeugriechiBcho   Volks-  und  Liebeslirder.  Iferlin  la!i5  S.  273  ff. 

S.  Ueziebungun  den  Digenia  cur  slavisofaen  Volks pueaie  und  zur  Lcnorenaagc; 
tachrift:  A.  N.  VeselovakiJ.  KUttgora  Rusa.  Kuvuo.  Band  'l  (Petcrabuig  IK'ä) 
170.  Deeaeilben  Verfaaaera  AblinudluBg  im  Vj«atiLJk  Evropr.  Pettmbnrg.  April  187& 
Ht  mir  nnuganglie)).  ^  A.  Rambaud,  La  Ruaaie  ^pitjUD.  Paria  lä7(i  S.  421—428.  — 
olltier,  Der  Ininnrenatoff  in  der  slaviacben  Volkepoeai«.  Arch.  alav.  Phil.  6  (1882) 
B&9.  —  J.  Psiehari.  I<n  balladn  de  Unore  en  Or^ice,  Revue  de  l'hisleire  des  reli- 
9  11884)  27-6*.  -  (feg»n  Wollner  und  Psichari  wendet  »ich  N.  Politea.  r.J 
ä*/ui  nupi  TOD  rri^ai;  liJtXifoi;  Jtltlov  2  (ISS.'i  — 1^80)  193-261;  Noebtrac 
l^&&7.  —  Üegon  Polilcs  endlich  sprachen  J.  liirard.  Jnum.  dea  Rnvnnlii  ISsS 
.— IS2.  und  W.  Moyer-LUbke.  Deutatho  Uttertitiir:toilung  I8Hß  S,  |]H7  ff.  V. 
.  Areh.  alav.  Phil.  7  (1884}  89  f.  -  A.  N.  Veseluvskij.  Jouru.  Min.  18W  Bd  242 
ri— 79.  -  0.  DeatQuis.  Joum.  Min.  I8f<6  Ud  244  MHra  S,  76-  lOO.  -  M.  Cinaler, 
»■Slavoitio,  I^ondon  1^87  S.  105  ff.  —  K.  Krumbacher.  Ein  Piobleni  der  vorgtei- 
in  Sagvoktrad«  und  IJtteraturgeechioblo,  ZeitechriFl  f.  vi^rgl.  l.itteruturueaeb.  1  (1887) 
UO,  wo  ucb  die  aonstige  nenern  Litteratur  ziiaainin  enge  nie  ilt  ial.  --  ,1.  Nozonoviit, 
Mn  Lonor«  ond  die  ihr  rerirandt«n  Stoffe  in  der  europäiaebeu  iiud  ruüaiaehen  Volks- 
^  Wanohau  1S&3  (nas).  Vgl,  die  Beeprechiine  von  W,  Wollner.  U.  Z.  3  |1894) 
81.  —  J.  D.  Schiachmitnov.  Der  Lenoreiistoff  in  der  bnigariscben  Tolkepoesie. 
man.  Poraeliiuigon  4  (1S84)  412-448.  —  Eine  nmraasnnde  Bibliographie  alier 
.baivn  olbaneeiaebrn,  liulgarisckon,  serbiarben,  grioehischen  nnd  rumKniaeben  Ver- 
de« I.iedea  und  MlLreliens  vom  loten  linidor  (im  gonxen  Über  140)  wird  deinnSchaC 
D.  Scliiscliiniiuov  in  einer  grosseren  Arbeit  liber  dos  I«norenlhnma.  die  im 
de«  bnl^rivlieo  UulcrriebtsininiBteriums  orschrineu  soll,  mitgeteilt  wurden. 
4.  Seibat  sv  TellBSge  achezut  unser  Digenia  Uexiobungen  tu  haben,  wenn  andera 


832    Byuntiniaelie  UU«atargwcliicht«.   IXI.  Tiüf&rgridcl).  LitUrKtor.  L  FmiIi. 


nkbt  Jor  Kam«  Digania  ttWtluupt  im  Orionl  flr  «iiMm  tapforvii  Holdnii  typwtli  grit .  ;  n 
tiL     L'ul)M  eine  Bi«benbllr|jiiach-t>ulKiiriiichn  Sag«,  m  wdcluir  ein    llold  Di, 
unt«T  äliolicIiMi  t'tniiUadcii  wie  T«II  >Im  ApfoUehatM  wflritt,  bcnobUi  ü.  t.  Wliaioci: 
Z«itHclirift  ror  dcutaob«  Plublogle  22  (It^U)  108-106. 

&.  AkritcD  nnd  Apelaten:  Uio  AkrH«n  und  di«  Nicbkommoo  d»r  rSmi-'U 
militeB  limitanui;  verwandt  mit  ihnrji  und  diu  milito«  clatititriiij,  die  I'is- : 
tffidigct.  die  im  ti)-uutii]iach«il  /oitoltcr  ahf  tXtiaoiif«^x<"  (■'^'ood^  Klamm.  Kluft,  I  lai 
'  cina  wkbtifte  Kuli«  aniolten.  Koimtantiii  l'orphyiui^ciiDotaB  beachrribt  m  atiica 
Weikv  Do  carimoaiis  1,1  489,  6  ff.  «d.  üonn.)  «ine  dur  wirbtigston  FiuiktiunMi  der  Alcritta. 
WouQ  der  KaiMT  «di  in  dio  unwjiUicbun  GegFodo»  der  ftuaeenl«i)  Or«aig«bieio  b«^ 
HO  wurde  dM  e;«wShnlicho  Uofgofolt^a  durcb  iimhrero  AbleUnitg^B  von  Je  MO  Akrttr»  i 
aatzt:  1>ts  Ä  nno^aüp  o  JtiMU^a't  t/t  r«c  i^^fiovf,  ofif  i;  aädiig  n^oliyj^lnrii,  oi  r  . 
(ttwiiluMif  Ttfdyfiiira.  tri»  «llUi>  iii-i><  oforJijnaf«  itfä)'i4a,  nligV  o*'<  fjffi  »ffiartr  i  it  >, 
ymfiof  rik  /•"Ww  niro  «po«ni«»iiie  loi  ^«aii/ni;  ^x  lojf  Stfuittiy,  a^iprlä  i  iov4i  «ni  (rp- 
noTot'n  tiiBfioSty  top  paaiX(iu<  (Je  biiü  ^lUuv  dbo  «x(iji()i  ^',  ärJpff  /{u.-ilia^ra.  » 

ifiio,  *ai  titga  4ve  Itiiiam,  s^it  ö^ion  6  igavyyn^Dt  ii^  ?'y^^t  ^*  rt^ociäitin  tst  ^«n- 
Uw,  I*«  ")<*••■  o'nMdxiYf'ilRKit.  .Sclion  im  IS.  Jabrbundnrt  war  am  durcb  SUrk«  und  Tjpfit- 
kett  besondcra  annKf'Zcii^hnfitcr  Akrit«.  d«r  mit  dorn  Hnldeo  aasore*  Qodicbtci  jr^M- 
fal)H  idontiirJi  int,  4<ino  po|iiilAr4>  Figur  gowordnn,  und  dnii  Wort  '.IHQittif  *urdv  mc  na 
ICigotioamn  lur  Itczcirlinung  (linea  bekannten  Helden  nngowondct.  Du  beweisen  m 
Kldlmi  in  dcu  (.iedicbten  dea  l'toohoprodrumos  (s.  5  343);  io  dum  liediehte  g«)t«D  ■l''- 
Aebto  V.  IbU  {Ü.  !iä  cd.  Lognind)  ftuaiuTt  Prudrwtnoe  den  ftiMniaon  WaMoh.  «in  inii-i 
Akiitos  mOcblv  die  bOarn  Aeblo  Beines  KloBten  cflckttgon:  »ri  ii«  '^«(i'iw  /itfac  '"<  ■' 
i^iSt^  i'iit,  uiid  in  der  twüitvn  Kodnkliun  deaaelbeB  Qediditt«  V.  54ft  •  (S.  Wm,  W'jtiI 
ueniii  d«r  Dicbtur  d»n  MhuhuI  KonmeuiiB  «inen  nesen  Akrilea:  T«V  itaisfiäf[r,i  i-' 
atf^^ir,  i6v  ftor  lör  '.tKftttjr.  —  Audi  alaOrtabeieicfanuiig  kummt  Akrilas  Mhra  la 
frOber  Zeit  vorr  Der  hl.  Tbeodoroa  Studitea  starb  tr  tß  »v*(i  loii  äyi»t  /diyalauaigirfi 
Tfiiipnyae  ntijoia»'  leij  i/inapiov  roii  inomfiBiofiirov  jKfitn  i^t  UiStrtif  (üafliif. 
Mign»,  Pfllrnl.  gr.  09,  10.'>  C.  Vgl.  ebenda  IQh  A;  221  C;  320  A.  DaMaUw  itaf« 
roi-  At^iiit  erwillint  Rymdon  Magister  ed.  Boini.  679,  7  in  oiner  Rnihlung  aoa  im 
letitcn  Zeil  Miehnela  IN  (»42-867). 

Daa  Wort  nnelifi^c  jat  bisher  in  der  ganaon  Akrit«abtl«mt«r  Biiriahlig  edUrt. 
tiaüma,  Mta.  fi^X.  i  B.  /it  und  noch  ti  {IV'Mj  S.  k';  /la,  SathoA-Legraad  ia  i£nt  Am-^ 
gäbe  ij.  2S6.  Lunpros  in  seiner  Ausgabe  ti.  S2ü.  Eberhard,  0.  m.  0.  8.  2,  Ldbcr,  4 
H.  it.  Sobliunberger,  Mio^phure  Pboüiui  S.  ÜbS.  J.  B.  Burv.  A  bislJiry  of  tiie  laUr  i 
enpire  H  312,  Sokellaiiua  fn  Kcn^uurn  1  (1890)  397  IWiph  Sbereinatimmead  ä%tl 
pBssiviacb  ~  anüfllisiiit,  banui.  verbuunUi,  vertriebene  Luut«,  uotlaws.  Daa  Werf 
aber,  wi«  schon  aeine  Bildiiiig  neigt,  nktivou  Sinn;  #a  bedeutet  uraprfliiglich  «kn  Vh 
weglnibor,  den  Vtehdieb,  <liir>ii  nberbnupt  den  ItSnbcr.  FreibeiilM"  und  enlaineU  alaa  g* 
dum  abigpna,  abigeater,  abactor  der  rßmisch««  RechtabDofacr :  vgl.  WSlffiin'a  Arebiv  i 
liiti-in.  l.exikogmphic  I  42-'^.  Audi  in  andereo  vulKkrniechieclM'n  (iediditeD  wetdas 
Apelolcn  orwfthnt,  i.  B.  mit  einem  «tymologiadiM  Wcmpiel  im  Kellhandret  V.  IM  .''•i 
iliivxfi  »'  äniXäaii  ns  iä(  fi{yai  üntlvtr,t.  Von  itittXattjt  ial  ilaa  bJloä);  vockomiDMiil* j 
Wurt  «nii,tiiini{r)  gebildet,  womit  die  KAubnrknulo  bexeiditiet  viid,  i.  U.  üellliaD- 
droH  V.  307  Kai  ovrioua  i  BilSaräfot  <ivfti  to  antlntin.  L'ebrigcaa  hatte  ailcb  JiMa 
Werl  daa  Sohicksol  inissverslanden  ta  werden.  Jakob  tirimm,  SendacbreibMi  aa  Karl 
tiaohmann  nber  KoiDbiLrt  Fuchs.  Leipzig  1840,  «rklArt  im  Glussnr  n^itJUiiiVi  im  mmb 
wogen  dea  friuizOsischen  pelc  (gcschfUL)  voriuiagesetstun  ilalieuiiK'faes  pelato,  »o  dta*  te 
Wort  annngbch  den  geBcbfiltcn  Stuek  bedeutet  fattfe:  Auch  A.  Elliaaen,  AuUlMr 
(I.SS2)  -281,  und  B.  F.  Tuxer.  JournoJ  of  Hellenio  etudiea  4  (ISäS)  19»,  »^  vanA 
»klliungen.  —  Als  Familienname  koinnit  'AmiAut  (sdir.  'AnHätfK)  tm  einer  BUb 
vor.  U.  Hcblumbcrger.  8igillograpliio  de  l'Eropire  B^natin  S.  618,  ir»  4b*  Wort 
richtig  als  ^ratschen  rrsitriings  bozeivhnel  ist.  -  Einige  ofltBlicke  Belegltelle*  ^-"^ 
Xnir,s  und  aitXaiiiii  gnl>  K.  N.  t^athss,  Dnciiments  inidüa  relatib  fc  rkiMoire  da  I 
au  nioyon-Ägo  4  (1803)  Pr^fac«  77  f.  —  Vgl.  such  M.  Polite«  im  Jtdtäf  /j^hImb 
Atbon  1889  ff.  a.  v.  'AxfUai  und  'AntXiitt}t.  ~  Uober  die  Ap«1at«n  auf  Cjrpeta  vglA.' 
.Snkellarios.   Tä  KvnQiam  1  (IS90)  5S7  f. 

359.   Der  Sohn  des  Andronikos.     So  hat  man  tAn  zum  AfcnUo^l 
zykltia  geh»ru)idea  Gedicht  (64  Vereo)  l>otit«lt.  das  längst  vor  d«n  grosM 
üigcnisepen    Kikannt    v/m:     Schon    M.    BCldinger   hatte    die  Vermutofll 
uusjfc-sfi-ocliun,   dnwi  di««vin  Aitdroniko»   eko  hwtorisclie  IVrs&nlicUwt, 


\ 


liftft*  n.  hiatorlieh«  DichtnngMi  auf  uatioDftUr  OmndlAga.  (gf  359—360)    833 


ndc  liogo,  Ulli)  swAr  ginubte  or,  der  Andronikos  dfs  ticdichto»  sei 
b  mit  dem  KuitM-'i*  Aiidroiukos  Komnenos  (1183 — 1185),  m  doHsvii 
phie  allerdings  znblrciche  zur  Sagonbildiing  geeignete  ZQge  begegne», 
»eine  riesige  KCrperkraft,  aeine  Liobe»liändel  und  »eine  abenteuerlichen 
'rrfahrton  unter  den  Türken.  Neue»  Licht  brachte  dio  Auffindung  der 
tMguninhandftcbrift  von  Trapczunt.  Nach  dem  dort  crhAltcncn  Epoüt  iat 
Ü4>  Mutl4>r  dwf  DigoniH  oino  Tochter  des  Stratarcho»  Androniko» 
Dnkas;  von  .demselben  Androniko»  scheint  nun  auch  in  uiuterem  kloinen 
tlvdichte  die  itede  zu  B«in.  Seinen  Inhalt  bildet  ohne  Zweifel  eine  Episode 
den  Akrit enzykliid.  Sarazenen  und  Kftuber  Überfallen  den  AndninikoR 
UimI  aehmcn  neine  (jnttin  gefangen,  die  sich  in  geucgticton  Unuttündon  be- 
ndet.  Sie  gebiert  eine»  Sohn,  der.  ganz  ähnlich  wie  Digenie,  ungewöhn- 
lich wrhncll  hcninwäfhst,  nach  eint-ni  Jahro  Hcfaon  das  Schwert  Führt, 
zwei  Jahren  die  Lanze  »chwingt: 

Sarazenen  foweln  ihn  mit  dreifachen  KeHeii;  er  aber  zerbricht  Beine 
e  und  entweicht  zu  xeiiioni  Vater,  we  die  freudige  Wiedererken- 
g  statt  hat.  DoH  kulturhistorische  Kolorit  des  Andronlkoshedcs  iitt 
mlicb  und  dem  des  DigenisepOB  Hehr  ähnlich;  doch  gehOrt  diu  uns 
tene  Rodaktion  in  npäte  Zeit,  wahi'^cheiiitich  in  das  17.  .lahrhundert. 
Ein  zweitem  mit  dem  Akritunkreine  zuiitamnionhilngcndex  Werk  i.^t 
mittolgriechischo  Lied  vom  Armurie,  Der  tapfere  Sohn  de«  alten 
uns  vermählt  aich  nach  mancherlei  Abenteuern  mit  der  Tochter  dt« 
lAflher  von  ihm  bekünipften  narazenischen  Kmii*».  Auch  daä  trapezuntischu 
^Bi  vom  Xanthinoi<  gebiert  hieher. 

JP  I.  Haha  Job  Androiiikua:  Zuerst  vrrilltotitlirhte  Sji,  ZDm|icl  ios  in  scioum  Wwko 
■Khr  q  vtuiij  Uh<  tpayav^ni;  Athüii  1M9  Dinaii  von  ilim  g(ini]nrht(>n  tiiid  mlor)Kiliert«ii 
Ttat  —  DüdMlliea  Text  vi«dvtbutleii  uneli  ilim  (luiter  ilwn  Tu»)  11  nri'yräeian)  Tli. 
Kiad.  AnllMlogie  aMgrieobiBolMT  Velkslidd«'.  UipciK  1861  8.  2  IT..  M-  BQdinger.  Milbi)- 
tPtthittbM  VolkMpoo.  Letpxig  1866,  und  W.  Wagn«r,  Mediäval  gr,  toxte,  Proleg,  S.  S2  IT. 
-  Eni  K.  Legrand  gvlaag  M.  dJa  Pftlschnng  tu  i-ntduekun:  er  «dierte  d<'n  «atlienÜBchen 
T«xl  Coli,  il«  tnon.  12  (1810)  18-2S;  dann  nocli  «iumal  Coli,  äe  mon.  N.  ».  1  n^T4|  ISH 
lii  IM.  —  Ria  mit  dem  Sohae  d«ii  Anrironikoa  verwandt««  Volk «liod  nun  Kcpliultuniu 
•i  ll«rab.  fjehmidt.  Gricoliwcho  Mlrchnn.  Snggm  und  Volkitliodar,  Loipxij;  ISTT.'j.  ISH  S.: 
t|L  MiiM  Bcnurrkungm  S.  '274  f.  -  Kinc  Varianle  des  von  Ki^hmldt  in itgi-t eilten  LludoB,  von 
Wlthar  b*t  Arn.  Paxsoir,  Populari»  ormninn  Gruei-ine  rccdnliorin.  Ijci[)iig  ISGO  S.  402  f. 
A  FragiMKt  gedruckt  iat.  wurde  volliil&udig  mititoUill  von  N.  I'«lili>ä  in  den  SiaMtiyixii 
'MljMiK  I  (I8T0)  842—849.  —  Kiuvu  i'ypriaulicn  Text  ed.  A.  A.  SakolUrios.  T<j 
tnfMw'  2  (1891)  9  S.  —  G«Kon  di«  liiaturtHche  Deutung  Büdingers  Hnworto  iikh  A. 
IllUaan,  QSItiniiacke  0«1.  Anivigon  1871  S.  1Ö2&-1&20.  —  Vgl.  H.  Politcn,  .'/ieeUtp;*y 
|MMe}4«  2  (18TJ)  hW    ^27. 

2.  Dwi  ArmuriBlivd  ed.  (tabi.  DpHlunin.  !'<ilnnbnrg  1877.  mit  (irllndliclier  Bin- 
Mut.  DMiücli*!  üvbnrsetxunK,  Kommmtw  und  (linrm  Ii'^rsimilo  der  llnndochrirt.  —  Dar- 
ItA  wiH«rli»lt  im  'M»r,rtam-  S  (l-'^'!')  ^H5  -3S4.  -  Annlyse  dca  (iodichts  mit  elncf  litlM^r- 
H^ffatliM  UnlMMieliung  vc«  A.  Vexelovakij.  Ar«b.  slnv.  Phil.  »  IltET8}S49  ff.  -  Dwi 
Iitlkinoalted  ed.  ().  DcutuniB  icit  rusHisclier  Urbers^Uuiig  und  Koinm^ntaT.  P<it«ra- 
kof  )MK]  (=  B«iUge  des  119.  Band«  drr  Dcukaohtifteu  der  kuiserlicLou  Akad.  d.  Wiss. 
Ad). 

Sßtt.  Die  Chronik  TOn  Korea.  Mit  diesem  konrentionellen  Titel 
Vtci<:hnet  man  eine  umfangreiche  Verschronik,  in  welcher  die  Rnt- 
MhtllllH,  u"*'  Fortbildung  der  nach  dem  m'Ken  Kreuzzuge  von  frauz^.«!- 
^n  AdohfgeM-hlechtern  im  l'eloponnes  gegründeten  Feudulhen-ächafteu 

»tiftatb  dM  Umb.  AtlMonnMtaKiiiR.  XS.    l.  AliUf.    1.  AnO,  &8 


licfening  dcti  Originitltttxtos  onth&tt  die   Koponhagenor 
(Abteil.  FabritHue  Nr.  57).  in  welcbor  das  Gedicbt  (>219  p 
iimfaRRt;  eng  verwandt   mit  ihr  iat  der  Cod.  Taiirin.   c.  I 
Hitucn  Bezdichnung  B.  II.   1).     Der  Kopenhagener  Text  wtirj 
Grieolion    oin«r    freien    Überarbeitung    tinterzogen,    wobei 
spractdich  und  metrisch  geglüttut  und  allzu  heftig«  Ausßi 
griecbischo  Volk  teils  gemildert,   teils   ausgemerzt  worden. 
beitung    Qberliefern   drei   Handschriften,  der  Cod.   Paris. 
zwei  jüngere  Abschriften   d<»t.selben,   der  von   Fehlem    wji 
FarJg.  gr.  275S  und  der  Cod.  Born.  509;   dos  Gedicht  zl 
Verse.  Zu  dioeen  Handschriften  kommt  noch  ein  im  Anfangt 
hundertaverfasster  Auszug,  welchen  Dorotheos,  Bischof 
baaia,  seiner  von  der  Schöpfung  bis  auf  daa  Jahr  1629  reicH 
ohronik,    die    in    Venedig  1&31    zum   erstenmal«  gedntckt 
S.  401).  einverleibt  hat. 

2.  Die  französische  Version.     In  einer  Drilssele 
des  15.  .fuhrhunderts  (Nr.  15702)  steht  ein  franzOsiHcbca  fl 
der  Überschrift:  C'est  le  livro  de  )a  conquetste  de  Coi 
de  l'empirc  do  Ktmmnio,  et  dou  pays  de  la  princ^e  do  la 
trov6e  cn  un  livre  qui  fu  jadts  del  noble  baron  messiro  Barthe 
grant  conustable,  lequel  livre  Ü  avoit  en  son  chastel  d'Estives 
Burg  zu  Theben).   Dieser  Livre  de  la  conqiiesteist  imgroa 
inhaltlich  mit  der  griechischen  Chronik  von  Morea  idont 
der  Verfasser  der  gi-icchischen  Chronik  als  Quölle  fKr  den  ei 
ein  BtßXiov  it^  »ot'yxt'aiai  orwShnl,   »chloss  Buchon,   dem 
thun  war,  die  Priorität  und  Originalität   des   franzüsischen 
woii*en,  der  griochische  Autor  verstehe  untor  dem  .Buohi 
runic*    eben   daa  in   der   Brllaseler   Uandscfarift  erbaltnno 


BliKft«  and  hI*Cör(«ö1iV WökWien  äaf  n^tiotikler  OrandUge.  (%  360)     g3!S 


riecliiächeii  Chronik,  wobei  die  BrzSiilting  tibor  den  Endpunkt  de«  Ori- 
inala  (1292)  bis  znm  Jahi-e  1304  woitcrgofllhrt  und  am  ScWtwse  durch 
iDe  bis  13;W  reioliende  olironofogisobo  Tabello  orgänzt  wurde.  Die  Ab- 
lesung des  frnn zustechen  Werkes  geschah,  wie  sich  aus  einer  chrono- 
igischon  Andeutung  mit  Sichtirheit  ergibt,  zwischen  1333  und  ISil.  Kin 
umplar  gehmgte  aus  dem  Besitze  des  Venezianern  Ghi»i  von  der  Burg 
lint  Omer  bei  Theben  nach  Flandern  und  diente  dem  Kopisten  dea 
rftsaeler  (^dex  als  Vorlage. 

8.  Die  aragoni^chc  Version  gehßrt  zu  den  Werken,  welche  aua 
ftsAnregung  des  fflr  Littcrutur  und  Wiasensehaft  begeisterten  .lohannitei^ 
Pasmeisters  Juan  Fernandez  de  Heredia  (ca.  1310  bis  ca.  1396)  hcr- 
Ngegangen  sind.  Sie  wurde  i.  J.  1393  vollendet  und  bildet  einen  T«il 
M  «weibändipen  Werkes  .Grand  cronica  de  Ioh  conqutridores' ; 
Bfuisgoschickt  ist  der  Chronik  eine  aus  Zonaraa  geacbUpFte  Geschichte 
IT  byzantintschcu  KaiMr  von  Konstantin  VI  bis  Älexios  Komnenos  (780 
(b  1118).  Die  £rzählung  ist  noch  weiter  fortgeführt  als  in  der  franzöai- 
Bhen  VeiBion,  näntlich  bis  i-uni  .lahre  1377;  neben  der  Chronik  von  Morea 
■t  der  ftra^ntscfae  Bearbeiter  noch  andere,  uns  nnbcknnntc  Quollen 
eofltzt. 

4.  Eine  italtoniHche  Übertragung  der  Chronik  von  Morea  steht 
I  einer  vcnozianiachen  nandschrift  (Cod.  Marcian.  append.  Ital.  cl.  VII  712) 
■ter  dem  Titel;  Istoria  della  Morea.  Der  italienische  Bearbeiter  bo- 
Itste  den  griechischen  Text  und  »war  in  der  Kopenlingener  Version;  wie 
mig  er  aber  «eine  Vorlage  verstand,  bowcirten  manche  ItLcherliche  Mim- 
tntiüdni»!«. 

Die  Chronik  von  Morea  zerfällt  in  zwei  IlauptteÜe;  der  erate, 
lir  als  Prolog  bezeichnet  werden  kann,  behandelt  summarisch  die  Oeechichto 
bt  ersten  Kreuzzuge«  und.  nach  Übentpringung  eines  Zeiträume»)  von 
10  Jftbren,  die  Eroberung  Konstantinopols  dun:h  die  Franken  (1204)  mit 
in  uninitli-lbar  darauf  folgenden  Ereignissen;  der  weit  umfangreichere 
weile  Teil,  die  eigentliche  Chronik,  erzühlt  die  Geschichte  des  Pelo- 
MmneM  von  der  Erobening  dcNselbon  durch  Giiillaume  de  Champ-Litto  und 
l»oBh>y  de  Ville-Hanlwuin,  «inen  Neffen  de»  bci-ilhmten  Chronisten  (s.  S.  283), 
J.  1205  bi«  zum  .fahre  12'J2.  Episodisch  werden  noch  einige  spätere 
Irrigniasd  gestreift,  von  denen  die  letzten  in  das  dritte  Jahrzehnt  dos 
4.  Jahrhunderts  fallen;  eine  Partie,  in  welcher  der  Tod  eines  im 
Ifcr»  1388  vcnKtorbonen  tiitt«r8  erwtihnt  wird,  ist  als  spliterc  Zuthat  er- 
ricMn.  Wir  haben  in  der  griechinchen  Chronik  von  Morea  da«  Work 
IMH  den  erzählten  Begebenheiten  zeitlich  nahestehenden  und  mit  den 
«Inponneaiachen  Zuständen  wohl  vertrauten  Gasmulen  (s.  S.  838  Anm.  4) 
4er  grftzisierten  Franken  zu  erblicken.  Der  Vcrfnttser  berichtet  ausser 
tn  toch  sonst  bekannten  Uauptorcigniasen  eine  Menge  von  Einzelheiton 
Iker  die  Einrichtung  der  fränkischen  Ilerrßchafton  in  Morea.  über  die  un- 
Mflillrlichen  gugunM'itigen  Fehden  der  fränkischen  Barone,  über  die  festen 
PlHz«,  Über  die  Tbätigkeit  der  Kirche,  Über  die  Einßlhning  des  Feudal- 
Btttx  a.  a.  w.  liitterarisch  betrachtet  ist  die  Chronik  ein  vnlliges  Vn- 
|:  5de,  aobcbolfenc  und  zuweilen  »chwQlstigo  Prosa  in  holperigen  Versen. 


BycanUiiiKih«  Litt«rattirgeMbielite.    m.  TQl«arcrt»ob.  Uttontoi.  L 1 


Dichteiisclie  Begeisterung  ül  dem  Cbronistän,  dun  wir  uns  vohl  «b  omJ 
Mann  des  rauhen  Kriegshandwerkes  zu  denken  bab«n,  völlig  unbtkun 
und  V*  bleibt  wc-iiigi«ten»  die  Bcnorgnifi  «rapart,  dass  er  sich  vom  SdiwiiM 
der  l'hikntAsie  Eur  EnUtcllung  der  Thntsachen  hab<>  hinreissen  lassen;  ■ 
erzfihlt  schlicht  und  grub,  so  gut  or  (m  vermag  und  »o  gut  er  die  Üin 
kennt.  Seine  01»jekti\ntät  wird  nur  durch  «oinon  AUHgcsprochunen  Oricchm 
hasH  etwas  beeinträchtigt;  tief  durchdrungen  vom  friiuktM.-h«n  Natkafl 
gefUhl  weiss  er  von  den  Rhomäern  nur  Schlimmes  zu  berichten.  Sil 
Werk  war  ofl'cnbar  nicht  auf  orthodoxe  Griechen,  sondern  auf  die  griecbiM 
«pifrhcntioii  KranKoscn  nnd  Oa-sniulon  ttcrochnct.  I>a»8  ein©  Chronik.  ■ 
mich  au)UH'hlieH»tich  ad  fränkische  und  frfinkiuch  goiiinntc  Kroia 
wandte,  in  der  griechischen  VoIkss|>rachu  abgi-faast  worden  konnte,  ist  ■ 
neuer  Beweis  für  die  vielfach  bezeugte  Thiitsuche.  das»  aoch  im  HlUfl 
alter  die  im  Orient  angesiedelten  Abendländer  in  kurzer  Zeit  der  stindlj 
liehen  Hr&zixiening  unterlagen.  Die  AhfftDsungRxeit  der  griechine» 
Chronik  Iil»st  sich  nicht  genau  bosUminon,  weil  einige  chronelogiMH 
Indizien  in  den  erhaltenen  Texten  au«  einur  »pjiti^ren  Überarbeitung  hl 
zurührcii  scheinen;  eine  Spfitgrenze  bezeichnet  jedcnfiiUs  das  Jahr  ISSfl 
weil  in  beiden  griechischen  Versionen  (in  der  Kopenhagener  V.  .19&J.  ■ 
der  Parisers,  169,  16)  bemerkt  wird,  die  katalnnittclie  Kompanie  liemcM 
noch  in  Athen,  was  nach  1326  nicht  mehr  zutraf.  Zur  sachlichen  ErÜfl 
und  Krgünzung  des  Werke»  dienen  die  knlalanische  Chronik  dus  RaJD«! 
Muntnoer.  diu  des  Burnard  d'EscIot  und  vor  allem  das  (zwischen  ISSl 
und  i:):t:))  ubgefasxte  Werk  des  Venezianers  Marino  Sanudo  TorselM 
Istoria  del  regnn  di  Romnnia  sivo  di  Morea.  Wenn  nun  die  Chronik  fll 
Morea  durch  die  Existenz  diewr  und  eonntiger  abondlUndittcbea  QoelH 
an  rein  historischem  Worte  verliert,  so  bleibt  sio  doch  eines  dur  Ij^H 
tondstcn  Denkmäler  der  aus  der  Verquickung  des  abendländischen  H^f 
tum»  mit  di'r  byzantinischen  Bevölkerung  erwachsenen  Mischkallar  uM 
der  durch  lokale  \''erhäUnisse  besontlers  stark  von  rrfinkisclicn  EleniraUl 
beeintlussten  mittelgriechischen  Volkssprache.  I 

1.  AiiB)tiib6ii:  Nudiilum  schon  im  IT.  JiJirbund«rt  Du  Gange  «nd  lloiviiMfl 
Ausgabe  der  Clironlk  ((«plaut  Iiallen.  solst«  «n  Hkh  ihr  LaadnasBii  J.  A.  UncfaiX  M 
Leb«IWIiufg«bo,  die  Clirooik  nuil  ühh  uuf  ai«  bncDglicb«  Quclli-Dmalenal  la  «rfonrk*  ■■ 
zu  verOff«nUioh«n.  Seine  Arlieitmi  t>iud  l#ider  etwas  iinpruktiHili  und  breit  «nfoltct.  ■■ 
die  Konstitution  drr  ffriecbisrlien  Text«  Ifiset  inreljie  der  nullte Uioftea  8pr*chl[eiiBBiM 
Hernusgeliere  fiut  allei  tn  wUnacben  übrig:  J.  A.  Ituclion,  Cliixioiiiiua  <trMi{#rM  rthi||^ 
«ux  exp^ditiona  fran^aises  pendtnl  le  XIII,  «ibelo,  l'nnn  IMO  (niKncbo  KxenplBi  ^4 
1811  dstierth  der  buiid  i-nthtlt  die  I'artaer  Veinian  der  griecbtaefaen  Clnaik^H 
frnntOaiscber  UebereetxunK,  den  Aunug  den  Doretheoa  und  di«  kataluiicliaii  CbtaAfl 
do*  Miintnnnr  und  des  B.  a'Eselot  -  1.  A.  Ituobon.  KechercIiM  hiatoriqMt  i*! 
prinoiiMiutij  Trantaise  de  Mor^e  et  ee»  baute«  baieonles.  2  voU.  Parie  184S;  der  v^B^ 
enIbUt  die  frsntCsiacbe  Cbronik  (den  LJvre  de  In  e»nqiiee<e),  der  iweit«  d»«  K'fi« 
bauener  Veruon  der  griechiachcR  Cbranik  n.  a.  ~  Aragoniaclin  Cbnmik:  Cfcn*'^ 
dn  Mort^e  sux  18.  et  11.  aUolea,  publik»  »t  tntdnit«  povr  b  nreaufere  fo«  per  hUi»* 
Morol-Kntio.  Oenftve  188S  (=  PublioatiMia  da  U  SocuM  de  l'Ünant  latin,  »«im  h«Hn^ 
vol.  IV);  mit  (inniasjecber  Cebtnetinng  und  ainein  bietorifwboD  Indes.  —  Italieftiwafl 
Oironik:  Cbroniques  ai^ea-ronaDea  etc.  par  Ckarles  Hopf.  Bertis  IS73  8.  <U— 16),  J 
Rbra  Teil  der  griechischen  Chronik  «d.  nait  eiD«r  liMoriadi-kfitiBeben  EialeitMf  H« 
daimdiar  C'ebeniobiiuig  Ad.  EnisseD,  Analektea  der  nlttal-iuii  neu^Mhäeken  UiiiilM 
S.  Teil.  U>>|«i8  m&6.  -  Dor  KHtmt«  Teil  dee  Pmloga  der  grieohiackea  Cfcmaa  Itl  ■" 
UtemiHcbvr  tJeborsetnina  und  kritiachem  Apparat  ediert  von  E.  Uiller  in  tlMfl  ** 
liblorieu»  «reoa  d»  croiaadoa  I  (Pam  mS)  2,  Ml-  623.  -   Ein  IVil  dM  Uftt  *f  ' 


{«DbAfU  n.  biatori»ch«  IMohtaiigeB  tut  nationaler  OrnndUgo.    (§  3Q0)     §37 


^•rId  »*t  wjndtirliolt  von  Tnfifl  und  Tlioin««.  Ooslfrrcioliiaclie  Oeaeliiditiiniiellnn, 
ttrilnng.  lä.  tid  (Wkn  I8&0)  3IÜ  ff-  —  l^ine  kritiHcliu  ÄiugHliti  dM  grioohiitahan 
fk  wird  vorbereitnl  von  Jolin  Schmitt. 

'3.  Iliirsmitt*!:  Zur  anchlivlien  ErUutoruog  und  Erg&niiiiig  d*r  Chnmilt  dtnnon 

■fbo.  framilaisciii!  und  italk-iiis'.'lic  Cbroiiik«ii,  Urkunden,  Siegel.  Mflnteu,  Muitaillnn, 

bgiacbe  und   lopugiai'liiHdi«   Monographien   n,  s.  w.,   die   nnin«ntliph  iu    Tulgcndon 

n  TcHlflimtlieht  sind:  J.  A.  Buchon,  RechorcJica  et  rnnti^riam  jioLir  eerrti'  k  uuo 

^Ja  la  dominRtion  frsncniee  mix  13.,  14.  et  15.  si^cln«  dun«  ks  prorinces  d^mom- 

IWtaipiTe  grec,  2  voll.,  I'nna  1641,  —  J.  A.  Buchon.  Noarnilc*  roohorchw  hiatv- 

^^Kla  pnncipftuli^  rrniifalsn  de  Mori-'c  et  bcs  hautes  boronnioi,  2  voll.,  t'nris  1FM3.  — 

^^■lion,  Ln  liri-cc  continontnl?  eI  In  Murine,  Paris  1H43  (Rciaaworlc).  —  J.  A.  Ilu- 

HBpign  dnos  I«a  lies  de  rArühipol   H   do   la    uier  Joiiii>niiB,    faria  1K45  (mir  nirht 

Bin,  aber  von  ilcni  Vprf.  in  di-u  ReefaprcliM  liist.  I  8.  X  als  uotor  d«r  Preano  befind- 

rwllint).  —  lt.  A.  Bui'hoii,  HiHluire  des  coiiquCt««  et  de  IVtablisaemcDt  dca  Frnn^Hia 

h»  Mala  ds  randenne  Gr^ce  otc.  I.  vn).  Paris  1^46  (mirlit  bi«  1290:  an  der  Voll- 

■  dinn  xuMmneiifasMnden  Werkos  wnrde  dar  Vnrr,  durch  dnn  1'nd  verhindert).  -^ 

BneliOD  kommen  vor  aIImi  die  bahnbrnchendm  Arbnilnn  von  Karl  Hopf  in  Betracht: 

istvna«    ilncatns  Ath»I)ieoais   fontibum.    Bonn    tHüS.     Venolci-bnuntiniioh«  Anolekteo, 

r.  Wien.  Ak.  S2  (1859)  36^  IT.  tioachichto  CncchonlMids,  Krach-  und  GnibeKsaba 

li«,  I.  Sekt.  Bd  K&  nnd  86  (18ßT— Slü).    Ohiuiiiquea  gr^o-roman««.  Doriin  1AT3 

lix  dorcb  di«  boigcfUgtcn  g^nealugiacheo  Tafcinl.  —  Ein  uneI]tbl^ll^liob«s  Hilfa- 

tat    oaa   auf  einer   atauo«  na  werten  Beherrschung   dea   rieaigou  Muluriala  borubende 

Toa  (i.  Sehlumberger.   Nuiriiamatique  de  l'orient  latin,  Paris  1878.  —   Daxu  (1. 

iliergcr.  Lcs  princtpaut^  franqiies  dn  Levtiiit  d'apriis  lee  plus  r^cenles  ddcouverlea 

BuniiBiiisti^ue.  Paria  1877.  —  Ch.  A,  Beving,  [>a  principnuliä  d'Aclialo  et  de  Mor«» 

-1430.  KiDaMl   1H79.   ~  Jnles  Gauthier.  Olhon  de  Iu  Koche,  conqn^ranl  d'Athönes 

atU«,  Acatonia  dts  soienoes,  balles- lettre»  et  arts  de  lleaanton   ISSO  S.   139— I.'iS 

Waptw*.  GTabdwbinAlfir  u-  a.  w    aus  der  Fnmilio  La  Roche).  -    Marijuis  Tcrrier 

ray,    t«  parlamont   dn  dntnnii  au  \lll'  aiccie,  .^uadvinie  des  scicnc««.  hollos-lettitis 

Am  BciMWipm  IB80   S.  205-221:   hier  8-  217-231    eine   krilisrhc  Note   über   don 

I»  conqnM«,   in   welcher   der  Verf.  die  OngtnaliUt  der  Kriptliisdien  Chronik  bu- 

—  Rino  weicntlich  auf  Buchon  und  Hopf  geatn täte  l'eberaielil  giKt  Le  Maa  Lalrie. 

irioe»!B  de  Uori^a   ou  d'AchaTe   1203-  1431.  Venedig   I8S2  (=   Muniinieiili  sturici  pub- 

LjÄ*ll*  R-  dejiulaziun«  Ven«ta  di  «leria  patria,  vol.  8|.  —  H.  P.  Tnzer.  The  F'ranka 

^Pelopooneee,  Journal  ot  Hellenic  Btiidieg  4  (18S3)  165—236  (bosonderH  von  Wert 

■eposrauhische  Bpitrllgo).  ~  .1.  II.  Bur;,   The  IjOinbarda  and  Venetions  in  Euboua, 

■  of  Bvllenic  atiidlca  T  (t8Sni  :iO»-3.S2  u.   V.  (It^»?)  194-213.    -   K.   Biaaon  de 

K-M«ri*.  Diatoim  du  diichi;  d'ALh^nes  et  de  U  hnronic  d'Argoe.  Paris  1^83  (mir  un- 

glich)-!  Nur    oiiiinlne    Punkte,    die   mit   der   Chronik   »usammeuhaugDO .    berührt 

irill«  I«  KouU.   U  FrunL'o  en  Orient  ou  XIV"  aitcle.    2  voll-  Pnria  18.«e  (=  Bibl. 

tl«>i«   fran^'.  d'Albi-noH  et  de  Rom e,  fasc.  44 -45),  —   Barunne  Diaui>  de  Ouldou- 

I.Webai«   ftWnIo  (I20r) -1456),  Paria  iSßli    (pupuUre  Zuaainuii>[ifH88u»g).    -^   A. 

ni»ac>«.  AbendUlndiacheGeecLIorhter  im  Orient,  im  Anachlussan  DuCanm'aF&milles 

i«r.  1.  Ueferuug  Wien  1^89  (wird,  wie  c»  ncboint,  nip.ht  fortgeeelit).  —  If.  Oresoro- 

IctM-bichte  der  ^tadt  Athen  im  Mitli>lall«r,  2  Bde.  KtuttKarl  1R89,  beBondnm  1  380  IT.; 

II    924  IT,         ßr-n  Antail  der  Katalanen  an  der  Ijatiniaiarung  deK  OHont«  bcliandaln; 

natiadei.    "I    kmiiXiir'tt  ir  rg  ".«cniolfl,   Athen  1869.    —   1>.    Antonio  Kubid  y 

I^  cxpcdirion  y  JominHcion  de  los  Cntnlnnca  un  Oriente  juKgiidaa  por  Ion  Griegoa, 

1«   de  la  real  (üadeuiia  de  buenaa  letroa  de  Barcelona,  t.  IV  1.  1883.    Deaaelben: 

rKrroa  m  OrMia  r  el  ducudo  Catalao  da  Alenoa  en   la  ^puca  de  au  invaaion, 

^4»  I88<!(b«rtckaiefatigt  bsa,  die  uragoniache  Chronik).  —  Kubiu  y  Lluck,  Ir/iitaiai 

i^f^^inr   für   Kutnli^yliar  h  'FJl,ii<.   JfUloy  2  {\%%^  -^9}  ^fiii-\m.    ■      Rnbi4  V 
ffc^i    »ijc  /.■»ojfijc  KitS'    ^r    o\  KafuXävai    Brniieaar  nJf  'A9i;yit;,    .Itijiov  4  fl^n) 
r*bar    den    Groiwneinter   Ileredia,   dpr   dio    Abfosaung   di>r   Arngoniaehen 
v*rBala«cte,  vrI.  Karl  llerquet.  Juan  F«>ninndt>x  de  Herodia,  MUhlhaunoD  in  Th. 
d    deaaelbeo  Verf.  Abhandlung   in  Cotlas  Zeitachrift    fUr  allgemeine  Goavhicht«  4 
JHO  -792-  —  Hauptschrift  üb«  dos  Verhlllinia  der  Vcraionon  und  Handschrift«! 
J«hn  Schmitt.   Die  Chronik    von  Morea,   Dtsa..    Ufinohon    1889.    —    Ueber 
ibMSBer  Handachrirt  handelt  John  Schmitt.  Ruinaniadie  Furachuugeu  herauageg. 
Vullinxller  &  (I80O)  610-53«. 

Endlich  «ind  di« »iBachlBgigen  allgemeinen  geschichtlichen  und  geoKraphiBohrn 
bMiuiioben.  Baatentlick:  3.  Ph.  Fallroerayer,  Geschichte  der  H^biiisel  Moroa 
1  d««  MitteUlt«ra,  i  Bda,  Stutteart  und  TQbing«n  1S30.  —  Kxpddition  acientiflqu«  da 
K4onit^p>krl«g«nvamam«nt  frnnfaia<rtc.,8voU^  Paii*1831  -3S,  —  Loako,  Pelopoft- 


LBiC«iitaan«  o.  htotorUcbe Dichtnngflii  buT naUouater OnudU«e.  (g§ 361-36»)     83f) 


Im  Zotik««  nad  dn>  nuf  dl«  Sclilndit  von  Viimn  bMllglicIrvD  TuIIpb  dva  (.!t>[lii:litoa  dea 
limuc  «»bat  gcaotiJ^ht liehen  KrlUutcrungeu).  —  Kinuu  kumun  (loutsoliuu  Auszug  diVHur 
Uudl.  K»h  W.  raox,  UnguriHdii'  K«vui>  U  (1801)  8:>--ä8. 

8.   Im  Cod,  36  <)cB  nitcn  Sf-rnÜH  Btelit  ein  Oudioht   Über  diu  Sdilnohl  von  VuniH 
Nl»fto(  rq'c  Beff^K)  unter  dum  Nun«n  d«e  Otur^ios  Argyrupulus.     V^t.  Fr.  BlasB. 

E23  (1!^)  ''2^-  ^V')o  "i('l'  dieses  Gediclit  tu  dem  de«  Zutiko«  verlftlt,  etuUt  dahin. 
168.  Die  Eroberung  von  Konstantinopel,  "AXaxiif  Krröltot  (104^ 
;he  Vcr«c  mit  sporadischer  Anwendung  des  Reimes).  Das  unter 
bsem  Titttl  in  dein  einzigen  l'nAfX  l'anflimis  2909  Uberliofortc  ücdiclit 
nrde  frUber  mit  Cnrocht  doin  Kliodii^r  Emmanuel  Oeorgillas  (s.  §  366) 
Igwcbriebnn.  Auch  diu  in  der  nunorttn  LiUcratur  öflur  vorkommende 
»eichnung  de»  Uedtchtee  a,U  &(r;ro;  A'toA^i»;  ist  obim  hundächriftltche 
»währ  und  ohne  innere  Berechtigung.  Denn  dos  Haupttfaema  deei  Werkes 
Idet  offenbar  nicht  die  Klag«  über  den  Fall  KnnHtantinopcl«.  oimchun 
r  Dichter  reichliche  Thronen  vergioKsl.  tiondcrn  die  sehr  pritktisch  ge- 
dlto  und  wohl  motivierte  Auffordurung  au  die  curopiliiwben  MSchte, 
RMttU)tino|iel  zurückzuerobern  und  die  morgenlfindische  Christenheit  von 
n  osmaniHchen  Joche  zu  befi-eien.  Wie  ernst  es  der  Verfas8er  mit  «oiiior 
tte  meint,  urgibt  sich  ant«  den  genauen  Angaben  Über  die  Streitmacht 
■  Sultans  (V.  748  ff.)  und  Ubor  die  Zahl  der  unter  der  tUrktMuhen  Ilerr- 
laft  lebenden  Griechen  (V.  943  ff.),  auch  aus  der  wiederholten  Aufforde- 
ilg.  sein  Werk  genau  abzuschreiben  und  für  die  Verbreitung  des8et);on 
Äbondlttude  Sorge  zu  tragen  (V.  H:i7  ff.;  UMS  ff.).  In  der  Einleitung 
steht  der  Diclittir.  dam  die  Khomiicr  an  dem  niedorschmottonidi-n  Er^ 
^is  selbst  schuld  Bei«<n  durch  ihre  unvcrbcHscrlichc  Zwietracht,  ihre 
utnliche  Habaucht  und  ihre  eitlen  Uoffiiungun:  TQfa  nftäyitata  fX"^<'*'*' 
■f  "^Pntftariav  ölt^r,  ||  '0  y^oi'o;,  i;  yi^n^/t'^f«  xm  f;  xtv^  iXjrda  (V.  834  f.). 
in  Gwdjindnii*.  dam  flichcriich  ernst  gemeint,  wenn  auch  nebenbei  darauf 
»rechnet  ist,  die  Michte  müder  zu  stimmen.  Vßllig  ernst  ist  es  dorn 
lichter  attch  mit  seiner  Mahnung  zur  kirchlichen  Einigung.  Er  war 
•eiftilloitt  ein  gut  orthodoxer  Grieche,  geliürto  aber  zu  der  gemässigten 
*»rti'i.  welche  in  jenen  Tagen  der  schwersten  Itedriingni»  die  tlettung  der 
ititvtlt  von  den  kattiolittchen  Mfichten  erwartete  und  die  Befreiung  von  dcD 
bwWiscfaen  Verniohteni  joder  Bildung  und  Gesittung  selbst  mit  dem  Opfor 
■inw  kirchlichen  Konzession  zu  bezahlen  bereit  war.  Der  litterarische  Wert 
dflMichte^  ittt  Husaerst  gering;  in  dem  itestreben  möglichst  eindringlich 
■Oll  ftbenteugend  zu  roden,  filJlt  der  Vei'fawier  von  einer  Wicderhehing  in  die 
■'trfi  lind  vielfach  gleicht  das  Sclu-iftstlick  mehr  einem  nchlechten  Zeitungti»- 
tikol  oder  einer  plumpen  diplomatischen  Geheimnote  als  einem  Gedichte; 
■wiigcn  Stellen  zwar  erhebt  sich  der  Vortrag  zum  edlen  Ausdruck  der  Bo- 
l||i*teruiig,  aber  der  weinerliche  Ton  und  die  unmSssige  Breite  lassen  keine 
Mnf(tleri«chv  Owamtwirkung  aufkemmen.  Die  volksmiUsige  Ueolistik  der 
"iktion  hat  der  Verfa«»er  mit  anderen  Vei'smachern  jener  Zeit  gemein; 
*"  drMtisch  wönscht  or  z.  B.  V.  562  dorn  Eroberer  Mohamod;  Nä  x^on 
^U'Mmiv  rot-  xai  öii^r  ti',r  otV(«v  i«ip.  Dass  der  grimmige  HaHser  der 
'''•en  nicht  aiUu  weit  von  ihrem  Machtbereich«  lebte,  lllast  sich  wohl 
1*  d«t  seltsamen  Art  achlie»>Kon,  wie  er  sich  «war  fllr  die  intimsten 
BMDde  durch  oini^  KOrpernmIe  zu  erkennen  gibt,  weiteren  Kreiden  aber 


g4(i     BysuiUiitBolia  LitUraUurgeBehlchU.   UI.  Tolg&rtrimb.  LitUrttai.  L  Fo 


Hoinen  Nfimen  verbirgt  (V.  1019  —  1026)'  "Rr  t>«merkt  Ql>rig«Q«  «ludrtül 
lieh  (V.  940),  das»  or  diu  Schrift  im  fremden  Atiftrajjo  vorfasst  h«b«.  DM 
ilarfui  geknUpftu  Vermutung  voD  K.  riiparrcgopuloe ,  der  Dichter  hitl 
viuom  groKsen  Komitee  gedient,  das  ftuch  die  Fflrätenkonfercn/  in  HuBi 
bi'Mchickto,  lä^-tt  »ich  nicht  erweisen,  äub  mehrfachen  Komt-ikunjicn  etd 
»ich  mit  Sicherheit,  diL<>8  das  Gedicht  noch  im  Jahr»  1453  kiire  naJ 
der  Ei-oberung  abgcfa«Mt  wurde.  I 

1.  AuflKkbnn:  Ed.  pr.  A.  GIÜbiiod,  AnalokUn  dm  miU*!-  aad  nm^dnMM 
Litteratnr,  9.  'I'oil.  Li»i|>xig  lühl  (mit  F-inlcituni^  und  dontaeliw  U«b«netsang).  —  KLm 
Wagn«r,  Hodioval  gr.  toxU  S.  141— 1*0  (mit  «isigen  TextvorbMaeraDKcn.  4odi  ■)■ 
neu«  KftllAlion  <lcr  iU).  -  ¥A-  E.  Logriiild.  Bibl.  gr.  vnlg.  I  (lt<»0)  I«»-  208  (wmmIII 
vavbaMertor  'l>xt  iiuf  Gruni]  t'iDcr  Neuv«rgleichttU|C  der  Hu),  1 

2.  IIiU»mitt«l:  A.  Koraie,  'Jimaa  11  IIq6X.  8.  2  f.  -  Ch.  tÜdol.  Ktaim  m 
1»  litt,  grocffuu  Riuilt^rae,  Paris  1886  S.  60.  --  Die  Grandlosigkcit  der  Ziat»Haag  du  IM 
diditos  nn  (IcorKill as  orktinnte  m«r«l  A-  Klliasen,  Aualektoii.  S.  Totl  S.  IS  S.  Am 
fDlirlictipr  b»ftii1iidot(^  nr  sa'mp  AnHicht  in  «iilMr  BMprtolMB^  von  W.  Wagntn  AiMM 
GfitUngi'oW  ürUlirlA  Anxcigm  1^71  N.  l.SSJ}— 1566  und  (in  «invr  Bf^precbuilf  UBtauM 
dor  .VintJIJl>;i'iiir  '.Iriiimta)  (^bondll  li^H  S,  475  — 4TB.  —  F.laon  7.wfiM  an  der  Avtaa^M 
■Im  UcoriiiUns  buEserlon  nadi  Kllisoon  nur  noch  E.  Eggor,  l.'Hnllitoisni*  tm  Fnacä] 
fl869|  48!)  Aniu..  und  ä|>.  Lainpron,  'Flaiin '22  (188fi)  ^2.  —  Zu  donwlbeB  Ernitäta  4 
KUiaaeD  baiii  uliue  Eninlnia  eeiuer  ArbeiUiu  in  duu  Gsit.  ßel.  Aai.  leiln  mit  d««ia»)bM  AlM 
ment«»,  tiiile  «ur  Grund  eiu«T  soliArreinnijimi  sfrachlichtn  l'nteiMiclimg  G,  N.  BalM 
dnlcifl.  Ist  Georgilliw  der  Vcrrasecr  den  GedichiM  von  der  Eroberung  KonataDÜMprin 
ß.Z.i  (1894)  &81-5&»  imit  guten  EmendationaD).  1 

3.  D«n  gleichen  7.vec\c  wi«  der  nnivo  Verfamar  dan  ßorjchtea  Ober  d«n  Fall  i<m  Km 
sucht«  BpAler  «in  griciohisohcr  Kumnniiil  mit  ganx  nndntvu  Miltnln  xu  «rT«ieb«n.  D«r  fxMäfl 
AntnnioBEparohosausKerkyra  lioiuii.  J.  1544  einen  in  hnraiBchnn  Dist)CbeDBI>diiD*ptiüa 
llifllckt  abgefasatHi  Sq^i'k  ii<  t  V  'KUntTot  itiiaati/oifilv  diiii'kRn.  in  relclWBi  dia  GwHlM 
des  allen  OlrinDa  anfgubulvn  worden,  um  dto  Muchlbaber  Kiiropaa  zur  jlvft«i«nR  GriMtM 
land«  vom  ßarbarenioFhu  naiufauern  Dua  Gediclit  ist  abKodrackl  bei  K.  K-  SaUw 
.VtMUqniri;  ^ilcloj-.«,  AUieD  1868  B.  Il>3— 168,  —  Ucbar  dw  ocata  AiiKaba  tgl.  E.UI 
grand,  Gibliu^r.  hdt    1  fl»8S)  269-862.  | 

304.  Ein  KlagegoBang  auf  den  Fall  von  Eonstantiiiopel  (ItÄfl 
(^ArtitcXjjfta  iT^i  Ktavatutttvönohfi)  iii  118  ruimloson  politischen  Versen  *■■ 
einem  unbekanntuii  Verfasser  steht  im  Cod.  Paris.  2873.  Durtli  ilifl 
Zwiegespräch  zweier  eich  bei  Tenedos  begegnenden  Schiffe,  v«ii  dm« 
das  eine  an«  der  .vom  Klitze  verbrannten*  Stadt  kommt,  t-rfukr« 
wir  das  traurige  Ereignis;  in  einfachen,  crgreifendun  Tüiii<n  «rcrdpti  im 
bei  der  Eroburung  verübten  CtroueJ,  die  Profanation  alles  Fleiligen  uai  J>4 
schmSblicho  Knechtung  des  clirietlichen  Volke«  geschildert.  THe  dnaal 
tiflche  Einkleidung,  fllr  welche  sich  in  fler  neugriechisehoD  VoDufOcäS 
xahlreiphe  KeitenfttUcke  ünden,  die  Abwesenheit  dea  Koimee  wi«  aacb  M 
gesamte  Ton  der  Emfihlung  lassen  veminten,  das«  dem  Gedidita  ■■ 
Volkuliod  zu  Grunde  lit^-go:  wir  hüttcii  »«omtt  im  Kerne  nnseros  TUM 
eine  der  ilHcsten  Formen  der  noch  heute  fortlobcndeu  Gt^änge  auf  Av 
Fall  von  Konstantinopel  und  den  Tod  des  letzten  Paläologen.  MerkwürW 
ist,  dass  einige  Stellen  des  Gedichtes  an  die  aus  demselben  Anlas«  «'■4 
atandone  Bittschrift  (S  ^l)-l)  anklingen.  Da  die  letstere  schon  im  Jalin>  HSl 
geschrieben  ist,  rausfl  wohl  der  im  Obrigen  mehr  ursprüngliche  «od  »»Dt»! 
mSasige  Dichter  des  Klagegesanges  als  der  Nachahmer  gelten,  ein«  i<4 
nähme,  die  för  den  Konner  der  neugriechischen  Volks|momc  iliirttafl 
nichl<K  Auffallendes  hat.  Die  starke  Hervorhebung  Kmtas  und  Avt  Kit**| 
(V.  38  ff.)  berechtigt  wohl  zu  dem  Schlüsse,  dass  da«  Gedicht  auf  K"** 
oder  wenigstens  von  einem  Kreter  verfasat  worden  iat.  ■ 


l.Bagmilutftoi.biatoruidieDiebtniiKetiBTifiuttioBftlH'OmiidUg«.  (fi|3G4-~366)     g41 

1.  Ed.  pr.  E.  Logrand.  Coli.  <1«  mon.  N,  S.  vol.  .^  (l^T.'i)  85— 100  (mit  oinem  Gl««- 
'■v).  —  Di«  einiigo  Hiuidsclitift.  die  den  IVxt  Oborliafort,  ist  ein  eolches  MuatantlU«k  von 

absalMlAt  Felilerhnft,igkeit.  clnss  man  nW  (Ur  loitkritischc  ^minnrllbuiiRoa  empfitlilen 
kttaal«.  AuMor  all  den  »lilom.  die  si«h  nu«  dorn  .rotuiamua  und  der  Avhnlichk«it  ge- 
wiMer  Laut«  Mklire«,  fiodut  man  faier  nanootlicli  jonc  Verwirrung  in  der  Trennung 
und  Terbindunf;  der  Witrter.  duruli  diu  uucJi  iniinche  Veauuaoer  Drucke  d«r  L^klQr« 
M  rM^  HindemlM»  bereiten,  in  einem  gani  uugewAbnliubcu  Miua»  vvrtroten:  man  lieat 

I.  B.  »'f  xinfv  statt  fil  <r«H'i7,  Cft^nricton  itniifiov  olutt  i-ii  'fät  ii:  amiiiü  fim;  nngSaiyMt 
mi»airtf  atuti  nitf^/rait,  JjfBVu^raK  o.  8,  w,  -  Zum  Ttxte  vergleiche  A.  Eberhard, 
Smiriuiii  JohrMbericht  M  3  (lATT)  554, 

2.  Im  Cod.  Athous  3226  ».  17  fol.  8—14  steht  ein  Spi/t-oc  fni  lü  «italari  njt  Koir- 
mmrtiyovJt4ktiai  in  160  politischen  Veraen.  Der  Verfassor  des  Uedicbtox  ivt  wnlitanhoin- 
ieh  der  Prievlcr  üvDMdinus  [Sviadiröt),  von  dem  derselbo  Codex  noch  «iniae  uidoro 
Sfbriflen  nntbllt  Ed.  pr,  Sp,  Lnmpro«,  "Koh'b  22  (1SS6)  S21  -825.  Boginn:  'AXolfiwor, 
»Uoi'^snw-  '^  tö  yivot  iiüy  'Pai/tniur. 

S.  Nodi  anbMcblet  iet  ein  pootiacbL>B  Zwiugusprlloli  twisohun  KoniitantiDUpel. 
Jerusalem,  Alexaodria.  Antiachiu  und  einem  Fremdling,  deisen  hih&lt  ebenfalls 
«•hmllti);«'  Klagen  Qbor  den  Fall  von  Kpel  bilden.  Ei  atebt  als  EpiloK  einer  vuIkKt- 
BMohischan.  von  Christi  Gehnrt  bis  auf  Konstantinos  IX  Palnologoa  reichenden  Chronik 
\m  Cod.  Marc.  VII  4»  fol    127  IT, 

865.  Ein  Klagelied  auf  die  Eroberung  von  Athen  durch  die 
TOrken  (14,S8)  von  einem  ungoimiinten  Verfasser  steht  in  einer  Peters- 
burger Hand.'H-hi-irt  untor  d^m  Tito!:  Ui^i  tifi  «rn^oiVfu;  *«»  iffi  aix/ta- 
Utcfas  ij  yif«**r  vnö  itäv  Hnittüiv  «V  'Atttxijv  'AÜr^va  (69  ruiniloso  politi^trlic 
Vcntc).  Nach  einem  geschichtlichen  RUckblik  auf  den  Ruhm  der  Stndt., 
mlcbe  den  Gregor  von  Nazianz.  den  Hasilios  und  Ohryaostomos 
Miterrichtet  habe,  verleiht  der  Verfasser  der  pcrsontfiziei'ten  'Aii^>]v<t  solbst 
ia»  Wort;  sie  beklagt  in  tin^ilglich  plumpon  und  ihre«  erlauchten  Namens 

'  *«nig   wQrdigun   Versen   dio   Eniiodrigung.   Schande   und   Sklaverei    ihrer 
Binder   und   ruft   zuletzt   die  Schutzpatronin   Maria   um   Bache   und   tlet- 

;  hmg  an. 

%A.  Oakriel  D«atunia,  Petenburg  lljSl  mit  Einleitung.  Kommentar  und  Ueber- 
••liiiciit  (rasst.  —  Vgl.  ÜregüTovius.  Oeachichta  der  Sliidt  Athen  2,  382  f.  —  D.  Or- 
Ikaniliaroglus.  'latapia  ruV  Uai}yaiiuv  I  (1889)  IIT  S. 

SM.  Emoianuel  Qeorgillas  Limenites  (Eftfiavo»i]l  rfueyiXiäi  ö 
^ipfvitt^c)  aus  libuilos,  fin  eifrigiT  Fruaud  der  kircblichon  Union,  lebte 
in  der  zwisitcn  Hiilfto  dos  15.  Jahrhunderts.  Eine  iiUherp  Bestim- 
inaDg  »einer  Zeit  ergibt  sich  aus  dem  Gedicht  auf  die  Pe«t  in  Rhodoo. 
daj)  er  unter  dem  frischen  Eindrucke  de»  fiirclitbaren  EreignisKes,  also 
vtwH  im  -lahre  1500  und  zwar  allem  An»cliein  nach  als  ein  Maim  im 
best4tn  Alter  vcrfasslo.  Ocorgilla«  hat  ein  geringe»  Formtalent  und  ist  in 
«oinur  Darstellung  breit,  plump,  weinerlich,  zuweilen  auch  unerlaubt  dcrfc; 
Wax  alwr  mit  diesen  Män^ioln  ausRflhnt,  iKt<  die  erschUttenide  Wahrheit 
fHiiner  Schilderung,  der  aufrichtige  Patriotismus  und  die  Innigkeit  der 
Natu ransc hauung  (z.  B.  Beüsar  V.  474  f.;  Pest  V.  90  ff.).  Wir  haben  von 
ihm  zwei  Gedichte,  dio  in  formaler  Hinsicht  dadurch  morkwUrdig  sind. 
dsas  «ich  in  ihnen  der  Übergang  vom  reimlosen  zum  gereimten 
Vsrse  daniteUt: 

1.  Die  Oeschichte  Belisars.  'lato^tx»)  ^h]Y',*f*i  ^*9^  BfXiaa^ov 
(840  politische  Verse.  In  wciclien  zuletzt  V.  810  ff.  plr>t7.1ich  der  Heim 
nuftritt).  Ut^rgillas  liat  hier  nur  ein  älteres  Gedicht  unigeurbcitcL  und 
Wweit«H  (8.  g  357).  In  der  Einleitung  (V.  17  ff.)  und  am  Schlüsse  (V.  803  ff.) 
B|MeU  der  Verfasser  auf  die  Erobemng  von  Konstantinopel  an  und  fordert 


laohlito  B.  Ustorladia  Dlditnsgon  auf  natloakler  Omadl^e.  (§§  367—369)     843 


r«bpr  ilio  flOKCininlnn  SIrntiotJ  firtQitiiiüiat,  franxCi».  KRlrs<tioU).  grierhiscbe 

i'hnrf>n.  dia  im   l.'i,  und   16.  Jnhrhundrrt  an  dpn  in  Italian  nnH{(<'fnohtfnen  Kri»geD 

Ivdrutoiid^n  AnWI  nnhmnn   und  nnuli  ihrer  kulturliinloriochnn  Sl<^)lung  mit  iinsi>r*>n 

idiikiiccklcn  xn  vcrgloichrn  sind,    W   ein  roicbca  MuU>riu1  von  Intniiiiimhon  und  ita- 

ebeo  Dolfunicnlon  ni^bst  oiarr  biatumcben  Unt«T«uchun((  VKrOIfcuUir.lit  K.  N.  Snthai, 

ncnbi  in^dit«  reUtifs  ii  l'liiatüire  da  Im  (ir^ce.  vol.  7  und  8,  furia  läH8. 

369.  Jakob  Trivotis  ( Tgi{t<öitif),  ein  vornebmcr  Oriocbe  aus  Koi-fii, 
fiuwtv  iu  <ler  cntlun  Hülfto  dcH  16.  Jahrhondurts  oin  panegyrisches 
ftdicht  (in  3IH  achUilbigen  trocbäiächon  Ueimvvrsen)  Über  die  Thaten 
^B  Grafen  Tajapiera.  ' latoffi'tt  tov  Tayianit^a,  Derselbe  hatt«  sich  als 
l«zianLt€lier  Kapitän  durch  Bestrafung  dor  Piraten  Verdienste  um  die 
al  Korfu  erworben  und  wird  nun  von  dem  dankbaren  Dichter  über  die 
Idcn  der  Uiati  erhoben.  Eine  :>iweito  Keinier«i  dos  Trivolis,  diu 
ro^'a  10?  ^i  T(;$  Sxiaiiai  fti  ii;i*  ^r^yioaa  ir;  '£//it,if^»;  (376  gereimte 
ifzehnsilber)  ist  eine  freie  Imitation  der  7.  Novelle  des  7.  Tagea  in 
JoccaccioH  Deramerone,  In  seiner  Darstellungsweiae  ist  Trivoli» 
völlig  «ngeschlaolit  und  wie  die  meisten  Heptanesioten  seiner  Zeit  iu  einem 
□nhoinilicben  Urade  italienischen  Einfliiseen  ergehen. 

1.  Die  4iiiNchi«hto  dm  TajapierH  ist  godrucitl  Von^dig  1.^28  und  Sttet.  —  N»U 
•dicrt  riMi  K.  Legrund.  Coli,  de  man.  vol.  Ü  (lä69)  und  zum  zweit«nmalo  Coli,  de  mon, 
N.  S.  Tol.  4  (l^&)  mit  litterarbiBtüriHchcr  Einleitung.  Konnmontor  und  friuixasischor  Uebor- 
«bUuiic.   -^  Zum  Texte  wie).  A.  Eburhord,    Buraiuits  Juliresber.   Über  dio  Fortsclmtle  dar 

Alleiliiiiu*i*iB&.  Bd  a  (18771  Ö5I  f. 

3.  Oascfaicbt«  des  KSiiig«  von  Schotttand:  Oft  in  Venedig  g;«druukt,   tannt 

hsinlicb  IMO.  dunn  1577,  1T79,  170&.  —  Nuudnick  von  E.  Lugrttnd,  ColL  de  mon. 
(IS7I).  ~  Vgl.  E.  Legrand.  Bibliojcr.  bell.  1  (1886)  202  ff. 


8.  RoBBKaUicb*  Dichtnngeo  aber  antike  SUffe. 


370-S71) 


845 


^P  da  tjueus  d«  Ijaint-Uilairo,  llmn-'i«  inu-  I»  inoyen-ago  occidoDtftl.  AnnDsire  iil<> 
iboc.  14  (1880)  80-9».  —  E.  CuHilieiii,  Kluilo  aar  Diclj>a  de  üt^te  et  PorM  do 
Pluygi«.  OrMtobI«  1886  (mir  tinsugJLnglicli)- 

9.  Der  sriechiech«  DiktjB:  Din  Vnniiohcrung  dea  I,.  Septimius.  doas  er  die  Er- 
liltloDf!  dpB  DiKtjra  Cret«neia  nach  einom  grieohischao  OrigiDnl  luleiniscb  beurbeitot 
itkx;  iÄt  JD  dor  neueren  Zeit  sUrki^n  ZwoiMn  untcnvarfoti  uii>rdt>n.  uaU  H.  Dünger  bat 
bwt  aJIgnmoinem  Beifell  gefunden,  »ts  er  in  suincr  AbLandtung  .Oii-tys-äepLimius',  Drenden 
1878,  die  IrUte  MwflÜii'licho  Vurtctdiguug  Ana  griucliisclien  Dict^s.  dje  vou  0.  KOrtiiig. 
Dietfe  und  Uuea  (1574^,  mit  ,Bi'hwen.'m  UeeohQti*.  wie  viu  Rexenei'nt  sicli  beiflUig  Aaeserte, 
nrtUifcwies.  /.war  hiullen  eiiiielne  wie  Tli.  Mnmmsen.  U.  v,  WiUmowili,  A.  Ebert 
■<l  T«n((el-Schw>be  (aeschichte  der  lOmiechcD  Littorntur  °  {lHWi  §  4S3  Anm.  2)  in 
nlMeatlickei)  AeiiMenuigea  »n  ein»in  griochiscb^n  Originnl  fi'st:  für  die  grosse  MiijoriUt 
ter  Foncber  aber  galt  der  griechiHche  Dilctya  fortan  als  ein  Überwundener  i^Undpunkt; 
'll.  (.  B.  noch  ans  der  jOngateD  Zeit  B.  Uessau.  Uenuee  2ä  (IHä'Jj  3T:i.  Nun  liubon 
iB«r  uro«  fMaliH«  ■DgaflÜu'  gleiuhxeitig  uud  vüllig  unabbllngiK  von  uinniidor  den  uuikii- 
•clilborvn  Noeliwms  geliefert,  dasa  !^e|iliniiue  die  Wulirlioit  B|)ricül.  duas  uh  wirklioli  einen 
inafOhrlicberen  eriecbiaahen  Diktyii  gegifben  hat  nnd  da«e  «uf  diesen.  ni<;ht  auf 
lie  vetklint«  lateiniiicbu  lieuibeituiig  de«  Septttnius,  der  DikIj'eatofT  bei  den  l)}';!Hntinem, 
••.  be«  Malaloa  uud  Jnhunues  Antinrhenns.  die  ihn  wledemm  den  SpAteren  vermittelten, 
■rtoknfal:  H.  Patxig,  Dirtva  Cretensis,  B.  Z.  1  (18931  131  —  152.  —  Ferd.  Noack. 
tar  SHMkiMbo  Dietj»,  Philnfegns,  Supplementliand  VI '2.  IlAlRo  (1K92)  403  -500.  —  Lieber 
!••  värtialtni«  beider  Arbeiten  s,  K.  K..  H.  7..  2  (1893)  182  II.  -  Lcbtr  die  <ju ollen verhllltaiBSO 
l4r  Bnaatiner,  welrhe  DiktvaslolT  Qberinilteln,  bandelte  dünn  norh  dninnl  K.  t'nliiig.  Die 
tjrvolliMi-  in  Wodorffl  Aufignbe  der  Üdvaaeeseliolieu,  U.  Z.  2  (ISUSl  41S-440,  -  Vjtl. 
n^  A.  Sonii.v.  UiElys  bei  Arvthus,  U.  Z.  1  (18!I2)  !>S0.  —  Mit  dem  Nuchweia  des  grieobi- 
d»eii  Originals  rrfahll  dur  Diktj'ssngenkxeis  anoli  für  die  inylliegraphbtobe  Ponichiing 
nadi.-ruai  vrbiVbte  iti-deiiliiii)(;  denn  dieaea  Originnl  war  Alter  nU  daa  4.  Jahrb  .  in  don 
Mn  iieniiicb  nWr«iuatinimend  die  lateinisclie  Kjibeinoris  actit.  Ja  ancb  die  (ieiwnit- 
•rarteituag  aotciief  Schriften,  über  die  miui  sich  mit  dem  Scb  lag»' ort  .  Seh  winde  11  illorntur' 
itikl  allx«  leichten  Hen:ana  hinwi'gsetzte.  wird  eine  Ke Vision  erfahren  niQiuDn. 

8.  An»  byiantininr'lien  Quollen  stammen  veraFhiodeue  slavisebeTrojagosi^bichten  ; 
r*l.  V.  Jagif.  Arch,  «lav.  Thilol  7  |lö&4)  70  f.  —  Ä.  Veaelovakij.  Uie  altalnvisuho 
Inftbtung  veni  trajiuiist.'beQ  Kriogo.  Arub.  alav.  Philul.  10  (1887)  27  -  42,  wu  noch  weilBro 
iilttiratur  lu  d«i  stuviücben  Ucflexen  der  Soge  veneiehnel  ist.  —  M.  OasleT.  Oreeku- 
Ilaironio.  l/>ndi>ii  188T  S.  101  IT.  —  Kine  w^rsebeinücb  von  einem  liulgaren  verfaaste 
iraKhlung  von  der  Einnahme  Trojas.  in  welche  Motive  nua  dem  Digenis  Akritaa, 
tt  Geacbicbt«  Ten  der  tiilo  eder  0 Jinda  und  den  Satanin naagen  eingeschaltet  sind,  wurde 
4iert  von  I'.  Syrkn.  Arch.  alav.  Phil.  7  11884)  81-87.  und  besprochen  von  W.  Mo- 
nljakii,  Zur  mÜtelalliiHichon  KnAhhingalitterotur  bei  den  SOdalaven,  Arch.  slav.  Phil, 
t  ilSm  371  -380. 

4.  Kid  rnmflniHrbo  Bearbeitung  der  Trojasoge  Bteokt  in  einer  niniAniscIion 
Valtchrunik.  von  dor  xwui  Kvdnkliunen,  eine  uuafUhrlicbere  und  eine  kQreere.  erbulteu  sind. 
ttt  AbBcboitl  Aber  IVojn  gubl  ofTenbuT  uuf  griechiach«  Quellen  sarQok,  aber  vii-lli-icht 
JÄl  direkt  oder  nicht  iiu-»dilies8licb;  denn  Naniensfonneii  wie  Pariseh  deuten  uuf  sluvisebeD 
Bidoaa.  Dan  auafAbrlicbeiun  Text  ediiirte  aus  einer  Ha  seiner  Privalbibliothok  in  dentaober 
hAwMtnuig  H,  (luater.  Die  ruinfiniachc  Vereion  der  trajuniar.hen  Sage,  II.  Z  3  )1><D4] 
W— US.  —  Vgl  K.  l'rtchter.  Dan  giiecbische  Original  der  rumAnischen  Troika.  lt.  Z. 
>  (I8fti*>)  .SIS— Mfl.  —  V.  Jatrin,  Beitrage  zur  grieohiach-sla viachen  Chronographio,  Arob. 
Uv.  Pbil.  17  (18fl5)  416-42Q. 

H  871.  Die  Dias  des  Hermoniakos.  Im  Anfang  d«8  U.  Jahrlmndort« 
Kielt  ein  soiieit  nicht  bekannter  Mann  namen»  Konfitanttn  Ilermouiakoa 
'E^fioriaxoi)  von  dem  epirotiachen  Despoten  Johanne.i  II  Komnenoa 
kngelodukns  (1328 — 1336)')  den  Aufti^g,  die  homerischen  Qcdichto  von 
ichwierigcii  Wüi-tern  frei  zu  machen  und  i»  oino  k]iit%,  versULndticho 
ipraehe  zu  übertragen:  i!t(!octtix3>,v  *ov  nt^tvaai  \  /k  tdf  ivaxoi^vaaf 
U{««f  I  toi- 'Onijfov  (mii'tpiSiaf  {  ti(  Jtattai'av  aatft^fdav,  \  t'.ii  tö  aa^(  tjtf- 
lar.   Die  völksgriechischc  Bearbeitung  dor  liomorischen  Geschichten,  welche 


')  Uaker  dMown  Ilenscker  vgl.  K.  Hopf, 
Bfwfc-gtnd(iruh«r'acbefCnylilopltdi«.  t.Sekt. 
Ut»  8.  481;  429,  und  Q.  Scblumbergor, 


NuniiamatiaQe  da  roriont  latin.  Paria  1S78 
S.  369. 


846     Briaiitiiali«b«  Uttairatarge»cbielit«.    IIL  TnlglrgrtMh.  Lltt«nttar.  L  forni 


der  epiroti««lio  Hofpo«tAstor  soinom  Gebieter  überreicht«,  bextvbt  «us  ^ 
achtailbigen,  reimloHoi),  trochiliscben  Versen,  die  sich  luif  24  Rhi^ 
wdien  verteilen.     Die  AnHlnge  der  Gee£ngo  sind  durch  eine  alphibotiBÄt 
AkrostichiH  ('f—ü)  verziert.     Die  erst«  Rhapsodie  orzählt  von  derlb* 
älttnimuQg  und  den   Lebensschicksalen  des  Oomer  und  vom  Urteile 
Pari»,  die  zweite  %'on  der  8Uhnefahrt  des  Paris  zum  Heiligtum  desAf 
und  seiner  Bogvgiiiing  mit  Helena,  die  dritte  von  dem  Itaubo  der  B« 
und  den  RUstungeti  der  Grivchcn,  die  vierte  vorDtihmli<.-h  von  der&aa 
Erscheinung  der  griechischen  Helden,  die  fünfte  von  dem  erst^^n  Esinpl 
xwiechen  Griechen  und  Trojanern,  von  der  Heratetlimg  einer  Wiiifmafidiis 
u.  8.  w.     Das  letzte  Kreigni»,    von  welchem  Honnoni»ko»  berichtet,  irt 
die  Rache  der  Hekabe,  die  Blendung  de«  Königs  Foljmostor  und  die  E^ 
mordung  mner  »cht  SOhne.  Den  Epilog  bildet  eine  seltaanio  ErOrt«rac 
über  das  Werden  und  Wesen  des  Menschen,  Ober  die  vier  TemperanusU 
und  über   die  Gefahren,   Mühsale  und  Jammemisse  des  Lebens.    SdM 
nach  dieser  fragmentarischen  Inhaltsangabe  Iftsitt  sich  er»-arte»,  wo  £• 
Quellen  dieser  mittelgriechischen  llias  zu  suchen  sind.    Vor  der  ktipfiM- 
reichen  Sprache  des  (ichti^n,  alten  llonieros  hatte  der  gute  Hertnoitiiik« 
wohl  ebenso  viel  Äugst  als  sein  bildungsbedürftiger  USuptling;  er  beoOMij 
daher  flir  sein  Epos   nicht  die  llias  selbst,  sondern  die  Allegorien 
die  Carmina  Iliaca   des  Tzettes,  den  er  auch  zitiert,')  daneben 
Verscbronik  des  Konstantin  Manaaeos.     Das»  aber  Hormoniako« 
die  politischen  Verse  eine«  TEetzos  nicht  immer  begriff,  beweisen  aUeH 
MiHXvvrßtändniaBe.   Litterarisch  und  ästhetisch  betrachtet  steht  sein  We 
in  welchem    nach   älteren   byzantinischen  Mustern  heroische,   biblii)«h4 
und  mittelalterliche  Elemente  mit  einander  vermischt  aind,')  tief  unli 
allem,  was  je  ein  Byzantiner  an  wüster  Geschmacklosigkeit  geleiat«t 
Die  Geburt  eines  »olchen  Monstrums  ist  kultur-  und  Utterargi^dnch 
ein  KätMol,  das  sich  nur  durch  die  Annahme  eines  seltenen  Vereinw  »od 
gi>i»tigcr  Armut  und  Roheit  sowohl  beim  Bearbeiter  als  beim  Bvsl«lkf 
klären  Itbist.     Das  ganze  Unternehmen  musste  schon  an  dem  MetranI 
scheitern,  welches  sich  der  Dichter  auagcwählt  hat;  wfihrend  die  BysantiMfl 
flon.it  didaktische  und    epische  Stoffe   ganz    passend  im    zwOlfsilbigHl 
Triincter  oder  in  dem  volkstümlichen  politischen  Verse  behainlü^j 
verBoI  Hormoniukos  auf  die  Idee,  die  trojanischen  IIeldenthat«n  in  mm 
Masse   zu   besingen,   das   sich   ftlr   anakreontische    Lieder   und   für  Spott» 
godichte*)  eignen  mag,  nicht  aber  fHr  ein  langea  Epo».   Da  nun  die  Mob»-! 
tonie  weder  durch  Heim  und  Strophenabteilung,  noch  durch  den  Wech«! 
zwischen  katalektigoheu   und  akntalektiiM^hen  Versen  gemildi<rt  wird.  pdI-J 
steht  ein  Tonfall,   der  den  Leser  quftit  wie  das  nSchtUclie  Picken  «orrj 


■)  8.  Sl  V«n  &9  «d.  tMgnnd. 

')  AohfÜM  liolit  mit  pinoin  Unrr«  von 
B^lf^fon.  Unsarn  und  Myrrnidonnii 
vorTrojft  (buh  TxaU«a.  Prooi'iii.  in  lliftdom 
V,  426).  nie  TrojiDcr  l>(-wt<rbi<ii  sipb  tiiireli 
«in«  (immnJtiicbnn  'Itei  di«  Hilfv  dM  l'ro- 
d1i«1cii  Diiviii:  er  w(At  n«  lurOck.  wi-il  tiia 
ihm  wcgcu  iluM  Htfideutumii  v<irdncii(ig  sind 


(aaiiHnna*a«aV.  1957  ~19SS:  Ur^MJ 
Johann«!  Aatioehenuii.  I'n^fli-  &l*-| 
24,  3,  dar  ajdi  auf  Dikty«  banift).  I 

■)  Vgl.  %Sib.  Di«  W«  biHMn«i|W 
WrwMdiHif  faod«!]  di*  Mihlailbt«N  '^ 
Dblen  (ilooh  mit  <Uin  W«obael  iwiiÄMiD- 
tal«kli»ch«n  niid  kataJalctiaebMi  VmmI  *• 
des  r«ixea(t«n  Wvtkcu  von  UoriU  tliM*- 


8.  Bomutiach«  DiolitiingaB  Bbw  uUk*  Stoff«. 


371-372) 


847 


Schwarz wäldenilir.  Wilreu  die  Verso  wenigston«  noch  gut  gebaut!  Honiio- 
luakos  aber  erl»ubt.  sicli,  um  scino  Ti-ochäun  zu  roguliorcii.  die  unorliUrtosten 
ieoeoto  und  »chUttot  iu  diu  zuhllüHen  Lücken  ganza  Säcke  voll  sinnloser 
flickwßrtfir  wi«  yn'p,  «ii-)-,  «',  d^J)  Wie  der  Epirote  ftuf  sein  Metrum 
'erfiel,  wissen  die  Gütter;  doch  ist  zn  vermuten,  dans  ihm  d<tr  franzSsiüche 
[^ojaroman  de«  Henolt  de  äatnte-More,  der  in  achtHllbigon  jamhischen 
'abU-auxvorH«n  AbgefASitt  ist,  nl»  Vorbild  dient«,  ficknnnl^chnft  mit  frUn- 
iacbor  Poesio  wäre  im  14.  Jahrhundert  »elbst  bei  einem  sonst  sehr  un- 
riasenden  Griechen  nicht  im  mindesten  auffallend.  Von  der  krausen 
Iprache  de»  Werkes  kann  man  sich  aus  den  mitgeteilten  Proben  eine 
rarstelhing  bilden;  für  die  geschichtliche  Erforschung  des  V'ulgärgriechi- 
oben  mag  dat.  Work  immorhin  seinen  Nutzen  behaupten,  nur  darf  man 
teilt  vergessen,  dass  bei  der  Ausbeutung  dieses  Sprach matoriaU  die  grÜHst^* 
'orsieht  nütig  ist,  weil  viele  Seltsuinkeittjn  zweifellos  nur  der  schrulton- 
Aften  OßwalttliXtigkeit  des  Verfa.<«sersund  seiner  misflglUckt«n  Naohahmnng 
er  älteren  griechischen  Vorbilder  ihr  Dasein  verdanken.  Das  Schlimmste 
a  dem  Werke  ist  der  völlige  Mangel  alles  dessen,  was  man  poetische 
Emfifindung  und  Gestaltungskraft  nennt;  das  ungeheuere  Gedicht  ist 
om  Anfang  bi»  zum  Ende  eine  Poesie  im  Stil«  des  Pyramiis  im  Sommer- 
laclilstraum:  ,0  Nacht,  so  scliwar»  von  Färb',  o  rnbonschwarze  Nacht! 
)  Nacht,  die  du  immer  bist,  sobald  der  Tag  vorbei.*  Das«  es  dit^er  Jamnier- 
liaii  trotz  alledem  nicht  an  Lesern  gefehlt  hat,  beweisen  die  drei  uns 
irbaltvnon  Handschriften  (zwei  Pariser  und  eine  Leidener);  noch  im 
teitalt«r  des  Humanismus  fand  das  Werk  einen  Bewunderer  in  Nikolaoa 
.tukanis,  der  filr  seine  1526  zu  Venedig  gedruckte  Ilias  kein  besseres 
Vorbild  zu  finden  wusste  als  den  Konstantin  Herniouiakos. 

t.  Aasgubea;  Zuerst  edierte  umriingTeicIi»  I'rnben  (3044  Verse)  nach  oineir  von 
JNk  ZuvfMlios  ■ngvrertißtcii,  fohlerlin[t«n  Abschrift  das  Cod.  I'nria.  auppl.  rt.  444  Mnuro- 
VrydHS,  'FjiXoy^  B.  73—183,  ~  Der  undankbnron  MUho  einer  volIatdudiguD  kritiHcWn 
ln»t;al><>  uiittinog  sidi  K.  I.cgrnnd,  l.n  guorre  d»  Troio  pnr  Const.  HornionincoH,  Bibl.  gr. 
ralc.  V,  Pwis  1H9(I  (mit  einem  gennuen  Vnnnntcn verbrich nis  iler  dt»i  Hm  and  eiiiom  grani- 
uUMban  Index).  -  -  Zur  (Juellonfrugo:  J.  Psiabari,  Rovue  critique  v.  12.  Jan.  1801  S.  29. 
-  E.  P-txig.  B,  ■£.  1  lim-i)  139. 

2.  Die  erst«  AusRuli^  dur  Iliaa  den  Nikulaeti  Lukanis  (Veaedig  Ki2G)  ist  mit 
in»  tCinteitting  von  K.N.SatliHa  irivdorbott  vuii  K.  Legrand,  Coli,  de  mnn.  val,  5{IR70), 
intb  i»t  das  BÄndchen  leider  nur  unvotlsUiidia;  im  Uucliband»!  (XII,  112Soit*n),  weil  die 
Lx*Bipl»r«)  <Im  iweiton  Hofltw  im  Mai  1^71  diircli  «in«  PcHombrnniit  xu  Grunde  einfcen. 
(•bar  Lukanis  und  sein  Vorhllltnis  lU  HeimonUkoR  a.  K.  [.ogrand,  Bibliogr.  lidl.  1 
Ue!t)  188-192. 

■    872.   Der  trojanische  Krieg  {niXtfioe  rji  T^tpäiof).   WSlirend  Hcr- 

Bniiiiktii«  seine  llias  wenig^ten^  noch  aus  griechischen  Quellen,  wenn  auch 

itfar  trOb  fliowH-nden,  geNoliiipft  hat.  fand  es  der  Anonyme  Dichter  des 

Kojanifichen  Krieges  nicht  unter  seiner  Würde,  sich  die  Kenntnis  von  den 

lomeriwhen  Geschichten  hei  einem  fränkischen  „Bai'haren*  zu  holen.    Sein 

iflferk  ist  nicht»  anderes  als  eine  fast  wflrtliche  Übersetzung  des  be- 

■Hlunten  aUfran20sichen  Trojaromans  von  Bonolt  de  Sainte-More.   Die 


*)  8*m  Lteblingtiwort  ist  yl^.   Man  ver- 
m»  BeMpiel  (8.  7  Ven  14  ff.  «d.  La- 


/I(mV  T>jf  or;i-  yÖQ  ßaailjliiy 
Kai   rui'C  vai  aoü  ytiQ  Jbt'kot^ 
Tat  (t  «iiot*iHr(  )i!f  Uinf 

T^t  'l>f4ljl/0V   ^S^flA'of  u.   ».   w. 


§48     BTUBtlaisohe  Lltt«r»targwcluobte.    IIL  Vnlgtrgrieoh.  Littorktor.  L  Foult. 


H  frftnkische  Quelle  vorrftt  Hicfa  t«clion  in  den  »elteam  voniiitttAlt4^rD  üign- 1 

H  namen  z.  B. '£pxui-A#;,  .1fn^r>;  (Mar»),  Kcvßa  {Betnha).  //äii^ot'xÄu^.')  uxkl 

^1  in  zahlreichen  fränkisc-hi-n  AppC'lIntivcii  wie  tC'P^e*'  (chatnbre)  a.  e  «.I 

^1  i>a8  Qedicht  iai  in  reimlose»  politischen  Kiinfzehnailboni  abgef&sBt  notl 

H  gehOrt  wnhrscheinlich  dem  U.  Jahrhundert  an.  I 

^K  1.  AnsK^lion:   Bi>  jotxt  nirnl   nur  einige  Proben  um  Cod.  Pari».  2S7f)  (11.  J(h^l 

^^^K   hOBdart)  odiort  von  Mnurophryilca.  "t'jdnytj  S.   183—211.  ■ 

^^^P  2.  Hilfamittul:  WrKtoiohun^  d«a  Cod.  Paris,  gr.  2878  ■.  IS  (lae.  b ^Imdm  « 

■  IJH.  gr.  rocd.  8.  1!>T-22<J.  1 
^^^_^              3.  Lii^berli«f«ruD)(:  Kin»  tlan[itliii  iel  iM  Cod.  B«iiod.  Univ,S567,  in  vtltba* 
^^^b  ilu  Umlivlil  11074  Vorao  lihtt.  Til<<l  un4  Antanf;:  Up/if  iijc  rpa«r'ifo{.     'Ecriw,- ]!3Jin« 
^^^V   fltraiifif  tt'yirirüt,   «W^tiec  [1  JUoi-'aiix   (fJ    niu'trtr/^f,  X**?*!'  i"  Ut^/ti^irmr.    tttblM^ 
^V           l'iyort  !tHti-it  tfußi^  xmi  Ci^i'n  utyiilr,  ||  'tMmi  naUorit   (■{»■  blL««*-  jffafWfv  ef  ItUfnJb.-. 
H           Vgl.  Oliriori,  Indico  do'  Codici  Oicei  Ualogiion,  Studi  IIa!,  di  fliol.  d«M.  2  (IflUj  43t 

■  ~  Wtitero  U«s:  Der  borflhmlc  Cod.  Vindob.  Iheot.  244  (NtMMt)  (»1.  260-Xä4-  Um 
^B  Mn  Anfutg  und  ächliuui  TOrstaminolU  Cad.  I'nriH.  gr.  1TÜ2  A  ».  IS,  wo  nur  nln  TOM 
^H  Vl^rs«  erliHlUii  sind;  n  lir^iunt:  'linoi-  ttitv  ut  tä  piitauti  (o*  iffMgtiinft  ümtt'ift'^K. 
^^^  Oud.  Paria.  Coisl.  344  n.  l(i  fol.  7—192.  Hnr  eine«  rerwalirla«t«B  Awaiig  mmpI  n 
^^^K  antliAlloii  der  Cod.  Pnris.  eappl,  nt.  926  s.  IT. 

^^^"  373.  Achüleis.     Difise  romantisch  umkleidet«  Lß)>onBg(>schtchb>  d**^ 

^H        homüriächen  llehk'n  ist  in   zwei  stark  von  einander  ahwoichei 
^V        Bearbeitungen   überliefert;  die  kürzere  umfas.4t  761,  die  ausfllhrli 
H         1820  reimloHe  politische  Verse.  Trotz  des  verschiedenen  Umfangi«  ixl 
H         Gang  der  Handlung  denwib«;  e»  flnden  sich  in  Iwiden  diesolWo  Epwoikal 
H  und  sogar  viele  identische  Vor^e.     Das   läugiT«  Gedicht    ist  offenbar  tinel 

H         uusHclimilckende  Ühurarbuitung  des  kürzeren,      k-h   skizziere  den  Inbtlli 
^^        nach  der  ausfUhrlicheren  Redaktion:  Dem  mächtigen  KJ>nig  de« 
^^^K    doncnlandei*  wird,   nachdem   er  mit  seiner  Gattin   12  Jahre  in  kiiid« 
^^H  Eho')  verlebt  hatte,  ein  Sohn  getwren,   der  den  Namen  Achilles  erUMj 
^m         or  wird  wohl  erzogen  und  in  allen  Wiit8«DschAft«n  unterrichtet.  Im  AI 
H         von  8  Jahren   vollendet  «r  soinv  Studien  und  widmet  sich  von  mui 
H         ritterlichüii   Künsten;  in  einem  Tunner  besiegt  er  mit    vorgeschl 
H         Visier  seine  Gegner,     Eines  Tages  wird  gemeldet,  da«»  ein  fremdor  '. 
H         das  Land  bedroht.     AchiÜe»  zieht  mit   12  auserlesenen   Rittern    in 
H  Kampf,  erblickt  Polyxcno,  die  schöne  Tochter  des  feindlichen  K&nig^  und 

^B  gewinnt  ihr  Uerz  durch  Liobeebillete  {nitiÜKia);  ee  folgt  VersOhnnag  und 

H         t'rölilicbe  Hochzeit.     Beim  VermShlungsfeste   Überwindet  ein  friüilüsclw^ 
H         Kdulmann  alle  Ritter  des  Achilles,  auch  den  Patroklo«,   wird  al>«r  zol 
vuu  Achilles  aus  dem   Sattel  geworfen.     Nach  6  Jahren   glUcklichvr 
stirbt  l'olyxcno.     Ein  Jahr  nach  diesem  Unglück  ziuht  AchiUee  mit 
Myrmidonon    in    den    Eric^   gegen   Troja.      Paris  verspricht    ihm 
Schwester  zur  Fröu  zu  geben,  damit  zwischen  den  Trojanern  und  Or 
Friede  wwde;  Achilles  glaubt  seinen  Worten,  wird  aber  in  der  Kirrhi' 

L Troja,  wo  er  mit  der  versprochenen  Maid  getraut  zu  worden  bollle. 
Paria  und  Deiphobos  überfallen   und  meuchlings  ermordet.     Der  Dieb 
nomit  noch  Homer,  Aristoteles  und  Piaton  als  seine  Qnellwi 
in   d 
volki 


')  Diew)  Form  findet  sioli  jedoflli  anch 
in  der  Acliilloii.  wosImK,  vidleielil  nn 
volkietjfiuülvgiBcltuu  KinäuM  xu  danken  nt. 


»)  Kin  bo]i«b(M  Rotnanmalir.  J««*^ 
auch  in  di-i  Knulilanx  von  Flot*  *** 
Ulaiicb*(l«r«  vorkanmt. 


S.  Bomuitiache  DicbtoBgen  flb«r  utUke  Stoffe. 


373-374) 


849 


mit    «iiier    wehmOlij^c-u    Betrachtung    der   Unbeständigkeit    di>a 
n  GlUckes. 

las  antike  Kolorit  ittt  in  der  Afiliilleis  noch  mehr  verwischt  6,\»  in 

oben  genannten  Trojageschichtcn.    Wenn  ninn  <lio  griocluHchon  Namen 

immt.  8o  bleibt  ein  höfisches  Komnngedicht  übrig  mit  der  flb- 

1   Schilderung   von   Turnieren,    sittsamen  Jungfrauen,    Palilüten  und 

I,    dazu  Aoi*  echt  byzantiiuHohn  Beiwerk   einer  goldenen  Platane  mit 

Btüohen  V'BgcIn;  ein  uiittulaltcrlichcä  Motiv  ittt  auch  die  ZwOlfzabl 

I8erl«wnea  Kitt«r  de»  Acbille»,  die  seine  OcheimniHse  teilen  und  in 

6t  sich  uin  ihn  scharen  (KI5nig  Artus).     Übrigens  ist  dio  Beschrei- 

der   Orte   und  Personen    ziemlich   nehelliaft:    nur   durch   die  häufigo 

inung  der  Kranken,   frünkischer  Kitter  und  frftnkischer  Sitten  ent- 

ein   verschwommoTtc8  Lokalkolorit.     Eiiio  unmittelbare  Vorlage 

erkes  scheint  nicht  bekannt  isu  sein;  einige  Züge  weisen  auf  Maldlau 

eile  zurUok,  so  der  Käme  Polyxen«  und  die  Erzählung  von  der  be- 

higtcn  VenrUlhlung  des  Achilles  mit  der  Schwester  de«  Paris,')  Doch 

cht  tticher.  ol>  der  Verfasser  den  Malala»  >iolbi«t  benutzt  hat.     An 

jinaek  und  poetischer  Kraft  steht   die  AchUleis   hoch   über  dun  zwei 

benannten  Trojageschichten;  namentlich  sind  manche  der  eingestreuten 

■billete  wahr  empfunden  und  gut  ausgeführt    Der  voIksmiLisige  Ton 

it  in  der  EinfÜhning  des  Totengottes  Charon  (V.  1624)  und  in  der 

lenug  vom  Mitleide  der  Nachtigall  (V.  1063  ff.)*)  glücklich  zmn 

iBcke.     Für  die  Erkenntnis  des  Grundcharaktera  des  Gedichtes  ist 

btlicb   die   unverkennbare   Ähnlichkeit   des   Achilles   mit   dem   rho- 

len  Nationalheideii  Digenis  Akritas  zu  beachten;  die  wichtigsten 

iod    beiden  gemeinsam,  das  wundersam  schnolle  Wachstum,  dio 

icheu  Heldcnthatcn.   der  frühe  Tod   der  Gemahlin   und  dos  Helden 

Nach  seinem  inneren  Gehalte  ist  dus  Werk  trotz  der  homerischen 

mit  dem  Akritenzyklus  und  den  M&rehenromanen  enger  verwandt 

il  den  Trojageschichten.    Die  Abfassungszoit  der  Achilleis  ist  un- 

t:  doch  stAmnien  wahrscheinlich  boido  Bearbeitungen  aus  dem  14, 

ändert. 

■eg«b«D:  Di«  kOit^r«  Veraiua  (ilea  CoJ,  liadli^iiuiiu)  od.  K.  N.  ästhnB.  Annuairu 
18  (1879)  120 — 17ü.    -^    Die  uiiirHn^KrL-ioliLTu   «dierte   meh  <lvm  Cud,  NcbjiuI. 
f»l.  13-  bi.  doch  uboa  BeiiUtxuiig  eiuer  duaftelbo  Werk  natholUndea  UandBclirift 
.h  Mii»euni  W.  Wagner,  Troia  |io(>iues  |^.  &.  1^&6. 

74.  Der  AlexanderromaQ.     Die  Entstehungs-  und  Bntwidcelungs- 

htc  der  Alexamlersage  ist  etwas  genauer  bekannt  als  die  der  troja- 

Sagonhttttratur.   Unter  dem  Namen  des  gelehrten  Kallistheueii, 

berühmte,   uns    leider  fast   vollständig   verlorene  Geschichte  der 

Alexanders  des  Grossen  %-erfas8t  hat,  wurde  eine  apokryphe 

iidergeschichte  in  Umlauf  gebracht,  deren  Kern   wahrscheinlich 

ItolcniAerzoit  zu  Alexandria  entstanden  ist;  später,  besondertt  im 

dea  3.  Jahrhunderte  n.  Chr.,   erfuhr  die  Geschichte  des  Pseudo- 


[aUlaa  ed.  Bern.  &  180  f. 
iNe  Teilnalune  der  VSg«l  an  <len 
iekca  *l«r  Meoa«li«ii  bjiielt  dixIi  in  d«r 
• — ■--'eben  Yolk^OMl*  eine  «rlieUUcli« 


RoUe.  Vgl.  A.  Lab«f,  Hie  VOgel  in  den 
Uiatoriscben  Id^dern  dtt  Neugriechen,  Pro^r., 
Salsburg  1882. 


M 


i 


85ft     ByuaUnifletae  IdtterAtargMcUcht«.    UI.  VulgKrsricob.  Litt«mt«f.  1,  P«Mkl 

Kallisthcnes  weitere  Umarlteitungon  nnd  al^hniil  nucli  vorsi-hWeu!  twfl 
Setzungen.     l>ie  griechisch«  Fassung  des  Wurke-»  tut  in  drei  VersioiM 
Überliefert,  einer  alten,  welche  der  Urform  &m  nächsten  kommt,  nod  !«■ 
jClngeren,  durch  Zuttätxo  und  Intorpolationen  entstelltüu.    Daran  reibra  «fl 
die  lateiniBcho  Übertragung  äea  Julius  Vslcriu8,   die  vor  ä4f),  wibi^ 
Hchoinlich  im  Anfang  des  4.  Jahrhunderte  abgefat«t  ist,  eine  armenisciii 
übcntctzung  atiR  dem  r>.,  spätesten»  f>.  Jahrhundert,   die   dem  nrsfirftii^  | 
liehen  pHOudu-KalliMhenea  wohl  am  nächaten  «teht  und  schon  von  M'i»> ' 
von  Choren  benutzt  ist,  endlich  eine  (*>Ti»che  R<^rheitune,  die  t'u\ 
ebenfalls  dem  5.  Jahrhundert  angehört.     Die  lateinische  tbortragun^  ik* 
Julius  Valerius  wurde  H]>&.tor   fa«*    vSlhg  verdrängt  durch   eine  ftnAU 
lateinische  Bearboitung,  dio  sogenannte  Historia  de  preliis,  wolclu 
in  der  ersten  HiUfte  des  10.  Jahrhunderts  der  Archipresbyter  I.pc   dv 
abhüngig  von  Juliu»  Valerius,  aus  einem  griechbchen  Texte  gcM-)iü{ifi 
Hein  Werk,  in  welcliem  eich  der  occidontalischo  Geist  de«  lü.  JahrliiiiiiJMti 
treu  widercpiogelt,  wurde    mit  Beifall  aufgenommen    und  in  zabireicbta 
Übersetzungen  über  das  ganze  Abendland  verbreitet. 

Wie  hei  den  Romanen  und  Germanen,  ao  wurde  andi  bni  in 
Griechen  der  ur-tprUngliche  Text  de»  Ptteiido-KalliHtheniQi  modcroiwüH. 
d.  h.  dem  verftndcrten  Geschmack  und  BodUrfnie  des  Ktittolalters  angopuii 
Ktui;  mittclgriechiocho  Bearbeitung  der  AIcsandersage  in*1117rM]n- 
losen  politischen  Versen  ist  in  dem  schdnen,  aus  der  Bihliotbek  des  Kl^■ 
dinals  Ilessarion  stammenden  Codex  Marcianiis  408  aufbewahrt.  Dit 
Ifandsohrift  ist,  wie  in  drei  Versen  am  Schlüsse  vermerkt  wird,  im  Jiihi» 
13H8  geMchrieben;  die  Abfaseung  dos  Gedichte»  si-lbst  dQrft«^  nii-)it  vict 
früher,  jedenfalls  nicht  vor  dem  14.  Jahrhundert  erfolgt  sein.  1>* 
unbekannte  Verfasser  beweist  Geschmack  und  ein  erhebliches  Talcat 
anschauliche  Darstellung.  Seine  Sprache  ist  flieitsend,  wird  abm 
die  verun^lDcktc  Nachahmung  altgriechisrher  Konstruktionen  und  Por 
Kuwoilcn  fehlerhaft.  Leider  ist  die  einzige  Atiägabo  unzuverIfiMiig  ui 
uamcntlicli  für  »prachlicho  Dctaiiforechung  nur  mit  grOester  Vondckt 
verwerten.  Eine  zweite  vulgürgrieehische  metrische  Bearheiliiil 
ist  als  venezianisches  Volksbuch  öfter  gedruckt  worden.  Koben  diu 
versiflziorten  Werken  verdient  die  h&chste  Beachtung  oino  durch  tei 
V'olk»«tUnilichkeit  in  Sprache  und  Auffassung  auegozcichnete  l'rosabei 
boitung.  die  im  Cod.  Vindob.  theo],  244  (Nessel)  erhalten  ii4. 
umständliche  Titel  beginnt:  Jnlyi/eis  *«*  yd%-rrjVi<  x«i  i;  f»»j  »or 
J(lov  '  To  nü;  fytvv^9rf  xol  liffTpäfijv  u.  8.  w.  Eine  andere 
steht  im  Cod.  Athous  3309  s.  U>  fol.  1.59'— 207'. 

1.  Ausgabuli:  Das  Aloxnn<lorlJud  don  Cod.  Höre.  cd.  W.  WagDor.  Troi«  | 
er.  8.  .j6-241.  —  Die  erelun  SW  Vcrao  cJ.  ^eiobzcitig  K.  Leginnd,  BiW.  gi.  i 
(1861)  S,  XXXV-LIX.  -  Die  tweite  Bearbeitung  encbien  nunt  VeMdic  1SS9: 
«b«nda  l&.^3.  Vgl.  Lcgrand,  Bibliogr.  heU.  1  [läSi)  205;  266  ff.  ~  Von  Codu  1 
tinnus  iirid  vom  iWJener  Proutext  gab  merat;  Proben  St.  Kapp,  Hitteiluofe«  Mtj 
nclicD  llnndHrbrirten  nts  Boitrsg  lur  Geschieht«  der  Alexandf'ruKe  im  Uittelaltor.  _ 
Wien  18:2,  —  Vollstiliiiiigi.  Au8Knbe  des  %Vi*ner  Prosntexto»  b«  A.  N.  Veeel« 
Ann  der  a«chidite  des  Roman»  und  dpr  KralhlanR  I  fPetorebarft  168«)  Aiihai«  &  ( 
—  Weilcre  Mittel IiinftcD  uns  griech lochen  Ilgn  vcmprinhl  V,   Intrln  n  («bM. 

2.  Hiirsmitli^l:   Zum    nltgriechlnch«»    l'wudo-KnlliHthoiMUi;    W.    Christ:  fli** 
LittorHlnrepscli,  '  g  .',i&.    -  Zu  Jallun  Valerius:  W.  S.  T»uff«t.  «e«*ik*U  d«r**- 


S&di 


DMiUsobe  DichtoiiKflii  fibsr  uitilc«  Stoff«.    (§  ST4) 


851 


|t«r«lur  '  (1890)  $  3n9.  ~  Zur  Hblnrifl  do  pivliis  vgl.  Vs.  O.  HnrtwiK.  PI« 
igsUtUntnr  Ünleritaliene  in  iler  normnnniBcli-Htanfbclien  Kpocli«.  CVntralbl.  f. 
imami  S  (1886)  161—190:  223—225;  .^0.^  (.  Zu    den   ori(intalis<-h«ii  tio- 

Im  «llgMiiMDftn  i.  t'r.  Spiegel,  Die  Alcxandorangc  liui  den  OrinnUlnn. 
S&l.  -  Di«  ■yriüRhe  Bcnrlicituo^  cJ.  K.  A.  Wallis  lludge,  The  hiMton-  of 
.  tb*  Or«iit.  being  Uie  Srrini;  veraiun  uf  Ihc  P-ieudo-Cullisthcn«?«,  Cniiibridge  IS89, 
DBlnnuchlo  Th,  rlUldeKv,  Beitril(;e  zur  Lipscbicht<.>  des  Alex nudortomanii,  Dunk- 
der  Wiener  Akad..  pbil.  liial.  Cl.  88  (1890)  dio  Abr.-iBäimfpiieit  diesM  ayriBcliun 
fang  nnd  ihr  VerlibltiiiB  tu  doii  griorliisdien  uud  SünHtigen  Textvn;  er  (find,  doss 
■«  tr«b«te«txiine  voll  einem  OsUjt'ci  sUmml.  der  im  8.  Jnlirliiindcrt  eioe  etwa 
nlnuitiert  angefertigte  mit  Cod.  A  verwandt«  rehlewT-UebersetEung  des  Peoude- 
Me  IM  Sj'rische  tlbertrng.  —  Auf  dun  Rfriscb«n  Text  bexi^ht  sich  anch  K.  A. 
!Bndge.  Alexander  Iho  Orent  and  liog  nnd  Mugn^.  Zi^iteHir,  f.  AMrriologio 
|8ft7  — 404,  Kino  deutsche  Uoberaetxung  des  synschen  Textes  gab  V.  KjbiiaI, 
irbn    UnberaotKung   des    rEeudo-CiilliBthanes,   Archiv    (.   d.   Slndium    der    nounrcn 

■  und  Littcrnturon  W  n893)  83-134:  2Ö0-28H:  353  40Ü.  —  Zur  nrmani- 
trNrbi>it4ing::  J.  tÜldcnieiBtei'.  Päeuduknllialbi^iiea  bei  Muses  von  Kliuron,  Zvit 
pr  dDuIachen  ni»ri:i.'nläud,  Goselladiaft  40  (1^8(1)  Sü  f.  —  Aetliiopiache  Be- 
BO  dea  AlcxundiTromoiiti  ed.  mit  «uglisclier  l.'eberaetzung  und  KuiumunUr  E,  A. 
ßudge.  The  üIl'  aod  exploits  of  AlexHoder  t.be  Great.  beins  a  serioa  orEUiiopic 
L  2  voll.,  London  llflO.  —  Georgiaclie  Unarbeitung:  A.  Chaclianov.  Die  gm- 
Enkblnag  von  Alexander  dem  Makedonior  und  die  snrbiacbn  Ali>xandnas,  .loiirn. 
i  Bi  289  Seplemberheft  S.  241—252.  --  Zu  den  (TanxUaiaohnn,  englischen 
tscben  DMrbeitungen:  Tb.  GrAssc.  Lohrbucli  einer  alignmeinen  l.itoriirgeachicht* 
~    4SS— 4S6,   —   uaston  Pari».   La  litt,  franvaiae  fiu  moycn-Agc,    Puria  1888 

—  H.  V.  Junker.  tiruudriBä  der  Geaohifililo  der  fran^ösiflobcn  Litteralur, 
18.85 f.  —  (lust.  Körting.  Grundrias  der  CjeBvbii'lile  der  «ngliachen  Litterntur, 
8.  112  f.  —  Karl  Üoodeke.  Griiii'lrit«  zur  Geaoliiabte  der  duutächcn  DicU- 
1884)  &  &9  f.  —  Auch  Borcaroin  arlieiiit  eino  Version  des  Alexanderronians 
babea:  a,  Marciia  Laiidan.  Di<>  (Quellen  doa  Di'kamoron.Stuttitarl  1884  S.  293  ff. 
lidel.  L«  l^iKMide  d'Ariatflto  au  moynnilg*.  Nonvnllea  ritiide"  nur  la  litt,  gr,  mod., 
TB  S.  331  -  SM.  W.  Hertr..  Aiintoteles  in  den  Aleianderdichlungen  des  Mittel- 
tHunil.  bAffT.  Aknd.  1».  Bd  1.  Abt.  (1890).  —  Dario  Carraroti.  La  leggenda 
Indro  llaRno.  MondoTi  1892.  —  Adolr  Ausfeld.  Zur  Kritik  dca  griecbiachcn 
ROBaiw,  ("rogr.  dcH  Gymnaaiuina  zu  Bruabaal.  Knrlanilio  IHM  (Olor  dio  umprilng- 
bpM^an  und  die  Quellonl.  —  H.  ChriBlensen,  Die  äpraob»  des  bytanUniaohcn 
IVf{cdi«htoa.  B.  '/~  0  (I89T).  —  Aueh  Über  daä  VerhUlInia  d«a  iiutleIg;rioubiachen 
,xo  den  venwbiedenen  Versionen    dea  Pseudo'KnlliHlheiiea  liat  CbriateuHen  ein« 

Rg  Koeebrielieii.  für  die  aicb  noch  kein  Verleger  gofiioden  bat.  —  Hauptsührift; 
leEer,  Paeudokalliatlienea,  Hallo  18(17. 
l'KiNa  beaonder«  BearhtniiR  verdienen  hier  die  zum  grOsalen  Teil  von  Bii-2anx  au»- 
alaviachen  und  runiHnischen  Bearlieitutigen:  A.  Veaelovakij.  Zur  bal- 
AlaxandiraaRf,  Arcb.  slav.  Pbil,  1  (18TS)  608-611.  Deaaclben  BumerkunaeD, 
Phil.  3  (l«79)  -■.72,  Detscibeni  Zur  Frage  Ober  die  IJaellen  der  serbiscTiM 
eis.  Joura.  Min.  1HN4  Bd  23:^  Mai  S.  149  -187:  ßd  23.-i  Sept.  fi.  If.  a'>.  Dm- 
r«i  Bemnrkiingon  xur  Frage  Ober  die  Quellen  der  serbischen  Aloxandreia.  .Inum. 
Bd  £41  äopL— Okt.  169-209.  Dosseibon:  Dio  Wundorepisode  der  millelgrivchi- 
iaiidraim,  Arrb.  «lav.  Phil.  II  (I88S)  337-34S  (Ober  eine  atlBerbinchu  t)a- 
nit  Proben  einer  millelgriecbiHcben  PrOMVMmon).  —  A.  VeaeloTskiJ. 
|*r,  J.  Gkrkovi.  Neue  Daten  zur  Gesc^hiokl«  dea  Aleianderromans.  Sliomik 
kMk.  Jas.  itup.  akad.  uauk  T,  !>3  Nr.  7.  Palerabttrg  1892  (i-uas.)  (mir  uniugAnglieh). 
I  alt»«Tbisi.'hon  Text  des  Alexandcrromans  ed.  8t.  Novakovif,  Belgrad  IfflS. 
I  BMitlit  voa  V.  Jagid.  Arch.  slav.  Pbil.  8  (1879)  734.    —   Ueler  eine  Anagnbe 

■  i8«b«r  AlexMtdarfragmcnt«  vgl.  V.  Hgii,  Arch.  slav.  Pbil.  .=>  (I^Hl)  C09  fF.  — 
U*riach-alov«ntach«n  Texte:  P.  Syrku  und  V.  .lagif,  Arch.  slav.  Phil.  7 
^-86.  —  Kinen  rusaiaehon  Aloxanderroman  od.  die  lussiacbe  Gfscllachaft  der 
bilaB,  I'etrreburg  1880  1886,  Nr  67;  87.  —  Ueber  dio  .Sngo  vom  .PrienUr 
^  bei  den  Slnron  und  ihre  IWichungen  «u  Pseudo-KnltiBthenes  handi'lt  V.  Jatrin, 

Erom  iodiaclirn  Koisertuin,  .\rbui(cn  der  slaviscbi-n  Kommission  bei  der  k.  arcliAo- 
in  Hoskau.  Ud  I.  1803  (rnsa),  —  Zwei  Hauptwerke  über  die  slaviaclieo  Uc- 
Kaa:  A.  N.  Veaelovakij,  Aus  der  Geschiehte  des  ftuinana  uud  der  Krxiiblitni:  l 
«1880)131— &11  (ruaa.J,  Hier  wird  u.  a.  eine  auafabrliafae  Analyse  und  CJuellon- 
ptng  der  aerbiacbeii  V«raii>u  gegeben.  Als  unmittelbare  Vorlage  des  tierbiitrheii 
idicate  wabrB«he(nlieh  niolit  eine  byzautinisehe  Version:   vielmehr  weiiiten  manche 


J 


rvTeT1««!ir8iJg(ir "51»  vorbiw  gedient  hat^    SI5K~3#BCTfe!fl 

iechiäcb-hfidniüchcti  OrigiiiHls  iiabun  wir  vino  mit  uhriatU 

rOmiBchen  Elementen  versetzte  lateinische  Boarbeituna 

im  Anfang  des  Q.  Jahrhundert«  entstanden  ist.     Im  Mittel] 

Intcinisclie  Apollouiosroman  zu  cincni  beliebten  Volld 

futt  alle  Nationon  auüignotün.     Damal«  kehrte    die  E| 

Abend landti    nach    dem    gricchiiiühcn   Oston   zurilcl 

jode  Spur  du»  alten  Origtnalwerkes  %-«rloren  gegaij 

vulgärgriechische  ApolIonio»ronian  ist  in  zwei   inetrische 

erhalten:  1.  Die  ftitcro,  wohl  dem  Knde  des    U.  oder 

llj.  Jahrhunderts  angohSrige  Version  (8Ö7  reimlose  politi; 

im  C«d.  l'ari«.  390  und  ist  botitfll:   iUna;fXi<iiti«ifta  äjiä 

'Pbiftaixät'.     .*(i;'/i,(7(C  rtolima^ovi  'AnoiiMriov  tov    TV^ai*. 

daa  Gedicht  nacli  dem  latainiachen  Texte  gearbeitet  und 

Uezension  {B")  dor  Historia  ApoHonii  regis  Tyrii  (t-d. 

1871),  wololio  am  Itertten  durch  die  Togerii»oor  Fragment» 

2.  Die  zweite   Bearbeitung,  die  gegen  das  Ende  des 

entstanden  ist,  unterscheidet  sich  von  der  ersten  durch  ei 

Stellung   und    durch   die  Anwendung  des  Keimes  (1894 

Bio  wird  in  der  nouerun  Litteratur  bald   eim-m  gewissen 

tianos,  bald  einem  Konstantin  Temenos  zugeschriebej 

(find  aber  beide  hUchst  wahrscheinlich  nur  Kopisten  des  W 

nun  die  Apolloniosgeschichto  noch  heutigestags  an  der  i 

KQste  im  Mundo  des  Volkes  lebt,^)  so  ist  darin  nicht  et; 

Keflox  Am  altgi-iechischo»  Homami,  sond«-n   einfach  eine  I 

das  boliobto,  seit  dem    16.  Jahrhundert  in  venezianische^ 

breitete  vulj^griechische  Volksbuch  zu  erblicken.*)        j 

1.  Ausgaben:  Dia  ülUtrü  Venüoii  ediorte  Euersl  Vf.  WagB»,J 
S.  57-  104  (onrh  einer  ^ehlerbnltcn  Abschrift  den  CihIm  Vnr'a.  SSO).  H 


3.  RomaetiMh«  DiobtniiKeD  Aber  antike  Stoff«,    (g  3T5) 


853 


b)  2lfl;  288  ff.  —  Ke  rcirlio  ütteintiir  »um  Inloinischen  A|KitIoniiis  imil  di>n 
■n  abon<lllii<li«elion  Itoiub(>iluiigeii  Tnnoichnon :  Th.  UrSsae,  linhiUich  «innr 
neni«ii  LiUrtiiieaobieblc  II  3  tl^2)  4U1-  im,  W.S.  Teuffei,  Ucschichtn  dnr  tfinii- 
■  Littenlur  ^  |189ü)  {j  ifül  und  Kerl  GucUckp.  Unindriiss  lur  Oeschichle  dor  dcuUclion 
iMBi  I'  (IWM)  367  f.  ~  Bus.  vgl.  M.  Hnupt,  IVbor  dia  KntahliuiE;  von  A|>ollaaiiu 
l^rw,  Qpii«culi  3  (I8T6)  4— '29  (wu  jeduoh  irrtUmlivh  dor  laloiniBcIie  A|)Dlluniuti  ib 
Im)  b^titK'liI«!  wlrdi.  —  J.  C.  Dunlup.  lIlEtury  of  Proee  Kiotioa  1  ilSäb)  Üi-Ab.  -~ 
Im  MittnilnnK«!!  Ober  itie  initt«lftlt«rllclii>ii  Boarlieitungon  Jm  Jat^iniacheii  Apulloniiu, 
'  dJB  griochincliftn  (J«nllen  n.  s.  w.   enlliillt  aucli   ilie  Vorreilo  lur  neuen  Auegabe  dea 

ebas  KoaiAiiK  von  AI.  RieBe,  Uiinig.  Bibl,  Teiibner,  1893.  —  Das  Fortleben  dw 
BntvfTo  in  dno  Vfimcliiedoncin  l.iltcratiircu  des  MilteUllors  bia  inr  Neuzeit  (8hake- 
■ttatc.)  nctildcrt  S,!SJnge(-,  Apollonius  von 'i'ynis  linlle  1895,  —  UoboraiRlit  der  auf 
tttaiachgn,  polniscban  und  ruseisohen  Koarboitun^en  bexUglichon  l.ittorntur  von  M. 
rko.  Arch.  bIbv.  I'liil.  IS  (IMUI  aut^— 311.  —  M.  Mufko,  Die  ruffliscbe  Ueboreetjsung 
hpollunin^  von  T}rruii  und  dvr  (!vtitn  Humunuruin,  Arch.  alav.  rhil.  14  I1W2)  40^— 4'il, 
dea  Ramans  bei  E.  Robde.  Dur  (crioi^biBehe  Roman  S.  iOii  ff.  —  Th.  Kori, 
^en  MDi  Texte  d««  tiedicbl^i  Ober  Auulloiiioa  von  Tyros,  Odewacr  Jahrb.  11  ]iyi. 
[I893>  i07  1&&  (aebr  kflhne  Aenderungea  des  von  Wagner  berauage^ebeueu 
«km  T«»ilea). 
tS.  W.  Wagnor  bemerkt  im  [iiter.  Centralbl,  lATR  S  l^.  ot  hab«  in  der  Academy 
nacbgcwieaon,  daas  der  vgr.  Annllonioa  in  Cfpern  entatandon  sei.  Da  sieh 
r  •elfani  falBch  litiert.  weias  ich  nicht,  worauf  er  seine  Annahme  stfltxl.  Mit  sprach- 
Eaa  Homentpn  dllrfle  aich  beim  gegen wilrtjuen  Stand  der  Diulektforäcbung  ein  solcher 
.  adiwerlich  Ubeneucc<nd  durchführen  liissen. 

Deberlieferuti^T  Zu  don  von  K.  l.('Kraud.  Bibliogr.  hell.  1  lll^Sö)  290.  notierten 
)cb  Cod   Neapul.  III.  B.  21.  derfol.  125—107  eine  gereimte  Bearbeitung  ent- 
mit  der  oben  (genannten   idontiHcb  ist.  konnle  ich    in  EtmaDgelung   einea 
Dnickoa  nicht  roatatellen. 


4.  Romantische  Dichtungen  ilber  mittelalterliche, 
zum  Teil  abendländische  Stoffe. 

376.  Vorbemerkung,     lu  diesem  Abscliuitt«  wcnlon  einig«  nn 

hafte  Dichtungen  üusammengefawt,  die  teils  auf  einhoimißcho  MSrcheo 

zurflckgeheii,  loils  aus  fränkiachen  Vorbildern  stammen,  teils  von  tväi 

haf'tcT  Herkunft  sind.     Ihr  gemeinsame!«  Merkmal   ißt  der  rein  lart 

altorlieho.  romautischo  Charakter  dee  Stoffe»  und  der  Behandlung« 

I>er  kulturelle  Untergrund,   der  diese  ritterlichen  und  mär(.hei) 

Ersählungen  bei  den  Griechen  erzeugte  oder  wunigatens  ihre  Vwtireit 

bcfiirdertü,  ist  in  den  lateini»ehen  Ilerrflcbaften    eu  suchen,  dkt 

dem   vierten  Kreuzzuge  in   den  Waldgebirgen  von  Livadion  und  Hör 

auf  den  liebreizende»  Inseln  dos  ArchipeUgtui  und  in  den  Qppigen  Nie 

rungen   der   kleinafiiatiechen  Küste   allenthalben  emporwuchMin:   liier 

ein  reiches  Kebensgebiet,  voll  von  kühnen  Abenteuern,  wundersamen  SR 

fällen  und  tragischen  Geschicken,  ein  MUrchenland,  wo  fahrende  KlG 

wie  Lyhistro«  aussogen  und  sieh  schöne  P'ürstentflchter,  stolze  Burgoa 

Kronen  eroberten.    Das»  die  Byzantiner  im  s|)fiti<ren  Mittvlalter  iiii'li  <'■><! 

abendländische    Erzählungsstoffe   angeeignet   haben,    ist  zvetf« 

(s.  US  ^tf'" — 3S2).     Viel  schwieriger   ist  die  umgekehrte  Frage,  inwie» 

mittelalterliclic  Krüähhingen  des  Abendlandes  auf  spälgriechieche  oi«^ 

byzantinische  Quellen  zurückgehen.     E.  Rohde')    hat  die  Vc 

ausgespruchun,  dass  der  Gesi-bichtu  dösBovcaccio  von  Oalose  and  Ef 

genia  (Novelle  .'>,   1)  ein  griechisches  Original  Krn^axii  zu  ürumie 

Gautier  von  Arras   hat  für  sein  Gedicht  Eraclius  ein  uns  v«rlo 

byzantinisches  Original  benützt  (s.  g  335).     Für  manche  Stoffe,  wie 

französischen  Erzählungen  vom  Kaiaer  Constant,  von  Ijmmedon  und 

Klorunee  de  Konie.  sind  spatgriecliisch-byzaiitinische  Vorbilder  wenig 

wahrscheinlich.   Selbst  die  scheinbar  echt  gerouuiische  Tierfabel  Hb 

vielleioht  aus  dem  Osten  (s.  g  385). 

1.  Dio  KHti|itscbriflvu  für  diiMCn  Absclinitl  •'iuit  dre  R  796  Atini.  3  ana*ftbrti«  I  ^ 
VMiCh.  (iidnl.  ilnr  jotlovli  in  «inrr  Art  voii  wiesormcliarilichem  PatriotiBiaubM  (oiaf  V'V 
Huchiinx  ror  <iio  Ijiiid«]eaU)  müglicbst  vi«l  li«raus<i>«clilHKnn  auoht  und  mIM  «SmW  i 
cliisrb«   oHor  i^aiii:  allgMUMU  verbreitete  Dingo   aU   friuiKSsiecbMt  Urbeeilatein  nUu 
Eine  objektiv«  £rfor>ohnng  <tor  geHint«n  8b«niJlandi«ch-bjT«itiaiacbGa  Tm«*-  •• 


*}  Der  griechiach«  Roma»  8.  &88  S. 


.BomaDtiBGbeIKcbtaii«enttb.iiiitt«l*lt«rl.,i.T.abendllLtid,  StofTo.  ($§376-377)    855 

ebnlitlorHlur.  bei  4er  man  »Job  jntxt  nuf  weit  zulilrdchero  und  be^om  Tnxto  ittOtztin 
tnot«.  mIb  biu  Oid«l  n^^icb  wnrcii.  ist  eines  der  dringeniistoa  UeilUrriiinH«  der  rulglr- 
Mchiaeben  UU»ratBrji««ahirbte.  —  Ginigas  Über  griechisch-bj-iiuitinisvli«  Vorbilder  aliund- 
Bdischer  Enibliuiften  bemerkt  Cliolcviuä.  llvachiclate  dar  deutschen  PuDaie  uHcli  iliiuii 
llÜMB  EImdmiMd,  2  T«ile,  Leigizin;  iSbi.  —  Wptiig  BraucljbBres  bti  ÜHrtunR,  Die  bj-uin- 
naek»  N«V*Ue,  Hvrrigs  Archiv  t,  du«  Studium  dvr  neuerun  ^|>ra::ljeii  und  Litt«rRturu)  t)Q 
872)  I — S8.  —  UebBT  dio  ^rioolilMfaen  Wörtijr  im  ullfruuxOfiiHi'beii  Romunc  Florimont 
id  aeino  vermallidiQ  gmchiscb»  (juetl«  linndclt  J.  Psicbari,  In  .Kttidn«  ItamAncii  i6- 
6mi  ä  <>BSlaa  I'uis'.  Purin  1H91  S.  AOT  ^ö(i.  —  DM«elbe  TljemA  unti>rsnt'ht  Alfr.  KiHop. 
igelAnlr-  Klagen  xiun  Florimont,  in  .Ahbandhingen  Heim  Prof,  Dr.  Adolf  Tobliir  otc.  dnr- 
iMmcbC,  Halle  lt*95  S.  4^0  -463  (crkllirt  dio  grit'chischen  Vprse  mm  Ti-il  jibweichcnd 
a  Paidiari  uud  vtcisl  dii?  Anuuliini-  rinnr  direkten  lateinischen  oder  i;rieoblHcbuti  VurU^e 
rt(A;  Amu  G»dichl  sei  vivliQi>hr.  wpiiti  BUi'h  t>in  jcriecbiscber  lirkuni  vorbuudeii  fvti,  eiD 
IWiHnJH  echt  nnittfdalleriidi-frnuzileiBvhGr  l^iuncswoi^u  und  ijosittuDg),  —  Dii'  sicher  vor- 
■HSetSMod«  Christ I loh -Kriecbietrbe  VorUgu  der  rraiicüaisahcu  Krefthlungvn  Vüm  Kaiour 
tnslant  hat  in  eiaer  arabiflcfaun  nud  Hthioniäfbea  Beurbeilung  nucligewioeon  K,  Knhn, 
r  bTUntinuchMi  EirlÜilunglitteretur,  B.  Z.  4  (ISO.'i)  £41-249.  liier  auch  leiclilieb« 
wb«(«»<>  »ODiilixer  UtUrntur  iii  dieser  Eivjthlung  wie  ^^m  gunxon  Kapiti)!  dnr  Kntltih- 
ng  hrzanliniMÜMT  Stoffe.  —  Zur  giuiicn  Friigo  vgl,  den  Li ttoraturhc rieht  von  K,  l<'rry- 
ond  aber  da*  alUroiixasischo  Kunstepos,  hcs.  die  Abschnitte  .Antike  Stoffe'  und  ,Üytu>- 
iwobo  und  orientalische  Stoffe',  Ktitiicher  Jithresbericht  nber  die  Fortsohritlo  der  Koma- 
iD  Phitolode  hernaBScg.  von  K.  VoUmaller  und  R.  Otto  I  (180'J-I«I)5)  3S2-388. 
S.  DaM   bnauliiiischi'  Romuno  udur  Knäliliiniicn   verloren   |;aguugou   sind,   beweist 


Phitolode  hernaBScg.  won  K.   VoUrnflller  und  R.  OHo  I  (180'J-I«I)5)  3S2-388. 
DjnauIiiiiBche  Romuno  oder  KntäliliiniJen   rer 
■l.   «in*!  Stelle  im  Digeuis  Akritua  (V.  2817  f.  ed.  ^ul>hns  und  Ccgrniid),  wo  ein«  sonst 


ibckaniile  Leidensgeflofaldite  des  Paares  Äldelugus  uud  Ütupe  erwibut  wird.  —  tJeber 
n  verlorenen  Roniau  d?i;  Konstantin  Manueaea  vgl.  ä-  377, 

377.  Eallimachos  und  Cbrysorrboe,  Tu  »tuxü  KaXXinaxov  xni  A'^n- 
i^^tj.  'E^tixiir  Jn'jijfttt  (2607  lüiinloMO  politischo  Verse).  Ein  KOnig 
tt  drei  S(3liii4>,  Nikoklvs.  XanUiippos  und  KalÜmachos,  die  »ich  in  gleicher 


r, 


eifl«  durch  Schönheit  und  Tüchti^^keit  auszeichnen.  Der  Vater,  im  Zweifel 
trtlbfir,  welcher  des  Thrones  am  wllrdigston  »vi,  bestimmt  den  zu  seinem 
Bclifolger.  der  «ich  durch  «in»  Heldenthat  am  meiHten  hervorthuc.  Alle 
■ei  ziehen  daher  auf  Abenteuer  aus:  nach  mUhseliger  Wanderung  durch 
nen  wilden  Bergwald  gelangen  sie  zu  einer  Drachonburg  (./p«Knt'i«- 
teteat).  KalÜmachos  beechlieest  trotz  der  Warnungen  seiner  Brüder  ins 
inoro  der  Burg  einzudringen;  er  ersteigt  dio  Uauer  und  gelangt  durch 
Ben  herrlichen  I*ark  und  monschenleero  Säle,  die  mit  reichboBOtzt*n  Tafeln 
tflgeatattet  sind,  in  ein  prächtiges  Oeniach,  wo  er  eine  an  den  Haaren 
ifgehangte  Jungfrau  erblickt.  Bald  verkOnden  rauhe  Laute  und  Donner- 
iblftge  das  Nahen  det«  Drachen;  Kalümacho»  verstockt  sich  auf  den  iiat 
n*  Jungfrau  in  einem  silbernen  Fiuso.  Nachdom  der  Drache  die  Jung- 
BD  nach  seiner  Gewohnheit  gequält  und  ihr  zur  Nahrung  Brot  und  Wasser 
ireicht  hat,  nimmt  er  selbst  ein  reichliches  Mahl  zu  sich  und  vertuukt 
(muf  in  tiefen  Schlaf.  Kallimachos  .'schlägt  dem  schnarchenden  Untier 
IS  Haupt  ab  uud  befreit  dio  Jungfrau,  An.-:  ihm  nun  ihre  Leidensgeschichte 
■zählt:  ^ie  heisse  Chrysorihoc  und  stamme  aus  einer  kfiiiiglichün  Ftunilie; 
tr  Dracb«,  in  heftiger  Liebe  zu  ihr  entbrannt,  habe  ihre  Eltorn  getOtot 
ad  nie  selWl  entfuhrt:  nie  aber  habe  standhaft  alle  Qualen  erduldet,  ohne 
iro  jungfräuliche  Feinheit  zu  opfern.  Nach  diesen  Mitteihmgen  verbindet 
eh  Cbrj'sorrhoo  in  zärtlicher  Neigung  mit  Kalliinachos,  und  dos  glück- 
dia  Paar  verlebt  im  Drachonsc-hloss  Tage  der  Liebe  und  Wonne.  Doch 
elUMD  die  llonigwochen  ein  grauses  Ende:  ein  junger  Prinz,  der  mit 
einem  Heere  am  DrachenschloBs  voi"üI)erzieht,  erblickt  Chrysorrho©  und 
«echliesat,  die  Burg  und  ihre  schOne  Insassin  fUr  sich  zu  erobern.     Du 


ApUl 

4m  PrittSM  vit 

fliBfibM  dardi  Uli  am  wA  flirf  c 

Ikb«  WiHutag  iiiiWl     Xn  vM 

gwMaw  Bad  ia& 

dl«  JElMi  IHWM  B>tfv 

f.hr  >i«ftiida:  dt  ätkm  mA  4m 

Itfim  Bruder  dsdardi« 

iadM«  n<M.l)<ii 

und  VOTdiagt  aicfa  in  Pd*i(«  Ans 

•Im  OclofMÜHrit  xu  fliid«a, 

fÜDg  VMtit  n«  ibm   ihre 

httltim  in    iHDttni  (tarl'iipaviDoii 

ilicht  mit  ronuinLii»cli«r  Freibcst 

Mm»  Ui)b«tbiuid  entdeckt,  ood  der  Kloig 

tni'iiitlicfavu  Olrtner  vor  ein  VoUtsgerid* 

jmi((i<  freu  durcfa  viao  altegoriecbe 

fQrNtlicliu  AlwtJiTnmuliK,  der  Ktoig  erltetoit 

tiorin   tu   dincin   glUliciiiJvn  Ofon  zu  Y(-rbr«iiDeB  i 

iiiiit  (Itrynorrliof  mit  rt:ic-li(in  GtMcfaonkpD  in  Are 

Uio  Herkunft  dieMer  phaatostiiidiea 
nicht  «nitiHitlt  xu  Hein;  dofli  wird  Nofort  klar,  daee 
StftuIfQriiiArchoii  xu  thun  )ia)M<n.  Wenn  mao  die  *«•  J.  G.  r.  B«- 
Iterauegogobenen  neugriechischen  Härchen  rergjeidrt,  bd  iadet  bu  ^ 
iiioUten  Bniigiiiwe  doe  oiittelalteriiche»  Gedichtes  wieder;  nrar  tr 
nIHit  ein  MUrchon  den  goHunten  Gang  der  Usndloas.  aber  die  eiai' 
Motive  und  cliiiniktiTiHtiHchun  'Aüge  laneo  eich  am  rrn  fhif  IimmiM*' 
2UHaniini'imt(*II«n,  Ifnd  so  ist  auch  der  T^faeeer  des  mHlidilllii 
(ii'dichU'ti  vcrrehrrui:  dt.'nn  dam  «eine  Erz&hlong  aas  vereebie'<- 
MlirchitnLyiioii  xtiNAmmongceotzt  iot.  beweist  achon  die  WipderhelMI  J 
(lemolbuii  Motivv.  k.  II.  die  au^nihriiclie  Doppebchtldvrung  der  U«le»>  1 
fnrudon  diiH  l'naro«  icueriit  im  Orscbenschtos«»  und  eptter  im  Uarteafienllaa  « 
Iftn  Spnicho  doK  Wiirk««  i»t  von  der  voIkHinässigen  KaiviUlt  «rdtvr  «■l'  | 
Tonit  iilü  di«  Am  l'rodronioH  und  Ulykns;  sie  erscheint  durch  LoktOi« 
Htflrk  tcnipcnt'rt  und  nilhert  «ch  Kuwoilen  der  byzantinischen  KunstgtinUL 
Auch  «OHHt  pninkt.  dor  Verfiwsor  mit  »chülmÄBgigcn  Kenntnissen:  ia 
DmobenHchlcMHo  illiurraschim  den  Kullinmchuii  bildlich«!  Darstelluns'* 
dor  I.iobt^fitHndek'j  iIüh  Ai-cm  und  der  Aphrodite,  Bilder  der  Athene,  if 
Chariten  und  doa  Krön.     In   den   eohr  ttusaerlich  in  die  KrzAhlung  eii^ 


')  OnVli will)  und «lliHiiciiiiKtliffMttrrlifii. 
a  Bind»,   Utl'iiK  1004.     Vgl.  bcaondcra  Bd 


]|  N.  61  und  iit  Vwiante  8.  SS0  K 


t.  jtomftnUache  Dichtnogw  Üb«  mittrialUrl.,  i.  T.  «bendlBnd.  Stoffe,  (i  S7S)    6*^7 


mprenffien  ^^x^ptiffnt'  der  ]Iprr!ichkt>iten  des  Parkea  und  Schlosses.')  in 
er  ü  HcTuiässigen  Verwendung  des  Begriffes  der  Tvx'i<  '"  den  Schwüren 
m  lOr-o«  und  Aphrodite  und  iti  vielen  anderen  Zflgon  verrftt  »ich  deutlich 
vnu^  der  EinfluBs  dorTochnik  dos  griechisch-by santinischon 
tip  h  I  e^tenromanea.  Wahi-acbeinlich  hat  der  Vei-fasser  auch  schon  die 
rDAsezi  Komane  der  Komnenenzeit  (s.  gg  155;  313;  318;  319)  vor  Augen 
ehn1*t  ;  Ewiachei)  dietten  nnd  den  rein  romantischen  Gedichten  wie  Bel- 
»ai»dr-o8.  Florios  u.  s.  w.  steht  »ein  Work  in  dor  Milte  —  violloicht  auch 
^ronolog;iB<7h.  ßie  Abfaseungszeit  läast  sich  zwar  noch  nicht  mit  Sicher- 
•Wt  Hosftimmen ;  doch  ttcheinen  litterarhistoriHche  (irOndo  wie  auch  einzelne 
|f**<^n  eines  Älteren  StadinniH  der  VuIgSrBprache*)  dieses  mit  klassischen 
^\*\M-n  nufgtiputxte  oricntalisch-byKantinischc  MÄrcliengediilit  in  das  13. 
^*«rliundBrt  zu   verweisen,     Zu  oinor  ondgülUgen  Entscheidung  bedarf 

^^Sn*«r  wie  hei  den  meisten  vulgärgriechischen  Romanen  der  feinsten 
"■■■^cWichen,  metrischen  und  litterarhistorischen  Untersuchungen. 

"^^  .  I  Aoigab«;  Dhh  (Svilicht  iat  in  einer  «iniigon,  iction  von  MfiuraiuH  fDr  die 
^y,*;*^  Aidku  Hbi«a  ljloH«Hnuin  Craeuubnrbai-uni  (l.ugd.  Bat  16Ut  lioatttzU-n.  aoild«IU 
fc^j*  'wl  *Mug  vtndioUeneu  Leidener  UuiiiiBcIintl  dea  16.  J^hrhunderle  (C!gd.  Scalig.  65) 
1<^^Wi>ri.    Dtraua  od.  von  8p.  Lambroa,  Cull.   de  roui.  gr.  1 — 109;  vgL  ladroduct. 

■    K)-  )*7, 

1^^    l.Hilfsmitlcl;  Anf  die  Leydoner  Handschritt  hatte  schon  K.  Rohde,  Der  gii^cbische 
^T^^MI  8.  SSS  f.  ■iifmorksam  gemacht.  —  Zur  Cbronologio  vgl.  J.  Psicbari,  Ehbüis  de 

^^  3.  Vcrfnnner:  Einen  leider  nicht  vSllig  «inheren  Anhaltspnnld  nur  Ennillelung  des 
.^^  irfiw !f»  4m  KBllimiichoe  bildet  das  Epigramm  dee  Manuel  Philes  ,Auf  ein  crutlschcK 
^2<A  d«a  Vultem  di-n  Knisere*  (vgl_  S.  118).  Dioses  orotisclie  Werl:  muss  nach  deu  Mil- 
^^bigea.  die  Pliilvn  vun  ihm  macht,  inhulllioh  mit  dein  Kullimuithos  identisch  odiM  wBiitg- 
^?VfM  MÜM  vorwnndl  gewesen  aoin.  TrilFI  die  cretore  Aiiniihmc  tu.  bd  ist  der  VorfaiMer 
^\ai}renikoa  KomDeaua  Dukus  Piilneulugua.  der  üoiia  des  SebaBlukrators  Kunslaa- 
^■Im«,  ein  Votier  de«  Kaisers  Androiiikus  des  Aeltereu.  Die  Ahfnssung^zeit  des  Werkes 
^rln*  dann  in  da*  Ende  des  13,  oder  in  d^n  Anfang  de«  14.  Jahrhunderts  au  sel«on.  K. 
'^tarliii.  A  proposito  d'an«  poesis  inedilji  dt  Mannele  File,  Rendiconti  del  R.  Islitut« 
Vdtnbardii  di  MtMiw  0  lettero,  aerie  II  vol.  20  (IB^Oy 

378.  BelihaDdros  imd  ChryHantza,  Jirj/T^trig  ^^af^tiog  BiXvävSQiiv 
'»»?  'Pinfiaioi'  (1;1I8  politische  Verse).  Rhodophilos,  KOnig  dos  Khomftor- 
ftiuidvTt,  hat  zwei  SOhne.  I'hilarmos  und  Beltliandroä.  Der  jUngero,  der 
"Von  M-ineiR  Vater  in  unverdienter  Weise  zurOckgcsetzt  wird,  entschlicsst 
mach,  »ein  tilück  in  dor  Fromde  zu  suchen  und  zieht  mit  drei  Knappen 
"von  daiinen.  Nach  seiner  Abreise  gelingt  es  dem  Fhilarmos,  der  seinen 
Kruder  aufrichtig  liebt,  den  Vater  milder  zu  stimmen;  dieser  sendet  24 
Aitter  ans,  um  den  verstossenen  Sohn  ziirflckzunifen;  doch  Iflsst  «idi  der- 
«clb«  nicht  zur  Umkehr  bewegen.  Auf  »einer  Wanderfahrt  kommt  Bel- 
41uu)dro8  durch  AnatoUon  und  die  TUrkoi,  die  noch  im  Orient  und  zwar 
in  der  JiMie  von  Armenien  gedacht  ijtt;  er  besteht  ähnliche  Abenteuer  wie 
IHgenis  Akritas.    Bei  Tarsos  bemerkt  er  in  einem  Flueso  einen  wundo» 


')  Von    V.  ST4  an  folgen  in  nniuilor-  |  Torkomint. 

drorbenei  Keili«  di«  Ilp]ii||BtcD  Schildnrangon  '}  Vielleicht   darf  man  n.  s,    di«  dnrch 

«Im Uattena,  dasBad««,  aoiner  Pforten,  leincr  '   den  Von  omprohlone  nltertllmlich«  Dotonnng 

Totlitra  Kod  M«Q«a  Ofens,  der  leiolibctioUton  litofiij  V.  '2üOü  beixichon,  die  sich  ebenso  im 


Tafel.  Mass  ßubeUger«  u.  b.  w..  allea  mit 
«Imt  V«ra«liweadinif  von  Quid,  Pcrleu  und 
MiMliiiatii,  WM  tu  Mlbal  in  Mätoh«n  sttlteu 


Kerkurgudicht   dtis  Ijlykus  V.   1'^  und   in 
Lybistroe  V.  1424  und  äTT9  Undot. 


858    ByzantLDiMbe  LitteratvrgeKhicbU.    lO.  TolgUrgriocb.  Lltteratar.  L  P< 


boren  Fcucrstcrn;  er  ziolit  Qussaufw&rta,  um  &eine  Qiiollo  und  den  Unpruf 
des  Feuers  xu  entdecken.     Na«h  K«hD  Tagen  gelangt    c-r  zii  vioom  bcn^ 
liclien,  aus  Sardonyx  gebauten  ^chlosäo,  ftU8  welvbvm  der  Fouur&trom  unt- 
ijuillt;  von  den  Zinnen  hucken  goldene  Ltiwen-  und  Drachenköpfe:  an  aam 
Thore  auH  Demant  entdeckt  er  eine  Inschrift,  die  ihm  verkUndet,  d>»  er 
das  Erotokaatron  vor  sich  liabo.     Eh-  befiehlt  seinen  Knappen  auf  iha 
zu  warten  und  betritt  das  Liebesec-hloss.  dessen  kiuietvolle  Einrichtung  nno 
»ur^filUig  bcjtehrieben  wird.     Unter  anderem  erblickt  BelÜtandnM  eina 
wunderburun  Vogel  Greif,  einen  kostbaren  Pfau,  aiui  dewon  Aogen  uni 
Schnabul  jener  Fcnerquell  entatrumt.  bildlit^he  Darstellungen  der  Gewalt  im 
Eros,  Inschriften  von  Liebenden,  die  hier  ihr  Geschick  verewigt  hthta. 
endlich  eine  Inschrift,  die  sein  eigenes  Schicksal  verkQndet:  Bellhandm, 
der  Sohn  das  lUiomtterkönigs  Khodopbitos,  i»t  in  Lieho  entbrannt  zu  (litT- 
»aiitza,  der  Tochter  des  KOnigs  von  Äntiochia,  und  durch  ias  SchickitsI  Ar 
lüü  bestimmt.     Nach  dieeer  trnstlichen  Lesung  erscheint  dem  Be)tiitate 
in  einem  von  Gold  und   Edelsteinen  blitzenden  Gemache  ein  gedSgdt«; 
Eros  und  bescheidet  ihn  zum  KHnig  der  Liebe;   dieser  gibt  ihm 
wundervollen  Stab  aus  Gold  und  Topas  und  befiehlt  ihm,  donsolbcn 
Mchün»ten  unter  40  edlen  Jungfrauen  zu  überreichen,  die  er  ihn 
Augen  fllhrt.     Belthandros  mustert  die  Mildchen  und  nennt  xtenilicli 
höflich  die  körperlichen  MUngel,  die  den  meisten  anhaften;  KuKtrt  bltib 
3  Jungfrauen   Öbrig,    von   welchen   er  mit  Bedacht  die  allorschf'nstf  w 
wfthlt.     Jetzt   gedenkt   Beltltandros   der  gltlckverfaeissenden  Inschrift 
verläset  das  Liebesschloss,  um  iiacli  Äntiochia  zu  ziehen.    Vom  Ui 
des  Landes  nix  Lclicusinann  angenommen,  erkennt  er  in  Chrysaata, 
Toeht«r  de»  KUnigs,  jenes  Mädchen  wieder,  dem  er  im  UebeaschUw 
['reis  der  SchUnheit  zuerkannt  hatte.    Nach  einer  nächtlichen  Zusami 
kunft,  die  ihm  t'hrynantza  im  Parke  gewSlirt,  wird  er  von  den  Wädii 
entdeckt  und  gefesselt  PhSdrokaza,  die  treue  Kammerzofe  der  KAnii 
tochter.  nimmt  die  Schuld  auf  sich  und  Belthandroa  erklärt  vor  dem  Ridii 
stuhle   des   Kfinigs,   dass   er  sich   um  Pliildrukazss   willen    in  den  QartM 
geschlichen  habe.     Man  verzeiht  ihm  unter  der  Hedingung,  dass  er  die 
Kammentofe  heirate.     Nachdem  Bdthundrus  unter  dem  Schut£inant«l  <kr 
ehelichen  Verbindung,  die  er  scheinbar  mit  Phädrokaza  eingeht,  denVtN 
kehr  mit  der  Königstochter  einige  Zeit  fortgesetzt  hat,    fOrchtet  or  Ent- 
deckung und  entfuhrt  die  Geliebte.  Auf  der  Flucht  ertrinken  die  Kaipp»» 
des  Belthnndro«  und   die  treue  Phüdrokaxa  in  einem  rei»8enden  älnnm. 
Bclthundro«   indbst    und   Oiryssntza   gelangen   ans  Mt'er   und    werdw  v< 
einem  Schiflfe,  das  der  Rhomäerkönig  nach  dem  verlorenen  äohnv 
sandt  hat,  glücklich  aufgenommen;   Philannos  ist  nftmlich  ge8t4>rbea  «>' ' 
Belthandros  Erbe  des  Thrones  geworden.    Nach  Rlnftagiger  Fahrt  gel 
das  gerettete  i'aar  lui  den  Hof  (nach  Byzaiuc!)   und   der  Patriarch 
zieht  die  kirehlicho  Trauung. 

Ein  Vorbild  dieser  romantischen  Erxählung  ist  Wa  jetzt  nicht 
gefunden ;  doch  hat  Gidel  a.  unten  a.  O.  nachzuweisen  versucht,  da»  «*' 
verlorener  oder  verscbollener  französischer  Bittorroman  zum  MusW 
gedient  habe.  Er  stützt  sich  namentlich  auf  folgende  Punkte:  1.  Doräola 


»m&Dtiaeb»  Dichtung«!!  fib«r  mittolAltorlv  1. 1.  abendUnd.  Stoffe.  |§  378)    $59 


Khomäerkßnigs  wird  von  dem  König  von  Äntiocliia,  der  doch  wohl 
^Franke  gedacht  ist,  als  LeheiiamniiR  (A/fio?  V.  789)  angenommen.') 
Vorbild  des  ErotokaKtron  »ohc-iut  das  aus  dor  provonzali»chon  ('ocsiu 
ikannte  ChAtuau  d'umour  zu  »«In.  'A.  Die  Einkleidung  dur  Eizalilung 
:  ihntich  wie  in  manchen  altfranzäaiaehen  Gedichten^  der  Verfasser  richtet 
jolich  im  Anfang  {V,  1—5)  die  Aufforderung  an  «eine  Hßier,  wohl  auf- 
merken, und  tuilt  ihnen  dann  nur  Aufklilriing  den  I'lau  de«  Godichtos 
t  Ebenso  hittcn  die  französischwu  Troubadours  ihre  Hürcr,  andächtig 
tuschen,')  und  ebenso  wird  in  den  Chansons  de  geete  der  Plan  dei- 
ihlung  im  voraus  angegeben.")  4.  Am  Hofe  des  Kftnigs  von  Antiochia 
1  ein«  Falkenjagd  erwähnt  und  dabei  das  romanische  Wort  ^'ff^mini* 
791  ff.),  gebraucht,  h.  Drei  Personennamen  sind  friüikiscben  Ur- 
rangs,  n&mlich  iihodophilos,  eine  volksetymologische  Oräzinierung  von 
idolphe,  Philarmos  (=  Willerm)  und  Bolthandros  (==  Kertiand).  Im 
»dtcbtu  wird  ausdrflcklich  betont^  das»  der  König  in  griochiBchor 
)rache  Rhodophüos,  der  Sohn  Belthandros  heissc:  'Podi'nftXoi  »xan;,  tu 
Mia  'Fuinaixitr  (V.  20  f.),  Bt'kitavS^os  Ji  6  än'itfof  tr^i-  töir  'PMiiaftav  Xt'Siv 
■81):  die«e  Bemerkungen  bleiben  dunkel,  wenn  man  nicht  annimmt,  dasa 
nh  «e  auf  «ino  Üboiiragung  fremder  Namen  ins  Oriücbische  biuge- 
at«t  werden  soll.  6.  Ganz  bedeutungälos  »Ind  die  übrigen  Punkte,  welche 
del  fflr  sich  anfuhrt,  wie  der  Umstand,  dass  das  Eintreten  der  Hof- 
ime  fUr  ihre  Gebieterin  auch  in  französischen  Komanen  vorkommt,  dass 
dtbandros  btond  ist  und  nach  Art  frünkischcr  Kitter  langes  Haar  trügt, 
b  or  ein  guter  Jäger  ist  u.  s.  w, 

■  Gidcl  hat  die  Beweiskraft  seiner  GrUnde  ohne  Zweifel  überschätzt. 
■Erwähnung  des  Feudalismus  an  sich  beweist  nicht  die  Existenz  eines 
nkivchen  Originals,  sondoii)  nur  die  Vertrautlieit  mit  fränkischen  Ver- 
iMoiswn;  die  Aufforderung  an  die  llitrer  aufzumerken  lils^t  sich 
BBogut  aua  der  Nachahmung  des  lebendigen  Vortrages  orientulischer 
n  griechiacber  Märchen  erklären,  und  für  die  Idee  einer  orientierenden 
ibAltsangahe  brauchte  ein  (.irieche,  auch  wenn  er  die  alten  v/taiftafi^ 
ir  vom  Hilrensagon  kannte,  erst  rocht  kein  fremdes  Vorbild;  ebensowenig 
t  die  SitLo  der  Falkenjagd  eine  fränkische  Erfindung.  Den  romani- 
^en  Personennamen  dos  Gedichtes  stehen  die  echt  griechischen 
iQonii^a  und  Xi/vaurr^a  gegenüber,  und  zwar  ist  es  merkwürdig,  dass 
^Tochter  und  die  Zofe  des  fränkischen  Fürsten  griechisch,  der  rho- 
Isclie  KiJnig  und  seine  Söhne  fränkisch  beuumit  sind;')  Übrigens  ist 


_^i)  I)w  «IwadlAnd.  BcgrifT  darLith«n*- 
irr^rhaft  wurde  den  Uy^inlianm  durrh 
■  KrcazxClt;o  brkunnt:  buIioii  Annn  Kom- 
U  gabnuicllt  das  WurI  Ij^iix  lUl.  Iigiua 
mi.'lij^);  Kianotno«  erklärt  pH  S.  32^,  5 
LBobd.  nicht  ab*l  darrh  i^i'Xat  /dfiodorloc. 
UreBd  ii#  Historiker  das  freuid«<  Wort 
tfr  mit  eBtMhaldiKfindDn  und  «rk!llroiid(>ii 
rMctfcuDt;'*»  bcjjlrit^n.  ii^lic-iul  iiniiiTr  Diclit^r 
•onUiM  dic9«r  fiftnkUchmi  Kinrirhtung 
ToraDKiuMtinn. 
beginnt  %.  B.  du  (>edjcht  Floiro 
'or  (Amfkbe  ron  fidöleatand 


du  Hdril.  Paris  1856  S.  12,5): 

Rnignnr  bnran.  or  enl«nd>?iz 
Kiiitos  pnis  et  si  cscoaloK 
Bono  estoire.  pur  t«l  aonblant, 
Que  Dicx  VON  Hoit  a  loi  i;arHnl. 
*)  Vgl.  die  v(iii  U<<ii«dtktiiierii  liegonnene. 
voD    Mil)cliud«rn    dos    Iijstiluts    fiirtijMutite 
Histoire  litl^rair«  de  la  France  t.  22 
(i'aria  18ft2)  2-«  ff. 

')  Odor  ist  otwa  kU  .Kfloig  des  Itbo- 
niRerlnndea"  «insr  dar  latoinischen  Kai- 
ser (I204'1S61)  gadHhtV 


■ 


860 


ByianUniMch«  Litter ktargencbicht«.    UI.  Tnlgirgrie«h.  Litt«r«tiir.  1.  Pimm.1 


B«1b»t  dor  frRnkiache  Ursprung  von  'Prtäö^lof  nicht  gani:  siclicr;  denn  bd 
Johannes  Kamcitiatefi  S.  &69,  7  ed.  Bonn,  wird  unt«r  den  htä  der  Er-' 
obening  von  Thessaloniko  i.  J.  904  Gefangonon  aucli  ein  Eunuch  iei 
Kniitei'a  namens  'Podnt/ri-ii^  orwilhiit.  Bei  anderen  (lironisten  heint  m 
'PttiiH/i'Xhoi,  'Pod6<fvlXo(,  'l'oioqvi-iii  vgl.  Symcon  Magister  cd.  Boul 
707,  22;  Ooorgio)*  Monacho»  ed.  Bonn.  863,  7  und  14;  Leon  Gram- 
mutiko»  od.  Bonn.  277,  9.  Am  schwersten  scheint  dos  Liebeaacblou 
in  die  Wugschalo  zu  fallen;  doch  ist  auch  hier  die  Annahme  eine«  ftioki- 
»chen  Originals  nicht  zwingend,  da  zwar  nicht  ein  Erotokastron,  «W 
dnch  sonstige  allegorische  SchlQsser  auch  in  originalen  mittelgriKbi»  i 
Kehlen  (*edicht«n  h&ufig  vorkommen.')  Wenn  ferner  einzelne  Zttge  dtf 
ErzRIiIung  sich  auch  in  franE&Htschcn  Homanen  wiederlinden,  so  maw  dt- 
gegen  bütent  werdun,  da»»  umgekehrt  eine  Itoilio  von  Motivon  M 
griechischen  Sophistenromane  anklingen;  die  Beschreibung  des  Vo^ 
Greif  und  daa  Erscheinen  de«  Ems  ist  mit  ähnlichen  Dingen  bei  Bul» 
thios*)  zu  vergleichen;  dos  mftrchenhafte  Beiwerk,  die  Schihienug 
der  kostbaren  Oi>mäcber  u.  a.  w.  findet  sieh  ebenj«o  in  SoplüstenromutOt 
in  Kallimachos  und  Clirysorrhoe  und  sonst;  automulische  Vögel  und  ihi 
liehe  Kunstwerke  sind  als  echt  byzantinische  Liebhabereien  bekanitl,  Za 
erwähnen  ist  endlich,  das«  der  Kaiser  des  rhoniftischen  Landes  uch 
althyr-antinischer  Siltu  ganz  korrekt  als  ßaviXii'g  (V.  2i>)  oder  aU  «rroiip««^ 
(V.  1333).  der  fränkische  Fürst  von  Antiocbia  dagegen  als  ^i;>i*i  (\\  38? 
und  öfter)  bezeichnet  wird.  Mit  Gewissheit  ergibt  sich  mithin  nur  dit 
eine  Thatsache,  dass  dieses  Gedicht,  xwar  von  einem  Griechen  abgeEurt 
ist,  aber  in  einer  Gegend,  die  mit  der  frSnkii<ehen  Kultur  schon  iSngen 
Zeit  bekannt  geworden  war.  Wie  von  den  zwei  Hauptpersonen  di«  mm 
einen  griechischen,  die  andere  einen  fränkischen  Kamen  trügt,  M  ial 
auch  das  Gedicht  selbst  eines  jener  Mischprodukte,  wie  ino  nacll  der 
Verpflanzung  abendIXndiacher  Romantik  auf  den  alten  Kulturboden  vao 
Byzanz  Öfter  entstanden  »ind.  Eine  sctiärfero  Abgrenzung  der  fmndai 
und  der  einheimischen  Bestandteile  lässt  sich  vorerst  nicht  durehMiiWi 
und  namentlich  muss  die  Hauptfrage,  ob  der  Kern  der  Errfthlung  Hfr 
kischer  oder  griechisch-orientalittcher  Abkunft  »ei.  so  lange  unentseUedM 
bleiben,  bis  ein  deutlich  erkennbares  Vorbild  wirklich  aufgefundeo  ist 

Woher  nun  auch  der  Stoff  des  Werkes  stamme,  jodonfalls  isterul 
Geschick  behandelt.  Der  Dichter  besitzt  frische  Empfindung  und  eine  ff- 
hebliche  (ieHtaltnngsgahe;  die  schOne  Apostrophe  an  die  Natur  V.  12?^ 
mahnt  an  die  bcrilhmt«  i'romethi.'UskIngo  dos  Aeschylo«  und  an  die  h<w- 
liclisten  KIfingo  der  neugriechischen  Volkspoesie.*)  Der  sittliche  Onrndlo« 
ist  ernst  und  nichts  findet  sich  hier,  was  mit  der  lasziven  PrSderie  vii 
der  unverblümten  Üppigkeit  mittelalterlicher  Romane  dea  PrankenUnd« 


k 


')  Z.  ]J.  rd  m'atifCf  rijf  Jiwitij^iBc  im 
/feyt  »«pi;j-op(jiiiroi  pJ-  Sp.  I.smbroa, 
Coli,  de  rem.  gr  8.  288  ff.;  lö  rnatfo»-  lijt 
i:ot^foair;<t  bei  McIilotiiotM  (s.  g  3271;  t6 
dfBMoriöxaatper  im  KdliiiuchoB  (o,  $  877). 

■)  BdpIi  S.  lOf.;  B,  Iff.;  6.18(8.21  f.; 
80  IT.:  lOG  {.  «d.  Uilbtrf}. 


*l  EiaoB  iler  bMten  Beiapwla  Ürf«  Ki 
turecnpfinduiip  i>l  du  DiaÜcbea  mm  K''*- 
iBjU  Bof  Chioe: 

aaßtl«if, 
MiM  nart  lx*t'  ät^h  wfi  «pMin  Ifl** 


I.  BomftatiMhe  Diohtvagen  aber  isitUUUarl..  z.  T.  abcDdiand.  Btoffe.  (g  379)^8gl 


ZU  vergleichen  vt&to.  Nur  vereinzelt  stören  Ungetuchicklichkeiten  wie 
V.  S87,  wo  B^^lthandro!)  infolgn  dur  Müht',  weklio  ihm  die  Auswahl  der 
BohOneten  Jungfrau  verursacht,  ganz  von  Scbweiüs  trieft:  w  tu  rop 
iSeütof  totf  TtoXiov  xaiiißqüxaz  fyirij.  Mit  Prodromos  und  Niketaa 
Eugei)iKno8  vergh'ohon  ist  der  Dichter  des  Belthandroa  ein  MuMcr  von 
Qe(u.-h muc-k  und  Foinhcit.  Die  Entstehungszeit  dc8  Uediolites  l)U»t  isich 
nur  nach  inneren  Gründen  unnähemd  hvstinimen.  Von  Wichtigkeit  ist 
beaondera  die  Thateache,  dass  die  Türkei  noch  als  ein  auf  das  innere 
Kleinasien  beschränktes  Reich  gedacht  Ut  (V.  21S;  22»:  2:)-l)  und  da»» 
Antiochin,  da«  1269  durch  den  Sultan  von  Iknnion  erobert  wurde,  noch 
als  ein  chri»tUche?i  Uuich  erscheint.  Wahrscheinlich  ist  die  erst«  Forin 
des  Gedichtes  im  13.  Jahrhundert  entstanden;  doch  zeigt  der  uns  er- 
haltene Text  Spuren  einer  späteren  Überarbeitung,  die  vielleicht  dem 
1^.  Jahrhundert  angehört. 

1.  Aoagsban:  Das  Werk  ist  aus  der  einKigun  bja  jeUt  b^kurniti^n  Handschrift, 
^MU  Cod.  Pui«.  2909,  tarn  erstcnmnle  ediort  von  .4d.  Eltissen.  AnnlokUn  dor  mittel- 
■ad  IMIIgTi«chiMih«n  Littviattir.  5.  Ud,  Leipzig  1862;  ninnuelhoftur  Tuxt  mit  doutnchcr 
Ptifc^iiwilliliili.  Dnd  aincin  Kumiiicntiir.  der  nur  mit  ^'uraidit  zu  bvuützBii  int.  —  Kil.  Mntiro- 
pltrird«*,  k^ioyij  a.  212  -256  (ftelir  ungeoHU  iu  der  Wiedergubo  der  haudauliririlicli«n 
namobeB).  —  Am  bcsti-n  «d.  E.  Lugrand,  Bibl.  gr.  vulg.  I  l'^'^-lö^. 

2.  Hiirkmitlel:  U«ber  die  Betiobungen  cur  fr&nkisclien  Puesie:  Cb.Gid«].  t'lludoa 
nr  U  litt.  gr.  niod..  Paris  186«  8.  105—150.   —    A.  Korai«, '^(««ra  11  Prolegom.  8.  7. 

37tt.    Lybistros  and  Rhodamne    (3841  reimlose  politische  Verse). 

Der  handschriftliche  Titel  des  Gedichtes  wird  durch  ein  IHstichon  gebildet: 

Zti/oi  naJiii  ioaiintoi,  äy.^yi}ttis  Avfiarifvv, 

lliüf  6  tpilai  o  Ueiio^o't  iiriyttiui  i^f  Alvgriirtii. 

Der  eigentliclio  Keni  des  Werkes  ist  in  seiner  jetzigen,  vielleicht  nicht 
ursprünglichen  Fassung  in  eine  doppelte  HUIle  eingekleidet.  Der  ge« 
samt«  Itoman  wird,  wie  der  Titel  und  die  Schhissverse  verraten,  von  Kli- 
tobos  {Kltnoßöi,  hltnoßmy)  nach  seiner  Rückkehr  in  die  Heimat  seiner 
dort  abi  W*itwe  wiedergefundenen  Jugendgeliebton  Myrtane  erzählt.  Den 
ersten  Uauptteil  der  Ereignisse  aber  berichtet  Lybistros  dem  Klitobos, 
den  er  auf  dem  Wege  nach  Ägypten  antrifft.  Klitohos,  der  ErzAhler  des 
Itomans,  zieht  auf  einem  engen  I'fnde  hinter  einem  jungen  Krieger  cin- 
Ikor;  da  er  bemerkt,  dase  dersiilbe  hiiußg  aufsoufzt  und  reichliche  Tlu-änen 
VW^east,  fasst  er  sich  das  Herz,  ihn  anzureden  und  den  Grund  seines 
Schmerzes  zu  erforschen.  Nach  einiger  Weigerung  macht  ihn  der  Fremde, 
der  aich  später  als  Fürst  Lybistros  au»  dem  Lateinertandc,  Bohorr- 
■eher  von  Libaudros,  zu  erkennen  gibt,  zum  Vertrauten  «einer  Schick- 
iale:  Er  wusste  nicht,  was  Liebe  bedeutet;  da  tötete  er  einst  auf  der 
Jagd  eine  Turteltjiube  und  sah  auch  die  Gefährtin,  die  der  Liebesschmerz 
Ober  den  Vertust  ihrer  Genossin  getötet  hatte,  zu  seinen  Füssen  niedor- 
follen.*)  So  erfuhr  Lybistros  die  Gewalt  der  Liebe.  Weitere  Belehrung 
empRtogt  er  durch  ein  Traumbild;  Ägape  und  Pothos  führen  ihn  in  das 
Htiligtom  des  Eros,  wo  ihn  zwei  Frauengostalton,  die  Gerechtigkeit  und 
Wahrheit,  Über  die  Liebe  unterrichten;  zuletzt  erhält  er,  wie  BoUhandros 


')  8«ida  Formvo,  djo  sich  verhalten  wie 
4ra»t  jta  iftitir.  gohnn  im  G«dictile  neben 
MMaAtr.      Vorbild    dm  Nanivns   i«t   wohl 


Kitr(ro^iJ>-  im  Kuinano  duH  AebillesTatios. 

*)  DiuMlbu  Iduv  uuvb  im  Pbyaiologaa. 

E.  Legrand,  Coli,  de  inon.  vul.  16  V.  TSU  IT, 


gg2     SyiantiniachB  UtterBttirg««cfalobt«.    m.  VnlgKrgriech.  Uttantar.  L  ftt^t 


in  der  Minneburg,  eine  Weissagung,  da««  t-r  dio  iiidixc)!»  Prinzoaain  Rhc 
damne,  dio  Tochter  de»  Königs  Chrysos,  zur  Osttin  gewinnen  werde 
er  werdo  si«  dann  durch  eine  bGM  Zauberin  verlieren  nnd  noch  ein  Ji 
iimherirron,  um  sie  wicdoiitufiiiden;  endlich  werde  er  KOtüg  von  Argyrii 
kastron.')  Lybistros,  dcesi-u  Uorii  durch  einen  zweiten  Traum  völlig  oal 
flammt  mrd,  föhrt  mit  hundert  tapferen  Kittom  in  die  weite  Welt, 
IlluKlamne  aufzusuchen.  Nach  mUliMligor  Waiidtnmg  gelangt  er  vor  &' 
ätddt  Argyrokantron,  die  Ke^denz  des  KSnigR  Chry808.  Ihre  Hnt> 
lichkeitcn,  namentlich  ihre  zw&tf  Türme,  allegorische  Statuen  der  nrtlf 
TugL^ndon,  der  zwölf  Monate  und  der  zwülf  I.ioWs^enien  worden  aue 
lieh  boschnuben.  Lybistros  sendet  durch  Pfulk-  acht  Liobesbriefe  in 
HchloBs,  lonit  dann  Ithodamne  auf  einer  Jagd  kennen  und  gewinnt  il 
l.iphe.  Da  Berderichos  {BtQjfftxoq),  KOnig  von  Ägypten,  der  sid) 
die  Hand  Uhodamnen  bewirbt,  von  LybiittroR  im  Zweikampf  QlMMtni&dM 
wird,  erwillilt  König  (^iliryso«  den  Sieger  jtum  Scbwicgci-sohn  und  i^mcnal 
ihn,  da  er  keine  Sühne  hat,  zu  soiiicm  Nachfolger.  Nach  zwei  Jahrtn 
glücklicher  Ehe  erfüllt  sich  der  zweite  Teil  der  Weissagung,  die  Lybistrw 
im  Traum«  erhalten  hat.  Auf  der  .lagd  treffen  Lybistnis  und  KbodanUH 
einen  reisenden  HandeUinann  au-s  Babylon  mit  einem  alten  Weibe,  dasuf 
einem  Koinclc  reitet;  der  Babylonier  bietet  dem  FQrsteupaar  ein  PfeH 
und  einen  tting  an.  Durch  die  gebi'inie  ZaulR-rkruft  des  Ringes  stOnt 
Lybistros  tot  zu  Boden;  aU  ihm  dio  Freunde  den  Hing  vom  Finger  sietM. 
kommt  er  wieder  zu  nich,  erfuhrt  aber,  daas  Rhodamne  und  der  fivinilr 
Kaufmann  verschwunden  mui.  Um  die  geraubte  tiattin  wieder  aufuifiodnfc 
begibt  er  sich  von  neuem  auf  die  Wanderung.  Hier  »chliesst  dio  Enlb- 
lung  des  Lybistros  und  damit  der  erste  Hauptteit  des  Romans.  7jm 
Entgelt  muRH  nun  auch  Klitobos,  der  dem  Leser  bisher  unh^annl  p^ 
blieben  ist.  seine  Geschichte  berichten.  Kr  stammt,  wie  er  dem  scIikH 
gewonnenen  Freunde  mitteilt,  auu  Litauen  {^itaßia),  einem  Tfilf  tob 
Armenien,  und  ist  der  Neffe  des  dortigen  Könige:  dessen  Tochter,  die 
BchUne  Myrtane,  schwur  ihm  Liebe,  obschon  sie  mit  dem  König  von  Paran 
verlobt  war.  Darllbcr  ergi"immte  der  KOnig;  der  Neffe  wurde  ins  Oeflnf 
uis  geworfen  und  von  dem  iuzu-ischcn  aus  einem  Kriege  zurOckgekclirt« 
T'eraerkönig  mit  dem  Tode  bedroht.  Iliemit  bricht  dio  Erzfihlung  ifc*  KS- 
tobos,  die  ebenso  kurz  und  dtlrftig  ist  als  die  des  Lybistros  lang  uad  •"»" 
filbrlich,  unvermittelt  ab,  und  es  muss  wohl,  wenn  keine  LOcke  in  dw 
T}berlieferung  iat,  vorausgesetzt  worden,  daas  er  sich  den  von  sciaem 
Onkel  und  seinem  Nebenbuhler  drohenden  Gefahren  durch  Flucht  entsoRM, 
habe.  Nach  der  Erzählung  de»  Klitobo«,  die  wie  ein  VerbindungaeBf^j 
oingoecboben  ist,  beginnt  der  zweite  Hauptteil  des  Romanes.  Nwb- 
dem  sich  nämlich  Lybistros  und  Klitoho«  ihre  Lobensgenchicke  anTertnntj 
haben,  beüchliessen  sio  gemeinsam  den  W^  fortzusetzen,  um  die  geml 
Gattin  wiederzufinden.  Durch  einen  Traum  erfahren  sie,  daas  BJdi  BW* 
danino  in  der  Gewalt  des  Königs  von  Ägj-pten  befindet     Auf  dem  Weg* 


I 


')  Dar  jiooti«rJi«  Noine  Argyrokaatroti 
(&'ilbervv3t(i)  int  Im  OriunI  nonh  banl«  ga 
ilnileD;  (Ina  bukantitaHt«  Argjrokaalroii  li'ogt 


in  Kninw,  oin  zvdtes  (Wrk.  GSroiieb-ClMil 
Im«  Tr*pM*Bt. 


I.  Bamuitiicbo  DlebtaneeD  über  mittoUltorL,  t.  T.  ftbeadl&nd.  StoS«.  (ft  87ft)    g63 

lahin  trcfTuii  sie  die  babyloniftrhfl  Zauberin,  die  dem  K'lnig  Berdericboe 
lar  AuHfilhrung  wines  Fraiionmubos  geholfon  hatte,  «pSter  aber  von  ihm 
mdankbar  ver^tflsseu  worik'ii  war,  Nach  gegeiiscitigor  VViodorcikoiinung 
trfalircn  sie  von  der  Hexe  das  Schicksal  der  Hhodarone:  Bio  ist  von  Bor* 
lerichos  noch  unberührt,  donn  sie  bat  «ich  vier  Jahre  Wartezeit  ausbe- 
langfln  und  lebt  während  dipser  Zeit  als  Gastwirtin  am  Meere,  nm  etwa 
fon  Lybisti'os  Kunde  zu  erspShon.  Die  Alto  fillirt  beide  Wanderer  diireli 
^au)K>rtnitt<>l  trockenen  Fu8»eH  über  da»  Meer  nach  Ägypten.  Klitobo», 
Icr  Oberhaupt  im  zweiten  Teile  des  Komanes  die  geistige  Föhrerrolle  Uber- 
limint,  sucht  Hhodiimne  auf,  um  sie  auf  da»  pifttzliche  Glück  vorzubereiten; 
s  folyt  eine  auRfilhrliche  Schilderung  der  bewegten  Szenen  des  Wiedor- 
lehenft  der  liobonden  Gatten.  Sie  fliehen  mit  dem  Freunde  nach  Argj-ro- 
[Mtr<jn.  Ktitobos  vermählt  sich  mit  Rbodamnes  schöner  Schwester  Me- 
antbia,  kehrt  aber  nach  dem  frühen  Tode  derselben  in  seine  Heimat 
nirilck;  hier  findet  er  seine  Jugend  geliebte  Myrtano  als  Witwe  wieder, 
wzfthlt  ihr  seine  und  de^  Lybistros  Abenteuer  und  schliosst  mit  einer  er- 
teilten Lieherierkifirung  und  der  Aufforderung,  sich  gemeinsam  ihres  väter- 
iob«n  Gute»  zu  erfreuen. 

Einzelne  Motive  dieses  romantischen  Gedichtes,  wie  die  Entfilhnmg 
1er  Gattin  durch  die  Beihilfe  einer  alten  Zauberin,  finden  »ich  in  dem 
Uirchenronmn  Kallimachos  und  Chrysorrhoo  wieder.  Weit  inniger 
ist  aber  du»  ganze  Werk  mit  Belthandros  und  Chrysantza  verwandt. 
In  beiden  Bomanen  wird  der  Held  durch  geheimnisvolle  Weissagungen  zur 
IVufitncbnng  der  Geüehten  angespornt;  zwar  ist  die  Art  der  Mitteilung  des 
)r*kels  nicht  dieselbe,  aber  der  Traum  de«)  Lybiätros  mit  seinen  allego- 
riscben  Ftguron  und  langen  Reden  ist  dem  Liebesschloas  des  Belthandroa 
lOgemein  ähnlich.  In  beiden  Konianen  herrscht  als  Hauptidee  die  Forde- 
rung, da»«  der  Besitz  der  Geliebten  durch  Ausdauer  und  Tapferkeit  er- 
raogen  werde;  in  beiden  treffen  wir  dieselben  ausführUchun  Schilderungen 
»mnderbarer  Paläste  und  Kunstwerke;  gemeinsam  ist  beiden  Werken  auch 
ler  feine  sittliche  Oriindton  und  die  dezente  Hai-stellung  der  erotischen 
ferfaSltnisso.  Di«  wichtigste  Eigentümlichkeit  aber,  in  der  Belthandros 
und  Lybistros  Übereinstimmen,  ist  die  Vermischung  frÄnkischer  Kultur 
Ott  griechisch-orientalischer  Lebensart.  Der  kulturelle  Dualiamus 
st  schon  in  der  Abstammung  der  zwei  Hauptpei-sonen  angedeutet;  wie 
m  Belthandros  «in  rhomäiHcher  Künigeeohn  eine  frjLnkisclie  Prinzessin 
leiratet,  so  erobert  im  Lybistros  ein  lateinischer  Prinz  eine  oncntalische 
Fttistentochter.  Das  wichtige  Erkennungszeichen  abundlfindiscber  Ritte, 
ler  Lehenftbogriff.  findet  sieh  in  beiden  Romanen,  doch  mit  einem 
winorlccnKwerten  Unterschiede;  wührcnd  im  Belthandros  (V.  780)  A^io;  im 
irBprQngliche»  Sinne  gekraucht  wird,  ist  das  Wort  im  Lybistros  in  Ubor* 
ngener  Bedeutung  angewendet:  AiCi^f  vov  ^tki^ßmoi  x«i  toü  rrf/nfftÜY- 
ttnii  eov  (V.  327  ed.  Wagner);  JovXtärofim  tt^  tör'BQMfa,  Xi^iüro/iat 
tt(  irir  IliiSov  (V.  295  cd.  Mauropliiydo-»);  wahrscheinlich  muss  auch  in 
V.  449  ed.  Wagner  Jvvi.iövo/tai  «'(  T'ic  finita,  l^i^liof  rot'  vd  y/cw  ge- 
Kbrieben  werden:  Xl^iof  (or  rn  y^va.  Auch  in  anderen  Zügen  tritt  die 
lS«nauu  Vertrautheit  mit  der  frSnkischeu  Kultur  allentlialben  deut- 


1 


8G4     ByzantiniMhe  Littorfttsrgaacbiclite.    DI.  Tnlgftrgrtocta.  LittUktar.  L  PMik 


lieh  ZU  Tage:  V.  'MUS  wendet  »ich  Lybistroa  an  seine  Freunde,  Verwamlte^ 
Toparchcn  und  Herzöge  {tonä^x"*  l^'"'<  «Jo«'*«*««);  V.  1891)  wird  hen» 
gehoben,  itunt  Uhodamne  nacli  fränkiMclior  Hodo  gokleidet  war  [jiminm 
iti  ^vxa  »»ji  »Jo««i  ij)c  m^u'ix):  V,   1966  gcsU-ht  Khodnuinv  ihrvm  Vnw 
ihre  Neigung  ituni  tapferen  Geschtochte  der  Franken:  Uo^m  /«p  (li  //««• 
>«fo,  T«  fivoq  jMv  (ivi(ftim:*)    Auf  abendländioche  Sitt«n  deutet  eadlicli 
der  ritterliche  Zweikampf  zwischen  den  beiden  Nebenbuhlern.  Von  te 
Personennamen  dw  Gedicht^.-«  iHt  nur  einer  frfinkischon  Ursprungs  ui 
zwar  »eltaamer  Weise  der  de»  KOnigs  von  Agypt«n;  denn  £*^*^2«;  U 
offenbar  ein  grAzisierter  Friedrich.    In  einer  Version  »oll  sich  sogar  oi 
deulmchcs  Wort  gefunden  haben;  in  dem  Auszuge,  welchen  M.  Crusiti 
aus  soiuer  lland»chrift  mitteilt,  ruft  Lybjstros  dem   aus   dem  Sattel  ge- 
stürzten BerderichoH  zu:    Tni^  ttnoitvt\c*ti^,  exikntX     Diese:«  r<t«elliafl* 
aKiXjtt:  hat  man  fllr  identisch  erklärt  mit  Schelme  und  daraus  sogar  uf 
deutschen  Ursprung  des  ganzen  Gedichtes  geschlossen.    Das  geht  natilriii 
^cbt  an;  denn  da  Hchimpfwürter  bekanntlich  der  internationalen  Vei 
Hkig  im  hohen  Grade  auHgesotzt  sind,  kSnnte  das  Wort,  ancli  wenn 
wirklich  douttich  i^it,  im  bveUn  FaIIü  nicht  mehr  t>ewuiiteu  »W  die  Bbi 
abendlBoidiKChun  Ausdrücke  und  Begriffe,  nämlich  uinc  innige  Vertmutl 
mit   fränkischen  Sitten.     Übrigens  ist  in  den  erhaltenen  Vervionea 
Wm-t  ff»(*'A.T*  nicht  aufzufinden.     Neben  diesen  deutlichen  Spureo 
Hemden  Kultui-  steht  im  Kollimachoä  wie  im  Beltliandi-os  der  a 
hafte  Einfluss  des  griechischen  Romans.    FQr  die  allegorischen 
stelhingcn  der  12  Tugenden  und  der  12  Monate  findet  sich  das  V 
im  Bomane  des  Eustathios;')   besondere  Beachtung  verdient  die 
flache,  dass  die  ganz  verschiedene  Darstellungaweise  der  Monatexyblei 
die  im  Occidcnt  Qblich  war,  dem  Wrfouser  völlig  unbekannt  ist;') 
thios  ist  auch  dos  Muster  für  die  Schilderung  des  Liebesgottes  und  soi 
Attribute.*)    Ausser  Eustathios  scheint  dem  Dichter  auch  Achilles  T»lio* 
bekannt  gewesen  zu  sein.'')    Selbst  ftir  die  eigentümliche  EinkleidiBS 
des  Kernes  der  Handlung  (s.  o.)  sind  violleicht  griechische  Werk«  tvmA- 
wortlich  zu  machen;  denn  ähnlich  sind  auch  die  lloninno  des  HeliodiT 
und  seine»  Nailiuhmers  Prodromos  disponiert,   wo  man  erst  dordi  W* 
nachträgliche  Erzählung  die  früheren  Schickeale  des  LiebwpAorM  ttfikt 

Beide  Romane  sind  mithin  Mischprodukte  ft-ünkischer  und 
talischer  Kultur;  beide  sind  in  Teilen  des  byzantinischen  Reiches  en 
welche  durch   die  fränkische  Eroberung  mit  nbendl&ndischer  Sitt« 
bekannt  geworden  waren;  doch  ruhen  sie  nicht  ganz  auf  denselben 
auHsetzungen.     Während    im    Belthandros    fränkische   und    griecl 
Kultur  noch  nicht  vHllig  verquickt  erscheinen,  gehOrt  Lybistros 
Zeit  an,  in  welcher  die  fränkische  Lebensart  feiner  ausgebildet  und 
in  den  byzantiniscboii  Boden  eingedrungen  war,  aber   auch  schon  dorekl 


)  r*«ssdi*L«iinrt  der  Allegab  B  von  Wngti  er 
(Stthaa):  lloSfi  yn'Q  tö  ifmlvixor  lö  y{rof  iijV 
••r^riof  falsch  iat.iojgl  dorfolgeDilu  Veni.  Du» 
mohtigo  hHt  acliou  &tnuroplirydu8  (V.  836). 

»J  »Hd.  2,2  11.;  i.  5ir.(kl.MI,;49jr. 
•d.  II.IbMj;),     Vgl.  S  313,  a  Anm.  3. 


■)  Vgl.  Bruno  Koil.  •-  ubIm  ^' 
S.  HO.  ^. 

•)  Buchs.  10 f.:  S,  1  «.(&»(■:  »I 
»d.  Hilberi). 

')  Vgl.  Oidel.  a.  unten  >.  a  S.  Ilt  l 


^BoBiMttoch«  Diohtungsn  nb«r  mitteUltorL,  %.  T.  abvudl&Bd.  Stoff«.  f§  379)    865 


t    . 

Ort  ariec 


iö  grittcliistlie  Uiiiyolumg  aKoiniiliurt  und  aufgenngen /u  wer<len  begann.') 
Jm  da«  GeHAgU-  votUtäudig  zu  erklären  und  nach:!uwei8en,  inüsstcn  beide 
Sodicht«  weit  auBfillirlicIier  analysiert  und  nach  ihren  Anacliauungen, 
Sildem  und  spruchliclien  EigentHmlicIikeitcu  mit  oinandor  vcrglichun 
Verden,  aU  der  Kaum  es  hier  güütatt4.<t:  e»  sollen  daher  nur  einige 
diaraktoristisclio  l'unkt«  Iierausgvgriffen  werden,  welche  das  Ergebnis  der 
Untersuchung  7.u  illustrieren  geeignet  sind.  Im  Lybistros  hcrrncM  eine 
pOasere  Mannigfaltigkeit  in  den  Abenteuern,  EmpGndungen  und  £nt- 
iohlQBs«a  der  handelnden  Pernonen.  Xamontlicb  ist  alles,  was  dto  Liebos- 
Cunst  butriffl'.  niorgniltig  aii.'jgeai-bmtet.  Der  Erosdienst  ist  wie  in  der 
rroubudour-  und  Minueiiüiigi'rpuu»iL'  zu  einem  RirmÜcIien  Sport  geworden, 
lein  der  f^xoTttadfVfttvoi  zu  obhegen  hat;')  die  Macht  und  die  Satzungen 
leti  Kros  sind  mit  dogmati.4cher  Uonauigkoit  festgestellt.  Die  »chmach* 
«adcn  iTeilbitlet«,  mit  denen  Lybistros  da»  Herz  der  t'rinzes^in  zu  treffen 
nebt,  Itissen  die  Mühe  erkennen,  weltlio  der  Dichter  aufwandle,  um  dem 
Ffaemu  der  Liebe  neue  Seiten  abzuzwingen.  Übrigen»  bricht  durch  den 
IVoat  von  Schnörkeln  und  stereotypen  Allegorien  nicht  selten  dait  Feuer 
«rahrer  Empfindung  durch,  und  manche  Verse  atmen  dieselbe  Ursprtlng- 
ichkc-it,  welche  die  .rhodiächcn'  LiebeKÜedcr  (s.  §  341)  vor  den  meiäton 
aittelgriechisch«n  Gedichten  auszeichnet.  Wie  die  Anlage  und  Auffassung 
n  ist  auch  die  Sprache  im  I.ybLitros  weniger  einfach  al»  im  Belthandros; 
H)  wimmelt  von  verkCln.itelt«n  Uedensarten,  subtilen  Vergleichen  und 
mdercu  Mitteln  eines  rafßuiertcn  Barockstils.  Von  Einzelheiten  sei  bo- 
nerkt,  da&ü  dos  rumauischö  tfftlxa'tviv  (Bolth.  V.  791  ff)  im  Lybistros 
larclt  das  griechische  yf^äxiv  (V,  38;  Uä;  123;  126  u.  0.)  ersetzt  ist: 
lUD  hatte  sich  besonnen,  das«  die  Sitte  der  Falkenjagd,  die  zuerst  wohl 
Um  eine  besondere  Eigentümlichkeit  der  fränkischen  Ritter  erschien,  auch 
an  Orient  nicht  unbekannt  war  und  das.s  fttr  den  Jagdvogel  auch  ein 
piechisclics  Wort  existierte.  Unter  deu  Pcrtiouennanien  ist  nur  noch 
öa  einziger  fränkisch;  das  Wort  hpoi  wird  als  völlig  bekannt  voraus- 
peaetxt  und  schon  im  Übertragenen  Sinne  gebraucht.  Alles  deutet 
lunuf  hin.  dass  das  Oedicht  aus  einem  Kulturboden  erwuchs,  dem  diw 
Erinkischu  Wesen  so  lange  eingefurcht  war,  dass  es  von  der  griechi- 
Mdien  Umgebung  schon  wieder  überwuchert  wurde.  Genauer  läsat  »ich 
natürlich  weder  der  Ort  noch  die  Zeit  der  Entstehung  des  Werkes  fo«t- 
itellen.  Am  besten  geeignet  zur  Hervorbringung  solcher  Mischpoesien 
iraren  wohl  die  grossen,  von  den  Franken  mit  nachhaltiger  Kraft  besetzten 
loMtln  an  der  kleinasiatischen  Küste,  und  von  diesen  wiederum  weniger 
dio  vom  nUchtemcn  Geiste  italionischor  Kaufherrn  verwalt-eten  nSrdlicheu 
[LmIm»,  Chios)  als  vielmehr  die  Souneninscl  Rhodos  und  da»  üppig» 
Cyporn,  wo  das  fränkische  Rittertum  und  die  Romantik  zur  vollkom- 
innnsten  BiQte  gelaugl«n.  Die  Wahl  zwischen  diesen  beiden  Inneln  fSIlt 
■chwer;  für  Cypern  sprechen  dialektische  Eigenlilmlichkeiten  —  soweit 
bei  der  maogelhaften  lokalen  Differenzivi'ung  der  mittolgriccbischen  Vi^- 

■)  Ein  Proiew.  ier  nkh  bekanntlioli  naf      erataualioherSeliQenigkfiit  nnd  (]rOnillirh)(«it 
Cntn   wi«    in    allen    Qbriucu    frfiDkiqLiliuli       vultsOgM  hst. 
BtcnekaftM   *uf   gneckiiicfioiii  Kixlni   mit  ■)  Von  l;  9;  19. 

\  dw  U«L  AlMHiUunrlwnHtiiR  IX.    I.  AMIfr    1.  AuA.  iS 


BOG     BruknUnlsolie  LitteraUtrgveohiclit«.    OL  VnlgArgrleota.  UtUntar,  L  Pmm. 


gÄrsprache  auf  »io  gebaut  werden  kann  —  und  der  UmstBiid,  dai«  da 
cino  unserer  Uaiidachriften  (der  Cod.  Scalig.  55)  nuf  Cypern  ge«chrickB 
zu  »ein  aclieint.')  öio  erste  Faaaung  dos  Qodicht«»  ist  wohl  noeJi  iv 
14.  .Ifthrhiindort  zu  sutEon:  das»  aber  das  Werk  einn  durcbsTriffmitt 
Umarbeitung  erfahren  bat,  wird  schon  aus  der  Vorgleiobung  dw  iwi 
Versionen  klar;  namentlich  dürft«  Hieb  die  ganso  GeKcliichto  det  Klitobni, 
der  rMT  Belobnuug  (tlr  seine  kluge  FDhrung  die  Schwoster  Rhodamri'^  m 

Fmu  erhält,  dann  aber  gerade  nocb  zeitig  genug  von  ihr  erli>8t  wii  !  

0oine  inxwiBchen  vorwitwote  Jugendliebe  heimiu fuhren,  als  eine  deni  <i:;.- 
nalon  Kern  fiuuuirlich  aufgepfropfte  Zutliat  oiiveiaen. 

1.  AuBgabffii;  Kä.  f>r.  Ukurophrydcs,  'SMkoyuS    324—428  (SSSSVviwia 
iidi  naUriwrar  tiwiUll  au-ix  dorn  Cod.  Vwi».  2SI0V  -  S4.  W.  Wagnsr.  Tivm  f 
S.  242-849  (3841  Von-  oacJi  den  Codd.  Ncxpol.  und  Scalig.l;   di«  Anagab»  iit 
NmUmm  Wagncni  ron  Sttbaa  und  bikolno  beMirgt  und  Ufütt  im  bB«lHt«H  Gnie  li 
MÜgdn,  ^  gewftbnlich  potiuinen  Werken  uihaftni.  —  EiiM  krüiach«  AuaBaka 
mmit  iweh  ein  Uodarfni». 

2.  l{itf-<miltel:  Maitin  Cruaiua,  TnrM-GrMcia.  BaRol  V>H  S.  4^  r.  citri  mm 
kurtc  AnHlvDe  nach  einwr  nicht  wied«rtti>(iind«inon  llandaRhrift.  Wiodnrtiall  hti  Ftititit: 
llihl.  KT.  0.1.  llaH.  ».  154  ff.  —  Vgl.  P.  <:.  A.  MuMneh.  CoBwctaiworani  byiaaiMM 
Ijhri  du«,  Itnrlin  1S52  8.  83  f.  —  AnalfBOund  littcntriiiaturiacli«  UaUmnlnnic  ran  Üb.  (iidit, 
P.tndo*  aar  In  litL  gr.  med  8  ISl-  196.  —  Boaehreibang  4m  Cod.  Saalig.  boi  La»l>r*>, 
VfU.  A«  r«in.  er.  Introd.  8.  If&  ff.  —  BMiri«iliinK  4er  In  dem  Romane  gaaehdilcrtM  lfm- 
Ktollung  der  12  Monato  und  Vergloi^ihang  d«T«elb«n  mit  doD  Mnnatstyklon  der  bniabM- 
»eben  und  abend llndiacb«)  Kunst  von  Itrunu  Keil,  Wiener  Studien  II  (IH^)  Iw-Iß 
wo  dia  I'nrtiv  flWr  die  13  Monate  mit  Apparat  und  Komm^nUr  BiitgclMlt  osd  mektin 
Analyse  uud  Kritik  dM  Oedichtes  gegeben  sind.     Vgl,  fi  813.  9. 

ä.  Ueberlioferung:  In  d«r  ÜUwalnr  sind  bis  jetit  drei  Him  genauit;  ^  Ci^ 
Paris.  S9I0:  der  Cod.  Noapol.  III  A  a  9  {fol.  44  llß)  und  der  Cod.  i^tali«.  U  ita 
oufth  Kalümachos  nnd  Chryaorriioe  onthallV  Aiiuu^rdniu  ht-uv^  Uartiii  Crasi«*  •«• 
HandscIiriFt.  auH  irolchMr  tt  AnsEOgo  mitteilt;  *■>•>  miiut  von  dun  au  btkaant«  M  H» 
vervcbieden  gowrapn  aoiD,  da  aioh  der  ohoa  mrftbntc  Vctn  mit  dism  Wort*  seA.-»  la  laW 
denelbtin  Hndet  Don  Vnrbllltniii  der  drei  11«  vird  «urh  nai  drr  Aatigabn  *Mi  WtfM 
nicbt  klar:  nor  ao  vi«]  ergibt  aicfa  aus  einer  Vcrgleichong  dcraclboa  mit  der  «oa  Vm* 

Shtydo*.  daa»  xirei  bedentend  vemcbicdene  Venionen  mrlMgen.    Kine  rioltllM*. 
infte)  Hi>  hat  R.  WUnaoh  im  Eacurial  gefund«ii  (Cod.  Eaenr.    V.  IV.  23)  ai 
Ober  sie  d(>ninacbBt  in  der  B.  Z.  Kiherea  D«ricbt«B.   ~    Die  Parti«   Ober  die  12  Vi 
at*lil  aucb  im  Cod.  Darber.  gr.  I  17S. 

880.    Der  alte  Ritter,  f)  n^'aßi-?  Iim»rr,<  (306  reimk««  porn 
Verse),  ein  grioehiaetie«  GeiÜclit  au«  dem  Kreise  der  Ritter  von 
Tafelrunde,  das  zwai-  in  der  konventiondk-u  ScUriflspraclie  abgefattl 
aber  wegen  seinem  Stoffes  hieher  gehCrt'),  ist  eine  freie,  abkllRMidi> 
ziemlich  trockene  Itearbeitnng  des  gegen  daü  Ende  de-i  12.  Jahrfami 
abgefa-iwten    franzöitischen    I'rosaromana   (Syron   lo  OoDrtoia.    D^i 
Hold  de»  (ledtclites  int  ein  alter  Ititter,  der  alle  jungen  ItiHer  vom 
des  KSnigs  Artus  überwindet     Die  Begriffe  und  Namen   der  A 
sind  zum  Teil  wörtlich  ins  Griechische  ObersetKt:  aus  der  Tafelninl 
wird    eine   etwas    prosaütclie    (rrpu/j-iUf,    tffünt^n,    aus    dem    berllchlii 
Franzosen  Lancelot  du  Lac  ein  ^ai-afimros  ^^  ^llftn^c.    Solche  Tr««e 
der  Übertragung  hindert  den  Verfasser  aber  nicht,  auch  dem  Vori>fl>)«  d" 
riomer  zu  folgen;  ihm  entlohnt  er  Vergleiche   und  nach  ihm  richW  * 


't  8p.  tjambros,  Coli,  de  rain.  er. 
Intrnd.  8.  8T. 

»)  P*r  Titel  slammt  ron  dem  «tfstea 
Ileraaagvber;  docli  hat  iJranet  de  Preal« 


mit  RecbtbeBierkt.  dua  die  AufKkriftnH' 
lieh  Unten  mOeale 'o  >tf  i«;«r'tqf  Ui«'t>' 
da  im  Qedktrfe  üelbol  nur  diese  Kmb  tf 
braiidil  wird.  S.tiidel,  a.  unUna.O.Ü' >«^ 


4,  Rom&Btiaoha  DiohUngea flb.  mitt«lalt«rl.,  i.  T.abendländ.StoETe.  (§§880— ftSl)    867 


sich   Ho^ar  in   Hoiiivr  EiKähluiig,  ohne  sich   um  die  VerBchiodenlieit  der 

Sitten   diii  trojanischeu   und  dee   bretonischen  Hofe«  zu  kümmern. 

Wie    Hektor  der  Andromache,   bo   gebietet   König    Artus  seiner  Onttir 

Qenifevr©  (.Vr^iiV/fprt),  die  ihn  vom  Kampfe  mit  dem  alten  Kittor  Abhalten 

will:  .Geh  und  t^piicb  nicht  weiter;  du  gehörtet  sittäam  ins  Fraueugemnch 

aod   zu  den  Mftgdcn:  ich  aber  waffno  mich  um  der  Tafelrunde  willen* 

(V.  139  ff)').     Die  Handschrift   dos    , alten  RitterH*    soll    dt>m  Ende  doB 

oder  dem   Anfange   des    H.  Jahrhunderts   angehören,   und   um 

tibe  Zeit  ist  wohl  auch  das  Gedieht  selbst  abgefasat.     An  Bedeutung 

die  (ieachichte  der  byzantinischen    lätteratur  und  Kultur  steht  da» 

tief  unter  de»  von   abcndlSndischem   Ueislc  durchwehten   vulgSr- 

iliischen  Itomangedichtoii;  die  8agc  von  der  Tafelrunde  ist  im  Osten 

in  weitere  Ereiiw  gedrungen,  und  das  Gedicht  vom  alten  Ritter  erhebt 

deshalb   nicht   Über   die  Bedeutung   eines   vereinzelten   und    pri^-aten 

liebes,  einen  bttfischen  Stoff  dem  griechischen  Veratändnls  zu  vermitteln, 

I.  Anigaboa:   Zuerst   au»   iIit   rinxigen   Tatiknnisrhen  ilandscbrift   ed.  von  F.  II. 
Jet  Ukgvo.  Borliii   Iröl.      -    Alidruck  iliosur  Au9(iabe  bei  Fr,  Michel.  Tristan,  ro- 
de ce   qui    »esto   (Im  iioCnies   ^■^ltttif»  k  ae%  KVuutun!«  oto.  (3  voll.,  Londrea  et  Pari« 
—8»)  vol.  2.  267—297.  —  Ed.  Ad.  KIÜmh«!)  im:  Nachfiag  mm  «raU'ii  Tuil  d«H  Ver- 
la «inrr  PoIygl«lle  d»r  earo|i&i»cli<4i  l'oMie.  l<oip:itg  ISiß  (mit  eiii<>r  Eiiil^iluiig,  worin 
!(•  IdvatitU  de«  GediGbt«8  mit  item  franiDsischon  Roman  im  oioxelnen  darijetJian  isd  und 
mher  ITebMMtxniu). 

3,  llilfuRiiltal;  Von  d<ir  Hasrn,  Uofaer  ein  mitliilgrinchiiidicM  Oedicht  von  Artus 

>n  Itittein  dor  Tarnlnin<tc.  l'hiloT.  und  hisinr.  Alihnndl.  d.  Kerl.  Akiid.  d.  Wisit.  IM» 

—260  |«et«t  mit  Ifcnorierunti;   der  Arbeit  vun  RIIinMun  iiocb  einmal  dio  frnnxaBiscIi» 

de«  (f«didiiea  notib).    —    LilleriLrliiaturische  Llnlemudiung  vun  Cb.  Oidcl.  Ktudta 

liU.  p.  mud.  a  75-103.  -     A.  Rlliaflen.  Üattinc.  (iul.  Anuigeu  1<JT1  ä.  li$i  t. 

ebnr   dl«  fr«»iOBiscli«n  und   dvuteubeii  Werko  Aua  dem  Artuskruise  vgl.  GsBt»ii 

ia.   I.di  litt,  fraucaise  aa  moytn'bitu.  Pari«  1888  S.  86  IT.   —  H.  P.  JaolcHr,  Qrunüriaa 

(ioHcliicbt«  ikr  trainOMMbon  Littiratiir.    Manst«r  1889  S.  TR  ff.    -    Karl  6i>ed«ke. 

sur  Gwcbtcht«  der  (lont*rboii  Diebinng  I'  (1884)  S.  77  f. 

881.    Phlorioa  und  Platziaphlora  (!874  reimlose  politische  Verse); 
liandncbriftUehe  Titel  lautet: 

Jtijfttati  /itrlQtiat,  ifaitmij  xai  Ur^ 

liiebesgeechichte  des  sarazeniachen  Prinzen  Phlorios  und  dor  in  der 

*rangenschaft  geborenen  Christin  Platziaphlora  ist  eine  freie  Bearbeitung 
•  schon  im  12,  Jahrhundert  in  der  Provence  bekannten  und  alsbald  bei 
%  mciBto»  Völkern  des  Mittelalters  verbreiteten  Sage  von  Flore  und 
Blancbefleur.  Die  erste  dichterieche  Bearbeitung  derüclbcn  iat  wohl 
der  im  U).  Jahrhundert  entstandene  franztiHiücho  Koinan  Floirc  et  Blance- 
,  dor.  Doch  hat  dor  griechische  Dichter  weder  aus  einer  franzüsiscben 
Bodaktion  ge^cfaSpft  noch,  wie  Gidel  annahm,  direkt  oder  indirekt  aus 
dAnt  von  Boccaccio  um  das  Jahr  1.S40  abgefa-ssten  Filocoto,  sondern  aus 
Cuntare  di  Fiorio  c  Biancifioro,  der  schon  vor  dem  Filocolo  exi- 
und,  wie  Crescini  nachzuweisen  suchte,  auDSor  ftir  das  griechische 
EdicM  auch  fllr  den  Filocolo  und  ein  spanisches  Gedicht  ab)  Vorlage 
Jj^nte.  Natilrlich  hat  der  griechische  Dichter  den  Cantare  nicht  wSrtlich 
L>D,  sondern  frei  umgearbeitet,  manche  Ztige  geändert,  hinzugefügt 

*)  In  nvaaSaiselMa  RoniAn  viril  nur  ge-   1  dist  ijn'il  nes'«n  tiondroit  pour  rion  au  mondn*. 
ti  «L»  ny  üUMto«'  d«derantlnj,  et   |  (iidol,  a.  unUn  o.  0,  H.  90. 

55' 


BGä    BysaDtinlach«  LtttorKtargeeoUcbt«.    in.  Vtügftrgritcb.  Littoratar.  t.  P««li. ' 


cxler  wogöelaKst'ii.  I>er  VerfaÄSt-r  de»  Güdidit«.  (lt«r  wohl  der  zwviUl- 
Uftirto  dea  H.  oder  dem  Beginn  de«  15.  Jahrliundurts  angebHi 
war  Qbrigonft  nicht  oiu  Nnttoiialgrioche,  sondern  ein  Gaamule  oder  ein  hß 
lenisiorLor  Franke;  darauf  dout«t  der  Umstand,  dam  b«i  oller  M)ni.-üsw 
Freiheit  dur  Utnnrboitung  gerade  mehrere  ZUg«,  die  sich  auf  das  rvligibiij 
Bekenntnis  d«r  Uau[itpersonen  beziehen,  beibehalten  sind;  der  Vitd 
Platr.iaphloras  ist  ein  edler  Kitter  in  Korn;  er  wallfahrtet  nach  St.  UfV 
tli  ('oni{)o&ti>la  in  Spanien:  die  Kitern  de«*  I'lilorius  bekehren  »ich  zulclii' 
mit  ihrem  ganzen  Volke  zum  orthodoxen  knthulificben  Glauben.  Ed 
Anhftnger  der  orientalischen  Kirche,  die  iriclt  im  14.  Jahrhundert  im 
schSrfittcn  tiegennatze  zur  römischen  befand,  hätte  solche  Motive  scliwfTÜcb 
unangetastet  goIaKscn. 

1.  Auflgahcn:  Kd.  pr.  m*  Cod.  Vindnbon.  tbeol.  241  1.  B«kk»r,  Abhaadl.  Bnla. 
Ak.  1«45  S.  127-180.  -■  M.  Maurophf  j-de«.  'ßrio)'.;  S.  257— 323  (Mlir  foUnrlufli  - 
Kd.  W.  Wt>gD«r.  Hodiarnl  gr.  tosla  S.  1—^6;  der  T«xt  bleibt  Mtcb  hiM"  nock  *c(i«» 

2.  HilIamitlBl:  Bmendatiaovn  tur  Aiiagab«  von  B«kk«f  K>b  A.  Uullach.C«» 
iecUneorum  Bytantiuorum  libri  duo.  Berlin  18'i3  S.  37—60.  —  LitlenubiiiloriMbf  ^A^ 
KUcbuTig  von  Ch.  Qidvl,  J^tud««  nur  la  litt,  gr,  mod.  &  281—266.  —  tidäleAlati  <« 
M^ril.  )'1oit0  et  BUacbüoT.  fcA-men  du  ?lIII"  sitol«.  Paris  IS.'rG,  gibt  s««i  trtuaHM» 
tJedicIito  iini)  ein*  Episi>de  aud  «iner  dritton  fmniQtiscIiMi  Venion;  ah«r  du  juinüafc 
Oodicht  vgl.  Introd.  &  21  IT..  84  ff.:  öbor  don  Filopolo  S.  67  ff..  17»  ff.  -  Filooolo;  M 
««druckt,  X.  \i.  in  d»n  Onnrti  volitari  di  (iiovumi  t)i>cn«ccio,  vol.  7.  Florvni  l^^iS.  —  Dm 
Cnntntc  di  Fiorio  n  Binncifior«  odiorto  K.  Ilnusknocht.  llcmga  ArelÜT  f.  d. 
dium  der  noucrcc  Kprauhon  und  IJtt  71  (18M)  1—48.  —  Auf  den  CaDlars  lU 
d«a  l'lilurius  wies  zavnt  knn  hio  Creacini,  Due  studi  ri);usrdaiiti  opcn  ninari  4(1 
cacciu,  Pikdua  1882  ä.  lÖ;  riae  ausrohrlicher«  l)«^rUndiiu)c  gab  Urt'scini  in  »wa«« 
11  CuDtwro  di  Fiurio  e  BUncifiDre.  BuIukuh  ISSfl.  vol.  1  S.  Sl-467.  Vcl.  doeMlbta 
Irifauto  agli  studi  au]  Boccaccio  1^87  8.  tO  f.  —  G.  Kartiug.  Bocc^ccioaXsbao  «ad  W« 
Uipaix  I^^O  $.468.  ~  H.  KSstlin.  7.v  riilorios  und  Plntninpblix'n.  B.  Z.  1  (189S)  39! 
(Hinweis  saf  nnihrcra  in  dm  Taxt  ninKcdruiix«ni>  ni«lii>cbi>  [n1iiillisaiiKal>cu;  Kiiii)*ktN 

-  Jahn  Schmitt.  Zu  I'hlorioa  und  l'UtsiapIilorn.   H  L  2  dttd;))  212     S30  (baadalt  i 
Craacini  Über  dio  Qaell«  doti  (jodicht«  und  vortnidigt  g(fan  KSsUlins  AcndamigM 
facti  mit  OlUck  di«  UebMlicf^nuis).  —  K.  Tom.  D«l  nome  .Mat/igi  nells  ■'iiJT'fUN ' 
nii  fUfftC«!  *liüi>rfi,  Iteudiconli  dcUn  R.  .4ccad«mi«  d«i  linoei.  clana   di  ncictica  i 
atoricbe  e  filulüKicIio,  Serie  quinU,    voL  4  {\>^h\  Ell— &20  (oHclIrl  den  Namen  Ibc 
oder  JHni/r;lM.  d»r  V.  1617,  1631.  1685   ed.  M'agim  vorkummL   aus  gormaniail 
bild  oder  PerAlit-hild).  —  Oeber  die  engtiacheo,  frutiilaisrlieu  und  dmta(<heii  ittarbtin 
des  StolToB:  Gust.  Körting,  Orundrim  d«T  Geschichte  der  eDgliecbrn  Liileratur,  MB 
1887  S.  IIS  f.  —  Unston  l'aria.  I.a  litl.  rrsntsise  au  mcyenAge.  Paria  Itt^K  S.  ^:  ^ 

—  H.  P.  Janker,   nrundnns    der  ftoncliichto    d^r  frnnznBi«ch«n  Ii(t«rnttir,  MOoalfr  IKT 
8.  BO  f,  —  0.  (iervinus.  üoschiclita  drr  douUchen  Diriitung  P  S.  63&  ff.   ~  Karl  Ol 
dok«,  Gnindrisä  tut  ficechiphto  der  dcutsclim  Diclitunp  !•  11SH4)  103  t.;  853  '.:  *«>  -] 
l>ia  erat«  deutAc^hu  BrnrbeiluiiK  wiirdo  im  Anfung  dem  13.  JnhrbniidvTta  voa  dem  kMV''' 
Hellen  odor  acbwciiiTiscIiMi  Dionter  Konrad  Fleck  itbgofaBsl. 

ü.  I>ic  Fruge.  wo  d«r  l'rkoru  der  KnKliluuK  von  Flora  und  Blancbadanr  a  mi* 
«ei,  lit'gt  iiusereui  Plan«  fcrue.    hd^leatand  du  Märil.  u.  a.  O.  S.  1S3  ff.,  OetTi«aii 
n   a.  O.  8.  638  und  Gasten  Paris,  a.  a.  0.  8.  S2  ^kubuu.  daM  der  Stoff  ren  Hj 
nuseegangeii  ht,  so  daw  in  dem  vulgärerieoliJachen  Gedichte  der  Kndpiuilct  «tne« 
geschieh  Hieben    Kreislaufes  vorlSge.     HOobte   sich    dodi    \.  N.    Veselovskij  <tim 
■ndarer  Pfadfinder  im  Urwalde  der  woirtOstItclien  SngeDvrelt  der  Sacti«  aanehsie«! 

883.  Imberios  und  Margarona.     In    mehreren    Vorsionen  ist 
vulgärgriechisches  Gedicht  Qborliofert,  da»  dio  Übentchrifl  trttgt: 

Juiynatt  ttnifftioe.  i^mux^  «ni   iiri; 

Von  einer  InhalUangabe   kann   auch   hier   abgesehen    worden;  denn 
Bchon  der  Titel  erraten  \&gst,  i«t  da«  Werk  nicht«  anderes  als  eine  Bf*i 


rBomaaticcbo  Diohtoi)f!«n  nber  mitt«! altert.,  ■.  T.  Kbendländ.  Stoff«.  ($  382)     869 


[Bwitunfi:  (Ivr  (illbokRnnten,  im  deutlichen  Volksbuch  bis  auf  den  hcutigon 
"TSig  verbreiteten  und  viel  gi^lmenon  französischen  Geschichte:  Piorro 
do  Provoiic«  et  la  hello  Mayuolonno.  Aus  Pierre  hat  der  griochiocho 
Bvarhoitor  nicht  «in«n  /Mp»;,  sondern  im  engsten  Anttchlu&g  an  En 
Piorro  einen  '//.«•■» *'(>(";  gemacht;  ans  Maguolonn«  wurde  durch  volks- 
«tyinol<>gifH.-be  Anlehnung  an  /ta^ya^ita  (Uoldblumo)  und  itafyafitd^iv 
(Pprto)  eine  Mnp/rtßmrn.  Die  ersttv  Bparboitung  der  in  Südfrankreich 
lokalifierten  Sage  von  i\vv  i^chöncn  MagUL-lonno  wird  einem  Kanonikus  der 
Kin-hc  von  Magueloiuie,  Bernard  Triviez,  ziigoschi-ielicn,  der  um  1178 
lobte;  die  iilt^>8to  uns  erhaltene  Bearbeitung  ist  der  franzüsischu  IVosa- 
rooian,  der  l-i-W  zum  ersten  Male  im  Dnicke  erschien.  Doch  scheint  die 
Vorlage  des  grieclüsehen  Uediclitcs  nicht  dieses  Prosawerk  gewesen  zu 
»in.  sondern  ein  älterer  provenzalischer  Versroman,  auf  welchen 
wohl  auch  die  franznaische  Prosahearbeitung  zurückgeht.  Wie  »ehr  die 
in  ganz  Europa  verbreitete  Erzählung  auch  bei  den  Urioehen  Gefallen 
fand,  beweint  die  Thatsache.  das«  da.s  (Jodicht  in  verschiedenen  Bcarbei- 
taogen  dem  vvrüudertcn  Bedürfnis  der  Zeit  angepasst  und  zuletzt  in  zahl- 
rvirben  Drucken  verbreitet  wurde.  Die  zwei  älteren  Versionen  (die 
oiD»  in  wu,  die  andere  in  862  Versen)  sind  noch  in  reimlosen  FOnf- 
Eebnsilbern  abgefasat;  eine  vertlachte  gereimte  Bearbeitung  (li>J6  Verse) 
wurde  in  die  venezianische  Sammlung  gricchiächor  Volk>ibilcher  aufgo- 
nmnmen.  Di«  zwei  reimlosen  Versionen  entstanden  wahrscheinlich  in  der 
ersten  Hälfte  dea  ir>.,  die  gereimte  nicht  vor  dem  Anfang  des 
16.  Jahrhunderts. 

1.  Auagabcn:  Von  der  goroimton  Venion  oxistiaron  uhlrpiobo  VonoiiAnnr 
Drack«.  IW  Utenlu  iat  wohl  clur  ati«  tlum  Julim  1558  iltibl.  liurb.  U.  U.  G.  VI.  19). 
Eis  and^rvT,  von  dein  jedorli  koiii  Ex^niplnr  wiodL-t  uul'u<-'f<indaii  ihI,  soll  dem  Jabre  i!i6'i 
■■■•lifiren.  VkI.  G,  Loginnd.  Bililio|;r.  Lull.  !  |  l^i^'M  ^13  f.  Weitere  Noclidruck«  von 
tVtS.  I6ISG,  ITTO.  1T>!>.  18i}Ö.  Da  diceu  VulkäliUcbut-  jvtzt  itehr  Mllen  sind  and  imr  dj« 
M*U«I«  Vfirakin  onllitltcn.  sind  wir  auf  dia  neunn  kritischen  Ausgnbeii  mgowiesen.  — 
Ed.  W,  Wksnor  in  l,egrand»  Coli,  de  mon.  N.  S.  vol.  3  (roimlnso  Version  niich  Cod. 
VniMi.  tbiTol.  2H  mit  ein«in  gninimnlischon  und  krilinrhon  KommentAr).  —  Ed.  üp.  l'Ain- 
br«a.  Call.  Ab  rom.  gi.  S.  23t)— 2f^'<  (reimlose  Version  nnoh  Cod.  llodl.  miRO.  2S1  mit  Vor* 
Wartung  ihw  onrlhnUm  Cod.  Viiidob.  und  dus  Cod.  Noapol.  III.  ti.  27).  —  Kd.  tiu«t. 
1l«reT,  Clrmnaiualprugt.,  I'ni^  lt<~it  (gcroiuitc'  Veraian  nach  dem  Veno«.  Dniolc  vou  1666). 
—  Kd.  K,  Legrand,  Bibl,  gr.  vnln;.  t.  388  -920  (gereimto  Version  naeb  dorn  Venen.  Druok 
TOB  I63S). 

2.  Rilfsmittel:  Litterflrliletüriaclie  Uutersucbung  von  Cb.  Gide).  Ktados  aur  la 
Itt.  (T.  mod.  S.  269—288.  —  Textkritische  Beitritgo  in  den  Ansgaben  von  Wnsnor  und 
ir*!P*r  gab  A.  Kberhard,  ßureian»  .Uhrealmricht  IM  5  (I»T><)  253-25r..  —  MerkwUfdigor 
W*iM>  Mkrnibt  diu  griechisehe  Volkimnea  dirr  ncliOnDn  Mnrgaronn  dio  lirflndung  dos  Klostcn 
Di|ihni  bei  AÜion  lu.  Vgl.  D.  (Jr.  KampurogluB,  tlö^ry  lö  öra/in  roi"  Jniprivv,  "Kaiin 
Ton  31.  Jan.  It'Vi  S.  Rh.  Helicr  diu  ilonl neben  IJciirlieitungon  (lucnt  von  Magister 
Veit  Warbeek,  Angabuig  1536)  vgl.  Knrl  Uuuduko.  (iruiidriaa  iiir  Ge»ebiclite  der 
iMIecbea  Dichtung;  II'  tlSW)  20.  Zuletzt  bat  BauuibucU  den  Inilieriüs^tolT  bearbeitet 
Tal,  Aug.  \VOB!i(^hi),  Baum Wha  Abenteuer  und  Scliwnnke  und  ihie  <jii«'tlen.  Beilage  Eiir 
<Mli»l>ener>  AiVm.  Zeitung  vom  12.  Mai  1894.  Nr.  130. 

3.  Hier  eoi  »och  erwthnt,  dass  die  tn  dem  franiüitisehen  Komon«  La  Manekino 
(IS.  Jahrb.)  behandelte  I.etcende  von  der  Jungfrau,  der  nino  Hand  nhgeliuucn  und  durch 
Hanae  Hilf«  wied*i  anKeheilt  wird,  nueli  auf  grioebisrbom  Itodnn  bcknunt  iat.  Sin  stockt 
■  den  ttu«h«   1/  imv  iriiagtutleii-   «uinjpid   des   Mftnpbo»  AeapioB.    weluhea   xu  Venedig 

Ml  ale  3,  TmI  aeinoa  Ijngondnnwcrküti  Sio;  llnpaitiiaiif  erschien,  Doob  bat  niemand  auf' 
MUitrl,  wi«  akh  die  beiden  Tuxle  gcnaulogiseh  >u  einnnder  verhalten.     Vgl.  Ch.  Gidnl. 

BMee  nir  la  litl.  ler.  mod.  &  SSO-  301.   —    Tb.  de  Puj-maigre,    I.s  nlle  aux  mnins 

Rerne  <te  fhistoira   dea  religione  10  (1881)  193  ff.  —  L4on  Sichler.   La  fiUe 


g70     Byumtmlacb«  latterfttiugMcbioht«.    IH.  TnlflrgriMli.  LittMKtnr.  L  Fms*. 


»ux  liras   Miip>^,  lUvuA  <l<?  tliietoir«  ilw  nlJKiaiia    13  (1886)  88  ff.;  215  ff.    -    i.- 
Baaael,  H.  Uaid«!  und  P.  Liebr«cl>t.  HAliuiii«  2  < Paria  ISSi-S&j  Rp.  309  f.:  ü.-.r 
446  ff.  ~  II.  P.  Junlcer,  QnuiilriM  in  QtmhiehU-  der  firiii»a«i«oli«n  UlU-ratiu-,  MtaMa 
litSO  S.  1£9  ff. 

4.  Kin«  vulgtriti'ieoliiwh«  Uvb«n*lt>aitg  der  Tlimriil«  d««  Boocaecio  m  »It' 
MiligMi  SUnien  vräcliiea  üu  Vrii«ilig  1.129  luitw  den  Titel:  »rjtro«  xai  ynuv  i^<  l^i^ 
(nc!).  Die  AbfaMUng  dor  UftheractninE  *itio\%tD  wpht  bald  ucb  d«r  msUh  V«rtBHiUiciM| 
iIdh  iUli«niaciiaa  TbsIm  (yerran  1473).  Das  Wurk  iat  bi»  jMzt  d«t  ForediaBg  btf  «Mi 
Kiia^ich,  d»  von  dem  V«nexiiin«r  Druck  axa  n«iii((H  (Lt^mitlnr«  (ia  KopcnhaMO,  im  UnM 
Mdsoubi,  in  der  ilofbibliotliuk  xa  Di«adcu,  in  Atx  Bib!iolh«k  dM  Pllret«n  0.  Uavro^vrU« 
und  in  d«r  tijrmiuuialbibUutliek  u  Korfa)  b«kaiHil  sind.  Anssordcm  ist  die  L'vb«n«ba| 
idi  Cod.  Paii».  gr.  2808  und  im  Cod.  Valican.  Pal.  gr.  436  (Q.  StvvoneoD.  Codd.  II«  hb 
liDi  ictaMTJ  bibl.  Vaticann».  Romno  188^  S.  37C)  aufbewahrt,  wann«  aw  Joint  Sekniii 
va  vMölTciilIicboi)  bnabnirbtiül.  Kinudoa  Pr«b«a  rind  mitgotoill   ton  K.  (i.  Sae<iiti. 

Kludm  euT  CbHucor.  i'am  1959  S.  880  (nacdi  Cod.  Pariai  SSW>,  und  von  K.  Satb-t,  lU 
'AritiMB  I  llfol.  atl.  V  Hin.  -  Vgl.  K.  I.agrand.  biUiogr.  hoU.  I  {ISHHi  iM  I  - 
Jahn  Scbmitl,  Ln  Th^adid<<  dr  llorotco  et  Ia  Tbäi^ido  gTVcqUB.  Klade»  d«  pliilobc* 
ndo-gr«oqQO  [>iibli^«a  par  JeAn  l'nichin.  1'a.riB  IV'J'i  ä.  l'T9— ^-l.'i  (UulorBucliunj  Otac  U 
VtirhUtaui  daa  Origiaola  und  der  UnbunwUuD);  mit  reiL-blicbcn  PtobMi  Ae»  gmcbiicWi 
Tcxtwt). 

&.  Aus  dum  Krvia  Hb«ndlfiuUi(wb«r  RuItarMullaaBii  stammt  BMcb  die  n«cb  sicti  nr 
BffMiÜichte  Sebilücraug  pinosTarniera  (tC<t«ipnr)  i wische n  eiaan  Dratacbaa  iwd dM 
Oriaofacn.  das  vor  MarRaxcths  PoiphyroKMinottt  ahüaballm  word».  Dar  Ablkag  dM  • 
namloMn  (xilitiHrhon  Vnnwn  flhK«f<i<«t«in  (iadinht*«,  daa  dvr  Cod.  Vatic.  Pal.  gr.  AÜ  4  H 
fol.  65  94  bnwnhrt.  Uut^t:  Kai  nit.aioi'aii'  >n  ^ofniJ  *ai  Jiiaavr  xor^fitf.  VidUttl 
wird  aieb  »ua  il«m  Inbnit  narh  7^\t  und  Ort  (l<^r  BnUtohung  des  ^^'eH(«a  niker  buiIiuiM 
laicn.  Di«  aU  Vursitucrin  de»  Tumicra  Mwilmlu  .purpargelioivD«*  Uaigarelba  Mrib  ^ 
■ehwetlicb  diu  nncb  ihrer  VcrniUbluMg  mit  Kniiiirr  Iss&k  An^os  (ttai  lltUi  Hatia 
beaaimt«  Mnruurf'thii.  Tochteir  des  KOniiis  B«Ia  von  Ungarn,  seia,  Bmd«rB  vielUitU 
Kweite  (ivuiulilin  des  Harkgmfvn  vun  Mnntfvrrnt  Tlisodonts  II  Palavolegoa  (1408f  |v^.  I| 
CaiiK^*.  I''ai>iiUa<>  Djs.  204)  ixlvr.  wtniiKor  wiOiracbeinlioh,  MarKaiwtha  PalaiwlogiM, #~ 
Tuchl«!  dos  MMkcrafen  vmi  Montferrat  Williclm  I'alaeologM  (Anfaiig  in»  in,  JaMi  |D 
CsDRO,  R.  a.  0.  wi),  oder  endlich  eine  der  verHchiedeaen  in  dea  reio  frickiachaD  P 
hluasm  doa  Orisnt«  rorkcmmenden  rnnieMJnnon  dioaa«  Namena. 

383.   Der  Erotokritos  ('fl^TMfiTtt;)  ist  eia  groBaea,  atts  etwa  IH 

gemmten  politif^chen  Veraen  bestehendps  romantiiMrhefl  Epo9,  dessen  Vef" 

fa)<«cr,   VinBent  (.'ornaro  {Jiti^trt^oi;  ö  Aofinpo^),  aus   Sitia  aaf  Krrt* 

gebürtig,  jcdenfnll«  vencKJaniKcIior  Abkunft',  h&cltt«t  watirechuiiilioh  um  die 

MitU>  de»  IG.  JnlirliiiiKlurUt  lubtv.     Dl'ii  liihult  Hvitic»  Oodicbteit  faUdeo  in 

Abuntcuvr,  diu  Erotokritus  (.Liebesprülling').    di4'   Sohn    dos 

oinee  Miuisti^Ts  des  Kümgs  Herakleo  von  Athen,  w«gt>n  seiner  Liebe  . 

tuaa,  der  Tochter  dieses  KOnigs,  zu  b«at6hen  hatte.    Trotz  der  : 

antiken  Namen  und  der  klassischen  Ort«  ist  dor  (Charakter  de«  (jedick 

echt  nuttolnltcrlich-romantisch.   Ki^nig  Ueraklw  veranstAltct  ein  gttoualcB 

TumicrfeHt  und  vorbüisitt  dem  Siegor  im  Kampfe  die  Hand  seiner  TocMv^ 

Ton  allen  Seiten  strOmen  edle  Fürsten  xustunmon,  der  KOnig  von  Ne 

ponte,  die  FUrsten  von  Hodone,  Korone,  von  Makedonien,  von  Ka 

vom  Siuvenlande,  der  Sohn   des  Kaisers  von  ßyzane  u.  a.     Kach 

Kämpfen  gebt  Erotekrito.t  als  Steger  ttbor  alte  borvor.    Aretoaa,  Aw\ 

seine  Liebe  erwidert,  gowAhrt  ihm  ein  nitcbtiichc«  St<>Ildicbein.    AI» 

der  Vater  dos  Erotokritoe  dun  Mut  fasst,   ttlr  seinen  Sohn   ofTi'H  ain 

Hand  der  Kfinigstochtor   anzuhalten,   wird  er  zurilekgewicitoo  uwl 

krito.1  muHs  Athen   verlassen.     Kin    Krieg,   den   der  Vlaohonkönig 

Athen   eröthet,    gibt   Erotokritos  Uulegonhcit   im  Einzelkampfe  mit  de 

Neffen   dos  VlachenkSniga    die   Ehre  eeiuer  Vaterstadt  zu   retten. 

wird  er  dee  AtlienerkQuiga  £idam   und  Thronerbe.     Don  modernen 


itisctie Diobtongen  fib.  mittelalterl.,  >. T. abandländ. Stoff«.  (^383-981)     871 

Iria'ist  in  dieser  romaiitischv»  Geschichte  die  Breite  der  Hlrzilhlung  und 
Lftngo  der  I{4?den  und  Klugen:  aber  daa  litterarisch  iingobildcto  nnivo 
Aolk  uimint  an  dic^n  Kij^enächaften  keinen  Ansto»»,  und  diu  unleugbare 

f Wache  der  Schilderung,  die  edle  Verherrlichung  der  ritterlichen  Kraft, 
Jebe,  Freundschaft  und  Untortlmnvntrcue  haben  den  Erotokrit-os  jjiini 
btesten  Volksbuch  der  Neugi-iechen  gemacht.  .Seine  Popularität  ist 
europUschen  K«i8enden  namentlich  im  Anfang  unseres  .lahrhun- 
lert«  h»ufi){  aufgt'fallen;  noch  heut«  werdou,  wie  Tozcr  bumt-rkte,  im  ust- 
ichen  Krt'tu  .Stücke  aus  dem  Erotokrit^is  von  den  Bauern  ge»iingen. 
lomit  hatte  Korais  nicht  ganz  unrecht,  wenn  er  dem  Cornaro  den  Ehrentitel 
tiHks  Homer  der  Volkslitteratur  ("0/",coi  i!j£  3[^''^'"*'"f  ifii-olvyicic)  verlieh 
Vgl.  E.  Lognind.  Bibliogr.  hell.  1  {188r.)  CXOUI).  Die  Vorbilder  de» 
Erotokntos  sind  ohne  Zweifel  in  der  italienischen  Litteratur  zu  suchen 
nd  zwar  wahrscheinlich  in  der  poetischen  Bearbeitung  der  Keali  di 
^rancia,  di©  1,1;M  zu  Florenz  von  Cristoforo  FJorentino  %-eranstaItot 
rartle.  Cornaro  hat  alao,  obschon  er  gi-iechwch  schrieb  und  offenbar  ganz 
[rtzisiert  war,  seinen  italienischen  Ursprung  nicht  vurgousen.  Audi'or- 
eita  achtfinon  auch  Anregungen  eines  persischen  Heldengedichtes, 
[ea  Hhuh-Nameh,  direkt  oder  indirekt  auf  den  Dichter  gewirkt  xa 
tabeu. 

L  I.  AnagAbon:  Wann  die  enta  AiUfiiibe  ui^diieii,  iat  mir  oiobt  iMhannt.  —  Vono- 
ikMiacb«  Uriiok«  von  \~h6  und  1TT2  anrthiiL  K.  N.  BatfauH,  KtotUiinxri  tfikoloyli, 
tUiMi  186K  S.  603.  ~-  tch  habe  in  di-r  MOitchoner  StaaUbil)iiuthi»k  dti>  AusKiib«  von  18(H 
«dOIzI;  nie  trJi^t  dem  l^lol:  lloi'ifia  ifoiKxöy  Ityöftrror  KfuiuKpitn«,  avritSir  und  riir 
W>i    tvyrritiinirii-    IhCfVlCor    tür    Kofffiiftai:    linä    irjc    iiufiar    tt}t  litiaf    laü    ytjatov    ifjf 

'iti"!i,  'tjniitfiiy  1804.  —  Ein  Neudruck  erechien  Vonedig  1817. 

2.  HilfamiUel:  Ausfohrlidio  AnAjj-se  und  litlornihisloriacbo  Un(«raucbuns  von 
Ik.  Grd*l,  N«nvellM  ri(ud«s  eiiT  In  )itb<riitnrc  grecfjii«  moderne,  Pnris  IB7«  S.  477— ."iaa,  - 
laber  mim  ranilliiMlie  Nncli&liiiinnK  dm  Erotokrilos  vgl.  M.  Hnster.  Litoraturn  yioimUnt 
(OAM,  Uukarml  18S3  S.  129  1^1.  -  Znr  Spracli«:  J.  I'sirhari,  Essnis  do  gmniniiini 
ibloriqaen<iO'i;roc'|n<>2(!8ft9)S7--Gl;  273-277.  und;  U.  N.  nRtxidnkis.  Kuhns  Zcitsdir. 
',  VMflBich.  RpnMhf-  Sl  (IS90)  147.  —  Haupisobrift;  A.  Jnnnaris,  nt^i  'KptuiaK^iiot' 
■j  lav  n«i;raii  aitoi.  Athon  1889  {mit  uniiigUn^licIil. 

3.  Zar  Unberlinfcrung:  Ein«  angtibliuli  nu.i  dem  16.  Jnhrbiuidort  ntnnimcndo  Ua 
t«a  CrDlokritoa  ialL  Am  Coi.  Hart.  S644  [im  Katulug:  .Komari  Kbotocritiw*}. 

S84.  Erophile  ('ffpiny/^i;),  ein  Werk  dos  Georgias  Ohortatzes 
Xofint^t^f.  duuolx^n  die  wohl  gelehrte  Form  Xo^iaxiog)  aua  Ithethynme 
lof  Kreta,  ist  dtw  bei-Uhmtc»tc  Erzeugnis  der  fruchtbaren  kreti»c-heu 
Dramatik.  Die  Ahfassungszeit,  die  sieh  nur  aunfthernd  bestimmen  lüsst, 
iegt  zwischen  den  .Jahren  UfÜl  und  1Ö37,  Dun  Inhalt  des  Dramas  bilden 
lie  Lieb«s«iclück(uile  und  der  traurige  Untergang  der  ErophÜe,  der  Tochter 
Im  Kfinigs  l'hilogonos  von  Ägypten.  Wie  im  Erotokritos  wird  auch  hier 
l*r  romantische  (Charakter  am  scbilrfi^ten  durch  ein  Turnier  bezeichnet, 
■n  welchem  Panaretos.  der  Oelicbto  der  Eropliile.  siegt.  Er  vermfthlt  sich 
bcimlich  mit  der  Königstochter.  Als  der  König  hiovon  erfährt,  lüsst  er 
den  Paitarctos  mit  ausgesuchter  Grausamkeit  tOten;  Erophile  nimmt  sich 
itlbal  das  heben.  Zwischen  die  ein/einen  Akte  sind  vier  Zwischenspiele 
fiiiff/irdfi  Jipit»»  u.  ».  w.)  eingeschobeu,  die  ohne  joden  Zusammenhang 
dU  der  Handlung  der  Tragödio  die  Geschichte  von  Kiiuildo  uud  Armida 
nd  der  Eroberung  Jerusalems  durch  Gottfried  von  Bouillon  behandeln. 


872     Bytantüiladie  LitUntargeecUcht«.    UL  TnlgEtgriMh.  LiU«r*liir.  1.  Fgnk 

Wie  der  Erotukritos  ist  auch  die  Eropbilv  in  politischen  Reimvcrwn 
gefasHt:   nnr  der  Clior  spriclit  itu  jambiBchen  IVimeter,  einem  Htiaa,  • 
in  dor  Vnlgärlitteratur  Uiwserst  selten  ist,     B*ispiole  au«  der  neueren  7d 
sind   die   Lieder  bei  A.  rassow,  I'opulari»  carmina  (iraedae  reoentii 
Leipug  1860  Nr.  r)20'-ri2ä,  und  dfut  Lied  aus  Kappadokien,  das  L.  Ali 
toridos,  JiXwiav  1  (188.H— 1885)  727,  ediert  hat. 

Chortatzc«  hat  den  StofT  seiner  Tragödie  aus  dem  Italiomsoho« 
lebnt,  vornchmlicli  aus  der  Orbecchc  des  Giovanni  Baltista  Gir»H 
genannt  Cinlhio  (geboren  xa  Ferrnra  im  Jahro  1504,  gestorben  eben^ 
i.  J.  157S),  dio  zuurHt  1647  und  dann  wieder  1561  zu  Venedig  im  Dnn^ 
urechien.  l>och  hat  Cbortatzeti  die  dramatische  Wirkung  de-s  (.>rigitali 
durch  die  allzu  breite  Ausführung  der  gnomologbchen  und  orotischi 
I>iuIogti  entschieden  abgeschwAcht.  Die  iHer  Zwischenspiolu  atanmea 
der  GLTUKAlemnio  libcrata  des  Torquato  Tasso,  die  zuentt  im  Jahre  IS 
voIUtändig  (zu  Parni«)  im  Drucke  orxcbien. 

1.  Auignhnn:   DI«  t^itlo  prinoep*  enofai«n  su   Venedig  1S87.     Dar  Ue 
MKlthMOOBCigala  llbortnigdMiiiit  Uteinisdian  Iliicii»tab«n  g««äiri»b«iwMsdMi 
in  gticchwclio  ^^hrift,  iiHhni  aber  ilikb«i  vi*l(Bcli  willkUrlicho  A*nd««tug«B  Jm  Ts 
—  Nachdiuclc  tlicai-r  Anagsbe  V«a»djg  IMS.  —  Kioe  heiMore  Auagib«  i  in  MnitiUi 
brogto  UrnilvuiKo.  Vonodig  1676  (mit  euior  UUerkrhiBtomoh  ««lir  iutarMUalM  '  ..,. 
dcftDrooken  NikuLu  Gljkjs).    -     Wuilere  AuujttWn  L-raclircuen  ca  Venedig  IT72,  II 
1820.   —    lT«bi>r   diu  alU-ren  AuHgHbeii    vgl.  E.  tegritud.    UibÜogt.  bull.  4a  XVII'  o* 
1   nS94)  3ö8  IT.;  2  (1894)  88  f.;  335  f.    -  Die  AiWB»be  veo  1772  •ri<^dc^lKlIlc  K.  S.  !)■ 
Ihfls,  A'e»,T<KoV  .fintpoi',  Vmedift  1879  S.  283~4«7.  —  Nmcli  «iner  Bm  AnlMg  und  Sc¥ 
verstDiuni«>ll«'ii  Uh.   welch»  den  Text  wie  daa  oben  erwUista  Äiilogn|dMui  dM  CWIi 
mil  Uteinieclic^  !)udiBlHboiigescbri«<beaenthllt,ed.  dieEropbile  E.  LegraRd.  BSU.  gt.l 
■i  (1881)  835-3»9.    Vgl.  mo*  Kinloitun«  S.  LXXXVl-CVII.  ~  Zu  wlbMcbea  wli»  i 
neue  Aiugibo,  fltr  tlie  eowoh]   di«  lU  I«grniidfi  und   der  Cod.  Aloucc  MO  «Ja  di«  I 
lUuserst  selUn«  Ausgulit^  von  16T6  boigtxogon  Korden  mOairtan. 

ü.  UilfHiBittvl:  M.  Lcuke,  KeMorcbi«  in  (inoco.  Ixindan  1814  S.  ll7-I2St 
lyne  und  T«xt|iit>lieii).    —    Cunr   IlurHian.  Ktopbile.     VulgiUgriacliieche  Ti«gBdi« 
(icorgiM  Churtülses  ans  Kttta..     Eiu  UvilntK    zur  lietii^biclitc    der  n«4igri«diiac)Ha  OdI  < 
iteUtnlecljeii  Lilteriilur,  Abbaiidl,  d.  |>liiIoI.-bi«tüT.  Cl.  d.  k,  Buchs.  licwJbicb.  d.  Wim.  5  (19 
MS— 68A  (genaue  Aniiljsti  aur  Urnnd  d«r  Mnacbener  Us  and  l.iutFniuctuing  de*  Vtrilll- 
niMM   tm    italienischen  Drnmntik).    -      K,  Teia.   Geaiirfchuag    d«r  Aaiigabe   VM  EWh 
L'AUiinu    V^noto,   spiie    Vlll.   vol.    1  (1SS4)  5S9-&98.    -    K.  Toca.   DaUa   EraSt  «I 
L'hartulzce,   anggi  di   vocoliic  a  nuov«  oditioni,  KendiRoati  riella  R.  Arcäde«ia  diii 
clnsso  dl  Bi^iouxL'  tuornli,  Btoriche  o  filol..  Sorie  ignüiU,  vol.  4  (l^V)  M>1  — &71  (Ve 
dor  AuBgabiMi  und   Ulla).  —  Zur  Sprache:  J.  I'aicbari,  Kmia  de  granuiuära 
ui>o-gr««|uu  2  (1889j  :>2-GT:  2b9-  286.   -    ü.  N-  Hatiidnkia,  Einleitaag  m  di*  I 
grioch.  LiraiaiUHtik.  I.ei^g  18!>3  S.  274. 

3.  Womger  l>edeul«nd  aind  die  kretiaohen  TnutSdienZeNOii,  Statbe*  twdtijpui^ 
die  Satba»  mit  der  EropliÜe  lAi^ijtuoV  »^«ipai-  ISiä  S.  2—282)  yerOOenllicht  b*L 


C 


5.  Tiergeschichten. 


886.  Vorbemerkung.  Die  volksmftftsige  Kehrsoite  der  iiaturwiBs«»- 
jAfYIichvn  Studien  accigt  sich  boi  dem  (inechvii  »ohoii  früli  in  der  Siiiiitn- 
|a  von  seltftaniAn  und  wundorburi'n  TIiiiIhucIil-u  aus  dorn  Nuturleben. 
Ben  breileren  Schichten  des  Volkes  fanden  nur  diejenigen  Tetio  der 
fteiwchnfl  Aufnulime,  welche  der  KnrioHiUtcn»ucIit  Nahrung  boten. 
Kr  PopukrimiTiing  kuniito  sich  kein  UeliiL't  der  Naturkiindo  ciitxiehen. 
tben  die  gelehrte  Muthomatik  und  Astronomie  tritt  die  mystische  Astro- 
gie;  mit  der  ernt^tbaften  Erforschung  des  Wnsens  der  Stoffe  vorbindet 
fb  der  alchemistische  Aberwitz;  die  wissenschaftliche  Zoologie  unter- 
gl  ihrem  volkstUmhchen  Nebenbuhler,  dem  I'hysiologuii.  Uuroh  seine 
ristlicli-ilogmatiäche  Tendenz  hat  ür  auf  die  Kultur  und  Utteratur  ein«» 
Omeren  EinlluMt  erlangt  als  irgend  eine  andere  poptililro  Abzweigung 
■  Naturwissenschaft.  Mit  dem  Phyeioingiis  8ind  die  mittelalterlicbtin 
^ri'|>en  verwandt:  auch  bei  ihnen  bildet  dun  Qrundton  da»  poetische 
'blicken  niun«chlicher  Eigeiuchaften  tn  der  Tierwelt.  Wir  fassen  daher 
b  ganz«  Ttcrlitteratur  in  einen  Abschnitt  zusammen  und  fUgen  dazu 
Ri  ein  Stnck  ans  der  Manzenwelt,  den  l'orikologos.  obgleich  derselbe 
iVosa  ahgofasst  ist  und  daher  eigentlich  in  der  zweiten  Abteilung  l'latz 

ta  mOsstc. 
Obachon  die  wichtigsten  Züge  de«  Physiologus  und  der  Tiersago  auf 
bifich-orientalischem  Boden  entstanden  sind,  spielt  die  populäre  und 
ittRtliche  Natnrgesthichle  bei  den  Byzantinern  «ine  ziemlich  bescheidene 
»Do:  von  jener  unermcssiichen  Wirkung  auf  l'oesio.  Kunst  und  Volks- 
■•chuiiuig,  welche  dem  Phydologus  und  den  übrigen  Tiergeschichten  im 
bendlande  beschieden  war.  ist  in  Ostrom  wenig  aufzufinden.  Die 
rflnde  dieser  unzweifelhaften  Thatsache  liegen  in  dem  verschiedenen 
Inge  der  allgemeinen    Kulturentwickclung.     Im  Wottten  wuchsen  neue, 

rie  Geschlechter  heran,  die  unbeirrt  von  der  alten  Schulüberliofcruog 
eigenen  Wege  gingen  und  ohne  Scheu  die  Volkssprachen  zum  Aua- 
nck»  des  geistigen  und  gemütlichen  Inhaltes  ihrer  Zeit  verwandten;  hier 
od  die  naive  Betrachtung  der  Natur  und  die  symbolische  oder  kUnsl^ 
riflche  Verwertung  derselben  durch  Dichter.  Spiellcute.  Stetnmetxc,  Pre- 
iger  und  Magister  einen  weit  gtlnstigeren  Boden  al»  bei  den  Mittelgriecben, 
iftllsueehr  im  Banne  der  gelehrten  Tradition  befangen  blieben  und  nur 


874     Byvanttniaehe  Li ttorBtargeBchicItte,    m.  TolRargrieofa.  I.itt«nitar.    1.  PomIi 

langsam  dazti  knniou,  der  lebendigen  SpracÜo  und  rtor  volkamisagea  Al 
schauung  ihr  littei«ri8cliP9  \Uc\\t  zu  verschaffen.  Bin  jetzt  kennen  li 
folgende  vuIgSi'griechi^cliu  Werke  nu»  der  fabolhaften  Nnturgew-iiidi 
1.  Den  Phyaiologos,  2.  Dio  Ooscliiclite  von  den  Vicrrusslern,  3.  DI 
Putoingiis,  4.  Zwei  Gedichte  nus  dorn  Kreis«  do»  Itoinhnrt  Faekl 
5.  Den  PorikologoH,  C>.  Einen  noch  unedierten  Püarologos. 

1.  Ata  ilUgamoine  llilfumiltel  iliuaen  die  tu  |  S86  nliertua  Wi^ri«.  ttmak 
das  Bu«li  von  Luuclit-rt.  —  C.  Praotl,  Einig«  RMte  dM  Tluerefkoe  bei  d«ii  Saaa 
Bohrifletollurii  und  Narurhiatwilura  d«8  opft(«r«i  Altertnmfl.  PbiUilogiu  7  (I652i  01  Tt  ■ 
Boi  dei'  Uiil«r«iichiinK  d«T  Pntffa  oiiei'  om  DrapniaK  d«r  tUirfn^eh'iriitan  ooi  iuMk 
der  l)AndriHdi'froni:6n»cli«n  Rt-inWtKMcliidil«  ist  lU  beitelitMi  dl«  jftdiBcho  Knthlun^  A 
der  lUhbi  Moir,  ein  b^rülimUT  Taünudloliicr  d««  2.  Jalirliundt'rt»  b.  Clir.,  «in«  äamah 
von  30ü  Ku<!hsfnbcln  bosc^aai^n  hübn;  doch  mnd  dicm  FHbuln  niclit  orh«ltMi  ml  mIi 
xur  Zeit  d«r  Abrosanns  des  Talmud.  nUo  etwa  >ri  4.  -h.  Jahrb.  n.  Cht.,  wwoa  dt  I 
nuf  drvi  d«r  Vcrg«sBonliMt  uibeim^cfullon.  Vgl.  Landaboriccr,  Di«  Fftbdn  lUaEhviM 
ZeiUiclir.  d.  duuUcIlen  niMVUilliid.  Ucoclladi.  Vi  (lühi)  151  CF.  —  UupUdirift:  a  I»Uj 
Unlerancbuiigeu  Qbcr  die  Goaobichtc  di'r  (nni^rhiBvhcii  t'ttiHl.  Jnlim  Jahrb..  SupplMl^fl 
(1861-  I867J  809—418.  —  Eine  trcniicliu  OricntiuriLD^  Eibl;  Carl  Vort^tmoll^^l 
(irimma  D«at»cli«  Tieraa^o  und  die  moderne  Fotschus^,  Preuaaisclia  JalirbfiefcM'  BO^H 
'117  iSi.  Kitt«  grOndliclie  Uulersuchuna  aber  die  Entstehunf  dw  Ti«npc*,^| 
Ludwich,  Di«  homerisctie  Batraclioinnvliia,  I^ipiig  1806,  Einldtnag.  ^^ 

2.  Neben  den   mit  cliiistlidier  Symbolik   veraottt«ii  PhTMolegasTwnuoiien  nnJ  M 

Süvl'ueh  verariioiteleii  TiergeiKliIcIit««!  liefen  im  byuntüÜMhoo  wie  im  »beailllidiwil 
littcliiltcr  xootogiRohe  und  sonstige  nAtnrwissenaohartlii^hn  KamnliiagtB.a 
toa  dur  BdmiRcliiinH  cbriHHioIier  od«r  po«tiscli«r  Kl«m«nta  frei  sind.  Hielior  ^UmkI 
die  Kxierptn  nun  Timolbcoa  von  Oai*  {»■  S  ^U  *ii>d  die  iMtarwiaHeaeclMtfÜidiea  IVl|l 
de«  Tboephyluklni  .Siuiokattna  (•.  |  105).  —  Verotoucll«  Sporen  der  in  P^^ftt 
oder  eunat  vorbK-itctcn  fabntlinfinn  NntiirKoacliirlilen  linden  eioli  anok  ia  mittelU^H 
seilen  Romauun  t.  ß.  im  I.ybistroe  V.  l'iH  IT:  166  CT.  Sonst  scboint  »eh  i^^iVj 
tinisehe  Uttorutur  (t;u|;un  die  Anlegungen,  die  im  l'hvBiolojtaie  enthalten  eiod,  üemIcGil 
lehnend  veiliultuu  lu  hubuo- 

3ä4i.  Der  FhystologOB,  da»  naturwissunsehaftÜdio  Haus-  und  IIum 
buch  des  Mittelalters,  die  (Juolte  all  der  wundorHunieii  Gi.'«chi(^htca  v<l 
dem  »ic-h  selbst  aufopfernden  Vogel  Pelikan,  von  dem  au«  der  A»tfc 
wiedererstehenden  Phönix,  von  dem  merkwürdigen  Tiere  Einlioni  M 
anderen  seltsamen  Wesen  ist  —  ich  folge  »im  Teil  der  von  M.  Golditüj 
e^ebenon  Doflnition  —  eine  ße»chroibuug  von  wirkliohen  und  fabolliäfM 
Tieren,  Pflanzen  und  Steinen,  die  nach  ihron  wahren  oder  aog«bl{iM 
Eigoiifichaften  religiHa-sjTnbolisch  gedeutet  d,  b.  als  Tj-pen  fUr  (lirifMl 
den  Teufel,  die  Kirche  oder  den  Menschen  aufgestellt  werden,  litr  fH 
danke,  auf  Vorgfinge  in  der  Natur,  besonders  in  der  Tierwelt,  m  «toi 
plift7.ieron,  lindet  eich  sdion  häufig  im  alten  und  neuen  Tc«taniGiit  vd 
wendet;  dio  Kirchenvater  folgten  dun  heiligen  Schriften,  und  Rlr  die  Ht 
ligioHität  dea  Mittelalters  ist  nicht«  su  heiteichnend.  als  daa  Bootretieii,  N 
alle  Xleilswahrheit«»  und  Einrichtungen  der  ehriAtlichen  Kircbo  ia  ^ 
Xatur  geheimnisvolle  Vordi-utungen  und  Settenstacke  aufzusuchen,  n 
chrtstiiche  Kunst  fand  in  dieser  roich  ausguhilduten  8ym)>olik  die  ■!■« 
barsten  Vorwürfe,  und  die  Spuren  des  Physiologo«  bliekon  uno  aa  P« 
talen  tind  Kanzeln  romanischer  und  frtthgotischer  Domo,  in  Handieia 
nungen  und  Initialen  alter  Handschriften  allenthalben  wohl  erkeanN 
entgegen.  Nicht  geringeren  Eintlus«  ßble  der  i'hysiologos  auf  die  ö«i«j 
und  dio  Wissenschaft;  ja  man  kann  buhaupLon.  dass  faat  alle  ^M 
alterlioho  Naturforschung  im  Sinne  des  PbysiologoB  gohaltcu  ist^ 


S.  TiffTgeBchiehten. 


385-3fl«) 


^Kche  Physiologasidoen  endlich  noch  im  modernen  Sprachgchraiicli  in 
■mdso  iHiliubU^n  itU  ul>}:ci)fitzteo  Bildern  fortk'bon,  lui  zur  gciiilgo  Iiokannt. 
Wer  zut^rst  auf  ilen  tiedauken  kam,  aU8  den  heiligen  ^ichrifteii  und  aus 
iar  zoologischen  Profanlitteratur  oino  christliche  Natursymbolik  m- 
uiiimc-nzusti'llfin,  ist  nicht  übi^rliefurt.  Man  hat  dio  aiiJs[irochende  Ver- 
liiiitiin^  nuf^csU^lt,  dutr«  das  ertite  Dudi  difst^r  Art  im  zweiten  Jahr- 
liandcrt  n.  Chr.  in  Ägypten,  dem  fruchtbaren  Sammelpunkt«  liollo- 
UiHchor,  judischer  nnd  orientaiischor  Ideen,  entstanden  sei.  Jedenfalls 
lassen  sich  Spuren  d*>a  I'liysiologos  schon  b«i  griecbischen  Kirchenvätern 

ä0s  3.  und  -1.  JnbrbundcrlH  wie  Ckmii-n»  von  Aloxandric^n,  Ongenes, 
ohonncg  Ohrysotitonios  u.  a.  nacbweiBen:  selbtit  Justinus  Martyr  (f  um 
165)  hat  schon  Pbysiologosideen  verwertet-  In  den  besten  Handschriften 
itoe  griechischen  Pbyiiologo»  wird  dn»  Werk  dem  Bischof  Epiphanio» 
it  iOÜ)  zugeteilt;  doch  ist  scino  Autontcbaft  nicht  gcndgond  gesichert 
Dia  Spure»  do^  lateinischen  Physiologos  reichen  big  an  die  Gronzschcide 
n«  4.  und  5.  Jahrhunderts.  Im  Mittelalter  wurde  der  Physiologe»  in 
liopisf^-heD,  armenischen,  syrischen,  arabischen,  althochdeutschen,  ungel- 
hen,  isländischen,  franziSi^iächon,  vulgSj'griechischon,  rumänischen, 
ischen,  rt  s@ii<chen  und  anderen  Boarbeitungen  ma^^wnliaft  verbreitet 
)>er  vulgSrgriechiiiicbo  Physiologos  besteht  au»  1131  reimlosen 
Itiitclicn  Versen;  mitten  unter  den  versifizierten  Partien  stehen,  viol- 
it  infolge  mangelhafter  Cherliefcrung,  icwei  kleine  ProsastUcke.  Das 
Werk  ist  in  48  (bozw.  49)  Abschnitte  eingeteilt;  zuerst  werden 
I^zugdweiac  l^ndticre  behandelt  wie  der  Elefant,  der  Hirsch,  der  Bn.ti- 
UA  II.  ».  w,,  dann  zwei  Doppelwesen,  der  Satyr  uud  der  Kentaur,  end- 
Bcb  dio  Vögel,  wie  der  Pfau,  der  Geier,  die  Turteltaube,  der  Phünix,  der 
Pelikan  u.  s.  w.  Wie  dieser  metrische  Physiologos  inhaltlicli  als  eine 
epät«  und  ziemlich  roh  interpoliurte  Rezension  erscheint,  so  gehftrt  dor- 
aelbe  auch  in  formaler  Himticbt  zu  den  »chleehtostea  Erzeugnisäen  der 
vn)eftrgriechischi.!n  Lilleratur;  der  Versbau  ist  holperig  und  fehlerhaft; 
1^  Sprache  unbubulfen,  trocken  und  leblos;  der  Verfasser  scliwelgt  wie 
^bmoniakoa  in  Makai'onismen ,  halbgelehrten  Misshildiiiigen  und  sinn- 
^fba  Füllwörtern  (lo/i  cv.  yü^  u.  n.  w.).  Bezeichnend  für  die  uuauitrottbaru 
^femmati^be  Sucht  der  Byzantiner  ist  es,  duss  sie  seihet  dieses  populäre 
"Tierbuch  nicht  mit  den  Pröbchen  ihrer  etymologischen  Weisheit  vei-- 
nt  haben;  im  :i2.  Kapitel  wird  erklärt,  der  Y"f'  habe  seinen  Namen 
äjtö  yf-i  vtfformi;  ebenso  verständnisvoll  ist  V.  820  das  Wert  x*'^*«»»' 
tet:  Mui  fti  td  x**^'i  >",^it*  *"i  %ttijdmv  ti»ovti.  Aus  welcher  Vor- 
;e  nun  der  vulgArgi-iechische  Physiologe»  st-ummt  und  wie  er  sich  zum 
lioiöyoi  und  den  anderen  TJerepen  verhält,  bedarf  noch  der  UntM^ 
ung.  Auch  die  Chronologie  des  Werkes  schwebt  vorerst  ziemlich 
der  Luft;  die  zwei  einzigen,  bis  jetzt  bekannt  gewordenen  (Pariser) 
brifUin  stammen  aus  dem  16.  Jahrhundert;  die  in  ihnen  {iherlieferte 
ktion  des  Physiologe«  durfte  demselben  oder  dem  vorhergehon- 
Jalirhundort  angeboren. 

1.  Ausgaben:  Ed.  K.  l.rRrand.  AnnURire  de  l'Maoo.  7  imx)  225-2^6  ^  ColL 

I,  Tul.    16  (ItiTS).  mit  (lincr  oberllttohliciion  litUiruliistorJschen  l!^inleitung  Tun  CIi. 

Illvl  wid   «iaem  Iümdcii  UIommt,     Die  Alihandlunts  von  üidsl  ist  wiederholt  in  Mioun 


m  TaI«bsri»oh.  Lltt«ntiir.  tP«Mi 


>al*c«s    bei    Fr.   Laaclistl.   Ue 

^  «M  <Mw    pniiiliMifhoB    PrnMT«ri>i«R  I]  >wi 

<«■  HUBM  do*  l'ctrat  tn 

vJeb«  4«r  lUiBMiiKika  luU  «s  «■ 

M>  «w  C*4    Msiin.   .SvBoil.   433  iin 

'■  ■^wlln.hifthefaon  V  MliUteiMa  wat  ms 

«>nMUIlNUialbak.   H   E  I 

ä  ^Midl^r  TalgirapnAbe  •bgofMail«  »MrUitM 

■kAl  MaifM   Nr.   3702.   •    Ifl.   V.  Pimui, 

Siadi  ibüiani  dl  Stalofu  ^ 

U.  ■/..  4  üe<&^>  IT»  f.  -  !b 

tM»im\m  iit  die  BaarMm  fa 

an  d«ra  UiehMJ  KhUwm 

:t  vtsd«.      B«Mbr«aiMBg  Imk 

xvn-Micfoi  (iAM)44a-44&.  roc 

«iL  K.  N.  S«lhu,  .Vt>tU  pu> 
I(I«q7  13-15. 

b««    andaror    i*bj-tialnui:  i.  k 

HMpiw«ifc  aber  diniiÜKit  Nta^ 

ii;  S.  SS8  S.  M»  gmcU- 

ffcy^ol^B*.   —    A.  Mai,  OmmmM 

i~JK  mMM^mglm  na  auMni  darch  bwm  ^tflmät 

>  i^MMik  ^r  aif  MM  «necJuaclM  Vnriai*  tart* 

db^  A»  ««ill«Kae  an«  <lar  Normandi«  (Ts.  JitAi 

tinleitniig    »od   oiMMa  fÜMM« 

CkarIcitCafaiar.  UolaiigM  d'ftrtW 

P:  4  flSiei  Ü-87,  bleiM  *wi  Wert  ^«k 

tidfr  M»   Allm   UandMobriltoB. 

lyzi  S.  Iu6— tu  (baaMMK-W  l"« 

&;.   -  X-  Laad.  AvMduU  äjrriMia  v«!   4  <L 

■K  ■!!■  4m  rVfitalogiH  mit  raioben  l.iUvtii 

daa  PbvBtologaK,  (.cifuif! '' 

—  AnmMclMw^l«!  V« 

tW'rUC   -  VkI.  UusUKIh 

■ftMler  1887  8.  M  r.   -   All 

ilwitafiiw  PoaMe  wU  i 

—  U.  Kalloff,  Dia  aaculiane  vM  qi 

TaKlMbndi  im  &.  ITT-M  I 

Mbr  «Mküehlenamfl), 

KS  &  l«»-HA  (wicbtkl)-   -    0.  UM 

aMd  HalwwiMeMriiart  1  (1KTT)  M  C 

Am  nrrialogqs  yoq  J.  IJubamr  ' 

—   Carl  Äkt*ma,  Zw  OaeckicbU  d«a 

njaolofOB  BD<1  •' 

aaiilHcbriftrii:  Pr  Lauch* 

Uatäo*  nid  \Vp(il«iia. 

A.  Karnvjav,  Jmt«. 
*«■  Roatba,  D«!ut««be  Utt 
%.  B.  B.  O.   Bildet   DUM)  aaeh 
■im  ta^  DariMtwu  da«  Standes  dar  Knti  < 
L  TtmU.    ««äMecbrift    Ar  klaaa  f%    ' 
■<  B«aatfaag«ii  tur  I,itt*nUirce 
««  k.  ran.  äMUaofaaft  d«  KnuBdi  • 
MalbM  Varf.  oben  gaaaiml« 
FawthiBgM   beraoageg   tm  I>'- 
'mm  Galdattah.   Dw  btvi^dng  da«  Uttin.  rbjaal 

_  , llndiea.  Lniuii:.  Ta 

-tn.  —  Max  (•»Uataab  lad  Riahard  WcDdrinet.  Kill  laaciMMin 

.  BaB*.  «.  Knmtytr  1W2  Im  >■»  «J* 
mwi»  dto  ■HialmeUMJiefl.  «UvmcW  i 
HB  Tiiältii*!   MKmmV    -   H.  GoldaiaDk.  Z» 
4m  HtTiiiligiiliMmilM.  h  J<MUBiaebe  AbkuadlnsM  n  KhrMi 


6.  TierEMobiobtoa.    (9  867) 


877 


^^fBHjBMpMiH&iS&ö— 380  (Qbi'T  dio  Aapis  iiiid  (largo),  —  U.  (loUatailb  ar^uil«! 
^HIBinSPMVI' U  oiiioT  xucRiiinioiifnssencleu  fiitersuchung  der  niittalgriDcliiHclion 
^BosiialUHirliofoning.  —  Hinwniü  auf  f^puxen  des  Ptivsiulo^coH  in  «iner  Cliruiiiit  iinü  in 
^KrtlrttirMmmluiigen  W  K.  Kiuuitmulier.  Midiu«!  Ülyknti.  Sitsua^Wr.  bdyer.  Ak. 
(FS.  893;  403  t.  —  G.  Polivka,  Zur  UeeoUicbte  d«a  Pby«iologU8  ta  den  sUvisch«» 
entureii.  Mth.  tdav.  Phil.  14(1891)371-404  >md  15  ()892|  246-273.  -  G.  PolivlcB, 

Nkchlne  totn  Pbj;«ioIugu8.  Arcb.  sl«v.  PliH.  17  (1895)  635.  —  A.  AI«xftDtlrov, 
«iolo|us.  Dflukitcbrift«!)  (I«r  linivotsjtät  Kozan  1893  (Aasgabe  eioea  elar.  Physiolognu). 
Zhdi  Eiafliim  des  Phyaiologxis  aal  <tio  milt«lalt«rliolift  Kunst  vgl,  tlua  Work  iltt«  gei«t- 
'ma  AKn'Autmm  K-  P,  Kviins,  Anininl  Syinbnliüin  in  Ki^nlusinsticAl  Architoetura. 
dra  ABl!  >l*w-Y«rk  1^5.  —  Zur  ErConiGhung  dnr  Urgcsuhicitto  der  PliyMolagiurideeoi 
t  Dinu  beioithrn  Ang,  do  Gubernulia,   ZooloEical   mjtbulügj',   2  voll..   LoBdön    181% 

fniilkb  <Jor  Phyuiolo^s  selbst  nidit  bfrUckaicbli^l  int  (aiivh  drutavh  Ubonottt  vou  M. 
rtnaoo  uiilcr  dem  Tito);  l>ic  Ticru  iu  der  iiiduiiurm,  Mylbulojjio.  2  Tt<ilu.  LeijiLig  1874), 

Svlvio  KUlili^r,  Dun  IWIcbcu  im  iSpiicbwuri  di^r  Üni^clieD  und  Rrinipr.  Lviiuig  18^1, 
1\eit«r«  LilluraluT  xuiu  uVieiidUadiBoheri ,  lies.  framsÖeiAcbea  Fhyaiologua  venelclinet 
X  Fr.  Manc.  Kirlisclii^r  JulirvHberichl  Ober  die  Forlsc^hritta  d»r  Unrnnii.  Pbilologie  ber* 
flg.  vou  K.  Vullini^lli^r  luid  R.  Otto  1  (I892-I895)  432  f. 

8.  Titel  uud  Vurfnsäer;  L'nti'r  dem  Nadibu  Phjrsiologos  wird  uraprnoglicb 
tl  «in  üiirb  vi;n-tii[iden,  BüiiderD  ein  Manii.  der  eioli  mit  der  Nfltar  bssobürii^l,  eiu 
■rforarber,     Wei   liierst  mi'  iiox'j''  il^  der  Pbysiolugoa  hexeicbnet  wurde,   wiason 

■ichl:  man  bat  mil  Kiil^m  (irnndp  an  AristuteUa  gedncbt.  Vgl.  Ahrons.  n.  fl  O.  S.  13 
'  [i«tirb(>rl.  'imrbirht«  des  Fbyaiologiis  S,  44  Dem  oiit8[>rechond  wird  im  'l'itol  der 
eliiacb«^  Veniionon  nnfiel  ein  Work  angekündigt  lllinr  ndor  nus  dc-m  Physielngos 
'  fiif  •fimvlayoy.  Tx  loi-  i'veioXoyov),  In  den  (rnnznsischGn,  oncliscbrn  nnd  sonstigen 
leUltcHiobrn  Bciirbdtuiisen  ist  die  nlle  Uelieracbrift  ccwöbnlich  durch  eui  in  dor  Volks- 
tebe  vprsUndlicbcrcH  Wort  ersotzt  (HcsÜBire.  tirstinry  u.  s.  w.|.  Als  Vorfasaer  einoa 
lioIvKiiH  iKiiiu-n  im  Millutallur  ullv  nii)glielieii  Ui-HlliinlbciLca  di.>r  beidniBcbeu.  jüdiseben 

cliriHlbchL-n  Litlcnilnr.  wie  SHlüinun,  AiisCuteli??.  Dumukrituq.  Petros  von  Äreiiuidria, 
bbaDio».  Johaimea  l^brysoslomos.  Hieronymu«.  ADibriwins  ii.  n.  VrI.  Pitrs.  a,  u.  O. 
101  und  [iSnchert,  Ueacbiobte  des  Pbysiolugus  S.  fi!>  f.  In  Wahrheit  mus»  er  als  ein« 
qrsM  Sciuift  bezeichnet  werden. 

4.  Wie  so  viele  andere  veik«mllaaiice  Stoffe  kiim  auch  der  Phyaiulogus  von  den 
taalifmn  tu  den  nbrisen  Oatenrouaem.  Oeber  die  rumfiniscbeu  »od  die  slavischen 
fak>losainr*nii«4i«n  w.  Ft.  Rein«cb,  a.  n.  0.  S.  1&$— IE13|  Fr.  Lnuchert.  Ooschicbt* 
I  PhysioleguH.  und  bc«  <>.  Potivk»,  ii.  n.  0, 

•87.  Die  Kindergeschichte  von  den  Vierfüselern,  //"/jrf,««  nmitö- 
iM(of  tmr  tti^airöiatv  ^läiav.  In  dic»cni  QodichUi,  das  aus  1082  roim- 
||p  [loliti^chon  Vcrson  he:Kt«hi,  wird  tfint^i  VerHsmmlung  dor  vier- 
pligvii  Ticro  geschildert.  KUnig  L&we  aitxt  mit  dem  Elefanten  auf 
n  Throne;  Tanther  und  Leopard  stehen  als  Minister  üur  Seite:  den 
rigen  Hotatoat  bilden  der  Wolf,  der  Hund  und  der  Fuchs.  KiSnig  LiSwo 
M'^hlii'sst,  in  seinem  KciL-he  ewigen  Frieden  herzustellen.  Zu  diesem 
hur«  weiden  durch  die  Ahgesandten  Katae  und  Maus,  die  der  Affe  ho- 
dtot,  alle  Untcrthanen  zu  einer  grossen  Vertuininilung  einberufen.  Nun 
gto  langwierige  Wortgefechte  zwischen  den  feindseligen  Tieren,  von 
ticben  jedes  dem  Gegner  seine  Sünden  vorwirft  und  seine  eigenen  Tu- 
oden  prei-st;  zuerst  spricht  die  Katze,  dann  die  Maus,  der  Hund,  der 
(cho,  der  Hase,  der  Uii-seh,  das  Schwein,  das  Schaf,  die  Ziege  u.  8.  w. 
m  ScbJuwe  «rbebt  sich  Ki^ni^  Löwe  und  erklärt,  der  Worte  seien  nun 
Bog  geeproehen,  der  WalTenstillstiind  sei  aufgehoben,  die  Fleischfresser 
Uen  ilie  ßbrigcn  Ticro  wieder  verschlingen,  wie  o«  von  jehor  Brauch 
nrasen  sei.  Es  entsteht  L-ine  blutige  Schlacht,  bis  endlich  beide  Par- 
len  ermatten  und  die  (.'inbrechende  Nacht  dem  Gemetzel  ein  Ende  setzt, 
er  Vi'ffuMr  scbliesst  mit  der  Bemerkung,  damals  habe  sich  das  Wort, 
t«  Uyninographen  erfüllt:   .Uen  König  rettet  nicht  seine  Macht  und 


378     Bjumtiniacbe  LltUrAturgeschiclite.    UL  TBlgftrgtlMb.  Littanlw.  L  PmI*,! 

der  Kic»u  wir«)  sicli  nicht  retten  inmitten  seiner  StSrlce.*    S«it  jenorZdfl 
leben  die  vierfüe^igon  Tiere  in  ewiger  Feindschaft.  I 

Über  den  Zweck  dos  Oodichte«  sagt  die-  Einleitung,  Kinder,  SwJ 
donten  und  junge  Leute  «oll«»  diese  Vonso  lesen  wegen  ihrer  tiilbecM 
Art:  sie  seien  nämlich  geüchrieben,  um  das  Lernen  mit  dem  VergaDgd 
zu  verbinden.  Unmur  n-ird  in  recht  dunkeln  Worten  die  nioralintH 
Absicht  de«  Werkes  »»gedeutet:  .Dioiw  Dinge  hnben  jedocb  aadi  «M 
tiefere  Bedeutung:  erkenne  nur  genau  ihren  Sinn;  wenn  die  Volker  h 
uns  falsche  Freundschaft  scblicsseu,  indem  sie  auf  ihre  Stflrke  baueit,  nd 
un»  gändich  xa  verderben,  so  rettet  uns  das  untrflgliche  Recht  des  EÜM^ 
denn  (iott  als  Kichter  der  Welt  verteilt  den  Segen.*  Man  begrwft  nidit, ' 
-  wie  man  diese  Vorbemerkung  mit  dem  Gedichte  selbst  zusammenrtiinn 
soll.  Wenn  Oidel  meint,  das  Werk  verfolge  den  Zweck,  die  EiadMJ 
Ober  die  verschiedenen  Arten  der  Tiere  und  ihre  Eigenschaften  zu  UBM 
richten,  so  spricht  dagegen  die  Form  und  der  Inhalt  dea  (iedichtes.  tfl 
im  byzantinischen  Reiche  Kinder  unterrichtet  wurden,  gab  man  ihnen  fl 
heiligen  Schriften  und  die  lAndlftuAgen  Schulbücher  wie  Homer,  lookntUH 
.lohnnnes  CliryflOHtomos  u.  a.  in  die  Hand,  nicht  aber  Schriftttn.  doM 
S[iraclie  der  ganzen  festeingewurzelten  I.ehi-tradition  schnurstracks  lawidM 
lief.  Noch  mehr  mu8»te  der  Inhalt  de»  Gedichte»,  das  von  unansttodisfl 
und  obszUnen  Stellen  wimmelt,  seine  EinAlhning  in  die  St'hute  veHiifilfl 
Ebensowenig  aU  die  Versicherung,  da«  Gedicht  sei  für  Schüler  benttnafl 
vemteht  man  den  .tiefen  Sinn*,  welchen  der  Verfaiwcr  «einer  TM 
geschichte  unterlegt,  da  der  Vergleichunf^punkt  doch  nur  in  der  BWlgH 
Feindschaft  liegt,  die  unter  den  Menstehen  wie  unter  den  Tieren  wQIh 
Die  Verwandtschaft  des  Werkes  mit  dem  Physiologoa  verrit  sich  «owoll 
in  der  symliolischen  Aurtdeulung  als  in  der  Besehreibung  eimcelner  Tinfl 
z.  B.  des  geleidi-  und  knöchelloacn  Elefanten  (V.  20;  943  B.).  Zur  V«J 
gloicbung  dienen  die  abendländischen  Epen,  in  welchen  Tierri>nuiiaH 
lungen  geschildert  werden;  doch  ist  Hlr  die  .Kindergeschichte*  ein  ibri'kUfl 
fi-änkisches  Vorbild  nicht  bekannt;  sie  ist  vielmehr  int  grossen  und  giuiw 
eine  selbständige  griechische  Arbeit.  Ihre  Hauptvorzügo  siml  dirrtfl 
Naturwüchsigkeit  und  ein  burlesker,  häufig  ungescblacbter  Uuini>r.  Ulfl 
gegen  leiden  die  Wechselreden  der  Tiere  an  unmässiger  Breite,  tB  ^4 
Einfühning  der  sprechenden  Personen  herrscht  eine  wohl  dem  VolkJil« 
(wenn  nicht  dem  alten  Kpos)  abgelauschte,  hier  aber  ennfldende  Monotowll 
der  landochaftUcho  Hintergrund  iat  vemaehlääfiigt,  die  Konipo«ition  nuu^M 
hoft.  Die  satirische  Tendenz  kommt  nur  in  einem  Hi«l>e  auf  flfl 
römische  Kirche  und  auf  die  .luden  zum  Ausdruck:  V.  385  ff.  prahlt  difl 
Schwein,  dass  die  fränkischen  Geistlichen  (in  ^Qa/yonanaitirfia)  bmH 
Boraten  zum  .Spenden  des  Weihwasser«  gebrauchen,  und  V.  i'M  wirJ  tfl 
einer  sprichwörtlichen  Itedensttrt  uuf  dt.-n  üblen  Geruch  des  Uehrät'r*  uM 
gespielt  Die  Sprache  ist  namentlich  durch  gelungene  Komposita  imSMH 
des  Prodi-omos  ausdrucksvoll  und  häufig  originell ;  Qbrigeita  bogegoet  Uifl 
hier  die  leidige  Mischung  gololirter  und  volkstumlicher  Rlemeitte.  W'iit  iH 
Hhysiolügos  verrät  sich  auch  iu  der  .Kindergeschicht«*  der  byzantiaisdW 
ächuluiciöter  durch  eine  gelehrte  Etymologie,   die  V.  335  dem  Hirsil« 


5.  Tiargwchiehtan.    (%  38S) 


87d 


IdCn  Ihfiini]  golpgt  wird  (nn-if  fQatfixm^  ö  Xttymn^,  nie  n%i]aom  iö  tfoßap- 
«*).  Zur  chronologischen  Bfi»timmung  des  tiedictites  ist  die  Bemerkung 
^  11  f.  zu  beachten,  dasn  die  Tiorversammlung  im  Jahre  1365  »tatt- 
ofuntk'n  hiibe:  denn  es  ist  wahrscheinlich,  dons  in  diesor  Angabe  das 
latum  der  Ahfussung  zu  suchen  ist.  Jedenfalls  darf  das  Werk  nicht  ins 
&.  Jahrhundert  herabgeröckt  werden. 

I.  AaHgftb«:  Ell.  au»  Coil.  Paris.  2911  un<l  Cod.  Vindob.  theol  2M  von  W.  WAgner, 
lanunm  S.  Hi-178. 

S,  Hilfsmitte):  Litterarhistorisch»  R^nnkiintton  Tnn  Cb.  Oidel,  Ktiiilea  eur  Ja 
It  gr.  mud,  S.  303—831,  ~-  U«her  did  Zuloiliiiiit  iti^a  Work^ii  an  Prodromos  s.  noacnB 
.brita  S.  'h'J  Nr.  20.  ~  Zum  Toxh  0.  Moyor.  ticugmrliJHrhiu,  Itnui^nherKors  Bfiitrlg«  19 
1993)   IM  (boMnt  V,  6T2  xiohIh  in  yfi'anln  d.  h.  ^»;o««J«  ,ZiVj!iilstoiiin*  von  Int.  bot^ati*). 

S.  Im  dt«n  Kntaloi«'  der  Tlihliotbfh  dos  Kaidinalü  .'^irlot.  dnn  K.  Millor,  CataloKue 
M  mm  graea  A»  l»  bibl.  do  rFncurial  S.  305  fF.  vrrORrntlicIit  hnt.  wird  cino  (j«tit  wohl 
I  Kant  befodlidial  K*  nrwllhnt.  n«Iolia  l1md\aa\i«oit)v  Jiijytflii  tär  iiiininöOiay,  ntCn 
f*«ii  cnthlll  (Miller,  a.  n.  0-  H.  S'i?  Nr.  29).  Da«  ist  sidK-r  das  obi-n  besprocWnc  tio- 
iokt:  deun  r«  iat  nalflrlich  naiiTibiffirTaio;  cu  svbreibon  und  dir?  DonnTkiini;  ntCji  ^vpniift 
ui  nicbl  bfiiTMiL  Hono  vulgfltgriocliintbo  FUnfitobusilliyr,  die  in  den  Hs»  uft  ^ot1tallfI^nd 
nchril^ben  und,  wordun  H«tbst  in  nuuvruo  gudrucktori  Kuüilog«n  zuweilen  ßr  I'rusa 
tbmlten. 

388.  Der  Palologos  {Oovll^Xöyol;^  (650  politische  Verse)  iat  «aeh 
Lomiioi'ilion  und  Inhalt  mit  der  .Geschichte  der  Vierfilssler'  eng  vcr- 
randt:  König  Adler  veranetnltct  zur  Hochzeit  seine»  Sohne»  ein  grosses 
Veudcnfest,  zu  welchem  sämtliche  Vögel  eingeladen  worden.  Sie  e&sen 
nd  trinken,  bringen  aber  alsbald  einen  Streit  aufs  Tapet  (ijy*'pni-  xni 
lutuffi/ioi*  timiim  ttf  lö  ipa.Ttfd).  Der  Zwist,  liessen  Anlaßt  verschwiegen 
Isibt.  wird  von  jodeBmnI  zwei  Vögeln  ausgefochteu.  Der  Storeli  schniflht 
IBB  Schwan,  der  Schwan  den  Storch:  dio  Möve  streitet  mit  der  Oans, 
l«r  Strandläufer  mit  dem  Fasan,  die  Krähe  mit  der  Turteltaube,  die  Eulo 
lit  der  Wachtel,  der  Uhu  mit  der  Drossel  u.  s.  w.  F^ndlich  ruft  der 
Wnig  dem  zankenden  Gcfltlgel  «ein  Quos  egn  zu  nnd  droht,  den  Habicht 
HhI  den  Falken  auf  sie  loäzulnsaeu;  alle  Vögel  Iiören  auf  seine  Worte, 
lawo  ab  von  ihrem  Hader  und  bringen  die  Hochzeit  frlShlicb  und  friedlich 
UEod«. 

^K  Die  Annahme  eines  lehrhaften  Zweckes  liegt  bei  die-sem  Ocdiehte 
Bfc  als  bei  der  KindergeHchichto  von  den  VicrfUsi^lern;  obschon  auch 
BirDerbheiten  vorkommen  (z.  B.  V.  216  ff.),  fohlen  wenigstens  gröbere 
Hm'iniLäten,  und  durch  die  massenhafte  Aufzählung  von  Vogelnamen 
^icht  das  Werk  einem  Kompendium  der  Ornithologie.  Oanz  /.weifetlos 
it  die  satiriseho  Tendenz.  Indem  die  Vögel  in  ihren  Schmühruden 
tträche  und  mennichlichü  Verhältnisse  fortwährend  mit  einander  vcr- 
nbtchen,  ergeben  sieh  zahlreiche  Anspielungen  auf  allgemein  mensch- 
iche  Schwächen  und  auf  die  kirchlichen,  politischen  und  ethno- 
[rapbi Beben  VerhUltnisso  de«  byzantinischen  Reiches.  Der 
itmndliUifcr  z.  R.  wirft  dem  Fasan  vor,  er  trage  »ich  nur  so  auffallend, 
ttn  IQr  einen  Junker  aus  adeligem  ßesehlechle  (((^xtirf(i/rr>vAui'  äitö  rot); 
nfiamtiiti]  zu  gelten;  der  Fasan  beschuldigt  den  Strandläufer,  er  habe 
Hold  entlehnt,  könne  .seine  Si^iulden  nicht  bezahlen  und  halte  die  Ölftubiger 
mu  besten.  Die  Henne  rühmt  sich,  sie  bringe  Junge  zur  Welt,  die 
BftdiOfo.  Eücarchcn  und  i'riester  werden.  Den  reichsten  Stofif  zu  SuhmSli- 
Ugen   liefert   das   bunte  tiewiinmel  der  den    Byzantinern   benachbarten 


mr — rwm 


UIMM 


Verderbnisse  bedeutend  erschwert;  ein  gründlicher  Komm« 
wie  bei  so  vielen  vulgSrgriechischen  Texten  dos  dringet 
Zeit  und  Ort  der  Enttttcbung  dos  Oedichtefi  lassen 
hiufigen  othnographisclicn  und  geographtächen  Anspielunge 
uimmiernd  bestimmen.  Eine  FrUhj;renze  ergibt  »ich  au»| 
der  TlusHoie  (V,  r)3I),  deren  Gebrauch  sich  scjiwerlich  vor  d 
zehnten  dos  14.  Jahrhundorte  nachwcisjcn  liU^t;  andenn 
Bpraehlicho  Gründe  und  die  Art.  wie  Aas  Verhältnis  der  ^ 
Xacbbarvülkern  gedacht  ist,  in  die  letzten  Jahrzehnte  dcal 
Iteiches  herabzugehen.  Damach  ist  die  Abfassung  in  das  1< 
und  zwar  eher  in  die  erste  als  in  die  zweite  Hälft«  de 
Besilglich  des  Ortes  der  Entstohung  ISsst  sieb  nur 
reiche  Anspiolungen  auf  eine  Gegend  hindeuten,  in  weicht 
mit  den  fränkischen  Gebräuchen  genau  vertraut  gewordfl 
der  Ervrähming  von  Glarentz«  V.  629  auf  den  Peloponnej 
geht  nicht  an,  da  auch  andere,  weit  von  einander  abtiogeuiT 
wie  Zagora  und  Nikaea  genannt  sind. 

1.  Ausgabe:    Kit.  W.  WagD«r.    Cannba  &   179-198  (na 
th««>1.  244). 

2.  Ililfamittel:    PhaiitMtiaofaBr   VereBch   Mll«r   •llegoriacheu 
SnthnR,  Mee.  ^^Jl.  T  (1894)  eel.  kl'  nist. 

H.  '/.ut  Ueherlicrerung;  Noch  anbonQlzl  »ittd  «n«  tob  Du  Ca 
media«  cl  ioHrnae  Graeritiiliiii.  Index  Auftomm  Col.  38  k.  t.  I'alolopu 
11s.  der  Cod-  Kscur.  f.  IV.  22  und  dor  Cod.  35  des  alten  8erail«| 
Werk  wie  die  Gesdiithle  der  Viorfllmiltir  dem  Theodoroa  l*r»dr«tt 
und  durch  eiuu  Vorrede  an  Kniaor  Manuel  KonmeDoe  eiBS«t«ilet  tsil 
(weuo  nicht  ein«  lUL^liiaclju  tioarlieitung  der  Gaaohicilte  Stopkaidtea  nnd  id 
iat  visllaiebt  aucli  das  IS  lilAltor  umfawiendtf.  mit  AbbUdiUKea  dar  i 
Oodioht  im  Cod.  Atlien.  TOI  a.   IG:  .läyot  lov  txrijititn-  at^  i»r  it«4 

4.  Titol  and  Fortl«bon  dos  l',;  llovkoUyof  d.  Ii.  Vagnlgolohtij 
iiyO(  und  Vofoiäyix  nncli  Annlo^io  von  -tvatMyvf  gebildet,  ahnlicJd 
nach  Baal iair«.   Dan  Wort  boieichnH  abor  aue.h  don  VogoUtollor.   GiU 


^^^^^^^^  5.  TieigeBcliichten.    (§  389)  ^^^^^^^OTl 

Ubselben  Werkes  un«l  verlangen  daher  eino  gemeinsame  Betrachtung.  Der 
Inhalt  der  Erzählung  möge  nach  der  gereimten  Be&rbeitnng  angegeben 
vwden,  weil  diese  vollständiger  ist  und  manche  Ztlgc  cnthiUt,  die  in  der 
B|toio«cn  Itcdaktion  fclilen:  Der  unglUckHcho  Esel  ontriimt  einmal  seinem 
EtoD  Gebieter  und  geht  Kur  Weide  auf  eine  bünachbarte  Wieso;  hier 
jtHtellen  sich  dür  Wolf  und  der  Fuchs  zu  ihm  mit  der  AbHicht,  ihn  durch 
iine  Hinterlist  zu  bewältigen  und  gemeinsam  ku  verzehren.  Vergehtieh 
nicht  der  Esel  durch  die  Itlgnerische  Drohung,  «ein  Herr  weile  mit  furcht- 
Mrea  Jagdhunden  in  der  Nähe,  die  gelilhrlirhen  Freunde  lus  eu  werden. 
Der  Fuchs  fordert  ihn  viuhnehr  auf.  sich  ihrer  Geaellschaft  anzuschliesson ; 
ihr  Plan  sei,  Dber  das  Meer  in  das  Morgenland  zu  fahren,  Gelder  etnxu- 
(Unnidhi  und  unter  sich  zu  verteilen.  So  wandern  denn  alle  drei  dem 
|iBtade  zu  und  heüiteigen  ein  SegeWhirT;  der  Wolf  wird  Kapitän,  der 
IracfaB  Steuermann,  der  Esel  Itudi-rknccht.  Da  erzählt  der  Fuchs,  ihm 
nbe  von  einem  entsetzlichen  Sturme  geträumt;  es  sei  dalier  geraton,  zu 
Üfeblen  und  Busse  zu  thun.  Der  Wolf  beichtet,  er  habe  Schafe,  Ziegen, 
Phdie,  Kälber,  <>eh»<en  und  Schweine  gefressen;  jetzt  aber  wolle  er  Busse 
unn,  auf  deu  Berg  wandern  und  Mönch  werden.  Der  Fuchs  spricht  d&.<i 
Beichtkind  von  allen  Missothaten  los.  Darauf  beichtet  der  Fuehs,  er 
ftchleich«  sich  in  die  D&rfer,  erwürge  Enten,  Hühner  und  Gänse;  .das 
Loben  der  HUhner  ist  mein  Tod.*  Besonders  drücke  sein  Gewissen,  dass 
«r  einst  eine  anno  Witwe  um  ihren  einzigen  Trost  gebracht  habe,  um  eine 
Uenne,  die  zweidottnge  Eier  legte;  ausser  dieser  Henne  hatte  die  Alte 
noch  einen  grossen,  rothaarigen  Kater;  beide  hielt  sie  wie  Sohn  und 
Tochter.  Nun  schlich  er  sich  einmal  in  ihre  HUtte,  setzte  sich  neben  diu 
halbhtindo  Alte  und  lies«  sich  von  jlir  als  vermeintlicher  Kater  streicheln; 
duo  erspfihte  er  die  Gelegenheit  und  packte-  die  harmlose  Henne.  Über 
£ese  Missethat  fühle  er  jetzt  Keue,  er  wolle  sich  die  Haare  scheren  lo-tsen, 
■nf  den  Berg  gehen  und  Nonne')  werden.  Auch  der  Fuchs  erhält  die 
AliMihition.  Bndlich  kommt  der  Esel  an  die  Reihe;  der  Wolf  bringt  den 
Nomokonon")  herbei  und  orgreift  Feder  und  Wapier,  um  die  Stlnden  des 
l%mt«nt«n  aufKUsehreibcn.  Der  Anne  wiass  keine  andere  Frcveltliat  zu 
berichten,  als  dass  er  einmal  ein  Lattidiblatt  »ich  widerrechtlich  angeeignet 
wd  dafür  von  seinem  Herrn  furchtbare  IVilgel  empfangen  habe.     Fuchs 

(Wolf  erklären,  dieses  Verbrechen  verdiene  nach  den  Kegeln  des  Oe« 
«  die  schwerste  Strafe;  die  Hand  .solle  ihm  abgehauen,  das  Auge  aus- 
sen werden,  ja  nach  dem  zwölften  Kapitel  des  Gesetzbuches  sei  ihm 
Her  Galgen  be«timmt.     In  dieser  Xot  erfindet  der  Esel  eine  List:  Ehe  er 
rhc,  wolle  er  ein  Geheimnis  oifenbaren;  sein  Hinterfuss  sei  mit  einer 
4«rbaren  Kraft  begabt;  wer  sie   zu  Gesichte  bekomme,  vermöge  40 
Bretsi'n  weil  zu  gehen  und  zu  hören  und  alle  Widersacher  in  die  Flucht 
Bchlagen.     Fuchs   und  Wolf  versprechen   dem  Esel   Verzeihung  und 
indsehaft,  wenn  er  ihnen  seine  kostbare  Gabe  mitteile;  insgelioini  aber 
sie  den  Plan,  sobald  aie  die  Zauberkraft  erlangt  hätten,  den  Esel 


' ')  Dar  Fuchs  (o'lUi-nop)  bl  im  (>ri«ohi 
Fvniaiiinin. 


')  Vgl.  S.  C07. 

AltenuiiHalKiiKbin  IL    1.  Abüg.    i.  AuO, 


882     BriantiniHch«  LlttantarfMelilebt«.    HI.  TolgSTfrieoh.  Litt«ratar.  t.  Po 


ZU  zerreissen  und  aufEtizchrcn.  ,S»  dachten  hioi  der  Esel  abM'  iitrn 
andere  und  verrichtete  grosse  Tliatcn.'  .'EntTtw  t'Xt'yaaiy  ariti  xi  ard 
fnafifv  älla  Äi  Innfti  n^iijfiata  hqXXü,  xafföftattc  luyäla.'  Er  gebieli 
dem  Wolfe  auf  dem  Hinterteile  des  Schiffes  drei  Stunden  lang  uubewn 
lieh  zu  knien  und  das  Fat«rnoat«r  r.\i  beten.  Nachdem  der  Wolf  m  m 
den  Empfanj;  di<r  Znuhurkraft  vorbereitet  i»t,  versetzt  ihm  der  Esel  m 
seinem  Ilufe  pltitzUch  oiitigc  ko  gewaltige  SchlAgo,  dass  er  über  Bm 
»tUrzt.  I>a  der  Fuchs  sieht,  wie  bvdonklicli  sich  der  Esel  gebärdet,  beflfl 
ihn  Xittem  und  er  springt  aus  freien  RtUvken  ins  Meer.  Wolf  und  FdcU 
werden  von  den  Wellen  ans  Ufer  getragen  und  erholen  sich  von  ihifl 
Niederlage.  Die  KrxUhlung  schliesat  mit  dem  I^obe  des  E«oU  im«  iltfl 
Mundo  des  Fuchäcs;  man  miisuc  ihn  künftig  nicht  mehr  Esel,  sondon 
Nikos')  nennen. 

Diese  Pilgerfahrt  der  drei  Tiere  iat  offenbar  ein  Ahleger  der  t»- 
rDhmten  (ieflchichte  vom  Reinhart  Fuchs.  Die  wichtigflc^n  Zflgf  (Ur 
EnE&hlung  linden  »ich  in  nbendlündischcn  Keiiihartge^hichton  wieder;  doch 
sind  sie  im  griechischen  Gedichte  zu  einem  Uuuüen  vereinigt,  fltr  welcfaa 
ein  unmittelbares  Vorbild  nicht  bekannt  ist.  Jedcnfall»  aber  stammt  ifo 
Idee  des  Werkes  aus  abendländischen  Tiergeschichten,  so  dass  hier  abo 
eine  Sage,  deren  Korn  ■»•ielleicht  ursprilnglieh  von  (iriechenland  aosgegangan 
war,  am  Schliisso  de»«  Mittelalter»  in  reich  auttgebildeter  Form  wi«id«r  n 
den  Qriecbcn  zurückgekehrt  ist.  Der  Charakter  der  Tiere  ist  io  dra 
gi-iechischen  Gedichten  derselbe  wie  in  den  abendländischen  Versionen;  laf 
Mönchtum  und  Kirche  wird  so  lehhaft  angespielt  wie  in  den  besten  Äbi-B« 
tönern  der  westlichen  Iteinhartaage.  Die  satirische  Absicht  verriU  sdwa 
der  Titel  des  lllteren  Gedichtes:  SvtaSü^ior  d.  h.  Legende,  der  m  dir 
gereimten  Bearbeitung  vielleicht  aus  Uückstcht  auf  fromme  Leser  geSndnt 
worden  ist."}  Mit  den  sonstigen  Tierfabelu  stimmt  auch,  itta»  eich  Wolf 
und  Fuchs  als  Gevatter  (avittxros^  cvftt'xriaaa)  anroden.  Daneben  flnto 
sich  manche  Abweichungen  von  der  gewöhnlichen  Cberlieferang. 
Abhßren  der  Beichte  ist  durch  das  Traumgesicht  des  Fuch.'^es  bew 
motiviert:  die  l'ilgerfahrt  der  Tiere,  die  sonst  als  Landreise  gedacht 
erfolgt  hier  ■—  für  eine  griechische  Bear))eitung  sehr  bezeichnend  — 
See,  und  zwar  wollen  sie  auf  den  ßerg  d.  h.  nach  Hagiou  Gros  v 
fahren.  Eine  besondere  Differenz  entsteht  dadurch,  doss  im  Oriechi 
der  Fuchs  als  weibliches  Wesen  gedacht  ist  und  so  dem  MOncbe  Wol 
eine  Nonne  Fuch.s  zur  Seite  tritt.  Auch  die  Geschichte  von  der  »li 
Witwe,  die  der  Fuchs  durch  seine  KaterShnlichkeit  betrflgt,  scbeint 


')  VolknlUmlii^hc  Korni  von  Nikolaoi, 
in  der  liior  nnlürlich  ilio  Alilfitiiiig  von  yiniiu 
hvtoiit  ibL  Man  erinimt  nvh  bei  (litmam 
Namnn  an  den  Eseltreiber  KulycLe»  unil 
den  Kitnl  Nikon,  dte  Kaiaer  Aag:uatiia  naoli 
dwr  Si-blnrht  von  Niko|iolis  Jn  iwei  E«- 
atatiieii  veruwigt«.  Uicba«)  OlykiiB  ed. 
itono.  S.  S80.  f-15.  Statt  Kiityches  bietet 
Nikotns  Akomiaatoa  cd.  Uonn.  S.  «60, 
I«  Niknndros. 

')  Dem  ncckiarlieD  Tilol  der  alteron  Ra- 


dflktioa  hat  oh  d«r  vkruma  ;-«J*f« 
danken,  dons  er  ricblig  unter  di«  Ufiljg*! 
anrgenonwen  wurde.  In  der 
doa  Cod.  Vbdobon.  244  (297)  Ikat « 
lieb:  ,Anoii}-mi  eaiusiUai  anctMic 
tiuin  eive  noiralia  eiHciaota  da  qnaJ 
Gadaro.  sanetitalo  vilae  riare,  lii 
Oraeoobarbara*.  P.  l.arube«ii  oonunM»*-] 
riovtiin  de  Aosaattaaiaia  biblioUe«  Cmh»*] 
VindoboaMui  lilnr  T  (1778)  UI. 


6.  TiOTgeachiehUn.    (§  390) 


883 


nicht  vontukotntnon.  Eclib  gricchisck  'mt  auch,  Aas»  dor  Fuchs  bozw.  die 
äiaentoi'  sich  Scliük'rin  des  wüi»6[i  Looii  nennt,')  worunter  natOi-Iich 
nicht,  wie  Grimm")  meinte,  der  TierkönJg  Löwe,  sondern  der  durch  seine 
Orakel  zu  einer  populären  Figur  gewordene  Kaiser  Leon  der  Weise 
(s.  ^  IWii  und  3:tl))  3!u  verstehen  int.  Die  bekannten  Eigennamen  des 
K«in)iartkrei»et(,  die  bei  den  Germanen  und  Romanen  typisch  geworden 
sind,  blieben  filr  den  Griechen  unverMtändlicfa   und  wurden  de»halb  weg- 

Dan  VerhSUnis  der  zwei  griechischen  Reinhartgedichte  ist  nicht 
gend  klar;  wnhrHcheinlich  aber  stammt  nicht  die  jüngere  Version  aus 
älteren,  sondern  beide  aus  einer  gemeinsamen  griecliischcn  Vorlage. 
Als  Entstehungsort  der  Gedichte,  von  denen  namentlich  das  zweite  von 
italienischen  Wflrtern  wimmelt,  kann  wohl  nur  eine  jonischc  Insel  oder 
Kreta  in  Betracht  konunen.  Da»»  beide  Bearbeitungen  einer  Kchr  späten 
Seit  angohüron,  beweisen  nicht  nur  die  Sprache  und  bei  der  zweiten  die 
Anwendung  dt«  Reimes,  sondern  auch  sachliche  Gründe,  wie  die  Erwäli- 
■ung  von  Feuerwaffen  (Bmnbarden  u.  s.  w,);  in  der  zweiten  Version  findet 
sieh  (V.  488)  schon  das  ttlrkincbe  Wort  für  Flinte  (tov^txi).  Eine  Spiit^ 
grenze  ergibt  sich  für  die  erste  Version  aus  dem  Alter  der  Handschrift, 
die  zwischen  1508  und  1560  geschrieben  ii^t,  für  die  zweite  aus  dem  Da- 
tum der  iilt4.'sten  AuHgabe  1539.  Damach  dürfte  die  kürzere  Bearbeitung 
um  die  Mitte  dos  lä.  Jahrhunderts,  die  ausführlichere  am  Ende 
leaselben  oder  erst  im  Iß.  -lahrhundert  entstanden  sein. 

1.  Ausgaben:  Die  ersto  (reimlMa)  V«rition  eil.  uns  CoJ.  ViuilüK  IIk-uI.  'iH  W. 
inar,  Cumina  S.  112—123.  —  Dm  xwoitu  (gerHinitu)  Version  uniibiiMi  xuBrat  a\a 
liubebM  Volkabucb,  Venedig  lS3d.     Dmi  VMieiianet  Druck  von    1^32  wioUerliull» 

[«tiMr  ttwiflichsn  IJttaradiielonsobeti  Rinloitiing  und  eiaem  an  MMsvoretandriiFs^Ti  reidie« 
hnr  Jar.  CiTimtn,  RnndBchmben  an  Karl  Lnolimfinii  llber  RoinbnrI  Fucbs,  Le)|iiig  1840. 
[Jtanucfa  rbcnfalla  wiederholt  von  W.  Wngner,  Cnrmiiia  S-   r24— 140. 

2.  Hilfitnittcl:    ADiiljrse   und    litte rnrliistnrisciie    UntorsucUung   rnn   Ch.    Qidol, 
Im  aar    la   lilt.    gr.  mod.   S.  331  —  351.    —    N.  Polites,    J'i/iaidi;   ^i;iXw.   Tviriu  1877 

►  —  664.    —    Litleraturnucb weise   tu    doutsehen,    frnn^Osi sehen   und  nndeton  Kainbnrt- 

bkbtflD:  K.  Ooedeke.  Uniudrisa  xur  Goacbichte  der  deutsclien  Diclitimg  I'  |1W(<4)  15; 

f.;  7U  f.;   481   IT.    —    Gaslun    pHris.    La    litt,    fruiifiiisi)    uu    tnuyuu-figu.    l'uris    1S89 

117  ff.;  2&6.     -   ]1.  P.  Junker.   Ürundrias  dvr  0>7acliichtL'  der  frauzIlBisrbvn  LitlerHtur, 

ttr  1889  8.  101  IF.  —  UOcIist  bedenklicbe  aUetSvi'iai.-be  Doutuiig  vou  K.  N.  Sullias, 

f.  ptfl.  7  (IK94)  etX,  X«   xln. 

8,  ZdTorglpirJipniiiiidinnnche  neiigriaohiBche  Sprichwörter,  in  donon  derFueba 
lUl  Wolf  varkcimmen.  S.  z.  Ü.  Benizoloe,  nitQoiuiai,  itiftütnt,  ((  l»i.,  Uoratu- 
1Ö67  a  »2,  5-12;  196.  272-204. 

S90.  Der  Porikologoa,  Jtr^yt/ats  toi'  nw(nx»i.6fov  d.  h.  das  Obst^ 
ist  eine  kleine  lYosaer^Khlung,  in  der  eine  Versammhing  von  Haum- 
llt«n  geschildert  wird.  Unter  dem  Könige  Quitte  versammeln  sich  der 
TnichMKS  Granatapfel,  der  l'rotonotar  Birne,  der  Logothot  Apfel,  dor  IVoto- 
Tnetiar  Pomeranze,  der  Protostator  (so!)  Pfirsich,  der  Grosädrungar  Zitrone 
[Ud  andere  Würdenträger.  Vor  sie  tritt  die  Traube  und  erhebt  gegen 
Beamte  des  Obstreiches  die  Anklage  auf  Verschwönin);  und  tloch- 
Zeugensdisft  leisten  die  Äbtissin  Ulive,  die  Hauaverwalterin  Linse, 


') Uorainite  Beaibeilung  V.  104:  »ni  roi' 


Aebnlieb  V.  :,0S. 

<J  A.  nnten  a.  0.,  &  70;  t05. 
68" 


BriAntinUelie  Lätt*r«t«s*«ehleht«.   HL  Tolgirf  rlveh.  LtU«r«tsr.  L  PoMit. 


ilio  Nonne  Korinthe,  die  Eiilennase  Erbav,  der  »chwkncäagige  BaucliM.hii'i- 
ling  Bohne  d.  a.     Gegen  eie  erhebt  sich  Herr  ZwiebHng  mit  doppvlu«  J 
Dod  dreifaeh«m  roten  Cbenrnrf,  seinen  Bart  auf  dem  BodoD  ttchlfippttid,  1 
und  HC'liwnrt  bei  allen  seilMD  Terwandtcn,  winem  Bnidt-r  Knoblauch,  suinen  ] 
Vetter  Si-nf,  Hvinem  Neffen  ReUig  u.  a.,  die  Anklage  der  Traube  sei  et- 
logen.     Kur  Entscheidung  des  Proizeflsee  werden  die  Archonten  und  Hege- 
monen berufen    und    mit   ihnen    die  kaiserliche  Leibgarde,  die  Warenga; 
tm  erM:buint  der  rroliüche,  alte  Kriegsriefater  Melnue,  der  Sokellario«  Qvriw 
u.  a.     I>io  Traub«  wird  der  Lüge  Uberf&hrt  und  der  K5oig  verkündet  du 
Urteil:  üe  »olle  an  «in  krumme«  Uolz  gehBngi,   mit  Messern  geecfantttcB 
und  von  Männern  getr<;U.>n  werden;  ihr  Blut  äoUcn  die  Menschen  tiükfO, 
um  sich  zu  berauschen  und  den  Sinn  zu  verlieren.    Die  Archonten  klitLscheB 
Beifall  und  begrUsAen  den  Künig  mit  der  byzantinischen  AkklamatioD:  Si 

Den  Kern  dicK«r  ()b))tgc«cliichte  bildet  die  Schilderung  der  gefähr- 
liehen  EigonHchuften  des  WeinoB;  gleichzeitig  aber  enthält  sie  eine  stchtn- 
hafto  und  gutmütige  Parodie  des  verwickelten  Apparates  der  byiutini- 
»chen  Amter   und  Titel.'   Welcher  Zeit    der   uns   vorUegeiuJe  Toxi 
hßrt,  ist  unbekannt;  doch  dürfte  der  Kern  de-s  Werkes,  wie  nameiitlicJi 
BrwAhnung  dcrWarangon  xeigt,  vtoMcicht  noch  ins  zwölfte  Jahrhun- 
dert xurilckgehon.     Au«  oinor  nicht  erhaltenen  griocluBchen  Version 
l'orikoIogOK,  die  einige  eigenartige  Züge  enthielt,   floss  eine  serbisc 
tilovenische  Übertragung,  von  der  bis  jetzt  drei  Handschriften  kek 
sind.    Auch  eine  türkische  Bearbeitung  des  weinfoindlicbuu  ätüdiu  i 
überliefert. 

1.  lloiKtHcbrifton   und   Aiisgitli(in:    üon    |^«r.liiii(!h«ii  T«xt   Mlballen   itt 
Vindub.  tiii-ul.  344  unil  in  cuirr  «twos  ohgdkUraton  Korm   der  Cod.  Vatin.  ^16.    -    2 
wurdi'  ciiiu   jllnjtoru  uud    vurkQixto  Uourlioitung  i^adruokt   In;    Biot  Aiiiai:tn  rav  ^rp 
Vuuodiv;  178:1  S,  93     9Ö.    —    Aua    dem  Wiener  Codex    cJ.  den  Tor  micnrt  K.  Satli»* 
der  /lOitunit  KAiiiu   1^7]    Nr.  Slti,    -—    Aub   drtiisiFlIwn   Codex    cd,   W.  Wagnir,   CWaai 
8.  199-21)2;  S.  um  fl.   riio  Viiriimteii   dM  Vun^tiancr   Druikm.    -    Di«  »«rbMchnlu»' 
iiiKcho  BoRrbDltungad.  V.  Jagi^,  Aroh.  slav.  Phil.  1  (I^^ti)  ^H— 61~,  wn  aaob  VanMtlM 
HUB  Cud.  fori».  2S16  mitgntrilt  sind.  -  Dm  tnrkigriien  T«xl  «hI.  0.  BUn,  ZaHaebr.  t 
dvulsi-lieit  niargi>ntand.  rumollsnhBft  2K  (1874)  ^6E>  f.    —    Dentsche  t'eber»«ltiini[  i» 
tarkiHoUcn  Tt-xItMt  von  H.  KohUr.  Arvh.  oIav.  rhu.  2  (1ST7)  102  IT.     -   VrI.  AI    W«ii« 
lofsky  (d.  Ii.  Vusulovakij),  All&tuviifciio   Kroiii-  und  KoboniAgtit,  Ras».  R«nM  U  (1 
180-142;  hea.  1&0-1V2. 

2.  Titel:    lliaQiKalöyot  ist  niic)i  Analogie  von  *v«iniöyot,    notinliytt  pUldd 
nw^Mn   —  öna>iiiita   .Obst*. 

S.  Ahfnssangatoil:  Eiuigen  Anlialt  tat  Bestimmung  der  FtQligr«nie  fv 
vielluirbt  din  nogoftllirtiin  t'rOcfale.   Von  der  Liinone,  die  sie  Grosadrangar  aanritt,  |! 
V.  Hebn.  EiilturpUuuon  und  Hamliero  3.  AuH.  8.  390  (6.  Aafl.  S.  43«),  daaa  «•  am  1 
In  Kiiiu|>B  uuub  niobt  bekannt  gewoeon  »i;  dndt  bat  it»  von  ihn  arngMiaU  %  ~ 
ulTeiibar  nur  fUr  Weateinrapa  Baw«i*braft. 

4.  rsarologoe:  Zti  den  hier  ufgotlblten   Tiec  und  FflaaMOfeKkicklM  k> 
noch  üin  IhtpoUyoi  (Fiecbbucb).  von  dem  hü  jelxi  eine  eimge  Ha,  der  C<id.  Kurer. 
IV.  2-1  boknnnt  iol.     \».   R.  Waimoh.  Zur  EMurial-HaadacKrifl  V.  IV.  SS,  B.2,HÜß] 
Kine  baldixD  VoriiirnnllichnnR  di««er  KüriUt  «fire  Mbr  eroBuschl. 

U.    Ein    vulgargriocbivbpa   (ledicbt    flbet    den    Kater   und  dis  Maa*  tteU 
Ced.  Vatic.   1139  fol.  4J  S.     Inc.  '('  atitic  «li  i  ii»rtiri(  Itmfmr  nmXotir^, 


Zweiter  Abschnitt. 

Prosaische  Litteratur. 

39t.  yorbemerkung.  Wie  die  Volksapriiche  im  Altendlande  zuerst 
rzugsweise  in  die  I'oenie  und  ProRadichtiing  eindrang,  ao  genchali  es 
ch  bei  den  Byzantinern.  In  den  onisteron  «nd  gclelirti'ren  Prasugattungen 
liott  »ich  taut  ftusäclilietwlich  die  traditionelle  Kunstsprache.  Wo  man 
8  Vulgärgriechische  für  Prosawerke  verwendete,  geschah  es  in  der  vor- 
rkischen  ^eit  wohl  nnr  bei  vfilligem  Unvermngen  die  Schriftsprache  zu 
hraijchen  oder  bei  der  Unmttghchkeit  ihr  VorstÄndnis  voraussusetzen. 
^klärt  sich  die  /ulatisnng  der  niodorcu  Kedcweiso  in  den  italischen 
■unden  und  in  den  cyprisehen  Assisen  und  Chroniken.  In  den 
DCHdiclitungt-n  wie  im  Syntipas  kann  die  Anwendung  der  Volkasprache 
A|t  mehr  auffallen  als  in  den  versiÜKiorten  iloniancn-  Die  ErzHhlung 
■  Barlaam  und  Joasaph  und  der  Ptirstenspiogol,  die  ich  in  diosea 
Kehnitt  atifgCTniimnion  habe,  golK>n.-n  ihrer  Form  nach  in  die  kuustsprai^h- 
ho  Abteilung;  doch  hängen  sie  nach  ihrem  Inhalt  und  ihrer  litterarhistn- 
ehen  Htellung  so  eng  mit  den  Volksbüchern  ziiRHmmcn,  dass  »io  nicht 
iM  von  ihnen  getrennt  werden  konnten.  Mehr  Anklang  hatte  eine  dem 
lUcalOmlichen  genäherte  Prosadnrstollung  in  der  vorkomncnischen  Zeit 
fiindon.  Malalas,  Thoophanos  und  Konstantin  Porphyrogennetoa 
Boichnen  hier  drei  hiJchst  bemerkenswerte  und  charakteristische  Versuche 
r  Ausbildung  eines  vulgärgriechiachen  PrORastils.  Doch  wurde  die  von 
wn  beti-etenc  Bahn  infolge  der  litterarischen  RoaktJon  unter  den  Kom- 

Ei  verlaj<»eu.  Ks  fehlt  zwar  auch  in  dur  nun  folgenden  Periode  des 
liehen  Purismus  nicht  an  Vertretern  einer  vulgäi-en  oder  halbvul- 
Ausdnicksweise:  vor  allem  kommt  das  Volksidiom  in  Paraphrasen 
Bstsprachlicher  Werke  zur  Geltung.  Die  allgemeine  Thatsache  bleibt 
er  boatehcn,  duas  die  lebendige  Sprache  in  der  Prosnlittoratur  nur 
le  dOrflige  und  gleichsam  zufällige  Holle  spielt  Um  »o  mehr  mus« 
tu  «ich  henitthen,  in  den  schriftsprachlichen  Texton  die  Spuren  des 
Igftren  Einflusses  aufzudecken,  und  an  ihnen  ist  kein  Mangel.  Die 
üssprache  hat  sich  für  ihre  offizielle  Zurückweisung  aus  der  Prosa  ge- 
tbi.  indem  sie  heimlich  in  die  Texte  eindrang;  unfreiwillige  Vulgarismen 


ge6    BrinatitiiBche  Litt«rBtnrgM«hicl>te.   m.  Vulg&rfTiech.  Iitt«ntar.   S.  P(«n. 


laaaen  sicli  s*am  6.  bis  zum  15.  .lalirliundbri  duiTh  die  gaiizu  PruMÜiUcntiir 
verfolgon. 

892.  Barlaam  und  Joasaph  (Josaphat),  der  berÜhmteHte  and  bwtt 
goiiitlicbu  Koinnri  des  Mitk-talkTi«.  ^«Itört  zu  den  tntcrnationAlen  Votk*- 
btlcheru,  die  vom  fiTtion  Ost^u  bor  Ubor  Asien.  Norda&ika  und  Knnipt 
verbreitet  wurden,  äeiri  Inhalt  »oi  kurz  angudi<ut<^t :  £in  heidniitchtr 
K^nig  in  Indien,  namen»  Abennor,  erfährt  durch  Sterndeuter,  duie  Stil 
durcli  tichüiibcit  und  KhighcJt  ausgezeichneter  Sohn  Joaisaph  sich  ttt 
diriiitlicbon  Religion  Kuwcndon  werde.  Um  die  Erßllung  diotwr  Prc^i^ 
zeiung  r.\i  vorhind«rn,  läast  dur  König  filr  (wincn  Sohn  L-lnen  horrüdba  I 
l'alaüt  liaiien,  damit  er  fem  x'on  allen  Übeln  des  Ltbeun  in  immenrlliwigl 
Luat  und  Freude  erzogen  werde:  in  aeine  Umgebung  kommen  nur  DicniT, 
diu  in  Jugend  und  Schiinlicit  prsngt-n:  kein  Fremder  wird  zugclaweti,  d»- 
mit  Joa^npli  von  dcT  Vvrgüugltchk<^'it  de»  Irdirtchvn  uicbta  erfahr«.  Trab« 
ilvr  KÜ-ongon  Bowachung  erblickt  der  KBnigBSohn  durch  Zufall 
Kranken  und  t>inen  Blinden,  ein  anderes  Mal  einen  Greis,  endlich 
einen  Toten.  Er  forncht  hei  seinen  Begleitern  Ober  die  OrQnHe 
ihm  froher  unbekannten  Eri^choinungen  und  beginnt,  was  or  geti«hea 
gehört,  unaufhörlich  zu  erwUgen.  Entscheidend  ttlr  ««eiBO  innere  Wi 
delung  wii-d  die  Begegnung  mit  dem  strengen  Aitketen  und  Einsie 
Barlaam,  von  welchem  er  in  den  cbrietlicben  Glauben  ein{ 
Vergeblich  verHUcht  Kiinig  Ahenner  seinen  Sohn  von  der  neuen 
abwendig  zu  machen;  zuletzt  cntschticsst  er  sich,  sein  Keich  in  zwei  Bill 
zu  teilen  und  dem  Sohiio  eine  derselben  zu  ill>erla88«n.  Joai^aph  Ober 
diu  Itegierung,  leistet  aber  bald  auf  die  Krone  ötfeotlich  Vei-zicht,  um  «(1 
in  die  Einsamkeit  zurQckzuziehen.  Er  bekehrt  die  von  seinem  VtAtr 
geordneten  Boten,  endlich  den  Abennor  »elb»t  mit  seinen  Unterlli 
Nachdem  er  so  seine  heilige  Sendung  vollendet  hat,  begibt  er  sieb  in 
WUste  und  he8ohlie»st  sein  Leben  als  fi-omuier  Einsiedler.  Sein  Lcidin 
wird  in  einer  herrlichen  Kirche  beigesetzt  und  verrichtet  viele  Wn 
und  Heilungen. 

Der  ästhetische  Wert  dieser  feuingen  Apologie  de«  christlichen 
in  welcher  der  Kampf  gegen  die  Weltlujit  mit  (Iberzeugender  Kr 
schildert  wird,  ist  Über  allen  Zweifel  erhaben.     Die  Komposition  ist 
tretriieh.'   die  Cieg^nsStze   der   Gesinnungen.    Personen   und  Zustliixlc 
ausgezeichnet  verwertet.     So  musst«  das  Buch  auf  die  gläubigen  VOU 
Europas  den  tiefsten  Eindruck  machen.     Und  doch  Ist  die  Herkunft 
Werkes  nichts  weniger  &h  christlich.     Wie  die  Sindibadgesrhicht« 
und  Kalilah  va  Dimnah  ist  auch  der  Harlaanironmn  von  Indien  «m 
gangen:  er  ist  eine  im  christlichen  Sinne  vorgenommene  Verarbeitaag ' 
Lt'bensgeschichte  desSiddbftrtha,  der  später  unter  dem  Namen  BodJIi 
Stifter  des  Buddhismus  wurde  (f  M.H  v.  Chr.).     Die  historisch©  üruiiJ 
der  Erzählung  ist  also  nicht  ein  Joasaph  und  ein  KOnig  Abt^nnor. 
tliatsiicblich   nio  existiert  haben,  sondern   Buddha   und  sein  Vater, 
König  von  Kapilavastu.     Diese  merkwürdige  Thatsache  ist  dnrch 
genaue    Uberi.instimmnng    der    Barlaamgesthichte   mit    den    in    io 
CJuellen  erhaltenen  Nachrichten  über  das  Leben  Buddhas  völlig  er 


BarlMim  nad  JoABspli. 


39!— 392) 


887 


^br  Verfatu^cr  hat  dun  crziltilondcn  Teil  mit  gei-ingcii  Abweichungen 
^■8  dor  Biagruphie  Buddhas  ontnummcn  und  nur  den  christHch-dog- 
Hatischen  lohalt  selbüt  lünzugcfügL  Ausser  der  LebenRgfiHchichte  des 
Hiiddha,  welche  den  Kern  des  Werkes  bildet,  haben  auch  andovo  bud- 
dhistische Dborliefei'Ungen  Aufnahme  gefunden.  Dahin  gehört  vor 
^Bbid  die  borflhmto  Parnbol  von  dem  Manne,  der  »ich  vor  dem  wGtenden 
^nihoni  flik-htut:  Er  stUr.;t  in  einen  Abgrund,  hält  sieh  glUcklich  an  einem 
^BUinL-heii  fest,  bemerkt  über,  dus»  eine  weisse  und  eine  etchwarze  Mau» 
Haufliörlich  die  Wurzeln  dea  rettenden  Baumes  benagen,  während  in  der 
Hafe  ein  furchtbarer  Drache  den  Schlund  gegen  ihn  aufsperrt;  mitten  in 
Bicher  Nut  »lebt  CT  von  den  Zweigen  des  Baume»  Huuig  trüufuln  und 
richtet,  aller  Gefalir  vergesuund,  seinon  Sinn  auf  den  sUsseu  Honig.  Diese 
Geschichte  soll  lehren,  wie  der  vom  Todo  (dem  Einhorne)  verfolgte  Mensch, 
IUI  dessen  Lehen  Tag  und  Nacht  (die  weisse  und  schwarze  Maus)  unauf- 
hörlich nagen,  in  kurzsichtiger  Verblendung  sich  um  die  eitle  Weltlust 
(den  llouig)  bemüht,  obächon  ihn  die  Hülle  (der  Drache)  bedroht.  Die- 
selbe Erzählung,  dio  in  Deutschland  durch  das  Gedicht  von  Hlkkert  popu- 
lär geworden  ist,  findet  sich  auch  in  Kaliiah  va  Dimnah  und  in  anderen 
oritintalisclion  Mchem;  sie  ging  in  die  mittelalterlichen  Uesta  Uoma- 
norum  ilbt^^r  und  ist  auch  in  einem  vulgärgriochiechon  Worke,  dorn 
Apokopos  (».  §  379),  selbständig  verwertet;  von  ihrem  Ansehen  zeugen 
puttelalterliche  Bildwerke  wie  das  berühmte  Relief  am  Baptisterium  zu 
Parma;   byzantiniGche  Darstellungen  der  Parabel  schildern  mehrere  Ge- 

rl6  de«  Manuel  Philes  (a.  S.  777,4).  Unter  den  christlichen  C^iellen 
Werke«  ist  dio  wichtigste  die  Apologio  des  Ariütidu»  {am  dem 
B.  Jahrb.  n.  Chr.),  deren  »oust  verlorener  griechischer  Text  geradezu  auB 
dam  Barlaam  hergestellt  worden  ist.  An  den  zwei  Stellen,  wo  der  itoman 
•oanihrlicher  Ober  die  Pflichten  des  Fürsten  handelt  (S.  308  if.  und  331  ff. 
bd.  Boiiutonado).  findet  man  eine  weitgehende  Übereinstimmung  mit  dem 
Doter  Ju£tinian  I  vcrfassten  König^piegel  des  AgapotoB  (s.  §  190):  doch 
Bpridit  der  Umstand,  dass  im  Koman  die  Gedanken  ganz  anders  und  on- 
Bcbuinend  ursprunglicher  geordnet  sind  als  bei  Agapetos,  mehr  für  die 
Annahme  einer  (unbekannten)  gemeinsamen  Vorlage  als  fUr  direkte  Bo- 
uQtzung  des  Agapetos. 

Über  den  Verfasser  und  diu  Entstehungszeit  de»  griechischen 
fiarlaam  schweben  noch  maiicbu  Kontroversen.  Die  Ansicht,  dSM»  Jo> 
haonea  von  Damaskos  der  Autor  des  Werkes  sei,  ist  jetzt  allgemoio 
kufgvgeb«n:  or  ist  nur  in  einer  Gruppe  jüngerer  Handschriften  als  Ver- 
tafiser  genannt;  dagegen  wird  in  allen  tllteren  Handschriften  do.-<  Harlaam 
SoBtiminig  bericht«t>  da«s  diese  erbauJiehc  Geschichte  von  Johannes,  einem 
Btoclie   des  8ahbasklo8t«rs,   aus   Indien  nach  Jerusalem  gebracht  worden 

JUptfit'yifi,  nef>f  tr^r  ayiav  jtöXiv  ntttvixiiiTaa  iiä'iiomfov  fiovaxov,  ävÖQÖ^ 
t4fii'w  »ai  diaQi%ov  /(oii7>  i«?  äyhv  2üßßa.  Nur  uwei  Handschriften  ver- 
merken im  Titel,  das  Werk  sei  von  Euthymios,  dem  Iberer  (f  1026), 
ins  Griechittrhe  übersetzt  worden.  Dass  diese  Angabe  nicht  richtig  sein 
an,    bat    Zotenberg   nachgewiesen;    aie  stammt  otTenbar   von    cioom 


Barlaaiu  aod  Joasaph.    (§  392) 


889 


ürti  Ulli)  DootilAland  mUrk  verbroitotcn  Überfettung  An»  griechischen 
•xtci«,  deren  Utost»  Ilaudiiohrifton  in»  12.  Jahrhundert  zurnckreichcn. 
Di'utscliland  wurde  er  vornchmiich  durch  das  Bchöiie  Werk  des 
udolf  von  Ems  (ca.  1220  bi»  ca.  1254)  bekannt;  zwei  andere  deutsche 
trstonen  gehören  ebenfalls  nocli  dein  Vi.  Jahrbundort  an.  Aus  dorsolbon 
üt  fttammt  eine  christlich-arabischo  ÜberMctxung  des  griochi^chen 
izt«fl  und  eine  französische  Bearbeitung  dem  lateinischen.  Der  chri»t- 
niMmibischo  Bnrlaam  wurde  im  Iti.  Jahrhundert  ins  Äthiopische  Ubei> 
tvt.  Auch  zu  den  Slaven  und  anderen  O&tvüikcm  wie  den  Georgiern 
d  Armeniern  ist  der  Barlaam  Qbergegangen.  Neben  der  cliriRtlich- 
ibittchcn  Cber»«t2ung  i.st  eine  Sltore  nichtchriittliclio  arabische 
ireion  vorhanden,  diu  nicht  aus  dem  griecliiüchcn  Tuxtc,  sondern  aua 
«m  Pehlevioriginal  abgeleitet  ist.  Aus  uiticni  äolchen  arabiBchen  Text© 
18  die  hebräische  Bearbeitung  des  Ibn-Chisdai  (im  i:i.  Jahrb.).  End- 
I  muRs  ein  alt«r  syrischer  Text  varausgesetzt  werden,  aus  dem  wahr- 
oiiilich  die  nrmcniBche  ErxJlhlung  stammt.  Der  syrische  Text  selbst 
violluicht  die  Übersetzung  eines  älteren  verlorenen  griechischen  Originals, 
i  wulchom  der  edierte  griechische  Text  eine  erweiterte  ümaibeitung 
steUL 

1.  AuBgab«ii:  Ei«t«  Anagabe  dea  grieohioohen  Text«a  von  Fr.  Boiesonsde. 
Isdat«  gr.  4  OS33).  Boia§onad*  hat,  um  «iuer  vuii  Sciitnidt  nnd  KujjitAr  ge;il&nten  Ana- 
I  savonakommvn,  mit  grosaer  Eilfortigkoit  gcarVeitet  und  »olliBt  von  den  30  PMiser 

Otir  CW«i  bandUt.  --  Seine  Ansgale  wiirdD  wi«(lorhii|t  l  unter  <ton  Werken  <lea  Johannes 
DMaMduM)  bei  Uigno,  rntrol.  gr.  00.  HäT  — 1250.  —  Kine  ncuo  Ausgnijc  des  grieohischen 
lern  wnuiÄdleto  obnn  Kenntnis  dur  Ausgabe  von  Uoisaonnde  nuf  Grund  von  .Athoahaa 
broaivs  Kechujuglas:  'latOQiu  avyygmfiTiiii  ntigii  toii  iy  äyioii  'lioätro«  lov  ^afia- 
•#w  AvJln^j'furni-on  töv  jSior  iiör  ioiiaf  niirigiai'  jjpiüy  Hat/Xaii/i  "ir  'liaiiaatp  n'vcjtifaror 
[  (!)  ^aifiVorai  ^tj  iiXtirmii  i-nö  Xiarffforiov  fioyajcov  'JyioQliiov  i*  'PniJttiiav  Itf^n- 
yXav  ini  >fi  ^n'att  fitflflifirmr  jctiiinyoiirpiuy  iijc  iy  r^u  liyiuirvfuii  öqh  U(f"(  Aiijfiaic 
9»'>tff<^';ioQH  ''Irvtit,  Atlion  l^*S^.  —  Eino  lutoiniaobe  UeberseliMinK  du»  gricolii- 
B  T«xte«  wunle  ufl  K«druckt.  z.  B.  in  dun  Opera  Joannia  Uamnac,  BaHilvae  ibli 
B-904. 

W  2.  Ililfumittol  (llorkunft,  Ahfassun^tsieit,  griechischer  Tox(}:  Kntiflclie  Bemer- 
keD  und  Vatiuntcn  zum  grindiischen  Text  aus  tJ  Wiener  Hm  gsXi  A.  Scbiibort, 
m<sr  Jiibrbikhor  dor  (,itt<-mtur  Ki  (lNa8)  44-83;  72  (1835)  274-288;  73  (I83'>)  176 
WS.  —  Litt«nubialoriiiohc  Abhandlung  von  Val.  Schmidt,  Wiener  JabrbUeber  der 
ntnr  28  ll)i24\  'i'i  —  ih,  -  Tb.  (irAüne.  liehrbiiuh  einer  nllgemoinen  LiterürgcsduRht« 
,  SSI;  II  3,  4w.  —  Jobn  Dunlup.  liosehichti'  der  Prusnd lobt <tn gen,  aus  dorn  Eng- 
Uo  übartragMi  von  Felix  Liebredil.  Beriiu  1^51  S.  27  ff.;  46;;  f.  =  History  of  proso  tlctjon 
188^1  64  (F.;  90.  -  Karl  Üoadeko.  EveryMan.  Uuimuver  Ii^65  B.  1  tl.  —  Nachweis 
indJBcbeii  Herkunft  des  BarlnMiu:  Fi-lix  Liuliracbt.  Die  Quellen  dua  Barlaam  und 
i|Ä&t.  Kb«r1i>  Jahrburh  Rlr  romanische  und  engliDohi.' ['itterntur '2  (I8G3)  314—334.  Mit 
i;eti  Vdriiiddmnsen  wiederholt  in:  F.  Liobrecht.  Zur  VnlkAhunde.  Uoilbronn  IXIÖ 
4t—  400.  lUlicniicb  mit  ZusAtxnn  des  Ueberaetxera  Emilin  Tnza,  Fonti  del  Unrlajun 
lii-»iiiifsttn  in  den;  Saoro  rapprennntniioni  dni  gocoli  14,  l.*!  c  Itl,  nicooltn  o  illnatrate  nor 
t  dt  Aleuundro  d'Ancona  vol.  2  iFloreni  1872)  HU  16'i.  Vgl.  noch  l.iehrooht, 
MwturbUll  für  (cvrman.  u.  roui.  I'hilologio   IS)S4   8.   lll<.    —    K.  Cosijuin.    La  Ugeade 

■■tBte  barlaam  et  Juüanbnt.  Kevue  ilva  ciueations  hiatoriijues  'tö  (188(1)  &7t)-'600. 
■darbalt  ia  deaaelben  VerfaaHerti:  Conto«  pajiulaires  da  Lorraine  1  (Paria  1887)  Introd. 
17— «6.  -  Mai  Mllller,  Sol«ct«d  Maats  1  (1881)  538  IT.  -  iS.  Landau.  Die  Quellen 
.  Dtfkaaeroii.  2.  Aufl.,  Stnltuart  1884  S'.  221-224.  —  Ceber  eine  bei  ZotenberK  und 
hn  ao«h  mcht  gnnannte  Hs  dM  [bererkloüteis  anl  dem  Atboa  vgl  Sp.  P.  I.nmprus, 
ü^tKil  gti^y^nifa,  'Karin  v.  21,  November  18H3  (Nr.  ITl,  —  KonOtznng  des  Garluira 
idi  eitlen  ItnarheiUr  dor  liogpndn  dm  b1.  Mnrtinian  nachgowiesrn  von  1*.  Itnbbo«. 
t    htgMtio    4e*   bl.    Mailuiian.    Wirnnr    Studien    17   (1895)  271—277.  Die    xwi 

■Mtefl  Hauptscliriflea  vorilunkeu   wir  /^lenherg  und  Kuhn:  II.  Zotenberg.   Notiee  hut 
te  de  BluUain  et  Joüaphal,   Purüi  1880  (=  Not.  et  extr.  23, 1).    Er  handolt  nuinetit- 


890     ByzantiDiacha  IdltoiftttirEMclucht«.    UL  Ttüg&rgriecfa.  UtUntar.  &  I 


li«h  dbiT  dir  AbfMoiuiijHtNl  uiid  di-o  Autor  des  BRfU«ai  nnil  fiU  liHuiluriihnirii«] 
terinl  zum  cTMiohUohoii  Texte,  Huwio  AdmUb«  au»  dor  chrifltlidi-uraliiaclieii  miit  uiuM 
Vmwdd.  Vel.  diu  BcaprceliuiiKrn  voii  tinnton  fariH,  R«ruo  critiqoo  1S96.  JtfH 
biN447.  und  J.  lUli^v}'.  Kevuc  <lo  rhmtuiro  du»  roti^iaiu  l.S  (1887)  94— ItK.  -^H 
UnriMin  und  Jou.a|>b.  Abliaoill  bajir.  Akad.  -^>.  Ud,  1.  AR  (IS94)  l-fö  ^| 
Tunkte  <l«r  D«ilei;uiiBi.-ii  Kiilinn  werden  wcilcr  vatfotgt  in  sw*i  Mt^iaehm  ScUiflJ 
jaouba.  Karliuim  flnd  Joanpliat,  Londou  18^6.  —  V.  C.  Conybear«.  "Hu  Btdi^J 
Joea|>bHt  r^nRcnd,  FolkLorr  T  (189S|  101  -148.  | 

D.  <irin<:liiiii:hn  Quellen:  Dam  der  illr  v«rloi«D  selialtono  gtioehiKtf  j 
der  Apologie  dun  AristidcH,  von  welcliur  bis  daliin  nur  vrne  »friMibo  und  va^J 
t'ubeiSL-txuuu;  bvkuunt  wur.  in  der  Prodigl  Nachurs  (BdiUam  ud.  ÖouaoaaAt  S  UlkJ 
dHzu  ein  kt«iiJVN  StDclc  S.  4$)  vurli^lCl.  Iiat  J.  ArniilAfce  KoblB8»li  «atdeckt:  Tbe^J 
or  Ariittii!«^  un  hekaK  of  tili?  Christinnn  Uom  a  .Striae  Kis  frmtrti  on  uinc>J 
odi(«d  witk  HD  uit(o<iu«t>iin  nnd  tiaiwtntion  bjr  J.  Knidol  Hanw  ele,  Witb  *t  *r(»  j 
cnntnlniii g  thn  ninin  poition  of  the  origiuul  (itevk  t<ixt  by  J.  ArinilVifaj 
kinion  tle.,  Cnmbridgc.  rnivmily  pre»  Itfdl  <=  ']>xt&  und  Ktodio«,  «ditMl  HMU 
tage  Kolinnun  I  1),  —  Wenig  Nvties  brisgt  M.  I'ivHrd,  L'apalogio  d' \iviÜ4t.  a^^M 
--  Einu  Rekuiijitruktion  der  uiHjirflngliotiDU  Uestalt  der  Apolouic  dm  AriitiilM  »/(^^H 
BT  m^nieclivD  Fin^meuta,  der  nj'riAcliua  U«b«rMtxuiie  und  dtr  im  ilarlwnniHi^^l 
walirlon  ttrierbiMlieii  KaaciimK,  (Qr  welck«  vier  u«oe  Um  beiitezo^en  varJM  «H 
Kdgar  IJonnock«,  Die  Apologie  d««  ArJAlid«»,  Iieiptig,  llintitko  lt!*J3  {  InliafI 
L'nterüUchungAn  zur  Geschicote  der  nllchiiftilicban  I.itt«ratur  kerAUMtg.  von '->  imM-I 
liiirdl  und  Ad.  lliii-nack  IV  3).  —  Kbonfnlli  ein«  RekDnstndttioa  yu:  R.  Mtl»'i  Ai| 
Apulouie  dos  Aiiiilido!!  untersucht  and  wicd erb (trgosl eilt,  PorarhnnKMi  inr  l^adinl»  MI 
neuteBluioentl.  Uunonn  und  dor  nltkirohL  Litl.  hcrausfieaeJicn  von  l'li.  v,  ?,*lin  J  Jn*!*! 
I8W)  160  414  -  /.iirtjudle  dur  ErOrtMUOgcn  Ober  die  PUichlou  d»  Umma  tf"*l 
lor.  D«r  ItuniHti  Itnrlaam  und  Joasaph  in  aeineni  VerbKlt&is  sa  Agiipets  KhupifiifA'l 
Z.2  (l^Mi  444-4B0.  I 

4.  Vorbrvitung  des  Werkes:  liitteratur  la  den  duiitBcbeii  B«iil'i'i*^l 
bei  Karl  Gueduke,  Ürundri«»  xiir  tieschiubl»  der  deutschen  DicbluuK  I'  ilWli-'-l^^-l 
878.  —  t'ftber  di«  illt«3t«n  deulsolion  Drucke  «.  ß.  Muther.  Die  dsnholie  Uli*«*B 
stralion,  MOnchon  1S84  8.  II.  -  Dantsob«  UobMaottunf;  des  ^riecJuicto  1^9^^| 
Felix  Liobrecbt,  Manater  1K47.  ^.^1 

Frautösisobo  licnrbcitungon:  Ilnaondcrs  intereiunnt  nind  Fragn3<'Bl"''4^| 
■Seisohoit  UoberaoUung.  die  nicbt.  wie  diu  Dbrigen  franiilaischon  L'obowrttuni;«'!  ■".'^^ 
lateiniBOheil  Text«.  Bondorn  nucb  dum  griBclii Beben  Original  gemucbl  ist:  i'.  )!(.""■ '^'*l 
monts  d'une  ancienui^  (rnductiun  fraucniae  de  Barlaam  et  JoBBa[>h,  faiw  anr  I' >^^l 
au  eominencemrtnt  du  tiuizi^nie  nitele.  Uibl.  de  räoule  des  ctaftw  VI*  «dtia  i  ^.^^ 
bis  S34  {der  frHiitasisib«  Text  siebt  im  Alhoscodex  lb«nMi  Nr.  69  am  Rand«  i*  P**! 
Süllen  TexlnHj,  j.jM 

Arabincbft  ll(>iirb«itung«n :  Zntenborg,  >.  a.  0.  Duii;  Fr.  Ilommd,  (^''Sl 
snbiscbö  Karluamvcniiou,  Vorlioudlungitn  dca  7.  internationalen  Orirntalutiati^^H 
■oniil.  Sektion  (Wien  IW7)  S.  Il.'i  ff.  Von  Uommol  wird  auch  eine  Anwlb«  '^J^H 
digon  ambiscken  Venion  und  dpa  nus  dieser  fiberaeixten  pDrniBcheDTextM™^^^ 

lleliraisvbe  Itcduktiou:  Natban  WciBalovils,  l'nnx  und  Derwiiick^^H 
aoh*r  Konijtn,  entbuttend  diu  Jugendi;c^Bobiobte  Buddliaa,  in  bubrainclier  DanHll^^l 
dem  Mil(«lnltei'.  nebHt  einer  Vergteicliun^  der  snbiBulieu  und  KrievliiBcbwi  ''"'^^l 
Mit  einem  AnliauK  IS.  I3i»-17>i)' von  Fr.  Uomnicl,  Mnudieu  ~1Ü<90.  -  Aul  J"*^ 
linuf:  bezieht  «ich  dor  Artikel  von  R.  0.,  AUxius,  Josapbat,  Uuddb«,  BiJifjj 
<MUnr.-Lennr>  nllgcinrinKn  ZrilunK  IJ^üO  Nr.  207;  'Z\h:  S17.  Hie  von  Uommol UT**!!! 
und  vun  R.  Ü.  angcinommvna  Hnhauptung.  dn^  die  Legend«  ron  Alnxis*.  d'B  "  1 
Uottos,  ein  Beflex  d«r  tJuddha-UarlnaniiiPci'blcibte  sei.  subwebt  in  dor  Loft.         .,^| 

Slavlaobe  und  sonstige  bitliebe  liuurbeilungeu:  A.  Kituti^nikav.  'J""J'!J| 
Bomano  in  der  neueren  Litturulur,  'J  Teil.  Cbarkuv  Ib76  (nua.1.  Vgl.  di«  '■'V'truil 
spreoliung  von  A.  VesulovBkij.  Joura  Uin.  1^7  lld  Vi'l  Juli— Auguil  &  tJ^A 
~  St.  NoTnkovie.  Ilnrlsam  und  Jouaph.  Belgrad  I6S1  (^  UlasiLlk  Sml4j9 
Druttvs.  Bd  50}  (serbisch).  —  M.  Gaster.  Litwstsra  poiialan  romaas,  w«^^l 
8.  3S-63.  Vgl.  desselben  Greeko-Slsronic.  London  1887  8.  III  ff.  —  BineB  "^fSI 
Anmc  des  Barlaam  verOfTenUichtr  die  (icselUcbnft  der  lYBiutd«  im  altM  ^"^^3 
Nr.  88,  Petersburg  1887.  —  Iv.  Franko.  BnrlHum  und  Joassph.  All<lifirtlk4rt£"^3 
Komnn  und  »ciim  lilturarisobe  iJcscbichto.  Beignbu:  Zeichnungen  nnd  Twy*7_^ 
einer  H»  des  li).  .TaLrb..  Znpiski  der  wiss.  4ieMilUch.  Snvtenko,  rol.  7,  LtmlMif  l**"""! 
rnss,)  (mir  unxugSnglicb).  kSlIatJ 

Ueorgisohs  Bearbeitung:  Textproben  mit  oiagebooder  ErOrteroag  g**^       1 


jpBa.     (§  398) 


891 


dM  BalAvar.  UntsinisoUn  V«rwoii   Her  «rliaiilicheci  G«adiiuhte   von  ElArtoam   und 
TMfnki  dnr  orienl.  AbteilunR  il«r  k.  niM.  ari^hAeolog.  Ooselliicliart  III  23^—960. 

jCahn,  H.  a.  0.  a  9  IT. 

ilwi  iwai  arm<!iiiiichc>  ItRdnktionnn  horicIiUt  U.  BrosBflt,    Kall,  äo  rncnd<^mi(> 

OM  de  Kt.-r^tnr»boars  2i  (1H7M)  5ni--r>67. 
BililioKrupliiL-:  Kino  vulIntllDiIi^»  bibliograpliivcbo  Uoboniiolit  xAinllichor  orien- 

iiod  occldBntlLlillclIl^r  Vunianou  d(-H  ttnrljuiin  Hndot  man  in  der  oben  orwlilinlen 

ui);  von  E,  Kulin. 

*8.  STütipas.  Da»  borülimto  Volksbuch,  wL'klio»  in  <loii  oriontftli- 
roretoneii  uls  Gesell iohko  ies  l'liiloKoplion  Sindbad.  Siiiditrnd, 
<ad,  Sendebad,  Kandahar  oder  Sondahar,  im  Abendlaiido  als 
cbte  der  sieben  woiRen  Meister,  Dnlopatb»H  oder  Erasto 
ert  ist.  führt  in  der  gi-ieohiacben  Bearbeitung  den  Titel:  Aller- 
io  Ooscbichto  dos  l'hii««oijhcn  Syntipas  ('latvQinöv  Svi-titra 
mroyoc  tufimöiatuf  7idvt<),  Das  Grundscbenia  des  Buche»,  wolfhos 
inetiit«])  Vureioneu  wiederkehrt,  ist  folj^ende  Erzählung:  Ein  Künig 
BD  klugen  Sohn,  der  von  einem  weisen  Lehrer  erzogen  wird.  Nach 
der  Studienjahre  erkennt  der  Lehrer  nua  den  Sternen,  da.'U)  seinem 

tiefahr  droht,  und  befiehlt  ihm,  der  Konjunktur  zufolge,  7  (in 
t  Vernonen  10,  auch  40)  Tago  lang  zu  schwoigen.  Um  dieselbe 
lU'ht  die  Stiffinuttor  dem  Sohne  unkeustho  Auträye.  für  deren 
A-eiBung  «ie  sich  durch  Verleumdung  desaelbeu  rächt.    Er  wird  vom 

xum  Tode  verurteilt.  Um  ihn  zu  retten,  erzählen  die  am  Hofe 
tnelten  7  Weisen  (10,  bzw.  40  Veüicre)  jeder  an  einem  Tage  eine 
itte  Über  die  Arglist  der  Frauen  und  die  Itedenklichkeit  einer  ohne 
e  angeordneten  Verurteilung;  da»  ravhaUchtigo  Weib  erzählt  jodos- 
10  GlügeRgcschieble,  um  die  Hinrichtung  zu  bewirken.  Nachdem  so 
iweigezeit  verbracht  ist,  entdeckt  der  Sohn  den  Sachverhalt  und 
b  DH-schuldif;  erfunden.  Da«  ganze  Werk  besteht  demnach  an-'«  einer 
Imenden  Krziihlung  und  einer  je  nach  der  Zahl  der  weisen  Iäei»ter 
»)  kloitiorcn  oder  grösseren  Anzahl  eingeschobener  GeBchichten. 
Hiclmngen  der  verschiedenen  Bearbeitungen  erstrecken  sich  sowohl 
PBahnienerzählung  als  auf  den  Inlialt  und  die  Anordnung  der  Ein- 
{Mchichten. 

He  griiiwte  Toilnahmo  erregt  bei  der  Betrachtung  dieses  internatio- 
Volkabuche»,  das,  wie  Görros')  bemerkte,  in  Itücksicht  auf  dio 
tut  und  die  GrOsse  seinea  Wirkungakreiaes  die  heiligen  Bücher  erreicht 
lo  klassischen  übertrifft,  die  Krage  nach  seiner  Herkunft  und  nach 
trw&ndtschaftlichen  VerhHltniMso  der  zahlloirien  Abzweigungen. 
Egemachte  Thatsache  darf  gelten,  dasH  die  Heimat  des  Werkes  in 
I  lu  suchen  ist.  Den  wahrscheinliche»  Verlust  des  indischen  Uri- 
erkl&ri  Benfey-)  sehr  überzeugend  daraus,  dass  die  meisten  ein- 
Shldbsdgoschichten  schon  frUh  in  andere  indische  Werke,  besonders 
I  Pan^atantra,  (t bergegangen  sind.  Die  Namensform  Sindbad 
e  es  itcheint,  eine  in  muhamedaniHchen  Bearbeitungen  erfolgte  Um- 
I  eines  indischen  Siddha[iati  d.  h.  Herr  der  Siddhos,  der  Weisen, 


li*  tMtacbea  VolksbQob«r.   Uuidel- 


■)  M^IangM  oaiatiques  (s.  die  Litteraliv- 
fLugub«)  UI  2  S.  190. 


gg2     BjiuitiniBche  LitUratorgeacfaicbte.    Itl.  TnlKftrgrlscb.  Lltt«ntar.   S.  Pnw.J 


<]«r  Vollkommenen.    Von  Indien  kam  das  Buch  nach  Peraien  und  wm 
dort  ini;  Pehlovf  UbortieUt;  vom  Pclilcvl  dborirug  ee  Husa  im  8.  JikM 
hundert  ins  ArabiBclie,  vom  Arabischtn  wurde  e»  ins  Syrigcho,  k\tM 
spaninche  (i.  J.  12.^;})  und  Hebräische  Übersetzt;')   vom  Syriscbi-n  ion 
Qriechisclic.    Da  jedoch  die  pprsiscJie,  arabische  and  sonstige  VersiaM* 
meist  noch  si>ätüru  Überarbeitungen  erfahren   haben,    gestaltet  ajck  da 
Verhüttnis  der  T«xtv  keineswegs  ho  einfach,  als  mau  nach  dem  OoM|0ct 
wähnen   könnte.    Jedenfalls   aber   bildet   die    ttrabi»cbo    Cbcrsottneg 
den  Hauptansgangttpunkt  fllr  die  Verbreitung  des  Stoffes  nach  den  v«^ 
«cltiodoncn  Himmel'igcRendcn,     Auch  die  griechiache  Version  bat  «H 
grosse  littorarhiMtorische  Bcdoulung;  denn  sie  scheint  trotz  ihrw  twAt 
Stellung  im  Stammbaume  die  ält4<«to  und  dorn  Original  am  nächsten  st^mit 
m  sein.    Vom  Orient  verbreitete  sich  der  Syntipaa,  ungefähr  glekbMÜil 
mit  dem  Harlaaniroman  und  dem  FarRten.ipiegel,    in  zahlloflen  stall 
abweicliendon  EJearbeitungen  einem  stetig  anwachsenden  Strome  vergleidf 
bar  nher  das  ganze  Abendland.     Wir  besitzen  lateinische,  altfbirudiiicbe; 
italicniticbv,  engliucbe,  hullündische,  skandinavische,  deutsche  und  slaviachtj 
Syntipaättbkömmlinge.     Den  meisten  europäischen  Bearbeitungen 
der  altfranznsischo  ttoman  des  sept  sages  de  Rome  unmittelbar 
mittelbar   /u   Urunde.     Eine  zweite  französische  Veraion,  die  von 
Diditi-r  Herbert    nach   einem   latoinisclien   Texte   in    Ven«e   umgebe 
wurde,  ist  nach  dem  Numen  des  Helden  Dolupathos  (Dolopotofi) 
Neben  den   Bearbeitungen   des  gesamten  Syntipas   lUnd  auch   die 
minder   zahlreichen  Reflexe  einzelner  Erzählungen   zu   beachten, 
in   orientalischen  BOrhern   und   he-sonders   in   der  ganzen  miltt>lalt«riic 
Novcliunlitteratur  aufleuchten.    Zwei  Hauptwerke,  in  welchen  Goechtdib 
von  den  sieben  weisun  Meistern  verarbeitet  wurden,  sind  die  mitt»Utl< 
liehen  Gesta  Romanoruni  und  der  Dekamerone  de«  Boccaccio. 
Alle  VolksbQcher,  welche  auf  denSindbadgctcIiichten  beruhen,  ^ie 
sich  in  zwei  Hauptgruppon.  eine  orientalische  und  eine  occidonUli« 
Zur   ersten   gehören   die   meisten  Texte   in   orientalischen  Spracbaa 
einige  europäische,   welche  nnmittelhar  au»  jenen  übersetzt  sind,  wie 
griechische  und  alt'ttpnni.ichc:  die  zweite  nmfasst  vorzugsweise 
arbeitnngen  de^  europilihichou  MilteluttL-rä,  die  HistoHa  Septem  sap 
den  Dolopathus,  Erastö  |Ei'a»tu»)  u.  s.  w.,  auffallenderweise  aber  aitcht 
armenischen  Text.     Alle  orientalischen  Versionen  haben  gemeinsaiM 
mente,  unter  welchen  ein  Buch  als  Grundlage  erkennbar  i«t,  ebeoM ' 
ocoi den tali sehen,  wobei  aber  die  Berührungspunkt«  der  orientalisehea  * 
schwinden.     Diese  zwei  firuppon  bilden  die  zwei  wichtigsten  I'liuö 
in  der  (jesanilgOHchichtu  dos  indischen  Buchos.     Unter  den  raani 
Veränderungen,   die   der   Syntipas   auf  »einen   Kreur.-  und  (JurrW 
erlitt,  ist  dio  ThuLsachß  beachtenswert,  daas  der  Schauplatz  der  lUhn 
crziihiung  und  die  Personennamen   mit  den  Bearbeitungen  eelM 
Osten  nach  Westen  vorrücken:  in  den  orientalischen  Versionen  spielt  i 


')  l^cr  AuadnMik  ,llberB«lien*  ist  hior  |  Sisno  «»er  1tti*n  Uoborimgvne  t^" 
üAtllrlich     iuiincr    im    iiiittelait«r]iohfln  |  arbeüung  in  DoluiMit. 


Ci 


Byntipaa.    (g  393) 


B9S 


«Üiicbte  in  China,  Indien,  Pcreicn;  in  der  ehwa  altfranzfl^ischen  zuerst 
fCoiiHtantiiiopel,  späkT  in  Honi,  in  Htm  übrigen  abcndlunclisL-hcn  durcb- 
in  liom.  und  der  Fürst  erscheint  aia  ein  römiaclier  Kaiser  (DiodeUan); 
bat  auch  der  griechische  Bearbeiter  mit  KUcksicht  darauf,  dasa  für 
len  Le&ertreis  der  indische  Kuni  ein  unbekannter  Name  war,  den 
üg  seiner  Krzählnng  zu  einem  rcrser  Kyrori  gemacht.  Auf  das  genea- 
Bcho  Detail  der  einzelnen  Bearbeitungen  kann  hier  nicht  cingegangca 
den. 

Der  griechische  Syntipas  gohürt,  wie  bemerkt,  zur  orientali- 
•  n  Gruppe.  In  einem  jambischen  Gedichte,  welche«  dem  Prosatoxto 
Lnagoht,  berichtet  ein  gewisser  Michael  Andreopulos,  dass  er  das 
Qrrischer  Sprache  verfasste  Buch  im  Auftrage  de«  erhabenen  Herzogs 
►riel  ,ni»A««5  itfÄiorvitov"  iniKQriechiriche  übertragen  habe;  nnter  diesem 
iten  ist  nach  der  Kcharfginnigon  und  zweifellos  richtigen  Vermutung 
Dparctlis  der  historisch  wohl  bezeugte,  nominell  vom  byzantiniachen 
Q  abhingige  FUrst  Gabriel  von  Melitene  (in  Armenien)  zu  veratehen, 
am  Ende  dea  11.  Jahrhundert«  hen-achte.  Der  griechiacho  Bearbeiter 
natürlich,  wie  er  auch  aetbat  verrät,  X^ctttov  Xut^i?,  und  in  der  'l'hat 
cn  sich  in  (Üeser  Version  zum  ersten  Male  Spuren  christlicher  Welt- 
::hauung,  obschon  die  orientalische  Färbung  noch  vorherrscht;  sie  bildet 
ein  Mittelglied  zwischen  den  rein  orientalischen  Versionen  und  den 
ndländischen ,  welche  vom  Oeiittc  des  chriatlichen  Uittertums  erfüllt 
I.  Der  griechische  Syntipas  ist  in  drei  stark  von  einander  abweichenden 
laktionen  erhalten.  Die  erste  steht  in  dum  von  Matthaci  benutzten, 
dem  aber  nicht  mehr  eingesehenen  Cod.  Mosq.  Synod.  298  (436  bei 
dimir),  der  allein  das  erwähnte  Gedicht  des  Andreopulos  enthült,  im 
1.  Straaaburg  gr.  5  und  im  Cod.  Monac.  gr.  525.  Diese  Bearbeitung 
in  der  byzantinischen  Kunstgrüzität  abgefaest.  Eine  zweite  ttmlak- 
I,  die  der  ursprünglichen  Übertragung  vielleicht  näher  steht  als  die 
her  genannte,  ist  in  den  f'odd.  Vindob.  hiat.  gr.  120,  Paria,  gr. 
2  und  Paris,  auppl.  gr.  105  und  in  dem  noch  nicht  benutzten  mit 
1  Vindob.  eng  verwandten  Cod.  Marc,  605  fol.  264—312.  überliefert; 
iat  in  einer  einfachen,  fliessenden,  lexikalisch  und  syntaktisch  auf  dem 
nässigen  Idiome  beruhenden,  jedoch  durch  gelehrten  Einüuss  uament- 
in  der  Formenlehre  wesentlich  temperierten  Sprache  geschrieben, 
dritte  Ileilnktion  ist  die  aus  dem  Jahre  1626  stammende  neugrie- 
lie  Übersetzung  im  Cod.  Oresdensia  D.  33.  Wie  eicli  zu  ihr  die 
ältere  neugriechiache  Übersetzung  im  Cod.  Athens  3886  a.  1624 
It,  steht  daliin.  Die  Entstehungszeit  der  Moskauer  Redaktion  muss 
n  erwähnten  Gedichte  zufolge  ins  II.  Jahrhundert  gesetzt  werdenj 
gegen  lüMHt  sich  der  Pariser-Wiener  Text,  auf  dessen  Chronologie  ea 
r  allem  ankommt,  vorerst  nicht  genauer  datieren.  Noch  nicht  nlUier 
kanot  sind  die  Codd.  Vatic.  gr.  335  foL  58  und  Harl.  5560. 

I.  A<iac«b*ii  grinchischvT  Texte;  Kd,  pr.  Fr.  IloiaitDnNÜH,  I'ariii  liviü  (nacb 
n  Codd.  Pum.  mit  Kommeatsr).  —  Kd.  Alfr.  Klcrhard.  Kabuluu  Komiuiuiiaea,  vol.  I 
ilpil.  biU.  Tenbner.  1871!  (die  twei  Uteron  Kuiliikliuix^u  vullHtAndig.  di«  neugrl«obiBeli* 
JMcln»  Proben).  —  Eine  von  dem  Urvaduiiar  Codex  lob  auch  von  dcmAUwaar 


894      Bjtantinlsche  Litter«ttirg«ae1iicht«.    m.  Tnlgftrgrlccli.  LltUntar.  1 1 


abwMoliwidR  nnngriochiaeho  L'olw'iiiKtxune  privbiMi  Vknadif  IdOft   mUr  itn  1149 

Z.  Uilfamitti!):    EnonilBtioiiea  lur  Aiugab«   Kbcibard*  von   C,  BaiiiiD.  li)<n 
Cenlralbl.  ISTä  S.  UOS  f.  —  ZwSpnii'be;  Gust.  Uejor.  Di«  spraclitkliru  Ei«tailBli>M 
keilen  im  äyuliiius.  Zvitsohrin  f.  d.  S«t«4rrel«h.  QjrmnuHii  IVT j  ä. :!»!  —.14a.  -  ite  Ckia»n 
lugi«:  J.  Psicliari,   I^^uis  de  Kmnniur«  bwtonqu«  n6o-grM<que  1  iP&t^  IR8S)  SS  E.  - 
N.  Pulit«»,  Ji^di  pifilix.  tatin  1»77  8,  iaS    «8. 

8.  Di«  8l*b»Daah  t  <|pi  r)iiloHDnli«ii  im  gri^cliiBcheD  S^tipas  hat  vM«cfci*4MN  «Hl 
Vorbildor  wie  dw  7  lltciiten  WnJKnn  UiiMbanUiMl",  di«  7  Woiiwn  am  Hofa  At»  ^JV^Mä 
7  alh«iiiKliiHi  Pkilompbon,   die  auch   dar  8i^   di«  Tochter  dn«  I^Mmtio«.   di«  ■P*M^^| 
nukbliu  rheodoslo*'  [I,  Endokts.  iiacb  Kpol  U«l«ttctco,  «ndlicb  die  7  PfailoMphpa.  dSSI^ 
der  Äiiflii'buiiK  der  Boehaeliiüe  in  Athen  oicb  l'Drwoo  flachlAton.   Vgl.  F.  Qreorttiü 
Athvnais,   Leipzig  1883    8.   66  f.    —    V.   v.    Wilamowid-UalUadarrr.   iUmm  S 
tISSOj  108  f. 

4.  Ansfcabfn  sonstigar  Baarbaitaneen  deeSj^Uptw  und  >))K*iu«ia«  Hild- 
mitlal:  Kiaa  ayriacba  Varsion  ad.  Fr.  Baetbgen.  Siodbau  «dar  dia  7  ««ian  !!«■(« 
»iaa.,  I.aip>ig  1879,  Noldoka,  ZaiUcbr,  d.  dantacbao  iDorgantlnd.  Goaellack.  It  (IK1| ' 
SIS—SSR,  hftit  dieaa  ayriMha  Vornan  fUr  dnn  OrigiaaJ,  wolcba«  den  AadiaopuJu  *<*t>fr 
und  will  dia  vc>tbnndancn  Abweiobungon  im  irntMitlieliaa  Mif  dio  waitmbweiflM  ondMlvtt- 
»tige  Atinninluii):  di-n  )^i«obi>abcD  lJeheraati»rs  xurflckflüimn  (?).  —  A.  cTooitaa,  TU 
book  uf  SinJiljild  ftvni  lliu  I'rnii&n  und  Arabie  witb  inlcodudiciii.  noUs  and  aoftardt«  FH 
ratelj'  pritited  1^S4  (».  1.:  Vurrede  gnwiolui«!  in  ülwgaw).  Das  Waric  aotbOt  «Mir  ifl 
Tsxtän  eilt«  trolTli^hii  KiiiUitun^  Dber  ili«  Kompodtioit  dee  SiadiliAd  nnd  aber  die  Qodlfl 
und  daa  Vaihfitlnis  der  oriontal lachen  Vanion^B:  Ober  die  griachiacbe  Bewbaitai^  %  hM 
8.  S7  ff.  —  Uaber  aina  dar  irasilioliaii  Qnippn  migohOriK«^  arnieBiarh«  Oiaitii^wB 
P.Lareh  in  der  Zaitsobrift;  Orient  und  Occidontü|lÖS4)3Ü9  374.  -  Fr.  JlOllar.  tMfl 
die  armeniitche  Bearbeitung  dac  .Sieben  wciiMu  Meiater*.  Wieaar  Zattacbrift  Ar  dia  Xiifl 
doa  Uorganluida«  4  ^lHW)  ZIR—Sie.  —  Kina  ruaaiaaha  Vaniaa  nd.  Tb.  BarM^'V 
Petanburg  1876.  Vgl.  W.  N«bring.  Aicfa.  hIrv.  Pbil.  4  (I8B0)  SSS  ff.  -  U.  MutkJ 
Dia  Oaochichte  von  den  elobua  Wviav»  b(^i  den  Slawen.  SitmngHber.  Wien.  Ak.  Ii^ttnfl 
1—188.  Behandell  vomcbinlicb  die  aua  der  Itkteioiaeken  Biatoria  SeatMn  Sapiobfl 
gflflameDen  Bodalttiunun  der  Böfamen.  PoU«  uud  Rnsaan,  nnr  nefceRb«]  die  OMjmM^fl 
im  Anfang  nnaerea  Jaliihnodarta  vorfasaten  balgariaelien  nad  aarbisvbe«  ÜckfUfl 
KUiig^n  das  griacliiarhon  Srntipaa.  —  Dna  Bach  Ten  den  Sieben  «eiaaa  Uciatfni  «n*  diA 
liabrÜKcben  nnd  OriochiaRhen  rata  aratenmale  abanoOt  voo  Heinr.  SanfclaMM 
Hailtr  1842.  Miochio  i^indbad,  Secundtt9.R)rntipM.    Ediert,  «mandiart  nnd  «tUbi  «■ 

Panlua  Cnnael,  Berlin  ISSH  (bebrNischer  Text  mit  tJdieniedznng).  U 

Uobnr  ilie  oripiit«liii«b««  Veraion«n,  besonditra  Ober  das  vcirmu«tna*taMda  isdiMlfl 
Original:  Tb.  Bunfuj*,  Mi^-luig«e  ostutiquc«  tir^  dn  bullctm  liiateaioo-pläMeg^iMH 
laoad^mie  impL-rinlf  dt  ät -l'(!tL.rebuui):.  (oine  III  2  (P^tefSbeiirf  1868)  168— IfOS.  -HJ 
Benfer.  PautachHtaiitj-u.  I,  Tvit,  Lcipzi^c  1^9.  ~  Karl  Geedeke,  Ltber  dt  M|tifl 
eapientiboB.  in  der  Zeitaehrirt:  Orient  uud  Oecideot  3  (18H~66)  8S5-4SS.  ■ 

Die  xwei  t)eii<«ten  Hauplscbriflen  sind:  Dom.  Comparetti,  lUearebe  iiA^| 
al  lihro  di  Siadibad.  Momorie  d«l  ß.  istitato  l.ombardo  di  acianaa  «  tettare,  daw  W 
lottare,  vol.  II.  Milono  1870,  und  Marcaa  Landau,  Dia  QuieUen  daa  Dakanena'.  SB'S 
KRri  l$84  S.  28-89.  -  Vgl.  nocb  M.  Uaatar.  Literalan  pofiiilam  rvnMoa.  BukiMfl 
lg8.1  3.  54—72,  und  doBSolben:  tireeko-Slavonie,  London  ISH7  8.  US  ff.  -  1^  ViiiiiilidJ 
von  Ansgnbm  und  Bilfsmittcln  (bes.  fQr  die  abondllndtaclian  VoratOBenl  gibt  KarMii« 
deko.  [inindnss  tur  Ueachidite  der  deutschen  Dicbtong  [*  <I894|  848  B.;  4M  (.  -*■ 
den  fnuuSsiHobcn  Boftrbuitunguu :  Gnstun  Paria.  La  litt  fno^vae  au  tavjtm-ta,  ^4 
188.SS.  S2:  2S&  f..  und  H.P.Junker,  tirundriaa  der  Geachidite  der  rraniOaiaoha  UM^V 
Mnn«l«r  1889  S.  09  f.  ~  Zn  den  «ngliacben:  üust.  KOrtinit.  Graikdrias  dar  OtaMfl 
der  engl.  Lilteratnr  S.  117  f.  I 

ä.  Dem  Pbiloiiaphon  Flyntipas  schreibt  Mattbaei  anck  vino  Samatlvng  ^*fV 
seber  ('uboln  tu,  die  in  domaclbon  Aloakaner  Codex,  der  «neb  die  lIoMUebla  ra»*^ 
Sieben  weisftn  Mcistora  enthalt,  unter  dem  Titel;  Strii^n  riii  ^*i«*aii«p  ix  tmr  *af*|Hfl 
Idatun}»  ni'tav  läyoiv  üborlioTert  ist  Diese  Ueborwcbrift  stannt  vitlleiebt  loii  **^| 
Kepiaton,  ilar  aicb  durch  die  AusBere  Aehnlichkeit  be«der  Werke  nnd  tbre  Vnr«iaiga(jfl 
«dner  Bandadiiirt  iti  der  Auimlune  verleiten  Ueaa,  das«  ala  ron  damsaUieB  Attl«  alaM»^ 
0<^«n  dieee  Annuhmo  epncbt  nicht,  daaa  im  Cod.  Atboua  iffZf-  a.  I&  die  t'ateh.*^ 
^tipaa  mit  demiHilbon  Titel  wie  im  Moeq.  nicht  mit  der  Itewaucbte  ven  d««  ft«*^ 
weiMin  MuiBtoni.  Bundnm  mit  den  Fabeln  des  Araop  nnd  den  Tetrwtidia  de«  'f'^fl 
vereinigt  sind.  In  der  oeuerrn  bilittiieiapliiacbeB  I.ittaralnr  iat  die  niit  deai  Kl»«  •*■ 
Sjiitipaa  gesubmflckte  Fn  bei  Sammlung  iHw  mit  den  wmhren  Sf  ntipasbuebe  «•*■ 


Stepfauiit«B  und  lehuelateB.    (g  394) 


895 


f^tchie.U  worden.  Eine  nramBische  Uonrheitung  derei^lbrn  i^utninlung  golit  untor  dorn 
l/etlcnfalls  >iu  Ai-hu|>os  verunatBltrteii)  Nanioii  Sophon.  vinn  Tliiitsnrlii:.  die  Ubri|;iiiii( 
nr  die  Fni^e  luch  dem  Ureprunge  der  Asapbclicn  Fnbi<In  ohne  IMoutung  bleibt.  Ed-  pr. 
WlwiM  P>«udi>-8]>iitipiH  Tun  Chr.  Fr.  Mntthuej.  Sjnli]<ue  pliiliwüiilti  Peran«  fabiilae 
IXM  Uraeec  et  Latin''.  Lipsia»  ITii'l.  —  Vurinnleti  cum  Texte  gnb  Cur.  Fr.  M^ttliael, 
JlmtxiXa  "FXli^unt  »«II  Vnrin  Graecn.  Münqune  1811  B.  216  (f.  —  Diu  uaniäiactiv  Bciirbai- 
Imtg  ed.  Jol.  i>andHbcrg«r.  Mutlile  <l(>supbui«.  die  Fabeln  it«8  Sophot.  Syrliiclie«  Ori- 
KtBAl  (!  ?J  dnr  grindiiiiriii'n  Fiibelii  dos  .Synliiiiw,  Poeeu  18i9.  —  Vgl,  l,nndiiberf!nr. 
EmtM'br.  d.  douinchcin  morgenlftnd.  (ienpllscli.  12  !l>'58)  149  —  150.  —  BoHpronburißcii  d«> 
BiKilcH  von  l.nndilinrger  gnbon  Tli.  Hcntey,  Orient  und  Orcidiint  1  (l!4t!2)  3.'i4  S6h, 
Üviger,  ^ilBclir  d.  doutsehen  morcenlOnd.  Oeeellschnft  U  (18601  586-^5»!!.  und  I..  Kotb. 
Eleid«ll>er)Cor  JuhrbQgber  53  (IKtiU)  i  HMftc  S.  49-^8.  Sämtliche  drei  U<;Iehrte  vcrl>iüt«n 
Ucb  K^*n  dw  kiitiklga<>  üeliauptuti^  Ijindsbergors.  die  syrisch«  FubelHammlunic  a«i 
B  SB  Origi  nal.  g&nxlich  ablebiicnd  und  bewuineu  xur  Evident  dium  es  «icb  uni  eine  Lieber- 
wlxnBK  aaa  dem  Oriecliiacben  Laudvlt.  —  Vgl.  aueh  H.  (irauert,  Da  Auaopu  et  fabuli« 
|htfBO|>i!s.  Bonnae  183-^  S,  95  (T.  —  Aussn  in  der  Moskauer  Ha  slebMi  dje  Fabeln  t.  B. 
Il^  im  Cod.  Vindob.  phJI.  gr.  IflO  (NM«e1)  M.  152  fT. 

^ß  .194.  Stephanites  and  Ichnelates.  Die  btii-Uliiitt«  Goachiclite  von 
^aliluli  und  Diinnah  (Kalil&Ii  va  Diinnah),  die  in  der  griochiHclion  B&- 
|u-beitung  IStn/ttritr^^  na)  'ixrt^Xätifi  betitelt  ist  und  wßgen  ihres  Inhaltes 
loci]  FOrstenspicgcl  genannt  wird,  hat  nach  ihrem  StolFe,  ihrer  Ge- 
bciiichte  Hnd  Verhreitung  jjro.'wf  .\hiilirhkoit  mit  dem  Synti pasbuch o.  Um 
Jtaa  Jahr  500  n.  Chr.  bofand  i^'ich  in  Inilii-n  —  wir  wissen  nicht,  »cit  welcher 
Beit,  vioUoicht  whon  eeit  dem  2.  Jahi'liundcrt  v.  Chr.  —  ein  von  Buildhi»>tun 
BbgefassfesSanskritwerk,  in  wotchem  unter  der  IHlUe  von  Tierfabeln 
[xlür  gfinauer  von  Er/,ählungen.  in  welchen  Tiere  die  llolle  von  Menschen 
Kpiolen,  gelehrt  wurde,  wie  Fürsten  Über  ihr©  Völker  horrttcheu 
tioHun.  Dieses  didaktische  Buch,  das  später  in  Indieu  solbtd.  noch  maiinig- 
fach«  Wandelungen  erlitten  hat  und  zum  Teil,  mit  Vorwisehung  du»  ur- 
^prflngliche»  Zweckes  und  der  buddhistischen  Färbung,  in  das  Fanfatantra 
Irerarbeitet  worden  ist,  wurde  im  6.  Jahrhundert  n.  Chr.  von  einem  peraisehon 
ftrzt«  Bar7öÖ  in  die  Pehlevleprache  Uberaet7.t,  Der  uns  verlorene  Fehlevl- 
t4iXt  wurde,  etwa  lofl  Jahre  nach  der  Broheruug  J'ersien»  durch  dio  Muha- 
lucdmier.  im  8.  Jalirhundert  ins  Arabische  übertragen,  woboi,  ähnlidi 
wie  beim  Syntipasbuche,  eine  im  Werke  selbst  vorkommende  Person,  der 
Miiloftoph  Bidpai,  zum  Verfasser  gestempelt  wurde.  Alnbald  verbreitete 
Irich  das  Werk  Ober  alle  Völker,  die  mit  den  Arabern  in  Herilhiung 
kamen.  Durch  eine  hebräische  Übersetzung  wurde  der  FUi-gtenspiogel 
In  die  ouro|>Hi»chcn  Uttoraturcn  eingebürgert;  aus  ihr  stammt  die  si-bleehte 
lateinist^he  Übertragung  des  Johannes  von  Capua,  die  zwisehen  126S 
Ewd  I27S  abgefasat  wurde.  Dagegen  tloss  eine  altspanische,  um  12^1 
^oechnohene  Bearbeitimg  wahrscheinlich  autt  einem  unmittelbar  aus  dem 
Arabis4:hen  übersetzten  lat«int.schen  Toxto.  Neben  diesen  aus  dem  Arabi- 
kchen  abgeleiteten  Cbcrtragiingen  existiert  eine  syriKcho  Übersetzung, 
äio  unmittelbar  nach  dem  i'ehlevitexte  angefertigt  ist  und  jotzt,  von  den 
fehlenden  Teilen  abgesehen,  als  der  ti-eueste  KeprSaentant  des  verlorenen 
Indischen  Originale  erscheint.  Endlich  wurde  der  Jt'Urstenspiegol  im  14. 
Und  ]&.  Jahrhundert  in  italicniHohen,  deutschen,  cnglischon,  hol- 
l&ndiachen,  dänischen  und  anderen  Bearbeitungen  vorbruilut.  Dio  Ur- 
form de»  Werkes  zersplitterte  sich  durch  die  willkürlichen  Änderungen, 
J^u^lze  und  WeglasHUugeu  der  Oborsetzer  in  zahllose  Redaktionen. 


896     BysantisiMhe  LittotKtiirgMGtiE«bt«.    HL  Voljfftrgrlvcti.  LitUrktar.  3  Piml  | 


Die  griechiKche  tlberlraKung  >\v»  Füi'slvniipißjjcltt  wurde  um  duj 
Jabr  1080  von  dem  Magiat«!'  und  Protosekrelarios  Sy  meoti  Seth  in  AnU 
trago  des  Alexios  Komiienoi«  abgefasnt.  Er  t«ilt«  das  Werk  in  tvtn 
llauptabschniti«:  1.  Die  Sundting  des  pei-rtiachpn  AnttcR  Barzöi-  (fff^Ml 
und  die  schwierige  Ei'werbung  ttitts  bdohrondun  Buche«,  'i.  Das  in^JKlid 
Buch,  und  zn'ar  a.  die  Geschichte  der  beiden  Schakale  Stephanitcs  nal 
icliiiclates  (KhüIhU  und  Oimnah),  b.  die  Gescliidite  von  der  HingeltaiM 
Die  ÜboriHitKung  do8  öetli  boniht,  wie  auch  die  hebräische,  bzw.  d 
latoitiischö  dos  Johannes  von  Capua.  auf  einer  ansrohrltoheren  «■! 
besBeren  arabischon  Redaktion,  aUi  aie  in  dem  uns  orhaltenen,  ni 
Silv.de  Sftcy  edierten  Texte  vorliegt.  Der  Zersplitterung  ist  bei  derÜborl 
lieferung  dicset;  volkamäsüigen  Ftlrstenbuches  kein  Ende  gewesen;  von  M 
griechischen  Übertragung  »elb^t  sind  wiederum  vier,  zum  Teil  wd 
von  oinniidor  ubweichuuilL<  und  in  Eahlruichen  Exemplaren  dborliefort«  Bn 
daktionen  bekannt;  genauere  AufseblQssc  ilbur  da»  Vorhälbiiü  und  tm 
Überlieferung  derselben  enthält  die  Ausgabe  von  Puntoni  (s.  u.).         1 

Von  den  Griechen  ging  der  PElratenspiegel  zu  den  Slaven  SM 
Das  getichnh  spätestten»  im  13.  Jahrhundert,  vielleicht  schon  frflher.  Voa 
den  drei  K)lo»t<.*u  »laviiwhon  UandKchriften  enthalten  zwei  eine  serbiscM 
slovenische,  die  dritte  eine  hu  Igarisch-rusöischoKodoktion  dt»  Weriud 
>Vie  ea  acheint,  stammt  die  alavische  Üboraotzung  aus  einer  besornkfen 
Honst  nicht  bekannten  Redaktion  de»  griechischen  Textes.        | 

1.  AuKgalion:  Vor  drin  grioaliiaohcn  Teste  «raobien  mim  lateioiacb*  r4«l 
«ottnng  ^MMtbcn  von  1*.  l'oaiinus  in  der  Aiuuub«  ilea  Pachj-mvna  (a.  %  liSl  v>l.l 
(EUmiaa  1666]  GU- 620:  vgl.  vol.  1.  S8»  ff.  und  rot  S,  482.  —  I><td  «riucliUrheB  T^ 
cd.  xiient  (i.  Stark,  berlln  1Ö9T  (aiit  tat  UebenetxoDg).  —  Mitl^ilunn;«!  aiia  «iMiaClM 
in  Upaolft  sab  P.  F.  Aarivilliua,  ProIcigoiuanA  ad  librani  lufrnii/e  ui  'l'*4^H 
Upaala  17S0.  —  D»  Ausgabe  von  Stark  vrnrde  wi«d«rfaolt  nin  AnluiBK  d«r  toUfiä^H 
HaiifnUnlranboreetxiiDg  des  Demetrios  Üalaoos:  XiioniHfuMOA  f;  ttarmtmlrtfm (Hmn 

ttvj[oc) MOn^ttd^iV»   ix   lou   S^BXfi^yiiioü   itaftl  Jijfttirifiof  ToJintW  'ji^nitU 

fiV  ji  npoJro»'  Marina  fiiiitg  ftio^yloti  K.  TtmäXJov.  'Er  'Afifrtui  IgSI.  —  Eni«  bU 
tlaoha  AuKgnbo  dor  vi«r  KpxeaBionen  de«  griodhiachen  Text««  reu  Vittorio  raoleaQ 
PbrODXa  ISä9  (=  rnbblirailoni  delln  aocielii  u^inlicA  ItAlinno,  voL  II.).  1 

2.  Uiirsmittol:  llnuJsuhriftlicbo  Mitte ilungon  gab  Koiili«  T«ca,  Apfaali  f^  U 
blbliugratla  di>l  PuimulHtilriL.  Orient  uud  Oocid^nt  2  (l<i&4)  TOT— TI7.  -  Mit  «inir  aMfl 
nDgudrurklvri  llpdiikliun.  als  dvron  Autor  Hiob  ein  Prlaat«r  Johannea  ,m  4ii*i'jiaaji*/it**n 
n^nnt.  mncht  bekannt  V.  puntuui.  Studi  di  lUuIogJa  Qr«CB  pnbbi,  da  E.  Piecala«l4 
vol.  1  (Toriiiu  18^2 -&4)  39--Jj8.  —  Dann  gab  eins  ErglUtuiii|K  aum  handackrifUic^M  M 
lerial  P.  Butirfui.  Campte»  remlas  de  Tacadäinie  des  ioKRTiplionii  ot  b«lle«-l«Urei  IT.  «MM 
lli  [1»8S|  ibi-ilif,  (flb«r  Cod.  Vatic.  2098).  ~  Ch.  Graux.  Ar^ivon  doa  niiwMW  MMN 
tiil(|Uo«  III.  si)ric,  lomo  I.S  ilHf.9i  322  IT,,  handelt  Obei  die  In  L'pwüa  b^GndlidM  llUM 
gibt  HUN  ibr  Vuiianlon  xiir  .^uegnbe  von  Stark.  —  l*ntor  den  Itaa  i«t  dnreh  ifcf«^^| 
tnreo  boindrkcDHWDrt  dor  Cod.  Hnrb.  I  172  (roß  I'untoni  bonBtst).  —  Zum  halieMBH 
teriul  kommen  x.  lt.  noob  die  Codd.  Athen.  109»:  Üod).  Baroec.  131  fol.  50^'  ^ 
Budl.  Laud.  8;  Bodl.  Miacell.  il2;  Esour.  T,  II.  1  und  T.  III.  C:  Lugd.  Bunav.  VaM 
M;  Muiiac.  gr.  bbl-,  Moaq.  Sj-nod.  298  (Vladimir  436):  Paris.  3231;  Paria.  anpftM 
118  und  G93,    Ein  kloiuos  Prägnant  Bt«ltt  ün  Cod.  Meaain.  Itil  fol.  19.  1 

3.  Kine  neugriecbischo  CeberaetcnoK  d«a  6t«EaaltM  nnd  lehnclatM  iiibafl 
vor  1564  der  diircb  aoinon  Itiicrwachael  mit  lurtin  Cmain  bafcaiuit«  Qriache  TbHj 
doaioa  Zygotnalas.  Si«  bewahren  dis  Codd.  Paria,  gr.  2902  A,  Dr«»d«n«iB  l^,*9 
Alhena  3203,  ein  Codex  der  griecfaiachen  Schul»  in  Knel>P«ra  (g«iMhr>tbta  i- 4 
1584)  und  ein  Codex  dor  griochiacbvii  OftmoiBdo  in  Oallipoli.  Vgl.  E.  L«|raifl 
Notioo  bibliognphiqu«  eur  Jean  et  HidodoM  Zjrgoniala«,  I>BriH  lääS  8.  K-SO,  mi  M 
Lambroa.  CaUlogue  ot  tbe  grock  mm  oa  Hount  Athoa  I  (189:>)  301.  1 

4.  Sonatigo  Bearbeitungen  aad  allgemeine  llilfaiaittel:  Eine  artbitcM 
Kodakliou  ed.  mit  Notiien  llbcr  auuatige  orientaliKbe  B^aib^ilnug««  und  BruckaUlckN  t>a4 


Leben  d«a  A««op.    (g  8S&) 


897 


latvjniüchen  Ueberaebmiie  Silventro  da  Sacy.  Not.  et  nxtr.  10  (IBIS)  1,04-433 
■Hill  i.  1-65.  Vgl.  8.  de  Sdot,  Not.  et  cxU.  H  (1SI3)  1.3DT-4QIS.  ~  Dftn  alUo  ijrri- 
•chen  Test  wl.  fniit  JeuUclitfr  UubprsotxiinK  und  einer  Kinli-itung  von  Th.  Itonfnjr)  Guntav 
Blckell.  Kalilu^  uud  Duinusu.  L<iii>t,ig  1876.  Vgl.  dii>  B(-H[)r«cliung  von  TU.  Ntlldeka. 
ZeitM-hr.  d.  d^iilwlieri  mur^ccilnnd.  Ges.  30(1@T€)  Ibi-'iTi,  und  dj»  NucblräKo  ebenda  Sl 
(1877)  h3it—h4i:  feroor  L  llliiinonthitl.  Krit,  Kmenilntionen  tu  0.  Bickells  K.  n.  D.,  ebd. 
44  illsm)  267  -^20.  -  W.  Wright.  Tliv>  book  of  KallUb  and  Dimriali  traiiaktud  rrani  Ärabic 
telo  Syri««,   Oxford   und   lAaäon   1(184.     Kino   onglifuJi«  LVWsetzuiig   lieeselbcn   TexleB 

fab  Kuilh-Kalconer.  Cunbridge  18t^3.  Vgl.  die  gehaltreichen  UfisprecbanK^n  beider 
■nblikationen  von  TL  Noldt^ke.  GOltin|c.  Uol.  Anxoigeo  1884  S.  ßT3-ß»T.  nnd  lfi>i^  8.  753 
;b«>  767.  —  Vgl.  W.  Wrigbt.  Syriuc  litornture.  Encydopaodin  Dritannica  vol.  22  (l*"?") 
L  —  Zwei  hebräische  Veniiuiiun  i-d.  J.  Derenbourg.  Bihtiothe<[[in  de  l'^coln  dftH 
tc«  4tud«a.  i'J  fuso.  (1881).  —  Dm  Directoriiin)  viUe  buuiunue  dos  JohBanra  vonCapua 
J.  Derenboiirg.  Bibl.  de  IV^ole  dee  liautos  i^t,.  72.  faM.  (I88T).  ~  Slaviiiche  Ueuor- 
lODg;  Ed.  Th.  Dalgakov,  Schriften  der  k.  Geeellschaft  der  Freunde  dua  alten  Sobritt- 
tumei.  16  und  27.  lieft,  IVtenibnrg  1H77— 1S78.  —  Eine  «weit»  Auggabu  veranstaltet« 
A.  ViktoTov.  Moskau  18HI.  Vgl.  V.  Jagi^  Aroh.  slav.  Phil  5(1881)  683  ff.  —  üeber 
idie  «uf  Reft'hl  des  Grafen  Eberhard  von  WUiltemberg  abgefaaste  dentacho  Uebereutiiuig 
;bMid«lt  Th.  Uenfey.  Orient  und  Occidunt  1  (18Ü2)  l»8-|HT;  ebenda  8.497-507  be- 
Bfirirlit  Brnfey  eine  alle  spaniHcho  Ueberaotxung.  —  L'eber  die  von  Nuti  ah^cfaut« 
Stalinniarhe  BonrbuitunK  dea  griuehiiohen  TeslcB  «gedruckt  Fertaru  Ihüä]  spHcbt  W. 
i>*rtii<ili.  Orient  und  Ocoideut  2  (I8(W)  201  —  268.  Einen  Neudruck  der  italieoiscbeii  ßo- 
artMiitung  von  l'>83  veTHnotaltete  Emilio  Teta.  Sccltn  di  ourioBjlä  letternrio  inedite  O 
nr«  dal  muoIo  13  al  17,  vul.  125,  Bologna  1872  (mit  Iteiiiorkungen  über  dos  Verliflltuiä 
BD  d«n  gri«cluach«ii  Texten  des  AarivJlius  und  des  Cod.  I^nr.  57,  30).  —  Hauptwerk 
nbar  dio  Quellen,  die  Verbreitung  und  die  Dmwnndelung:  der  einzelnen  GeHcliichten  des 
Knlilnlikreiseii  Th.  Benfey,  rantucbatantru.  1,  Teil.  Leipiig  1859.  —  Xnr  Orienlienioft 
dtenl  auch  M.  HOllnr,  8elected  eMAys  1  (1S81)  514  IT.;  548  ff.,  uud  M.  I.nndnii,  Quellen 
«dca  Dekamfrao'  S.  5-19. 

395.  Leben  des  Aesop.  Ein  buliöbtes  Volksbuch  war  eine  doii 
IFabohi  voraiij'gej'fhicktf  Ltbt'iisbeachrt'ibmig  des  Aeaop,  die  in  mehreren 
HandKcbriflen  dem  Maximos  Planudea  zugeteilt  wird.  Dass  Plantides 
ti,  g  223)  dftB  Büchlein,  wie  seine  Sammlung  volksiiilUsiger  Sprichwörter 
|(iL  g  3d9),  filr  Untt-rriditHZWccko  boArbeiteto,  ist  möglich;  jcduiirall»  aber 
jbenOtxte  er  eine  ältere  Vorlage,  und  die»o  ist  nichts  andere»  als  «ine 
iBearbiiitung  der  mit  dem  Salomonischen  Sagenkreise  verknüpften  Geschichte 
■%-om  weisen  Älcir,  dem  Sultan  Sinagrip  und  Anadam,  dem  Neffen  des 
^kir.  Die  Urquelle  dio«es  Stoffes  ist  in  der  hebräischen  Acliikargeitchichte 
fciachgewieeen,  welche  in  dem  walirschoinüch  im  2,  oder  3,  Jahrhundort 
St.  ehr,  verfassten  Buche  Tobit  zuerst  einen  Uttorarischen  Niederschlag 
l^i'l'üiideti  hat.    Einzelne,  freilich  ziemlich  verschwommene  Spuren  von  der 

Eilt    diSH  Acliikar    lassen    sich    ans  Naclirichten    des   Strabon    und   dee 
ens  Alexandrinuti  auch  in  der  klassischen  griechischen  Litteratur  nach- 
>n.     Genaueres  über  die  Mittelglieder,  welche  von  der  jüdischen  äage 
zur  Aesopbiographie  des  Planudes  fuhren,  ist  nicht  bekannt. 

1.  Aaagaben:  l)er  in  manchen  H««  dem  PJuuudea  zugescbriebeno  Text,  der  srbon 
BtcbKacn  Izuerat  bei  Aldua  150&)  gediurkl  war  und  aU  die  Vulgnta  bezeichnet 
kann,  tat  zuli^tzl  ediert  von  A.  Kberbard,  Fabulae  Boninnenees  1  (I.eipxig  1H7'2) 
-SOA.  —  Einen  lieniliob  abweichenden  Teil  cd.  bes.  aus  einer  Brealnuor  Hs  Ant. 
'eelerniann,  Vita  Aesapi,  ttTiiiin»<chweig  1845  S.  7—57.  —  Eine  dritte  der  von  Wester- 
itoaMn  edierten  iialieetehendo  Heiension  lag  der  Inleiaisehen  Uobersolx'ing  dea  Kinucci» 
^^IrcBS«  (e.  unten)  lu  (Srundo.  —  Eine  zusammen  fassen  de  Untersuchung  aller  Hss  de« 
HbcUKbeB  Teste«  und  eine  darauf  beruhende  Aufklärung  des  VerhAltnisäea  und  des 
UUläre  d«r  vanchiedenen  Bearbeitungen  fehlt  nach.  Eberhard,  u.  a.  0.  ä.  22b.  verzeichnet 
'Wif  «ja«  Reih*  von  llie,  aber  ohne  Angabe  des  Alters,  ao  dnss  man  nicht  eiuionl 
rwdatrllen  kaiiD.  ob  nicht  Bsb.  die  das  Werk  ohne  den  Namen  des  Pluniides  nherlieforn, 
Ubr  aiud  aU  riaimdas.  Zu  den  vud  Eberbaril  nntieiten  llsa  kommen  i.  B,  noch  die  Codd. 
lAtbei».  I2i>r,.  Moaq.  8yn    2ä^  (Vladimir  43ß). 

Bi^liutk4tT  klHLAifKiiiiuviwiiviiiin  m    i,  atidt-  1.  «uo.  £7 


898    Byauitiiils«!!*  UtUntargueUoliee.    m.  Tnl^rgrtMfa.  UtUrfttor.  2.  hm. 


S.  U«berB*tsoDRitn:  Eine  vulglrgr{eehia«li«  D«b«nwtiiing  der  FnUkcimitlat  1 
dce  Pluind««,  di*  Wibnielioiiilich  AudronikosNakto»  (JV«a-«raf,  auch  .loriimi.  '•"nii^M 
vM-fsMt  kst,  ist  gedrttckt  xo  Venodig  IMS.  Vgl.  B.  Lcgrnod,  Bibltwp.  bell.  1(189)1 
241—343.  --  Kill«  TulcarKt-iAchiscfae  Ueberaetiunc  d«r  Bioen^ie  urt  woUdiiMi 
nicht  cagftnglictio  BOcblem:  Wo«  ^^wnar  roi'  *fvyiov.\eneiif  li83.  —  Eina  UloiaiKktl 
U«tion«txiiDg  wzttBBte  nach   144)4  Itimicio,  riditigM  Riuticcio   d'Aresca.     Sie  iH  <n 

Endnickt  und  in  ni«brcr«i  •hendlUiidiiirlin  Spr«ck<m  ÖbnMtKl  worden.  Kibefw  bdöiliM,* 
ebrliuch  oinor  &llRein«inon  Littnrargniich.  II  2  S.  1113-  1116;  Uoedrke.  QiwidfiM  m 
Oäach.  (1.  iloiitschnn  Dicbliuig  I'  :iß!f  f.;  vgl  ancb  QrAaa*,  TrMar  d««  livraa  rm*  il 
|>räcioiiX  1,  und  Dninet.  Miiauol  du  libniini  I  a.  r.  Amodob.  —  Ebi*  balgarisch-itait' 
nincho  Tomoa  ed.  1'.  Syrku.  Arch.  alHv.  Phil.  ?  (1664)  68—96  (mit  latoin.  ITilmnUi^ 
von  JiiKiä).  —  Heber  uine  lUrkiscbu  l!«iirbuiliuiK  vg].  O.  Blau,  Zeitacl».  d.  detteba 
morgenllliid.  Gea^llacb.  28  (1874}  572— ÜT^.  ~  U«beT  rumiQiaelie  Bearbeits^to  r(L 
M.  (Jaiilor,  Ltltfratura  [«pnUra  romana.  Bukarest  1888  8.  104—113. 

3.  Uilfsniittol:  Fabricius.  Bihl.  fr.  1.  ß36  (Ober  einan  Mher  [j«lz(  leid«  »d» 
mahrl]  iu  GruUa  FenaU  befitidlicbaii  Codex  s.  11  der  Vita  d«a  ACMp).  —  J.  2Badi). 
Aesop  in  A«^|)[eii,  Rhein.  Mu«.  5  (1847)  422—456  (bae.  446  £).  —  O.  Kallei.  tJaW> 
nchung««  Ober  die  Oescbichto  dar  piacniacliaii  Pabat,  Jabni  Jalurb.,  SaMilMiMatb.  4(lM 
bb  18(17)  361  ff.  —  M.  Oaster.  Litteraliira  populär«  romana,  Bakarant  Iw8  &  IM-IÜ 
—  M.  önaler.  Itreeko-SIaronik,  I^iidon  IKtJT  S.  112—115,  —  Kincn  varwaBAn  tjH' 
aehon  Text  erwähnt  G.  Hoffnanit,  Auiatügo  aus  arrisob«!!  Aktvo  peraiatticr  ^^t'fp'' 
(—  Abhandlung«!!  fllr  die  Kunde  de«  HorgeniaiidM  VII  8}  L«i|ai«  iSfy  S.  lt<2  f.  ~  V» 
init  Sicherheit  vorauaiuBftlzoiide  ^rJeebiacbe  T«st  der  oriaataliBeben  G«ubicbi*  t« 
wriaon  Akir  ist  bis  j«tzt  leid«r  nicht  aufgefunden  wordeo.  Daa  HanpthUfnHiU«!  Qr  ^ 
liekonstiuktion  deasetben  hi^lcii  die  erhalteoeD  alaviacbes  T«xt«.  B«u|itaclirift: 
JagU.  Der  weise  Akyrtos,  B.  Z.  I  (1892)  107—138  (mit  doulaeber  Udbancbn 
kirchcnalavisohan  Textaa).  —  Daaa  reiob«  litterartiJatorin'-hn  nnd  bibliocntpUiab« 
von  K,  Kuhn,  Zum  wm«^  Ak^ios,  B.  Z.  1  (18fi2)  127—130.  —  Orano  lletti 
(Juclimuntimuchungcin  xiir  HnikArgesrhichto,  Zeilsch.  d.  DenIschMi  Morgenliad. 
48  (lt<04)  171— m7.  -  Chr.  I.opnrev.  Wort  (Rlovo)  vom  hL  TiMoetanktM.  I 
du  allon  ScbriftlumH  Nr.  94.   In  dies«  Vita,  die  mir  leider  unrngBiislicli  iat,  atU  '• 

tind  Akir  eiogöaochleu  sein.  Vgl.  Arch.  sinv.  Thil.  16  (1894)  S6S.  -  Wetten'  IJttm ^ 

in  dan  angefahrten  Arbeiten  von  Japf,  Kubn  und  Meiuner,   ancb   bei  W.  KngclMiaR 
Btbliotlieca  acriptorum  clamicoruiii  l"  (1880)  114  ff. 

4.  Ein«  TulgSjgriochische  L'ebonctzung  der  Fabeln  des  Aenop  nnd  Babri* 
in  gereimten  politiacbon  Versen  verfnuat«  (ioorgioa  aus  Aotolian  (t  ISA}).  Aai  ^  ' 
Athoiis  Iberon  152  ed.  von  8p,  P.  Lampros,  J*Ar<W  5  (1B96)  1— lOÄ. 

306.  Die  Assisen  der  Königreiche  Jerusalem   and  Cypera. 
G(w«Ugebung,  welohe  ditt  Kreuzfahrer  in  den  von  ihnoii  iK-^ründfU'ii  ow 
taliBcbeD  Hen-»cbaftc)i  oinfilbrtcu.  gliedert«  dc!i  von  Anrang  aii  in  iw( 
}IauptRttlckc,  in  oiucn  Codvx,   dor  dm  Vvch&hms  zwii>chon  deo  (link 
sehen  Fllr»ttin  und  Lehensleutcn  regelte,  und  in  einen  zweiten,  der 
Civil-  und  Strafrecht  enthielt:  die  Assisen')  der  Haute  court  utnl 
Aaaisen  der  ßas»o  court  oder  Court  dca  boiirgeois.    Der  unser): 
franzÖRische  Text  der  A8ei««n  di*«  Oberbofo«  wurde   in   der  Witt* 
IS.  Jahrhunderts  (um  1255}  von  den  zwei  franEUBiscb-cyprtsicbeii  Rocht 
lebrern  Philipp  de  Navarre  und  Jean  d'Ibelin  abgefasat:  der 
Bische  Text  der  Assisen  des  Unterhofea  ist  anonym;  or  cntHtaild 
Hcheinlicli  zwischen   1173  und    118S.     Über  die  Zeit    und  die  üi 
der  KinfUhrung  dieser  GostitxbQcher  in  Cypern,  in  Morea  und  in  ud 
lateinischen    Horr«chaiU>n    sind    wir   mangelhaft   unterrichtet.     In 
Chroniken  von  Mores,  sowohl  dor  griechischen  wie  der  fraRZtiUüchei. 
crzfiidt,  datis  der  lateinische  Kaiser  Robert  von  Courteofiy  (1217—1 


')  Aasise.  I'artttip  vom  allfranx.  nwira 
Miaett,  aich  selaun,  bedeutet  autvobl  (Joricbla- 


ntming,  Gori<lt  ala  Uaaatebweb.  TsLDia 
Würtorbueb  dar  romaa.  Spr. '  S.  MA 


B  IH»  AaiImh  der  EOnifrreielie  leraaaletn  ond  C7p«ni.    (§  396)  899 

HBRulht>y  n  Villehnrdoiiin  das  Roclit  ci-toilt  habo,  in  Achaja  nach  den 
itsen  zu  richt*ii.  Aiid<M-tin  NaclirieliU'n  zufolge  soll  nchon  Kaiser  Hein- 
rb  am  1210  dem  Fürsten  von  At^haja  die  As-tison  Übergeben  halten. 
her  Hteht,  daos  um  1275  die  Assisen  des  Oberhofes  in  Moroa  geltende« 
l^t  waren.  Narb  EubOa  kamen  die  Assisen  wahrsclicinlich  von  Moro«; 
PAuhzu^  der  Assifton  des  Oberhofes  wurde  i.  J.  1443  flir  Kubüa  von  der 
iCoianiMchen  Republik  geordnet  und  bestätigt.  Dusa  übrigens  die  Assisen 
kt  in  allen  Teilen  dos  lateinischen  Orients  dieselben  waren,  vielmehr 
piigfache  Modifikationen  erlitten  und  auch  mit  lUteren  Lokalrcohten 
■mwcht  wurden,  beweist  u.  a.  eine  armenische  Übersetzung  der  Assisen 
I  Äntiochia  aus  dem  Jahre  1265,  in  welcher  die  Assisen  beider  Uöfe  in 
er  von  der  sonatigen  Übcrlicfening  vielfach  abweichenden  Form  zu 
em  Codex  von  39  Kapiteln  vereinigt  sind.  Der  hohe  Wert  dieser 
ttkisch-erien talischen  RechtsbUcher  f\ir  die  Geschichte  dos  lateinischen 
ents  und  des  griechisch-byzantinischen,  ja  selbst  fiir  manclio  Teile  dos 
■naanischün  Rechtes  ist  längst  anerkannt. 

Die  griechische  Übersetzung  der  Assisen,  die  ziinSchst  filr  das 
Ugreich  Cyporn  bestimmt  war,  unifosst  nur  die  Gesetze  de»  Unter- 
feg;  eine  Übertragung  der  wesentlich  die  internen  Verhältnisse  der 
rsten  und  Lehensleute  betreffenden  Assisen  des  Oberhofes  in  die  Landes- 
mcho  wurde  als  üherflUsaig  und  vielleicht  sogar  als  wenig  wünschons- 
rt  betrachtet.  Die  Entsteliungszeit  der  griechischen  Übersetzung 
st  sich  nicht  genauer  bestimmen.  I>ie  Annahme,  daes  sie  schon  unter 
mg  Hugo  I  (1205—1218),  dessen  Regierung  flkr  die  Ordnung  der  Assisen 
Erdings  von  Bedeutung  za  sein  scheint,  abgefasst  worden  sei,  ist  nicht 
leislich;  jedenfalls  geliören  die  uns  erhaltenen  Texte  einer  späteren  Zeit, 
■1  erst  dem  14.  Jahrhundort  an.  Ihr  Wert  beruht  hauptsächlich  auf 
er  sprachlichen  Form;  den  Assisen  und  den  Clironikcn  des  Muchaeras 
l  Bu»trone  ist  es  zu  danken,  dass  der  ncucypriscbe  Dialekt  in 
nem  geschichtlichen  Werden  mit  grHsserer  Vollständigkeit  studiert  werden 
sn  als  irgend  oino  andere  neugriechische  Mundart.  Bezeichnend  für 
<  ISngst  erkannte  That»aclio.  dass  die  westliclic  Kultur  dem  griechischen 
den  nirgends  tiefere,  bleibende  Spuren  einzuprägen  verniodite,  ist  die 
i>baclitung,  dase  die  meisten  fränkischen  Ausdrijcke,  von  denen  die 
echischen  A.ssLsen  wimmeln,  heutigestags  in  Cypem  wie  im  übrigen 
khistihen  Orient  %'Öllig  unbekannt  und  unverstÄndlioh  sind.  Den  gi-iechi- 
■D  Text  Qberlieforn  drei  verwandte  Handschriften,  der  Cod.  Paris. 
B390,  der  1512  geschriebene  Cod.  Paris,  suppl.  gr.  465,  der  von 
•niis  Mynoidea  %'om  Athos  nach  Paris  gebracht  wurde,  und  «in  von 
chariS  von  Lingeuthal  benutzter  zweiter  Athoscodex  des  Laura- 
Bters,  der  ebenfalls  i.  J.  1512  geschrieben  ist,  jedoch  nach  Liugenthals 
•chreibung  mit  dem  jetzt  in  Paris  befindlichen  Athoscodex  nicht  identisch 
io  kann.  Kine  vierte  Flandsdirift  der  grioeliisehen  AssisLMi  lag  dem 
orio  Bustrone  (f  1570)  vor,  der  dieselben  für  die  venezianische  Re- 
iViHk  ina  Italienische  (Ibersetete.  Die  uns  erhaltenen  drei  Handschriften 
wiuia  von  dem  Original  des  Bustrono,  das  verloren    xu  sein  scheint, 

W 


900     ByuutinUehB  litUrfttargeachicliU.    IH.  TalglrgriAoh.  UttMmtar.   S. 


erheblich  ab  und  stimmen  mehr  niit  dem  ftlteHten  der  fruatebcbea  CoÜm 
Qboroin. 

1.  Aaiig*li«ii:  Dm  gri«ehiiKlion  AHiMa  »d.  K.  N.  Sathaa.  Mw.  ^^««m  i 
VflBodig  IB7T.  AunMF  dMi  AnBiiicn  rnthftlt  der  UaAil  bytantinisclic  NulBriatdeh»««. 
Porneln  kninurlichor  Kotnclioidan^cn  aad  eioo  äammluog  von  kirlisctic«  Nottnttt- 
urkundcn.  In  dor  Kiuteitung  buuctclt  Sathiui  (ibor  ilin  Pi  uliiitiln  iliii  |iiniiiMtiiilVwh 
UikI  Ober  die  Eutaluhimg  der  Awiiiirii.  ~  Kraozöiiiiich«  Aasia«B:  Lw  Uvrti  4m  M^M 
«t  il«a  uMgea  doii  rvaum«  d«  Jctuaalem  |ir,  nl.  E.  H.  Kaualar,  Stnttcari  1839.  —  Ammi 
da  la  coiui  ^ea  bourgeoia  ed.  V.  Funcher,  lt«an<ra  1^1.  —  B«id«  AiMitaa  aiad  v«nr«iM 
in  d*in  iiiHamineiirMSMiden  Wwke  da«  Graf««  Beugnot,  Aaawa«  d«  Jtowlw  oa  nrad 
dun  ouTiuf;««  <Ip  juriannidenoo  utnpoaöa  ptnulaat  lo  13<  MÖcle  dana  !••  rvjaaiBW  d«  JW 
Hülioii  rt  jn  Cliypr«,  2  voll.  Paria  1641—43  {=  Rocneil  da«  hütoiien«  da«  owaadM,  Uk 
t.  1—8).  -  Die  italiaoiaoho  Uebetaatinng  de«  nori»  Ilt»traa«  wurde  nadi  dar  Amph 
v«n  Venetlig  l.'iSlj  wieücihoU  von  Canoiani.  Leg«*  barfaarervin.  tom.  5  (VMiadi;  litQ 
109—809.  —  ArmvnisL'hi!  l'uborMlzutii; :  Ah^iihss  d'Anliochie  reproduilea  e«  fraafHtf 
publica  par  la  sociäti^  MukliiUrist«<  (Iv  pfire  hioa  Aliehan^  V«««>dtf  1876. 

2.  Hiirsmittal;  Kacliartaa  von  Liiitfentfant,  tlMtoria«  tum  Graaeo-RMBaat  4r 
IffivnKo,  Heidelberg  IS89  8.  IST  190  (Milleilangon  Ober  dia  Atbosfaaiidaclirift  4(r  |tawa 
Laura).  --  Pnulin  Paria,  Journal  de*  .Savanta  1841  5.291—9(19.  -  Fianci«  UorbIit. 
(lodofroi  de  ItouiUon  et  Ina  aiisisos  de  .IdniaalMii,  Paria  1874.  —  Sonstig»  IJUcratar  nr 
EeioUn«n  Bougnol  und  Suttius. 

307.  Die  Chronikon  dea  Leontios  Uachaeras  tind  des  0«ar| 
Bustrone  sind  neben  den  Assisen  die  wichtigsten  griechischen  Qoellti 
für  die  Erkenntnis  der  mittelalterlichen  Geschichte,  Geographie,  Ktätit 
und  Sprache  der  Insel  ('ypern.  LeontioH  Machneras  war  ein  Sohn  d* 
Stavrinos  Machaeras,  der  t>1H2  au  den  Beratungen  über  die  Wohl  <lrt 
Nachfolgers  Petent  II  Anteil  nahm  und  Itlr  Jakob  I  Lusignan  Btimml* 
Auch  LoontioH  stund  zum  früiikischon  Hof  in  nahen  BeKiehungea;  « 
folgt«  dem  Kilnig  JanuH  142'i  auf  seiuem  unglücklichen  Zuge  gDgoo  dioin 
Cypern  eingefallenen  Araber  und  unternahm  1-1:11  eine  üüi«andUcti«fts* 
reise  zum  Sultan  von  Ikonion;  auf  dieser  Keine  traf  or  in  Larftodi  nil 
dem  fran;:üi4i Hohen  Iteisondcn  Bortrandon  de  la  BrocquiÖre  zuMunMa, 
dur  sein  gutL-s  FranzSsiäch  rUhmt.')  Über  die  Xationalittit  desHadiuni 
kann  mitbin  kein  Zweifel  beetthon;  er  gehörte  zu  jenen  Oriecben.  tt 
sich  mit  den  frBnkischen  Herrschern  befreundeten,  ilire  Spradie  erk>mlM 
und  ihnen  als  Doluietsdier.  Sekretäre,  Diplomaten  u.  s,  w.  dieidich  war«. 
Die  Chronik  de»  Machaeras  beginnt  nach  einem  Überblicke  Ober  di* 
Kltoro  Ocscluchte  der  Insel  Cypern  und  einem  Verzeichnis  ihrer  budeatend* 
Ftten  Huiligen,  BischUfu  und  Klöster  in  uusftllirliL-hcr  Darstellung  mit  dcB 
Jnliru  135y  d.  h.  mit  Kilnig  Peter  I  Lusignan  (I3.'.9— 1369)  und 
bis  zum  Jahre  l-i:)2  d.  h.  bis  zum  Tode  des  Königs  Janua  (1398— 
Am  Schlüsse  folgen  noch  einige  kurze  chronologische  Notixcn  bis  «ini  J: 
H58,  die  offenhai-  von  einem  spAtcron  Kopisten  odor  Besitzer  der  Chi 
stummen.  Als  Quellen  hunützte  Mdchaerus  nlt«.'rti  Chroniken  nul 
Auch  offiziolle  Archive;  einmal  zitiert  or  das  uns  verlorene  Buch 
'IXoväv  ti  iMiniifi  {Juan  de  Mimara);  ebenso  verweist  er  fllr  die 
Hugos  IV  (1324— 1:)59)  auf  ein  älteres,  uns  unbekanntee  Werk.  FOr 
grö8«t«n  Teil  seiner  Erzählung  konnte  er   sich  von   seinem  Vater  m 

')  .Item   IronvHv   ea   eeeto   did«   rill«  •  UAtttk  aatfe  boa  fnwtms.*     U.  L  D*  Vi|| 


-143 


web 


de  l.arande  img  gentil  homme  da  Cjrpro  qua 
l«n  naninio  l,,varhin  Custrica  «t  Udg  aulli« 
'lue  l'en  Qvmine  Ljon  Ma^cbere,  qm  fmr- 


Latria.    Hial«ira  da  lila  da  LV|<* 

(läU)  3. 


Die  Cbronik«!!  dorn  LeantioB  ÜBohauM  oad  dea  a»org  Baatroae.    (§  397)     gQl 

nderoii  Verwandten,  die  am  cyprischen  Königshofe  eine  Rolle  epielton, 
onögvndo  Infonimtionen  erholen;  die  spätere  Zoit  kannte  or  ilurth  uigcuü 
loobuL'litung  in  einer  dem  regiorenrlon  Hnusc>  eng  verbundenen  Htellung. 
[achaeras  vorstand  es  jedoch  nicht,  das  Wichtige  vom  Bedeutungslosen 
u  unterscheiden  und  den  Stofif  ilberBichtlich  zu  verarbeiten;  er  gibt  mehr 
rno  wQ^fte  Materialiensammhin];  als  eine  historische  Krzilhlung.  Durch- 
as  lobenswert  ist  «eine  Haltung;  er  steht  zwar  int  Dienste  der  fremden 
Eerrst-her  und  spricht  mit  Achtung  von  ihnen  und  ihrer  Kirche;  er  vor- 
>agnet  aber  keineswog«  «eine  grieohiseho  NationaHtät  und  seine  Ortho- 
oxie;  in  freimütigem  Tone  beklagt  er  den  Verfall  der  griechischen  Sprache 
Dtei'  der  lateinischen  Herrschaft  und  verurteilt  gelegentlich  einen  gricchi- 
Aen  Apostaten  mit  scharfen  Worten.  Die  Sprache  dos  Machaoras  ist 
mea  selUamo  franko-g riech i sehe  Misch  idiom,  das  sich  nn  den  lateini- 
dien  RCfen  des  Orient«  Aii»bildotu.  Die  Grundlage  bleibt  für  dio  Laut- 
Dd  Formenlehre  wie  filr  das  Wörterbuch  der  cypriache  Volksdialekt; 
uu  kommt  aber  eine  mafisenbaftc  Beigabe  französischer  und  italienischer 
ITörlor,  dio  nach  Outdünken  und  mit  willkOrlicher  Vorwecheelung  von 
'.»aus,  Oenus  und  Numerus  gr^isiert  sind.  Mehr  noch  aU  durch  die  bunte 
[tschiing  des  Sprachmaterials  wird  die  Darstellung  des  Machaeras  nieder- 
vdrUckt  durch  den  vrdligen  Mangel  an  Stilgefühl;  er  hat  keine  Vorstellung 
otn  Satzbau  und  von  einer  logischen  Anfügung  der  Gedanken.  Der  gute 
hronist  mus»  selbst  gefühlt  haben,  wie  tlbel  es  mit  seiner  Diktion  bestellt 
'UF:  er  macht  einmal  die  »prach geschichtlich  höchst  interostiante  Bemerkung, 
tit  die  Lateiner  auf  Cypern  herrschen,  habe  man  angefangen,  franzÜBisch 
a  lernen  und  man  verderbe  das  Ithomäische  und  .wir  schreiben  fränkisch 
nü  rhomKisch,  so  dass  niemand  mehr  weiss,  was  wir  Air  eine  Sprache 
tdeo.*')  Das  Werk  des  MachuerA»  wurde  von  Späteren  reichlichnt  aui^ 
anflUt.  Diomedes  Strambaldi  veranstalte!«  eine  nnvollständige  und 
(Vc'hst  fehlerhafte  Übersetzung  desselben  in  venezianisches  Italienisch; 
'raiicisco  Amadi  (t  1566)  vorwertete  es  für  seine  italienisch  abgefasste 
jrpmcho  Chronik,  ohne  jedoch  auch  nur  anzudeuten,  dnas  er  wortlich 
08  einem  fremden  Werke  schöpfe ;  endlich  hat  Florio  Bustronu 
y  KiTO)  tÜT  seine  italienische  Geschichte  der  Insel  Cypern  den  Machae- 
•8  wie  auch  dessen  Fortsetzer  Ocorg  Hustrone  ausgiebig  zu  Rate 
Mogon. 

Georg  Bustrone  oder,  wie  er  sieh  selbst  schreibt,  TXu^jtijg  //«c- 
tfvT-{  {Unoruifovi),  ein  gräzisierter  cyprischer  Franke  aus  dem  alte» 
ranz?Vsischen  Oeflchlechte  Bustrone,  war  ein  treuer  Geführte  und  Freund 
es  letxlcn  Ki^nigs  von  Cypern,  Jakobs  II,  Sein  Lohen  ist  nicht  genauer 
dünnt;  doch  wissen  wir,  Aas»  er  im  Jahre  1458  als  Gesandter  verwendet 
ind  einige  Zeit  von  der  Königin  Charlotta  im  Ka»tell  von  Nikosia  gefangen 
ivhalten  wurde;  er  scheint  das  Jahr  1.101,  mit  wek-hcm  sein  Werk  scidiusst, 
tioht  lange  Überlebt  zu  haben.    Georg  Bustrone  schrieb  in  seinem  heimat- 


WfJryntB   mbI   fufßitfiQiir   ik'   ^n)^«!*«  »ii;   I    Irtit  avnv;(üyo/itr.    8.   121  der  cralcn  Aus- 
K«iW  nti  «i^/ft^r.  Kni  y^iifoftty  q^ürynt*«    '   gabs  [=  S.  8Jj  der  Tweiton), 


HauBatineibadier.    Spriobnörter.    (§§  308— 399) 


903 


Htaach«  <li  Cim,  Kiviat«  t)i  filul.  -t  IISTÖ)  '255  — 2ä6,  und  dosulbüD  Monogrnphie  über  dio 
^^VUÜachoo  WSiter  in  d«ii  f\  iiripi-heri  Clirutiikrii,  Julirbuch  für  roinuiUBohe  und  engliscbo 
■aebo  und  Liirrnliir  15  <^  N^iie  Folge  3)  (18Tä|  33~&(t.  —  Motiilry  IteaudouiR, 
^Htfe  da  dialucie  diypriote  modoni«  tt  m<}di#vnl.  Pari»  l^üi  (Ifibl.  daa  äcolea  ttao^. 
^H|btaM  et  d«  Roiue,  M.  ttiar.).  —  Hauptwerk  fQr  de»  mittuklUirlioliea  und  moderiKin 
^mMma  DUUkt;  A.  A.  SakoIUrios.  T^  Kt-^ginua.  Bd  2.  Atli«<n  I8SI  (eothlLlt  0.  a.  ein 
^BiadiM  I^exikon.  in  wokhcm  iiirlit  weniger  aId  9800  Wnrior  orklArt  werben).  —  Weitere 
^■•ntnr  notiert  0.  Hcynr,  NuiigrlnchiBolie  Studien  I,  SÜiungsber.  Wien.  Ak.  Bd  ISU 
■^  18»4  8.  77  ff. 

^r  K,  Uehcrliefemug:  Das  Werk  des  Unchasraa  enttiült  Cod.  Marcian,  claas.  Vit 
^Bier  kitn  aaeb  IGTl  ueaalirirbeu  ist.  und  ein  l-S^iS  in  Paphos  geschriebener  Cod.  Bod- 
^HmM)  dar  einige  LDckvn  de»  MurciauuM  crgHuxt.  Den  Buatrone  aberlieferl  der  er- 
VIbirto  Cod.  Maroian.  claM.  VII  11.  aiiAäerdein  Cod.  Marciuu.  VII  17  und  Cod.  Ärundel.  bl8 
(BriÜnh  MuMrum],  d«r  die  Veneiinner  Handaeliriftun  am  ScbluiuiD  er^'Uuxt. 

39S.  Hausarzneibücher,  'lunxtati^iu,  waren  im  Mittelalter  bei  den 
Griut'hen  (ibt^nso  äUtk  VL^rbrc-itet  als  verwandte  lateinische  Werke  im  Äbend- 
,Juidc.  Wie  die  medizinischea  Schriftsteller  schon  im  Altertum  auf  die 
lichfceit  mehr  Wert  legten  als  auf  giammatischo  und  k'xikali»chi!  Itoin- 
so  Bind  ftuch  dio  populSi-e»  Ai-KnoibUchcr  de»  Mittt^^Ialters  stets  dem 
chlicheo  Bodtlrfni»  ihrer  Zeit  und  ihres  Leserkreises  angepaast  worden, 
älteren  Vorlagen  wurden  teils  durch  vulgÄrgripchiflclie  Uandglossen 
luttirt,  teil»  einer  durchgreifenden  sprachlichen  Umarbeitung  »iiterzogon. 
IttTch  werden  die  verschiedenen  Kedaktioneii  nützliche  Fundgruben  der 
pgftren  naturwissenschaftlichen  Terminologie;  durch  die  Kand- 
Bn  erhalten  auch  nianchi'  altgriechische  Namen  von  Pflanzen,  Tieren 
Steinen  erwünschte  Aufklärung.  Häutig  sind  mit  den  Ai'KneibUchern, 
^welchen  die  tierische  Sympathie  eine  Hauptrolle  «piolt,  auch  Beschwö- 
igsformotn  (gegen  Hexen,  Vampyre  u.  s.  w.),  >!aubc;rfiprUcho  und 
iTinlicbe.  für  das  geschichtliche  Studium  der  Volksanschauungen  wertvolle 
Text«  verbunden.  Eine  li^mmlung  von  'latffixä  iiü^o^a  öXr^it^ffttixa  tig 
itZeav  äaitirttuf  enthält  neben  vielen  anderen  Dingen  das  Geoponikon 
des  kr'ti  'i'ii  Monrlirs  Agapiöt«  Lando»,  dox  sich  bis  auf  die  neuere 
Zeit  gru.-Li  iJi-lii^lMiLil  orfreut  hat  (erster  Druck  Venedig  1647).  An  eine 
erschöpfende  Darstellung  dieser  zerstreuten  Kurtositätenlitteratur  kann  nicht 

E:ht  werden,  solange  die  meisten  Texte  noch  unediert  sind. 
Bin   vuls&igriuchiacliMi  'tn i^enni^piur,    doD  in    dem  uuh  einer  Unndsuhrirt  Jus  Jabrea 
llM*aehriebon«4i   Cod.  Paris,  gr.  2315    aufbewuhrt   ist,    ud.  E,  Legraiid.    Bibl.  gr. 
SjlR8t)   1—27.     Vgl.  die  Kinleituna;  S.  9  IT.     Die  liandHchriftlidie  Bemerkung  Jiä 
>jn(ä(  'tmävrov  lov    itarfläa,  die  Loitrand  auf  den  Verfasser  bezieht,  ist  doch  wold 
die   l  nloniclirifl  des  Kopialen.    -  Vgl.  S,  019  f, 

399.  Sprichwörter.  Die  ßlr  die  Volk»-  und  Hprachkunde  wichtige 
mg  de«  Sprichwort«»  ist  in  der  vulgärgciechischen  l>itt«ratur  nicht 
durch  Binzt-lne  in  theologischen,  hiKtorischcn  und  anderen  Werken 
entlieh  angeführte  ätilcke,  sondern  durch  ganze  Sammlungen  ver- 
Bn.  Wir  verdanken  diesflben  nicht  etwa  einem  frühzeitig  erwachten 
Bhrt«n  Intere^e  an  volkMinässigeu  Äuüserungen  oder  etwa  dem  Einfall 
Philologen,  diu  antiken  Sprichwörtersummlungcu  zu  ergänKon,  aon- 
d«m  der  merkwürdigen  Sitte,  volkstümliche  Sprichwörter  in  der  Katechese 
zur  Krläulerung  dogmatischer  und  sittlicher  Lobren  zu  verwenden.  Ur- 
aprÜD^ich  geschah  das  in  der  Weise,  dass  man  zur  Erklärung  oder  lUu- 
itioo  eines  scbou   vorher  entwickelten  üedankeus  ein  Sprichwort  an- 


9(14 


BysantiniMh«  laUentnrseKtiiclit».    UI.  TDlgftrgriech.  LitUntu.  &■  Pn«.  | 


filhrte.  Wi«  früh  die  Kat«clicso  »ich  dieses  populüion  nilf«mitti<lt>  bt- 
mSchtigtc,  zpigen  die  Worto  dos  Paulinus  von  Noia  (ll-Vi— 4S1|.  Ef 
XM  7:  et  qiiia  licet  quaedam  pl^rumque  do  inanibuti  fabults  at  de  tbI« 
garibuH  alititta  proverhiis  in  usum  veri  ao  serii  «omionis  adnam 
u.  8,  w.  So  gehrnuclit  Makarios  der  Ägypter  (c. 300— f. 390)  ar  V«« 
aiuscbauÜL-hunfj  der  Tliateaciio.  da»s  der  Menach  nur  ganz  aUmlUich  akk 
zum  vollkommenen  Manne  entwickle,  dio  spricliwOrtHehe  Wendung  .tri 
wanf^  n»*s  Xtyovair-  "Er^vaai,  fK^vaai',  nit-lit  wie  einige  »agen  .Zieh 
dich  an,  Xieli  dich  aua.*')  Ileichlicher  hat  im  f>.  .lahrhundert  der  ü- 
bauungHsehnftsteller  Johannc-i  Sprichwörter  und  »ipricbwOrtliche  Reden»- 
arten  in  ecine  Klimax  eingellochten.  Auch  boi  seinem  jüngeren  Ztü- 
genossen  Johanne»  Moschoe  finden  sich  einige  populäre  Sprßche.  DiiM 
Sitte,  in  die  religiüse  Belehrung  und  Ermahnung  als  l'fefferkSrner.  die 
auch  auf  den  groben  Gaumen  der  ungebildeten  Menge  wirken  mwlitro, 
an  geeigneter  Stelle  ein  krüftig  Sprüchlein  aus  dem  Alltagsleben  ci« 
Htreuen,  musste  »ich  in  der  praktiechen  üomiletik  steigender  Beliebt 
erfreuen,  wenn  auch  in  den  litterariscb  Qberlieferten  Homilien  soldie  Ko 
Zessionen  an  die  volkstümUehe  Auffat^sung  möglichst  vennteden  niai. 
der  Zeit  kam  e»  »o  weit,  da^is  das  VerhiLltnifl  umgekehrt  und  dasSprif 
Wort  aus  einer  Nebensache  isur  Hauptsache  wurde,  d.  h.  man  beigoB 
sich  nicht  mehr,  die  Sprichwörter  als  blosse  Iinfömittel  in  den  Text  (ii 
xustreuen,  sondern  legte  sie  wie  Stellen  der  hl.  Schrift  der  religifl^ea 
tehrung  zu  tirunde.  FUr  die  Katechese  war  diese  Neuerung  vorlii 
voll:  denn  da  nur  wenige  Sprichwfirtor  eine  wirklieb  brauchbare  Gm 
für  die  Erliiutcrung  einer  rüligiüet'n  Wahrheit  abgäbe»,  nahmen 
ligionslehrer  zu  allerlei  willkürlichen  Interpretationen  und  nameotlie 
ganz  phantastiBchen  Allegorien  ihre  Zuflucht.  Der  tiefere  Gmnd  der  i 
gezwungenen,  oft  bet  den  Haaren  herbeigezogenen  und  Rlr  unser  üeC 
anetö8i<igen  allesonöch-thoologinclifn  Deutungen  ({(iiii^rtteti.  Ittitni,  i^ij^m"^ 
iat  in  der  mittelalterlichen  Anschauung  zu  suchen,  diisa  den  Erzeugri;« 
und  Vorgängen  der  Natur  irgend  eine  geheimnisvolle  Beziehung  m  Ü« 
Wahrheiten  und  roligit^Hen  Begebenheiten  innewohne.  Dieser  AnachMBi 
entsprang  dio  gesamte  I'hy.*io!"gii«weitiheit  und  manche  andere  Pa 
Heischen  natürlichen  und  übernatürlichen  Dingen  wie  dio  hSchst  jiofiali 
"Eehre.  dass  zwischen  dun  angeblich  fQr  dio  Entwicklung  de«  ^^ 
und  für  die  Auflösung  des  Leichnams  besonder«  wichtigen  Tagefi. 
3-,  9.  und  40.,  und  den  kirchlichen  Totenfeiertagen  eine  innere  ßeüeha 
bestehe  {vgl.  S-  620  Anm.  7).  In  ithnlicher  Weise  betrachtete  man  die  Vo 
Sprüche  als  eine  Art  Naturprodukt,  in  welchem  ein  gehuimnisveller 
verborgen  sei.  Wie  die  Physiologus Weisheit  so  war  auch  die  katecbeti« 
Verwendung  de«  Sprichwortes  nicht  nur  bei  den  Griechen,  sondern 
bei  den  Franzosen,  Deutschen,  Böhmen,  Polen  und  wohl  auch  bn 
Übrigen  Abendländern  verbreitet. 

Wiiiin  die  Byzantiner  antlngen,  auf  volksmftsstgen  SprichwCrtern  i 
logische  Erkiai-ungen  aufzubauen,  ist  nicht  bekannt     Wahrscheinlich 

')  Mign»,  Patrol.  gr.  84,  604  a 


SpricliwftTtor.    (§  399) 


905 


wickelte  eich  dio«e  Sitte  in  der  dunkclu  Z»it  vöin  7.-9.  JahrliundoH,  in 
welcher  in  Folge  des  schnellen  und  nllgemeinen  Niedergänge!;  der  natta- 
luilen  Bildung  einerseits  Konzessionen  an  das  populäre  Verständnis  erfor- 
derlich ecliicnon  nnd  andrermts  die  ['flanzt«  phnntnstischer  Allegorie  den 
besten  Kührbodon  fand.  Poch  itst  va  tiir«  jotKt  nicht  gelungen,  aus  dieser 
SEeit  BchriftJiche  Zeugnisse  von  Sprichwörterliernienien  aufzufinden.  Die 
Uteeten  bekannten  Denkmäler,  die  hieber  gehören,  aind  die  allegorischoD 
t^entuiigen  Volks  massiger  Ausdrücke  und  Itedcnsaiien,  z.  I).  -ilfifQov  %ä 
ifta  xörtov^a,  Kiiäoe  ßlint  t^v  aiXijr  xal  ft^  tt;v  ääXaaaar  u.  s.  w., 
die  im  lt.  Jahrhundort  Michftol  PkvIIo»  verfasst  hat.  Daett  im  Krciw 
des  Hsellos  Interesse  ftlr  das  volksmässigo  Sprichwort  herrschte,  bt-zcugt 
buch  pin  unedierter  Brief  des  Philosophen:  //pö;  töv  «i-ei/«iöi'  tot-  rtrtieinpx'"' 
WVff»v  iWi^wJ'^  för  Gfotfvi.axroi;  oii  ifiXotirra  nji-  ftovaiit^r.  rijc  »ß«)-'j«Jr«r, 
tag  äijioJixäi  [^^')  ^CQoiftia?  t'/rJp  it;i-  (ij;  ytXoaotfiag  r»'x>'';>'  "^^ 
f^n^töy  inifUXtiat'  (im  Cod.  Atboue  3808  fol.  10—12).  Der  zweite 
Byzantiner,  der  mit  völliger  Sicherheit  als  Verrnsser  von  Sprichwi)i't«r- 
ounmlungen  mit  theolo^schen  Erklärungen  beüeicbnet  werden  kann,  ist 
der  Clironi-st  Michael  Ulykas. 

1^  Wir  hüben  von  ihm  eine  Sammlung  mit  Erklärungen  in  politischen 
BvTAen  und  eine  zweite  mit  kurzem  ProsaerklUningon.  Olykas  bat  Bcino 
ErklÄrungen  mit  einem  poetischen  Prolog  und  Epilog  dem  Kaiser  Manuel 
Komncno»  zugeeignet.  Die  Autornchaft  des  tilykaa  ist  diplomatisch  vor- 
trefflich bezeugt;  sie  wird  aber  »ucli  durch  innere  ÜrUnde  wirksam  unt«r- 
«tfltzt.  Denn  die  Vorliebe  fl'ir  volkstiimlicho  Sprichwörter,  KudenKarten 
and  Vergleiche  und  überhaupt  für  Äusserungen  des  Volkslebens  ist  auch 
In  dvD  übrigen  Schriften  des  Olykas,  in  seiner  Chronik,  seinem  Korker- 
gffdicbt  und  »cim-n  theologischen  Briefen  zu  beobachten.  Die  von  Glyka.i 
«ugewandW  inetrischo  Form  der  li^rkKlrung  fand  nnffallcnder  VVeise 
trotx  der  wachsenden  Beliebtheit  des  Lehrgedichtes  keine  Nachahmung. 
Die  Sprichwörterhermenien  aus  der  Folgejieit  sind  durchweg  prosaisch. 
Soig«  dieser  späteren  Sammlungen  sind  fälschlich  dem  Psellos  zugeteilt; 
auch  ThcodoroB  Prodromos  wird  in  einer  Handschrift  als  Verfasser 
gviuuint.  Die  Sitt£  dieser  selti^amen  Art  religiö»«er  Belehrung  erhielt  sich, 
irie  die  Hundschriflen  beweisen,  bis  an  die  Schwelle  der  neueren  Zeit 

y'acbdem    die    mit   Erklärungen    ausgestatteten    Sammlungen    volks- 
BT  ^Sprichwörter    lange    Zeit   als  Hilfsmittel    für    die   Katechese   im 
eil  gewesen  waren,  bemerkt«  Mnximos  f'lanndea,  der,  wie  seine 
itung  der  Äsophiographie  zeigt,  auch  sonst  filr  voIk[*tiim1iche  Wei»- 
it  ein  ufrenes  Auge  haltL-,  da^s  das  Wertvollst«  an  diesen  Sammlungen 
Sprichwörterlemraon  waren,  und  veranstaltete  eine  Sammlung  der- 
en, indem  er  die  Ilermenien  wegliess  und  die  Sprichwörter,  wenigstens 
lionweise,    nach    ^Schlagwürtent    ordnete.     Zweifellos    beschränkte   «r 
dabei  nicht  auf  die  thooiogischon  Sammlungen,  sondeni  schöpfte  auch 
anderen  Quellen   wie  aus  der  Schwanklitteratur  und  aus  dem  Mundo 
Volke*!  s4.dbBt.     Leider  hat  er  nach  der  leiiligen  Sitte  seiner  Zeit  die 
Tnlgäre  Form   der  Sprflche   in   die   herrschende  Schulsprache   umgegossen 
dadurch  nicht  nur  äa»  onginelle  Kolorit  des  volkstumlichen  Ausdrucki», 


<)06     BfiuitiiiiKohe  LiU«r4turg«Bcbicht6.    HL  ValgUirlMh.  Uttentnr.  Z.  tvm,\ 


sondern   auch   die   mctriHclio   Fassung   mancher  HprichwSrter  verwiiik. 
Ähnlich    wie  I'laiiiidos  hnbon  oioige  UntHikniinto    ans  d«n    thoolo^atbn 
Sammlungen  die  bloBson  S|irichwört«r  oxzorpiorL  und  gosammelt;  d»  nl- 
gäre  Sprachform  ist  in  diesen  anonymen  Sammlungen  zum  UlUok  grOssttfa 
teils  erhatten.     Wie  schon  Planudes  neben  den  theologisclien  äanunlnuglfl 
auch  andere  Quollen  verw«i-t«t  hatte,  so  entstanden  etwa  um  diMMilb«Zifl 
Sammlungen  volksmflssigvr  Sprflclie,  die  von  den  Sprich wörturkatedi^H 
ganz  unabhängig  ^u  sein  Hcheinen.     DiuBcr  Art  ist  vor  allem  eine  flH 
Sammlung,  die  unter  dem  seltsamen  Titel  .Weltliche  KomOdieodai 
Äeop*   (Alaoinov  Moa/Amai  MoifiipS/ai)  (tberliefert  ist.     Wahrscbointicii  ge- 
hört hioher  auch  eine  i:wi<it«  ehcnfalli«  dem  Asep  xugetoilto  Sammlimfr 
von  weicher  der  Anfang  in  einem  Codex  Modiceu«  erhalten  und  im  051- 
tinger  (kirpua  Paroemiographorum  graecorum  2,  228 — 230   mitgeteilt  iiL 
Haan  der  Name  de»  Asop  mit  diesen  Sammlungen  veri>un()en  wurde,  «• 
kljtrt   sich    aus   den  bekannten  Boxiohungen  des  Siinohworte«  zur  ¥M 
und    aus  der  bedeutenden  Rolle,    welche    die   LeVM>ni«)>oMclirrtbungen  dn 
Ä»op  in  der  mittelalterlichen  Schwanklitteratur  »pieltcn.     Endlich  h«l« 
im  15.  .Jahrhundert  Apostotios  und  Arsenios  (s,  8.  &0'A  f.)  ihren Stm»- 
lungen  alter  .Sprichwörter  auch  manche  mittelalterliche  Volkssprache  ttt-j 
verleibt,  die  tde  jedenfalls  bu.s  ülteren  Sammlungen  iu  der  Art  der  im 
Planudes  entnulimen.  I 

Die  in  der  byzantinischen  Litteratur  von  .lohannes  Klimax  tu  ul 
die  letzten  der  genannten  Sammlungen  herab  erhaltenen  Sprichwörter  nMl 
sich  nach  Ton  und  Charakter  »ehr  ftlinlich.  [>as  Urteil  H.  Useoers  fllMtl 
die  Sammlung  des  rianuduK  .Nichts  von  antiker  Tradition,  wenige  K<^ 
des  Aberglaubens,  aber  kernige  und  charnktori&tJtichu  Lohenswoitiheir  gm 
fitr  die  byzantinischen  Sprichwörter  Oberhaupt.  In  den  uns  erhalUMfl 
Sammlungen  altgriiH^hischer  Sprichwßrter  findet  man  auffallend  muijB 
Parallelen  zu  dun  mittelgriechiüchen  Sprüchen.  Der  Urund  davon  B(q| 
in  dem  ungeheueren  chronologischen  und  kulturgeschichtlichen  AttflMfl 
der  die  christlichen  Byzantiner  vom  antiken  Ilellenentum  trennt,  zum  Imä 
freilich  auch  darin,  dnss  die  alten  Sammhmgen  wenig  wirklich  Tolkd 
tUmliche  Sprichwörter  cntlialten.  Um  so  enger  verwandt  zeigen  sieb  M 
byzantinischen  Sprichwürter  mit  denen  der  NcugriccheiL  Wenn  ibui  ^9 
Sprichwörter  anderer  Völker  zur  Vergleidiung  heizieht,  so  heobachtvt  MO 
die  Thatsache,  daas  das  mittel-  und  neugriechisLlie  Sprichwort  dem  Üal 
Uenisohen,  spanischen,  franzUsischen  and  tlbrigen  abendländischen  8|iri(l4 
wort  ganz  ferne  steht,  dagegen  nahe  verwandt  ist  mit  den  SprichvMifa 
der  Völker  der  Balkauhalbinsel  und  des  Orient«,  der  Albane«en.  Bulgarau 
Serben,  Türken,  Araber  u.  s.  w.  Gemeinsam  sind  dun  Sprichwörtern  iln 
Mittel-  und  Neugriechen  und  der  mit  ihnen  zu  einer  Kultureiidieit  nv 
sammengeschlossenen  Nachbarvölker  einige  allgemeine  Eigenschaft««,  1^ 
Iteichtuni  an  originellen,  dem  We^teuropfter  fremdartigen  Bilder  und  otm 
mentlich  die  Verlieh«  für  die  anekdotenhafte,  epilogische,  konkrifl 
erzählende,  fragende  oder  befehlende  Form  der  Einkleidi>M 
die  Vorliebe  für  ein  Schema,  in  welchem  der  persönliche  und  partJkulf'i 
Fall  noch  nicht  zur  abstrakten,  allgcmoinon  Kegel  verdichtet  ist.    Ori«n4 


(B  339) 


iscli  wi,  um  ein  Beiaptel  zu  gebrauchen,  die  Form:  .Einom  schenkt« 
n    «.'inon  EhcI    und  er  schaute  ihm   auf  die  Zähne,*   occidontaliscli 

Fonii:  .Einem  geschenkten  Gaul  schnut  miin  nicht  ins  Maul.*  Durch 
96  Eigentümlichkeit  »chuidet  sich  im  byxAiitinisch-neugriechisch-sild- 
nsch-orientalische  Sprichwort  prinzipiell  von  dem  nhendlÄndiachen,  und 
D  kann  darnach  in  der  ganzen  SprichwÖrterweiBhoit  eine  griechisch- 
mtali-sche  und  eine  abendländische  Gruppe  unterscheiden.  Eine  weitere 
terauchung  diciser  DifTeronz  und  namentlich  eine  schärfere  Abgrenzung 
Jer  Gruppen  auf  dem  slavischen  Kulturgebiete  wilre  hüchat  erwünscht. 
Die  Erklärung  der  mittelgriochiwchen  Sprichwilrter  gehilrt  zu  den 
wierigKten  Aufgaben  der  byzantinischfU  I'hitulügie;  die  huigcgebenen 
ologischen  .Losungen',  die  in  ziemlich  einförmiger  Weise  alles  auf 
'istii»,   die  ApoHtcl,   den  Satan,   den  Leib  und  die  Seele  deuten,    helfim 

gut  wie  nicht«  zur  Erleichterung  des  Verständnisses.  Dagegen  8Jnd 
i  Hilfe  der  Sprichwörter  der  Nougriechcn  und  der  Nachbarvölker  durch 
vereinten  BomUfaangün  Eahlreichur  Gelehrten,  deren  sehr  zerstreute 
iträge  untun  aufgeifthlt  sind,  die  meisten  Dunkelheitt^n  gehoben  werden, 
t  es  bleiben  nur  nach  wenige  Stürko  Qbrig,  die  allen  Anstrengungen 
I  Scharfsinns  IVotz  bieten.  Ileachtenswert  ist  die  Thatsache,  dass  ein 
WMr  Teil  der  mittelgriechischon  Spricliwrirtor  metrische  Form  zeigen; 
Uiftufigst«  Ma.ss  ist  der  jambisch  gebaute  Fünfzehnsilber;  daneben  findet 
■  tn>cb£iuche  Fünfzelinsilber ,  jambische  Triineter  und  verschiodeno 
ppelverse  wie  zwei  akatalektische  jambische  oder  trochäische  Tetra- 
tien  und  zwei  katalektiscbe  jambische  oder  trocbftiscUe  Tetrapodien. 
t  auf  den  ersten  Blick  so  unscheinbaren  Iteste  niitlclgriecluscher 
ruehweisheit  liefern  einen  beachtenswerten  Beitrag  zur  Kultur-  und 
iat4^6geMc  hl  eilte  des  griechischen  Mitti<lii]ters;  sie  gehitren  zu  den  ält4.'sten 
Ulpiissen  der  griechischen  Volkssprache;  im  Zusammenhange  mit  den 
nchwSrt«m  der  Alt-  und  Neugriechen  und  anderer  \''Jtlker  de»  sUdSst- 
Hn  Europas  und  des  Orients  betrachtet,  fllllon  sie  eine  LUcke  uii.s  und 
nti  Aiila^  zu  Betrachtungen,  die  ttich  tür  ein  weites  Fomchungsgehiut 
eltUiU'  erweisen  dürften. 

1.  AuHgiiboB:  A.  Zii*T«tt  eit.  dl«  ErklArungen  du  Minhool  PmIIm  und  At»  MlchMl 
ku  K.  H.  .-^Rtbna.  Mta.  pifil.  !>  (1870)  bib  -b6H.     Vgl  uuoli  die  «benda  8./HS— &78 

Koilton  TAlkamftBsigen  tUtwl  und  f^rklkrunjjon  abet^lftubiMli«r  VorstelluDReu  t.  B. 
■  BitäotiQtitä^i'x  a.  8.  w.  -  Di«  .Saminlong  des  Plumdc«  ediert«  nivret  K.  Picco- 
liai.  Estratti  incditi  dui  codici  griici.  Piaa  1ST9  (—  AnDkll  d*lle  iinii-nriiilli  Toiicui«, 
.  16).  —  Eiup  Ni-uuuBiiubu  diväor  Summliing  mit  dnuUohOT  Uoberactzang  und  roich- 
ig/tm  K<iraiBvi)Ur  vvruiiitiilU'tt-  K,  Eurlx,  Die  l^pricIiwOrieranrnmlnnB  doi  Muximua 
mdaik  Lt'ipti«  1*61!.  —  Kiiii'  .Smiiiiiluog  von  8U  Sprichw-artern  cd,  olino  dii-  in  der  Bft 
[•^Wii«n  I'iifM^iklftruDgeu  H.  i'ulites.  '.'liiiiinV  'll/jf(i'ii.6yinr  inv  (>■>««  1883,  Atll«R 
I  8.  3«I~S6B.  —  Di«  äNitnilnng  di>8  Cud.  I'ariti.  UU9  ed.  mit  litterarliisti>riscb«r  Kn- 
lag,  donttdur  tr«b«netEang  und  KommoaUr  K.  Krumbueb^r,  Eia«  SunmliuiK  byun- 
lehor  Kprirhwsrtitr.  Sitsun^bor.  bayer.  Ak.  I88T  Ud  II  S.  43-96.  -  ZuMinm«iifii«Hende 
^ba  aÜrr  f^uiiiiiJ  1111^00  MWMr  dor  das  PUnudes.  die  nach  den  Aaig«bim  von  Pioco- 
im  und  Kurt«  «inor  Wiedarlioliing  nlchl  bedurfte,  auf  (inind  dir  früher  boknnntvn  und 
«n  Dfoer  Ubh  von  K.  Krumbaohor.  MittelgriechiBcibe  .Sprir.hirnrtor,  Sitnung^ber.  bayer. 

IHM  Bd  11  S.  1—272  (mit  einur  Killleitung  Ober  den  cWnkl«r  d«  mittt-lgrinehi sahen 
l«hw«rt«i,  Uitl«ilii»)(vu  Über  die  AuHgnben  und  llss.  über  du»  VarhUlnis,  doli  IJtspning 
:  die  \'tttaa»er  dw  Sammluugen,    Konunoatnr  und   einigen  Miiaellon:   8prich»Qrlcr  in 

hjt,.  Litl*ratar:  Naditri^e  lu  PlADudes:  Zu  dea  welltiuLeu  Komödien  dos  Aeiiup;  Zu 
al(iliu>:    Eiae  ailt^orincliu  Douiuijk  doa  PboIIub). 


908    Bfiaiit-itiiRche  LltUratnrgMehioht«,    IIL  Talgtrf rlMh.  Littorstnr.  S.  Pt««.j 


oki 


B.  Di«  <rcllli(^l>4'n  Koin6dt«n  ita  Aesop  ed.  vr.  Clossius,  Rh«im.)Uin 
0937)  831  IT.  —  Kcl.  V.  J^rnstviit,  VvrßcMcne  xriediiacbc  S|irictiw3rt«r,  Jonni.  lu 
im9  IM  2flß  Dnd  3HT,  April-  und  Maiboft.  Abtdl.  f.  klua.  Pbilöl.  S.  23-  »2  lad  n-d 
Vgl.  K.  Krombanlirr,  Mittclgrirchiurliv  .S|)noh<i&rtM  (■.  o.)  S.  ä^7  fT.  und  Jw  HMtbäfl 
TOD  V.  Jnrnatodl.  Jouni.  Min.  |F<U4  ÜdiOi  Mknhnft.  AU«iI.  f.  klaw.  [lulal.  IL  tM-KC.' 

2.  üiirBmittel:  A.  Üi^nireehDiig  der  Atu^nbi!  von  PiocolofliiMi  voti  H.  Uitiit, 
Deutscliu  Utlfraturwiding  1881  S.  121  II. 

lt.  Ikitifigu  xuT  Auai^nbi'  tod  K.  Kurte  UosproDbuDuen,  die  rtintlich  wtltfiB4ifi 
BoitrHge  «rullialten,  gabt«  O.  Crusius,  Lii  Centralb).  1686  Nr.  3>:  0.  Konack.  brriam 
pliilol.  W^ch*D»cbr.  1886  Nr.  48;  H.  VB«D<>r.  Deul««Ii<>  \.Htntiin^iiaag  I8tfi  üi.  !ti, 
k.  KrumbRchor,  BlBtter  f.  d.  bay^r.  (ij7nna«AlMbiüw«Hn  38(1^7)  122- 13h;  m  Ai«- 
nyniuii.  llPrliD«r  Woch«iw.brift  Ar  ktuM.  Pbilol.  1887  Kr.d;  II  ^rbrnkl.  ZMtMb.ti 
OHtcrnkb.  GjrmnAiricn  ISH7  S.  MH  IS2;  .1.  SiUUr,  Nnii«  ptilnl.  KiindMbaii  1891  8.  W. 
—  Die  tDicihntcn  lloilrUgc  xui  F.rkliLrung  der  SprOch«  den  l'Unudni  ([«b  0.  Ciitin. 
C«b«r  di«  Sprich wArlonauiinliuig  des  Maxlmus  i'lanudca,  Klicla.  Um.  43  (II^T)  A<t— 4Si 
~-  Endlich  iietorU  K.  Kurtx  si\hsl  iiach  eine  gaUM  Koili«  wtobliger  Na<ilitriice  n  mm 
Ausübe,  Zu  den  nn^m/jini  ör;fn-i'tti<,  Philoloeua  49  (1800)  4^7—468.  —  Zwei  ^cnck 
wnitor  des  Plsuud«B.aW  ReMu  niter  RsImI  erklftri  von  K.  Oblort.  Zar  uUkH  MIhI' 
diehtun«.  PbiloluRns  SS  (1894)  753  f.  -  Ein«  wm  Hs  der  PlMiadfmnualni«  ICU  Vitk 
878)  boRpbrieb  0.  Crusins.  Riiein.  Mus.  42  (1887)  390  ff.  -  Kino  dritte  Ha  diaatrSM» 
laus,  den  Cod.  liarncc.  68.  notiert«  A.  Konp,  E)«itrige  xiir  fnivdi.  KacotplMditlfaM, 
B«ma  1887  ü.  64.  Nahixrv  Mitteilangm  Ubdr  dinacn  Borocduus  gab  M.  Trea,  FUltlinifl 
(1890)  185-167. 

0.  UcitiSge  lur  (imlfn  Auaf^bo  von  KrambachM'  (1887):  ÜaMpfccbongM,  di«  Mb 
sIHndigu  Bcilra^u  enthnltpii,  gaben  O.  N.  SoloriadoH,  'Jre6it<tlU(  ^lolo^uc^  IS^  Kt.  II 
bis  Ih:  E.  Kurt);,  ttinitc'T  f.  d.  baj'or.  (iymnatDiÜAohulwMen  24  (läI8)  20&  ff:  C.  Weyi 
Zeilselir.  t.  v«r^1<^ivh.  liil lernt urK*-scliipht»,  N«ae  Faln«  1  (1887-I88S)S8S  ff.;  J,  Psiol 
Kevue  «ritiqiie  1^88  Nr.  25  8.  Tiüö  IT;  vgl.  aeine  KssaU  do  aramaiaire  hiatoriqii«  ut 
iiuo  3  llH^SJ)  XXXV1-XXXIX;  H.  Solionkl.  Zeitschr.  f.  d.  «storre^b  (ivwn* 
lism  Sil  f.  Die  tviclislon  NnchtrKRe  lieforto  in  Form  «mbm  »elbatftadigM  Ar 
C.  Foy,  VolBaifiriophigcli*».  ilMJi'nbnrscni  Ueitrtgo  14  (1888— 18W)  98—49. 

D.  tloilrAg«  xiir  KW^ilnn  Aimgabo  von  Krambacbor;  BMprvclmiigM  Mtt  i 
BoitrKg«))  gab  l).  Thprinno«.  .V[«  VfUpn  vom  11.  Nor.  1893  Nr.  »S7;  C  Wcymaa. 
Klorisahen  Jahrbuch  d.  UDrrcagoa.  15  (11^941  225  f:  E.  Kurti,  BlUter  f.  d.  b«y«(.  Ot« 
Bo1iulw«<M>Q  :;0  (1894)  128-187;  D.  C  UeHsoling.  Museum  2  (Gnwiagen  18M) 
J.  Sittlei.  Noue  philo),  Kundscbaa  1894  Nr.  18  und  I».  a  274—279:  S90~2(S: 
Hoyor,  TlieoW.  Litt^ratuneilutig  1894  Nr.  22  R  ^68  f.;  0.  Crueius,  Üt.  CmImM.  18 
Nr.  SO;  A.  Kninejev,  Prevuosti,  Trttdjr  SlavjanHknj  KunimiaHi  lm|i,  Moskovwk. 
ObUoatva  1  (189.%)  241-248  Irair  oncngftnglioli)-  -  ZahlnioU  »«rlvoll«  Iteilrftgc  t 
oinige  nollmtJlndigo  Arhnilon.  die  aich  an  Knimbnchor«  Auiigali*  otiHcblipsMu :  (iuit. 
Z«  den  niittelgrinrbiBrb™  SprichwBrtom,  11.  Z.  3  11894}  396-408^  ~  P  N.  Pap»s««rii«.' 
Zuden  inill<r)BripiJii«rbQi)  Kpriihwilrtnrn  11.  Z.  3  |1894|  568— 180.  —  J,  Timoieiko.  Bji» 
liniacbe  Sprionwürter  und  ulaviache  pHrolloliin  tu  ibnen,  (WanctiBuer)  Kilologüeekü  'i'i*'* 
82  (1894)  126-13B;  205^304:  33  (1895|  20.'>  218;  84  <I895l  74-8iS  (ruM]  ftlar 
Parallelen  tu  d«n  AuHgnbiMi  von  E.  Kurt«  und  K.  Kriunbaoher).  -  Eine  gnatef 
der  mittel-  uud  neugriecbiuübeu  Sprich wtirler  mit  Kommentar  D.  *.  w.  wird  arit  la^irl 
vorbereitet  von  dem  vorzlluliDheii  Kenner  dee  neoKriechiechMi  Folklore  K.  Palitei. 
Liftenturnaoh weise  mm  »laviMhen  Sprichwort  h«  Or.  Krnk,  t^inlritung  in  di«  ilar'^ 
Littemturgescbiehte.  2,  Anfl  .  Clvni  1887  8.  788  ff. 

3.  Uoherlieferutig:   Für  die  mittelgrinohiMcbnn  SpriobwSrtor.  ikre  ibtoh 
Ilcrmeninn   und  für  die  Krklnningrn  TolksmlUuigcr  Sprflcho  and  Aoiidrüoko  n»i  ' 
rojgando  Codices   in  Betracht   gMOgen,   deron  Auritthlung   die   Eotdockan^   neuer  Bw 
leicblfrrn  dQrflo: 

1.  Barlier.  II  61  s.  13—14.    Metrische  Saninilimic  de«  GlyltM. 
.1.  Bodl.  Burooo.  68  s.  15,    äanimlimg  des  PtanÜdM. 

3.  l<aur  59.  80  b.  14—15.    8aiiimltiiiR  des  Planud««, 

4.  I.anr,  ncquiato  42  s.  10.    Wettinao    Kopie  der  iir«!  Kanunlungen  ät 
Paris.  1409  und  231ä. 

5.  Marc.  412  s.  18—14  (Percnmont).    ItoMasammluag  dea  QlykM. 
e.  Marc.  III  4  a.  14.    Sammlang  von  5->  Sprichwörtern  mit  Pi  ewwfcHfg'* 
7.  Monao.  525  a.  14.     Wnltlic^bu  lioniAilieii  de»  Aesop. 
S.  Mo8(|U.  Synod.  298  (bei  VUdimii  436).    Welllichn  KnmltdiaB  Am  AM>^ 
S.  Paris.  226  b.  13.     Die  «wei  SHUimlnngen  dna  GlfknH. 
10.  Paria.  S9&  a.  16,    Sammlung  von  It  SpHriivOrt«»  mit  ProMoricIlmig' 


athilH 


rtfloa  and  Vebenetiongen.    (§  400) 


d09 


ii.  Pftri«.  1IS2  s.  13.  ?:rklnrung  volkstnnilichor  IMnnsarton  de«  raellw  (odiort 
lUtu). 

7S.  I'ari«.  MOS  *.  H.    f^ammlung  von  70  äprictiwArt«rn  obno  Rrkl&rung. 

I^.  I'uria.  2310  a.  IS.    J^Biiiinlung  von  31  Sprk-hwOrU-ni  mit  rruBacrkl&nuig. 

14.  CaTift,  8058  h.  16  (ron  AniunioH,  iloiii  Eiibischuru  rou  MonoinliaHia  gcdohricben}. 
rlMhu  Samioluas  dM  Olykma. 

16.  Tatirin.  Et.  V.  89,  8.16  (voii  Andreas  Dtimiftnoe  g«eobri«beD).  Sammlung  von 
\I/9)  SphebwOrUm  mit  Prosaerklilrung, 

»f«.  Vatic.  695  ■.  16.    Sammlung  von  "5  Snrichwr.rtorn  mit  ProHHorklaning. 
17.  Valjc.  878  a.  U~~15.     Sammlung  doa  PInnudcs. 
16.  Mir  unbokannlrr  Herknnfl  ist  der  Codex,  noch  dorn  N.  Politcn  im'ntitqolojriw 
i.l  ein«  Sammlung  von  8U  Sprichwörlsrn  ohne  die  in  der  Hb  bi-igegohcnon  EtkUningMi 
vi  bni.    Kino  Kenau<^r«  Btisuhrcilusg;  dioaor  He  euU  das  'AutKÜr  'll^i^uld^tor  ItLn  Jahr 
7  S.  &'2A  enUialten  (mir  uniugAngliub), 

4.  SprichvDrtorpradigtuu  im  Abendlande:  Wir  haben  lateiniacbc  Sermones 
tmipor«.  in  denen  dua  Thuma  xucrtit  durt^b  einen  lHt«inisdien  Satz  uud  dann  duieli  ein 
nrerwandtos  altfraniÖstHcbcs  Spridiwort  angegeben  wird.  Eine  Ks  solcljer  Sermonea, 
Cod.  Patia,  lat.  U9&2,  bwiprioLt  1),  Hanr^an.  Not.  et  oxtr.  Z%  *.'  (18^8)  27&-338, 
:,  G.  Gritbur.  Ueberaicbt  Qbur  die  lateinische  Littcratur  von  drr  Mitte  Amt  9,  Jabr- 
d«rt»  Im  1850  (GntndriM  d<>r  rnman.  Tbilol.  Hd  II)  S.  lilT.  /woi  andorr  llui  aolcber 
FraBkraieb  atammvDdpnf-prirliwnrtorBcrmona  hat  mirW.  Meyer  niicbgewieaen,  die  Codd. 
DHC.  lat.  2^2  a.  14  und  33^72  s.  13.  —  Duutscho  SpricbwOrter  aus  Isleiiiisuheii 
[li^on  cd.  K.  Ilofmann.  Siliunfwber,  bayer.  Akad.  ISiO  Bd  II  25  —  38.  —  Uebor  pol- 
eh«  und  btVhmiscb«  Sprichwörter  in  lateinischen  Predigten  dea  Mitteliilteni  vgl. 
BrOoknor.  Atch.  slav.  Phil.  15  (189.1)  475. 

P  4M>.  FaraphraseQ  und  Übersetzungen,  Die  umfangroidi^len  mittel- 
sriicht'n  Prosatlpiikmäler  der  Volksspiacho  sind  dit-  S.  221  erwähnten 
mpbra^on  von  (iewchichtüwerkeii  und  Chroiüki-ii.  Eine»  der  schilnsten 
Espiolc  dieser  Gattung  ist  die  ÜberaelÄUiig  der  jadischen  Archaeologio 
I  de«  jOdiscIien  Krieges  des  Flaviua  Josephii.t,  die  der  Uoppol- 
l«x  Barber.  II  49— öu  aufbowulirt.  Der  Verfasser,  der  I'rii<stor  Ma- 
el  Chartophylax  (wenn  nicht  ntwa  Cb.  seinen  Beruf  bezeichnet)  aus 
»nia  auf  Kreta  nennt  sich  selbst  in  der  Überschrift:  'PXfijiiov  'Imat^rtov 
Hxoai  m^i  iovdainifi  tiqy^ttioXoyia^:  —  'loväaixov  noXt'itov  i.öyoi  iniä-. 
ärrtf  änö  ti^y  änixr^r  ylintraar  »if  ri;i'  ii!jXi]v  Mal  nt^ilv  ttöv  Fttttixür 
rtiff/taiw  naQÜ  Mavovi'X  it^t'ug  toi'  x't(f^''9''Xaxog  mv  n^ijiö; 
ö  Mviuriätov.  Person  und  Zeit  dea  Verfassers  sind  nicht  bekannt; 
hrHcbeinücti  lebte  er  im  16.  ,liihrhundort  —  Über  »on&tigo  vulgäre  Para- 
raaeii  hiatoriticher  und  anderer  Werke  s.  §§  121  Änm.  4;  123  Aiini.  1  C; 
l  Anm.  1;  147  Anro.  3:  154  Anm.  I  B;  155  (S.  377);  167;  186,4  (S. 
8).  —  Sprach  geschieh  tlich  wichtig  sind  einige  mit  bcbrSischen  Buch- 
iheo  geschriebene  vulgurgriechische  Übersetzungen  heiliger 
icfaer,  die  von  Juden  griechiseher  Zunge  in  dor  Synagoge  gebraucht 
an. 


f: 


1.  Aoagabcn  und  H»s:   Eine  vulgUrgriec bische   Uubcrashung  dea  Pontatou<!b 
habTtiach«!  l^cbrift)  ist  zu  Kpol  1547,    eine  «bcnsolcho  U(?hi>rse(tuag  dea  Job  xu  Kpol 

J€  in  Drucke  erschienen.  —  Kine  UeberaeUung  des  Bucbt-ü  .Icinab   bogt  hiuidschrifl- 
k  ia  Oxford  nnd  Bologna. 

2.  Uiireniittel:  Jü.  Cbriato[)b.  Wolf.  Bihliülheca  Hebraiea  2  (1721]  447  f.;  3 
>9T)  Appendix:  4  (1733)  1219  ff.  (l'roben  der  Ucber^etiung  dea  Pentaleucb  und  desJob), 
Bp.  Papageorgiu.  Merkwürdige  in  den  i^ynagogeii  von  Carta  im  Qebrauefa  befind  lieh» 
ruan,  Vcrbandlungfn  dee  5.  internationalea  OrientalistenkongreBaea.  II.  Teil  I.  ßälfte, 
HÜB  I88SS.  226-232.  — K.I.egrnnd.Bibliogr. h«ll.  2(188)  I.<>9.  -  L.  BolUli.  Unever«i»n 
Mfuda  PaotaUach  da  BeiIi^mc  si^de,  Ror.  des  i^t.  gr.  3  tl^ÜO)  3t<9-30ti.  -  h.  Bei  Uli, 

Ttniuw  pan   connucs   dn  Penlutemiun   fnitos  it  Cpte  au  seixi^mo  aiido,    Kevuo  de« 
I  JRiTM  82  (1991)  2£0  -  263.    -   A.  noulinucr,  (Ja  Non-Hobrow  Innguogtu  uacd  bj- 


.0    BynatlBlwlia  Utt«ntiirgM«hlohta.    tu.  TnlgirgHMli.  XiUantar.  9.  Pna. 

we,  Tha  Jewiah  qnarterl;  review  4  (1892)  9  ~  10  (mit  reidieD  IdUentnnuehveiHn).  - 
Perlee,  B.  Z.  2  (1893)  575  Anm. 

3.  'Ay9o(  tüy  jra^itur  betitelt  siob  ein  Tulgftrgrieolii«chBB  Prosawerkcbeo,  Im 
35  Kapiteln  aentenzenfaaft«  SSUe  Qbsr  Liebe,  Eifersnobt,  Freude,  Schmen,  BunJuoig- 
it,  Uabannberxigkeit,  Freiheit,  Bildnng  u.  8.  w.  entbJllt  und  also  mit  deo  Floril^iM  im 
uimos,  Peendo-Jobu)Des  nnd  Äntaaloa,  anch  mit  dem  moraliscben  Lehnedicht  dee  Ib- 
Bses  (?  a.  S.  878  f.)  verwandt  ist.  Die  Munen  der  angeführten  Aotoren  sina  oft  vnndcnn 
runBtaltet  z.  B.  ö  aivaxat,  6  fildiot  (=?  ö  'OßiAot).  Eine  ünterBnofaniig  der  Tom  Ytt- 
iser  benBtrien  Quellen  fehlt.  Das  Werk  erMtbien  merat  Venedig  1546.  Wiedetblt, 
medig  1624.  ~  Vgl.E.  LeRrand,  Bibliogr.  bell.  1  (1685)  274  ff.:  Bibliogr.  hell,  du  S?ll* 
<cle  1  (1894)  183. 


f 


Anhang. 

Abriss  der  byzantinischen  Kaisergeschichte. 

Boftrbüitot  von  U.  Gclzer. 

Alte  l*eriodisi«rungen  und  Begrenzungen  im  V«rIaufo  dor  Wolt- 
jaichieht«  sind  kxliglioh  konventionell  und  darum  völlig  willktirlicli.  Die 
iMetiieht«  Kulbst,  in  der  jedes  Kreignia  mit.  den  vorangehenden  und  den 
tuenden  in  einem  ursächlichen  Zn.taniincnhang  xteht,  macht  keinen  Ab- 
dtnitt;  sie  Lit  ein  fortlnufondc«  (.'onttnuum.  Uariim  gibt  dm  kein  keckeres 
fiitornohroen,  al.s  nach  Art  unucror  lundegQblichen  Universalhistorien  das 
hde  dos  r5mi»cliun  Reichs  und  die  Grenze  von  Altertum  und  Mittelalter 
Wetellen  zu  wollen.  In  unseren  Schulen  wird  oder  wurde  dieser  wclt- 
pcbit'htlich  80  bedeutsame  Wendepunkt  mit  haarscharfer  ÜennuJgkeit 
lironologisch    aufs    Jahr   fostgenagelt.      Nach    der  gcwohnlioit«niä«8igon 

EhichtAwidrigcn  Überschätzung  dos  Abendlandes  und  seiner  historischen 
rickluug  wurde  dabei  lediglich  der  Westen  in  Betracht  gezogen  und 
lemnach  das  Ende  des  Rcmerreichs  und  des  Altertums  frischweg  in  das 
ihr  47ß  gesetzt,  weil  in  diesem  Jahre  der  letzte  legitime  Kaiser  in  der 
Ve«thi]fl«  des  Imperium  Komanum,  Bomulus  Augustulus,  pcnsionieH  ward, 
'wn  imivursalhistorischen  Standpunkt  aus  beurteilt,  ein  genau  ho  wichtiges 
Inijims,  al«  etwa  lä!>2  die  Abdankung  des  KCinigs  Milan  von  Serbien.  Die 
Eatgenossen  haben  diesen  angeblich  universal  historischen  Abschnitt  so 
ronig  erkannt,  das«  »ic  —  und  die  sicgieichen  Uenuanen  in  erster  Linie 
-  nacli  wie  vor  das  Territorium  Odovakars  wie  später  Theodurichs  als 
üicn  Teil  de«  rUmischen  Staates,  die  dortigen  Untertbanen  aU  Unterthanen 
Im  Kaisers  betracbt.eten  und  dm  kaiserlichen  Ordnungen  von  Reichs  wegen 
Mdancrn  liessen.  Damm  trug  die  Goldmünze  auch  in  den  sogeuannton 
(■rmanittcheti  StaaUin  des  Kaisers  Bild,  und  die  Goto»  vermochten  Justinian 
KMflbor  zu  erklären,  dass  sie  die  Prärogative  d*-  K  li^i  r-  stet«  geachtet 
MIOB.  Der  Osten  des  l{«iches,  welcher  die  alti'i<i[ii<  knllur  mit  mehr 
htrgic  lind  Gltick,  als  der  Oecident  zu  bewahren  vermochte,  kann 
Iftteods  nicht  in  eine  dem  Alti^irtnni  und  eine  dem  Mittelalter  angehörende 
gespalten  werden,   wenigstens   nicht  vor  dem  Auftreten  des  Islam; 


&12 


AbrlBH  der  bjrxa&tiniscbeii  SaiBerge«ohieht«. 


^M        den»  erat  nach  Herakleios'  i^cgit-ning  trilt    in  Avm  furchtbitren  Eziateah 

^B        kainpf,  den  llyzanz  gegen  den  Ansturm  der  s«mttt(»chtiti  Kiu»o  dun^fodL. 

^1        oino  nndcrtlialh  Jahrhundert  anttaucrnde  geistige  VertiiiBtening  eiti,  mAdm 

^M         deutlich    diie   Anbrechen    eine»   neuen    Weltentages  bezeichnet.     Ab«r  ofl 

^B        z.  B.  erst  mit  der  Thronbesteigung  de»  Isauricrs  Leo»  niihcbender  Mm 

^B        der  byzantinischen  Geschichte   wllrde  den  Loser  der  Kenntnis  gerade  da 

^V  HlliH'wichtigeti'n    und    woltgeHchichthoh    bv^(iiit»Hmsk-n    Jahrhundi-rt«   bM 

^1  rauben,  der  Epoche,  in  welcher  die  L-reton  Aniiätze  und  die  VorhwiiiijfungMU 

^1         fUr  die  spätere  geschichtliche  Entwicklung   des  spezifisch  byzanünischtd 

^B         Zeitalters  gegeben  .tind.  j 

^1  EboniKo  sc-liHtvorstftndlich  ist  nun  aber  auch,  das«  wir  der  PeriodioH 

H         rungen    und    Abgrenzungen    de»  geschichtlichen  Stoffes  in  keiner  WtiiJ 

^1         entraten  künnen.     Aber  wir  nitlHHen  dabei  das  lebendige  Bewusstwin  iu 

H  uns  tragen,  dans  wir  es  lediglich  mit  notwendigen  KrUcken  zu  tkon  habtu 

H         die  dazu  dienen,  uns  eine  Übersicht  über  die  Mateiie  gewinnen  in  lassenJ 

H         Uerade  darum  einpßehlt  us  Kich  auch,  von  der  üblichen  i'rofiMuMren>  od« 

H         Schulmeisterpedantorei  zu  lassen,  welche  kein  Oeüchichtswerk  odt-r  LrlaJ 

^1         buch  auf  den  Markt  bringen  kann,   ohne  dass  sie  dasselbe  mit  hi^ritHl 

^m         besser  begründeten  Abschnitten  versehen  oder  nach  einem  logLich  richtigcnfl 

H         Einteilungsprinzip    gegliedert   hat.     Vielmehr  ist   es  dos  tiegebene,  \äm 

H         üinfticli  den  traditionellen  Common-senM!  walten  zu  lassen.    Wir  haben  ■■ 

V         seit  lungern  daran  gewöhnt,  diu  Kuisurgeächiehte  von  Arkadios  bi«  ufl 

3e5_I458Konstantinos  IX  (395 — 145:1)  als   die  oetrAnüsche  oder  byzauliniKM 

Oeschlchte  zusammenzufasasen.  Den  praktischen  Gesichtspunkt  hierin  lodiM 

lieh  als  massgebend  betrachtend,  werden  wir  diese  altfrttnkische  Diapoeilud 

fo»thulten,  obgleich  es  bekannt  genug  ittl'.  da^s  dieselbe  vielfach  das  Uitn 

fallen  der  begeisterten  Freunde  mehr  prinzipieller  Einteilungsgren»,-ii  u&la 

den  Gelehrten  erregt  hat.   Man  hat  mit  einem  gewissen  Hechte  gelttud  gtj 

macht,  dass  trotz  der  Reichsteilung  nach  Tlieodosio»'  Tode  die  Zeitget^^M 

noch  Jahrhundorte    lang  nur  die  Vorstellutig  von   dem  einen  rOniMsH 

Itcich  kannten,   der  Hos  publica  oder   der  Mauus  publica,  wie  man  !■ 

Spanien  und  im    Frankenreiche  noch    im  VII,  und  VIll.  Jalirliundcrl  M 

sagen  pflegte.   Man  künne  deshalb  von  einem  weströmischen  Reiche  —  und 

folgerichtig  auch  von  einem  oströniischen  Reiche  —  erst  seit  der  Winden! 

900  hcrHtellung  de»  westH3mi»chi.-n  Kaisertums  durch  Karl  den  Grosüen  spreckd 

Das  ist  geradu  so  richtig  und  treH'end,  ab«r  auch  genau  so  doktrinär,  mU 

der  Sprachgebrauch  der  Juristen,  welche  die  Zeit  von  Augustos  bis  Di<H 

cletian  als  Dyarchie  und  erst  die  nachfolgende  Epoche  als  Monarchie  « 

zeichnen,   (iewitw  iut  es  konstitutiont-ll  richtig,  für  diese  Periode  von  doM 

Teilung  der  Gewalt  zwischen  Priuceps  und  Senat  zu  sprechen.   TbatsAdÜdl 

sind  die  staatsrechtlich  so  unwissenden  Chronisten  doch  im  Itechte.  w*^^ 

mit  Cäsar  und  Augu.'^tu.s  die  rüniischc  Monarchie  beginnen,  und  so  ist  Hnl 

faktisch  trotz  aller  anderweitigen  Vorstellungen  der  ZoitgenoAsen  wio  d(d 

Gelehrten  das  von  Theodosios'  Tode  bis  zu  Konstantinopeü  Fall  I>e9telien« 

Reich  ein  ostrOmische»  und  seit  dem  VI,  und  vollends  dem  VII.  Jahriiand« 

ein  griechisches.  I 

Nur  um  dem  praktischen  Bedürfnis  zu  genOgon.  nicht  etwa  um  ftr*i*| 


L  DI«  TOrjBBtlnt&n«i»clie  Epocha  (89S— 518). 


913 


here  .geschichts-philosophische'    Betrac-htungflweiee  eine   Unterlage  zu 
lAlTen,  teilen  wir  den  Stoff  in  folgende  altlierkUmmliche  Unterabteilung«»: 

I.  Die  vorjustinianeisclie  Epoche 395 —  518 

n.  Das  Zoil«lt«r  Justinians  und  seiner  Nachfolger    .        .  518—  610 

n.  Da»  HftU8  (ios  Hcrakleio-s  und  der  Kampf  mit  dem  Islam  610—  717 
V.  Die    Kegenuratioii    unter    den    syriächen    (isauhscheii) 

Kaisern  und  der  Bildersturm 717^  867 

V.  Der  Hfihepunkt  oati-ftmischer  MachtftlUe  unter  der  ar- 
menischen Dynastie 867—1026 

n.  Der  Verfall  dos  Hciches 102C— 1081 

n.  Die  Koniniinon  und  die  Angoli 1081 — 120<( 

IL  Das  Kaisertum  von  Nikaea 1204 — 1261 

X.  Die  Itefltauration  der  Faläologen  und  der  Untergang  1261 — 1453. 


r 


I,  Die  vorjustinianeische  Epoche  (39&— 518). 


Tlieodii8io8  der  ürosBc  (371)— 395),  eines  grossen  Vaters  genialer  879— 8 
Im,  dur  Ictzli«  au»  der  Uiugen  Heihc  der  Generale  und  lieichsrettcr, 
ilche  von  Claudius  Gothicu»  bi»  auf  Valontinian  da»  au»  dun  Fugen  go- 
ngene  Weltreich  mit  eiserner  Faust  wieder  zusammengcschmiudot  hatten, 
t  Dftch  der  furchtbaren  Kataatroplie  des  Valens,  dem  ,lacrininbile  bellum' 
b  Adnaiiopol,  »ich  al.-s  Schützer  des  Reichs  und  Erretter  aus  der  Gcrmanen- 
Cthr  auf»  Gläiizentlste  bowiUirt.  Noch  einmal  war  die  gotische  VOlker- 
ilte  vom  Itvicimbodvu  zurückgedrängt  worden.  Im  Innern  ^lat  «eine 
igierung  Epoche  gemacht  durch  den  Sieg,  welchen,  getragen  von  dem 
bwerwiegenden  kaiserlichen  Einfluss,  die  orthodoxe  Kirche  Über  den 
-ianitimus  errungen  hat,  und  durch  den  energischen  Zwang,  mit  dem 
n  R««ton  de»  ulton  Glauben»  unter  der  rQmi»chün  Aristokratie  ein  Endo 
reitet  ward.  Bei  »einem  Tode,  17.  Januar  395,  hinterlieaa  er  da»  Iteich  "ig^"* 
titeD  beiden  SUhncn  Arkadios  und  Honorius  zu  gemeinsame  Ver- 
dtang.  Der  letztere  erhielt  die  Westhälfte:  die  Präfekturen  Italien 
itlien  und  Afrika)  und  Gallien  (Gallien-Spanion-Biitannion),  wfihrcnd 
ia  Uterer  Bruder  Dber  den  Osten  regierte:  die  Präfekturen  lllyricum 
laden  und  Macedonien)  und  Oriens  (Asien,  Pontus,  Oriens,  Thrauen  und 
Itypten). 

Tbeodo»io»'  Kampf  mit  dem  Gegenkaiser  Eugenius  hatte  den  gesamten 
ient  von  Streitkräften  entblöaat.  Während  nun  die  durch  die  kaspischen 
Bore  eingebrochenen  Hunnen  den  Outen  dos  Kciches  heimsuchten,  ver- 
IM«t«n  die  in  MSuion  und  Thrakien  »talionierton  gotischen  F5deratt 
lier  ihrem  köuigliehen  Heerführer  Alarich  den  Norden  lllyricum»  und 
idrobt«n  diu  UauptHtadt.  Erst  als  Stilicho  aus  dem  Westen  herankam, 
nnle  der  Gote  geznningen,  sich  in  Thessalien  zu  verschanzen.  Da  aber 
jiser  Arkadios  auf  Antrieb  de»  KuGno»  vielleicht  nicht  ohne  Grund 
liKchM  Entfvruung  und  die  Rücksendung  der  Osttruppen  aus  Italien  nach 
Courtantinopel  verlangte,  zogen   letztere  unter  ßainas'  Kommando    nach 

Edt.    Ruiinos  fiel  ihnen  zum  Opfer,  und  »eine  Stolle  al»  leiten- 
Uum.  AlUniiaim'imti>tetn.n  IX.    1.  AtMt-    2.  AuO,  M 


AbrisB  der  bysastmiBchait  Kala«rgM«hiebt«. 


S9S  iter  MiniHfccr  nalini  der  Euiinrhe  Rutropioa  ein:  Älarich  untemahin 
»einen  furclitlmreii  Zug  durch  <iie  ThermopylGn  nach  Griechenland. 
dor  PciraifliiB,  Megara,  Korinth,  Argos  und  Sparta  erlagen  den  gotii 
Scliarcn,  deren  ohrintlich  barbarisc-hoii  Eifer  fanatische  Möncho  lu 
Wutgegen  diese  Unuptnitze  und  letzten  Burgen  des  UeidenUinis  aufgi 
battOD.  Allein  auf  dem  Mai-sch  nach  Eli»  üel  ihnen  dor  zurOckgekehrit 
Stilicbo  in  den  HOckon  und  .srhlonx  das  Uotonheer  auf  der  arkatÜscki 
Hochebene  von  Dioluö  ein.  Wider  Ki-wartou  kam  c«  zu  einem  fri«dlHbt 
Abschliiss,  und  die  ostrOmificho  Itcgieniug  emaimt«  den  gofUrchtcUio  OoUt 
zum  magiMer  militum  per  IlljTicum. 

Nocli  gefährlicher  wurde  die  Erhebung  der  in  Phrygien  angeeieddia 

399  Oütgotcii  und  Gnithungor  unter  ComoB  Tribigild.  Am  Mtrömbchi 
Uofe  hatte  die  rOmlDcho  Nattunalpai-tot  du  Übergewicht:  die  Fabrcr  ikr 
Germanen,  der  mächtige  Gainaa  und  aetne  Anhänger  waren  aufs  ttf&t» 
verletzt.  Zwar  Tribigild  erlitt  einen  schweren  A^erlust  durch  den  tapl 
pi^idiftchen  Lniidstunn.  Aber  Gainas,  gegen  ihn  aut^ossndt,  war  beii 
sein  Verbündeter,  und  der  römische  Feldhon*  Leon  erlag  den  Goten 
der  VeiTütorei  seines  Kollegen.  Gainas  und  Tribigild  waren  nun  Hei 
der  Situation  und  zwangen  den  Kaiser  zur  Entlofisung  Heines  Um 
S99,400  Gainas  erschien  tu  (.lialkedon,  und  der   atternde  Arkadioe  ini 

dorn   Ooteiihcere  Quartier  in  seiner  Hauptstadt  anweisen,      fast 
eis,  als  »otlte  der  Osten  einer  ähnlivheu  Zerstückelung  anheimfallcD, 
in  der  Folgezeit  der  Westen.    Ein  germanischoa  KSnigtum  wur  auf 
Punkte,   die  Dynastie  des  Theodosios  hier  zu  ersetzen.     AJleio  die  Ei 
torung  der  durch  die  arianischen  Ootcn  mtsshandelt^n    und   in  ibn-a 
ligi&sen  OofÜlilon  vorletzten  Einwohner  der  Hauptstadt  ftlhrto  zd 
Erhebung.     Die  Goten  mussten  die  Stadt  r{iunu-n:  wer  zurQckblieb, 
der  Volkswut.     Nach  der  VerttHlstung  Thrakiens  wollte  Gainas  bei  AI 
nach  Asien    übersetzen.     Aber  der  getreue  Gote  Fravitta  vernichtet« 
der  rönii.iichon  Flotte  sein  Heer.     Da»  Haupt  des  nach  Thrakien  eal 
neuen  Kebillen  wurde  von  Clde»,  dorn  Hunnenkrmig,  an  den  kaii 
Hof  gesandt.     Fravitta,  der  Reichsretter,  obwohl   Heide,  wurd<>  mit 

401  Konsulwürde   belohnt     Das   Reich   nnd   das  UHmertum  waren  dikIi 
mal  gerettet  worden. 

Unter  demsolbon  Arkadioe    entbrannte   auch  in   Byzanz  der 
Kampf  zwischen  Imperium  und  Sacerdolium,  dessen  Ausgang  ßr  das  1 
hfiltnis  von  Staat  und  Kirche  in  Ostrom  typisch  wurde. 

Der  Antiofhener  Johannes,  von  dor  Kirche  apÄter  ('brysostotuoi 
benannt,  elieuso  gewaltig  durch  Macht    der  Rede  als  durch  Gunst 
Volkes,  schonte  gleich  einein  schottischen  Puritaner  weder  die  Üppigki 
dea  kaiserlichen  Hofes,  noch  die  Sittenverderbnis  der  Reichen.    Pcrrfnli 
der  strengsten  Askese  ergeben,  war  er  gleichzeitig  Hierarch  von  pl| 
liebem  Herrscherbewusst^eiu.    Asien,  do«»on  Metropole  Ephesoa  sidi 
apostoli.scben  Odinduug    dm'ch    den   Lioblingsjünger    rühmte,    bat   er 

■100  seiner  V'itsitationareise  mit  schonungsloser  Gewalt  unter  die  Hcnwhift 
381  Ält-Kom  gleichgestellten  ]*raiaten  von  Neu-Rom  gebeugt.   Seine  Feil 
erhaben  sieb.     Zwar  des  hohlen  und  geistlosen   Konkurronzprodigen 


L  Dia  Torjnntini  «B«Ke1ia~1Ipö«fao  (395—518). 


404 


U.  S«ut. 
407 

MS 


Jer  Hauptstadt,  de»  syrischen  Bischof»  Severianos,  ontlodigt«  er  sich  mit 
Laicht igko it.  Um  so  onintiT  wurde  die  Sachingi'.  nU  die  Kcgiciuny  fjogcn 
Ihn  seinen  TodTeind,  dun  ukr^uiziguti  und  grundi«atzlotien  Pfiptst  von  Alexan- 
Iria,  Theophilos,  auaspielte.  I>er  Alexandriner  prangte  seit  der  Vernic-h- 
tunü  dos  Sorapeiona  391  im  frischen  tilanste  des  Gfttzenshirmes;  durch  den  301 
hl.  AtbanaMios  und  «einen  Nachfolger  l'etros,  den  Leiter  de»  sog.  ökuiiiu- 
oischen  Konzils  von  381.  war  der  Osten  daran  gewöhnt  worden,  du»  Knt- 
»cheidungsvotum  in  geistlichen  Dingen  dem  Inhaber  von  Marcus'  apoeto- 
linchem  Stuhle  zu  nberlassen.  Theophilos  wusste  seinen  Machinationen 
den  Anstrich  der  Heiligkeit  ?.a  gehen,  indem  er  den  fast  hiindertjfthrigon 
KetKvrbekftmpfor,  den  goluhrteu,  aber  Äusserst  beschränkton  Ei}i|)lianio8 
FOD  Kontttantia  als  BundesgenoBson  g6wa,nn.  Auf  der  Synode  „bei 
■v  Eiche*  wurde  der  Prälat  von  Nen-Iloni  seines  Amt«s  entsetzt;  allein 
wh  Erbitterung  des  gläuhigen  Volkes  der  Hauptstadt  verschaffte  ihm  einen 
glAnzondon  Sieg.  Theophilos  floh,  und  A'w.  Regierung  gab  kleinmütig  nacl), 
bis  Johannen,  kühn  gumiicht  durch  seiuo  Erfulge,  diu  Kaiserin  perMÖulioh 
■ilfs  heftigst«  angriff.  Ein»>  neue  Synode  4IJ4  besiegelte  weinen  endgültigen 
Btanc,  obschon  die  westrl^mische  Regierung  und  der  Fapst  des  Abend- 
land««,  InnocenK  I,  mit  aller  Knergie  fllr  ihn  eintraten,  MUchtig  durch 
Minen  Briefwechsel  auch  in  der  Verbannung  zu  KukuHos,  sollte  der  un- 
glQcklichu  Gr«is  nach  dem  Kaukasus  verschleppt  werden ,  erlag  aber 
den  Anstrengungen  der  Reise,  bevor  er  don  neuen  Bestimmungsort 
Htyus  erreicht  hatte.  Die  gesamte  Kirche  hat  das  Andenken  des 
,9kuinenischen  [.ehrers"  hochgehalten;  der  Patriarch  Proklos  hat  438  seine 
Oeb«ino  feierlich  nach  der  Hoichshaitptstadt  znrilckgeholt.  nitd  Theodo^ios  U 
bat  fussßillig  vor  dem  Schrein  dos  Heiligen  um  tinado  Hlr  seine  sUndigen 
Kltem.  Aber  trotz  dieser  verbindlichen  und  grossniÜtigL'n  Formen  hatte 
die  Staatsgewalt  dennoch  einen  prinzipiell  hochwichtigen  Sieg  erfochten. 
EBo  hat  zum  ersten  Male  kraft  ihrer  Souver&netät  das  Verhältnis  zur 
Kirche  geordnet,  und  dabei  hatte  es  in  Byzanz  sein  Bewende», 

Als  Arkadios  4lJ8  starb,  binturlioss  er  einen  unmündigen  .Sohn,  Theo-  40a 
doaios  II  dun  Kloinen,  welcher  als  echter  Purpurgebarener  wShrend 
■einer  langen   Regierung  4(18— 4&0    niemals   mündig   geworden   ist.     Bis  40g-4fi0 
414    fiSbrte   die   Regierungsgeschäfte   der   praefectns  praetorio  Anthemios,  414 
gwichmflckt  mit  den  hSchstcn  Ehrentiteln  des  Konsuls  und  Patricius,  ein 
Iberaus   verständiger   Staatsmann.     Nachher   leitete   das  Staatswesen    im 
Einverstfindnisse   mit  dem  Senat  des  Kaisers  ataatakluge  Schwester  Pul- 
diena;  sie  vernifihlte  ihren  Bruder  421  mit  der  hochgebildeten  Philosophen-  421 
litor  AthennT»,  als  Christin  Eudokin,  welche  bald  gi'OKsen  Kinfluss  auf 
Staatsloitung    gemeinsam    mit  dorn    Eunuchen    Chrysnphio»    gewann. 
~9ach  ihrem  Sturz  beheiTschte  dieser  den  Kaiser  voUsLundig  während  dea 
letzten   Teils   seiner   Regierung.     Fulcheria   hatte  sich   verstimmt  in   ihr 
Privatpalais  zurtlokgezogen. 

■      Währt^nd  du»  Wostreich  in  Trl'nnmer  ging,  Goten,  Sueben  und  V«n- 

Wka  sich    in   Gallieu,  Spanien  und  Afrika  selbstundtg  einrichteten,  und 

der  Scbattenkaiaer  des  Westens  thatsächlich  auf  die  Apenninenbalbinsel 

bwchrtfnkt  war.  hat  die  Ostbiilfte  de»  Reichs  diese  kritische  Periode  gldck- 

6Ö' 


AbrUa  der  bysuitb 


rgtachidite. 


lieh  und  vpr)i&ltnif>mHR»ig  nihig  überstanden.     Die  lange  Regiening' 
dosios'  II  iut  im  gniixen  arm  au  äuRSfrAi)  Kreignissen.     Nach  Uodoe 

42ö  Tode  interveiiiorlun  di«  liuiierale  Aidaburios  und  ttcin  Sohn  Aspar 

licli  in  Italien;  die  durch  don  UsuriMtor  Johannes  boBoitigto  le^time  B^ 
gi«rung  ward  wieder  eingesetzt  und  kam  so  unter  den  Einflass  d« 
Outens. 

Don  grCsetcn  po1itisc)ien  Fehler  des  grossen  Thco<lo«io8  hat  dl«  rit^ 
geschmähte  Hegierung  dos  kleinen  nach  Kr&Ftcii  gut  zu  loacheii  voraDcR 
In  dem  so  wichtigen,  seit  Tiridates  und  Gn^gor  dem  Erleucliter  der  rfr 
mischon  AlH»nK    gewonnenen    a^^leIliI^chcll    Ptitferntaat^   war   »eit  Juriui 

36ö  Schnmcli frieden  365  der  rümische  Kinl1u.4;ii  gebrochen;  zwar  Valens  hatte  uwli 

3(7  einmal  ziolbewiuwt  KSnig  Pap  eingci^otzt  und  unteKtQtzti  nach  dossen  trat« 
loser  ErmorduHR  durch  die  Itömer  lobte  der  Kampf  zwischen  der  christlici 
klerikalen  und  der  mazduiiitiäch  gesinnten  Adeisfraktion.  Das  wohlvei^ 
fltandenc  Interesse  dos  Iteicha  hätte  die  rtimisch«  Politik  reranlaasen  soOto, 
uro  jeden  Preis,  wie  die  vcrstftudigen  Herrscher  aus  KontttanliiiK  HauK  t* 
gethaii  hatten,  diu  MumikonitT  als  Führer  der  PrieHl^irpurlei  zu  unterfitilU«n, 
Statt  dessen  bat  in  unbegreiflicher  Verblendung  —  darin  nur  dem  GreesM 

3s7  Friedrich  vergleichbar  —  Theodosios  ;tH7  mit  der  orientalischen  Ostnacb 
einen  Teilungstraktat  des  armenischen  lU-iches  verabredet,  eine  Teilung, 
der  den  Orientalen  der  Lüwcnanteil  zufioL  Nur  etwa  ein  Fünftel  de«  ehe 
maiigon  giosBarmenischon  KeiclieB  mit  der  nauptetadt  Tlioodcwuuf 
(Karin)  kam  in  die  römisiihe  Gewalt.  Der  liest,  in  dem  noch  40  Ji 
ein  von  Periaien  belehnter  SchattenkKnig  dem  Namen  nach  gebot,  kaa 
unter  persische  Hoheit.  Als  Kirchen-  und  geleliito  Sprache  duldeten  di» 
Perser  systematisch  nur  das  Syrische;  dem  Griechischen  wurde  der  Ve^ 
tilgungHkrtüg  crkliirt.  Die  beiden  grosi^en  Genies  Armeniens.  Mosflb  ni 
Sahak,  welche  nach  Ei-findung  der  Schrift  durch  den  erstem  die  hl.  Schrift  it, 
die  Landessprache  übersetzten,  mussten  vor  den  Vexationen  der  pertts 
Behörden  auf  r'VniiAchon  Boden  flüchten.  Das  römische  Kabinct  der  danuUg 
!Ceit^  hierin  ungleich  weitsichtiger  als  der  Ahnherr  der  Dynastie,  f^rdartHJ 
von  Kegierungs  wegen  das  üntoniehmen  nach  Kräften  und  untorstfitztm  i 
Staatsmitteln  die  Überaetzungsschule  der  beiden  grossen  Armenier, 
den  Arbeiten  dieses  geistlichen  Seminars  ist  die  ganz  vom  Grieckis 
nbhtlngige  grosse  Ühcrsetznngslitteratnr  der  Armenier  (des  »g.  gold 
Zeitalters)  her\'orgegangon  und  da«  bis  dahin  litteraturloso  Volk  in 
Ik'ihe  der  Kullurnationen  eiugofiihrt  worden.  Dadurch  ist  Anaonivn  den^ 
barbarischen  Orientalismua  endgültig  entrissen  und  mit  der  abendläadis 
helleuiflchon  Öesittung  auf  alle  Zeiten  verknüpft  worden.  Das  bl 
das  Verdienst  des  verachteten  Theodosios  des  Kleinen. 

Doch  Wenden  wir  uns  nun  zur  Betrachtung  der  ftutueron  poUÜsobHl 
Ereignisso    zurück.     Wahrhaft  geiahrlich    wurdo  dem    Iteichc  in  äit^i] 

412  Epoche  dio  hunnische  Qrossmacht.     Antbemios  zwar  hatte  412  den  ESn* 
fall  dieser  Barbaren  glPcklich  zurückgeworfen,  und  eine  DonaullottillP  I*" 

424  wachte  die  Reichsgrenzo.     Doch  bereits  424  zahlte  der  KaiHcr  dein  Ji">* 
madenkönig  Tribut.     Schlimmere  Verhältnisse  kamen,  als  der  krioppf 

411  waltige  Attila  in  Pannonien  sein  Heerlager  aufschlug,  ond  441  ausstr  d»  ^ 


L 


L  Dia  TOijiiatmiftue Lache  Epoche  (395—51^. 

ionnen  aucb  dio  Por8<.>r  dio  RcJclisgi'eiizen  bodroliteu  und  diu  Vandalen 
rnd  mit  ihnen  verbQndeto  Piratenflotten  die  Küsten  des  Heichs  verheerten. 
>io  L>onaufi>t^tiiiigAn  ViniinBcium  und  i^ingidiinnm,  Margiis  und  des  apostol- 
(leichen  Konstantinos  Oebiirt»»tadt  Naiseus,  Philippupolitt  und  andorc  der 
richtigsten  KoichsstAdtL-  orlngcii  dorn  Ansturm  de»  Ilunnenkönigs.  Bo- 
eita  zitterte  die  HaupUtudt;  über  die  tapfere  Besatzung  des  festen  Äsemos 
•ertoidigt«  sich  erfolgreich  und  hob  den  gemmkenen  Mut  der  Körner. 
43  vrurdo  durch  Anatolios  dor  Friede  nm  6000  J'fund  Goldes  und  eine»  4*3 
Shrliohi<n  Tribut  von  700  l'fund  erkauft.  Nene  Fcinthteligkuiteu  im  J.  447  4*7 
ror<Ii>D  durch  di(>  Ovsandtsehaft  ilan  Maximiuos  büigf^^legt;  dor  ab)  Sekretär 
lieiaelbe  begleitende  Khetur  l'riskos  hat  uns  die  berühmte,  Überaus  packende 
ind  r«a)i»tiache  Schilderung  der  hunnischen  Lagerresidenz  hintcrla^on. 
)«r  Friedu  wurde  hergestellt;  aber  dio  Trihutzahltmg  dauerte  fast  bin  zu 
rbeodosios'  Todo. 

Viel  wichtiger  and  geradezu  entscheidend  ist  diese  Itegierung  durch 
li«  gleichzeitigen  kirchlichen  Ereignisse.  Der  chrii^Mirho  Staat  hatte  den 
ilten  Qßtt«rdien.st  offizioll  und  gewaltsam  unterdrückt;  aber  dio  Kirche 
.machte  ihre  Tlioro  weit  auf"  und  erleichterte  durch  kluge  Ökonomie  den 
Utgifiubigen  den  Eintritt  in  die  neue  Olaubensgemeinschaft.  Ihi'O  alten 
tndnischen  Oottheiten  erkannten  diese  in  den  christlichen  Heiligen  oÜ 
inter  nur  leichter  Verhüllung  wieder.  Uom  Bedürfnis  der  Menge  und 
ler  Frauen,  diu  grosse  vielnaniigc  NaturgiJttin  anzurufen,  wurde  die  Kirche 
Inrch  Steigerung  des  Dienstes  der  öottesmuttor  gerecht,  und  bereit«  spot- 
<ton  dio  Meiden  über  den  eifrigen  Marienkutt  und  sprachen  von  der 
, neuen  Kybele*  und  .neuen  Isis*. 

Die  alexandrinischen  (lottesgelehrten,  der  allegoriBclion  Kxege&o  des 
)rigenes  folgend,  waren  zugleich  die  eifrigsten  Fürderor  der  neuen  Mode- 
iheologio,  wilhrend  die  Schule  von  Antiochien  in  ihren  grossen  Häuptern 
[Xodorua  von  Tartws  und  Theodoros  von  Uopsuhattia  gegen  die  allgewaltige 
EdtstrSmung  vorgeblich  eine  nüchterne  wissenschaftliche  Auslegungtikuniit 
ler  heiligen  Schriften  aufrocht  zu  erhalten  ^ucht^i.  Kot^lorios,  der  neue 
Patriarch  der  Hauptstadt,  aus  Gennanikeia  stammend  und  den  Tradi-  428-4S1 
llonMl  »einer  Heimat  getreu,  eiferte  in  Rede  und  Schrift  gegen  den  nach 
Miner  Meinung  abgottischen  Ausdruck  <'}totiixog  und  beunruhigte  da- 
hreh  aufs  äusaer^t«  dio  Frömmigkeit  der  hauptstädÜHchon  Bevölkerung. 
Der  heilige  Kyrillos.  des  Theophilos  Neffe  und  Nachfolger  auf  dem  aposto- 
beheri  Sluhle  von  Alexandria,  gefeiert  als  geistlicher  liedner  und  Schrift- 
rtdler  und  vicierfahreii  in  den  Künsten  hierarchischer  Uegieriingspolitik. 
rtdlte  aich  an  die  Spitze  seiner  Gegner.  Vorgeblich  sucht©  Nestorios, 
«reichen  die  kaieerliclie  Ite^erung  vorläufig  hielt,  einzulenken.  Der  In- 
haber do»  alexandriniitchen  Stuhles  wollte  die  erwünschte  Gelegenheit 
nicht  vorübergehen  lassen,  den  aufstrebenden  fUvalen  der  Hauptstadt  zu 
ikmCttigen.  Ein  ökumenisches  Konzil  wurde  431  nach  Ephesos  berufen.  431 
Der  beschränkte  und  über  dio  wahren  Gründe  des  KirchenstreiU  nicht 
niterrichtete  Patriarch  des  AbundlnndcH,  Papst  Coelestinus,  legte  die  ge- 
wichtige Autorität  dea  ersten  Stuhlea  der  Christenheit  für  Kyrillos  in  dio 
Wi^hale.     Daa  Konisil  begann  seine  Verhandlungen,   ohne   die  Ankunft 


918 


Ahme  der  bTKanUnischea  KaisergMcbiebt«. 


der  dem  Kestorios  gUnHÜgon  orientalischen  l'rälaton  abzuwarten  und  obail 
auf  die  Kin^prache  de»  kai»orlic'tion  Konimis^iart«  zu  Hellten.    Nüotorio»  wvn 
entMtxL     AUoin  .lolmiines  von  Autiochicn  kaum  Biigukununcn,  arrongiitfM 
im  Biu vorstund nis  mit  <l«r  kaiäerlich«n  It«gierung  ein  Gegenkonxil;  KynlM 
uud  Moinnou  von  Eplic^as  niirdon  von  diesem  entsetzt.     Indessen  gogtH 
Ober  der  Stimmung  der  ungoheucm  Mehrheit  von  KleruM  und  Volk  zcigM 
die  Iterierung  und  der  Prälat  von  Autiuchiun  diu  grOsst«  -Srliwuchv.   Kynilffl 
zu  Uefallon,  welcher  die  Geldspenden  an  einflussretche  Uofleute  nickt  g«Ji 
spart  hatte,  wurde  Nostorios  preisgegeben:  er  starb  im  Exil.   Die  syriHdie 
Geistlichkeit  ttchloss  ihre  Union  mit  dem  ä^'ptisrhen  Patriarchen  aaflMiD- 
guugcn    hin ,    welche   auch    der  abgtisctzte    und    vcrtluchtu    n«MirOniitchi 
Kirchenfürst  ohne  Oowisi«em)bedcukeii  hKtto  unterschreiboD  können.    Di« 
zahlreichen  Äuxsoi'ungen  Kyrills,  mit  dvnen  er  diese  Union  zu  verteidig 
ctuchte,  zeigen  nur   seine  eigene  dogmatische  Unklarheit  und  liefern  in 
vollgültigen   Ueweia,   dass   es  dem   grostten    alexandrinischen  HierarcWn 
weniger   um  den  Glauben  als  um  diu  Herrschaft  zu   thuu  war.    In  iet 
That  war  der  geistliche  Pharao  jotzt  der  müchtigote  Mann   im  iteicb:  id 
der  Residenz   walteten   als  kirchliche  Oberhäupter   seine   Kreaturen.    Di» 
Itegierung  hatte    —    da«  sali  jeder    —    eine  schwere  Niederlage  erbt 
wie  dies  jodesma)  geschieht,  wenn  die  religio»  indifferente  Bureau 
gegen  die  Trügerin  einer  Idee,  wie  die  Kirche  »io  ist.  uiizukHinpfi'it  wijj 
Es  schien,  als  wenn  die  geistliche  UnivensalherrHchaFt  auf  die  Nacbfolg 
des  hl.  Marcus  Übergehen  wollte.     AI»  449  ein   kleinasiatischer  BiMha 
den  Prälaten  von   Alexandria  als  ökumenischen  Bischof  ausrief,  trag 
lediglich  den  tliat«ächlichvn  Verhältnissen  Uechnuog. 

Don  vQlligen  Umschwung  hat  der  neue  Papst  von  Alt^Rom,  Leo 
Grosse  (-UU — ■i'>i),  hervorgerufen,  auch  er  kein  grosser  Theotog«, 
ein  Kirchenpolitiker   ersten  Itanges.     Kr  verstand  e».    den    unglüiUir 
Fehler  seines  Vorgängers  wettzu  machen.  Ein  eilVigur  Anhfiuger  derali'XiA*^ 
drinisciron  Tlioologio,  der  Archinmndrit  Eutyches  zu  Konstantinopel,  wi 
in  der    beschaulichen  Stille   seiner  Mönchsklause   beim    mnen  Doke 
angelangt  und  gab  dem  des  alexandrini»chen  Joches  Uberdrflsi>igen  il 
Patriarchen  Flavian  die  erwünschte  Gelegenheit,  gegen  ihn  mit  kirdil 
Hti'afon  vorztigehen.   Papst  Leo  approbierte  durch  seine  epistula  dogna 
im  Flavian    die   Massnahmen  des   neurömischen   Kollegen.     Kyrilb  Nnc 
M—töl  feiger    Dioskoros    nahm    den    Schlag    nicht    ruhig    hin;    der    allniäditis 
kaiserliche   Minister   Chrysaphios  war   sein  Werkzeug.     80    wurde  de 
nach  der  äg>-ptischen  Sicgesi-^lilttc  Ephesos  ein  neue«  ökumenische«  Kun 
(die    Itäuhersynode   von  44a)  berufen;    es  ging    in  dieser  heitigfn  Ve 
Sammlung  etwas  gewaltsam  zu,  indessen  kaum  viel  schlimmer,  als  aidd'*] 
kirchlich  anerkanten  Synoden.     Ägypten  triumphierte  trot.z  Korns  Pi 
noch  einmal  auf  der  ganzen   Linie,  und  die  Lehre,   welche   man 
Monophysitismus  nannte,  schien  der  anerkannte  Glaube  aller  Ho 
zu  werden,  als  den  28.  Juli  450  Theodosios  plötzlich  starb.   Die  RtaatAln 
Nonne  Pulcherin  reichte  dem  alten  Senator  Markianos  ihre  Hand,  welc 
nun  den  Kaiserthron  bestieg.   Er  ist  der  erst©  Kaiaer,  welcher  sich 
dou  Patiiarchen  der  Hauptstadt  krönen  lie««.  Der  RegierungswecliseJ 


i-454 


440 


28.  JuL 
460 


L  DU  vorJuBtinlanti  belle  Epoche  (395—518). 


B  Signal  zu  einer  voll»tAiiiligeit  Koaktioii.  Dui-ch  dio  buiden  grossen 
besiuischvn  Siego  war'  (k^r  Patriarcli  voti  Äk>xundria  uul'  dem  heoteii 
ege,  die  erste  Mat^hl  im  Ki'iclie  zu  werden  und  Ostrom  in  einen  Kirchen- 
At    umzuwandeln.     Der  Sturz    den  ägyptischen  Kicrarvlicn  war  dah«r 

Kdie  byzantinische  ficgiening  eine  Lehc-nsfrage.  Sehr  klug  vorstand 
M,  in  der  wiiMtrömiäuliitn  Kogic-rung  und  vur  allem  in  dem  Kirchen- 
■aten  von  Alt^Itom  wertvolle  Buiide»genos»en  zu  gewinnen.  Auf  der 
Dode  von  ("haJkedon  -IT}!  wurde  den  äuflserst  widerwilligen  I*rillaten  Ans  i'^1 
teils  ein  im  voran»  mit  Itom  abgeredetes  Glaubentthokenntniä  üienilieb 
roräUDcli  aufgoEwungüiu  die  leitenden  kaitierliclieii  Komminsare  han- 
Itan  durchaus  im  Einverständnis  mit  den  päpstlichen  Legalen.  Dies- 
roe  ward  entsetzt  und  wanderte  ins  Exil,  wie  einst  Meatorios.  Des 
ttern  treue«te  Anhänger,  Theodnretos  von  Kyroa  und  Ibns  von  EdcflHi, 
irdoD  rehabilitiert.  Der  ostroiniitcho  Staat  hatte  siegreich  soiuu  Sou> 
rftautAt  auch  in  kirchliche»  Dingen  aufs  neue  errungen. 

Was  die  äusseren  Verhältnisse  botrifFt,  su  hat  Markianos  die  Tribut- 
ilungen  an  die  Hunnen  abgeHchaJTt;  Attila  wurde  durch  seine  Ver- 
mutungen mit  dem  Westen  verhindert,  thatkrftftjg  gegenüber  Byzanz 
buti'etcn.  Sein  baldiger  Untergang  beseitigte  definitiv  diese  Gefahr 
9  Ostreichs. 

Est  schien,  als  hätten  die  Morgenländer  die  Entscheidungen  von 
dkodon  willenlos  in  stummem  ^avcnsinn  entgegengenommen.  Aber 
pithieD  nur  so.  Die  alexaitdnnische  Luhre,  welche  einseitig  die  OoU- 
It  Christi  betont«  und  die  Menschheit  daneben  fast  verschwinden 
BS,  wnr  der  Ulnubo  des  frommen  Volkes  im  Osten.  In  Kleinasion,  in 
rien  und  namentlich  in  Äg>'pten  regton  sich  die  nur  enwhrcckten,  nicht 
bnutigten  Anhänger  der  Lulu*»  des  Kyrillos  und  des  Dioskoro».  Für 
LOStrOmiscfae  Reich  ist  vom  politischen  Standpunkt  aus  betrachtet  die 
■idieidung  von  C'balkedon  vielleicht  das  schwerste  Unglück  gewesen. 
n  batto  den  Sturz  dos  alexandrinischen  Universalpapstos  um  den  Preis 
r  inaoreo  gt-istigcn  /crklurtung  dos  tiesamtstautos  erkauft.  In  eiimr 
riode,  wo  jtider  politische  Gedanke  im  kirchlichen  Bewusstsein  aufging, 
unmerte  sich  das  gnechenfeindliche  syrische  und  ägyptische  National- 
■nuwtsein  an  die  antichalkedonensische  Friesterlehre.  Das  sollte  bereit« 
iffciand  Nachfolger  Leon  I  (457—474)  in  nicht  misszu verstehender  Weise  1j7— 474 
Uiron.  — 

^  Leon,  zubenannt  der  Grosse,  ein  orthodoxer  Grieche  thrakischer  11er- 
nft,  verdankte  den  Thron  dem  allmächtigen  magister  militum  per  orien- 
n,  dem  Alanen  Aspar;  diesen  hinderte  sein  arianischor  Glaube,  selbst 
n  Thron  zu  boBteigon;  aber  während  der  ganzen  ersten  Uälfte  von 
oos  Itegierung  konzentrierte  sich  die  Staatsgewalt  in  seinen  Händen. 
^  Leon  liess  sich,  wie  Markian,  durch  Anatolios,  den  Patriai'chen  der 
■pt^ttadt,  7.  Februar  457  krönen.  Aspar,  wie  Gaina».  stutzte  sich  auf  7.  Fobr. 
■  germanischo  Klemeiit  im  Heere,  und  es  schien,  dass  er,  wio  gleich-  ■*^' 
Ug  Uicinivr  in  Italion,  diu  Kollu  des  Künigniachers  spielen  wolle.  In- 
xu  diesem  Zwecke  hatte  er  sich  in  der  Walil  Leons  vergriffen, 
war  kein  Schattenkaiser  wie  Authemius  oder  Ulybrius.    Gegen  die 


920 


Abrisa  dar  byuuitinücheii  Eaiaorgeacbicht«. 


468 


4T1 


8.  Febr. 
474 


\ 


475 


Prftponderanz  tler  Gitrmanen  spielto  «r  die  neugeworbene  einheüuMl 
Leibwache  der  Isaunor  aus.  Ilir  General,  ein  verschlagener  und  jMM 
geainntcr  Boi'bar,  Tarasikodii^A.  wurde  unter  dem  wohlklingenden  Nim 
Zenon  holleuislcrt  und  mit  der  Kftitn'Hticlitur  Are«dne  vermählt.  Nur  J 
Muhe  erzwung  Aspar  die  endliche  Erfüllung  eines  kaiaerlichen  Veraprocbia 
wodurch  sein  Sohn  Patrikto<4  CiUar  wurde.  Die  gTy>s»artige  Flottanexpedltifl 
dw  Kaisers  gegen  den  meilertrÄclitigcri  nfrik&riischon  .Socräubt-rstaal  d 
Vandalen  schcit«rte  an  der  gänzliche»  Unfähigkeit  des  AdmiraU,  d 
kaiserlichen  Schwagers  Basiliskos.  Aspar  soll  die  Ernennung  de«  anmd 
tHrischen  geizigen  Koni niamlan ton  aus  Riforsucht  hcgOnKtigl  haWn,  «■ 
er  dem  Kaiser  Kriegsruhm  luisegönnto.  Krst  471  wurden  Aspur  undtd 
Sühn  Ardabnriqs  auf  Befehl  des  KaiKere  getfitet.  Die  Kutaalrophe,  weldl 
den  Regenten  von  einem  ISatigen  Majordomat  und  das  Weich  voB  im 
GerniHuenherrschafl  befreitü.  machte  auf  die  Zeitgenossin  einen  g«*il- 
tigen  Eindruck  und  lebte  noch  lange  im  Sprichwert  weiter. 

Im  Kirchenregiment  setzte  Leon  die  Politik  «eines  Vorgängers  Im* 
aequent  fort.  Oleich  nach  Markians  Tode  hatten  die  Alexandriner  in 
ihnen  aufgedningeiien  Patriarchen  Proterios  ermordet.  Der  Elende  hatte 
dies  Schicksal  reichlich  verdient,  da  er,  ursprQnglich  eine  Kreatnr  im 
Dioükoro»,  sieh  als  geftigiges  Werkzeug  der  Gegner  hatte  missbraudHl 
lassen.  Ein  eifriger  Anhänger  des  Dioskoros,  Timotlieos,  wurde  ü  t»^ 
bulenter  Weise  auf  Marcus'  Stuhl  erhoben.  Leon  nahm  die  Sa4:ba  sdr 
ernst;  ein  neues  KonKil  zu  berufen,  ging  nicht  an;  das  wKre  ein  offoMB 
Mistütrauonsvotum  gegen  Clialkedon  gvweKon.  Wohl  aber  erbat  Bick  dv 
Kaiser  geistliche  Gutachten  von  den  Metropoliten  und  ßischttCen  «imt- 
licher  Ktrchenprovinzen  und  von  einigen  hervorragenden  Theologen  sudh 
Reichs.  ]>ieselben  fielen  weit  überwiegend  zu  Gunsten  t'halkudou  ib. 
Der  Usurpat'Or  wurde  exiliert,  und  Timuthuoe  mit  dem  Betnamen  Bao- 
likos  —  das  erste  Mol,  dass  die  orthodoxe  Partei  als  Kdnigspartei  (M«f- 
Chiton)  bezeichnet  wird  —  nahm  den  alexandrinischen  Thron  ein.  Ec  i>t 
die»  einer  der  seltenen  Fälle,  wo  die  byzanfimscho  Kegierung  eine  gtttk- 
liche  Eand  in  den  so  zart  anzufassenden  Kirchunsachon  Keigto.  TiiBotkM» 
bewies  sich  —  ftlr  die  damalige  Zeit  unerhört  —  als  einen  milden  viA 
toleranten  Prälaten.  Er  gewann  die  Liebe  und  Hochachtung  eellwl  eümr 
kirchlichen  Gegner;  die  Kommunion  verweigerten  sie  freilich  ancb  ihm. 

Bei  seinem  Tode,  vi.  Februar -ITI,  hatte  Leon  das  Keich  »einea  D»* 
mündigen   gleichnamigen    Enkel,    dem   Sohne  Zenons   und   der 
hinterlassen.     Leon  der  jüngere  erhob  474  »einen  Vater  durch  fw 
KrOuuug  zum  Mitkaiser  und  starb  so  pliStzlieh.  dass  dieser,  jetzt 
Tbroninhaber,  sich  ganz  natürlich  dem  verruchtesten  Verdachte 

Zenon  der  neue  Kaiser,  welcher  sieh  auf  seine  Landtdeuto,  die  p 
und  verliasätcn  Isauner,   stützte,   war  in  hohem  Grade   unpopulir. 
ehrgeizige  Kaiserin-Mutter  Verina  suchte  darum  ihren  Bruder,  dea 
fähigen  Basiliskos,    auf  den  Thron   zu  erheben.     Einer  der  bedeul 
isaurischen    Generale.    IIlus.    nahm   an    dem    Komplotte   teil.     EdH«  (> 
musste  Zenon  mit  seiner  Gattin  in  sein  Heimatland  Siolien.     In  Koi 
tinopel  machte  sich  die  Volkswut  in  einer  iBauricichen  Vesper  Luft. 


■  L  Di«  TOrjiiBtmEESe^^ecli«  (3SS-il8).  921 

UskoH  stutzte  flicil  auf  die  während  eines  Monachcnaltoi-s  untorilrilvkte 
jnonophyai tische  Partei.  Dor  exilierte  Timntheos  kehrte  unter  dem  Jauchzen 
des  Volkes  nach  Alexandria  zurück.  Die  asiatinchen  Bischöfe  beeilten 
sich,  ihre  ZusUmmung  zu  dem  neuen  RuiL-huglauben  nuszusprochoD.  Allein 
Bastliiiko»  machte  einen  unverzeihhcliun  Fehler.  Auf  den  Rat  des  be- 
üchränklen  Aiopters  suchte  er  die  von  Johannes  Chryaostomon  gegrllndet«, 
in  Chalkedon  feierlich  hextätigte  l'atriarchalgewalt  dc-s  liauptHtädtischen 
PrftiHlen  wieder  anfztihcheri  und  Epheso»,  der  Stadt  Johannen  des  Theo- 
logen, iliron  alten  Primat  zurückzugeben.  Dadurch  beleidigte  er  den 
frommen,  vom  Volke  Bchwärmerisch  verehrten  und  Überaus  staataklugen 
Patriarchen  Akakio3.  Auf  die  Volkt^mst  bauend»  hielt  dieflor  an  der 
chalkedonensiüchen  Orthodoxie  fest,  und  am  Bosporus  redete  von  seiner 
Sftote  herunter  der  Stylit  Daniel  Tür  die  gotHlirdcie  UechtgliUibigkeit. 
Tergeben»  widerrief  jct^t  Basiliskos  den  Glauben  seines  eigenen  Uund- 
Bchreibens.  Itlus  und  sein  Bruder  Trokundo»  traten  nun  zu  Zenon  Ober. 
BaMiliskos  und  seine  Kamilic  wurden  iu  einem  isauriMchün  Kastolle  dem 
Uiitigortodo  proiBgfgcbon. 

Zenon  verdankte  seine  WiederhorHtellung  (477)  in  erster  Linie  dem  477 
grossen  Patriarchen.  Es  war  daher  eine  venttändige  Itegiorungsmassregel, 
dtM  er  diesem  politisch  eminent  begabten  PriUaten  diu  Ordnung  der  roliglßsen 
Angelegenheiton  übcrliess.  Akakio»  entledigte  sich  dieser  dornen  vollen 
Aufgabe  in  mustergiltiger  Weise,  Das  von  ihm  verfaaste,  von  Zenon 
proklamierte  Henotikon  (1^2)  hat  für  zwei  Oenerationen  den  Kirchenfrieden  ^^ 
verbargt..  Es  hielt  fest  an  dem  alten,  allgemein  anerkannten  tilnubcn 
tdu  Nikaea  und  Ephosos:  die  unglückliche  Entscheidung  von  Chalkedon 
wurde  thatfiächltch  beseitigt.  Durch  die  Wiederherstellung  des  alten 
Glaubens  des  hl,  Kyriüos  wurde  jetzt  den  monopliysitischen  Patriarehen 
▼OD  Alexandrien  und  Antiochien  die  Möglichkeit  geboten,  wieder  mit  der 
Roielisktrcho  zu  kommunizieren.  Ihre  Gemeinden  mit  alleiniger  Äusiialime 
tiniger  unbedeutender  Eiferer  folgten  ihnen  nach.  Dadurch  wird  uns 
Wgreiflich,  dass  die  monophysiti-schen  Kirchen  Zenon  wie  seinen  gleich- 
gceinnten  Nachfolger  Anostaaioa  noch  heute  zu  den  Kalcnderheiligen 
lihlen.  Gegenüber  dem  unenn essliehen  Vorteil  des  wiederhergestellten 
kirchlichen  Friedens  innerhalb  dos  ganzen  Iteiclis  voruchlug  es  wenig,  daus 
der  Papst  von  Alt-Rom,  Felix  Ifl,  sich  feierlich  lostrennte.  Politisch  und 
ulionai  war  man  von  den  Lateinern  doch  geschieden;  als»  war  die  Kirchen- 
tnnnung  nur  die  notwendige  Konsequenz,  Akakios  der  Friedensstifter 
Lut  ab  %-oniehnister  Prülat  der  neu  geeinten  Kirche  wahrscheinlich  zuerst 
im  epftter  viel  umstrittenen  Titel  eines  ökumenischen  Patriarchen  an- 
gtnomDien, 

Bezüglich  der  staatlichen  VorliSltni.'se  blieb  Zenons  Regierung  auch 
fernerhin  unruhig  genug.  Zwar  die  Empörung  des  IVinzen  Markianos  179 
wurde  rasch  unterdrückt.  Viel  gefährlicher  wurde  eine  andcra  Persön- 
lichkeit. Der  Msfjister  officiorum  Illus  hatte  allmählich  eine  so  allgewal- 
tig St^^linng  am  Hofe  sich  erobert,  dass  er  in  den  nächsten  Jahren  als 
in  eigentliche  Beherrscher  des  Ostreichs  betrachtet  werden  kann.  Die 
Annee.  vorab  seine  Landsleute,  die  Isauricr,  waren  ihm  unbedingt  ergehen. 


1 


922 


Abrios  der  bjutnUaiscben  Kaiaergeacliicbt«. 


27.  Jim. 

im 


iSB 


ista 


Daneben  machte  or  den  üOnnor  der  Oelehi-ten  und  Litteraten.  *m  ie 
Heiheii  sich  vielfach  noch  die  hühoi-«n  Rcam(«n  ntkruticrton  und 
wülohon  Kahlreiclie  ofTone  oder  huimlicliu  Anhänger  di<s  HciduntuuiB 
so  Leontio«,  dor  Qonoral  des  thrakiHchen  Heerüs,  Pamprepioa,  Profeiwir  < 
in  Athon.  diimi  in  diT  XaiiptAtadt,  eine  hervorragende  stantttmi 
Kapuzität,  MarHos  und  andorv.  Da«  Po<;hvn  dßs  Illus  Huf  iiMoe  ül 
helirlicliknii  fiUirto  zu  lt«ib»nBen  mit  der  UusstTHt  iM.dbätb4.-wus8ttin  Ki 
jVj'cadiio  und  eiidhch  xiim  viiUigen  Bruch.  Tm  so  eigentümlicher  iM, 
der  KnlKor  diesem  gewi^äenlosen  Frevler  da.s  Militärkommando  des 
anvertraute.  OrTimhur  koiiitto  er  nicht  anders.  lllu.s  legte  min  dieMaxke' 
ab.  Er  verband  sich  mit  der  rasend  ehrgetüigen  Kai»ierin-HuUer  VuriM. 
welche  ganz  auf  «ein«  Pläne  einging.  Auf  seine  Veranlassung  krOnt«  tte 
zu  Tar.-JO.i  den  Leontios  als  Kaiser  und  empfahl  ihn  in  einer  Sakra  des 
UutorthtinL-n.  27.  .luni  464  hielt  dit^ur  »einen  feierlichen  Einsug  in  An- 
tiochieu.  Dasa  der  neue  Kaiser  und  »eine  aoioaton,  roino  Werkzeuge  io 
lllus'  Ffänden,  an  eine  liepnstination  des  Heidentums  gedacht  habd 
sollen,  ist  thnricliio  HchluMsfolgerung  ans  den  nachherigon  blutigen  Uv 
tyrieii  von  Philosophen  und  Orammatikcm,  welche  Zonon»  horgeririlt« 
Itegierung  betrieh.  Vielmehr  hat  die  Oegem^gierung  die  Vurtead 
der  chalkedonensischen  ItechtglAubigkeit  in  ihr  Programm  aufgenoi 
Damit  gewann  »io  diu  Sympathien  des  liehen  orientalischen  Klerus, 
in  Keinen  liurvon'agi>ndstcn  Mitgliedern  das  Uunotikon  verwarf.  Ali 
Lande  selbst  bildete  diese  Richtung  nur  eine  kleine  Minderheit  Das  Vo 
war  in  den  Händen  der  Mfincho  und  Styliten,  deren  Mehrzahl  monophyn- 
tisch  dachte.  Die  neue  Hegicrung  hatte  keinen  Halt  im  Volke,  und  » 
besiegte  der  von  Zenon  abgesandte  General,  der  Goto  Johannes,  den  lila* 
ohne  Mühe  und  schloss  ihn  in  demselben  ieauriscbcn  Kastell  Papyrioa 
ein,  welches  einst  die  %'erbannte  Kaiserin  Verina  und  den  Markianos  ruA 
genommen  hatte.  488  wurden  die  KOpfe  der  Kebellen  nach  KonstantiMpdl 
gesandt.  Eine  natürliche  Folge  war  die  Abnetxung  xiihlretchiT  l*iil«Mf 
de«  Osten»,  VDi'ub  des  Patriarchen  von  Antiochinn,  Kulandion.  I>ic  An 
hilnger  des  Chaicedonense  hatten  ihre  Parteinahme  fUr  IIlus  zu  büswo-j 
Nach  Antiochien  kam  ein  alter  GUnstling  Zonon-s  der  schon  einmal  wegi-oj 
seines  starr  monopliysiti»chen  Stund ptinktes  abgesetzt«  Petros.  der 
jetzt  Akakios'  Unionsforaiol  annahm.  Mit  dem  politischen  Umscbwun; 
Osten  hängt  auch  die  Schliessung  der  persischen  Schule  von  Edesa« 
sammen,  des  letzten  Horts  der  nestorianischen  llichtung,  4tj9.  [>ie  S^ 
gitiiiftiguiig  der  Monophysiten  in  den  Ostprovinzen  war.  vom  politürbaa 
Standpunkte  aus  beurteilt,  eine  sehr  verständige  MatHtregel.  IM  <&*  j 
Nestorianer  im  persischen  Reich  die  offiziell  anerkannte  christUcbe  Ki*'  I 
fussion  wurden,  begUnstigte  Rom  mit  Itepht  ihre  Todfeinde,  welche  mImj 
durch  ihre  (i  lau  benwich  tu  ng  die  beste  Garantie  für  patriotisch  rftniiidi»| 
Qeeinnnng  boten. 

Viel  bedenklicher  waren  die  Verhältnisse  in  der  ouropäischea  ReiHi»' 
hälfte  unter  Zenon.  Noch  einmal  wurden  die  aus  ihren  pannoaii«l>o 
SitJten  uimufhaltsam  nach  Süden  vordringenden  Goten  eine  stehende  Rö^J 
gefahr.     Ein  ölilck  war  es  fär  Zenon,  das6  neben  dem  Kön 


I.  Dio  TorjoBtiniaaeisch«  Epocbo  (39&— o 


naler,  (erst  den  drui  Bi'Utluru  und  dann  dem  genialen  Sofane  Theo- 
,  Theodericli  dem  Grossen),  ein  TähiKer  MilitÄr  geringerer  Herkunft 
rieh  «  ^iffti^iii  oder  der  Holm  des  Triariu»  von  den  OriecliDii  goiianiil, 
ftarktfn  Anhang  unter  soinum  Voiko  »ich  errang.  Dio  ßivalitüt  der 
Beerfiihrer  war  des  Reiches  Rettung.  Die  Regierung,  weltiho  das  Gold 
paite,  konnte  sicher  sein,  (itma,  wenn  einer  der  beiden  Theoderiche 
kämpfte,   der  andere  irich  auf  ihre  SoJto  schlug.     Frcitieh  der  je- 

Bundesgcnosso  pflegte  in  Thrakien  und  Makedonien  kaum  minder 
llich  zu  hausen,  als  der  offene  Feind.  478  und  481  griff  der  [Sohn 
iariuü.  487  Theoderich  der  (irosse  die  lt«iclishauptRtadt  an.  ßeidu 
(  mit  Erfolg  zui-iSck gewiesen.  Ein  ebenso  tapferer  aU  gltlrklicher 
'  erstand   dem   letxlvron    in   dem   rtiiniiüchen    Fuldherrn   8abini»nuB. 

baldiger  Tod  brachte  aber  das  Reich  in  neue  Bedrängnis,  zumal 
den  gewöhnlichen  Landskneoht^tod  des  f^obnes  des  TriariuB  der 
bnig,  den  Rom  vergebens  mit  den  Ehren  des  I'atriciiis  und 
b  auHgoseichnet  hatte,  freie  Hand  bekam.  Man  wies  den  un- 
In  ,Pöderati*  in  den  Donaulandscbaften  neue  Wohnsitze  an, 
^  Gesandtflcbaft  dea  fluchtigen  Rugierprinzen  die  Aufmerksamkeit 
^Mi  Goten  auf  Italien  lenkte.  Wie  schon  Odovakar  begehrt  hatte, 
^ma  aus  aU  kaiserlicher  Feldherr  und  Stutlbalter  di-s  Westens  an- 
l  rai  werden,  «o  wurde  jotxt,  da  man  noch  immer  von  der  Btaats- 
lAu^iassung  geleitet  wurde,  dass  daü  rOmtsche  Reich  ungeteilt  sei, 
tbatäächUcb  durch  Vertrag  mit  Kaiser  Xenon  zimi  Nachfolger 
reiten  Inhaber  dieHe»  Amtes  eingesetzt,  und  «eine  föderierten  fler- 
. waren  kai.-4urltchü  Soldaten.  Vom  Kaiser  erbat  or  den  Purpur,  und 
e)t  ihn  von  seinem  Nachfolger  Anaslasios.  Stets  betonte  Theuderich 
irhältnis  der  Abhängigkeit  zum  Kaiser.  Dieser  freilich,  kein  staat»- 
ther  Doktrinär,  sondern  ein  sehr  kilbl  abwAgender  Realpolitiker,  atmete 
tort  erst  auf.  als  dieser  .loyale  Unterthan''  durch  den  Sieg  Ober 
Wr  bt'i  Vurona  definitiv  in  Italien  fosiguhallen  wurde.  So  hatte  das 
endgültig  die  Gefahr,  eine  germanische  Uerrscherrasse  zu  orlia]t«n, 
bdea. 

tei  Zcnons  Tod  II.  April  491  zeigte  sich  die  Stärke  de«  dynastiachen 
U  Die  KaiM-rwahl  hing  von  der  Kaim)rin-Witwe  Areadne,  dor  Tochter 
ab,  und  sie  wählt«  zum  Kaiser  und  Gatten  zugleich  einen  altbewährten 
imlen,  den  Silentiarier  Anastasios  (491—518).  der  —  charakteri- 
fttr  diese  Zeit  ■  -  niolit  lange  vorher  beinahe  Patriarch  von  Antiochien 
Ion  wfire.  Seine  Regierung  war  im  Vergleich  zu  der  Zonons  eine  vor- 
mässig  ruhige.  Gleich  zu  Anfang  kam  es  freilich  zu  Auseinauder- 
fen  mit  den  Isauriem.  Ihr  Landsmann  Zonon  hatte  diesem  raub*  und 
ttigen  (iesindel  des  gebirgigen  SOdklcinasimt^  eine  Art  Prätorianerstel- 
I  der  Hauptittadt  gewAbrt  Dio  Verwandten  und  der  Anhang  Zenons 
letttn  dio  wichtigstcu  Militärbcrehlshaberstellen.  Der  Kaiser  Huchtc  sie 
aus  der  Hauptstadt  zu  entfernen,  ohne  ihren  Rang  und  ihre  Stellung 
letzen.  Allein  die  turbulenten  Massen,  von  ihren  Führern  verhetzt, 
^n  den  Bürgerkrieg.  Nun  zeigte  sich  auch  der  Kaiser  energisch, 
tzog  den  Isauriem  die  Kornrationen.     In   blutigem  Kampf  wurden 


47r*.  4SI 

4S7 

479 

4St 


11.  Apr. 
491 


491-S16 


AbrUs  der  Ityxaiitl&fHbeit  EaUsreMchiebt«. 


sie  aufi  der  Hauptstadt  gcwoi-fen.  Aber  Zenons  Bruder,  Loogino«. 
selbst  nucli  dem  Diadem  getrachtet,  Btellte  sich  an  die  Spitze  der  Reb 
Der  Krieg  dauerte  im  Küdlidieii  Kleiiiatiien  »cchs  Julire.  An  der  Spit 
d08  Auffttands,  der  immer  mehr  einen  natioiialea  Charakter  anniha 
standen  beliebte  Führer.  Unter  ihnen  befand  sich  der  «heoialige  B» 
bisehor  vun  Apaineia,  Konon,   welcher  das  Oohetbuch   mit  dem  Sehwtrilj 

403  vertau»L-ht  hatte.     Iridevseu  nwh   dem  grosecn  Siege  von  Kotyaeion  (t 
nahm   der   Aufstand  dun   üblichcD    Charakter  des   Quenllaäkampfes 
Festirngdkriegea  von  nur  lokaler  Bedeutung  an.     Die  ontröniisch« 
rang  war  die  isauri.icho  GeiR^el  1o». 

Die  entvftikerten  Nordprovinzen  der  europiliBcho»  Hoichehälfte  wtm 
seit  dem  Abzüge  der  fioten  unaufhörlichen  Einfällen  der  jenseitigeB  ßu- 
B8.  M>&.  baren  preisgegeben.     40:i,  TiOr»  und  '>17  werden  uuh  Rinbrftclie  dt-r  (ioUi. 

'  unter  denen  man  die  damalx  einwandernden  slaviacheii  StAntme  n  m^ 
ateben  pflegt,  gemeldet.   Sie  hoi«iegen  die  rnmiacben  Keldherm  und  dringm 

409  verwn^toiid  in  Thrukiiin,  Makedonien  und  ThctMalie»  ein.  499  bräigeo 
die  fiiinischon  Bulgai-en  den  Römern  eine  schwere  Niederlage  am  Zurta- 

S02  flosae  bei  und  502  verwüsten  (tie  Thrakien.  Durch  den  Bau  der  Imigu 
Mauer  »chfltxte  der  Kaiser  die  HeRidenz.    So  ist  ttieaeiOiKtche  als  Anbuist- 

507  [tiiiüct  für  die  Sla\-iiiieruiig  der  Balknnhnibin.'iel  von  wclt^eecliicbtlich« 
Bedeutung. 

Weitaus  der  wichtigste  aller  Kriege  unter  Anaataaios  war  der  nit 
den  Persern,  Über  den  wir  durch  die  gleichzeitige  Chronik  de»  «yriurhoi 
Styliten  Josua,  dos  Mönche»  de«  Klosters  Zuknin,  vorzüglich  unt«ni(Uct 
sind.  Die  alten  Vertrage  hatten  beide  Mächte  verletzt;  begründeten  An- 
lasa  gab  aber  llom,  indem  e«  die  christlichen  FUrsten  von  I*era9cll-A^ 
meiiien  in  seine  Klientel  nahm.  Die  mnnophysitischen  Armenier  mn» 
gricclient'renndlicli,  bi«  Justinian8  verkehrte  t'eliUk  ÜHtrom  um  tih  Sm* 
pathion  bei  diesem  Nachbaralaate  brachte.  Kavadh  eröffnete  den  Kampf 
502  im  Sommer  ,102  und  eroberte  Theodosiupolis  (Karin,  Ersenim)  die  Iliia|it- 

508  Stadt  des  rfimi-schen  Armenien».  Im  Beginn  503  fiel  Aniida,  da*  Hanjrt- 
hoUwcrk  der  mc«opotamischen  Reichsgrenze,  nach  dreimonatJiclier  Be- 
lagerung durch  Verrat.     Diu  unglückliche  Stadt  hatte  die  ganze  Wut  i« 

A04  entmenschten  Sieger  zu  fühlen  und  wurde  erst  r>04  den  Römüm  vkia 
überlassen.  Unter  den  rnmisclien  Führern  zeichnete  sich  namentUcli  <br 
magister  offlciorum  Ccler  au».  Sowohl  das  rfimische,  als  das  persi»cie 
Mesopotamien  litten  furchtbar  unter  den  Plünderung»-  und  VerwUstiing»- 
Zügen    von    Freund    und    Feind.      Endlich    nuehdeni    beide    Parteien 

506  ftusöorste  erschHpft  waren,  kam  506  der  Friede  zu  Stande,  wekb« 
bisherigen  Status  quo  herstellte.  Die  BedrSngnis  dar  Perser  durch 
NordviÜkor  benutzte  dor  Kaiser  »ehr  klug,  freilich  vt^rtrasswidrig 
Ausbau  der  wichtigen  Festung  Dara,  welche  Nisihis  im  Schach  halten  i 

Im  Innern  war  die  Regierung  eifrig  auf  Reformen  bedacht 
wird  dem   Kaiser  von  den  Zeitgenossen   wie  den  Spätem  die  Ab 
der  alle  Stande  hart  drückenden  Steuer  des  Chrysargyrona  an; 
Auch    dem   Ämterkanf   versuchte   «r   cntgogonzutreten.    Charakteris 
für   die  a,sketi8eh-m3nchieche  Anschauung  der  Zeit    ist,  das»  »an  d*l 


idiffil 


I.  Die  rorjnatiniuieUob*  Epoob«  (SdS—SlB). 


D2G 


Iko  Bogar  «lic  unschuldigon  KiirnevalBvorgnügungen  raubte,  in  detion  man        l 
ern>sto  dce  Ufidentums  sah.  Wie  Anastaaios'  ZeitgenoHse  Papst  Gelaaius 
KoRi   das  Lu per k alienfest  definitiv  untersagte,  »o  verbot  der  Kaiser  die 
Dze  der  in  Mädrben  verkleideten  Knaben  untl  lioh  da»  Maife»t  der  Bi'yta 
t  seinen  volkstdinlichciQ  Fe»ttÜiizcn  auf.  weil  der  Übermut  der  trunkenen 
Qgo  zu  wiederholten  Haien  blutige  SehlSgorcien  und  Mordtliaten  ver- 
aast liatt«.     Als  ein  Zeichen  wahrhaft  christlichen  Mutes  muss  aber       i 
'   Regierung   die  Abschaffung   der   hOchst   populären   Venationes   ange-        | 
luiet  worden,  der  blutigen  Uladiatoronkiinipfe  gegen  Hestien  im  CIrcus.        i 

Wichtiger  als  in  politisuiicr   ist  Atiutita^luä'  Itegiorung  in  kircblichor 
dehung.     Der  Kaiser  war  nitht,   wie   auiii  Vorgänger,   ein  Freund   der        , 
nophysiten  aus  l'oHtik,  sondern  er  folgte  dieser  kirchlichen  Itichtung 
i  innerster  HerzensÜberzeugung.    Sein  liauptberater,  der  Syrier  Marino», 
r  gtoichfall»  eiitfchiedeitcr  Monophyait.     Indessen  schlug  der  Kaiser  in       i 
hurcidichen  Politik  einen  Mittelweg  ein.     Da  Europa  und  namentlich       1 
rHauptstädt  dem  Cbaicedoncnse  geneigt  wai-en,  duldete  er  zuerst  ala 
triarchen  den  ebenso  gesinnten  Euphemios,  und  nach  dessen  Absetzung 
5  UDlenieichnete  zwar  «ein  Nachfolger  Makedonios  das  Henottkon.  zeigte  496 
h  aber  sonst  als  einen  cnt»chluK»enen  Gegner  der  kaiserlichen  Kirehon- 
itik.     Von  den  Ostprovinzen   war  Ägypten  ebenso  entschieden  mono- 
)rsitis4;h,  als  Palästina  mit  seinen  zahlreichen  MGnchskoIonien  orthodox,        i 
Syrien  hcn^schte  die  milde  Mittelpartei  Flaviana,     ]>as  henottkon  als 
ÜÄsaymbol  war  allgoniein  anerkannt;  nur  in  seiner  Interpretation  zeigten        I 
h  die  tiefgreifenden  I'tirtoispaltungen.    Die  Ägypter  und  extremen  Mo- 
pbyäiten  erklärten,  durch  dasiselbe  werde  das  Ohaicedonense  verworfen, 
lirend  mau  umgekehrt  in  der  Haupt«tAdt  die  Annahme  der  Konzils- 
KhlURHe   hinein   interpretierte.     Die  Mittolpartoi   schwieg   klüglich   Über 
I  diffizile  Thema,  sprach  aber,  von  den  strengen  Monophysilen  gedrängt,         , 
Khana  folgerichtig  das  Anathem  au«i<ior  Über  Nestorios  auch  Über  dio       j 
leren   Häupter  der  antiochenischen  äcliule.  namentlich  Über  Diodoro«       1 
D  Tarsos  und  Tlieodoros  von  Mupsuheätia  aus.    Anastaaios  benabm  sich 
Merordentlich   verständig.     In  den   durch    Abstammung,  Sprache   und 
•diiclite  so  vJillig  getrennten  Provinzen   liess   er  einlach  die  bisherigen        | 
Dwche  und  geltenden  Anschauungen  gewähren.    Die  Regierung  gab  sich 
I  redlichste  MQho  den  Frieden  zu  erhalten  und  eine  Einigung  xu  erzielen. 
Ibet  mit  Kom,  dem  Uort  der  Orthodoxen,  suchten  der  Kaiser  und  seine 
triarchen    wiederholt  sieb   zu  versübnen.     Unter  dem   milden   Papste 
lastasius  II  schienen  die  Unterhandlungen  von  Erfolg  begleitet.     Allein 
n  baldiger  Tod    verkümmerte  alle  Friedoushoffnuugen.     Denn  die  von  498 
an  hartnäckig    festgehaltene    Bedingung    der   Streichung    dos  Akakies 
■  den  Kirohenbüehern   war  für  Ostroms  Ehre  unannehmbar.     Anderer- 
ita  sandten   die  starren  Monophy.siten  unaufhürlich  Mönchsdeputationen 
oh  der  Hauptetadt.     Ihre  Häupter,  der  geniale  Scvcros  und  der  encr- 
Kfae  XenaTaa  von  Uierapolis,   hatten   dos  Kaisers  Ohr.    Synoden   über 
noden  wurden  gehalten   und  verliefen  gleichmässig  rcsultatlos.     In  den         , 
nlliapollen  sang  man   das  Trishagion  mit  dem  monophysitischen  Zusatz:        ' 
|tt)  d«r  für  uns  gekreuzigt  ward.    Die  turbulente  Stadtbevölkerung  von 


tf2(t  Abriae  der  brsKiitiiiiaclien  EBiaergeaehlclito.  ^M 

Korintantinopal,  woirtic  mcIi  smist  nur  fDr  (.'iiviiarcitor  und  TrniM>zkQnill^| 
begeisterte  nnd  erbiUcte,  uurf  «ich  mit  tlorticItH'n  Iiibninst  jetzt  zuni  Pitnfl 
äer  Orthodoxie   anf    und    meutert«   in  gefahrdrolit^iider    Weiee   (&r  dlfl 

612  Glauben.  Der  erztlnite  Kaiser  Bchrieb  eine  Synode  nach  Sidon  anü  IiUfl 
welche  ttiiio  unnii.ssvorHtilnd)ic)ie  Antvort  geben  sollte.  Allein  die  UufH 
und  ma&HvelloD  Loiter  derselben,  Flavinn  von  Antiochivn  und  Elias  tih 
.lei-uaalem ,  hinderten  zum  Arger  der  von  der  Kamarilla  b«gilnstigl^| 
Kxnltierten  jede  extreme  Massregel.  Der  Kaiser  war  allmählich  alt.  m^ 
genutzt  und  verdrieHslich  geworden.  Er  hatte  ä&s  langweilige  VerhaiuMn  i 
mit  do»  ewig  unbelelirharrüi  Theologen  mtt  und  warf  nicIi  kurz  ontschkoHB  n 
dtin  entgeh iediinen  Muiiophysitun  in  diu  Arme.  So  brach  er  bewnMt  bS  I 
seiner  bisherigen  niassvollen  Kirchenpolitik.  Er  war  eben,  meint  drr 
milde  Stylit  .loHua,  tliOncht  wie  der  alte  Salomo,  geworden. 

Makedooio»   wurde    durch    den   »jtrciig   monopliysitiidie»  'nmoUiMia  | 
ersotxti  der  »ogloioh   mit  den  Kirchen  des  0»t«nii   in  Geinein»cfaaft  tnt 
Flevian  von  Antiochien,  bald   auch  Elias  von  Jerusalem    wanderteu  iiR 
Exil ,    und    daa    geistige   Haupt   der  Monophysiten    Severos   bestieg  dfo 

613  apoBtoliBchen  Stuhl  von  Antiochii^n.  Auf  der  Synode  van  Tyrt»  ^13 
wurde  daa  Henotikon  unter  Verdauunung  des  Chalcedoncnsu  feierlich  ren- 
pjort.  Indessen  auch  hier  seigte  sich  diu  Milde  de«  Kaisers.  Er  tctM 
dem  Statthalter  von  PhJinicia  Libanen.sis  ausdrücklich  jede  AnmidBil 
von  Gewalt  gegen  die  widerspenstigen  Bi-scbüfe  von  Kplpiianeia  railAr»- 
thusa:  ,er  wolle  auch  in  bedenklichen  und  wichtigen  Fftlten  keine  Strt/r 
eintreten  lassen,  wenn  dabei  auch  nur  ein  Tropfen  Blute«  sollt«  verg«»»« 
werden." 

Allein  es  fehlte  \-iel,  dass  der  Umnchwnng  der  Regiemagapolitik  ii 
M2  den  europäiachon  Ih-ovinKen  widerstandslos  hingenommen  wurde.  üU 
kam  es  in  der  Hatipt^tiidt  zu  cinor  fürchterlichen.  dit<  Kroue  selbst  fh 
fährdcnduit  Uevolutiüu;  natürlich  rebellierte  man  nur  zur  VerteidigiMg 
der  gefährdeten  Orthodoxie.  I>ie  Hfluser  des  Marino»  und  iIm  Pri- 
fekten  Plato»  wurden  geplündert  und  verbrannt.  Kinige  HnglQckIkfc» 
monophysitisehc  MiJncho  fielen,  ein  Opfer  der  Volkuwut,  Aliwech»flii4 
mit  djcsen  Greueln  sang  dann  die  Menge  tagelang  Hymne»  mit  urth«- 
dosem  Texte  im  Circus.  Man  rief  bereits  den  AreobindoA  als  neuen  Kusrr 
aus,  nis  plötzlich  oiine  Dindcni  nnd  kaiserlichen  Srhmiick  AnastAnoa  'm 
Circus  uruchieu  und  durch  den  Uerold  seine  Bereitwilligkeit  abKudanko 
erklärte:  aber  eine  Herrscliaft  der  vielköpfigen  Menge  sei  «in«  Uaarfg- 
liübkeit.  Einem  Einagen  mUaee  die  Leitung  des  Staates  Dbeflngw 
Werden.  Die  furchtlose  Sprache  de«  greisen  Monarchen  wirkt«  wio  dl  | 
Zauberbann  auf  die  Menge.  Sie  jubelte  ihm  von  neuem  als  Katscr  n 
und  zerstieuie  sich.  Die  Regierung  stellt«  sogloich  mit  eromer  Enerp* 
vOlligti  Ituhe  wieder  her. 

Diese  Stimmung  der  Wostprovinzon  machte  sich  ein  General  zo  Nutw- 
£U  514    erhob    in   den    Donaup^o^^^zen  Vitnlian,    ein    geboruner  M&rier,  «u» 
ebenso   roher  als  ehrgeiziger  Mann  die  Fahne  des  Aufruhrs.     Die  retW* 
gÜluhige  Lehre  war  ihm  genau  so  gleichgültig  wie  einst  dem  Illus.    Abtf  i 
er   war,    wenn  er  diu  Veiteidigung  des  Cliulcedoneintc  in  »ein  Frvi 


I.  IHe  TorjnatiiilaiiBlaebe  Epoobe  {S95  -SIS}. 


927 


ftofnatim,  der  Syinputhicn  von  KIoi-um  utid  Volk  in  Europa  gewiss.  JJit 
einem  gewaltigt-n  Heere,  angeblich  ßüüUO  „Ilunoen",  rückte  er  .114  gegen  014 
difl  KeichsliauptHtailt  und  er-trhreckte  den  Kaiser  dermaKHen,  Awa  er  euch 
auf  Friedensnnterhanilinngpn  cinlioas  nnd  ein  Konzil  zur  Union  mit  den 
Ahcndlitniloni  zu  iienifcn  voruprAcli.  Kaum  war  Vitalian  zurüctcgozogon,  ■ 
wurde  der  Feldherr  Kyrillos  gegen  ihn  gesandt,  aber  geschlagen.  Des  \ 
KiüserH  eigener  NefTe  FTypatios  erlitt  eine  fürchterliche  Niederlage.  Sein 
Ueor  ward  grösstenteils  vernichtet,  er  selbst  gefangen.  Wie  schon  früher 
OdesM«  und  Anchinlos,  so  (icl  jetzt  Sozopolis  in  die  Gewalt  de«  Robellea. 
Aueh  zur  S(Hi  bedrohte  er  die  Kosidenz.  Der  Kitiser  muHste  seinen  Neffen 
loskaufen,  50W0  Pfund  Goldes  zahlen,  und  Vitalian  erhielt  eine  offizielle 
Anerkennung  als  magister  militum  per  Thraciam.  tHt>  Synode  von  Hera- 
kleia,  ohsohon  mit  ErlaubniB  Thoodorichs  auch  I'npst  Hormisdas  »eine  Le- 
gaten geschickt  hatte,  kam  nicht  zu  Stande,  woran  wohl  weniger,  wie 
Theophane«  meldet,  die  üweizUngigkeit  des  Kaisera  die  Schuld  trug,  als 
der  kirchenpolitische  nnd  dngmatischo  Standpunkt  Roma,  mit  dem  jede 
finigung  för  das  damalige  Byzanz  untiiöglioh  war.  Dos  Jahr  510  sah  ^l'o 
neue  KSmpfe  zwii^ioheD  dein  unhotniiis^gen  Scytheii  und  dem  Kaiser. 
■Uein  der  entscheidende  See»iog  des  Marinos  unweit  Sykfie  (bei  ByÜtaria) 
^MchatTte  endlich  der  Hauptstadt  Ruhe.  Vitalian  zog  sieh  nueh  dem 
Norden  zurllek;  seine  Bewegung  war  definitiv  gescheitert- 

Dem  alternden  Kaiser  machte  derKU-rui«  uiiaufliitriich  zu  schaffen.  Die 
io  t'alüstina  hochmiichtigen  Mönche  und  Eremiten  unter  Führung  des  hl.  Sabas 
imd  seiner  Freunde  verunstalteten  grosse  PreteHlmeetings  gegen  die  in 
Üonstantinopel  rezipierte  Hoftheologie,  und  in  Alexandria  kam  es  zu  einer 
kleinen  Erneute,  weil  &17  der  griechische  Stadtadel  ohne  Befragen  von 
Klerus  und  Volk  den  neuen  Patriarchen  Dioskoros  eingesetzt  hatte.  Tn- 
(Ussen  der  gewandte  l^ftlat  vorstand  es,  äolne  Ueguor  zu  gewinnen  und 
durch  oino  persönliche  Reise  nach  Konstant!  nopcl  auch  die  Regierung 
wieder  zu  %-er8Öhnen.  Bereits  7^U^  war  Areadne  gestorben.  St.  April  Ö18 
tägbe  endlich  der  hochhet^gte  Gatte  ihr  nach.  Der  8chwarh8innige 
Oreis  hatte  schliesslich  jede  Initiative  und  Entschlu.tsfahigkoit  verloren, 
■oda«e  er  Ober  die  Roichsnnchfolge  —  er  bosass  eine  einäustiruiohe 
nd  nicht  talentlose  Verwandtschaft  —  tliörichter  Weise  gar  nichts  fest- 
fBBetzt  hat 

Mit  AnastasJoa*  Tode  geht  die  erste  Periode  der  oströmisoheu  Oe- 
■chicht«  zu  Ende.  Die  zweimal  di-ohonde  Gefahr,  oiner  gei-manimhon 
Krifgvrkfiste.  gleich  dem  Westen,  zum  Opfer  zu  fallen,  war  glücklich  und 
definitiv  abgewandt  worden.  In  einer  Periode,  welche  an  religiöser  und 
kirchlicher  Aufgeregtheit  vielleicht  nur  dem  XVI.  Jahrhundert  vergleichbar 
iil,  hatte  die  kai.icriiehe  Regierung  im  ganzen  nnssoiordentlich  viel  Takt 
md  Gewandtheit  bewiesen.  Sieht  man  von  den  Missgrtffen  aus  AnastaHos' 
Endjahren  ab,  schien  sich  altes  aufs  beste  anzulassen;  die  erregten  Geister 
imato  alhnählich  wieder  zur  Vernunft.  Dass  der  Westen  achmollte,  war 
'IMiMiBache.  Indessen  diese  guten  Aus;i;ichten  zcrstJJrte  der  brennende 
Shrgeix  eines  beschränkten,  aber  an  Grüssenwahn  leidenden  Fürsten. 


9.  Aur. 


028 


AbrisB  d«r  bfian  Uni  sehen  EuMr^escliicbt«. 


11.  Das  Zeitalter  Justinians  und  seiner  NachTolger 

(516—610). 


Mit  der  Reiclissiiccessioii  beschäftigte  .•«cli  bei  der  nironvaktm 
allgewaltige  Kümiiibrliiig  Anianttos-  Kr  beab^cliligto,  soiuuu  XuffuD  Tbl»-' 
ktistoa  ih  KAisor  ausrufen  za  lassen.  Zu  d)e«um  Zwecke  übergab  er  den 
Illyrier  Justia,  wok-ber  ala  BefebUhuber  ier  Palastgarde,  als  comee  o* 
cubitonim,  eine  der  angesehenaton  llof^toUen  bekleidete,  die  aütigwi  reic^ 
Mittel,  wekhc  die»e  mächtigen  Prätorianer  fQr  die  PlAne  dee  VencbnittwM 
gewinnen  sollten.  Allein  der  versehinitxto  Illyrier  verwandte  dieselbeu  tut 
echter  Barbai-cn»cliUulieit  zur  eigenen  Proklamation.  Senat  und  Volk 
stimmten  wie  immer  bei.  Kriugsorfuhren  und  roIi,  galt  Justin  ab  eifriger 
Anhänger  der  Orthodoxie.  Daes  Amautio«  gleich  beseitigt  ward,  rentüd 
sich  unter  den  damaligen  Verhältnissen  von  selbst.  Der  vollständige  (?»• 
»chwung  kam  in  der  neuen  glanzvollen  Stellung  Vitalians  zum  Ausdnui. 

S20  Er  erhielt  ein  hohes  Militärkouumiudo  und  r>2(i  die  Khi-e  des  Konsukla. 
Die  Regierung  Justinii  (Ö18 — 527)  iBt  arm  an  äusseren  Ereigutsttcn.  ktua 
mehr  als  das  Interregnum  und  die  Vorbereitung  ffir  dos  langjihrige  mk 
so  bedeutungsvolle  Uegiment  seines  Neffen.  Nur  wegen  der  kaakk', 
Bieüben  KlientelfUrston  kam  es  zu  unbodoutendun,  bald  beigelegten  K< 
flikten   mit    Pursiun.      Das  wiehtig»te  Ereignis   von  .lustins  Regierung  i 

Md  die  Wiederherstellung  der  Glnubonseinheit  mit  Alt^Kem  51d,  einer 
grOssten  Triumphe  des  Papsttums,  das  Werk  des  Kampaners  mit  peniMi 
Namen,  de»  Papstes  Hormisdas.  VitaUau  stand  hier  als  bewährler  Hort 
der  Orthodoxie  in  der  vordorstcn  Keihu.  Auf  seine  Veranlassung  «imlo 
das  geistige  Uuupt  der  Monophystten,  der  geniale  Sevorus  von  AutiocIÜM 
geächtet.  Es  ist  keine  Frage:  die  Regierung  sali  mit  steigender  üuwrgiw 
dem  Treiben  des  gewatttliäiigen  und  grundsatzlosou,  aber  bvi  den  Si^dalM 
höchst  beliebten  Mannes  lu.  Uewanu  er  noch  die  Sympathien  dos  Kltm, 
so  wurde  er  tJiat«ächlich  eine  politische  Gefahr  für  die  Dynwtie,  wis 
einst  der  Gardepräfekt  PlauUan  fUr  das  Haus  des  Scveme.  U«n  nr- 
steht  daher,  dass  die  Regierung  bereits  daa  folgende  Jahr  vor  den  im4- 
wendigen  Vorhreclicn  nicht  zurQckscbreckte,  den  faktischen  Mitregenten 
aus  dem  Wege  zu  räumen,  und  die  <5ffenÜiche  Meinung  wird  kaum  in  i» 
Irre  gegangen  sein,  wenn  sie  den  kaiserlichen  Keffen  aU  inlolli^ktoellm 
Urheber  bezeichnete.  Momentan  muaste  ober  die  Uvgierung,  ob  sie  woUU 
oder  nicht,  die  von  Vitalian  bezoielmeto  Bahn  der  Eirchenpolitik  W 
schreiten.  Die  Union  wurde  geschlossen  um  den  Preis  einer  uneriiörlN 
Demütigung  ftlr  Ostrom.  Das  Andoiikcn  des  nationalsten  KircIienfBreM 
wurde  geächtet,  der  Name  dos  grossen  Akakios  und  seiner  Nachfolger 
ans  den  Diptychen  gestrichen.  Ale  Erklärung  kann  man  nur  anneh: 
dass  dem  Kronprinzen  Justinian,  um  dessen  gewichtvolle  Zusttinmung 
Kurie  in  richtiger  Erkenntnis  von  deren  Bedeutung  ganx  besonders  eifi 
warb,  schon  damals  seine  Küunionspläne  dos  Wtwtreiejis  vorschwebten.  W 
man  die  Sympathien  der  lateinisch  redenden  Westpronnzen  und  \ 
t'influssreichen  streng  orthodoxen  Klerus  gewinnen,  war  die  Versöhm 
mit  Itom   unorl&isliche  Vorbedingung,    und  daßlr  konnte  ein  hoher  i 


"l 


n.  Daa  Zeitalter  Jaetiniftns  und  seiner  HachtolgOT  (518—610). 


929 


gexAlilt  worticii.  Mit  der  grOsstoii  HAH«  wurdv  der  nmit-  HtiuiUglnubo  in 
Kleinasicn  und  im  Orient  durchgeführt;  übur  fUnfzi(;BiHL-hüf«,  nipist  froromo, 
^lehrt«  um!  hoohbetttgto  Männer,  wurden  entsetzt  und  wanderten  in 
tiarte»  Kxü.  Nur  Ägypten  wagte  man  nicht  anzula-sten;  hier  fnnd  der 
tfonopliysittinmiiR  noch  weitere  ftlnfzclin  Jahro  ein  A»yl,  und  die  dahin 
pachteten  geistigeu  Spitzen  Syrien»  und  Kloina^euit  stritten  über  die 
Vtrwt'slichküit  oder  rnverwesüehkeit  von  CliriHti  Leib.  Für  Oetrom  war 
lie  Restauration  des  Chulcedoneiiae  ein  niclit  wieder  gut  zu  machender 
;io)itJ8ch«r  Fehler.  Überall  bemerkt  man  im  sechsten  Jahrhundert  ein  Er- 
vaehitn  de?:  nationalen  üewitgstHoini',  das  sich  aber  nach  der  Art  dieser 
Keit  »ur  kirchlich  fiusHcrn  konnte.  Die  Sg}-pti8<:he  und  diu  »yriMho 
Nationalkirche,  welche  unter  Ju»tinian  entstanden,  wandten  sieb  mit  Hass 
nxn  Reiche  ab;  die  gesamte  Bevölkerung  der  wichtigsten  Provinzen  wurde 
VOD  einor  partikularistischen,  anti dynastischen  1iei<inniing  ergriffen.  Kin 
KOckgang  de»  HOniorbewuöttt-sciiis  i-^t  im  damaligen  (>st«n  Hberal!  zv  ver- 
qiOren.  Dersolb«  instinktive«  Volküliass  besccltu  auch  die  Griechen  gegen 
(be  Lateiner.  Mit  Justinian  beginnt  die  Wendung,  wo  man  die  lästige 
Fassel  der  offiziellen  lateinischen  Hof-  und  Kanzleisprache  Immer  mehr 
lbzuwhf)U«Ii)  begann,  im  Interesse  des  Ueichs  kann  man  daher  die  Union 
mit  Alt-Rum  nur  beklagen.  Allein  Vitalian  und  Ju.stinian  setzten  ihren 
Willen  durch.  Und  Ostern  525  erlebte  Kun»t.nntinopel  das  Schauspiel, 
ätfi»  l'apst  Johannes,  von  Thooderich  mit  der  höchst  fatalen  Mission  be- 
biut,  Toleranz  fUr  die  Ananer  Ostroms  zu  erwirken,  in  der  Patriarchal- 
kirehe  der  Residenz  den  Ehrenplaf/.  vor  dem  ökumenischen  l'atriarohen 
Miuiahni  und  latc^inisch  da»  üochamt  zelebrierte.  Jutttinian  rührte  bereits 
tliataftchUeh  das  Itegiment,  als  ihn  Justin  am  1.  April  527  zum  Mitkaiser 
i^ob  und  krßnte.  tileichzeitig  empfing  seine  Gemahlin  Theodora,  die 
ftnittlige  /.irkusUinzerin,  die  Krone  an.s  der  Hand  des  kaiserliclicn  Olieimt«. 
MS  Vorleben  der  von  Justinian  so  hoch  gehaltenen  Augusta  ist,  wie  sich 
•chon  nach  ihrer  bOrgerlichen  Stellung  denken  lässt,  sicher  nicht  einwands- 
&ei  gewesen:  allein  man  vergesse  nicht,  dass  die  durch  die  Jahrhunderto 
wiederholten  lAsteningen  einem  der  bedenklichsten  Musterexemplare  der 
llt«iou-enlitt4;ratur  entstammen.')  Dass  ein  der  üufluft  entrückter  Kammer- 
lierr  im  grämlichen  Alter  unerhört  und  giftig  gelogen  hat,  iKust  sich  vielfach 
beweiiX'n  und  mahnt  auch  seinen  sonstigen  Angaben  gegenüber  zur  Vor- 
sicht. Jedenfalls  ist  das  Leben  Theodoias  als  Rc-gentin  durchaus  tadellos. 
Eminenten  Verstand  und  Klugheit  in  poHtischen  wie  kirchlichen  Dingen 
können  ihr  auch  die  Feinde  nicht  ubsprei-hen.  Hätte  Justinian  mehr  auf 
Üt  Itatflchläge  seiner  aussergewühnlichen  Frau  gehört,  es  würc  nicht  zum 
ITiisegen  dos  Reiches  gewesen. 

1  Am  I.  August  M"  starb  Justin,  und  Justinian  (527— 565)  war  nun 
tttbiftchlicli  Alleinherrscher.  Juntinians  Regierung  bezeichnet  einen  he- 
foitsamen  Wendepunkt  in  der  byzantinischen  Geschichte.  Der  Herracher 
vorsucht  noch  einmal,  das  den  tiermancn  verfallene  Westrcich 


1.  AiirJ 

äs; 

527  -505 


>)  I>ia  ina  l'eld  «efOlirton  GtOiiilF  ^pgen  |  ain<l  mII  F,  Dnlins  muHt«rhfift«r  tJiititn>udiung 
IsUmchah   Profcopa   (ttr   ilio   AiiecdoU   |   als  antiquiurt  lu  botraclttaD. 


980 


Abrias  der  bjuuUnUchen  Kai 8erg««ch teilt«. 


^^^^^^^^Kürinni'D  und  die  alt«*  Uiiivei-&almonarcliie  hcrzu8t4>lk<ii.  Die  dH 
^^tHIHP^b,  mit  welcher  or  wShrcnd  seiner  ganzen  Regierung  diese  Btra 
schofteplüne  verfolgte,  wurde  ondlich  mit  Erfolg  gekrOnt  und  list  »tiam 
Noineii  boi  den  nachfolgenden  GetK-lilochtom  grxuM  gemaclit.  AUotn  died 
kUhne  Grobem  ng!«politik  nberntieg  bei  weitem  die  niilitärii»ohen  und  finiH 
xiellen  Kräfte  des  Itcichs  und  hat  recht  eigentlicli  den  Grund  zum  Niirdtn 
gang  im  folgenden  Jiihrhiindeii  gelegt.  Die  ftuitsere  wie  die  Kircbw 
Politik  dieses  gefciert^tteu  Kuisors  Ustroms  tdnd  du-um  dum  Reiche  gUttfi 
vorderblich  geworden.  i 

Die  grof»enteib)  durch  geworbene  aualändische  Söldner  gefQhrtll 
Kriege  de«  Kaisers  orfordorton  inigclieure  Mittel.  Der  wohlgclUUte  Sc\uM 
des  AnostAiiio)!  war  unter  Justins  keineswegs  sparsamer  Stuatsleitung.  voni 
durch  die  Veracliwcndung  des  um  die  Volksgunst  sich  bewerbenden  NcBed 
rftHch  dahingeschwunden.  FUr  die  »teigenden  Bedürfnisse  der  kaitspietiM 
itegienmg  hatte  atn  Loitor  der  Finanzen  der  praefectus  practorio  JohanMB 
der  Kappadokier  aufzukommen,  ein  roher  und  gewiUtthStigcr.  in  der  Wall 
seiner  Mittel  durchaus  unbcdonkHchcr  Mann,  aber  ein  ganz  aussergeirthM 
liches  Finaiizgenie  von  rUckaicbtsloser  Energie.  Das  dOstere  Bild,  welcM 
die  Zeitgenosüen  von  seiner  Oewinnitucht  und  Korruptioi)  entwerfen,  im 
sicherlich  gros»enteiU  begründet  Abei*  man  darf  nicht  verge«8«n.  daM  da 
Orientale  den  Staat,  welcher  die  finanziollou  Krüfte  der  UntcrtiiaMJI 
anspannt,  als  seineu  gcseliworenen  Feind  und  dun  Finanzminieter  ab  im 
verruchteste  Werkzeug  dieser  den  Geldbeutel  der  PrivaÜeute  plUnderndM 
Milcht  ansieht,  .lustinian  erkannte  dieUnentbehrlichkeit  »eines  Ministers lUH 
liat  ihn  während  der  ganzen  cntten  Hälfte  seiner  Itegioning  im  Amt«  erbaHofl 
Im  Innern  entfaltete  die  kaiserliche  Regierung  die  grOeate  Energii 
in  erster  Linie  gegen  die  Übermächtig  gewordenen  Faktionen  dea  Raana 
platxes.  Man  thut  unrecht,  in  den  Parteien  de»  Zirkus  lediglich  wlbM 
Pöbelrotten  einer  durch  SultanswillkUr  regierten  Hauptstadt  oder  eine  da 
neapolitanischen  Maffia  vergleichbaro  Freimaurerei  zu  erkennen.  Iv 
Parteien  hei-ssen  .Deuioi'  und  haben  ihre  regelrecht  ernannten  Vorst&nde. 
Der  urhelloniMcho  Poltsgedanke  hatte  in  ihnen  seine  letzt«  Zuflucht  und 
Verkörperung  gefunden.  Man  kann  sie  am  ehesten  mit  der  makedeatseheit 
Ekklesia  Aloxandria»  unter  den  Ulteren  rtoleinäorn  vergleichen.  DiM 
Faktionen  des  Zirkus  hatten  btM  der  eminenten  Bedeutung  der  Haupt" 
Stadt  eine  Stellung  errungen,  mit  der  die  Regierung  zu  rechnen  hatta. 
Elof  und  Ucamte  mussten  Farbe  bekennen.  Hatten  unter  AoasUeios  £• 
Grünen  dominiert,  so  waren  unter  Justinian  die  Blauen  am  Ruder.  Ißt 
anerkennenswerter  Unparteilichkeit  suchte  die  Ituginning  im  Beginn  d« 
Si32  Jalirea  532  durchzugreifen  und  durch  Boätrafung  der  Übelth&ter  aus  beidao 
Faktionen  sieh  endlieh  von  der  unwürdigen  Parteibevormundung  zu  eman- 
zipierou.  Allein  dadurch  entfachte  sie  den  furcbtbu'en  Nikaaufstand.  litt 
entwtzliche  Stadtbrand  vermehrte  die  Wut  der  Itevolutianärft.  Vergi>b«« 
waren  des  Kai-tors  Konzessionen,  die  Entlassung  der  verhaastwten  Stut» 
beamten  und  die  persönliche  Demütigung,  der  sich  der  Kaiser  im  Zirkia. 
wie  einst  Anastasios.  unterzog.  Die  politiflclicn  Absichten  di-r  i'&hm 
enthüllten    sich;    am  19.  Januar    wurde   Uypatios,   Anastasios'  Neffe,  ak 


i 


IL  Du  Z«[UIt«r  iiiBtiitlanB  ntf  ■Mnw'Vaohfolgar  (S18— €10). 


genkaiser  pi-nklamieH.    Die  Situation  war  äunsontt  kritisch.    Der  Kaiser  ^H 

d  nein   Kabinett,  »elhst  Belioar,  der  bewölirt«  Ocncral,  waren  /.ur  Fliictit  ^^M 

tccIiloHSicn.     In  dickem  Moment  Imt  Theodora  durch  ihre  Entscfaii^den-  ^H 

It    die    Dynastie    gerettet.      Dem    Oegonknieer    fehlte    im    kritischen  ^H 

iinent    die    nötige    Energie.      Durch    Versprochungen    und    Geldspenden  ^H 

irden  die  Blauen  zurückgewonnen,   während    Kelinar  und    Mundu'i   den  ^H 

(fetand  im  ßlut  erstickten.     Die  abgesetzten   Beamten  rOcktcn  wieder  ^H 

ihre  Stelhingcn  ein:  die  niogreiclic  Unterdrückung  de»  Niknaufütandcs  ^^| 

Eeichnet  einen  Markstein  in  der  ostrSmischf»  Kntnnckhing.     Volk  und  ^H 

nat   hören   auf  ein  Faktor   des   politischen  Lebens   r.a    sein.     Der   voll-  ^H 

mmene  Absolutismus  ist  zur  schrankenlosen  Herrschaft  gelangt.  ^H 

Nun  endlich  konnte  .lustinian  an  Hie  Itealisierung  seiner  langgehegten  ^^M 

obcrun^Dpläne  denken.     Ks  ht  charakteristisch,  daas  bereits  im  nächst-  ^1 
genden  .lahre  mit  den  Vandalen  abgerechnet  wurde.    Der  September  5^2  M2  ^J 

t  Fersien  abgeachlossene  .ewige  Friede*   ermöglichte  den  OfTonaivstosa  ^H 

tib    Wcjitcn.     Das    afrikanische   Reich    der  germanischen   Piraten  war  ^^M 

Igst    von    seiner    Machthrihe    herabgesunken.      Die    kleine    vandaüttcho  ^H 

irrenschicht  blickte  mit  Argwohn  auf  die  zahlreiche  Menge  der  durch  ^H 

anben  und  Abstammung  von  ihnen  getrennten  Unterthanen.    Gegen  die  ^^ 
.'ien  Mauren    kämpfte    man  unglücklidi.     Hildirix  (.V23— .180)   hatte  de.i  G-23 -SSO 

(ichtw  Hettung  im  Anschluss  an  Byzanz  und  in  der  Duldung  der  katholi-  I 
hen  rnterthanen  gesehen.     Oeilamir  (5.10—533)    vertrat  aufs  neue  dio530-'589| 

lationale*    Politik.    Die  diplomatische  Intervention  Justinians  zu  ßunsten  j 

■  ge«türzt*n  Monarchen  blieb,  wie  das  oströmischo  Kabinett  wohl  hoffte,  I 

blgloH.    Aber  mit  Becht  machten  die  kaiserHchen  Uäte  die  schwersten  Be-  ^J 

nken  militäriBcher  und  finanzieller  Natur  geltend.  Namentlich  durch  das  ge-  ^H 

chtige  Votum  des  FinanzniinisterK  .lohaunes  »oll  der  Kaiser  scthut  wankend  ^^M 

worden  sein,  als  der  ,gottgCBendete'  Trnum  eines  orientalischen  Bischofs  ^^M 

n  am  ursprünglichen  Ent«chluss  festhalten  liess.    Entscheidender  waren  ^H 

'eifellos    die   römerfreundlichen    Erhebungen   in   Tripolis   und   Sardinien.  ^^ 
ni  6ftS  lief  die  Flotte,  welche  inOOd  Fnas.'.oldnten  und  5000  Beiter  unter  Jnu.  688  I 

n  anuinschränkten  Kommando  Belisare  trug,  aus  dem  Hafon  von  Byzaius  aus.  I 

leichtert  wurde  die  Überfahrt  durch  das  kurzsichtige  Entgegenkommen  ^h 

r  OHtgotischeu  Regierung,   deren  Beamte   auf  Sicilien   der   ostrlSmischen  ^^M 

Itte  jeden  Vorschub  zu  leisten  hatten.    Belisnr  war  über  Erwarten  vom  1 
Sek  t)f>gflnstigt.    tüeptember  533  landete  er  in  Afrika  und  gewann  diesept.ö3SJ 

mpathicn  der  Provinzialen,  während  die  vollkommon  übcrra«chten  Van-  I 

len  erst  an  Gegenwehr  dachten,   als  der  Feind  auf  ihrem  Boden  stand,  I 

n  zehnten  Mcilenst«in    (ad  Docimum)   rUckte  Oeilamir   mit   einem   weit  ^J 

«rlogenen  (leere  den  Feinden  entgegen.     Belisars  Sieg  entschied  auch  ^H 

er   da«   Schicksal   der   tlaupt^iUdt,    welche   den   Befreier   mit  -Tubel   be-  ^H 

Dssle.     Der  g<i^hlagene  König  war  nach  Bulla  Regia  geflohen.     Ver-  ^H 

Irkt  durch  die  Streitkräfte  seinen  Bruders  Tzazon,  der  das  aufständische  ^H 

nlinien  wieder  unterworfen  hatte,  zog  er  Belisar  aufs  neue  entgegen.  ^^ 
d  'frikamaron  Dezember  533  unterlagen  die  Vandalen  zum  zweitenmnie.  Dei.  &33  j 
tr  KOnig  floh  ina  nnmidisclie  Gebirge.  Bald  ergab  er  sich  und  Friililing 
IhmDckte  de«  Krobercr»  verdienten  Triumphaleinzug  in  der  Hauptatadt 


r.34 


AbrisB  d«r  t>rMaUi>L*cli«n  Kaia^rgeBobiobU. 


S34 
&S6 


».  Du. 
&36 


Die  roaurutauiKchen  und  iiisularun  Dopuudonzou  dce  Vondaleumcb  b|^  1 
I  iiliorten  ohne  Gogcnw«^hr.  Kin  viermonatlicher  Feldzag  iiatte  Abital 
doli  Kctmern  KurUckgL-woiinun.  Der  von  Bolixar  mit  dorn  ohcrstta  lüftJ 
mando  beti'Riite  General,  der  tapfiTC  Domettticuu  Solomon,  dnuig  üäm 
tiet  ins  aunui»che  Qebirgsland  ein,  welches  unter  der  schlaffen  VkdUm 
herrschaft  sich  loHgerissen  hatte.  Festungnwerke  sicherten  dun  oiM 
gowonnunt^'n  rSmischcn  B<^itz.  Wiewntil  die  KJJmer  iti  den  tiAvkfolgutej 
.lahi'zehntcn  oft  genug  sowohl  mit  den  Mauren,  alt.  mit  des  ci^ttieo  n 
botmäsaig  gewordenen  Truppe»  und  doren  ehrgeizigen  FQbreni  lU  UapU 
halten ,  im  gan<!en  konBolidierte  sich  die  itOmerhen-sohaft  in  AüülI 
Karthago  wurde  der  Mitltilpuiikt  einer  nahexii  anderthalh  Jahrliuodirttj 
dem  Ostreich  gehorchenden  DiSzoso.  J 

Fast  unniittt-lhur  an  den  StuiT  do«  Vandal(?nreiche  BchlifHiaUl 
Krieg  gegeu  die  Ostgoten  Italiens  an.  Seine  fast  zwanzigjBliriglj^l 
orkibl  sich  aus  dorn  Charakter  von  Justiniana  ItegimenL  Mit  g>^H 
zulttnglichen  Mitteln  wurde  der  Kampf  begonnen  und  grosHODteüi  flflH 
Eine  b«gel)rliche  und  verwegene  Erob«nnig«ipolitik  gi>ht  mit  Uln| 
militüriechcr  Hchwäche  Hand  in  Hand.  Ennuntert  wurde  frcilicli  SM 
Begehrlichkeit  durch  die  völlig  verkehrte  Politik  der  letzten  Andld 
welche  sie  zu  ihrem  Volke  in  den  schilrfsten  Gegensatz  gebnuht  i»l  Ifl 
Iteich  gCHchwücht  hat.  Amalatsvinta,  die  Tochter  den  grossen  TheoMH 
und  ebenso  Thoodalmt.  ihr  i^pSterer  Mitregent  und  Mörder,  vaniilH 
gleiohmftssig  durch  ihre  rümiitche  Bildung  und  Gelehrsamkeit  dtnU^H 
Stamm  unlFrumdut.  Amuiusvinta  b^giinätigte  und  schUtztfi  die  ^Ij^M 
rOmiscbc  Männer  waren  mit  der  Leitung  de»  Staatswesens  betnsL  i|H 
Regenten  haben  sich  tief  in  hochverräterische  Untxtrhandluitgeii  ii^^j^l 
rom  eingolas-sen.  Allein  die  Krmordung  der  mit  JuHtiniaii  yablM^[ 
KiJnigin  gab  dem  Kaiser  den  erwünschten  Anltküs  zur  KriejwaM^B 
Mit  7öU0  Mann  landi>t(<  Ik)li»ar  Sommer  t>Ab  in  Sivilien;  fast  die  gu"*^! 
fiel  ihm  zu,  wShrend  Mundus  in  Oalmatien  eindrang.  Bereits  wsrderMM| 
Amaler  im  Begriff  seinen  Thron  an  Justinian  abzutreten,  aU  d«  Üi^'U 
ostgotiRchen  Waffen  in  Dalmatien  süineu  Entscbluss  umwarf  und  dieixfi^H 
KriegHpdi'tei  obenauf  brachte.  Ungesäumt  drang  nun  Beliaar  io  dem  MJB 
von  Itßmern  bewohnten  Unteritalien  vor.  Nur  Neapel  widerstand  kU*'S 
Unterdessen  weilte  der  KiSnig  nnthätig  in  der  Hnupttttadt-  Da  ''**  J] 
Erbitterung  des  Volkes  zum  offenen  Ausbruch.  Die  Amaler  wufd^fjj 
Throns  verluetig  erklttrt,  Thoodalmt  auf  der  Flucht  geUMet  nod  ™jB 
ein  Mann  unköniglicher  Herkunft,  auf  den  Schild  erhoben.  AUMH 
Itioaenaufgahe,  das  aus  den  Fugen  gehende  Keich  ku  retten.  "h^H 
bei  weitem  die  Kräfte  des  wackeren,  aber  untergeordneten  und  ^?J 
hältnissen  in  keiner  Wciisc  gewachsenen  Manna«.  Statt  Rom  ta  "*B 
eilte  er  nach  Itavenuft;  seine  Vermählung  mit  Matasvinta,  AmiJtf'^ 
Tochter,  sollte  »ein  Königtum  legitimieren.  Gleichzeitig  könnt«  ini^***! 
die  zweideutige  Haltung  der  von  beiden  Parteien  umworbe«en  *^jJ9 
leichter  beobachtet  werden.  Da  bouetzto  9.  Dezember  536  BcÜBW  «"Ji 
ladung  von  Klerus,  Senat  und  Volk  das  schwach  verteidigt*  f*«"^^B 
Sympathien  der  ronianischon  Bevölkerung  ermöglichten  ihm  mit  '^'^H 


IlL  Dkb  ZeiUlUr  JuaUnituiii  nsd  nin«r  nlSelifolgtr  (SIS— 610). 


K98 


S39 


539 


lie  Einnaltnio  dor  wichtig«toii  Piät^o  Mittelitatiens.  Witige»  suclito 
SriUten  Minen  Fehler  gut  zu  machen.  Mit  dor  go};atiitL-Ti  gotittchen 
onaeht    rttckte   er    vor    Itoni,    und    nun    bognuu    äte    denkwUrdigo 

«rn  Jahr    andauernde    Belagerung,    welche  durch    Beliaars    geniale 

tig  der  Verteidigung  trotz  der  völlig  ungeiiOgenden  Ünterfttütxnng, 

am   die  kainorliche    Regierung  zukommen    lassen  könnt«,    mit  einem 

BD  Hisserfolg    der    Goten  endigte.      Die  Besetztuig   des  wichtigen 

ubid  durch  Johanne»,   Beliaars  Dntei-feldlierrn,  und    seine  Ltaurier 

en  Witigo»  im  MAn;  538  zum  Abzüge.  Gleichzeitig  kamen  neue  Ver-  JOn  &S 

ing«n  aui>  Byzanz.    Mit  7000  Mann  auserlesener  Truppen  erschien  der 

ib  Narses  in  Pic«num.  Allein  seine  vom  kaiserlichen  Kabinett  absichtlich 

1  abgefaemte  Instruktion  stellte  ihn  nahezu  unabhängig  neben  Belisar. 

^r  der  Kredit  der  Goten  gesunken  war,  zeigt  Mailand»  Versuch,  zu 

r  flbcrzutrotcn.     Von  Ligurien  aiu>  bosetztu  Mundllas  die  wichtige 

und  die  benachbarten  Plätze.  Aber  jetzt  endlich  brachte  durch 
bang  der  Provence  an  die  Franken  der  Gotenkilniß  eine  Allianz  mit 

ni  stände.  Die  Got*n  und  die  von  Theudibert  gesandten  Burgundionon 
iCD  Mailand.  Bald  darauf  erschien  der  austrasischo  König  selbst 
^ritalien,  ein  Gegenstund  des  Schreckens  nicht  minder  fllr  die  Goten, 
■  die  Griechen.  Nach  dem  Abzug  der  Franken  eroberte  Belisar  Faesulae 
luximum  und  belagerte  539  die  gotische  Hauptatadt  Ravenna.  Als 
nat  «K'nso  gewandt  wie  als  Feldherr,  verstand  er  es,  den  von  den 
en  den  Goten  vorgeschlagenen  Teilungsplan  Italiens  zu  Iiintortreibon, 
ütilich  die  Intervention  des  kaiserlichen  Kabinotts  »eine  Erfolge  teü- 

in  Frage  zu  stellen  schien.  Chosrau,  den  die  Siege  der  Itümer 
uhigten,  war  auf  dem  Punkte,  in  Syrien  einzufallen.  So  lag  Justinian 
■n  der  Beilegung  des  Westkriegs.  Kr  bot  dem  Gotenkftnig  die 
Hift  über  die  Landschaften  jenseits  des  Po  au,  während  der  Host 
laUiinscl  rOmiscb  sein  sollte.  Belisars  unbotmässiger  Ehrgeiz  vcr- 
"t*  zum  Unheil  des  Reichs  die  Ausführung  diese«  äusserst  verstän- 

Planes.  Ein  Angebot  der  Gnt«n,  selbst  die  Königswürde  von  Italien 
trtwhmen,  ncceptiertc  er  zum  Schein.  Kavenna  ergab  sich:  der  KOnig 
in  Haft  gehalten.  Die  goliwhen  Befehlshaber  in  Oberitralicn  er- 
Q  nahezu  ausnahmslos  ihre  Ki'gebenheit  und  Unterwerfung,  Ganz 
I  schien  dem  Römen-eich  wiedergewonnen.  Da  wurde  Belisiir  zur 
ng  des  Perserkriegs  abgerufen.    Ohne  Zögern  loiütet«  er  dem  Befehl 

und  brachte  den  Gotenk^nig  und  die  Schätze  des  KCnigspalast^ia  Man  H 
BoUtantinopel. 

Mm  hatte  zu  ErDh  triumphiert.  J)io  kuntsichtigc  Teilung  dos  Dber- 
B  swiBchen  verschiedene  Generale  und  dos  drOckendo  Finanzsystom 

K  Regiments    wai-en   ebenso   viele  Fehler,   wolche   die  l'atrioten- 
ZH  NutKC  machte.     Die  Nationalen  erhoben   sieh.     Nach  zwei 
I  Zvischenrcgicrungcn,  unt«r  denen  die  Verwirrung  den  Gipfol  er- 
hattv,   wurdv   Baduilu  oder  Totila  541   ftnf  den  K{tnigs«child   or- 
Innerhalb  eines  Jahn«  ward  ein    vollständiger  Umschwung  bo- 
I>ie  Itfimer  wurden  in  mehreren  Schlachten  gcschlagon.   Ohne  mit 
erung  der  Hauptpliltze  sich  aufzuhalten,  durchzog  der  GotenkOnig 


wio 


I 


Iltrhitl 
Ml 


9U 


Abriaa  in  bysanUnwcliea  S«»«[;K«Htucht«> 


549 


660 


üe^TMch    Mitt43liUlieti.     542   gehorcht«   ihm    auch    der    äddcn.     543  tm 
Neapel.     Vorgebens  wurdg  Beht>ur  Ducb  itolien  zurUckgerufen.     In  unlofl 
geordn«t«r  Stollung,  mit  ganz  ungenügenden  Truppen    und    ohn«  Gdd 
vermochte  or  nicht  ifi  hindern,  da»«  Tntiia  546  auch  Hom^  »ich  hütnicktigM 
Die  Stadt  wurdu  ihrvr  Büwohiier  beraubt,  durch  Feuer  vorH-Q»tet  und  tu 
Mauern  wurden  teilwuiou  gvoclüeift ;  nur  Boli^ars  diplomatische  Interreaücfl 
verhinderte  die  Zemtürung.  Aber  während  der  Künig  nach  I.ucanien  ftbnfl 
dmtig  Bch»ar  in  Kern  ein,  die  Bewohner  kehrten  «irllck  und  mit  Ha«t  wvrd 
die  Befiujtigungcn  hergost^t    Totilas  Versuch  die  Stadt  ~-ii  iliirninrliiniM 
mlsslang.  Allein  Belisarii  Stellung  blieb  auch  so  eine  uiihalthare.  Das  kaiMM 
hebe  Kabinett  lie»s  ihn  ohne  Unterstützung.   Man  braucht  nicht  ao  Juan 
Rtans  hJ^Hcn  Willen  zu  denken.   Die  Kinf^llo  der  NordvOlker  in  die  fUou»- 
halbiusel    und   die  völlige  Erschöpfung   der  Iteicitefioanzeo   erkiftren  du 
Unverniügen  der  Rogierung  zui-  Qenügo.     Belisar  kehrte  nach  Konstunti- 
nopcl   zurück.      Itom    Gel  wieder  den  Goten  in  die  Hände.     Totiia  wv 
nun    nahezu    unbestritten    Herr    von    Italien.     Seine  Flotte  bewtxta  imd  1 
verwüstete  Bicilien,  brandschatzte  Sardinien  un<I  die  epirotischo  KOsI«.     J 

Das  .Inhr  550  ist  benierkenKwert  durch  eine  neue  Wendtus  <<■ 
JuüttinianK  italienii^'hur  Politik.  Gunnanus,  der  Neffe  des  Kaisers,  AI 
Gomahl  der  ostgotiechen  Prinzessin  Matäsvinta,  sollte  als  Generalinaufl 
das  Kommando  in  Italien  Übernehmen.  Es  galt  durch  Schaffung  Mfl 
riimisch-goti.tchen  Sekundogonitur  div  widerstreite- mlen  InteretsMtl  der  pU 
nianiwhen  und  roniiuüxchen  Bovülkerung»elcmenle  zu  vorefihnen.  Abn 
Uennauu»  Ktnrb  in  Serdica  mitten  in  dun  Vorbereitungen  zum  Kri«nfl 
xurückguhulten  durch  die  Iltyricum  llberschweromenden  Slaven  und  UinUKtl 

Endlich  zeigte  Jututinian  wirkliche  Knergie  in  der  KriegtifilbniS 
In  Narses  fand  er  du»  richtigen  Führer,  duH»en  Uberlugonem  FttMkcctH 
güoie  sich  alle  willig  beugten,  und  der  fmunziull  aufs  ausgiebigst«  iwtij 
»lützt,  zum  erstenmal«  mit  einer  impnnierenden  grossenteils  aus  iMrlxiM 
»chen  llilfsvjjlkem  bestehenden  Kriegsmacht  auftreten  konnte.  Die  wiM 
Stelle  nahmen  in  derselben  die  vertragittnääaig  vom  LaiigobardeukOmg  9U 
stellten  Slildner  ein.  Trotiidem  duss  Franken  und  Güten  Naraasden  Dardfl 
zug  zu  verwehren  suchten,  gelangte  er  auf  dem  Landweg  naeb  Ravaoolfl 
Im  mittel! tulischen  Apennin  bei  Tagina  (Hochsommer  552)  kam  <■  ifl 
EntHthoidtingssch  lacht,  welche  als  die  Nationalkatastrophe  Aan  edvin  SUmaifl 
betrachtE-t  werden  kann  und  der  Gotenherrschaft  in  Italien  thatsicItSM 
Hani>58  ein  Ende  machte.  Der  Verzweiflungekainpf  unter  Toiu  entUgte  543  fl 
Kampanien  mit  der  Niederlage  am  Saruus.  Um  so  gefährlicher  wurd«  fll 
die  liOnier  tUe  froihch  jetzt  viel  zu  spät  kommende  Interventioa  Jfl 
Franken.  Die  bisherige  untliätige  Neutralität  ist  der  vollgültigst«  BctM 
für  dio  politische  Unreife  der  Merovingerdynastie.  Auch  ji'tzt  nwcliUfl 
die  Franken  ihre  Sache  hervorragend  schlecht.  Der  alemanisch-fränkiKW 
Volktiaufbruch  unter  den  Herzögen  Leutharis  und  ButiUnos  «riag  Uiä»  ^4 
Seuchen,  teils  dem  Schwerte  des  Narses  bei  Capu«.  Nuchdom  man,  «ifl 
den  Resten  der  Goten  wesentlich  unterstützt,  mit  diesem  niedrigen  Geiiadfl 
aufgeräumt  hatte,  war  ganz  Italien  definitiv  dem  Hömerreiolic  Vpi^^klfl 
gewonnen,    und   die   so    wictitigu  Neuordnung  der  mit  deiu    Keiclie  «mB 


Aug.  662 

i 


I 


aM 


H              JI.  Das  ZeitalUr  JoHtüiiaiiB  and  Beinur  Nacbfolger  (516—610)             935  H 

neue  vereinigten  Bulbiostil  blieb  doa  Hfioduii  d&i  Patriciu»  Narsca   an-  H 

rm 

Zuitlivh  unniittclbttr  an  die   Niederwerfung   der   OnstgotonhürrBchafl  H 

achliesat  sieb  die  Einiiiificbung  in  die  VerliältuiH&e  der  pj-renäischen  Halb-  H 

fn«cl.     'AiiT  Unterstützung  des  Kronprätendenten  Agila  gegen  den  West^  V 

gotciiköiiig  Athiinngild  wurde  fiM    der  Patricius  Liberlutt  nach  Spanion  •'■5i  ■ 

geschickt.    Cordiibn  wurdo  der  Mittelpunkt  einer  »Udi^panischon  grit^tcbi^hvn  I 

Provinz;    ubi'r    ütr   prcküivr  Busitz.   den    Dniin   uiid   audero  Hieh    viel   zu  H 

umfangreicb  vorstellen,  blieb  in  der  IJauptsucbe  auf  einige  wicbtige  See-  H 

fcnttingen,    wie    Karthago   Spartaria,    Malaca   und    Assidonia   beschränkt.  H 

Die«o  Erubeningskriegc,  wie  sie  bei  weitem  die   Krftfto  Ostrom«  Über-  I 

^attegen,  voHiindorton  die  viel  notwendigere  Verteidigung  der  Nordgroiuui  H 

4s8  Reichs.      Wir  urfahren  unuufliurlich    von  KinfUllen   der  IIunn(->n.   Sla-  H 

lineti  und  Anten  in  die  Landschaften  südlich  von  der  Donau.    Itlyricuni  und  H 

Ihrakien  sind  der  stehende   Schauplatz    ihrer   Verheerungen.     Hesondei's  ■ 

Archt«rlicb  war  der  Einbruch  des  Jahres  fiiO,  der  sich  bis  nach  Hollas  ei*-  MO  ■ 

B^ckt«)  und  erst  an  den  Versehtinziiiigcn  des  Uthmus  Ualt  machto.    559  bu-  ühä  I 

dbwhten  die  Hunnen  (Bulgaren)  und  Slavcn  selbst  die  Hauptstadt:  der  greise  fl 

Belisar  warf  sie  zurUck.   Daa  Festungssystera  der  Itegierung,  durch  keine  H 

Mnreichend»  Trupponmacht  geschirmt,  erwies  sich  als  vi^Ilig  nutzlos;   die  H 

k-)<l7.ahtungen  und  Geschunko,  statt  die  hegohrltL-hen  Barboi'en  fernzuhalten,  H 

ickt«ti  sie  immer  aufs  neue  über  die  Donau.  H 

Dur  Mangel  an  vorfilgharen   Tj-uppon   infolge   der    occidentalischen  H 

kriege    kam  aueh  in    der  schwüehliehen  Politik  gegenüber  Porsien  zum  ■ 

.usdruck.      Unmittelbar  vor  Justins  Tod  hatte  der  alte  Kaviulli   unter  H 

ichtigen  Vorwänden  den  Krieg  begonnen,  in  welchem  Belisar  zuerst  als  Feld-  H 

prr  eine  Kolle  spielte.   Bemerkenswort  ist  in  demselhon  die  hervorragende  H 

tollung   und  das  Hervortreten   der  Araber,  welche   in  den  (IrenzlSndern  H 

M  beiden  Groeereiche  als  Klientel ftirsten  schalteten  und  den  beiden  Oroe»-  ■ 

iJjbrliten  gerade  so  lang  und  so  weit  gehorchten,  als   es  ihnen  passte.  I 

lundhir,  der  VasallenfUrst  von  Hirn,  führte  den  Krieg  fdr  I'ersien,     531  .'i31  M 

nter^s'arf  Justiniaii  die  Phylarcben  sämtlicher  Koni  unterthänigon  Sarazenen  fl 

9in    H^rith,   Sohn   des  Oabala,   und   verlieh    diesem    den    KUnigstitel.     Er  H 

Alte    vor  allem   seine    persischen   Land^leute  abwehren.      In  demselben  H 

thre  zog  auch  der  Perserkönig  selbst  zu  Fehle  und  schlug  bei  KallinikoB  ■ 
oa    Belisar  aufs  Haupt,    ohne    dass  der  Sieg   weitere  Folgen  hatte.     Des 
Onigs  Tod  und  Chosrans  Thronbesteigung  ftlhrten  ^/A'i  zum  ewigen  Frieden,  582 
oriu  Kom  domlltigende  Bedingungen  einging,  vor  allem  jährliche  Zahlungen 
ir  Instandhaltung  der  Katitcasusfestungen;  Rom  wollte  lediglich  vftllig  freie 
[and    nach   Weston    bekommen.     Schon    nach   acht  Jahren   kam   es  zum   llorbrt 
nrüiten  Kriege,    Es  bedurfte  nicht  erst  der  Oesandtoii  dos  Königs  Witigea 

od   ilor   bedrückten  Urosson  des   rBraischen  Armeniens.     Chosrau  wollte  _ 

on  Krieg,  weil  ihn  die  siegreiche  Machtausdehining  des  rKmiachen  Rivalen  ■ 
eUnt^stigte.     Mit  ungewohnter  Energie  betrieb  er  ihn.     Bereits  540  fiel  MO 
r  in  Syrien  ein.     Hit  grossen  Summen  mussten  die   befestigten  Städte 
einen    Abzug   erkaufen.      Die  sich   verteidigenden  fielen  eine  nach  der 

ndeni,  vor  allem  die  Hauptstadt  Antiocheia.   Ihre  Einwohner  verpSonzto  Juni  MO 


AbriM  4m  byzuitiniMhBD  EuaergAnofaicht«. 


936 


er  nach  alter  Oriüiitiilunsitte  in  die  Näliu  i«;iuär  Rwüdonz,  wo  or  fin 

Cho&rau-Antiochia  mit  gi-iechisch-chrisUichen  Einrichtungen  grümiele. 

den  folgcnilcn  Jahren   wurdu  auf  dem  me!<o{H>tamiiMJten  Krieß8si:hauplili 

mit  wechäMudc-m  Krfnige  gekämpft.    Vim  doiikwflrdigittti  Ereignis  war  die 

A«  erfolglose    Boliigorung    Eilessas   durch    die    Perser    544.      Dio   sjTwicIiin 

Christen  glauhton  fest  ao  den  wunderbaren  Schutz  ihrea  Palladiums,  ,ik« 

M5  nicht  von  Hüridüii  gviunchtcn  Bildnisses*  unsere«  Herrn.     r>4'>  kam  w  a 

einem  WaffeostilUtuiid.    Zwi»vboii  Hurtth  und  Mundhir  dauert«  jedoch  ilar 

Krieg  fort,  auch  LiiziBt^  (Laziko)   war  nicht  in  doii)«elbun   «inbegrifra. 

Dieao  [iandnchaft,   dem  alten  Kolchis  ent^iprechend.  stand    ru   Rom.  iu 

seinen    K^inig  «mannte,   im   Vasallenverhältnifl.      Die   Anlegung   dor  Se*- 

fwtung  Petra  und  dio  monopolistische  Ausbeutung  der  Lazen  durch  dl* 

römischen  Ueainten  erbitterte  diu  Volk  aufs  höchste.     KSnig  Oobam  fiel 

zu  den  Persern  ab,   Clioarau,  bereits  Oberlierr  von  Ib*rion,  ergriff  bogwnj 

die  Gelegenheit,  sich  die  Verbindung  mit  dem  schwarzen  Heer  zu  OSmil 

5i9  Das  wichtige  Petra  fiel  in  persische  Hftndo.    Allein  549,  als  die  Utaaer 

mit  Energie  den  Krieg  wieder  Rufuahniun,   wandten  steh   die  Lazen,  iit- 

wohnt.,  wie  alle  dioKeltaiib^aaten,  »ich  dem  Stiirkercn  /.u  fiigi'n,wii'di'r  Üinun 

ö&l  zu.     551    wurde  Petra   von   den  HBmeni    aufa   neue   erobert,    und   in  deo 

Kämpfen  der  nachfolgenden  Jahre  gewannen  sie  immer  entschiedener  die 

Oberhand.    8o  wurde  der  Wftffeni<tiIIi«tand  auch  auf  I.AzistAn  auagedehoti 

562  und  endlich  562  der  fDnfzigj&hrige  Friede  geschlossen.     Die  Itümer  rar 

pflichteten  sich  in  demselben  zu   bedeutenden  jährlichen  Gcldxahlangai: 

dagegen  LOzistJln  wurde  ihnen  definitiv  zuerkannt;  es  ist  dies  der  WBgi 

wirkliche  Erfolg,  den  sie  im  Osteu  errungen  haben. 

Wie  Jubtiniiins  Regierung  nach  aussen  einen  bedeutsamen  MarbUÄD 
in  der  Entwickelung  dc's  byzantinischen  Reiclios  bezeichnet,  so  ist  sie  lod 
in  der  inneni  Verwaltung  durch  eine  Iteihe  groasartiger  Hassregeln  ge- 
kennzeichnet. In  erster  Mnie  stehen  hier  die  Bauten.  Vielleicht  iäo* 
Periode  des  byzantinischen  Reichs  zeigt  eine  so  gewaltige  Bauthäti^o*. 
wie  die  Regierung  Justinisns.  Neue  StSdte  wurden  angelegt;  die  iMm 
mit  Bädern,  Gislernen  und  Palästen  geschmückt;  Brücken  wurden  gebwt 
iSyütomatiscb  wurden  alle  Iteichsgrenzen  mit  Festungswerken  v«rKl 
welche  freilich  an  der  am  meisten  bedrohten  Nordgrenze  ihren  'l 
fast  gar  nicht  erfüllten.  Vor  allem  aber,  dem  Chamkter  de« 
entsprechend,  ist  die  Fülle  der  religiösen  Bauten  staunenswert, 
und  Klosteranlagen  hat  Justinian  mit  besonderem  Eifer  betrieben.  E3-' 
in  .leriiflalem  und  vor  allem  die  Sophionkirche  der  Uesidenz  legem 
heute  von  dem  Uochsinn  des  Regenten  Zeugnis  ab,  der  sich  wohl 
durfte.  SnlomoD  Ubertroffen  zu  haben.  Was  gleichgesinnt^'  und  begHi 
Unterthanen  noch  damals  zu  leisten  vermochten,  zeigt  de»  frommen 
Juliuntis  Werk,  der  wunderbare  Bau  von  .San  Vitale  in  Ravenna,  i« 
Kosten  dieses  Privatmanns  nicht  nur  errichtet,  sondern  auch  mJt 
farbenprilchtigen  Musivschmuck  geziert  ward. 

Bei  allem  äusseren  Glänze  war  die  Zeit  Justinians  keine  glücU» 
sie  wurde  durch  ungew{>hnliche  Katastrophen  heimgesucht.   Die 
M2  Post  dct)  Jahres  5-12,  welche   vier  Jahre  lang  wütete,  erschien  den 


Q,  Dm  ZeiUlter  JuBtinius  and  Belner  ITuhfolger  (518— filO). 


937 


IgMiOBsen  als  ein  Beweis  des  gSttlioliüD  Zorns,  Zahlreiche  Erdbebon  zer- 
'tiUlrt<>n  die  glänxendtitGn  Städte.  Am  schrecklichsten  litt  Äntioehien,  das 
nach  ciiK'r  furchtbaren  Zcrstttning  unter  Justin  526  zwei  Jahre  darauf 
VOD  oinem  Shulichim  MisHgeschiok  bctrofTeii  ward.  Zu  den  Kosten  des 
Wiederaufbaues  leistete  der  kaiserliche  Fiskus  regelmäseig  einen  starkun 
Reitrag.  Es  int  kaum  begreiflich,  wie  er  diesen  gewaltigen  Anforderungen 
aobeu  den  koet«|>i«ligen  Kriegen  auch  nur  cintgermasseii  genilgcn  konnte; 
die  Unt«rthanon  klagten  über  don  unortiBglichen  Steuerdi-uck ;  aber  es 
wurde  auch  Grosses  geleistet 

tVor  allom  aber  baftct  Justinian.s  Name  bei  der  Nachwelt  durch  die  ab- 
lieüscndo  Form,  welche  er  dem  Rechte  gegeben  hul,  Em  galt  alle 
tchlwiuellen.  Jus  und  Leges,  in  Ein  Buch  zusammenzufassen,  wodurch  da« 
raltete  Itcoht  abgcsclinitten,  die  Kontroversen  in  der  Litteratar  beseitigt 
A  eine  nicht  unorhcbliclie  Anzahl  von  Kochbtinstituten  einer  Neuordnung 
Qnterzogon  werden  sollten.  Eine  Kommission  von  Itochtagekihi-ton  unter 
Tribonians  Leitung  wurde  mit  dieser  wichtigen  Aufgabe  betraut.  529 
•rschien  der  ('odex  Justinianeiis,  die  Sammlung  aller  Konstitutionen  von 
lUg«meiner  Giiltigkoit.  533  wurde  das  »chwicrigHte  Unternehmen,  das 
AUS  den  juristischen  Schriften  hergestellte  Gesetzbuch,  die  Dige.sten, 
promulgiert.  Daneben  war  in  den  Institutionen  ein  Lehrbuch  für  düli 
!  Becbtäunterricht  geschalTen,  dessen  Geeetz-cskraft  gleichzeitig  mit  den  Di- 
'  gDBt«n  30.  Dez.  533  beginnen  »ollte.  Die  sechsjährigo  Arbeit  der  Kom- 
miasion  hatte  manche  Mängel  ihrer  ersten  Publikation,  des  Codex,  klar- 
gelegt. Darum  erschien  531  der  Codex  repetitae  praelectionia.  Juatinian 
erklärte  feierlich,  das«  damit  endlich  die  Gesetzgebung  abgeschlossen  sei. 
Für  kfinftige  Koustitulionen  wurde  ein  besonderer  Nachtrag,  die  Novellae 
CoDStitiitiones,  vorgesehen.  Seit  dieses  neue  Gesetzeswerk  in  Kraft  ge- 
Ireten    war,    wurde   dinses   allein   bei    den   Gerichtshöfen   zugelassen;    nur 

tch  ihm  durfte  an  den  anerkannten  Kechtsschulen  des  Reichs  zu  Kon- 
jptinopel,  Rom  und  Bcrytos  gelehrt  werdou. 
I  Endlich  musB  anch  der  Thätigkeit  Justinians  in  kirchlichen  Dingen  ge- 
sht  werden.  Kein  Kaiser  hat  die  Aufsicht  in  kirchlichen  Dingen  energischer 
durchgt^ifiDirt.  keiner  auch  seine  Suprematie  von  soiton  der  Kirche  rUckhalt- 
loHer  anerkannt  gesehen,  als  Justiniun.  Er  war  faktisch  Basileu»  und  Itiereus 
zugleich.  .Wider  den  Willen  und  Befehl  des  Kaisers  darf  überhaupt  nichts 
Eo  der  Kirche  geachehen'  erklilrt  die  Synode  von  536.  Justinian  hat  auch 
UiatM&chlich  durch  iiitifnngrciche  Traktate  auf  die  dogmatische  Entwickelung 
iu  maiiMgeboiidcr  Weise  eingewirkt,  Zeugnis  sein  Brief  an  Mcnos  über  die 
origenistisehöu  Irrlehren  und  sein  Edikt  vom  Jahre  543  über  die  drei 
Kapitel.  Man  kann  nicht  leugnen,  dass  seine  Kirchenpolitik  nach  Kräften 
danach  strebte,  den  schweren  P'ehler  von  >')I9  wieder  gut  zn  machen  und 
die  MoiKiphysitcn  zurückzugewinnen.  In  Ägypten  herrschton  die  Abge- 
trenntvn;  in  Syrien  und  Mesopotamien  hatten  »te  das  Volk  fUr  sich,  oin 
Unuttand.  mit  dem  jode  Regierung  ernsthaft  rechnen  musste.  Offen  bo- 
gänxtigt  wurden  sie,  wie  durch  die  Kaiserin  Theodora,  die  auch  hierin  ihren 
poUtüichc»  ticliai'fhiick  bewiüirte,  so  durch  zahlreiche  Mitglieder  des  kaisei^ 


52S 


&29 
533 


30.  Dm. 


S36 


bA^ 


988 


AbriBB  der  bTraattaiacheii  EuaergMcbioltt«. 


licliun  Haujitei*  und  <les  ilofi.ti.')  Der  SIaId  tloti  Ansloss««  blieli 
4]onense.  Vergebens  haben  I^contios  tind  die  skytbiachen  HSnebi  fii 
Formeln  Leos  im  kyrillscli«n  Sinuc  umgedeutet,  sodass  b«  etwa«  gut«»  WiB« 
mit  SoveroR,  dem  hedout«nd8t«n  Lvhrcr  d«r  MonopliysiU'ii.  eine  EinigiiBg 
wohl  möglich  gewesen  wäre;  vergeblich  umging  der  Kaiser  in  seilten  Zr- 
hssva  die  clmlecdünonsischcn  Formeln.  IMs  grOsste  Entgegenkoiiim«ii  ia 
533  ReligioDsgosprficb  von  533  hlieb  auf  die  Monophy»it«n  ohne  Wirkunji:.  ()ie 
.gottselige  Äugu&ta*,  unabtüssig  für  ihr«  Fruundo  tbätig,  hoffte  ein  für- 
mollea  Proiageben  des  Chalcedonense  durchzuset3»n.  Bereits  war  io 
Aiitbinio«  ein  UesinnungsgonnAiw  niif  den  Thron  der  Hauptstadt  gcwtzt. 
Abßr  der  rümiitche  Tapet  Agopet,  durch  Ephraim  von  Aittioeliivn  gowamt, 
intervenierte  recihtzeitig.  Da«  Abendland,  da«  man  politisch  wieder  ge- 
wonnen hatte,  durfte  ktrahlich  nicht  in  eine  neue  Trennung  getrielnii 
&86  worden.  I>ic  Synodo  von  536  sprach  das  Anathom  llber  Anthimiu  Dal 
&8T  Soveros  nus.  bSl  gsb  der  Tod  de-tt  Erzbi^idhof»  Timothco«  in  Alexuilni 
und  der  daselhel  aufgebrochene  Zwii>Hpult  7.wiKdion  Adel  und  Volk  Dl 
die  Wahl  des  Naehfolgers  der  kai§erlirh(-ii  Regierung  den  wiUkamnieii 
Anlass,  unter  namenlosen  UewaUtltaten  autrh  in  diesem  letzten  Asyl 
Monopbyt^iti&mu»  der  Stuat^kireliu  zu  oinor  freilieh  nur  reiit  KuMterlio 
Anerkennung  zu  verhelfen.  Die  mit  den  Pfründen  der  ins  Klend 
btinen  Mnnophysiten  reich  dotierte  Prälatuj',  die  höheren  BeamU'n  ua 
ein  Teil  des  griecliiTidien  Stadtadel»  hielten  allein  zur  Kirche  des  Ka 
Aber  »lle  bisherigon  Mifi&erfolgo  brachten  dic«on  von  eeineo  Unio 
und  Hoiner  krankhaften  Sucht,  in  Doginattk  zu  arbeiten,  nieht 
Eine  übrigen«  ausserordenUich  fein  ersonnene  kirchenpolititwho 
war  die  Verurteilung  der  drei  Kapitel.  Dergroftse  Lehrer  der  antiocheiisch 
Sehule,  Thoodoro«  von  Mopsuhe-stia,  Ober  welehcn  da«  C'halcodoDOiian 
schwiegen,  verschiedene  Sehnften  des  Theoduret  von  Kyros  und  dcslh 
von  Edessa,  Männer,  deren  llechtgläubigkeit  das  vierte  Kondl  au 
lieh  anerkannt  hatte,  wurden  jetzt  —  nach  hundert  Jahren  —  iiachtri^O 
mit  dem  Hanne  belegt.  Es  war  das  nicht  nur  ganz  gegen  den 
des  ChaletidoneuKC  und  eine  sUlUchweigendc  Venirteihing  von  l/f« 
GroHsen  ITieologic,  sondern  auch  eine  thatsäcbbclie  Korrektur  und  i» 
direkte  Ausserkurssetzunß  jene»  Konzils,  wenn  auch  ohne  formelle 
tastung  desselben.  Man  hat  einfach  das  Programm  der  alten  Bt 
tiker  restituiert.  Der  von  Hom  verdummte  Akakio«  und  der  hl.  fUvi 
von  Antiochien  schienen  glänzend  gerechtfertigt.  Weiter  kennt«» 
wahrlich  nicht  in  den  auf  Einigung  abzielenden  Konzessionen  gehen.  Ab 
dies  alles  kam  viel  zu  spAt.  Zwar  die  Patriarchen  und  HIscbdfe 
Ostens,  gewohnt  zu  glauben,  wa»  das  kaütcrliche  Kabinett  ihnen  vorsdtfie 
unterwarfen  .sich,  wenn  auch  schweren  Hotkods.  Der  schwache  wink* 
mutige  Vigilius.  der  auf  Petri  Stuhlo  aass,  hat  in  traurigster  ffo 
das  Ansehen  der  römischen  Kirche  dem  Kaiser  gegenüber,  der  that 
die  Kirche  regierte,  preisgegeben.     Das  ökumenische  ntnfte  Koniü 


*)  Justin  li  und  SopliiH  liiuU*n  vor  i)«r 
TbroiibeHleigung  xu  dva  Muuimlijstd-n.  in 
der  AoaekuitUDg  du  Volk««  g&Iteu  .di«  Ab- 


eHrennton'  als  Uie  KrommoB,  «nd  dm' 
iiüt  l'urcchl. 


I  IL  DftB  Z«iUU«T  JoHtinluiB  and  Beinot  Kacbfolgw  (518—610).  939 

findurchitue  g«hor»sm,  ganz  iiuchkttisertichor  V'orttchrift.  De>3ungeacht«t 
iuiirf«  sich  dieiies  ganze  daa  Reich  gewaltig  aufregende  Untoniehmeil 
ein  vollkommener  &1ii«t<ci'folg.  l>ie  Monophymten  verharrten  in  ihrer 
trennung.  Umgekehrt  ealicu  Italien  und  Afrika  in  den  BeBchlOwwn 
e  V'erlotzang  des  im  gansou  Westen  liochvurubrttin  Chnlcedonenae.  Die 
iritnÜH^liuii  und  iatrischea  Biacbjlfe  triehen  es  bis  zum  Schisma,  das 
;h  Geneiatinnen  hindurch  bestehen  blieb.  Und  der  afrikiini»eho  Bi.schof 
ninduü  von  Hcnniane  warf  dem  Kaiütir  in  kühnen  Worten  und  unter 
fUhrung  alttotttaniontlicher  Boitipielo  (üxia-t,  Dathan.  Abiron  11.  s.  f.) 
■,  dasK  «r  die  Grenzen  des  Imperiunm  Übersoll  reite.  Nur  Cliristii.t  besitzt 
[leich  das  Königtum  und  das  IVientertum  und  bat  den  Für«ten  untcr- 
;t,  was  den  Priestern  eigentümlich  i»t.  liaa  sind  Tüne,  welche  einst 
oa  Don&tus  der  Grosse  angeschlagen  hatte  und  welche  daher  zu  den 
I  alters  liw  berechtigten  Kiguiitiimlii-hkeiten  des  ÜceidentH  gehörten. 
I  Jti  Loyalität  ersterbende  Orient  wird  sie  mit  höchster  Verwunderung, 
Stit  HitUicher  Entrllstimg  vernommen  haben;  allein  in  den  nachfolgenden 
irbunderten  nullten  sie  auch  in  Byzanz  einen  Wiederhall  linden. 

Durch  all  diese  Mis&erfolge  ÜeH»  sieh  Justiniun  in  soinoni  Liebes- 
rbeii  gegenüber  den  Monophysiten  nicht  irre  machen.  Noch  in  »einem 
:t6n  Kegierungsjahre  erlie^s  der  unaufhörlich  Dogmen  produzierende 
esterkaiser  ein  für  fromitie  Ohren  sehr  beleidigendes  l'^dikt,  welches 
I  Äphtlioilodoketismus,  die  »elbst  von  den  meisten  Monophysiten  vet^ 
rfene  Lehre  von  der  Unverweslichkoit  de»  Hcrronleib^.  zum  Reichs- 
lina proklamieren  sollte.  Nur  des  Kaisers  bald  eintretender  Tod  (Nov.  Nov.  5( 
1)  rettete  den  orthodoxen  Klei'Us  vor  grosser  GewissettsbedrUngnis 
r  Absetzung  und  Hxil. 

Während  man  so  dto  Monophysiten  noch  immt>r  als  wenn  auch  .ab- 
renul«'  Glieder  der  allgemeinen  Kirche  betrachtete  und  sie  mit  jonei- 
ksichtsvoUen  Zartheit  behandelte,  welche  die  Kureaukratie  gegen  woM- 
oaiitierte,  über  treu  erjiebene  Massen  gebietende  Kirchengomoin.sehaftcn 
le  zu  beoba<.'lilen  pflegt,  wurde  gegen  die  übrigen,  meist  numerisch 
wachen  Diisaidentengruppen  äusserst  summarisch  verfahren, 

Kino  Itvihe  Erlasse  seines  Kegierungsbeginns  zeigen,  mit  welcher 
Bfgiu  Justinian  den  kaiserlichen  Glauben  zu  dem  aller  Unterthanen  machen 
IIUj.  Die  Reste  der  alten  Hftretiker.  unter  denen  die  Ariaiier  durch 
Reichtümer  ihrer  Stiftungen  das  liskaliüche  Interesse  erregt  hatten, 
leiten  ein©  dreimonatliche  Friat  zur  Annahme  der  oftiziellen  Glaubou»- 
ro;  »on-'-t  drohte  du»  Exil.  Auch  auf  die  Samariter  wurde  diese /.waiigs- 
mhning  ausgedehnt;  aber  das  ganze  Volk  erhob  sich  und  pi'oklamierte 
en  tiugenkaiser.  In  Stritmen  Blutes  mtieste  der  Aufstand  unterdrückt 
rden.  Das  Land  war  ruiniert.  Im  Zusammenbang  damit  steht  da» 
ichzeitige  fiirndiehe  Inquisitioiis verfahren  gegen  alle  «flentlichen  und 
leimen  Anhänger  des  alten  Hellenenglaubens.  Gerade  unter  den  Vor- 
tinon  und  hohen  Beamten  zilblte  dieser  noch  zahh'oicho  Bekenn  er. 
nniigenskontiskation  und  Unfilliigkeit  ein  Staatsanit  zu  bekleiden  wurden 
-hüngt.     Eine  Reihe  angesehener  Magistrate  endigten  durch  Selbstmord. 

Zentrum  dvct  alten  Glaubens  war  Athen  und  seine  neuplatoiiiaclieu 


^^^H  {MO  AbriM  dar  byurntiniacben  EftlmirgaKihicht«.  I 

B         Lcitror  der  Philosophie.  Juetiniaii.  dem  C8  vor  allom  auf  dun  gross«  Bt> 
H  S29  Hitz  dur  all^lAiibigon  Karpomtionen  ankam,  zog  529  dos  Stiftungsvemlftta 
H  der  ['laUiiiiKL'hen  Akndemie  ein  und  verbot  an  der  dortigen  Universitit  dtfl 

B        Unt«iTiclit  in  riiilosopbie  und  Itochtowisiienschaft.  Die  hieben  lotsten  Lthnfl 
H        wanderton  nat-li  Pursivn  aus.    Eine  woltlorganisiorto  beidnixchc  HierartUfl 
K         liatt«  in  Kleinasien  noch  Kalilroicho  Anliängur,  namentlich  unter  dem  Lud 
^^K  Volke.     Johannei«  von  Epheso«,    der  syrische  Oe»chicht88chreiber,  wekhcr 
^^H  mh  selbst  den  Holden vonitelier  und  (iAtKenstilrmer  nennt  und   in  holira 
^^H  Grade  Justinians  Vertrauen  geno«»,  hat  wiUircnd  der  folgcndon  Jahrzehnte 
^^^    hier  daa  Bokohrungswcrk  im  gi'osfton  Stil  gotrieben.  Er  rOlimt  »ich,  70uAO 
^^^    Menschen  getauft  zu  hüben. 

^^H  Ein  ungleich  erlreuhcherea  Bild  zeigt  die  Entwicklung  der  Kirche 

^^^  naeh  auh-sou.  Ju^tiniiin  betrachtete  e«  alB  ein  Hauptziel  tteini»«  poliÜM-V 
H  roligii>8t*n    lU)gierung»iprug rammt«,    wie   er    im    Keiilie   die   Gluu)M<nM'iBliHl 

H  herstellte,  auch  den  heidnischen  Nationen  den  christlichen  (ilsuben  n 
H  übermitteln.     Selhnt   seine  diplomatischen   Verbindungen    mus^ten  dieKB 

B         Zwerko  dienen  und  den  Ölauben»bnten  die  Protektion  mXctitigor  Mttehba^ 

■  ftlrston  erwerben.  So  erweist  denn  die  Zelt  Justiniana,  wie  scfaoii  die 
H  »eiuur  unmittelbaren  Vorgänger,  einen  gewaltigen  Aufschwung  der  H» 
H  Bionstliätigkeit'. 

H  Die  chrifttliche  Propaganda  wirkte   gleich  erfolgreich  unter  den  Uo- 

■  ruieni  um  äingidumim,  den  HunneurttUinmen  n&nllicli  vom  isehwarxco  M«on 
H  und  unter  den  Kaukasusvcllkorn.  Die  Fürsten  erscheinen  zur  TaaPi  » 
H  der  Residenz,  und  daa  Volk  folgt  ihrem  Bekenntnisse.  In  Afrika  wuri« 
H  die  Oa!*en  der  Sahara  dem  I'hn8tentum  gewonnen.  Die  blutige  Chrictott- 
H  Verfolgung  in  Jemen  durch  den  jüdischen  KOuig  Dho  Nuwie  erregt«  die 
H  gesamte  Chri)^tl;nlloit  dos  Orienta.    Die  siegreiclio  Eroberung  Jemens  danl 

■  &S6  den  abessinischtm  Äthiopenkönig  T>2C>  wurde  aufs  freudigste  be^rtat  <nl 
H  auf  kaiserlichen  Befehl  ein  ägyptischer  Kleriker  aU  Bischof  nach  SDd* 
H         Arabien  get«chickt     Besonders  thUtig  im  Mtssion^wetten   zeigten  sidi  dia 

■  Monopliyniten.  Ein  syrischer  Mfinch  missionierte  untvr  den  Ortiem.  eiBlBl 
H  wahrscheinlich  kurdischen  Stumme  Südarmeniens.  Unter  Justinian  b^^aoi) 
H  Julian,  ein  ulexandri nischer  Kleriker,  die  Bekehrung  der  Xubier,  welch« 
H  unter    seinen  Nachfolgern    der  Binchof  Longinns    vollendete.     KOnig  no^ 

Volk  der  Nobaten  empfingen  die  Taufe.  Auch  der  Kßnig  ,de«  gro»« 
Volkes  dur  Atodäer*  liesa  sich  taufen.  Von  da  nn  bestand  dio  nabiarirt 
Kirche  Jahrhunderte  lang  im  engsten  Anscldust;  an  den  monopfaysitiaiM 
Patriarchat  von  Alexandria. 

Indessen  hei  allem  gui«seren  Glänze,  bei  aller  nicht  xa  leugnendia 
GroBsartigkeit  der  BoAtrebtingon  soiiwr  Itegiervng,  hinterlioss  Justiüs 
"■Nov.  dennoch  bei  seinem  Tode  (1-1.  Nov.  r>t>5}  ein  vollkommen  zorriittetes  Bei*. 
Die  Eroberungen  de»  Westens  festzuhalten,  tiberstieg  bei  weitem  die  Kriftt_ 
desselben:  ob  fehlten  dazu  auch  die  Mittel.  Was  half  auch  di« 
dürftig  hergestellte  kirchliche  Union  hei  dem  tiefgehenden,  auf  naiion 
Entfi'emdung  beruhenden  Hos«  umsehen  Griechen  und  Lateinern.  W( ! 
kirchen politischen  Massregeln  des  Kaisers  nnd  daher  eine  Kett«?  "*• 
Fehlern ;  sie  haben  die  nationalen  Sonderbtstrebungen  der  Syrer  und  Ägypw 


n.  Du  ZeiUlt«r  Jutlniass  aii<l  ■•inar  ITacUolgM  (&I8— 610). 


941 


recht  eigentlich  ^oH8gezogen.  Die  damalige  Zeit  bQllte  ihre  trüibenden 
Gvdnnkon  in  kircliliclies  UcwnniJ,  Die  monophysitische  Lehre  diüiite  den 
Oricntuluii  zum  »prcoliviidon  Ausdruck  ihri\t  nntJoimleii  Kmptindens,  dem 
der  rCtmische  Ueichsgedunke  immer  fremder  wurd.  DiL<  LuMrdiiJMUiig  der 
OstlandHchafteii  der  Monarchie,  welche  im  VlI.  Jiihrhundt'rt  eintral,  ist 
durch  dio  Kirchen poIitik  Justiniana  recht  eigentlich  befördert  worden,  wie 
aoino    Erob«rung.spohtik.    die  Keichskräfte    fUr  dio   Westprovinzen  bean- 

rchund,  diu  ÄkUüti  im  Oätoii  lähmte. 
JuBtinoR  II    (.'i6J> — 578)    der   Neffe   .luHtinians   und    von    ihm    zum  Mi&— 578, 
Thronfolger   lieütimmt,   hat  sich   <lurch   rasche   Energie   vor   allem  seiner 
tiultiii,  der  ehrgoir-igcn  Sophia,  und  de»  Obersten  der  PaliiAt^arde  Tiberio« 
d(!>8  Throne«  hemSchtigt  und  ihn  toilwoitie  gownltsam  gegen  die  mitwvor- 
gnugtvn  Prinzen   de»   kaisorüchon  Hau»b»   behauptut.     Dett  Kaist^rH  perio- 
disch wiederkehrender,  uchliessüch  vollständiger  Wahnsinn  bewirkte  .174  574 
die  Adoption  de»  Tiberios  als  Cäsars,  welcher  van  da  an  mit  der  Kaiaerin 
Hophin  tliat»i«hlich  die  Itegierung  fllhrte  und  spHter  8cin  Nachfolger  (578  ^7B~StS 
hm  bäi)  wurde. 

^g  Diese  Regierungen  bezeichnen  einen  wichtigen  Wendepunkt.  Reretts 
nnt^r  Ju»tiniau  hatte  die  offizielle  Fiktion  de»  Lateina  al«  lieinhttHprache 
zu  schwinden  begonnen;  von  jetzt  an  wird  es  immer  ent^hiedonor  durch 
das  Griechische  vordrSngl.  Dic»cn  Umachwnng  deuten  auch  die  lango- 
bordi^chen  und  Byrinchen  Chronislen  an,  wenn  sie  mit  Maurikios  die  lleihe 

t  .griechischen'  Kaiser  beginnen. 
Im  Innern  kam  die  Sparsamkeit  Justins  den  ItcicliHfinaiucen  vortreff' 
zu  statten,  vormehrte  fri'ilich  auch  die  MiHsliebigkeit  dos  lt«gimonta. 
Dagegen  hat  die  ebenso  populäre  als  verkehrte  Verschwendung  des  Tibe- 
lios  recht  eigentlich  den  Grund  zu  den  Schwierigkeiten  der  nachfolgenden 
Kcgierung  gelegt.  In  kirchlicher  Hezif'hnng  waren  beide  FHi-sIcn  korrekt 
orthodox.  Ihr«  verhängniisvolle  Nachgiebigkeit  gegen  diu  iluf|katriarc'hen, 
welche  sie  in  der  Bedrängung  der  Monophysiten  gewähren  Uessen  oder 
unlerstiltzten,  hat  die  Entfremdung  der  Ostprovinzen  zu  einer  definitiven 
gainacht. 

Hl  Nach  autttwn  bezeichnet  der  Thronwechsel  nach  Justinians  Tode  einen 
voTI^itSndigen  Bruch  mit  der  bisherigen  Kegierun^^politik.  Die  Lage  des 
lU:ictis  verlangte  dringend,  dass  dai<  kaiserliche  Kitbinett  eein  Hauptaugen- 
merk der  Sicherung  der  Nord-  und  Ostgrenze  zuwende.  So  nehmen  denn 
die  BexJehungon  zu  den  Vsikem  nördlich  der  Donau  und  den  I'erDcra 
durchaus  die  erste  Stelle  ein;  dagegen  tritt  der  Westen  mehr  in  den 
Hintergrund.  In  den  Steppengebieten  dea  Ostens  war  das  mächtige  TOr- 
kenruich  en^tandcn,  mit  denwcn  Chikin  die  Itömer  bald  in  frcundachaft- 
licbe  diplumaLische  Beziehung  traten.  Viel  wichtiger  war,  doui  gegen 
£nde  von  Justinians  Regierung  ein  neues  Volkselement  in  den  Gebieten 
nördlich  von  der  Donau  auftrat,  die  Avaren.  Im  Osten  der  ungarischen 
Ti«fobeitc  kamen  dio  slavischen  Stäumie  unter  ihre  Botrafttutigkeit.  Eben- 
BO  griffen  sie  bald  erfolgreich  in  die  Out^bicke  der  germanischen,  unter 
tief  \'erfeindeten  Keiche  der  Langobarden  und  tiepiden  in  Pannonien 


942 


AbriBB  der  brM^ntinlMhen  Kaiaergeachiobt«. 


ein.    Diese  verUndertcn  VerhllUnisse  erforderten  Itotns  enutostc  Aufmi 
8A(nk«it 

Die  neue  Regierung  zeigte  diesen  gefährlichen  Feinde«  gogmQlwr 
oino  t»nti«chto!<8«ne  Politik.  Die  Jahrt^elder,  an  welch«  Justtnian  die  Avuea 
gewohnt  hatte,  verweigerte  »ein  Nachfolger,  und  diese  waren  zunickst 
durch  den  erbitterton  Krieg  zwischen  Laiigoharden  «nd  fiepiden  in  As- 
flpnich   ßenommen.     Ihre  Intt-rvention   zu  Gunsten   der  Langobarden  haU 

66T  die  Katastrophe  der  Gepiden  567  vollenden,  während  Item  im  Intern«* 
der  letztem  keine  Tliatkraft  zeigte.  Die  Avaren,  nach  dem  Abzüge  ikr 
Laiiguhardcn  das  herrschende  Volk  in  der  nnganitchcn  Tiefvbane,  mi 
ebenso  dto  zahlreichen  Slavcnstänime  bedrahte»  jetzt  in  steigendem  Ibsn 
die  Provinzen  sUdlich  der  Donau.  Kotn  hat  hier  gross«  Energie  entwickelt 
und  im  ganzen  ehrenvoll  gekümpft;  allein  trotE  Tiberio»'  Ftlhnmg  etliti 
das  rAmi.trhfi  Heer  eine  schwere  Niederlage.    Der  Friede  wurde  nur  dardi 

681  Tributzahlung  erkauft.  Unter  der  Itegierung  des  Tibcrios  ging  5^1  di« 
wichtige  Oreuzfestung  Sinnium  verloren.  Daa  Schicksal  der  Nordprovinx« 
wttr  damit  bbsiogolt. 

■letzt  erwies  sich  klar,  wie  .lustinians  Erobeningt^politik  die  Kiifte 

:,Gf  de«  Iteiches  flberntiegen  hatte.  Als  die  Langobarden  568  in  Italien  vin- 
brachen  —  ihre  Benifiing  durch  Narses  ist  spjit«  Fabel  — ,  war  die 
Reiclisrogioruug  nioht  im  Stande,  durch  eine  starke  Slachtentfaltuns  Jiß 
wichtige  Provinz  zu  halten.  Ini  Laufe  M-eniger  .lahre  hatten  die  Neu- 
reichen Eroberer  Korditalien  und  Tuscien  unterworfen;    in  SpuleÜun  ul 

511  Bonevcntuni  (•''>71)  geboten  langobardiwche  Herzöge.  Auch  die  feftoc 
StBdto,    welche   dem    ersten  An.sturin   widerstanden  hatten,  kapituÜertra 

S'T2  eine  nach  der  anderen  gogonOber  den  Langobarden,  572  Ticinum,  in  der 
folgenden  Generation  Pataviiini  und  Creroona.  Der  riiniisrhe  Betiitistud 
wurde,  abgesehen  von  Hilditalien  und  Sicilien,  bald  auf  Kavenna  und  St 
benachbarten  Stüdte  der  Aeniilia  und  der  Pentapoti»,  ferner  auf  dasOeliiol 
von  Koni  und  Ni'apol  beschränkt.  Hiüzu  kamen  die  ligurischen  und  ron'~ 
tiiiniBchen  Kfistenstiidt*»;  der  durch  Beüsitr  vereitelte  Tpilungsplan  liill" 
den  Bümern  mehr  gelassen,  und  sie  hätten  statt  dea  , nicht  zu  nennendi'n*, 
„stinkenden"  Volkes  der  Langobarden  die  ritterliche  und  noble  otrtrOnisfho 
llasMe  zu  Nachbarn  gehabt.  So  hatte  die  Folgezeit  unaufhörlich  zu  liBssnn 
ftir  die  begangenen  wie  die  zugolassenen  Fehler,  aus  denen  sieh  die  viel- 
benninderte  Qrossmucbtspolitik  dieses  Louis  XIV  des  VI.  Jahrhundert«  in- 
sammensetzt. 

Ueliihnit  T,vurde  I{om.s  Tliatkraft  vor  allem  durch  den  gleichzeitigen  Pealt- 
krieg.  Den  Anhuss  gaben  die  Armenier,  welche,  durch  die  mutwillige  ErbaiimC 
eines  Fouertempols  in  ilirer  geistliche«  Hauptstadt  Duin  aufs  ftusserste  ge- 

571  reizt,  sieh  ."»"l  gegen  Persien  erhoben  hatten  und  in  Byzanz  S^hllt^  soclitee 
und  fanden.  Ihnen  schlössen  sieb  auch  die  Iberer  an.  Damit  war  drf 
Krieg  erklärt,  der  nun  von  fortwährenden  PriedenHunterhandtungon  unbv- 
brochen  zwanzig  Jahre  andauerte.  Während  die  Kömor  Nisibis  erfnlnlc* 
178  belagerten,  eroberten  die  Perser  hTA  das  wichtige  Dara:  ganz  Syri» 
wurde  von  ihnen  verwüstet.  Tiberio«,  zur  Itcgentschaft  gelangt,  erwirkt» 
&T&  einen  Waffenstillstand,   von  dem  aber  Armenien  ausgenommen  war.    ii^ 


n.  D«B  Zeibüter  Juatiniftiis  und  it«iB«r  lfachfolg«r  (518— 6I0>. 


»48 


log  von  dort  Oliusrau  bj»  nach  Kappadokieii  vor  und  vcrbi-nnnto  Bebastoia 
d  MeliUne.   Aber  von  der  Qberlegenei)  rQmUchen  Kriegsmacht  zweimal 
chdrücklich  geschlagen,  rettete  sich  der  Peraorkünig  mit  MUhe  Über  den 
phrat.    Armenien  war  im  Besitz  dor  (tilmer.    Indessen  schon  hlG  mirden  M6 
I  wioder  vcrtriebon,  und  der  Krieg  dauerte  fort.     Maiirikios  der  eomes 
DObitorum  wurde  vom  Kaiser  mit  dem  Kommando  im  Osten  betraut  und 
riegte  den  Kriegsschauplatz  mit  QlUck  auf  den  Boden  des  Perserreicha. 
Mn  gflnstigcn  Abacliiusa  der  melii-fach  angeknüpften  Friedonsiinterhand- 
gen    verhinderte   579    Choaraus   Tod.      Gegen    seinen     kriegslustigen  &?& 
im    and    Nachfolger    Iloniiizd,    »utzte    Tiboiio»    dun    Krieg    mit    aller 
©rgip    fort.       ^81    erfochten   die  Kömer  bei  Koiistantina  einen  glän-  581 
idon  Sieg. 

Do»  Jahr  daranf  bestieg  Maurikios  (582—602)  selbst  den  Thron;  im  582-802 
tem  hat  er  vor  allem  durch  eine  sparitamc  Finanzpolitik  den  vielfachen 
lOrfnissen  de»  Heiche«  zu  gi^nUgen  versucht,  durch  dicHulbe  freilich 
ir  auch  den  Grund  zu  der  Unbeliebtheit  gelegt,  welche  ihn  schliesslich 
I  Thron  kostete.  In  kirchlicher  Beziehung  befolgt.»  er  im  ganzen  die 
itik  «einer  Vorgttnger.  t)ie  Verfolgung  der  Monophy.sjton  jedoch  wurde 
'  Vcnmla«»uug  de»  haupttsUidtiHchen  Patriarchen  Jtdianneti  dos  Foi^tera 
geschränkt.     Dieser,  ein  heiliger  Aaket  von  tadellosostem  Leben  und 

rier  Orthodoxie,  zeigte  fBr  die  in  der  Lehre  abweichenden  Frommen 
den  Mierarchen  aller  Konfe.ssionen  sonst  vielfach  abgehende  Duldung. 
I  eo  erbarniung)!ilo8er  fUhrto  die  Kegierung  dio  Prozcüiso  gegen  an- 
)]icho  Uoiden  in  Syrien.  Zu  ihnen  rechnete  die  fanatische  nionophysi- 
;he  Menge  auch  den  staatskirchlichun  Patriarchen  von  Antiochien-  In- 
isen  di&ser  kannte  seine  Leute  und  rechtfertigte  seine  Glaubensreinheit 
■ch  Erbauung  eine»  grossen  Zirkus,  .einer  Kirche  des  Satans",  wie 
irommcn  Dissidenton  seufzend  klagten.  Viel  bedeutender  war  der  Streit 
,  Alt^Itom.  Papst  Gregor  I  (SÖU— 604)  bokänipfto  aU  Neuerung  den  S90-6oil 
I  «einem  neuriSmischen  Kollogen  geführten  Titel  eines  ökumenischen 
iriarchen;  tliatsfichlich  mit  Unrecht;  denn  der  Titel  war  schon  »eit 
[efähr  einem  Jahrhundert  im  Gebrauch  und  war  von  Rom  nie  bean- 
mlet  worden.  Die  Regierung  und  die  orientalischen  Patriarchen  stellten 
fi  denn  auch  viillig  auf  Seiten  des  hauptstädtischen  KirchenfDr»ten,  der 
ne  Titulatur  siegieich  behauptete,  Auf  die  bewegliehen  Klagen  de« 
|iat«s  antworteten  der  Kaiser  und  der  huchangesehenc  Anastasios  von 
tiochien  ziemlich  garing»chl>tzig;  ofTenbar  botrachtet«n  sie  die  ganze 
;he  als  ein  nichtiges  Wortgezänk.  In  der  Folgezeit  hat  denn  auch  Itom 
le  Qorftnsch  diese  Position  wieder  aufgegeben. 

Der  Perserkrieg  dauerte  noch  mehrere  Jahre  mit  wcclisclndom  Er- 
;e  fort.  Auf  eine  Reihe  römiöclier  Siege  folgte  589  dio  Wegnahme  de« 
;htigen  Martyropolis.  Allein  nun  trat  eine  ganz  unerwartete  Wendung 
,  welche  das  Schicksal  des  Xachbarreichs  in  die  Hände  des  römischen 
cbthabcrs  legte.  Die  Empörung  des  Feldherni  Hahrüm  TschAbtn  kostete 
m  P«nierkönig  Thron  und  Leben;  seiu  Sohn  Chosrau  II  Parwfz  kam  als 
Icfatling  zu  den  Römern.  Maurikios  intervenierte  zu  seinen  Gunisten, 
der  Feldzug  des  Jalires  591  setzte  ihn  wieder  auf  den  angentammton  501 


944 


Abrba  dor  bysuitlnlHchen  EaU«rg»K«liiQht«. 


I 


Thron.  Maiirikio«  wnr  aber  ein  ebenso  glücklicher  F«Idherr.  «1«  »cUcchto 
Diplomat;  er  bat  durchniw  nicht  verstanden,  die  bcittpiellow  Gunst  iit 
Uin»t5nde  auBzubouton.  !n  dem  Frieden  wurden  nur  Dara  und  Martjr»- 
poli»  zurftckgegebe» ;  ferner  trat  dor  IVrst-rkiSnig  den  grOflst«u  Teil  in 
pentiHchen  Armenienü  an  dte  Römer  ab.  Dagegen  daa  wichtige  Nitibii 
blieb  ponÜKch. 

Im  Wc>&ten  zeigte  dio  nouc  Ucgibrung  gleivbfaUe  eine  kraftrtli 
Politik.  Ha  ist  nicht  budeutunt^lus,  da&s  zuerst  unter  Maurikio»  der  "Htd 
Kxnrch  in  Itavenna  und  Karthagn  auftritt  Italien  und  Arnka.  dardi 
Luiigubtirdou  und  Maurfii  gleirbmäittiig  bedroht,  «rhioltvn  in  den  ExarclKli 
MilitUrgouvcniourc  mit  ausgedehnten  Vollmacbtun.  wt.dche  allmählich  mA 
die  Ci\-ilv»rwaltung  «ich  unterordiicton.  Dio  Orilndung  der  beiden  Ri- 
archate  ist  du»  Vorspiel  der  im  VIL  Jahrhundert  ins  Ijel)en  trokodto 
Organißation  der  Themen  Verfassung.  Zur  Wiedergewinnung  Obcriulitoi 
»cbloss  MaurikioH  eine  Allianic  mit  den  Franken.  Dor  unl«mebiiwa<l« 
Exarch  Smaragdunt  «rwii-s  »ich  be8onder8  thStig.  Indoasen  irgend 
bleibender  Erfolg  wurdo  nicht  ürzit;1t;  immerbin  u'ard  dadurch  «di 
weiteren  Vordringen  der  Langobarden  Ualt  geboten. 

Portdauemit  war  die  Nordgrenze  des  Heicho«  gefährdet,   WunJe 
Friede  mit  den  Avaren  durch  erliOhte  Tributzuhlungen  t'rkauft.  iH>  dr: 
von  diesen  gohetzt,  dio  HiaviBchon,  den  Ävaren  unterthSnigon  Sliünmc 
Nach  dem  Zeugnisae  gleichzeitiger  syrischer  Schrirutellor  sind  Avarea 

58)  und  Slaven  weit  nach  Süden  vorgedrungen.    081  »ucht-n  die  letzteren  nid 
nur  Thrakien  heim,  sondern  sie  lassen  sich  SL-hareuwoise  in  dor  l'Dig«gei 
von  Thosäaloniko  nieder  und  wandern,  um  dort  zu   bleiben,    bin   iii  di 
Peloponnes.     Damals   sollen   nach   einer   freilich   späten  und  sohlMlit  ri 
bllrgten  Sage  die  Einwohner  de»  lakedilnmnischen  Eptdauros  Liiocra 
den  eindringenden  Slavou  auf  die  nahe  Klippeninavl  guSohen  sein  und 
den  (Jnind  zu   dem  spfitor  so  bodeutondou  Emporium  Monembasia  gulcg 
haben.    In  der  That  nennen  dio  Seefahrer  anderthalb  Jahrhuudertv  »[ 
Kynuria  ,die  slavinische  Landschaft*.    Wie  mächtig  dos  »lavi)H:hi<  EIoi 
in  den  helleuimchen  Distrikte»  war,  erweist  der  Umstand,   dass  in 

CSa  folgenden  Ouneratiou  ((>23)   uino  slaviscbe  Piratcnflotte  Kreta  angriff 
plauderte.     Dagegen   muss,  wie  dies  laugst  anerkannt  ii^t,    Fallnwn; 
ausschweifende  und  abenteuerliche  Hypothese  von  einer  gronliclntu 
mordung  des  gesamten  unglDcküchen  Hellenenvolkes  (mit  Aasnahme  wem, 
Keeburgen)    und  der  völligen  8lavi»ierung   von  Heilax  und  IVloi)otitN«>  is 
Maurikios'  Tagen  ins  Reich  dur  Fabeln   verwiesen  werden.     Ihre  Wi 
legung  ist   allerdings  nicht  durch  die  heutigen  Hellenen  besorgt 
die  »ich  mehr  durch  patriotische  als  wissenschaftliche  Gründe  leiten  li 
Das    Hauptverdienst,    den   wilden    Phanta»ien    äe»    genialen    Fallm<-r>yci 
durch  besonnene  Forschung  den  Boden  entzogen  üu  haben,  gebührt  di 


')  Dio  AvBrcn  bililftn  den  Slav«n  goe«D- 
Vbts  nur  eine  wi-nig  xahlrflicb«  Adalskast«. 
Kb  ist  DbrigenB  beiiitnkoniiw.irl,  dass  in  diea^ni 
J  ahlh .  metät  num^  ri  sc  h  bc  h  wocli  p  um!  -nl  laiscli* 
SUmme  GormtLncii  iiud  älnvon  unl«gocb«R: 


sie  inOaMa  bIm  «in«  taitiUiMie, 
und  geialig«  SvMri«ritU  bcmswn  bi 


dank«  >n  di«  ilaaMO  (als  Obatianw  ' 
GotMi  nnil  ni)il4>rH  G«nD>aadaUmcMt  i 
Araren,  di«  Bulgaren. 


^^^^^^Daa  Z«iUlt«r  JnB(Hl!tt^Ma»iner  17acbfoIg«r  (518—610).  sT^^^^^I 

autschen  C.  Hopf.     Freilich  ist  gerade  er,  indem  er  jode  bleibende  Spur  ^^M 

r  slaviBchen  Raubzüge  »ntcr  Maiirikios  leiigneto.  dbcIi  der  andern  Soito  ^^ 

weit  gognngon  und  luit  nicht  imniiT  iimthodi»ch  gearbeitet.     Dass  ein  ^J 

!bt  ganz  unerheblicher  Bestandteil  der  heutigen  Hellenen  ann  gräxietierten  ^^| 

kven  besteht.  Ut  eine  auBgemachte  Sache.    Für  Griechenland  war  diese  ^^ 

mäüHigem  Umfange  vnllzogene  VülkcrmiBchiing  ein  OlUck.  da  alte  in  I 

■ongor  Isolieniiig  lebende  Völkerschaften    abutehon    und  vorkilmmern ,  I 

in    denke  z.  B.  nn   die  Isländer.     Davor  bewahrte  Uellus   das   im    V.  ^J 

d    VI.  Jahrhundert    eingedrungene    alaviRche    Blut.      Völlig    »laviitiert  ^^M 

irden  in  diest^r  und  der  folgenden  Generation  der  Norden  der  Balkan-  ^^M 

ibin8«l.   die  heutigen  Gebiete  der  »orbiuch-kroatiächen   und  der  bulga-  ^^M 

chen  Sprache.     56^  fielen  Singidunum,  Viminacium  und  andere  Donau-  &S8^^| 

itungen  in  die  Hände  der  Avaron  und  ihrer  Slavenknechte.    587  erlagen  6ö7       ^ 

len  die  mßsJKchen  Stüdte:   Itatiaria,  Dorotutolon  und  andere  bis  Marki-  ^J 

DpoUs.    Dm  Land  südlich  vom  Haemus  bis  Adrianopol  wurde  abwechselnd  ^^M 

n  Avaren  und  Slaven  iSberzogen.     Eine  Wendung  trat  erat  mit   dem  ^^ 

hre  -'Ol    ein,    als    Maurikioo    durch    den    mit    Pprsien    ahgoochlonaeneii  •''91  ^^B 

iedcn  in  den  Stand  gesetzt  wurde,  seine  Streitkräfte  in  ungleich  xtArkerem  ]^H 

tsae  zur  Verteidigung  der  europSischen  Provinnen  ku  verwenden.     Der  ^^m 

ieg  entbrannte    infolgedessen   mit   verdoppelter   Wut.     Die  Avaren   he-  I 

[erten  Thessalonike  und  bedrohten  Belb»t  die   Iteichahauptstadt.     Aber  I 

}  dmtig  der  aungezeichnete  rrimische  Feldhen'  IVi»kos  flher  die  Donau,  bsa  ^J 

1  601  vrfocht  er  grosse  Sieg«  über  »w  erst  bei  Viminacium,  und  dann  001^^| 

r  das  Nordufer  vordringend,   an  der  Theiss  im  ehemaligen  Gebiete  der  ^^H 

pidcn.    Auch  da»  folgende  -fahr  wurde   mit  entschiedenem  Glücke  ge-  ^^M 

npft:   doch  die  Tmppen,   durch  des  Kaisers  unzcitgemü^He  Sparaamkeit  ^^M 

iitt«rt,  brachen  in  offene  Empörung  aus,  als  sie  002  jenseits  der  Donau  602      V 

irivintem  sollten.     Charakteristisch  fi)r  die  Sohlatenmcutcrei  ist,   doss  I 

Militär  niedrigen  Ranges,  der  Centurio  Fhokaa,  an  die  Spitze  trat.  I 

arikio8  versuchte  durch  Bewaffnung  der  Zirkusparteien,  der  Blauen  und  ■ 

'  Grünen,  die  Hauptstadt  x»  halten.    Aber  als  da«  Heer  gegen  die  Re-sidenz  I 

FBchiert«,  brach  auch  hier  die  Kovolution  aus.   Der  Kaiser  gab  kopflos  I 
m   verloren  und  floh    mit  seiner  Familie  aufs  asiatische  Ufer,     hn  No- 

nber    602   wurde    Phokas  zum    Kaiser   gekrönt    (ß()2— 610),   und   un-  602 

ttelbsr  nach  seinem  Einwige  Hess  er  den  gestürzten  Kaiser  mit  seinen  "02-610 
Inen  hinrichten.  Zahlreiche  Bluturteile  sollten  die  Herrschaft  des  Usui*- 
MTB  befestigen.  Die  OeschiohtschrL^biiug,  ganz  unter  den  Kinfluss  des 
Lter«n  Gegners  des  Kaisers  gestellt,  hat  diesen  mit  den  schwäi'Kesten 
rbon  geschildert.  Sie  scheint  aber  damit  nur  die  Wahrheit  getroffen  zu 
btin.     Ein  rohere»  und   unfühigercs   Regiment   hat  niemals  in  Ostrom 

rtot. 
Cliosrau  bendtzte  sogleich  den  Thronwechsel,  um  als  angeblicher 
Lcbor  seines  ,Vat«rs*  Maurikios  die  Feindseligkeiten  wieder  zu  eröffnen. 
Kne»,  der  töchtigste  General  des  Osten»,  der  Schrecken  der  Perser, 
BpArte  sich  in  £de«sa  und  suchte  Verbindung  mit  Chosrau.  Um  seine 
iBz«  Kraft  dem  Osten  w*idmen  zu  k&nnen,  schloss  Phokas,  die  Jahrgolder 
Mhend,  Frieden  mit  den  Avaren,     Narses,  dem  Worte  des  kuiserlicheti 

^■»MHk  drr  Ua«  AUMtonflrMHUKlian  IX.     I.  AIjUk-    1.  Aa&  ^ 


946 


AbrUa  der  byzuitiiiB 


riJ«erg«*Dbiaht«. 


NcfTen   und  Foldhorrn  Domcntiolos   vertrAuen<I,  orgah  sich,  wunlc  aW 
von  Phokaa  treulos  liiiigoriclitct.     Dio  Perser  erfocliten  eine  Itoih«  Sieg?, 

606  606  fiel  d(i9  wichtige  Grenzbollwork  Dar«;  Syrien  und  Mtsopotamien  wurdMi 

606  von  thron  Itoiterscharon  überschwemmt.  (>0K  drangen  sie  durch  KM»- 
aaien  b«mt»  bis  Chnlkcdon  vor.  In  der  Hauptstadt  wnr  die  Stiiumu«^ 
der  Beamten  und  de«  Adela  oino  dorn  Regunten  höchst  ffindselige.  Mut 
durch  blutigen  TerrorismuB  konnte  Phokas  seine  Herrschaft  aofrfcht  <t- 
halton.  Aber  der  hOclist  föhige  General  IViskos.  ve»  Phoka.i  zu  keinem 
Schwiegorsohno  und  zum  coinos  oxcubitorum  erhobvn,  setzt«  sich  mit  dm 
Exarchen  Afrikas  llerakleioa  und  dessen  Bruder  Gregorioa  in  Verbioilmi$. 
DioHC  hatten  schon  »eit  einiger  Zeit  gerllstet  Kiketaa,  der  Sohn  if 
(Iregorios,  rückte  auf  dem  Landwege  nach  Ägypten  vor  und  bosetxtc  mcIi 
hartom  Kampfe  Alexandi-ia ,  während  Horakloios,  der  Sohn  d«*  Ei- 
archen,  mit  der  afrikanisclicn  Flutte  direkt  nach  der  Hauptstadt  scgtib 
Dieselbe  fuhr,  ohne  «mfitlichen  Widerstand  zn  finden,   anfangs  Oklob 

610  610  in  den  Hafen  von   Byxanx  ein.     Phokas  fiel  in   grcuelvoUer  Wtd 
d«r  Volkswut  zum  Oi)ft'r;  mit   ihm  fanden  die  leitenden  Männer 
.  Okt.  Regierung,  Domentiolos,   Bonosos  und  Loontios,   den  Untergang.    Dtn 

*!*>    Oktober  wurde  Herakleioa  durch  Senat  und  Volk  feierlich  zum  An 
proklamiert  und  vom  Patj-iarehen  Sci-gios  gekrönt. 

Mit  Horakleiofi  können  wir  wieder  cinon  hiHtorischen  Abscbnitl  i 
kieren.  Seine  Ilegierunt^  ist  gleichzeitig  der  ScbluKtst«in  eines  abstwbead 
Zeitaltern  und  der  Anfang  einer  viillig  neuen  Epoche.    Die  kUisaiacb-htll 
ni.sehc  Kultur,  welche  namentlich  in  der  tie»chichtiichrL'ibung  ihre 
kraft    noch    erwies   (PriskoH-Malchos-Prokopios-Aguthias-^Ienandroa) 
ihren  letzten  Schoss  in  Thoophylaktos  äimokattes,  dem  Klienten  d«6 
alen,  die  Wissenschaft  begUn^ttigenden  Patriarchen  Sergio«,  getriebea. 
tritt  nun  bald  die  andorthalbhundcrtjülirigo  ['criode  vlSIliger  Barb 
Der  furclithoi'e  Existenzkampf  mit  dem  Osten,  der  wältrend  dieses  | 
Zi'itrauniä    andauert,    Hess    Gesetze    wie    Musen    schweigen.      Ve 
denken  und  reden  von  einem  solchen  litteraturlosen  Zeitalter  ktlli 
lieh  nur  Pedanten;  aber  mit  der  altgriechisohon  Herrlichkeit  wurdf 
mals   gi-Undlirh   ein  Endo   gemacht.     In  dieson  Zeitpunkt  kl^nnen  vir 
besten  die  Äonswende  verlegen;  wir  verlassen  das  kla^isi-he  Alt 
und  betreten  die  Schwelle  der  mittleren  Zeit. 

III.  Die  Dynastie  des  Herakleios  und  der  Kampf  mit 

dem  Islam  (610—717). 

Seit   der   ßo»ignation    von  Justininna  Nclfen   waren    ausschlic 
Generale  und  Soldaten  zum  Purpur  befördert  worden.     Horakleio» 
gleichfalls  Militär;   aber  er  entstammte  einer  Familie,  welche  bereit« 
zwei  Generationen  hohe  Civil-  und  Militirposten  bekleidet  hatte.    &' 
zum  HerrscbcT  pr&deetiniert  und  hatte  auch  dos  GlQek,  wie^lor  oiiM  i 
durch  rünf  Generationen   blühende  Dynastie    zu  grUnden.     Ein 
Feldherr   und    ein  tüchtiger   OrganiBator    und    Politiker    stand  jcW 
der  Spitze  des  Reichs.     Aber  die  Lage  war   «ine    nftliezu  vertwoi/i' 


r 


Die  Djnutle  dm  Herakleto«  und  der  Eampf  mit  dem  lalam  (610-717)    <)47 


Europa  wurde  durch  die  Avaren  und  Slaren  vcrwDetet:  in  Aman  »«troifton 
de  P<'rser;  »De  festen  Städte  idtterten  vor  iLnon.     Sic  überscbritten  den 

,  Buphrat.    Nach  einem  grossen  Siege  über  die  Römer  fielen  611  Antiocheia.  611 
Apamoia,  Emesa  und   an»  knppadokisi-hc  Kaisareia  in  ihre  Gewalt.     Die 
mehrfachen  FriedonsunterhundlungEin  des  Kaisers  scheiterten,  da  Chosraii 

imf  eine  voIlstän<iige  Bezwingung  des  Römorreichs  hoffte.     Und  die  Er- 
(■gnisKO  der  folgenden  Jahre  schienen  ihm  recht  zu  geben.    61:)  eroberte  C13 

4er  persische  Feldherr  Hahrbarilz  DamankoH.   614  Qbcrsciu'itt  er  den  Jor-  S14 
dftn  und  nahm  Jerusalem  ein.    Die  heilige  Stadt  wurde  einguäucliert,  ihre 
ftewuhner  niedergehauen  odc-r  nach  I'crmon  verpflanzt.    Auch  der  Patriarch 
Zachetriem   und  das  .lebenspcodunde  Holy,"    ,das  heilige  Kreuz,  wanderten 
aarh   Ktesiphon.    Dies  Ereignis  bewirkte  eine  ungeheure  Aufregung.    Der 
Verlust  de«  fllaubenspalladinni!*  wurde  weit  über  die  Grenzen  des  Römcr- 
reichcs  hinaus  von  der  gesamten  Cliristonboit,  vorab  von  dem  frommen 
^ankenvolke   ats   ein   unermessHelies  Unglllck   empfunden.     Nur  den   hl. 
Schwamm  und  die  hl.  Lanze  rettete  wenigstens  der  Patricius  Nikotas  nach 
ler  Rüicbsliauptstadt.    Sihln.  der  zweite  persische  Feldherr,  marschierte  615  615 
»18  vor  Chalkcdon.    Zwar  zwang  ihn  die  Diversion  des  römischen  Feldhorrn 
Pliflippik"s  nach  Armenien  zum  vnHiliifigen  Kackz-uge.   Allein  G19  eroberten  ßl9 
Ue  Perser  Ankyra  und  beheiTschten  damit  die  Komnumikntionälinißn,  welche 
Ue  Hauptstadt  mit  Syrien  und  Asien  verbnndon.    In  demselben  Jahre  fiel 

KTlr  die  Verproviuntierung  der  Rexldeiiz  unentbehrliche  Ägypten  mit 
r  ilauptstadt  Alexandria  in  die  Gewalt  der  Perser. 
Kb  ist  begreiflich,  dass  der  Kaiser  in  cinor  Anwandlung  von  Ver- 
lung  sith  niitb  Afrika  rotten  wollte.  Aber  die  Grossen  des  Iteichs- 
^ta,  vor  allem  der  ebenso  patriotische  als  staatskluge  Patriarch  Seriös, 
Ueltcn  ihn  zurück.  Das  Übermas»  des  politi.schen  UiiglUcks  hat,  wie  1806 
n  Deutschland,  einen  nachhaltigen,  sittlichen  und  politischen  Aufschwung 
lervorgerufen.  Ilerakleios  benutzte  die  nächsten  -lahre  die  unter  Phokas 
[flnzlich  zerrüttete  und  nahezu  vernichtete  Armee  herzustellen  und  neu 
linzuQbcn. 

Nachdem  er  in  der  Hauptstadt  eine  Regentschaft  bestellt  hatte,  he- 
itehcnd  aus  seinem  unmündigen  Sohne  und  Mitkaiser  Konstantinns  unter 
[jeitung  des  Patriarclien  und  des  Patriziers  Bonos,  zog  er  im  Frühjahr 
122  gegen  die  Perser.  Des  Kaisers  Expeditionen  haben  einen  durchaus  623 
creuzzugähnlichen  CharAktor.  Sie  galten  dem  Zerstörer  der  hl.  Stadt  und 
lern  Käuber  des  hl.  Kreuzes,  Wie  schon  die  Schiffe  seiner  Konstant! nopei 
»robt-Tiiden  Flotte  mit  dem  Bilde  der  Gnadenmutter  gesehmürkt  gewesen 
iraren,  so  glaubten  auch  jetzt  die  Truppen  und  ihre  Fuhrer  unter  dem  sicht- 
baren Schutze  der  Panagta  zu  kämpfen.  Ilerakleios  war  bereits  bis  an  die 
penischen  Grenzen  gelangt,  als  ihn  der  Avareneinfall  zum  RUckzug  zwang. 
Wel  bedeutender  war  die  zweite  624  beginnende  Expedition,  Der  Kaiser 
Brang  Btogreich  durch  Armenien  bis  nach  ÄdbarbüigSn  vor,  wo  or  den 
poraiachen  König  selbst  schlug  und  den  viel  gefeierton  Peuertempel  von 
Oandzak  —  der  Krieg  wird  dadurch  deutlich  als  Ueligionskrieg  gekenn- 
ßhnet  —  zerstörte.     Den  Versuch,  durch  die  medischen  I^se  in  das 


(Ug  AbrtM  du  bjEUititilacheii  EftlaergMchicht«. 

fligentliclio  t*ci-»ien  vorzudringen,  mussto  or  aber  aufgcbb».  da  äabrlvl«! 
au9  Klcinasieii  und  Säliln  mit    einem  neugebildetf?n    Heer   K^fiffn  ih 
rilckten.     Er  wandt«  »ich   noch  d^n  nördlichen  Land^chafton,  vro  >. 
den   Iberern.    I^axon   nnd  Abasgon    wichtig«   Bundoagonomen    und  p'fftt 
liOnkIlich«  Soldzahlimg  fllr  j«ile  denkbare  Sache  die  wertvollsten  Koti'  <- 

ca-'j  tauton    gewann,     625  operierte   noch  ein  drittes  iHjrsiwlH'«  Hcit  ü 
Sahraplakan  gegen  ihn.    H«rak)cio«  muasto  sieb  nach  Norden  in«  I 
der  Hunnen   xurUcksiehen.     Von  hier  drang  er  wieder  in«  pemiacli 
mcnion  vor  und  erfocht  im  Beginn  des  Winters  einen   glXitxendeii  -";, 
Über  SahrbariUc,   den  er  aber  nicht  aufinutzen  konnte.     Vielmehr  zog  et 
sich  mit  scint-n  erschnpften  Truppen,  ohne  dass  die  Perser  es  za  hin 
vormochten,  über  den  Taurus  imd  durch  Syrien  nach  Kleinaaien  zui.  ..- 

(!26  Im  Sommer  626  troffen  wir  den  Kaiser,  bereit«  auf  der  dritten  Ex* 

pedition  begriffen,  in  I>aKiku  an.  Eh  war  ihm  gelungen,  den  mäclitiiieii, 
in  der  russisch-kirgisischen  Tiefebene  hausenden  OhazareiifUrsten  zu  mvt 
Allianz  gegen  die  Perser  zu  gewinnen.  Indessen  die  gemeinsame  ßrU- 
gcning  von  Tiflis  führte  zu   keinem  IteeuUat.     Im   folgenden  Jahre  kun 

i>  D«t.  oa  endlich  nach  mühäomen  Mftrsclieu  mitten  im  Winter  (12.  Dez.  >'-'^'\ 
^  zu  der  grossen  Entscheidungaschlacht  bei  Ninive,  vrelcho  das  persi- 
Heor  zerschniutterto.  Unmittelbar  darauf  wurden  eine  Keihe  kßm^vlutt 
I  Schlösser,  untur  ihnen  Chosraus  Kesidcnz  Diutlagerd,  gcpliiiulert  und  MT 
stört  und  zahlreiche  Cliristen  befreit.  Der  Marsch  auf  Ktesiphon  ervia 
sich  als  unthiiulicb,  da  die  Pemer  alle  Brücken  des  Kaltarwin  nbg<.'l>nxbtn 
imd  sich  jenseits  desselben  aufgestellt  hatten.  Henikk-ioH  uDU'nuhiD 
einen  gefahr\'oUen  KUckzug  durch  die  modischon  GobirgslandflcluftM. 
Glücklich  erreichte  er  die  Iteichsgrunze,  durchquerte  Kleina^ien,  und  turtv 
dem  unermessliclicn  Jubel  der  Bevölkerung  zog  der  siegreiche  KtuM-r  ja 
seine  Iliitiptstudt  ein.  Schon  auf  dorn  Marsche  hatte  ihn  diu  Ni>cltric)^| 
M.  F«br.  von  der  Katastrophe    des  PcrsorkönigB  (25.  Pobr.   628)  erreicht    Sai^ 

Sohn  SWö  bat  um  Frieden  und  erhielt  einen  WaffeitstilLitand.    Die  po^ 
gischen  Truppuu  räumten  die  römischen  Provinzen,  welche  UenUcleiw  M^ 
629  (lOrftig  wieder  ordnete;   629  zog  als  letzter  auch  SafarbarOz  aus  kefpum 
ab.    In  demselben  Jahre  war  das  hl.  Kreuz  wieder  nach  .leruaalen  ge- 
schickt worden.     Der   Kaiser  selbst  hat  mit  der  gesamten  tieisüichiflt 
U.  Sopt.  und  unter  dem  Jubel    des  Volkes  dos  Kreuz  (tt.  Sept.  629)  wieder  tar- 
*^     gerichtet,  und  von  da  an  hat  die  Kirche  da»  Fest  der  KruuzesofbttoBg 
alljährlich  am  Gedonktugu  feierlich  begangen.     Auf  die  geaamte  Cli 
weit   hat   diese  That    des   KHiHer.t  Herakleios   den   nachhaltigst^y». 
Jahrhunderte  fortlebenden  Eindruck  gemacht.     Im  folgenden   .labm 
lieh  scheint  auch  der  formelle  Friede  mit  Persien  zu  Stande  gekooisM 
zu  Min. 

Herakleios  stand    auf   dem   Oipfcl   seines   Ruhmes.     Das  per 
Reich  wurde  durch  fortwährende  Tlironrevolutionen  orschQttert  tmd 
schwächt,  und  80  schien  die  Oefahr  im  Osten  filr  immer  beseitigt. 

Während  so  die  ganze  Kraft  des  Kwichs  auf  die  Stitlichun  Angclijn« 


623 


G23 
29.  Jnir 
G2e 


it«n  konzentriert  war,  trattiii  iin  Weston  nachhaltige  Vorlueto  ein.    616  eis 

iren    diu   in  Spanien   noch   bohaupteten  Seestädte   dorn  WesLgotenkOmg 

itibut  erlegen,  und  sein  Nachfolger  8vinthiln  (021—631)    räumte  mit  C21— 681 

a    wenigen  Herten  ontrSniischoi'  Ueirschaft  auf  der  PyreuäonliiilbiiiHel 

Bnitiv  auf.    Ebenso  inusftto  die  von  MaurikioH  mtllisam  gehaltene  Donau- 

ie   uut«r  Ilenikleios  endgültig  aufgegeben  werden.    Das  Gebiet  zwittchen 

man  und  Uänius  war  )£ng«t  von  alavischon  An«iedleru  UbcrBchwcRimt. 

s  spätere  Cbcrliefcrung  borichtet,  daas  die  Serben  und  Kroaten  in  den 

gen    ävs  UeraklüioB   ihre    historischen  Wohnsitze   bezogen   hätten,    und 

stete  sich  damit,  dass  diese  Stämme  angeblich  im  Kinverständnis  mit 

n   Kaiiicr   gegen   die  Avaren   in»  Land   gekommen  seien.     ThatHSchlich 

natürlich  dn^  vollkommene  Öegentt-il  der  Fall  gewesen.  Mit  Mühe 
iaupt«t4>n  die  RSnier  die  dalmatiniachen  Seestädte.  \''iel  furclitbarer 
r  die  Gefahr  von  Seite  der  Avaren.  623  drangen  sie  bis  in  die  Nähe 
*  Hauptstadt,  und  nur  durch  eine  gewaltige  Steigerung  doä  Tributs  ei*- 
ifte  die  Hegierung  dyn  Frieden.  Gleichzeitig  brachen  die  Slavcn  immer 
ilreichcr  in  die  europäischen  Provinzen  ein.  Ihre  leichten  Kähne  zogen 
}  plündernd  bis  nach  Kreta.    Noch  förchteriichor  war  der  Angriff  vom 

Juli  626.  Avaren  und  Slaven  bedrängten  die  Hauptstadt  zit  Land 
1  zu  Wasser,  während  gleichzeitig  Sahrbai'üz  mit  seinen  Porseru  auf 
n  afliatischen  Ufer  bei  Ohalkedon  stand.  Allein  die  heldenmütig©  Be- 
zutig  schlug  alle  Angriffe  zurück.  Im  August  niusston  Slaven  und 
ven  wieder  abzi<:hon. 
■  Nach  dieser  letzten  gewaltigen  Anstrengung   hören  die  Avaren  auf, 

0  Gefahr  für  das  Reich  zu  sein.  Die  SlavenstHnime  haben  die  unter 
urikios  begonnene  Busiedlung  der  Hünmt-halbiusc-l  in  den  folgenden 
irrehnten  fortgesetzt;  dichte  Massen  derselben  haben  sich  in  Mosicn, 
ludonicn,  Hellas  und  dem  Poloponnes  angesiedelt.  Die  ural-altaischon 
^BTcn.  liingst  unter  den  Doiiauv^lkeni  erwUmt,  treten  nun  zum  ersten 
lo  bedeutiuim  hervor.  Herakloios  schloHs  nämhch  nach  Ordnung  der 
liehen  Angelegenheiten  C3r>  mit  ihrem  Fürsten  Kuvrat  einen  Bund,  um  C35 

gegen  Avaren  und  Slavcn  auszuspielen.  Ku^Tat  entsprach  leidlich  den 
legtun  Erwartungen,  und  der  dankbare  Kaii^er  erhob  ihn  zum  Fatricius. 

1  Avaren  wurden  Jetzt  auf  ihre  pannonischen  Wohnsitze  beschränkt. 

Die  siegreiche  Beendigung  des  Perserkriegee  hatte  politisch  die  Wieder- 
rinnung  dor  weit  über  ein  Jahrzehnt  dem  Heich  entrissenen  monophy- 
schcn  Provinzen  Syrien  und  Ägypten  zur  Folge  gehabt.  Ganz  natür- 
I  war  es  eine  der  eifrigsten  Obsorgen  der  Regierung,  diese  national 
I  religiCB  dem  Rfimei-staate  entfremdeten  Oetlandscliafton  moralisch 
■der  KU  erobern,  und  sie  hofft«,  dieselben  durch  eine  Glaubensunion  dem 
ichsgedanken  wieder  zugänghch  zu  machen.  Der  Kaiser  selbst  beriet 
b  mit  den  vornehmsten  I*i-älaten  der  Jakobiton.  Die  Union  gelang  über 
a  Erwartung.  Die  auf  den  Uat  des  hauptstädtischen  Patriarchen  Ser- 
>s,  «ine«  ganz  vorzüglichen  Adminintratoi-s  und  sehr  verständigen  Kirchen- 
Uttkert:.  vorgeschlagene  Formel:  .Der  Oottmon!*ch.  aus  zwei  Naturen 
stehend,  habe  alles  mit  einer  gottntensclilichen  Energie  gewirkt*  ont- 
rach   v{>liig   der  alten    Kirchenlebre  und    fand   den  vollen  Beiftill  der 


9&0 


bfiuitiniBction  EüaergenobiohU. 


Ägypter  wie  der  Syrer.  Der  Btiscbof  Kyros  von  Pbasis,  welchen  da 
Kaiaor  auf  eeinea  knukasischen  FetdzQgen  kennen  gelernt,  erwie«  seh, 
auf  <lcn  Thron  von  Aloxitndrien  befördert,  »U  ein  hi>c}töt  brauchbim 
und  fiUiigos  Werkzeug  der  kaJKürlichcn  Politik.  In  Armenien,  weldn 
wieder  in  rSmiscIie  Klientel  gekoimnen  war.  erkÜLrte  eine  vom  Katholikoi 
Ezr  versiuiiniflte  Synode  ihr  volloa  Einverständnis  mit  der  iilauWiutlohn 
des  .gottgüliübton*  Kai^ci-s.  Und  was  das  Wichtigstu  war,  der  rtnisolN 
Bischof  Honorius,  ein  ebenso  milder  als  votvtütidigor  Mann,  ging  mü 
Surgioä  Hund  in  Ifand.  Alles  schien  »tcb  aufs  beste  anzulassen,  als  pMtx- 
licb  dor  neucrwiihlte  Patriarch  von  .Tcrusalem,  Sophroiiio»,  ein  auf^cccicb- 
netur  Gulchrter  und  ein  frommer  Asket  aus  der  tichulv  dos  bannhcntgu 
Johannes  von  Aloxandrien  (610—619),  zugleich  abur  ein  leidenschkft- 
lichi^r  und  taktIo»er  Eiferer,  in  dur  heftigsten  Weise  gegeo  ib 
niülisam  zu  .stände  gebrachte  Unionalehre  zu  Felde  zog.  Das  Vo 
üw  durch  Oelchrsanikoit  und  Frömmigkeit  glcichmftasig 
Priestorfürslou  iimchtu  einen  Ungeheuern  Eindruck.  Diu  Frommen 
und  erklärten  die  Ueinheit  der  Lehre  für  geßihrdet.  Vergebens 
die  grundvei-atÄndigen  Bischöfe  von  Neurom  und  von  Altrom  den  ,zor 
Heiligen*  zu  bc^cbwicliUgou.  Wie  Üblich,  musstc  dieser  Gott  mehr  geho 
uU  den  MeHHchen  und  blieb  somit  taub  gegen  die   bewugtich.sten  Vo 

638  langen.  Uerakleioa  suchte  beschwichtigend  einzuwirken  und  ertiess  K}S  i 
von  Sergio:«  vorfasstcs  Edikt,  die  Ektheois,  welches  freilich  durch  die 
driJc-klicbe  Pruklamierung  der  Lelu'o  von  einem  Willen  nicht  gerade] 
wai*,  den  Stui'm  zu  beschwören,   Namentlich  der  abondländiscben  Provii 
Italiens  und  Afrikas,   bemächtigte   sich   eine    hochgradige  Aufregung 
eine  von  der  Priesterschaft  geschllrte  geradezu   rcvolutioniLre  Sti&iP 
Der  ehomniige  Oelieimsekretilr  des  Kaisers,  der  hl.  üfaximos,  ein  is 
ätotelisehcr  PUUosophic  gründlich  geschulter,  haarscharfer  Dialektiker, 
in  geradezu  illoyaler  Weise  die  Gereiztheit  der  heisablßtigeii  Afrit 
gesteigert  und  durch  seinen  wenig  frommen  Eifer  die  Schwieri^eiten 
Kabinetts  nach  Kräften  vermehrt.     So  sah  sich  die  Kvgiorung, 
sie  van  neuen  Kriegsgefahren  aufs  äusM^rst«  bedroht  wurde,   gleic 
durch  den  Olaubenuzwist  im  Innern  geschwächt. 

Seit  der  Niederwerfung  der  persischen  Macht  schienen  die  Orient 
sehen  Verhältnisse  wohlgeordnet.  Wie  konnte  man  in  Byzanz  «h 
dass  ein  geschichtloses  Land  wie  Arabien  plrdzlich,  einem  Meteor 
aiifleucliten  und  Träger  einer  gewaltigen  weltgoschicbüichen  Zok 
Werden  sollte!  Wie  konnten  die  ItÖmer  voraussehen,  daas  der  glaali 
freudige  Kriegsenthusiasmus  des  Islams  dem  Iteiche  so  furchtbar  wu 
sollte.  Die  ersten  KinHille  der  Muslimen,  von  keinem  nunncnawurl« 
folge  begleitet,  nahm  man  in  der  Hauptstadt  offenbar  recht  leicht. 

6M  aber  634  das  feste  Bostra,  die  Hauptstadt  der  römischen  Provimt  Arabin 
in  die  Hände  der  Gläubigen  gefallen  war.   erschien  der  Kaiser  mHwI 
der  syrischen    Hauptstadt  Autiochieu.     Allein  »eine   Feldberni    k&Rp 

635  unglücklich.     6.^5  fiel  Damoskos;  die  wichtigsten  syrischen  Städte  kipiü 

6S0  lierten,  und  636  ontscliied  die  grosse  Schlacht  am  Jarmak  endgültig 
das  Schicksal  Syriens.     Die  heilige  Stadt,  eben  erst  aus  der  Awbe 


IT 


IH«  DynuU«  d«s  HetskleiM  und  du  Kuipf  mit  dam  lalun  (610-  717).    95I 


'  standen,  wurde  nach  zweijähriger  Belaycrung  öli?  durch  den  Patriurchen 
Sophrouios  vertragsnifiAsig  an  Omar  übergeben.  Mit  dor  Eroberung  von 
Uc-KopütainioQ  und  Edivi&a  war  der  ganze  Otiten  in  die  Hände  der  Arahor 
Iji'langt.  Die  Sj-nijwthien  der  monophyeitiBchen  CliriBten  standen  vielfach 
iuf  i^iteo  der  Eroberer  und  erklären  wonigstouä  zum  ToU  diese  beispiel- 
losen Erfolg«. 

Unter  'Ämnia  Fühning  hatten  sich  die  Araber  auch  in  Ägypten  foat- 
lesetxt.     Unweit  LykopoÜ:«  und  dann  bei  Heliojiolis  wurden  die  kriechen 
geschlagen,  Babylon,  Nikiu  und  andere  Städte   wurden   mit   atarraender 
Bund  getiumnien.     ÄIh  Uerakleios    am   11,  Februar  ß41    starb,   war  fast 
das    ganze   Land    mit    Ausnahme    der  Uaupttttadt    Aloxandrien    in    ihren 
tUiiden.    Von  der  neuen  l{«gierung  autorisiert,  untorhandolto  der  Patriarch 
'  Kyro»   mit  'Amru  und  brnchto  einen  Vertrag  zu  stände.    Allein  infolge 
.  dea  ubermali^en  Thronwechsel»  wurde   diesem  Abkommen    in   der  Haupt- 
stadt flie  Anerkennung  versagt,  obschon  man  dort  völlig  ausser  stand« 
war,  *\aa  hartbeiir&ngte  Älexttndrien  durch  eine  Flotte  nacbhalUg  zu  untor- 
stülxcn.     2i>.  September  Gi'>i  hielt  der  siegreicho  'Amni  seinen  Einzug  in 
dor    XiLttadt.     Auch    in  Ägypten   hatte   der  Hass   der  Kopten   gegen   die 
Oriochcn  den  Krobcrcm  mächtigen  Vorschub  geleistet,   Herakleios'  ganzes 
"Werk  war  vernichtot  und  das  Keich  auf  Kleina^ion,  die  Hai'mushalbinsel 
Und   die  zerstreuten  Besitzungen  im  lateinischen  Westen  beschränkt. 
,  Merakloios'  zweite  Gemahlin,  seine  ehrgeizige  Nichte  Martina,  mit 

Der  er  sich  zum  gr{jsst«n  Anstosse  der  Kirche  verbunden  hatte,  wollto 
Koch  nueb  ihres  Gatten  Tod  diu  Herrschaft  bi^huuptun.  Allein  das  Heer 
pbortrug  die  Itejperung  auf  die  beiden  Sühne:  Konstantinos  II,  den  lang- 
jAhrigen  Mitregenten  des  verstorbenen  Kaisera,  und  auf  seinen  jüngeren 
Bruder  Heraklcios  (Hcraklconos),  den  Sohn  der  Martina,  Konstantin, 
der  eigeutlivho  Hogent,  schon  lange  kränklich,  starb  bereit«  24.  Mai  641. 
ICNo  Anklage  seiner  Vergiftung  durch  die  Stiefmutter  verbroitoto  sich  so- 
gluich  und  wurde  nach  dem  Thronwechsel  oftiziell  ausgesprochen,  ohne 
daHs  sie  deistudb  (ilaubon  verdient«.  Herakleonas  wurde  jetzt  in  der 
Uuiiptiitadt  als  Kaiser  anerkannt.   ThatsächJich  regierten  Martina  und  der 

ruirch  l*yrros.    Allein  das  Heer  und  seine  Führer  hielten  zu  den  Kindern 
vomtorlienen  Kaisers.    Bereits  im  Herbst  641  wurden  der  Kaiser  und 
Beine  Mutter  gestürzt,  und  der  unmündige  Sohn  Kon!><tantins  Konstans, 

Kziell  Konstantinos)  wurde  zum  Kaiser  erhoben  (641^668). 
IHe  grossen  Territorialveriusto  dos  Reichs  unter  Herakleio«  haben 
iwiben  mittelbar  Gewinn  gebracht.  Ausgeschieden  waren  die  national- 
fn-rndt-'n  wiik^rspeiistigen  Heviilkerungselemeiite.  Die  Bewohner  Kleinasiens 
pnA  der  Ha<^'mushalbiuscl ,  soweit  sie  den  Kaisern  geherchten,  bildet«» 
eiitti  nach  Glaube  und  Sprache  vollkoniiueu  einhLutlicho  Masse  von-zuver- 
Ittssigor  LoyalitiU.  Hiezu  kommt  die  Organisation  der  Themen  Verfassung. 
Soreits  Justinian  und  seine  Nachfolger  hatten  die  einleitenden  Schritt« 
b|itian.  um  di«  alte  Diocletianischc  Trennung  von  Militär-  und  Civil- 
^blini.stration  durch  eine  Konzentration  der  Gesamt  Verwaltung  in  den 
USnden  der  Militärchefs  zu  ersetzen.  Die  militärischen  Bedi'üngnisse  unter 
eio8  und  »einen  Nachfolgern  veranlassten  die  Itegiorung  Kleinasien 


691 


11.  Fobi: 
tili 


29.  Sopl, 
643 


24.  Mu 


eil 


61I-«M 


952 


AbitM  der  byBiulttiiiachea  EuHrgeMhicht«. 


und  allmftliltch  das  ganze  Koicli  in  eine  [toi)i«  MititJSrkotninnndoa  —  TbcDudM 

—  ui  zc-rlügvn.    Die  in  diesen  Bezirken  iK'feblJgenden  GoneraJc  —  di«StlH 

togen  —  haben  neben  dem  Oherbefoh!  Über  die  Tni|>iK.-n  iiueh  die  tiDrgM 

ticlio  Verwaltung  in  ihren  Händen  vereinigt.     ÄUHgvbaut  und  venroÜd 

digt  wurde  die«  System  durch  diu  goiiitüen  Kaiser  der  syrischen  DyH^H 

Es  hat  das  Keich  gerottet.')  1 

Konntans,  zur  wirklichen  Kegi«rung  gelaugt,  erwie«  sich  ala  einiud 

beugsamen  und  selbständigen,  »einer  schweren  Aufgabe  durchau»  g«V^H 

püenen  Fürsten.    l'nt«r  unerhörten  AuMtrengungen  gelang  es  ihm.  dor  usm 

sehen  Invatiion  Halt  zu  gebieten,    bereit«  war  durch  Mwiwija,  dun  uiUm 

64t<  uohnienden  Statthalter  von  Syrien,  eine  Flotte  organiHturt  u-ordeo.    Hfl 

überliel  ditwer  Kypros  und  eroberte  die  Hauptstadt  Konstantia.  Das  Jahn 

664  darauf  wurde  Aradou  zerstört.    t>54  plünderten  die  Araber  Rhodos;  obeanj 

verloren  die  KOmer  AiTiicnien   durch  Ven'at  dos  einheimi«cheu  KQniteKl 

^    Kiue  gewaltige  Flutte,  gegen  die  Heich'ihHupt«tndt  KolbM  ausgoiuutdt,  btJ 

rKK  siegte  die  kuiserUehe  un  der   lykischen  Künte  655,    Aber  der  Tod  did 

G&G  Chalifen  OthmAn  (üAÖ)  und  die  nachfolgenden  inneren    Wirren  zvaagM 

6j9  659  Moriwija  nicht  nur  zum  Frieden,  sondern  «ogar   sur  TributiaUinq 

663  un  diitH  Reich.     6Gii  wurden  die  Foindm.-ligkeilvi>  erneuert.     Jalir  fttr  Jtkn 

668  überzogen  die  Aruber  KkinOHien.  QGS  ib'angen  ide  bis  Chalkedon;  Amomd 

wurde  erobert  und  gleich  wieder  verloren.   Etwas  Bleibendes  wurde  ncM 

cn-cicht.   Die  militäri.'M^he  Kräftigung  des  Iteichs  hat  ca  vor  nunnenoircitMH 

VerluHtcn  bewahrt.  I 

Die  Friedonszeit  hat  der  Kaiser  henutst  zu  einem  Zuge  gegen  ,SUm 

vinia*,  wohl  die  niakedoniischen  Thcäsalonike  bedrohenden  SULmin«.  Vtdl 

derselben  wurden  dem  itoiche  tributplliclitig  gemocht.     Im  Innern  vivM 

Ostrom    noch   immer   durch   die  nionutheletischu  Streitigkeit   in  At«lD  gv4 

halten.     Das  Abendland    )iatte   sich   zum   energischen    Protect   gege«  SM 

kaiaerlicho  hehre  erhoben.    Der  ohrgeizige  Kxarch  von  Afrika.  GregonMH 

ein  Freund  der  Mönche,  machte   »eine  Provinz,  wohin  zahlreiche  FtficM-" 

liugü   ami   den   eruhorton  Ostpruvinzen   »ich  hegeben   hatten,   zum  IIiin|il- 

quartier  der  Orthodoxie;  er  erhob  sich  seihst  zum  tJegeakaiMT.    VÖA 

Beine  ephemere,  auf  den  .wahren  Ulanben*   gegründete  HorrschafI  e(li| 

$47  schon  647  den  «iegroich  einbi-echenden  Arabern.     Afrika   fiel   fa«t  voll* 

Mt&ndig  in  ihre  Gewalt.     Der  Kaiser,  um  den  Kin-henfrieden  benoaUBw; 

048  erliu»»  um  de»  'X^'poSt  welcher  allen  Streit  über  die  Zahl  der  Viiüm  nl 


')  Uober  die  Organiantion  dor  TboiDm 
vaL  Datnunllicli  ilii-  nuxgczejcliiiuto  (im  ein- 
lolnen  freilich  wrdt-r  ctimnailti-  noch  trrtuiTiEi- 
frgi«)  L'nt«reucliuiiK  vuii  J.  U.  ISary  tili:  u 
hiiitoc}'  of  tli«  Inier  Koavui  Eiuiiuvll  S.äd&U.): 
.origiu  of  tha  syelom  et  Themas'.  I)asi(Ä 
«ind  für  Oad  VII.  Johrliandert  folgende  der 
PtovinualvcrwiiltiiDi;  ri>rgMatst«  Mililli^ 
gOUV«riiKtiivnla  nnnhwer«bar: 

A.  iii  Aiiien;  1)  Opoikion  (KÜhjnien), 
2)  Analiili  1(011  lArmonin  I  und  I'ootUH). :!)  Ar- 
mcniiikon  (Cftfipeducin  I  u.  U,  Amienin  Ulf, 
4)  Thrakcaign  (die  aitu  Piuviiu  AainJ.  h)  Dm 


DnioganBl    (AdnirAliUtl    Txin    KthjnMl 
[pMnjihjUiin  und  i'indi«n>. 

ß.  in  Earop«:  1)  Thnko.  ?l  UiUm 
{mit  dorn  Pdepoiine«),  S|  dar  Kx>i«kil 
voD  llalien  oder  Bar ens*  mit  den  UtM- 
proviuKen  a.)  l'rtiicana,  b)  Ounpano,  t)  Ar- 
nouarie,  d)  Acmilia,  e)  Apulia.  fl  BrrUam 
f,)  äidlie,  b)  V«n4>lia:  4)  d«r  Ext- 
von  Karthago  odrr  Afrika  nii 
(gro8Mat«iU  varloreoien)  L'at 
■)  PreooDaularü,  b)  hyütki».  e) 
ä)  MnimtiuiM  I.  »)  Hwrilanta  11  <^  S>p 
fj  f>ui'dini«. 


IIL  Die  DfDkstie  de«  Berakleioa  and  d«r  Kampf  mit  dem  IbIub  (610—717).     953 


[Enf>rgi(Mi  verbot,  Abor  der  geistig  hcrviirnigo miste  Führer  der  Mönche, 
[der  hl.  lUaximos,  bestritt  dem  Kaiser  das  Hecht  der  Gtumischiing  in  Olaiibon»- 
tfragoii,  und  auf  dem  Lütcrftiikoiizil  649  lies«  Papst  Martin  I  foii-rlich  die 
inonothclütische  Lehre  Harnt  Ekthosia  und  Typo«  verdammen.  Doch  dor 
JCaiser,  dor  neuen  Lehre  von  der  Freiheit  der  Kirche  gegenüber  an  der 
■Iten  Tradition  dos  Onttontt  festhaltend,  zeigte  ungewotuite  Knorgie. 
653  wurde  Papnt  Martin  durch  den  Exarchen  von  Itavenna  verhaftet  und 
pBeh  dor  Keirlishauptstadt  deportiert,  wo  ihm  der  Prozess  gemacht  wurde. 
Er  starb   im  Exil   zn  C'herson;  der  Eindruck  war  der  gewtlnschte;  denn 

te\^!■  Xachfolgür.  so  Eugcniu«  und  Vitalian,  /.eigten  .sich  der  Kogioning 
t'nlihcr  aiihserordentüch  gefügig.  Auch  den  hl.  Maximoe,  der  in  die 
afrikuniMcho  Itevolution  tief  verwickelt  und  des  Hochverrats  dringend  ver- 
dächtig war,  traf  ein  gleiche»  Schicksal.  Die  Herstellung  der  Kirchen- 
go moinschaft  mit  Alt-Hom  braclitc  den  kaiserlichen  Sieg  xum  deutlichen 
Au»;«lruck. 

I  Nieht  nur  die  kirchMchen  Wirren,  auch  die  poMtischen  Verhältnisse  lenk- 

ten die  Aufmerksamkeit  des  Kaisern  auf  den  Westen.  Durch  den  massenhaften 
Eioztig  von  Flüchtlingen  aus  dvn  verlorenen  Ostprovinzen  begann  Siciüon 
eine  griechische  Provinz  zu  werden,  eine  wertvolle  Stärkung  der  hyzanti- 
ntecheii  Oberherrschaft  im  Occident.  Fast  alle  PÄpste  der  Folgezeit  ent- 
stammten diesen  syrischen  und  gnechii<:clien  Emigrantenfamilien.  Miin  hat 
uae  <lie8«m  Unuilande  sehr  verkehrt  auf  eine  bestimmte  politische  Tendenz  der 
byzantinischen  llegierung  geschlossen,  während  er  nur  das  Vorwiegen  dieties 
Klements  im  altrnmischen  Patriarchalklenis  beweist.  Bereits  652  hatten 
^abor  eine  Invasion  nach  der  Insel  gemacht,  nichts  als  eine  Razzia 
Stils;  immerhin  empfahl  es  sich,  hier  ihnen  ernsthaft  entgegenzutreten. 
'enbar  trug  sich  der  Kaiser  mit  weit  ausschauenden  Plänen,  als  er  1^62 
mit  einvr  starken  Flotte  fiber  Athen  nach  Tarent  segelte.  Es  galt,  den 
lange  vernachlässigten  Ausscnposten  des  Heichs,  die  Westprovinzen,  wiodor 
Mrie  in  der  Vorzeit,  zum  Schwerpunkt  des  iteichs  zu  machen.  Alt-llom 
boUte  aufs  neue  die  Kapitale  werden.  Aber  der  Kaiser,  welcher  dieser 
tomaotisolien  KopristJnationspolitik  mit  grosser  Zilhigkeit  seine  späteren 
Lfebcnsjahre  widmete,  hat  nicht  einmal  die  erst«  Bedingung  derselben,  dio 
Wiedereroberung  Italiens  von  den  Langobarden,  zu  erfllUen  vermocht. 
Seiae  Versuche,  das  Herzogtum  Benevent  den  Itilmeni  wieder  zu  unter- 
hrorfeii,  verliefen  resultatlos.  Nach  einem  kurzen  Besuche  von  Koni  schlng 
^er  Kaiser  seine  bleibende  Kestdonz  in  Syrakus  auf,  das  Auge  auf  Afrika 
^■ächtet.  Hier  gulang  es  Kitrthago  und  einige  andere  Seoburgen  zorUck- 
Ps^obern.  Aber  von  den  rilmischen  Flotten,  welche  der  Kaiser  aussandte, 
•rurdo  die  eine  von  den  Arabern  besiegt,  die  andere  durch  Sturm  zer- 
krOmineK.  Ute  Zeitgenossen  erhoben  laute  Klugen  Über  die  schweren 
L,attt«n  und  die  Bedrückungen,  welche  diese  ausserordentlichen  Anstren- 
Buugen  den  Wostprovinzen  auferlegten.  Alles  atmete  auf,  als  der  ge- 
«■rnltige  Fürst  üfiH  in  den  Rädern  von  Syrakus  unter  dou  Streichen  dor 
feflOrder  sein  Leben  aushaucht«. 

Ein  Armenier  Mizizios  {MulH),  der  sich  den  Soldaten,  wie  einst  Helio- 
gabalus,  durch  nicht«  als  seine  K^Jrperschönheit  empfahl,  wurde  in  Sicilienzum 


G40 


&.S3 


G&2 


Wi 


668 


{)54 


AbriMi  der  bjsuttinucheii  Kaia«rgMcliiclit«. 


680 


669 

672 
673 


KnUor  proklnmiert.  Doch  KotmtMn»' Soliii,  KonstantiiioB  IV  PogooaUl 
668—685  (<36S— f)85),  wvichcr  hU  dahin  in  ßyzanz  die  RegiorungsgcechtLftä  beanrBt 
hatte,  lantleto  uüt  oiaat  grossen  Flotte  ttnd  borcitct«  der  Usurpation  tu 
8chno]l«8  Ende.  Zurilck^okclirl  zwAiigi^ii  ihn  diu  Truppen  duü  unatoUtchca 
Th«ma«,  «eine  Brüder  HerakleioH  und  Tiborios  i:u  Mitltaisern  zu  emi>iiiiffl. 
Die  Solduton  wolltou  —  charaktoriatisch  Ulr  die  völlig  tboologLscii«  [itm^- 
weiso  des  Zi'iUiUonj  —  ein  Alibüd  dar  liiinnilitvcliLii  Triuität  äuf  Erde»  br- 
tüUen.  Efht  t>HO  konnte  KnuHtuntin  die  Alleinhen-st'lmfl  zurÜck^owiuui*n. 
die  er  dann  mit  seinem  jugi'indtichen  Sohne  Justinian  U  teilte.  Als  cm 
Jüngling  war  Konstantin  auf  dun  Thrun  gi-koninn'u ;  er  zwigtti  «ich  winer 
schweren  Aufgabe  vitUig  gewaehsen.  Die  Bokeuner  des  Islams  nuchUs 
die  gewaltigsten  Anstrengungen.  Fast  jährlich  wurde  Ivleina&ien  nm 
ihnen  flberzogon.  Kino  Landung  der  llg>'ptiBcheii  Sarazenen  faud  l>t>9  in 
Hicilien  statt.  Der  HaupttHrhlug  iibor  galt  dvr  Keichtihaupttitadt  miIImL 
Der  mutlose  und  kriegsgewaltige  Mo&wija  hatte  ül'l  eine  groesarÜgo  Sc»- 
«xpedition  vorbereitet.  Vom  April  bis  September  673  lagerte  die  Flottr 
vor  Konstantinopel;  aber  all  ihi-u  Angriffe  wurden  durvh  diu  umtiicliti$ui 
VertcidigungHanstalten  des  Kaisers  zurückgeschlagen.  Vor  allem  gvdtalM 
die  dürftigen  Chronistenberichtc  des  griechischen  Feuers  dos  Ingeninn 
KalUnikos;  die  Urandor  der  rOmi^chon  Flotte  voruichtetoo  die  arabisditB 
Schiffe. 

WShi'end  die  Araber  das  ügftisobe  Meer  beherrschten  und  674  nv* 
übergehend  Kreta  okkupierten,  erneuerten  sie  von  ihrem  Standqi 
Kyzikoä  aus  mit  bt-ir^pielluäcr  Uartnünkigkc-it  Jahr  für  Jahr  jeden  Soai 
die  Angriffe  auf  die  LIaupUtadt,  immer  mit  «lumselbon  Misserfolg, 
wurde  die  Btokade  aufgehoben;  StUrme  an  der  pamphyliscben  KlUt«  unl 
die  Angriffe  der  kibyraictiNchen  Flotte  vernichteten  die  stolze  ArnuuU  fa»l 
volIfsUitidig.  tik-iclizvitig  hatten  sich  die  MardaYten,  eliristlicho  Kaubscham 
des  Taurusgebirgoe,  im  Libanon  festgesetzt  und  beunruhigten  durch  ibn 
bis  Jerusalem  ausgedehnten  Streifzilge  die  llmlande.  MoAwija  lauHie 
den  dreissigjiilirigoii  Frieden  mit  einem  jährlichen  Tribut  erkaufen.  Bjan 
hatlo  eich  gegenüber  dem  Angriff  des  Orient»  aU  Bollwerk  der  chriatUdw 
Civilisation  erwiesen;  die  Zeitgenossen  erkannten  die  hohe  B«>dei]tiiiig  4v 
ostrilmischen  (irossthat  an,  und  zahlreiche  Oosandtschuften  des  Cliitl* 
der  Avwen  und  der  abcndlilndii^cbcn  KOnige  and  Nationen  beglBit 
wünschten  den  Kiu^or  zu  seinem  Triumphe. 

Während  dieser  Vorgange  im  Zontrum  de»  ReiulLg  wurde  die  (•«•• 
Studt  der  Ilämiifthalbinflel,  Thesflalonike,  von  Ö7r>— 681  fast  »Djllirlif* 
durch  die  Angriffe  der  in  Makedonien  und  The^sulion  ansftsaigQB  S^vi-a- 
sULmme  bedroht.  Besonders  fürchterlich  war  der  Angriff  des  Jahn» 
wo  die  Stiidt  zu  Wasser  und  zu  Lande  eingesfhlowscn  war.  677  encbdi 
auch  die  Avaren  vor  ihren  Mauern.  Aber  die  Uneinigkeit  und 
terung  der  Slaven  und  der  heldenmütige  Widerstand  der  von  ihrem 
bischof  Johann  geleiteten  Bürgerschaft  rettete  die  Stadt.  Wie 
der  Hauptstadt  das  Siegerglflck  der  gnadenreichen  Oott*i»Jimttor,  so 
man  in  Theusalonike  dasselbe  der  Hilfe  des  hl.  üemetrioa  in. 

Von  viel  grosserer  Bedeutung  war  du  ErscheinoD  der  ButgarM 


674 


67T 


875-681 

S7& 
577 


Dl*  Dr»"^*  '*"  HerakleioB  nnd  der  Kampf  mit  dem  Islam  (610—717)     955 


römischem  Boden.   Die  ültuslc-n  Wohnsitze  dieses  Volkes  finnisch-iigmcher  H 

Abstammung  finden  sich  im  Osten   der  üurniatiächon  Tiofcbono.     Längst  H 

aber  hatU-n  »ich  zahlreiche  Horden  abgetjonnt  und   westwärts  gewandt  H 

Eine  derselben  sass   in   dum  Winkel    zwischen  Diijostr,    Donau  und  dem  H 

schwarzen  Meere.     Unter  ihrem  untemehmenden  FQi-stcii  lepürich  (Aspa-  H 

rtich  der  Griechen)  dehnten  oich  ihre  /Qge  nach  Mi>t>ien  aus.  Konstantin,  fl 

diu  (tefahr  wohl  erkennend,  trat  ihnen  mit  dem  gi-üsaten  Nachdruck  ent-  H 
gogcn.     679  erschien  er  mit  seiner  Land-  und  äeoniaclit  an  der  unteren  ^^^     ■ 

Donau.   Allein  die  Expedition  verlief  —  angebhch  infolge  einer  plötzlichen  H 

ISrkraiikung  dei<  Kaiser»  —  vollkommen  unglücklich.   Die  Griechen  muüston  fl 

du»  Land  zwischen  Donau   und  Uilmuit  rElumon.     Hier  gi'Undote  Isperich  H 

Bein  neues   Reich,   dessen  Mittelpunkte  Vama,  bald  Pn^slav  und  Dister  ■ 

(Siliatrift)  wurden.    Die  Bulgaren  erwiesen  sich  als  ein  Herrsehervolk  von  H 

eminentem   politischem    Geschick    und   grossem    Organisationstalent.      Die  H 

Blavoiutämino  der  Donaulandschaft  musstün  eicli  ihrer  Herrschaft  unter-  H 

Trerfen.     Die    finnische  nern.-ukaste  scheint  sich    mit   diesen  Unterthanon  H 

bald  zu  einem  Volke  verschmolzen  zu  haben,  und  da  dieselbe,  ähnlich  wie  H 

dio  gcnnanischen  Eroberer  Spaniens  und  Italiens,  die  Sprache  der  Besiegten  H 

annahm,   war   nun    zum    ersten  Male  ein   grösseres   skvischos  Reich  cnt*  H 

standen.     Die  zahlreichen  Slavengaue,  welche   sich  längst  in    den  Nord-  H 

Provinzen  des  Keiches  ansässig  gemacht  hatten,   waren  durch  ihre  I-tolie-  H 

ning    und  Zersplitterung    und    den    Mangel    an    politischem  Sinne    keine  H 

ernste    Gefahr    für    das    Reich:    das     neugegründete    Bulgarenreich    da-  H 

ge^en  sollte  in  fürchterlicher  Weise  in  die  Schicksale  von  Ostrom   ein-  ■ 

meifen.  M 

^P      Die  Kachwelt  hat  Konstantin,  dem  harten  und  unbeugsamen  Kriegs-  H 

mann,  ein  ungewöhnlich  dankbares  Andenken  bewahrt  nicht  wegen  seiner  H 

pulitisch-militilrischcn  Grossthatcn.  sondern  weil  er  dem  Reich  den  kirch-  H 

liehen  Frieden  zurückgegeben  hat.  Er  hat  durch  das  sechste  ökumeniBche  ^ 
Konzil  680—681  den  MonotheletiBmus  gestürzt  und  die  Herrschaft  der  6K0-661 
Orthodoxie  hergestellt.')  Bei  dieser  kalten  Verstandosnatur  waren  poli- 
tiücliö  GrOndo  massgebend.  Diu  monophysitischon  Provinzen  waren  de- 
finitiv verloren;  also  wozu,  da  es  doch  gegenstandslos  geworden  war,  das 
f  banst«  Unionsedikt  aufrecht  halten? 
I>a:;u  kam  ein  zweitos  Moment.  Im  Kampf  gegen  italische  Usur- 
patoreu  hatte  Papst  Vitaüan  die  kaiserliche  Regiening  loyal  unterstützt. 


^^  *}  So  bmclitet  weni|;!ileDa  ili«  konven- 
liMiell«  Kirebengescliicbtu,  De  fuctu  ist  dio 
«Itp.  von  d«n  Vftt«rn  Dbeflialvrtu  uiji]  uucOi 
nun   JuntinJAn«  ZtiticmoaMD  Hvna«  Teivrlivli 

C-okUmioTtn  Ijiihif  —  iia  JM1fiognl|>llia(^lIau 
D(^Tiiurhiinj;an  ihir  hl,  Viktor  ilbor  MoDas* 
Dri*f  aiinl  (itwB«  bedenkhoher  Nntur  —  durch 
di«  rftllig  nMicn  dogmatisch«))  KnnalTiik- 
ÜMMD  dMhtHaximoMnnatitwordan.  irclcli« 
Pa|Mt  Martin  akzeptierte.  Pupat  A^ntho  ont- 
ddict  «ith  m-lbsl  wegrn  der  rnwisscin- 
•euwr  gciiitlicliBn  Uorater.     Allein    dj» 


^riocIiiHchnn  'l'hcologon  bduglvn  Bk'h  liotx- 
rioin  vor  ihnen,  Kuist'rlioher  Zwiiiig  scheint 
liitT.  wie  in  Cbulkodon  Diil(;owirkt  lu  Liibori. 
Dur  niutiKu  Hnknrius  vou  Autiuohivn  wut 
nbrigeue  bureit.  sich  lUr  die  ultkirch liebe 
Wahrheit  in  Stücke  liauun  xu  tusstn.  Ks 
gvniicht  AUt-h  dem  Konttl  uicht  Kcradc  xur 
Kbre,  (w«i  80  hervorras^nde  und  wahrhaft 
heilige  MSnner,  wie  Qonoriue  von  All-]t«in 
lind  Sergios  i-od  Neii'Itoni,  vordsniint  lU 
haben. 


956 


Abrias  der  bjxanUoikGheti  EalMrg«H<itiiclit«. 


ro&-7ii 


691 
692 


Der  Einfluss  der  rtniischon  Kurio  war  im  W«>ilon  unbedingt  miutageb«al. 
Um  itfllion  und  Korn  dem  Itvii-ho  eng  zu  verkniipren,    muaBte   dm  li;xtft>{ 
tiniBchw  Hoftlieoldgio  .licti  der  rilmischen  unterwerfen.    Das  A«d«nkcn  da) 
groxsen  Sergios,   wie  oin^tt  dius  de»  Aknkioi«,  wui'dc  geliolitot,  eliensn 
d«»'  anderen  Häu)>tvr   dor  Union.     Wenig  verschlug,  dft£s  unter  den 
brandmarkten  Mch  auch  der  Nomo  de«  ilunoriua  von  Kom  befand.  Ni(-hb>] 
dwitoweniger    bloiht  da»  VI.    Konzil  %*ieileicht  der  entscheidendste  Sieg,  | 
welchen  Rom  über  den  Oeton  errungen  hat. 

Auf  Konatantinos  folgte  «ein  erst  tSjäliriger  Sohn  .luRtiniano»  TI 
(685— 69*»!  705— 711),  auch  ein  echter  Soli n  der  roirhbegabten  Heraklcioi- 
dyniujtic;  nhcr  die  harten  ZOgc  im  Charakterbilde  det<  Vaters  anil  iet 
GroBBvaters  babon  sich  bei  ihm  zum  Zerrbildo  v«runHtult«t;  im  Andenkun 
der  Sputum  lebt«  der  kraftvolle  und  hochbegabte  Fßrst  nur  als  grauaanKr, 
»oheus»tlicher  Tyrann  fort.  Dem  jungen  und  unerfahrenen  Hegentvn  feUe 
jede  Besonnenheit.  Auch  hi«r  galt,  was  Salomo  von  Hamschwa^  dir 
kluge  Bischof  von  Konütanz,  an  den  Abt  der  Augia  dives  schrieb:  .Weh» 
Dir  Land,  desnen  KUnig  ein  Kind  ist.*  Durchdrungen  in  einer  faxt  gr»- 
t«eken  Weiae  von  der  Erhabcnlioit  .seine»  Horrscherhenifes  und  von  ciiw« 
krankhufton  Thntcndurst  erfüllt,  hat  er  mit  echt  ^initlicher  Undankbarst 
die  bewährten  väterlichen  Minister  entlassen  und  sich  mit  charaklcrioMi 
lotriguanten  umgeben,  deren  Schlauheit  er  trotx  alles  Herrsch«n<pii'li-M 
zum  Spielhall  diente.  Schon  sein  Uromsvater  Konatans  —  wie  diu  itidli<clie 
SesieMton  beweist  —  war  entschieden  nicht  normal;  und  so  kann  nun  fflr 
JuHiiniana  notorischen  CäAarenwahoHinn  a\n  KniHchiildigimgsgnind  erbliclw  B^ 
lastuiig  geltend  machen.  Mit  den  Arabern  wurde  ein  sidieinbur  sehr  gflimti^ 
Friede  geschlossen:  sie  verpflichteten  sich  zu  erhöhten  Tributgeldent  Beide 
firosHniächfe  soUtt-n  Kypros,  Armenien  und  Iberien  als  eine  Art  .gtoioia* 
Herriscliaften*  gemeinsam  verwalten.  A  her  die  von  rfimiseher  Seit«  als  Cegon- 
leistung  voll»)geno  Vcrpllanzung  der  Mardaiten  nach  Klcinosten  und  Thrakien 
wurde  mit  Hecht  als  ein  schwerer  Mi ssgri CT  angesehen.  Diese  Vorkämpf«  diT 
Ohristuslehre  mochten  eine  ziemlich  wllste  Rfluberrottesein,  vergleichbar  den 
neapolitnniachcn  Hriganten,  deren  Waffen  Kardinal  ItulTo  segnete.  Allria 
ihre  Verwüstungen  und  Grausamkeiten  stachen  wenig  von  dem  ab.  wuniad 
danialrt  als  bellum  lustum  betrachtete,  und  trafen  nur  die  , gottverdanuntfii 
ungläubigen  Agarener*.  So  beeofla  das  christliche  Volk  grosse  Vertlinnis 
für  8ie  und  tadelte  den  Kaiser,  der  seihst  .die  eiserne  Mauer*  des  RAniff- 
reichn  zcrstnrte.  Dagegen  schien  de«  Kaisers  Expedition  gegen  die  Bulgar« 
und  die  Slaven  anfänglich  von  OlUck  gekramt  ku  sein.  Er  warf  "S* 
Hulgnren  zurück,  unterjochte  ihe  Sljivcn  dos  Hebros-  und  StrynHmgebiri«« 
und  drang  siegi-eich  bis  Theasatonike  vor.  Dio  Slttvcn  wurden  masM»' 
Weise  nach  Asien,  in  die  Heltospontoßlandschaften,  dos  Thema  (tiwäaa« 
verpflanzt  und  eine  besondere  Heeresabteilung  von  :iO(HtO  Mann  aui  iTi» 
formiert.  Allein  wie  er  schon  auf  dorn  Krickniarscbe  schwere  Varli 
durch  die  Bulgaren  erlitten  hatte,  so  erwiesen  sich  aucb  die  neuen 
vischen  Krieger  als  durchaus  nnznvcrlSssig.  Als  Justinian  691  aus 
tigon  Gründon  den  Frieden  mit  den  Arabern  gebrochen  hatte,  oriitl 
692   bei  Sebastopolis  in   Kilikien  eine  schwöre  Niederlage  haupt 


m.  Di»  Dfiiutie  des  Herakleios  and  der  E&mpf  mit  dem  leUm  (610—717).     957 


larcb  <loo  Verrat  des  slavischen  tlilfskorpa.  Die  Folge  wai',  flus«  Armvoicn 
lüdor  ganz  in  die  Hände  der  Araber  ßel. 

^p  Die  ungeheuren  Summen,  welche  die  ko^tspioligen  Kriogo  und  die 
tauwul  dus  Hcgcnk'n  viiräclilangcn  und  zu  durcn  Boibrin}j;ung  nich  die 
linister  Tlieodotos  und  äteplianos  die  ärgsten  Willkilrlichkeiten  und  Er- 
»re«««ungen  erlaubten,  machten  die  Ucgiernng  aufi*  flut^ncrste  verlmsiit.  Als 
i9G  Leontios,  «in  in  den  astatiHohen  Fcldzilgcn  erprobter  Kricgi-r,  vor-  G0& 
rauend  auf  die  Orakfl  mönclÜMchLir  Freunde,  mcli  empörte,  Bi-lilossen  eich 
Irni  sogleich  die  Bürgerschaft  und  die  Geistlichkeit  an.  Leontio»  wurde 
Im  Kaiüier  begrilmt,  Jn.stiniRn  mit  abgoschnittencr  Naso  »ach  Choreen 
uli<irt. 

^L  So  war  durch  die  Schuld  dee  letzten  HerrEchers  selbBt  das  legitime 
BrrscherhauB  nach  85jabrigcr  Hogierung  entthront  worden;  die  Folgen 
raren  fllr  dan  Iteich  grundverdiTliliehc;  diu  Armee,  ihrer  Allgewalt  be- 
msst,  führte  ein«  wahru  MamHukenwirtschaft  ein.  Während  22  Jaliren 
mhen  sich  in  rascher  Folge  sechs  Herrscher  abgelöst,   welch«  meist  da» 

Eem  der  Gnade  der  Holdaten  verdankten. 
Leontio8'  kurze  Uegiei-ung  (695 — 698)  ist  denkwürdig  durch  den  <>^^ 
itiven  Verlust  von  Afrika,  Mit  gröBster  Zähigkeit  hatten  hier  die 
Uinivr,  in  stetem  Kampfe  mit  den  Arabern,  ihre  Seeburgen  behauptet. 
>as  öiegreiche  Vordringen  der  Araber,  weiche  697  «elbst  Karthago  ein-  697 
«btnen,  vcranlaoBto  Kom  zu  einer  letzten  Aiiütrengung.  Der  Patriciu» 
ohannes  eroberte  die  Stadt,  schlug  den  Feind  und  gewann  die  ^Kastra 
oti  Afrika'  zurUck.  Allein  schon  im  folgenden  Jahre  musste  er  vor  einer 
leuun  Flotte  der  Araber  zurückweichen.  Karthago  tiel  und  die  römische 
lerrsehafl  war  auf  Soptuni  boscbrUnkt,  wo  sich  mit  Unterstützung 
*r  \Vet.tgot«n  ein  römischer  Gouverneur  noch  kurze  Zeit  behauptete. 
ohannes  war  zurQckgesegelt,  um  Verstärkungen  zu  holen;  allein  auf  der 
Ulckfahri  brach  in  Kreta  eine  ilcvolto  aue.  Ai>8imuros.  der  Admiral 
^g  Dnin^ario«  der  Kibyraioten,  wurde  unter  dem  Namen  Tiberios 
Hb — 705)  zum  Kaiser  erhohen  und  bemächtigte  sich  rasch  der  Hauptr  698 
tadt.  LeontioR  wanderte  verstümmelt  ins  Kioater.  Tiberios'  Itegierung 
rar  keineswegs  unglücklich.  Sein  HLbigcr  Bruder  Uerakleios,  an  der  Spitze 
er  Bfliatiscben  Truppen,  schlug  die  Araber  mehrfach  uuchdrücktich,  ohne 
■etlicli  ihre  Festsetzung  in  Kilikieu  hindern  zu  kUnne».  Eine  Erhebung  der 
nnenier  zu  Quasten  Itoms  wurde  rasch  und  blutig  durch  den  arabischen 
eaeral  unterdrückt. 

Eine  cniste  Bcdi-ohung  der  Kegierung  wurde  der  rastlose  .lustinian. 
'r  war  zu  den  Chazaren  geüohen  und  hatte  die  Tochter  des  OhUkflns, 
\a  Christin  Theodora,  zum  Weihe  genommen.  Nur  durch  seine  bewundems- 
Qrdigu  Energie  enigieng  er  den  Emissären  des  Barbaren fiirslen.  welchen 
riocliiaches  Gold  gewonnen  hatte.  Mit  wenigen  Getreuen  entßoh  er  nach 
e&hrvoller  Meerfahii  auf  gebrechlichem  Kahne  naih  den  DonaumUndungen 
nd  trat  mit  Isperichs  Nachfolger  Tcrvel  (Tcrlxüs)  in  Verbindung,  den  er 
anz  fUr  sieh  gewann.  Ein  Heer  von  Bulgaren  und  Slaven  bracht«  ihn 
05  nach  Byzanz.  Durch  List  gelang  es  ihm  sich  der  Stadt  zu  bem&eh-  705 
Ton-el  wurde  zum  Cäsar  erhoben   und   reichbeschenkt  entlassen. 


-ß98 


958 


AbriBB  der  byiaBtinisch«!!  Kftiwrgueblcht«. 


Dio  Hnuptstadt  traf  durch  den  vor  Wut  halb  wahnsinnigen  Kaiwr  tii 
Strafgericht  ohne  Gleichen.  Sein«  beiden  (tegonkaiftor  wurden  nncb  eatt 
entehrenden  SchnuMi^luiig  in  den  Strasson  der  Stadt  und  im  Zirkus  emt- 
hauptet:  der  Patriarch  Kallinikos,  welcher  den  Tat;  von  .lustinians  Ent- 
thronung; als  den  Tug  des  Herrn  bezeichnet  und  beide  GegenkaiMT  p- 
kr<)iit  Iiatt^.  wurde  geblendet  und  nach  llom  exiliert.  Alle  horvorm^scodoi 
Militärs  der  Gegenpartei  wurden  in  grauKiinier  Weise  getJltet;  ilaaselbt 
Schicksal  trar  zahlreiche  BUrger  und  Soldaten,  tm  Aas»  die  Reihen  in 
Heeres  in  den  asiatischen  Kriegen  dnrch  kriegstingeUbte  Etaucrn  eridoil 
werden  miisston.  Alles  zitterte  während  diea«r  schoussUchen  Redftiun 
vor  dem  halb  geisteskranken  Despoten. 

Nach  aussen  war  dio  zweite  Kegiernng  JusUnians  ungladclich  sddis. 
npB  Eine  grosso  Expedition  gegen  die  Bulgfiren,  wobei  sich  der  Kaiaer  da 
w  Stadt  Anchialos  bemilchtigto,  niisslang  völlig;  mit  Mühe  onütainen  Jiutinin 
und  ein  Teil  seines  Heeres  auf  dem  Seeweg.  Das  von  den  Arabent  !»• 
709  lagerte  Tyana  i^uchte  er  vorgeWn»  zu  entseixen.  709  fiel  die  Stadt  iwii 
Kapitulation  in  die  Hände  der  Ungläubigen.  Der  hesundere  Hat*  d« 
JCaiserH  galt  den  Städt,en  Kavenna  und  Cherson,  welche  ofTenkundi;  m 
TIO  den  Gegnern  gehalten  hatten.  Nach  Hjivenna  sandte  er  710  eine  Flntt«; 
die  Notabeln  dur  Stadt  wurden  verrilterischerweise  gefangen  gesetzt  oirf 
nach  Konstautinopel  zur  Hinrichtung  gv^andt;  die  Hafenstadt  CU«n«  ^ 
in  Flammen  auf.  Verhilngnisvoll  sollte  dem  Blutmenschen  »ein  WSian 
gegen  Cherson  werden.  Eine  dahin  gesandte  Flotte  hatte  die  Stadt  »■ 
oJ>ert,  ging  aber  auf  der  Rückfahrt  grosi^enteils  »i  Gninde.  Die  in  Chenoo 
zurückgelassene  Besatzung,  den  Grimm  de»  Kaisers  filrchtend,  vvä  nein» 
Blutbefehle  nur  teilweise  ausgeführt  waren,  machte  gemeine  Sache  nÜ 
den  Einwohnern.  Die  Emplirer  riefen  die  Hilfe  der  Chazareu  na.  Bi 
angesehener  OfHzier  annenischer  Abkunft,  l'hilippikos  Bardane«,  von  liWin^ 
verbannt  und  %-on  Juatinian  11  zurUckgerufen,  «tollte  eich  an  die  S\ 
Ein  Vorsuch  mit  unzureichenden  Mitteln  Cherson  der  kaiserlirlien  Ani 
zurückzugewinnen  niistilang.  Eine  zweite  stArkere  Flotte  tintcr  dem 
ciuB  Manros  belagerte  dio  Stadt;  schon  waren  zwei  TQrmo  unter 
StOssen  der  r'imischen  Belagerungsmaschinon  eingesunken,  als  dio 
zur  Hilfe  kamen.  Die  Flutte  schloss  einen  WaffKustilbtand  und  — 
das  charakteristisch  fQr  die  Unsumme  von  Hass,  welche  der  wahawil 
Frevler  auf  sich  geladen  —  sie  vorband  »ich  mit  den  Empörern, 
pikos  wurde  /.um  Kaiser  proklamiert.  JustJnian,  ohne  Mitteilungen 
dio  Operationen  der  Flotte  gelassen,  setzt<^<  mit  seinen  Truppen  aufs 
tische  Ufer  über  und  eilte  bis  Sinope.  um  Nachricht  aus  der  Krim 
empfangen.  Unterdessen  hatte  l'hilippikoa  bereits  die  Hauptstadt 
und  sandte  seinen  Genossen,  den  von  Justinian  einst  zum  ArdioD 
Cherson  bestimmten  Spalhoi-ios  Elias,  ihm  entgegen.  In  der  Ebene 
Damatrys  wurde  der  Tyrann  von  allen  verlassen  und  durch  Elias,  wi 
es  verdiente,  getötet.  Sein  unmündiger  Sohn  Tiborio«  war  schon 
in  der  Hauptstadt  mit  schnödester  Vorlotzung  des  kirchlichen  Asyl 
getutet  worden.  Das  Haus  des  Herakleioa,  welches  daa  Beich  vor 
feraem  und  den  Arabern  gerottet  hatte,  war  mit  der  Wurzel  anigel 


Of  1 


PhiU 


OL  DI«  DfBsatie  des  HermUeio«  nnd  iar  Kampf  mit  (t«m  UAtm  (610^-f 


959 


Pliilippikos  (711—713),  der  nene  Kaiser,  orwie«  sich  als  x'ßllig 
^g.  L)ic  Biiignrcn.  aiigcblicli  als  Uilohcr  Justininits.  unlornuhmL'ii  einen 
■rendcn  Zug  bis  an  dio  Thoro  der  Hauptstadt.  712  fiGlen  Amaseia  und 
MiRtlieia,  719  daa  pisidiBclie  Antioehien  in  die  Hände  der  MuBlimen,  AnsAbei^ 
'g1niib<^n,  vli^llpicbt  iini  spine  nrnioiiiRcheii  liitnd«lont<^  zu  gewiiinon  —  er  bat 
'den  ArnieniLTn  »eines  Roicbu  in  dem  veriVUit^':])  MuüU'^ne  und  in  Armenien  IV 
beue  SitK«  angewiesen  —  verhalf  der  Kaiser  unter  Zustimmung  seiner 
orientaÜBcben  fipist!ir:bkflit,  aber  unter  dem  entnchiedenon  Widerspruche 
Alt-Koni»  dem  Moiiotbelptiftmus  nopb  einmal  zu  einem  flitclitigen  Siege. 
bldewen  eine  Erhebung,  welche  von  den  Ofllzieron  de»  in  Thrakien  stehenden 
TTioma«  Opsikion  ausging,  bereitete  seiner  Herrschaft  ein  »chnelles  Ende. 
lAm  Ptingatflonntag  713  wurde  ein  angesehener  Civilbeanit«r.  der  Oeheim- 
iRekretär  Artomios  als  Anastasios  II  (713—715)  zum  Kaiser  gekrSut. 
I Dieser  bcniliigte  »ofort  die  GemUter  durch  Heiütcllung  der  Orthodoxie.  Vor 
lallein  aber  wandte  er  seine  Sorgfalt  der  ptanmänsigen  iteorgnnisation  des 
'durch  die  langandauernden  anarchischen  Zustände  völlig  zerriSltetitii  und 
tinbotmlHRig  gewordenen  Heeros  zu.  Die  Urliobor  der  letzten  Thronrevo- 
^ution  traf  strenge  Strafe.  In  der  Neubesetzung  der  wichtigsten  General- 
tconimandoM  zeigte  er  mehrfach  eine  äusserst  ßlUckliche  Hand.  Auf  die 
jKnnde  von  den  gewaltigen  RHstungen  der  MuHÜmen,  welche  der  römi.schen 
IHaupti^tadt  galten,  setzte  er  diese  in  Verteidig» ngszuätnnd,  und  dio  Flotto 
erhielt  Befeld.  i^icli  in  Rhodos  zti  .SHninielii,  um  den  Arabern  durch  einen 
OiTcnsivstoss  zuvorzukommen.  Aber  die  Truppen  des  Themas  Opsikion, 
'deH  Kaisermachen.i  gewohnt  und  über  die  Bestrafung  ihrer  Offiziere  i^r- 
'bittert,  meuterten  aufs  neue,  töteten  den  Admiral  und  segelton  gogen  die 
'Hiiupt^tadl.  Ein  gänzlich  unbcdeutt^^udor  I'ruvinzialboamter,  Theodosios 
H71& — 717),  wurde  zu  seinem  eigenen  grossen  Entsetzen  znm  Kaiser  er- 
Ihoben.  Die  Hauptstadt  kam  durch  Verrat  in  die  Hände  der  EnipOrer. 
lAltein  die  wichtigsten  Heerführer,  Leon,  der  Stratege  des  anatolischen,  und 
'Artavasdos,  der  Strati'ge  des  armenischen  Thomas,  erkannten  den  neuen 
Herrscher  nicht  an.  Unterdessen  hattu  dur  Chalif  Suleiman  seine  ItQstungen 
'vollendet;  seine  in  Kleinasien  einrückenden  Feldherrn  boten  Leon  dio  Ki-one 
an.  Die«er.  xum  Schein  mit  ihnen  unterliandelnd.  entaetzto  das  wichtige, 
Ton  ihnen  belagerte  Amorion.  Die  grosse  arabische  Armee  musste  sich, 
lohne  nennenswertes  geleistet  zu  haben,  aus  dem  erschiipften  Lande  zurück- 
ziehen, r^eon  marschierte  jetzt  ungehindert  gegen  die  Hauptstadt.  Im 
KinvorstÄndnis  mit  Patriarch  und  Senat  verzichtete  Theodosios  auf  den 
Thron.  25.  März  717  wurdo  Leon  III  (717—741)  als  Kaiser  anerkannt. 
[Dio  furchtbare  fiefahr.  welche  dem  Reich  von  Kciton  der  Muslimen  drohte, 
Ikatto  diesen  Ent.whtuss  bewirkt. 

t  Das  Haus  dos  Hcrakleios  hat  den  Kampf  gegen  den  Islam  sieghaft 

Itttfchgenthrt.  Die  konventionellen  Weltgeschichton  sind  voll  Bewunderung 
^(  Karl  Martell,  der  Abd-er-Rahman  bei  Poitiers  schlug,  und  nicht  mit  Un- 
recht. Aller  vrdlig  vermissen  wir  in  denselben  die  rechte  Würdigung  der  viel 
gewaltigeren  (Irossthat  Ostroms.  Dieses  hat  in  einhundertjährigem  Ringen 
nicht  einen  letzten  Ausläufer  der  Welteroberer  zurückgewiesen,  sondern  den 
'"VorstoB»!  der  Hauptmacht  selbst  ausgehalten.    Der  Brennpunkt  und  Hort  der 


711-713 

712 
713 


713 
718-71*' 


715-717 


25.  Uta 

717 
717-741 


»60 


Abflw  ä«r  bjzuitinlRcheii  E*iMrg«»chiobt«. 


abenilländischen  04>iiittuiig  ist  Am  äümalig«  Kleiouien.  Dio  nouen 
welche  auf  den  zaUlreicIioii  Kviehukoiiziliün  der  Chriatenwolt  al» 
Lettre  Vi^rkOtKÜgt  ^vurden.  ehid  von  grogsentcila  kloinaRiatisclien  BtMfa 
ausgedttcht  worden.  Kleina^iial^n  bildeten  die  Themata  oder  Hc«re«kfir 
welche  den  oricntAlisclion  Erbfeind  zurilckschlugeu.  Dio  von  den  Sil 
ilborschwemmte  europäische  KeichMhüIfLe  kommt  in  diesen  wie  in 
folgenden  Jahrhunderten  nur  wenig  in  Betr8(.'ht>.  Ein  Umschwung  litl 
erst  ein  durch  die  Erfolge  de»  Bul^^arentOterFi  Basileioi«  und  die  V«^ 
üdung  de»  OkIoii»«  infolge  de«  Einhniclis  der  scheusfilicben  Seldschukeiu  llo- 
menlan  freilich  huttf  vinv  furchtbare  Erschöpfung  Platz  gegriffen.  Tlir 
Generationen  andauernde  Kriegsssustand  hatte  eine  vfillige  Vemnldenuig  da 
Hecre.4  hervorgerufen.  Seiner  eminenten  Bedeutung  wohlbewosst.  schaltotf 
CS  uiuiinschi-ftnkt.  Es  war  hohe  Zeit.  da«ii  eine  Eit-enfnust  wk-dur  Onl- 
nung  und  Zucht  i^ur  Oultung  brachte.  Ks  kam  aucli  der  Mann,  wulrbw 
mit  Blut  und  £is«n  dio  Regeneration  des  Reiches  vollziehen  sollte. 


IV.  Die  Regeneration  durch  die  syrischen  ^sauriscIieD) 
Kaiser  und  der  Bildersturm  (7i7 — 867). 

Des  laauriers ')  Leon  Thronbesteigung  ist  einer  der  wichtigsten  W*»d6- 
punkte  in  der  Reichegcschichte,  ein  Moment  von  wahrhaft  wcltgeediitM- 
licher  Kodeiitiing.  Die  /um  Ictztenmalc,  aber  auch  am  FurchtliHntn 
druhtmdü  Ärabergefahr  hat  dieser  gi'osso  Foldhermgenius  endgültig  he- 
Hchworen.  In  der  Neuordnung  des  Heerwesena,  in  der  Kegiiliemng  der 
Finanzen  und  in  der  .luatizverwaltung  hat  er  sich  al«  der  eigenl- 
liche  Uegenerator  des  Heirlie»  erwiesen.  Mit  der  syrischen  Dynteli* 
bricht  das  Morgenrot  einer  bcusorcn  Zukunft  für  die  vielgeplagten  Cntcr 
tfaanen  des  RhomäcrkaiHors  an.  Seine  Achillesferse  hatte  auch  flioiif 
groeae  Herrscher.  Mit  andern  im  Felde  und  in  der  fiuB.<«eren  Politik  tad 
UiUok  begünstigten  Kraftmenschen  teilte  er  den  Irrtum,  eine  gw<tig» 
Macht  wie  diu  Kirche  könne  durch  Süssere  Ovwalt  und  GeaetKMpara- 
graphcn  unter  das  Staatsjoch  gebeugt  werden.  Die  mönchische  Ge«e}ikJi(- 
schreihung  hat  diesen  schweren  Fehler  einseitig  betont,  und  darflber  dl« 
Bild  des  gro.isen  Militärs  und  Politikers  uns  verdunkelt 

In  das  erst»  Jahr  von  Leons  Regierung  fSllt  die  denkwtlrdige  Bettge- 
ning  von  Konstuntinopel.  Maslama,  der  Pergamoa  genommen  und  in  Arieo 
717  llberwintert  hatte,  setzte  im  Sommer  717  bei  Abydos  Aber  den  Hdleepont 
Mitte  August  hatte  er  sein  Lager  vor  der  Hauptstadt,  aufgeschlagen:  An* 
fang  September  erschien  dio  Flotte  unter  Suiciman.  Die  Verteidiguaf 
wurde  jedoch  von  Leon  mit  ebensoviel  Umsicht  als  Energie  gel«itet  Dw 
griecbische  Feuer  vernichtete  die  Schilfe.  Ohschon  dio  Muslimen  mit  grtsst« 
Zähigkeit  auch  den  Unbilden  eines  ungewöhnlieh  harten  Winters  trotfU« 
und  ein  ganzes  Jahr  vor  der  Hauptstadt  aushielten,  mussten  sie  endlkii 


')  Ich  wondn  iJon  durch  dnn  [rrtam 
ilw  JAhrliUDilarte  gsliciligli-Q  HKinnmnn  An, 
«bacboa  (.«on  aus  (i«nnHtiili0ia  stammt,  bIm 


Syr^  ist.    K.  Sobeak:  byt.  Zritsckrit  tül 

8.  296  rr. 


[7.  Dl«  Begenetation  dnroh  dl*  ■yriMh«!!  (iaurlaelltii)  Kak«r  atc  1717— SfiT).     961 


LogUBt  718,  nachdem  sie  ungeheure  Verluste  erlitten  hatten,  sich  nach  Aag.  IIH 
Syrien  ^Eurilcbeiehen.  Die  weltgeschichtliche  Bedeutung  dieses  Ereigniäsc» 
lann  nicht  hoch  genug  enge^chlngen  werden.  Der  arabische  Änitturni  hat 
«inen  Höhepunkt  eiToicht.  Byzimz  und  »ein  Kaiser,  indem  sie  ihn  zurllck- 
irarfen,  halten  da«  Christentum  und  die  abendländische  Gesittung  gerettet. 
Soch  hente  dankt  im  Akathiittoshymmis  die  orthodoxe  Kirche  den  drei 
i^»ien  Helden  Hernkloio»,  Konstnntinos  IV  und  Leon  III  liir  diu  Itettung 
ms  derAvaren-.  Perser- und  Äraburgefahr.  Noch  ol't  während  Leons  B&- 
giening  wiederholten  sich  die  muslimischen  Invasionen  Kleinairiens;  bc- 
»orguiseiTfRend  fllr  da«  Reich  waren  sie  nicht  mehr,  und  740  wui-do  über  740 
die  Araber  bei  Akioinos  ein  grossor  und  entscheidender  Sieg  davongetragen. 
Daa  gute  Verhältnis  zu  dem  mächtigen  Nordreicho  besiegelte  die  Verbin- 
dung des  Thronfolgers  Konstantinos  mit  der  chazariachen  PrinKPRsiii  Eirene. 
A.uf»lü»de  im  Innern  unterdrilokt«  der  Kaiser  mit  m,iiolKtr  Knergic.  .Sicilien, 
das  sich  während  dor  Bt^lagorung  der  Hauptstadt  erhoben  und  einen 
Oegenkaiser  proklamiert  hatte,  wurde  mühelos   zum    Gehorsam  zurUck- 

So  nach  innen  und  aussen  gesichert,  konnte  der  grosso  Herrscher 
rastlos  an  der  Wiedergeburt  de«  [leichex  arbeiten.  Von  seiner  eifrigen 
legiblatoriHchen  Thätigkeit  legt  die  von  ihm  gemeinsam  mit  seinem  Sohne 
und  Mitregc^nten  Konstantine»  verflffentlichto  .Eklnge  der  fleüeUe*  Zeugnis 
ab,  ein  kurzes  Handbuch  dos  gtlltigen  Itochtcs,  welches  die  inittelaltüriicbo 
Eatwickelung  dettselbun  unter  dorn  christliohon  Einflüsse  darstellt.  Die 
Varordnungen  Ober  den  Ackerbau  {vöiwi  yKi>(/yni6i),  welche  die  Verhältnisse 
der  Pftchter  gegenüber  den  Örundbesit^wrn  und  der  freien  gi'undbesitzenden 
Dorf  gern  ei  nsc  haften  regeln,  sind  nach  einer  wahrscheinlichen  Vermutung 
durch  die  im  Kelche  neu  angesiedelten  Bevfilkorungsolemcnte  (MardaTten 
nnd  Armenier  in  Kleinasien  —  Sluven  auf  der  liämushalbinael)  veranlasst 
worden.  Charakteristisch  ist,  doss  diese  neuen  Pächter  und  Bauern  im 
Gcgeasatz  zu  den  alten,  an  die  Scholle  gebundenen  Colonen  por^önlieh 
frei  sind. 

Tot  allem  hat  er  aber  seine  Sorgfalt  dem  Heerwesen  gewidniet>.  Die 
gelockerte  Üisziplin  wurde  hergestrclU,  und  wie  nachhaltig  seine  Heei-- 
refonn  wirkte,  zeigen  M-ine  eigenen  und  seines  Sohnes  militärische  Erfulge. 
Damit  im  Zusammenhang  steht  »eine  BeorguniBation  der  Provinzialverwal- 
Uing.  Die  Themenverfaasung,  wie  sie  eich  unter  der  Dynastie  des  llers- 
kleios  allmählich  durch  die  Not  der  Zeit  im  Kampf  mit  den  Bcichafeinden 
ausgebildet  hatte,   erhielt  durch   Leon  ihre  endgültige  Üestaltiing.')     Die 


K'}  Die  daiunliK<'i>  Tli«m«n  niixl  In 
«b;  |.  OfMikion,  2.  Anatoükon.  3,  Thra- 
k««Jiin,  4.  Armcniakon ,  !i,  KJb^motikon, 
B.  Uuketlarion.  7.  Kolonoia  (?). 

In  Knropn  iiind  en:  l.  Thrnki;.  2.  UdIIus 
mH  dein  Polaponn««.  3.  MokoJoiiinV,  i.  Si- 
keKa  mit  Knlnbria. 

KonvUntinoa  rarpliyrogoonetoa  endlivti 
lAfctt   ÜD   l}oK>i>i   d*-*"   -^'  JnlirhuuderU  Hilf: 

A.  in  AaiiMi:  1-  Annluliküii.  2,  Anne* 
•iakMI.  ä.  Ttinlteniuii,  4.  U(iBikiuu,  ö.  0[i(i- 


matün,  6,  ttukvllanon,  '.  l'nuliingonin,  S.  Chol- 
diu,  9,  Mninpotniniit.  10.  Kolonnia,  II.  8^ 
hnalrin,  lt.  l.yknniloa,  l:i.  8«!«uk«in,  14.  Ki- 
byraiotikon,  15.  Kypro«,  lö.  ^nninn.  17.  Ao^j- 
soheB  Meer.  19.  Kappndokin. 

B.  in  Europu:  I.  Tlirnkr.  'J.  Mako- 
tlonia.  3.  Strjiaoa,  4.  TlieHBulunik?.  3.  Hella«, 
6.  Fclupviuicd,  7.  E«plui1l«Diu.  !?-  Nlkopaljn, 
9.  Djrrracbioo,  10.  Sikelia,  U.  Luogibntitja, 
12.  C'banon. 


■rK''-T-^  Au  Uhl  Aluriuou-iMui'li^  U.    t.  ibUf.   L  An*. 


Sl 


962 


Alnias  der  liTtuitini«baii  KuBergeBchieht«. 


Finanzen  war«n  durcli  die  Verschwendung  dea  Philippikos  und  di«  ^o«t- 
i^ioligen  Äraberkriege  arg  zerrOttet  worden:  nur  durcli  harte  fiskaÜMl« 
Mawrogoln  konnte  hier  Ordnung  geschaffen  werden.  Steuerdruck  ai  tt 
einzige  Staatttcinrichtiing,  welche  auch  doni  geduldigen  und  sklavisch  gn- 
»innten  Onentaleii  h&chst  empfindlich  wird.  Da»  Volk  prieM  die  luUt 
arnhischer  Herrschaft  etehendon  Christen  glUckUch,  und  der  Kaiser  Um 
ein  neuer  Pharao.  Allein  da»  Gleichgewicht  im  Staatshau&lialt  wurde  lM^ 
gostellt. 

Indessen  nicht  diese  Grossthaten  der  Reichsemeuerung,  senilcra  dif 
kirchlichen  Kämpfe  sind  es,  welche  das  Andenken  de»  Kai.ters  bei  da 
freilich  höchst  feindselig  gesinnten  «päteren  tie.schl echtem  erhalten  hslwt. 
Der  Bildoratreit  ist  aus  kloinatüatischer  Wurzel  entsprungen.  Di«  n« 
der  Reichskirche  abgetrennten  Gcmtitischaflen  im  Inneni  und  im  Ort* 
der  Halbinsel  (Montanisten,  Paulikianer)  verwarfen  die  herrschende  ßilder- 
Verehrung  als  Abgötterei.  Ein  phrj-giwher  Bischof  Konätantioo«  vw 
Xaköleia  bekannte  tiich  zu  dcrHC-lben  Lehre  und  fand  Anhänger  aSU 
unter  dem  hohen  Klerus.  Der  auf  den  Bilder-,  Hehquien-  und  HeiligM- 
kultna  begrilndete  Vorwurf  des  Islams,  dasa  der  Ohristenglauho  PolytiieiMnui 
sei,  machte^  auf  die  Gebildeten  Eindruck  und  gab  zu  denken.  So  hat  ifar 
726  Kaiser,  als  er  durch  seinen  ersten  Erliu^x  726  gegen  den  Bildcrdienat  ein* 
schritt,  einer  in  den  asiatischen  Provinzen  weit  verbreiteten  geUtigiai 
Strömung  Rechnung  getragen.  Om  so  stRrkcr  war  der  Widorstaixl  ii 
gei^araten  Übrigen  Reiche.  Vor  allem  das  Mönctistum  trat  überall  fär  di' 
Bildorverehrung  und  damit  die  Eigenart  der  griechischen  Kirche  ein.  FSrdit 
Manche  war  das  Bilderinolou  ei»  Haupthroterwerb,  der  Streit  fUr  die  BiUir 
alito  eine  Existenzfrage.  Die  Erregung  der  hauptstJidtisehen  Bovdkcnin; 
konnte  nur  mit  Gewalt  nnterdrDckt  werden.  Besonders  hingen  diP  B^ 
wohner  Griechenliinda  und  der  Inseln  an  der  bildlichen  Vercbrang  d(f 
Heiligen,  die  vielfach  an  die  Stelle  der  alten  StammgQttcr  und  HerociJ 
getreten  wai-en.  Eine  von  ihnen  ansgerllatete  Fielt«  mit  einem  Oei 
737  kainor  fuhr  727  nach  der  Hauptstadt:  aber  diese  gleich  den  Sslanii 
kfimpferu  fUr  die  heiniischon  Götter  streitenden  Hellenen  erlagen 
griechischen  Feuer. 

Als  in  demselben  Jahre  das  Edikt  ilher  die  Bilder  nach  Italien 
erklürte  sich  Papst  Gregor  11  dagegen  und  bannte  dun  kaiserlichen  Extrrhi 
Die  ganze  Provinz  erhob  ^ich   in  offenem  Aufruhr  und  verband  sich 
den  Lungobarditn.   Indessen  die  Ergebenheit  der  Venetiancr,  nicht 
die  staatfikluge  Haltung  des  Papstes,  welcher  seinen  ganzen  Einfli 
auf  verwandte,  den  Bruch  mit  der  oströniischen  Regierung  zu  vertiii 
rettete  noch  einmal  dio  byzantinische  Herrschaft  in  Italien. 

Über  diu  Gryn2en  des  Reiches  hinaus  wogte  der  Streit,     Dio 
glSubigon  Unterthanen  des  Chalifen  traten  energisch  für  die  Bilderl 
ein,  vor  allem  Johannes  von  Damaskos  als  glänzender  litterariscber  Vi 
kampfcr  ihrer  Sache.     Um  ao  ontechiedcner  trat  Leon  auf.     Der  ftkw 

73»  nischc  Patriareh  Germanos  musete  als  eifriger  BÜderfreund  729  Aem 
staaios,  einem  Gesinnungsgenossen  de«  Kaisers,  weicbon.     Der  Vi 

'31  freilich,  Rom  und  Italien  wieder  zu  unterwerfen,  misdang;  731  sditil 


r.  Dl«  IUg«Der*tlon  durch  dl«  afrlMhen  (laanriacbea)  E&taer  Bte.  [TIT— 887).     968 

ie  (Kttrümiftche  Flotte  im  adriatischen  M«m-.  Aber  in  ITntentalicn  und 
icilien.  wo  dio  nrieoh^n  ihre  Herrschaft  behaupteten,  wurden  dio  Otltcr 
96  hL  I'o(ru8  konfisziert.  Diese  Landschaften  nnd  ganK  Iliyricuni,  welches 
«her  ZOT  Obodictut  von  Altrom  gehört  hatte,  wnrdon  Konstantinopel 
iterst^Ui.  Der  Streit  um  die  Bilder  war  immer  klarer  ein  frinwiiien- 
unpf  geworden.  Auf  der  einen  Seite  standen  die  hohen  tieanit«it  und 
Bch  die  Bi««hrifo.  welche  dem  Kaiser  das  Hecht  inisprachon,  die  Kirche 
1  Qborwachen  und  zu  regieren,  auf  der  aiidoron  die  von  der  Volksguniit 
Bstfltzten  MCnche,  welche  der  wettlichen  Gewalt  jede  Einmiachung  in  da» 
ristJiche  Gebiet  versagten. 

AI»  Leon  am  18.  Juni  741  <)  »tarb  und  seinem  hochbegabten  und  ener- 
tachen  Sohne  Konstantin  V  (Kopronynios  741 — 775)  die  Ilerrsehaft  hinter- 
M8,  war  der  Kampf  noch  völlig  unausgetragen.  De«  Kaiser»  Schwager, 
er  Axmonicr  Artavartdog,  benutzte  die  Erbitterung  der  Bildorfreunde  und 
ie  ihm  gflnatig«  Stimmung  der  im  Heoro  zahlreichen  Armenier  zu  einer 
trhebung.   T>ie  Hauptstadt  und  der  Patriarch  erklärten  sich  fUr  ihn.    Erxt 

rh  zweijährigem  Kampfe  vermochte  Konstantin  die  Haupt«tädt  wieder 
nehmon  und  die  Macht  dea  Gegenkaiaera  zu  brechen. 
Kunmehr  in  seiner  Herrschaft  völlig  befestigt,  hat  der  Kaiser  mit 
mwmm  GlUcke  die  äussere  Politik  des  Reiches  geleitet.  Gegenüber  den 
krabem  kftmpfte  er  entschieden  erfolgreich.  Eine  gi'oxso  Flotte,  welche 
«n  Griechen  Kypros  wieder  «ntreissen  sollto,  wurde  746  vollständig  ver- 
ichtat  Germatiikciu,  Melitene  (Malatia)  und  sogar  Theodo»iupoIi8  in 
innenien  (7.>2)  wurden  zurückgewonnen.  Die  mit  dem  Sturze  der  Oniai- 
iden  und  dem  Aufkommen  der  Abblsiden  verbundenen  inneren  Wirren 
ee  Chalifcnreich»  kamen  den  Hörnern  zu  gute;  freilich  seit  7GG  trat 
lier  wieder  eine  Wendung  ein. 

Mit  grünster  Energie  fllhHe  aber  der  Kaincr  den  Kampf  gegen  die 
lulgaren.  Nicht  weniger  als  achUnal  zog  er  gegen  sie  zu  Felde.  Schwere 
liederlagen  entmutigten  ihn  nicht,  und  der  glänzende  Sieg  des  .lahre»  763 
latt«  eine  Heihe  von  Thronrevolutionen  im  Feindesland  und  eine  gründ* 
icbe  Schiviichuug  der  Bulgaren  zur  Folge;  erst  gegen  Ende  von  Konstantins 
t«gierung  wurde  Cerig  (Telcrigos)  wieder  gefährlich. 

Dio  Slavjsiening  von  ganz  Hellas  und  dem  Peloponnes  wird  von  der 
•tnzigcn,  die«oi*  Ereignisses  gedenkenden  Quelle  unter  Konstantin»  Regie- 
iing  angeiüetzt  und  mit  der  furchtbaren  Pe-st  vom  Jahre  746  in  Verbin- 
luiig  gebracht,  welche  (tir  da»  Reich  eine  ähnliche  Katastrophe  wie  die 
Cpidemie  unter  .lustinian,  bedeutete.  Allein  durch  ein  unverwerfliches 
Seagnis  steht  fest,  daas  die  Slaven  schon  unter  Leon  im  Peloponnes  alt- 
insilssig  waren.      Wir   haben  gesehen,  dass  dio  Slavisierung    der  helte- 


18,  Jiuit 

741 
741-775 


746 
752 
7.1ß 

TOS 


74Ö 


*)  P&r  dl«  Zottrochniing  des  VlI.  nnd 
nil.  JalirbiiiiJorl«  «inil  in  i]«r  Knnpliwchci 
UavJelUch  iiBT  approiimativ  tic)itig(<n  Zsblvn 
Im  Tli«af>tiMi««  w-wdMTgeBelMn.  DieM  gaato 
KpoelM  hfdnrt  ia  chnaMaKiMlior  BMidrang 
Mck  einer  eindria([ond«n,  dm  ■jrriacho,  ara- 


bischo  lind  arnioninclie  Material  aj-»t(jinali«cli 
hnranxi^hnnilDn  llntersadhimK.  da  dli«  Aua- 
fQhmng«n  Pagia.  v.  (iiitschiniiU  und  Burys 
bi*  jotxt  Icoine  nbBnhliv8send«n  {(««iiltaU  OT- 
liclt  liabon. 


AbrIsB  d«r  lijrsKiitiiuKhea  EalMrgOMhieht«. 


754 


tn-iio 


778 
a  Seilt, 

780 


I 


783 
786 

783 


7Ö7 


niecben  Laudschaft«n,  welcho  atcli  dbrigCRs  im  Peloponnett  st«U  nur  nl 
einig«  Teile  dva  Landes  beschränkte,  bvdt'uU-nd  frOtior  begonnen  tut 

In  dem  Kampfe  mit  der  Kirche  trat  ivr  Kaiser  ungleich  scImI. 
und  härter  als  sein  Vatur  auf.  Den  Widerstand  des  bilderfrennäkta 
Mflnchtnms  sucht«  er  durch  Hygtomntischo.  »icli  in  den  sfÄtoren  Rrcic 
rungajahren  Htoigernde  Verfolgungun,  dui-ch  blutif^e  Martyrien,  Einxti':iii:; 
dos  Kloatergut«  und  Sfikularisiening  der  ßottgeweihten  zu  brechen,  ääu 
frivole  Verhöhnung  dos  kirchlichen  ütaiibens  ornchreckte  »eW^t  die  g»- 
fügigon  Hof[:)atriarchcD.  Aber  der  Episko[Mkt  hielt  ^ur  kaiserlichen  Kirebö»- 
politik  und  Kanktionierto  diüsvlbe  feierlich  durch  das  Keichskonzil  von  TM, 
(litMson  BoncliUlsse  freilich  weder  die  Patriarchen  des  Ostens,  noch  ia 
Papst  anerkannten.  Während  seiner  ganzen  Hegiening  hat  der  K'iuer 
mit  der  gr<^isstoii  Kntschiodcuhoit  und  Hitrte  an  Minetn  System  gogenlbir 
den  Mönchen  und  den  Bildern  fustgehaltvn. 

Sein  Sohn  Leon  IV  (775— 7S(i)  hat  während  seiner  kurzen  Regimis; 
die  Orundjidltxc  der  bi^ihorigen  Kirchenpotitik  mit  Mlii<.'<igitng  aufrecht 
hatten.     Die  unaufliüHichon  Qrenzkriegv  mit  den  Arabern  nahroei 
durch  den  Sieg  bei  Germanikeia  eine  filr  die  Griechen  günstige  Wc 

Bei  Miincm  Tode  (8.  September  780)  Qbemahm  fllr  »«einen  nmri!»' 
digen  Sohn  Konstnntinos  VI  die  kluge  und  hAi-hst  ehrgeizige  KaiseriBj 
Eirene  die  Regierung  im  Voroiu  mit  einer  Reihe  GauötUnge.  unter 
der  bedeutendste  und  einfluasreichste  der  Patricius  Staurakios  war 
den  AbbUsiden  dauerte  der  Grenzkrieg  fort,  dessen  Schniiplnlz  faxt 
iiithni.ilos  das  griechische  Kleiniutien  war.  Die  KSmpfe  endeten  für 
(iricchün  unglücklich,  und  die  Kaiserin  sah  sich  783  genötigt,  eine 
druijSlirigo  Waifenruhe  mit  einem  Jahrestribat  von  70000  GoldsUclceB 
erlcaufen.  nuriin  ar-Itaschid  hat  dann  786  durch  Ausbauiing  eines  Ton(g>" 
lieh  sich  bewährenden,  vun  Malatia  bis  Taruos  reichenden  Befeetiguug»- 
systems  seine  militfirischo  Überlegenheit  dem  rSmtachen  Iteiche  nur  u 
fühlbar  gemacht.  Glücklicher  kämpfte  Staurakio^  auf  der  BalkanhalliiiiMl. 
l>ie  slavJHchen  Häuptlinge  in  Hatodonien  und  Hetla»  wurden  zur  Tribut- 
tahlung  gezwungen  und  der  Poloponno«  siegreich  durchzogen. 

Viel  wichtiger  war  aber,  dass  es  der  Kaiserin  trotz  des  be^%fl 
Widerstands  der  MUitArpartei  und  eines  grossen  Teiles  dos  hohon  Kknt 
gelang,  den  kirchlichen  Frieden  wiederhersustellen.  Dio  fikutneiuidit 
Synode,  ursprOnglich  i»  der  Hauptstadt  geplant,  dann  wegen  dar  dnli»j 
den  Haltung  der  kaiserlichen  Leibgarde  erst  September  787  in 
crülTnet,  hat  unter  Verwerfung  der  ßeflchlQsse  der  PseudoiSynode  Ton' 
die  Orthodoxie  hergestellt  und  die  Verehrung  der  Bilder  den  Ottafc 
zur  Pflicht  gemacht  Dcincntsprocheud  wurde  auch  der  kirchliclic 
mit  Rom  und  dem  Ostou  aufs  neue  geschlossen.  Dogmatisch  war 
Sieg  der  MönohspfU'tci  ein  vollständiger;  aber  das  staatliche  Obennf 
recht  in  kirchlichen  Dingen  hat  die  Itegierang  sich  nicht  uohmeii  tu 
Die  entschiedenen  Vertreter  der  KirL-hcnfreihcit.  der  Abt  Plalon  und 
Neffe,  der  grosse  Thoodoroa  von  Studien,  stände«  darum  fortwahr 
mit  der  Regierung  und  den  kaiserlich  gesinnten  Patriarchen  Tanstos 
und  NikephoroB  im  gespanntesten  VerhUltni«.' 


jB,  Die  Regen  er  fttioo  dnrcb  die  BjriBoben  (i»RnrisoheD>  Kaia«r  et«.  lil7~Si3T}     965 

H  Mit  «ior  grüsjtlen  EnUcliiodunhcit  behielt  Eirone  auch  dem  em'aehsen- 
nn  Sohne  geguiiüber  die  Zflgel  der  Ilen'ächaft  in  Hilnden.  Die  poHtiach 
8o  wichtige  Verlobung  mit  dflr  fränkincben  Prinzessin  lögtc  «ic  eigen- 
oiSchtig  768  Auf  und  zwang  den  Sohn  zu  uiner  anderen  Ehe.  Aber  eine 
Erhebung  der  Truppen  übertrug  790  Komitanlin  die  Allel nhorrscbaft. 
Getreu  den  Überlieferungen  eeine«  Hauses,  hat  er  mit  Tapferkeit,  wenn 
auch  im  ganzen  ohne  Oltlck,  gegen  Hulgaron  und  Araber  gekilmpft.  Allein 
flchon  792  beging  or  den  grossen  F«lilbr,  Miinu  ehrgeizige  und  gewissen- 
lose Mutter  wieder  zur  Mitregentin  anzunehmen.  Die  Scheidung  von  der 
r  erigen  Ciattin  und  seine  Neuvermähhing  mit  dem  Koffräulein  Theodote 
war  ihr  heimliches  Werk.  Weil  der  Hofklorus,  der  Patriarch  voran, 
dies  stilUchwcigond  geschehen  licssen,  hoben  dio  von  Kirenc  bugOnstigton 
MÜnnor  dor  ätrongeu  llichtung,  Piaton  und  Theodoros,  und  die  ihnen  an- 
hängende Mönchüpartei  die  Kirche ngenteinKchaft  mit  Konstantin  und 
•einem  Patriarchen  auf.  Die  vom  Kaiser  verhängton  Strafen,  QefHngnis 
nnd  Kxil.  machten  die  Mrmche  zu  Märtyreni  der  Kirchcnfrcihoit  und 
etoig4-rt«n  nach  dem  heimlichen  Wunsch  der  intrtguanten  Eirene  die  Un- 
popiilarität  des  Sohnea.  Als  dieser  durch  thOrichte  Miut»regeln  auch  die 
üomUter  der  Truppen  sich  entfremdet  hatte,  verstand  Eirene  die(«e  fUr 
sich  zu  gewinnen;  Konstantin  wurde  verraten,  fostgonommen  und  auf 
Bufohl  der  unnatürlichen  Mutter  geblendet  l.*!.  August  797. 

PUr  die  wieder  zur  AlleinheiTscbaft  gelangte  Kaiserin  führten  die 
bis  zum  Hochverrat  gowaltthätigen  Eunuchen,  erat  Stntirakios  (t  800), 
dann  Aetios  die  öoschäfte.   Den  Frieden  mit  den  Arabern  erkaufte  Eirene 

EbuiaU  durch  Geldzahlungen. 
Die  Kftiserkrftnung  Karls  des  Grossen  25.  Dezember  8O0  war  fllr 
Outen  ein  Krt^^i^iiis  von  weittragendster  Bedeutung.  Dio  römische 
Kurie  hat  duiiiit  offiziul]  ihren  Anschhi»»  an  du»  Frankonreich  vollzogen, 
und  die  zweit«  Hauptstadt  Altrom  war  dem  Reiche  definitiv  entrissen. 
|fan  jetxt  an  kann  mit  vollem  Hecht  von  einem  ostrKmiRchen  Reiche  ge- 
^^chun  wt^rden.  Indessen  Byzanz  verstand  es  nicht,  .'<icli  mit  der  neuen 
Grossmacht  zu  »teilen.  Die  Streitigkeiten  mit  den  Frunkun  wegen  dor 
italienischen  ßeeitzimgen  Ostroms  hflrten  während  Eireitee  Itegierung 
oiclit  auf. 

Durch  eine  Versciiwörung  der  mächtigsten  Beamten  und  Grossen 
ie  Eirene  Oktober  802  entthront,  und  an  ihre  Stelle  trat  der  bisherige 
eralachatzmeistor  Nikephoros  (802—811).  Schon  das  Jahr  darauf 
dio  ehemalige  Kaiserin,  wie  sie  es  verdiente,  in  Dürftigkeit  auf  dor 
Lcübos.  Nach  85jUlunger  Herrschaft  wurde  die  »yi'iache  Dynastie 
gestOrzt;  ea  ist  das  erstemal,  dass  eine  solche  Umwälzung  von  den  Spitzen 
dtr  Civilverwaltung,  nicht  von  dem  Heere  und  seinen  Anführern  ausgeht. 
Nikephoros  bewährte  sich  als  durchaus  tUchtigen  Kegenlen.  Seine 
Mbarfen  finanzieUen  Majun-egeln  machten  ihn  unbeliebt,  waren  aber  nach 
der  verschwenderischen  Herrschaft  Eirenes  durchaus  nötig.  Auch  das 
Kirchengut  entging  der  Kc^teuerung  nicht,  und  er  verstand  e»,  sein 
goigtJidies  Oberaufsichtsiocht  in  energischer  Weise  geltend  zu  machen, 
neue  Patriarch  Nikephoros  (seit  806)  ging  dui-chaus  mit  ihm  Hand 


788 
790 


7Ö2 


7a:. 


1&.  Aug. 
797 


»00 


2.5.  Dl 
f!00 


I 
I 


Okt.  803 
802-811 


Boe< 


966 


AbriM  4«r  bytonUiuBchen  EaMergeecblcht«. 


in  naiiJ,  «n<i  die  widerBlrflifiiJcn  HRupter  dor  H0i)ch8part4>) 
liert.  SO^  tMhlott»  er  frieden  mit  Kurl  dem  QrosseQ;  den  Oatr6in«n 
wuriFendatlurch  ihre  Horrschaftoreclite  Über  Unteritalien,  Venedig,  Utii«. 
und  die  dalmatinische  Kilüt^j  gowährloistot.  Al»er  schon  8Ü5  fiol  Venedig 
ab,  und  «rrtt  unter  Kaitier  Michael  8LÜ  wurde  definitiver  Friede  gescfaloiaU. 
Um  »0  unglücklicher  waren  «eine  Kämpfe  mit  den  Arabern.  Seine  Weig*- 
[^04  rung,  den  Tnbut  weiter  zu  zahlen,  ftlhrtc  zu  schworen  Niederlagen  du 
kaiiterlichen  Heeres;  Tyana,  wn  der  Chalif  «in  .Haus  der  LiUterung*  •^ 
richtete,  und  eine  Reihe  wichtiger  Grenzburgen  fielen  in  die  Hiode  im 
Gegner.  Kypros  und  Uhodos  wurden  sy»(Leinati»ch  vorwU8t«t:  dtir  Kamt 
eah  sich  806  zu  einem  dumUUgenden  Fri«duntMchlti880  gezwungen. 

Epochcmucliend  fUr  die  iteic)ii>gtiHchicbt«  ist  die  damals  begJAnaidt 
Zurtlckdrängung  des  alavinchen  Elemente.  Die  heldenmatige  BUrgertduft 
von  l'atrae  erfocht  Ober  die  ansUirnienden  peloponnesiiichon  ätaven,  t^ot^ 
dem  utie  zur  Soo  afrikuiÜHclie  Muslimen    unlerstüklen,  einen  gÜnnndii 

n  610  Siug  807.  Seit  HU)  hat  dann  die  Regierung  sich  mit  Eifer  der  gneaa 
Aufgabe  gewidmet,  durch  eystcmatinoh«  hellenische  Kolonisation  die  von 
den  Slaven  besetzton  Oane  dem  (iricchentum  zurilckzugowinni<u.  Dureb- 
auif  folgüri(.-htig  richtete  der  Kaiser  seine  lluuplatuiti'cngung  gegen  im 
unter  dem  fUrchterliclion  KHegsfllrMen  Kruni  zu  neuer  Macht  «iD]nr- 
^^  gediehene  Bulgarenroich.  SL-rdika  war  SÜ9  gefallen.  Nach  zweijfthngM 
ausgedehnten  Rüstungen  holte  Nikephoros  zu  einem  Hauptbchlug«  gegM 
das   Nordreich  aus.     Allein  anfangs  vom  GlUck   begünstigt,    verlor  ilet 

26.  Juli  Kaiser  in  einer  gewaltigen  Schlacht  26.  Juli  811  Thron  und  LobtitL  Make- 
donien und  Thrakien  waren  den  Siegern  preisgegeben. 

Staurakios,  sein  Sohn,  schwer   verwundet  der  Schlucht  entroaiWA, 

^' ^^'-  musätc  schon  2.  üktober  8t  1  die  Herrschaft   seinem    frommen  Scfawag* 
Michael  I  Uhangabo  Ilbcrgeben,  der  ganz  in  den  Händen  der  strMg- 

►        kirchlichen  Partei  »ich  seinen  KriegDplun  vom  Studitonabl  machen  lim 
und  den  Bulgaren  gegenüber  die  äusserste  Unfufaigkeit  bewies.   ÜNr  mi 
Volk  baten  nun  stüi'nii.^ch  den  ttlchtigAten  General,  den  Armenier  LooiV 
18-820  (813—820)  .de»  Gemeinwosem«  sich  anzunehmen  und   die  christlidie  B»- 
publik   zu  retton.  *      Im  Gefillil  der  schweren  Verantwortung,    die  «r  dii 
■        aufladen  Rollte,  zauderte  Leon;  er  gab  dann  nach,  lediglich  aus  I*flicbtg«fUiL 
H        Diu    Bulgaren   lagerten    vor  der    Hauptstadt.      Ein    heimUlckiwiber 
H         fall    des    Kaisers    auf    Krum    bei    Anlas«    der    tViedonsuntorbandlDiiBVl 
H         hatte   die   furclitbarste    Verwüstung   der    uudiegenden    Laudschafloa  m 
Folge.     Adrianopel  fiel  in  die  Gewalt  der  Bulgaren.     Der  plötzlicbo  T«! 
8lÄ  de»  Bulgaren  ftirsten  (815)  war  daher  fOr  Ostrom  ein  gT088©e  tilllck.    Ak 
817  dann  Leon  817  bei  Mesombria  einen  blutigen  Sieg  davontrug  und  imni^ 
in  Bulgarien  einmarschierte,  scbloas  der  neue  Bulgaren filrst  Omorlag  «ntt 
dreissigjäbrigen  Frieden   mit  den  Römern,     Im  Osten    schützte   Loon  ili* 
Grenze  mit  Glück  gegen  die  Abbaniden;  und  ebenso  erhielt  Sicilien  Rubi' ' 
den  spani-schon  Korsareu  durch  seine  Verbindung  mit  den  afrikanischen  Af 
biden.  Um  so  verhängnisvoller  gi-iff  der  Kaiser  in  die  kircblichon , 
heilen  otn.     Persönlich  aufrichtig  fromm  und  eigentlich  duldsam,  wurde 
durcli  diu  Stimumng  des  Heeres  und  ein««  Teiles  der  Geistliclikeil  dahin] 


Die  BagoDeralJoa  dorcli  die  eyrlBclieiiileBiu-iubeit)  Kaiser  eta.  (IlT-t«6T).     <)f>7 


SIQ 


t<20 


832 


drfingt.  di«  vci-ätäiidjgc  K  irchon  pol  itik  des  Kaisers  Nikcphoroszu  vorlassen  und 
direkt  bilderfoindÜcb  aufzutreten.  I>«durcli  orreichto  or  nur,  duKs  die  t^taatfi- 
kirchliclio  i'artei  des  Patriarchen  und  die  freikirchliche  des  Theodoi-os 
von  Studio»,  .politichi"  und  .zolanti',  gemeinsam  gegen  die  Regierung  Front 
machten.  Die  Absetzung  d«H  hochgeachteten  und  beliebten  Patriarchen 
Nikephoros  und  seine  keineswegs  glückliche  Ersetzung  durch  den  ge- 
fcpdtcn  Hefninnn  Thoodoro»  Meüasenos  (R I  .'>) ,  die  Kinhenifung  einer 
Qhaodv,  welche  die  bilderfeind liehen  BeschlUsäe  von  754  wiederherstellte, 
und  die  Bilderfreunde  verdammte,  waren  nun  Schritte  von  politischer  Not- 
wendigkeit geworden.  Indessen  ist  der  Kaiser  mit  grosser  Langmut 
und  vieler  Mässlgung  gegen  seine  kirchlichen  tiegncr  vorgegangen.  Als 
er  am  Weihnachbtage  820  einer  von  seinem  ehemaligen  Freunde,  dum 
uhrgeizigen  Oenerale  Michael,  geleiteten  Verschwörung  erlag,  erkilirfo  selbst 
der  abgesctzto  Patriarch,  dass  der  ermordete  Kaiser  ein  um  das  ätaats- 
woh\  hochverdienter  Itegent  gewesen  «ei. 

Michael  II  (820—829)  aus  Araorion,  der  Begründer  der  neuen  phry-  820  ": 
i;i««:ben  Dynastie,  war  religiös  vfillig  gleichgültig;  die  Kirchpnpolitik  seines 
Vorgängen)  im  Woeentlichen  festhaltend,  kam  er  doch  den  Orthodoxen 
iareh  weitgehende  Duldung  entgegen.  Im  übrigen  stand  »eine  Herrschaft 
keineswegs  fest.  Das  Beispiel  zweier  glücklicher  Thronusnrpationon  wirkte 
ui»)t«<^kend.  Der  alte,  bei  den  Hotdaten  sehr  beliebte  General  Thomas, 
Bin  ehemaliger  Waffengefährte  Leon«  mid  Michaels,  erhob  sich  822  in  Klein- 
Mien:  fast  die  ganze  Landschaft  fiel  ihm  zu.  Der  Aufstund  erhielt  einen  sehr 
gefährlichen,  sozial-revolutionären  Anstrich,  da  gerade  die  untern  Schichten 
der  Hevölkening  dem  Prätendenten  massenhaft  Misti'ümten.  Dieser  sotate 
rieb  in  Verbindung  mit  den  Ambern.  und  mit  deren  Erlaubniä  krßnte  ihn 
der  Patriarch  von  Antiochien  zum  Kaiser.  Aber  sein  zweimaliger  Ver- 
Bch.  (^22  und  Frahjahr  823)  mittcUt  der  Flotte  die  Hauptstadt  zu  nehmen,  S22  823 
Hiciterte  an  der  nmsichtigen  Leitung  der  Verteidigung  durch  den  Kaiser  nnd 
Bdou  Sohn  Theophilos.  Thomus.  in  Thrakien  von  den  Bulgaren  geschlngen, 
Hrf  sich  nach  Arkadiupolis.  Als  die  ausgehungerte  Stadt  Oktober  824  OkL  821 
fäeb  ergab,  wurde  der  Itebell  unter  den  üblichen  Martern  hingerichtet. 

Die  Hauptgefahr  drohte  aber  dem  Ueiche  von  der  wachsenden  Seu- 
mscfat  der  afrikanischen  und  spanischen  Araber.  Die  aus  Cordova  ver- 
jagten Keb«llen  hatten  sich  erat  in  Ägypten  (815)  festgesetzt  und  v«n 
dort  ans  seit  K28  Kreta  bedroht.  Das  Gesindel,  aus  Ägypten  gleichfalls 
verjagt,  warf  sich  unter  Führung  dm  Abn  Hafs  'Omar  auf  die  Insel  und 
unterjochte  sie  826  völlig.  Bis  9öl  regierten  hier  'Omars  Nachkommen  a!a  62tf— Wil 
niubhängige  Fürsten.  Der  elende  Korsarcnstaat  wurde  die  Geisael  dea 
Ifftisohen  Meeres,  eine  stehende  Bedrohung  der  Inseln  und  KUstenstftdto. 
Auch  im  Westen  hatte  Michiu^il  Unglück,  Die  fiUiniidischeu  Araber,  voi^ 
kwkt  durch  verräterische  Grosse,  begannen  sich  auf  Sicilien  festzusetzen, 
daa  Spiel,  welches  1200  Jahre  frilher  Karthago  mit  den  Sikelioton  ge- 
trieben hatte,  wiederholte  sich  hier  mit  weaonthch  traurigcrem  Ausgange. 

AI»  Michael  829  starb.  hinterUess  er  das  Reich  seinem  Sohne  Theo- 
pkilo«  (829 — 842),  keiner  der  erfreulichsten  Erscheinungen  auf  dem  ost- 
rOnnVhen    Kaiaerthron.     Ein  GrOasenwahn    nach  dem  Vorbilde  orientali- 


H15 
K23 


82» 
82fl-M2 


968 


Abrisa  der  byxuitiDi»oheB  EklBMgeMbiohl«. 


selber  SulUne,  ein  Allwiasenhf^ikidilnkol,  dur  BvllisL&mlig  miliUrtM:!!«',  VinVi 
liehe  wie  VerwaUungsfragdii  allein  entei-lieidels   und  eine  vollendet«  \>r-' 
stäiidnisloüigkeit  (Vr  die  Zuiclicn  der  /<cit  sind  die  liligcntUinlidikcih'a  dicM 
stark  Oberachätzt«n,  im  Grunde  koinvKWogti  iMKleutonden  Kegenteo. 

In  Sicilien  daufrto  der  unter  Michael  hegonneuo  Krieg  fort.  Ik 
Patricius  Tlioodotos  fiel  HM  bei  dt-r  ErütÜi-mung  von  Mvnaio»  (Mmiiw)i 
S,'32  eroberten  die  Sarazenen  Panortno«).  Mit  den  Dbrigen  FiLrsteD  itt 
Westens,  dem  Clialifen  von  Ordova  und  dem  fränkischen  Kaiiterreick. 
unterhielt  Ostrom  durch  GcHtiudUdiaftvii  fruiindlichu  Bcziuhungen.  Kr 
ITlr  den  pontiachen  Flaitdel  hochwichtigen  Chazoren  «tAnden  den  Byzantiuen 
bcii>o»derH  nah;  gegen  die  furchtbai-en  Patzinaken  ( Petschenegen)  Ip^'tr 
auf  Bitten  des  Ohsküns  der  Bruder  der  Kaiserin  Theodoni,  der  SpaiiiAw- 
kuiididalo»  Petrona^  Kaumteros  am  Don  die  Festung  Sarbcl  (,Wei»sliiiui'| 
S33  an.  Auf  d»sHen  Antrag  wurde  auch  die  republikanische  Freiheit  tun 
Cherson,  densen  IVoteiion  mit  den  Archontes,  den  aogenannt«n  .VSteni  Aa 
Stadt",  ganz  uiiahhitngig  gewaltet  hatte,  insoweit  beschi-flnkt.  diL>w  i-iii 
Stratogoa  als  kuittorlielier  Statthalter  zur  BeaufsichtJguug  des  wichtig 
Koloniallandea  eingesetzt  ward. 


81S-88S 
(08—842 


837 


838 


28.  Sc|>t, 


Um  60  heftiger  wUtete  der  Krieg  mit  don  Chalifen  Mimüa  {üi 
bis  838)  und  Mu'tasim  (8S.H— 842).  Die  furchtbai-e  »oziaUötische  itevolutiotttm 
Chalifenreiche  der  unter  Babek  geeinten  Kommunisten  (('liuuiarrit«n)leiel«to 
dem  Koich  die  «ruprienslichsteu  Dieiutto.  Ein  porsiuchor  Fürst  wu  ObotUo, 
alx  Chriitt  Theophobos,  trat  nitt  Heinen  Scharen  zu  don  Griechen  über;  diM 
porxischen  Sfildner  stiegen  bis  zur  Zahl  von  liOOOO.  Im  wohlveretauij^iito 
IntereBse  dos  Reichs  liess  es  Theopliilos  lieber  auf  eine«  Krieg  ankDBUQcn. 
als  dass  er  diese  ÜborlUufer  ihrem  rechtmli«)tigen  Herrn  ausgvltefi'rt  Wit 
Theophobos  ward  hochguehrt  tind  erhielt  die  kaiserliche  ScbwivUr 
lloleim  zur  liattin.  Mu'tasim  machte  die  grSssten  Anstrengungen;  s)'Sti- 
inatiuoh  wurde  das  Heer  aus  türkischen  und  berheri)»chen  Sülduem  nfv 
formiert  Allein  die  riimischen  Generale  Manuel  und  Theophobos  draogft 
glllcklicli  ins  arabische  lt<-ich  vor,  eroberten  837  Samosata  und  zenUltn 
Zapvtra  (Sozopetra),  die  GeburtäHtätte  des  ilerrscbers  der  ülftubigen.  K* 
Wut  desselben  kannte  keine  Grenzen.  Mit  Aufbietung  aller  KrifU»  nur- 
achierte  er  838  nach  Kloinasion,  um  dem  Keiclishollwerk  Amorion.  i* 
Wiege  der  phrygischen  Dynastie,  dasselbe  Schicksttl  zu  Iteroiten.  lī 
Ttirken  erfochten  einen  furchtbar  blutigen  Sieg.  55»  Tage  verteidigte  drf 
lieltlenmlitige  Aetios  die  Stadt.  Die  von  dem  Erzbischof  und  den  PrinuM 
angebotene  Kapitnlation  wurde  zui'Uckgewie.sen.  llache,  nicht  Sieg  woUu 
der  Chalif.  Das  Sehick)sal  dvr  glänzenden  Stadt  war  ein  filrchterlielu*- 
Vorgebens  zog  der  Kaiser  solbet  in  don  Krieg.  Dos  mililärixdie  TalMl 
»einer  Generale  beeoss  er  nicht,  und  die  Kämpfe  endeten  unglücklich  Utr 
die  Byzantiner.  Sie  mussten  den  Krieiten  durch  Zahlung  der  Kriegskubv 
erkaufen.  Trotz  dieser  unhuil vollen  Kriege  blQblon  im  Reiche  tinaÜ 
und  Industrio  mächtig:  die  Finanz  Wirtschaft  war  eine  ganz  vorzfigtiiJiA. 
und  die  Mittnl  versagten  nie  zu  den  kostspieligen  Uegieningsbedttrfui"  ■ 
Das  Verdienst  gebUhrt  nicht  dem  Kaiser,  der  durch  aeino  mchniik*'"'" 


Die  BegeneratioD  dnrch  die  syriBohen  (iunmchen)  E&iaer  «tc.  |iI7~8ST).     969 


Bauwiit  die  Herstotluiig  dos  bilanziellen   Olcichgowidits  nur  «recliwerto, 

Spdoni  doni  aiiRRezeichni>t  fuiiktioiiiortindcn  B^anitcitapparAt. 
r  In  kirchliolifii  Dingi^n  zoi|^  d<>r  Kaiser  ä'w.  f^anze  Krhärmlichkeit  eines 
Bchränkten  Aufklürung»f»uftiiker»,  welcher  die  Zeichen  einer  neuen  Zeit 
laicht  ver8t«ht.  Die  verständige  Toleranz  »cinox  Vater«  artete  i«  eine  ehenso 
kleinliche  &U  grausame  l'rioRterqutilerei  aus  ganz  im  Stil  eines  Pomkal 
odfif  Juarez.  832  schärfte  ein  Edikt  vnn  nc-ueni  das  Rilder^-erbot  ein  und  ver-  ^^2 
miclite  den  Heiligen  der  orthodoxen  Kirche  ihr  Khrcnprüdikat  in  kindixcher 
^«180  KU  entrei^Hen.  Der  Kaiser  Hess  sich  selbst  in  Glaubensdisputationen 
iein;  ihre  goiittige  CborleRenheit  und  dialoktischo  Superiorit&t  btUsten  Laza- 
ros  lind  die  beiden  Theodore  mit  blutigen  Martyrien.  Vorgebens  suchte 
der  verständig«  Patriarch  Johannes  Grammatikoa  die  kaiserliche  WillkUr 
XU  zügeln;  Thcophilos'  Filrdeninp  der  Wissenschaften  war  die  der  Despoten, 
,Seinu  echt  fUrsIlicho  Undank hnrki^it  zeigte  er  noch  auf  dem  Todbette, 
er  den  edeln  Theophobos  tückisch  ermorden  liess  und  Bein  blutumhiu- 
Haupt  mit  Freuden  betrachtete. 

Für  »einen  unmündigen  Sohn  Michael  III  (den  Trunkenbold  842  848-8S7_ 
867)  übernahm  die  kluge  und  energische,  aber  beschrünkt  fromme 
lifotter  Theodora  die  RegenUchaft,  beraten  durch  den  Logotheten  Thoo- 
(ktästoe,  ihren  Uheim  Manuel  und  ihren  Kruder  Hardas.  Dieser  war 
{die  Soelo  der  Kogicnmg,  dorn  o»  auch  gelang  nIhnUhlich  i^eine  Kivalen 
Ibei  Seite  zu  schieben.  Bardas  war  ein  .ÜTjermensch* ,  erhaben  über 
\$B»  Bedenken,  durch  welche  ileligion  und  Moral  andere  Sterbliche  be- 
(rinfluKsen.  Kin  nUtzlichea  Verbrochen  vorrichtete  er  kaltblütig  ohne  die 
geringsten  Gewissensskrupol.    Die  kirchlichen  Dinge  hat  er  ledtgtich  vom 

eichtspunkte  der  Zweckmässigkeit  aus  beurteilt. 
Nach  diesen  Orundsatxen  haben  die  Ministor   im  KinverBtJlndnis  mit 
Kaiserin  den  widerlichen  Krieg  der  kleinen  Geister  gegen  die  rcligiüsoa 
Oberzeugungen  aufgegeben;   ein   mehr  als  1  OOjähriger  Kampf  hatte  eine 
unKeheure  Ermüdung  und  eine  gewisse  Gleichgültigkeit  in  der  ßlTontlichen 
Meinung  hervorgerufen.      Die    lange    gehctxtcn    Mönche    triumphierten. 
Der    gelehrt«    Patriarch   mussto   resignieren    und   ward  von  den  Siegern 
mit   Roheit     und    Herzlosigkeit     raisshandelt;     der    Hekenner    Mothodios, 
(lin  geborener  Sicilianer,  der  als  Exulant  beim  hl.  Petrus  in  Korn  die  la- 
teinischen Heiligenleben  ins  Oriocldeche  übcr»et2t  hatte  und  dadurch  tQr 
(die  Kulturbeziehungon  von  Ost  und  West  von  unendlicher  Bedeutung  ist, 
Ibestieg   den   Thron   den   Apostel»   Andrea».     Die   Absolution   gewfihrte   er 
dem  verstorbenen  Kaiser  nur.    nachdem    er    die  Kaiserinwitwe   zu   einer 
offiziellen    Lüge    veranlasst    hatte.     Auch    die    übrigen   Bistümer    wurden 
velbslveretändlich  ausschliesslich  mit  Mftnchen  und  Hilderfreunden  besetzt. 
Auf  einer  h&chst  tumultuarischen   Synode  813    wurde    dann  der  wahre  f>43 
JBIaulie  feierlich   hergcfttellt.  und  noch  begeht  die  orthodoxe  Kirche  die 
HIfMxi;  -rtjf  öffi/aJoSias   alljährlich   mit   grossem    Gepränge.      Dogmstisch 
war  ihr  Sieg  vollständig:  in  kirchenpolitischer  Beziehung  haben  Theodorofi 
Ton  Studien   und   die  anderen  Freunde  der  .Kirchenfreiheit"  ebenso  voll- 
tkoonnenen  Schiffbruch  erlitten.     Die  Gedanken  der  Kirchenfreihoit,  wie 
Hta  im  Abendlande  des  XII.  Jahrhunderts  triumphierten,   haben  die  ost- 


970 


Abriu  der  b)ruDtJiiiacli«n  EKiaergeMhloht«. 


rHrniHchen  Kaiser  in  der  Wurzol  vuruiclitct  aiid  ßtxir  dto  Kirch«  jw 
Autorität  behauptet,  welche,  wie  für  Ostj'om,  so  für  die  äbrigeii  recht 
gläubigen  llciche  (Bulgarifiii,  Serhien.  IttiMtland)  charakteri»tiscli  ki. 
dio  Kjrdio  wnr  da»  unoiidlicli  hviUani:  ein  Vurgloich  di-r  I'atriarch«!!  nt 
Neiu-oin  während  de«  IX.  und  X.  Jahrhutiderts  mit  dtsn  gleichnitiBN 
I'Apnton  Tdllt  entecliieden  zu  Gunsten  der  erateren  aus. 

In  äicilien  hat  dio  08lrJ^tniKchß  Kogioriin^  iroix  xühoii  Widwfctaiite 
nur  Verlust«  zu  verKt-ichnon.    Unter  dem  groMun  Äglubidcii  AbO  1 

842  Bii  Mohammed  1  (841—856)  nahmen  die  Afrikaner  842  Messina,  84& 
840  Keihc  Ka8t:elIo.    8-16  fielen  in  einer  iin^ln<klichRn  Schlaclit  9000  Cl 

M7  8ä4  847  ward  LcuntJnoi  orKtUrmt,  854  Botht-r  (Butcra),  und  trotz  dvs 

8e6  809  Saeeiegs  der  ChriBtun  (&'>8)  rückten  die  Araber  unaufhaltsam  vor. 

mi  ^^  eroberten  sie  Enna,  864  Netos,  und  nachdem  es  zurllck gewonnen.  9tf 
zum  »weiten  Male.  Wi«  oinst  im  VII.  Juhrhundürt  Sieilion  diu  Aa}'I  dir 
aufi  Afrika  und  Syrimx  flüchtenden  Itechtgläubigen  geweeeo  war,  m  fandn 
in  diesen  und  den  folgenden  Jahrzehnten  zahlreiche  Christen  dw  oa- 
glllclclichen  Eiland«  in  Kalabrien  und  dorn  IMoponnos  eine  ZuSuchL 
Dio  höchst  tüchtigu  Kogentschaft  entfaltete  gegvn  diese  eUrinMto 
Lantlschaft  ihre  ganze  Energie.  Theolitisto8  Bryennios,  zum  Strate^D  dM 
"1^  Peloponncses  oingescti^.  hat  849  mit  «tarker  Heerwonacht  die  unWt 
mil8!Kigen  Slavviivölkor  grüudlich  gebündigt.  tHo  wildoaton  und  kHogt>n5«b* 
sten  Stumme,  die  Mitenger  (Milonzer)  und  Ezeriten  (Jeaerzer),  welcli«  u 
PentadaktyloAgebirgc  (Taygctos)  hausten,  bequemten  sich  zur  n?^ 
massigen  Tributzahlung.  GugLin  das  Chalifonreich.  dorn  seine  tOrkincfai« 
Garden  ähnlich  verhängniavoU  wurden  wie  die  gcrmuoiiM'hen  einst  Wwttra». 
kämpfte  die  Rcgionmg  mit  grossem  Glück.  Leider  verdai-b  auch  hiefdcr 
blinde  Fanatiamufl  der  zelotiüchen  Kniscnn  alle«.  lu  den  griechiscbM 
Oren/Jandschaften,  westlich  vom  Tauru-i  und  Euphrat,  Sassen  di*  PiJ^ 
kianer,  welche  der  verweltlichten  lleichsorthodoxie  ein  echt  apostoli«*« 
Bibcichristcntum  entgegenstellten,  unter  den  Kaisem  de»  VII.  Jahrlu»- 
durt*i  vorfolgt,  hatten  sie  sich  in  Folge  der  klugen  Hoichsgiulilik  der  D»- 
noklasten  weitRohendcr  Duldung  erfreut.  Die  tapfen-n  Scharon  dicKff 
christlichen  MnkkabSor  bildeten  einen  Überaus  nützlichen  lebendigen  Gr»«- 
kordon  gegen  den  lüluni.  Viel  zu  ihrer  Befestigung  hatte  ihr  auagcicici* 
800  netes  geistliöhes  Oberhaupt  Sergios  (um  8011)  gcthan.  Die  VerftllglUli 
unter  den  Kaisem  Michael  1  und  Leon  V  trieben  einen  Teil  denwiben  !■ 
arabische«  Gubiet.  Allgemeine  Verzweiflung  ergi-iff  aber  die  tOcIitigi'  B»- 
völkerung.  als  Thoodora  eine  äusserst  blutige  Verfolgung  begann.  Di> 
ÖlaubenskommiflflSre,  welche  an  Blutgier  den  l'rSfckten  der  spaniiefc*" 
Inquisition  nichts  nachgaben,  wurden  ermordet  und  Raubzüge  gegOT  "ta 
Ueifh  untenionuDMi.  Die  Sekt«  erhielt  in  dem  ehemaligen  röiuJKfc* 
Ornzier  Karbeas  ein  politisch-militürisches  Haupt,  und  von  der  GrenriMf 
Tephi-ike  aus  führten  sie  einen  hOchst  glücklichen  Guerillakrieg  mit  d« 
Reichfltruppon.  wie  die  Waldonsor  mit  den  Piemontosen. 

Dio  Seele  der  Regierung  war  der  gnmdsatzlose,  aber  politinch  fa™* 
begabte  Bardas.     Sein  brennender  Ehrgeiz    machte  sich  kein  (fe' 
daraus,  das  wUste  Leben  und   die  grobsinnlicheD  Ausschweifungen 


MHe  BtCMWration  durch  die  «rrucbett  (tsAarisotaen)  Kaiser  etc.  (717— £6T).     97  t 


ffen  Michael  in  joder  Wetiiü  zu  bi^gUntiligvn.  Thoodora  wurde  H56  zum 
cktritt  goKWiingeR,  und  nun  lierrachte  Michael  (8r>(j — 8li7)  dem  XAmoi) 
;b  ullviu;  thntA&clilicIi  wurilo  Ostrom  von  dem  aihnilrhtigen  Minister 
[i«rt.  Von  dum  jungi^ii  Kai»vr  niilim  die  HauptntAdt  nur  wegen  seiner 
idischen  Au^gela^Henhoit  Nutiz.  äoinen  maitie  do  plaisir  Gryllo«  cr^ 
into  er  fthnlich,  wie  Peter  der  OroRse,  zu  »einem  Saufpatriarchen  und  mit 
laen  zu  der  frechen  Kirchcnxchündnng  widerwilhg  gopressten  (lenossen, 
er  zu  Faachingsmetropoliton  unioimto,  purodieito  vr  üETentlic-h  die  hei- 
sn  Gebräuche  und  verhöhnte  auf  offener  Strasse  den  Ukumeni»chcn 
triarchen,  don  hl,  Ignatio«  (Slfj  -858  und  867—878).  de»  durch  Leon  V 
mannten  und  zum  Möiicb  guochonrnon  Niketas,  den  Sohn  do8  Kaisers 
ahael  I  Rhangabe. 

Boreita  in  der  ersten  Hälfte  dos  IX.  Jahrhunderts  hatten  die  skan- 
Hvim-hen  lif>if.  kühne  nordische  Rockvn,  wek-hu  diu  gutnilltigen  und 
trgieloBen  Slavcn»tammo  der  Dregowitschen,  Krivitschen  und  Kadiniitsclicn 

t  unter  ihre  Herrschaft  gebeugt  hatten,  den  Dnjester  befahrcnd,  mit 
Korsarenkähnen  di©  griochii^cho  Nordkllstii  von  Kleinasion  (Amastris) 
itig«»ucht.  Deu  18.  Juni  860  in  Michaela  5.  Jahre  erMchienon  200  Segel  der 
Urchteten  Rds  vor  der  Reichshauptstadt.  Einen  lebendigen  Eindruck  von 
n  furohtbaren,  lähmenden  tjcbrock,  welchen  .dieser  nordische  fürchlerlicho 
Lzatrabl*  auf  die  Bewohner  machte,  gewähren  uiiiii  die  beiden  Homilien 
^>faotio«.  D«r  groBBB  Patriarch  sah  darin  ein  achwereH  GottoHgericIit 
^die  äflnden  der  römischen  Christenheit.  Der  Hülfe  der  Gott^s- 
ttor,  welche  schon  Chosraii't«  Perserflotte  und  Mo^wija's  Armada  ver- 
htet  hatt«,  achriebcn  die  C'hi-istün  Sieg  und  Rettung  &\is  der  Uusscn- 

t     ZD. 

Das  wichtigst*  Ereignis  dieser  Epoche  ist  die  Aufi-olhinRder  bulsarischen 
%g6  inid  damit  im  Zusammenhang  der  Bruch  mit  Altrom.  Die  beiden 
tssen  Slavunapo»tel,  Methodios  und  KonstanUnos  (apätcr  al»  Mönch  Ky- 
oa),  haben  durch  die  Erfindung  des  sog.  glagolitiBchen  Alphabets  und 
Übersetzung  der  hl.  Schriften  in  die  Sprache  der  Slaven  sich  um  diese 
tionen  ein  ebenso  unsterbliches  Verdienst  erworben,  wie  Menrrib  und 
r  bl.  äahak  durch  die  parallele  Leistung  um  Armenien.  Dieee  heihgen 
inner  eröffnen  hier  wie  dort  die  Ktilturära  für  die  bisher  im  höheren 
koe  kulturlosen,  weil  anajfabc^ten  Völker.  Im  grossmilhrischen  Reiche, 
I  bereit«  durch  deutsche  St^iidboten  dem  Chri»t«utume  erachlosson  war, 
Bn  auch  im  dumal»  slaviäc-heu  Pannonien  begannen  die  beiden  Brüder 
le  hOcbet  erfolgreiche  Thäti^keit:  sie  gewannen  die  Herzen  des  Volkes, 
lern  sie  in  der  gottesdienstlichen  Liturgie  nicht  die  lateinischo  Sprache, 
B  die  deutaohoD  Ißsalonubiächöfo,  sondern  die  slovenische  gebrauchton. 
gen  den  heftigen  Widc'rspruch  der  Deutschen  entschied  Rom  in  einebi 
ilauf  grosiiurtigcr  Weitherzigkeit  zu  Gunsten  der  nationalen  Sache. 
loin  gegenüber  den  Anfeindungen  der  vom  veltlichcn  Arm  unt«r- 
itEt<.'n.  sehr  Ki'waltthJltig  auftretenden  latoiniHchen  BischSfe  vermocht* 
>vb  Kyriltub'  Tod  MvUiodios  sich  nicht  zu  halten;  Rom  ücbh  ihn  fulk-n. 
ihun  Vlil  war  kein  ebenbürtiger  Nachfolger  seiner  grossen  Vorgänger 
Di  i   und  Hadrian  II.     Das  mährische  Heioh  zerfiel  und  die  pan- 


«i7-»7ai 


19.  Jiint 
860 


»72 


Abrias  der  brMatiiilaoliea  E&iflerg«acbieht«. 


852- 


Ö84; 


Um. 


868- 


I 


nonidclicn  Slaven  erlagen  den  ciiivraiulomden  Magyaren.  BnitaUi 
[ieiduntum  ilur  Onniscli-iigristchen  Rasse  schien  die  tioffnungsreidi«  Sa 
Kerireten  zu  Imbun.  Doch  oin  Hilchtigor  Schüler  dea  Metliodins,  k 
hl.  <;iemens,  wurde  von  Boris  dtjni  Bulgarencaren  zum  chrisüichi 
Biechof  von  einem  Di'ittol  seines  damab  weit  aiisge-dohnten  R^ricbM  cii 

888  gesotet.  Boris  (852—888)  sah  wohl  ein,  dam  Ewischen  die  Groeasluti 
der  Franken  und  Römer  und  dns  mäliriHcho  Reich  eingekeilt,  spio  V« 
auf  die  Dauer  dem  christlichen  Einflüsse  nicht  widerstehen  könne.    Ba 

866  Friodon)»oh  lasse  nach  einem  der  tlblichen  Oroniskrioge  (8&4  oder  H 
liess  er  »ich  daher  feierlich  taufen:  der  Kuieer  SL'Ibst  war  sein  Patlie,  n 
von  ihm  nulim  er  den  christlichen  Kamen  Michael  an.  Die  Qnecbi 
traten  ein  Grenzgebiet,  die  sog.  Zagora,  xur  Besiogelung  dw  BQndniii 
ab.  Während  dieser  folgenachworen  Eixiigiii^Ne  regiorio  der  Patrian 
Ignatioä  nicht  muhr.  Er  hatte  den  Mut  gehabt,  den  allmächtigen  in 
genialen  Slaatslenker  Bardas  wegen  seines  blutschänderischen  UmgH( 
mit  der  eigenen  Schwiegertochter  feierlich  von  der  KirehengcmeitiMlii 
au82U8ch1ie«Mcn.     Kr  ward  abgcttetKl,  und  an  seine  Stelle  kam  der  hnd 

8&Ö  geehrte  Staatsmann  Photios,  der  in  wenigen  Tagen  (2ü.— 24.  Dex.  Sl 
alle  kirchlichen  Weihen  durchlaufen  und,  nachdem  er  in  hftaalidi  Ihm 
seliger  Leidenschaftlichkeit  die  Verwandten  und  AnhKngcr  doa  geatlnb 
Patriarchen  misshandelt  hatte,  in  wahrhaft  würdiger  und  glerrcitki 
Weise  sein  Pontifikat  geführt  hat.  Photio.«  war  der  geborene  Veflnli 
der  griechischen  Nation  gegen  Homx  A  nsprücho ,  welche  diMM  ■ 
mehr  Hartnät-kigkoit  al.''  Geschick  vertrat,  (tom  zijgerte,  wie  begrfltflid 
mit  der  Anerkentmng  des  in  so  illegitimer  Weise  inthronisierten  KirclM 

863  fUrslen.  Ja  eine  römische  Synode  (mVA)  erklärte  ihn  fQr  abgautt 
War  ttchon  dadurch  da»«  VerhBItnis  des  Reichs  zur  Kurie  ein  SuaM 
gespanntes,  so  wurde  der  Bruch  unvermeidlich  durch  Roms  EinmisdM 
in  die  bulgarischen  Angelegenheiten.  Mit  echter  Slavenschlaubeit  haU 
der  neue  christliche  Kulgai'onrar  mit  Alt-Uum  Linterliandlungen  M 
geleitet,    um    der   driickunden   Supri'itmtiu   des  Ükumenischeo  ratrianU 

8*'  oin  Paroli  zu  biegen.  Bereitwillig  kam  Nicolau«  I  (Ö&8  — 8(i7)  Bon 
Wünschen  entgegen.  RHmische  Bischöfe  führten  den  latetni^iThen  BiU 
in  der  bulgarischeu  Kirchenprovinz  ein.  Mit  zäher  Beharrlichkeit  hau 
Rom  seit  dem  VII.  <}kumeni»chen  Konzil  nicht  aufgehfirt,  seine  mk 
liehen  Ansprüche  auf  die  illyrische  Obedienz  geltend  zu  madivn.  B 
erster  Erfolg  schien  errungen.  Aber  gerade  jetüt  erhob  sich  iliv  gn 
chidcho  Nation  wie  ein  Mann  gegen  diese  verjährten  Korderungea.  1 
der  Fcsthaltung  der  durch  den  Bilderstroit  gewonnenen  KirchunproviBH 
gingen  die  Ignatianor,  die  geschworenen  Feinde  der  Pbotianer.  mit  iUm 
Hund  in  Hand.     Als  später  nach  der  Wiedereinsetzung  dea  TgnatiM  M 

809  dum  Ver.ii(hmingskonzil  (869)  die  Vertreter  der  Kurie  wieder  mit  ikn 
illyrischen  Ansprüchen  hor\-ortr&ten ,  erklärten  die  Gnechon  mit  illrN 
Worten:  «Es  ist  htichst  unanständig,  dass  ihr.  die  ihr  die  griwhiid 
Oberheri-Mchaft  abgeschüttelt  und  den  Franken  euch  in  die  Arme  gi'Wflrfs 
habt,  innerhalb  dea  Reiches  uusorcs  Herrn  Ordinatinnsrcchte  IkJuüM 
wollt,*      Die   Byzantiner   haben   mit   klarer   Konsequenz    innerhalb  tbrt 


legeBeratioD  durch  die  sf  riaoheii  (iMnr neh  es)  KäiBvr  i 


»-867),     973 


kreuzen  g,Haz  wie  .Joseph  11  Obedienzrechte  eines  auswärtigen  geist- 
f  Obern  wodor  »iierkeiinen  noch  dulden  wollen. 
HätU)  dos  (ImiDiügu  liom  wirklicli  die  staatsiiiiiiinischo  Klugheit  be- 
%  die  man  ihm  liüuüg  kritiklos  nachsagt,   hütto   08  joUt  einlonk«n 
n.    Das  griechische  Nationalgeftlhl  war  »eit  den  Tagen  der  Eirene  stark 

Elich  gi'Wordi'U.  l>io  Männer  der  strengen  Itichtung,  wie  der  \\\.  Theo- 
Dn  StndtoD,  habvn  durch  ihre  unbedingte  Hinneigung  zn  Alt-Rom 
jWlaritat  gerade  so  eingebüsst,  wie  im  IV.  Jahrhundt<rt  in  Armenien 
L  Nerso«  und  die  hierarchische  Partei  durch  ihre  Aidehnung  an  die 
In  Kappadükior  und  ihre  Gricchenfreundlinhkeit.  Photios  trat  nun 
orkämpfer  der  griuchischon  Nation  und  ihrer  geistigen  Selbstfindig- 
jtoni  gegentlher  mit  grüsster  Entschiedenheit  in  die  Schranken.  Das 
b  iv(;ltgo8ehichtliche  Bedeutung  der  (ynvxliog  imgxoi.^  des  Jahres 
IPbotiüx'  t.heulogii«ehe  Gründe  Hiud  schwach;  äio  beKichen  »ich  auf  i^67 
hebe  Differenzen  im  Kitus  und  der  Disziplin,  die  man  zu  allen  Zeiten 
pweigend  in  den  einzelnen  Kirchen  nebeneinander  geduldet  hatte. 
\  der  eiiizigo  dogmatische  Streitpunkt,  der  über  den  Aufgang  des 
fti  Geistes,  mit  der  aus  ihm  entwickelten  ebenso  voluminOfleii,  als 
i  bedeutenden  Streitlitteratur  wirft  kein  sehr  glänzendes  Licht 
las  geistige  Niveau  der  griechischen  wie  der  lateinischen  (^lottes- 
^n  sowohl  in  diesem,  als  den  folgenden  Jahrhunderten.  Hatte  man 
litig  die  Vereinigung  der  beiden  Kirchen  gewünscht,  wäre  die  Forme! 

L Johannes  des  (Jold-stroms  von  Daniaskos  eine  sehr  geeignete  Onind- 
r  Vei'stttndigiing  gewesen.')  Allein  Dogmatik  und  Disziplin  waren 
V^orwand;  um  die  Nationalität  handelte  es  sich  in  That  und 
it.  Die  griechische  Nation,  längst  putitisch  von  Rom  emanzipiert, 
chUch  befreit  zu  haben,  das  ist  das  unvergängliche  Verdienat  des 
Photio». 
jAm  Hofe  waren  unterdessen  starke  V'orilndontngen  vorgegangen. 
|B,  das  grundsatzlose  Genie,  fUr  den  alle  Mitmensehen  nur  Steine  in 
B  Brettspiel  waren,  hatte  wenigstens  einen  ehrlichen  Enthusiasmus, 
br  die  Wissenschaft.  Er  errichtete  eine  Art  llochsclmle  fUr  Pliilo- 
\,  Philologie  und  Nuturwissenscbaften,  an  welcher  die  Schüler  des 
lügen  i'atjiarchcn,  des  gelehrten  Johannes  Urammatikos,  Philosophie, 
Infttik,  Rhetorik,  Geomctriu  und  Astronomie  lehrten.  Auch  da^  Kechts- 
|in  suchte  er  zu  heben.  Aber  er  erlitt,  was  seine  Thaten  wert  wai'on. 
er  den  Kaiser  den  grübsten  Ausschweifungen  überlieferte,  hofft«  er 
übcachränkt  herrschen  zu  können;  allein  unter  den  Genossen  der  kaiser- 


voränderto  Porni«!  reripiert;  »Hain  ilia  1m- 
ttiniaclipi»  Akt^n  der  vier  «treten  ÖkumC' 
nischen  Synodeii  iiitgen  klilrlich.  dnas  dio 
düinntige  Kiicho  noch  Aa»  unvorrnlsohtc 
Symbol  golospn  iint.  Also  philologiarli 
ooor  pBliiogrnphiBcli  wnron  die  Uriochnn  in 
Tollslera  ItiHilito,  Kino  nndero  Frag«  iet  die. 
ob  ea  sieh  lubiile,  iim  —  gelindri  goBagt  - 
einer  thrologi Hohen  Finesw  willen  oino  aobt- 
hftihhundprtjnliiisf  Kirchenffinheit  »u  tut- 
brechoa. 


Bl  man  wicli  oinmal  unf  im  Stand- 
■•r  Uieologiacbcn  Konlrovomisloiii  so 
ja  otlerdings  xajiebpn,   dass   di« 
■n   im  ttochtfl  wuri-n.     Die  spunischo 
|>  frltalciBcbu  Kirrhc  hatten  durdi  den 
B_vuhbul   (!il]ü(|uu)    wirklich   eine 
g«((enill)i-r  dur  jillgeheüjgten  'IVn- 
dit.  und  div  rUmisolio  Kurie  liat. 
aie  nutii  unlt-r  Uü  III  1795-816) 
ridvrataiidt'ti  huttn,  erat  ihr  .lola- 
'    BUSgesi>rocbeu    und    dann    die 


974 


Abriu  der  bj-unUniBchen  EftiserK«selil«bt». 


liehen  Orgien  befand  «ich  ein  schöngewachsener  Stallkuo<.'bt,  BaaiteiM, 
Mann  armonischcr  Abkunft  aii.i  dem  seit  dem  VII.  Jahrhundert  «itari: 
Kleinueiaten  boHictlelton  Makedonien.    BosileioH,  bald  der  erklärte  Lieb 
des  Kai»erH  wie  der  Frauen,  war  ein  genial  veranlagter  Mensch  von 
iiondem  Kbrgeiz.    Mit  seinem  Landsmann  Symbatios,  einem  hochstehe 
866  Beamten,  vorband  er  sich  unter  Ifu^timmung  des  Kaiser»  866  zur . 
•in.  Mni  düng  des  allmäclitigt'n  CäüarH.     26.  Mai  deH»elben  Jahres  ward 
^^'^     Cäaor  und  Mitregenti^n  ernannt  und  ftihrte  die  Merrschaft  in  ausg 
ueter  Weise.     Ala  Michael,  von  seiner  bedeutenden  Mutter  beeiol 
33.  Sppt.  EmanzipationegelUsto  zeigte,  lie.s8  er  ihn  23,  Sept.  867  durch  seine 
,^*''     SOldnL-r  niederhauen.     Dur  Fi-ovel,  wek-hen    Michael    BalbuB   an  bmd 
Freunde  und  Herrn  begangen,  war  in  furchtbarer  Weise  durch  das 
liebe  Strafgericht  am  Enkel  gerScht  worden. 


5.  Der  Höhepunkt  oströmischer  Machtfülle  unter  der 
armenischen  Dynastie  (867  — 102&). 

BasileioB  1  {Stil — 8Stt)  ist  der  BegrQnder  der  glorreichen  ttake 
niscben  l>jTia8tio,  welche  während  nahezu  xwci  Jahrhunderten  al« 
roütitutürc»  orbis  die  letzte  vollkontniene  Weltlicrrsc-baflsepoche  des 
tums  dariitellen.     Die  Art,  wie  er  den  Thron  gewann,  bat  Basikäoai 
den   leisesten  Skrupel    bereitet     Er  gehört  m  jenen    genialischen, 
furchtbaren  Kraftimtnren.  wie  Sulla,  Theoderich,  Chlodovoch.  Napolo»  I 
welche  kein  uniiQtzes  Verbrochen  begehen,   aber  niltzliehe  RlnltliaU-n  mit 
grOsster  Seelenruhe  als  fatalistinche  Notwendigkeit  vollKiehon  oder  vcll^ 
ziehen  lassen.    An  der  armenischen  Herkunft  der  neuen  Dj-nastie  vA  1 
KU  zweifeln.!)     Bereit«  der  exilierte   PhoUos.  um  wieder  persona 
am  Hofe  zu  werden,    verfertigte   einen  Stammbaum,    welcher  die 
Majestät  von  Araakes  und  Tiridatea  herleitete.     Die  armenischen  Rilbr 
und  Suldknechte,  welche  in  diesen  Jahrhunderten  mit  ihror  Tiipfcrkofti 
rfimiseho  Reich  noch  zusammenhielten,  leiten  sich  olle  von  den  alk'S 
aukiden  und  Pahlaviden  her  mit  gerade  so  viel  Recht,  als  zahlreiche  Fa 
lien  unseres    ^IJradelH''   sich  von  den  alten    Kreuzfahrern  oder  TnniH) 
holden  herleiten. 

Die  neue  Re^orung  beeilte  ^ch,  mit  Rom  ein    Verhältnis  he 
stellen.    Photios  wm-de  exiliert  und  Ignatios  (wieder  867—877)  ward 
neue  Patriarch.    Die  von  den  Itömern  sog.  acht«  ßkumeni-sche  Synode  I 
war  ein  grossartiger  Triumph  für  Nicolaus'  1  Nachfolger  Hadriau  IL 
der  h8rte.tten  Weise  muteten  die  Photiancr,  falls  tde  in  der  KirchengnnsiB 
Schaft  bloibun  wollten,  widerrufen.  Auch  hier  hat  die  römisoho  Kurie  du 
unvorsichtige  Politik  .sich  seihst  am  meisten  geschadet.     Durch  ihr 
mutiges  Gebabren  wurde  das  nationale  SolbstgofQhl  der  tiriochen  und  1 
des  gut  rCmiscb  güsinnten  alten  Ignatios  aufs  empfindlichste  gekrinkt 


von 


')  1^1.  die  tiilrclT«n<l«D  BemorkunKcai 
de  Buor:  Vit*  Kuthyniii  8.  180.  Nur 
irrt  er,  wen»  ur  ilio  Ableitung  vuii  den  iir' 
inoRisoben  Aisnkido»  fllr   .arg  beacli eitlen* 


uuuakt.  Ai»bBacnusNotii(S.VA,  U( 
waldt)  hitt«  «r  einfHoh  verwerfen,  aiiUl 
der  «otgegMigeMUt«!!   iter  Unecica 
ininiur«!)  eollea. 


P^«r  BObepnnkt  oBtrOm.  lUohtflIlI«  ant«r  i.  «rmen.  Dynwti«  (867-  ICZü).    975 


^lass  zu  neueai  Zwist  kam  bald.  In  unbegreiFlicher  Kurzsichtigkeit  tiattb 
HnilnHn  U  den  späteren  Papst  Fonnoaua.  damuttgen  Himisohen  Legaten  in 
BuIgariuD,  troti;  dem  dringenden  Wunitclu^  de»  ('Aien  alR  hjrzbischof  von 
Bttig&rien  nivlit  bosUltigt.  Der  orgrinimtc  Michnel  trat  nun  delJniÜv  2U  den 
Qriechen  über,  und  so  sind  denn  auch  von  da  an  diu  Bulgaren  stets  der  ortlio- 
iloxi-n  Kirche,  xu  der  sie  Natur  und  geschichtliche  Entwicklung  wiesen,  treu 
geblieben.  Dor  wioderoingeseizte  Fhotios  (877 — 886)  war  aufs  neue  sieg- 
reich; er  Überlistete  sugar  dun  «ehr  schlauen  I'apKt  Johann  VIII;  im 
dpnkoht  Intrigiienspiele.  das  die  that«äc)ilicbe  Wahrheit  etwas  »ouverän 
behantlelt.  Kind  die  Oiiechen  den  Lateineni  allemal  überlegen.  Das  lle- 
niltat  war  Bruch  mit  Korn  und  Hefreiung  dor  gricchischon  Nation  von 
•einem  Primat  d.  h.  Photios  hat  sein  kirchenpolitiscbes  Programm  in 
^nzi'ndiiter  Weise  verwirklicht. 

Nach  aussen  entwickelte  Kasileios  unter  den  schwierigsten  Umstünden 
oiae  Qberaus  zielbcwusstü  und  ki-aftvoUe  Politik.  Vor  allem  wurde  Byzanz 
wieder  die  Beherrscherin  der  Meere,  In  der  exponiertesten  und  schon 
beinahe  verlorenen  Westprovinz  Sicilien  stritten  die  Ostrrnner  zwar  nicht 
glücklich,  aber  mit  bcwundemi^werter  ZKhigkeit,  nur  Schritt  filr  Schritt 
nachgehend.  868  war  Malta  gefallen.  Verbündet  mit  dem  kraftvollen 
Frankeiikaiser  Ludwig  II  erfochten  die  Römer  H12  bei  Salemo  einen  glän- 
xenden  Seesieg  über  die  Sarazenen.  Aber  2[.  Mai  878  fiel  endlich  nach 
tapferster  Gegenwehr  auch  die  Hauptstadt  Syrakus.  (Jm  so  energischer 
verstand  e«  Basileios,  in  der  Ädria  Ordnung  zu  schaffen.  Das  alte  Bundea- 
verb&ltnis  mit  Venedig  ward  hergestellt,  die  mit  den  Sarazenen  verhtln- 
deten  sorbischen  Piraten  aa  der  dalmatinischen  KUste  derb  geztichtigt, 
nod  ohne  llUc-ksicht  auf  die  Proteste  der  schwächlichen  Karolinger  zwang 
er  die  Grosszupane  der  dahnutinischen  Kroaten,  die  Oberhoheit  der  Kaisor- 
stadt  am  guldnen  Hörn  anzuerkennen.  An  dem  islamitischen  Uaubgcsindol, 
vdchos  von  Afrika,  Kreta  und  Kilikienherdie  KUsten  Griechenlands  und  der 
Adria  unaufliitrtich  ht-iinHUi-hte,  wurde  nach  den  glilnzenden  Seesiegen  der 
Jahre  8^0  und  881  nach  Verdienst  ein  furchtbar  blutiges  Exempel  statuiert. 
Kultur  und  Christentum  rotteten  hier  mit  eiserner  Faust  die  maritime 
Barbarei  der  Koranleuto  au».  Der  ItUckgang  dor  frünkischon  Macht  in 
L'ntcritalien  kam  den  Oströmern  zu  gute,  875  ergab  sich  ihnen  das  wich- 
tigo  Bari,  von  jetzt  an  der  Hauptwaffen  platz  der  Itomäer  im  Westen;  die 
tflchtigeu  iieeriUlirer  des  Kaiser«  verjagten  die  Araber  ans  Kalabrien  und 
ÜDrinierteo  das  neue  Thema  Lungibardia,  ein  wichtiger  Ersatz  Tür  das 
^faorene  Sicilien. 

^*  Eine  schwere  Aufgabe  hatte  ihm  das  frühere  Regime  in  dem  Ite- 
iJgionHki'iege  mit  den  Paulikinnern  hinterlassen,  welche  w&hrend  Michaels 
Itegiening  unter  Karbens  grosso  Erfolge  davongetragen  hatten.    Sein  bu« 

8tender  Nachfolger  Clirysocheir  wurde  im  ersten  Feldzug  871  besiegt, 
,  dor  Kaiser  gewann  unermesslichc  Beute;  allein  das  feste  Tephrike 
mnchte  er  nicht  zu  nehmen.  Im  folgenden  Jaliro  dehnte  er  seine 
iPUlnderungszüge  über  den  Eupbrat  aus  bis  nach  Samosata  und  in  das 
j^rnialige  IV.  Armenien.   Das  feste  Melitene  zu  nehmen,  gelang  ihm  frei- 


868 

872 

31.   »ai 
873 


880  8Sl, 


871 


&76 


AbriM  der  bjrMBtinisetien  Eu»eT(««oUoliU. 


frlllier  von  ihin  mit  Uunst  beluind«l(«D  Uricchcn  ziemlich  niedc 
orwchingen  ward.     Die   fromme    liäuherrepublik  haU«  ihr  geisttgM 
poIitit<«lieH  Haupt  vurlorfn;  mit  den  Paiilikianem  war  es  jetzt  am. 

Auf  Boaileioa  fotgteu  scinv  Siiliiie  und  bisherigen  Mitregent 
886-912  (886—912)  und  Alexandros;  da  letzterer  gaiiz  dun  Gonüit8«n  hingegell 
SU  regiert«  thAt«ichlioli  der  Philn>ioph,  welclier  904  auch  der  nomiiwlk-n '. 
herr^chaft  seine«  Bruder»  ein  Ende  machte.  Kr  galt  allgemein  als  )ä~ 
Sohn  Michaels.  Vater  and  Sohn  standen  sich  ohne  Liebe  g^genOber,  joi 
schon  frUh  hatte  Leon  gegen  den  Vater  komplottiert.  Leon  war  das  dinfel« 
Gcgentoil  ftoinee  genialen  Vaters,  ein  gtUehrtcr  Pedant  und  kOrpertidMC 
Schwächling,  gerade  darum  Ähnlich  wie  Jakob  1  von  England  von  d«r  G«lt- 
ähnlichkeit  »eines  Euisortums  abcrzeugi.  Dabei  bleibt  es  aber  tk>ch  rio* 
etwas  naive  Geschieh ti^auffasMinK,  wenn  man  von  ihm  die  Stuigämiig  im 
römischen  Absolut  inmii.«  zum  Despotismus  datiert  und  den  Verkut  Alf 
Munizipal  Treiheit  der  griechischen  StAdte  unter  Leon  sentimental  bakUgt 
That«%clilich  hat  sich  vielmehr  unter  der  makcdonischon  Dynastie  d«r  Übtr 
gang  zum  Feudalismus  vollzogen;  in  den  einzelnen  F^ovinzen  sind  reiii- 
begSterte  Familien  zu  steigender  Macht  gelangt.  Ihre  SonderbesEtnbaajp 
haben  eine  dauorndo  Schwächung  dos  Koichc«  erzeugt,  welche  c«  alln 
auf  eine  Jihidiche  Linie  mit  den  gleichzeitigen  u»ch  ziemlich  ba 
and  kl&gUchen  ocvidentali sehen  Staatengebilden  hinabdrückte. 

Leon  entehrte  sich  selbst  durch  eine  tseincr  en«lcu  ilogieruiij 
langen,  indem  er  den  großen  i'hotios    zwang,  eine  Abdankungmrita 
zu  unterzeichnen.   Die  Leitung  der  orthodoxen  Kirche  vertraute  der 
seinem  erst  achtzehnjährigen  ilruder  Stephanos  an.     Id  ähnlicher  W4 
933-950  ist  auch  späterhin  ein  kaiserlicher  Prinz  Thoophylaktoa  (983— 9SC)< 
dieser  WOrde  beordert  wurden,   etwas  ganz  Ungewöhnliches  im 
sehen  lt4.-icho.i)  Eis  erinnert  das  an  armenische  Zustände,  wo  da«  ITi 
likofihaus  sich  mit  der  Efinigsfamilie  verschwfigorto.     Photioe  Mg ' 
begleitet  von  der  allgemeinen  Achtung,  in  ein  Kloster  zurück, 
lieh  glücklicher,  als  wunn  er  auf  dem  Putriurchalthron  gesessen  häUc' 
obgleich  ihn  neun  Päpste  exkommuniziert  hatten*.*)     Unter  Leon 
auch  die  neue  Kirchenordnung,  die  vielbcriihmt«  Diatyposis,  fuii>rltcli 
klamiert.  welche   den  ehemalx  Rom  unt^^TWorfcnen  Prälaten  der  Ul 
lutlbinsel  ihtvn  festen  Platz   in   den  Synoden   des  Reichsklerus  »nwiw,! 
duss  dadurch  den  bisherigen  unwürdigen,  oft  bis  zur  Hchlägcrei  au» 
Zuständen  unter  den  geistlichen  Hirten  ein  Endo  gemacht  ward. 

Die   unter  Styliaiios   von  Neokaiscreia  zur    Uerrschafl  ken 
Ignatiancr  knüpften  sogleich  mit  Alt-Kom  wieder  an,  und  nach  »elirl 
wiorigen  Verhandlungen  kam  endlich  um  900  die  Union  wirklich  zu  ' 
Allein  es  war  nur  eine  rein  äiissc-rltclic  Einigung  der  römischen 
regierung  und  der  byzantinischen  Staat«lüitung;  sie  hatte  so  weaif' 


')  I>ie  e«aolioron<>n  Spranling«  milfln' 
tor  Fniniliea.   Mrio  Tliooilüiiio«  von  Kphi 


Apsiuiunia'  Sobn.  uiid  der  l'utriuch  Ignalio« 
kommen  nnldrlidi  tiiciht  in  botrurht.  Eüien 
b;rxiuitiiiiiob*ii  PrJD»n  fiode  ich  soiiirt  nur 


auf  il«in  Thr«D  von  Acbrida,  AMMIf 
«i^iMtiK   «tpn«w,    aU   HOMk 

■)  KiaUr,  liisl.  «f  Um  S.  b 
S.  811. 


D«r  HOheponkt  mItSib.  MachtfUla  vaUr  d.  unw.  Djuitti*  (687— I03S).     977 


alle  die  zahlreichen  in  den  folgenden  sechsthalb  Jahrhunderten  ge-  ^H 
dossenen  Vereinigungen.  Die  Völker  blieben  nach  via  vor  ethnisch  ^H 
1  religiös  völlig  getrennt.  ^^ 

Noch  wiehligc-r  ist  Leons  legislatorische  ThStigkeit.    Bereits  BasiloioB  1 

|e  die  Gesetzgebung  JustinJans  neu  bearbeiten  und  87!)  als  Frucht  ^79  y 
Kr  Thfttigkeit  den  Procheiroe  Kanon  edieren  la^-sen,  wozu  884— 8)j0  884-BSfi.j 
ixwait«»  Handbuch  des  gültigen  Kcditx,  die  Kpana^oge,  kam.  Unter  ^H 
äemSohno  wurde  nun  das  eigentliche  Hauptwerk,  die  Sammlung  Batsilika,  ^^ 
'—89a  in  60  Bücht-rn  als  allgöniBin  gültiguB  Gesetzbuch  für  daa  ganze  887-«m1 
«b  publiziert.  j 

Äu».<^rlich  ist  seine  Regierung  arm  an  Ereignissen  und  recht  un-  .  ^J 
cklich.  Mit  den  Saraseuen  ftUirten  die  Chmten  wechselvolic  Kriege.  ^H 
•  Byzantiuer  plütidertc-ii  hl«  weit  iiadi  Syrien  hinein.    Die  iHlamitisehon  ^H 

piraten  waren  nach  wie  vor  die  Geissel  des  ägaischen  Meeres.  888  üSS  ^M 
»dachatsteD  sie  8amos,  902  zerstSrten  sie  Demetriaa  in  Thessalien.  W2  J 
:  oiguntliche  Leiter  dieser  Unttirnehmungcn  und  grimmigst«  PY-tnd  aller  ^J 
iaten  wht  M'ie  üblich  ein  Itenegitt  von  der  kleimuiitili&chen  Sildküst«.  ^H 
in  von  Tripolis.  Ihm  gelang  es,  tnit  nur  54  Schiffen,  deren  Besatzung  ^| 
ist  aus  .Aethioi>en'  bestand,  nachdem  er  29.  Juli  904  plßtzlich  %'nr  dem  ^H 
tzlich  unvorbereiteten  Ttiessaloiiike,  der  zweiten  ijtadt  des  KoichK.  er-  ^H 
ienen  war,  »chon  nach  zwei  Tagen  dieselbe  von  derSeesuito  zu  erstürmen  9<M  1 
I  mit  unermesslicher  Beute  und  zahllosen  Gefangenen  (22  DUO  Mann)  wieder  ^J 
uziehen.  Es  war  das  seit  langem  die  schwerste  -Schmach,  welche  dem  tteicbe  ^H 
IpÜUUi  wai*d.  Auch  in  Sicilien  und  Unteritahen  vei-zeichiien  die  Annnlon  ^H 
fir  d«ui  I'hilosopheii  nur  Unglilcksftillu.  889  erlittun  die  Oriechun  zur  l^  ^V 
I  bei  Mylae  (Melaxzo)  eine  schwere  Niederlage  durch  die  Afrikaner.  9ül  901  j 
ig  Rhegion  und  902  war  der  letzte  Stützpunkt  der  griechischen  Uerr-  902  | 
afl  Tauronienion  gefallen.    Ebenso  ging  Bari  in  Unteritalien  wenigstens  ^i 

iporlü*  an  die  Langobarden  von  Benevent  verloren.  Schwache  und  ^H 
fihigkeit  drücken  Leons  Regiment  aberall  ihi-en  charakteristischen  ^H 
Olpe!  auf.  ^H 

Auch  mit  den  Bulgaren  verstand  man  sich  nicht  zu  stellen.     Der 
Iftige  Car  Symeon  (893—927),  der  Begründer  der  kirchlichen  Autonomie  893-937' 
Igaricus  durch  die  Einsetzung  eines  sechsten  Patriarchen,   wollte  sich  j 

^  monopolistischii  Ausbeutung  seines  Beiche-s  durch  wenige  byzantinische  I 

OaskauÄeute  nicht  länger  gefallen  lassen:  aber  Byzanz  bediente  sich  ^^ 
1  «Itbewährten  diplomatischen  Kampfmittels;  es  bot  gegen  die  Bulgaren  ^H 
u  Mujiyareii   auf;    mit   Hilfe   der   byzantini sehen    Flotte    brachen    sie   in  1 

llgarien  ein;  Symeon  erwehrte  «ich  ihrer  mühsam  von  seinen  Burgen  i*9S  ^J 
|l;  allein  den  Abzug  des  boutebeladencn  Haubgesiudels  verfolgten  die  ^H 
llgaren  und  schlugen  sie  gi-Undlich  in  ihren  be»stirabischeu  Steppen.  ^H 
tnaiehr  konnte  Abrechnung  mit  den  Griechen  gehalten  werden.  Xach-  ^H 
n  Symcou  dieselben  bei  Bulgarophygus  glänzend  besiegt  hatte,  traf  die  ^H 
icht  seines  Armes  auch  die  Magyaren.  Im  Bunde  mit  den  l'atzinnken  ^| 
ttacfaenegen)  am  Dniepr  überäel  er  während  eines  Kriegszugs  der  Ma-  ^H 
Uren  deren  KamiUen  in  He.tsarabien.  Sie  wurden  niedergehauen  oder  ^H 
i  Gefangenschaft    geschleppt   und   die  Magyaren    gezwungen    zwischen        ^H 


,  «IWrtUBWIlMrKIl'llkn  IX.     1.  AMlg,     }.  tilfl. 


ü'i 


978 


AbriM  d«r  brMtiUDiMhtn  RKiaargMohlolit«. 


H  Donau  und  Theiss  ihr  Barburutiroidi  detiiiitiv   zu   koit»tituioreD.    Hit  im 

^m         Oricolien  lüelteu   ilie  Bulgaren  jolxt   Friede:    die   chriatlicb-byzaittiiuMM 

^B  Kultur  und   Litti<r»tui-  dningeit   mit  Mncht  ein   und   Übten   ihren  seeHfl 

V  r«ichcii  Kinfluss  uuf  da»  rohe  Volk  aus.    Die  Kpocho  Symcoiis  gilt  ab  M 

H  goldene  Zeitalter  von  Bulgariens  Littoratur.  I 

^1  An    diesen  W(>Uhii>toriBchen  Vorgängen  beteiligte  sich  die  kais«rii(fl 

H  rtimischo  Hogioriing  nur  ala   vCillig  unthätiger  Zuschauer.     Um  ao  nd 

H  war    der    Uuf   i-rfullt    von   den    alterhOchsten    £hoange)c>genhmt«g.    IM 

^^         Schwächling  Leon  halte  drei  Fraueu  gehabt;  dass  die  berühmteste  dm 

^I^K    aelben.  die  hl.  Theophano,  den  elenden  Gatten  nicht  liebte,  ist  eigeBÜldl 

^^^V    selbstvcrtitAndlich.     V,r  lebte  daneben   mit  aeioer  Favoritin  Zaü,  von  im 

^F  er  auch  zu  aünor  natnenlotton  Freude  einen  Sohn  erhielt   Nach  dam  To^ 

^^^K    der  dritten  Gattin  wollt«.-  er  die  geliebte  Maitresne  zur  Kaiserin  «riiakM 

^^^V    nm    den    Sohn    zu    l<;gitimieren.     Allein    die    Oeiatlichkeit,    an    der  SfHM 

^T         Kikolaoa  MyittikoB,  der  l'Atriarch,  widorseUt«  sich  der  TctragamieiutillB 

H  Energie,    hierin    unendlich    mehr    Mut   beweisend    als    ihre    gustUcbfl 

H  BrUder   in   dem  Russland  des   XVI.  Jahrhunderts.     Xikolaos  mirde  ■■ 

H  setzt,  und  ein  gefalliger  Prälat,  Euthyinios.  übrigens  eine  durchaus  wflrdifl 

H  forsiiidiohkcit,  auf  den  ersten  Stuhl  dea  Itcichs  erhoben.    Die  ZustimiMM 

H  der  orientali»L-bi-u  Patriarchen   erhielt  tnan  leicht;  die  Legaten  denolhid 

H  arme   MOncho,    waren    langet    gewohnt,    gegen    ein    Geldgeschenk   oinodfl 

^L  photianisch,  das  anderemal  ignatianisch  zu  stiiouien.    Schlimmer  war,  da 

H[  Koni,  bereit«  in  schwerem  Niedergange   begriffen,  durch    seine   UigaM 

^Kin.  gleichfuIlM  zustimmte.     t>.  .lanuar  906  hatte  aucli  die  feierliche  Taufe  iM 

^^R     Kronprinzen  Kout^lAutino«  statt  gofundeu.  I 

Nach  Leons  Tode  (II.   Uai  912)   folgte   sein  Bruder  Alesandrol 

(913—918)  zugleich  als  Vormund  des  unmündigen  Kronpriozon  KoiuUB 

tinOD.     Der  ganz  elende  FUrst  hat   kaum  regiert,    soiiduru  liea  mir  dB 

Gegner  seine«   Bruders  gewKhroa.     Zwischen  den   AnhSugem  des  atam 

l*atria]-cheii   und   des  Nikolaoa   bestand  die  bitterste  Feindschaft,  it^H 

selbst  die  unsinnigen  Gerüchte  von  hochverritcrischeii  Cmtriebon  M^^| 

gesetzten  Prälaten  gegen  Kaiser  Leon  ihre  Gläubigen  fanden.   Die  iu  Bjnw 

übliche  Ueaktion    trat    auch   jetzt   ein.     Unter   beifälliger  Auftnuatcrnl 

seines  Gegners  wurde  der  unglückliche  Euthyniios  seiner  Würde  eBtouUB 

.wie  wilde  Bestien  stürmten  sie  auf  ihn   ein,  schlugen  ihn    mit  FlnsM 

912—925  und   riiwen    ihm   den    Bart   aus.*      Nikolao««  ward  aufs  neue  (912—91« 

feierhch  intJironisicrt,    Nach  aussen  ventand  Alexandros   nur  di«  gnM 

Beziehungen    zum    mächtigen    Bulgarencarvn   durch    unzeitigen  CbVMfl 

zu    trüben;    indessen    zum  Segen    des    Iteichs    starb    er   schon    nach  «4 

^'d/k^  jühriger   Mi^sregierung   6.   Juni  913,   nachdem   or  eine   ItegentscIuiA  M 

dem   Putriarehou  Nikolaos  an  der  Spitze  für   seioon   unmündigen  XeAM 

eingesetzt  hatte.  I 

Neben  dem  Patriarchen  sass  im  Kegeotachaftsrat  mir  ein  bodorMrl 

der  Mann  Johannes  Eladas;   die  anderen  wanm   ehemalige  I.iebhngfl  J«! 

AlcxandroH.   Männer  slaviuchor   Abkunft.      Konstantinos   der  i'ütptt'M 

dl3-9MI  geborne  (913— 9.'>9)  ist  das  personifizierte  Prinxip:   Lo   roi   rdgn«,  "^V 

il  ne  gouveme  pas.     Unmündig  wie  mUndig,  hat  er  niemals  rejfiart.  ■■'I 


f.  Titr  H&h»piinkt  oBtr&m.  Hiuibtnile  noter  i.  armen.  DjnastlB  (9fi7-10S5}.     979 


man  kann  nicht  leugnen,  Ansa  dies  f)lr  da^  Kcich  ein  Oillck  war;  (tonn 
die  .Schioksalo  ddswlbon  ruhtiMi  taut  auHnahniEloH  in  fühigüron  Händi'n,  al« 
die  di's  wissenschaftsfreundlichen  PorphyrogenneUis  waren.  Trotzdem  hat 
'man  vi)IIig  verkehrt  die  erste  Hälfte  den  X,  Jahrhunderts  ala  eine  Epoche 
des  Vei-falis  darzii«tel!en  gesucht  im  OogensatJ!  ?.»  don  wtnrk  flhoivic)iKUt«n 
jtoi»em  der  lkonokla8tcnp<.M-iodu.  Dit>  mukiduni&cltt;  Dynastie  hut  mit 
^pei  AuKnahmen  allerdings  meist  nur  dem  Namen  nach  regiert;  aber 
Vs  hat  ähnlich,  wie  die  ill}Tigche  l'onoHo  der  alten  Kai»en:eit  von  Claudius 
(Jothicu.s  bis  Constantin,  dioau>werordcntlich  tühigcn  ii«<l  enorgisohe»  Offlxlore 
■ie«  aenvraliftHbs,  nu>i)it  Münnc-r  annenlsoh^r  Abkunft,  an»  Ruder  gebracht. 
Konstantinos  Dukos,  ein  sehr  begabter  Militär,  versuchte  die  Hegentschaft 
zu  stürzen,  vie  es  si:heint,  nicht  ohnr«  Mitwi!«»en  den  Patriarchen,  der 
lieber  mit  diesem  Kraftmeii.schen  als  den  Kannnerherrn  der  hi8)ierigen 
Regentschaft  regieren  wollte.  Allein  als  er  sich  zum  KnuHcr  aufrufe» 
'Uess,  fand  er  in  dem  umsichtigen  Regenten  -lofaannes  Eladas  einen  ihm 
ligietwachaenen  Gegner.  r>ukas  und  («ein  (leschlecht  wurden  ausgerottet. 
mnos  Elada«!  berief  auf  Wunsch  den  Kaiser»  die  Kal^crinniutter  ZoÖ. 
cb«  Aloxandros  vom  Palastu  auBgeschlosäu)i  hatte,  zurück,  und  sie  trat 
Üe  Regentschaft  ein. 
Noch  aussen  erntete  man  die  Früchte  von  Alexandroa'  kopfloser 
folitik.  Symoou  mit  »einen  Ilulgaron  zog  verheerend  bis  vor  die  Haupt- 
stadt dl!t;  im  folgenden  Jahre  nahmen  die  Bulgaren  durch  Verrät  sogar 
>Adrianopel,  konnten  es  aber  den  tiriecfaen  gegenitber  nicht  behaupten. 
bi«  itegierung  bereitete  eine  ernstliche  Aktion  vor.  r>ie  sämtlichen 
''Truppen,  auch  die  nsiatiächen,  wurden  üu  einem  Hatiptachlag  gegen  die 
Bulgaren  in  Europa  kouEcntrivrt.  und  die  Führung  einem  dvr  tüchtigHtoD 
(Btnerale  des  Reichs.  Leon  Pliokas,  anvertraut.  Gleichzeitig  hatte  das 
^^xantinische  Gold  auf  die  OemUter  der  Patzinaken  gewirkt;  ihre  Operation 
•odt«  durch  die  rOmische  Flotte  unt«r  dem  Admiral  Romanos  unterstatzt 
werden.  Allein  Romano»  benahm  sich  h<^ch»t  zwoideutig.  Die  erwartet« 
patzinakischc  Hilfe  bheb  durch  seine  Schuld  auä,  und  so  erlitten  die  Römer 
'Bnt«r  Leon  die  furchtbare  Niederlage  bei  Acheloos  20.  August  917.  Per 
Intriguenkainpf  zwisdion  den  beiden  Itivalcn  Leon  und  Ronmnott  ondigte 
it  dur  völligen  Niederlage  Leuns.  Kaiser  Konstantin  wurde  für  nominell 
lig  erklfirt;  die  Regierung  übernahm  2r>.  März  !)19  Romanos  Leka- 
loa  »im  Grosshetaireiarches  proklamiert  (General  der  ausländischen 
Jetnippe).  Seine  Tochter  Helena  wurde  mit  dem  Kaiser  verniJihlt; 
aits  im  April  de:^selben  Jahres  erhielt  er  die  neugeschaffene  Würde  des 
lileopetur  und  mit  »einem  hohen  Militärkommando  wurde  »ein  Sühn 
hristophoro«  betraut.  Der  schwache  Konstantin  ernannte  seinen  energi- 
lieo  Schwiegervater  bald  zum  ('lütar,  und  17.  Dezember  919  ward  er 
Patriarchen  Nikolaos  feierlich  als  Mitkaiser  (919—944)  gekrOnt. 
Die  Hauplgefahr  für  dos  Reich  waren  die  Bulgaren  und  die  kreti- 
en  Korsann.  Du«  Bulgarenreich  erreichte  unter  Symeon  (893-927) 
Gipfel  seiner  Machtfütle.  Der  von  ihm  angenommene  Titel  .Car  der 
Iren  und  Autokrator  der  Romäer'  dokumentiert  die  deutliche  Absieht, 
alternde  Reich  von  Ostrom  politisch  ku  ersetzen,  wie  der  zum  l*atri- 


913 


20.  Aue. 
017     ■ 


2S.  Min 
019    ^ 

17.  Dm. 

919 
919 -SM 

893  -  927 


Abrba  der  byzantiniBcbeB  KftUergeac  hiebt«. 

archen  c-rhobcno  Metropolit  von  HrC^ilar  offenbar  die  Stelle  des  dkua 

nisohen   Patriarcbon  oinnoliinon   m\\t^.     Iminor   weiter  Qhvr   Adriunopd,* 

HASombria   liml  Vodena    hinau»  nnirduii  uuf  Kosten  des  rümi&chen  Hritb 

die  flreniMMi  d«r  Bulgaren  vorgeschoben;  im  Westen  erreicht«  sie  nach  l'nt»- 

werfung  <lcr  altiUyrischon  ljand«chnftcn  die  Adria.  Byzaiiz  griff  zti  8eini>ritt> 

bewShrten  Politik:  Serben  und  Kroaten  wurden  gegen  ibi-e  ostbalkuniac^D 

SS7  Brüder  ausgespielt.    Die  schwere  Niederlage  Alogobotara  i927)  dorth  <b 

K         Kroaten  und  der  im  gleichen  Jahre  eingetretene  Tod  des  gross«ii  Carui  b^ 

y        zeichnen  den  Anfang  des  Niedergangs  für  Bulgarien.     Symeons  Sohn,  im 

)27_9ß8  fromme,    frit'dlicbcndu   und  schwacho  C«r  Peter   (927—968),  achloaa  niA 

kurzen  Kämpfen  in  Makedonien  Frieden  mit  Rom,  und  die  enteotc  cordial«te 

beiden  Grossmäohte  wurde  definitiv  b&siegelt  durch  die  Heirat  des  l'an>n  mii 

Kaiser  Bomanott'  Enkelin  Maria,  der  engten  byieautiniKchen  Curica  auf  im 

bulgarischen  Thron.   Ein  poUtisi^her  Ueistt-rzug  dos  ostrümischen  KahinclU 

war  die  Feierliche  Anerkennung  des  bulgarischen  Patriarchat«:  dwlvii 

blieb  die  bulgarinche  Nationalkirrhe  endßUltig  in  der  orthodoxen  (iouini*- 

Hcbaft,  und  jeden  Band  mit  Alt-Honi  war  xerschnittvn. 

In  Unteritulten  hat  HoniHuos  den  grieehischen  Besitxstand  mit  Elin>J 
behauptet.  Uie  (ii'isBel  des  ägäischen  Meeres,  der  f^rchtorltcbe  KeiNgil 
924  Leon  von  Tripolis,  wurde  924  durch  den  tapferen  DruDgarios  Joliauit 
Hndioo»  in  der  gewaltigen  Seeschlacht  von  Lomno«  so  grfliidlich  geifichti^ 
dass  die  roaritimo  Gefahr  al»  in  der  Hauptsache  beseitigt  angeeehen  wenkn 
konnte. 

Den  Beweis  des  machtvollen  Aufstrebens  gewähren  aber  vor  allMO 
die  orientalischen  Verhältnisse,  der  Kampf  im  Osten  mit  dem  in 
ster  ZürrUttung  begriffenen  und  in  seino  Bestandteile  sich  anflC 
Cbalifat  von  Bagdüd.  Dor  ausgozeichnete  armenische  General  Jol 
-942  Kurkuaa  hat  während  xweiundzwanzig  Jahren  hai-ter  Kümpfe  (9S0- 
die  Grenzen  vom  Halys  bis  an  den  Kuphrat  und  TigriH  vorgcscbobeo. 
Emir  Apoehajm  (AbQ-Jt^afi^t  von  Malnlia  (Mi<liton<i)  schloss  mit  Rom 
928  Büudma  928.  Dadurch  wurde  dieser  Brückenkopf  fiir  die  Angriffe  de 
gläubigen  ein  Haupt1>ollwerk  des  linniorreiohs.  Die  Truppen  des 
kAmpften  mit  den  KOmern  gegen  ihre  Glaubensgonosaen.  .Nach  erfocht 
Siege  zogen  sie  gemeinsam  niil  dt^>it  Hüniom  triompbiorend  in  die  UauptsUA 
«in,  die  Agarenor  gefangen  mit  sich  führend.  Das  war  ein  wunde 
und  unerwartetes  Zeichen  des  Unglücks  der  gottiosen  Agarener'  ttagt 
Hochgefühl  der  Chronist.')  Apochaps'  Nachfolger  bttiwlcn  ihren 
nungswechsel  mit  der  Krobunmg  und  Zerstürung  de«  blühenden 
und  seiner  Nachbarstädtc.  Ein  rüuiischur  Kurator  gebot  nun  auf 
vom  Islam  so  lange  behaupteten  Stätte.  Kurkuas  aber  .der  gro4i»D  Kr 
mann,  hat  überall  Singeszcichen  aufgerichtet,  die  Grenzen  der  Köni«r 
gedehnt  und  zalilreiche  Städte  der  Agarsübue  zerstört.* 

Von  grOester  Wichtigkeit   war  die  damit  verbundene  Begenersb 
der  orienlalischen  CJin'feten,  der  Armenier  und  der  Iberer,  welche  das. 
des  Iskms  ab»cliüttelten.   Die  Bagratunier  hatten  bereits  in  Bsail«io«'i 


I 


m- 


'}  Gvorgiu«  Hamut.  S.  834  Miirolt. 


}ar  HOhepiuikt  oatram.  Xachtfnlle  naUr  d.  armen.  Dynutia  (867-1025).     9g] 

eJD   selbständiges  arnienischeB  Itflich  wieder  gegrUndot.   und  der  Kdioor 
hatte  auch  .dem  Ftirstei)  der  FIlr^t«ll*  (öpx'^*'  '*"''  "i}X''>'^'"*'  —  i^^c-lmnac 
iftiban)  AÄot  die  KCtnigitki-oiiv  üboi-Handi  und  «inen  Alliaiizvertrag  mit  ihm 
KbgeBchlo»ti»(io,  nachdem  auch  der  ChalJf  ihn  ^8.1  feterhch  zum  KCmig  hattf?  8är> 
proklamieren  lassen.     Nach  AÄoia  (f  üS^)  und  »eines  heldenkilhncn  SohiiCH  Ksy 
Smbat   (t  ÖM)  Tode   erlangten   die  Araber   wieder    diis    Übcif^evricht;   in  üU 
Armenien  herrschte  Anarchie.     Allein  Smbsts  würdiger  Sohn  Asot  ,der 
Kiwrne'  (915— Ö28)    säuberte  mit  Hilfe  der  Könige  der  Iberer  und  Ap'-  91&-Ü28 
ohtzen  das  Land  von  den  Arabern  und  erstieg  im  Bunde  mit  den  (jnecihen 
den  Gipfel    bagcatunischor  Machtfillle.     Der  <;halif  verlieb   ihm  922  den  ü22 
Efarennanion  S3li:in-.^h  König  der  KOnige;  kein  leerer  Titel;  dadurch  wurde 
seine  SuzerfinetSt  Qber  die  christlichen  TeilfQraten  von  Vaspurakan,  Alba- 
nien, Iberien  und  Ap'chazien  in  offiKieller  feierlicber  Form  anerkannt. 

Armenion  war  von  jetzt  an  der  Mnchtttphärc  dos  Cbalifats  völlig  ont* 
rOckt,  und  stand  in  innigster  Allianz  mit  Outrom,  den  Vorposten  der 
Christenheit  bildend.  Der  den  Orient  repriUcntierende  Islam  war,  wie  in 
der  fartherzeit,  hinter  die  gebirgigen  GrenzwäUe  von  Adrbeidschun  zurUck- 
^worfen.  Die  Armenier  und  allerdinge  sehr  in  »weiter  Linie  die  Iberer 
beherrHrlit«n  damnl»  dio  weltgeschichtliche  Situation.  Die  tupfcron  und 
klugen  Sühne  dieser  Nationen  haben  wie  in  der  GeneraUtat,  so  auch  im 
Kabinett  de«  ofltrOmi.schen  Reich»  die  leitende  Stellung  erlangt  und  in 
wQrdigster  Weise  behauptet,  Auch  der  Segen  de«  Himmels  schien  die 
Regierung  des  ,gottgcl('itutitn  chnstuälicbendon"  Kaisers  itomanos  aus- 
zuzeichnen. Nach  der  Erstürmung  von  Nisibia  durdi  den  genialen  Kur- 
Vtii'  ''12  zwang  dieser  die  Einwohner  des  nun  aufs  äusserste  bedrohten  M2 
i  I,  i  ihm  das  hl.  Palladium  ihrer  Stadt  ausxuliefern,  das  , nicht  von 
IdvniichenhKnden  geschaffene,  göttliche  Bild  dessen,  der  da.>i  nnverKnderliohe 
Abbild  seinea  Vaters  ist*.  Das  ganze  Reich  geriet  in  begeisterte  Erregung. 
In  feierlichem  Trinmphzug,  in  allen  Städten  von  jubelnden  Deputationen 
des  KJeni.",  der  Primoten  und  des  Volkes  begriSsst,  gelangte  die  hochheilige 
Rfiliqnie  nach  der  Ki^ichshauplstadl  und  wurde  dort  mit  jenem  gewaltigen 
Pompe  empfangen,  welchen  der  Klerus  de»  ükumonischen  Stuhles  bei  »olcliOD 
Oelegenheiten  zu  entfalten  pflegt. 

Ko  Küssen,  welche  unter  ihrem  (irossfiirsten  Igor  941  auf  mehr  als  941 
tausend  Schiffen  und  mit  40000  Mann  unter  namenlosen  Greueln   gegen 
die  Hauptstadt  zogen,  wurden  zu  Lande  von  Kurkua.s,  zur  See  bei  Uierion 
durch    den  Patricius  Theophanea   so    gründlich   geschtagon,    doss   W«  «ich 
fir  geraume  Zeit  ruhig  verhielten   und  bald  mit  ÜHtrom  einen  wichtigen  9t& 
BMdelsvertnig  abschlössen. 

^(  Während  so  nach  aussen  diu  Hcgicrung  des  Kaisers  Itomanos  (Iberall 
Äta  machtvollen  Aufschwung  offenbarte,  welchen  Ostrom  im  X.  Jahrhundert 
nahm,  entfaltete  sie  auch  im  Innern  eine  äusserst  nützliche  Tbiitigkeit. 
Vor  allem  wandte  Komanos,  wie  seine  Novelle  zeigt,  der  agrarischen  Frage 
«in  Hauptaugenmerk  zu.  Er  nahm  geradezu  Gott  zum  Vorbild  in  seiner 
Sarge  für  die  wirtschaftlich  Schwachen  gegenüber  den  Bedrückungen  der 
iUchtigen.  Die  Zunahme  des  Grossgrundbesitzo«  ruiniorto  die  Kciohs- 
fcnnzcD.     Darum,  sagt  der  Kaiser,  müsse  das  Schwert  der  Gesetzgebung 


^M  ggg  Abrue  der  bjiiaiitiniaclien  E&lMrgMehlAht*.  ^^^^^ 

^^H  gegvR  <lio  inneren  Feinde  gezückt  wenlun:  dena  der  Schutz  der  UiibertliKiM 

^^^^  ^gcn  tyranniüdio  BodHIckung  ^i  nicht  mindere  llliclit  als  dib  HcTstoOnif 

H  uud  Festigung  der  Ucidmgivuzcn.     Bituvriigülcr  wvrdon  dem  freien  Ktirf 

H  027  und  Vorkauf  «ntzogen.     Von    dem  Jahr  der  grossen  Iliing<^rsnot  an  927. 

K  welche  zuerst  dio  Äufmorkdamkeit  der  Kegiorung  auf  dio  aozialoa  Fra^ 

^^^  gelenkt  hatte,  sollten  alle  Neuerwerbungen  aolt-her  GQtcr  niclitig  Bein  ai 

^^H  diese  an  die  alten  Eigentümer  zurückfullon  Kelb»t  ohne  EntiH-hädlgun^  ßr  p- 

^^V  machte  Meliorationen.  Nicht  nur  die  Finanzen  wurden  durdi  die  LatifuiidivD- 

■  Wirtschaft  tangiert;  ebenso  verderblich  wirkte  nie  auf  das  Militirwma. 

H  i>er  Militärdicnfit  ruhte,   wie    in  der  altrömiachen  Kaiserr^it.  %'ielfach  inf 

^1  unverHusAerlicben    Soldat4.>ngütvrn.      Wurden    diuee    von    Wcidwirtsciull 

H  treibenden  Magnaten  aufgekauft,  war  es  mit  der  Itekrutierung  der  Anw 

B  vorbei.   Hat  nudi  die  Itegierung  mit  ihrem  Ankämpfen  gegen  eine  aiidK 

H  tige   Zeit«trßmung  wenig    Erfolg   tjehabt.  m   ist  doch  diu  grundtOchltge 

H  Tendenz,  welche  wenigstens  den  ärgsten  Auswüdisvu  ein  Ziel  setzte,  itti* 

^M  Lobes  wert 

H  l>abei  darf  nicht  vergoBsen  werden,  dasa  daa  nach  ausBAO  wie  steh 

H  innen  so  stark    in  Anspruch  genommene  tiouvernomeot  noch  mit  unuf- 

H  hörlidien  Verschwürungen  der  gegnorisehoii  Uofpnrteien  und  ürandea  m 

H  kämpfen    hatte.     Mit  Strenge  verstand  aber   Romanos   jede   Opfusitioa 

V  niederzuhalten;  als  Symptom  der  steigenden  AdeUniacht  sind  jodock  dvM 
H  VorgSugo  immerhin  bemerkenswert.  Sie  erinnern  in  uuliebssmer  Vitim 
H  an  die  parallelen  Vorgänge  in  den  kulturell  minderwertigen  Staatea  im 
H  Abendinndeä. 

V  Erbarmungslos    alles   niedertretend,    sorgte   Romano«   in  rflcksidil»- 
losester  Weise  nur  fllr  seine  Familie.   Seine  SOhne  wurden  all«  tu  UitktiM« 

921  924  ernannt:  Cliri»tophoros  (921).  SIeplianos  und  Konstaiitinos  {92i);  upa 
seinen  Enkel  Romanos,  den  Sohn  des  Christophotx>3,  krönte  er  Diit  ix 
kaiserlichen  Stirnbinde.     Cliristophoros'  Frau  wurde  zur  Augusta  crbolMB 

933  937  (923) :  dessen  Tochter  Maria  dem  bulgarischen  Car  (927)  vemiihlt.  IM- 
lich  Romanos'  vierter  Sohn,  der  gründliche  Kenntnisse  in  der  ReitkoMl 
bcsass  und  destten  geistiges  Niveau  ungeflilir  dos  eines  hochadlicheo  Sporte 
mann»  oder  eines  Jockeys  war,  wurde  ausorsehen ,  den  Thron  des  Apotttli 
Andreaa  und  des  hl.  Stachys  zu  zieren,  die  einzige  ganz  unwürdige  QwWt 
welche  diesen  Stuhl  beileckt  hat.  I>er  legitime  Spross  de»  makedomacbM 
Kaiserhauses,  der  gelehrte  tichattcnkaiser  Konstuntiuos,  wurde  mit  in 
922  bei  den  <lamaligeD  Griechen  nicht  sdteuen  Eidbrilchigkeit  922  m  At 
zweite  Stulle  gedrängt,  später  erhielten  auch  die  übrigen  Lekapener 
Vortritt  vor  ihju  .und  der,  welcher  der  erste  hiltte  sein  sollen,  wurd« 
iUnfte." 

Auch  den  kirchlichen  Streit  hatte  Romanos  begraben.     Nach  wii 
912  Wiedereinsetzung  durdi  Alexundros  !J12  hatte  der  leidenschaftUd» 

laoe  den  Nunien  des  rUmischen   Bischofs  aus  dou  Diptychen 
020  und  die  kirdiliche  Kommemoration  unterlassen.   920  wurde  eine  neue  f 
liehe  (natürlich  ganz  wortlose)  Union  geschlossen,  welche  «len  grieehi 
Grundsatz  von  der  Verwerflichkeit  der  vierten  Ehe  anerkannte, 
bemerkte  in  seinem  blinden  Eifer  nicht,  dass  er  ahnungslos  die 


T.  D«r  Bobepnakt  oatrflm.  Kftcbtfnile  noter  d.  armen.  DtsmU»  (807^1025).    9^3 

des  Bchlauon  K«gc'iitoii  boaoi-gto.  Der  oinzigu  Legitime  wur<lo  durcli  diu 
kirchliebe  Verwerfung  von  seiiius  VaterB  Eho  in  den  Augen  der  Frommen 
aJit  Bastard  gebraiiduiarkt,  wälireiid  das  TTuu«  der  Ueur^katoren  .tliat,  was 
dem  Herrn  woUigoRlllig  war."  MOiiche  und  Arm«  prieaen  um  die  Wette 
.diu  hvrrtiohoti  Worko  und  un}:äbligeii  Wohlthateu  im  allergUlubigsten 
ttnd  orthodoxesten  KaiKerH  ItomanoB." 

So  hat  dieser  fürchterliche  Gewaltmennch  mit  eiserner  Rute  die 
byzantinische  W«lt  regiert  l>ie  völlige  Ei-setzung  des  makedonischen 
Hauso«  durch  die  Dynfuttie  der  Lekapcner  »chien  nur  noch  eine  Frage  der 
Zeit,  als  gleich  otm^m  Blitz  au»  heitei'ni  Himmel  auch  Ihn  jäblingH  dio 
Katastrophe  erreichte  und  von  einer  Heite,  woher  es  niemand  erwarLeto 
noch  erwarten  konnte. 

Mit  l>ewH!Hi*kT,  prinzipieller  ErbarnningsloHigkoil  hatte  Romanos  jeden 
Sedankuu  an  Usurpation  niodorgebalton  und  ulk'  fremden  Recbttt  miüsuchtet. 
Nur  auf  den  Hochverrat  der  eigenen  Söhne  hatte  er  nicht  gerechnet.  Es 
war  eine  furchtbare  Nemesis,  da.««  dieser  geniale,  aber  gnindsatzloBe 
Provier  durch  den  echwärzeston  Undank  durjunigeu  gc^ttirzt  ward,  i»  deren 
Interesse  er  alles  göttliche  und  menschliche  Recht  mit  Füssen  getreten 
hatt<?.  Vergebens  hatte  ihm  sein  strenger  Freund,  der  MUnch  Sergios,  dati 
SchJckso]  de»  Hohenpriesters  Eli  geweissagt.  Sein  Ältester  staib  vor  dem 
VatttT.  Stophanotf  und  Konstantino»  veiliafteton  Ifi.  Dezember  944  den 
dgenon  Vater')  und  schafften  ihn  nach  dem  Inselkloster  Prote,  .damit  or 
mit  den  Mönchen  philosophiere."  Dort  starb  er  auch  948,  „vom  Throne 
fgMtOrxl.  wie  der  alte  Kronos  von  Zeus," 

^  Doch  schon  27.  Januar  945  umssten  auch  die  beiden  Eni]>ßrcr  ins 
^■oeter  zu  ihrem  Vater,  der  sie  mit  herbem  Spotte  empfing.")  Der  Jubel 
«Kl  Volkes  Über  die  Wiedereinsetzung  des  rechtmässigen  FUrstensproeses 
xvtgte,  weich  mächtige  Fortschritte  die  Lugitimitätsidee  in  dem  biaher  an 
dw  reine  Militärregiment  gewöhnten  Bj-Eanz  gemacht  hatte.  Vor  hundert 
oder  zweihundert  Jahren  wiirc  so  etwas  rein  undenkbar  gewesen.  Wo 
ragto  sich  797  ein  Mitgefühl  des  Volkes  für  den  unglücklichen  KonBtan- 
tinon  VI?  Die  hochmächtige  Dynastie  der  Lekapener  war  plötzlich  in  den 
tHaub  gesunken,  und  alle  Intriguen,  die  vom  Fatriarchalpalast  des  un- 
boduutenden  Theopliylakto»  ausgingen ,  vonnocbton  nicht  üie  wieder  zu 


16.  Dm. 
»44 


!)4» 

27  Jan 
«4S 


n 


■)  HiMpb.  eont.  58   p.  435  boxeiohnet 
wUUaktmllMi  Crli*b«r    der  Tbat    den 
KMisUnlin.     Dsnn  iät  tticiBer  doch 
ndlt   Otn   ao  riondsr  ScIiwAchling,    nis  mnn 

Clinhin  «nBiminl;  nn  ihm  batle  eino  solche 
itüut  dar  8di>riegervat«r  reiDhllcli  vht- 

<)  .Wvlche  Fcstivit.  ttiu  Ew.  MnjtüUlteti 
TttmnlMHt  Imt  ünsre  Demut  lu  beaucheit. 
Ow  £tb«rBi«ii,  denk«  icb,  wi'IvIii^h  inioh  uuh 
4*M  PaUsle  vertrieb,  bnt  Kw,  Liebitpii  niubt 
trinkt  llniicr  du»lbat  tu  v^rwoilon.  Wie 
vtkl  liabt  Ihr  dann  getban.  micb  v>  lange 
Mraiu  I«  nooiioa,  ]>mn  mnine  liobrn  Brttil«r 
Ba4  Mitatrniter  in  liott.  gaot  hingegeben 
in    Stwtiiun    der   fainimliBchen    WoialiRit, 


bitten  nioht  gewusst,  wio  man  Kaiser  ein- 
pfange.  wenn  aie  nicht  Mich,  den  iti  d»r 
Kaiaerlichen  Uofotikollu  so  woblorTnbronen. 
gehöht  hUKen.  Wohlitn  denn!  Wan^or  int 
flir  Kuch  bereit,  frisober  al«  wenn  c*  dutdi 
.Mpoiiciia  gftkttbll  wtro,  lurtn  Kohnon.  (io- 
mOso  nnd  frische  Dirnen  slchon  lur  Vrr- 
fügiing,  Delikatessen  des  Meeren  vorderban 
uns  hier  den  Magon  nioht,  viel  über  bHuDgo 
Fusion.  Dos  ziihlroicbe  und  praobtvuUo  Üo* 
Tiilge  kann  uusere  Armut  nicht  »iiipfaDKBn; 
8i«  nimmt  nur  Ew.  Mm'esISten  auf,  die  h«r- 
gekummen  sind,  nni  das  väterlich«  Greiwn- 
alter  nicht  der  VvrlusMnheit  preiszugeben.* 
Liudpruidi  antspod.  V.  28. 


^1         984  Abris«  dar  by «an tinüioltiin  SawergMichichta.  ^^^^^^fl 

H  erheben,  tiegcn  <Iiin  Anliiui^  ilei'  I.r<kapcn«r  --«tiitKl«  »ich  KouKtuitin  im 
H  (los  kricgstUchtige  Phokuähuus.  Barditx  l'liokn«,  dor  Bruder  des  diisti|Hd 
H  Krotipräteudcuton  Leon,  wurde  DomesUkos  twv  axoÄmr,  seine  drei  milüd 
H  ri»ch  ätiasvrst  iHingeii  Hiiliite  Nikephoro»,  Leon  und  Konstantin  erhielllfl 
^^^  die  bedeutendsten  Miüturkominandos  in  Aäion.  Diu  thut«Aciilicho  It«^«niiS 
^^H  fahrten  für  den  gelehrten  BUcherninnn  seino  elirgeizigo  Gattin  IIi>I«h 
^^^  und  ihr  OOnstlmg  Basiteioa  ö  nttfiröi.  I 

H  Den  Kriog  in  Asien  gegen   die  Hainiliintclon  fUhrto  dnr  wrliiiiuttip 

H  goixige  Uardns  Phokos  anfange  mit  wenig  GlUck;  allein  soiDom  tüdUifn 
H  Sohne  Nikephnroa  gelang  es,  dt«  Disziplin  ün  Heere  und  diu  Ordnung  io 
H        dcir  Civilvcrwaltung  herzustellen. 

H  £inoM  lotistcn  Ulanz  über  Konstantins  ilegiening  vorbreit«t«  dorHe- 

^         such  der  rusxischon  lU-gentin  Olga,  welche  ctich  ntit  zahlreichen  BogkittfS 

fi&^  iin?   in  der   Reichbbuupt^tadt   taufen   lioxs.     Die   ChrisLianisierang  diM« 

fDr  Byzanz  so  wichtigen  \''olkea    sollte  Ereilicfa    erst   einer  8p£toreii  Ocbv 
9.  Nov.  raüon  aun>ehalten  bleiben.     Als  Konstantin  VII  9,  Novomlwr  959  rtarki 

bintorIit.'8t(  er  da»  Iteich  seinen)  ausschweifenden  und  günzUcb  hallkuM. 
)SD-9ß3  noch  »ehr  jugündlicben  Sohne  Komanou  II  (yö!*— ößH).    Der  Vater  httU 

»ihn  erst  mit  Bertha,  einer  unehelichen  Tochter  des  Königs  Hugo  von  IViTene» 
verhetrittet :  spKtcr  vorliebte  sich  der  Kronprinz  sterblich  in  eine  iwhOai. 
ehrgeizige    und   grundi^ntzlosc   Schenk wirt^iochtor   Anostasia,   welche  4er 

Ö57  schwachu  Vater  unltT  dem  Namen  Tbcophano  »57  dem  erst  lOjähristn 
Kronprinzen  zur  Gattin  gab.  Sie  wurde  der  bOfle  Genius  des  Küat- 
hftUHes.  Die  Regierung  ftlhrte  unter  Itomanos  der  hOchat  fähige  Pabiaa 
JoKi-pli  Bringa».  Er  t)bci-trug  dem  bMten  Feldberrn  des  Botcbs  NikcpliorM 
Phokas,  dem  DomeHtikos  m^i'  axoi.^v,  die  Leitung  der  grossartigen  Ser- 
expedition gegen  das  kretische  l^ratennest.  Seit  langem  war  keine  m 
glilnzendo  Armada  aus  den  römischen  Häfen  aiirigelaufeu.  Der  rorzö^ 
licbvn  Leitung  entsprach  ein    beiHpiellowr  Erfolg.     Unter  farcht«riidian 

Stil  Blutvergiessen  wurde  im  März  ääl  die  kretische  Hauptstadt  Cli&n^ 
erstürmt  und  dem  Erdboden  gleich  gemacht.  Die  mmtclinftontsclie  IW- 
völkenmg  wurde  verjagt  oder  durch  römische  MisKJDnaro,  an  ihrer  SpiU» 

Idür  hl-  Nikon,  christianisiert.   Die  Kömor  waren  durch  diesen  HauptscUag 
endlich  wieder  Herren  im  eigenen  Meere  geworden. 
962  Auch  in  Asien  war  Nikephoros  glücklich.    002  fielen  Dolicbe.  Hiura- 

pflits  und  das  kilikische  Anazarlws  in  seine  Hilnde.   Den  Bamdaniten  SnI 
AddavU  schlug  er  bei  seiner  Hauptstadt  Aleppo,  nahm  die  VorstAdt«  uiul 
die  Stadt  selbst  ein:  nur  die  Burg  hielt  »ich.   Beim  Nahen  einer  arabieduö 
Armee  von  Damaskoe  her  zog  er  mit  reicher  Beute  ab. 
IB.  Hin  Während  dieser  grossen  Erfolge  starb   Ih.  Mlrz  963  Bomaam  II. 

„***  seine  Witwe  Theophano  mit  zwei  unmtlndigon  Söhnen  Basiletos  (957)  toi 
Konstantinos  Vlll  (961)  hinlorluäsend.  Nikephoros,  der  im  Beginn  d« 
von  Bringns  geführten  vormundschaftlichen  Regierang  dor  KaiseriDwiW 
Treue  geschworen,  erschien  auf  die  Kunde  gegen  ihn  geplanter  InCiiguoBj 
mit  dem  asiatischen  Heere  vor  dor  Hauptstadt,  erzwang  Bringa«' 
16.  Au«,  ti-itt  und  wurde  am  16.  Auguot  963  vom  Patriarchen  zum  Kaiser  getrWl 
*®^     und  bald  darauf  mit  der  kaiserlichen  Witwe  Theophano  vermllhlt.    K*! 


I.  Dar  HAh«piLBkt  oottAa.  MjielitfBll«  nnur  d.  anBeiL  Dynuti«  (IK7~I02S).     {t85 


agiening  Nikuphoro»'  II  (%3     96!<)  und  dieaciiicr  Nachfolger  .lobannos 
EimiskeH  (U69— ä76)  und  Busiluios  Buigaroktonoi*  (976—1025)  l>e- 
ichnen  d«n  eigentlichen  Höhepunkt   b}-2»ntiiii)K-)ior  Miichtftlllu.    .Dnmftls 
chicii  Phokafl  wie  ein  Blitz  und  stünnte  gegen  die  Feinde  der  Rflmer.  .  . 
zenitart«,  vorhntnnt«.  fUhrt«  in  Uefaugenschaft  die  Städte  und  Länder 
Barbaren.     IIIyriad«n  d«r  Fromdlftndor  erschlug  or  und  br«iteto  aas 
Ic  Herrschaft   und   die  Macht  der  Itömer.     Es  zitierten  die  Araber;   diu 
tenier  und  Syrer  hebten;  ea  zagten  die  Sarazenen  und  die  Türken  flohen, 
nnd  die  Rdmen  «robortcn  ihre  FlStze  und  Landschaften  und  Phoka»'  Name 
^KU*  furchtbar  bei  allen.*') 

V        Nikephoro»   hatte  eine  vorzügliche  Armee  herangebildet;  Armooici' 
nnd  Iberer,  Slaven  und  ){uf»en,  geworbene  fremde  SiUdner  bildeten  den 
em  derselben.     Da«  Militärbudget  verschlang  ungeheure  Summen,  und 
Volk  war  erbittert  Ulwr  den  »chwereD  Steuerdruck,  wctchun  der  nicht« 
liger  aU  liberale  FUrst  über  die  Ci%i)bevaikerung  verhängte.  Auch  die 
eistlichkcit  mit  ihren  reichen  Besitzungen  wurde  sehr  energisch  zu  den 
»iohslosten  herangezogen.    Der  Qble  Wille  de«)  Klcni»  machte  daher  dem 
jser  überall   Oppoüition.     Um  den  Patriotismus   seiner  Krieger  aiuu- 
11,  verlangte  er,  doaa  alle  im  Kampfe  gegen   die  Mushmen  gefallenen 
m  fljr  MSrtyrcr  seilten  crkifirl  werden.    Es  war  lodiglich  prioeter- 
Verstocktheiti   aU    der    hl.  t'olyeuktoH,    der    damalige    ökumenische 
fttriarch,  unter  Berufung  auf  die  Kannnes  des  b).  Baüiteios  die»  rundweg 
3lilug,  oKschon  ihm  die  Kirchengeschichte  bei  etwas  mehr  gutem  Willen 
bei   grösserer  Vaterlands!  Jclio  l'rfizodenzfiillu  an  die  Hand  gegeben 
Ute.     Aber   freilivb   d(.>r   »ehr   verständige   Xikephoroa    hatte   auch   dem 
BvemUnftigen   und   Übermässigen    Klontei^   und   SpitSlergrUnden    t^inhalt 
etJian,  und  das  verzieh  ihm  die  tiei«tliclikeit  nicht. 

Die  Geistlichkeit  verdarb  auch  des  Kaisers  Kirchellpolitik  gegenüber 

DiRsidenten.     Auf  seine  Einladung  hatte  der  jakobitische  Patriarch 

Antioehien    «inen    Aufi-uf    an   seine   Olanbcnsgeuossen    erlassen  zur 

nudertievri] korung  dos  veriideten  Molitone.     Auf  die  feierliche  Versiche- 

ig  des  Kaisers,  die  traurigen  Chalkodonquälereien  nicht  wieder  zu  be- 

incn,    strßmten    die    Syrer   massenhaft    herbei.     28    syrische    Kirchen 

iimückten  die  Stadt,    zahlreiche   Klfister  erhoben   sich  in  derselben  und 

Umgegend.  Im  CQnobium  von  Bürid  nahm  der  Patriarch  Mar  J  diannan, 

sannt  Srigta  {965—985)  sein«  Ke»idenz.     Es  war  politisch  %'on  höchster 

Fichtigkeit.  dass  das  Römerreich  auch  als  Schutzmacht  der  orientalischen 

risten    gelte.     Allein   der   griechische   Erzbischof   von  Meliteno   brachte 

auH   kleinlicher  Eifersucht,  unterstützt  vom   Patriarchen,  dahin,  dnitH 

mit  offenem   Wertbnicho   die   syrischen    Bischöfe   durch    Gefängnis 

Zitationen  nach   Konslantinopel  und  ähnliche  Massregeln  zur  Union 

ringen  wollte.  Alle  die  kleinlichen  Vexationen.  Über  welche  die  Griechen 

der  htteinischen  Herrschaft  klagten,  übten  sio  selbst  als  Uerrscbor 

en  ihre  nyri'^choii  Glaubensgenossen  aus  und  zeigten  damit  genau  dieselbe 

litiadie  Kurzsichtigkeit  wie  die  Lateiner. 


9Cn    ST 


965-1 


>)  Otnt  Hanuriol.  diI.  Muntlt  pg.  861. 


986 


Abrtas  der  bjrxanÜDiBchea  KaisergaBohioht«. 


H  [)or  Vorsuch  l^ttoa  des  Grossen,  durvli  eine  Heirat  äas  alK-ndUindiadH 

W        Kaixortuni  mit  dorn  ostrOmischon  zu  verbinden,  tvcheiterte  teils  au  itm 
B         üngoscliick  dtis  hoissblUtigvu  Uiploinat«n,  äe»  Bischofit  Liutpraod  von  Ctp{ 
H        tnoiia.  teils  an  den  hochgomti^s^non  Ansprüchmi  üttos,   der  naiv  g^nn; 
H        war,   von  den  Griechen  eine  Abtretung  ihrer  unteritaliscben  Besitzung 
H        als  Morgongabc  für  Thoophanii  zu  verlangen. 

■  064  Qromartig  waren  Nikophoros'  Erfolge  i»  Anoii.   964  crobi-rtt)  or  An 
H  066  üaibos,  Rosos,  Adana  und  Mopsuhestia,  905  fivl  das  schon  im  Jaliri-  zuvn 
H         belagerte  Tarsos  mit  unenneselivlier  Beufe  in  seine  Hände.   Qleichzi^iti); 
^t,       wann  die  Flotte  initor  dorn  FatriciuH  Nikotas  Kyproa  zurQck.    Nach  iwf»-" 
^PM8  j&hrigur  Pause  nahm  dor  Kaiser  968  dt^n  »»iiatitsvhcn  Krieg  mit  oinor  Anaw 
H        von  80000  Soldaten  wieder  auf.  Diesmal  galt  vs  der  syrischea  Haupt«tadi 

■  Antiochien.  Laodikeia,  lÜerapolis,  Aleppo.  Arka  und  EmoHB  wurdt-u  ^ 
H  nommen;  Tripolis  und  Dnmaskos  KaliÜen  Tribut.  Während  des  \Viiil«rii 
H  gelang  «ü  dum  kiibtion  und  toloutvollon  BurtxoB,  wolchor  das  bei  AntiocbiM 
H  ««tationiertu  Beobachtung»korpH  kommandierte,  mit  Hilfo  dos  aus  den  kiti> 
H  kitoclien  Winterquai'tieron  horboigeoilten  l'etros  die  wichtige  Houptotadl, 
I  nachdem  sie  328  Jßhru  den  Ungläubigen  gehorcht  hatte,  wieder  den 
H  Christenroiche  zurückzugewinnen.  Der  miüSvergnUgU»  Kawur ,  der  p>- 
H  mcH»üui3n  Befehl  hint«^rlii.'»en  hatte,  diesen  Siegeslorbeor  ihm  zu  rcscnrieno, 

■  entsetzte  beide  Generale  ihre.s  Kommandos. 

K  KdelmUtigcr  war  er  gegen  den  siegreichen  Eroboror  von  KypfM. 

H         Niketa«,  der  bei  dem  miesglUrkten  Versuche  Sicilien  wieder  zu  gewinnto, 
H         in  die  GefangeuHchaft  der  Fatimideu  von  Kaiman  geraten  war.     fir  IM» 
^^^   ihn  aus  gegen  da»  in  Syrien  erbeutete  Scliwei't  Muliamniads. 
^^B  Den  Stolz  der  j^it^enossen  über  den  Wiodergewino  von  äyrieo  mi 

^^^   Mesopotamien  diesseits  doa  P^iiplirats  drückt  die  Kenausgabe  von  HterokJH 
H         Ucich»bo»chreibung  aus,  welche  dieMü*  Zeit  angcliArt  und  den  unter  Nik^ 
H         phoroü  wiedergewonnenen  Roichfiunifaiig  darstellt.     Es  oind  absicktticb  — i 
H        weil  den  Unglüubigon  botniSssig  —  der  grOaste  Teil    von  Mosopotuau 

■  jenseits  des  Euphrats,  PhUnikien,  Palästina,  Ägypten  und  Kyrenaika  nf- 
H         gelassen. 

H  Ebenso  kraftvoll  war  Nikephoroa'  Politik    auf  eoropAiachem  Bato. 

W         ^^  <ies  Caren  Symeon  Siege  zu   i'ttchen,  plante  er  eine    völlige  UbM-I 

werfung  des  Bulgftren.stnatci4.     Nach  der  Eroberung  von  Tarsos  rtckt*  tr 
965  965  gegen  Bulgarien  vor  und  vorband  »ich  mit  dem  wildo»  HuaMi  Sfj*'' 
toslav  KU  einer  gemeinsamen  grossen  Operation.    Dieser  erschien  Aasd 
.ug-Bfi7  9(i7  mit    einer    starken    Korsarenflotte  an  der,   SulinaniQndung.     UrfW 
und   andere  Donaustüdto   Helen   dem   gewaltigen  Kriegtihelden   zu,  dornj 
l*i'üalavec  sein  Winterquartier  bezog.    Aber  den  Byzantinern  ging  w. 
'     einst  den  Atlienoi-n  mit  ihrem  Freunde  Sitalkos,  dem  <)diyw>n.    IWe  nW«^] 
schmetternden  Erfolge  der  Küssen  erschreckten  die  Griechen  eben«  «fcf 
wie  die  Bulgaren.  Schnell  schloss  der  Kaiser  mit  Peter  dem  Heiligen,  ifß 
Bulgiuencaren,  eine  durch  WochMjlheiratou  und  Oeisselstellung  bulgarlBfi*  [ 
I'rinzen  befestigte  Allianz,  und  ein  Einfall  der  Patsinoken  rief  diuKu«("j 
M»  969  nach  Kyjev  zurück.   Doch  bereits  im  Frühling  do«olb«)  Jahro6k*Ji*j 
SvjatoBlavnachBuIgarien'und  .nahm  Pr&lavec  mit  der  Lmnztt'.  ÜarBontl 


'.  Dar  BOhepnnkt  MtrOm.  IhehUfllle  noter  d.  armen.  Dynutie  {ä67  -  I02ö).     9g7 


OfilJ 


rard«  eein  iiefangenor.     Suin  Angi-iff  auf  (las  KomäciTC-icli   ßllt  buroit« 
nter  diV«  nachfolgende  Itogiening, 

Nikt>phoroü'  Uitbcliubtliciit  bosctii'änkte  sich  Auf  die  Hauptstadt;  in 
an  Provinzen  war  ullcs  ruhig,  und  die  Suldnton  vorgtittc-rtcn  ihn.  Er  flvl 
urch  eine  VerachwiSning  missvergDÜgter  Oflixieie,  zu  denen  der  zorück- 
eaetztc  Burtzcs  und  vor  allem  »ein  Neffe,  der  ftDiigste  aller  rftminchen 
lenerale.  Johanne»  Tziinirskcs.  goliürten.  Die  oigoiic  Unttin  Thoophano  war 
em  Anschlag  nicht  fremd.  10.  Dczouibor  969  fiel  der  grosse  Uerr«chor.  lO^^D. 
od  unmitt«tbar  darauf  wurde  .Ijohannes  TEimiskes  zum  Kaiser  aua- 
erufcn.  Er  war  ohne  Krage  nächst  Nikephoros  der  fähigste  General  des 
Leiches,  ein  nationaler  Arnieuier;  mit  Begoistorang  redeten  8cino  Land»« 
mte  von  Kiur  Zan  {Imvit;)  dem  RUmerkaiser.  Diese  Ahkunft  schadete 
einer  PopulariLSt  bei  dt-n  Griechen  nicht*;  waren  doch  dio  hohen  MilitJlr^ 
Osten  damals  fast  regehnässig  mit  Aruicniorn  und  Iberern  bosetzt.  Dio 
krnst  de«  Volkes  gewann  er  rasch  durch  seine  noble,  nahezu  verschwen- 
«rische  Art,  welche  von  dem  sparsamen  Haushalt  des  NikephoKta  stark 
bstuch  und  8.ioh  auf  die  Dauer  auch  nicht  lialtcn  Ho»«.  Polyvukto.s  der 
"atriarch  wollte  Johannes  wegen  seiner  blutbefleckten  Hände  nicht  krönen; 
lidwsen  der  hl.  Mann  Uess  mit  sich  handeln,  und  um  den  Preis  der  Kus- 
{emng  von  Nikephoros'  nlltzlichen  Kirchenge-setzen  ward  Johannes  ge- 
■Ibt  und  gekrSnt.  Er  hat  Übrigens  nach  Polyouktos'  Tode  (970)  »eh  ^"^^ 
«inem  unbotmäüsigen  hierarchischen  Nachfolger  gegenüber  durchaus  go- 
irachsen  gezeigt.  Ein  Prio.'it«rknecht  war  der  annenische  Kaiser  nicht. 
.  Theophano.  dio  von  einer  neuen  Heirat  geträumt,  sperrte  er  nach 
Iferdienst  ins  Kloster;  dagegen  die  beiden  kleinen  Kaiser  wurden  von  ihm 
nit  derselben  Ehrenhaftigkeit  als  Amtskollegen  respektiert  wie  von  Nike- 
ftoros,  .er  begnügte  sich  mit  dem  Posten  eines  Premierministers  und 
Kn  kai«orlichcn  Hang,*') 

Einen  gefUhrlichen  Aufruhr,  welchen  Nikephoros'  Bruder  Leon  und 
Nile  beiden,  gleich  ihm  in  leichtem  Gewahrsam  gehaltenen  Si^hne,  alles 
iprobte  Militftrs,  erregten,  wurde  970  nicht  ohne  Milho  gedftmpft;  die  ^'"^ 
ebellischcn  Prinzen  traf  sämtlich  die  Strafe  der  Bleudung.  In  der  üuesoron 
'oh'tik  unteriiess  er  Nikephorps'  kleinliche  Tracasserien  und  Etiketten- 
treitigkeiten:  die  Schwester  der  kleinen  Kaiser  Thcophaiui  wurde  972  "'^ 
ich  Italien  geschickt  und  mit  Ottos  Sohn  vormilhlt. 

Zuhlreiche  .Manichller*  und  Paulikiuner  sind  durch  Tzimtskes  um 
hilippupülis  angesiedelt  worden.  Er  uhmto  damit  das  Beispiel  des  flbet^ 
u  tüchtigen  Konstantinos  V  nach.  Schon  durch  seine  Nationalitat  stand 
r  dicAcn  Gemein.«clmften  nicht  mit  dem  finsteren  Fanatismus  der  ortho- 
)xen  Eiferer  gegenüber.  Er  mochte  auch  richtig  berechnen,  dass  diese 
ipferen  Scharen  als  Schutz  der  Hämusgrenze  unendlich  wichtiger  seien 
•  in  Asien,  wo  Hamdaniden.  Hoiden,  Öaffiriden  ii.  s.  f.  sich  um  die 
|pto  des  vflilig  entkräfteten  ('halifenreichs  herum)«chlugen,  und  von  wo- 
bt keine  ernstliche  Gefahr  drohte.  Dieso  thrakischen  Paulikianer  haben 
toll  auf  die  neubokehrtcu  Slaven  durch  ihr  reineres  und  innigeres  C'hristen- 


*)  8»  <iiArak(arwert  FioUjr  I  897  treffand  dna  VerbAltni«. 


fi88 


AbrUa  dar  byzantiniBcben  Sa 


027-08*»  t»im  eiiigawirK  Unter  Oar  Peter  (927— «68) 
JorcniiAH  diese  Luliru  iint«r  «einen  Landtsk-uton; 
woluliu  xio  unter  Bulgart>n  und  Orivchen  machb 
von  d«r  geringen  Anziehungskraft,  welche  die 
auf  diij  GeiuQt«r  au«abt«. 

Eines  tilcbtigon  KriogOTS  an  seiner  Spitz« 
melir  <lenn  je.  Der  fürchterliche  Svjatoelav  hat« 
de«  Hulgnrenroiohs  gegen  Ende  von  Xikephorj 

mo  Thruko  gewandt;  970  Oberachritt  er  den  Htlindl 
stflnnender  ITund  tinU-r  unnionscblichon  Greueln.  | 

9T0  Jalirgelder  angeboten,  eilte  herbei;   &>   kam  97t 

VTl  Schlacht  von  Adrianopel.  tVilhling  »71  Uberad 
den  sorglosen  Barbaren  unbü»ctzt  gelassenen  j 
vor  GrosB-PrPslav.  Trotz  tapferster  Gogonwehr  efl 
die  Griechen  Stadt  und  Burg;  der  gefangene  u 
lind  von  Tzimisbes  hochgeehrt.  Nur  durch  Ten 
in  Drster  (Doi'o»toluiii-.SiIiKtria)  sich  hatten:  inastt 
dem  Kaiser-Befreier  zu.  Eine  gewaltige  Schl^ 
Stadt  wurde  durch  die  rUniische  Reiterei  m  Ci 
schieden.  Nach  dreimonatlicher  Belagerung, 
die  rOniifiC'ho  Flotti-  untcrstntztc.  und  nach  oinemi 
2i.  Juli  fall  '22.  Juli  071,  musste  der  etolse  Kusse  kapi^ 
^^'  freien  Abzugs  hin.  Qem&ss  dem  Wunsche  des  j 
bewilligt«  iliiii  Tzimiskes  auf  der  Donauinsel  ^ 
niitlclbur  darauf  fuhr  iVw  KoriMirenllotto  nach  dd 

972  MeerCB.  Frühling  ti72  fiel  S\-jatoslav  im  Kan 
und  deren  FOrtit  Kur  benutzte  seinen  Schädel  8 
T;!iini»kos'  Erfolge  Ubcrstrahttüu  die  dos) 
greifen,  dasu  dio  Zoilgenot^tKin  einer  solchen  ^ 
Aufstieg  zum  Throne  verziehen  haben.  Das  Bulj 
der  ächrecken  Ostroms,  tag  zerschmettert  and| 
des  Itomäorbasilous.  Allerdings  war  die«o  V^ 
Nation  das  Werk  der  Russen  gewesen;  aber  i 
besiegbaren  Nordländer  hatten  sich  der  Ubd 
RHmers  nicht  gewachsen  gezeigt.,  und  so  fiel  ol 
Kampfe  der  borrlicho  äiege»<prt*is  in  seine  HRtidi 
Dio  naivuii  Bulgaren  meinten,  Tziniiskes  t 
Per  tüchtige  ItealpoHUktT  hat.  wie  er  nicht  ai^ 
einf'iii'h  annektiert  und  so  dem  Reiche  die  | 
zurückgewonnen.  Dio  Oarcnkrono  weJhtd  er  i 
der  Hauptjutadt;  Boris  musste  den  Purpur  und' 
würde  ahlogon  und  erhielt  als  magere  Apanag^ 
der  Patriarch  Damian  von  Drster  wurde  abgot 
bulgarischen  Kirclienfüraten  —  selbstversttlndlij 
wie  Vor  AJter»,  zur  Ubediouz  des  ökumuiiisclu'il 

1163  hulgarien  (Makedonien  und  Albanien),  das  .Cftrj 
land  toagerissen,  behauptete  sich  ein  national  ig 


J 


sr  BiMiepiiiikt  oattOm.  MachtfOUe  tinUr  d.  anSftD.  Dynastifl  <$67— Iu2ä).     ggg 


t«Qich  ziemlich  kümmerliches  ßulgarenreicli  unter  den  vier  „Grafensiihnen*. 
)as  itit  die  OroHslhat  do8  Johannes  TzimUkes.  Sein  öicgrcicbe»  Schwert 
lat  diu  Slavitiigtifuhr  für  diiti  HoinÜLirrtiicb  beseitigt  und  die  zw»i  w«it«r4>D 
'abrkunderte  seiner  Existenz  ermöglicht. 

Nach  dieser  glon-eichen  Vollendung  seiner  europiUschcn  Aufgabe 
raiMlto  sich  der  Kaüucr  nach  Asien,  wo  er  972—976  mit  seltenem  Glück«  972  -i»7ii 
»cht  und  die  Macht  des  öricchenroiches  noch  einmal  auf  einen  Hühe- 
niokt  erhob,  den  in  den  schweren  Tagen  des  Pogonatns  und  der  hsurier 
luch  der  kUhnette  Enthuniast  nicht  T.a  prophezeien  gewagt  hUtto.  Die 
[roasen  Krfolgo  der  Christen  hatten  eine  Allianz  der  Muslimen  zur  Wiedor- 
[ewiiinung  von  Autioi-bien  herbeigeführt.  0ie  Leiter  waren  die  buchst 
nergiachen  FAtimiden  Ägyptena,  welche  ihre  Suprematie  auf  Syrien  geltend 
:u  machen  bognnnen.  Aber  der  tapfere  Kunucb  Nikdtī  rettete  Antiocliien. 
Ulein  die  Kinuabmo  von  Nisibis  durch  diu  Byzantiner  erachreckte  die 
Htubigen  dermassen,  daas  H''A  der  Glaubenskrieg  von  Bagdad  aus  ge-  9~i 
mdigt  und  eine  allgemeine  Erhebung  der  Muslimen  organisiert  ward. 
[)u  byzantiniitclie  Heer  eilitt  bei  Aniida  ©ine  schwere  Niederlage.  97-t  B"* 
Ibernahni  Tziniiiikes  selbst  dos  Kommuudu  und  leitete  die  glanzvolle  Ex- 
wdition  nach  dorn  oberen  Tigris  und  nach  Syrien.  Amida  und  Martyropolis 
irgaben  sich;  die  dortigen  Emire  zahlten  Tribut.  Hierapolis,  Apameia, 
Bmesa  und  Heliopoliti  wurden  ohne  noiinenswerton  Widerstand  genommen. 
Br  Bbenchrilt  den  Libanon  und  eroberte  Borytoa,  von  wo  er  das  Stadtr 
ftlladium,  das  Bild  des  Gekreuzigten,  nach  Konatantinope)  sandte.  Syate- 
natisch  wurden  damals  die  'istlichen  Städte  von  den  Byzantinern  im  Interesse 
Im  Tempels  der  hiinmlischeu  Weisheit  ihrer  Reliquien  beraubt,  wie  die 
Baubscharen  des  Direktoriums  in  Italien  ihre  gierigen  Uände  nach  den 
ÜBOBtschätzen  der  italienischen  Fürnten  ausstreckten.  Aber  vor  dem  festen 
Fripolis  )*cheiterte  de.t  Kaisers  Kriegskunst.  «Und  die  Völker  waren  in 
poeMcr  Furcht  vor  Tzimiskes'  ürimm.  Und  er  dehnte  das  Reich  der 
UOnicr  aut;:  oa  flohen  Sarazenen  und  Armenier;  es  bebten  die  Perser,  und 
na  allen  Seiten  brachten  sie  ihm  Geschenke  dar;  sie  baten  ihn  um  Gnade 
fi^  Frieden;  er  zog  ans  bis  gen  Edessa  und  an  den  Kuphratstrom ;  und 
He  Erde  war  erfüllt  von  den  Heerlagern  der  Römer.  Syrien  und  Phünike 
wurden  zerstampft  von  den  rüniischen  Kossen.  Er  «rfocht  gewaltige 
Siege,  und  das  Schwert  der  Christen  mähte  gleich  der  Sichel.'') 

Freilich  fehlte  viel,  das»  diese  ephemeren  Eroberungen  zu  dauernden 
«urden.  Die  groa.senteils  islamitische  Bevölkerung  der  eroberten  Städte 
hatte  nur  der  erste  Schreck  unterworfen;  sie  gewährte  keinerlei  Garantio 
&  treues  Festhalten  am  Reich.  Sogar  das  befreite  AntiochJen  schloss 
iua  Kaiser  seine  Thore  und  keimte  erst  nach  Tzimiskett'  Tode  wieder  untei^ 
*orfen  werden. 

T^imiskw  scheint  das  KrebsUbel  des  Reichs,  die  Ausdehnung  des 
l'MdaUsmus  und  des  Qrossgrundbesitzes,  welcher  die  freien  Bauern  aus- 
«tteto  und  Weidewirtschaft  einftUirte ,  wolil  erkannt  zu  haben.  Die 
itigon  Militirfamilien  wie  die  Phokas,  die  Sktcros  u.  ».  f.  gewannen 

)  a«org  Banurl.  ed.  Uuralt  &  8S&. 


MO 


Abrima  der  br«&DUiilaoh«n  KmiHrgMchlebt«, 


10.  Jan 

97K 


durch  ilir«  ungoheucrn  Latifiindien  in  den  Provineen  und  die  Schar  i 
ergebenen  Anhfingcr  t-ino  ftirstenlllinliche  Stellung.  Immer  mehr 
der  alfcrOmische  Militär-  und  B^amk'oetuat  vine  mittvlallvrlich  hovlixd! 
Physiognomie  an.  l'zimiakes'  hitterer  Ausspruch  über  den  unersättürhi« 
Eunuchen,')  dem  die  Kaiwr  wie  Soldner  dienen,  för  dessen  Nutxen  allni  , 
dat(  Land  eich  eritchüpft  und  die  bnivvii  Krioger  bluten,  erregt«  gewfa*  | 
den  Schrecken  der  Beteiligten,  weun  auch  die  Krzlihlung  von  dem  Gift, 
welches  ihm  angeblich  der  mnAchst  dem  kaiserlichen  Zorn  ausgeaetttej 
allmüchUgc  Itcichskunxler  Baxileio»  boibringon  lies«,  naive  Volkwä^  irffl 
Auf  dorn  HUckinttrsch  nach  der  TTauptstadt  in  der  BUlto  seiner  Jahre,  i-ni~ 
üinundfUnfzigjähng,  starb  der  grosi^e  Heldenkaiser  10.  Januar  {t'ti  piOUlirb 
dahin.  Solch  ein  unerwartotes  Ereignis  konnte  in  der  Anscliatmng  de« 
Volkes  nntiirlit-h  nur  das  Werk  echw&rzer  Inlriguon  sein. 

Da»  übel,  das  Tzimiskes  andeutete,  wucherte  fort,  tmmer  mplir 
wird  in  der  Folgemt  der  Staat  ein  Spielball  der  gi-ostwn  Familien.  Vlel- 
It'idit  hätte  ein  eiserner  Milit^  und  fiirchtorlicbor  Kraftmensch,  wio  Salli, 
mit  planmätwigen  Blutaeutenzen  hier  noch  einmal  durchgreifen  kftnani 
Kr  kam  nicht,  nnd  als  ea  Andronikos  der  Komnene  xweihundert  iahn 
später  versuchte,  war  es  xu  spRt.  Eine  oigontBmliche  Erscheinung  di 
Periode  ist  Huch.  A&sk  mit  der  unt^-r  den  Mukedoniern  Wurzel  fi 
Legilirnitüt  auch  ein«  Art  Ilausmeiertum  sich  einstellt.  Die  frilli»«« 
roiu  militärischen,  meist  durch  die  Armee  oder  die  niilitürische  K<pn»p- 
ration  mit  dem  Purpur  bekleideten  Kaiser  sind  gleiclizcttig  eine  in  An 
Weltgeschichte  nicht  wiederkehrende  Serie  geradezu  auwrleisener  Fürstrn 
von  phänomenaler  kriegerischer,  wie  staatsmfinnischer  Tüchtigkeit.  [•*» 
dynastische  Gedanke  echlieest  die  Wahl  des  Besten  eo  ipso  aus;  die  Mehriwit 
der  Itegonten  ist  mit  Naturnotwendigkeit  massig  oder  schwach  begaK 
Daa  Altertum  kennt  nicht  die  ausgebildete  Stellvertretung  de«  Regeirta 
durch  die  Minister,  wie  sie  iu  den  konstitutionellen  Staaten  beeteU. 
Etwas  Annäherndes  hat  aber  das  X.  Jahrhundert  in  Byzanz  geechaff«. 
Die  ecliWBchen  Hände  der  legitimen  Purpurträger  vennochten  nicht  dif 
faktische  Regierung  zu  fdlircn,  und  so  sehen  wir  in  ziemlich  rcgebntaiger 
Folge  hochbegabte  Militärs  die  wirkliche  Leitung  des  Staatswesci»  fthrt«. 
Diettc  Iteichsregenten  de  facto  werden  mit  der  Kaiserkrone  gesduvflcfct 
und  80  dum  legitimen  Kaiser,  der  wie  Konstantinos  'VII  ein  Haov  it* 
Studierstube  oder  wie  Bitöileios  II  ein  Kind  ist,  vßltig  gleichgestellt.  & 
lässt  sich  nun  nicht  leugnen,  dass  zwar  weniger  die  Lekapener,  W 
aber  Nikephoros  und  Tdmiskea  dies  Nebenkaiseramt  zum  bOc! 
Segen  dos  Reiches  verwaltet  haben.  Nur  diese  durch  die  CmstAnde 
zwungene  Konzession  hat  das  Reich  gerottet.  Seit  dem  Sturze  der  Lok»- 
pener  macht  sich  neben  dem  Militarismus  eine  civile  KabinettsrcgiemQ 
geltend.  Basileios  der  Eunuch,  des  alten  Romanos'  nnechter  Sohn,  t« 
Konstantinos  TU  bei  dem  Sturz  seines  üauwa  allein  verschont,  hat  Mh 
durch  sein  eminontes  Administrationstalent  allmählich  als  Senatsprbittnt 


')  Der  ScnnUiprasidenl  Bnnloios,  der  IiSpIibI  ßbige,  alwr  audi  Mlir  liilificrif v  BtftMJ  ] 
d««  KiüMn  Romauoe  1. 


j^"^" 


LSer  Habepnnkt  oatiOm.  Maohtfone  nnter  d.  umen.  t>7iiuUe  (fi6T']025].     901 


Utk)  Heicliskanzler  eiiio  gaoz  inipoDiorcii<io  Stolhing  on-ungon;  er  iot  gleicb- 
Mini  <\^•r  Talleyi-ÄiKl  der  damaligen  SoldaUmkniöor.  Bei  der  Krhebung  des 
Nike}>horos  wie  do»  Tziniiskes,  hatte  er  soiiio  liand  im  Spinl«  gehabt 
Jetzt  wurde  durch   ihn  der  zwanzigjährige  Baaileios  (97(i— 1U25)  xum  ^"''1'^ 

KietSndigen  Ilerrsclier  prükhuiii(.M-t.  Dio  Leitung  der  Geschäfte  blieb 
r  in  den  Hilnden  des  allmächtigen  Eunut-hcn.  Wenn  er  freilich  or- 
WArtete,  soincn  fili-stlichcn  Schtltzling  die  Hchattenrolle  seines  gelehrten 
Vaters  spielen  ZU  lassen,  »o  tilu8cht«  er  sich  gründlich.  Der  hochbegabte 
und  kriegstiJchtige  Fürst  beobachtete  ihn  mit  Aigwühn,  um  —  allerdings 
erat  nach  dreizehn  Jahren  —  mit  ganzer  Energie  zum  vemiohti-ndon 
Schlage  ftuxKuholen. 

Erst  20  Jahre  zählte  Baeileios,  ale  er  die  üerrscliaft  antrat,  sein 
Bruder  und  Mitkaiser  Konstantiiios  »ogar  nur  siebzehn.  Aber  während 
ilieM>r  nfu;)i  dem  WnnRcli  des  allgebietenden  Itetchskanzlera  ganz  den  Ge- 
nfissen  lebt«,  bat  Basileio«  mit  einem  fUr  äoine  Jugend  ungow&hnlichen 
Ernste  und  einem  seltenen  Pflichtgcliihl  sogleich  alle  bOßschen  Vergntt- 
gongcn  aufgegeben,  um  sich  ganz  militärischen  Studien  und  den  Verwal- 
tangsgeschüflcn  zu  widmen.  Unter  argwöhnischen,  stets  auf  Erniedrigung 
der  kaiserltchen  Macht  nuHgehenden  GroiD8on  hat  sich  TrUh  ei»  harter, 
misstranischer  und  grausamer  iCug  in  seinen  Charakter  eingefügt;  ein 
•olcher  Mann  kennte  kein  populärer  Fürst  sein;  ein  Erbalter  des  iteicfas 
ist  er  gewesen. 

Es  war  natürlich,  daea  die  Generale  und  die  Orosäen  zunächst  den 
Platz  des  Tziraiskea  anstrebton.  Nach  dem  bisherigen  Verlauf  der  Dinge 
tiatt«n  sie  auch  «llo  Aussicht  das  Ziel  ihres  Ehrgeizes  zu  erreichen.  Allein 
ihre  lieolinung  hatte  einen  falschen  Posten.  Ihiieu  stand  als  Iiogitimcr  kein 
Porpbyrogcnnetes  gegenüber.  Die  erste  Stelle  unter  diesen  nahm  der  in  Asien 
kommandierende  General  Burdas  Skieros  ein;  durch  den  licichskanzler 
Baaileios  von  seinem  Poeten  verdrängt,  erhob  er  die  Fahne  des  Aufiruhrs 
U  der  Otttgrenzc.  und,  unterstützt  von  den  neuen  Untertlianon,  den  isln- 
nitischen  Feudal fUriiten,  »chlug  er  die  rßmiscben  Anneen  zweimal  aufs 
Haopt,  überschwemmte  ganz  Kleinasion  und  bedrohte  ernstlich  die  Reichs- 
faaaptsladt.  Skleros  schien  ein  zweiter  Kikephoros  zu  werden.  Allein  die 
Keotralregienmg  liolte  in  ihrer  Bedrängnis  den  längü^t  in  kaiserlicher  Uti- 
piade  nach  einem  chiischen  Klostor  exilierten  Kivalen  des  Skloros,  den 
Bardaa  Pbokafi,  wie  einst  Uerakleios  den  PhiUppikos,  aus  seiner  beschau- 
lichen MOnchsklause  heraus  und  übertrug  ihm  das  Kommando  Über  die 
loyalen  Truppenkßrper.  Aber  Skleros  war  als  TakUker  dem  Phokas  Uhor- 
l(^n.  Zwei  Schlachten  bei  Amorion  und  Basilika  Therma  (Thema  Chai'- 
sanon-Kappadokien)  gingen  für  den  Reichsgeneral  verloren.  Er  musste 
B&ch  Iberien,  um  bei  dem  treuen  Verbündeten  des  Reichs,  dem  Kuropalaten 
David,  neue  tiöldner  zu  werben.  Kino  dritte  Schlacht  am  Halys,  bei  Pau- 
Italoiii,  begann  gIcichfalU  unglücklich:  doch  im  Zweikampf  warf  Phokaa  den 
Sderot)  Vom  Pferde:  ida  diese«  ohne  Reiter  durch  die  Reihen  der  Rebellen 
ntte,  hielten  dieselben  den  Feldherm  für  gefallen  und  lösten  sich  in 
«ilder  Flucht  auf.  Ende  Hochsommer  979  musste  Skieros  auf  arabisches  ffj» 
Gvbiet  fliehen,  wo  er  vorläuÜg  in  Haft  gehalten  wurde. 


Abriaa  der  byxMituiiscben  EaiaM-gMoliiebt«. 


13.  Aug. 
"97 


Bt48 


Diu  acht  folgenden  Jalire  behielt  Phoicss  sein  hohes  Kommando 
OenerulisHtinus  der  uxintiKchon  Antioo;  er  kämpft«  glOcklicb  gegen 
Sai'azenen  und  zwang  den  Emirat  Aleppo  zur  Tributzahtiing.  Aber 
Energie  des  Überaus  Willensstärken  Basileios,  welcher  durcbAUE  k( 
Scbattenkniftor  »ein  wollte,  sondern  wio  ttein  gleicbnnmigtir  Ahnherr  lUt' 
ZOgel  d(m  RogimunU  »elbst  stramm  unzog,  erregte  das  L>hhaft«flte  Sit»- 
vergnügen  der  in  die  höchsten  Civil-  und  ftlilitärchargen  ^tcb  teiluil« 
Magnaten.  Der  Kaisermacher  Ba&ileioa  intriguiorte  wie  üblich,  ni 
15.  Augui4t  987  liess  sich  Bardas  I*hokas  in  dem  Paläste  dea  Eoetatkiw 
Malelnott  (Thema  GhorsiAnon)  zum  Kait^er  uu»rufen.  Gegen  ihn  lieasea  die 
Araber  als  zweiten  Gegenkaiser  mit  einer  Armee  chritttiicher  ObefUubr 
den  Bardas  Skieros  lo».  Allein  Phokas  bemSchtigte  sich  seiner  und  «raadbt 
nun  Bcino  ganze  Energie  gegen  den  rechtmSssigen  Kaiser.  988  untemrf 
er  den  gri5»Hten  Toil  de«  Kcrnlaiidob  Kloinasien;  der  Legitime  wurde  mä 
diu  Hauptstadt  und  die  von  den  Bulgaren  überschwemmt«  HämushaUaiinl 
beiichränkt  Da  zum  erstenmale  wurden  die  russischen  HilfsrQlker.  die 
Varangcr,  die  Retter  des  Reich». 

Bis  in  diu  Zeiten  dos  Basileioa  hat  Cberson,  die  uralte  Grieche 
dea  tauriüchen  Cheraonesoa,  welche  so  todesmutig  Justiniana  II 
widerstanden  hatte,  ihr  tiriechentum  und  ihre  a]tre[>ubUkant»ch-ttristoknf^ 
tiaohe  Autonomie  bewahrt-  Seit  Kaiser  Theophilos  ward  allerdings 
Aufeicfatsbeamter  ein  rOmiecher  Strategos  hingesandt:  indessen  rid  xo 
bedeuten  hatte  diese  Spitze  der  Civil-  und  Hilitärbureauk  ratio  nicht  MtJ 
rückte  Vladimir,  Svjatosinvs  Sohn,  mit  einer  starken  rusaiBdien  Krmtt 
vor  die  llvIlenL-usludl.  Wio  einst  Amida,  dos  Bollwerk  gegen  die  Vena 
im  Kav&dh-kriege.  so  Eel  auch  Cheraon  durch  den  Verrat  eines  frieeten. 
Aber  die  damaligen  HuBsen  waren  nicht  mehr  .da»  .wliousHÜche,  gottleM. 
ungläubige  Volk"  dos  Photios;  Vladimir  begehrte  und  urbielt  diu  hl.  Taufr 
in  der  Pauagiakirclio  zu  Chureou;  mit  dem  römischen  Reich,  dem  eebsa 
seine  Vorgänger  zaHlrBiche  Suldner  geeteltt  hatten,  li-at  er  in  eng/Ae 
Froundacliaftebeziehungen,  als  des  Kaisers  jüngere  Schwester,  lUe  purput- 
geborene  Prinzessin  Anna,  >«ich  mit  dem  russischen  tirowfilrsten  m* 
heiratete.  Diu  oroborte  Stadt  gab  or  wieder  den  Rdmern  zurück.  ü">- 
liorBam  tauchte  auf  des  QrossfUrsten  Gebot  setn  treues  Volk  »ich  in  di> 
Fluten  dea  Dniepr,  um  durch  griechische  Priester  und  Manche  .die  heili|i 
Erleuchtung'  zu  empfangen.  Die  Taufe  des  hl.  Vladimir  ist  eim»  der, 
wichtigaton  Daten  in  den  Anualon  der  orthodoxen  Kirche;  ee  iat  dio 
liurtnstund«  dvr  geistigen  und  kirchlichen  Erbin  der  anatoUsehen,  dt 
russisclien  Kirche. 

Auch  die  politischen  Beziehungen  zwischen  den  Uerracbom 
iCarigrad'  und  von  Kyjov  blieben  ungetrübt  die  besten.  Mit  den  fr 
angekommenen  russischen  Hilfüscharen  und  der  kaiserlichen  Armee  xe 
die  regierenden  Brüder  Basileios  und  Konstantinos  gegen  die  von  Pli 
belagorte  Seeburg  Abydo«,  den  hoehwtchtigeu  Sohiaaml  des  Heil 
Beide  Heere  standen  sich  kampfbereit  gegenüber.  Nach  seiner  Qtmh^j 
heit  war  Phokos  eben  im  Begriff,  sich  im  Zweikampf  mit  BosileiM  v] 
messen,  als  or  nach  einem  Trünke  kalten  Wassers  plötslicli  tot  vom  ffifdr 


Hftliepnnkt  oatrOm.  MaobUtlUe  tuiUr  d.  armen.  DfnaatiB  (867—11)25). 


993 


^flrzlo.    In  wilder  i'anik  liefen  di<>  Kebellenscharen  ausoiiiander.    So  fttnd 
Ur  Bürgerkrivg  April  9S9  soiti  plötKlichcs  Ende.     Per  gafangonc  Bardas  999 
)Uero6  ward    vor  den  Kaiser  geführt.      .Vor  8cilch  einem  Manne  haben 
lir  noch  gestern  gezittert*,  rief  Baaiicius  au»,  aI»  der  unliehilflich«  kor-       i 
lento  tiretft  noch  in  den  roten  KaiscrHcbuhen  vor  seinem  i-echtnifissigon 

erschien.     Er  ward  begnadigt  und  i<tarb  bald  darauf.  I 

Nun  traf  endlich  auch  »»in  roichHch  verdiente»  Sebicki«»!  den  alten 
lescbmied,   den  Keich»kanz1er  Basiloio».     Kr   ward   mit  summariacher 
[sbiiiettsjustiz  all  seiner  Ämter  und  Würden  beraubt,  sein  fabelhaftes  Vor-       1 
)»Ogen,  mit  dttni  er  eine  ganze  Armee  iinterbalten  konnte,  konflKEiert,  »ein 
ftimt   der   Plünderung    des  hauptHtädti»i'hen   Mob  pieiiigugeben  und  er 

EtoittHt  in.t  Kxil  geaandt  989.    Sechs  Jahre  spStor  wurde  auch  der  uner-  ^^' 
fueBlich  begüt«rte.  von  einer  Unzahl  bewaffneter  Klienten  umgebene  Gieiiz- 
■on  EuKtatbioH  Mah^'nei«  nach  der  Hauptstadt  entboten.     Er  »ah  seine 
[»padokische  Pfalz  nicht  wieder,  und  noch  seinem  Tudu  zog  der  Piakus 
no  Reichtümer  ein.   Den  angeblichen  Rat,  wie  er  am  besten  dea  rebel- 
lachuu  l*rovinzialadel.><  Herr  werde,  nämlich  den  Iteichen  zn  Ader  7U  lassen,        ' 
Igaiit  n«  nicht  kräftig  und  geßihrlicb  blieben,  hat  Baxileioä  würtlich  und 
SyeMmatisch  befolgt.     Einem  zu  Amt  und  Würden  gelangton  Parvenü,  der 
kdn  ganzes  lieimutsdorf  ausgekauft  und  in  eine  Villa  verwandelt  hatte,       I 
fttit  BaMleiofl  den  Pnlast  einreisten  und  den  Boden  wieder  an  die  Bauern 
Irerteilen.   Orientalische  äiiltaii.swiilkUr  nennt  man  das,  als  ob  der  moderne 
iRechtastaat*  mit  seineu  Säkularisationen  der  Oüter  der  toten  Hand  viel 
^ders  verfahren  wäre.     Fühlten    die   deutschen    Kirchenfüraten,   welchen 
jjer  Kt'ichödeputationsrezees  in  aller  Form  Rechtens  zur  apostolischen  Armut 

Cbolf,  sich  etwa  weniger  vergewaltigt  ale  die  von  Bnsileios  sequetitriorton        | 
idlonis? 
I         Sul>ald  Basileios    der  Kaiser  die  hochadeligen    Rebellen  bezwungen 
UU«,  lenkt«  er  auch  legislatonsch   in   die  Bahnen  seines  Urgrossvators 
Komanos   zurück.     Die  Spravhe  »einer  GesetzcBnovoUe  von  996  ist  von  996 
imcrhßrter  Heftigkeit.     Natürlich    waren   die  Vorordnungen  Ober  die  Un- 
Teffius)«riichkeit  der  Bauerngüter  auf  dem  Papier  gebheben.    Jetzt  wurden 
hai  der   grCs-sten   Härte   die    Eigcntiimsersitzungen    der   Magnaten   rUck- 
nagig  gemacht   und  der  Umweg,  welchen  die  Üroäagruudbceitxer  früher 
«aonnen  hatten,  indem  sie  dos  Bauerngut  2Uor»t  zu  geistlichem  Uut  gemacht 
imd  dadurch  vor  Anfechtung  geschützt  batton,  durch  gesetzliche  Verordnung 
jptperrt.   Mit  dürren  Worten  spricht  der  Kaiser  es  aus,  daas  das  8taata- 
erfordcrc,  die  Ansammlung  der  grossen  Vermögen  in  Urundhositz 
namentlich  ihre  Dauer  durch  Vererbung  zu   zerstören.     Mit  solcher 
nergie  hat  der  gewaltige  Monarch  ee  verstanden,  dem  Latifundien-  und 
iiUgen8yHt«m   entgegenzuti'eten.      Schutz    der    mittleren    und    unteren 
war  das  ernsthafte  Ziel  seiner  Gesetzgebung,  und  das  allein  stellt 
eo  rohen  und  ungebildeten  Militär  tui-mhoch  über  viele  der  ausgezeich-      | 
an  unter  seinen  Standesgenossen. 

Treffend   sagt    Finlay:    ,Die    Regierung   Basileios   U    bezeichnet   den 

byzantinischer  MachtfUUe.   Die  Adlor  von  Konstant  inopel  Hegen 

nd  seines   Lebens   in  einer   langen  Siegesbahn    von    den  Ufern   der 

tuA  Iter  Ulan.  «lUirlulwirlW'iaclitn  IX.     I.  Jll>U)[.    2,  AuO,  li'j 


^^^Kjd^  Abriu  der  bysantiniaefaea  SaM»r(Mohielit«.  ^^^^^ 

^f  Donau  zu  dcn«n  de»  Eiiphrata  und  von  don  nniii<ni»clu>u  Gubirgen  ss  iv 

^^K  KUste  Italiens.    Basileios'  unbezwinglicher  Hut,  sem«  schreckUcbe  (km- 

^^B  samkeit,  seine  Qloichgtlltigkoit  gegen  Kunst  und  Litteratur  und  scü  n- 

V  ligiöser  Aberglaube,  alle»  voreinigt  sieb,  um  aus  Üini  oin«D  Typus  t^m 
H  Reichs  und  »einer  Zeit  zu  HvbufFnu.  Dau  Ziel  fi4.nnvr  Rogieningapolitft 
^L^  war  die  Einheit  der  Staatsverwaltung  in  Europa  xu  stärken  dureh  r* 
^^K  BtAtidige  Nitidorworfung  dor  Bulgaren  und  t^biven,  welcfao  aprnobbclH'  Vl^ 
^^V  wandtschaft  zu  uincr  Nutiun  veroiiiigt  batt«,  ebenso  waren  sie  vitag  io 
H  unversöhnlichem  Hai»  gegen  die  kaioorUclio  Regierung.* 

H  Die  Sökno  Hi^mans  I,  das  ans  Trnovo  an  der  Jantra  ^taiiimpiuk-  <]*- 

H         schlocbt  dor    .Grafonwibno**),   hat    noch    einen    letzten    Glunz  fltiM' ^ 

V  Bulgarenrolk  vor  Beinem  Untergang  verbreitet.  Si>7nan  I  und  David  warn 
978/1016  mit  dem  Carcntitel   gcwhmUckt,   ebenso  Samuel  (97ß— I0I6),    der  Irtil* 

gewaltige,  aber  unglückliche  Belierrwher  des  Volkes.  Mit  ihnen  bat  (icfc 
der  Schwerpunkt  bulgarischer  Macht  nach  dem  noch  freien  WeetgefcH 
Alhanien  und  Makedonien,  vertichohon.  HofiidenK  des  Caren  und  im 
INitriarchen  war  I'rcispa.  eine  waldige  Felsinsel  des  Preapaaees,  die  txidi 
heut«  die  Ruine»  dor  ehemaligen  Burgmauer  und  von  vier  Kircbca  trtgt 
Bald  aber  siedelte  er  nach  Ochrida  Ober,  am  Lychnitissee  der  Alten  g^■ 
legen,  einem  reichen  und  glanzvollen  Herrensitze.  Als  die  Griechen  s\Ast 
die  Hnupt'itßdt  eroberten,  fanden  de  im  Kronschatze  eine  mit  Peri.'ii  ;- 
zierte  Krone,  guldgeetickt«  QevrSndor  und  hundert  2^Mitnor  Ooldi^«.  lA« 
Hauptatfltze  des  ganz  feudal  eingerichtt-ton  Roicbos  war  der  m)tcliti{ 
krieg8gewohnte  ßoljarenstand.  Die  Krone  hat  Samuel  ans  Rom  be: 
auch  den  Bogomilon  war  er  ein  gnüdiger  Herr.  Oarunt  lebt  er  nicht, 
die  andern  Coren,  im  glorreichen  Andenken  der  orthodoxen  Kirche 
Der  Tod  des  Tzimiskes  und  der  Aufstand  des  Skieros  waren  fOr  S» 
Donanbnlgaren  das  Signal  zttm  allgemeinen  Aufstand.  Binnen  knrua 
hatte  Samuel  Am  alt«  Grossrcich  liergcütellt.  Thrakien,  die  Uni^fml 
von  Thosealoniko  und  selbst  Hella«  wurden  von  ihm  Ottcrzogen;  au<i  Lf- 
rissn  Bcbleppte  er  die  Gebeine  des  hl.  Konfessors  AchiUeus  nach  Pr«i* 
Aber  in  Basileios  fand  Samuel  einen  ebenbürtigen  Gegner.  Von  [*hilip|it- 
poli»,  Moitynopnlis  und  TlieRsalonike  her  operiert«  der  Knitter  mit  LantDieV 
und  Flotte  nicht  immer  mit  Glück,  aber  stets  mit  gleicher  Ausdaner 

9S1  den  Caren.    Allein  als  er  981    gegen  Sr^dec  (Sordica,  Sofia)  zog, 
sein   byzantinisches  Heer   vollständig  zersprengt.     Fünfzehn   .Tahre 
der    Krieg.     Samuel    benutzte  die^e   Frist,    Dyrrachion    und    dl« 
tischen  Küstengebiete  zu  inkorporieren  und  die  Serben  aoinor  Obcrii 
hohoit  zu   unterwerfen.     Damals  stand  das  Reich  von  Ochrid«  auf 
Gipfelpunkt  seines  Glanzes. 

Ö96  9ÖG  entbrannte  derzwoito  Krieg.  Samuel  besiegte  den  griechi«cI)«B 

horm  Gregorios  aus  dem  armenischen  Forstengeschlecht  \*on  Tarön  voi 
plündernd  südwärts  bis  in  den  Peloponnes.    Allein  bei  seiner  RUrkl 
hatte   sich   am   Spercheios   Nlkepboros  Uranos   gelagert.     In  der  X«i'| 
»etzten  die  Griechen  Ober  den  Strom  und  richteten  ein  furchthin«  BW> 


')  Davfil,  MoMs,  Aron  n»d  Semnel. 


'  HshapsBkt  ofltram.  KaebtnUs  unter  d.  RTDen,  DTsaati»  (S6T  -1035).     dOr 


unter  ä«n  Bulgaren  an.    Sniiiuol  rottete  sich  mit  g&nanor  Not  nacli  I 

ar  tnselburg.  Sein  eigener  Schwiegersohn,  der  Armenier  ASnt,  verriet  ■ 
ihm  anvertraute  Dyn-achion  an  die  Orief^hen.    Nach  einem  erfolglosen  1 

!aJI  des  Kaisers  in  dag  Gebiet  von  Sri^dcc  unterwarfen  sbinc  Feldhorrn 
lÜ)  bleibend  Donaubulgarion;  das  Jahr  darauf  Hetzten  »ich  die  Griechen  1000 
liedermakedonien  fest;  Borrooa,  Servia,  Vodena  fielen  in  ihre  Oewnlt. 
l  nahm  Diutileios  das  wichtige  Bdyn,   während  Samuel»  Plünderung  1003 

Adrionopo)  nur  ein  vortlbergehender  Krfolg  war.     Auch  da»  wichtige  ■ 

fge  eroberte  der  Kaiser.    Aber  das  feste  Pornik  in  der  Strymoiischlucht         I 
ice  sich  als  uneinnehmbar.     Nur  die  Verwicklungen  im  Osten  verhin- 
en  den  Kaiser,  dem  O^renreich  den  Gnadenstosa  zu  geben.     lOH  kam  ^^^*   _ 
nun  letzten  Kriege.    Ein  wechselvoller  Kampf  konzentrierte  sich  um  I 

festen  Schlo!^«cr  dct!  Gebirges.     Eines    nach  dem  andoni   musste  ge-         ■ 
men  nnd  mit  GarniHonen  belogt  werden.    Die  bulgarischen  Umwohner         " 
den  nach  altassyrisoher  Weise  bis  nach  Armenien  hin  tranaplantiert^ 
»nders  glänzend   war  die  Waffeuthat  des  Nikephoros  Xiphios  (1014);  'OH 
HDging  den  Berg  Bi'laHicii  (Ualitthidta)  und  fiul   den  Bulgaren  in  den 
ken.     Das   ganze   ßiilgarenheer   wurde   nach   verzweifelter  Gegenwehr  ■ 

lichtet.    Mit  Not  entiojm  der  Car  nach  Prilrp.    Die  1 5 ÜOO  Gefangenen         I 
p  Ba^ileios  blendeti,  so  das»  je  hundert  Blinde  einen  Einäugigen  als         I 
rer  erhielten.     Als  die  MasH»  der  Unglücklichen  vor  Samuel  erschien,         I 
t  er  gleich  EU  besinnungalos  zu  Bodun.     Unter  fürchterlichen  Herz-         " 
npfen  verschied  der  unglilckliche  Monarch  schon  nach  zwei  Tagen  15.  *".„?J^ 
L  1014.    Samuel»  Sohn  Gabriel  Komau  (Uadnmir),  ein  tapferer  Krieger, 
)r  dem  Bitol,  I'rili^p,  Stip,  Vodena  und  IVIuglena   in    die    Hftndo    der 
when  fielen,  bot  vergeblich  Frieden  an;  er  fiel  1015  durch  den  heim-  '015 
tischen    Meuchelmord    seines    Vetters    .Joannes   Vkdisliiv,    des   Sohnes  J 

OS.     Der  Usurpator,   griechisch   gesinnt,   von   dvn    Bojaren   zur   Fort^  1 

iiug  de»  Xationalkrieges  gezwungen,    kämpfte    lOlß    und  1017   mit  1016 10 
ck.     Aber  seine  geplante  Allianz    mit    den    Patzinaken   liinderte    die 
chiMimkeit  der  griechischen  Kommandanten  in  den  Donauburgen,    Vor 
Tachion,  Ana  die  Bulgaren  belagerten,  fiel  1018  Joanne«  Vladislav,  der  '018 
be    Car    von    Ochrida.     Eine    mächtige    Partei    unter    den    Boljoren,  ■ 

Patriarch  David,  die  Carin  Maria  und  der  Krengroäsfeldherr  Bogdan         I 

der  Spitze  baten  um  Frieden  gegen  Bestätigung  ihrer  Privilegien.  ■ 
äl«os  brach  aus  der  Hauptstadt  auf.  In  Adrianopcl  erreichten  ihn  I 
gtriache  Boten  mit  der  Meldung  der  Unterwerfung  von  Pemik  und  S.'i  I 
liegenden  Burgen.  In  Struniica  Qberbrnchte  ihm  der  Patriarch  einen  I 
ef  der  Carin.  Als  er  vor  Ochrida  erschien,  kamen  ihm  diese  und  alle  I 
'afen»Ohne*  entgegen.  In  den  Gebirgen  Albaniens  hielten  sich  noch  I 
M  Zeit  die  Häupter  der  Kriegspartei.  Prinz  Fruzin  und  der  tapfere  I 
iC.  Da«  römische  Schwert  und  byzantinische  TUcke  brachen  auch  diesen  I 
Man  Widerstand.  I 

Ibifaclt  vierzigjährigem  Kampfe  lag  das  mächtige  Slavenreieh,  welches  I 
Kige  sJa  obenbQrtigc  Grossmacht  dem  KSmerstaatc  gegenUbergetreten  I 
r,  vollkommen   godomQtigt    und    unterworfen   im  Staube.     Im   Hoch-        I 

t  gewaltigen  Siege  zog  Bosileios    nach  Athen,   um   in    dem         ■ 
«5*  I 


d&6 


AbrlM  doi  briamtUilBehen  Kftlaergeacliietat«. 


1019 


«95 


»77-989 
1020 


998 
999 


tftngst  dein  wahren  Glauben  geweihton  Partlifnun  <]«r  Gottesmutter  Mim 
Dank  und  Mine  Weihgcsclieukc  darzubringen.  UncrmcMilirli  war  ier 
Jubel,  alu  tler  .KulgarentMor'  diu  lleich»1iKupt»ladt  betrat.  Hit  oin 
goldc^nen,  vun  Fodorn  Überragten  Krone  geschmückt,  ritt  der  64jähi-ige  (irw 
zum  goldenen  Thor  al«  Triumphator  ein;  vor  ihm  schritten  die  Carin  Mjm 
die  Tö<;litei-  SamuoU  und  die  g«rangencn  BolJAren  «inhcr.  Dor  bulgari«^ 
Staat  wur  SM»  den  Reihen  der  selbständigen  Gemeinweson  ausgellhtfU. 
Seit  JuBtiniuu  hatte  kein  Kaiser  mit  solcher  MachtfUlle  auf  der  Huoi» 
halbinsel  geboten. 

Hasileios  behandolte  da«  unterworfene  Land  mit  Milde  und  gntutr 
WoJBlicit.  Er  Hess  seine  politische  und  kirchliche  Verfassung  unangelMM. 
Das  Carenreich  von  Ochrida  war  gleichsam  durch  Fersonahinion  intt  im 
römischen  Gro«tiretch  vor^nigt.  Die  biishcrigD  Militär-  und  Stout^rordnag 
liena  er  fortbestehen;  der  bulgarische  Uochadu)  bewahrte  seine  PririlepMl 
die  autokephale  Kirche  von  Ochrida  erhielt  1019  in  Johannes  ein  lut» 
naies  Oberhaupt.  Drei  Goldbnlien  den  Kaiser»  verbilrgt<>n  ihm  di> 
dohnung  seiner  Obedienz  nicht  nur  Ober  die  nAttonall>ulgiiriiK'lii.-n  im  < 
serblichen  Eparchien,  sondern  auch  Qbor  die  griechischen  Erobenn^ 
welche  ,unt#r  den  Caren  Symeon  und  Petros  glorreichen  Andenkens*  Mm 
IJuIguronrfichc  waren  einverleibt  worden,  Nnr  in  Drystra  {I>r>tt«rll»r»' 
stolum)  gebot  nach  wie  vor  ein  dem  fikumenischen  Tliron«  aiUmbttv 
Metropolit  Die  Mitgliedor  des  Carenhausos  und  der  hdchston  Bo|jin»> 
famiiien  wnnlen  nach  Konstantinopel  versetit  und  unt«r  den  B^ichtiM 
aufguiiomnien.  Zahlreiche  griechische  vornehme  Familien  der  Foi{Ka>l 
traten  mit  ihnen  in  Ulutsfreundgchaft:  die  adeUstolzcn  Dukas  onil 
Komnoncn  rithmten  sich  ihrer  Abkunft  von  den  SiManiden. 

WShrond  des  furchtbaren   ßulgarenkrieges  hatte   daa  au 
Auge  des  Kai>»cr8  die  oricntniischen  Angelegenheiten  nicmal«  atuMr 
gelassen.   905  orHcbicu  er  im  Ost«n,  wo  dos  Jahr  zuvor  der  tüchtig*  ~ 
phoroa  Uranos  von  den  Arabern  war  geschlagen  worden.    Siegreich  ntn 
die  kaiserlichen  Waffe».     Er    nahm   Aleppo,  HcmK  und  Saizar;  nnr 
Mauern  des  festen  Tripolis  widerst aiidt<n  auch  seinem  AjigriOl    Nici 
BUckkohr  nach  Konstantinopel  ward  Aleppo  wieder  eine  Beut«  Aa 
midon. 

Viel    nachhaltiger    war    Boin    Eingreifen    auf    armeniachcm 

Smbat  11  977— äSI)  der  ,^hin»ah  Armen*  und  .Trrak'al*  machte 
seine    glaniivollen     Bauten    Ani    zu    einer    der    hen'lich^t^-n    StJUlle 
Orient«.     Kr  und   »toin  Bruder  (lagik  (f  1020)    horrschtc-n  mit  KniA 
Glück,  freilich  unter  unaufliörlichen  Kämpfen  mit  den  chnsÜicbM  T 
f[lrsten,  welche  die  unverständige  Hauspolitik  der  Bagratimier  gesci 
wie   mit   den    muslimischen    Kmtren    Ostanneniens.      Ua%'id,    der 
Fürst  von  Taik*  und  eines  TotU  von  Ibericn  hatte  mit  Hilfe  «ciftcr  Ni 
barn  !Jl)8  den  Emir  ManilDn  und  sein  weit  Überlegenes  tlour  b4>i  Ibno| 
glänzend  geschlagen.    Er  orhicit  von  Basileios  den  KuropalatestitoL 
seinem  Tode  999  setzte  er  Basiloios  zum  Erben  ein,  der  von  Tunutj 
anrllckt«,  froh  vine  so  gllnstigc  Golegonhoit  gefunden  zu  haben, 


■r  Bahapaukt  «Btrtm.  XAcblfoUe  uatar  d.  aTin«n.  DyauÜ«  (867—1035).     9^7 


arni<MiiBrl»>n  Angcilogonhciteii  cinzumisclioii.     Aber  GAgiku  Kltighoit  ^H 

hinderte    ilos    K«i»fir»    i'lüno.     Nnclt    neiuem    Todo    bracL    Throimlmt  ^H 

ftphen  <l«in  Thronerben,   tlem  gelehi-ten   und  iinkriegemchen  .lob»niieK,  ^H 

noinom  ntbigcrn  Bruder  ASot  au».     I)io  Vorwin-ung  «rreicUto  durch  ^H 

%)tervenlion   dus  IberarkSnigs  ihren  Gipfui,  bie  A»ot  mit  Hilfe  einer  ^H 

UitiniRchen  Arnioe  seine  Autorität  herstellte.  ^H 
K  Damnls  riierst  1021  erscheinen  die  scheusslichen  Seld.schukenhorden  lü2I       ] 

srntcniscliem  Boden,  jene  Horden,  welche  das  Schicksal  hestinimt  hatte,  ^^ 

vergteiohswci»«  nouh  »ohr  bedeutende  Kultur  Annonien»  und  0»tklc)n-  ^H 

ns  vom  Erdboden  zu  vertilgen,  um  nur  Trümmer,  gleich  ihren  spfitcrn  ^H 

ISO  grauenvollen  Vettern,  den  Mongolen,  zu  hint«rla><8en.     Der  letzte  ^H 

ninior  von  Ys^piirakan,  Henek'oriin,  erschreckt  durch  die  wildo  Vor-  ^H 

tng   seines  Landes   von  Seilen  der  Türkon,   tihorgab   seine  gesamte  ^H 

;haft  an  Basileios,  der  ihn  dafUr  zum  Lehensfllrsten  de»  halbarmc-  ^| 

hon    Sehasteia  {äiwi!»)    machte    (f  1027).      Auch  die  Muttlimeneinirc  ^M 

StJldte   um    den    Vnni^eo  {Borkri,   Manckeit,    Chlal.',   Ar£-o^)    wurden  ^H 

slifalU   Vasallen    dw    l>yzantiniM;hL-n    Hvichä,    soduss   die   Iteüitjsungen  ^H 

Bagratunier  rings  von  rOmischen  ReichsangehSrigcn  umschlossen  waren.  ^H 

rg  der    IbererkAnig,  welcher  sich   gegen    die  griechiuchc  Su/erünetSt  ^H 

tJJrto   und  äcinc  Baubzilge  bi»  Trnpezunt  ausdehnte,  wurde  von  dem  ^H 

ranUdüchen  Roniäerkaiser  derb  gezUchtigt,  und  sein  Verbündeter,  Klinig  ^H 

uines   der    Bagratunier,    gezriningen    die    Stadt   Ani   von  Basileios    xa  ^H 

en  7.11  nehmen.    Nach  seinem  Tode  sollte  auch  »ein  Stnat  dem  Kaiiter^  ^H 

Ite   oinverleibt  werden.     Es  versteht  sich  von  selbst,  dasa  unter  dem  ^H 

ropoliten  von  Keltzene  eine  starke  griechische  Hierarchie  eingesetzt  ^H 

d,    welche   nach  Kräften  den   grimmigen  Hikss   zwischen  Griechen  und  ^H 

lentcm  schürte  und  durch  ihre  schroffe  UndiildKumkoit  in  erster  Linie  ^H 

Sturz  der  oslrümiiichen  Macht  in  Asien  verschuldet  hat.     Doch  dus  ^H 

en  Fehler  der  Zeit  und  nicht  des  Basileios.     Persönlich  that  er  alles,  ^| 

dio  neugewonnene  Ostmark  wehrhaft  zu  machen.    Als  unter  Konstan-  ^| 

sIX  die  Seldschuken  einbrachen,  fanden  sie  alle  Festungen  und  SchlüMBor  ^H 

lofeAtigt  und  mit  Garnisonen  wohlverwahrt.    Das  war  das  Werk  dieses  ^| 

losen  militArisrhen  Organisationstalents.  ^H 

Sein  nnermlld lieber  QeiNt  begnügte  sich  nicht  mit  diesen  Erfolgen.  ^H 

seiner  nimmer  rastenden  Energie  rüstete  er  eine  gewaltige  Armada  ^H 

I  welche  das  von  seinen  beiden  Ahnherrn  Basileios  und  Leon  verlorne  ^| 

tien  den  Ungläubigen  entreissen  sollte.    Da  raffte  der  Tod  den  fißjäh-  ^^| 

<n  Greis  Dezember  102.)  mitten  in  seinen  HlÄnen  dahin.  Dm.  1085 

Durch  die  Unter«-erfuug  der  Slavcn  und  die  Annexion  Armeniens  i 

le  AuB  byzantinische  Reich  einen  Umfang  erreicht,  wie  er  seit  .Tustinians         , 

;on  (inerhHrt  war.     Die  mit  Kraft  gepaarte  Milde  des  Kaisers  Basileios  ^H 

t«  den  Millionen  slavischer  UnteHhnnen  ihre  heimischen  Institute  und  ^H 

iheiten  gclnmeen.     Gefährlich  und  kein  Beweis  einer  wohldurchdachten  ^M 

[ieningspolitik  war  im  Osten  die  Einverleibung  nicht  nur  nationatfremder,  ^M 

l«rn  auch  kirchlich  getrennter  Staatswesen,  der  armenischen  Fflrsten-  ^M 

Mititfirische  Gründe  zwingendster  Art  konnten  allein  diese  Annexion  ^H 

luidigen.    Aber  «in  schwöre»  Verhängnis  war  damit  verbunden.    Dort  ^M 


998 


AbriiB  der  bysanÜnüctaeB  KalHrs«sohislit«. 


war  das  tnonopliy.sitiM:lK'  (jUiibeiuib«k<^iintnU  noch  eiiio  rrcllp  Mucht, 
<Icr  man  zu  rticbiicn  lintU'.   Dor  gaiu«  Jiuiiiiicr,  wolcbun  der  jusUnianw 
uiul  dor  vorjustinianeischcn   Periode  die  Provinzon  Syrien  und  Ä^j 
iwi-üitut  liattou,  lebte  hier  wied«-  auf.     Nur  unerbittliche  Milit&n, 
Hasileioä,   wekbo  dun    diKputationssticbtigen    und   uniunHlutttemen 
mit  eiserner  Rute  rugicrtc-n,  liätt«n  hier  seine  Politik  in  glilcklicber  \tm 
fortsetzen,  teilweise  auch  bessern  kjtnnen. 

Doch  <ltts  Gegenteil  trat  ein.     Der  adlige  Orossgrundbositz  dcM» 
eich  immer  weiter  aus.    Die  Kaiser  wurden  ein  Spielball   in  den  Htate^ 
dieser  Grossen.    Im  Östlichen  Kleinasien  verschwand  der  freie  Bauer 
fast  vollstündig.     In  Europa  nahm  man  den  Slaven  ihre  nationalen  !*nT 
logien  und  stattete  die  Griechen  damit  aua.  Die  fShigsten  Qen^'ale ' 
in    ihrtm    glänzendsten  UnternvbniungL<n    durch    die  Miss^nst    des 
und   das  Misstrauen   der   ersCaikendeu  zivilen  Beamtennligarcliie,  die 
im  Senat  konzentrierte,  gehemmt  und  Kur  Verzweiflung  und  zum  A« 
getrieben.     Dazu  kam  der  unerträgliche  Steuerdruck,   woleher  verb 
mit  dem  hurten  Übergang  von  der  Naturalwirtschaft  wir  Geldwir 
die  Slaven  und  die  Asiaten   teils  zur  Revolution,  teils  zur  Auswa 
trieb.     Dabei  gab  man  sich  am  Hofe  neitenweise,   als  herrschte 
Uuhc,  einer  guKcbniacklo&un  SchSngei8t«rbi  und  einer  hi^chst  unzeit^ctnl 
Litteraturbogeistening  hin.     Dass  solche  Regenten   und  ein  oolchpr  Ad 
weder  den  Setdficliuken  noch  den  Normannen  gewachaen  waren,  itit  eig 
lidi  .sclbRtverRtAndlich. 


VI.  Der  Verfall  des  Reiches  (1026-108U 

Gleich  die    kurze   Regierung   de.'«  Hborlebendon    Bruders   Konstaa 
1026. 1028  tinos  VIII  (1026-1028)  kontntstierte  in  übler  Weise  von  dem  Rfginie 
seine»  Vui-güngei's.     Eünon  grüssem  Gegensatz  als  zwischen  UasJleiM 
Konstiintiu  gab  es  nicht,  sodass  die  Byzantiner  auf  aie  das  Spri«hvort 
wandten:  Kreuz  und  Spucknapf  aus  einem  Holze.     Solbst  v&Uig 
riscli   zeigte   Kont^tantinos  stilles  Misslinuen  gegen  die  Armee  na 
Führei-.     Dio  höchsten  Stellou  der  MilitSi'-  und  Civil  Verwaltung  ve 
er  seinen  ilin)  ergebenen  Kammerherrn  an:  so  wurde  der  Eunuch 
dylea  als  StatthaJter  nach  Aiitiochien,    ein  zweiter  an  den  hochwichtig 
aber  auch  verantwortungsvotlcn  Posten  nach  Iberien  gesandt.    KiicksicliU 
lo«  wurden  dabei  die  Steuern  eingetrieben.     Aber  der  unvergleic 
Oi-ganiismus,  den  die  grossen  Genies  der  beiden  vorangegangeaen  fit 
rationun  gcscbuS'en,  funktionierte  vortäulig  noch  mit  aller  wQnschensi 
1027  Pünktlichkeit.    Konstantinos  Diogenes  warf  1027  die  ciubrechctiden 
zinaken   Ober  die  Donau    KurUck,    und   ebenso    wurden    diu   Angrife 
afrikanischen  Mtislinion,  welche  das  ügäische  Meer  bvdiuhten,  »o^icb 
gewiesen.     Der  Kaiser    hinterliess    bei    seinem  Tode    nur   drei  TA 
Eudoxia  war  Nonne,  Theodora  wollte  nicht  heiraten,  und  so  blieb 
«piirpurgeborne  Zog*    (Ihrig,  eine  bereits  otn-as  ältliche,')  aber 


■)  Sie  E&hlto  4ti  Jalire. 


Tl.  Der  TerfaU  dw  ReicliM  (lU^ij— 1061). 


999 


ieirai«)iuUge  und  bei  dem  Volke  der  liauptstadt  auscterordontlich  boliobto 
käme.  Von  di^u  Vi'rbiiidungcn.  welche  diese  logitimo  Erbtochter  des 
[aiserthrones  einging,  liing  Oils  SL'bicküAl  dtm  Ueichüi;  ab.  Nach  der  Ictzt- 
riUigcn  VerfU^ing  dai  Vatera  wurde  thr  der  ungeseltene  Senator  Uomaiios 
:rggrropulos  aiigoti'aut,  welcher  bereit»  sechzigjährig  aich  zu  diosoin  Zwecke 
i>n  seiner  Gattin  »chcidcn  uiurtHto.  Es  wird  niclit  boHchtot,  dtiss  der 
Ifttriai'ch  nnd  die  regierende  Synode,  wulcho  giTadu  dutnaU  unzäJdige  Er- 
kBiie  in  M at rimoni alange legenh ei ten  erliessen,  diese  schwere  Übertrotung 
ioht  nur  der  l'rieatcrsatzuiigcn,  »ondorn  auch  des  göttlichen  Qcbotea  irgend 
orUgt  hätten. 

^_  Seit  ^2  Jahren  hatten  nur  Purpurgeborne  auf  dem  Throne  gesessen, 
^ket  begreiflich,  das»  Itonianos,  ein  Emporkilinniling,  ein  alter  und  ängsl^ 
Bner  Mann,  vor  allem  um  die  Uunnt  der  vorteil iedonon  Bevülki-rungsklasBen 
'«rb.  Das  Volk  gewann  er  durcli  Loskauf  der  Gefangenen  aua  dem  t'atzi- 
^onkriege;  die  Sclmldgefangenen  empfingen  Generakninestie,  und  xu 
lonstun  der  l'rivatgläubiger  beglich  der  Fiskus  ihre  Outhaben.  Der  hoho 
kdel  und  der  vornehme  Kioiu»  wurden  durch  Aufhebung  des  AUelengyon 
Dwonnen,  der  Verpflichtung  der  Reichen,  mit  ihrem  Vermögen  lllr  die 
IQckstJinde  der  Ärmeren  in  ihrem  Steuerdi^trikte  zu  haften.  Vor  allem 
biiv  war  Komanog  ein  Monarch  ganz  nat^h  dem  Herzen  der  Prietftorechaft. 
Itom  KleruH  der  Sopliienkircho  erhölitc  er  seine  oluiehin  schon  unermess- 
eben  Einkünfte.  Die  »cbismati^ctmn  Kyriäclieti  Biächöfo  und  hervorragen- 
en  Theologen,  vorab  ihr  in  Melitene  residierender  Patriai-ch,  wurden  nach 
'ontitunlinopel  geschleppt.  Eine  Disputation  mit  den  redegewandten 
»rientatun  wurde  nicht  erlaubt,  sondern  ein  fürmlichcs  Inqui»itioiiHverfahron 
bcr  die  zwei  Naturen  gegen  nie  oröffnot.  Exil  und  Gefängnis  war  das 
der  fast  ausnahmslos  Standhaften.  Ohne  Zweifel  war  hier  der  gut- 
Kge  Kaiser  vielmehr  der  geschobene,  als  der  schiebende.  Vornehme 
imto  sollen  bei  den  teilweiso  goradozu  schoutislichon  Vorgängen  in 
Ifetore  Tbränen  ausgebrochen  sein;  nur  die  rechtgläubigen  Hierarchen 
HaImii  kalt  wie  Erz.  Aber  eine  schwere  Verantwortung  lud  auch  die 
legieiiing  auf  sich.  Massenweise  flohen  die  unglücklichen  Syrer  auf  das 
tbunitiächu  Gebiet.  Das  Roich  hatte  sich  glücklich  um  alle  Sympathien 
ui  ilen  Dissidenten  gebracht,  ein  Fohler,  der  «ich  scbwer  rächen  sollte. 
^  WOrdiger  war  eine  andere  Massregel.  lÜe  Regierung  gab  mit  Ein- 
nBigung  der  in  l'alitstina  regierenden  Fätimiden  grosso  Summen  zum 
Wiederaufbau  der  hl.  Anastasis.  welche  1010  auf  Befehl  des  iiTsinnigon  1010 
thrtlifen  und  Dnisimgottea  Hükim  (967  —  1021)  war  zerstört  worden.  Bei  ÖW/IOS 
l«in  üblen  Willen  der  immer  noch  fanatisch  schUtischen  Regierung  von 
E^iro  wurde  der  Bau  erst  unter  Kenstantinos  IX  1048  vollendet. 

Die  Kniwrin  Zof  war  von  Eifersucht  gegen  ihre  ktugo  und  charakter- 
'«lle  Schwester  Theodora  erfilllt.  Diene  wurde  beschuldigt,  die  intellok- 
OtXle  Urheberin  der  Verschwörungen  des  Prusianos  (Fni2in)  nnd  des 
ir«mstantinos  Diogenes  gewesen  zu  sein,  ob  mit  Recht,  ist  bei  der  Ver- 
O^euheit  byziintiniscber  Hofintrigueu  schwer  zu  eiitsclieidcn.  indessen 
;«itni  wahrscheinlich.  Prusianos  ward  beschuldigt  nach  dem  Tliron«  go- 
Bht«t,   Konstautin  eine  Erhebung   der  älaven  und  Bulgaren    beindich 


lOUO 


AbrUa  dw  byssntllUHb«!!  EaiBergMichicIita. 


ifiltb 


gefördert  Uli  haben.  In  lieiden  Beschulciigiingcii  sprielit  sicli  nur  dM 
(lewiNioii  dut  K«gierung  über  Ate  Misswirtschaft  gegenüber  den  slft' 
hulgariscben  Unterthanen  aas.  Tlieodora  und  I'i-inz  Fru^in  mUHst«n  Kkwbt-  ' 
g«]Ubde  ablegen,  Kunslantiii  xollti-  gi'hlon<)ct  werden,  kam  dem  ahtrioA  | 
Solbslinord  zuvor.  Zahlreiche  Milglii-<lor  des  Uochadd»  ali»  uigeUiilM  ^ 
Mitv(M-8chworiie  wurden  exiliert.     Durch  die  Schuld  des  Stattlialtcn  von 

1029  Antiochion  SjKiiidyles  1029  hatten  die  ByJ:antiner  eine  schwei-e  Ni«deriag|i 

1030  erlitten.  IO>«l  eri<chien  der  KaiHOr  si'Umt  auf  dum  i^yriM-bcn  KriegwehMH 
platze,  um  tüch  von  den  Emiren  von  Aleppo  und  Tripolis  so  graiHflid 
schlagen  zu  tiutsen,  Aa»s  w  und  8oin  Heer  mit  Muhe  Antiooliien  emicUto. 
Heioho  Heute  wurde  den  Siegern  zu  t«il. 

Hier  tritt  zum  ersten  Male  der  gewaltige  Kriegsheld  Georgioa  Utr 
niukes')  auf  den  goschichtliohen  Schauplatz.    Qlilcklicb  im  Kleinkrieg, 
tüelt  er  bald  das  Kommando  von  , Untermedien*  mit  der  HauptsUtU 
moHaUi.     Ein  ktibner  Ilaudtitreicli  »utzt«  ihn  in  den   Besib:   von 
1032  10H2,    und   zu    den]  Schwcisstuch    wanderte   auch    Cbri^ti   Brief  an 
Toparchen  Abgaront  als  stweit«  hochheilige  Keliquie  nach  der  Reeiiloot 

»Die  zwei  letzten  Jahre  kränkelte  der  alte  Kaiser,  und  die  Faiu 
Hauptstadt  gab  unter  anderm  als  ünind  Vergiftung  durch  die  eigene 
an.  Der  MOnch  Johannes,  einst  Haushofmeister  des  Romano»,  damaU  Uini 
der  milden  Stiftungen,  hatte  einen  auffallend  schönen,  freilich  epÜepli 
Bruder,  in  welchen  xich  die  Kai»eriu  mit  der  ganzen  Votieinont 
ImFtor  LoidunHchaft  verliebt  hatte.    AnstSssig  war  e»  judeofaUs,  ilaM 
11.  .'^pv.  mittelbar  nach    dem   Tode   des  Kaisers  II.  April  UVM   die  Kaimtia 
1034     Hoffttaiit  versammelte  und  ihm  ihren  bisherigen  Ueliebtcn  Michael  Vi 
1034,1041  l'apbingonior  (1034— 1041)  als  Kaiser  voratvilte.    .Dem  Sieger  di«  Btol 
war  der  Grundsatz,   naclt  dem  die  Familie   dieser  aus  der  Tiefe 
gestiegenen   Uoturiers   nun   die  Kegierungsgewalt   unter  aich  teilten, 
hannes,   der  eigentliche  Kingsmakcr.    wurde  Keichttkanzlcr  mit 
unumschrUnkter    Maclitbofugni»;   vm   anderer    Bruder  Konstoiitinos 
UcneraliHüinm»  oder  Gross-Domestikos,  Steplianos,  ei»  «hemaligor 
inguuieur  Admiral  der  kaiserlichen  Flotte  und  sein  Sohn  Michael  dar 

Ifaterer   mit   dem    Range   des  Cäsars   bekleidet.     Fast   aiLtnahnutlo«  wM 
diese  Abontouror  buchet  fähige  Leute,   vor  allem  das   Vurwalluiigsgti 
Johatinc«,  der  aber  durch  »uinu  tyraniii^crhe  UücksichtMlosigkint  ani 
echt  gi-ieclÜHcho   FiskaÜtäl    an    den    berildttigten    gleich oamigen   Fi 
minister  Justinians  erinnerte. 

Bereits  unter  Uomaiio»  hatten  afrikanUehe  und  sieilisch«  Kotmi« 
Küsten   der  Adrin  hmmgetiucht.     Alktiii  diesmal  begegnet«  ihnen  diu 
nii8che  Kegiuruiig  mit  gewaltigem  Nachdruck.    Je  mehr  der  freie 
stand,  Welcher  einst  die  Kadres  der  gegen  Bulgaren  und  Muslinwn 
reichen  Themata  geliefert  hatte,   der  rticksichtslosen  HofschlftcbterM 
Granden  erlag,  um  so  ontitchiodener  sali  eich  die  Itegierung  auf 


Mia 


')  VflDiliUr}'  und  imoh  ihm  Neumnnn  die 
WtlCstallung  <l«8  I.JZ.  ttoinh«*  S.  4.1  orklttron 
<ton  Namen  als  tnrki«ah  in  der  HodouturiK 
.adalig*.  Die  Etyiaologio  euboint  Vnmbttry'. 


Bcha  rhkntmp;    doon  wodor  CertaA 
VKmhiiririi    «ignMHI     UIxkiaebM    WA 
kpnncn  da»  Wort. 


Tl.  D«r  Terbll  JM  B«Ic1iM  (1036-1081). 


rbung  angviri^lleo.  Unter  äif^mn  nohmon  an  Ziilil  und  Bedeutung  die 
orangon*  unÜ  .Russen"  (IMso-Wärjayer)  bald  die  erste  Stelle  oin.  Skandi- 
rier  aus  Itusslnnd,  dann  Nonn-oger,  Isländer,  seit  Wilhelm  de»  Ki-obcrcrs 
Ig  I06G  zahlreich«  Dänen  und  AngeUachneD  ftHlten  iliro  Reiben;  keiner  1066 
ir  aber  berühmter  als  Ilanild  Ilardniado.  Sigurds  Sohn,  der  Bruder  de« 
Olaf  {König  von  Norwegen  UM7— lOKG).  welcher  1033- 101»  unter  dem  1033/101 
■m  de  guerre'  Nordbrikt  mit  dem  nsiatischen  Helden  Ooorgios  Maniakce 
I  gowaltigsten  Waffenthiiten  für  da»  Koniilcrrcich  ausführte. 

1032  waren  durch  die  vereinigten  Flotten  der  hier  zum  ersten  Male  1032 
Ftretenden  seotüditigen  Republikaner  von  Uagusa  und  dos  kaiserlichen 
liwagors  Konstiintino«  Karantenos,  deH  älatthollcrs  von  Nauplia,  dio 
ruoiien  ito  gründlich  gezüehtigt  worden,  da^s  sie  mit  aller  Energie  sich 
Itftcben  bescblosKen.  10:i-l  und  10.%^  suchten  sie  die  Inseln  de^  Agilischen  io;H/I03$ 
wres  und  Lykivn  beim;  aber  die  Stattlialter  der  Küsten1iLnd»c-hui'ten 
lirakesion  und  Kibyraiotikon)  veniicbteten  die  Seeräuberflotten,  Die 
ekution  war  die  Übliche.  Längs  der  ganzen  West-  und  Sildkilste  Klein- 
eoB  Bah  man  Oalgen  und  l'fähle.  Der  siegreiche  Hnritld  mit  seinen 
rangen  wurde  der  Schrecken  de«  afrikanischen  Lttturale.  Kin  Haupt- 
klag galt  Sicilien,  das,  seit  es  sich  von  den  Fätimiden  losgesagt,  der 
llrateanarcliio  verf»llen  war.  Der  Patrizius  Maniakes,  der  in  Italien 
)ot,  «rhielt  den  Auftrag,  gegen  >Sicilien  /u  operieren,  Langobarden  au» 
emo,  italische  Normannen  und  Varangen  unter  Harald  bildeten  den 
rn  des  Landheers;  seine  lInt«rnehmunRen  unterstützte  die  Flott«  des 
iBorlichon  Bruder»  Stephanos.  10.^8  wurde  MesMina  eratllrmt,  und  dio  1036 
iibor  erlagen  Maiiiake»'  Kriegskunst  bei  Hametta.  Ein  neues  übors 
er  gesandtes  Afrikanorheor  wurde  IMO  bei  Dragina  geschlagen.     Doch  1010 

|>ersAnlicher,  allerdings  sehr  heftiger  Zwist  zwischen  dem  Oberbofebts- 
>er  und  dem  Admiral  veranlasste  die  Intervention  des  kaiserlichen 
binette.  Maniako»  wurde  verhaftet  und  nach  der  HauptMadt  entsandt. 
n  da  an  verlioe»  das  Glück  dio  kaisL-rlichen  WafTen. 

Viel  gefährlicher  war  unter  Michael  die  Erhebung  der  slavischen  IJnter- 
men  auf  der  Hämushalhinsel.  Der  (triind  war  ein  wirtschaftlicher.  Die 
gierung  begann  entjtprechend  den  hochgesteigei-teu  Ansprllcben  einer 
leren  Kultur  von  der  Naturalwirtschaft  zur  Geld  Wirtschaft  überzugeben. 
erall  und  zu  allen  Zeiten  haben  das  die  Vnlker  als  Härte  und  Tyrannei 
'Kcgiorenden  empfunden,  man  denke  niu-  an  den  schweizcriseheu  Itanern- 
Btand  von  I6&3.  War  ischon  in  den  alten  Provinzen  die  Erbitterung 
e  hochgradige,  in  den  serbisch-bulgarischen  Statthaltereien  kam  tut  zur 
den  Revolution.  Mit  Itecht  konnten  die  dortigen  Unterthanen  geltend 
ohen,  daas  das  durch  Hasileios  verbriefte  Hecht  durch  die  neue  Finanz- 
■t»chaft  gebrochen  sei. 

Petra»  Deleanos  (Deljan),  nach  dem  offiziellen  Grieehonberichto  ein 
l^hlicher,  thatsüchlich  wohl  ein  echter  Enkel  dos  Car  Samuel,  entfaltete 
Sommer  UMü  die  Fahne  des  Aufruhi-s;  wie  ein  Mann  erhob  sich  das  1040 
[garenvolk.  Die  Wut  traf  in  erster  Linie  einige  Blutsauger  unter  den 
ikalbeamten.  Dann  breitete  sich  dio  Revolution  lawinenArtig  au«.  Thc»- 
onike  wai'd  bedroht;  Dyrrachion  fiel;  das  Thema  Nikopolts  mit  Ausnahme 


Abriaa  4«r  bf  EutUnücheD  KaiAergesdiloliI«. 


tkt.lMO 


10.  Do. 

1011 
18.  Apr. 


I 


21.  Apr. 
1042 


II.  Jun. 
1043 

lO&O 
1054 


<lor  HAup(«tadt  Naupaktos,  acliloes  sich  an.  Prinz  Alii»ianos.  ein  )ia 
Diguitüi-  um  doni  Ot>«chle«Ut«  d««  Grafensohtu  Aron,  trat  EU  seinem  Vo 
Über.  Ein  Heer  von  40tiOO  Miinn  bci^tilrmto  «ocbtt  Tage  Oktober  VM 
das  tefite  Thes-ialonike.  Allein  die  heroisclie  Bürgerschaft  hat  nocb  m- 
mal  den  Namen  der  hollenischen  Potis  gross  gemacht  und  im  Qegen^li 
EU  dor  M^hwaclihurziguii  Ucgiorimg  da»  Itoich  gorettot.  Wie  einat  <Li- 
Väter,  vertrauend  auf  die  väterlichen  GöUcr  und  Ileroen,  gegen  den  oif- 
diachon  Krtifeind  gezogen  waren,  eo  hat  den  ThesAalonikcnscm  ihr  sifgM- 
gewaltiger  Schiitz[<atron,  der  hl.  Demetrio»,  Mut  üum  Kumpf  und  Knß 
zum  glorreichen  Sioge  vorliehon.  Durch  dio«o  Entscheidungsschlacht  nr 
der  Aufstand  gebro(;hon.  i^wist  unter  den  Führern,  der  Aludanoe  nr 
Blendung  des  „Car*  Deljan  und  zu  nochmaligem  Verrate  voranlnsst«,  vaD- 
ondete  die  AnflAaung.  Mit  leichter  Milho  triumphierte  Michael  über  die 
lokalisierten  UuerilloHbandt^in;  ahor  dio  Serben  der  schwarzen  Berge  be- 
haupteten ihre  Freiheit  und  bereiteten  einem  eindringenden  ftomSÖrbtvr 
DDter  KonstantinoH  IX  daRselbe  Schicksal,  das  sie  noch  so  oft  den  wild«ii 
Armeen  dai  Halbmonds  bereiten  >;ol1ton.  In  Bulgarien  wurde  mm  di« 
politische  Verwaltung  ganz  auf  griechiHchom  Fusso  eingerichtet:  dio  uto- 
kephale  Kirche  von  Orhrida  und  alle  ßischofamitre»  wurden  gnni,  wie 
in  der  tmurigoit  Pliaiianuteiizi.!il,  eine  Beute  der  liauptälMdtischen  $v'ai- 
liehen  Streber,  vomb  des  Klerus  der  Sophicmkirdie,  und  dabei  haben  di«t 
hellenischen  Kirchenfllrsten,  welche  ihre  reichdotierten  Hirtonntcllm  mir 
al»  eine  Ooldquellc  betrachteten,  noch  laute  Klagen  lllwr  ihre  VoHmonung 
in^  Barharenland  geführt,  wie  une  Thcopliylaktos'  öder  Briefwechsel  i^i^ 
Die  damaligen  kriechen  zeigten  dieselbe  politische  Weisheit  wie  q4Ur 
die  Lateiner,  d.  h.  sie  legten  teils  mutwillig,  teil«  kurzsichtig  alles  däiwtf 
an,  über  kurz  oder  lang  eine  furchtbare  nationalo  Keaklioii  berutn* 
beschwfireu. 

Nach  Michaels  IV  Tode  10.  Dezember  1041  hatte  ZoS  den  htahorigM 
CKstu-  als  Michael  V  Kalaphaten  zum  Kaiser  erhoben.  18.  Apnl  l'*l- 
Bchloi^s  der  Uhermntigc  Emporkömmling  itcino  alte  Wuhlthfttenn  in  'in 
KluMtcT  der  Inscd  Prinkipos  ein.  Das  war  das  Signal  zu  einem  allgentn  ' 
Aufstand  der  hauptstädtischen  Bevölkerung.  Der  Adel,  der  die  fncbr 
auf  den  Thron  gelangte  Abentourergesoll.ichaft  mit  Uecht  hasste  und  w- 
achtete,  stellte  sich  an  die  Spitse.  Die  beiden  puq)urgebomen  Print» 
sinnen  Tbeudom  und  Zog  wurden  feierlich  als  Auinislas  auftgerolM 
21.  April  !0I2,  und  der  Versuch  dos  WiderstAnds  im  Hlut  erstickt.  D« 
Kalfaterer  wurde  in  die  M(inchskutte  gesteckt  KatUrlieh  wurden  di* 
bisherigen  Itegentcn  in  üblicher  Weise  durch  Konfiskationen  ilira«  V»- 
miSgons  gestraft.  Zwisdion  den  beiden  Schwosteni  dauerte  der  Friedo  mir 
kurze  Zeit.  U.Juni  lü42  heiratete  die  ß2jiihrigeZD5  denKonstantiaoilXj 
Monnmachos,  einen  kaiserlichen  Verwandten,  der  nun  mit  ihr  hU  ItiMJ 
und  allein  bis  10.'..!  regierte.  Unter  den  vielen  Thorhoiten  der  Alten  »* 
diese  lediglich  politische  Heirat  die  grösste;  das  Weich  bcditrn«  eiiwi 
Kriegsftlrsten,  und  Maniukes  war  der  gegobono  Basilous.  Zu  dee  ReicbM  i 
Unheil  wurde  der  gichtische  WUstJing  auf  den  Thron  erhoben.  KonstMÜi» 
Itegierung  bezeielmet  die  letzte  gltlckliche  Periode  des  Ketcbs,  was  freiüci  , 


TL  D«r  TerfftU  des  Beiohea  (1026-1081}. 


um  wenigsten  am  Kaiser  lag.     Ei*  war  durchaus  anümilitilriHch  geainnt,  H 

spartv  am  SaMatciiHoId  und  verausgabte  Unsummen  für  Hauten  und  auch  H 

rOr   Hebung  dur   VVis»eut5cbaft,   wofUr  diti^c  onialcu  Zvitun  um  wutiigetea      ^^M 
geeignet  waren.  ^^H 

tn  Italien  waren  die  Normannen,  einst  Maniakes'  SOldn«*,  rar  grSssten  ^^fl 
Seftthr  dvr  gtiochiticliou  Herrscliaft  herangewachsen.  1041  brachen  xio  lOlI  M 
in  Apuliun  ein,  oroborten  MdB  und  »chlugon  dvn  Katapan  Dokeanos  zwei-  H 

mal   atifs  Haupt.     Sein  Nachfolger  wai-  nicht  glücklicher.    Der  einflues-  ■ 

ruiclic  i'rimat  von  H»ri,  Argyros,  verband  »ich  mit  ihnen.   Maniakes,  von  H 

Uic'bavl  V  nach  Italien  gesandt,  wo  fast  nur  Tarautuu,  Brontcition  und  H 

Hydnis  noch  don  Giiechen  gehorchten,  rief  noch  einmal  einen  Umschwung  S 

bervor.     1042  erfocht  er  den  grossen  Sieg  bei  Monopoli.     Aber  die  Er-  lOi'-i    ■ 
hebung  des  Konstantinos  Kuni  Kaiser,  mit  dessen  Favoiilin  Skloraina  und  ■ 

ihrem  tiuschlocbUanliang  er  tief  üorfatlen  war,  erbitterte  den  Helden  aufs  ■ 

tieTst«.  Er  liess  eich  zuni  Kaiser  proklamieren;  vergebens  erkaufte  der  Hof  H 

den  Vorriltor  Argj-vos  pppeu  ihn.  In  Hydrus  eingeschifft,  landete  er  Februar [,■„(,,  iijjj 
lOtä  in  Dyrraeliion.  Alle»  erwartete,  dass  sein  Marsch  auf  der  alten  via 
Egnatia  dem  Keich  einen  neuen  Monarchen  geben  werde.  Sein  Ende  war 
wiv  das  des  (Jesare  Borgia;  der  Zufall  eines  Pfeilscbusses  tStete  den  Ge- 
wulligvn  und  vernichtete  »eine  Sache.  Konstantin  sasK  wieder  fest  auf 
dem  morschen  Herrscherstulil. 

Mit  der  italischen  Herrschaft  der  Griechen  ging  es  nun  rasch  zu 
Ende.  Weder  der  abendländiflcho  Kaiser,  noch  der  l'apst  vermochten  die 
Fortochritto  der  Nonnannen  mi  hindern.  1U55  fiel  Hydrus  (Otranto),  1055 
1060  dos  feste  Troja.  Mit  der  Einnahme  von  Khegion  und  Skylakiou  war  1060 
die  Eroberung  von  Kaluhrien  vollendet.  Der  letzte  Itest  von  Justiniani) 
Siegespreisen  war  Ostrom  entrissen.  Der  Sieg  der  Nonnannen,  die  bald 
auch  Sii-ilien  gewannen,  war  gleichzeitig  ein  Erfulg  Alt-Roms,  das  seine 
8o  lange  eingeschiiinktu  Ob  od  iu  uz  wieder  über  ganz  Italien  ausdehnen 
konnte.  Im  Zusammenhang  mit  diesen  Ereignissen  kam  es  zum  völligen 
kirchlichen  Bruch  zwischen  Alt-  und  Ncu-Hom.  Uer  Papst  Leo  IX  war 
zielbewuiMt  und  hochfahrend.  Sein  ncurQmiBcher  Kollege  Michael  Keru- 
lariofi  gab  ihm  darin  nicht«  nOLli.  Aber  es  gehört  die  ganze  oecidenta- 
ÜHche  Befangenheit  dazn,  in  dem  Briefe  des  Patriarchen  Michael  Kerulurios 
ein«  IVovokation  zu  sehen,  da  er  umgekehrt  dor  I^vozierte  war.  Ein 
aufriebt  lue  r  Orthodoxer  musetc  den  nun  sich  volLtiehendon  Ansrbhiss  der 
MetropuliUuhezii'ko  von  Hydrux,  llugtu  Sebennc,  Itossanon  uud  ilbegion 
an  den  in  den  Augen  der  Griechen  halbschisroatischen  Stuhl  von  Alt-Kom 
ala  eine  (jefährdung  des  HeiU  vieler  i^eelen  ansehen,  und  so  hat  Michael 
einfach  »eine  oberhirtliche  l*flicht  erfüllt,  als  er  im  Verein  mit  Leon,  dem 
autokephiilen  PrHlaten  der  Kirche  von  Ochrida.  die  italischen  Orthodoxen 
vor  den  Ketzereien  der  JviiKoi  warnte.  Ein  ebenso  milder  als  ange-sehenor 
Theologe  der  anatolisclien  Kirche,  der  Patriarch  Petros  von  Antiocliieo, 
hat  in  seinem  Briefe  an  Dominien»,  den  ( Fseudo-) Patriarchen  von  ßrado, 
nur  die  leidenschaftliche  Form  der  Erlasse  und  Massregcln  Michaels  ge- 
tadelt; aaclUich  stand  er  ganz  auf  seiner  Seite. 

Der  Regierung  war  der  Zank    hfichst  ungelegen;    sollte   etwas   in 


I         1004  AbrlM  d«r  byzantiniaeb«!!  Kaiacrgsaehiobt«.  I 

I       Italien  noch  gerettet  werdon,  konnte  nio  den  l'Apst  niofat  onthehren.  Alhhl 
I       BJe  war  schwach,  und   das   patriatiocho  antiUtoiniüvhi'   VoQcsbäwuMttäl 
I       erwies  sich  al«  eine  Macht,   der  sie  »ich  zu  heugen    hatte.     Leo  IX  bit) 
I       freilich    sein    Möglichstes    ^ethnn,    um    durch    iinge^ichickte    Wahl    im 
I       Legaten  alle  irenischen  Absichten  der  Itegierung  zu  durohkrcuxen.    Ilw 
I       rohe  uikI  herniiHfordemde  Aiiflrotüii  dos  Kardinals  Humbort  inusst«  jcdo 
I        ehrlichen  Griechen  auf»  tinfste  emixVen.     Man  verfluchte  sich  gegeoBtitig 
^^  gehr  feierlich,  und  das  war  echlicsälich  iia.s  Verständigste.     Die  «eit  der 
^B  Verkleinterung  von  diotje«'  Schisma  oingcführt«  utiwahrhaflige  dopfxHe 
^^  Biichfilliriing  luVte  auf;  man  bekannte  sieh  gegenseitig  zur  offenen,  th* 
L       liehen  tVimUchaft. 

I  Sehr  entst  war  fUr  das  Iteich  die  Patzinakengofahr  unter  Konstantia 

I  Ihr  Oban  Tyrak  (Tirach),  erbittert  über  die  Griechen,  welche  i'ine  AhU»- 
I  lung  der  Herde  unter  dem  Häuptling  Kegen  bei  weh  aufgenommen  htlUt, 
I  Iies8  die  Fahnen  wehen;  allein  er  wurde  völlig  geschlagen,  and  nach  idl- 
[  hcwührteni  Kegioningssyatem  siedelten  die  Byzantiner  die  OofangeHii  in 
[  den  ( idiändereien  um  Ni«  und  SrPdcc  an;  dies  »chlug  zu  ihrem  UdM 
I  8U3.  Hie  .chmtJnnos*  der  neuen  Kolonie  riefen  die  .hravo«'  von  jenwiu 
I  der  Donau  zu  Hilfe.  Die  Heiden  sengten  durch  ganz  Bulgarien  Iw  nr 
r  die  Tliore  von  Adrianopel.  Sie  schlugen  und  vernichteten  drei  rOniiMif 
1031  Heere.  Erst  1051  warf  man  dn.t  Kauhgesindel  au»  Thrakien  und  Vaia- 
donien  herau»;  Tyrak,  in  »uincni  Ilatiptlager  von  i'rf«lav  bedroht,  bat  nit 
echter  Barbaren  feigheit  um  Frieden. 

Im  Osten  setzte  K on.'itant.iu  Basileic*"  verkehrte  Politik  fort.  VtA 
dem  Tode  Aftot  IV.  des  Bagratunicrs  von  Äni,  waren  in  Armenien  Äi 
nblichen  Thronatreitigkeiten  ausgebrochen,  und  Michael  IV  wollle  aoo 
endlich  Armenien  mediatisieren.  Eine  bvjwntiniwhe  Armee  belagerte  fi* 
ilOil  armenische  Kapitale:  aber  die  Katastrophe  der  Faphlagonier  IWl  iw 
anloAitto  deren  Abzug.  Die  Grovsen  einigten  sich  den  siobzehitjlhn^ 
Uagik  ttnf  dt^n  Thron  der  ßagratunier  zu  setzen;  er  und  s>ein  GoBffiil 
Orugorios  Magi«t.io.s  kämpften  mit  Olilck  gegen  die  Seldschuken.  SoWJ 
aber  Konstantin  fest  auf  dem  Throne  sa-ts,  modiatisierte  er  feat  rfmüii** 
I0I.5  armenii^che  KleinfTirsten.  1045  wurde  Qagik  nach  der  Itcsidcaz  zittMi 
und  dfu!  Jahr  darauf  besetzten  die  Griechen  Ani,  Wer  noch  in  ArmenHe 
der  Täuschung  lebte,  dass  die  Kömerherrschaft  einen  starken  Scbat»  fir 
Armeniemt  chriAtlichen  GInuhen  bedeute,  wurde  gHlndlich  aufgeklärt.  Kiot 
habgierige  Schar  griechischer  Kleriker  setzt«  «ich  in  den  BesitE  der  rficlw 
Bisttlnier  und  Abteien.  Die  religiösen  Quälereien  der  rei-htgläiihigOB  Mm»- 
10Ä6  phyifiten  waren  endlos.  Der  KathoUkoe  Petro«  (+  luStt)  wurde  nach  *» 
Hauptstadt  gerufen;  nach  dem  Tode  seines  Nachfolgers  hindert«  mM  Äj 
Kfttholiknswahl.  Alle  die  schweren  Erfahningen  des  VIT.  und  der  f">lg»**| 
den  Jahrhunderte  waren  an  den  nichts  lernenden  und  nichts  verge« 
griechischen  Hicrarchen  spurlos  vorübergegangen.  Charakt«ru>ti«:li  i^j 
dass  noch  der  UnglUckskaiser  Tt/>manns  Diogene«  vor  si'iner  Expedifw^l 
schwur  bei  seiner  tlUckkehr  den  armenischen  Glauben  zu  vernichten. 
armcniMchon  MSnche  schrien  zu  Gott,  er  möge  ihn  zu  Grunde  gehen  Us*".] 
wie  den  vom  hl.  Basileios  verfluchten  gottlosen  Julian.     Diese  durch 


^^^^H  TL  I>er  Terfftll  d«a  EeidieB  (1029—1061).  1005  I 

l^ahnwitz  dea  griecbisclien  Kirehäiiregimonts  provoxi«rte  Stimmuug   der  I 

Lrnienior  liefert  aucli  einen  Schlüssel  fllr  die  »eldRchnki^chen  Krfulge.  ■ 

ZuDJkliät   hatte    min    nach  Aar  Annexion   der  kleinen  GobirgtuUattiu  1 

as  römisch©  Itoioh  direkt  deu  Verstoss  der  unt«r  Togi-ilbey  zur  Obniacht  ■ 

a  Asien  gelangten  Seldochuken  auszubulten.   Die  echt  griechische  Krämer-  I 

olitik  hatte,  wie  Uhlicli,  am  falschen  Orte  ge«)pArt,  den  armen  neu  inkor-  I 

oritirt«»  Borgknatonen  hohe  Htetiern  auferlegt  und  50U0Ü  Muiui  urmeni-  I 

eher   und    iberixchor  Milizim   üutla«äou.     Allein   der  grosse  Ba^iJeioH   hat  I 

urch  sein  unübertreffliches  Fortifikationssystem  der  Ostgrenze  die  liettung  I 

er  thöriclitcn  Nachgebornen  bewirkt.   We  in  Vaspurakan    einbrochend«n  I 

'üi-konbandeu  wurden  1048  bei  Htragna  geschlagen.    Aber  das  unbefetttigto  "^^S    I 
Lxxen  der  RSmer  (Kariu-Theodosiupolüt),  diu  reiche  Ilandelstadt,  legten  dio  I 

[orden  in  Asche.   Der  Schaden  wurde  einigermassoii  wett  gemacht  durch  I 

en  mit  Hilfe   eines   iberinchen  Volksaufbruchs   errungenen  >Sieg   von  Ka-  I 

etron.     Togrilbeyu  persQnlichei'  Angriff  lOSO  sciieiterte  an  d«r  Fotttigkeit  lOdO     I 
er  Burg  Mimtzikert.  I 

Konstantin  butt«  unverdientes  Glück.     Auch  1047  war  der  sehr  ge-  1047     1 
Uirlicho  Aufstand  tien    armenischen    Oenerala  Leon  Toniikios    vor   den  ■ 

lauern  der  Hauptstadt  gcüchoitcrt,  und  ruhig  regierte  er  nach  Zoch  Ab-  1 

)ben   bis  zum   eigenen  Hinschied  U)ii4.    Gerna  hätte  er  dem  in  Make-  '^^^     1 
onien    kommandierenden    General  Nikephoros  Bryciinios    die  HerrHcbaft  I 

Dgow&ndt;  aber  der  Legitimismuii  erwachte.     Volk,    Senat    und  Garde  I 

iboltvn  der  energischen  alten  Theodora  zu,  als  sie  ,die  letzte  der  Purpur-  ^ 

eborenen*  das  Szepter  ergrifi' (Uirti—lüJÖ)  und  mit  nngewohnter  Energie 'OHjlOM 
andbabte.     Dass  die  Kreaturen  ihres  Vorgänger»  durch  Exil   und   Ver- 
lügen^konßskiition  bUstittcn,  gebßrt  zum    legitiniöu  Kitu»  eines  byzanti- 
isclien  Thronweehisels.     Aber  darauf  bcHchränkte  sich  dio  Thätigkeit  der 
reisin  nicht,  welche  dio  volle  Kraft  ihre»  Oheims  geerbt  zu  haben  schien. 
ie  zeigte  das  den  damaligen  Kabinetten  fJSrmlich  angeborene  Misstraiien 
cgon  den  Ocneralstab,    wenn  man  gerecht  sein  will,  nicht  mit  Unrocht; 
enn    iuit«r    dessen    hochadlichen    Mitgliedern    war    da»     Kaisermnchen 
od  Prfttendententum  geradezu  zur  Erb-  und  Modokrankhoit  gowordon. 
io  rief  den  hochbegabten  Chef  der  gegen   die  Seldschuken  operierenden 
TBioa,  Isaak  Konineno»,  ah  und  ersetzte  ihn  durch  einen  gefQgigen  Hof- 
lann.     Vor  itu-em  Tode  (äO.  August  1056)  iibortnig  mo  die  Kaiserwllrdc  30.  Ai, 
uf  den  alten  General  und  Senator  Michael  Stratiotikoe  {30.  August  1056 .  J2fÄ,- 
is  31.  August  1057). 

Das  war  zuviel  fllr  das  St-lbstgefülJ  der  Annee.  Die  Loyalität  und 
liebe  fllr  das  nngc-stammte  Hcrrseberlmus,  von  der  Zo<J  und  l'hcodora 
D  röhrende  Beweise  erhalten  hatten,  war  mit  dem  Aussterben  der  mako* 
onüchen  Dynai^tie  erloschen.  Eine  gewaltige  militärische  Revolution 
räch  aus.  Die  Generale,  meist  kleinasiatiuche  Landlords,  traten  zusammen, 
rie  in  den  Tagen  des  Severus  oder  AureUan.  Unter  jubelnder  Zustim- 
lUng  der  einzelnen  Truppenkörper  proklamierten  sie  erst  in  Ka.stamona. 
an»  auf  der  Kbene  von  Gunavia  8,  Juni  1057  den  Isuak  Komneno»  ^\^^S' 
mn  Kaiser.  Der  eigentliche  KOnigsmncher  Katakalon,  der  abgesetzte 
ltrat«g  von  Autiochion,  bewog  dio  Truppen  von  Nikopolis  zum  Anscbiims. 


lOÜß 


Abriaa  du  byuatlaiacbeB  KftiMrg«aobiohte. 


Isuak  tnnrschicrte  gc|;;<>n  Niknea,  besiegte  <1io  kaisorlictien  Tnipp«n:  Sficbul 
ai.  abdizivrto,    und   2.  September   1057    wurde   Isaak    in   der  Sopbi«tikifäi  j 
'     gekrUnt. 

Eil  war  ein  Sieg  dos  Militilrs  flhcr  die  Senatsaristokratie  mi  4l 
Civilburwiukratie.  l>er  erste  Empfang  des  KaLserB  machte  darom  den 
Teilnehmern  ßinen  iinauslOschlichen  Kindruck.  Die  Senatoren  stAmloo 
^zasammen  und  sahen  auf  don  Boden.  Der  Kaixor  sprach  nur  Aas  nCtiEttf, 
fast  mehr  durch  Kopf-  und  llandbewogiiagen  seinen  Willen  zii  «^rkenii«n 
gebend,  lind  Uberlieas  das  Reden  seinen  Sekrettnn.  Diesem  Anfang  «nt- 
sprftoh  der  Verlauf  der  Regienmg.  Inaak  zeigte  ung«.«wöhulifhc  Enerfii» 
Als  langjähriger  Arnicccbof  hatte  er  dne  Cbol  der  »t-it  ßu^xileius'  ToJ  ein- 
gerissenen finanziellen  V'erlottening  mit  sein^  Soldaten  nur  zu  hart  fibleo 
mßssen.  Gleich  Vespasian  scheute  er  im  Intere.<t»e  der  Snniorung  dn 
FinansplanJH  auch  die  Unbeliebtheit  nicht.  Die  Sinekuren  ßlr  BflfliiigR, 
Gelehrte  und  da«  viel  zu  grosse  Priesterheer  wurden  abgeschaut*  Dir 
Finanzreform  wurde  gründlich  gefordert.  Wie  wenig  er  di©  flrondierenJ* 
Opposition  des  Reichftrats  fUrchteto.  zeigt  seine  Absetzung  Am  Miciuu'l 
KerutarioR,  dessen  hierarchische  Amiiossung  uucrtrüglicli  güwonlen.  Dicsii' 
Kircht>nfiirst  mit  seinun  pjipstlichen  AllUren  hat  in  der  orthodoxen  Kiri-hi' 
nur  ein  Gegenbild,  den  nioskowitiachen  Patriarchen  Nikon.  lanak  mi 
Alexej  haben  in  Hyzanz  wie  in  Ru.'tslHnd  das  werdende  Papsttum  io  der 
tioburt  ormtickt. 

Isaakfl  AJter,  nach  einem  glücklichen  Peldzug  gegen  patzinakiul« 
und  magj'arische  Raubschai-en  HWJ  durch  Krankheit  ReschwÄfht,  vu  dff 

IKai^eriiürdc  nicht  mehr  gewachsen.  Mohr  noch  hat  ihn  die  stÜte  undpatffiT« 
Opposition  der  Burenukratie  lahmgelegt.  ,Gott*,  pflegte  man  zu  sMffO. 
.hat  sich  sechs  Tage  Zeit  gelaasen,  um  die  Welt  zn  erBchafTon;  äeut 
Mann  aber  will  alles  an  einem  Tage  zu  Wege  bringen."  Es  war  km 
Vergnügen  mehr,  sondern  ein  verhängnissvolleä  Amt,  Kaiser  von  (Mron 
zu  «ein.  Wie  im  Rom  des  dritten  Jahrhundert«,  erkannten  die  Beaserm 
in  der  Kaiserkrone  PtÜcht  und  Schicksal.  Der  milde  Grei.*»  abdiiierto  vni 
ging  ins  Kloster  Studion.  Kr  Übergab  die  Herrschaft  seinem  Freunde  raiJ 
I69;10G7 Minister  Konstftntinos  \  Dukas  (1059 — 1067),  einem  ausgeieicbnetfii 
Finanzgenie,  der  sich  in  sekundärer  Stellung  glänzend  bewährt  hatte.  I>ff»n- 
bar  hat  Isaak  aus  sitthchen  GrQnden,  weil  er  meinte,  so  am  lM.''«tcn  fDr  ii» 
Reich  zu  sorgen,  ihn  gewählt  und  .seinen  hochbegabten  Bruder  Jöliannn 
und  dessen  noch  fähigere  Si'ihnc  damit  vom  Throne  nuegoschlosaen.  Doch 
die  Wahl  sollte  sich  als  ein  schlimmer  Fehler  erweisen. 

Konstantin  X  eröffnet  die  Dukasära,  die  unglQckliche  Epoche  if' 
herrschünden  Bureaukraten,  Rhctoren  und  Gelehrten.')  Schon  emmal  - 
unter  Marc  Aurel  —  war  die  Verwirklichung  des  platonischen  Polit''"* 
idcals,  die  Herrschaft  der  Philosophen,  dem  Reiche  verhängnisvoll  ge- 
worden. Dukas  hat  die  Senatsaristokratie  durch  massenhafte  Aufnahm» 
plebejischer  Elemente,   Handwerker  und  Barbaron,  stark  orwcitwt   ^'> 


')  Vehn  (lioau  F^nociio  vgl.  die  truiniclicn 
AaafDhningeD  vou  C.  Neumnnn;  Di«  Wolt- 


Ktnllung  dcA   byt.   Reichoa  vor  icB  ErM' 
iQgen.     l.oipRig  1894. 


Tl.  Der  Terfkll  d«a  RsiuhM  (lOSC-IOSl).  1007  ■ 

alten  Senatoren,  deren  Adel  iUirigcn»  auch  Roltr  fadenscheinig  und   von  I 

gestcni  her  war,  «aheii  das  mit  Ingrimm;    abur  man  koiuito  sieb  damit  M 

fertaten,  daaa  die  demokratische  Senat«part.ei  jotzt  das  Staattigtßuer  voll-  ■ 
ständig  in  die  Hände  bekam.  Die  Hnreaiikraten  regierten;  die  Finanz-  ^^H 
beainten  fUlirlen  das  gi'u>«.so  WorL  Em  ht  die  Keaktion  der  Civilvcnciü-  ^^H 
tung  gvgun  dun  Uilitarii^nms.  dvi-  Hauptstadt  gegen  die  provinxiale  Oentry,  V 
welche  diu   hohen  Mibtärpobten  hekk-idete    und   bei  der  Erhebung  Kaiser  I 

Isaaks  einen  argen  Prätorianergcixt  wieder  gezeigt  hatte.    DieM^m  niilitä-  I 

riscbcn   lYfttendeiitentum  sollte  definitiv  der  Bodon  abgegraben  worden.  I 

Haa   geschah  durch   Besdmuidung  d(«  Milit^hudgets  und  AuQöHung  der  H 

Armee.     Kaiät-r   und  Minister   haben   um  die  Wette  geeifert,   dies  anti-  ■ 

inilitilriBcfae  Ideal  der  neuen  Senat^partei  zu  verwirklichen.     Die  Kadres  ■ 

der  Annco  wurden   flberall  rcduKicrt,  der  Sold  gokUrKt,    die  Voirfite  an  fl 

Waffen  und  Kricgtimuturiiil  nicht  i<rgänzt,  die  Reparaturen  der  Wurke  in  den  I 

Grenzfestungen  unterlaAüen.   Kurz,  es  fehlte  dem  damaligen  Konstant tnopcl  I 

nur    nech   ein    vom    Volke  gewählter  lieichsrat,    sonst  wäre   die  ganze  M 

ÜMbre  de»  heutigou  konetitutioncllon  Staates  in  optima  forma  verwirklicht  _^ 
gewesen.  ^^M 

Der  ^''erfasaung  entsprach  die  Regierung.  Der  arientalischen  Krisis  ^^| 
zeigte  sie  sich  nicht  gewachsen.  Und  gerade  im  Osten  war  die  starke  ^^| 
Hand  eines  MilitJlrs  dringendem  Krfordernis.  Denn  dort  war  neue«  kraft-  ^^| 
volles  Lehen  unter  die  SLi]d»chuken  gekommen,  seil  nach  dem  Tode  des  V 

grossen  Togril-bey  1065  sein  Sohn,  der  bisherige  Statthalter  von  ChorSsSn, 
AJp-Arülan  die  Zügel  der  Hegiening  ergriff.  Ein  Vorkämpfer  der  recht- 
gl&ubtgvn  Sunna,  Kiigleicli  bei  aller  echt  türkischen  Koboit  ein  helden- 
kahoer,  rilterlicher  Mann,  wnr  er  der  Abgott  seiner  Heiterscharen,  ein 
grimmer  Feind  f^tr  das  von  schwächlichen  Bureaukraten  und  Schrmredncm 
niisMk-itete  Heich.  Sein  Einbruch  in  Armenien  bezeichnet  den  Tod  der 
dortigen  lioln-ii  Kultur.  Nur  grausige  planmä-isige  Verwlttttung  und  Ver- 
ödung charakterisierten  den  Krieg8pfad  des  .SehUchukenaultani;.  Man  spricht 
jetzt  gemäss  der  heri-Hchcuden  Tui'kophilio  »von  den  herrlichen  Kosten 
der  reiclientwickelten  Kultur  der  Seldschuken',  weil  der  Sultan  von  Kam, 
AlAoddin  Kcikobad  I  (122(1-  123G)  in  der  That  glfinzcnd  gebaut  hat.  Man  1220^1230 
verglast  dabei  nur  die  Kleinigkeit,  dass  diese  ganze  Scldscliukenherrlichkeit 
niofat  original,  sondern  pL-rsisches  und  by/.untinisches  Lehngut  ist.  Mit 
genau  demselben  Rechte  könnten  wir  dann  die  IIj-ksoskAnige  mit  ihren 
Imitationen  und  Annexionen  Ag^'ptischer  Kunstteistungen  in  Tanis  als  die 
wahren  Kulturbringer  im  Nülnndu  anaohon. 

tileich  nach  seinem  Regierungsantritt  veramitattete  AI|>-Ar»lan  unge- 
beaero  Aoahcbungen  und  rUckte  gegen  Armenien  vor.  Als  er  von  Osten  her 
heranzog,  unterwarfen  sich  voll  Todesschrecken  die  K&nigo  von  Albanien 
Und  Ilwrien.  Dann  wandt«  er  sich  gvgen  die  gewaltige  Künigsfestuug  Ani. 
SUdtcbelagerung  tst  sonst  niemals  die  Sache  der  asiatischen  Steppenreiter 
gewMcn ;  aber  mit  beispielloser  Energie  hielten  die  Tllrkonhordon  vor  ihren 
"WWlen  aus.  Die  Zentralregierung,  an  Gold  und  Soldaten  knapp,  sandte 
Iceine  Ersatzarmee,  und  so  wurde  dio  herrliche  Stadt  C.  Juli  1064  eine  ß.  .'»U 
Aut«  der  Barbaren.   Gleichzeitig  streiften  plündernd,  sengend  und  raubend     "^'^'* 


1008 


Abrtaa  der  bfiAiitiniBcfaen  Ku»erge«ohiohta. 


.1004 


ioe:> 


t 


ihre  Reitenicharen  bis  in  die  Eupliratprovinzon.  Dur  klein«  Fürst  Tia| 
Kar*,  im  tieftlhl  seiner  Ohnmacht  gegenüber  i3i*«6r  furchtbaren  VftU 
woll«,  codiert«  si<in  Itvich  an  die  Griechen  und  erhielt  als  Kntscha 
<lio  Stadt  Caaiendav  in  di-r  kilikischon  TauniKland»chaft.  welche  bali]  ßr 
das  armeniüch«  Volk  eine  zweite  Uoiniat  wurden  »eilte.  Sein  Tuuseli  wir 
gut;  denn  Kar»  fiel  kurz  darauf  in  die  Gewalt  der  Türken. 

Wie  in  A«ion  war  auch  in  Europa  die  Politik  der  Regierong  keiae 
kraftvolle.  1064  wurde  dio  wichtige  Donaufcätung  Belgrad  von  dso 
Mag)*aren  besetzt.  Bas  folgende  Jahr  sali  dio  Patzinakengefalir  dmrli 
die  Kuinauennot  ersetzt.  Die  Uzi  (Oghusi,  von  den  Russen  FoIoto,  n» 
den  Uriechcn  Ktininnoi  gonannt),  abermaU  cino  schmutzi^tarrende  pferde- 
reiche  Tilrkvnliordi»,  in  Fil^^urt««  lebend,  von  Stutenmilch  und  Iferdcfluiach 
Hicli  nSlirend,  in  Schafsfelle  gehUUt,  in  üblicher  Weise  mit  Bogra  lunl 
Pfeil  bewaffnet,  waren  nach  dem  Beispiele  un}>ahliger  BrOder  .dem  7jigf 
nach  dem  We8t«n"  gefolgt.  Die  Patxiiuikcn  wurden  durch  sw  aus  Act 
Diycstergegcnd  in  die  Walachei  gedrSngt.  li>65  ilberscbritton  ihrer  Wiwu 
die  Donau.  Vergeblich  suchten  Basileios  Äpokapes  uml  Nikephoros  Bo- 
taniates,  die  rJlmischen  Generale,  dies  zu  wehren.  Daiik  der  treflit^ 
(Üvil Verwaltung  hatten  t;ie  nicht  genug  Soldaten.  Kino  Horde  drang  Im 
gegen  TliOMudonike.  Seuchen  und  die  Gegenwehr  des  erbitt«rt«n  Lw^ 
Volks  vernichteten  sie.  Die  Hauptmacht,  in  den  HBrnus  gedr&ngt,  gniei 
bald  in  grosse  Not.  Ilirc  Auttrottung  verdankte  man  nicht  der  kliglM^ 
Hogioning,  die  ganz  an  das  beilige  römische  Jammerreich  zur  Arma^iakcB* 
zeit  erinnert,  sondern  den  tüchtigen  bulgarischen  Milizen  und  den  radw 
!<clinauiiende»  i'at^^inaken,  weiche  crbannungslos  mordeten.  Ein  Rwt  M 
um  Gnade  und  ward  in  Makedonien  angesiedelt. 

Entsprechend  der  antimilitäriachen  Schöngeisterei  und  GelohrsBntkeil*- 
pflego  halt«  der  alternde  Kaiser  auch  seine  zweite  Ehe  geschlossen.  Sidokii 
Makrcriibulitis»a,  eine  ebenso  scbOnu  als  littorArisohc  Dame,  wurde  dsni 
ihn  Mutter  von  sechs  Kindern.  Dazu  kamen  di«  drei  au»  Vorwclit  bernt» 
gekrönten  Dukassöhne  erster  Khe.  Der  sterbende  Kaiser,  lediglioli  wo 
dem  Gedanken  bchen'scht,  seinem  Hause  die  Krone  zu  erhalten,  fflcbtc 
dio  Kaiserin  und  den  Senat  durch  schrillliche  Versprechen  und  Eidschvtit 
zu  binden  —  bei  ßyzantineni  ein  ho(Tnungslo«08  Unternehmen.  —  Endokii. 
obschon  ganz  in  der  Atmosphäre  der  gelehrten  i'o<laiiten  lebend,  wo  i*< 
widerliche  Schwat7.philosoph  und  ItedekUnstler  Psellos  den  Ton  iopk. 
bowieit,  das«  auch  die  grilndlichsto  rhetorische  Verbildung  den  Vendtfl 
«iner  kitigen  Frau  m'clit  völlig  zu  mittsleiteu  vermag.  Sie  erkannte  te 
Schaden,  welchen  der  neue  Kurs  dem  Reiche  beigebracht.  Nur  der  bf 
ditionelle  Militarismus  konnte  Jtettung  in  der  Seldschukennot  gewähren,  ä« 
hörte  auf  die  Volk.'^Ntimmc,  welche  ihre  Wiederverheiratung  mit  oiurt» 
titrammen  Militär  wUnsclitu;  nur  so  konute  dorn  gemeinsch&dlidicn  Cb«r- 
wuchern  de8  Bureaukratismua  gesteuert  worden.  Bei  der  OattesnU 
freilich  hat  sie  sich  vergriffen;  Romanos  Diogenes,  Stratege  von  TriBdiW 
(Sri-dec).  war  der  Sohn  jenes  Konstantinos  Diogenes,  der  einst  ein  di- 
vische«  Pronunciamcnto  gegen  Kaiser  Romanos  sollte  gewagt  haben.  Dff 
ci-st  dreissigjälirigun  Sohn,  einen  hünenhaften  Kecken   von  beisBOro  ßlul* 


Tl.  Dw  TsrtftU  d«B  Beiche«  (1020-1091). 


1009 


ad  fast  tolUcUhnem  Ehrgeiz,  traf  von  Soiton  der  mituili-auisclicn  Burcfiu- 
raten  dieselbe  Beücluildigung,  wohl  mit  demaelben  Hechte.  Kudokia,  be- 
äts  starke  Vierzigerin,  aber  noch  immer  Htattlich  und  lebhaften  Tem- 
sraments,  hatte  d«n  horvorragond  echdncn  Romanos  kaum  gesehen,  als  tiio 
it  der  ganzen  Glut  der  Sildlünderin  nach  scinom  BcsitEC  strebte.  Doch  ihr 
ibrifiliche»  Versprechen,  keine  zweite  Ehe  einzugehen,  war  in  den  IlÜndon 
.■«allerheiligstcn  Johannen  XiphilinoH.  Weibliche  Arglint  kannte  die  schwache 
Site  de»  Patriarchen.  Unter  der  Vorspiegelung,  einen  seiner  Vorwandten 
1  hutraU-n.  erhielt  Bio  die  kompi-amittiercnde  Urkunde  zurück  und  über-  _ 

jkdit«  die  Residenz  durch  die  Vermählung  mit  Romanos  Dezember  1067.  D«-  W 
r  irar  ein  Sieg  der  Militärpartei;  die  Wut  der  überlisteten  Bureaukratie 
iftiiibarto  die  teils  stille,  teils  ofTono  Opposition  ihrer  Hfiupter,  des  kaiser- 
chen Bnidvrs,  de»  Cä«ar»  Johannes  Duka»,  der  mit  zwei  Bühnen  im 
Miat  eine  mächtige  Partei  bosaas,  des  grollenden  Patriarchen  und  vor 
lleni  des  giftigen  Hhetors  Michael  Psellos.  Dazu  kam,  dass  die  von  den 
>ukas  vei'hÄt«choIti!n  Prütoriauer,  die  Varangen ,  zui-  Partei  des  «Itcu 
Eofes  hielten,  schon  weil  l{omanos  bei  der  Nutiouatarmv«  beliebt  war. 
für  ein  glänzender  Erfolg  nach  aussen  konnte  dem  Soldatenkaiser  das 
Otige  Prestige  verleihen. 

Es  galt  den  Selilschuken,  der  stündigeu  Geissol  der  kleinasiatischon 
nd  syrischen  Ustprovinzen,  mit  maclitvoller  Energie  entgegenzutroten. 
'apferkeit  und  Feldherrngescbick  des  Uomanos  konnte  die  HoEFnung  er- 
recken,  dass  dem  Ueich  ein  neuer  isaurischer  Leon  oder  Konstantinns  er- 
tandt^n  sei.  Leider  rissen  ihn  sein  Ungestüm  und  seine  UnterschfitKung 
w  Feinde  ins  Verderben.  Die  lange  Missregierung  der  Bureaukraten 
pfcfee  die  Armee  verlottert;  die  Sparsamkeit  am  unrechten  Ort  hatte 
en  Staatsschatz  auch  nicht  gefüllt.  Die  Buntschock igkeit  der  vielfach 
on  natioualeu  Offizieren  kommandierten  Landsknechte  erschwerte  die 
icherlieit  des  Oberkommandos  und  die  Einheitlichkeit  der  Operationen, 
'rotzdem  verlief  der  Feldzug  des  Jahres  1008,  weicher  einerseits  der  106« 
iQcbtiguDg  der  Muslimen  von  Aloppo  galt  und  andererseits  die  seid* 
chukiochen,  die  Pontoslnndschaftcn  lieiuiHucbenden  Raubscharen  derb  zu- 
Qckwarf,  vGlIig  glücklich. 

1069  brachen  die  wUstcn  KAuber  von  neuem  in  Kappadokien  ein,  1069 
aa  ollo  Drangsale  vandalischcr  Verwüstung  und  Ausmordung  erlitt.  Den 
ächten  Tiirkenreitem  war  die  scbwerllillige  Taktik  der  By»mtiner  so 
rmig  gewachsen,  als  einst  Crassus'  Legionäre  den  purthischen  Eisenroitern 
md  WeilschOtzen.  Aber  der  Kaiser  jagte  die  liäuberhandeu  zuletzt  doch 
iber  den  Etiphrat  zurück;  allein  während  er  durch  das  ehemalige  vierte 
Lrinenien  einen  kühnen  Zug  unternahm,  um  Chlut',  di«  Festung  dos  Van- 
«66,  zu  Überrumpeln,  Itess  sich  sein  Feldherr  Philaretos  in  Kappadokien 
«hlagen.  Bis  Ikonion  plünderten  die  Seldschuken.  Dem  Kaiser,  der  ihnen 
len  RQckwug  zu  verlegen  suchte,  entronnen  sie  nur  durch  Preisgabe  der 
äettte. 

Die  Übeln  italischen  Verhältnisse  zwangen  den  Kaiser  1070  zur  iqto 
ilQckkohr  nach  der  Hauptstadt.  1066  war  Hydrus  (Otranto)  gefallen,  und  ioqb 
las  fetrte  Bari,  der  HiLuptwalTi'npIatz  der  Griechen  auf  upulischem  Boden, 


dn  kUn.AU«taiiHTMriiiicliiin  IX.    ),  AbU|.    i.Aaa. 


'^K 


1010 


Alirin  der  lysMiUBiMfaea  SaiaergMohiebt«. 


B.  Apr. 
lüTl 

1073 


1071 


ward  eingescWoeaen.  Nach  lipldüiiiiitltigcr  Oogcnwohr  kapituliert«  & 
lapfcro  Besatzung  10.  April  1071.  Mit  ätm  Gri(>(.'lien  in  Italien  var  h 
an&,  und  so  traten  auch  dw  Amaltitaner  UiT.i  unter  Robert  Guisbrdi 
Herrschaft.  Hi«r  war  das  Verhängnis  nicht  mehr  liintanzulialtCD:  ^ 
im  Osten  vnirde  die  Krisis  akut.  Manuel  Komnenos,  Kaüor  Isaaks  TsA, 
der  in  ItomanoR  Abwesenheit  das  Koitinianda  gi'fiUirt  hatte,  war  van  im 
Türken  aufs  Hanpt  geschlagen  und  eelh.tt  gefangen  genommen  worte. 
Chooae.  dem  no  oft  der  hl.  Michael  acinon  wundürbarcn  Schutz  vefhebs, 
erlog  diesmal  don  Türken.  Des  Erzengels  Heiligtum  ward  geschändet  Dsd 
auflgeraubt.  Alp-Arslan  «rstürmte  ferner  im  armenischen  Onten  die  b«dh 
wichtige  Urenzburg  Mantzikert  (Manazkert).  Da  machte  der  Kaiser  äaa 
unerhörte  Kraftanittrongung.  Mit  einem  Heere  von  l(Ki(H>0  Mann  io|  « 
persönlidi  gegen  die  tQrkischen  Chriatuefoinde.  Eitio  Division,  meist  nssAe 
und  abendländische,  wenig  zuverlässige  Söldner  unter  Führung  dfw  FnuH 
zosen  Oursel  Bailleul,  sollten  Chlat'  erobern;  die  Hauptarmoe  mit  dem 
Kaiser  an  der  Spitze  gewann  Mantzikert  zurtidc.  Aber  in  einigen  Roiter* 
gefcchton  zeigten  AIp-Arslans  (irprohto  Scharen  aiegroiche  ÜberlegeahaL 
Dor  Kfüeer  rief  die  gegen  Chlat'  detachierten  Corps  vergebens  eurllci; 
sie  wurden  durch  die  Ttlrken  nach  Mesopotamien  abgedrängt.  Alp-Anhi^ 
im  OefQhl  einen  ebenbürtigen  Gegner  vor  sich  zu  haben,  bot  den  Fn«4*a 
an;  Romanos'  Stolz  wies  ihn  thöricfat  zurück.  So  kam  ea  zur  ^rcblbwta 
Entscheidung.  Üble  Vorbedeutungen  schreckten  das  eilig  zusanimeng«irtlK 
auch  durch  des  Kaisers  eiserne  Disziplin  nicht  in  so  kurzer  Zeit  zu  eiatr 
Mnsterarmee  umgeformte  Heer.  Intrigtie  und  Verrat  der  Offiziere  unJ 
ä&ldncr  lähmt«  die  Energie  im  eigenen  Lager.  Nichtsdestoweniger  kflmpRH 
den  ersten  Tag  beide  Parteien  heldenmütig  ohne  Entscheidung,  Allnn  ib 
den  zweiten  Tag  l*rin7  Andronikos  Ihikns  vorrAterischcr  ^Veieo  mit 
Abteilung  den  Ktlcküug  antrat,  ergriH  Panik  das  Heer.  Andre  Qieft 
den  ihnen  anvertrauten  Divisionon  folgten  Andronikos*  Beispiel.  Ve 
focht  Itonianos  mit  walirhafl  heroischem  Mut.  Die  türkische  Reit 
dnmg  mit  wildem  Ungestüm  siegreich,  unauflialtsam  vorwÄrt».  Dem  Kl 
ward  sein  Pferd  unter  dem  Loibo  verwundet.  £r  stürzte  und  g«riet 
tUrkische  Oofangunscliaft. 

Das  ist  der  furchtbare  Entscheidungstag  von  Mantzikert  dea  Ji 
1071,    die  Todesstunde  des    byzantinischen  Orossreicha.     Mocht«n 
dio  Folgen  in  ihrer  ganzen  Ent^elKlichkeit  sich  nicht  gleich  fllfalbar  i 
der  Osten  Kk-inasieuä,  Armunien  und  Kappadokien.  die  Landsehaftea, 
Ko   viele   Kaiser  and  Generale  entstammten,  und  welche  die  eigcntS 
Kraft:  dos  Reiches  repräsentierten,    waren   auf  immer  verloren, 
Tllrko  pflanzte  auf  den  TrDmmcni  altrömischcr  Herrlichkeit  sein  Ne 
'/.elt  auf.     Die   Wiege  der   Gesittung  verfiel    itJamitischer  Barbarei 
völliger  A'errohung.    Nicht  den  ungHlcklichen  Kaiser,  sondern  die  Bu 
kratie  und  die  Hofpartei,  welche  in  kurzsichtiger  Verblendung  gegen 
militÄriscbo  Prestige  sich  gestemmt,  das  Reich  planmftasig  wehrio»  i;on 
und  in  eiuwni  ihrer  Hauptvertreter  oflTenen  Verrat  geObt  hatten,  triÄ ' 
schwere  moralische    Verantwortung    fflr    die  Katastrophe,  von    der 
Uriochentuni  sich  niemals  erholt  hat,  noch  erholen  konnte. 


TL  Dar  Verfall  des  R«ichm  (1028^1081). 


^B  Von  nUen  epäteron  Ocsohloclitorn  ist  mit  [locht  der  geradezu  bei- 
Bfellose  Edelmut  gL>feiort  wordi>n,  mit  dorn  der  rauht'  Tilrko  den  gede- 
Ulttgten  und  gefangenen  tie^^ner  behandelte.  Er  gab  ihm  die  Freiböit 
|irfiok  gegen  die  Herausgabe  der  seldnchükischen  Gefangenen  und  gegen 
■ihliiiig  t^iiier  Million  Byiutntiner.  Nur  ein  ver/weifelter  KatAÜsmiis  konnte 
Bn  uDglücküchon  Kaiser  bewogen  nach  seiner  llauptstudt  zuruL-kzukehron. 
lUch  dem  politisch  Naivsten  musste  es  doch  völlig  klar  sein,  daes  der 
Qsserfolg  des  Kaisers  dessen  Sturz  und  den  seines  Anhangs,  der  Militär- 
nrtei,  zur  Folgi^  haben  rnüäse.  So  nahmen  denn  auch  die  Bui-eaukratcn  mit 
eiligster  Zuversicht  daa  Heft  in  die  Ilände.  Auf  Antrag  des  Pselloa  wurden 
lUdokia  und  ihr  Ältester  Stiefsohn,  Michael  Dukas,  als  Regenten  einge- 
ßtzt.  Die  cigcnthche  itegieriing  führte  Itonianos'  Todfeind,  der  alte  CKsar 
fobannes  I>ukas.  Von  der  Psellogpartei  unterstützt,  stellte  er  an  Eudokia 
aa  Ultimatum,  ihren  Gatten  des  Throns  fUr  verlustig  zu  erklären.  Als 
äe  heldenmütige  Frnn  die  schandbare  Zumutung  entrüstet  zurückwies, 
rard  sie  aus  dem  Palasto  ti'otz  ihrer  Thrfinen  und  Bitten  verstoHScn,  zur 
talugräa  geschoren  und  ins  Kloster  gesteckt.  Michael  VII  Parapi- 
lakoa  (1071 — ^107S)  wurde  als  Kaiser  ausgerufen.  Der  unglückliche  Ilo-IOTI. 
nano»,  der  sich  gegen  ihn  in  Anen  ku  halten  sucht«  und  dem  nur  ein 
Jeiner  Teil  der  Truppen  die  Treue  bewahrtti,  ward  durch  jVndronikos  in 
kdana  eingeschlossen  und  musste  sich  ergeben.  Er  dankte  feierlich  ab 
ind  vorsprach  ins  Kloster  zu  gtdien;  Ändronikos  liess  sein  Versprechen 
toraönlicher  Sicherheit  durch  die  Mutropoliten  von  Chalkodon.  Uerakleia 
md  Koloneia  garantieren.  Aber  umsonst  hatte  Konianos  getraut.  Der 
tegont  (l^iar  Dukas  war  über  die  Vorschriften  der  christlichen  Moral 
ider  auch  nur  des  allgemeinen  Vfilkerrechtes  hoch  erhaben,  Trotx  des 
HoteaU»  der  ehrlichen  Bischüfe,  mit  denen  man  ein  heilloses  Spiel  getrieben, 
Irard  Romanos  in  der  scheusHÜebsten  und  grausamsten  Weise  geblendet. 
Jon  furchtbaren,  auf  ßefehl  des  Cäsars  absichtlich  ungepflegt  gelassenen 
^erwuiiduRgen  erlag  der  unglückliche  Monarch,  nachdem  er  vergebens  den 
^düotod  auf  dem  Felde  der  Ehre  gesucht  hatte. 

^B  Ob,  wie  man  behauptet  hat,  das  damalige  Reich  noch  zu  retten  war 
''—  die  grosse  strategische  Position  in  Hocharmenien  war  noch  nicht  ver- 
Dren;  Antiochien,  Edessa  und  die  Kustenplät'Ze  waren  noch  römisch  — 
Ksst  sich  doch  billig  bezweifeln.  Der  kleinusintieclie  Besitz  der  KSmcr 
[lieh  dem  italienischen  der  Nachfolger  Justinians,  und  auch  dort  hatte 
,etn  Mann  von  eiserner  Faust',  Kaiser  Konstans,  mit  Aufbietung  aller 
Cr&fte  gegen  die  Langobarden  nichts  Nennenswertes  auszurichten  vor- 
itatiden.  Eine  Gleichstellung  vollends  der  Seldschukcn  mit  dun  syrischen 
lumdaniden  verrät  doch  einen  entschiedenen  Missgriff  in  der  VVL-rtscIiätzung 
nilitärischer  MacbtTerhältniase.  Jedenfalls  zeigte  die  nun  za  üppigster 
älftlc  gedeihende  Misswirtschaft  der  den  Ton  angebenden  Civilmandarinen 
lio  wahrhaft  bewundernswertes  Geschick,  in  allen  politi.sch  wichtigen 
Momenten  die  verkehrteste  Entscheidung  zu  trelfen.  Eine  Politik  der 
Uietorik  und  der  Phrase  war  nun  an  der  Tagesordnung,  kräftig  sekundiert 
lurcli  die  Epistolographie,  welche  auch  in  ihrer  grundschlechten  Tendenz 
panz  unserer  Pi'esse  entspricht.     Die  Itegicning  führten  der  CiUsar  und 


1^ 


1078 


AbriM  d«r  liysantinUeben  KaUergeMtbiolit«. 


der  Euiindi  Nikoptioritzc»,  beide  nicht  anfVJttg  und  in  den  Oesdilften 
graut;  aber  die  ganze  buruauknitischo  Houtino  zeigte  sich  einer  «o  sde 
Ktuation  oiclit  gewacbsen.  WährciK)  die  BeiebsTeiteidigung  in  der 
erhDrteet«n  Weise  vemaclilSssigt  ward,  während  man  am  ilitit&r-  mi 
Marinebudgot  knausorto,  Fei^tungon  und  Straseeo  vcrfaUen  im. 
wtirdon  die  (iroeabeainten  und  Kruituroii  der  leitenden  Minister  pQnktltti 
Ruebezahlt.  und  fUr  die  Vergnügungen  des  Hofea,  wie  der  Hanptstaitt. 
waren  utets  div  nntigoii  Summen  disponibel.  Selten  bat  es  eine  gei«tv«r- 
laasenere  und  godaukonurniore  Regierung  in  Byzanz  gegeben,  th  diw 
aus  den  Spitzen  der  BeamtenaristokraÜL'  gebildete. 

Der  Kaiser  selbst  war  Psellos'  würdiger  SchUler;  sein  eigner  Lehnt 
von  ibm,  dass  er  die  Dinge  gehen  lieea.  W&brcnd  im  OM«n  w 
lin  Wo«ten  die  VerhlUtniese  eich  immer  gi-fUhrliclier  zuHpitzlva,  tiiA 
Michael  mit  Peello«  Rhetorik  und  versuchte  sich  in  griechischen  Venen. 
In  Bulgarien  hatten  die  Erpressungen  der  Beamten  wieder  einmal  alla 
zum  Aufstand  reif  gemacht.  Die  bulgarische  Nationalpartei,  an  dvrSptK 
Qeorg  Vojttch  (Büitachos),  sucht«  Auschlus«  bei  den  atanimrem-aiüdlM 
10501084  Serben,  deren   Farvt  Michail  (1050— 1084)  vom    Papste  den  KQnigrtittJ 

t        erhalten  hatte;  die  Boljaren  baten  sich  seinen  Sohn  Bodin  als  Cani 
£r  wurde  unter  dem  Namen  Potros  feierlich  als  solcher  proklamiert 
H    erfocht  Über  Damianos  Dalaasenos  einen  glänsendeo  Sieg,  wobei  der 
'    chische  General    selbst  gefangen  ward.     Bodin   marschierte  jetzt 
NiÄ,   sein  Ünterfeldherr,  der  serbische    Vojvode    Petril    gegen 
Allein  die  Griechen    boten    min    eine   starke  Heeresmacbt,    darunter 
mffnuiseho  SOldnor.   auf.      Bodiu  wurde  geschlagen   und   gefangen 
Antiochien  goschloppt,  von  wo  er  mit  Hilfe  der  Venetianer  zu 
Vater  nach  Skodra  entfloh.     Der  Aufstand   wurde  nicdergeschlogea 
das  Nachspiel  bildeten  die  gewohnten  ürausauikviteu. 
Don  Vertrag,  welchen  Romanos  mit  Alp-Analan   geschlossen, 
die  neue  Regierung  eogleich  kassiert,   aber  keine  Anstalten  x\ir  Vi 
gung  des  Reichs  getroffen,  soda-ss  der  Usten  wehrlos  den  suldschi 
1073  Itftubereien  preisgegeben  war.    Alp-Ärslans  Tod  1072  brachte  den 
1072  1092  *''g6n  Meüfc-STih  (1072—1092)  zur  Herrschaft,  der  seinem  fihigei  Vi 
Öuleiman    die   Führung   des  Krieges  mit  Rum    übertrug.     Dieaor 
mSnnisch  hochbeanlagte  Kopf  verstand  es,  gegen  das  Griechentum  im 
den  tödliclu'n  Schlag  zu  führen.    Vergeblich  hatte  Komanoa'  and  Basil 
Gesetzgebung  gegen  die  Plantagenwirtscbaft  angekämpft;  nirgends  UDl 
sie  mehr  als  im  Osten.     Hfirige  und  Sklaven  bebauten  dort  die  Latif 
dien  der  Granden.     Da  griff  Suloimans  soziale  Reform   ein.     Allo 
Landbauern  wurden  gegen  Erlegung  einer  Kopfsteuer  fUr  frei  erkliit 
so  durch  ihr  eigenes  vitalstes  Interesse  an  die  türkische  Herrscliafl 
kettet.     Vielfach  muslimische  Sklaven  oder  heterodoso  (Hiristen 
sie  filr  den  Reiclisgedankeu  ohnehin  so  gut  wie  keine  Sympathien. 

Die  Regierung    niussto   endlich  aus   ihrer  lnakti\-ität    herai 
Allein   der    neue  Oberfeldherr  Isaak  Komnenos  ward   bei  Kaisareia 
Haupt  geschlagen.     Der  Cäsar  Dukas.  welcher  jet7.t  das  Kommando  6l 
nahm,   zog  zunächst  den  unter  Oursel  meutenidon  Normannen  entg*(" 


jertad 


lܫ 


Tl.  I>«r  TerhU  des  Beiohea  (l03S-t08I). 


Rrnrde  aber  am  Sangarios  von  Oorael  geschlagen  und  gefang«n.  Und 
tnin  geschah  das  Unerhört«.  Der  bisherige  Reichsvcrdorber  verstän- 
G  sich  rasch  mit  dem  norniännischen  Abentourcr;  er  trat  als  Kron- 
ndvnt  auf  tind  rUckte  gegen  den  eignen  Neffen  und  die  HaupUtadt 
In  ihrer  Not  warf  sich  die  Zentralregierung  den  Türken  in  die 
e.  1074  »chloi^a  Suleiman  tintpr  Melik-äQh's  Zustimmung  einen  Vertrag  1*^4 
Bui  den  Kßinem,  der  ihn  num  rechtmässigen  Uerni  der  okkupierten  Osl^ 
Provinzen  machte.  Dafür  vorsprachen  die  Seldttchukon  (Uo  Stellung  einer 
itarken  Hilfftmacht  und  hielten  Wort,  Ihre  Reiter  zerHprengt,en  die  Re- 
be) lenscltaren  und  nahmen  die  beiden  ItädelsfUhrer  gefangen.  Dukos 
Fandurto  ins  Kloster;  Oursel  entwischte  und  sammelte  im  Thema  Armo- 
niakoQ  neue  Truppen.  Gegen  ihn  ward  IU74  Alexios  Koniuenes.  .lohannes 
Komnenos'  äohn,  der  Neffe  des  Kaisers  Iflaak,  ausgesandt.  Er  tritt  damit 
tttorst  nnd  glücklich  auf  den  weltgescliichtüehen  Schauplatz.  Denn  er  or- 
ebto  den  Triumph,  den  unruhigen  Kondottiere  gefesselt  nach  Konstan- 
tinope)  zu  schleppen.  Die  Türkennot  dauerte  freilich  durch  Übergriffe 
hnd   Verwüstungen  Kletnasiens  ungehindert  fort. 

'  Das  Bureaukratonregiment  war  zum  Untergange  reif.     Das  war  die 

faerrschvnde  Übtjrzeugung.     Ilettung   war   nur    noch    bei   der   Armee.     So 
baden  denn  107H  gleichzeitig  in  Europ»  und  A.sien  zwei  Pronunziamentos  1078 
jrtstt.     Nikephoros  Bryennios,  der  Stratege  von  Dj'rrachion,  zog  vor  die 
Flaupt^tadt,    wjilirend  in  KleiniLsien  unter   der  mit   neuen  schniacli vollen 
Koozo&tiioricn  L-rkuuften  Zustimmung  der  Soldsuhukcn  Nikephoros  Butuniates 

fen  Autnkrator  ausgerufen  ward.  Eine  Itevolution  von  Adel  und  Volk 
atig  Michael  zur  Abdankung;  er  wurde  Erzbischof  von  Ephesos,  Nike- 
phoroH  III  Bütaniates  (1078 — 1081)  dagegen  atlgcmein  als  Kaiser  an-I078ilOSl 
ärkannt.  Den  Gegenkaiser  besiegte  Alexioe  Komnenos  bei  Ktttabrj'a  in 
Thrakien  vollständig;  und  ebenso  scidug  er  mehrere  rasch  sich  folgende 
Pronuuziameutoa  mit  Energie  nieder,  bi.s  1079  sein  eigener  Schwager  1ÜT8 
Nikeplioro«  Mcli^senos,  unennessltch  begütert  und  einflussreicti  unter  dem 
tnilitäriscben  Landadel,  sich  zum  Qegenkaiser  aufwarf.  Diesen  Leuten 
Ivaren  alle  patriotischen  tieftlhle  abhanden  gekommen.  Der  neue  Kron- 
prätendent schloss  mit  Suleiman  einen  Vertrag  auf  Teilung  der  gegen 
tanititeä  zu  inachendon  Eioberungen.  Wohl  weniger,  wie  er  vorgab, 
zarter  verwandtsehaftlicber  Rücksicht,  als  weil  er  nicht  gesonnen  war, 
fUr  den  unfähigen  Kaiser  seine  Haut  zu  Markte  zu  tragen, 
sich  Alexio«  gegen  Melihsenos  zu  Felde  zu  ziehen.  Der  an  seinei- 
itati  ausgeaandt«  Frotovestiarios  ward  bei  Nikaea  geschlagen. 

Bei  der  Übeln  Lage  des  Reichs  war  es  nicht  der  ungeschickteste 
Bcbaefazug  des  Friedenskaisers  Michael  IX  gewesen,  sich  den  mächtigen 
&obert  Gui.tkard  von  Apulien  durch  Verschwägerung  zu  verbinden.  Dessen 
tanmClndige  Tocht«r  Helena  war  mit  einer  Schwester  nach  Konstantinopel  zur 
reineren  Erziehung  gesandt  und  mit  dem  damaligen  Kronprinzen  Konatäntinos 
(jetzt  Mönch  in  Studion)  verlobt  worden.  Der  verblendete  Thor  Nike- 
{»boroR  sperrte  die  normannischen  Prinzessinnen  in  ein  Kloster  und  reizte 
dadurch  de»  heissblQtigen  Kriegsheldeii  7,u  wilder  Wut.  Sobald  dieser  1080  logg 
die  Hände  frei  erhielt,  sandte  er  nach  Byzanz  ein  Cltiniatuni,  welches  die 


1014 


Abrlae  d»r  byxantiBiftehen  EaiBergescbicbte. 


].  Apr. 
lOäl 


WiedereiDÄCteung  der  Duka»  fordort*.  Vorgobong  wurde  durch  Von*igiii( 
do«  echten  Michaol  sein  fulscher  Prätendent  enÜan>'i.  Dvr  Bnidi  w>. 
vollzogen. 

Aloxio.*«  KomnenoH,  der  itihtgste  unter  den  Ocaerulcu,  b«Ue 
die  Sache  do»  Ktänw»  Nikepliorofl  nnteretfltzt^  weil  er  die  stille  DoEnin;^ 
hegte,  von  ihm  als  Caüsnr  Adoptiert  zu  n-crden.  AU  aber  der  kinderioct 
Alt«  \'ie1mehr  die  Tteich^^unchfolge  Moiiiem  \uffun  Synndenos  zuzuwenda 
gedachte,  »chlug  die  länget  be6t«hende  Spannung  in  offene  Febdedift 
um.  Alcxios  entwich  nach  Tzurulon;  die  Anhänger  des  Hausee  Mm 
wie  der  Milit&rpartei,  vor  allein  der  kainpfesinuttgo  (Jeorgio»  PalftologM, 
scharten  sich  um  ihn.  Er  tnarMchiorto  gegen  die  Hauptstadt.  Die  Ligi 
war  hßcbst  kritiseli;  denn  der  kaiserliche  Greis  und  seine  Minister  «oIIIm 
bereit»  mit  MeÜHaenoH  und  den  TOrken  paktieren.  Allein  der  Verrat  mdm 
deutschen  Hüldncrs  {(fTncte  Aloxioe  1.  April  1081  das  Chamiani-^dielW. 
Furchtbar  litt  die  Hauptstadt  durch  die  Wildheit  der  eindringenden  SAldwr- 
Hcliaren.  Noch  hielten  die  Varangen  und  einige  andere  Truppedti 
treu  zum  Kaiser.  Allein  dieser  gab  seine  Sache  selbst  verloren.  2.  A| 
ward  Aleiios  in  der  Sophienkirclie  gekrönt 

Einer  mililäriHchen  ßovolution  verdankte  dor  Komneno  »eine  K 
nnd  ihr  bezeichnender  Abschluss  ist,    wie   vor  ftllfV  .lahren   in   den  Ti 
(Iptü  Soptimius  Severus,  die  Behandlung  der  Ilesidenz  als  einer 
Stadt,   Mit  hnitater  Deutlichkeit  ward  damit  der  hauptstädtiuHrhcn  BnreM-l 
kratio  klar  gelegt',  dass  ihr  Itegiment,  welcheg  dos  Kotcli  zu  Gruudu 
richtet,  zu  existieren  aufgehört  habe.    Die  Militärs  nahmen,  wie  vor  All 
wieder  die  leitende  Stellung  ein,  und  man  kann  wohl  sagen,  zum  hl 
Segen  de»  Keichs.     Restitutorea  orbis  konnton  die  Komnenen  nicht  bi 
werden.     Der  Westen  vorblieb  den  Normaniieo.  der  viel  wichtigere 
wo  das  lloich  Rom  {Ikonion)  untataud,  den  Soldschukeii.  Aber  ein 
leuchtendes  Abendrot  hat  die»o  Ueldendynastie  dem  vielgeplagten 
Volke  noch  verschafft,   und  in    der  furchtbaren  \acht  der  noclifal 
Reichszertrilinmenmg  haben   die  späteren  (le^chlechter  mit  Wehmat 
tiefer  Dnnkbnrkeit  dieser    kraftvollen    D^'nastie    von   Reichsrettm 
Reichserhaltoro  gedachte 


VII.  Die  Komnenen  und  die  Angell  U081— 1204). 

I081/111S  Eine  furchtbar  schwere  Aufgabe  han-to  dea  grossen  KomneoMiM 

bis  1118).     Hr  regierte  t^oKu.sßgcn  nur  noch  Aber  Kuinon.    In  Asien 
fast  allein  die  KUstenstädtu   noch  im   wirkUchüu  Besitz  des  Retctii. 
europäischen  Provinzen  do»  Nordens  waren  durch  immerwälirende  Kri« 
verwlletet.  ihro  Stcuurki-aft  erschöpft.    Dabei  drohte  die  durch  Bot 
un voran  t Wort!  ichit  Thorheit  heraufbeschworene  Normanneiigefahr.   & 
hörto  wahrlich  Heldenmut  dasu  Ider  nicht  zu  vorzagon,  und  diusoa 
der  grosso  Alesios.     Vor  allem   aber  hutt«  er  die  Hauptetjidt  inse. 
deren  Manen-ing  schon   in  manch  dj-angvoller  Not  die  MachtsphÄr« 
Romäerkaisers  beschränkt  gewesen  war,  und  deren  unvergleichürhe  U**] 
der  glftjizeudste  Beweis  von  tvonstantinos'  des  apo«telgleichuD  divinatonM&Aj 


Tn.  Die  EoBuienen  nnd  die  Angoli  {10S1-IS04). 


Scharfäinne,    immor   wiodor  die  MiSglichkeit  gewfihrt  hattu,    aus  «einen         H 

:  Trümmern  dos  Reich  ne\t  n-i«der  aufzubauen.  Älexios  war  (lor  Mann,  der         H 

dieser   schwierigen  Aufgabe   ein  lange»,   arbeits-   und    entnagu ngsreiches         ^| 

i-Leb«D  mit  jenem  echt  römischen  Päichtgefühl  widmete,  das  die  besHoron         ^| 

lltoter  den  romäiscbon  .Solbäthorrscbom  so  wohlthuond  auszeichnet.  H 

[■        Seinen    Thron    verdankte    Alexioa    der    MilitärarititokratJe    und    den  H 

^DuluM.     Beide  musüten  dauernd   an  das  Komnenenhau»  gefesselt  werden.  H 

Pensionen  konnte  n-ouigotenii  vorliiufig  die  crechUpfte  Staabtkaäse  nicht         H 

zahlen;  Alexioa  bezeigte  seine  Dankbarkmt  und  Anerkennung  mit  reich  H 

abgestuften   itangklas.'^en   von  Titeln,  ganz  wie  die  heutigen  Fürsten  mit         H 

Ordoii.     Man  wurde  zum  Sobastos,  Frotosebastos,   FanhypcrsebaHtos.  So-         H 

bastokrator  u.  «.  f.  kreiert.     Noch   ist  ein  Schriftstück  der  l'atriarchal-  H 

kanzlei  erhalten,    welcht-'s   einem    titivi/iog   diosor   erliabeneu    Geheimmsso  H 

wie  ein  richtiger  liriefAteller  vorschreibt,  welche  Anreden  und  Titulaturen  H 

er  auzuwemleu  hat,   wenn  er  an  einen  hohen  geistlichen  oder  weltlichen         H 

Würdentriigor  ein  Schreiben  richtet.    Wa»  wir  gewöhnlich  als  byzantinisches  H 

Titel-  und  Zeremonien wesen  bezeichnen,  verdankt   wenn   nicht  seinen  ür-  H 

spning,  doch  seine  Ausbildung    erst   der   Komnenenzeit   und  der  nach-  H 

jagenden  Epoche  des  YorfmlU.  H 

^V       MeliüsenoB  der  Prätendent  fand  es  nun  geraten  mit  seinem  energi-  H 

sehen  Schwager  »ich  zustellen;  er  ward  mit  dem  Caesarsi-ang  entschädigt.         ^| 

Nun  nl>er  galt  ett  der  grossen  Aktion,  welche  der  Norman nenhorzog  und    ^^H 

sein  kriegstüchtiger  Sohn  Boömund   vorbercitoton,  mit  Aufwendung  aller    ^^H 

Kräfte  des  Reichs  die  Spitze  zu  bieten.    Eine  grosse  Kolte  in  den  Kriegen         ^M 

de»  Alexios  spielt  als  Oetreueater  der  Getreuen  und  darum  mit  Landgütern  H 

und  Leben  wahrhaft  ttberschilttot  der  iberische  Prinz  tircgorios  Pakurinnos,  H 

der  Grossdomostikos  des  Westens.     Seine  Stiftung  ist   das  reiche  Kloster  H 

y^nimachi,  noch  heute  das  Zentrum  des  Flellenentums  um  Phüippupolis.  ^ 

^B      Uai  lOSl    landete  erst   Bouniund,  dann  Itobert  Guiskard   mit  einer  Mai  1061 

TuTiioe  von  30  000  Mann  in  Orikos  (Epeiros);  wie  einst  Caesai-,  belagerte 

er  zu  Lande  und  zu  Wasser  Dyrrachion,  die  sccbchcrnichcDde  hellenische 

Festung  an  der  Adria,  zugleich   als  Anfangsstation  der  via  Egnatia  der 

Schlüssel    zum  Innern   des   Reichs,      unterdessen    hatte   Älexios   mit   den 

schwerelon  Opfern  dio   Hilfe  Venedigs   erkauft.      Keineswegs   aus   alter 

Anhänglichkeit  an  das  Reich,  dem  die  klugen  KAufleute  nur  nachfragten, 

wenn   es  ihnen    Gewinn  brachte,   sondern   im  eigenen  wohlverstandenen 

IntereiK»e   unterstützten  sie   das  Unecbenreich   gegen   die  Normannen  mit 

ihrer  mächtigen  Flotte.     Der  hoho  Preis  waren  die  für  Venedig  so  Uber- 

§a  günstigen  Uaitdelsverträge,  welche  das  Ostreich  kommerziell  und  wirt- 

tiaftlich  genau  so  abhängig  von  Venedig  machten,  als  heute  dio  Türkei 

von  England.  Man  darf  deshalb  mit  Alexios  nicht  rechten,  soine  Lage  war 
eine  verzweifelte;  er  musste  die  Hilfe  nehmen,  wo  er  sie  bekam,  und  jeden 
Preis  zaiilen.  Die  Venetianer  thaten  denn  auch  ihr  Möglichstes.  Dio 
venetianischc  Flotte  unter  dein  Dogen  Douienico  Solvo  mit  der  griechischen 
jereint  vernichtete  die  nonnänmeche;  Robert  Guiskard  wich,  wie  Cnosor, 
■kch  Pharsalos;  und  stolz  auf  sein  starkes  Heer  von  70  000  Mann,  dar- 
unter zahli'eiche  ,Varangcn°  (Angelsachsen  und  Dänen),  bot  Alexios  ihm 


1016 


ibtiM  der  byiautinüclien  EklBergeBcUctat«. 


TM 


8.  Okt.  trotj.    l'alfteologos'   \Viaerrnt«n   die  Schlacht  an  18.  Oktober  1081.    Sät 
^         äcbicksal  war  daa  des  Poinpt'iu». 
1092  Anfang  10S2  ornUknnte  Guiskard  Dyrracliion:  ub«r  Eur  Rückkehr  tuuk 

I  Italien  genötigt,  iihorlio«»  er  die  Führung  des  Krieges  dem  Boömund.  \'m 
Alcxios  an  den  ilcut«i'Iion  Kaiser  gezalilte  8ul>»i<lioii  m^llt«n  den  Nannanninh 
herzog  mSglichst  in  Italien  fosthalten.  BoSmund  richtete  sich  unterdcnn 
1088  in  KpeiroH  oin;  lORit  schlug  er  Alexios'  neue  Armee  zweimal;  er  erafaerti 
Kaatoria,  Mu^Iona,  Skopje  und  alle  makedontsAlien  Stftdt»  bis  an  to 
Vardar.  Aber  gnecliischo  Bcgtcchung  bewirkt«  untor  seinen  mit  dtf 
geringen  Beute  im  umien  Lande  unzufriedenen  Offizieren  eine  lialbe 
'  Honterei.  Bo^mund  wandte  sich  nach  Thessalien;  allein  das  feste  Lariaü 
trotzte  80oh8  Monate  allen  »«einen  Angriffen.  Alexios,  durch  die  biAberign 
Erfolgo  holehrt.  bäHchritnktu  sich  auf  den  Kleinkrieg,  welchen  die 
Suleiman  zu  Hilfe  gesandten  7(H)0  Seldschukenreiter  und  die  BogensdiBtSM 
in  einer  den  nnrmannischon  Kitteni  verderblichen  Weise  fttkrteo. 
Nicht  einmal  die  Sympathien  der  unzufriedenen  Hlaveu  hatton  »di  diM 
EU  erwerben  gowu»)it.  Der  Schatten  de»  groMtcn  I'hotioe  trug  zur  fUt- 
tung  des  iteicli»  hei,  well  die  in  ihrer  Mehrheit  gut  orthodoxen  Boljaren  vai 
Bauern  die  normannischen  Eindringlinge  als  Häretiker  verabscheaten. 
8ommer  1064  wnr  BoSmund  auf  die  epirottschen  KUstenplfttze  bwchrliiltl 
und  eilte  nach  Salenio,  um  dem  Yutor  sein  Fiatiko  eu  melden. 
lOM  1W**J  erschien  der  alte  Herzog    mit   seiner  Flotte  von  neuem  in  Al- 

bamen;  aber  über  den   ttrmlichen  Gewinn  von  Korypho  (Korfu-Kerkyn) 
kam  er  nicht  hinausn.     In  den  Soeitch lachten  twhwankte   das  Krio^^tA, 
108h  bie  l(t85   Ewiftchen  Korypho  und  Bulhroton  VcnetJaner  und  Orieohen  di« 
Normünneritotte  gründlich  schlugen.     Seuchen  haben   RoberU  LaodbM 
IT.  Jul.  furchtbar    dezimiert;    17.  Juli  ItitJ.*!    erlag   der   alte  Herzog   dem  Fiebar. 
IOWi     j)(j|.  Hader  noinor  Sühne  Bo^mund  und  Itoger  um  den  unteritalixchen  B*- 
»litE  erleichterte  dem  Komnencu  diu  Wiuderurobcrung  der  Inseln  und  Se^ 

I  platze.  Das  ItiJmerreich  war  ftlr  anderthalb  Jalirzehnt  die  fi-anzfitaMheD 
Itaubritter  los. 
Kaum  war  Alexios  von  den  Norniauneu  befreit,  rief  ihn  die  toäcli»- 
gofahr  nach  dem  Norden.  In  Thrakien  und  Bulgarien  hatten  trotz  cifrigff 
Verfolgung  die  Lehren  der  Paulikianer  und  Bogoniilen  unter  den  scUkklu 
Landleuten  und  Hirten,  wie  unter  den  Städtebewobnern  und  selbst  iM 
Adel  immer  mehr  Anhang  gefunden,  mus«te  doch  selbst  ein  ökumeokiehar 
Patriarch  wegen  augoblichon  Bogomilisniu«  entsetzt  werden. ')  Btretli 
1078  im  Jahr  1078  hoim  Kuinaneneinbruch  hatte  der  Paulikianer  Leku  uB 
Triaditza  (Srt^dec,  Sofia)  und  der  Bogomile  Dobromir  in  Mesembria  itt 
Glaubenskrieg  gegen  .die  tiStzendiener  der  Dämonenhäuser*  begoosn 
Es  erinnert  ganz  an  die  Sehwarmgeisterei  eines  Thomas  MHnier.  wfna 
diese  .V'ollknmnenen'  80  000  Bauern  um  sich  sammelten.  Ein  diKziffi- 
niertes  byzantinisches  Armeekorps  zersprengte  allerdings  die  Gotteadpäi* 


>)  KonniuAttikoa.  Er  «olieint  eiu  Mysti- 
ker gowcHoo  XU  Mio,  in  wolrli^n  ortliodoxe 
llationaJifttiM  hlrotincho  Lehren  «ret  hinvin- 
iii^uirierten.     WAtoo  dio  OmpliAlopsyohitcn 


d««  Atlioa  borMte  m  XI,  Jabrbna'l'rl  t^ 
Rotr*tMt,  iwaireUon  wlren  we  ein  Df(>«  il* 
SchoitMbJiurMI  g*irgrdoa. 


^^^^^^  Vn.  Die  Eoiiia«B«B  und  di«  Angeli  (1061—1^.  1017  I 

m(Ui«lo8:  «her  als  1086  die  Boljaren  um  Drystra  (Drstcr)  mit  den  Kumanen  I0B6 
^meine  Sache  mftcliteii.  achloftsen  sich  ihnen  gleich  die  BoRomilen  unter  J 

lom  vornehmen  PauHkiaiior  Traulo»  an,  ht^sctzten  das  Borgi*i.'Iilo8ft  Beljatovo  1 

^nd  bi-andschatzten  Thrakien.     Pakurianos  und  Branas  wurden  1086  ge-  1086 
Ablagen,  M  dass  Ih-ysttra  und  ganz  Donaubulgarien  sich  vom  Reiche  los- 
klBcht4)n.    lUS"  üfBchien  T?-elgw-CUttn  mit  80000  Patzinaken  und  Kumanen;  1087 
Vikolaos  Mauro~Katakalon  vuniiochto  ihre  Fortschritte  nur  notdürftig  m 

Einen,  so  dass  1088  Alexios   selbst   den  Uämus  überstieg;   aber  in  der  I0S8 
htbaren  Scldacht  bei  Drystra  (Drster)  wurde  er  so  gründlich  geschlagen, 
die  GritN-hei]  das  offene  Feld  nicht  mehr  haltou  konnten.     Thrakien  I 

«rar  jetzt  widerstandslos  der  Plünderung  durch  die  wüsten  Horden  preis-  J 

^tigobcn.     Bi»   in  die  Umgegend   der  Hauptstadt   dehnte  sich  ihr  Sengen  I 

ind  Mordon  auB.     Aber  wie  einttt  gegen   die  Nonnannen  und  sjiäter  die  1 

tCreuzrittur,  erwiesen  sich  die  bystantiiiische  Diplomatie  und  das  byzan-  I 

tinieche  Gold  erfolgreich.    40  000  Humanen  traten  in  Alexios'  Dienst  und  I 

E9.    .\pril  KtÖl  wurden  dnrch  die  vereinigten  Griechen  und  Kumanen  die  2».  Apr. 
Patzinaken  in  der  blutigen  Schlacht  von  Lebiinion  derniassen  zusammen-     "^^' 
^ehauun,  dusn  dos  »ichousiKliche  Volk  für  lange  Zeit  vüllig  lahm  gemacht 
war.      Armselige   Eeate  kolonisierte   der  Kaiaer  in  Obermakedonien  um 
ifoglena. 

j  Dos  letzte  Mal  dj'ohte  eine  Gefahr  von  den  NordviJlkorn,  als  1094  1004 

der  Kronprätendent  Pseudo-Konstantin  Diogenes  die  Kumanen  über  die 
Donau  nihrte.  48  Tage  belagciten  sie  Adi-ianopel;  allein  die  Schlacht  bei 
Taurokomon  machte  der  Bewegnng  ein  Ende. 

,  Um  so  schlimmer  sah  es  im  Osten  aus.     Eleinasien  war  fast  vfillig 

lOrkiach.   Mehr  durch  List,  als  durch  Waflfengewalt  gewann  Alexios  Niko- 
IneUcia  und  Sinope  KurUck.    Statt  8uletman  herrschte  jetxt  ab  Sultan  von 
Itum  Kilig-Arslan  (1092—1106)  in  Ikoiiion,  und  sein  Schwiegervater  Tzachas,  lOSZtlOG 
einat  griechischer  OfSzier,   nistete  sich  seit  1(I90  auf  der  kleinusiatischen  lotiü 
^VeetkUste   und   den  Sporaden   ein.     lü'J2    wurde  Smyrna   die  Hauptstadt  i09'2      ■ 
^de«  Kaisers  der  Koniäer',  wie   er  sich    nannte.     Indessen   griechisches  ' 

Oold  wirkte  auch  hier,  und  der  eigene  Schwiegersohn  machte  1093  den  lOds 
Piraten  unschildlich. 

Die  rümische  Kurie  hatte  die  Kirchentrcminng  immer  mit  bitterem 
Bebmerz  empfunden,  ibr  treibender  Gedanke  durch  alle  Jahrhunderte 
War  die  Hoffnung  auf  eine  Wieder vL'n-inigung.  Jedesmal,  wenn  sie  in 
|kolitischcr  Ik-drängnis  wtuen,  machten  daher  die  schlauen  Griechen  Unions* 
bUne.  Es  Ist  unglaublich,  mit  welchem  itafflnemont  ue  diose-s  ManAver 
Immer  wieder  gegen  die  gutmOtigon  Abendlündcr  versuchten  und  immer 
wieder  GlSubige  fanden,  obachon  oa  ihnen  mit  der  Union  vor  dem  Floren- 
tinerkoiizil»  faet  niemals  Ernst  war.  Es  war  meist  nur  betrügerische  Vor- 
spiegelung aus  politischen  Zweckmässigkeitsgründen.  So  hatte  schon 
Kaiser  Michael  IX  den  grossen  Papst  Gregor  VII  1074  angelockt  Allein  I071 
^««nal  fand  das  Hilfegosuch  des  Kaisers  Alexios  einen  besonders  glln- 
Migen  Boden.  Die  Fortschritte  der  Christen  in  Spaiiion,  die  Eroberung 
Bioliens  von  den  Ungläubigen  Latten  den  christlichen  Glauhenaniut  ge- 
"waltig  gehoben.     Mao  weiss  aus  Ilerakleios'  Tagen,  mit  welch'  rührender 


I 


I         1018  AbrisH  der  byBaatiniacbeii  E&ia«rg  esc  hiebt«,  I 

I  Inbrunst  der  naive  Glaubo  <Iit  ViJlkcr  an  den  irdischen  Statten  tiing,  «il 
I  dt«r  Ht-n-  gewandelt.  Dasa  in  jRrusaI«m  seit  der  Vertreibung  dw  w-1 
|J076  gleichsweise  toleranten  t'ütimidon  1076  die  rollen  und  fanatischen  Onfi-I 
I  kidon  geboten,  wurde  in  dem  ganzen  »a  aufrichtig  und  ernst  fromma 
I  Occidont  als  eine  bittere  dem  Herrn  und  BleiHtor  angetliano  Scluucn 
I        empfundun.  J 

I  So  hat  Papst  tJrbans  11  Kreuzpredigt  die  innersten  Saiten  der  M 

I  maligen  Menschheit  berührt  und  in  der  öffentHchen  Meinung  mnen  and^ 
I  ftlr  die  »ioggewohnto  Kurie  gcrftdezii  phänomenalen  Erfolg  davoogetngu. 
I  Aber  während  die  italienischen  Republikaner  von  Venedig,  tienua  iiii>l 
I  Piea  in  echtem  Krämorsinn  die  gewaltige  roligiöBo  Bewegung  nur  Itaaf- 
I  mätinisch  zu  eskomptieren  verstanden,  ist  der  Kreuzzug  den  feurig«! 
I  MRiuiorn  der  fransüsiachen  und  flnndrisclten  Ritterschaft')  Herzen»- nai 
I  Obenciiugungfteache  gewesen,  und  uüt  Iteeht  heiusen  darum  ihre  glorr«chu 
I  Waffenthaten  gesta  Dei  per  France«.  Niemand  jubelte  ihrem  beispidlowii 
I  Triumphzug  aufrirlitigc-r  zu.  als  die  von  den  TUrken  bis  anfis  Blut  miai- 
[  handelten  und  vun  dt-n  Griechen  gftqufdten  alten  Christen  des  Orient«,  ^ 
I  Syrer  und  Armenier.  Dass  die  Armenier  während  drei  Jahrhunderten  in 
I  Kilikien  einen  halb  abendländischen  Feudalstaat  gründen  und  bebaupUn 
I  konnten,  verdankten  sie  in  erster  Linie  der  grossen  Vfllkerbeweguu^  im 
I  Occident.  Ihre  3chriftslel]er,  vorab  Mafios  von  Urhoi  und  Samuel  Aneci. 
I  sind  voll  entbusiaatischen  Lobes  lUr  die  abendländischen  Gott«a8treiter  und 
I         .lerusalemhefreier  und  voll  der  bittersten  Vorwürfe  gegen  die  voriogmen  anl 

perliden  Griechen  Alexioä  und  Manuel. 

t  Wenn  man  nicht  ungerecht   sein  will,  wird  man  os  wohl  begrtifai: 

I         daas  der  Romäerkai^cr  mit  grosser  Besorgnis  das  Kreuzheer  herannnli«i 

I         sah.     Die  von  ihren  kriegsgewobnten  i^telxen  Kittern  amgebenen  FOrrtai 

I  waren  keine  Kondottiere,  die  man  fllr  byzantinisclioa  Gold  in  Aaen  ote 

I  Europa   beliebig  verwenden  konnte.     In  ihrer  Miito  war  Bo^mund,  in 

Herzog  von  Taront,  des  Kaiser«  Todfeind.   .ledenfalls  war  es  ein  sdiww* 

Stück  Arbeit,  mit  diesen  höchst  eigenmächtigen  und  heiasbtütigen  Gnnd« 

I  «ich   in  Gut«  auseinanderzusetzen.    Aber  de«  Kaisers  Intriguenspid.  & 

verrufenen  Künste  eines  Diplomaten  der  alten  Schule,  bubtn  nicht  unw- 

lieblich  zur  Verschärfung  des  Hasses  zwischen  Griechen  und  Lateiuem  I«- 

getragen  und  den  Rnf  von  der  Perfidio  und  ZweizÜngigkeit  der  Griochw 

—  die  Franken  litten  auch  nicht  an  einem  Übcrmass  von  Ehrlichkeit  - 

zur  ölTentJichen  Meinung  Europas  weit  über  alles  billige  Mass  binii»  tnul 

bis  in  unsere  Tage  gemacht. 

Hier  haben  wir  nur  der  Einwirkung  der  Kreuzzüge  auf  das  griecki«4* 
Iteicb  KU  gedenken.  Die  Unterhandlungen  des  Aloxios  erreichten  ab  »t^ 
lilnfigOH  Resultat,  daas  die  französischen  Fürsten  ihm  verspracheo  ih« 
»uküuftigen  palästinen.siscli-syrischen  Eroberungen  als  Lehen  des  ftenl«^ 
knisers  zu  empfangen.  Vor  allem  wortvoll  wai-  ihm  ihre  militlriMb- 
1087  Unterstützung  zur  Wiedergewinnung  von  Klcinasien.  H)97  wurdit  KB?") 
Araian  bei  Nibaea  von  den  Kreuzfahrern  gründlich  gi\8ehliiigon.  Abw  «<  I 


')  Die  daiuHlitfen  Nornumnoii  nnd  FVuuoaeD. 


1.  Jul. 
1097 


TU.  DI»  Kannten  und  die  Angeli  (lOßl—iaO^). 

M^dor  Streich  des  Alexim  war  es,  äaa»  er  die  Türken  der  ihm  unent^ 
ehrlichca  Stadt  Nikaca  voranlasste,  sich  ihm  zti  i^bergcben.  Die  Erbittu- 
ung  der  am  die  Früchte  ihrer  Anstrengungen  gekruchten  Belagerer  war  eine 
SUig  gerechte,  und  alle  Geschenke  und  Freundlichkeiten  konnten  niemals 
io  gut«  Stiiumung  herstollen.  Dabei  hatte  Älexios  tun  eo  mehr  Utäache 
ur  Dankbarkeit,  als  der  gewaltige  Sieg  bei  Dorylaion  1.  Juli  l(>d7  das 
'estliche  Kleinaaien  den  Byzantinern  eurUckgewann.  Für  Ostrom  war 
ts  «in  ganz  unerhörtes  ÜlUck;  denn  auh  eigenen  Kr&ften  wSre  es  wohl 
ie  im  »tando  gewesen,  in  Asien  etwaü  Bedeutende«  zu  leisten. 

P  Wt-^tkleinasien  verdankt  die  noch  Über  Kwei  Jahrliiiuderic  andauernde 
rhaltung  »einer  Kultur  und  die  Rettung  vor  der  Barbarei  lediglich  dem 
riegerischon  Heidonsinn  der  Kreuzritter.  Laodikeia,  Philadelplieia,  Sardes, 
DDyma,  Rphesos.  die  glänzendsten  Namen  der  griechischen  Geschieht©, 
urdon  der  Kncolitschnft  der  Ungläubigen  entrissen.  Aber  das  VerhSItnis 
es  Kaiäera  zu  den  Franken  wurde  immer  schlechter.  Während  diese 
.ntiochten  und  Jerusalem  erstürmten,  hatte  der  Kaiser  nur  im  flstlichen 
Icinasien  ."ich  ausgedehnt:  mit  Kocht  klagten  die  Kreuzfahrer,  die  so  Grosses 
Ir  ihn  geleistet,  das»  er  nicht«  von  BmWutung  zu  ihren  Gun^ton  gcthan 
abe.  Dem  Kaiser  erschienen  freilich  seine  christlichen  Bundesgenossen  fast 
bcnao  gefährlich,  als  die  Türken  von  Knm,  und  wenn  man  sich  die  PiHne 
[obort  Guiskards  und  die  Ereignisse  von  1204  vor  Augeu  hfilt,  kann  man 
in  deshalb  nicht  tadeln. 

Ernsthaft  wurden  Alcxios'  Verwickelungen   mit  Botimund,   der  sich 
098  in  Antioeliivn  festsetzte.     Durch   den  Verrat  des  armenischen  Stra-  logtt 
^en  Philaret  hatten  die  Griechen  erst  1085  diese  durch  die  kolossalen  io8& 
l^affenthaten  des  Nikephoros  Phokas  einst  wiedergewonnene  Kapitale  des 
iricnt«  an  dio  Türken  verloren ;  e-s  iat  begreiflich,  das»  ihnen  ullcei  daran 
lg,  dieselbe   wieder  zu  erworben.     Es  kam   seit  1099  zu  einem  Kriege  losD 
a  Wasser   und  zu    Lande  mit  Bo{=mund.   der  von  diesem  in  Kilikien  ge- 
Ihrt  wurde,  während  seine  Verbündeten,  dio  Pisaiier,  die  Inseln  Leukas 
nd  Kephallenin  ausplünderten.     1104  ging  er  nach  Italien  und  brachte  1104 
Üt  Unterstützung  des  Papstes  Paschalis  11  ein  ausserordentlich  stattliches 
leer  zusammen.     Aber  statt  dasselbe   nach  dem   Orient  zu    dirigieren, 
ahm  er  die  Pläne  seines  Vaters  wieder  auf  und  landete,  die  griechischen 
[rieger  Überlistend,   iu  Valona  in  Epeiros.    Seine  Belagerung  von  Dyr- 
ichion  «cheitertii  jedoch  vlilUg.   Alexies,  durch  die  Erfahrungen  des  ersten 
[ormannenkrieges  gewitzigt,  lioss  sich    auf  keine  grossere  Schlacht  ein, 
jadern  verstand  es  meisterhaft,  durch  Gucrilla»känipfe  den  ohnehin  not- 
üdenden  Gegner  mürbe    zu    macheu  und  durch    Bestechung   in    dessen 
leihen   zu    wirken.      1108  niusste  Boi-mund    zu    Dovol    (Deabolis)  einen  uoa 
Ochst  demütigenden  Frieden  schliessen,  auf  Laodikeia  und  die  kiltkischen 
,n»prüche  verzichten  und  sein   Fürstentum   Antiochicn    von    Byzanz  zu 
lehen  nehmen.     Uli  starb  Boi^muud  ruhmlas  in  Apulien.    Seine  Bundes-  iiii 
;eoo«s«n,  die  Pisanor,  schlössen  einen  Hundelsvertrag  mit  dem  römischen 
teich,  der  auch  für  dieses  von  grossem  Werte  war  nicht  nur,  weil  da- 
lorob  das  bisherige  Koraarenunwesen  dieser  italienischen  Scerepublikaner 


1020 


Abriaa  der  byzimtiiiischea  KaisergMcb lohte. 


yo;niT 


;iii7 


.5.  All«. 

ins" 


IlSJIiS 


aufliOrto,  »ondom  woit  dadurch  auch  dem  ilberaas  IJUtigcn  Uftndc 
der  Venetianer  ein  die  Pmlso  drückender  Koiikurront  erwai^hiieii  war. 

1110—1117  hatte  Alexio»  wieder  einen  gewaltigen  Krie»;  mit  li«)  ädi 
sohukeu  zu  bfi8t«hon,  welche  ihre  Raubzüge  l>i»  an  die  Proponti»  ausdehnt' 
Allein  nach  der  Erobci-ung  von  Philomelion  und  dem  ({ISnsenden  Sie^ 
Polybotnft  lllG  ent«chlosa  sich  Sultan  Melik-Süh  1117  in  Akroinoii  Fniilin 
KU  8ch1iosscn.    Die  geflamte  KUstenlanduchaft  Kleina^icns  und  der  Wpst«n 
von  Paphlftgonicn  durch  Phrygion  nach  Pieidion  und  PamphyUen  war  niiii 
definitiv  dem  Ileiche  gi>rettet. 

Im  Innern  musflte  der  Kaiser  mehr,  als  den  Keichsiiitortssen  lu- 
träglich  war,  den  hohen  Adel  borllcksichtigon,  aus  dessen  Mitte  er  hent»^ 
gegangen,  und  der  das  Best«  zu  »einer  Erhebung  und  Erhaltung  gethia 
hatte.  Der  alte  Absolutisniua  näherte  sich  in  bedenklicher  Weise  diw 
wcstouropHischen  Feudalstaaten,  deren  8taatsorganisntion  auch  t^  iat 
kilikische  KUnigreich  der  armenischen  Itnbonideu  vorbildlich  ward.  Ab« 
bei  all  seinem  rastlosen  Lagerleben  fand  Alexios  die  7yeit,  f&r  it«orgaa)- 
sation  von  Justiz  und  Polizei  zu  »orgen  und  vor  allem  die  Soniemiif 
der  arg  zerrtltteten  Finanzen  in  glftjizender  Weise  durchzuführen.  K^n- 
tümlieh  ist  auch  sein  nahes  Verhältnis  zum  Klerus.  Alexioe  war  AIJ 
religiös  höcbut  eifriger  Fürst;  er  disputierte  »ufs  eingehendste  BeB»t 
den  Bogomilen  und  Paulikianem.  und  wen  er  nicht  bekehrte,  aborgat»  s 
dem  Feuer.  Die  teilweise  veraltete  Kirchenordnung  des  Philo.<»opIien  Itm 
hat  er  zeitgeniäss  umgeformt.  Allein  bei  alledem  verfolgte  er  aiicli  m^ 
politisches  Ziel  Der  einfloaereiehe  ond  begüterte  Klerus  b3dot«  riditig 
geleitet  —  und  an  einer  strammen,  der  Geistlichkeit  b&chst  farderlicbia' 
Aufsicht  Hess  es  der  Kaiser  nicht  fehlen  —  ein  heilsamea  GegHh 
gewicht  gegen  den  unbotm&ssigen  und  stets  zu  Pronunziamentos  geneägtn 
Milititradel. 

Mit  Befriedigung  konnte  der  Greis  auf  die  Schöpfungen  sein»  rwt- 
losen  Lobens  KurUckbliekcn.  Aus  tiefster  Anarchie  und  vfllligem  Zer&ll 
hatte  er  das  Keit-h  wieder  auf  eine  Stufe  erhoben,  wodurch  os  die  tnge- 
stammte  Qrossmachtstellung,  wenn  auch  nicht  mit  der  alten  MachtRlU«. 
aber  immerhin  mit  Khrcn  noch  durch  drei  Generationen  bewahren  kennlt 
Jedoch  Ruhe  sollte  er  nicht  einmal  auf  dem  Todbette  finden.  Seine  *igfii 
Gattin,  die  fromme  Eirene,  und  sein  Liebling  Anna,  die  Geschieh tacbrnherin, 
bestllrmten  ihn  mit  Bitten,  der  letztem  Gatten,  den  CJUar  Nikephon»  I'c- 
ennios,  statt  des  lAngst  bestimmten  Thronerben  Johannes  auf  den  Km-"' 
thron  zu  erbeben.  Aber  der  zfihe  Alte,  obschon  arg  von  der  Gicht  mil- 
genommen,  blieb  unbeugsam,  und  als  er  \h.  August  111?  starb,  wiMtr 
Johannes  ohne  die  ilhlichr-ii  Grausamkeiten  od^  Münchsweihen.  nur  durrli 
ruhige  Entschlossenheit  sich  de»  ihm  gebührenden  Thron  zu  sichern. 

Johannes  II  Komuenos  {1118—1143)  ist  der  Tj-pus  cm«  y"^ 
zügliclieii  Fürsten.  Durch  seine  Tapferkeit  und  Milde  gewann  or  -■ 
nieht  nur  die  Herzen  der  Unterthanen.  die  ihn  deshalb  den  guten  Johan»H 
Kaloioannos  nannten,  sondern  auch  die  nbendlftndischen  Bcriclile  sin' 
voll  Lobes  über  den  Regenten,  der  nicht  mit  der  bei  den  Griechen  soiwl 
Qblichen  verschmitzten  Verlogenheit,  sondern  auf  geradem   Wege  «ü» 


TU.  Sie  Komnenen  and  die  An^ 


politischen  Ziolo  zu  erreichen  eucbte.     Er  schlug  «lamit  ganz  aus  soinot-  H 

Fniiiilit^^nart,  wie  das  Aufti-eten  seiner  Verwandten  zeigte.    Die  intriguante  H 

Kaisi>rin-Mutter  nahm    zwar  sogleich   den  Schleier,   das  Beste,    was  sie  H 

thuD  konnte.     Aber  die  Schwester  Anna,  eine  thatcndurstige  und  etwas  ■ 

«mauzipicrtv  Dame,  die  es  bitter  beklagte,  nicht  als  Mann  goboron  zu  »ein,  ■ 

konspiriert«    weiter,   obsehon    ihr  Gatte,   ein    verständiger   und   bequemer  fl 

Herr,  uichta  davon  wissen  wollte.    Sein  Oheim  Isaak.  der  allzeit  geachla-  H 

gene  Üoneral,  lebte  mit  seiucD  Söhnen  am  Hofe   von  Ikoiiiun.    So  nach  H 

allen  Seiton   gerade   von   den  Nächeten   aufs  gröblichste  provoziert,   hielt  H 

dennoch  Johannes   seinen   Hof   von  Örausamkeiten    frei;    dazu    wurde   er  H 

nicht  am  wenigsten  durch  seinen  Jugendfreund  und  Minister  Axuchos,  H 

einen   geraden    und    ehrlichen,    äusserst    klugen   und   in   den   Ueschäfton  ■ 

brauchbaren  Tfliken,  veranlasst.  H 

Eines  hat  die  Komnenendynastie  arg  vernachifts-sigt,  das  Marineweaen,  H 

3nd    in    den    frühem   Jahrhuaderten    die    ostrümischon   Flotten   die  H 

h^bfb<>"'^^''i^   und   seit  der  Renaissance   unter  den  Makedonieru  eine  H 

C  tC^tunggebietonde  Stellung   eingenommen   hatten.     Allerdinga   das  H 

Thema  Kibyraiotikon,  welches  die  Seeheidon  und  das  Matroseomaterial  der  H 
^hern  Jahrhunderte  geliefert,  war  teil»  »eldschukiseh,  teils  »troitigos  ^^H 
verüdet«:-«  Grenislund.     Abt^r  die  Inseln    und  Küsten   des  ägüischeu  Moores     ^^H 

mit    ihrer   so    Überaus   seetüchtigen    Bevölkerung    boten    das    hertUchatO  ■ 

ICaterial  zur  SchafTung  einer  Mai-ine  ersten  liaiigeä.     Das«  die  Itegiening  H 

hier  nicht«  that,  sollte  sich  schwer  rächen.  H 

K       Johannes  gab  dem  durch  den  Übermut  der  Yenetianer  tief  verletzten  I 

^echischen  Nation algefUhl   einen   in   den  Uerzen  aller  Vaterlandsfrounde  ■ 

freudigsten  Wiederhall  findenden  Ausdruck,  als  er  den  stolzen  Kauflierrn  fl 

die  dem  Vater  in  den  Tagen  der  furchtbaren  fJormannenkrisis  abgenötigten  H 

Handelsprivilegien   zu    bestätigen    rundweg   »ich   weigerte.      Es   erinnert  ■ 

ganz  an  die  britische  Seepolitik  gegenüber  Dänemark,  wenu  nun  die  Vene-  H 

tianer  erst  mit  ihrer  Flotte  trotzig  demonstrieren,   dann   die   Küsten   und  ■ 

Inseln  des  jonischea  und  ägäischen  Meeres  au.splUndcrn.    Die  Ausweisung  H 

der  venetiani  sehen  Kaufleuto  aus  dem  Keich  hatte  die  Situation  sehr  vor-  H 

Bchärtt.  Leider  bet>a«s  Ostrom  keine  achtunggebietende  Marine  mehr.  Als  ■ 
daher  der  Doge  Domenico  Michiele  11213   mit  einer  neuen  Flotte  Kephal-  1129     M 

lenia  besetzte,  rief  Johannes  die  Intervention  des  Papstes  an;  das  Lockmittel  fl 

einer   kirchlichen  Union  verfehlte  trotz  aller  Täuschungen  auch  diesmal  I 

seine  Wirkung  auf  die  Kurie  iiiebt,  und  so  kam  ein  leidlicher  Friede  zu  fl 

Stande;   die  Privilegien  der  VenetJaner  freilich  musste  der  unglückliche  H 

Kaiser  zum  Verderben  des  Keichs  feierlich  bestätigen.  I 

Um  so  glUeklicbcr  war  Johannes'  Kontinentalpolitik.  Gegen  die  ^ 
Seldachuken  gewann  er  1120  und  1121  das  Land  zwischen  Mäaudi'O«  und  U30  1121 
Attaleia  zurQck.  Das  phrygische  Laodikeia  und  Sozepolis,  ferner  eine 
Iteibe  pisidiKcher  und  paniphylischor  Städte  wurden  erobert.  Die  in  Syrien 
Dnd  Palästina  ansässigen  PuUanen,  welche  den  Heldengeist  ihrer  Väter 
mit  echt  orientalischer  Tücke  vertauscht  hatten,  begingen  den  Fehler  die 
Erbtochter  von  Antiochien  dem  Kronprinzen  Mamiel  erst  anzutragen  und 
I  siu  mit  einem  fräukischcn  Orandon  zu  vermählen.  Aid  dann  noch  die  mit 


JQ22  Abriss  der  byuntinischea  Kftiurgeschtoht«.  fl 

Antiochien  verbündeten  kiliktsclicn  Armenier  gog«n  den  Kaiser  den  Knfl 

U3T  orfiffncten,  griff  dieser  11:^7  energisch  zu,  unterwarf  Ktükien  and  mfl 
den  Graf»n  Haimund  von  Antiochien  ihm  üii  huldigen.  Ein  AufeUnd  im 
Antiocliener  und  das  BUiidniit,  welches  die  TOrken  von  Rdiq  mit  ittm 
DaniRmend  van  ÜiviA»  (Rebostcia)  «ingingen,  nötigte  den  Kaiser,  sich  4m 

1139  kleina-iintiHchi^n  Schauplatz  zuzuwenden.  Siegreich  drang  er  1139  Ml 
Nikitar  (Neokaisareia)  vor  und  trieb  in  den  folgenden  Jahren  die  TDffc« 
vollkonnnon  zu  Paaren.  * 

Mit  den  Ma^aren,  welche  seit  ihrer  Christianisierung  verliehen  wA 
den  patzinakiitchon  und  kumaninchen  BrudervJJlkern  in  der  Kultur  ffvm 
Fortüch ritte  gi^mncht  hatten,  Wstandon  seit  Alexios'  Tagen  die  fr«aad* 
HcbaftlichMtiin  Dezieliungen;  war  doch  Johannes'  Gattin  eine  ungsriackf 
Prinzessin.  AJlein  die  Usurpation  dos  Prinzon  Almas,  welcher  des  Ost- 
rom befreundeten  KKnig  Koloman  vom  Throne  stieAR  und  dessen  Solu 
Bela  blendete,  um  dorn  eignen  SprAsüling  Stefan  Fl  die  Krone  zu  nchmi 

]I2'(  bewirkte  im  Intere^ise  dos  ungliii'klichon  B^^la  1124  eine  Intervention  d» 
uströiniscbun  Kaisers.  Die  Mug>'aren,  anfangs  siegreich,  wurden  dtnn 
vom  Kaiser  bei  Cliram  an  der  Donau  auf»  Haupt  geschlngen.    Der  wieh- 

1126  tige  Brückenkopf  BraniOova  blieb  in  dem  1126  gesehlossoneo  Friedvo  in 
don  IJünden  der  Kümer. 

Vorher  schon  hatte  der  Kaiser  mit  dem  ItSubervolk  der  I^tzinak« 

1122  gründlich  aufgorSumt.     1122  hatten  sie  tlic  Donau  Qberschritten,  abwdi« 

1123  IlämuKpässc  wohlverwahrt  gefunden.  Früliling  1123  hieb  er  fiie  dcr- 
masscu  zusammen,  dase  der  Name  dieser  Geissei  des  Donaagebiets  von  4i 
an  aus  der  GeHchichte  ausgelöscht  ist. 

Des  Kaisers  letzte  That«n  galten  der  Wiedereroberung  Syritttt.  Di( 
Unternehmungendes  Nikephoros  und  doa  Tzinii^kes  waren  Vorbilder  AriliMiB 
1142  Helden.  Nachdem  die  Erfolg«  des  Jahres  1U2  seinen  Erwartungvo  kms» 
wogs  entsprochen  hatti-n,  bereitete  er  viuv  Expedition  in  grosecm  SO* 
vor.  Da  wollte  es  ein  unglücklicher  Zufall,  dass  er  in  den  Jagdgribuleii 
des  kilikiachon  Tauros  sich  auf  der  Sauhatz  lebensgefahrlich  venrunArt«. 
Der  getreue  Axuchos  eilte  iwgleich  nach  der  Kesideuz,  um  dwn  ICrot* 
prinzen  Manuel  die  Thronfolge  zu  sichern.  Als  dann  der  ,gut«'  JohuiBM 
8-  Ap'-  in  der  IHüto  seiner  Maiinskraft  erst  örijährig  8.  April  1143  seine  HelilM- 
]H3,|jgu!aufbahn  schloss,  folgt«  ihm  sein  Hohn  Manuel  {1143— 1180)  ohne  Wiihr 
Spruch  zu  finden.  In  dem  edüln,  geistig  hochbegabten  und  ksrperiidi 
ebenso  schitnon  als  ne»enstarken  Komnenenspross  kam  freilich  in  |{Ui 
andrer  Weise  als  beim  Vat«r  ein  echt  occidcntalischer  Zug  zum  An»" 
druck.  Manuel  war  das  Ideal  eines  llittcrs  nach  h'änkischer  Anscbaouif. 
Echt  ritterlich  war  auch  der  phantastische  Zug.  welcher  im  tieg0n«atz  » 
der  kühl  vorstandc-f^uiilssigen,  realistischen  Pulitik  von  Vater  und  Qfo*- 
vater  hochäiegcnde  PlUne  ausdachte,  unerreichbaren  Zielen  nachjagt«,  im' 
80  bei  ftllem  äussern  Glänze  zur  spfiteni.  lllrchterlichen  Kataatxoph«  nicW 
am  wenigsten  beitrug.  Vom  Gro)^Hvut(lr  hat  or  die  thoologi»cli«  Ate 
geerbt.  Mit  Kom  und  den  Armeniern  verhandelto  or  unaufbörÜcli  ««g« 
einer  Kirchen  Vereinigung;   das   einzige   itesultat  war   eine   umfangreici* 


I 


TU.  Di«  KomnvBeii  nnd  die  Angeli  (lOSI— 1S04). 


Ubb 


Controverslitteratur  in  den  verschiedtitien  SprAchcn  der  getrennten  Glfiu- 
bigen. 

Charukteristisch  für  Kai»or  Manuel  int  die  mit  seinor  occidentali- 
nerenden  Geistesrichtung  zusammeiihilngciide  Vorliebe  fUr  die  Lateiner. 
Seine  beiden  0»tttnnci)  waren  abendländische  Prinzessinnen,  und  auch  fllr 
«ein«  Kiudi-r  suchte  er  Verscliwftgerung  mit  den  HCfen  des  Westeii«. 
Beino  Qftrdosoldat«n  wurden  in  immer  steigendem  Masse  unter  den  tapforn 
kriegstUchtigen  VAlkem  der  germanischen,  romaniäehen  und  slavischen 
Nationen  angeworben.  Auch  in  der  Adminiötration  wurden  zuverlilssigo 
Abvndlünder,  bei  denen  Durchsteclierei  und  Unterachlagung  nicht  «o  üblich 
wie  bei  den  Romüem  war,  vielfach  angestellt,  l>io  cnormo  Blüte  der 
damaligen  Keichi^finRnzen  mag  der  romäisi^he  Kaiser  diesen  integren 
AusliLndorn  vielleicht  in  Ähnlichem  Ma.sAß  verdankt  haben  wie  der  Honschor 
do8  himmlisoheu  Reichs  den  «nglitjchmi  Zöllnern  von  Shanghai.  Zu  den 
hcM:))priviIegierten  italienischen  HandeUleuten  von  Venedig  und  Piea  kamen 
als  eifrige  und  bald  erfolgreiche  Konkurrenten  durch  den  Vertrag  von 
115^  noch  die  Genuesen.  Dax  alle«  macht  es  uns  verständlich,  das»  sich 
im  gricchiBchcu  Volke  gegen  die  Lateiner  ein  grosser  Hase  festoetzte. 

So  lange  sich  Manuela  Politik  in  den  bewährten  Bahnun  seines  Vaters 

liielt,    war    er   durchaus   vom  Ulück   begünstigt.     Den  Provokationen  dos 

tolzen  und  heissblutigou  Fürsten  linimund  von  Antioohien   setzte  er  ein 

^rQndltchei«,  ITir  den  abendländischin  Furzten  äusserst  demütigcndos  Ziel. 

3ei  dem  Mausoleum  des  Kaloioaimes  musste  er  sich  aufs  neue  als  untcr- 

'tbfiniger  Va.tall  dos  Komäerkaisers  bekennen.     Die  Seldschuken  von  Uom  ■ 

trieb  er  bis  Ikonion  zurQck.    Auch  in  der  gefährlichen  Krise  des  zweiton 

Sreuzzug8  (1147—1149)  zeigte  er  hohen  politischuu  Verstand.     Es  war  iu7;iua 

1>egri>iflich,    dasa   der  Romäerkaiser  mit   sehr   gemischten  Gefühlen   dem 

^eranbrausen  dieser  Vijlkerlawine  zusah,  welche  die  furchtbare  Erregung 

Mar  abendländii^chon  öffentlichen  Meinung  nach  dem  Falle  von  Edcssa  1144 

an   Bewegung    gesetzt    hatte.     Ihr   Durchzug    durch    die    von  Patzinaken, 

jXumanen  und  älintichen  Itassevülkern  in  pünktlicher  Abirisung  ausgesogenen 

f\Vest4>parchien  des  Romerreichs  war  eine  SfTentliche  Kalamität,   und  sehr 

it  Unrecht  hoklagton   sich   die  erst  im  Herbst  1147  einziehondim  Fraji- 

n  über  die  Kargheit  und  die  Betrügerei  der  griechischen  Regierung 

nd    der   griechischen  Landesbewohner ;   die   im    Hochsommer   desselben 

Jahre»  durchziehenden  Doutschen  hotten  das  Land  aufs  äusaersto  erschöpft. 

3Uit  König  Konrad  HI  ging  die  Sachu  leidlich;  waren  doch  die    beiden 

fiorr»cbcr  mit  einander  verschwägert,  was  sie  freilich  nicht  verhinderte,  bei 

Konrads  Durchzug  durch  die  Hauptstadt,  um  ihrem  Range  und  ihrer  Ma- 

leatSt    keine  Ombrage   zu    geben,    einen   gegenseitigen  Besuch    lieher   zu 

■^■crmeiden.    An  Reibungen  z^vischen  dem  rauhen  dcutscbon  Kricg8\'olk  und 

den  keineswegs  sanftmütigen  Eingebomen  fehlte  es  natürlich  nicht.    Im 

j^anzen  aber  lief  die  überfahrt  nach   Asien  ohne  ernsthaft«  Misshellig- 

llceiten  ab.     Viel  schlimmer  wurde  die  Sache  mit  den  Franzosen.     Waren 

»chon   mit  der  griechischen  Verpflegung  wahrend  dos  Durchmarsches 

h  Thrakien  hOchst  unzufrieden,  so  kam  es  vor  den  Mauern  der  Ke- 

Idenz   beinahe  zum  offenen  Bruch.     Schon  erwog  man  im  französischen 


IN-t 


1M7 


I 


1124 


Allrias  der  bysantiiiiacbfta  KslMTffiBchlcbt«. 


Hauptquartier  <len  Plan  einer  Ki-stUrmuiig  von  Koiistk.  iinopol;  abcf  pifl 
chittcho  Diplomatie  und  der  Erast  (Kik  uuFrichtig  frommen   KönigB  Lofl 
wig  VII,    welcher  das   walirc  Ziel   des  Gotteekrieg»    nie   aus  dem  AnM 
verlor,   verhinderte   einen   eo   unwürdigen  Ausgang.     Die  traurige  Ktu- 
atrophe  des  geteilt  mArschierenden  ufd  so  auch  getoOt  den  Schlägen  im 
Seldtichuken  von  Utuiiioii  erliegenden  Krttuzheeres  und  dessen  miss^dd* 
Expedition  gegen  DatnotikoB  liegen  auaserhalb  des  ans  gesteckten  ZhIi 

1149  Kaiser  Manuel  konnte  als  Gewinn  die  1U9  Id  T1iO*isAloniko  feetgeknllp&f 
Allianz  mit  dem  deutschen  KAnig  gegen  die  Nornuinimn  bätraditeiL 

Die  amiBeligtin  tVaiikonriirsten  in  Syrien,  vom  Abendlande  verUteen. 
wurden  voranlanat  sich  mit  Manuel,  »obald  er  die  Normannen  los  var,  onal- 
hoft  auacinanderzusetxen.  Zwar  mit  ßalduiii  111  von  Jerusak-m  bestand  bm- 
liebes  Einvernehmen.     Aber   dem    allzeit  schlecht    regierten  Staate  m 

1153  Antiochien,  wo  seit  lli>:t  der  rohe  und  verlotterte  Kftimund  von  (liAtSba 

1159  gebot,  muRste  er  durch  die  Expedition  von  1169  noch  einmal  furclitbani 
Ernst  zeigen.  l)ie.sor  und  ebenso  «eine  amiouitichen  Verbündeten  wuriM 
aufs  neue  unter  die  Lehenshoheit  der  Griechen  gebeugt.     Xach  demToil 

1161  der  Kaiserin  Eirene  (ßertha  von  Sulzbacli)  heiratete  Manuel  1161  it 
wegen  ihrer  Scliüuheit  gefeierte  I'riuzessin  Maris  von  Äntiocliit'n.  Kil 
Nor  «d-dl«,  dem  gewaltigsten  Monarchen  Vorderaeiens,  vermittelte  er  «bm 
den  palästinensischen  Christen  vorteilhaften  Frieden.  Auch  mit  Baldoin'  111 
Nachfolger,    Ki>nig  Amalrich  von  Jerusalem,   stand    Manuel    vortraffUd 

llStP  1169  untvr»tiltzte  eine  griechischo  Flotte  von  200  S«>geln   dessen 
glOckte  Expedition  gegen  Damiette. 

Die  Vurliältni.ssc  des  Nordens   waren    weniger  gefUtrÜch.  »eü 
wüsten  Burbarouhurdon  teils  vernichtet,  teils  Kahm  gemacht  wareo. 
den  Mag^'uren  kam  es  zum  Konflikt,  weil  sie  die  allerdings  mehr  fiktiv 
al»  wirklichen  Itoichaunterthanen  in  Serbien  und  Bosnien  in  ihren 
zipation.sbcstrcbungcn  untor8tlltzt«n.     Dio  Oriechen  nahmen  das  wicht 
Zeugmin  wog  und  filhrten    den  Krieg  1152— l]ß4  im  ganxen  mit 
1162  mischte  sich  Manuel  im  Interesse  der  ihm  durch  Hotrat  vorliunde 
Prinzen  in  die  unaufhörlichen  Thronstrcitigkeiton  der  Arpadidvn.    IM 
ward  Zeugmin  und  Sirmion  erobert  und  obenso  das  ungariaohe,  seit  Bc 
kicios  dem  Reich  vcrlorL'no  Dalmatien  für  kurze  Zeit  zurilok gewönne*, 
glänzendt)  Sieg  des  Andronikos  Kontoistephano»  18.  Jnli  1167  zwang 
Ungarn  den  für  Ostrom  njhmrcichen  Frieden  von  1168  anzunehmen. 
von  Byzanx  pntronisicrte  Kronprätendent  Bf'ila  III  (1173^-1196)  kam 
darauf  wirklich  zur  Regierung,   und  Ungarn  wurde  unter  ihm  eine 
tische  wie  kulturelle  Depondenz  den  Romäerreiches. 

11^1   mti.S!«ten  auch  dio  freien  Serben  es  büt^sen.   dass  sie  mit 
romKischen  ErbfLiindu,  den  Normannen,  sich  eingelassen.     Eine  giDc 
Expedition  des  Kaisers  machte  KAnig  Primislaw  zum  ostrCmiacbeo 
sallen.    Mit  dem  schlauen  und  geschmeidigen  tiroaatupan  Stephan  Nc 
1159  (seit  1159)  dem  Stifter  des  machtvollen  grossserbischen  Ilerrscherh 
kam  es  wenigstens  nicht  zu  ernsthaften  Missbelligkeitcn.     Indessen 
allem   äusseren    Glänze    hatten   diese   Erfolgo   keine  Gowfibr  der  Di 


l»2,ai54 

»1163 
1165 

1&  Jol. 
1167 
116» 
I173/1I9G 


1151 


TU.  Die  KomDenen  und  die  Äugeli  fKißt— I2Ö4). 


102S 


hafligkdt,  wie  die  grosse  slaviaclie  Erlicbung  kaum   ein  Monschonalter 
spatfir  erwioR. 

Die  Hauptgofafar  drohte  dem  Iteiche  wie  iintei*  dem  Gros^'Ater  von 
Seiten  der  Normannen,  und  es  ist  nicht  zu  leugne»,  dass  die  HauptHcliuId 
hier  den  Kaispr  Manuel  seihst  traf.  KQnig  Hoger  hftttü  eine  Heirata- 
vcrbiiiduiig  für  seiiifu  Soliii  Wilheljn  mit  dem  römischen  Kainerhauac 
geeucht.  Allein  den  von  seinem  Gesandten  in  Palermo  abge^tchlosäonon 
Yertrog  kassierte  Manuel  in  dünkelhaftem  damat.t  längftt  nicht  mehr 
KeitgemSssem  byxaut.inii<chen  Htolxe,  lio»s  den  unglQcklichou  Diplomaten 
aU  angeblich  von  Kogcr  bestochün  hinrichten  und  provozierte  so  dessen 
maxt^luMn  Grimm,  der  dorn  Ileiche  eine  unheilbare  Wunde  schlug. 
Keimet]  schlosa  Itoger  mit  den  afrikanischen  MusIImeu  Friede,  und 
»oin  Admiral  Hiristodulo»  sammelte  1147  iu  Brindisi  eine  Flotte,  von  l'*7 
der  man  nicht  wussto.  ob  sie  die  Kreuzfahrer  nach  Palästina  transpor- 
tieren oder  das  byzantinische  Reich  angreifen  sollte.  Bald  »egelte  sie 
nach  Korypho,  wo  die  übiich(>  Klage  über  harten  Steuerdruck  eine  Insur- 
rektion eingeleitet  hatte  und  wo  man  die  Nonnaniien  mit  offenen  Armen 
raipßng.  Ein  VorMuch  auf  das  reiche  Uandelsemporium  Monembasia  miss- 
hang  dagegen.  Nach  der  Verwüstung  von  Eubfla  und  Attika  wandte  sich 
die  sicilische  Flotte  wieder  westwäi-ts,  um  »ach  l'Ulnderung  der  aker> 
iuiuiiw:h-fttolischen  Kilste  in  Krlüß  zu  landen  und  direkt  auf  Theben  zu 
tnar>T(-Itioren.  Das  damalige  'Fheben  war  diirdt  uetne  Seidenwebereien  und 
Purpurwirkereien  eine  der  reichsten  Induätriefttädte  des  Kaiaertums.  Die 
Konnaoncn  rftumten  hier  gründlich  auf.  Nicht  nur  Gold,  Silber  und 
henkotitbarkeiten,  auch  die  reich  aufgestapelten  Waren vurrfi tu  der 
zinräume  wurden  fortgeschleppt.  Seideuballeu  und  gefiirbtes  Leder 
iderte  in  Masse  zu  den  Schiffen.  Eidlich  mussten  die  unglücklichen 
inwohner  bekennen,  nichts  von  ihrem  Eigentum  verheimlicht  zu  habe». 
Trotzdcni  wurden  viele  Primaten  zur  flrpressung  eines  Lösegelds  abge- 
hrt:  unter  den  Scidenarbeiteru  wurde  eine  Auswahl  getroffen  und  die  f 
Iflgchickteeten  nach  Sicilien  verpflanzt.  ^ 

Von  BSotien  marschierten  die  Normannen  nach  Korinth.  Nikephoros 
i^altiplica  übergab  dos  uneinuehmbure  Akrokoriuth  auf  die  erste  Auffur^ 
ening  hin,  sodass  selbst  der  sicilische  Admiral  ausrief,  er  fechte  unter 
Himmels  Schutz,  der  den  Kommandanten  AngstJich,  wie  ein  jungea 
then  gemacht  habe.  Auch  diese  reiche  Industriestadt  wurde  ^rllndlicli 
;geplundert:  selbst  die  Reliquien  der  Kireheu  nahm  man  mit,  und  unt^r 
fortgcnthrten  Gefangenen  befanden  sich  wiederum  zahlreiche  Kuiist- 
irl>eiter.  Auf  eine  bleibende  Okkupation  war  es  nicht  abgii-ehcn.  »ondern 
ediglich  auf  eine  systematische  Ausplünderung.  Der  blühende  Handel 
ind  die  reiche  Industrie  von  Hellas  uud  vom  i'cloponnes  erhielten  dadurch 
Milien  tödlichen  Stoss,  von  dem  sie  sich  nie  mehr  erholten.  Bei  der  llUck- 
ehr  nach  Sicilien  wurden  die  Manufakturisten  aus  Korinth  und  Theben 
Eirit  ihren  Familien  in  Palermo  angesiedelt  und  Susaerst  liberal  gehalten, 
Sodass  der  neue  Industriezweig  bald  einen  ungeahnten  Aufschwung  nahm. 
>etn  bisher  von  StaiiUwegen  mit  Eifersucht  und  in  der  gi-ns.steii  Heim- 
ädikeit  behüteten  Monopol  des  römischen  Reichs,  der  Fabrikation  seidener 

UMiHwiJi  dcv  tUm.  AltrTIHliHWlHCi^ixIiiirt  IX.     I.  *blli|.    t.  AuO.  tl^ 


1036 


A1)riM  der  byEantmiaeben  EsIaer^eBcUobt«. 


Prachtgowändcr  und  BrolcAtetoffe,  wurde  jetzt  im  Normannennndi  am 
bald  sehr  gefUtirtlch  ^vor(k^ndc  Konkairenz  geschaffen.  ■ 

D«r  Kaifler  wurde  durch  die  Vcrwickolungßn  an  der  Donau  gehindtfl 
sich  an  Hogor  zu  rächen.  Aber  die  Venetiaaer,  durrh  Ausdehnung  uQ 
Ireien  Itandel»  nach  Kreta  und  Kypros  gewonnen,  unter8tQtzt«B  im 
ihrer  Flotte  den  Kaisor  hei  der  Belagerung  von  Korypho.     Trot*  hifP 

1U9  nückiger  Gegenwehr  der  Xormannen  Gel  die  Festung  II49. 

Manuel  vov(iflan?,ifl  nun  den  KripR  nach  Italien.  E.-*  war  die  «linitp 
Art,  die  iiormäiiniKohen  Kui'sarcu,  die  bi.«  in  die  Nfihc  von  Konetanboof« 

ilil  ihre  FreibuuttTzilgo  au8dohnt«n,  losnuwcrdon.  Itöl  besetzte  er  roitb«^ 
gehend  Äncona,  was  auch  seine  alten  Freunde,  die  Venetianer,  sehr  itfr 

lUA  regte.  UM  von  den  Normannen  aufs  neue  geschlagen,  unt«rhai»d«lif 
Manuel  mit  Papi«t  und  Kainter;  aber  beide  konnten  und  durften  tm  vigatt 
Intoreäso  sein«  Pläne  der  Festsetzung  in  Italien  nicht  unterstHtzea.  V« 
einem  griechischen  Italien  wollte  das  Abendland  nichts  mehr  w\m^ 
Auch  die  Versuche,  in  Apnlien  festen  Pubs  zu  fassen,  scheiterten  kll^iieli: 
die  griechische  Klotto  erlitt  nur  Niederlagen,  und  die  Normannen  p(to- 
dorton    wieder    ungehindert   in    den   griechischen  Oew&isent.     Aber  W)> 

U54  heim  I,  der  nr>4  seines  Vaters  Thron  bosticgcn  halte,  war  kein  Bopf. 

US«  und  so  kam  ea  endlich  11S8  zu  einem  für  die  Griechen  noch  recht  gtiaipf* 
liehen  Frieden. 

1170  Des  Vaters  Schicksal  hat  den  Sohn  nicht  belehrt.  117(1  kam  <a  n 
offnem  Bruche  mit  dem  hochmächtigen  Venedig.  Die  Beaohtagnaliine  al* 
vonetianiaohcn  Waren  und  die  Gefangennahme  der  Vonetianer  im  BenÜ 

llTl  de»  Reichs  1171    erregten    einen  Stunn   der  Entrüstung  in  der  LagsiUD- 

1171  Stadt.    1171  zerstörto  diu  vom  Dogt-n  Vitale  Michieli  O  persönlich 
venetianische  Flotte  Trau  und  unterwarf  ilagusa  der  Oberhoheit  der 
publik.     I>ann  wandte  sie  sich  nach  dem  ftgäischen  Meer,    und  von 
aus  begann  der  Doge  Unterhandhuigen   mit  dem  Kaiser.     Aber  oin« 
beerende   Seuche   nwang   die  Venetianer  zur  schleunigen    RUckkehr. 

1173  Versuch,    1173  gemeinsam    mit  dem  deutschen  Befehlshaber,  Eral 
Christian  von  Mainz,  Ancona  den  Griechen  zu  entreissen,   acheiterte 
der  Hilfe,  welche  die    Lombarden  der  hartbedrBngten  Stadt  gew; 

1175  Aber    als    auf  Anstiften    des    griochenfeindlichen   Enrico    Üandolo  Hl 
Venedig   eine  Allianz   mit    Wilhelm  11  von  Sicilien    schloss,    gab 
nach.      Die   Veuetianer   wurden   feierliub   in   alle   ihre    Privilegien 
eingesetzt  und  erhielten  anderthalb  Millionen  Dukaten  Kriegsent^hidi 

Am  meisten  hat  Manuel  das  Reich  ge-ichttdigt  durch  »ein  pol 
y^nkunftsprogrnmni,    mit    welchem    «ler    imverbessorliche  Byzantiner 
immer  justinianeischeii  Univer^aUierrschaftHpllincn   nachjagte,     lue  K 
seiner  Diplomaten  ninssto  vor  nlleui  in  Italien  bei  der  Korie  und 
Reih  um  bei  allen  Feinden  des  römischen  Kaisers  dea  Westens  Stimnii 
machen  und  Beziehungen  ankntlpfen.     Indessen   bei   den  FCirstcn   fand 

IIÖO  wenig  Gegenliebe.     Dagegen  mit  den  LombardenstAdten  trat  er  »lil  \\t 

1167  in  nahe  Beziehungen.     Venedig  erhielt  griechischo  llilfsgelder,  and 
erhielt  Ancona  eine  griechische  Besatzung.     Vor  allem  suchte  der 
den  klugen  und  unternehmungslustigen  Alexander  111,  aU  dieser  mit 


TIL  IHfl  Komneneoi  und  dl«  Aiig*ll  floW— I 


1027 


aah  U«f8t«  vetfeintiot  war.  durch  da«  Vcrepreclicn  eiaer  Union  der 
norgenländisohen  und  der  abendländischen  Kirche  zu  gewinnen  unter  der 
Jodingung,  da88  er  ihn  auch  zum  Kaiser  des  Abendlandes  krilite.  Die«- 
luü  nfkhni  t»  dor  Kaiser  itiigewßhnlich  om»t:  eine  griochische  Synode 
oDte  über  den  Ausgang  des  hl.  Geistes  oino  dor  nbondlfindiüchen  Lohro 
tsprechende  Formel  ausdonken;  aber  in  diesem  Punkte  war  der  ortho- 
DXe  Kleni»,  der  Patriarcli  an  der  Spitze,  unbeugaam.  Auch  der  Papst 
0S8  sich  auf  die  Kai.sorkrgnung  nicht  ein;  ein  unheilbarer  Bruch  mit  dem 
BUtachen  Iluich  war  nicht  in  seinem  Interesse;  ja  er  durfte  ihn  gnr  nicht 
a^en.  Praktisch  wurde  nichtB  erreicht;  der  Kaiser  erlebte  Enttäuschung 
iber  EntUluiMihung.  Das  Unglllcklichate  war,  daaa  diese  utopischen  Traume 
»inen  »ehr  realen  Nachteil  mit  sich  brachten;  sie  verdarben  die  von  der 
iatur  gewicHunen  politischen  Heziehungen.  Manuels  phantastische  VV'elt- 
LaitM^rpolitik  brachte  ihn  mit  don  idton  Verbündeten  seiner  Vorfahren, 
len  Kai»cm  des  Abendlandes,  auseinander.  Während  die  gemeinsame 
'eindBcbaft  gegen  die  Normannen  sozusagen  mit  Naturnotwendigkeit  das 
Caüerreicfa  des  Ostens  mit  dem  de^  Westens  hätte  zusammenführen 
KtUen.  mussten  Manuela  Diplomaten  ihr  fruchtloses  Liübesworbon  bei 
)eut>icMand3  PVinden  mit  der  grHssten  Konseiiuenz  fortsetzen.  Diefid 
maiitiichen  liieblingsideen  haben  da-s  Reich  nm  seine  alten  bewahrten 
crbindungen  gebracht  und  ihm  keine  neuen  zuverlfissigen  Allianzen  ein- 
tragen. Je  mehr  des  Heiches  Sohwächo  zunahm,  um  so  entschiedener 
ar  es  auf  das  Wohlwollen  der  bedeutendsten  Nacbbani  angewiesen. 
d«iwoti  hat  des  Kaisers  Politik  es  immer  mehr  iaoliert.  Seit  der 
iede  von  Venedig  1177  den  deutschen  Kaiser  mit  iiora  und  den  Lom-  1177 

en  ausgesöhnt  hatte,  bekam  Maimel  die  veränderte  Oesinnung  Deutsch- 
tls  stark  zu  fUhlen.     narbarossa   trat   in  diplomatische  freundliche  Be- 
ichungon   ku   seinen   islamitischon   Hrbfeindon,    zu   Kilig-Arslan  von  Rom       _ 
d  zu  dem  grossen  Kurden  Öaläh-ed-din.    Mit  llüm  waren  die  VerbÄltniiwo      ■ 
rnde    während   des   klzlen   Teils    von  Manuels  Regierung   äusserst   ge- 
ipaimtc.     Kilig-Arslan  II  (UüG— 115)3)  hatte  anfangs  dem  Kaiser  gehuI-H^SjUÖS 

;t   und  Hilfsvillkor  gestellt,  war  aber  allmählich  durch  Zweideutigkeit 
ind  offenen  Vertragsbruch  zu  einem  den  O-^trÜmern  hflchst  lästigen  Nach- 

r  heraugewachson.  1176  rUckte  Manuel  in  das  Kelch  ein.  Im  sitd-  1178 
icben  Phrygien  unweit  des  sagenberUhmten  Kclänä  bei  dem  Schlosse 
yriokephalon  erlitt  aber  des  Kaisers  Ilauptarmee  eine  blutige  Nieder- 
lage: mit  Mdhe  konnte  sich  der  Kai.ser  zu  der  Vorhut  durchschlagen, 
«olche  unverMohrt  geblichen  war.  wie  auch  die  Nachhut  unter  der  treff- 
lichen Führung  dos  Andronikos  Kontostt-phunos  eich  glücklich  durchkfimpfte. 
Kilig-AüHlan  bot  trotzdem  einen  billigen  Frieden  an,  welchen  Manuel  an- 
Bahm,  aber  nicht  ausführte.  So  ernenerten  die  Scldschuken  1177  den  1177 
Krieg.  Allein  ihre  Nordannec,  welche  Klaudiupolis  in  Bithynicn  be- 
Ihigerie,  wunle  von  Manuel  selbst  geschlagen,  während  dor  SQdarmec, 
"welche  durch  das  Mäandrosthal  nach  dem  ftgäischen  Meer  gezogen  war, 
•Johannes  Vatatzes  eine  völlige  Niederlage  beibrachte.  So  kam  bald 
«in  für  Ostrom  nicht  ungünstiger  Friede  zu  Stande.  Es  war  das  die 
lotzte    WatTenthat    des    ratlosen    Monarchen    gewesen,     welcher    gleich 


AbriM  der  byuuitiiilBeb«)  SKUergMuhichte. 


■  »üinoiD  Vftter  vor  der  Zoit  abberufen  wurde  24.  Soptomber  1180  «■ 
58  Jabro  fllt.  I 

Für  dtiu  unmündigen  Sohn  Manuel»  Aloxios  U  Ubernalimt'n  fl 
Kaiserinmuttor  Maria  und  der  Protosebasto»  AJexios,  ein  Vett«r  m 
Kainers,  diu  Rogiurung.  Pie^o  bewegt«  u'cli  in  don  bisherigen  Utvinl 
fruiiiiilHcheii  Oeloieen,  ubgleiih  im  Volki«  und  im  Klerus  längst  der  dmaJ 
Gmll  wtUenden  ]jati>inerha»ies  gährte,  und  nur  Manuela  starke  ilandl 
äahia  diuäo  national  licllenischen  VelleitAten  hatt«  niederhalten  kOnnen.! 

Da  trat  an  die  Spitxe  der  nationnlon  Exaltados  der  ingeniottwil 
noquam  Ä^dronikoT^  Kuinuunou.  Hiittt'  diuHvr  dui'cli  und  durch  gemaÜm 
Mensnh  sittliche  Zucht  und  innuni  Halt  bcüeesen,  er  hatte  der  Retter  ■ 
Regenerator  des  RomSer^'olkes  auf  politischem  wie  auf  geistigem  üeli 
werden  können.  Androniko)«,  eine  geborne  Herrwhcrnatur,  gleicb  n 
aiii  Feldherr  wie  nU  PoUtikor,  ein  Itednur  von  GuU«.-»  (inaden,  vvrejnu 
in  eich  auch  olle  die  Tagenden,  welche  die  tonangebenden  Kreise  d<r  ■ 
maligen  Aristokratie  in  Ost  und  Weet,  die  Turnier-  und  SportsmBiui 
als  die  erhabensten  und  bewundernswertesten  ansahen.  Gleich  minJ 
Vetter  Manuel  ein  Mann  von  eoltoiior  ächflnheit  und  herkuUsL-h<.-r  KnJ 
war  er  ein  Ritter  ohne  Furcht  und  Tadel,  mit  dem  VerKl&ndnU  m 
Kenners  dem  Waidwerk  obliegend,  in  allen  gymnastischen  Übungen  voll 
erfahren  und  mit  einem  von  Jugend  »nf  an  alle  iStrnpazon  gewdknti 
Körper  ausgerüstet.  Kin  solcher  Mann  mu)«äte  der  Abgott  der  iiolilM 
und  der  Edelieute  werde».  Für  die  Prinzen  der  türkiachen,  nordischJ 
und  syrischen  Höfe,  welche  er  auf  seinem  wechselreichen  AhontenrerleM 
besuchte,  war  er  das  vielhewunderte  Vorbild  echt  fUnttlicIier  Eihaut  im 
vornehmer  Haltung.  Aber  aus  einer  faulen  W'urxcl  kann  kein  geMoM 
Baum  erwni-lisen.  Sein  Vater  Isuak  woi-  jener  uational  ge^nriuugital 
Bruder  Kuleioanns  gewesen,  welcher  als  halber  Hochven-äter  win  LeUi 
meist  am  Hofe  von  Rom  zubrachte,  und  wenn  auch  nicht  MuhammeduM 
doch  kirchlich  indifferent  und  damit  wie  nattlrlich  auch  moraliacb  haUirl 
gewurden  ist.  Die  versteinerte  Orthodoxie  der  damaligen  Epoche  hitU, 
weder  im  Osten  noch  im  Westen  mehr  die  Kraft,  die  Bekenner  d«  chni« 
liehen  Glaubüiu)  auch  zu  sittlichen  Menschen  zu  erxiehen.  Die  vnMl 
und  wahrhaft  frommen  htiien  wandten  sich  im  Osten  dem  BogenültiBM 
im  Westen  dem  Patarener-  und  Albigensertum  z».  Unter  den  VocnalMfl 
und  gesclUctiaftlieh  Hochstehenden  wai'  eine  völlige  reUgiSso  Gleicbgl||d 
keit  eingerifisen,  welche  alle  positive  Glaubeualuiire,  sei  es  Thora,  t^M 
Evangelium  oder  Koran,  als  gleichwertig  oder  auch  geradezu  als  MenM^f 
hetiug  hinstellte,  eine  Anschauung,  welche  mit  Naturnotwendigk<lA^| 
Niederi'eissung  aller  sittlichen  Schranken  und  zu  frivolstem  OenM^H 
bei  den  geistig  Hoclistchomlen  führte.  Belöge  sind  die  Templer  ii^H 
teinischcn  und  die  Komnenenprinzeo  im  griochiJichun  Lager.  El  ^^H 
besser  mit  dem  neuen  Jahrhundert.  Eine  geistige  VTiodergelHtfi^H 
katholir^clier  Seit«  hat  der  in  Wahrheit  gros»e  und  in  Wahrheit  b^^H 
Franziskus  mit  seiner  woltbewegoudcn  IVedigt  von  der  christlicli*u  Afl»  ■ 
hervorgerufen,  und  auch  da»  Griecht-nvolk  hat  im  XIII.  Jahrhiindiirt  tOf*  I 
unleugbaren  sittlichen    tienesungsprozess  durchgemacht.     Dos  furthl^  k 


VII.  Die  EomneBMi  ond  die  Ai)E«1i  (1081- 1204). 


1029 


^BDiiglUck  des  KoicIisKUHammenbi-uchR  hat  ftlr  die  cdk<  helluniscfa« 
deinen  ühiiliclion  LüiituruiigsprozcsB  zur  Folgo  guhabl,  wi<>  dir  das 
mvolk  des  begiiiiu>iidL-ii  XVn.  Jalirliundert»  die  polnische  Ob- 
t.  Allein  von  dieaein  geistigen  Umschwünge  Bind  wir  noch  eeit>- 
woit  entfernt.  Zur  Zeit  von  MamieU  Tode  stand  die  höher« 
iWhu  Güst'llsehuft  noch  in  der  Blllte  ihrer  Siiiide,  und  ihr  vollkoni- 
ler  Typus  ist  Andronikos  der  Komnenc.  Seine  glänzenden  Gaben 
m  von  seinem  Vetter  Manuel  im  vollen  Umfange  geschätzt,  und  mit 
ldern8werter  Naehsicht  hat  er  ihn  nach  den  schlimmsten  Erfahrungen 
wieder  zu  Gnaden  angenommen  nnd  anfs  newe  im  Keichsdienst«  ver- 
i.  Aber  der  brennende  Ehrgeiü  dio-scs  Fouergoistos  kannte  keine 
licht  und  war  skrupellos  bis  znr  Inramie  in  der  Wahl  der  Mittel, 
tattlialter  der  serbischen  Grenze  band  er  hot-hverräterisch  mit  den 
uron  ««:  als  Feldherr  in  Kilibien  verletzte  er  aus  persönlicher  Itan- 
seine  Pflicht  so  gröblich,  das»  er  nach  Syrien  fliehen  niusstc.  An 
[Öfen  von  Bagdiid  und  Damiutkos  verriet  er  die  griechiHchen  Staatn- 

Fisee;  von  dem  Sultan  von  Ikonion  liesa  er  sich  brauchen,  wie 
om  Philister ftlrsten.  Von  seinem  Freibouterschlosse  ans  bekriegte 
römischen  Gi-enzlande  und  überliess  die  christlichen  Gefangenen 
D  Schutzhurni  aU  Sklaven.  Und  dennoch  verzieh  ihm  der  odlo 
dI.  Nachdem  Andronikos,  der  über  ScliwQre  wie  einst  Lysundroa 
n  mochte,  ihm  feierlich  gelobt  hatte,  stets  sein  und  seines  Sohne« 
>B  Interesse  zu  wahren,  ward  ihm  die  reiche  Stadt  Oinäon  in  Paphln- 
I)  mit  ihren  Einkünften  Ubcn^'iesen.  Sittlich  viJllig  zu  Grunde  ge- 
t  hat  aber  den  Andronikos  seine  uubc2üfambaru  sinnliche  Lcidun- 
;.  der  er  alle  anderen  Rücksichten  aufopferte,  und  welche  alte  bessern 
Igen  in  ihm  vergiftete. 

Dabei  bu8aȊ  er  eine  bestrickende  LiehenswUrdigkoit  und  einen  ganz 
nischen  Zauber,  welchem  jeder  rettungslos  verfiel,  den  er  in  seine 
I  lockte.  Darin  ist  er  nur  don  beiden  günialen  Verbrechen  des 
Jahrhunderts,  Papst  Alexander  VI  und  seinem  Sohne  f'eitare  Korgia, 
srgloicbcn.  Namentlich  die  Frauen  waren  ihm  auf  Tod  und  Leben 
en.  Die  schönen  IMnzcssinnen  seines  Uauscs,  die  Frauen  des  grie- 
leo  Adels  wit»  der  FrHnzüsischL-n  Fürstenhöfe  Syro-Palästinas  schenkten 
itile  wechaelsweise  ihre  Gunst.  Wahre  Treue  und  schwärmerische 
empfand  er  selbst  nur  filr  eine,  für  Theodora,  die  Königin-Witwe 
«rusalem.  eine  Komnenin,  seine  nahu  Verwandte.  Beide  haben  sich 
Mde  Treut.'  bewahrt,  mit  Kiniindur  das  Brot  des  Exils  gegessen  und 
aunflilclien  der  Geistlichkeit  (wegen  der  Ven\'andtschaftsehe)  getrotzt. 
beide  standen  damals,  wie  einst  Antonius  und  Kleopatra,  in  einem 
wo  derartigi^  Liebesabenteuer  nur  lächerlich  wirken.  So  boschafTen 
dieser  wundersame  Mensch,  den  wir  mit  unseren  gewöhnlichen 
tftbon  nicht  ausrechnen  können.     Doch  eines  bleibt.    Seine  sittliche 

rdongkcit  hat  ihn,  der  des  Kelches  Segen  sein  konnte,  zu  dessen 
ntadit 
2.  Hai  1183  kam  os  zu  einem  Aufstand  gegen  die  fränkische  Ito-  it^-j 
klfaria.     Der  national  gesinnt«  Teil  des  Volkes  und  des  Adeb  und 


^^^^^^\vS^^^^  Abrla»  d«r  liysuitLniBchsa  KaiMrgeMhkhb.      ^^^^ 

H  obtiHHO   der  orthodoxe    Klorus  erklärten    den    bereita    im    67.  AI 

^1  atehoudfii  Aiidronikos  für  den  Itetler  des  Beicli».     Kr  erschien  v 

^M  kedon,    um    duti  jungen  Kaiser   von   HOinun   Bchk-vliten   ICatgebem 

^1  freien.     Das»   die  Lateiner    »ich    der    Itegierung   zur  Verfllguog 

^H  hatte  den  Übertritt  des  siegreichen  Helden  Andi-outkos  Kontotü 

^M  und  seiner  Flotte  7m  den  llohüllen  zur  Folge.     E«  kum  zu  einer 

^1  liehen  Explosion  nationalen  Hosäüs.     Mun  fivi  Dbei-  die  Quarüco« 

^M  teiner  her.     Mit  der  den  Griechen  eignen  Mordlust  wurden   an 

^M  and  Frauen,  au  GoiJttlichon  wie  Laien,  selbst  an    Kindern  und 

^M  die  furchtbarsten  Greuel  verübt.     Die  konvontionello  U  niversalhtsti 

^B  sich  mehr  als  billig  durch  den  Erfolg;  bveiDlluseea  und  giebt  dui 

^B  ganz  parallele  Aktionen  diametral  entgegenstehende  WerturtaQö 

^B  «icilittnische  Vesper   wird  als  edle  Befrei ungstbal  gercicrt.     Für 

^V  lichmi  Thutcn  dur  KlviniujiatcD  unter  Mithri<intei4  dem  Grossen,  dci 

H     1186  in  Indien  und  der  Griechen  des  Jahres  llä6  hat  man  nur  Aoadtl 
^B  härtesten  Veiiirteilung.     So   gerecht  dieselbe   ist,   muss    man  i 

^B  durch  Generationen    geiUlhrten  Wut  eine«  von    gewissenlosen  K 

^B  und  Kapitnliäten  ausgesogenen    und    niisshandelten    Volke«  einig 

^B  nuug  tragen.     Dieser  wilde    Nntionalbatu),   dem    die    Griechen  i 

^B  scheusslichen  Ausdruck  verliehen,  war  ihnen  nicht  von  ungefll 

^B  flogen,   sondern  durch  das  rUcksichfAlose  Benehmen  der  Lateiner 

^m  gerufen  worden.     Letzturc  litten,  watt  ihre  Thateu  wert  waren. 

H  achteten  .Nuttfu'    lückton   noch   ciumal,    wiewohl    vergeblich,   g«] 

■  Stachel 

^Okl  1163  Audronikos  .der  Befreier'  war  nun  der  allmftchtige  Reg« 

So|it  1 181  tober  118:)  wurde  er  zum  Mitkai»cr  gekrilnt^  September  1184  w 

I  unglückliche   Alexios  erdrosselt.     Andronikos'    ganze  Uegierung 

fürchterliche  Kette  von  Verhaftungen,  Blendungen,  [linrichtOBj 
KonHskationon,  Die  uns  80  widerliche  Seite  de»  ByzanUnüimua 
sich  in  dum  Alten,  der  dabui  noch  den  Frommen  spielte,  auf  ds 
Blick  fünnlich  verkörpert  zu  hüben,  aber  freilich  nur  auf  den  onli 
Die  richtige  Beurteilung  de«  Mannes  hat  zuerst  Fallmerayer  ] 
Der  damalige  Romäerstaat  war  so  .sehr  bis  in  »ein  innerstes  S 
fressen  und  unterhöhlt.  dast>  er  nur  durch  Anwendung  heroisdil 
noch  geheilt  werden  konnte.  Das  Krebsüb«!  war  der  seit  den  Haie 
immer  weiter  um  sieb  greifende  Feudalismus.  Der  adelicbe  Gm 
besitz  wai-  auf  dem  besten  Wege,  die  freie  Baueriiscbaft  auszunn 
damit  den  eigentlichen  Unindpfeilor,  auf  dem  das  Staatswesen  r 
untergraben.  Andronikos  ist  darin  dem  Kaiser  Tiberius  zu  verj 
Sein  Wüten  und  seine  Blutsontenzen  galten  fast  ausBohlicsMUeh  Jun 
liehen  Hause,  dorn  hoben  Militär-  und  Beamtenadct.  Das«  nu 
dieser  faulen  Korporation  aufräumte,  hatte  dicselbu  gründlich  < 
Wäre  ihm  ein  längeres  Wirken  boachieden  gewesen,  er  Ultt«  di 
aufgeklärten  Despotismus  der  Kaiser  des  VTII.  .lahrhimderö  ha 
und  doiii  Feudalismus  Ostroms  wie  Ceaare  Borgia  der  Ban^mialliemd 
Kirchenstaate«  ein  Ende  bereitet.  Unter  andoroo  UntsUjidca  i 
ernsterem    monarchischen    lllichtgoftthl    hiltte    Andronikos   den  S 


TO.  Ple  EomB«Bea  und  dia  Ang«ll  (1081—1204). 


1081 


cb  gehübt  ein  Kwviter  Bn^üoias  Bii)i;iirokluiio»  ku  werden.  Andronikoft' 
eechichte  hüben  «eine  tüdÜL'U  vork-tztuti  aristokratischen  Feinde  ge- 
ihrieben,  und  doch  küiuien  si«  nicht  leugnen,  doss  sein  Heginient 
n  Inncni  ^eva<lej:u  musterhaft  war.  Die  Steuerlasten  des  Volkes 
urden  vrluiulitert,  der  Ämtorkauf  ahgeHchatTt.  Die  Dppigcn  und  koetr 
»eligen  {loffesto  hörtbii  auf.  Zu  lUclitorn  wOhlte  er  gewisBeuhafto 
nd  unbestechliche  Männer.  Den  Beamten  des  Steuer-  und  Zollwosens 
rbOht«  er  die  Qehälter,  um  sie  der  Bestechung  weniger  zugänglich  zu 
«eben.  Dabei  war  er  Suascr-tt  leutselig.  Der  Geringste  hatte  freien 
utritt  zu  iluii.  E»  i«chciut  beinahe,  als  hätte  der  alte  Kai»or  die  furcht- 
iren  Verbrethcn  seiner  Jugend  und  seiuer  Thronbesteigung  durch  ein 
lasterhaftes  Uegiment  in  Vergessenheit  begraben  wollen;  er  war  auf 
l^^eston  Wege  auch  in  den  Provinzen  populär  zu  worden,  als  der  %'on 
JPtuitiBcheii  Adel  geschürte  und  von  der  hocheiuflus»reiüh(;n  Famiho 
it  Angeli  geleitete  Aufstund  ausbrach.  Der  Feudaladel  kämpfte  um 
dne  Existenz ;  das  neue  Regiment  bedeutete  seine  Vernichtung.  Lopadion, 
ikfta,  Prusa  fielen  ab.  Allein  da.'t  erstere  gewann  Alexios  Branas  Winter 
185.  die  anderen  Städte  der  pcrsi^nlich  ins  Feld  gezogene  Kaiser  im  1185 
rOhjahr  zui'Ück.  Di«  aufständischen  llubellen  traf  harte  Strafe  nach 
«rdtenst;  nur  den  Isaak  Angelos  schonte  Andronikos  zu  seinem  Ver- 
trben.  Isaak  Koninenos,  aus  einer  Seitenlinie  des  KaicterhauKcs,  brachte 
fpros  zum  Abfall  und  warf  sich  118't  zum  selbständigen  Autukrator  auf.  ilH 
■dessen  solcho  Ih-onunziamcntos  gubörten  nun  uiimial  in  Byzanz  Kur 
■gesordnung.  Sie  hätten  ihn  nicht  gestürzt.  Die  Gefahr  kam  von 
f8St«n. 

Bereits  nach  dem  Blutbade  von  Konstantinopel  1IS2  hatten  die  auf  Il8ä 
Iren  Schiffen  entronnenen  Italiener  einen  Korsari'nkneg  begonnen,  die 
iQsten  bis  Theusaloiuko  geplündert  und  Kirchen  und  Klöster  verbrannt. 
,ber  die  Kaufleute  von  Venedig  und  Pisa  blieben  thatenlos.  Um  ho 
nergiiichor  rtl.itete  Wilhelm  II  (lltiG— lli>'J)  von  Sicilien.  Juni  1 185  Juni  1  ltl&, 
pgelte  «ine  Annada  von  200  Schiffen  unter  dem  Admiral  Margaritone  und 
Din  Grafen  Tiinkred  von  Lccce,  dem  nachherigen  letzten  NomiumienkiJnig, 
■eil  Dyrrachion.  Der  ätorken  kriegsgeübten  Armee  der  Normannen  wagte 
■r  griechische  General  Johannes  Branas  nicht  die  Spitze  zu  bieten.  Dyr^ 
ichion  ward  mit  Sturm  genommen.  Dann  teilte  sich  da«  Invasionahoer. 
las  I^udhuer  drang  unauflinltsam  bis  Thessaloniko  vor.  15.  Auguat  er- 
ehien  auch  die  Flotte  vor  dem  Ilafon  der  zweiten  Stadt  de«  itoichs.  Die 
llüreichen  Xichlgiüechen  unter  der  Bevölkerung  waren  unzuvorlilasig. 
'A.  August  nahm  (iraf  AldoYno  die  Unterstadt  mit  stürmender  Hand,  und 
\\tt  Lat4!Jner,  eingedenk  der  Vesper  von  1182,  Übten  nun  an  den  Griechen 
lio  rdrchterlichste  Kitchu.  Diese  Strüme  Blutes,  welche  der  damalige 
I^Ationalhass  vergoss,  haben  den  Riss  zwischen  beiden  Vtilkorn  für  alle 
^Igezeit  unheilbar  gemacht. 

I»  Konstantinopel  trat  unter  dem  niederschmetternden  Eindruck,  den 
>e«o  Xni'hrichton  hervorbrachten,  ein  Umschwung  in  der  Stimmung  ein, 
er  Adel  und  die  Privilegierten,  in  ihrem  Itaubsyatem  vom  Kaiser  ge- 
l^lt,  saunen  längst  auf  Hache.    Aber  auch  daa  Volk,   dessen  Liebling 


1U32 


Abrisa  der  bfsanUni»cb«n  Ekiaer geschiebte. 


vr  gewc«on,  solange  er  den  ontfueMilt«.-»  Loidetisoliiiflen  deniagogtfMrh  p- 
schnieivliott  fanttc,  murrte,  als  er  aucb  den  Aufwand  fllr  die  öf)ciitliclienä)iitli 
bc6chr&nkte  und  diettolbcii  nicht,  wie  (Iblicli,  durvli  seine  Gdgcnwut  I» 
ohrtc.  In  »einer  MeiiHchoiivm-ttcbtung  uiitorscbützt«  Ändromkos  die  drohoolr 
Gcfalir.  Die  Luft  war  gowitterschwfd;  und  um  ein  kleine«  brach  dir 
eiitf(;88(.'Ite  Orkan  las.  Der  Kaiser  batte  das  Haupt  der  Angelifaniiii 
den  feigen  und  charakterlosen  Isaak.  als  völlig  ungcfäbrliob  geetJiwoi. 
Ana  eigener  MachtvoUkoniiuvQlieit  wollte  ihn  jetzt  ä»in  PoUzetmiiürtM 
Hagioctirifitopbonte&  arretieren  lassen.  Allein  Isaak  entrann  mit  dpa 
Todosmnt  der  Verzweiflung  ins  Asyl  der  äophienkircbe.  Allo  ^cbirbtea 
der  Bevölkerung  strfimten  zu.'<»inmen:  es  fanden  —  ein  unerhörter  Vor- 
gang —  tuniultunriaclic  Kniserkoiniticn  statt. 
12.  Sept,  laaak  Augelot;  ward  12.  September  1185   aU  Kaiser  prokluniot 

Andronikos  eilte  jetzt  erst  aus  seiner  YiUeggiatur  in  Melodien  nacb  itr 
IlaiiptisUdt.  Mit  seinem  nicht  zu  einsehenden  .SchBrfl>liok  gab  er  äih 
keinen  MluKionun  bin;  er  erkannt«,  ätus»  alles  verloren  sei,  und  wollte  tu 
Schiff  nncli  Kussland  fli»lien.  Aber  durch  widrige  Winde  zurQckgi>bidl*ii, 
ßel  er  Isaaka  Häschern  in  die  Ifände.  Isaak  zeigte  aeine  ganze  Bu> 
losigkeit.  indom  er  Kiierst  bei  Hofe  den  gestürmten  und  gefesselten  Qegm 
dun  schnöden  Misishiiiidlungen  seiner  hochadclichen  Todfeinde  preisgak 
Im  Kerker  wurde  ihm  dann  die  Rechte  abgehauen  und  das  «in«  Aog» 
ausgestochen.  Hierauf  fand  die  Übliche  Pompeusis  durch  die  Stnusea  dir 
ItcHidenz  statt,  und  der  entmenschte  PObcl,  nnter  dem  die  Frauen  «ic  a 
dei'  französischen  Revolution  das  Scheussliclistc  vertibten,  dürft«  mm 
bctttialiscbe  Grausamkeit  bis  zur  Sättigung  an  dum  elonden  Opf«[  «ab- 
lassen. Zuletzt  hing  man  den  greulich  verstümmelten,  noch  atnendM 
Oreis  im  Hippodrom  an  beiden  Heinen  auf.  Kein  Schmerzenslaut  wurde 
ihm  abgepresst.  Unaufbfirüch  wiederholte  er  nur  die  Worte:  .Herr,  «* 
barmo  Dich  meiner;  warum  zerbrecht  ihr  ein  zerknicktes  Rohr.*  Ul 
Andronikos'  Tod  war  das  Griechentum  dem  .Schicksal  verfallen,  weldica 
es  verdiente. 
S,ill9l>  Isaak  Angoloa  {1185  —  1195),  da«  verkörperte  bdse  Gewisaea,  »» 

nun  auf  dem  morscbon  Cäsaronthron.    Vor  allem  musste  er  jetzt  der  dartli 
die  gi-iec'hischo  Nationalerhebung  her\'orgerufenen  Nonnannengcfabr  W- 

Igegnen.     Aber  diese  Gefahr  sollte  sich    als  geringer   hera»s8t«ll«n,  ab 
man  angenommen   Imtte.     Liederliches  Leben  und   massenhafter  Qvvm 
von    Weintrauben    riefen    hi3»artigo    Krankheiten   unter    den    NonmuiiHa 
hervor,  ihre  Reihen  dezimierend.    Dazu  kam  ein  Übermut  und  eine  Soff 
losigkeit,  welche  den  bisherigen  Siegern  zum  Verderben  gereichen  soUtfa 
Isaak  war  so  verständig  den  besten  General  der  Griechen,  Alexioe  Bnuu». 
an  die  Spitze  der  Defen.sivarnioo  ku  stellen.     Nach  einem  gtdcklicben  U«- 
7.  Nov.  focht  bei  Mosynopolis  errang  er  7.  .November  1185  den  blutigen  Sii^g  «• 
"°*     DemetritKii  (Demetrica),  welcher  die  normannischen  Führer  und  <il(«0  Mul 
in  seine  Hände  lieferte.     Der  Kest   rettete  sich  in  panischer  Flucht  iai:li 
Tliessalonikö,  von  da  nach  Dyrraehion  oder  auf  die  Hotto.     1186  war« 
118«     dio  Normannen  auf  Dyrraehion  und  die  jonischcn  Inseln  besehritnkL  Abw 
IISl     auch  Dynachion  und  1191  selbst  Korypho  gewannen  die  Griechen  zwick. 


TII.  Di«  KoiDB«DMi  und  dio  Angeli  (1081— 1204). 


1033 


Nur  KvpliHllcnin  iiiiil  ZakvtiDio«  hlicbün  als  McilUclios  Lohon  in  liuii  Hitiidoti 
des  Admimls  Mnrgantone.  Das  war  der  armselige  Ertrag  dor  uiit  so 
hoch(^e8paniiten  Enrartungen  begonnenen  Unternehmung. 

Kino  natürliche  Folge,  die  Kaiaer  Uaak  nicht  zur  Last  gelegt  werden 
dai'f,  ist  diu  nun  uinbrechcndu  vutlkommcnfi  Keaktion  in  der  Küichs-  und 
Finaitzverwuttung.  Mit  Andronikos'  eo  heilsamen  lleformen  war  es  grilnd- 
lidi  vorbei.  Di«  GoldstrHme  ßoasen  wieder  in  die  Taachen  des  Adels  und 
dor  Iwbon  Beanit<}n.  Isaak  liebte  eine»  glünzcnden  Hof  und  rauschende 
FmUicIikeitc».  Auch  das  verschlang  ungeheure  Summen.  Mit  den  Ungarn, 
e  unter  Andronikos  1183  griechisch  Dalmatien  wegf;unomm©n  hatten, 
hloss  litaak  Friede  und  vermählte  sich  mit  der  erat  xohiijiihri^en  Ki^nigs- 
tochior  Margaretha.  Zur  Feier  dieses  erhabenen,  völkorbcglilckßnden  Er- 
eiguIssoB  wurde  in  allen  Provinzen  eine  uusserordcntliohe  Stoiier  auR- 
geBchrieben.  Besonders  hart  vorfuhren  die  kaiserlichen  Fiskalbeamten  um 
Anchialos  und  am  Hämus  unter  den  Bulgaren  und  Wlachen.  Dhb  Volk 
«rholi  sich  in  wilder  Wut,  Zwei  edle  Boljaron,  diu  »ich,  wie  üblich  bei 
Kwolutiomtlieldeu ,  der  Abkunft  von  den  alten  Nationalcaron  rühmten, 
Potor  und  Joannes  AsPn  stellten  iidi  an  die  Spitze.  Mit  ihren  Forderungen 
in  Bymnz  schnöde  behandelt,  vornammclten  «ie  das  Volk  in  der  Klrchu 
flos  hl.  Denietrios  zu  Trnova.  Prophetische  Münche  vtirkQndctcti ,  daea 
der  Heilige  das  von  den  Normunnea  geschändete  Thessalonike  verla-ssen 
habe  und  nun  den  Bulgaren  Erlflsung  bringe.  Voll  Begei-ttening  wurde 
Kalopetroa  ala  Car  der  Bulgaren  und  Griechen  gckrOnt  und  Vasi)  zum 
Aut^kephalen  Er^bischof  von  Trnovo  ernannt.  Isaak  rOcktc  sofort  gegen 
»ie  ini«  Fold  und  zer«preugte  1186  die  Kcbollenscharon.  Allein  nun  vorband 
»ich  A»'"n  mit  den  Kumonen,  Aber  der  Sebastokrator  Joannes  war  aufs 
Reue  siegreich  gegen  die  Bulgaren.  Natürlich  rief  ihn  die  miastrauische 
Hegierung  ab,  und  sein  Nachfolger  Joannes  Kantakuzenus  liess  sich  in 
•tolzer  Sorglosigkeit  von  den  Bulgaren  schlageu:  sein  Heer  ward  zersprengt. 
Branoft,  dor  nun  ausgvsnndt  ward,  proklamierte  sich  zum  Gogenkaiser  in 
Adrianopo)  und  ward  enthauptet. 

In  den  Kämpfen  der  nachfolgenden  Jahre  behaupteten  sich  die  Biil- 
o.  Mit  den  Kumancu  vereint.  Htreifteu  sie  bis  Adrianopel  und  Make- 
lOD.  Die  Erbitterung  dos  lange  unterdrückten  Volkes  machte  sich  in 
ärchtbaren  Grausamkeiten  Luft;  dieselbe  Mordlust  zeigten  die  verbündeten 
Kunianen.  Ihinb  dio  Ai^i-ntden  ist  das  Uriechentum  dieser  Landschaften 
vom  Gi'dbodcn  vertilgt  und  auf  die  Küste  und  eiuige  Sprachinseln  be- 
schränkt worden,  wie  noch  heute.  Nicht  die  Kreuzfahrer,  sondeni  die  Sel- 
dschuken  in  Asien,  die  Bulgaren  und  Wlachen  in  Europa  haben  die  Wieder- 
erateliung  eine«  nationalgriechischen  Grossroichs  auf  ewig  zur  Unmöglich- 
keit gemacht  Ein  unablifingigCM  Bulgarien  existierte  nun  zwischen  Donau 
und  Hiimus.  Das  Werk  des  Tzimiskes  und  des  Basileios  war  vernichtet. 
Der  Auflösungsprozess  des  Reiches  begann. 

Ein  wahres  Glllck  fOr  die  Griechen  war,  da.t8  es  ihnen  gelang,  die 
<Jarin  gefangen  zu  nehmen.  Dadurch  wurde  dor  mörderische  Kleinkrieg 
lit  den  Bulgaren  wenigsten  momentan  1 188  durch  einen  WatVenstillstand 
rbrochcn. 


UM 


1183 


Aun 

h 

^urcl 


Hbate: 


1034 


AbriBB  der  bfiantinischen  EaUergesobiobt«. 


Ein  »o  elender  Forst  Isaak  war,  er  hat  aDvcrdiont,  wif  im  H«*| 
laiinuou krieg,  so  aucli  im  {Iritten  Kreuzzgg,  ßlr  die  SdOilen  seiner  Vid'J 
gft]igor  gebDaet-  KaiMr  Manuels  Orossmannssuoht  hatt«,  indem  sie  ächatt«| 
nacl^agto,  dos  politisch  so  wichtige  Fr«undschaftsv«rhilltni8  zum 
Iftndinchen  Kaiser  gründlich  ruiniert.  Man  begreift  daher,  dass, 
lili  I  lä?  SchrockenKkiinde  von  Jerusalems  Fall  (Juli  1187)  in    ganz   Europa 

oiiiinnl  dcit  Knthusiasniii«  filr  das  Krauz  ontsUndoto,  der  rümiitche  Ktiitf 
mit  buiigur  Be»ürgni»  den  Heraumursch  Mine»  deutschen  Brüden  Friedrid 
Barbarossa  erwartete.    Indessen  der  deutsche  Kaiser  hatte  mit  den  grtechi- 

I1I88  sehen  Oeaandten  zu  Nürnberg  1188  in  loyalet«r  Weise  wegen  des  Diirtli- 
ziigos  verhandelt  und  oiuü  sehr  »tatUicho  G««audt«cha(l  vonuisgescIiickL 
Aber  de»  byzatitinischen  Kaisers  grenzenlose  Feigheit  bestimmte  ihn  n 
der  tliSrichtaten  Handlungsweise.  Als  die  BdUOli  Mann  deutscher  Ken- 
tnippen  dem  Itetclie  sich  näherten,  schloss  Isaak  mit  Salih-ed-dm,  dm 
Todfeinde  des  Ki-ouzaa,  ein  rörnilic-hi'S  Bündni»  mit  der  Spitze  g^^  i»* 
Jvreuzhuer  und  erniedrigte  fiich  so  weiti  dasa  er  den  Muslimen  eine  Moadiw 
in  der  Reichshauptstodt  eiDrftumto.')  Dazu  verletzte  die  Kanzlei  in  uhn- 
milcbtigcr  Üborhubung  den  stolzen  KrrogAhelden  durch  die  kiodisc^ 
um  Titulatur:  ,Grossftlrat  von  Deutschtand'.  26.  August  1189  langte  Friedrich 
in  l'hilippupolis  an;  Über  den  ganz  verkommenen  Zustand  des  Kdoha  fr 
fuhr  er  eingolienden  Bericht  durch  dasulbst  ansSssige  armenische  KauflNbi. 
Di«  Griechen  benahmen  sich  hßclist  feindselig  und  HburHolen  die  einzvlarn 

I  Abteilungen  des  KreuzUeeres  in  Wäldern  und  Burgen.  Dagegen  Stepbu 
Nomanja  von  Serbien  bogrüsi^tc  Friodricli  gastfreundlich  in  Ni«,  und  J« 
Bulgarenfllr»ten  boten  ihre  Allianz  iin,  um  mit  40  000  Bulgaren  uoi)  Kn- 
manon  ihm  bei  der  Eroberung  von  .Carigrad'  zu  helfen.  Aber  der  Kaiwr. 
seinem  tielUbde  trou.  wollte  nicht  durch  den  Umsturz  uiuoa  Cbri>tcnr«ichi!* 
seine  eigentliche  Aufgabe  aus  dem  Auge  verlieren.  Seine  energisclie  Hal- 
tung imponierte  dem  bj-zantinischcu  Schwächling  dermasscn,  das»  w 
tfarzIl^DMärz  IVJi)  das  Kreuzheer  vertragsmässig  uud  ungehindert  nach  Amco 
übersetzen  Hess.  Auch  auf  asiatischem  Boden  benahmen  sich  die  Griechra 
L  fortgesetzt  lieimtiicki!*eh.     Und  doch   leisteten  die  Deutschen  witdor  in 

W         Beste  filr  sie.     Die  Seldschuken,    die  stehende  Geissei  des  Thema  TT«* 
Uni  1190  kesion,   wurden  18.  Mai  1190  vor  Ikonion    aufs  Haupt  geschlagen,  und 
ihre    Hauptstadt  ward    mit  Sturm  genommen.     Diu  Lähmung   der  StU- 
sehukonmaeht  kam  den  Wi-iechen  zu  Gute.     Doch  l&aak  war  kctii  Ale»» 
der  die  günstige  Konstellation  sofort  nach  Kräften  ausgenutzt  hillc. 

Gegenüber  den  italienischen  Seerepuhliken  hat  dagegen  der  K.i^— 
eine    der    üblen    Lage    des    Ueichea    ent^precliendo,    verstÄmÜge   V-  ' 
11S6  eingeächlagon.     Da  die  Noniiannon  sich  mit  Kypros  vorbanden  uiid  Hi^' 
eine  griechische  Flotte  »chlugca,  suchte  das  kaiaerliche  Kabinett  das  A»-, 
M»7  denken    von  llf!2  auszulöschen   und  schloss  1187  unter  Herstdliwg  ■*! 


')  Mnnfllbroliii^riiiobt  tbOrichlo  Kodeiw-   I  Das  Faktum  i«t  nnrra  vcncidiB««  ■!* 

arten  vouwüh)Uiu«i((arTulurnnxilirT(iriocli«a  äyin|itoin  MtiM  wakuinaigMi  llaaw«. *■> * 

IL  s.  f.     Nach  AtBi  allftumcuiru  UrUiil  von  tiriechon  il«rP«lK<»eit  aag«ai  )i«aa.  !■•*((•* 

(tricclicn  wie  Occid^iilalcu    d«r   damall{!ca  Tartf^nsUuboo  ■&  dsn  LaMnorolaatM  •* 

'imi  war  du  «n  Verrat  an  der  Sadi»  OvUoa.  l  iie^iR«n  und  A^a,  all»  um  des  UlofM  ^^ 


TU.  Die  Eomnonen  und  di«  Angeli  (1Ü81~1204). 


1035 


reitcrung  der  alten   l*rivilegicn    mit  Venedig  ein  förmliches  Bündnis, 
id  ebenso  bejttfitigt»  Isonk  1192  dvn  Piitancrn   und  1193  den  Ocnueeen 
ihre  alten  Vorrechte. 

Uegeiiitber  den  Itnlg»ren  erlitt  baüb  1190  bei  ßerroca  eine  echvruro 
Niederlage.  Vai-nn,  Aiichiiilos,  Nu  und  Triaditza  waren  ihnen  preisgegeben. 
Dagogen  gelang  es  ihm  den  stolzen  Serbe»  Nomanja  an  diT  Morav«  1193 
zu  schlagen.  Aber  die  vereinigten  Bulgaren,  Knnianen  und  Wlachon 
brachten  ihm  IlÖl  bei  Arkadiupoiis  eine  empfindliche  Niederlage  bei. 

iJazii  kam  die  Bedrohung  des  Reiches  durch  den  dout^ehcn  Kaiser 
Hfinrifh  VI,  Avr  seiner  bt'rechtigtL'n  Erbittuning  über  die  byzantinische 
Politik  seit  Manuel  scharfen  Ausdruck  gab  und  als  Erbe  der  Normannon- 
fürsten  Ijyrrachion  und  Thessalonike  ftlr  sich  forderte.  Eben  im  Begriff 
eine  neue  Expedition  gegen  die  Bulgaren  zu  organim-ren  ward  Iflaak 
10.  April  1195  von  seinem  eigenen  Bruder  Alexios  IIl  (1195—1203)  ge- 
stürzt und  geblendet.     Der  Tausch  war  keine  Besserung. 

Zwar  wurde  das  Reich  1193  durch  Saiah-ed-dina  Tod  von  einem 
furchtbaren  Feinde  befreit;  aber  der  deutsche  Kaiser  Ueinrieh  VI  nahm 
eine  um  so  drohendere  Haltung  ein.  Alexios  hatte  thUricht  genug  auch  die 
Venetianer  vor  den  Kopf  gesto.'^sen,  indem  er  1196  mit  der  Bestätigung 
ihrer  Piivilegien  zögerte.  Es  war  das  um  so  unpohtixcher,  als  er  nur 
mit  ihrer  üilfc  sich  der  dtint»oh-norinänni»chen  Obmacht  erwehren  konnte; 
dazu  war  seit  119:1  der  alte  Enrico  Dandolo  mit  dem  Dukat  bekleidet, 
ein  Politiker  ersten  Ranges,  aber  Byzanz  keineswegs  wohlwollend  gesinnt, 
den  man  nicht  reizen  durfte.  So  war  das  oHtrümi»che  Kabinett  wieder 
völlig  isoliert,  al»  Herbst  1196  die  Üosandteu  Kaiser  Heinrich«  erschienen 
und  dem  orschreclcten  Kaiser  die  demütigendsten  Forderungen  ab- 
trotzten. Er  miiHste,  um  grossen  Landahtretungon  /u  entgehen,  sich  zur 
Tributzahlung  bequemen,  nur  das»  die  uniprüngUche  Forderung  von 
50ÜU  Pfund  Ooldee  auf  löUO  herabgesetzt  ward.  Allein  Heinriche  Ted 
1197  befreite  das  Bomäenolk  zu  dessen  grossem  Jubel  von  der  ,Alo- 
mannensteuer". 

Die  Regierung  dos  Älexios,  der  sich  stolz  Komnenoe  benannte,  war 
durchaus  nicht  besser,  als  die  seines  Bruders  Isaak.  Dass  der  Admiral 
Stryphnoa  alte  Schiffe  und  abgängiges  Material  verauktioniert«,  war  an 
und  nir  sich  nicht  so  schlimm,  als  Niketas  uns  will  glauben  machen. 
Echt  byzantinisch  war  nur,  das«  der  Erli>s,  statt  zu  Neuanschafl^ingen 
verwandt  zu  werden,  in  diu  Tasche  dieses  Grossbeamten  floas.  An  der 
l^raterie  auf  dem  schwarzen  Meer  beteiligten  sich  Kaiser  und  Hof  als 
stille  Gedchäftsteilhaber.  Freilich  auf  Reklamation  des  Hultans  von  Rom 
Dioeston  wenigstens  dessen  Unterthanon  entechildigt  werden. 

Mit  den  Bulgaren  konnte  der  Kaiser  wegen  der  unverschämten  Be- 
dingungen derselben  keinen  Frieden  schliessen.  Bei  Serrae  erlag  ihnen 
ein  griechisches  Heer.  Indessen  der  furchtbare  Joannes  As^n  I  fiel  1 196 
im  Palnjtt  zu  Trnovo  durch  die  Hand  Ivankos  eines  seiner  Verirauten, 
de»  Mubltabers  der  Schwester  der  Carin  Helena.  Er  entkam  zu  den  Byüan- 
tinem,  und  nach  Kalopetros'  (t  1197)  kurzer  Herrschaft  folgte  der  un- 
versöhnliche Griechenfeind  Kalojan  (1197 — 1207),  der  durch  seine  Heim- 


lü'>  1193 


1193 


UH] 


Ui,  Apr. 
11».^ 

1193 


119S 


um* 


U'Mi 


nt 


nni 


II9T 
ll»7jl807 


103$ 


AbrLflB  d«r  briuitüiieobeii  KaiaergMobiebta, 


tUcko,  Qr&aeamkcit  uml  orlmrmun^lose  Hftrte  verlmiMlon  mit  groMM 
politisclicn  Verntande  den  Oriüclion  so  rurohtbar  wtirdu.  wie  BiuolviosTI  otsd 
den  Bulgaren.  Auch  in  Makedonien  orbobvn  äich  diA  Bulgaren.  Der  Boljvii 
Dobroniir  Str'-f.  konnte  von  Alexios  nicht  bezwungen  werden;  er  gali  ilim 
eine  Verwandt«  zur  Ebo.  Jvanko,  a\»  (irieoho  Aloxio«  gonnnnt,  ikUd^ 
zwar  die  Bulgaren  bei  Philippupolie,  verriet  aber  bald  die  Griecben  «» 
einst  seine  Landi<1eute  und  konnte,  nachdem  er  bis  ans  ägttische  Hfvr 

lOlätilgobrandschatzt.  hatte,  erst  1200  dingfest  gemacht  werden.  Endlich  1201. 
nachdem  auch  dei>>  Kaisers  Neffe  KamytJECs  sieh  empört  hatte,  «chLmtua 
die  ßriechen  mit  de»  Bulgaren  einen  für  diese  höch«t  vorteilhaften  Frieden. 
in  weichem  nie  ihre  HämÜichen  Eroberungen  von  Belgrad  bis  ans  Scliirina 
Meer  und  an  den  Vnrdnr  bi^hnupteten.  Ein  wichtiger  Schachzug  K 
war  die  nach  langwierigen  \'erliandlungcn  abgeflchloKseno.  natilrlicb 
nicht  ernst  gemeinte  Union  mit  Rom,  Der  von  Innoceuz  UI 
Kardimillegat  Leo  weihte  V'asil  zum  Primas  von  Bulgarien, 
den  Metropoliten  Pallien  und  den  Bischöfen  —  alles  nationalbul 
Priester  ~  Mitren  mit.  8.  November  1204  wurde  Kalojan  vum  K 
feierlich  gekrOut. 

Während  so  in  Europa  die  Dinge  einen  fUr  die  Itomäer  li&chst  vtf 
günstigen  Verlauf  nahmen,  hatte  man  auch  in  Aden  unaufhörlich  mit  den 
kBeldschukon  und  meuterischen  Prinzen  zu  kampfon.  Die  griccbiwlKn 
FUntorthancn,  angelockt  durch  die  günstigen  Bedingungen  de«  SultaDo  Kai- 
ko'rn,  siedelten  massenhaft  auf  sein  Gebiet  Über.  Natürlich  sahen  itdb 
diese  Elenden  bald  btttcr  gotäuitcht  und  erhielten  in  ungleich  härtertn 
Druck  den  vtirdiontcn  Lohn  fiir  ihren  Keichsvcrrat. 

Der  übennut  der  italienischen  Kaufloute  wurde  unertrilglich.  tt« 
OonuL-se  Guffore,  vom  ßrossadmiral  in  eine  Geldstrafe  genommen,  lliat  «icfc 
als  Pirat  auf  irnd  plünderte  die  wehrlosen  Inseln  und  KQsten.  Der  ehenfo 
anrflcbige  Kalabrese  Oiovanni  Stirione  ward  als  Vicoadmiral  in  kaisei 
Dienst  genommen  und  konnte  schliesslich  mit  Hilfe  der  Hsaucr  1198 
GafTore  unschädlich  machen.  Allein  dessen  Schwager  Vetrano  sefatto  da 
Piratenkrieg  fort,  und  die  von  der  griechischen  Itegiemng  infolgedessen  gcfn 
die  Genuesen  verübten  Repressalien  führten  mir  zu  langwierig«!)  Vi 
handlungen.  und  schlioBsUch  mussto  das  Keicb  wieder  fUr  den  Sei 
aufkommen.  Die  Bevorzugung  der  Pisaner  durch  den  Kaiser  erl>it' 
dio  mächtigen  Venetianer.  Es  war  ein  Verhängnis«.  doKs  der  Koiwr  mit 
dem  gewaltigen  Dandolo  sich  nicht  zu  stellen  vermochte.  Die  ZerseUunJI 
des  ReicIiiTi  machte  immer  grossere  Fortachritte.  Die  ehrgeiziRen  PrinalW 
der  einzelnen  Provinzen  suchten  sich  als  solbstSudige  Tj'ranncn  einzurichUa: 
der  hekariteste  unter  ihnen  ist  Leon  Sguros,  der  Archont  von   NauiJwn, 

12 12D3  weicher  1202  Arges,  bald  Korintl)  gewann.  120.1  zog  er  gegen  AUion: 
altein  der  heldenmütige  Widerstand  des  Metropoliten  Michael  Akonunat» 
rettete  die  Akropoli».  Dagegen  Theben  kapitulierte  sogleich.  Aber  brt 
den  Thermopylen  erlag  er  den  kampfgeilbten  Rittern  des  neuen  K&nip 
von  Thessatoniko,  Bonifario  von  Moutferrat.  Eine  ähnliche  halb  onib- 
liänpige  Stellung  behauptete  in  Trapezunt  .al«  Herzöge  von  Oholdia'  di» 
arnieniucbe  Familie  der  Gaborafi,  Abkümmling«  der  alten  Fürsten  von  T<ir^ 


TU.  Di«  Komneoen  and  die  ABgeli  |1DS1— 1204).  1037 

'eitlAuiigo  Lukon  und  Latifiiiidioii  bbt;u«ät)n  in  Epciro»  uitti  Äctotioii  die 
Ultakuzenos,  die  Branas,  dii'  Milissenos  u,  s.  f.  Kurz  dns  Htüeh  imliiii 
hon  von  selbst  immer  iiifhr  die  feudale  Opstalt  an,  deren  Stempel  ihm 
8t  djfi  fränkische  Eroberung  endgültig:  aufdrucken  sollte. 

Da»  Verhfirigiii»  rilt-kto  ftlr  das  lloicli  immor  näher.  Philipp  von 
jiwaben,  dem  Gemahl  Eiroocs  der  Tochter  des  gealürzten  Isauk,  waroii 
irl&ulig  durch  den  deutschen  Gegenk&nig  die  lliinde  gebunden.  Allein 
e  Wnge  kamen  in  ¥\m»,  als  der  grosse  Innocenz  III  (1198  -1216)  durch ' '^^-'l^l 
e  neuorgtiniiiiurtu  Kreuzprüdigt  nummitliL'li  den  ubeuäo  frommen  a\s 
ifermutigen  und  kriegslustigen  franzü&ischen  Adel  fllr  die  Wiedergewin- 
iDg  deA  hl.  Landes  zu  begeistern  wusste.  Echt  staatsmftnnisch  war  des 
okmh  PapHtt.-«  tit;dauko.  durch  einen  kiaftvollen  Vorutu«»  gegen  Alcxnridria 
td  Ägj'pten  das  Jeruiutlcm  heherrseliende  Ejjiibiilenreich  in  Buinem  Kern- 
nd  tödlicli  zu  treffen.  In  Venedig  sammelten  sich  die  fränkischen  und 
id  flandrii^chen  Kreuzfahrer,  um  mit  dem  Dogen  der  seeboherrschenden 
»publik  wegen  der  Überfahrt  zu  verltandeln.  Allein  Em-ico  Daiidolo 
egte  zu  Ägypten  die  besten  Beziehungen,  welche  die  auf  dem  Seeweg 
oh  dem  Nilland  kommenden  kostbaren  Waren  Ostasiens  nacii  der  La- 
nenstadt  dirigierten.  Die  religifeen  Ziele,  welche  dem  Pftp»te  vor- 
iwebtvn,  und  wcli-he  die  edelu  Franken  bL'gL'iäturt<.-n,  wureii  diesem 
oialon  Herrschergeist,  der  aber  eine  echte  Kaufmannsseele  in  sich  trug, 
llig  fremd  und  gleichgültig.  Es  kam  dazu,  dass  der  von  der  Kreuridee 
geisterte  Führer  der  Ritter,  Graf  Thibatit  von  Champagne,  24.  Mai  1201  'Ü-  Mai 
rb,  und  der  Marschall  Villehardouin  die  Wühl  dus  griecAeufoindlicheu  '"**' 
d  lediglich  politische  Pläne  verfolgenden  Markgrafen  Bonifacio  II  von 
intferrat  durchsetzte.  Schon  im  Mürz  1201  hatte  Enrico  Dandolo  durch  i:^)l 
ntiti  Vertrag  mit  den  Kreuzlahrern.  ein  wahres  Meistcrattk-k  diplomuti- 
lOr  Gewandtheit,   ea  verstanden,   die    finanziell   ohnehin  volUU'tndig  von 

•  Republik  abhängigen  Kitter  völlig  seinen  Iiitere^en  und  Plänen  dienst^ 

•  zu  machen.  Der  grosse  Papst  durchschaute  seinen  Gegner  und  wollte 
1  Vertrag  nur  unter  der  Bedingung  genehmigen,  dass  da.s  Ujiternchuiou 
sht  gegen  Christen  gerichtet  sein  solle;  aber  Venedig  weigerte  sich 
idwt.>g,  diese  Verpflichtung  einzugt.-ben.  So  wurde  die  religiöse  Begeiste- 
Ig  der  Kreuzfahrer  fUr  Venedigs  politische  Ziele  in  ähnlicher  schmach- 
l«r  Weise  ausgenutzt,  wie  die  Opfer  der  Volker  für  die  nationale  Idoo 
I  1813  und  1815  von  den  Diplomaten  des  Wiener  Kongresse.s.  Der 
fall  half  den  Venetianern.  Isaaks  Sohn  Aloxios  entrann  mit  Uilfo  der 
aner  nach  dem  Ahendlande.  Innocenz  war  korrekt  genug  ihn  abzuweisen; 
)in  des  Prinzen  Schwager  Phihpp  von  Schwaben  nahm  diesen  mit  offenen 
mon  auf.  In  dem  Kreuzlieer  befanden  üich  zahlreiche  RhoinlAnder; 
rkgraf  Bonifacio  stand  in  guten  Beziehungen  zu  Philipp.  So  wurde 
j^n  Wunsch,  Isaak  und  dessen  Sohn  zu  restituieren,  der  so  trefflich 
P>andolos  Plänen  stimmte,  im  Kreuzfabrerlager  günstig  aufgenommen. 
locenz'  III  Widerspruch  verhallte,  und  seinem  Legaten  trat  Dandolo  mit 
eher  Energie  entgegen,  dass  es  allmählich  jedem  klar  wurde,  nur  dt-r 
<g,e  heherrsclie  die  Situation.     Er  nutzte  sie  denn   auch  nach  Kräften 

Anfang  Oktober  1202  stach  die  Krcuzzugsflotte  in  die  See  und  er- Okt.  1202 


d 


t03S 


AliriBB  der  bTurntJoüchen  EaiMrgeachicfaU. 


fTOBiam     I 


^^^■oborte  !u;hon  im   Novümher  das  ilRlmatinisohc  Zura,  das  dorn  fTOBiam 
^^^Etiioricli  von  Ungarn  gehSrt:«.     Das«  dioser  selbst  dos  Krfiuz  gemoi 
^B       hin<I<3rl«  die  V«netiaiier  in  der  rUcksichtalosen  Verfolgung  ihr^r 
H        politischen  littere«soD  niolit. 

^B  Der  ganzo  von  Venedig  gegen  ByzatiK  gerichtote  Feldzug  6a<l<<t  io 

^1  der  Ücschiclite  nur  eine  ParalkOe:  in  Englands  Seeexp«dJtion.  welche^ 
^m  Annexion  Äg^-ptenn  zur  Folge  hatte.  Die  UnwalirhRftipkeit  in  der  Vs^ 
H  liüUung  der  walii-en  politischen  Endziele  witr  beide  Male  gleicli  gro«. 
^L  IntereHsant  iut  auvh.  dai^  die  politische  Leitung  bciidor  AJfaireu  einem  ■■ 
^^K  Staalsg««chäften  vielgewandtt^n  starrsinnigen  Greise  anvertraut  war.  Boa 
^^^  ^rach  aber  die  Venetianer  den  ßaiiu  aus  und  verdeutete  den  Kreuzfabraa. 
^1  doM  es  nicht  ihre  Seche  oei,  die  Griechen  and  ihren  Kaiser  f&r  ilm 
^B  Sünden  zu  strafen.  Allein  IVinz  Alcxios  veraprach  2000(H)  Mark  Silber, 
H  lÜOOO  Mann  Hilfstruppen  für  den  Krieg  gegen  die  Ungläubigen  auf  «D 
H  Jahr  und  Union  mit'  der  römischen  Kirche,  äusserst  mfiasige  und  nc> 
H  ständige  Bedingungen.  Noch  schhig  vielen  Kretiürahrei-n  daa  Gewi««. 
H  Aber  die  ÜbcrredungskQnste  dos  Dogen  und  des  Maikgrufen,  vor  iIUb 
^K  die  AuHsicht  auf  unemieiislii-he  Beuto  machten  die  finanziell  mvist  bbri 
H  situierten  Ritter  mit  verschwindenden  AuRnahmen  mUrbe.  Die  Sacbv 
H  Gottes  war  dem  Mammon  zum  Opfer  gefallen. 

H  Dandolo  und  Bonifacio  leiteten  nun  das  Unteniehmou  mit  wahrfctA 

V  bewunderiiÄWili-digcr  Umsicht.  Die  Vorliut  der  vcneüaniscben  Flotte  naha 
H  120S  April  1203  Dyrrachion.  Schon  am  27.  Juni  ankerte  die  Flotte,  vtich 
H  40000  Kämpfer  trug,  bei  Skntarion,  dem  antiken  Chrympolis,  der  Kaiaef 
H         rcsidenz  gegcnQber. 

^^  Der  Kaiser  hatte  eine  Armee  von  angeblich  COOOti  Mann  gegen  dea 

^^H  Feind  in  der  Hauptstadt  zuHanimengexogen ;  Verlaaa  war  aber  nur  auf  die 
^^V  Varangen.      Im    li^tzton    Moment  erst  hatte  man   an   Ausbeaaonntg  der 

V  Mauern  und  InutandnotzuDg  dor  schwachen  und  verfallenen  Flotte  gedacht. 
H  Der  Sturm  ward  gegen  die  Vorstadt  Pera  eröffnet.  G.  JuU  fiel  der  fesU 
H  Turm  von  Gulata.  Des  KaiKers  tapferer  Schwiegersohn,  Theoderos  Lw 
■  karis,  die  Varangen  und  die  Venedig  feindlichen  Pisaner  verteidigten  «cli 
H  heldenmütig.  aU  dor  Sturm  gegen  die  Uauptstadt  seihst  organisiert  vanL 
I  17.  Juli  wagte  der  Kaiser,   fast  gezwungen,  einen  Ausfall.     Er  sdieitirV- 

an  der  Tapferkeit  der  Franken.  Der  elende  Füret  entwich  in  der  NaAl 
mit  den  Kronjuwelen  und  mit  dem  Kronsdiatz  nach  Debelton.  Pa  holte 
dor  Hcichsschatzmeistcr  Konstaittinos  den  blinden  Isaak  aus  dem  Kt-riifJ 
und  proklamierte  ihn  aufs  neue  mit  Beinern  Sohne  AlcxiosIV  (tS.  Ji 
1208/1204  1203— 28.  Januar  1204)  zum  Kaiser.  Der  Prinz,  von  den  Baronoo  U« 
gleitet,  hielt  seinen  feierlichen  Einzug  in  die  Stadt.  Die  Fflhrer  stiegni 
im  Kaiserpala.'üt  der  Blachenion  ab.  die  Pilger  hosotztou  die  8tadL  Ao( 
des  Kaisers  Lüaak  Bitton  wurde  indessen  das  Pilgerlager  nach  dt-r  Eben» 
bei  Oalata  verlegt  und  die  Flotte  ankerte  bei  Pera,  nachdem  Dandib 
einen  Teil  der  Stadtmauer  hatt«  schleifen  lassen.  Alexios  IV  erhielt  w 
fränkische  Leibwache.  Vorläufig  zahlten  die  Griechen  lOOOOÜ  Mark:  i> 
dessen  die  Venetianer  nahmen  gleich  die  HSifte  fUr  sich  vorweg  ooi 
zogen  von  der  andern  35000  Mark   für  Schulden  der  Pilger  ab.    Migf 


AI 
Itoj 

irtm 

3 


Vn.  Die  Komnenea  nnd  die  An^eli  (1091— 1W)4). 


1039 


meine  Enti-Qätung  herrschte  bei  den  kurzsichtigen  Kreuzfahrern.     Sic  be- 

ren  die  Zoichcn  <ier  Zeit  nicht,  obgleich  schon  jct«t  der  Zustand  cin- 
eten  war,  der  zweiundeinhulb  Jalirbunderto  andauern  soille.  Das 
Keich  lind  dessen  Kaiser,  ob  Franken  oder  Griechen,  waren  ti-otn  doü 
hohen  Tones,  den  letztere  bisweilen  annahmen.  viilhR  von  der  Gnade  de« 
italieninehen  Krtlmervolke»  abliSngig,  Sie  fielen,  sobald  Vimedig  die  Hand 
von  ihnen  abüog  oder  vielmehr  handclspolitiachcr  Konjunkturen  halber  sie 
von  ihnen  abziehen  rnnsate.  Das  alte  Verhältnis  kehrto  sich  um;  die 
rrühern  Diüner  wai-en  die  Herren  geworden.')  Den  beiden  Kuiisern  ge- 
hörte nur  die  Hauptstadt;  die  Provinzen  gehorchten  noch  dem  nach  Adria- 
nopel gezogenen  AlexioB  111.  Bald  brach  i<in  griechischer  Volknaurstand 
auH,  dem  die  Warenlager  der  I'iaaiier  und  der  .\maltitaner  und  ebenso 
die  türkische  Moitohee  zum  Opfer  tiolen.  Dann  kam  ein  filrchturlichor 
StAdtbrand.  Während  Alexio»  IV  mit  Ililfe  der  Franken  Thrakien  unter- 
warf, sannen  die  Primaten  der  Hauptstadt  auf  Wiäerstand  und  stellten 
die  Stjidtmauern  her.  Isaak  und  Alexioa  IV  waren  allm&hlioh  der  ftSn- 
kischen  Unvcruehämtheit  mUde;  Dandolos  rohe  Worte  gegen  den  jungen 
Kaiser:  »Schändlicher  Bube!  wir  haben  dich  aus  dem  Kote  gezogen  und 
In  den  Kot  hinein  werden  wir  dich  Verstössen!*  gössen  Öl  ins  Feuer. 
Jja  warf  sich  der  kUbnc  und  tapfere  Alexios  Dukas  Murzuphto»«,  ein  Vor- 
Bndter  des  kaiserlichen  Hauses,  zum  Keichxverwesor  auf.  Die  Griechen 
machtün  mehrere,  wenn  nudi  unglückliche  Ausltllle  aus  der  Hauptstadt. 
Aber  im  Frankenlager  wütete  Hungersnot.  2.'».  .Januar  kam  es  zur  R&- 
Tolation.  Adel.  Klerus  und  Volk  sammelten  sich  zu  den  altmiihhch  Ge- 
wohnheit werdenden  KniserkuniiUoii.  Nachdem  man  am  28.  Januar  ohne 
Zustimmung  des  PHtrinrchen  den  Kikolaos  Kanabos  zum  Kaiser  gesalbt, 
ward  am  5.  Februar  12IM  Murzuphlos  als  AJexios  V  feierlich  vom  Patri- 
archen  als  rechtmü-saiger  Kaiser  der  Römer  gekrönt. 

Ak-xio»  IV  ward  erwürgt;  sein  jämmerlicher  Vater  starb  vor  Schreck. 
Üie  faulen  Kompromisse  hurten  auf.  Griechen  und  Lateiner  standen  sich 
als  Todfeinde  gegenüber.  Der  neue  Kaiser  verweigerte  sogleich  weitere 
Zahlungen  und  forderte  den  Abzug  de»  Kreuzheeres.  Krieg  war  nun  die 
Losung.  £in  Ausfall  des  Kaisers  auf  die  rüekkehreuden  Frauken,  welche 
der  reichen  Stadt  Philea  am  schwarzen  Meer  ungeheure  Beute  gemacht 
II,  verlief  so  unglücklich,  dans  das  Palladium  des  Itcichs,  das  vom 
■triarchen  getragene  Ünadenhild  der  Panagia  Hodegetria,  da«  Werk  des 
Evangelisten  Lukas,  dem  Pierre  de  Bracheuil  in  die  Hände  fiel.  Unter 
groasartigen  Büstungon  der  Franken  verstrich  der  März.  Gewaltige  Be- 
lagenmgsmaschinen  und  Sturmleitern  wurden  gebant.  Allein  Alcxtos  V 
leitete  mit  Umsicht  und  Uuersohrockenheit  die  Verteidigung.  Der  erste 
Storni  mitialang.  Der  Uauptsturm  geschah  am  12.  April.  Mit  Löwenmut 
verteidigten  sich  die  Varangen.  Aber  zwei  Türme  fielen :  Pierre  d'Amiens 
iprengte  ein  Ktadtthor.  Vergebens  sucht  der  heldenhafte  Kaiser  der  allge« 
meinen  Panik  Herr  ira  werden.  Wie  stets  Völker  im  tiefen  Vorfall  ihren  po- 
litischen Leitern  alle  Schuld  des  Unglücks  aufbürden,  oder  dieses  nur  dem  Ver- 


'>  0.  Hopf:  Qmcliisclie  Gvwbicbt«  I  l&l. 


AbriBB  der  byzantlniBobeD  Eaisergesohiobt«. 


rnto  dor  Militärcliofs  zoäcli reiben,  so  gescliielit  e»  auch  mit  Äloxiofl.  Huiil 
btirc!itä  auf  Absetzung;  gebrocbnon  Hürzons  erkennt  auch  der  Siahe,  daa^ 
des  Vuterknds  Sache  verloren  sei  Er  entflieht  durchs  goldne  Tlior.  j 
nicht  ein  Kraiut  Hlr  der  racheschnaubendon  Lateiner  Kinnbacken  zu  werden.* 
Ein  liest  von  I*atriot«.>ii  wili  in  der  SophiuiikJrche  den  Thefldoros  Dnkuote 
denTheodorot«  l.aAkarii>  zum  Kaii>«rnühlen.  Aber  j«<Ier  Appell  an  nochmaligeB 
Widonttand  prallt  an  der  kloinmQtigon  Verzweiflung  des  Volke«  und  der 
Indifferenz  der  SOldner  ab,  Ln^koriii  entflieht  nach  Kleinasien.  Vergvlwai 
wurde  von  dem  elenden  Reste  der  Bewohner  Bonifacio  um  Gnade  ungi^ 
floht.  Das  stolze  ßyzanz  muss  den  Kelch  de-s  .Inmmers  bis  auf  die  Neigt 
leeren.  Die  Erbitterung  des  xUgclloscn  Kriojj^volks,  das  nun  in  »eine 
StrosBen  einbrach,  war  unbozähmbar.  ,PlQndem  und  Geld  machen  war 
der  Venetianer,  höhnen  und  schünden  der  Franzosen,  schlemmen  und  di^ 
melieren  der  Deutschen  Stichwort.*  Am  lU-gsten  hauiitt«n  die  abcndlfe- 
dischen  Koloniston,  die  bis  dahin  de«  Kaisers  Untertlianou  ftUBgsbMiM 
hatten  und  jetzt  untur  den  Mördern  am  gi-uusam»t«n  verfuhron. 
MKn]204  Bereits  im  März  12U-1  war  der  Teilungsvertrag  geschlosaen  wonhc, 

wonach  ein  Viertel  des  Reichs  dem  neuen  Kaiser  zufallen  sollte,  und  ibv 
Nation,  welcher  die  Krone  entging,  fUr  ihren  Klerus  den  Patriarctiat  uad 
den  unermesslichon  GrundbcBitü  der  Sopbienkircho  erhalt««  »ollt«.  lÜe 
anderen  drei  Viertel  sollten  unter  die  Venetianer  und  die  Ritler  g(4ttlt 
werden.  Die  Seele  der  ganzen  Neuordmnij;  war  der  vielgeprieneiM  ÜUf 
dolo.  Er  hat  in  nacktestem,  aber  höchst  kurzsichtigem  VeticliaiiunDorkao- 
tilismus  nur  ftlr  dio  (JcIdiiituresBon  der  Republik  gesorgt  und.  in  thftriekU» 
Besorgnis  vor  einem  starken  lateinischen  Kaisertum,  ein  Ffuscbemcii 
geschaffen,    welches    nicht   wert    war,    das  Licht  der  Sonne   xu  ukwMb 

iDtis  lateinittchu  Kui^ertuni  i»)  denn  auch  von  Anfang  ttu  eine  todsclivmrbe. 
loboMcimüde  Maschine  gewesen,  deren  ganze  Existonx  nur  ein  langes  Siecii- 
tura,  ein  imnierwUlirendes  Sterben  war, 
Dandolo  verhinderte  die  Kaiserwahl  des  tüchtigen  und  oncrgilclM 
Bonifacio.  Den  geschmeidigen  und  talentvollen  Balduiu  \-on  Flnndon 
machte  er  durch  seinen  Vorschlag  zur  Güte,  welcher  Bonifacio  dos  gkaH 
Land  jenseits  deti  BoBporus  und  J'ille  de  Griesae'  zusprach,  von  vnnÜKrm 
zu  einem  Schatten kaiser.  So  war  alles  von  Anfang  an  zum  lTut«rguigil_ 
reif.  Nur  dio  Vonotianer  vorstanden  es  mit  der  ganzen  liUcksichtslo 
einer  K»i]fmannsoligarchie  Überall  ihre  fielbstiachon  Senden nleressen  ' 
zusetzen.  Trotz  des  U'iderspnichs  des  französischen  Klerus  ward  Thon 
Morusini  Patriarcli,  und  ebenso  wurden  an  der  Sopliieukirclie  dreizehn  rvno- 
tianischc  Kleriker  zu  Kanonikern  omanut.  Äuss«rhch  war  dio  Union  tf 
reicht.  Der  stolze  (tkumenische  Patriarchat  beugte  sich  unter  Alt-itos. 
Thatsftchtich  herrschten  Zustünde  ungefähr  wie  in  Irland  zur  Zeit  iltf 
anglikanischen  Kirchonhori-schaft.  Ein  zahlreicher  lateinischer  Klorufiuil 
kleiner  oder  gar  keiner  Uerde  nührte  sich  aus  dem  Ertrag  der  rvicWa 
Pfründen;  aber  die  verarmte  Hierarchie  der  Orthodoxen  hatte  da*  ViJk 
fUr  sich,  tröstete  dasselbe  unter  dem  Fremdenjocb  und  hielt  den  G<daabt 
ßti  eine  zukünftige  Wiedergeburt  wach. 

Eb  ist  hier  nicht  der  Ort,  die  Umwandlung  der  einzelnen  ProriiurtJ 


Tm.  Dm  EaiserUuB  von  SiklA  (1201—1261). 


dea  allen  absoluten  ];kai.sertuniiK  in  dio  Form  <ier  occidentalinchen  Lehens-  H 

herrechAft,  wiu  die»  Hopf  in  itm»U>rgQltigor  VVc-iho  gi'tiiaii  liat,  irgondwi«  H 

lach   nur  zu   ekizzieren.     Für   eine  lie»c)uchti«    der  Kultur  dm  XIII.  und  H 

XIV.  Jahrhunderts   oder  fUr  eine  Wirtschaftsgeschichte  der  Levante  sind  H 

das  virtitigc  Kapitel.     Hi«r  haben  wir   Iftdiglicb  die  politische  Oeschichte  H 

Ac»  B.vzuntinor\-olkes  /.a  bt-handeln:  und  da  hinein  gchlirt  so  wenig  die  H 

Gei>c)iichte  der  lateinischen  Kaiser  oder  der  Kiinig»  von  TbeHsaloniktt  oder  H 

der  lierzüge  vor  Athen  und  Acbaia,  als  die   der  Seldjichuken   von  Rnin  fl 

oder  der  Mameluken  von  Agj-pten,  die  ja  gleichfalls  Stücke  des  ehemaligen  ■ 
BysantJnerreichä  der  Barbarei  Überantworteten.                                                ^^H 

B        VIII.  Das  Kaisertum  von  Nikäa  (1204—1261),  ^H 

^P     Die  mit  der  Organisierung  der  fränkischen  Lehensstaaton  notwendig  H 

verbundene  Vielherrschaft  und   Zersplitterung  aller  militKri^chen  Kräfte  H 

j  hinderte  zun)  Segen  der  Griechen  jede  einheitliche  Aktion  und  Konzen-  H 

I  tratioB    der   lateinischen  Zwinghurrn.     Den  leteten    Patrioten    Alexios  V  fl 

.  Mnrzuphlos,   der   sich  zu  gemeinsamem   Widerstände  mit  Alexios  III  ver-  ■ 

binden  wollte,  Hess  dieser  blenden,  und  die  Kreuzfahrer,  die  des  beiden-  ■ 

haften  Gegners  habhaft    wurden,    waren    roh  genug,    denselben  &h  eid-  H 

brQcbigon  Mörder  di^»  Alexios  IV  von  der  Theodosiosüäule  hinabzui^türzen.  H 

Der  schändliche  Alexios  III    wurde    mit   seiner   wDrdigeu   Gattin   Euphro-  H 

sjrnc  durch  die  Gnade   KHnig  ßonifacios  in  die  angenehme  Vitleggiatur  H 

«■Oft  nabnyro)«  exiliert.     Doch  andere  griechischen  Granden  waren  euer-  ■ 

gischer  und  glücklicher.    Michael  Angeles  KomnenoB,  ein  illegitimer  Vetter  '■ 
der  Angeli,  bemächtigte  sich  1204  des  Thema»  NikopoÜs  tind  regierte  mit  1304     ■ 

l^tfker  Hand  das  von  den  Lateinern  vßUig  unabhängige  Deepotat  Kpoiros,  fl 

Hp  sich  von  Naupaktos  bis  Dyrrachion  er8treckte.     GrOsser  sollte  in  der  H 

flMchiebt4)    der    Name   dos  Theodoies  Laskaris   werden.     Er  hatte   sich  V 

nach  Bithynien  gewandt  und  suchte  Asien  den  Roniäern  zu  retten.     Aber  M 

von    Philadelpheia   aus   erhob   sich   Theodor   Mankaphas   als  ßegenkaiser.  H 

Leon  Gabala."  machte  eich  auf  Ithodos  und  Manuel  Maurozonics  im  Mäandro-  H 

thal  unabhängig.     NikXa  schloss  ihm   die  Thore  aus  Hai^s  gegen  seinen  ■ 
Schwiegervater  Alexioe  Itl-    Im  Herbst  1204  trafen  die  Kreuzfahrer,  ver-  H«tlatM 
st&rkt  durch  zehntausend  aus  Pulä^tinu  Eurückkehrende  Pilger,  alle  An-     1204 
itAlten  zur  Fjrohennig  Kleinaeiens.     Vorgebens  verband  sich  Latikans  mit 
den  Scld*chuken  von  Itüm  und  dem  Kaiser  von  Philadelphoin.     Peter  von 
Bracbeuil  beeiogtc  ihn  G.  Dezember  1204  bei  Poimanenon.  nahm  Lopadion,  Dm.  1204 
.  A|>olloneia  and  Nikomedeia.     Nur  das  feste  Prusa  widerstand,     Unter- 
'  deinen  hatte  Graf  Heinrich  von  Abydos  her  operiert  und  12.  März  1205 
!  den  Mankaphas  Ubenvunden.    Alle»  srhien  verloren,  als  plötzlich  dio  Nach* 
I  rieht  von  Kaiser  Balduins  Gefangennahme  durch   die  Bulgaren  dem  be- 
drängten Despoten  Theodor  Luft  verschaffte. 

Kalojan  .der  Romäerschlächter"  war  aufs  eifi-igste  bemüht  geweBon, 

neb  mit  den  Lateineni  zu  stellen.     Allein  buhnvull  und  aufs  schniSdosto 

arflckge wiesen  sann  er  auf  Rache,  die   bald  genug  den  enteetzlichsten 

:  Audruck  fand.    Die  Griechen  in  Ronminen  in  ihrem  fanatischen  Lateiner- 

I      Bwti — ■•  ■*—  " —  ■■•" • ' ■■■"  ■'    I  Aiitif.  i.  Mii.  66 


MJlra  I'20& 


^^^^    1042  AltrisB  der  byumtinüclieti  EÜBergMehielitA.  H 

^M        ,ha88  verschwuren  sich  mit  dorn  Todfeind«  ihrer  Kation.     KaIojad  nd 
^^^    sprach  Hilfe  mit  seiuem  goKamt«n  H^oibann  und  lOOiM)  Kumtineu.   In  mH 
^^^1    goiiKcn    eben    erst   unterworfenen  Itomsnit?n  erhoben  sJc-h   diu  Oriedu^ 
^K        Sogleich  brachen  der  Kaiser  und  Dandolo  mit  ungenügenden  Streitkiftfi« 
^M         auf  und  belagerten  Adrianopel.     IIa  ernchien  Kalojan  mit  einem  numorwk 
^M         weit  Überlegenen  Heer  und  bractito  den  Fratdcen  ciuo  vernichtende  NU'dM- 
^m         läge  bei.    Wer  dem  fürchterlichen  Gemetse)  entrann.  Boh   nach  der  Pn- 
^H         ponti».     Der  Kaiser  Balduin  starb  in   buiganscher   OefaDgenHchafl.    Ul 
^m         der  Frankenlierrschaft  in  Komanien  war  es  seit  diesem  furchtbaren  T«^ 
^m         vorbei.     Kulojan,  erbittert  üb«r  die  batd  wieder  zu  dun  LateiDorn  llbw> 
^B         tretenden  Griechen,  mordet«  das  unjjlückliche  Volk  in  den  folgenden  Jalino 
^M         auB'    Niketas  der  Geachichtschreiber  jammert  Über  die  Ruinen  der  einit 
^M  so   Muhenden  Städte,   Über  die   heillofle  Verwi]r<tiiiiß    der  «hanuiU  M  ui' 

^M  mutigen  Felder  und  Gärten,  wo  nun  liaubtiere  Aiv  Stelle  der  Heiwcbaii  an- 
H  Kunehinon  bogaunon.  Ganz  Makedonien  erlag  der  Wut  dea  BulgareoftintM. 
^H  Philippupoliu,  ücrakleia,  Panion,  RhSdest«a,  Chariupolis,  Traianopoliii. 
^M  Makro,  Klaudiupolia,  Mo»ynupoli.4,  i'eritheonon  und  mhlreirho  ander«  HÜiu 
^M  wurden  von  ihm  erobert  und  atiügemordet  oder  der  liest  der  iinglückBcbM 
^K  Einwohner  nach  Donaubulgarion  verHchloppt.  Er  sagte,  diu«  er  Kumt 
^P  Basileio»  «vinu  Untbitlim  an  den  Bulgaren  vergelten  wolle.   Hatte  mandieita 

BulgarnktonoB  genannt,   so  üesa  er  sich  als   RomäoktoDOs  beseichnen. ■) 

11207  1207  starb  er  vor  TheasalonikG.  Die  fi-omnie  Legende  der  Griechen  wliriob 
meinen  Tod  der  Lanze  des   nationalen  Scbulxpntrona,   dos  U.  Bsoiftni», 
zu.   Aber  das  Bulgarcnvolk  hielt  da«  Andenken  de«  «groasea,  MnunslM' 
Garen  allezeit  hoch. 
Während  der  neue  Lateiiicrkaiscr  Heinrich  dorgostalt    alle  WaM 
voll  za  thuu  haltte  wurde  Theodoris  Laskuris  in  N'ikäa,  das  der  SanMl- 
jpjatz  der  gnechiachen  Aristokratie  und  des  hohen  Klerus  ward,  feierBck 
UJM'iom  Kaiser  gewählt  und  1206  durcb  den  neuen  Patriarchen  Midia«l  g»- 
'  krönt.    Gegen  den  Komuencn  David  verband  or  üiich  mit  den  Seldsclitilua; 

11205  diese  schlugen  jene.-*  Bruder  Alexios  120ö  vor  den  Mauern  von  äbmo». 
wahrend  Theodoros  selbst  Davids  General  Synadenos  am  äangariee  b*- 
ftiegtß.  David  verband  sich  mit  den  Franken.  Allein  Androuikos  tÜdu 
1300  rieb  deren  Hilf»korp»  1200  bei  Nikomcdeia  auf.  Ali«  im  Splitjafar  ISM 
jedoch  der  onergischo  Kaiser  Heinrich  eine  grousartigo  Espedition  mcIi 
Asien  in  Sscno  setzte,  Kyziko».  Nikomedeia,  Charax  und  Kibotos  eiiinolini. 
rief  Laskaris  den  Bulguruii  Kulojan  zu  Hilfe  und  zwang  dadurch  die  La- 
teiner zur  Teilung  ihrer  Streitkräfte.  Theodoros"  niederträchtiger  Sdiwi«g»- 
vater,  Alexios  III,  war  nnterdes.scn  zu  den  Seldschuken  ontwi«clit,  aa4 
diese  forderten  Theodoros  auf,  den  Alten  als  legitinu^n  Kaiser  anzuerkcnafn. 
Rasch  verstilndigto  sich  Theodoros  mit  den  Lateinern  und  schloas  inil 
1307 130S  Kaiser  Heinrich  1207  einen  Kweijfthrigen  WafFenstillstand.  1209  beaicg» 
er  den  gewaltigen  Pierre  de  Bracheuil,  den  die  crbiU«rton  Orictbi 
Bclitodlich  ermordeten.    Durch    fränkische  Söldner   veratfirkt,  soUaf 


>)  Ooore.  Acrop.  8.  2i  od.  Boun.  HuDdoioAnn««  nuint«D  ika  die  GrwahtB  tc-f 
uDd  237. 


Tm.  Das  EaiBdrtnni  tob  ITft&a  (1204— IS 


[1  den  Aötiocheia  belagernden  Kaikosrü  aufa  Haupt,  nahm  ihn  und  '2U  J 
I  alten  Aloxios  HI  gefangpn,  der  —  Rlr  diesen  Sünder  viel  zu  mild  —  ^H 
tcr  Kloat«imauern  seine  zaliüosen  Übelthaten  beweinen  dui-fto.  Die  ^H 
tken  muHston  oin«n  gros^on  Toil  dor  »siatischon  Küsto  an  die  Griechen  ^H 
reten.     Das    war    den  Franken    zu    viel.     Kaiser  Heinrich    zog   gegen  ^^ 

BodofM,  aohing  ihn  bei  Ltiparkas,  drang  Vil'i  tief  in  Kleinasien  vor:  1212^J 
ir  im  Norden  drftngte  der  Fürst  von  NikAa  den  fränkischen  Vasallen  ^H 
vid  Komneno«  weit  nach  Osten  und  liesH  ihm  nnr  das  Fürst«ntuni  ^H 
>ope.  Oie  Kaiser  von  Byzanz  und  Nikfia  »ehlosäcn  bald  einen  billigen  ^H 
«den.     Kine  kräftige  Hilfe  fand  Kaiser  Theodor   in  dem  zum  Oberst-  1 

nxncrcr  erkorenen,  1212  mit  seiner  Tochter  Eirene  vermählten  Johannes  1212  I 
kas  VatatzcH.     Ein   hohes  Glück   fllr  die  Griechen  war  der  Tod  de»  I 

^begabten    nnd    rastlosen    Lateinerkaisers    Heinrich    in    ThessalonJkö  I 

Juni  1210.  Von  jetzt  an  hatte  gegenüber  der  schwachen  Regent- 1S18  I 
laft  in  Konstantinopel  Theodoros  freie  Hand.  Als  er  1222  starb,  hatte  IS22  I 
mit  Ausnahme  dos  kleinen  fränkischen  Stück«  von  BithynJen  das  ganz«  1 

Btliche  Kleinaaiow  unter  sein  Scepter  vereinigt.  Erst  am  oberen  Laufe  ^J 
t  Sangarios  nnd  des  Hftandros  begann  die  seldschukische  Herrschaft.  ^H 
r   seinen   minderjährigen  Sohn  Kanstantlnos   bestieg   unter   allgemeiner  ^^ 

Stimmung  Johanne.'»  Dukas  Vatatzea  (1222— 12ö4)  den  Kaiserthron.  1222..il254J 
I  ebenso  ausgezeichneter  General  als  tüchtiger  Vorwalter,  unter  dem  I 

h  daa  griechische  Kleinogien  von  der  Misswirtschaft  der  Aiigeli  aufs  ^h 
iftigste  erholte.  ^H 

Die  nationale  Erniedrigung  und  die  Schmach  des  fi-emdcn  lateinischen  ^H 
shea   hatte   eine  Menge   gebundener  Kräfte   im  Helleneuvolk   entfcfisclt.        ^H 

offenbarte  »icli,  welch  tüchtige  Talente  es  noch  in  sich  enthielt.  Wie  ^H 
I  Lai*karis  in  Asien,  haben  auch  die  Angeli  in  Europa  die  machtvolle  ^H 
aktiou  des  wieder  emporstrebenden  Griechentums  gegen  die  frünkischo  ^H 
rrschsfl  mit  Glück  eingeleitet.  ^H 

tin  Epeiros  war  auf  Michael  dessen  gewaltthätiger  und  roher,  aber  ^H 
begabter  Bruder  Theodoros  Dukas  Angeles  gefolgt.  Er  hatte  nach  ^H 
Dn  Seiten  gegen  Bulgaren  und  Lateiner  seine  griechische  Herrschaft  ^H 
ügedebnt.  Die  patriotischen  Männei-  des  Westens,  wie  der  hochwichtige  ^H 
jefwechsel  des  Demetrios  Chomatiauos  erweist,  schauten  auf  ihn  als  ^^M 
«D  Erilteer  und  Befreier  vom  Franken-  und  Slavonjoche.  1221  grilT  IS21  1 
das  Ki^nigreich  Thessalonike  an,  wo  der  schwache  Demetrios  regierte.  I 

22  fiel  zum  unendliclien  Jubel  der  Griechen  die  Hauptstadt  Thessalonike  '222  J 
ihre  Hände,   und   als  der  Metropolit'  dor  Stadt  zflgerte.  den  Keäervat-  I 

ihten  des  ökumenischen  Patriarchats  zu  nahe  zu  treten,  krünte  ihn  der  ^J 
lokephftle  Ei-zbischof  von  Aclinda,  Demetrios  Chomatianos.  feierlich  zum  ^H 
iaer  de«  Westens.  Auf  Kosten  der  Bulgaren  wurden  die  Grenzen  des  ^H 
ieha  bis  in  die  Nähe  von  Adrianopd,  Philippupelis  und  Uhristupülis  vor-  ^H 
Khobcn.  der  national-bulgarische  Episkopat  überall  durch  einen  griechi-  ^H 
lan  verdringt.  Mit  MUhc  setzte  auf  einer  von  Demetrios  präsidierten  ^^M 
Dvinzialsynode  dor  milde  und  verständige  Bischof  von  Moglena  wenigstens  ^H 
I  Anerkennung  der  von  den  genuin-orthodoxen  slavischen  BLschüfen  voll-  ^H 
jenen    Weihen    durch;  eine    kurzsichtige  fanatisch   griechische  Partei,        ^H 

^1 


^^^^^^jft|^^^^^^^^^  AonaB  o!>f  bysdntlBiBchoo  Euvergnachiolita.  I 

^m  deren  Haupt  dui-  Protothroaos  von  KttBtoria  war,  wollte  —  alUrding«  vm 
^M  gebiMis   —  itflbBt  dii>H  nicht  mlassen.     Riejie  Mibaigung  Wwcist,   däw  A 

^1  dunittligo  orzhi»chr>nicho  Kurie  von  Acliridu  in  oinein  so  »chvieriftfa 
^1  Falle  anendlich  mehr  kirchenpolitiscli«)  Wuiehoit  be&asa,  als  der  Vhuui 
^1         unserer  Tage. 

^H  Der  Patriarch  Oonnnnos  von  Nikaea  ncheint  dem   Domotrios  (ntt 

^M  dessen  heftiger  Proteste  nicht  mit  Unrecht  de»  Vorwurf  zu  machen,  du 
^m  er  nach  Krrichtung  einee  wosUichen  Pntriarchnt«  titrube.  ßenn  kirclilicli  «ie 
^M  politisch  gingen  die  Griechen  von  Thestiulonike  wie  die  von  Nikaea  in  ibiM 
^M  Zielen  und  Aktionen  ftuReinander.  Hei  zwei  ro  gewattigen  Horrächeniattimi. 
^B  wie  Theodore»  und  Johannes  III,  konnte  keiner  dem  andiTii  üich  unteronliiBii. 

^B  1224  Beide  waren  Übrigens  1224  gleiehermai^sen  »icgrcich  gegen  das  todesmflilr 
^fe  lateinische  Kiii»crtum.     Hobert  der  Kaiser  und  seine  Barone  »«elbst  witrdtB 

^B  bei  Serrae  von    Kainer   Theodoroa,   die  Franzosen    unter  Macaire   von  ^. 

^M  U^nähould  bei  Poimanenon  von  Vatatzea  geschlagea.     Dieser  erobert«'  di« 

^^^K  festen  Plfitzo  der  Franken  in  Kl«inn«ivn.  nahm  Kos.  Tkaria,  Jarnos,  Clüos  end 
^^^r  Losbofl,  machte  Hhodos  tributär  und  idihidcrte  die  KU-tt^nbceitztingMi  dir 
^V  Vonetianer.  Ein  Heer  unter  Ftlhrung  des  Protoslj-ator  kea  und  dos  JosnaM 
^M  Kamytscea  setxte  Über  den  Hellespont  und  nahm    infolg(>  eines  Ruf»  it 

^M  Einwohner  das  wichtige  Adrianupolis  weg.  Allein  hier  trafen  nich  direkt 
^m  die  Interessensphären  der  beiden  ehrgeizigen  RomäerkaiRer.  Theodoros 
^M  verjagte  die  nikfinischen  Truppen  aus  Adrianupolie,  und  Vatalzes,  in  An<s 
^B  beschäftigt,  f4chlos8  mit  den  Lateinern  Frieduu,  während  sich  Tbeodoni 
^M         mit  den  Bulgaren  verband. 

^"  Eine  grosse  Gefahr  für  die  Griechen  wurde  der  neue  Bulgarntffirtl 

I2I8iia41  Joannes  Asfn  (1218—1241);  .der  grotwe  und  fronmio  Oar.  der  Sohn  lUi 
alten  Caren  Ascn,  verherrlichte  in  starker  Liebe  zu  Gott  das  bulgari«cb« 
Caronreich  mehr,  aJs  alle  bulgarischen  Caren  vor  ihm.*  >)  Das  Lob  dot 
bulgarischen  MUnches  bestätigt  der  Bericht  des  griechisc-hen  üroisloe»- 
theten:')  .Alle  betrachteten  ihn  als  einen  bewundernswcrteu  und  (^Odl- 
seligen  Mann.  Denn  nicht  zog  er  das  Schwert  gegen  seine  LamUnt^ 
noch  bcäockte  er  sich  mit  Bluttbaten  an  dun  ItSuieni,  wie  seine  Vorgftngc 
unter  den  UulgarenfQraten.  Deshalb  ward  er  nicht  allein  von  den  B^ 
garen,  sondern  auch  von  den  ItomAem  und  anderen  Völkern  ge&oM.* 
Dieser  wahrhaft  fromme  Fürst  bewies  auch  mit  echter  Staatsklugheit  dn 
Bogoniilen  gcgonlibor  vrilHge  Toleranz.  Die  physisch  und  moraliwfa  bt> 
1228  kcrollc  luttiiiiische  Itegierung  von  BytanK  wullle  ihm  12:>>i  uadi  Ktinr 
I  Uoberts  Abgang  die  Vormundschaft  für  den  unmündigen  Balduin  II  über- 

tragen,  ein  UberauR  kluger  Schachzug,  der  auch  hnchates  Unbehagen  aa  iet 
Httfen  von  Nikäa  und  Thossalunike  hervorrief.  Asi^u  war  auch  vSUig  diia 
bereit  und  verspi-ach  Thrakien  den  Lateinern  von  Vatat^es  xurOckzurrubei; 
Allein  glücklicherweise  für  die  Griechen  vereitelte  die  OppooitioD  Jm 
lateinischen  Klerus  die  KinuHstzung  oineti  orthodoxe»  Keichsverwesers.  ix 
(apfure,  aber  politisch  unftliiige  Jean  de  Brienne  war  für  Nikaea 
Gefahr  mehr.     Theodoros  Dukas,   der  Kaiser  von  Thessalonikc,  mit 

<}  JireCelc,  Oeaoh.  d.  Uulguoii  S.UStl.  |  •)  GMirg.  Aenp.  S.  «9,  &  ff-  «i 


TIIL  Dae  KaUertnm  tob  VikU  (1204-1261). 


n  «inen  Bund  geschlossen,  kündigte  dem  groHsen  Cai'on  in  ßitler  Selbst- 
rhebung  dio  Freundsihaft  uniJ  bruch  mit  einem  starken  (Ux-i-e  von 
üriechen  und  (länkischen  äi'ildnern  in  Thrakien  ein.  April  l^^tU  wurde  dei'AprillSft 
eidbniehige  ÜriocUo  —  AgCn  lies«  die  Urkunde  des  gebrochenen  Vertrags 
iiuf  i<ini<r  Lanze  vorantrftgen  —  bei  K)oketnica  vollätftndig  bc&iegt  und 
gefangen.  Di«  geniiiinon  Krieger  bebandelto  der  Car  mit  Milde;  der  . 
^««.ite  Teil  des  Reichs  dor  Angeli  kam  in  die  Gewalt  der  Bulgaren,  und 
Car  Aü^n  gewann  durch  »eine  GUte  und  Mon^chenfi-eundlichkeit  rasch  die 
Rerzon  der  neuen  Untcrthanen.  TheMsatonike  und  ein  Rest  doa  Doepotat« 
EpeiroH  wurd«  Tboodoro«'  Bruder,  dem  glciehfulU  hochbegabten  , Kaiser* 
LMianuel,  durch  Maria,  As<?ns  uneheliche  Tochter,  dessen  Schwiegersohn, 
Hh  Gnaden  Dberlasnen.  Eine  Inschrift  der  Kathedrale  von  Tmovo  ver- 
ftcrrlieht  de«  grotieen  Caren  Thaton. ') 

Vatatzea  war  unterdessen  unermüdlich  gegen  die  Venetianer  und 
Franken  tliütig.  Er  suchte  Leon  Uabalas  von  Rhodos  xa  unterwerfen  und 
mit  seiner  Flotte  den  über  die  venvtianische  Misöwirlschaft  erbitterten 
Kretern  zu  Ililfe  zu  kommen.  Allein  Gabalas  unterwarf  sich  der  Republik 
und  1235  erlag  seine  auf  Kreta  gelandete  Armee  den  Venetianem.  Gegen  IS35 
Konslantinopel  verband  er  .'iith  1234  mit  Car  AsPn  und  eroberte  und  zcr-  1284 
ßtfirte  l'^3ö  das  venetiunisclie  Kallipolis.  In  Lampsukos  ward  die  AlUanis  1235 
dnrcb  gegenseitige  UeiratsverlObnisse  der  beiden  Kaiaerfamilien  besiegelt, 
und  mit  Zustimmung  der  übrigen  Patriarchen  erhob  Germanos  11  den  Erz- 
bischof Joakiin  von  Tnievo  feierlich  zum  autokephalon  I'atriarchnu  von 
Bulgarien.  Beide  Fürsten  wandten  »ich  nun  gegen  die  Lateiner;  zwischen 
I'ropontis  und  Hebros  machten  die  Nikaener  reiasende  Fortschritte.  Die 
furchtbare  Not  brachte  noch  einmal  1236  eine  Erhobung  der  Lateiner  zu  1238 
Stunde.  Die  «ngherzigen  Kaufleute  von  Genua  und  Pisa  und  vor  allem  die 
Venetianer  sahen  »in,  daxs  es  neben  dem  lateinischen  Kaisertum  auch  die 
Exialenz  ihres  Handels  galt.  Auch  der  Herzog  von  Achaia  schickte  Hilfo.  So 
bewiegto  Bricnne  die  Bulgaren  zu  Lande  und  die  Venetianer  die  Griechen 
zur  See.  Kenstantinopel  war  gerettet,  zumal  die  griechisch-bulgarische 
Allianz  sich  bald  auflöste.  Dorgoslalt  konnte  denn  der  armselige  Balduin  II 
noch  2.1  .lahrc  seine  BetUerexistenz  fristen.  Hausierend  mit  den  Reliquien 
Keiner  Kathedralen  und  Klosterkirchen  zog  er  im  ,\bendlande  umher  und 
fand  namentlich  am  heiligen  Ludwig  einen  eifrigun  Abnehmer  seiner  ge- 
weihten KuiiBt«chat2o.     Dieser  bezahlte  auch  die  Pfaudsummo  filr  die  an 


•)  In  MrD  GT3»  (=  12301 III  lodiktion. 
leh  JtMBn««  Aa^ti.  di>r  in  ChriNtn  dnin  Gott 
Sttreqe  Cnf  und  SelMlipimrhi'r  ili>r  Hut- 
■W«n,  d*r  Soliii  il«*  «ll»n  AsCn,  linli»  ilii>H"n 
■«chrliiwOr'lit;*«  Tcmpdl  von  (inind  nun  er- 
lurDt  und  mit  Mnlitrnicn  volUtlknillß  nua^e- 
■cluntirkt  lu  Klirirn  d<<r  hl.  vionig  MUrlyrrr. 
mit  drrcn  llitfc  ich  im  I'J  Jahru  meiner 
Kegierunic.  *U  tlvr  Tcmjiiil  oliun  (icmnlt  wurd«. 
n  ilrii  Krieg  i;«K*''"  Hutniiuiu  iiimjio||;  und 
im  Kriecliiecli«  H«er  «ehlu^  und  dun  Car 
IjT  Tbudor  Komnin  oolliat  mit  itll  si>in«n 
t.lllitrMi  g»fMig*D  nahm.    Und  «II»  Litnder 


habe  ioU  «robert  von  Odrin  (Adtianojii'l)  bis 
Dra^  (DyrrAcbion),  das  grtecliiscb«i,  dann  das 
ullinnoAiscIle  und  das  s«rhi«cli»  I>nnd.  Nur 
die  Stfidte  um  CnnKrad  und  dio»o  -StAdt  wlbst 
hiellen  dio  l'Vnzi  iFranknn),  nbor  aunb  dinso 
unlorwiirrnn  lirb  untor  die  Hund  mninc« 
Carenlums.  dn  ain  krinon  ntidrrn  Carcn  KUiucr 
mir  huttoa  und  tinoli  muinom  Willon  ihrn 
Tilge  Irisleton.  da  lioH  u-i  no  befohlen.  iJenn 
ohne  ihn  wird  vti^dvr  nin  Wurk  noi'h  ain 
Wort  vollführt.  Ibm  »el  Ebru  in  Ewifckeit. 
Am«n.    Jiruüuk,  «.  u.  0.  S.  212. 


I  1()46  AbriM  d«r  bjianUnUchea  Ekittergoftohiehla.  I 

I        Vonodtg  verpfändete  Durnviikrone.    ]>iiti  alW  hinili^rtv  Vatatzoit'  FortadiritM 

I        iticht.     Kr  eittriss  den  Frunkon  ihre  Ivtztvn  BwiiUungün  auf  iiiiiiiliiiihj 

[l240  BodoD.     1240  hatte   der  arm«  Baliluin  Beine  letzten    Famiüengtiter  &■ 

Anwerbung  oinus  Kreuzhoerea  verkauft  und  den  Grieclien  wirkücli  dill 

[1241  wichtige  Tzuiulon  wiudor  ontrisson.    Bbeii^o  ürfochtoii  1241  di«  VvnotüaiM 

[         einen  glänzenden  Seeeieg  über  dio  Gi'iochou.     Aber  in  demsAlben  .laknr 

I         verband   sich  Vatatzes  mit  Friedrich  11,    indem   er   dessen  Tochter  Ann 

I         zum  Woibe  nahm.     Die  Lateiner  schh)s&en  sich  dafür  an  Kaikonrü  U  tm 

I         Kam  im,  dor  ihnun  vorsprach  Ohriat  zu  werden.     Indessen  die  furvhUtf* 

I         Angst  vor  den  Mongok-iihordvii,  wolohe  den  ii^lamititichon  Osten,  AmMBM 

I  und  Iberien  ItberM.-hwemmten,  Itusälund  zerschmettertea  und  Ungarn  niodtf 

I         warfen,  machte  dto  kleinasiatiaehen  Fürsten  ihre   politischen  Zwist«  uai 

'         allen  Glaubeiuthaclor  plötzlich  vergessen.   Der  (iroisskomnone  von  Trapcnmt 

1^>  suchte  Anschluss  beim  Sultan  von  Kilm,   und  124-1   iwhlosa  auch  VaUtwi 

mit  diesem  zu  Tripolis   ein  ItQndiüs,    welrhue   zugleich    den  Lateinern  ilic 

Seldschiikenhüfc  entzog.    Allein  die  äeldschuken  erlagen  l>ei  .\rzn^d  (Knan- 

jan)  den   Mongolen.     Die»e  drangen  bis  Ankyra  vor;  nur  durch  hait^D 

Tribut  konnt-o  Hnm  »oiiio  Schonung  erkaufen.     Die    FYUchte  de«  Verfab 

de»  äultanala  von  Ikonion  ernteten  die  Qriochen  von  Trapezunt  und  Ntkae« 

Vstatxes  unterhielt  zu  den  Mongolen  gute  Beziehungen  und  wandte  töA 

nach  Europa  gegen  die  Angeli.  Dort  war  alles  in  Verwirrung,    Illicha«it  W, 

ein  natürlicher  Sühn  MictiaclK  I,  inachtu  sich  in  Korypho  und  dvm  Wfl*Ui 

unabhängig;  der  geblendete  Thoodoroe,  BMoer  bulgariMhea  Uoft  entlaeMii. 

suchte  mit  Hilfe  »eines  Sohnes  Johannes  Manuel  sein  Iteich  zu  entretam. 

Manuel  lehnte  sich  an  Nikaea  an,  starb  aber  bald,  und  nun  griff  VstatM 

1342  zu.     Der  alte  Theodoros  wurde  121^  nach  Niknea  gelockt;   dann  wcric 

V'atatzes  nach  Europa  Über  und  belagerte  mit  einem  »tarkou  Heere  Tb«M- 

loniko.     Allein  ohne  Flottü  konnte  er  diu  feste  Stadt  nicht  nehmen.   Sp 

wurde  ein  Koinpromiss  guitchlusHen.    Joannes  Angeles  gab  den  KaisertiUl 

auf  und  bekannte  sich  als  .Despotes'    zum  Vasallen  des  Nikaoiiers.    Er 

starb  Übrigens  schon  1244.     Die  Miasregierung  seines  Bruders  und  Nad»- 

folgera  Demetrios  gab  Vat&tzcs  den  erwünschten  Vorwand  zur  Intervenliu«. 

1246  Hberschritt  er  den  Uellospoiit.     Der  Tod  des  jugendlichen  Balifirai' 

caren  gab  ihm  Gelogonhcit,  den  Bulgaren  Serrae,  Uelenikos,  StonimocW 

und  dus  gaitz<«   nördliche  Makedonien   zu    «ntreisaen.     Ata    dann  Vatab* 

zum  zweitenmnle  vor  TheRsalonike  erschien,   ergab  »ich  Dumetrios  wfert 

I24ß  Als  Triumphator  kehrte  Johamic«  III  Dozombor  1246  nach  Nikaen  nuflrk 

1247  und  entriss  1247  den  Lateinern  Bizye  und  Tzurulon.    Die  Restauratioo  da 

Homilerreichs  war  in  der  Hauptsache  vollendet.    Dabei  war  dieser  Krüfl*- 

held  unermiidliuh  auch  für  die  innere  Hebung  seines  Iteichc«  thltig.    & 

förderte  den  Landbau,  den  er  .telbst  mit  Liebe  und  Kenntnis  betrieb.  Er 

regelte  die  Finanzen,  schutjtte  und  begünstigte  den  Handel  und  die  giip' 

diifiche  Seidenindustric.    Übel  war  nur  sein  Verhältnis  zu  den  verbaäiU 

itahenischen  Kauflouten;  ihrer  entraten  konnten  aber  die  ttricchen  cicU^ 

mehr.    Auch  der  letzte  unabhängige  Griechendeepot  Michael  von  Ep 

I2M  musflte  1254  die  Oberhoheit  de«  gewaltigen  Kaisers  von  Nikaea  ancrkflo 

is&a  Aufgeliotzt  vom  alten  Tbüodoros  Dukas  Angelos  luttto  or  sich  125!^ 


TUL  Das  EaiawtiiBi  tod  Rikaa  (1204-1361). 


m? 


?atab:6A  erklärt.  Trotz  tapfern  Widerstände«  in  Theosalien  and  SUtl- 
Eedonifn  drang  der  Kitixer  unaufhaltsam  vor.  12r>4  fiel  da«  wichtige 
[sBt«ria,  hald  diis  dio  I'ftspm  nauli  Albanien  behen-schende  Deaboliu  (Dovül). 
>ie  Älbanesen  meuUirton.  Da  unterwarf  sich  Michael,  und  der  alte  Uänke- 
chmied  Theodoros  wanderte  ins  Kloster, 

Auf  der  KOrkkehr  vom  epeirotischen  Krieg  ereilte  30.  Oktober  1254 
der  Tod  za  Nymphilon  bei  KpheHos  den  gewaltigen  Kaiser.  Es  folgte  »ein 
tflcliti(cer  Sohn  TheudoroiK  LaukariM  11  (1254—1258).  der  die  trefflichen 
Traditionen  des  Vaters  in  der  StaatsvorwaUiing  durchaus  festhielt,  na- 
mentlich ohnp  harten  Steuerdruck  blühende  Finaii/en  schuf  und  dabei  ein 
Freund  gelehrter  Bildung  war.  Trotz  seiner  Kränklichkeit  war  er  ein  aus- 
gezeichneter Soldat.  Der  Bulgarencar  Michael  As^n,  der  Kevancho  für  Va- 
tafzi's'  Eroberuuffen  nehmen  wolltu.  hattu  die  Schlösser  des  Khodopegebirges 
und  Obermakedoniens  wiedergewonnen.  1255  zog  Theodoros  gegen  ihn. 
Die  Niederlage  seines  Generals  Alexios  bei  Serrä  machte  er  durch  den 
groi««4^in  Hk-.g  am  Passe  von  Kupelion  wctt  Er  gewann  die  verlorenen 
LandHchaftuu  zurück  und  zwang  ihn  nach  einem  zweiten  Siege  1256  unter 
Vermidelung  dea  Serbenkönigs  Stephan  Uroö  I  zum  Frieden.  Michaels 
Tod  1257  und  seine  baldige  Ersetzung  durch  den  Serben  Konstantin,  der 
B8  Kaisera  Tochter  Eirene  heiratete,  schufen  hier  gute  Verhültnisse. 

Um  so  iinbotmAshiigcr  erwies  sich  der  Epeiroto  Michael,  dem  freilich 
ler  Kaiser  als  ['reis  für  die  Vermithlung  von  Michaob  Sohn  NikophoroK 
lit  der  Kaiserstochter  Maria  in  echter  Byzantiner&chlauheit  die  wichtigen 
Stadt«  Serbia  und  Dyrrachinn  abgenommen  hatte-  Michael  verband  sich 
nit  den  .Mhanesen  und  Serben;  der  curopilischc  Statthaitor,  der  Gross- 
>th6t  Ocorgios  Akrupulitcs.  mehr  ein  Mann  der  Fodor  als  des  Schwertes, 
gcMchlagen  und  gefaugi-n.  Auch  Theodoros'  auagezeichnefster  General 
ichael  PaUologos  vermochte  in  dem  überaus  schwierigen  Gebirgskampf 
nicltta  auszurichten.  Da  .starb  1258  Theodoros  11  Laskaris  zu  Magnesia 
HerinoH.  Thi^richtur  Weise  hatte  er  »einen  unmündigen  Sohn  Ju- 
ian»s  IV  Laskaris  zum  Kaiser  bestimmt  unter  der  Vornmndschaft  dea 
Qtovestiarios  Muzalon  und  des  Patriarchen  Arsenios.  Eine  so  wilde 
Bit  ertrug  kein  Kinderregiment.  Der  Kcgent  hatte  die  fremden  SfJldnor 
rch  «linon  echten  Byzantinerstreich  aufs  höchste  erbittert.  Er  versagte 
ein  von  Theodoros  noch  verheissenes  Geldgeschenk,  Muzalon  und 
Haus  wurden  das  Opfer  einer  blutigen  MilitÜrrevolte.  Adel,  Klerus 
nnd  Armee  setzten  Michael  l'alänlogos  unter  dem  Titel  Dospotes  als  Ue- 
gent«n  an  die  Spitze  der  Keichsvorwaltimg.  Das  Geschlecht  der  ['aläolngi 
hatte  £4>it  Alexios'  1  Tagen  dem  Reiche  wichtige  Divnsti'  geleistet.  Va- 
tatzes  hatte  Michaels  grosse  militärische  Tüchtigkeit  voll  anerkannt  und 
ihn  mit  seiner  Nicht«  Theodora  Dukäna  vermählt.  Theodoros  11  Laskaris 
war  «t«!)«  und  nicht  ohne  Grund  voll  Argwohn  gegen  den  ehrgeizigen  und 
akrupelloHon  Oenoral.  Aber  or  vertraute  ihm  doch  wichtige  Gouvernomcnta 
M,  und  Michaels  grosso  Gewandtheit  wusste  in  sehr  kritischen  Momenten 
drohen<len  Gefahren  zu  entgehen.  Dadurch  ward  Michaels  Luynlitätsgefllhl 
lltr  die  Dynastie  bedenklich  gelockert,  und  der  Kaiser  hätte  wissen  sollen, 
Eide  für  einen  Byzantiner  keine  verbindliche  Kraft  besitzen.  So  war 


120 


30.  Okt. 
1254 


I2UJ 


1255 

12r}6 

1257 


I2C>8 


I 


lC-18 


Abritts  d«r  byxuitiiitBcbeii  EftuersMolüahU. 


1.  J«n. 
I2S9 
12$1 


125» 


1363 


mo 


1361 


I 


26.  .1n1. 
1301 


M  aufli  umsoilitt.  dasa  jotxt  in  d«r«onn*ii  Weist-  AritenioH  der  Pai 
dun  K«gent43n  durch  Eide  zu  bestiminen  euclite,  dem  Hautie  Laskaris  & 
Krone  zu  erhaltou.  Die  damalige  slflrmisclie  Zeit  erford<frtc  kraftvA 
Hititttra  auf  dem  Thron.  Die  (Jaranli«  d««  Thi-onrochU  logitinicr  KinJ<t 
war  etno  arge  Schädigung  d(>«  Koichs.  Bereits  1,  Jauuar  1259  wurde  Micbofl 
in  feiorliclister  Form  zum  Mitkai&er  gokrOnt.  1261  ward  der  unglAcUitfa 
SclmtU-iikaifior  Jonimes  IV  gebleiidet  und  eingesperrt.  Bald  zeigte  nich, 
vne  notwendig  ein  starker  Arm  für  da.t  Uomäorreich  wai-.  Di>r  uitrukige 
Mirliael  von  Epeiros  hatte  oiiio  Allianz  mit  Hanfirod  von  Sicüien  aal 
Wilhelm  Villehardouin  von  Achaia  geechtoBäen  und  bedrohte  Thessalonikc 
Michael  l'aULOologott,  dadurch  fürmlich  zum  Kriege  gezwungen,  miirbl« 
oinon  raschen  Vorstoss.  Sommer  12&9  eroberten  scino  Feldherrn  Vi>4cu 
und  warfen  die  Bpciroten  hinter  Kastoria  und  den  Pindo«  zurück.  Make- 
donien  war  nikänisvh,  selbst  Doabolii)  und  Berat  wurden  genamiMaL 
Mittlerweile  waren  die  Hilfflscharen  aus  Apulien  und  Achaia  angeltoniaM. 
Oktober  1259  erlagen  die  gc]>a»zertcn  lUtter  den  leichten  Moldscliokiacha, 
alaviechen  und  kumanischcn  Reitern  und  dun  l)ith>'nii!«heu  BogeoHchBtmi 
des  Oriechonkuisers.  Johannes  der  Despot  von  Gross -Vlachia.  des  Despnteo 
von  £peiro»  unechter  Sohn,  verriet  die  eigne  Sache.  Schwere  \'erlu«t« 
erlitten  namentlich  die  Franken  von  Moroa.  Ftirst  Wilhelm  fiel  in  ^ri«- 
chieche  Gefuugenschiift.  Dor  Sieg  von  Pclugonia  hatte  für  da«  Reich  Üe 
weitgehendsten  Folgen.  Im  Frieden  von  1262  wurde  der  Epeirotv  «rf 
Bein  l^tainmland  beschränkt.  Wilhelm  musste  von  seinen  peloponneaisdiHi 
ßo^tzungcn  Monembaetia,  Myi«ithra  und  Maina  abtreten  und  daufnükn 
Frieden  den  Koinäern  geloben. 

Unterdessen  war  auch  die  Sehnsucht  de«  Romäervolks  erfllllt  od 
die  Hauptstadt  niedergeworfen  worden.  12(>0  war  Iblichaol  tlhi-r  den  HtUf»- 
pont  gesetzt  und  hatte  den  LatoiiK-rn  ihre  letzton  EV-^ilzungcn  enträw« 
Für  ein  Jnhr  gewährte  er  Watfenruhe.  Diploniati»eh  war  er  Buis  Üf 
»chickteste  thätig.  Mit  Bulgarien  trat  er  in  freundliche  Beziehunge«  <mi 
gewann  die  aufstrebenden  Rivalen  der  Venetianer,  die  Genuesen,  ganx  lOr 
sich.  Krstere  hatten  in  mattherziger  Kaufmannspolitik  die  iatetnbchen  lAt- 
essen  arg  vernachlässigt.  Jetzt  rUsteten  sie.  da  es  zu  spSt  war,  in  BtW- 
hafter  Aufregung  und  riefen  die  Hilfe  de«  Abendlandes  an.  Der  Vfftnf 
von  Nymphaeon  (.Iimuar  1261)  zeigt  Michaels  ganze  Klugheit.  Votata»' 
fortgesetzte  Misserfolge  hatten  gelehi-t,  dass  es  mit  der  maritimen  MaeU- 
Stellung  der  Griechen  vorbei  sei.  Notgedrungen  räumte  daher  der  Kiimr 
den  Genuesen  alle  die  Recht«  und  IVivilegien  ein,  welche  bis  daliin  di^ 
Herrschaft  der  Venetianer  im  ägäischen  Meere,  am  Bosporos  udH  i> 
Kohwarzen  Meere  begründet  hatten.  Nur  den  Pisanem  wurden  noch  fern* 
die  Märkte  des  Reiches  und  das  schwarze  Meer  geAffnet;  die  Veuetioair 
»ollten  von  dem  gewinnreichen  Levantehandel  ausgeschlosaen  aciii. 

Mit   nur  800    Mann    t^tand   Alexios   Strat^-gepitlos  am   Bosporos:  it 
erfuhr  er,    das«   der  venetianische   Podeetii  Gradenigo  mit  seiner 
gegen   Dnphnusion   gesegelt    sei.     Rasch   stellte  der  griochiache  ti' 
mit  den  Einwohnern  derHaupt.4tndt  ein  Einverständnis  her.   .\ni2-'>.  Juli  I 
wurde  die  Stadtmauer  Ubcr&Uegcn.     Kaiser  Balduin  II  entfloh  fast  o 


Ttn.  Das  Eauerlna  tob  HikU  (1304  -1261) 


1045 


ämpf  auf  einer  vonetiftniBclien  Oalorc  nacli  Euböa.  Als  dio  Franken  lunl 

Eptianer  in  ihren  Quartieren  Widerstand  leisteten,  steckte  Strategopulo« 
elbi-ii  in  Brand.  Dir-  Kückkehr  der  P'lotte  kam  r.u  npät.  Die  Lateiner, 
in  Klerus  und  den  .kctzeriachcn*  Patriarchen  an  der  Spitze,  wanderten 
it  ihrer  Habe  nach  EubSu  und  den  venotianiHclion  In»eln  aue.  So  hatten 
e  üriechen  mühelos  endlich  auch  die  Ilauptetadt  zurückgewonnen.  Das 
t«  KomÄerreich  war  definitiv  hergestellt,  und  unter  unermosslichem  .lubel 
«alt  15.  August  1261  Michael  seinen  Einzug  in  Konstantinopel,  um  sich  '■'■,«!'* 
1  dem  Ti-nip<>i  der  himniÜHchcn  Weisheit  zum  zweitenmalo  feierlich  krönen 
t  lassen.     Die  lateinische  Schmach  gehörte  der  Vergangenheit  an. 

Anhangsweise  mag  hier  eine  kurze  Skiüxe  der  Geschichte  de« 
aiserroicha  Trapezunt  folgen.  Bei  der  grauenhaften  Katastrophe 
m  Kaisera  Androniko»  I  KomnenoH.  in  welche  sein  gesamte«  Haus  ver- 
tckelt  wurde,  gelang  es  einigen  Loyalisten,  die  im  zartesten  Knabenalter 
Aenden  Sohnlein  des  edeln  Prinzen  Manuel  nach  Iberien  in  Sicherheit 
Fbringen.  Dort  regierte  1184— 1212  die  Mutter.tchweftter  der  beiden  U84/I21 
■iuzen.  die  groHse  Königin  Thamnr,  welche  mit  Uilfu  der  angeworbenen 
epp«nstämnie  das  ephemere  iberische  Grossreich  gi'Undete.  Mit  Alexios  III 
rworfen,  gewährte  sie  ihren  Neffen  die  Mittel,  im  riJmischen  Osten  sich 
a  Sonderroicli  zu  gründen.  Von  seinen  Kriegern  ward  Alexios  zum  Kaiser 
r  Romtier  proklamiert  und  sog  1204  in  Trapezunt  ein,  wo  er  ineinen  1^04 
H-rachersitz  aufschlug  und  sich  d^n  Namen  eines  ,GrDss-Komneuon*  gab. 
]terde»sen  drang  sein  Bruder  siegreich  bis  nach  Paphlagonien  vor. 
>erall  gewannen  die  Brllder  die  Sympathien  der  Kfimer.  Nur  Sabba«, 
r  FOrst  von  Amisos,  widerstand,  dessen  Stadt  Alexios  blokierto.  Der 
bminenbruch  des  Ititmerreichs  120-1  und  die  Gründung  des  Kaisertums  1204 
n  Nikäa  fUhrtA>  zu  keiner  Annilhening  zwischen  Theodoros  Laskans  und  . 

n  Koinnenen.  Im  Gegenteil  suchte  David  dio  momentane  Schwache  des  klein-  ^J 
iatischun  tiriuchcnreichti  zu  benutzen,  um  seine  Herrschaft  auszubreiten.  H 
lein  Theodoros'  Allianz  mit  den  Seldschnken,  welche  den  Alexios  vor 
nii*os  schlugen,  und  Theodoros'  Sieg  llbcr  David  am  Sangarios  ht'mmt^n 
Ion  Fortschritt  der  Komnenen.  Vergebens  wurde  David,  um  Uorakleia  zu 
hütxen.  Va.'<all  der  Lateiner;  ihr  llUfskorps  ward  durch  Theodorott  auf- 
rieben. 1212  entriss  der  energische  Laskaris  dem  David  den  ganzen  1212 
eet«ti  und  beschränkte  ihn  auf  das  Filrntc-ntum  Sinope  vom  Vorgebirge 
U'unihis  bis  zum  Halys,  Noch  gelUlirh'clier  wurden  ihm  die  Angriffe  der 
Idäcliiikcn.  welche  durchaus  nach  dem  Meere  strebten  und  1214  seine  1314 
tuptfitadt  Sinope  mit  Sturm  nahmen,  wobei  David,  tapfer  kämpfend, 
inen  Tod  fand.  Die  Landschaft,  aus  der  einst  dio  Komnenen  hervor- 
gungen,  kam  bleibend  in  tOrkische  Botmäsaigkeit.  Um  so  glncklicher 
hauptete  sich  «ein  Bruder  Alexios  in  Trapezunt  mit  Hilfe  der  Iberer 
Igen  diu  türkischen  Angriffe.  Freilich  Tribut  musste  auch  er  nach  Rnni 
tuen,  um  den  Binnenhandel  dos  wichtigen  Exportplatzes  Trapezunt  nicht 
1  Kchiidigen.  Das  neue  Kaisertum  umfasste  uneeßhr  den  alten  Pontos 
}leniuniukos  und  dehnte  sich  nach  O.sten  bis  rha.-*!»  aus.  Die  Herrschaft 
textot»'  I,  eine»  trefflichen  Hegenten  und  eines  Mannes  von  wahrhaft  fUrst- 
sher  Erscheinung,  bezeichnet  den  Glanzpunkt  der  bescheidenen  Herrlich- 


1050 


Abri»  der  bTiaatinJacb«»  KuB«rg«iGhicht«. 


keit  von  Traiiommi.  ßemta  ^mtt  Beinuni  Tmlo  bogann  ein  gewisMn  Söfcit. 
Der  Foudalismus  und  BCti)  KclidowoH«n  lie«is«n  kein  geordnetes  Stul^ 
wesen  Aiifkommen.  Die  Kämpfe  der  beiden  AdelxfakUonen,  der  SchoUrirt 
und  der  Monofhaldier,  des  mit  den  Koinnent*n  ziigo wunderten  Hoiiiini) 
und  der  im  O^teii  von  alteraher  ansässigen  Landjunker,  zerrittteteu  iW 
Reich.  Zunielist  folgte  auf  Alexiott  «ein  Sctiwiegeniohn  AndmnikoH  äidm. 
der  hin  12:15  regierte  und  lApfor  gegen  die  SeldRclinken  kftmpft«.    Naeh 

1238  der  kurzen  Regierung  von  Alexioa'  ältestoin  Sohne  Johanne*«  (f  1338) 
folgte  der  tapfere  Manuel,  der  «ich   wegen  der  Mongolengefabr  eng  u 

leee  Rom  ansdilos».  Von  »«inen  Si^hnen  »ctiloss  .lehanne»  I2H2  mit  den  l^Uo- 
logon  Frimlon  und  nannte  «ich  den  Titel  ,  Kaiser  der  Itomäer'  «bicgood: 
Kaiser  des  Orients,  Iberiens  und  der  UUeneeischün  Ijiudo.  Nach  umaai 
war  das  eine  verhftltnismasaig  nihigo  Epoche.  Alexioa  n.  einer  der  vm- 
1207.1330  7Ugli(:h!«tcn  unter  den  Komnonen  (1297  —  1330),  t>e)iau]>tct«  sellMt  nit 
Waffengewalt  Dcine  Würde  gegen  dio  Oonuc«cn.  die  eich  im  Otiten  garadcw 
anniassend  als  am  IloHporoa  benahmen.  Nach  seinem  Todo  traten  btU 
arge  Zem'UrfnisAfl  ein.    Statt  das  unmündigen  Manuel  herrschte  erat  seia 

1340  Oheim  Ba.sil«ios,  dann  Boit  1340  dt'ssen  Witwe,  die  byznntini«che  fVia- 
zoswiii  Eirene.  Ein  Teil  des  Adel»  erklärte  sich  gegen  dio  Fremde,  aadrr 
unterstützten  aie.  Kit  kam  xa  wilden  Strassenkätnpfen,  in  denen  d» 
Kloeter  dos  Schutüpatrons  von  Trapozunt,  des  hl.  Engenio«,  zenttfirt  w«ii 
Die  TUrkon  von  Diarbekir  schweiften  bis  vor  die  Stadt  und  vorhraoalM 
dio  Vorstädte  und  Oompteirs  der  fremden  Kaufleute.  Eine  zweite  Woft»^ 
herrschaft,  erbitterte  KHmpfo  der  Adelsfaktinnt-n  und  Zwist  mit  iva  O»- 

1348  nuesen.  welche  zur  Hache  für  erlittene  Gewnltthnten  1348  Kenwui  vtt« 
wüsteten,  echwSchtcn  das  Reich.    Dabei  herrschten  in  der  FDrstenfaimBe 

1349  geradezu  schmghliohe  sittliche  Zustände.  1H49  setzte  eine  Kc\-olat»o  ihr 
Scholarier  den  zwnlfjjilirigen  Aloxios  MI  auf  den  Thron,  der  heraiigewaehM 
ein«  im  ganzen  gute  Ke^emng  fühi-te,  durch  don  HandvUvertrati;  nü 
Venedig  1367  das  Monopol  der  Genuesen  brach  und  dio  St«dt  mit  Kirch« 

1890  und  Klüsteru  schmückte.     1390  hinteriicss  er  seinem  Sohne  Manud  tU 

Iein  blähendes  iteioh.  Nachdem  dieser  Timur  gehuldigt,  regiert««  er  wk 
1417  deitson  Tode  bi»  1417  »o  gut  wie  unabhingig.  Von  du  an  ist  dit  Uo- 
»chichte  der  Gross-Komnenen  eine  Kette  von  NioderträohtigkeiteB  ml 
3chandthal(>n  alterilrgster  Art,  wie  unnatürliche  Laster  und  Valermord:di«» 
sittliche  Verwilderung  i.tt  ein  erschreckender  Heieg  filr  den  villligcn  g««lifM 
und  physischen  Niedergang  des  aitftlrstlichc»,  seit  Generationen  ertilidi 
bela.«tetcn  Komnenenlmuses.  Der  VatennUrder  .loannes  IV  ward  aidi 
dem  Falle  von  Konstantinopel  gezwungen  Tribut  an  die  Pforte  zu  «••■ 
nohten.  Seine  Verbindung  mit  den  Turkomanen  vom  weissen  Widi 
bs«iogolte  er  durch  Vermähhing  i«einer  Tochter  Katharina  (Despiiu 
**M  mit  dem  Grosskhan  Üsun-Hoesan.  Bei  Koinem  Tode  1458  Qbonmhni  «ät 
Bruilor  David,  den  rechtmJUsigen  Thronerben  verdrängend,  die  Regi«nii 
Feig  und  charaktorloa  konnte  er  doch  das  politische  Intriguteren 
lassen  und  suchte  Allianzen:  aber  der  einzige  in  Betracht  kommende  Vi 
bündele,  der  Turkomancnkhnn  Kchlo88  «einen  Frieden  mit  den 
Die  türkiächü  Flotte  blokierte  bereits  TrapezunL    Ala  das  Landhefr 


tX.  Die  B«Bt«tiT«tioii  der  Faläolog«u  and  der  Uaterga&g  .l'JSl  — U&8J.   1051 

rQckte,  kupiluliorto  David  und  ward  nacli  Matironoi'os  bei  Sotrae  exiliert. 
Ufein  der  Verdacht  geheimer  Uiiterhaudluiigüii  iiiit  «einer  Nichte,  d«r 
^^tin  deti  tirosskhaiuä,  erbitterte  de»  äultuti.  Als  David  8ich  mit  edler 
V?Brd«  weigerte,  den  iülam  anscunehmen,  ward  er  mit  seinem  Neffen,  und 
iieben  Sehnen  hingerichtet.  Trapeztint  war  »chon  vorher  in  eine  tilrki»clie 
Stadt  verwandelt  worden.  Don  Adel  und  die  beäuer  äituiorten  £inwohncr 
verwchleijpte  der  Eroberer  nach  Stuinbul;  ihre  Häuser  und  ihr  Grundbesitz 
wurde  an  tÜrkiwUe  Mihtärs  als  Lehen  ausgethan.  So  endete  acht  Jahre 
nach  Konstantinopel»  Fall  die  Herrschaft  der  tiroett-Komuenen,  niichdem 
sio  während  ntihezu  drui  Jahrhunderten  Chn»tentii»i  und  griechische  Kultur 
im  fernen  Ostwinkel  des  attun  Reiches  aufrecht  erhalten  hatte. 


IX.   Die  Restauration  der  Paläologen  und  der  Untergang 

»(1261—1453). 
Nicht  die  .schlechtenten  Freunde  der  Oriechc»    haben  die  Wieder- 
gewinnung von  Konstantinopel   abi   den  wahren  Anfitng  doa   nationalen 
Unglücks    angeHfhcn.      Damit    lebte    daa    I'ngmcksgespemit    wieder    auf, 

Elches  noch  heute  die  Neuhellenen  für  praktische  Politik  fast  unbrauch- 
r  inucht,  indem  es  sie  dem  WolkcngebUdo  der  fityähj  iät'a  nachjagen 
Bt  Die  scIionungBlosü  Ausmordung  und  Vernichtung  des  Griechentums 
in  forden  und  Osten  durch  Bulgaren  und  Seldschuken  hatten  die  Nation 
aumeriHch  derart  geschwitcht,  daHS  eine  Behauptung  der  alten  Qrossmacht- 
itellung  ein  Ding  der  Unmijgliehkoit  war.  Imnicrhin  hritle  diis  Ilellvnen- 
;uin  im  Bund  mit  den  so  überaus  tüchtigen,  durch  das  Hand  der  Ortbo- 
loxie  ihm  in  den  damaligen  glaubensstarken  Zeiten  aufs  innigste  ver- 
cnUpften  beiden  Slavenreichen  eine  hijchst  achtungswerte  sekundSro  Mnvht- 
itvllung  bei  weiser  Zuratehaltung  »einer  keineswegs  mehr  unersch5ptlichon 
Ifitt«!  und  Kräfte  wohl  behaupten  künnen.  Statt  dessen  jagte  schon  Michael 
romantischen  Phantomen  nach,  und  je  kläglicher  die  Ohnmacht  seiner 
!facbfo)ger  wurde,  um  so  melir  bildete  sich  jener  tiril»»enwahn  au«,  welcher 
but  ainkendv  Byatantinertum  zu  einem  Gegenstand  des  MiÜeidü  und  do« 
jpottes  filr  das  kulturell  Nuuroni  allmählich  überflügelnde,  vor  kurzem 
noch  HO  barbarische  germanisch-romanische  Abendland  machte. 

Michael  war  ein  ausgezeichneter  Diplomat  und  Genural:  dos  organi- 
mtoritjche  Talent  des  Vatatze-a  ging  ihm  aber  ab.  Seit  den  Angoli  war 
lialber  Staatsbunkrott  eingetieten.  Anleihen  in  grosserem  Umfange  kannte 
lio  primitive  Finanzwirtschaft  jener  Tage  nicht.  Man  half  sich  durch 
VertM;hlechternng  der  Münze.  Während  bis  zum  Sturze  des  Komnenen- 
liBUses  der  alt«  vollwichtige  bysantiniKche  Soliduü  den  Weltmarkt  bo- 
horrecbt  und  dadurch  nicht  zum  wenigsten  die  inipoiiierendo  Stellung  de« 
ttomäerk  aisers  bei  allen  Nationen  des  Ostens  wie  des  Westens  befestigt 
halt«,  hatte  .selbst  Vatatzes  die  Uoldniünsen  zu  einem  Drittel  legiert. 
Dieses  dorn  Kredit  des  Keichos  so  »etiädlicho  System  setoeten  die  Palilo- 
logen  mit  solchem  Eifer  fort,  das»  sie  bereits  in  der  zweiten  Generation 
auf  halbwertige  Goldstücke  herabgekommen  waren. 

Die  Sobwierigkeiten,  welche  sich  dem  neuen  Kaiser  entgegentUrmten, 


I 


1052  AbrUs  der  byuntintBebMi  KaMergesohieht«.  1 

waron  nbcr  oucli  8otir  gros».     Wilhelm  von  Achaia  Uerta  tHoli  vom  Pifri 

I        wine»  Büles  entbindua,  und  nun  begnnn  im  Peloponrtc«  ein«  lUs  Luid  a 

Orundo  richtende  Gr«Dzfvhdo  xwischcn  Fran»)«on  und  Komäum.  Den  »■ 

1265  riilitjeon  Kjieiirot«!!  dagept^ii  zwani;  Michuul  1265  zur  Abtretung  von  ■loannini 
Mittk-rwi^ilc   bnttc   der  ßüchtige  Balduin  11  «ineu  Bundesgenosacn  in  lUa 

1261  eiicrgiKcboii  Manrr(N]  von  Siciliea  12(34  gewonnen,  und  der  g«tuB«üde 
Podoätii  in  KoiisUntinopfl  wollto  durch  iw^hnndoston  A'orrat  die  Hupl- 
»tadt  wieder  den  Lateinern  in  die  iländv  spielen,  was  za  «am 
ersten  Annftlierung  zwischen  Michael  und  den  noch  immer  seebebm^ 
achondon,  al)«r  jetxt  »ehr  anpolitisch  ^ändernden  Venetiancrn  ftlhrto;  dii 
Qflnueaen  wurden  zur  Strafe  nach  Horakicia  verwiesen.  ÜbiTnll  ItiUt 
'  Michael  Feinde.  Die  Carin  Maria,  die  Sehwetd«r  des  uuglücUidM 
I  Joannes  FV,  hetzte  ihren  Gatten  Konstantin  gegen  ihn.  Die  BulgufO 
drangen  eroboriul  in  Makedonien  vor.  Allein  Michael  nahm  ihm;«  [*hüi|fii- 
poli»  und  StonimachoH,  ferner  die  hochwichtigen  SecMtSdte  Aiichialot  und 

1265  MoHembria  ab.  In  wilder  Wut  verwüstete  12ß5  dor  Cnr  nun  ThnJri» 
mit  Hilfe  der  slldrusi«ischen  Tataren  demia^flen,  dass  man  lange  Zeit  kUD 
einen  Ackersmann  auf  den  Feldern  erblickte. 

Aber    die  Hauptgefalir  drohte   Michael  von  Seit«    der  AngtorinM. 

12ßR  Graf  Karl  von  Provence  hatte  126(1  dem  Reiche  Manfred«  ein  Bai«  g^ 
macht,  und  da.s  neue  franzfisiache  KAnigroieh  beider  Sicilieti  dehnte  mtif 
Mitwirkung  de»  dem  frunzösischon  FOniton  blin<l  ergebenen  PapstM  Ch- 
mon»  IV  und  des  almosengen&ßsigen  Kaisers  Balduin  11  seine  Oberleh»- 
hoheit  Über  Achnia  aus  und  erneute  alle  Ansprilcho  der  Normannen  «f 
gi-iechiNche  Hcichsteile. 

Um  dieser  Gefahr  zu  begegnen,  liess  sich  Michael  mit  der  Kura 

1267  ein.  Durch  ihre  Vermittlung  wurden  1267  die  Genuesen  restitutivirt :  ihr 
Handel  nach  dem  »chwarziin  Meer  nahm  bald  einen  ungeahnten,  d(4i  V^- 

1275  netianern  hßchiHt  bedrohlichen  Aufschwung.  1275  verlieh  der  Kaiser  M 
Zaccaria  die  Stadt  Phokaea;  dio  Ausbeutung  der  dortigen  ALaunmitM 
verschaftte  diesem  llause  ungeheure  Reichtümer. 

Jetzt,   da   es   zu    spät   war,    kamen   auch   die  Venetianer:   erhi(JI"i 

126)^  aber  r2f)8  einen  weit  niigilnstigern  Vertrag  auf  fUnf  Jahre,  bIj^  ihnen  13U 

vorgeschlagen  worden  war.     Auch  »tipulierte  der  Kaiser,  dasti  die  bndcii 

Kiviilen  ihru  Spuzialfehden  nicht  in  den  Gewft«»orn  de«  K*^-ichs  ausfwlM 

durften.     Noch  einmal  hat  das  Reich  den  Kaufleuten  imponiert. 

£007  Der  gefflhrlichste  Gegner  blieb  Karl  von  Anjou.  1267  nahm  er  Corfi 

1271  Seit  Michael  fl  Angelos'  Tode   (1271)    gewann   er  die  il]}-risohen  Kflrf«a* 
1273  lander;    die   katholiMchon  Albane?(un  schlössen  sich  ihm  an.    1272  erpA 

8ich  Dyrrnchion.  Ein  Glück  war  nur,  dass  der  rOmisch-katliolisck«  Bt- 
kohruugseifer  das  orthodoxe  Volk  immer  wieder  abschreckte.  Aber  d« 
energische  Proven9ale  verstand  es,  auch  die  Sympathien  der  Slaven  tu  8*" 

1272  winnen,    bis  Car  Konstantin   1272  nach  Kirenea  Tod  die  Pnlilolo^n  Üf» 
K79  heiratete,   die  aU  Mitgift  Mesonibria  und  Anchialoa  Kurllckbrachl«.    12^ 

1273  erhob  eich  neue  Not.  Die  Serben  waren  seit  1372  im  obern  VanUrtk»' 
erobernd  vorgurückt.  Johannes  IV  Laskans  entkam  nach  Foggia,  mir 
von  Karl  ganz  als  Kaiser  behandelt  ward,  nnd  die  Venetianer  ht^ot 


■       IX  Die  B«atanratIoa  d«r  PalKologen  nnd  dor  Datorgang  (1341 -U53).    1053 

DBch  Ablauf  des  Vertrags  einen  argen  Piratcnki-ioit.  D»  spielte  der  nie 
Dm  neue  ÄuaweRe  verlegene  Dipluniat  die  Sacliu  auf  kiicblieli«»  Gtibiot. 
Sregor  X  oHcbl*  ik«n  Triumph,  diiss  1274  auf  liem  Konzil  von  Lyon  1274 
Michaels  Oosaiidter  Qeorgios  Akropolite»  dsü  rilmischo  Litaubenabelienntiita 
mit  dem  SUoque  alilfgtc  uml  den  Primat  des  l'ap^t(;.s  anerkaiinto.  Um 
len  Patriarchen  von  Trnovo  und  dun  autukuplinloii  Miitropulitcn  von  I'oö  im 
Schach  zu  haiton,  iKttttilti^tu  er  1272  durch  das  im  Binaikloslor  noch  erhaltene  1ST2 

yguhull  allf  Privilegien  BaaileioB'  II  für  die  autukephale  Kirche  von  Othrida. 

lurcb  wurden  olle  Eparchien  beider  Patriarchate  dem  inöchridaresidieron- 
len  Griechen  zugesprocbmi  und  der  gesamte  Klerua  des  Nordens  «nd  mit 
bin  die  Völker  durch  die»e  Zäiikvruien  tilic-r  die  (jrenzeu  der  Diüzoson  wie 
lor  NatJonalitlit  in  wohlthuendfiter  Weise  dauernd  buschiiftigt.  Die  katho- 
iaioreodu  Kirchenpolitik  dc.t  Kaiciera  wird  durch  seine  politische  Zwangs- 
ogo  verständlich;  nichtsdestoweniger  war  sie  ein  schwerer  Fehler,  In 
Jachen  des  Olaubuns  gehorchte  dor  orthodoxe  Klerus  Gott  mehr  al»  den 
tfun^chen  und  war  absolut  unzugänglich  flir  die  Lehre  von  .einer  nütr- 
ichen  Ökonomie  zur  Kettung  vieler  Seelen".  Bereits  vorher  hatte  der 
itarrsinnige  Arsenios  in  edler,  aber  unpraktischer  Anhfiuglichkeit  an  du 
üau«  Loftkaris  den  kaiserlichen  Tlironriluber  gebannt.  Jetzt  wurden,  wiü 
D  der  Zeit  des  Bildersturms,  die  Aussenposten  dos  Itümervolkc»,  Trape- 
Eunt,  Noopatrae,  Ämbrakia  (Arta)  und  die  Bulgarencarin  Beschützer  der 
irthodoxen  Flüchtlinge.  Aber  Michael  blieb  unbeugsam  und  ersetzte  den 
viden^penstigen  Patriarchen  Joseph  durch  den  aufrichtig  latinisierenden 
[oaiineH  Bekkos.  Durch  sitlUche  Haltung,  spätem  Bckennennut.  Schorf- 
lina  und  Gelehrsamkeit  überragte  dieser  bedeutende  Mann  turmhoch  die 
tonst  —  was  das  geistige  Niveau  betrifft  —  erschieckend  armselige  Schar 
ron  gointliehen  Kuntroverspredigom  und  polomischen  Schriftstellern  seiner 
rie  d«r  Folgezeit.  Aber  gegen  seinen  eignen  Klerus,  der  die  Öache  Gottoa 
md  der  Nation  verfocht,  vermochte  er  nichts  auszurichten.  Der  Kirchen- 
(troit  erbitterte  überall  das  oriliodoxe  Volk  gegen  die  Regierung  seines 
)«freibrs  und  Ileri^tollers. 

Auf  der  Ilämushalbinsol  maditen  ihm  die  Anguli  und  die  von  Neapel 
irüitig  unterstützten  Franken  arg  zu  schaffen.     Als  vollends  Karl  von 
Imjou  selbst  in  Aktion   zu   treten   sich   an.schickte,   schien   die  ^rchtbare 
lormanuennot  sich  zu  «rncuern.    Bereits  hatte  Karl  den  kriegserfahrenen 
Ingo  le  Rousseau  do  Sully  1278  zum  öeuoralkapitfin  und  Vikar  seiner  ]2;g 
ipeirotischen  Besitzungen  ernannt,  der  auch  mit  aller  Energie  dun  Krieg 
rrgftnisierte.     Ende  1280  hoffte  er  das  wichtige  Berat  zu  nehmen.    Aber  laso 
liohac-1  trat  ihm  mit  Aufbietung  seiner  besten  Kräfte  entgegen.     Februar 
PBI  erfocht  sein  GrossdomestikoH  Michael  Tarchaniotes  hei  Borat  einen  12m 
;lftnzenden   Sieg.     Sully    selbst    ward    gefangen.     Aber   der    durch    Papst 
lartii)  IV  (D.  Juli  1281)  abgeschlossenen  Liga  zwischen  Korn,  Neapel  und  i2äl 
Tenodig  konnte  Michael  nur  durch  seine  oftbcwfihrtu  diplomatische  Kumt 
legegnun.     Der  getreue  Benedi'tto  Zaccaria  und  Giovanni  de  Procida  ver- 
sprochen dem  König  I'eter  von  Ai'agon  griechische  äubsidien  zum  Kriege 
Em    Neapel,    und   die    lucilianischo  Vesper  (10.  März  1282),  legte,  die  i^g^ 
I  den  Spaniern  in  die  Hjinde  spielend,    Karl  von  Neapel  völlig  lalini. 


10^4  AbrtM  in  byzuitliiiacfaen  EuMrgABehioht«. 

Die  reaÜBÜschon  Venetianer  entzogen  Mch  clor  Allinuz  mit  tloni  OhnniA- 
tigen  und  schlosaen    mit  den  It^imäern  t2ß.^  einen  zehnjährigen  FrvJa. 
Schon    vorher   hatte   auf  oin«m    neuen  Kriegszug   gegen   die  Angeliml 
1«««^  Neopatrft  den  rastloeen  Monarohen  dor  Tod  orcilt  11.  Dezember  1383. 

Das  letzte  Viertel  des  XUI.  .Ifthrhundcrt«  erhält  (M>inc  9ign»tnr  ihrd 
1288  das  Aufkommen  der  oBmuninchen  und  der  serbiHchen  Klat^ht.  1288  Ute 
Oaman,  der  auf  den  TrUinniern  den  Reiches  ItQm  seine  neue  Macht  aaf- 
richtete,  nach  einem  gl&nsendun  Steg  den  Oriechcn  Mclangina  (Karafbctut- 
hissar)  weggenommen.  Im  Westen  war  eti  den  Serbenkönigen  Stephan  und 
{t  1272)  und  MÜutin  {t  1^21)  gelungen,  die  Suprematie  auf  der  Htaiie- 
halbinsel  zu  erringen.  Eh  int  ein  wettgeHcliichtlicher  Jammer,  dass  dtf 
UnglUckstag  von  Kosovo  Poljo  diesem  herrlichen  Volke,  den  edebt« 
aller  Slavenstftmme,  die  Herrschaft  auf  der  HftmushalbinBel  entri«  anil 
M  der  tflrkischen  liarharei.  gegen  welche  Griechen  und  Venetianer  ^b 
ohnmächtig  waren,  freien  Raum  Hess. 
2621326  Michaels  Sohn  Andronikos  11  (1282-1328)   beeilte  sich  sehr  wr- 

ständig  i«eincn  Friude»  mit  dem  orthodoxen  Klerus  zu  machen.  DencJbl 
ward  unter  den  nun  einmal  in  solchen  Fällen  zu  Byzanz  unvermeidHcb« 
Qßhft8ttigkeiten  hergestellt.  iJas»  Bekkos  seinem  Vorgänger  .Io<)eph  vici. 
war  äelb«t%'er8tündlich.  Aber  der  trotxdem  Jahrzehnte  andauenide  Kirchro- 
streit  offenbart,  die  ganze  geistige  und  sittlii'hc  VcrkQmmening  dn  d»* 
mnligen  orthodoxen  Klerus.  Daa  widerliche  Münchsgezänk  meist  imke- 
ilc'utcnder  und  »ittlich  wenig  achtbarer  PrSlaten  drehte  sich  fast  mir  n 
lue  Besetzung  des  Skumenischcn  Stuhles.  Der  geistige  Kimhu.'«,  irfl(^ 
der  Thron  des  hl.  Ohrysostomofl  noch  immer  bei  den  orthodoxt-ii  Völktn 
gcnoi^sen  hatte,  sank  durch  seine  meist  sehr  beschränkten  Inhaber  bat 
in  demselben  Ma»):)e,  wie  der  des  romSiiüchen  Kaisers.  Der  eiiuig«  n 
das  Wohl  der  Kiri-he  wirklich  ernsthaft  bwtorgt«  Mann  war  dvr  K«nr 
selbst,  welcher  durch  seine  neue  Ektliesis  dem  Reiche  eine  seinem  redo- 
xierteii  Umfange  thatsUchlich  entsprcchfude  neue  Kirchenordnung  pk 
Dieselbe  dauert,  soweit  nicht  äussere  £reigiü»t«o  eingegriffen  Iiatten,  i* 
Grunde  bis  heute  fort. 

Die  Finanzen  gerieten  mit  dem  wachsenden  Verfall  des  Rctchs  i» 
immer  stärkere  Unordnung.  Michael  hatte  Anstrengungen  gemacht  oil 
dem  trelFlichon  Matrosenmaterial  der  griochisoben  Küsten  und  loselii  ^ 
Flotte  herzustellen.  Sein  Sohn  Hess  sie  verfallen.  So  wurde  das  IWtli 
im  letzten  .Jahrzehnt  des  XUI.  Jahrhunderts  ein  hilfloser  Spielball  in  ita 
erbittpften  Handelskriegen  der  beiden  soomBchtigen  italienischen  RepablikfK- 
1308  1303  gwangeu  die  Vcnflianer  dem  Andronikos  einen  fUr  sie  höchst  «fr 
teilhafton  Frieden  ab.  Das  trieb  den  Kaiser  ganz  in  die  Arme  der  loj-alm 
Oeauesen. 

Während  die  kaisoriicbe  Ro^erung  auf  ©uropftischem  Boden  die  bd*- 
losen  Streitigkeiten  mit  den  Angeli  resultatlos  fortführte,  wiichseo  Ib 
Kleinasien  die  Osmanen  zu  einer  ernsten  Reichsgefahr  hornn  und  bewegt« 
1301  i;i()i  d^n  Kronprinzen  Michael  bei  Haphäon,  Michaels  FreundschaftoWfr 
hsltnis  zu  Peter  von  Aragon  hatte  den  Kaufleuten  von  Barcelona  & 
Hüfcn  der  Levante  geöBhet.     Die  bettelarmen  aber  kriegstÜchtigeB  S- 


IZ.  Di»  EeatMntion  der  P«UoIogOB  uai  der  unterging  (12'!1— 1453).    10Ö5 


,|te  qpanisclieu  Oetens,  bisher  im  Knogo  gegen  <lio  Äiijous  vor- 
randt.  sahen  aich  seit  ilcin  Frieden  von  1302  uuch  einer  neuen  ThSUgkeit 
Um.  Der  heldenkühnc  Itoger  de  Flor  bot  i:iÜ2  Andrnniko»  »«eine  Hilfe  -~ 
^6  Schiffe  und  6000  Spanier  —  an.  Diese  wilden  Uescllen  waren  min 
b^ilich  schwer  3:11  behandeln.  Jcdenfallut  war  die  byukntinJHL-ho  Hegicrung 
mit  ihren  altfrünkischen  Mittelchon  der  bekannten  griechischen  Verachmibst^ 
keit  durchaus  ungeeignet  dazu  und  niusäte  ratlos  zusehen,  nne  die  wilden 
Söldner  zu  ßyzani:  800(1  Italiener  in  einem  Kaufhandel  ertitchliigen.  1Ü03 
prurden  8ie  glücklich  nach  A»ien  Übergesetzt  und  bewälirten  glänzend 
(hren  Kuf  der  Tapferkeit.  18U4  bülagerton  die  Türken  bereits  Phda- 
lelpheia,  die  reichste  und  niächtigatti  Stadt  des  griechischen  Kleinasiena, 
tla  Itoger  de  Flor  mit  seinen  Katalanen  erschien  nnd  die  Stadt  entsetzte, 
rurehthar  wtUete  das  spanische  Schwert  unter  den  Türken.  Aber  die 
fällig  unbotniiiäsigcn  Hidalgos  wurden  bald  uine  faiit  nchtiuimere  Oeis-sel 
fDr  das  Reich  als  für  deesen  Feinde.  Die  tUckische  Ermordung  Uogera 
äurch  den  Kronprinzen  Michael  130.'i  führte  zu  dem  zweijährigen  greuel- 
PoUeii  Kachekrieg  der  wandernden  Soldatenrepublik  gegen  die  Koniäer. 
Die  unbotniütttiige  Suldatetfka  wurde  Hchlii^ti»lieli  nach  Südi-n  abgewälzt,  wo 
kie  nach  mannigfachen  I^oripetien  dem  blühenden  Herzogtum  Athen-Theben 
131]  durch  die  Schlacht  hei  Skripu  ein  furcbthareü  Knde  bereitete.  Die 
ungtlicklichon  dortigen  Griechen   vertauschten    die  vergleichsweise  milde 

Edherrschaft  der  Franzosen  mit  der  harten  Kpanisehen  Knechtschaft. 
Mit  löblicher  Energie,  unterstützt  von  bulgarischen  und  serbischen 
icharen,  bekämpften  die  Griechen  das  Vordringen  der  Türken;  aber 
ihre  wichtigsten  Plätze,  wie  Nikäa  und  l'ruBa,  wurden  durch  osmnniHcho 
}ffiijti'^ffia  vollständig  im  Schach  gehalten  und  lahm  gelegt.  1320  starb 
tCronprinz  Michael.  Sein  liederlicher,  aber  persönlich  höchst  beliebter  und 
jlicbt  unbegabter  Sohn  Andronikos  verschaffte  sich  eine  mächtige  Partei 
juter  den  Grossen.  Dies  führte  zu  unerquicklichen  Iteibungen  und  ztuu 
Bürgerkrieg  zwiücheu  dem  wegen  seine»  Geizes  büchut  unpopulären  Oross- 
rat«r  und  dcnt  Enkel,  bis  letzterer,  immer  nmchtigcr  geworden,  1.  Februar 
ia2Ti  die  Krüuung  zum  Kaiser  und  die  Ernennung  zum  Mitkaiser  erzwingen 
konnte. 

J>er  innere  Kampf  hatte  die  Kraft  des  Reichs  völlig  lahm  gelegt. 
1326  Ret  durch  Sultan  Urcliau  endlich  Pru»a  (BruHsa),  d&8  nun  die  HauptMadt 
Jer  Osmaueu  wai-d.  1328  knpituliurto  Nikoniedeia.  ünt«rden«on  hadertun 
Sie  beiden  Kaiser  fort;  der  alte  rief  die  Iltife  der  Serben,  der  junge  die 
9ur  Bulgaren  an.  Allein  Oar  Michael  trat  1328  plötzlich  auf  die  Seite 
iea  Alten.  Da  griff  der  Enkel  energisch  zu.  Der  Protostrator  Synadenos 
bbemimpoUo  die  Hauptstadt;  der  Alte  mussto  ahdankou  und  13S0  i»a 
Kloster  gehen,  wo  er  13,  Februar  1332  starb. 

Mit  den  bis  Didymoteichos  vorgedrungenen  Bulgaren  scbloss  Andro- 
bikoa  ni  nach  einigen  tiefechten  Frieden,  sodas»  diese  gegen  die  Serben 
Ihre  Kraft  wenden  konnt^jn.  Bei  WilhuZd  erfocht  der  iM<rbi»che  Ki)nig 
ätepb&n  Uros  28,  JuU  K130,  unterstützt  durch  300  eisengepanzert«  deuUcho 
Söldner,  ebien  blutigen  und  entscheidenden  Sieg  über  die  Bulgaren.  Car 
Uichael  Sei  im  Kampfe.    Die  Macht  des  Bulgarcnstaats,  den  Qbiigens  der 


1802 

1302 


1S03 
1304 


1305 


1311 


1320 


1.  Febr^ 
1325 


1826 
1S28 

1828 

1330 

13.  n\a.~ 
1332 


U.  M. 
1330 


1Q56  AbrisB  der  bruoUiiia«b«tt  Kal«wrgM>ctüclit«, 

Serbeukßnig  bc«tt-liei)  lic&s,  war  vernichtet.     Das  Jahr  darauf  eriag  ia 

alte  Serbenkßiiig  einer  Veritchwöriiiig  des  AdcU,  und  den  ThroD  ItMtiig 
lSai/185&8ein  jugendlicher  8ohn  Htephsn  I>u»aii  (1331—1355)  der  gewaltig«  Grtodv 
^ft  im  serbischen  Ornssknnigtnms.  Eb  ist  zu  b&dau«ni,  dass  ee  ihm  töM 
^1  gülungcu  ist.  gemiU8  seiiiimi  Plane  mit  Griechen  und  Franken  vollütiadig 
^M  aufzurüumen  und  so  uinu»  lebonskrilftigen  christlichen  GinheitsMaat  aat 
^1  der  ITäiituähalHtmet  r.a  gründuo,  der  Avn  ttirkischen  KulturxcrtrQiniMni 
^V  sich  ala  festes  Bollwerk  cntgegengeüteUt  hatte.    Immerhin  gelangt«  «ÜM 

Macht  zu  ungeahnter  Ausdehnung.  Mit  dem  neuen  Bulgarencar  Jouam 
1131/1366  jViexAiidor   AsPii  (1331—1365)   verband  er   »ich    durch   Verschwigemng. 

In  Makedonien  und  Illyrien  drang  er  mächtig  vor.  Ochrida,  Pnkf, 
H  18S1  Kaiitona  Gelen  1331  in  seine  Gewalt. 

H  1334  Andreiukos  111  hatte  ^it  1334  in  Theäealion  und  Epeiros  auf  Kwtei 

^  di^ö  Erbou  der  Angeli,  des  Grafen  Giovanni,  die  OerrBchaft  der  Itoodtr 

tSSü  mächtig  ausgedehnt  und  sog  nach  def^üen  Tod  lH3r)  da»  ganze  Land  ob. 

1340  Allein  die  Intervention  <kir  Serbon  rief  eine»  Um^K^hwung  hen-or,  1340 
eroberten  sie  allen  Land  bis  Joanninu  und  erzwangen  dL>8Son  formelle  Ab- 
tretung von  den  Roniäern.  In  Asien  gehSrte  zum  Reich  fast  nur  oock 
Philadelpheia.     Die   grierhischeii   Küstenstädte   zahlten   di^n  O«nnni>o  Tri- 

1287  but.  Aber  Urchans  YerMUch  1337  auf  europSischem  Bodon  feHteii  Fo« 
EU  fassen,  ward  von  den  Orieehen  glanzvoll  zurUekgewjeacn.  Ebton 
verstand  os  Androniko«  noch  einmal,  den  Genuoeea  zu  impeniereo.  tta 
von  den  Seldschuken  der  kleinasiatiachen  Sfldkflste  organiederte  Seenub 
und  Menschenfang,  die  Geiasel  des  in  ohnmächtige  Duodezstaaten  i«rW- 
lenden  Archipclagus.  zwang  die  Byzantiner,  die  lang  vernachlilsHigti.'  UiHm 

1329  wieder  zu   heben.     Apokunko»   nahm    1329   den   Genuesen  ChJos  ab,  ilit 

Idie  Hauptätation  gegen  die  Soetürken  ward.    Die  Erben  der  Zaccani  n* 
Phokäa,   die    Cattaneo,    mus«ten    sieh   zur   Huldigung    bequemen.     Difc 
nahm  Domonico    von  I'hokila   im  Bund   mit   den  Xaxiern    und  KhwtiMn 
1333  1333  LcHboH  dem  Heiche  weg.    AUciii  Androniko»,  der  an  SkrupeUu«iskni 

»den  Italionorn    durchaus    gleichstand,    schlosd    mit    den    seldichnkiadM 
Emiren  von  Ssarukhan  und  AVdin  eine  Allianz  gegen  die  Osmanen.  «ritkl 
1336  oben  da»  Emirat  Karasi  unterworfen   hatten.     133t)  eroberte  der  Umt 
1340  Lesbos  uud  1340  ging  den  Genuesen  durch  oiuon  Aufstand  der  grieeUidM 
Einwohner  Phokfta  verloren. 

^'i'aii"'  Andronikos'  Tod  (15.  Juni  1341)   brachte  seinen  unmOndigen  Sob 

134];1391  Joanne«  V  (1341—1391)   auf  den   Thron.     Die  Regentschaft  war  4« 

achwachen  Händen  der  Kaiserin- Witwe   Anna  von    Savoyen  anvurtn* 

Allein   der   hochniächtige  Gros^domestikoa  Joanne«  Kantakuzenns  risl  A* 

Vormundschaft   an   sich,   Apokaukos  trat  dafElr  auf  Seite  der  Reg«nlis> 

1341  Während  Kantakuzenos  1341  hei  Didymoteichos  krfiftig  rflsteto,  um  iliin^ 
einen  Feldzug  das  ganz  anarchische  Morea  dem  Itciche  zurückzugowinnA 
trat  in  Konstantinopel  eine  Gegenrevolution  ein,  welche  den  Apokiului 
an  die  Spitze  stellte.   Da  hielt  Kantakuzenos  nicht  Iftngor  an  sich  und  lii 

20.  Okt.  «ich  26.  Oktober  1341  alui  Joannes  VI  zum  Kaiser  krönen.    DtT  Hi)f  d 
1*11     liess  nun  den  jungen  Joannes  V  feierlich  durch  den  rech  tmässi gen  l'i 


H   IX.  Di«  Reetaaration  der  PaU<i1og«n  nnd  der  ITnteTgang  ( 1 261  — 14&8),   lOS^^^^B 

chen')  krCno»,  und  Apokauko»  wiud  Mogas  Dux.    Die  Ärchonten  hielten       I 
eist    zu  EuntakuzenoR,   während   dtis  Volk    und  die  LokalbehiJrdeii   auf       ■ 
fiten  der  legitimen  Kegicning  »tnnden.     Ho  vonnochtf  Apokaukos  otiinom       I 
»gner  dun  gr08»tun  Teil  Thrakiens    zu  vntr(.<i«seu.    Ädrianopel  schloBS       I 
m  die  Thorü.  Joaniiös  Angelos,  der  Statthalter  von  Epoiros,  und  Omarbeg,        I 
ir  Emir  von  AVdin,  unterstützten  dagegen  den  Kantakuxcno»,  wKhrcnd       I 
s  Regierung  die  Kronjuwclon   an  die  Venotianer  verpfändete.     Kanto-       I 
izenoM  rief  die  Serben,  »oine  iii  Didyniottfichos  belagerte  Oattin  die  Bul-        ■ 
Lren   herbei.     Diese  vorjagten  zwar  die  Griechen,  verlangten  nun  aber       m 
0  Übergabe  der  Burg.    Erst  die  Türken  von  AVdin  befreiten  die  Kaiserin.       ■ 
lein  Joannes'  VI  Bruch  mit  Stephan  DuSan  schien  rasch  äüin  TcrderboD 
iraufzubusL-hwören;   doch   ein    siegreicher   Feldzug   de»  Joanues  Ängelos 
wann    ihm    das   sUdUche  Makedonien   wieder,    während  die   vom  Papst        M 
48  gestiftete  Union  der  Venetianer  mit  Kypros  und  den  lusclfrankon       ' 
B  Archipc'laguä  1343  Sniyrna  eroberte.     Thessalonike  rottete  Apokaukos  1343 
rch  »eine  Flotte.     Vergebens  rief  die  Kegentin  Bulgaren  und  Serben  zu 
Ife.     Car  Alexander  nahm  rasch  die  ihm  aia  Preis  dargebotene  Stadt       ■ 
lilippupolis  und  eine  Kuiliu  SohloMser  des  Itbodopegchirges.     Sonst  rieh-       fl 
te  er  nicht»  aus.     1344  gewann  Kantakuzunos  den  bulgarischen  Banden-  im 
ef  Momtfilo  für  sich,  der  mit  .^UlJÜ  serbischen  und  bulgaj-ischen  Siildneni 
n    (tnfllnglich  unterstützte,  bald  aber  abfiel  und  den   Kantakuxonos  in 
ineni  Lager   bei   den   Kuinen   von  Mi-sene   überfiel.     Der  Kaiser  rottete 
!h    mit   genauer   Not,     MomCilo   stilztu  sich   nun   in  Xantheia   fest   und 
tnderte  die  Chalkidike.     Da  half  Kantakuzenos  sein  treuer  Omarbeg. 
•    hatte   Januar  1315    die    Franken   bei  Smyma   aufs  Haupt   geschlagen 
d  halte  doppelten  ürund  Moni^ilo  zu  zürnen,  da  dieser  hol  Abdera  seine 
hiffe  verbrannt  hatte.     Vom  Kaiser   und   seinem  türkischen  Freund  bei 
litheorion   eng   umzingelt,    fiel  Momi^ilo    mit   dem    grOssten  Teil    seiner 
Idner.     Seine   Stadt   Xantheia   kapitulierte.      Dazu   kam    II.  Juni   13-15  1345 
)  Ermordung  des  rauhen,  aber  tapferen  Apokaukos,  sodass  die  gitnzlich 
tliert«  Kegentin  die  Osnianun  um  lülfo  anflehte.     Allein  der  gewandte 
plomat  Kantakuzenos   gewann  auch  diese.     Seine  Freunde  Öffneten  ihm 
Februar  1347   die  Thor«  der  Kesidenz,     Die  Kegentin  niusste  sich  in  IUI 
lefl  fügen.    Joannes  VI  ward  fuierhcb  aufs  neue  gekrünt:  zehn  Jahre 
llt«  er  allein  regieren,  dann  den  Paläologen  zum  Mitregenten  annehmen. 
bper  mit  aller  ßrausamkeit  und  unter  furchtbarer  Verwüstung  der  Nord- 
vrinzcn  geftlbrte  dynantii^chc  Krieg  hatte  die  Macht  des  Keiehes  dauernd 
schwächt.    Der  wahre  Kaiser  war  Stephan  Du»au,  welcher  Sorrä  und 
npliipoUs  (1^45)  eroberte  und  die  maküdoniaehen  Besitzungen  der  Roniäer  1345 
f  Tliessalonike  und  die  (.lialkidike  be.'^cli rankte.     Die  autokephale  Metro- 
lia  Ipck  (FeiiJ  ward  unter  Billigung  dos  Patriarchen  von  Tniovo  und  des 
tokophalen  Erzbischofs  von  Ochrida  zum  serbischen  Patriarchat  erhoben 
id  Joannikij   mit   dieser  Würde  bekleidet.     Der  neue  Patriarch  im  Vor-  1346 
n    mit  dem  Patriarchen  Symeon  von  Trnovo  krönte  134G  den  Dusan  in 


■)  Jotuinee  VI  war  von    iluiii   Biaohuf   von    Did^Diutelolioa  g«tialbl    imd    Rekrdnt 
wdra. 

«er  UiM.  AlUttornnrlMudun  tX.    1  UMg.   1.  AhL 


^^^^jOJig  ^^^^l»»i*B  d«r  lijrsantiBlaobeti  KftlurgMehlchte.        ^^^^^^^ 

H  der  Eathodrnle  von  Skopje  zum  C'areti  der  Serben  und  (Iriechen.*)  .Vta 
H  Arta  bis  nach  Belgrad,  von  den  dolmatiiiiächcn  Fotsonufum  bis  u  tt 
^1        Mesta  reichte  eeino  Macht.* 

^m  Koben  dieaem  lebensvollen  Grosiietaat«  setzten   die  schon  zu  «Mr 

^m  Macht  dritten  itangt^»  herabgeHunkenen  Grii-uhon  ihrun  kfiinmerlichen  Htdir 
^1  fort.     .Toaniiüs  VI  flherliei«  »einem    nach  der  Iteicbanachfolge  trachteota 

^M  Hohne  Matthaoo«  dio  nltc  Kpnrclite  Rhodope  gcwiRsennaR8«n  als  Saksnd»- 
^1  genitnr.  Ebenxo  »andto  er  zu  weiterm  i^tarkcn  Misirvt-rgnügcn  der  Ptllo- 
^1  logonpartei  seinen  fähigen  Sohn  Manuel  nach  Hysithra,  wo  er  als  DesjMt«» 
^B  treinich  regierte.  Des  Kaisertums  Ohnmacht  offenbarte  sich  in  dem  Cl>ff- 
^1  mut  d^T  öonwosen,  welche  in  Handeln-  und  Zotl^achen  sich  hcinaho  als  OUr 
^B  herrn  dur  lioDiäer  aufspielten.  In  dem  wilden  t^ei:-krii-g  zwischen  V«edig 
H  und  Genua,  der  sich    fast  ganz  in  den  griechischen  Oewättsem  abiipMb^ 

H  1352  »tand  darum  der  Kaiser  auf  Seiten  der  Venetianor,  bin  ihn  1352  die  GuauNU 
H  zu  einem  neuen  Vertrage  xwangen.   Bald  brach  der  Bürgerkrieg  zwikIm 

H  den  beiden  Kaisern  wieder  aus.  Joannes  V  stützte  sich  auf  die  Venetiuir 

H  1353  und  Serben,  Joanne»  VI  auf  die  Oemanen.  1353  besiegten  diese  die  Sattoi 
H  hei  Didymateiehns,  und  Kantakuzenos  nahm  seinen  Sohn  MaUhacos  tan 

^k  Mitkai.ier  an.     Sein  pflichtvergessener  wahnsinniger  Ehrgeiz,  der  die  ih' 

^P  mancn   herbeirief,  hat   recht   eigentlich  dem  Reich  das  Grab  gegnlm 

f  18.54  1354  besetzten  die  Türken  Kallipolis,  der  Weg  nach  Europa  war  ikoM 
geöffnet.    Der  allgemeine  Hans,  der  den  alten  nichtswürdigen  Kniiwr  hvf, 
De».  13Ö-1  machte  es  dem    Palüologen   leicht.  Dezember   1354    durch    einen  Hin*- 
streich  sich  der  finuptstädt  zu  bemXchtigen  und  den  überrajwhten  Öegarr 
znr  Abdankung  zu  zwingen.     Er   ging    als   Mönch   Joa^aph  in»  Kloel«, 
schrieb    seine   (Jenchichte   und    ergab    sich    theologischen   Studien  btt  n 
1383  seinem  sputen  Tode  1S83.     Sein  Sohn  Manuel,  der  sich  krfiflig  zurWik 
18&T  setztv,  ward  als  I>iMü]K>tes  von  Mysithra  anerkannt.   Matthaeos  mnsattlSS? 
gleichfalls   abdanken.     So    war    denn   endlich   Joannes  V    AlleiiibcfradMr 
und  die  legitime  Djaiastie  hergestellt. 

Wfihrend  dieser  ideenlose,  nur  dorn  porsSnÜchen  Ehrgeiz  eines  Bi- 
zelnen  Kt-inun  Ursprung  verdankend«  Bürgerkrieg  die  letzten  Krtfl«  i» 
senilen  Itomäerstaates  aufzehrte,  war  gleichzeitig  im  Keicho  der  Guistvrä 
kirchlicher  Kampf  «usgebrocheii.  der  zu  den  merkwEIrdigsten  nnd  kulhn» 
historisch  intere.s»anteiKt«n  Phüiioniencn  aller  Zeit4>u  gehört,  obgleich  di* 
konventionelle  Fabel,  welche  unter  dem  Namen  Kirchenge^^hicht«  m 
Universitäten  und  Seminarien  tradiert  wird,  ihn  lediglich  mit  wohlfalcs 
Spotte  zu  übergiessen  päegt  Sie  offenbart  damit  freilich  nur  ihre  vODig* 
Verständnislosigkcit  ftlr   diö  wichtigsten  Probleme  der  QeisteagescUchtc 

Seit  den  Tagen  der  makedonischen  Kaiser  war  dio  Halbinsel 
kidike,  in  Perikics'  und  Denioäthene-s'  Tagen  mit  blilhondcn  griecli 
Städten  bedeckt,  eine  heilige  Stätte  geworden.  Die  nSrdliohst«  unter ' 
drei  fingerartig  nach  Süden  sich  vorstreckenden  Landzungen,  das  it 


')  C«r  und  AutoUrntor  ^er  Serbon  und  OriAcbon,  derBalgaron  nnd  AU«mm  i 
»r  «Ich  io  B6in«n  Urkunden. 


IX,  Dls  RMtanntlon  der  PalKolofen  nBOerUntorjaaj  (1-61— H.15).  1(|59 


gebirge,  wiinl«  durch  dio  Kellen  und  Einsiedeleien  seiner  hoiligon  Atdcetca  ^M 

in  Wahrheit  ein  'Aytov  "O^n?.  .ein  heiligor  Berg".  ^M 

Der  GrUndor  der  berühmten  Laura  ist  der  hl.  Athanasios,  ein  Zeit-  ^M 

genösse  des  Nikepharos  Phokas,  von  diesem  hochverehrt;  er  nalim  ihn  ^M 

als  Feldprediger  auf  die  Expedition  nach  Kreta  mit.     962  boganu  er  mit  ^M 

deo)  Bau  dv»  Kloster»,  wulehoH  die  Kogel  von  Studinn  auf  dem  hl.  Berg  ^H 

nicht  ubne  Widerstand  zu   finden  einführte.     Das  Typikon  des  Joannes  ^M 

Tzimidkes  ordnete  die  Regierung  der  heiligen  aus  Eremiten  und  Künobiten  ^^^| 

tdch    hüdondon  Berggemcindo,    welche    aus    der  Synaxis  der  Hegumene  ^^^| 

jund  dem  vom  Kaiser  bestimmten  Protos  bestand.    Kein  weibliches  Wesen  ^| 

latürt  die  heilige  Ruhe  dieser  gens  aet«rna  in  qua  nemo  nascitur.    Kaiser-  ^M 

liehe  (itinst  und  Schenkungen  der  Glüubigeii  bis   in   den    fenimi  Westen  ^M 

(da»  Klost«r  der  Ainalfitaner)    haben  diu  Zahl  der  KlUster  bis  zu  Konstantin  ^M 

Üonomaehos'  Zeit,  der  1045  ein  zweites  Typikon  erliess,  gewaltig  gesteigert.  ^M 

Alle  .tpäteren    Kaiser,    Komnonen   wie    l'aläologeu,  wetteiferten,    ietxtoro  ^M 

-weit  über  ihre  schwachen  Krilfto  hinau«,  in  dem  Erlsss  von  Chrysobullen  ^M 

und  in  retchen  Vergabungen   an  diesen  Ilerd  griechischer  FrUnimigkeit.  ^M 

Die  Hesychasten  und  Asketen  aller  orthodoxen  Volker  fanden  hier  ihre  H 

Heimat.   Zu  den  zahlreichen  Krinnliion  hellenischer  Zunge  kamen  serbische,  ^M 

thulgurischo.  russische  und  iberische  Luurcn,     Der  hl.  Sava,   der  grosso  ^M 

lOrUnder  von  Serbiene  nationaler  Hierarchie,  legte  hier  das  für  die  slavische  ^M 

Kulttirgeaohichte  so  hochbedeutsame  Kloster  Chilandari  an.    Hier  liatto  sich  ^M 

;in  ik-r  Boitchaulichkoit  der  Mrmch.szellen  eine  Theosopliie  ausgebildut,  welche  ^M 

[bei  dem  interkonfessionellen  Chui'akter  aller  Mystik  lebhaft  an  den  persischen  ^M 

Sofismus  oder  an  die  indische  JogiverzUckuug  erinnert.    Gleich  den  Oymno-  ^| 

aophisten  in  ekstatischer  Hypnose  verharrend,  den  Blick  unbeweglich  auf  ^M 

den  Nabel  gerichtet,  schauten  die  Eingeweihten  das  uncrschaffeue  gj^tt-  H 

liehe  Licht,  welches  Oiristus  bei  der  Verklärung  auf  dem  Tabor  umstrahlt  H 

liotte.     Die   rationalisierende  Orthodoxie   der   verschiedenen   Bekenninisse  ^| 

pflegt  son.4t  in  instinktivem  Widerwillen  gegen  alle  Mystik  deren  Adepten  ^| 

als  Ketzer  zu  brandmarken,  so  die  alte  Kirche  die  Aucliauer  und  Euchiten,  ^| 

die  römische  die  Fraticellen  und  die  Molinisten;  endlich  das  Luthertum  .der  ^| 

reinen   Ivobre'    die  ihm  an  wahrer  Frömmigkeit  eo  Ühorlegcno  .Schwann-  ^M 

igeist^'rei*  eines  Seh  wonkfeld,  V.  Woigol,  J.  Arndt  uder  J.  Böhme,    hi  Griechen-  ^M 

!  land  nahm  die  Orthodoxie  für  die  mystöscbe  Geheimlehre  Partei,  weil  die  ^M 

j  beiden  Denunzianten  derselben,  Barlaam  nnd  Akindynos,  weiche  die  schwSr-  ^H 

merischen  Mi>nche  litterarisch  verhöhnten,  Xatnötffiot'i^  waren;  stammte  ^M 

doch  Barlaam  aus  dem  zwar  griechischen,  aber  ,8chismatischen'  Kalabrien.  ^M 

Dam  genügte,    um   bei  Klerus   und  Volk    die  Sache    der   Bergheiligen   zur  ^M 

griechischen  Nattonalsaclie  zu  machen.   WShrend  des  wildtohendeti  Bürger-  ^1 

kriegs  wurden  1341  bis  1351  Synoden  Qber  Synoden  gehalten,  Patriarchen  1341  ilSSI 

©in-  und  abgesetzt;  allein  die    „Omphalopsyebiten",  vorzüglich  vertreten 

durch  die  apSteren  ErzbischSfe  von  Thessalonike,  Gregorios  PHlama.s  »nd 

Mikephoros  Kabasilns,  zwei  wirklich  bedeutende  IteprÄsentanten  griechi- 

!  scher    Bildung  und   Mystik,  trugen   einen  glänzenden  Sieg  davon.     Der 

i  heilige  Berg  hatte  sich  als  das  Zion  des  wahren  Glaubens  erwiesen. 

I  In  jener  furchtbaren  Krieis  des  Sterbens  eines  ganzen  Volk.-«,  da  daa 


106O 


Abriaa  der  byzuttiniiicb«!!  Kaiser geachiehta. 


H         Konlorvolk  erbarmungalus  von  den  Ustnan«»  zertreten  wurde,  warf  ka 
H         AthoB  ein  Asyl,  dessen  Stille  die  gobrochonen  GuuiUtor  nufsucliten,  wihnmj" 
^M         snigloich  viele  starko  Herzen,  irre  geworden  an  dem  ganzen  Erdcolobtii. 
H         ihren  Kampf  init  Gott  in  der»olben  WeltabgoMchiedenheit  dnrchzukftm}dNi 
^1         vorzogen.   Das  Münclituni  hat  der  unglQcklichon  Nation  in  dienten  acbwaN 
H         Zeiten  den  einzigen  nachhaltigen  und  wabrhuUigou  Trost  gewiUirt. 
^M  Tut  die  Übrige  griechische  Menschheit,   soweit  sie  noch  nicht  .dei 

H  Wandel  der  Engel'  für  ihre  irdische  Laufbahn  urwftlilt  hatte.  ge«taltcln 
H  noh  die  politi»chun  Dingo  inimcr  beängstigender.  Stephan  DuSans  IM 
^m  lühh  1355  war  eine  weltgeBchichtliche  Kaiamitat  fOr  die  Christenheit  desOsteu 
^K  Die  heillosen  zentrifugalen  Kräfte  des  Feudalismus  und  Stammpartikulirii* 

^1  mua  zerbröckelten  den  majcstfitiscben  Kau  dec<  serbii^clicn  Carentiuiu. 
^1  serbixdto  und  albanische  HitiiptUiige  niwton  «ich  lo«:  Bosnien  machte  sitk 
^M  unabhängig.  So  zerfleinchtcu  imd  schwächten  die  Christen  in  wahnstnnijiv 
H  Verblendung  sich  selbst,  als  schon  daa  Verhftngnia  herannahte. 

H  I3G0  Das  elende  Itomäerreiofa  traf  zuerst  der  oftmaniscbe  Vorstoas.   ISM 

K  setzte  Sultan  Mural  I  Ober  den  Uellvspunt.  Schon  daa  Jahr  doraof  mäm 

H  er  die  wichtigen  Festungen  Tzurulon  und  Didymoteichoa,  und  trotz  Upftnr 

Oogenwohr  wurde  er  Herr  von  Adnanopcl,  der  zweiten  Stadt  dt«  Kmht, 
I865j  1863  welche»  er  13t>5  zu  seiner  Uesidenz  erhob.     1363  erobert«  er  Philippajiolii, 
13fiQ  dann  Serrao   und  »chloss  1365  einen  Vertrag  mit  der  den  KontiiieeUl* 
hsndnl  der  Balkanhalbinsel  beherrschenden  Republik  Kagu«a,  deren  !*rivi- 
lügien  er  bestStigte. 

IHeson  Fortschritten  der  Osmanen  gegenüber  konnten  die  leMum 

Christenstaaten  zu  keiner  Einigung  sich  zusammenthun.     Kaiser  Joudm 

18GS  lebte  in  Hader  mit  seinem  Sohne  Audronikos  und  wurde,  ala  er  I3&  n 

Trnovo  ein  Bflndnis  gegen  die  Torke»  betriob,  von  dosacn  Fr«und  Cir 

Si^raan  gefangen  gesetzt.     Da  kam  ihm  sein  Vetter  Graf  Ainadeo  VM 

1366  Savoyen  lljtitj  zu  Hilfe,   entriss  erst  den  Osmanen  Kaltipolis  und  tnif 

dann  durch  seinen  Eroberungszug  längs  der  bulgarischen  Pontoskttstc  Si>- 

13G9  man  den  Kaiser  loszulassen.     VM'J   entschloss  eich  der  Kaiser  zur  Bei» 

nach  Angnon,   um   die  Kurie  zur  Urganisation  eines  Hilfszuges  Ar  d« 

budrilngte    Keicli    zu    gewinnen.     Doch    vergebens  unter^cbriob  er  uA 

Griuchonart  unbesehen  das  vorgelegte  Unionssyinbol.    I'apst  Urbao  V  koMlO 

oder  wolttu  keine  militärische  Hilfe  gewähren.    Wie  tief  das  Anseboa  i» 

einst  allmächtigen  Komäerkaisers  gesunken  war,  zeigt  das  Beoehtoen  der 

Vcnetianer.     Die  dortigen  Bankiers,  welche  ihm  das  Geld  zur  Iteise  ttA 

dem  päpstticlieu  Sitze  vorgeschossen  hatten,    hiciteu  ihn  in  Venedig  GA 

and  sein  in  KoustanÜnopel  als  Itegent  eingesetzter  Sohn  Andromkos  weigitt* 

sich  tür  ihn  zu  zahlen.    Nur  sein  jVngerer  Sohn  Manuel,  der  in  Humi* 

1370  lonike  gebot,  machte  unter  gi-ossen  Opfern  dem  Vater  1370  dio  Heiink«hr 

möglieb.     Das  klägliche  Schauspiel  dieser  armen  Prinzen  erregte  die  Sv 

achtung  des  Abendlandes,   dessen    vornehme  Fiirstenbäuser    eich  llo^rf 

weigerten,   mit  den  in  ihren   Augen  unebenbQrtigen  Paläologeo  Hoinüi- 

verbindungcn  «inzugehen.  Aus  Koche  hatte  Joannes  V  seinen  Sohn 

1^71  »ikos  1371  von  der  Tlu-oufolgo  ausgcscbloiwon  und  dieiw  uuf  Manuel 


^1       IX.  Die  R«Btaur«Ui>n  4«r  Falftologeo  und  <[1?Wte^B^^n^i??s3f^0^^^^^^| 

^PilJb.    Für  seinen  Kleinetaut  trut  or  in  türkische  Klient«!.   Als  mm  (lor  H 

pSfBgiR«  Kaiser  an  der  Spitze  der  griechischen  Truppen  in  A&ien  urscfaion,  H 

nnpörtcii  sich  AndronikoK  und  der  ihm  bofrciindoto  Sohn  Murads  Sandsclii.  H 

Allem  mit  gewohnter  K(i»cliheit  unterdrückte  Murud  die  Bewegung.     Der  H 

rUrkenprinz  ward  enthauptet.  Andronikoe  geblendet.    IMc  Hinneigung  des  H 

Kaiser»:!  zu  den  Vcnetianorn  gewnnn  dem  Itebollon  die  Hilfe  der  Qenuosen;  H 

ar  wurde  aus  si'inum  ÜefÜngni-s  befreit,  erzwang  den  Einmarsch  in  die  I 

Uauptfltadt  August  !a"6.  entthronte  den  Yater  und  liees  sich  als  Andro-  1876  I 

nikos  IV  19.  Oktober  krönen.  Diese  oströminchen  Vorgänge  htUlon  nur  ein  I 

nebonKilebliches  iiitermez^o  in  dem  gewaltigen,   die  sämtlichen  See»taaton  I 

des  Mittelmeerä  in  Mitleidenschaft  ziehenden  Kriege  zwitichen  den  beiden  H 

Republiken  Genua  und   Venedig,  dem  erst  1^81    der  Turiner  Friede  ein  1381  H 

Endo  machte.  H 

Der  alte  Johann,  aus  seinem  GefUngnis  entwischt,  wurde  durch  den  V 

rOrkensultan  gebalten  und  betrat  1379  die  Hauptstadt  wieder.  Zwei  Jahre  I^T^  I 

>pätor   sühnte   er   sich  mit  seinem  Ältesten  aus,  schob   aber  138.5  nach  1885  m 

ieeaen   Tod  den    Knkel  Joannes  einfach  bei  Seite.     Die  Ueichüiiachfolge  M 

rerblieb  dem  Manuel.  ■ 

Wie  in  Asien,  wurden  auch  in  Europa  die  Osmanen  bald  die  nnum-  fl 

tchriLnkten  Grihiet^'r,  nachdem  sie  1389  auf  dem  Kosovo  I'oljo  die  Macht  do8  '"SB  H 

Unat  so  glorreichen  Serbenreichs  in  heissem  Kampf  zerschmettert  hatten.  S 

3altan  Murad  bezahlte  diesen  wcltgcschicbtlichen  Erfolg  mit  seinem  Leben;  H 

ibor  sein  Sohn  Bajezid  I  war  ganz  der  Mann,  die  günstige  Situation  rßck-  H 

lichtMlofl  auszunutzen.     Die  Paläologen    behandelte    er  mit   Hohn.     Phila-  H 

lelpheia.  das  allein  in  Kleinasien  sein  Griechentum  und  seine  Unabhängig-  H 

teii  bisher  behauptet  hatte,  musstc  eich  ihm  unter  gUnstigen  Bedingungen  H 

srgcben.     Bei   dem   Kriegszug«   wurde   der  Thronfolger   Manuel   beordert  H 

Im    zu    begleiten.     Diesen    Moment    benutzte  Andi'onikna'   8ohn,    der  mit  fl 

rbeasaloniko   und  Selymbna    abgefundene  Joannes  V)],    um  den  Gross«  ■ 
irater  zu  stürzen  und  im  April  1890  den  Kaisertliron  zu  besteigen.   Schon  13du 
im  September  desselben  Jahres  stellte  Manuel  seinen  Vater  her.     Bajezid 
Ewang  den  alten  Kaiser  die  Reataurationsarbeiten,  die   er  an  den  liaupt- 
itädtischen  Befestigungen  voniahm,  selbst  wieder  abzubrechen.   Im  Kummer 
)b    dieser   Schmach  starb  .loanuL'«    16.  Februar  1391    nach  einer  ebeiuto  16.  liVlr. 
aogcn,  als  ruhmlosen  Regierung. 

Sein  trefflicher  Sohn  Manuel   (1391—1423).  der   sieh  an  BajezidßlMI/HSS 
Hof  in  Brusria  befand,  eilte  sngleich  nach  der  Hauptstadt,  um  die  Itegio- 
•ttng  zu  ergreifen.     Diesen  Akt  selbstben-licher  Macht%'olIkomn)eidieit  bo- 

itrafte  der  Osmane  mit  der  Verheerung  des  kleinen  Gebiets  um  die  Keich»-  m 

sauptfltadt  und  der  temporären  Wegnahme  von  TlicsBalonike.  Allein  sein  f 
Hagonmerk  lenkte  der  wilde  Herrscher  bald  auf  die  Südslavon.  Durch 
Ue  Eroberung  der  glänzenden  <'aren.statlt  Trnovo  verwandelte  er  1393  1393 
Snlgarien  in  ein  türkisches  ['a.schalik.  Gleichzeitig  wurde  Konstantinopel, 
irio  einst  Kikaea  und  Pnt>iu.  nach  der  altbewUhi-ten  strategischen  i^axiä 
Jer  Osnianen  in  einem  fürmÜchen  Blokadezustunde  gehalten.  Man  sah. 
ea  galt  Ernst.  Bajezid  wellte  mit  dem  Schatten  der  R^fmäerreichs  auf- 
räumen.    In  seiner  Redritngnis  rief  Manuel  das  Abendland  zu  Hilfe,  und 


1062 


Äbrifts  äer  byesnliniacliita  KsisftrgflMbioht«. 


H       die&us,  erregt  durch   diu  uiiiiunmltj>ftiiivu  Fui-Idcliritt«  der  Türken,  erM 

^^_8ich  iio«1i  «inmal  zu  gemeinBamein  Kumpfe  gegen  die  Uriglftubigcn.  KUni 

^^BSigisniund  von  Urigai'n,  unU-i'stnti'.t  dm-ch   miio  btinlu  Krotiztinne«,  dem 

Kern  die  franzi^HiKchen  Kitlur  bildot«n,  zog  durch  diiH  eiserno  Thor  mi 

ISN  äüden.     In  der  Walachei  etie«s  dvräri  Fürst  Mir<^a  z\x  ihm.    n'elch«r  i'IM 

Bu^««id  glftiizend    besiegt    und    Über    die    Donau    zurückgeworfen   hatte, 

i,  Sotrt.  12,  So]iU<a)ber   1S96  on-oichton  die  chrifllidioii    Truppen  Nikopotta.    l* 

IDilmilrschen  »og  ihnen  Baj^nd,    uiiti<r   Aiifht<hiing   der  Biokade  von  Knn- 

«tantinopel,  entgegen.    Bajeztds  Feldherrntalent  erfocht  über  di«  ChriiUii, 

hei  denen  der  Übermut  und  die  Üinziplintofitgkoit  der  französischto  Btttar; 

jfrdoii  vcmtlnfUgcn  SohtachtplAn  hindert«,  einen  blutigen  aber  gtäDiwiita 

[^Steg.  Die  Folgen  hatten  die  Christun  zu  »pDren.   Bwrenoäbeg  tnarBchiert' 

;en  den  Pelopanneo,  wo  in]  romiÜBL-hen  Anteil,  dem  Despotal  Myntlin. 

i'StcUe  dei>  180-1  gestilrzben  Hauses  Kantaktiitenu»  Tht^odoroit  I'alaMlogM, 

Kaisers  Bruder«,   gebot;  hei  Leontaxion  geschlagen,   mueete  er  eicb 

t^ur  Tributzahlung  an  die  Türken  bequemen.     Aber   der   waekere  FOrtl 

I  verband  sich  mit  Venedig  und  den  Khodiram,  denen  or  Korioth  und  indtr« 

j^Feetungen  tlberlicas. 

Gegen  Manuel  wurde  uufa  neue  die  Biokade  der  Hauptstadt  tn 
Werk  geaetat  und  der  Prinz  Johannes  VII  wieder  aU  Prätt-ndont  gc^ 
ihn  anfgostellt.  Sein  UilfeHchrci  verhallte  im  Abendlande  nicht  ungobAtt 
Frankreich  sehiokto  den  trefflichen  Mar&tlia!]  Biiucicaut,  der  mit  sein« 
kleinen,  aber  auserlesenen  Truppe  die  Umgehung  Konstantinopela  von  da 
Türken  »Auberte  und  den  Kaiser  mit  äcin(.-ni  Neffen  versöhnte.  Letstw» 
ward  al»  Regent  eingettetKt,  während  Manuel  da«  AlH-ndland  beraiil«. 
übemll  glänzend  emp&ngeu  und  von  Frankreich  BOgoi-  mit  einem  hilf 
g<>halt  versehen  »nirde. 

Ähnlich  lebte  der  eiiist  m  stolze  ökumeniMchu  Patriarchat  ran  ran- 

Hchen  Almosen.     Wahrhaftige  Rettung  brachte  ihm  aber  Asien,    Durd 

80.  Jal.  die  Kie»enschlacht  von  Aurora  20.  Juli  H02  zertrttmmerte  Timur  metnenliB 

1402    das  Osnianenreich.    Der  »tolze  ijultan  starb  als  sein  Uefanguuer.  8i>  inrie 

den  Riimorn  noch  oinu  halbhundertjährigo  Frist  gew&hrt.     Hit  tlm  in, 

1403  Europa  gebietenden  Sohne  Bajezids  Huleiman  scbloss  I40:i  Hamid  ixW 

Venedig,  Genua  und  den  Rhodisern  einen  gflnstigen  Vertrag.    Der  Kaiwi 

f  erhielt  Thcaaalonike  zurllok  und  die  bisherigen  Tributzahlungen  an  dii.*  P(i>itt 

1413  hörten  auf.  Den  Streit  der  Snhno  Bnoezido  beendigt«  1411)  der  Steg  Mfr- 
hamnied»,  auf  der  Kbenu  THchamorlu  unweit  Sofia.  Uoliammed,  dur  oü 
Manuel  eine  fui-to  Allianz  geBchlossen  hatte  und  mit  ihm  im  h<«t<ti  Eii>- 
veniühmen  stand,  gab  ihm  eine  Anzahl  makedonischer  und  theMwIiffhff 
Pljltzo  zurück,  welche  ihm  ttoin  eben  besiegter  und  hingerichteter  Bniilii 
entrissen  hatte.  Noch  ein  letzte«  MaJ  schienen  etwas  glücklicher«  Vir 
hältnisse  für  die  Ruinäor  sich  anzubahaen.  Der  unnihige  Mitfcti«r 
Joannen^  VII  hatte  sich  ins  Kloster  xurUckgesogen  und  wai-  bald  duiif 
postorheii.  An  seiner  Stelle  sotüto  Manuel  seinen  Sohn  Andri>iiik«s  *i» 
UV,  Statthalter  in  Tliossalonike  ein.  MSi'E  1415  zog  er  nach  Mväithni.  *> 
U07  nnch  dem  Tode  dos  Despoten  Theodoros  [  (f  1407)  alles  dninler  n»* 
drüber  ging.    Mit  kräftiger  Hand   ordnete  er  die  dortigen  Verhältni«. 


IX.  Di«  BeaUnratloa  der  P*la«logeii  und  der  ünterguig  <12«l— 1453).  IQQS 

befestigte  aufs  neue  den  Isthmoepaas  durch  Restauration  des  Hcxamilton 
und  zwang  den  Fürsten  Centurione  von  Achaia  i«cinß  Oberhoheit  anzu- 
erkennen. l>«i'  Kronprinz  Joannes  orechien  1417  in  MysiUiru,  um  den  1*17  ^j 
robelÜHchen  Coiitunono  zu  bändigen.  Aber,  indem  er  seine  Albaneson  auf  ^M 
die  vcnetianischen  Besitzungen  losliess,  verdarb   er  e»  mit  der  Republik,  ^^ 

welche  mich  des  Oenturione  annahm  und  1419  den  Koniäern  dos  wichtige  1419 
Monombaiüa  (Napuli  dt  Malvasia)  cntrius. 

Mohammed,  der  in  unermüdlicher  Thätigkeit  die  Emire  Kleinasicne 

sich    aufs   neue   unterworfen    hatte,   war  stets    ein    loyaler  Alliierter  der 

KomJler  gewesen.     Rs  war  daher  »ehr  kurz«i(;htig,  daiss  in   dum  grossen 

runioliMhen  Aufstände  do«  »ogviiannteu  falschen  Mustaplm  Manuel  halb 

I  und  halb  Partei  ergrifT  und  die  nach  Thessalonike  geflüchteten  Fhnpürer 

Mustapha  und    I>.ichiinpid    nach    Lemnoa   gegen  Jahrgold  in    Haft  legte. 

Uatto  dies  schon  den  Sultan  erheblich  vorstioimt,  so  lies«  sich  nach  dessen 

[Tode  Manuel  durch  seinen  Sohn  Joannes  verlilhren,  Muetapha  gegen  den 

'  jagendliohon  Thronfolger  Murnd  11  auszuspielen.    Allein  nach  unfUnglichen 

Krfolgen   wani  Mnstapha  von  Murad  völlig  geucblagon.     Dieser  rückte  in 

Adrinnopel  ein  und  lies«  den  auf  der  Flucht  eingeholten  Gegner  1423  auf-  H22 

knüpfen.     Rache  an  dem  Romäerkaiser  war  nun  der  treibende  Gedanke 

(Jfs  'IMrkensnltans.     Gegen  80.000  Krieger  sammelte  er  Anfang  Juni  1422  Jua.  1428 

I  vor   den   Mauern    der   Hauptstadt.     Aber   der  SturtnangrifT,    welchen   dio 

I  Türken   im  \''ertrauen   auf  ein  Orakel   und  unter  Führung  des  Scbecha 

Bii'-hnri  unternahmen,  .schlug  infolge  der  tapferen  Oegenwehr  der  Byzantiner 

gftnzlich   fehl.     Die  Türken  verloren    sogar    ihre   Belagerungswerkzeuge. 

I  Die  Oriechen  verbanden  sich  mit  dem  erst  dreizehnjährigen  Bruder  de* 

I  Sultans  Miistapha,  welcher  sich  gegen  seinen  Bruder  erhob  und  ersteren 

dadurch   zn'ang,   die    Kelagcrung   von    Konstantinopel   aufzubeben.     Allein 

,  1422  ward  Mustapha  verraten  und  erdrosselt.     Turachaii  wurde  nun  mit 

vinem  starken  Heer«  gegen  Thessalonikc  abgesandt;  indessen  vonetianischo 

Hilfe  vereitelte  den  Anschlag.    142:1  zog  Turachan  nach  dem  Peloponnes,  uas 

durchbrach  und  zerstörte  die  l«thmo8scbanzen    und  verheerte  dann   dio 

Beeilaungen  der  Griechen  wie  der  Venetianor. 

Durch  einen  Schlaganfall  geläbnit,  trat  Manuel  142S  von  der  Regio-  1423 
ning    zurück    und    nahm    das   Engelskleid.      Sein   Sohn    -loannesVIII 
(1423—1448)  brachte  einen  Frieden  zu  stände,  welcher  ihn  zur  Zahlung  1423/U48 
von  :t<J.O0O  Dukaten   für  di«  pcloponnesischen  Landschaften  veq>flicbtcto 
■  und  ihm  die  meisten  Besitzungen  in  Makedonien  und  am  schwarzen  Moero 
ientrifUK.      Da.1    Reich    war   auf    die   Bosporoshalbinsel    bis    Selymhria   und 
l'Iterfcon   beMcliritnkt.   ausserdem   gehörten   ihm   Ancbialos,  Mesembria,    der 
Ulthos.  Thessaloniko  und  Zeitun.    Zusammenhängenden  Besitz  hatte  es  nur 
■toch  im  IVIoponnes.    .Joannes  musste  diese  jämmerlichen  Ueste  noch  mit 
Piinen    Brüdern  teilen.    Theodorns    und  Thomas  erhielten  Mysithra  und 
Konstantinos  Anchialos  nnd  Mesembria. 

Thcssalonike   hatten  die  Veiiotianer    1-123  dem   todkranken  Prinzen  1423 
Andronikos  abgekauft.     Das   ftihrto  zum  Krieg  mit  Murad.     1426  wurde  1426 
ihnen  zwar  in  einem  Waffenstillstand  der  Besitz  der  Stadt  gegen  Jahre»* 
bribut  zugestanden.     Aber  sobald  Murad  seine  Rüstungen  vollendet  hatte, 


lQfy\  AbriM  der  byünUnUcbaD  EMMn«Mbi«bt«. 

14S0  l'Ogann    er   ilt>n   Slunii    gegen    die  Stadt,  wcldie  2!).  MUrz  M:tO  unl«r  » 
moiutcliliohen  Greueln  eutlgUUig  dem  Oamanenreicli  einverleibt  ward. 

Um  so  «rfolgieicher  warun  die  Palfiologen  im  Peloponnos.    Di«  mMv 
nohmeiulen  Brillier  Thomas  und  Koiiütantin  vemichtutcn    in    einen  ^Btk* 

i'HSOlichen  Krieg   U2S-  148U   die    letzten   Rest«   der   Frankenherrschafl,  St 
FarKtentflmer  Patrae  und  Achain,  und  vereinigten  den  ge«amt«n  PelofNMMi 

^mit  ÄHsnahmc  der  veneliRmstlien  ße»itz»iig«n  in  ihi-ou  Fl&uden. 
Je  nivlir  die  TQrken  die  geiMimte  Balkanlialbinsel  ihrer  HemeUl 
unterwarfen,  Serbien  und  Bosnien  inkorporierten  und  von  Ungarn  mr 
durch  den  lleld»n  Johannes  Hunyad  zurÄckgchalton  wurden,  um  m  |i» 
kiiror  gefltAltete  sich  die  Liige  de«  Schattenkaisers  am  Bosporoa.  Zi 
Muradt  grossem  Zorne  wandte  er  noelt  einmal  seine  hilfeflehenden  t&dbt 
nach  dem  Abendlande.  Eine  durch  ein  halbes  Jahrtausend  »ich  hiniHhaii» 
Kette  von  teilwei^e  rocht  fiivolen  TAuntchungen  der  tirit^^hou  konnte  die  Korn 
in  ihren  etet«  emeut«n  Bemühungen  nicht  irre  machen.  Mit  Eifer  fSr^ott 
Papst  EugenlV  die  neuen  Unionspläne.  Dem  bankrotten  Kai!*er  rtchid(t»K 
ReiiM-getd  und  Unterhalt  ftlr  A&a  Gefolge.  Diesmal,  da  ihnen  das  WaBMrM 
die  Seele  ging,  war  es  dem  KaiiHT  und  den  metat«n  Prälaten,  so  <ten4li>^ 
menii>chen  Patriarchen  Joseph  und  den  »pfitoru  Kardinälen  Bewarimi  td' 
Iddoros,  mit.  der  Union  bitterer  Ernst.  Und  das  FInrentinum,  da«  foiuU 
6.  Ja).  6.  Juli  H39  in  der  Kathedrale  von  Kloranz  vn-kMene  Unionedokret.  urt  inr 

11439    forn  von  eminenter  realer  Bedeutung,  als  «e  dl«  dogtnaUäche  Gmndlag*  Ifr 
die  thatsächlichen  Unionen   der  Kuthenen,  Rumänen  u.  s.  f.  geworden  iit 
Aber  in  Konstantinopel  ging  es  anders.   MAnche  und  Volk  ratiSziertea  in 
Vertrag   nicht,   welchen   die  kaiaeriiche  Regierung   und   der  höbe 
iibgesohlo.'ieen   hatten.    Dogmatische  Zänkereien   verbitterten  deo  B; 
tinern  M?lb»t  die  Todesstunde. 

Vom  Abendland  erhielt  .loannet)  Vlll  zunilchst  »o  gut  wie  koiw 
Daftlr  untersttitzte  Murad   seinen   nichtsnutzigen  Sohn  Oemetrios, 
Patron  der  Rechtgläubigen  mit  türkisciien  Nomaden  daa  tiebiet 
stantinopel  vi>n\-ilstele.  bis  sein  Bruder  Konstantinos  ihn  ru 
und  »elbst  gefangen  nahm. 
1448  Aber  Eugen  W  liess  nun  Überall   das  Kronz  pr»dig«n.    14 

8chierfe  ein  hauptsäcldieh  aus  Ungarn,  Polen  und  Rumänen 
Hcor  unter  Filhnmg  des  KOuigs  ttladislaw  und  Uunyatls  gegen  diu 
24.  D«a.  und  dieiBO  errangen   bei  Kunowija  24.  Dezember   1443  einen 
'Vt44  ^'^^'  ^""^  lenkte  ein,  und  Juni  1444  ward  xa  Sse^edin  oin  Af 
lind  ^rbion  rocht  günstiger  Friede  auf  U'hn  Jahre  abgeeeUosMlL 
während  Murad  in  Asien  beschäftigt  war,    ries  der  beissb(&tige 
legat  Uialio  Cesarini  durch  seine  flammende  Beredsamkeit  den 
Reichstag  zum  offenen  Wo4-tbruch  fort.   Anfang  Aognst  rOdct«  die 
armeo  aus  und  drang  in  schlechter  Zucht  bis  Bolearien  vor.    B» 
Vama  genommen,  als  die  Xachricht  von  Horada  Obet^gang  naeli 
das  Kreuzheer  erschreckte.   Der  schmähliche  Verrat  der  Geanesn 
10.  Kor.  cbristhchen  .*<ache  hatte  ihm  da^  ermflglicJit    10.  November  1444  ta» 
1444     zu  der  Schlacht  von  Varna.  welche  die  Christ^-D  beinah«  gewoMMa 
wenn  nicht  gegen  die  Verabrodung  in  toller  Kampfeefaist  iib4 


IX.  Die  RMtanifttloii  im  PalAologen  and  der  DnUrgUig  (12CI'-I4&3).    ]065 


Hunyadi  Erfolge  KHnig  Wladitilaw  und  seine  polnischen  Rittor  den 
jriff  auf  die  »Hein  noch  standhaltonden  Janitscharen  eröffnet  hatten. 
adiKlaw  6«1.  Soiu  Tod  lithiiilo  dio  Kraft  d«i-  Chriütc-n.  Aber  Hunyad 
sie  den  geordneten  Rüt-kzuR  der  Armee  über  die  Donau,  ihre  Verlust« 
■en  geringer  als  die  der  Tllrken.  Der  Misserfolg  dieser  lofaten  ge- 
tigoii  Anstrengung  Iics8  im  Abendland  eine  thia  Entmutigung  Kiirilck. 
fet  thatsflchlichc»  Unrecht,  ihm  dt-n  Vorwurf  der  Teünahmlosigkeit 
jniUber  dem  Schicksale  der  Oetrüraer  zu  machen.  Vielmohr  hatte  es 
oh  dio  Zeige  von  NikopoÜs  und  Varnn  für  die  oricntaliiKchen  <^iri3ten 
han,  was  in  soinoii  Kräften  ütund.  Nunmehr  waren  sie  unwicdorbring- 
^ihrem  Schicksal  verfallen. 

■  Johann  Vlll  suchte  dann  durch  Gomchonko  Murads  Groll  m  versöhnen. 
Honotinner,  den-n  Flotte  die  Aktion  des  Kreuzhticrs  »ckimdiort  hatte, 
■nen  1446  mit  den  Türken  ihren  Frieden,  Konstantin  vnn  Myeithra 
t«  aich  1444  ebenfalls  der  antittlrkischen  Allianz  angeschlossen.  Er 
te  da«  Herjiogtnm  Athen  »einer  Herr»clmft  unterworfen;  anch  nach 
ma  setzte  er  den  Kampf  fort  und  drang  siegreich  in  Mitte Igrieebcnland 

■  Er  hoffte  auf  des  groiisen  Skanderbeg  Hilfe;  allein  diesen  nahm  ein 
t  mit  Venedig  vflllig  in  Anspruch.  Murad  rUcktc  nun  persönlich  gegen 
Klliloponne.s  mit  einer  Armee  von  60,000  Mami  ins  Feld,  Trotz  Kon- 
aUns  energischem  und  gut  geleitetem  Widerstand  fielen  alle  Burgen 
ttelgriechenlanda  den  Türken  in  die  Hände.  Die  beiden  Despoten  ver- 
digt^n  aufs  tapferste  das  HexamiÜon.  Auch  diese  Linie  ward  4.  De- 
aber  1446  durchbroelioii  und  Koriiith  gewonnen.   Thomas  und  Konstantin 

en  nach  Mysithra,  während  die  Türken  durch  zwei  gewaltige  Kazzias 

lern  Peloponnes  fiO,O0ft  Menschen  fortschleppten.  1447  ward  den  Paläo- 

dor  Friede  gegen  Erlegung  einer  Kopfsteuer  für  ihr  Land  gewährt. 

Verwicklungen  mit  Huuyud  und  Skanderbeg  hatten  diesen  leidlichen 

Jnss  zu  stände  gebracht. 

Kaiser  Joannes  VHI  war  den  3.  Oktober  1448  gestorben.  Der  un- 
Demetrio-s  trachtete  nach  der  Nachfolge.  Allein  die  bi!*lierigen 
LÜtcr  und  der  getreue  Phrantzes  widersetzten  sich  dessen  Ventuch  dio 
iptstadt  zu  nehmen.  Murad  entschied  fllr  Konstantin,  fi.  .Tanuar  1449 
telt   er    im  Schlosse  zu   My.tithra   da«)  kalMerlJehe  Diadem    und    segelte 

tt  nach  der  Hauptstadt ;  mit  grossem  .liibel  wurde  der  Kaiser  in 
m  neuen  Staate  begrüsst,  der  sich  wieder,  wie  in  altgriocbischer 
t,  auf  die  Polis  beschränkte.  Die  beiden  übrigen  BrUder,  Thomas  und 
Esetrios.  teilten  sich  in  den  Peloponnes.  Gegen  Thomas,  der  sich  auf 
en  «eine:«  Bruders  auszubreiten  suchte,  rief  dieser  dio  TUrkcn  zu 
I:  (lieee  stellten  denn  auch  die  Ruhe  wieder  her. 
MittJerweile  war  am  ti.  Februar  ll-M  Mohammed  II  auf  seinen  Vater 
Wie  mit  den  anderen  Kloinfüreten  erneuerte  er  auch  mit  den 
ern  feierlich  Friede  und  Freundschaft.  Während  nun  Mohammed 
^ti«n  mit  der  Niederwerfung  des  unbotmiUsigen  Emirs  von  Karaman 
glliftigt  wai-,  kam  Konstantin  auf  den  uiisoliKen  Einfall,  für  den  in 
kntinopel  inhaftierten  Prinzen  Urchan  Verdoppelung  der  von  den 
gezalilten  Pension  zu  fordern.    Der  gricchenfrenndliche  Grossvezier 


U46 
1444 


1417 


3.  Okt. 
1448 


S.  Jan. 
1449 


1066 


Abris«  d«r  bytBOtinieoheii  Kftisif 


Oialil-PaiHcha  ernchrak  Über    (Uo    thßrivfatu  B 
cliisclic-u  Ucsandten  ins  Lager  von  Aküchehr  j 
med  11  ergriff  mit  Frouduti  den  gUuatigon  Ai 
ein  definitives  Ende  2U  bereiten. 

Mit   doi-  grösäten  Umsicht   loitcto  Moh 
Gricchün    erkannten    bald,   dass   für  sie  der 
Lehen  angehrochen  sei.     Allen  Verkehr  nach| 
schmal-ston  Stelle  des  Sundes  orrichtcteH  Knstd 
Itingon    gegen    den  Festungiibau    wies  der  Sul 

H&S  H52  sandte  Mohammctl  den  Ttirachan  gege 
eine  furchtbare  ICnui»  duri-tizumncben  hatte;] 
3!n  Ijinnsten  ihres  bedrängten  Bruders  ward«  \ 
vürproviantiert,e  »cino  Hauptstadt  nach  Kräftd 

1153  Winters  H.W  da«  Mauevwork  au».  Von  d( 
erhielt  Konstantin  keine  Hilfe.  Das  AbondU 
seine    Kräfte   filr    die  Itettung  der   Romäer 

H52  welcher  den  .nia^ischcn*  Kardinal  Isidoros 
neuen  Union  saiidt«,  entfremdoto  dem  unglUcu 
pathien  der  MOncho  und  der  Massen.  Aber  ^ 
durchweg  union8feindliph.  Wirkliche  ITnterrf 
fast  mir  durch  die  kriegerischen  Mnnnschaftq 
tJnopcl  ansätisigen  Kolonien.  Indosson  «in  grq 
Boinon  Frieden  mit  Mohammed.  Dagegen  d< 
Giovanni  Oiustiniani  kam  mit  swei  Schiffen 
Kai»or  soino  DionKto  unzubietcu.  Zur  Di.spi 
wenig  über  fllJOl)  Mann.  Mit  diesen  erwartot 
heuren  onmani^ehen  Übermacht  und  der  gel 
durch  den  higenimir  Orbnn  gegossenen  ItioseB 
ward  durch  eine  Kette  abgesperrt. 

i.  Apr.  Mohammed  II  erschien  5.  April  1453  voi 

^^"^    sQnlicIi  den  Angi-iff  von  der  Landseito,   wie 

ll.Apr.  11.  April  !l.'i;J  begann  der  Angriff,  allein  vi 
.Erfolg.  Orbans  UiesenniQi-ser  zersprang,  und 
mittelst  dos  griechischen  Feuers  gegen  die  1 
reiches  Oefocbt.  Die  Broschen  wurden  ausgf 
IS.  April  abgewehrt.  Muliainmod  begann  nii| 
Seeseite  und  zwar  von  dur  inncrn  Seite  des  j 
den  Venetianeni  abgelernten  Methode,  worin  i 
Diolko»  uachiihniten,  wurden  die  Schiffe  aufej 
unge  geschafft  und  bedrängten  die  GHenben  i 

Die  seit  dem  7.  Mai  sich  wiederholond« 
wurden  unter  schweren  Verlusten  der  Feindflj 
Auch  der  gegen  die  Blacliomen  gerichtete  Mi 
«rfolgreirhen  Oegenam^talten  den  doutschenj 
Aber  das  unablüs»ige  Geschiltzfeuer  der  li 
Mauern  derniUge  Breschen  geschlagen,   dossj 


1463 


IX.  Die  BeaUuratioo 


löföännd  d«r  üntei^ang  (I261~US3).    1067 


14G3 


Haupt»t»i-i«  nngcsetzt  werden  konnte.    Einen  letzten  Vorschlag,  die  Stadt 
eu  aWrgebcn,  wie«  Konttt.antin  licldoiinitltig  zurUck. 

Um  2  Uhr  in  dor  Natht  Hiuiistiig,  don  29.  Mai  H5:J,  begann  der  29.^  Miü_ 
EVrcht«rltoho  Ringkampf.  Zwei  Sturniläufe  wurden  siegrtiicli  abgeschlagen. 
L>a  lioss  der  Sultan  die  Janitschareii  vorrflckon.  Wiederum  erlitten 
liü  grosse  Verluste,  aU  ein  PfeilschusB  den  unisiditig  die  Verteidigung 
leitenden  Giustiniani  schwer  verwundete.  In  der  ersten  Betiubung  eilte 
JT  nach  dorn  Ilafen,  um  sich  auf  einem  Schiffe  verbinden  zu  lasmin.  Die 
antretende  Verwirrung  beinerktu  und  bciuit^te  SiVganos-i'ascha.  üntür 
ratendem  Kampfe  mit  den  Verteidigern  netzte  ein  Haufo  Janitüi^haren 
Ücb  ftuf  der  Mauer  fest,  während  ein  anderer  Haufe  das  kleine  Pförtehen 
Cylopcirta  unverschlossen  fand  und  ntif  der  Mauer  nach  dem  Thore  von 
Idrianopel  vordi-aug.  Durch  nuchütrömtinde  Eamcraden  verstärkt,  fielen 
lio  dem  Kai»cr  in  den  Hilcken.  Die  tQi'kischen  Kanonen  öffneten  jetst 
üne  rie»ige  Bresche.  Konstantin  fand  tapfer  kämpfend  dem  Heldentod. 
We  Sieger  verllbten  unter  der  schwachen  Besatzung  ein  fürcbtiTlichoa 
Jenietze]  und  wandten  nieb  dann  zur  Plünderung.  60000  Einwohner 
rurden  zu  Gefangenen  gemacht.  Eine  Masse  Unglücklicher  waren,  anf 
)in  alles  Orakel  verti-auend,  in  die  Sopbienkirche  geflohen;  liier  sollte 
»ine  plötzliche  und  wunderbare  Wendung  des  Schicksals  der  ('bristen  ein- 
Z«t«D.  Die  Thilren  wurden  mit  Äxten  eingeschlagen,  an  den  ungUicklichcn 
fiisas^en  alle  Greuel  des  Kiiegsrechts  verUbt,  der  Dom  selbst  bosudult 
lud  entweiht 

8  Uhr  Morgen»  den  30.  Mai  zog  Mubaumied  in  die  eroberte  Stadt  30.  Mal 

kund  nahm  die  äophienklrche  fUr  den  Ti^lain  in  Besitz. 
Das  ganze  Abendland  brach  in  laute  Wehklagen  aus  Qber  den 
idiweren  Verlust,  den  durch  den  Fall  dor  alten  liiSnterstadt  die  Christen- 
leit  erlitten  hatte.  Die  spärliche  Hilfe,  welche  der  I'apat  und  Venedig 
»andten,  kam  zu  spat.  Die  pelopnnnesisohen  Despotatc  teilten  sieben 
lalire  später  das  Schicksal  der  Hauptstadt.  Oas  römische  Griechenreich 
irar  aus  den  Annaion  der  Geschichte  ausgestrichen. 

Der  Maimonat  1453  hat  das  byzantinische  Kaisertum  definitiv  zu  Grabe 
getragen.  Mit  der  weltbeherr.schenden  Stellung  der  Üriochen  war  es  längst 
tue;  auch  der  falsche  Schein  derselben  ging  jetzt  verloren.  Aber  Byzanz  bat 
»inen  gewaltigen  Erben  gefunden.  Der  russische  Cur  nahm  die  paläologischo 
Prinzessin  zur  Ebo;  die  Krone  Konstantin  Monomachs  wurde  dem  Selbst- 
l)em*cber  Aller  Iteussen  auf  dem  Kreml  aufgcKotzt,  Das  riissi-sche  Koich 
ist  die  that^Tiftch liehe  Fortsetzung  des  byzantinischen  Kaisertums.  Und  wann 
Dinst  die  Hugia  Sophia  dem  wahren  Glauben  zurilckgogoben,  wann  einst 
KJt'inasien  der  scheuHölicheu  türkischen  Misswirtsehaft  entrissen  werden 
M>11,  80  kann  das  nur  durch  den  russischen  Caren  geschehen.  Englands 
HTidomtAnd  streitet  gegen  Natur  und  Geschichte  und  wird  darum  mit 
äichvrhcit,  wenn  auch  vielleicht  erst  recht  »plit  unterhegon.  Kaiser  von 
Konstantinopel  kann  nur  der  Beschützer  des  orthodoxen  Glaubens,  dor 
riwsiaclie  Oar,  werden,  sofern  er  sich  der  grossen  mit  dieser  Aufgabe 
verbundenen  Verpflichtungen  ernsthaft  bewusst  wird. 


U&3 


Allgemeine  Bibiiogi 

1.  Politische  Geschl 

1.  Zntwmm<iaf««i«itde  D»raUl 

I 

Don  bed«ut«näst«Ii  Urund  h$i<  «iour  der  gilitsm 
da  Frcan«  (Da  Ctinge).  durch  folgende  Worko:  i.  1 
Im  ampnreun  Knuii;oiii,  Pnri«  166K.  j>.  tii«toriii  byx«nä 
Paris  1980.  Diese«  nocli  lionto  Hbeolut  lui^ntbebiliobw 
pHKiaierl^n  und  büußj;  audi  unt^^r  iliren  SpoeiHl titeln  »ti^ 
bj-nkDliuae  neu  Htcmmutu  iiiipLTuturuui  CpuliUuonim  (Üeufl 
mit  der  b}'Uintinisoli«i  (tMChiobt«  cag  vorbundciion  bDiIi 
famition  nohiit  Abbildungon  Ton  Manxnn.  Minintarrn  u.  M.1 
nrii  di-Hcriptio  arbin  Clioliteiiao  •|iiJili-i  oxiilit  siih  imiiM« 
Topoitrat>Tiie  von  Kjiol  mit  rticbliultigvii  NiLcbweiBcn  <lt 
P&lAste  u.  s.  w.).  Auch  dieaer  ThI  bluilit  oo^b  immd 
Gebiete  der  TupviKriipliio  iud  Kpol  in  dar  neucron  K»)i  % 
liniiteban  l'umiliorigrnicbiohlo  geiirbnitot  wordnn  wL  J 
byzanlimiitUcn  lltutorikom  (Üntor^hronik.  Zcinnia»,  Nik«^ 
KiDnumoN.  Nikrpbornii  Grc([oriMi.  Zar  craten  Einfübri 
froilioh  nicbt  gä^iguel.  —  Nichts  als  eine  Cbuisetziing 
BchliMsondeo  byiaiitini4ch<iii  Uiatoriker  uud  Cbroiualca 
Histoiro  de  Cple  <l»puis  Justin  jua^u  u  lu  Ud  da  rempire.  ] 
holt  Piiria  IGHö.  —  Cb.  Le  BeRU.  HJHtoiro  du  Bm  Eq 
mit  KortMttung  — 1.SI7.  Noiivcllu  itditioD  pur  !^aillt-II|i 
Dio  cnitnn  Teil*  Biiob  in  dnutuchor  rboriictiung.  J.«ipij| 
ver«rbritet*i  und  daher  xicniliob  luivprdniilicJf»  Kompil 
hl.  Gibbon,  llietcry  of  th«  decline  nnd  fall  of  tho  Bon 
bis  17SS  und  oft  wiederholt.  Eiue  n«ue  Auajittbe,  di« 
d«ni  KCgmwSrtl^B  Stand«  dw  Forschung  Migepaset 
j«txt  Vol.  I.  liondon  1^96.  DeutBcbe  UbersHiung  voi 
Auflii«*  1843,  1854.  1862).  Di«Bc>B  ktnseixcbc  Werk  ia 
und  dnreh  sein  geistvoUos  Kaisonnonmnt  fUr  dio  Verhroi 
tininahen  Well  bahnbrnchend  geworden,  obiichon  nich  gl 
tlmn  die  Ansehnunng  von  eint-ni  iinHuflialUamen,  w«si 
wirkten  Vorfull  nls  irrtDinlicb  erwiesen  haben.  —  Ai 
hoDdert  George  Finlny,  der.  durcdi  Jebvndiice  AuffM 
und  durch  intimel»  Kenntnis  dor  Urographie  und  KtluH 


^  1.  FoUttBOBÖ  Oeaddcht».  ^  1069 

j  die  wAitoii  PerioileD  d«r  TÖmia«Ii'tiyuDUuiacli'ii«ugi-iuchi8dlien  UMObicIita   in  vi«r  grosMii 
Werken  d««l«Ute.    Nacli  Bcineni  Tode  bcsurgtc  H.  V.  Toxur  ein«  von  dem  VurrAsaer  selbst 
I  UoBlt   TorborMtoto   imd    bodcrutond    vcriiirluto  (iusnnitiiusgabe  d««iielbL-u  utjl«r  dtMu  Tit«): 
A    luilory  of  (iTa«o«  frcim  iU  conqupxt  \>j  tho  KomnuB  tu  tb»  ptciiont  timu  (U.  C,   143  to 
A.    t>.  1S64),    7    voll.,    Oxford   I8TT.   —    In    deutscher   Cbersetxung   erscbica:    l3.    Klnlny, 
I  emeh«idnii4  untvr  d«n   lUlmorn  (Uli  v.  Chr. -TIS  n.  Chr.),  Ui|>iig  lb61.    Klne  ansriüir- 
'  liefa«  Desprochiing  von  (>.    Finlny,   Medieval  (ireece  und  Tiebizond  18&1,  gab  J.  Fall- 
merayvr,  Geeanimelte  Werk«  3  (1861)  298—330.  —  Wiad.  tl«  Bruuet  de  Presle  et 
Alex-  Blaiicb»t.  La  ötice  de|>uis  lu  c;on<|uOte  lomatne  jus(|u'i(  oos  joun.  l'aria  1860.  — 
Baptiatin  Paujoulfit,    Uiitoiru    de  Cpl<?    i^umprcusot   le   Bus-Empire   et   rRnigiir«   Otlo- 
■aan,  2  Bdc,   l'nris  1)^58   (popularo   Zusammen fiissuog   ohne   wiBHCuscharilicbcn    Wert).    — 
Ein»    (T&llig    kindincbo    Kompilation   hob  Gibhon   ist   dns    Unch    von  Vi.  v.  Andlaw,   DIt 
bjxaiit inischon  KnisDr.    Mainü  ISÖö.  —  Der   h^e  und  gTilndtidiste  douUch«  Forscher  auf 
idam  Gebiete  d«r  b^xnntini schon  Geschieht«  ist  Karl  Hopf,     Ausser  versohiedeu^n  Mone- 
)  gnpldetl   (•■  u.)  Bi'hrjub  er  ein»  zusHinineafu^ende  und  nainuntlicb  für  di«  Qeaobichte  der 
riBnki«Rhon  NnrrscbuftoD  grundlegende  .UoBchiobts  ürieubenlnuda  vom  lioginn  dun  Mittel- 
alten    bis  auf  uneore  üeit'  (31)5—1)^21);   sie  ist  leider  vcrgrnbon  in  der  ebenso  grosanrtig 
kIs  answeckmOasig  angelegten  Erecb-  und  Gmber'acbon  EnE^klopiidie  1.  Sekt,,  Bd  8')  und 
86,  Leipsig  1867—1^06.    Vgl.  di«  Besprocbnng  von  A.  v.  GutschmJd.  Lit.  CeulrHlbt.  Iäti8 
A.  8S8  ff.  ^  Kleine  Schriften  6  (1894)  42G-'434.  —  Zar  KinfObriuig  dienen  fQr  dmiUobe 
Leaer  Md  bcalcn  die  neuig  selbst  An  di(;eD.   uber  diuch  schwungvolle  DurtilcUung  und  gute 
Gmppiorung    dos    Stoffes   nuageneicbn^len    Werke    von    (i.    Fr.    HeilKbf rg,    (SoBoliiohte 
Oriecbe Blande  seit    dem  Absterben    des   antiken  l^^bens   bin   mr  (tegnnwart,   3  Teile   und 
Begieteibend,  (iotha  1^76—1878,  und:   Ueechichle  der  B^xantinnr  and   d4s  osmanischen 
S^Jehes  liia   fegen  Kndo   des  16.  Jahrhunderts,   Berlin  1883   (in    d«r  von  On«ken  heraus- 
gegebenen allgemeionn  Ue«chiebte  in  Kiiixeldarolellungeu  II  7.  Tiiit).     Eine  CbervicLt  gab 
Rertiber«  auch  in  Pnuly'e  BeulenzykiupUdie  ).  Bd  2.  AuH.  (18Q5)  S.  2552  IT.  —  Eine  lec- 
bare  popallro  ZusRminenfiteaung.  die  keinen  Anspruch  auf  wissenschaftlichen  Wert  erhebt, 
gab  C.  W.  C.  Omen,  The  Byinntine  empire,   London  ISH'i.   —  Kungofasatn  Dnrslellung 
▼eo  Ol.  Bajret  (89&~1095)  und  A.  Uamhaud  (109ö— 1481)  In:  E,  Luvisso  otA.  Kam- 
bKiid,  HJstoIre  g^n^ral»  da   IV"  sii^cle  k  nos  jonrs.  3  voll.,   Paris  1893-1894  (Vol.  1, 
161-208;  62S-6ä7:  2,  7'J8-883;  8,  789-868),  -  Eine  Skiwe  dur  byiantinisohen  Oe- 
aduuhte  von  11.  (ieltnruU  Anhang  diesesBuoliBS. 91 1  —  1007.  —  Endlich  sind  xwei  griechische 
Werks  la  onnnan:  K.  t'aparrbegopulos.  'foio^in  loü  V-^iiiniov  c.1rVT(,  2.  Aufl..  h  Bde 
(mit  Alles),  Allien  1887-  1^!^  ein  auf  selbständigen  Studien  bograndetos  Work,  da«  von 
den  ill«et«a  Zeiten  bis  auf  1832  reicht.    Ein  AuB;fUg  aus  dem  Werke  erschien  frannOalsr-h 
«Ja:    Hiatoiro  de  la  olvilisatioo  helt^niqiK*.    Psris  1878,   —  Sp.  Lstnpros.  'lainpla  r^(  Tl- 
Juidvf,    Alhon   I8rj8  — 1892    (bis  jrltt    drei  liHudu,    die    von  den  ttitesten  Zeiten  bis  auf  die 
Kaüenti  Irene  ruidii-n;  das  Werk  hoII  bis  auf  König  Otto  gafUhrt  worden).  —  Ausserdem 
«ind  natArlicb  die  Kuf  Bjuuu:  bexQglichen  Abschnitte  in  den  univ ersalb Istorisc hon  Werken, 
■.  B.  Renke.  Weltgeecb lebte  Bd  4— t!,  Leipilg  1883-1885,  sowie  die  Daratellungen  der 
;fia]ieBlecben,  slavlscben.  persiacben.  arabischen  und  tUrklscheu  üescblchte  beizuzlehon. 

!k  S.  Spealalwerke,  d.  h.  DaratellaogeD  einzelner  gr6eaeter  Zeilabaehiiltte  und 
m  einael&er  Oebietatells. 

W  A.  Elaselne  Zeitabschnitte:  I.  .Xlter«  Zeit:  8ob.  Lenain  de  Tillemont, 
tatAJT«  des  enipereura  et  des  autros  prLDci.>a  ijui  onl  rvgn^  durant  les  sjx  premiera  sitalee 
■ie  I'^gliao  et«.,  6  voll,  BrQaael  lt)'J2  tT.  Oft  wiuderbutt  (reicht  bis  auf  Anastasios  I 
inclne.).  — ■  Montesquieu,  Cunaid^rations  sur  Ice  e^iusea  de  la  grandeur  dea  Romains  et 
Ito  lear  Mcadeaoe.  Kinn  neun  Auagabo  mit  einem  Kommentar,  in  dorn  auoh  auf  die  iniuu 
■Mwiakelang  der  byiant.  Studien  Kncksicbt  genummvn  ist,  venuixtaltete  C.  Jullian. 
T*ci»  1896.  -  Wenig  nQtxt  jetzt  W.  Ziukeisen,  Qwchicht«  (iriecbenlandH,  I.  Toll  (bisxuni 


1070         Bysantinische  IJtteratnrg«iohichte.    Allg 

HMr«awi)to  Knnig  Rc«»m>.  Uipiig  1882.  -  AmÄdrfe  1 
nub  d»puiii  U  (ofl'iabOD  4e  Uoiae  ji*M|a'k  la  fin  da  gt 
Pari«  1$«2.  -  Am^dte  Tlnvrry,  lUcita  4«  l'kiatoiN 
]>en>U'ra  t«ni|Mi  do  rcmplre  d'Occidoat.  2.  S^rie:  I'n 
Itafin,  Eutrop«.  fttiticon.  4.  Stii»;  St.  Jwu  ChrjrM«!«) 
»atäU*  ebrMienn«  «a  Orioit.  6.  8M«:  NnalorJiM  et  Bl 
V  Müde.  Pwfa  1860.  1865.  I8T2.  1879  ~  Thom. 
87B-47«.  4  MlL.  Oxford  1880-85.  —  V.  Durqy, 
Pari«  leSS  (von  DJocIettRD  bis  «uf  dan  Tod  Th«od«Mi< 
OtMihiebte  dca  Uotvi^aoits  der  antiken  Watt.  Knim 
Hand  bchaiKlclt  di»  !£(>i(  KonstanlinD  d««  Grcmen  bis  I 
Uurj-,  A  hiiitory  of  lh<!  litl«r  Kom*n  emplr«  from  ArM 
D.},  2  rolL.  lADdon  1889.  Da  sich  die  Spf&nlstudi«* 
Mit  arstrack««,  8t«ht  wohl  ein^  FortBotiung  diniMT 
8chlaB8«r.  0«aoluctit«  der  bildoretflnnemltni  Kaisfr, 
r«r,  Byiiuitiniaoh«  QMeliiciit«n,  3  Bd«.  Orai  I8T2 — I 
QeBK^icIil«  Vt-nedtg*  hia  lOfM.  der  xwcit«  di«  V6lk«T 
und  Bnlgarnn)  nnd  ihr«  HMiobungoii  tu  Bi-uini,  dor 
von  978- lOT]  mit  bMonder«r  Rfleksicht  auf  di«  ki: 
LoidM  iKatt  di*  Obj«klivilAt  dea  anregenden  Werke«  n] 
Stadien  sor  byunliniaobeii  OeMblelite  d«a  11.  Jabrbiin<{ 
Bahr  lebrreiobo  Skiua  dor  vorkomnemMhen  Zusliad«  id 
Dia  poliliaoha  und  kirehlichn  Riollang  von  Bjinnx.  V| 
Oera,  Uipug  1879  8.  32— .■>.•>,  -  Cnrl  N*umniin.  d1 
K«tiobo8  vor  den  KreuixQgen,  Lelpu'g  1894  (wiehligM,  t 
S.  N.  Palnniov.  Dvr  SQdüalen  Eurofiiis  im  14.  JabrhJ 
60— lOS  und  Itd  96  Aliloil,  !I  ^-56  lullgemcinnr  Cbci 
—  T,  Flurinokij,  l'nlitiichcr  dnd  kultarclIoT  Knmpf  in 
HAltto  diw  14.  Jahrb..  Kicv  IR»»  (ra««.).  -  Hauptwort 
ReiobcN  irt  dn»  nchnno  Buch  dco  Juii>l(>n  Pnuloa  KnI] 
«na  itjt  n^iiittit  ft^Xf  '^^~  '«'Lri'i'ni'ac  «iUuiifai;  (1204'-I4{ 
TmQxaXfatof/iii'^  'Eiin't.  Athen  18G9  (niir  uiuuglLnglit« 
tboldy.  Oeticbivhtu  (Irieebenlands  ron  der  F.robpmngJ 
im  Jalire  Hö3  bin  auf  unnre  Tige,  2  Ild^.  Ijnipzig  I 
Beilrttge  lur  hytantininohcn  ümchiuht«  aurb  bei  I'.  K^ 
1882,  Sp.  1'.  [.amproN,  'faiopini  ftfltt^fiaia,  Atlien  E 
'JffrofURiI  Jtfiayftattim,  Athen   1890.  | 

B.  Einxclna  (iobiutatoile:  A(h«n:  Sp.  I>l 
lop  JaiJtxiimv  fiwvai  xaiti  nt;yB(  «Vr'iRJrotf,  Athen' 
Mhiohio  dor  SUdt  Atben  im  MilUlalter,  2  Bde,  StuttgJ 
auf  dnn  Koreohungoa  von  K.  Bopf,  isl  aber  durch  di«J 
von  biMbendem  Wert«.  Die  auf  limgu  SIrorken  («ehr  ii 
«eil  atlicninc^lio  Geschichte  wuisa  ür.  durch  gcschickto  Beil 
geaehidite  zu  «rgftnivn.  —  li.  KonxtnntinidcR,  'f'repj 
«$ai(  fifxm  IUP  ttovt  1821.  2.  Aufl.,  Athtn  1894.  —  " 
Stndien  Wiohtign  onthaIt«<n  die  nncli  ihrem 
Uegaodou  Work«  von  Coiut«  Ll'oh  do  Ln 
eleit  d'n|>h:H  dos  dovuuienU  inddita,  2  voll,,  I'nri«  1856,  i 
JtSr  'J»ijya',i»r  ini  Toi'qxoiigatinc,  2  Dde,  Athen 
MfijfittH  t^(  ht«i/ia(  twr  ' j1»tjraiu)y,  3  Bdo,  Atheo 
Briefe,  Vertrftgo,  Pirmane  n.  a.  w.) 


n  1894.  —  UJ 
n  Haiiptplafle  ] 
^nbord«,  Äthf 


1.  Politiscbe  Oenobicht». 


1071 


^E  Pelopanoen:  I'h.  Kallmaraj'or,  UnMihichto  dar  Hnlbinse)  Höre«,  2  ßde,  Stutt- 
^frt  und  TQbtageD  1S3(I— 183Ö  (g^ietreich.  aber  na^cKcbt  gegen  die  oeugri^cliiscbe  N&tionn- 
liUU).  -  Dmu  die  S.  887  an gefOhrtM  Werke  vou  Bucboa  u.  a.  -^  PalriiB:  St.  TUoino- 
pDlo«,  'feiDpi'a  iij(-  Tiöitta«  Ifn>(Hii»-,  Alh«u   1888  (mir  uniugüriitliah). 

Tboomilien:  L.  Fr.  ThTcI,  \)c  TbcMHH)ouit.'ii  eiuaqiie  agro  diwertntlo  geographira, 
Bertin  1930  (vortrefTliphi^  Monogrnphin,  in  der  auHHu  der  (leogrnpbi'o  anch  dio  Oeecbichte 
gabflbrwed  berUcksicbtigt  ist). 

Epirua:  F.  Arabantiaoa,  X^ointygaiplii  tiit 'Httie^v,  2  Bde,  AUien  1^6-1657. 
—  Jo.  A.  HomuQoa.  iliQi  laö  .Ifnotäiaa  (ij;  'Hittifi»,  Korfu  1895  [wortvollo  Uo- 
Mbiclit«  d«(  ÜpapotaU  von  Kpirus  TiOi — 1-140). 

Kerkfrii;  Andr.  Miiatoxydes.  Dnllo  com  Corcircsi.  Ünnd  1  (nicbt  m^Jir  oiw-bienen) 
Korhi  1&*8.  -  And.  M.  Hidromonos.  IvKintir^  laiogiB  i^(  h'coKi'pir;,  Kerf«  1896.  — 
Mehrere  Texte  lur  Goacbiobte  von  Korfo  ed.  8p.  P.  Lampros.  K*f*ffvliiii  'Arixiota, 
Albea  I8t)3. 

Kopballenia:  Urkandeu  u.  a.  w,  tnr  Oeachiobt«  von  Kepballenia  geben  Marino  e 
Nie.  Tignatorr».   Uomorie  storiobe  e  oriticbe  dell'  isola  di  CafBlenia,    2  tide,  Korfn 

KjthnoB:  A.  N.  Ballendas,  'lata^in  rijr  i^'dai-  Kvirov  äni  tat-  np/aiornioif 
/fetwr  fi/xft  itir  in»'  tj/'üci  Atb«n  1896. 

Kreta;  li.  t'npadopctrnkla,  '(diopi'R  lujc  Sfmliai'  ^rw  fiiffot  ifc  KgijtiK^i 
tttefint,  Athen  1K8K  (bl^gin^t  mit  Am  Krabcrung  Kreta«  durch  die  Arabor  um  835,  wird 
aber  ent  für  dio  leisten  .tahr hunderte  nusfilbrlirher), 

Rhodos:  l>i«  Geacbichte  dor  Iniifl  Rhodos  in  der  byzanliiiiuchen  und  neueren  Zeil 
Vm  Kuf  1523  bebsndelt  Cetil  Torr.  Rliodee  in  modern  times,  Cambridge  1887.  Kin  Kx- 
ivrpt  aus  dieeieui  Buche  ist  die  nur  a.h  ]>rivater  Seiiaratdruck  verOffentlicbto  Abbandlung 
von  Ceeil  Torr.  RbodcH  umti-r  tliu  B,vxuutiues,  Cambridge  1686.  Vgl.  die  BoHprechung 
van  S.  Beinach.  Kcvu»  Crili<iuo.  lome  22  (1H86)  188. 

Cyporn:  G.  S.  Phrnnkudes.  Kertpit  ^loi  vi  Ki'fipioi  i^{  atjfiiQoi',  Athen  1890 
(nnaelbalJUidig].  —  ItHiiptworko  sind  di»  S.  902  zitierten  Schriften  von  Mas  Latrie  und 
Sftkellarias. 

Trapecunt:  Ph.  Fallinurayer,  Qeechiebte  dea  Kaisertuma  Trnpezuat,  München 
1827  (gnmd legende  Daniel lung).  —  Neuo  MDlrrinliun  ttir  Guschicht«  von  Trnpczunt  ver- 
«ItaÜlchU  Ph.  rnllmcrAyer.  AUhnndl.  bayer.  Ak.  3.  Cl..  3.  Bd.  3.  Abt.  ÜMS.  -  W. 
Tiseb»r,  Trapezunt  und  seine  Uedontung  in  der  Geschichte,  Zfiitschr,  rOr  «Ilgem.  0*- 
•ehicbt«  S  iStdltgart  1886)  13-39.  —  Vf.  Fischer,  Trapecus  im  11.  und  12.  Jahrb.. 
Mitteiltingen  des  Infilitate  f.  G«lerreich.  Gescbichtaferseh.  10  (1989)  177-207, 

Palfiatinii:  Alphonse  Courot,  La  Palestine  aoiH  les  empercurs  grees  (323^636), 
Oreneble  1869  (von  R.  Rahricht,  Räumers  Hislor-  TnaL'bBnbueli  1875  S.  3B8,  ala  Muster- 
•wtik.  bMeicbnet  MirunKugUnglicht.  —  Gr.  Palnnins,  'hfaaoivpiiii  ^idi  titii'i/ia;  laiagla 
T^C  »yl»<  töXKiie  'ItQot^alijfi  ün6  r^t  it/iiluaattat  nvt^s  tias  iwf  fiurürtiii  j^^oriur,  Je- 
mwalem  18M. 

Afrika:  Ch.  Diehl,  Rapport  aur  deux  miwions  archäologiiiuea  dans  l'Afrique  du 
TtoTfl.  F.ilratt  dce  .Nuuwllea  Art^liivea  den  Miaeious  ecientiliquea  et  lillitraires*.  Paris 
1894.  Vgl,  li.  Z.  4  (1895)  139  ff.  —  Ch.  Diohl,  ^tudes  sur  rhiatuire  de  la  doiuluatiou 
byuntine  en  Afritine.  Le  goiivornement  bjZAolin  et  Icia  popnlntion»  indi(:^nes,  B.  Z.  4 
(1895)67—91.  -  Ein  grosseres  Werk  von  Ch,  Diehl  Obor  die  byzantinische  Herrschaft 
{■  Afrika,  daa  von  der  francOMisuhen  Akademie  mit  einem  Preise  gekrOnt  vorden  iat,  be- 
flndet  aich  unter  der  Presse. 

Unteritnlien  und  Sizitieu:  Kin  umfassendes  Werk  über  die  Griechen  in  Unter- 
IIbKm.  in  wolehem  iwben  der  alten  und  nonoren  Zeit  auch  diu  byzantiiiische  Periode  cin> 
C0li«Bd  herOcknchtigt  ist,  gab  Fran^ois  Lenormant,  I.n  (irando  Griee,  3  vull..  Paria 
1881—1884.     V|l.  snch  Fr,  Lcnotmant,  X  travers  l'Apulie  et  la  Uonaie,  Paria  181^ 


1072 


Byz&nUntBcbs  UtUrctarfMchichte.     Allg 


(mir  luinigtiieUdi}.  —  Knne  Dnnrtollung  dtr  GtMiWchj 
E.  I.avias«,  Ili*t«iro  gändraU  <lu    IV"   iiii«lo  k  not  J 
Italy  undw  tbe  Lomhonlii,  Seottieli  KavUw,  Jiuiuar  IS96 
UMiltuugen  in  Itolien  von  e.  600-640).  —  M.  Brun,  '. 
und  10.  Jakrii.,  Od«aM  1888  (niM.).  —  T.  D.  Nerutixi 
loV  /ifioi-  ii/oii«,  llBfrimait  10  (1886)  167—174  (mit  A 
MuienLilil««  nua  Mi-Minu).  —  F.  Hirsoli,    De  Italuit  I 
Btrlin  1»S4  (mir  nntugliiglicb).  —  F.  Hirsch,    Dm  bJ 
gang  Am  langobardinehon  Hoioliea.  Leipcig  IS71,  ~  0. 
0  firoci  f«T  Ifl  »toiin  doli'  Italin  moridioanlo  nel  medi«  I 
rani.  Dno  raliqnie  d«!  Ilixantiniuma  in  Pufli».  Aroh.  ■ 
(188S)  608-620.  ~  Fr.  d'Oridia.  DI  lüeam  documonl 
nuddioiul«  dei  Mculi  XI.  XKeSIII,  Arch.  etor.  pw  la 
)iia  607.  '-  Für  di«  Quolttn  d«r  G««e)iiclit«  d«s  byiantintai 
Im  Tonil  doUn  utariit  dello  provincle  NnpoleUne  dal  568 
provinclo  NniioIcUne  1  {1876),  2  (1877),  6  (1880).  —  E  ' 
d'Otrntito,  firaD»  188Ü  (mir  uniuginglioh).   —   A.  ß. 
Uu^raaait  13  (Ig90)  126-184.  ~  Klos  plMtische  So! 
all«tlichen  Saditallen  und  Sixilim  gibt  A.  7«B«loTBk(j, 

Zur  Kloster-  and  tlnillgengoschlriiU  da«  bjuntinii 
dj  Calntiria  nionaco  bagiliaiio  nel  dMsimo  eecolo.  Napottj 
8t«no  Itosiliauo  dt  S.  PHncnuiu  huUu  scogli»  di  Scills 
SpeleoU  owero  S.  Elia  di  Rtsg'«  di  Calobria,  monaco  j 
1893  (hiuidolt  ».  175  -19«  nuoh  Ober  du  Ubon  doa  jfi 
d«S  UOblcnbowobnoni  Klian.  don  Klla«  von  Kenn).  J 
Oryplofuntenai  eius<|U«  bibliotlieca  et  eodioibus  prae« 
1893  (Oaaefaicbt«  der  vom  hL  NUos  aus  Bosaaoo  am  | 
Abtei  Grotlu  FerraU).  —  Uanobe  BoitiAgc  lur  GMdii« 
Kalabricu  Ibus.  Sftala-Unria  di  Torreti)  und  rar  Keuntnj 
reiixo.  La  quattro  motte  oiitinte  proMO  Hcggio  di  Call 
menti,  SionnaläSS.  Vgl.  die  Anxolso  von  I*.  Baliffol,;! 
ßfttirrnl.  L'ahbaj-a  d«i  Rossano,  rontribnlion  k  rhistoifl 
«Inor  F.tnl^itiing  Ober  di«  liyzanliner  in  Uoterilalien  ~ 
S.  XXXIX  augL-niirtu  Litturalur).  Vgl  die  Beaproehi 
&98-601. 

Zur  Sprach«  d^r  Griecban  in  Italian:  D,] 
(treci  d«tr  Italia  nieridinnale.  Pisa  1666.  —  G.  Morosi,| 
d'Otrantii.  Lecoe  I8T0.  —  0.  Moruai.  Diuluttl  romaicl  i 
Ina,  Arubivlo  glottologico  Italinnu  4  (1874)  1— llSi  Dfai 
Iluva  H.  ht».  8.  71  ff.  —  Vgl.  auch  G.  Moroai,  Fol«!! 
meridiuualu.  I'tirt«  prima;  Proviacin  dl  R«ggio,  Arobtvi^ 
7C  -U6,  und  U.  Meyct,  AIcuno  nggiunte  all'  artioolo  « 
dialetti  duM'  Itnlln  mrridiunnln,  Kbondn  18  (1890— 180u 
It  dioletto  grococalabro  dl  [iova.  vol.  I.  Torino  1860.  -^ 
F.  Tocnr,  Tbo  graek  speaking  population  of  sontkem' 
(IS89)  11-43.  -  Einig«  Bildn  und  MUrekuu  au»  Kat^ 
non.  vul.  14,  Paris  1870.  —  V.  D.  Puluinbo,  Lt«  tfl 
grioKbiaoh-anlciitiaiaclie  VulksertlÜilung),  l.o  Muiil'ou  3  j 
pinlbl  o  Luigi  Bruxxnno,  Kuccontl  groci  dl  Koccsf« 
dpno  l)«itrilgi-  untbnlt  ancli  dio  Ton  Palumbo  h« 
Jenün«.    Letco  18«7  ff.    -  WoHo»  LiUcratnr  bei  Ol 


1,  PoUtiseli«  G«aehiDht«. 


1073 


^i ■|iliiii  der  nviigriuchitcliei)  Muudaitvu  =  Ncueiiedi^  Studien  I,  SitiuogaW.  Wionvr  Alt. 
SO  (1894)  83-97. 

,  über  dwbyiBnIinUchiin  Urkunden  aus  Smlion  und  UnU<ntnlien  vgl.  8.328  ff. 

h    GbN  byiantinisclics  Recht  in  Italien  s.  die  S.  613  f.  uigeftthrt«  Littoratur. 

^B  3.  Monographien, 

^P  A.  Ti«rtefl  JnhrhuDdert:  J.  Lturckliardt.  Die  Zeit  Konstantins  dca  OrDssen, 
.  Aufl..  r.ifiji»i(;  1880  (lUuptBchritl),  —  V.  SchuHie,  Untereucbungcn  xur  Qesr.liichto 
loiMtantiiu  des  Grauen,  Zuibichr.  f.  Kirctiengesohichte  7  (t88.'>)  349-371;  S  (1Ö86)  613 
U  &43.  —  J.  M.  Flasoh,  ConNtnntin  der  Grosse  nU  erster  ehrislliehor  tfiiisor.  WOrtburg 
EtSt  (unkriliflcher  Punegyrikii«).  —  Lntliar  Sniiffort,  ConstanliDS  Geselle  iiod  das 
ibriricnluni.  WDraburg  1891.  —  Funk,  KoDstitntiu  d.  Gr.  uud.  il.  Christi.' n tum,  Thcolog. 
InsrtaUcbr.  78  (1896)  429—162.  —  Eine  .SkiMi.'  der  Biogm|)liio  Konstnntins  do»  (JroMi^n  «nb 
L  Cnsbiog  Richnrdsoii.  EusebiuB  (=-  .\  Si^loül  librury  of  Nioeiie  nnd  Post-Nicene 
ktfa«ra  of  the  diriatinn  ctiurali,  Sui'uDd  Serie«,  vol.  I),  Ncw-York  1890  8.  4It— 4e&,  Hier 
i  45& — 4C5)  Blieb  ein»  büclmt  icicbhnitigo  Bibliographie  Konetantina, — J.  U.  Bury, 
We  of  Ute  Bultle  uf  SingArn.  B.  Z,  5  ilf^Oi!)  302-305  (344  n.  Chr.).  ~  Aug.  Nennder, 
Fb«r  Kaiwr  JuliHa  und  sviii  ZoiUltär.  Heidelberg  1312.  Auch  In  euglisolier  (^bisrsolxung 
an  Cox,  ijondon  IfiöO.  —  Rciidull.  Tlie  etuperoi-  Juliuo.  Pagauism  imd  uhrist iunlty. 
I^Utibcidge  1^79.  —  V-  Duruy,  L'  einpereur  Julieu.  Ainmaire  do  rossoc.  17  (1^3) 
U — 178.  —  Chntail,  Vie  de  Temporeur  Julien  surnomm^  l'ApoBtnt,  Saint— Ktiviiue 
BBA,  —  Herrn.  Hacker.  Zur  Geachichto  des  RBlaers  Jutianna.  Progr.,  Kreiiznuch  1846. 
-  Ouil.  Scbvf»ri,  Do  vila  et  aoriptis  Julinni  imprrntorrs,  Diag,,  Bonn  1SS8.  —  Ü.  Tb. 
[oeh.  De  Jutiunu  imperatore  acnplorum  (|ni  ro4  in  Gnilln  Ab  eu  gestus  euurrdrunl  auclore 
fgfntmtio.  Iteyäea  1890  (mir  iiniugflnglirh).  —  Gnst,  lieiuburd.  Der  Persorkricg  des 
UÄatn  Julian,  Pnigr.,  Dessau  1892.  -  Jiideicb.  Die  Schlnk^bt  bei  Adrianopel  nm  9.  Aug. 
178,  Deotaelie  Keitaohr.  f.  Goacbichtswias.  6  (1891]  1—21.  —  Esprit  FUobier.  Hisloire 
b  The«iM»  I«  Grand,  Paris  1679  und  Öfter  wiederholt,  zulotit  181^6.  Deat«cbe  Ober- 
btanag.  Breslau  nß-*);  nnglisEho  London  1693.  —  Nio.  Olivier,  DiaMrlntio  hi&turica  de 
rhfKtdoaii  H.  oooatitutionibus.  I>agduiii  Bat.  l%\ih.  —  .lut.  Itlnnd,  Di«  K&nipre  Thcodoaius' 
lern  OtomoB  mit  d*n  Gotbi-n.  Diss.,  Halle  1878.  -  A.  UUldenpouning,  Die  Quollen  xur 
^««cliirbta  dra  KaiveniTbeoduBiuB  des  Grossen,  Dis8  ,  Halle  1878.  —  Guat.  ÜRssabriiuk, 
tat  OMChtcht«  den  Kaiiors  Tbeodosius  I.  Gymnusintprogr.,  BUnkenburg  a.  H.  1894  (han- 
|bH  über  d»n  rSmiscben  Fetdhcrrn  Arbogoales).  —  Heinrich  Richter,  Das  weat- 
4alittFli(>  ßeioh  bes.  unipr  den  Kaisern  Gratlan,  Vnlentininn  11  und  Maniinua,  Berlin  18(15. 
-'  Romuuld  Gompoltshergnr.  K.iiser  Gralinn  (375—383  n.  Chr.),  Beriebt  doa  k.  k. 
JbvrgyinoaBiuma  lu  Melk,  Wien  1879  (mir  uniuginglich). 

U.  FQsftcB  Jahrhundert:  A.  GUldenpunning.  Geacbivhte  den  Datr3nii«ohall 
leUibM  nnlor  dm  Kaisem  Areadius  und  Tbeodüsius  II,  Bulle  18K.'i.  —  Wilbrlin  Wio- 
(■iid,  Kudoxin.  üvmablin  des  ostrO mischen  Kaisers  Tbeodosius  II.  Ein  coHurbiaturiscliea 
SlM  tur  Vtrmittdiing  drs  Humaniämus  und  Christentums,  Worms  1871.  —  F.  Grego- 
>«viiis,  Alhcnais,  Gwchiobte  einer  byiont inischon  Kaiaerin,  y,  Aufl.,  Leipzig  1892-  — 
IE.  W.  Brooks.  The  emperor  /^'nnn  and  tho  lauurians.  Tlie  Englisch  HiBtur.  Review  8 
1803)  1909-236.   -   Willi.    Barth.   Kaiaer  Zono.    Diu..  Basel  1894  (mir  unrugSngtioh). 

C.  Secbato*  Jahrhundert:  A.  Rose,  Anastasius  t.  Diss.,  Ilalto  188S.  —  A.  Kose, 
>]•  bjri.  Kircheopolitik  untdr  Kaiitor  Anostosius  I,  Progr..  Woblau  1S88.  --  W.  H.  Wad- 
tiDStOBi  Edit  de  l'emjK'teur  AnnalaRo  snr  radminiatrulion  miütairo  de  la  Libye,  Revue 
krahMoK,  NouT.  tk^ie  18  (1868)  417—430  (aue  Waddingtons  luacriplian»  d«  U  Syrie). 
h-  F.  A.  laanabort,  Uistoir«  de  Jaslinien.  2  Bdo,  Paris  18ij€  (unkriLiacb).  —  Ad.  SohraidC. 
^•r  Aofaland  in  Kpnl  unter  Juatininn,  ZOrich  18öj.  —  P.  Kalligua,  tltpi  if,t  oxävtus 
f^  .tixti.  .VtUiai  x«i  Uyoi,  Athon  1882  S.  327-3.'>5.  -  VaI.  Seibol,  Die  gre»c  P««t 
t«r  ZMt  Juatiniana  1  u.  a.  w.,  Progr.,  Diltingen  1857.  -  J.  von  Pflugk-Unrlung,  Uclisam 
bad  der  Um.  AllMittiuwiMDaelun  ix,    i,  Abiig.   %.  aud.  (ji^ 


i^uM, 


1074        BfuntiDisolie  Littoratargwohlcbte. 


»pBp.  "^ 


VandklMikritfg*,  ürU.oj'iii,  EütoeiitirtamiQit  (IIhqbi 
Pringk-Hartung.    Ilolisora  Voodulcnkriof;.   BiatM. 
Jsrs.  Di«  K«icl)S]«>litik  Kaisnr  Just ininns.  Akad.  Fetdred 
vun  L.  M.  Hartman)).  B.  Z.  4  (1)^5}  154  f.  ~  J.B.I 
dian  vom  4.  MOn  18!»6  S.  86^  f.    -    D.  Largajolli, 
VI  ■ocolo.  Naova  Antologia  80  [188:i)  210-244.  —  H.  I 
I{«vno  dos  D«ux  Mondos  lU"  pärlode  67  (1.  Febr.  1 
I/tm|>dratrico  Theodors,  Paria  1885  (dn^aliMda  Studi*). 
Tlio  Engliah  Hiat.  lUvisw  S  (1867)  1-21.  -  U.  EIodbi 
Paiia   1890  (schJhigeütige  Skixxon  obn«  «iwwneicliaAll 
achiclit«  ^M  «atTJtmuoben    Eaieers  Justin    It.    Ltipäf 
flIlcJitig  in  dem  QW  die  Qaelleuvt^-bühuies»  handcIndM 
auchung   uud  r>Hn)U'11uDg).     Tgl.    diu   Hohr  borcchtigU  ] 
tique   1890  Dez.  8.  447  ff.  -  Hardtmnnii.    -fiofiim 
ZvUoyot,  IltlfiiQtTiiia  Ter  ly   ti/iov  (1881)   8,  23  f.  — | 
aohidit«  doa  bj^antiniochcn  KaJuorii  Mnurikio*     Z««i  < 
1891  (handelt  Dlior  die  griachUcben  (JimUnn :  die  hi«toril 

D.  Si»bentes  Jahrhundert;  L.  DrapejronJ 
bj^antin  an  TU*  ai^cle.  Paria  1869.  Eb  diok«^  abuc] 
DrapayroDS  Artikel  Heracliiu  in  dot  Grande  Eneycl^ 
0.  Lankin,  Uernklioa.  Dnx  byxanl.  Bvioh  in  dur  et^ 
Chorkov  IH!^  (ruse.).  Betont  boa.  die  gcograpliindiel 
riiicbnn  Teilen  ffiblt  oinv  Konngendn  Qanllonkritik.  — 
chodgn,  Boitrilgo  7.tir  <.i<«cliicht«  ä«n  Kaiscire  llnraklmq 
(Ober  die  Erubcrung  JeruaalemB  durch  die  Perser  im 
kedon  tm  Jaiuu  615).  —  Krotschmann,  Di«  KBjnpre 
Zwei  Prognunmf.  Güstrow  1873-1876.  Vgl.  B.  Z.  8 
Diu  pvraischon  FcId^tOge  dp»  Kanon  ticmkluias.  B.  Z., 
Loilixig  1H94).  (irllodticlio.  durch  niiKgiobig«  BenQtxU] 
Holiarr«  l'rlirung  der  chrDnoloKiHchoii  KrHg«n  niugta^ 
Gellara.  —  A.  Mordtmanu,  ul  'Af<i^ts  xa't  el  Hiev» 
Xatolaym^  tniifun^,  ISa^ä^j,  loil  x'—gfl'  xä/tou  (189^ 
Beat  i  mm  tingln  wertvolle  Studio  über  die  Belagerung  1 
i.  J.  fl2G;  vgl.  oben  §273  Anm.  I  B).  -  f..  W.  BrooJ 
quest  of  Egjpt  \>j  Üic  Saracon«,  B.  Z.  4  (I8M)  435-< 

K.  Achtes  und  neunte*  Jahrhundert:  Ka^ 
Hallo  16ä0.  -  Kerl  Schenk.  K'ai*or  l^on«  III  Wal 
bis  301.  --  J.  D.  PheropuloB,  Ei^jVtj  ij  'JSijvttia , 
("SB — 78S).  Mttä  fiaayoiyi}{  n«pi  tuic  jinltiKoJ*  avyn 
Dia»,.  Uipii«  1887.  —  J.  B.  Bury,  The  identity  of  Tfc 
55—60  (m  handelt  siub  um  den  O^guM-  Michaels  II}.  ' 

über  das  erate  Auftietrn  d«  Kuaaen  in  Bj-Xiuisl 
der  hier  mir  eiutgua  ungcfuhrt  werden  kann:  Kruse,  I 
in  Bj-xanj.  Jonm.  Min.  IH4U  Bd  2H  Abteil.  II  149— Ijj 
Jahren  774  und  839j.  -  K.  Kunik,  Die  Berufung  il 
bürg  1S4I.)  382-836.  -  K.  Kunik,  Du]l*tiu  de  la  \ 
acience»  de  SL  PdtWBbourg  G  (IfHO)  878  -8T8;  7 
(1881)  338-362.  -  A,  Ja.  Oatkari.  Ein  uaedierlea 
der  Husaen  nach  Spei,  Journ.  Min.  1872  Bd  160 
-  V.  VasiJjevakij.  Vit.  Vr.  I  (1«94)  258  f.  -  a 
Bj«anK,  B,  Z.  4  (1895)  445-466.  -  Ch,  I.oparev, 
leguug  dos  Gewandea  der  ü»Heemutter  in  Bkoleri 


TpÖHUbcIi«  0«eohtÄto!  ^         1Ö75 

4«D  An^ff  der  HnsMn  anf  Byruti  im  J.  860,  Vic  Vr.  3  (189S)  SSl~62ft.  —  Dagog«» 
ridit»t  aicb:  V.  Vasiljevsltij,  Avaren.  und  nicht  Buemn  —  Th«oiloro«.  und  nicht  (>«or> 
Bio«,  Vii.  Vr.  3  (I80S)  SS-M. 

J.  I).  Biiry.  The  reluCionnhip  «r  tho  Patriarcli  ['liotnix  to  ttin  fmpre»  Theodors, 
n«  Ko^Hsh  Hirt.  Krvinw  r>  (l'^^Ci)  25,S— 'iö!!.  -  Vomohmlich  mit  Builloa  1  boschaftigt 
rieb  Karl  Morgenntcrn,  Ohnr  ditA  Sttidinm  dn-  hfiantiniacheD  O«iehiohtaohreiber, 
H^moires  pr^eent^s  h  l'arMiit^mio  imp,  d«s  srionces  de  St.-Pätenbourg  4  (I84S)  169— SOS. 
Aach  niwisch  im  Juuni.  Min.  I»il41  Bd  29  Abteil  11  1S7— 176.  —  J.  G.  C,  Andoraon, 
Fba  oampnigQ  of  ftiuil  1  ngiiiust  llie  Cauticiana  in  ^72  n.  d..  Thi»  Clamca]  Roviow  10 
1898)  13S  140.  Abiuht,  Der  Angriff  dnr  Hulgiirnn  auf  Cpel  im  Jthra  896  n.  Clir., 
kreb.  alav.  Phil.  17  (lH9r))  H'—AHZ.  —  Th.  ITspenakij,  Dj^antinUche  Desittungen  am 
■ardlichom  üfor  d«s  »chwarzen  McerM  im  9.  nnd  10.  .lahrh.,  Kievskaja  Stariuii  1!^  (ruiw.). 
^  Oeson  dJM«!  Arttkol  vod  ÜBjienBkij  aprirht  V.  Vaeiljovahfj,  Ohcr  dio  Kroberung 
PMiBBg  Sarltel.  Journ.  Hin.  18«!)  Bd  265  S.  273-289  Iruw.),  -  Daiu  din  Kr>plik  vad 
Pll.  ÜVponakij.  Cbor  di*  von  Vasiljevskij  aufgedeckten  Trugbilder,  Joiirn,  Min.  ISag 
M  fiS8  S.  5A0-.Ur>.  und  die  Duplik  von  V.  Vastljevakij.  Journ.  Min.  l^-SiO  t)d  366 
SM—SS?  (raas.).  -  N.  Pnpov.  Der  KiuMr  I^on  VI  d«T  Weise  and  eeini)  R«giprung 
kireIi<>ng<«ebi«'bl)irb*T  Hinsicht,  Mnakan  IftOS  (rom.).  Vgl.  die  Beeprechungen  von  Th. 
»pcti  skij.  B.  7,  2  (IS»H)  632—634,  mid  Joiirn.  Mi».  1898  Bd  2»8  AugustliL.ft  S.  hM—TA2.  — 
|iyr.  F.  Lambroe  (Lamproit i.  Leo  und  Alexander  als  Mitkaiser  von  tl.vtan/.  B.  ?,.  4 
1905)  92— W.  —  Will.  Fischer,  Zu  Leo  und  Alexander  als  Mitkaiser  ron  DytMM.  U.  Z. 
(1886)  137-I3Ö. 

F.  Zehnte»  Jahrhundert:  N.  Popov,  Znr  b)rianliniBch«D  Ooschicbt«  des  tehnten 

«hriiimderta.  Odewinor  .labrb.irh  IV  Hjt,  Abte»,  2  (If94j  302-808  (mas.l.  -  Alf.  Ram- 

aad,  L'eoipir«  anc  au  dixi^mo  «iMe.     Constanlin  Porphyrogenn^to.  Paria  1S70,    Itdch- 

«lti|;<>  und  gründlich«  Monographie.   —  J.  (ihorghel.    tlbor  dnn  Angriff  dir  ÜDgam  auf 

p«!   im  Jahre  n:U.  Itnvi.ita  pentni  iatori«.  archrolngic  ai  fllnlogin,   Itnkareal  186^3.  V.  VII. 

.1  (mir  oniug  An  glich).  --  N.  I.nmbin,   Ist  die  Reise  der  Olga  Dach  Kpel  wirklich  ein 

LTch«n,   Joani,   Min,   IST3  Bd   lÖS   (russ ).     -   W.    Fischer.    Dio   rassischf   GrüsafQretin 

elga  am  Hof«  ron  Draantion.  ZUchr.  f.  aoachichte  und  Politik  5  (Stuttgart,  OutU  lit88) 

I— »HO  (daa  Ereignis  ßlllt  ins  Jahr  !>.^7;  vgl  Deutsche  Ztschr   f.  Geeohicbtswi».  8  (IH92} 

Anm.  6).    -   K.  I.eunbardt,   Kninur  Nicepbonis  11  l'liocua   und   dir  llamdanid^'n  900 

969.     Kim..  Halle  1>^1.         (i.  Srhiumberger,  NicL<phare  Phocaa,   Paris  1890   (giBD- 

idM.    mit  vortreRlichcn  Chromotilbnginphien  iipd  Zinkographien  aiiagestaltetes.  auch  fSr 

die  U«achichto  der   byzantiniadien  Kultur  und  Kunst  des  10.  Jahrhundert?)  hochwicbtigfs 

Vr«rk)L     Vgl.  die  ein^#lii.'ndt.>n  Beapreohungen  von  A.  Rainbaud,  Einpureuni  et  iinpi-ratncoc 

i'OriMil,  Harue  den  Ücux  Mondois,  tome  lOlt  (18»1)  145—166.   und  Meleh.  de  Vugfl«   in 

Min»n    R^garda   hiatoritiues   et   litt(:mirefi.    l'ari.->  <lH!i:t>  S.   ISe     lt)9.     -    1>.   Syrku.    Di« 

byxiuitinit«h«i  Enfihlnng   Ton    der  hirmordung   dsa  Kaisi<ni  Niknpboros  Pbnkax   nach   riner 

kll«n  hal^riaeh*!!  V«r«lon.    Pet«r«burg  1883  (raas.).    Vgl,  din  tlcApr^chnni;  ron  A.  Veao- 

orakij.  Joum.Uin.  1884  Bd  231  S  76-90  (niss.).  und  die  AuaiDge  bei  0,  Sclilumberger, 

fcrw-phor«  !'h«ca»  8.  314  ff„  760  IT.    -  K.  Uhlira.   Über  die  Herkunft  der  Theophann, 

a«nablin  Koihts  Otto  11,  B.  Z.  4  (lX9ri)  467-477.    0«r«elb«  gab  auch   eine  gut«  Bio- 

ipble  d«r  Tlx'ophann,  Allgemeine  llcutsl^he  Biographie  37  (I89S)  717—72:2.   —  Cbor  di« 

^rago.  ob  Ttimiskes  .JUngling*  bedciile,    handnlt  N.  0.  Emin.  Untersucbnngen  Dnd  Anf- 

(ur  armcniiioUuD  Mythologie,  Archaenlogi«,  GnnRhiclito  und  l.ittoraturgeschichtc.  Mosknn 

896  8.  I6r»— ITS  (niae,).  —  V.  Vasiljcvsliij.  RuMiac.h-hj-xnntinischo  Pragmento.    11.  Zur 

iMcUebl«  d«rJahro  976-986.  Journ,  Min.  187C  Bd  1 B4  Münbeft  S.  117-162  (rusa).    Vgl. 

K  l.M  Asm.  5  und  SOS.  I  und  Anm.  2.  —  V.  lt.  Koson,    h'ain^r  Baailins  Bulgaro* 

CbMOB,  Anntlgo  ana  dnr  Chronik  JabjOa  von  Anliochien,   Petersbnrg  IS88  (^Zapiski  d, 

.  mm.  Ak.  d.  Wisn.  Bd  44.  Beilage  Nr.  1)  |ni«.).     Bazn  die  Uesprechang  von  Th.  Us- 

•  oakij.  Joura.  Hin.  1884  Ud  232  Aptil  3.  21^2-315  (niw.}.  -  A.  LIpovskij,  Aus  der 


1U76         ByaMitiaiacba  LitUntargeBolücli: 


G««eliidite  dw  p{echiflch-bBl£»mohoti  Ka 
ISSl  lld  278  NdvemWrWtt  S.  120-141  (bu. 
iIoB  UalgarenrOratMi  Stmu«])  (inss.). 

n.  KIfUs  Jahrh>nd«rt:  J.  B.  Burj 
Komnoiiws  Tho  Kngliab  Hiitt  R«Ti«w  4  (1689) 
üer  AuteUnd  dm  I.caii  Tomik««  im  J,  UM",  G^ 
brBxov,  Din  Knisorin  Zotr.  in  »cineni  Bu«he:  Hl 
222-251  (ruM.).  —  lleinr.  Mndler.  Tbuodor^ 
Ein  SIQck  b^runtinischer  tCaincrgciKiluclil«.  Gjraj 
bsrgflr,  Uettx  olwEi  aonnands  dM  «rmAM  bj) 
(Joli  IRSt)  2S9-S08.  —  V.  V«Bilj»v8kij.  Byj 
Joiun.  Min.  11^2  Bd  164  Nor.  und  Dm.  (nw.).] 

H.  ZvOlftca  Jahrhundert:  Fr.  Wilkif 
tojaineois  gta^Uium  libri  IV,  Uddelborg  tSlI  (tÜ 
~~  B.  Ku|{l*T,  Kaiser  Aloxiiin  und  Allir«cbt  Ta({ 
Rchicbtc  23  (188^1  481~<'>00  (nuch  Über  d»n  fala 
bort  von  t'land^ra;  a.  n.).  —  Alvxii  I  Comn^ 
I  FludriHe  conitcm  epiatola  apori«.  Ed.  P.  Rian 
T.  Vasiljovnkij,  Jouin.  Min.  1860  Bd  207  S.lj 
Leitr«  d'AlcxioH  Cataniae  a  Itobort  I.  comt«  i| 
(ISdO)  24  fl.  Audi  gTJwJiiscli  im  Uagritaeit  4  | 
liriof  di-a  Kniaen  Alexioa  1  Komneno«  an  deg 
(18S7)  1—32.  —  V.  Vaailjetskij,  Äu»  d«  dl 
BQndnis  iw«i(ir  KiüxerTuiobe  (1148— 113.S),  Slaij 
die  Beaiohuii^en  twinchon  den  KomnonnD  und  IM 
V.  Vasüjerakij,  Au»  dw  (ipflrbirhtn  von  Bya 
115Q— llßT,  SUvjaiiskij  Sbornik  3  (187G)  S72^ 
von  Kap-Herr.  Dio  abendländische  Politik  K| 
A.  Hadinka.  Ana  der  bjx.  Oesdiichte  d«a  13.  j 
229  (ung.)  (QbM-  den  Krieg  iIm  Manuel  Komnenoi 
Wilkon,  Andi^nicua  Üomnonus,  Kiiuninn  hislori 
t'apviiAkij,  Alfixio«  U  and  Andronikoa  Komnen 
läbl  Bd  2U  S.  62— 8d  (niM.). 

J.  Dreisebntes  bia  fUnfiehntas  Jabij 

Athon  1865  —  J.  U.  Krause,  Die  RrDborungeii 
hutidert.  JUllo   la70.    —    Dniu  die    S.  10«1    ong« 

vom  1.  und  8.  Januar  1895  (eine  Rettung  dt 
Al«uoa  III  und  spfttnen  0«au)hlin  dea  aerbil 
rinakij.  Andronikoa  der  Jünger«  und  Joli&uiie» 
Joli—AuguatS.  &;-l43;  219-251:  Bd  2Ü&  Sepb 
April S.82T— 834 (ruas.).  -  Val.  Parinot.  Cimlaet 
(Johnnnca  VI  Knntakuionos).  —  Neralaoa.  Ki  jl«) 
13./2.\  Juli  ISOl  Nr.  807  (Johannes  VI  KbdI 
Brauner.  Die  ScfalaoLt  hei  Nicopolis  (13SG),  Btt) 
ton  ron  Mcopoli  und  Warna,  Grealau  1882.  —. 
■oben  Volkalfodi'ni.  die  aich  an(;eblicli  nul  den  Fi 
M«,  Popul,  eaxmina  Graedao  rceantinrin  Nr.  U4-- 
notn  on  certnin  inodMii  greek  folk'sonjpi,  Tho  < 
—  Nikephoroi  Kalogerae,  Td  Ic^Mia  toi  ir\ 
fuvf  ätjtXuftaitxir  itvttv  iirto^t^tair  ^roi  'toMijlfi 


1.  Politische  GeaoUcbt«. 


1077 


yie.  Td  ir  «if(™  ytröfitra  üynyi'uin/iitm,  Töfiat  «',  Athen  1894.  23  8.  Douläclier  Aue- 
Dg  dieser  AbbnniH.  in  der  ßevuo  inUriint.  il#  Ihäoiogie  2  (18^4)  500 — &I1.  —  U.  Hur- 
Btina,  Dv  viU.  muribiu  M  rebu»  geatia  udvcrniu  TurcM  Ucorgii  Cnslridli,  (itraoBburg 
5S7.  Ins  KrunzäBiafbo  BbftrtrNgen  tob  J.  do  liuvnrdia.  lilstoire  do  (icorgcii  CaKtriot, 
'■rä  157ft.  —  Cum.  ragnnol,  Hiiiloiro  do  Soandprbcg.  Tiiris  1855,  Jul.  Pisco, 
Wp;'i«(  Knotfäiijf,  .V<B  'llfi/fa  vom  8.;I-S.  und  10.22.  Febr.;  17.'1.  luid  lT,/29. 
fin;  Z4.;h..  31.13.  und  T.'IO.  April  ie9&  (Nr.  1053-10&5:  101)9-1062)  (Gio- 
raphi«  des  Sksndcibeg).   —    Cbvr  Skanderbi'i<  vftl.  Huvb  C-  Paiiarrigopulos,  Bullutiii 

0  «orrcBp-  hHt.  1  (1S77)  !'■}  f.  —  M,  Stunjulcvii',  Die  Belugerung  und  Eiuniilimv  von 
jrxuix  duivh  dii-  Türken.  GoU'brte  .\nzei(:cn  der  2.  Abteil,  der  k.  Akad.  d.  Wiaii.  Bd  I, 
B&4.  Aurh  iinpnnit,  Petersburg  ISbi  (rUM,l  (ein  in  KussUnd  selir  |iopalAr«B  Werk),  - 
Ite.  Barbarn,  («iomnln  doli'  oesedio  di  Coetantinopoli  1453,  corredalo  di  not«  e  doca- 
lenli  p.  E.  Cornet,  Wien  1^56.  —  A.  D.  Hurdtnionn,  Belagerung  und  XroberuDg 
'.prh  diircJi  die  Türken  ini  Jiilire  1403,  Stuttgart  uud  AugeburK  1^58.  Mordtnianns 
lach  ist  tuafUhrlicU  bpsyrocbon  von  Georg  Voigt,  Historische  Zeitst'brift  3  11860)  18 
'»  41,  '  P.  A.  Dotliirr.  Msleriaux  pour  rhiatoire  de  turtillerie  li  r^jiDiiue  de  In  priae  do 
Ifle,  Kpel.  Imprimorio  Centrale  1865,  —  Henri  Vast,  Le  sitge  el  1«  priae  do  Cplo  pnr 
M  Turcs,  Revue  bist.  13  (1880)  1  -40.  —  E.  A.  Vlasto,  Lu  prise  de  Cpl»  psr  los  TarcH 
IB  1453,  AonUHire  d«  l'ttBSuc.  15  (1881)  t04~12!).  —  E.  A.  Vlaato,  Lea  derniers  joiir« 
b  Conalintinople,  pHrin  1883.  ~  L.  Fincati.  La  presa  di  C.  F.,  Rivistn  niariUniu,  Miti 
IttS,  Rom  (mir  unzugUnglich).  —  A.  (i.  PnepAles,  lloiio^tia  Kai  VXaiati  Ti'ii  K^6i,ii»i 
hi  fwr  tiABi^orruf  ir  hu  U-'iS,  Atlion  1890.  Nur  durcb  die  Erörterung  der  topogrnphi- 
Ktwn  Fragen  von  Wert.  Vgl.  die  Besprechung  von  F.  Hirsch.  B.  Z.  2  (1893)  331  l  — 
^edomil  Mijatovitcb.  Conatantin,  tho  liial  emporor  of  tbe  Greoka.  The  coutjuest  al 
JfU,  A.  V.  1453,  London  I8Ö2,  Audi  in  ruasiscber  Dbersutsung.  Ptleiaburg  1895.  — 
b  Mordlmunn.  Die  letitcn  Tage  von  B^anz.  Mitteilungen  d.  deutschen  Exkumionekluba 

1  K|M>I,  Hüft  1  S.  34-47.  Heft  2  S.  1-21,  Kpet  IS98-18Ö5  (Skiw.o  dnr  topogrnpliiaelien 
R^ea).  —  Pogodin.  Übersicht  der  Qnellen  lur  GeBcbichte  der  Belagerung  und  Einnabmo 
m  Bjtanx  durcli  die  TOrken  i.  J.  1453,  Joaru.  Min.  1889  Bd  2iJ4  S.  305— 258  (iiisa.i.— 
("ohiaiaildrit  Leonid,  Die  Entitbluug  von  Kpel  (seiner  OrUnduug  uud  seiner  Einnahme 
i^k  die  Türken  i.  J.  1453)  dua  Ni>stor  iBknndur  aus  dorn  lö.  Jubrli.,  Petereburg  1886 
!■».).    Hcuproehen  von  G.  Dostunis,  Journ.  Min,  1MS7  Bd  249  tä.  306—383  (ruae.).  — 

lUiloti«.  Die  KrUhlung  vom  Falle  Kpels  im  .Tnhro  14.53,  Sbomik  blgarak.  12  (1895) 
ft'— — 462  t^lg,)  (Ubnr  die  bulgarischen  und  russischen  EnAhlungen  vom  Falle  Kpeb).  — 
■a   Fall«  von  Kpel  1453  vgl.  aurb  die  8.  311  f.  titierte  Litteralur. 

R  Nisbet  Bein,  Tbe  aiege  of  Belgrad  by  Mubnuiined  II,  July  1—23,  145S,  Tli« 
StiA  Hisi  Review  7  (18(i2|  235-252.  —  P.  Picriing,  Le  niunagu  dun  Tsar  an  Vft- 
k«a  (IvtD  III  et  Züi'  PBk-ologu<>),    Revue   dt<s   qucatioiia  hisloiii|uca   42  1I88T)  853— 396f 

C38)*f)  :,m-bm.  Auch  aelbstftudig  unter  dem  Titel:  La  Russio  et  rOri*nt,  Paria  1891. 

>X»tDchcn  von  Aug.  Arndt,  Stimmen  aus  Maria  Luacb  45  (18fl3)  58-71;  130—148.  — 

Xtrgel,  Kin  Chrj-iobull  dea  Kaisnra  .\ndreaa  Palaeologoa  vom  13.  April  1483,    Vlx.  Vr. 

fteO«)  151—158   (Andreas    Pol.  t  1^02   war  ein   Neffe  des  beim   Fall  von  Kpel   14.^3 

2*^1  (lugenen  Eonatantinoa), 

^1  K.  Bibliographie  und  Schriften  vermischten  Inhalts:  Ält«re  Litterfttur  zu 
^■tinzolnen  Kaiiiern  x.  B.  hei  Edouard-Mario  Oettingen,  Bibliographie  biograpliique 
^•taeil«,  BiUibdI  1864.  —  Job.  A.  Romanos,  'H'EJI^adc^  *<urötr;i  j^t  KfffXf'Qos,  'Eaiia 
'X.,  lö/fof  li,  Bf.  34—25.  Schildert  die  Schickaalo,  bes.  die  ßerJitMtelInng  der  Juden- 
^«indn  in  Korfu  vom  12.  Jahrb,  bi»  zur  fiegenwnrl,  —  Populiro  Skizxeo  ohne  gcnngende 
'^ralnrkrnntni«  gab  Fr.  Hartisou,  CotistAutinople  aa  au  liisloria  cily.  Tlie  Fortnightly 

[1^4  April  S.  436—458,  und;  Tbe  prvbiem  of  CoostaDtinople,  Ebenda  Mai  8.  014 
.  —  D«a  Torbjrzantiniache  Bj-ianz   bebnuduln:    Ales.  Falk,  Do   origine  Bjrnuitii, 


1078         Byiantiniaclie  LiltorBtnrgeschiohU. 


I 


t)im..  Breslau  1820.  — 
PWiB,  V.  Viewef  1877. 

4.  Die  H«chbuBtbat«ii  und  ihre  B«zia| 

A.  Itulien  (lüs  Ohiom):  A.  Oaud«aii,  Üai  npj 
470~&&4,  BulugiiJi  \iiS6  (nuj  untugtogUoli).  — 
Diclil.  UaitmaiiD,  Colin  u.  h.  w. 

B.  VcoDcIig:  Ilorm.  Luolxin.  Utfl  if,;  notift, 
"Erttvr,   AtliDii   ISSß.      Aul^h   ilalioniiiuh   »nlor    dcoi 
iiioln  lonin  hoHo  il  <lninini«  VoiM'to  procoduU  d*  un  coin|i 
dAJla  diTiaioD«  dell'  impiirio  binitntino,  Venedig  1853. 
Annlokton,  Silaongsber,  Wiener  Ak.  ISAS.    -    H.  J. 
pim,  Hiistoire  des  reUlJons  de  Veuise  aveo  l'enipire  i' 
tiflques  et  Ukraine  II"  aärie,  tum«  4  (Paria  I867j29 
inaa.    Dipluniuljirium    VcDclo-Lcivaiitiiiuiii    dive    MC4a 
iUi]ue  Lcvnnlia  illiHlmitin  n.  IHÜO— 1330,    Venedig  t 
dAlIn  K.  Doputoiiono  Vnnotn  di  ■(oriu  puüia  vol.  V)  (lal 
VcHMin  e  U  huo  c<iniiii»1(i  iu<\  modio  ocd.  Vnrona  ISS] 
dalla  Ten<iU  secca  e  siille  anticlio  rcluioni  dri  V«n< 
l'eMme    dello    priniitiv«  tiionete,    Venedig  I6SS  (mir 
culonie   v^mti«iiiit>  ■  Cpl«  a  lu  tiu  du  XI7*  si&clet  Hi 
Vieoh  frm<;.  de  Homo  3  (1883)  90 -ISI,  —  E.  LeiitiJ 
nnch  dorn  Knile  dea  ExurchaU  bis  xum  Auagang  des  nei 
byinntlniafhA  Prorinz.     Dias,  Berlin   1(^91.     Toll  II   d«r 
Der  allniitliticlie  Cbcrgang  Vooediga  von  faktiecher  tu  tut 
It.  Z,  3  (1894J  64-115,    -    H.  Noirel,   DocumenU  In 
dumui4ti<iu  v*uilioiiue  eu  Crtt«  de  1380— 148ü.    Avec 
1Ö92  t=  BibL  des  ücoloa  franfaieoa  d'AlheniW  et  de 
von  A.  Tbumb,  B.  Z.  2  (I»»3J  328-  S31.  -  Gart  N 
kunillichnn  Quellen  lur  Giwchicbte  d«r  byiaalinaoh-ri 
lioh  im  2«iU!tor  der  Komoonen,  B.  Z.  I  (1^92)  86S~S' 
Byinnz  und  Veni>dig  vgl.  auuli  die  ongelienere  litterai 
(niuist  im  .Aichiviu  Venetu*),  bee.  das  (pitw«  Werk  mi 
di  Venexia,  10  Bde,  Venedig  18&&-  1861. 

C.  Qeuua:   C.  Pugano,   Delle  inipTaaa  e  dol 
tieniu  IM6.  —  Dusimoni,  (Juartiori  dei  UcooroM  a  G 
18T4  (mir  ui)xut;Jlngliob). 

I).  Kiiinkenreich:  A.  Oasqnet,  L'emplr«  bj-a 
18S8  (Uauptecbrilt).  —  Otto  Harnack,  Die  Bttuelu 
dem  byxnntioiseben  Reidi»  unter  der  Ikgieniug  Koij 
Kaiser  karuJingiacbon  Sliunmos,  Disa.,  Ci&ltiugun  It^O 
lingiacbo  und  dus  byzantinische  Kcieb  in  ibten  wonlieelal 
G.  Tiede,  QuvlIvdiniUuige  Baistellung  der  Iteiioliung« 
Diso..  BoBtock  liii)2  (bnngt  nichU  Neues).  -  Alf.  Ost« 
byuaUnisohu  Keiob,  Proj^r..  l.ukan  ISSb. 

E.  Beutachland:  B.  A.  Myatakidea,  Bytuti 
der  Otlonen.  Stuttgart  1891.   Vgl.  di«  Boaproohung 
—   Da*u  beil.  die  8.  1078  »iÜortn  Schrift  Ton  Hans  to 
J>iB  Fonneu  dt«  uuuiillulburen  Verkehrs  zwischen  den 
Fnraten,  vomnhinliuli  im  10,  -12.  Jahrli.,  Hamburg  uail' 
Beziehungen  m  üyatm.  freilich  nicht  genflgend.    Vgl. 
Geschichtswiss.  4  (1880)  214. 


1  Politische  Qescbichte. 


1079 


^B       F.  Frankreich:  J.  DoUvillo  In  Rouix.  I^  France  cn  Orient  au  XlV^siöde.  2  votl., 

^Vfe  188«   (Über  die  Schlaclit  von  Kikopnlis  13Q6.  Ava  tQrkiächeu  F«I<l)iug  ilea  Jabrea  131)7, 

di«  Ex|)M)ilion  dm  ManclmUii  Boucicaut  uscU  Kpel,  di«  Schlucht  bei  Angora  IW2  und  dio 

diploniotiiicliao  VorhoadluDgcn  ron  U08  — 1408;   2,   227- '2iO   ein    roiubhnlligo*  Vtftoioh- 

ms  dor   auf  dinsa  i'nriodn   Wfigliohon  Hilhmitt«]}.    —    Uaiu    dio    reich»  nuf   d«n  lateJ* 

'Biachen  Orionl  bctOglicho  Littarnlur;  Tgl.  S.  1081  f. 

G.  Nonuaniien:  I>.  ¥r.  Tafel,  Komnenen  und  NormanaeD.  Buitrftge  zur  Erfer- 
atbung  ikttr  0«scIuohte  in  verdeuachten  und  erläuterten  Urkunden  des  12.  und  IX  Jnlii- 
fcandcrl».  Ulm  1852.  Zweite  (Titel-)  Auflage  187U.  —  Karl  Soliwart»,  Die  Foldxag« 
Hoheit  GniKcardj*  |;cgün  dus  hyznntiniaoho  Beicb,  E*ii>|{r.  Fulda  1854.  —  Franc.  Ilrandi- 
leone,  I  primi  Nnrmanni  d'ltHÜa  in  Urienle.  Kiviet«  stnrica  italinna  1  |ISS4)  227—251.  — 
F.  Boliach,  Die  auswärtige  Politik  des  Königreichs  Siiilien  vom  Tode  Itogers  II  bis  zdeii 
riri«d«ii  TOD  Vonedig  1154—1177,  Dias.,  Basel  1882.  —  Lotbar  r.  Heinemann.  0«- 
tebkhtc  der  Norm uu neu  in  Cntorttalien  and  SiEilieii  bia  mm  Ausaterhon  des  nonuannisohen 
KSnigabuoM«.  1.  Ud.  Leipctg.  C.  E.  M.  Pfeffer  1804.  (Der  erste  Bond  hondelt  u.  n.  über 
die  Auabreilung  d«r  griechischen  Herrschaft  in  Unteritnlion  seit  dem  Jnlire  S76,  dio 
Xluipfe  R*gen  die  Kurie,  das  abendlAndisi'he  Koisertum  und  lokale  Erhob  im  gen,  llher  die 
Dntemebmungrn  du8  Maniuke»,  i'iiilliub  Hber  Küburt  Oniacards  FelJzug  gegen  Alexios 
Komncnos  und  aehlieist  mit  Uuiscards  Tude  1085).  —  .AJtere  Liteialiir  Über  die  Bezieliungeu 
kwisobon  dno  U)-znntinem  und  Normannen  findet  man  bei  Holxuuh  und  Heinemann. 

II.  Orientalen:  G.  Weil,  Oeschiohle  der  Chalifen,  5  Bde.  Mannheim— Stuttgart 
JMS  — IM2.  —  0.  Weil,  OoschiL-hte  der  ialami tischen  VBlkw  von  Mohnmiiied  bis  wir  Zeit 
dw  Sollana  Selim.  Stuttgart  18G6.  —  Amari,  Sloria  doi  Musiilmani  di  Sieilia.  3  voll., 
Florenx  1864—1872.  —  Erneat  N,va.  I>e  druit  des  geua  dana  lea  lapporta  des  Aiubes  et 
dM  Byxantins,  Bevne  de  droit  intornalionol  et  de  l^gislation  oomparäe  26  (Bruxellea  1894) 
491  ^4B7.  —  Dillmnnn.  Zur  (Seschiclilo  des  axumitiscben  Reiches,  .\bhandl.  Borl.  Ak- 
3S78  S.  177—238  und  iHgO  S.  1  —  51.  -  H.  Dagbhaachean,  GrOndimg  des  llagrulidon- 
reichee  ilar«h  Aschot  Bagratuui.  Berlin  1893  (verfolgt  die  mit  den  hyzani inischon  Dingen 
M14;  rerbvadene  Oeechiohte  des  Bugratidenhsusea  seil  der  Mitte  des  8,  .Islirhunderta.  Vgl, 
dia  B*«prM:liung  von  C.  Neumann,  DeutacBe  Litterstuneil.  1^94  Nr.  34  8.  106d  f.).  — 
A.  firen,  Dio  BagratidendynnaLia  in  Armenien,  Jouni.  Min.  1803  Bd  290  Nuv.  S-  51—180 
(ruBS.).  —  übnniieht  der  poht,,  kirchl.  u.  littenir.  (Jesebichle  der  Annenier  run  H.  Gelier, 
J,  J.  ItontOK«  Iteal-KneyklepAdie  f  Theologie,  Ü.  Aufl..  Leipzig  1696  s.  v.  Armenien.  — 
VgL  den  AbhM)  der  tOrkiachou  und  niuuguliacheu  üeachiehte  von  L  Cahan.  bei 
K-  Lavisse  et  A.  Bamhaud.  Hiatoire  giiutfralo  II  884-073;  III  019-970. 
'  J.  Slaven  (verschiedene):   A.    Ililfording,    Ueacbiobte  der  Serben    und  Bulgaren, 

nktst  in  aeinen  Gesammelten  Schriften  (Sobranio  sejinenij)  I  (Petersburg  1868)  1— 29G 
trnss.).  Drutaehe  überaetiung  unter  dem  Titel:  Unschiehte  der  Serbon  und  Butgnica  von 
A.  U.  Ans  dem  Ruasischen  von  J.  E  Schmaler,  2  Bde,  Bnutxeii  18.^6-1><I14.  — 
TL  Ka^anovskiJ.  Die  BalkansUvcn  iu  der  R)puche  ihrer  Dnturwerfung  unter  die  TUrken, 
Jaara.  Min.  1877  Bd  189  Jan.  8.  88—114  (ruas).  -  C.  R.  von  HBfler.  Abliandlungen 
MW  dem  Qebi«te  der  alaviaobcn  Geiohichto.  IV.  Die  Epoeheu  der  aUviachen  Gesebiokte 
bM  XHB  iahre  1526.  Sitxungehur.  Wion.  Ak.  97  (1881)  TOT  ff.  -  Tim.  Florioeklj.  DI« 
BiMahlTfln  und  Byxunx  im  iwciti>n  Viartnl  des  11.  Jabrh..  2  voll.,  Petersburg  1882  (russ.). 
•—  Rjrpl'  Bexiehon^jen  der  SInvon  und  Avnren  lum  ostrnmiaehen  Reichs  unter  der  Regio- 
hms  d«i  Kaixoni  Hernklioa.  Prngr.,  liudwois  18S8.  —  Kurze  lieachi cht 0  der  ä luven  nn  der 
boiuui  und  am  Adriatischen  Meere  von  St.  NovakoviA  und  A.  Malet  boi  E.  Lftviia* 
ml  A.  Rambaad.  Hietuirv  g«n<>rale  III  895-  91  & 

K.  Bulgaren:  K.  J.  Jirefek.  Geachiohle  der  Bulgar«n,  Prag  1876  (Hauptechrifl), 
Amab  tecbUdi,  Prag  187(!,  und  lusniech,  ÜdesHs  1878.  Eine  weniger  gelungene  ruasiacho 
Pbwiafaang  erechien  WaraL-hnu  1877.  Die  lot)it«re  ist  auafltbrlich  besprochen  von  V. 
bakntev,  Joum.  Min.  IÖ7S  Bd  196  MJtn-April  8.  239-296  (russ ).    -  N.  Saveljav, 


1080         BjiftntiniBche  litUr&tnrgMobiabte.    Allfl 

Ein«  BOtt«  QaelU  der  t>u1i: arischen  Gm^liidit«  lur  Aulll 
logic  tlur  lialgArisolien  Knuer  lijuaudatBJ)  lioa  9.  Jttbr 
Abteil.  II  lh2-in  (mm.).  -  C.  von  HCfl«r.  AbU 
vMobcAi  ticsobichl«.  1.  Dm  Walaobtta  «U  Uv^ndor 
a«r  Awmid«a  1186-1257.  Sibinngsb«r.  Wien.  Ak.  9&  ^ 
Th.  Uaponakij,  Die  BilJuuf!  Jea  twoit^n  buIgnriMbni 
Die  Schrift  von  Unponskij  wurdu  buajirui'liuD  vud:  V.  J^ 
Bd  204  S.  144  217:  318-348  (niw.).  Kinu  von  V.  J^ 
dlMar  Bosprechunft  Mvchien  nnUrr  dom  Tito):  Wm  h 
fi1lnd«t¥  Arcli.  bUt.  Pbil.  4  [1»80)  1127  -637.  —  H. 
dn  Itulgar«»,  PotoTsbujg  1879  (niaa.).  Vgl.  die  Bm^i 
IHVS  Bd  20ß  S.  286— 802  (niML).  —  A.  JCdoopol.  t,'< 
riqiw  47  (I89I)  277—308  lob«  dlo  KrtiL-bung  der  Vli 
HKS  und  da«  vlachiaeh-buIgnriHchd  K«<inb,  wrlcbo«  da) 
»ein  Kai»  fand).  -  Th,  Uaponakij.  Kba  imedierlo  I 
byianUniadiün  ßexidiuiigen  in  der  ersUii  Hälfte  d« 
JahrbiioL    IV   üji.    Abt.   2  (Iö04)  48-123.  Vgl.  dea| 

(1896)  eis  f. 

Ii.  Serben:  Benj.  von  Knllny,  (laichiobt« 
bis  Klh.  Aus  dem  rn^nriiichen  inn  Deatocli«  Itbortni^ 
Wien.  Leipzig  I8TIII  (nur  Ild  1  nnd  H»ft  1  von  fM  2  end 
8orhien  in  seinen  Betiebuugeik  tu  den  NnelibareUatenJ 
KaMtu  1859  (TUM.).  —  ü.  K.  v.  Hsricr,  Streifticbler  auj 
Wien.  Ak.  9i)  (1881)  109— 212.  -  A.  Uodinka.  Dia  V 
I.'ngam  und  Bj-xanx  w&brond  de«  12,  Jahihunderts,  T^ 
20^-329  (uni;.)  (mir  unziiKAnelieb).  -  St,  Novakorit  J 
ßiiUn,  Claa  W  dei  k,  serb.  Akad  ,  Belgrad  1893  [aorb.] 
Reiotar.  B.  Z.  2  (1893)  S34  f.,  und  C.  Jirefek.  Ah 
—  St.  NovakoviC,  Sorben  und  Türken  im  14  und  l&j 
die  Beaprechupgon  von  M.  Beietar.  B.  Z.  4  <18Dä)  IB 
fbil.  IT  (IKO.')}  2.'>1  -263.  --  luleressiuite  Mitteilungen 
XU  ien  Bj-zuntinorn  und  TUrknn  am  Knde  d««  14.  undl 
t^t.  SlnnojoriA,  Die  Tiingrnphie  Stefan  LaiareviAi  vej 
(ioschichtaquell»,  Arch.  alav.  Pbil.  18  (1896)  409-472.1 

M.  Uiiasen:  A.  V.  Lehrberg.  UntcrauobuDgea 
Hubiubtc  Ruaalanda.  HorAiisgegeben  von  der  k.  Aka 
l'clereburg  181B  (S.  317  ff.  öbor  die  DnjeprfUlin;  S. 
SnrkelJ.  -  K.  v.  SchlOxer,  Hnsslands  lklt«ste  Bedet 
Berlin  1847.  —  Tk  ünpenakij,  Di«  ttltoateii  alavil 
bin  II.  -Inbrb  ),  Petersburg  1872  (ruas,).  -  Pb.  Brnnj 
nnlinin  di^r  I{iiHai>n  an  den  Angelegeubeilon  Bulgariena  | 
Min,  IfiTS  Bd  200  8.  237-238  (rua«,).  -  A.  Bambnnl 
originee  jueiju'it  rannde  1877.  Paria  1878.  4.  ifditioo,  I 
graphie).  Englladi  von  L.  fi.  Lang,  2  Bdo,  I,«ndoii  1879.  A 
nnd  ruaaiaoho  Kealit  in  den  Vertragen  mit  den  OrieclMilJ 
1882  Bd  219  a  82-115  (nisa.).  -  Vertra«  der  ßJ 
Filmten  Olog  911.  und:  Vertrag  der  Bossen  mit  den  iH 
bei:  M.  Vlndimirskij'Budnnov,  Chroatoinatbie  tuf  <] 
1— 21(rusa.).  -  A.  Dimitriu.  Zur  fVage  aber  die  Veif 
Viz.  Vr.  2(181)5)531-550.  -  Reiche  LitferatumiudiwJ 
und  SOdalaven  bei  Or.  Krek,  Bialeilnng  in  die  alavi« 
1887  9.  847  If.    —   Vgl.   aucb  die  auf  die  alle  rna 


1081 


ßcricliten  »on  A.  Br«uilo  und  A.  von  0«rn*t,  Borlincr  Julireaboriolile  f.  Gesdiiolits- 
*.  13  {lAfi9)  III  167  f!  ani!  in  den  folgenden  Uinden. 

N.  rngarn  und  IIumHnen;  J.  A.  FcuHler.  (leaehichlo  der  Ungarn,  Ijojpxig 
"1812-  l«2-'>.  N*ne  Rprirbnitiing  von  K.  KUin,  S  Ud»,  Loipüig  18Ö7— 1S83.  -  Joh,  Npji. 
UitiUtli.  Ooechkhlo  der  MaRvarcn.  .".  Bde.  Wien  |P28  -ie31;  2,  Anfl,.  RcgonBljuTB  1852 
bi«  ISÜS.  —  Hafldeu,  La  Valfteliio  Jii8'|(i'd>  1400,  I,  LVitenBiun  temloriiilu.  Buk areat  1876 
(mir  nniufilaglich).  —  Haftdeu.  Istori»  critjca  Romunilor.  ?  Bdu,  Bukarest  1H80  (mir  lUi- 
sufcAne1i«lil  —  A-D.Xenopol,  Isforia  Rominilor  diu  Dnoin  Irniunn.  6  voll,,  .Ins«)'  1003—1898, 
wo  man  aorh  sonetiee  I.itti^rnlnr  Übnr  die  nimBnisohc  (innchichtr  lindol..  Vgl.  den  Bcriclit 
von  Nie.  .Inr^a,  Rnviio  iiiHl.  ,S3  «1898)  l.^ü  — 15ß,  —  Abriw  der  rnmftnisclicn  GMohichtc 
von  A.  D.  X^notiol  bei  E.  Lavisse  et  A.Itamliand.  Histoiro  g^n^ralo  III  969-893,— 
A.  D.  Xi>nopol.  HiHtoirc  diiK  RouniAitia  do  In  Dacic  IVojans  dupub  lea  originoe  ju§qa'h 
l'union  d«a  prineipnutte  en   ISIifl,  2  Bdo.  Parin  1896. 

5.  D«r  Uteinische  Orient 
(d.  Il  di«  auf  byxaDtinisohom  Bod<a  begrün dclvii  fraiikiaclien  BLTrschaften.  dersn  politiBdie 
Dnd  kultiirelle  Oeachiohio  mit  der  byxant inischon  eng  vorknöpft  i«t).  Diorbeo'  g«li<)rt  fast 
die  ganxe  nnf  die  Krcuuflgo  b(ii:0|iliehn  Litteratur  und  inhlreiahc  Schriften  Qbor  die  mitUI- 
kltcHiciio  fipfldiicbtr  von  ItAlii^ii,  Prnnkroich  u.  s.  w.  \nn  dioscr  Mam«  werden  bior  nur 
die  mit  dem  bywintinrselien  Slndienkreis  »m  engsten  verbundenen  Schriflen  anjcefnUrt. 

A.  Zueacntneijfitisi^ndv  Duratelluu^en:  J.  Bun^iars,  Giislu  dvi  per  Pranco« 
Mve  ori«nlab'uin  okpeditionum  ot  regni  Francurum  Hterri«olimitani  hintoria,  2  Bde,  Buno- 
viiw  1611.  —  Du  Cange,  Histoire  de  l'onipire  di«  Cpto  aous  les  emporouni  fron^ois,  Paria 
166fi.  Wicderbült  Venedig  1729  (im  2.  Teil  des  19,  Bds  der  Venex.  Ausgabe  der  bjr«, 
Bictorikcr).  Kino  neue  Ausgabe  des  Werkca  besoratc  Biiobon,  2  voll.,  PiiriH  1826.  —  Selir 
wichtig  fDr  die  Kenntnis  des  4.  Kiouz/.uga  sind  dio  (Urstelliind^in  nnd  kritinehen  Boigabon 
in  dw  AoBgabe  de»  Geoffroi  de  Villehmdnuin  von  K,  Bonc.bet.  2  Bd*,  Poris  1801,— 
flBuptwfrk  aber  die  von  don  Kreiufabrom  im  13.  Jahrh.  aus  dem  byiflntiniBcll«n  Reich« 
nach  den  AbendUndo  gebraeblen  Reliquien:  Cunies  du  Rinnt,  Exuviao  Sacrae  Coaslao- 
0|K>lilsnBe.  2  voll.  Genf  1877—1878.  —  Einigea  «ur  früheren  Geschichte  der  bjsan- 
nisehon  Reliquien  cntlidU  (!.  Rauscher,  Nouo  Untc^rsuchungen  Ober  die  Deai-riptiu 
jid  ibro  Bedeutung  für  die  grosaen  Rcliiinien  ^i  Aachen  nnd  zu  Sl.  Denix,  llistor,  .Tahrb. 
OSrrea^eMMsch,  !■$  (1894)  257-278,  —  Außerdem  vgl-  aanilliobe  Daratelinngon  der 
euKßgu,  Eine  Überaicbt  gibt  Eulelzt  Ch.  Ssi^noboa  h«i  E.  Lkvisse  el  A.  Raiiibaad, 
itoirc  gL'Q^ale  du  IV"  sitcle  I>  uoh  joura  II  294— S51. 

B-  Einxelne  luteiniBche  Hurrachafton  und  Untarnahmnrigen:  Edwin 
ira,  The  fall  of  Cple.  being  tbe  story  of  Ihn  fourlb  cninndo,  London  1885.  —  Tb.  Ua- 
lakij,  Bj-xanx  and  die  Kreuzfahrer  (Kroboinnj:;  Kpels  durch  die  I^loiner).  Sftdlicho 
nniinnfi  f.lu^nyj  abornikt  zu  gunsten  di<r  von  der  Hunget^not  Betroffeueo,  horauagegeben 
d.  Odesoaer  UnlerstütsimgsgcRellecbaft  der  Liltornten  und  (ielobrten,  Odessa  1&S2 
'195—882  (nuB.}.  Populäre  Dsrattflluiig.  in  der  Jedoch  froher  onbenOtxto  Quellen,  wi« 
II«  Novgorodacheo  Cliruniken,  brigejogen  sind.  —  A.  rnpadopuloa-Koramoua,  Iloou- 
■nontn  grecs  pour  »ervir  ii  I'liisloire  do  In  4""'  croiandp,  Itovno  do  l'Orient  laiin  I  (1893} 
640  -  hhh  (Probe  einer  xum  Gebrauche  der  Griechen  in  Kpel  während  der  kt  Hurmchaft 
liMtimmten  griochiachcn  Überaetzung  der  lateinischen  Messe;  Erzählung  dbor 
die  Entfnhrunfi  ninor  kostbaren  Reliquie),  —  Guston  Dodu,  Hisloir«  des  institutions  rao- 
nvchii]U<4  daiM  le  royaume  latin  do  Ji^ruaalem  1099— 1S9I.  Paris  1894.  —  Gasten  Dodu. 
De  Fuleoui»  Uierosolyuiilaoi  reguo.  Paris  1894.  —  Ad.  Sohaubo,  Kino  bisher  unbekannt« 
BagMltin  des  lateiniaebeu  Kuiserruiuliea,  Milteil.  d.  Institut«  f.  Satorroich.  GuBchiiLbtsrursch, 
8  (1887)  587—594,  —  H.  Atoranville.  I*a  projets  de  Cbarle«  do  Valois  sur  Tempiru 
d«  Cplo.  BuU.  a«  ritcule  des  ChnrtesSl  (1^9ü)  63-86  {diese  V«r«nche  fallen  in  di«  Jahre 
I3I)&  -1316).  —  A.  <t.  Paapatea,  'E:t%iiippioy  rtyovrjraiar  i'ui(>di'.  XiiiXoyot,  llaQii(tt.  toi 
t/'  töfiav  (1881)  8.  SS.  —  M.  A.  Belin,  Uistoire  de  U  Latinitä  de  Cple.    Deuxienio  ädition 


10S2        Bys&ntisiscbe  LitUratnrgeaohichte. 


et«,  par  le  R.  P.  Anhtie  de  Oiatcl.  Puris  1894.  Dm 
katlioliuchen  Kirohe  in  Kppi  bi»  ttiif  die  Oegonwart, 
taotiiitsdie  Zeit  lieiDKlich«n  Toilvn  tiolir  vial  zu  wOsi 
OOrreagea.  I&  (1694)  910  f.  —  L.  dr>  Mar  I.ittrio, 
l'Oriaot  Utia  S  (1S9&)  433-466.  —  Miltont>orK«r, 
Ori«at  im  li.  Jahrh.,  Rihniadie  QuartalBobr.  8  (1^' 
BapAdieion  do  to«  OalalAiiM  y  Angon««««  OQnlnt 
wioderhoU  U»drid  180K.  —  Fr.  do  Hooeada,  Zug  ■ 
|ceK«n  die  TttrhiMi  und  (iri«ehoa.  An*  dem  Rfiiui.  vd 
1828.  ~  J.  I).  Dtiry.  Tlie  Umbardn  and  Vanotians  itf 
7  (1836)  S09  IT.,  8  (1887)  194  (f.  ~  L.  de  Maa  l.atrt 
grepoot,  Rente  d«  l'Üriiuit  latia  1  (1303)  418-438.  - 
d'Achal«  et  d«  3for«o  (1204-I4»0),  BrOeel  1679.  —  II 
Bonn):  Ton  Atli«ii,  Kaumere  biat.  Ti»chenl>uoli  lÜH.  S. 
der  florontininchon  Fnmilie  Accinjoli,  von  der  ein  Zi 
•ich  S  Briofo  ms  den  Jahren  1260-1^94.  Kd,  t'erdl 
Corriapendenifl  Aeci^oti,  SitxuniBber.  bayer.  Ak,  1(^ 
liehea  WorH  Ühei  di«  FraiikmKürnichHft  in  OriedianliU 
kiechen  Hurnioli««'  von  Kcplinllunia  und  /.ante  Turdot 
manoa.  Er  liDts  es  nbnr  -  nwi  dein  [kkanat worden  d| 
hat  —  in  ollau  grauer  Bosobeidenheit  Dicht  iintcT  elnod 
Einleitung  xa  seiner  Oliersetmog  des  Artikela  von  Karl  | 
und  linibciraohe  Eoeyhlupüdiu  f.  Seclion,  67.  TeD  (1^^ 
Zaig^tjt,  niiS^rtilt  AlV¥inJo(,  'l«iof/tx^  nQiiyfi«teln  tov  «BH 
ix  t^t  n^fiayut^s  vni  'I.  'J.  "Pai/taroi,  nfofäturrot  f«W{ 
^n/xexpnn'ur  tut  jiör  tlaXatlKOf  rof4^ia>i-  liigairatr,  uA, 
hiiolftiaa  ii  ävaXuiftaet  toi'  tfiXoytmic  xi'pi'oc  llnvXet>  jtäf 
CtMchichMiobor  Überblick  (ibor  di»  Subickaal«  von  Karjfl 
von  1205-1471).  SitzuiigHbn-  \Vii>ii.  Ak.  Bd  11(1858)58 
Übersetzung  von  Q.  Ü.  de  Sardagna  mit  ZiuAt«ou  d| 
Karl  Hopf.  Qettcbielite  der  Iniiel  Andros  und  ihrer  Bj 
1207-1568.  Siteungabw.  Wien,  Ak.  Hd  U  (IWSS)  23-1 
ebenda  Hd  21  (18^6)  231  362.  -  Der  Artikel  von  K.  B 
(in  der  Kmcli-  und  Cliulierschen  EnojklopSdio]  ereobieii  a 
l.e«  Oiustiniiiui,  dynssteis  de  Ckioa,  <Stude  liiitoriqne 
A.  VIosto.  PuriH  1888.  -  Tli.  Beul.  The  lord«  of 
(1883)  4Ö7— 480.  -  Manche«  Mnterial  lur  neueren 
N.  KanollBkoH.  SibxiI  rSriilmia,  Alh«n  1890.  •-  CI14I 
fviixvi  ftomi,  lla^maoöt  LS  (1893)  711-719.  —  Zu 
»unixcher  Hcrrenhaft:  N.  fS.  Knluteee,  Mitfä  av/tf 
Jtijior  3  (1885-  I8'<9)  (S35  039  -  Dniii  die  sonalig 
IDhrt«  IiiUeratiir  llher  die  fränkischen  Herrschaften  ■■ 
Cynorn  und  bcH.  die  oben  (8.  lOUO)  genannte  OescbirU 

6.  Genealogie  und  FAmllfengeil 
A.  Zusammenrass^ndn  Schriftonr  Uuuplworlq 
miliae  oiigustae  hyiantioae.  Paris  1680  (e.  o,  S.  1088).  —1 
Do  Cau^u,  Les  fnmilles  d'uutre-mer,  publides  p«r  B.  9 
Nnelitrit)Ee,  Cbnrtrea  1881  (mir  unKUfBiigtieb).  -  ReinhJ 
serungcn  xu  Du  Gange ,  Les  fnmUlea  d'oulra-mer  (ed.j 
Hiuubeldtigymnnsiiiins.    Uerlio,    B.  Gaertner  1886.  ~ 

Fnmitipii  der  rräuki^uhen  Hemcber  im  Orient  gibt  K. 


2,  Innars  QMoUclit«. 


108» 


ou  pcu  conoa««,  Borün  18i3.  in  den  um  Scfaluase  iea  Werket  bvi|D/Qf(tf>it  itcnea- 
bftD  Tofvln.  Dani  die  Dbrig^n  »btMi  S.  1082  »ogafBbrten  AibtiUn  von  Hopf.  —  K.  A. 
Ohristotnanos,  Abeoilläii<]i>i.'he  Goacblochlcr  im  OrJont,  I.  l.ieloiuiiK,  Wi«ii  1869  (wird, 
MtheiBl.  niclit  fiir((;omi>txt).  —  I.ivrc  d'oT  do  tn  noblem«  l'liHnariot«  W  Ur^o«,  an 
Di«,  en  RiuiBK>  et  rn  Tii[(|uie  {ini'  im  Phanariote.  Athen  18112  (vwfolgt  itia  Stiniin* 
d«r  pbuinriotischon  im<]  iiU(:el>liuh  pbanariutinulicn  Geaclilocbtor ,  von  ilniion 
klleidinga  nur  wenige  mit  .Siuborlmit  in  die  bj-iuutiaiiidiu  Zeil  luiDeknihnn  InHuiij, 
B.  Sobrift«ii  Über  einxelna  Familion:  Kio»  Snbrift  llbar  dia  Katnillo  Mn. 
IBO>  iat  S.  780  Amt).  6  erwubnt,  über  elno  im  Cod.  N«ii|iol,  II.  e.  85  orbiillunu 
Dg  vuo  Briofeii,  die  sicli  auf  Zwei|te  i\«*  Fnmilie  Molisaonoa  beiiohoh,  vkI.  Hnlv, 
illo,  CodJMH  gra«ci  imw  rcRiae  liibliothecae  Borboni«««  2  (Niia|wl  1832|  2t>-Sk!.  ~ 
K.  Cbrastomanos,  I'trittXoyixil  /nUt^fiitta.  Tu  firat  Aifinun  (.li^noiiWl,  Ihiyrvoaet 
10  (198«}  M9— 371.  —  E.  Legrand.  QdoiSAlogie  de«  Mamoronlalo  do  (;|i1a  at  a\i\*m  du* 
«mncnto  conewmaal  «lle  famillo.  ruria  \vm.  -  AL  LaunuIi'M,  Ific'  iiff  \mtt)t  ct»t' 
yttfiat  KitX«94tev,  S'taUynv  1'.päofin4aio  T.niitiaJQtjitif  vum  14.  Mlln  IKIIil  (aur  (tiitliil 
«ifMr  in  der  Atlioalaant  erhaltonon  (loldbulln  Andronlkaii'  II  vom  Jahr«  IHU),  -  Kp,  Mo- 
taiaa,  'Ivjtfia  i^c  ainoj-inivt  Muniü  äna  ro«  IfiSl  ft^XQi  «od  1^04  lini-ri  Allion  IHÜH 
(mir  ancnglnglieli).  —  Einie«  llemerkunRen  aber  das  (loaolilpebt  KaiKikalin«  (tibi  «In 
AaonjrinaB,  fltm  "EfijutfU  vom  8.  Mui  ISilS.  —  Auf  niaefannK  und  SrbwimUil  baiiibl  der 
Stanuaba««  der  angeblich  uralloii  byzantiDiitcbeu  Famltiu  den  .Klliirl«»*  ItbodnuiinitkUi 
Du  hat  mit  BberraidiM  QrKndcD  iiach^<-wieHpn  E.  Logrand,  DoHiur  ItfauJenanakla. 
£tiide  cHtiqn«  da  bBiUoBrapliM  «t  d'biatoiro  lilt<frai».  I'arie  \l«U>.  Vgl.  II.  7..  it  (!**>">) 
«7-87». 


2.  Innere  Geschichte. 


^^^K  1.  AUg«Biein«  Sclirift«B. 

^^^'^  Sp.  7.arap*liDR,  'Jm/ibiu  J>;/iaiuHJ  t^t  't'Jlv4in  /inil  fuidi^  UfogiäUf  ni^l  ft*- 
amurtni  iXi-}rt«pai,  Korfs  1852.  —  H.  Krauae.  Dwt  Ilj-untiiwr  da«  MilUlalUr«,  lluJU 
1BB9.  Ebi  abwticMtatw,  ktafig  gtndtBt  latMmii  WoU«llaM«M  iwil  MtVM  Uanliwwk. 
Id  wekJMn  die  ÜB^kUdt  «iM«  «McbieUlielMa  OkcrUiokM  dardi  dl«  irlllkBrliiib«  lle- 
■Afidlwng  auf  den  Znitniun  votn  10.  -H.  Jalirb.  bmomtniM  u«d  w«d*r  di«  DjunUitKr 
iMcb  die  »eaerra  Arbeiten  genOfcnd  verwert«!  aind.  VgL  4U  «ituIckUga  Uoapru«buitK  luii 
r.  lliracb.  <;attiag.  Ücl  AoMigcn  18»  8.  1«9I-III»4.  -  Auguatiu  Karraat,  Ka^iiU- 
aM  bfSisHa««,  Parii  m4  (fUrina  Skia**  aiM  iew  tief-  u«d  HUdiLrkMi  Vuw  ll/uu 
L  B.  L«  WD«.  Cb«c  U  Patrioe.  L'wnpwcur  rl  1«  bIj!!!!!.  IJu  bpartlat«  ■. «  w.j,  --  Au 
gnalia  llarraat.  U  vi«  kfutfn«  m  V1>  m-<U.  Pari«  IMXl  (IMl«UMi«!k«  HkUiMi  mit 
tuen  »«ttbcli  U«r«a  Saasaatar).  —  V.  VaailjavakiJ.  HatarUltM  Mf  tOMMMi  <!«- 
adieUa  dn  bruiilikMdiMi  Bcic^aa.  i«ani.  Mb.  Iili7ff  M  Wi  H,  IWI-UW;  !tM-4Wi 
ISaO  Bd  210  a  W»  -1?0:  S&ä-440  (rwa.).  -  Tb.  Capenabii.  t^iftmitt  Hfit  t^tUn^f 
tijt  i^mUfM^  terrae  rar  »K^rttTti  MfmfH.  J*iiUr  2||IM  tlW»)  HK-bftS.  >- 
Kbrii  gaoK  MM«  Wag  an- ErfondM^  der  «— raa  awthlrtiU  vaa  Bjr»M»  arftgaato  Uia(. 
Scklaaifc«rB*r,  iadaa  «r  dia  Twia  aoa  «fbabwar  flbiballM  (aH«b  «lai««  <J«U  m4 
S[lti«rli«llM)  aalOTidrf«  nd  aa«  ivaa  Ikr  di«  UMOfnv^.  *»»  VorwaJlaaftavMMi,  dl« 
pahliarta  nsi  t**Tal*  GaadhidM^  Aa  Cinri|bii  aad  Jv^ti^a^Ua  4ar  It/Mnlua«'  ate 
■bsMo  iwilmiti»  ala  reidrUtifw  Mämnd  ya-Ma  Ifia  BrgahiMaa  «rtaar  V- — *"iriTO 
hat  er  nürtzt  ammamim^äm^  ia  aaia«r:  l^itcitUfrapbta  i»  r*wpirt>  lifcaalia, 
I'arw  ItfM.  Im«  (aue  iidi^nlJuilirti  l^nMaiMiur  'iaarllai^rfl,  im  H>4.  4m  Ad«J.  dM 
Ziri]-  ^  Miilli  i  la  ■  allit  ak  ttxr  *«a«Utaa  Itiaiiiliiiliiiiaiiihii  liniiiriu  la  4m 
kbiaa  HialirfMa  <k  Wr  »aKJMli^  «ad  arUbt  aiad,  rw  mmim  A«c<«  Vj|. 
8p.  Laabr««.  B.  Z.  1  llWS;  IK.  Vgl  aa<*  dw  ao  Kuldfc  11  «««llWi-a  Mu^Um 
*«■  CithwlMaii.  —  üiugl  III*  tkt  di»  II  ildidi  Bmu  4«r  mw  «tedhalaa  v«  hf- 


1 

I 


1084         Bjuntiniaohe  LittermUirgmeliiohta.    Allg 

lanx  K-nmdrigcntunuvptlilLllniasi!  u.  b.  *.):  K.  R.  Zi 
avliivhlo  it««  grieuhMcli-rOniisolicn  Kcclils,  3.  Atifl.,  Bvili 
gefnhH*  LiUeMtiir.  -  W.  Fischer,  Kin  Wort  Obor  i 
gem«iDe  Uvechiclit»  h  (Stattgort  1888)  0«9— »97. 
kimgcn  Ober  äiv  Eloil«iit(ing  Jm  WortM  .Iljrzanliiiil 
Tb.  J.  I.  Arnold  in  dvr  liullaiiiliaohwn  Zoit«dirift  Dfl 
eSO.  - '  Maooli«  Teilu  dur  iiiiiiMi-u  Goschiclil«.  wie  die 
gnphiRchDi)  VcrliAltniano.  da«  Uoflcbon  u.  s.  w.  aicd  a 
Cl  AüK^ftlhrtMi  W«rk«D,  bea.  bei  Roiiibaud,  GTrOror,  CS 
dcit.  —  EinigM  MMtwia]  anch  xiir  bytuntiniachMi  Kit 
Kremer.  CiillurgeBcIiicbt«  des  Oriente  unUr  den  Ühali 
Nachweise  von  bytantiniscL««  Ku]turel«iient«n 
tat^eacbic^tc  der  KreuuQge,  B«tlin  1888. 

8.  BpeEiaUahrlften,'. 
A.  VerfAasung,  Verwaltung.  Struor-,  Poj 
Ober  die  diukldinniiah-koniiUnliniHC'lii)  [>tJiat».fc>ini  im 
klare  Danlollnng  von  Tli,  Momnis«ii,  Abnss  Um  til 
Ujuidbuch  der  deutsclieu  RvvbtAwiaaeneobaft  1  8,  Leipslg 
liBjierii  orieotis  adiniDiBtrandi  forma  inututa  iode  a  Conl^ 
Dorp»t  ISbH  (mir  niungllnitlich).  —  0.  A.  KlIinHen,  B 
(lOltJngen  1881.  -  O'h.  L^orirain,  l.o  Senat  romain  d< 
«tanlinople.  Dibliotli.  des  f^cnles  fran;.  d'Ath^M  «t  dal 
Viuoxradov,  Die  EulBlvhun^  der  Fi-iidalverbitltniBae  i 
hurit  11180  (riuti.).  —  Ü.  Culiase.  II  govemo  dei  Bisain 
(18tö)  2fl&-33!^.  —  Cbarlea  Diohl.  Ktudea  eur  l'ndj 
cbat  de  Karcnne  I56H— Tat),  I'aria  IKXS.  —  Duu  die  j 
Litturntur,  —  Morit  Hnrlmano,  Untcruadiungen  rar  ( 
in  Italien  (&-tO  -7^0),  UipiiB  1889.  —  fl.  Cohn,  Die  i 
halter  in  ObiT-  und  Millelilalien  (MO-T&l),  DJm.. 
fuerint  tiregarii  Ma|;ui  pa|iitt.>  tumporibus  io  imperli  b, 
qualia  eorum  iura  ntqu«  orficia,  Berlin  1892.  Vgl.  die 
U.  Z.  »  {1!<94)  HD  tr.  -  -  A.  Guudonti,  Bni  rngiporti 
gli  mini  476  o  hM  d.  C-,  Bologna  IWtS,  ~  Zur  Civil-  ( 
liniachen  Kxarcliat  v^\.  auch  Tb.  Hommflon,  Ostgol 
0eeell8(>lifl(t  f.  ftltere  deulsche  0««ohiclitBkunde  14  (19 
den  vHtgotbtsdiun  Studien,  ebenda  l'n  |189U]  181~lSltJ 
soi^iuli  iijüiimu  duHh  duoitiuuiono  Lurbnricn  ed  orienll 
chnriae  vun  l.ingcDthal.  i'rincipj  di  un  debite  pubo 
conti  del  H.  Utituto  Lumbardo,  Kerin  II,  rol.  16  fa*c.| 
Mfltinioliun  cur  innoron  Ilaschicht»  d<i«  byxnntiuiiRhMi  | 
KtOblor  und  Kt o II on> in nn linier  im  II.  und  12.  Jahrli.,  Jon 
(nisci.).  —  F..  Iludomaun,  Ueeuhiclite  das  römiHoh«»  P 
2.  Aun.,  Uerlin  I87S.  ~  Aug.  Audollont,  Leu  Vor«< 
BM-Kmpire.  M^IangM  d'uolii^ulngio  nt  d'bintoire  de  l"! 
249-278.  -  Kd.  Oebherd,  Studien  nbor  das  Vorpffl 
Dorpiit  I»81. 

H,  Staat*-   und  Geineiudo-Aroter,    Titel. 
Wichtigkeit   auch   fUr   die  byxautiriinrlio  Zoit   int  das  oä 
MililAr-Aniter  ontliwltondo,  nin  Knd«  de»  4.  JaJirhundnrIs  \ 
Notilia  ittgnitatuin  (so  geirnhnlicli  »ti«rt)  et  ndniiniatri 
militarium  in  partibun  oricnlie et  occidentis.  iluuptaus^ba' 


A 


2,  Innere  QeBchiobt«. 


1085 


in  6  voll-,  Bonn  lSä9~lSö3.  —  Ch.  Löorivniii.  Doquolqu^  inatitutioos  cla  BwEn^ire.  I-  I-es 
principal«K  dona  lo  regime  munidpal  rotnnin.  11.  lios  (ribani  lios  miÜMa  iniinidpal«g, 
III.  I^  juridiction  du  priiteur  aoua  TKnipira^  IV.  Origino  do  quelques  instituUoos  dn 
Bas-EnpiTi).  M^Un^«^  d'arrhdologi»  et  d'bietolro  de  l'EcoIe  frant.  ilo  Rume  S  (1S8EI)  363 
Mb  389.  —  Ch.  Läorivaia,  I^lodi-8  sur  tu  Bun  Empire.  1.  RxplicAtion  d'iuic  loi  du  Codo 
11itedMi«<u  (XVI.  2, 38|,  II,  Tcxt«a  de  snint  Alnl)ruisl^,  do  suint  J«iin  CliryiiciHtAmn,  dn 
p«p«  Uäl«se  Bar  U  servitucle  pour  ticttes,  lo  cli'-liL  ifudullüro  et  la  comixisilion.  111,  I«e 
•oldaU  privf^s  au  Bas  Empire.  Mäliwgos  d'nrchuologio  et  d'lijst.  de  t'tcol*  rriin?.  dp  Kum« 
10  (1890)  '2'i3— 2K3.  —  Cher  ein  Hngtliliches  hyinntiniBcheB  Mooreskonsulat  iiud  Hciuvn 
wigtUicheti  EiulluM  auf  itslienisclie  luatitutiunen  vgl.  die  Arlik»l  voa  Hans  tuq  Knp- 
Il«tr  und  Adolf  Schaubu,  Deulaube  Züitachr.  t.  GbBchiublBiriBs.  .'>  (1891)  21-69;  & 
(IMS)  223-238;  288  t:  10  (1893)  127  f.  -  E.  Beurlier,  U  CTiartoplij-liut  de  In  ßrond«. 
igVuu!  de  Cple,  Coiiiple  reudu  du  3.  congri'i  ni^iontiGciuu  iutemjdioniil  dos  nutbnliijiiM, 
UtüBwl  ieS5,  V.  section  S.  2,^2-266.  -  F..  A.  Stliukclborg,  Der  KonsUntiniedie  Pa- 
Iridat,  Basel  and  Oenf  ISQl  (ungcnflgend).  —  Zur  offixidloD  Anrede  mit  einem  Abstniktiun 
(deiDeolis,  pieta«,  miiioatM.  r;  flma^^iiii  aoi\  rj  ni; /pi;rT(üit;(  u,  s.  vr.)  vgl.  Clir.  SchQncr, 
CWr  die  Titulaturen  der  römiscLen  Kaigtr.  Actu  Saminarii  Erlungcnsia  2  llHtil)  449  IT,, 
und  Aug.  Engulbrocht.  Patmliaohe  Anuleklen.  \Vi«u  18Ö2  S.  4S  ff.  und:  Tb«  du 
l'itolwps««  der  spatlateinist^hen  Epistnlogrnplipn,  in  ,Auh  dem  Tboresianum*.  Peetgabe  der 
k.  Ic.  Tiictcsinniscbcn  Akad.  lur  42.  Veraamml.  deutlicher  Philologen.  Wien  1398.  —Zum 
Tital-  und  Kangwosen.  dessen  hiatorieclio  Dnfdiettnng  ein  dnugendea  IJed&rfnia  itil, 
Tgl.  im  Qkrigeii  Du  Cangc  üluBBiirium  mediu«  ut  infiinae  graecilutis  und  die  Kom 
nenlare  von  Du  Cauge  und  anderen  zu  den  bynintinischun  tjislorikorn.  Muieho«  i«t  is 
der  aeuercn  LilUnilur  weit  zorstrout;  vgl.  i.  U.  E.  Kurti,  H    '/..  3  (1^94)  694  f. 

C.  Kainorkult,  HofEeretnoniell.  Circuapartoien:  A.  Oaaqn«t,  I.'erapire 
d'Orient  «t  IVmpire  tVOccident-.  De  Temploi  du  mot  IfoaiXtJt  dana  lea  aeles  de  la  ohan- 
cdlori«  b^xantine,  Revue  hist.  26  a834)  281-302.  -  0.  Uiracbfeld.  i^ur  GtHohiobl« 
des  r«mtedieii  Kaiseroultua,  Sitaingsbar.  Beri.  Ak.  1888  S.  883-862.  -  E.  Bcurlior. 
Le  culte  impdriol,  Paria  lS9t.  —  E.  Bcurlier,  Sur  les  vesliges  du  oultc  imperial  ii  Bj'- 
aanoo,  Compl«  midu  du  congrts  scientiti<[ue  intomatiooal  des  eatlialiquns  Unu  it  Paris 
du  1"  na  6  avril  18^1,  Faris  1891.  —  E.  Ueurlier,  Le  oulte  renJu  nux  souveraina  dana 
rantiquilä  groi^quo  et  roiuaine,  Revue  doa  queRlions  hisloriques  51  (IS92)  6 — 66.  —  Vgl. 
0.  Truuliuer.  GAtting.  Gel.  Atiteigen  1892  S.  398  S.  —  Vgl.  auch  M.  Kraücheniunikoff. 
Cber  die  Kinfabruug  des  proviiuiiJen  Kaist>rcultua  ini  rUuiisobeD  VVeaton,  Pliilotugus  53 
1694j  147-189.  —  P,  Kalligna.  ilt^i  toi  tvmxov  tijf  ßvC.  aiiX^t.  .VfXiiai  Hol  iöytu, 
Alken  1IW2  S.  305-326,  —  W.  Fischer.  Eine  Itaiserkrönang  in  ßjinntion.  Zettachr.  f. 
aDgvmeiiie  Geech.  4  (1887)  81  -  102.  —  Über  die  hyz.  KaiserkrOnnne  handelt  auch  .V.  A.  tt., 
'jra}^e*vsn  «iri  ati>tiK  fiär  fvZitrnriäe  uiioKgatäQaf,  Sin  'HuiQit  vom  &,  17,  und  12.(24. 
Juli  1896  (Nr.  1127—1128),  -  D.  Beljajev,  Byianlina.  11.  Die  täglichen  und  aounlAgliohoa 
AndieaMH  d«r  bytanliniaclien  Kaiser  und  ihre  feierlichen  PruzeHBioncn  in  die  Kirche  der 
hl.  Sojtbia  im  9.— 10.  Jahrhundert,  Petersburg  1893  (rusi).  Vgl.  die  BoNprui'liuug  von 
Tb.  ITspanskij.  B,  Z.  3  (1894)  IM  ff.  —  über  die  Pragc,  wie  die  bjiantJni«phon  Kaiser 
nüd  Patriarchen  boatattet  wurden,  handelt  H,  Grauert.  Zu  deu  Naührielil«n  Qber  die  Be- 
itatlung  Earla  dea  liruaseu.  Ui^toc.  Jahrbuch  14  (1893)  302-319.  ~  Zum  Zerenool«!- 
weseu  d«a  bvxontin lache o  UuCes  vgl.  ausserdem  §  lOS  und  die  dort  gonunuto  lliirBlillorntar. 
— •  Kr.  Wilkon,  Chor  die  Parthenon  der  Rennbalin,  vornebnilich  im  byxantininclien  KaiKcr- 
Umn,  Abbandl.  Berl,  Ak.  \ml  (Berlin  1830f  -S,  217-243.  Ühn«  dio  Koten  auch  in 
RMim«r8  Histor,  Taschenbuch  1830  (grundlegende  Arbeit)<  —  A,  Uamhaud,  Do  bj'cantino 
liipfKxliüUü  et  circ«^Bibua  factienibus,  Paria  1870.  —  A.  Rambaud.  Le  Sport  et  l'hippu- 
dräme  k  Conutiuitinople.  Ucvue  des  Deux  Mundaa  vom  1.  August  1871.  —  Th. 
Capenakij,  Dio  Parteien  des  Zirkus  und  die  Dem«n  in  Konalanlinopel .  Via.  Vr,  1 
(18M)  1— IB  inm.).     Vgl.   B.   Z.  4   (]895J   208  f,    —   äp.  P.  Lampros,    ül   yiira« HKti 


lOdS         SruuitüiiMh«  Litt«ratDrgMchioht«.    Allgi 


^ 


D.  Ucar  anil  Flottet  H.  Kirchner.  EI«mCTkii 
Ftxtnch-.  mr  P«i«T  d«a  bOjKliri^oii  Di«nB^nbi1finms  ilm  t 
HnR.  Wiiimiir  IBSO  S.  IIS— tS8.  —  Tb.  Hommsen,  dJ 
etetian,  llormoN  U  (1889)  IQS— 2T9.  —  Charlea  L^orij 
11).  I.«s  soliUU  priv4>  >a  Bw  Kmpira.  UiSlango«  i'm 
967~2BB.  —  Conr.  B^niomin,  1)^  Juslininni  impvrati 
Berlin  IS92.  Vgl.  dlo  »Mtirechungi  von  F.  HirscU,  B.  i 
rine  von  Lingeotlial,  Zorn  HHitSrgflMls  A*9  t^o,  bJ 
ZaobMTiB«  rop  Lingeatlial,  Wisnasohaft  uml  Bedit 
fang  doa  10.  iahrbandertx.  B.  Z.  3  (18U)  iil-Vil.  —\ 
NovAknviJ,  Dun  nllwrbiii'hc  Iliter,  Bolgnd  18Q3> 
MilitArwMen  de»  11).  tind  11.  Jahilninderti  t^.  §  117 
litiflrten  Hilfsmitteln,  Dits  g  IIS  besprochene  Btratpgikd 
von  T.  Vaailjevaklj  und  V.  Jernatedt  in  den  Zaplsl 
k.  Univorsitat  PeUnbuig.  Toll  3fi.  Pet«rebuii;  Iä9$,  mit  ! 
ediert  worden.  ~-  Zur  militilrwissrnschnftlichno  I.itf 

Warangen  (nonnnnniBrlio  Lribgnrde  Heu  h'ni«c<rii)i 
in  nnla  Ryuintinn  militantibua.  Hall»  177).  ~  S.  (iedet 
handlunn  llber  die  WarS^rfrage.  Zsprski  der  Ic.  ruM.  J 
bai^  1862  (niM.).  —  V,  Vaaüjevskij,  Wirjago-ruM« 
(druiioa)  in  Kpol  im  II.  und  13.  Jnhrh..  Jaum.  Min.  18i 
Bd  ITT  K«brunr  S-  S91  -151;  Hd  IT«  Mftni  8.  T6-152| 
Vaniljpvskij,  Kuwisch-bj-nuilinisclie.  FVapncnl«,  III.  i 
ftKitrroi.  Joiim.  Min.  18TQ  Ui)  184  MAn  S.  )7:ä-I8T  (nut 
P.h.  Munch  ,  Krittske  Underscigeliier  ein  vors  Kon^esagi 
sons  (Hnardraades)  Bodrifter  1  ditn  gmeske  KejiH-re  Tjfi 
linger'  I  (Climtisuio  1873)  .'i06-.'>54,  -  Ountuv  Stori 
gerne  i  de  Graeakc  KciMroa  Tjenesto.  Hiitoriak  Tidiu4 
18841  SH-386  (vomerti-t  dir  die  Gescliichto  Hamids  1 
Kcknumono*;  vgl.  g  116).  ~  Vgl.  auoh  A.  Rambaadj 
l'ariH  imo  S.  »Hgfr..  und  0.  ScIilumberBer.  Ni<-#ph« 

Marine:  Aug.  Fr.  OfrOrcr,  Das  b}innllniscl| 
aehioJiton  2  (1«T3)  401-436.  -  K.  Jarion  de  la  Cr* 
Kevue  lioe  Deux  Munde«  6.'^  (18R4)  ISO-  )58,  —  Einig« 
biot«t  CcDtl  Torr,  Ancimt  sfaipa.  Cambridge  IS94  S.  1 
borgor.  Niciipbore  l'bocas  S.  hl  tl.  —  Daiu  die  S.  63? 

K,  Lflndwirtschaft,  Handel  und  Gvwerba 
die  rrnnoin  im  alten  Svrbiun,  Jouro.  Min.  Iä74  Bd  17 
V.  V'nsiljevBkij.  Mutprtulipn  xur  innnri^n  <iMchichto  d( 
ri*geln  inni  Scliuti«  des  UitunrngnindlieHJüe«.  Joum.  Ma 
—  P.  Kalligus,  IJt^  doi'lortai/oiriat  rtafd  "Pufialoit  Mxd 
jMiuitioy,  in  seinen:  MtUiat  krJ  t^ytu,  Athen  1882  8 
Materialien  lur  Uesohichtc  dos  Baacnigrundbeaitxes  im  14 
(mir  iinxugUnglidi ;  violleicbt  identiaob  mit  dem  folgend^ 
sohiclitc  des  HnuemgrrindbcaiUDa  in  Byxani^  Joum.  H 
bi»  360  (rusa.).  —  Tb.  Uspenskij,  Die  Bedeutung  1 
«eben  »t/öfoiH  (eine  Art  von  Benefiz),  in  .Sammlung 
lu  Ehren  von  V.  P.  Lnmnnakij',  Petereburg  1888  (ninj 
des  quosliuns  bist  35  (1884)  270.  —  Tb.  Uspeni 
in  Bj-»anK,  Journ.  Min.  1884  Bd  231  8.  1  -43;  288-1 


S.  EirebongMohiolito. 


1087 


—  Tb.  TTspenstcIj,  Deuliauhtuiif!«!!  zur  GDHdLiclltl^  der  LainlwirlacWt  in  B^mu, 
Jwim.  Min.  1888  Ud  259  S.  229-25'J  (ma».).  -  Tli.  Uspenftkij,  BywnUiiiMhe  Lwid- 
meoMr,  Odussft  188S  (nias.).  EJeaprooh«n  von  l\  Baxobrniav,  Jourti.  Min.  llitö  Üd  260 
S.  272—2)40  (ruBs.).  —  Über  dui  rur  dio  Uotioliicht«  dcj"  Land  wir!  ach  nft  wichtige  Sfabsm 
doli  ZiMclilAga  (^rii^ali;)  liandttt  siihr  HUsführlich  Hnnry  Monniar.  i'iludRN  da  dntit  bjr- 
XMitio.  1.  Nouv«tle  rovue  liistorique  de  droit  rrancaiB  tt  itnh^n  16  (1W3J  12&— 184; 
«80-362;  497-543;  687-  ü72;  18  (1894)  438-48«;  19  (18BÖ)  &9-103.  -  D.  AraU- 
nian,  Cbtv  da»  Stratum  dus  täutllii-bou  Ciruiidol|;eiitums  im  uHmBuiaobiin  Ueiah«,  Diaa., 
Laipieig  1888.  —  Zum  byuintinieubeit  Uaadcl  vgL  die  S.  410  nagoCUbrlen  Sobriften  von 
W.  Ucyd.  —  K.  E.  Itnclinrine  von  Lingvnthiil,  Kino  Vorordnang  Justinislis  Qbor  d«l 
Stfidonhiindfl  ttus  d«n  JaIiv«»  MO  547,  M^ni.  de  TAcnd.  Imp.  d«a  acientws  li«  St.  I'ätera- 
houTfi.  Ti>iii«  9  (180Ö)  Nr.  1.  —  L.  M.  UHrlinaiiD,  Zur  Geecbichte  d«i  Ziliiftc  im  frDben 
Hittelult«r,  Zeitscbrift  f.  Suiiul-  und  WirtüDhuftsgi-äcb.  S  (18U4)  lO!*— 1'2U  [buiidult  U.  o. 
Auf  ünmd  des  vun  J.  Nicuto  uiih  Liubt  giiio^-uDon  Libur  |ira(ifaati  über  die  wtrtaubaftliobo 
Organisation  dvr  bjxuntiniaabcn  Zeit,  ilann  Über  (Ins  /unftlcbon  in  Kuvcnna  im  10.  Jnhrh.) 

—  IJbor  den  Luxu«  im  byznntJniai^lien  liniobn  hnndolt  H.  Baudiillttlt,  tliotoiro  du  lux« 
frir^  ot  pabljc  depni«  rAiitii|uit*i  jufiqu'A  mm  joiirs.  Toniu  3,  Tu'!»  1670  S.  331  tl.  --  (lo- 
Mmre  EiDKeluntHrsucbmigHii  Ober  dl»  ugruitscheij.  kommerziellen,  gew«rblicb0ii  nud  BOn- 
ttig«a  wirUcbafUicbeii  Ziistandu  dos  lij-sanliDiBuliea  Beialies  gehOren  £U  dua  ditogoudsten 
r«rderuag«n  dor  Bjxftntiiuilagie. 

f.  Kultur-  und  Geistosbildung:  Araenius  Montacbikow,  Do  aniditiono  et  rn 
fitUnma  Grucorura  notAtJa  byzitnlinno,  Unlvei^aitntsaclirirt,  Mofiknii  l&tS  (aUgsmain«  Cobcr- 
nrbl  der  bjxtiolinischon  Litt^rntiir   und    ihrer  Eiulinsso  auf  die  ruwischc  Koltur).  -~  M. 

K.  Purauikas,  l'xtJiaa/ia  TltQi  >i;(  ir  >'J  'f^li;>-.  t3rn  icalitatnatia(  lo'y  y{Hifi/4altlv 
na»  tiXüafas  Kur^tai^irovnoXniii  {HH)  /jijipi  tiür  aQ^/tiv  tijt  irioiiäaijf  itatoyratitjfiJot, 
K|>g1  mS7.  —  C.  I'npnrrigopuloii,  llistoire  do  In  civilinalion  hclk'niiiuc,  fiiria  1(178. 
UobandoU  aoaftlbrlicli  hucIi  die  byziuitiniscbe  Zeit,  bes.  die  IViiod«  dos  Bildorntunnea.  — 
G.  ChiBsiotia,  I.'iuDtruction  publique  cbei  les  Grec8  dopuis  U  priso  dci  Cple  par  lea 
ritrcs  juHi|u'i  uos  joura,  Paiia  1881.  Vgl.  die  BuHpnjt'iung  vuu  P.  Syrku,  Journ.  Min, 
1S82  Bd  220  S.  279—303  (russ.).  —  M.  J,  tiudooi),  Xpoftxn  lijt  niirf}ia(ix"^(  "'«^If'oi, 
Kftl  ItitfS  (Ober  die  I'ntrinrcliiitucbuto  von  14^4  -  1  SSO).  —  &  AriBtnrehca,  KatäXoyK 
nir  niifui  t<ür  rtuttfoir  TM^riar  nnö  tiXiün4M  ."OtP'  ioU*  «vyyQttifiiftiDy  fifiXiioy  ^imiKo- 
iatvfiwiiy,  if'VOixuir,  yuaytttufiiür,  ^oi^ittii;  fiiiOtjfiiiiixiär  uni  rofimtür,  ZfXloyo(  14(1884) 
103 — 1Ö3,  —  Daxu  dl«  S.  798,  2  HugefQbrteu  Werk«  von  Vrotoa,  Satban,  D«m»tra- 
kopaloH  und  Lugrand.  —  N.  8kiibtilnnavi£,  UyKontimsuhe  Wiaat^nsvbnft  und  Ijchulcn 
im  11.  Jabrli..  Cbrist.  itvnie  1884  Metra -Mai  (russ,).  —  F.  Urogororius,  Vie  Lcgendo 
ron  Sludhim  der  ^VUacnsc harten  in  Atheii  im  12.  Jahrb.,  Zeitscihr.  für  (lescliicble  und 
Politik  ■'  {18SH)  805  817.  -  Th,  Uaponekij,  Skiwan  lur  Ueachicbto  der  bjwntinisclien 
tkultur.  fet«n.l>Hrg  1892  (ru«».).  Über  ilcn  Inbnll  vgl.  B.  Z.  1  (1892)  176  1I„  635.  V|;l.  die  Be- 
fSMbuos  von  P.  Bezubiu«ov,  Vix.  Vr.  3  (l^dtij  125  II.  —  P.  BexobrAZOv,  Zllgu  iler 
»/«■tiatochieii  Sittuu  und  Kultur,  iu  suinom  Bucha:  Histuristbe  AufalLlto.  I.  Mutykan  !»!*!( 
i.  4&~14S  (rusB ).  ~  Einen  kur^oa  Cborblick  über  die  sotiolcn  Vcrhallniaao  der  Lehrer  im 
bjwttiniachcn  Keicbe  gibt  M.  J.  G«doon.  llaiJti«  iroi  !itioj[tia  nap'  li/iiV  natti  raiif  te- 
l«R(u«»t  ttiiünii,  Kpel.  Keil  1893.  —  M.  K.  Paranikas.  lliQt  Tt}e  tr  Knökci  notpioexix^e 
tXtXijt,  Zi-ijioyet,  i<'ifio(  xi  (1895)  49—56;  01—66.  -  Da*u  die  Bemerkungen  von  M.  J. 
9«deoa.  Ebenda  S^  I>6-  Ol.  —  Zur  üeialus-  und  Kutturgoaohiclila  der  Byzantiner  im  14.  und 
li.  JaKrliondert    vgl.  die  S,  S02  f,  angoFQbrie  IJttoralnr. 

3.  Kirchengeschichte. 

1.  AUgemelne  Daratellang«n.     Verh&ltnia  d«r  Kirchs  mm  Staat. 
J.  M.  Ntale,  A  llutory  of  Ibu  boly  easlero  cbureh,   2  Porl»,    London  1*17— iO.  -- 
Stanley,  Uctar««  «n  tli«  hiat^iry  of  th«  «aslern  cburcli,  2.  odition,   Londou  lb62. 


*1 


1088         BTsaotioiaclis  Litter&torgeschicbte.    Allgi 


1 


—  J.  Uasenann,  Griediis(Aa  Kireho,  Kneh-  uod  Gnifa 
■r^a  84  (1866)  1—280,  -  Jo»,  H*rgoarOtlior,  Haa 
eohtoKU,    3.  AulL.   8   Ud«.    »'mborg    1S84-18S6.    — 

stMtinnp*]  läSl— ISeS  (rciobl  bü»  1463;  der  ScU 
lioh).   -     H.  V.  Toter,  Tbo  churcb  »oil  thc  «uttUm  eaij 
]uDg  d«r  U««chicht«  dor  ori«ntaJti>clioD  Kiroho,  ibrca  V' 
und   ihrar  Kinriobtungoo).    —    C.  J-  v.    Uafelo,   Con 
Kniburg  i.  B.  ISttO  ff.  —  Eine  bietohBcb«  G«B*mhUnt8l 
Ferd.  KultenbuiiGb,  Lehrbuch  dor  vergleicUendeii  Ko 
dox«  nnutuliacbc  Kirebe.    Kreibiug  1693.    —  D.  Karl 
Bond,    Kiriburg   1892    (—  (jnindriM  der  Üiaolagiadton  M 
1.  BdJ  ibobandelt  in  tn^IircrMi  Kajutaln  Buch  di«  byc.  Ki] 
frttbbjruutiiiUcbe  Zeil,  ruicbliche  Litleraturnachwaüa,  *n)| 
Parilees,  Ifm^ixi^ucij  /i(xJI>;aiR>ii((ij  /atn^i«,  Kpel  lS9w 
ÜiognipbiuB  ulmu  wiaaonHchiiftlioho  AimprOdi«).  —  K.  U] 
tum  imd  Mittclultcr  :n  dar  Kirche,  l'roussiMba  Jubrbllob^ 
OronM   in   die  Zeit  vom  Kiidc   de«  Heohsten  bin  xur  Witt 
P.  Wolff,  ZuT  ^iteintoilnng  dvr  Kircbengoschicht«,  Zoitf 
Lebea  8  (l«8Tj  :i81-3y0  (vtMtiobiebt  die   ClTenz«  iwiad 
ti«r  iD§  9.  J«hrbuiid«rl,  bis  lum  Uogiiiu  du  PonlilUuits  ] 

liuuj-twork  fOr  die  Suaeere  Geschieht«  d*r  gtn 
Mich.  Lo  ijuiviD,  Ori«na  Cbristianoa,  Storni,  Paris  1741KJ 
PoDti,  Äaiae  et  Thraciae  Patnarcbatni  CpoliiBuo  oulj 
orienUIe  ad  Patriarcbatum  Cpel.  pertineos,  Patriarchril 
magnaaiiuo  CbnldaRonim  nt  Jncobitarum  dioeeeses;  des  | 
PatriarchatUH  lli«io»otTmitanua  et  qootiiuot  foerant  ritna' 
feriores  prnMulea  in  ([iiattiioi  PatriArcbatibua  et  in  Orira 
die  OeechJohte  dea  Patriarcbats  von  Kp«l:  H.  J.  Oedl 
1884).  Kpet  1690.  Vgl.  die  tlwprecbimg  von  ti.  Uolxo^ 
Ergintung  dienen  daii  Vunteichnia  der  pAtriarchftn  naj 
nufftia*^  BifiUoäiJMii,  Athoc  18!)(l  s.  3I3~811V,  aus  oiad 
J.  Andrejov,  Dio  Pathsrcben  von  Kpel  von  der  Ze) 
PhotioB.  Chronoli^ie  dieser  Patriarobiiu  uud  Skiuea  iH 
wicbligsli-nvüDilineti.  1.  Teii.  Si}rgiovP«iiad  l^ÜÄfruso.).  V 
und  Znoxuraktj,  llogual.  vjeBtnilc  1896  Januaihoft,  BeilikK 
lieh],  —  Berichtigungen  ea  den  I'ntriarchon listen  gnb:  K.  ] 
triorchs  of  Cpifl  rrnm  ß»M  to  Tl.'S.  ».  Z.  G  (ISO!)  m  C! 
^i  roic  jf^ot-a-toj-ixujr  xatnXoyuir  toi'  /njtgo:toXii«v  'Jl 
'Eittafeigtiaie  1804  S.  640—649,  und  Kifii'nii»'>i>-oB.fol({  |j 
Xpot-iwI  roi'  nitr^iiapjfiitov  oikov  xai  rvv  riiKiF,  Kpel  läS4  ( 
Kpel  in  mittelalterlich«-  und  neuerer  Zeit).  —  Zu  den  j 
Patriarchen  und  Biacbore,  vgl.  9  l'Jl  Anm.  3,  | 

Cber  dos  VorhAltnis  des  Staatvs  lar  Kirebe  in  Bja 
ritmiBcbon  Gpsotze  in  ibrem  Verb&llni*  aur  Kirche,  J| 
21-59;  lßl-202(rus8,).  -  Ä.  Uaaqunt.  Do  l'autoriM, 
Byxnnco,  Paria  1879.  —  K.  J.  Nonmann,  Der  rSmiacJii 
bia  Ruf  Diokletiui.  1.  Bd.  Leipiig  ISOO  (grundlegend 
atiaoity  and  tbu  Koman  Govemmviit.     X  8tudy  in  im 

—  Job.  Zbiahman,   Die  Synoden    und   die  Kpiakopnl 
ifitch«,  Wien  1807.    -    Joa.  Zhishmnn,    Das  Stift 


3.  Kirch  OD^Mclito 


rgenlAndiacliMi  Kirch«,  WImi  1888.  —  Zur  Geechiciite  des  kirchlichen  Rochloit  vgl. 
ISS  vod  dia  dort  (hm.  S.  Gll  f.}  angemhrt«  Liltiirulur. 

fS.  SpasUlwerk«. 
A>  Etnitlne  Zeitabaohuitt«:    l.   Lnlergang   dos  Ileidentninii   and   orsto 
der  Kir<^be:    A.  Ht^ugnot,   Hisloiic  do  In  dontriiction  du  PngHiiisme  *n  Occident, 
>oU.,  r«na  1835.  -   K.  Chnstcl,  Uislnlin  de   in  dentructioii  du  Paganisme  dana  rsm- 
t  ile  l'Ori«^!,  Vaiin  1^50.   —  E.  v.  Lnsaulx,   Der  Untergiuig  dw  Uelleaiamus.  HDii- 

0  1864.  —  Alb.  d«  BrogHe,  L'^gliee  et  l'rnipirc  rumain  nu  IV'  sit-rle,  3  |jutiea 
Bd«)  Paria  I8S6  — I8S9.  —  0.  Boistiier.  Lb  fiii  du  pngnnismc,  Etudee  sur  lim  dnrniAroil 
M  rdlgieoaea  «u  Ooeldent  au  quutrii-itip  sü-rle.  2  voll.,  PhHh  1891.  2  Anll.  Paris  1894 
RMteoteils  aur  den  Westen  des  Reichi^e  hezäglioh),  —  Victor  Schnitze.  Gcschiclit« 

1  Uotorganga  dea  griedilBch-rnmisohen  lleidentams.  2  Bde.  Jena  1887— I>^Üä.  Vgl.  dio 
iprvohung  von  Koaddaritz.  R  'L  2(lt<98t  622  ff.  —  Paul  AlUrd,  Le  puganiHme  au 
Mm  da  IV.  ei^cle.  lt«vue  de«  ijuestions  histuii^ues  Öl  (1892)  34J  -372  (Ober  den  Mithraa- 
%).  —  Paul  Alluid,  La  sitUHtiun  k^gnle  et  niiitL'TJelle  du  Png;aniiimR  hu  niili»n  du  IV. 
>le.  Campt«  reudu  du  3,  cangri'E  scientitiijue  iDtiirnnlionnl  des  cntholiijuiw,  UrllMel  I99&, 

•Mtion  8,  100  —  150.  —  Für  das  Verstund ni«  d<>it  Cbofgangft  vom  Heidentum  lum 
liatenhun  «lad  namentlich  folgende  Schriflvn  zu  heacht«n.-  Edwiu  Uatch,  Orieehenluin 
I  CbriatenCum.  Deatsch  von  Erwin  ProuHL-hen,  Hit  Beilagen  von  Ad.  Bnruaek 
I  dem  Clieraetier.  Freiburg  i.  B.  1802,  —  Guat.  Anrieh.  Das  antike  Mirst^rieoweann 
Miflcni  KiiiHuwi  auf  dun  Cliriatentum,  Gattingen   l»ti4.    Hier  auch  Verzeichnis  der  Alteren 

diMM  Thenin  bextlglirhen  I-ittmitur.  —  Georg  Wobhnrmin.  RHigionnganchicht- 
w  Stadien  wir  Frage  der  itceinfluMung  des  UrchriBtentiim"  durch  das  antike  Mysterieii- 
ptn,  Berlin  1896.  —  W.  M.  Ramsay,  The  obnrch  in  tho  Roman  Empire  before  A.  D. 

I.  London  1893. 

2.  Kirckengeschicfate  vom  Kooiil  von  Nik&a  hls  xum  BogiDn  dea  bilder- 
eilH:  W.  Koelling,  Gettchiehte  der  ArLaniachtu  Ilaeresic,  2  Bde.  UBtcrsloh  1874  —1883. 
C.  A.  Bernonlli,  Das  Konxil  von  Nicaeo.  Freibiirg  i.  ß.  und  Leipzig  1696.  —  0.  Snock, 
larmcbDUgcn  mr  Uoacbicble  des  Nicdniachen  Konzils.  Zeitschr.  f.  Kircihengcach.  17  (IROC) 
71.  —  J.  R.  Asmus,  Julian  und  Dien  Chryaostomoa,  Gymnnsin1pragr..Taub»rViiscbofBheim 
16«  —  Ji  B.  Asmus.  Eine  Eucfklika  Julians  dea  Abtrünnigen  und  ihre  Vurlltufer,  Zeitachr. 
itrc)i«ngeach.  16(1896)220—252.  —  J,  J.  Mulysevakij.  Die  grossen  Thiilwi  der  na lio- 
aiiwheii  l'ricAtor  in  dor  Z»it  der  arianiscben  Kitmpfe  unter  der  Regierung  de»  Valens, 
\iy  Kiovük.dnch.  ak.  1893  Juli  S.  3ö5--37H(rnas,),  —  Ternovskij.  Diegriechigcho  Kirch» 
der  Periode  der  iLtlgeineinea  Kircbenversaiumluugen.  Kiev  1883  (rua&.),  —  v.  Funk. 
.  Berufung  der  akunioniachen  Synoden  dos  Alterlunis.  Uistor.  Jahrbuch  d.  OOrresgeB. 
(]8Bt!)  689  —  723.  Doxu  v.  Funk.  Kritische  Bemerkungen  zu  dogmatjaeben  Rufloxioncn 
MMT  hütariaehen  Frage,  üiator.  Jahrbuch  d.  GOrresgos  15  (1K94)  50.'>— 5ltl.  —  v. 
pk,  Die  pipatlich«  Dertätigung  dar  acht  ersten  allgemeinen  Ryn»d«n,  IHsIdr.  Jahrbuch 
(1898)  48&~51G.  —  F.  Ludwig,  Der  hl.  Johanne«  Chryaostomoa  in  eoinem  Vcrhält- 
mm  byiantinisdien  Uof,  Brauneberg  18S3.  —  A.  Puech,  Un  mformatenr  de  la  »«- 
■4  chrftieiioo  au  4''  Bi^ole.    Hi.  Jean  Chrj'sostom»  et  lo>  moeuru  de  Hon  tenips,  Paris 

II,  —  K.  Tbeuvonot,  Vie  de  St.  Jean  Chrjsostome,  Toulou«o  1891.   -■  T.  J.  Lamy, 
eoBCil*  («la  k  841aucie-Ct^photi   en  410,    Compto    rondu    du  S.    congres  scientiSqn« 

iniatloaala  de«  catboliques,  BrDaael  189Ö,  II.  section  S,  250—276.  —-  L.  Dncheano, 
•fSit  et  Pelage.  R«<vue  dea  ijueations  bititoriignes  36  (l^^-l)  3(19—440.  —  Quat.  KrDger, 
napbjrailiiKiie  8lreiti^-k«itHD  im  ZuBammonhauge  mit  der  Reicbsfiolitik,  Disa.,  Jena  1^1^. 
L*nd,  De  gedunkachrifttn  van  cen  Monophysit-t  uit  de  zesde  oeuw.  Ventlagen  eo  Me- 
ImI.  d.  Ak.  Afd.  I^tcrkand«  3.  Rnoka  (AmsUrdam  1S»8)  h  S.  237—274.  —  A.  Koso, 
I  b)-Eantinisclic  Kirchenpotilik  unter  Kaiser  Anastnsius  I.  l'rogr.,  Wohlan  1888.  ~  H. 
ilaer,  Josua  Stylit*«  und  die  dontnligvn  kircblicben  Parteien  dea  Oatms,  II.  Z.  1  I1892J 
dlHK*  ilei  kluü.  Aiirrtiiio.iii..t<u.cl.;>n  IX.    1.  Ablief,    i,  Mi,  Cy 


AidlHK*  <lei  kli 


ä 


1090         Bysutiniaobe  Lltt«rfttsTf«Mfa!obte, 

34-40.  -  Uaxu  Tk.  N&ldeko.  Pi«  Synfxloii  vom  Si 
bis  38.V  —  G.  Sehnflror.  Die  politisch«  Stel1iiu|t  di 
de«  OroMan,  Hi«t«r.  Jahrbuch  d.  OOrroeg««.  9  (1888) 
~  Mucbm  aber  din  kirohonpolitisolicn  BvaoliitiigM 
bringt  Biicli  O.  Pf«il<ichirinr,  Di-r  OstgutcnkSnig  T% 
lische  Kirche.  MQnetM-  IPSlt.  —  Dura  vgl-  S.  hl  f[.  oa 

S.  Periada  des  Bilderetreitaa:  L.  Maimbo^ 
dMlM,  t  voU.,  Pftris  13T9.  —  Fr.  Chr.  S«h1o«aef 
Kaia«T  des  oRtrSmiBclien  ReJohM.  FrMilcftirt  IRIS.  —  J. 
(unbedmilend).  —  Aug.  Fr.  GfrSrer.  Der  Bililersturm,  i» 
460—478.  ~-  C,  J.  von  Httfele,  Coii<^ilianu;t<Aobtohte  8  ( 
Di«  Geg«txecbiine  der  lkoeakl«Bt«n,  Jouro.  Mi».  1878 
bis  129:  Ud  201  8.  I$l-17ft  (rxise.).  —  KnrI  So 
KkiDpf  der  gri«RhiMh«n  Kirche  um  ihr»  Kigponrt  und 
die  eingohoml»n  t)(>a]ir«cliangen  von  Jos.  LatiR«».  Bg 
Zeitung  1691  Nr.  IM  ff.,  und  F.  X.  Krsas.  Oauing.  Q 
T.  ProobraJtfnskij,  D«r  Kampf  tim  di«  ItitdervaM 
Moskau  1890  (nias.)  (mir  muugftnglicli).  —  A.  To^ 
d'aprto  la  correBpoodano«  d«  saial  Th^dor«  8tudlte,  j 
(1891}  80—118.  Au«h  aeparat  «refliieoen.  -  L  Duchj 
pontiHeaU  Revue  d'liistoir»  et  du  litt^iature  rf)Iigi*niN 
£97—334  (u.  IL  Ub«r  da»  VerbUtuis  der  Dipgte  St«phad 
und  Irfto  in  Z1I  den  nyinntinern),  ~  Tb.  üspenakij,  | 
und  din  tlesUiligiing  d«<T  Orlhodoxi«,  Joura.  Hin.  189] 
Wiederholt  in  d«n;  Shiicen  znr  GeacUchte  dar  bjnafl 
S.  3— S8  (nisa.).  —  Th.  Uaponskij,  Da»  Synodikon  (1 
Jonm.  Miu.  1891  Bd  274  Aprilli*ft  S.  287-323.  Wiedcrf 
der  bjxat>tinittc'1i<.-D  Kullui.  P«lertiburg  1892  8.  89—: 
dieaar  Sobrirt  diunLTb,  Usponskij.  Daa  g^roodikro 
Odeaaa  1893  (nuu.).  Vgl.  die  tlfispraoboBgMi  van  E, 
and  P.  Bnxabrasov,  Vü.  Vr.  3  (1896)  125  ff.  —  A.  - 
taniachfR  Sjnodvn  de«  9.  Jahrb..  Moskau  tSS8  (raaa.)  ( 

4.  Von  der  WiadeTheratallueg  der  tiiH 
(843—1054):  0.  de  Boor,  Der  Angriff  der  Rhba  auf  6 
ea  sehr  wahnoheinliob.  daaa  das  Fest  der  B«chtglltib«d 
fenommen  irurd«.  im  FiDbjahr  842,  aondom  am  1| 
Laammer,  Pnpat  Nikolaua  d<T  Kr«t«  nnd  di«  bynd 
Berlin  IS."]?.  ~  AoMerdem  vgl.  lum  ZeiUltar  des  Phd 
~  Knrnpet  Ter-Mkrttschian,  Di«  Paiilikiaaer  Inj 
vfirwsndl«  ketxerische  EreeboiDUDgeD  in  AmiMteii.  I 
Äussere  Lage  dea  MOnchlunia  in  der  byuntinischen  K\ 
bis  tum  13.  Jobrb.  (842-1204).  Pravoal.  Bobeajednik 
Juni  S.  98—160.  Juli  8.  280—275  (ruaa.).  J.  Sokelo^ 
in  der  byxantiniacben  Kirche  von  der  MÜlo  doa  9.  bis  I 
1893  Sept  S.  118-124,  Okt.  S.  195-344,  Nov.  S.  \ 
J.  Sekolov,  Das  byaantiniacbe  MDochtnin  im  9.— 12J 
Juni  8,  205—275  (hier  allgemeine  Cbarakteriatik)  « 
xl&ndig  unter  dem  Titel:  Der  ZuKtund  doa  MSnehtnml 
dor  Mitt«  dee  9,  bis  tum  Anfang  doH  13.  Jnhrhuadarta, 
Wie  Insaerten  aioh  im  Anfange  iv*  10.  Jahrb.  die  Bi 
lu  d^n  benuchbartrn  nOrdliclipii  Völkern  and  han[ 
liaICeu  beim  jUhrlicIiMi   Festakt  der   noanUB.  Uni' 


3 


8.  Kirobengewbtobt«. 


1091 


•ekomlich  in  den  ICnpinki  der  Cnivereitllt  Oilrüsn  i^ndrnekt:  mir  nniugllnglioli)  (mM.).  — 
8fc*balsnovi«,  ßfuntiniBch««  Staat  und  [byn.)  Kirohn  im  U.  Jahrhandtirt,  Potora- 
bürg  1884  (niM,). 

S.  Von  der  Kitcbentrennang  bis  EUm  Fiilln  des  R«icli«s  (1054  '  1453): 
DiaMB  ganzen  Zeitraiun  umfaast;  A.  Lebodov,  Gmniitllgo  einer  Geecbiolitu  der  ti,viMi- 
ÜBlsoh-fiatlicliee  Kirclio  vom  Ende  d«s  II.  bis  tur  Mitt«  dpa  15.  Jahrlmuderls,  Moskuu 
I89S  (niaa.)  (mir  uniugOnglicb).  —  L.  Hnimbonrg.  Hüituire  du  schisme  dos  Grecs.  2  voll.. 
P>rä  1677.  In  doutacher  Gberaeliung  vun  V.  X.  Meuaer,  Aiiche<n  1841.  —  J.  <j, 
lAttlipio«.  l.'^gliM  Orientale.  Expoa^  hiatori<|tio  do  «n  säpAmtion  «it  de  «n  räiinion  av«o 
Hb«  i»  Ro«n«  «Ic.  Rome  1^55  tliohnndWt  vom  rnmisabon  Slandpunkto  aua  die  tle- 
•ckicfat«  der  KircLendwnDang.  aowie  die  Haii|'tdifr«< rennen  beider  Kirchen  und  macht  Vor- 
«eklS««  Kir  Vertinisung),  —  A.  Pichler,  tiescIiichlB  der  kirclilichM  Trennung  avrisohen 
Ori«nt  lud  Occtdent.  2  Bunde,  MQnchen  1664—1665.  ~  K.  Demetrnkopuloa,  'bnoqla 
T«i-  «//«^urroc  iijc  Jaiint^;  itxXriaiat  äriä  tijt  Öp^edatov  'EiJli;H»^{,  Loipxig  1867.  — 
J.  Hprg«arOtbor,  Photius,  3  Bde.  Regonsbiirg  I967-18B9.  ist  auch  für  die  «mtm  Jahr* 
luudwt«  der  Rchi^matischen  Zeil  vnn  Widitigkeit.  -  Wenig  Branchbares  bietet  die  Abband- 
hng  Too  Di«n.  KyriaLoa,  'JS^raiorS  |1S74)  135—163.  -  A.  Pavlov,  Kritisch«  Versuch« 
mr  ■Itoslen  griechisch -ruMischen  Polemik  gegeu  die  Ijateiuer.  Potereburg  IS78  (ruaa.) 
(nlr  nur  durch  die  Erwftlmmig  in  Rötlgera  Hubb.  Iti^-ue  12  [1S7Ü]  496  bBkannt).  — 
Shabatanovtf ,  Di«  Kiruhvntrennuiig  unter  dorn  Patriarfibcn  Michael  Kcrulurion.  Christ. 
HaBtjo  I8S4  -  18Wi  (niaa.)  fmir  uniugUn glich).  —  K.  Kaloxymes,  '0  nttniofiöi  Kai  i;  op« 
M^vfof  äraioAi*'}  iurXr/aia,  Lcipag  1HÜ7.  —  G.  B.  Howard,  Th«  schism  lietween  tho 
ari«atii]  aad  weitem  cburche«  with  special  referenco  tn  the  additinn  of  the  Dliaqiie  to  the 
oned,  JjODdon  1893  (mir  iiozugänglich).  —  Gelehrte  und  scharfBinnige  ätudi«u  xur  Eni- 
litili— tHnniihinhlri  d«T  Kirohentreanuug  gibt  L.  Duchcsne,  Autonomiu«  ecclMiu«tiqucii. 
•4]iarte>.  Puris  18116.  —  Iguniun  Araenij.  L^bor  dio  Boxiabungnn  der  Iatoiniticb«u 
grUcbiachnn  Kirche  in  der  Pcriodu  dor  Krcuxxagn,  Jonm.  Min.  Iüß7  Ud  183  Abtdil. 
Pldi^ogik  md  WiMonnchaft  8.  499—534  (niss.),  —  J.  Snkkelion,  DocunMota  in^dita  tiri* 
d»  1*  bIbliolbAqu«  do  Patmos.  I.  Deoiot  d'Alexis  Comnfjno  pertant  ddpodlioD  de  L6qd,  Metro- 
in  de  Chaleridoine.  Bull,  de  correap,  hell.  2  (IS'^S)  102- 128.  —  Aof  die  Üaionsverhand- 
nogMi  in  den  J.  1268—1278  bezieht  sieb  die  Publikatiou  von  h.  Detisle,  Nottco  Hur  cinq  mu 
la  biblioUii^i|Uo  nationale  et  äur  an  ms  de  ta  bibliothifque  de  Bordeaux  contennnl  den  rocueils 
de  Bdrsrd  de  Nnpice,  Not.  et  ext.  37  (1879)  2,  87-167.  —  .loh.  Dcfiaoke.  DoT 
smigiuigSTcrsucli  d«s  Kaisers  Michael  VIII  l'aboologoB.  Zeitschr.  t.  wies,  Theologie 
(Ibrdl)  82a— 855.  —  Cher  die  angobtiuh  vom  Kaiser  Michael  VIII  i.  J.  1284  naeh  seiner 
kohr  US  dorn  Abendltinde  an  den  der  Union  feindlichen  AthosklOBlem  verübten  Ge- 
iltigkeiten  berichtet  ein  gricchiachcs  Schriftstück,  das  J.  Sakkelion.  tlapniaaüf  |0 
49—55.  ediert  hat.  —  U.  Ümont,  Projet  de  riiunion  des  ägliaaa  grucquc  et  laliau 
US  Cbkrlee  le  Bei  en  1327,  Bibl.  di>  l'äcole  des  cburtes  1892  S.  254-257.  —  V.  Gri- 
rovi£.  Die  Protokolle  dnn  Patriarchala  von  Kpel  im  14.  Jahrb.,  Joum.  Min,  1K47  Etil 
Abteil.  H  131—164  (ruu,).  —  Zu  der  mflchtigen  Bewegung  der  Hosycbasten  (14.  Jahrh.) 
8. 100  S.  —  AI.  Lombard.  Paulicieiia,  Bulgareset  Bons-Hommesen  Orient  «lenOccidenl, 
f  und  Beael  1879.  —  T.  D.  Klo  rioakij,  Zur  Frage  über  dio  Bogomilen,  in  .Sammluug  von 
tiMltsen  xuT  Slavenknndo  xu  Ehren  vcin  V.  P.  LamaoBkij*.  Petersburg  188S  Irum.),  — 
Geecbidil«  der  Ilogomilnn  Tßl.  nnrb  Ludw.  von  Thallücxy.  BnichBtUcki!  aus  der 
ichle  der  nordwestlichen  Dalkanlitnder.  Wimenschaftlichn  Mitteilungen  aus  Bosnien 
der  Hereegorina  3  (1895)  298—871  (mit  cwei  griechischen  Texten).  —  B.  Melio- 
kij,  Zar  Oeechicbte  der  antik irehlichen  Bewegung  in  Hakedonieo  bn  14.  Jahrb., 
tiifarat,  tianuiilnng  von  AufHAtxDn  xa  Ehreo  Tbeud.  äokulavs,  Peterebu^  1805  S.  62  bis 
—  Chor  doa  aus  Kreta  alnmnionden  l'apnt  Alexander  V  (1409  —  1410)  und  Über  Bveuiiz 
daa  Baseler  Koniil  handelt  M.  Henieres,  'laioQixni  f4tittin,  Athen  1881.  —  Niku- 
beres  Kalogaraa,  Die  Verhandlungen  xwiacben  der  oitbodox-katholi.icbcn  Kirchu  und 

69* 


|l88fi) 


rftBHi 


10d2         Bysaatliiiscbe  Litteratargeacbicble. 


d«ra  KoBiil  von  Itnaol  Über  di«  Wi«<i«ivflr0iiuguug  ili-ri 
nktioiuile  de  Üi^ologin  1  (ISSS)  Sil— 57.  -  Muguierj 
Cpl«  puur  luiiiun  4a  IVigliao  grecqu«  h  l'^gUie  Ititni*  | 
(mir  nDzughnglich :  vielloicht  nur  >'^ep<uiitabdraok  an«  | 
cUiiun  BaBÜiiuiae,  Sludion  und  (JnvUnn  xur  Unarliicht« 
(anck  für  di»  UnioDaverbondlungui  mit  d«n  Cih«cb«in| 
t«Ripor&ra  Wi»d«7V(ireiiiifang  d«r  griccliwchou  und  lui 
Bokt.  39  UM?)  BO-OT;  18S-2ä»:  80  (1848)  179-d 
v«rbAnillonEi>n  Ewiaoh«ii  d*t  orieatalinchtii  unü  rOmi^ 
XV.  Jahrhundert«  liU  tum  Concit  vou  Kcrrara,  Wioi 
Oaorg  Voigt,  Hütor.  Zcitaehr.  »  (li<60)  IG  41.  j 
Eonxilfl  Ton  dem  OriMhen  Sylv.  SyTO|>iilo*  (Sgumfl 
Conit.  16l!0.  -  8.  äerjr«v.  Neue  Nacbhcbteu  fiber'l 
Mhm  Um),  Joum.  Hin.  184t  Bd  iU  Abt«il.  II  60-78  {i 
Ibe  ooniieil  of  Floreneu  linnslatod  by  ü.  Popoff,  edita 
glUiglioh}.  —  Ceocuni,  Studj  tkUtnci  dot  Coacilio  di  1% 
mohr  onehien«»).  —  Tli.  Kromniann,  KritiHcho  ßeiü 
Kirebeneini^ng,  Holle  1873.  --  P.  Kolligiie.  1(  4J 
Ur».  Atlim  1882  8.3-181.  —  P.  PierÜnK.  Ufl  RoaJ 
qneatioua  liiatoriquea  S2  (1892)  &8-106.  Bieoe  Studid 
hcdt  iu  dem  Bftnde:  P.  Pierling,  La  Rume  et  le,| 
Tom.  I.  Paris  I8W.  —  A.  Gottlob.  Aus  den  Bod 
Boluchtu  äea  Klorentinums.  Üislor.  Julirbucli  14  (I8l 
Kirdionoinigtingsr ersuch  des  .tulires  \iÜ9.  1).  S^  &  (18 
Streit  um  din  Konsekr^onsfiinn  auf  dorn  Kontil  V<l 
thdolodiB  4  (1896)  538—547,  -  Mas.  Woifg.  Ton  G«j 
und  Forsclinngen  Dber  das  Ii«ben  und  di«  Zeit  de«  Kl 
alfl  Ms  icedrackt  Mir  iinxii^Angtidi). 
Zeitedir.  f.  Kir«lieu|CMichiohtel2(1891]  91 
Bvyfrint  xai  tliiiKlB(tiiuy  n  KoQjiniXif  tiOiirms  ü{  nfl 
Iß  I«iop(9  Mörtti.  Atlion  l^$'i.  Auch  in  dautacher  Ol 
Rovne  internntionnln  de  thtlologio  I  (18>3}  &&h—&S9.  | 
B.  Z.  4^lS9f^)  145-U8.  -  Dacu  vgl.  9|  41—42  und  d| 
Zu  Bessarion  vgl.  auch  8.  608  oben.  —  Ch.  Papalo^ 
letaleo  S^nod^i  in  der  Soiiliieokirclidi  und  ihr  hititonaelu 
(ruaa.).  Audi  griecbisob  in  der  'tWxl.  'Jl.  16  (lä96-l 
J.  V.  DOllinger,  Über  die  Wtedevrereioiguiig  der  cU 
A.  Khrhard.  (?ber  die  orientaliaali«  Kirchaufrago,  1 
di^r  Katholiken  DnutaolilaiKU,  WUrxburg  1S93  8.  17( 
Khalifat,  l'ntriarrat  ot  I'apuutit,  Paiia  —  AUianl 
Bomarion  und  Josojib  Itr^ounioa)  und:  Un  Orthodox^ 
doxo,  Marseille  1894;  vndlich  die  Streiteclirifl  von  St 
delle  chieae.  Rom  1896.  —  Daiu  die  S.  SO  und  84  ff.  1 
e.  Die  griechische  Kirche  unter  der  tQl 
bia  sum  Ende  des  16.  Jalirbunderta:  W.  Oass, 
und  PlatontHiimH  in  der  grieehtachea  Kirche.  Brealau  l( 
)nrioB.B.Z.4(1^95)ß6l-.<i80.-Tr>-pbon  B.Kuangel^ 
fttrii  i^r  äXoieiv  a/xoi-fitnKÖe  nai^ni^jfrjf,  Athen  IS 
%  45  und  die  dortselbat  Anm.  2  ang«nihrt«  Litt 
handelt  .\.  Lehedev.  Doa  Patriarcliut  von  Kpel  von 
Vjootnik  1894  D«zembiTher(  AbU-il.  II  456-4^6,  nnjj 
Iiirdilioli  BOEialu  ThStigkeit,  die  UiiuklAiißa    und  Ungll 


II«  £011  ae«  &■ 

J.  Drasekej 

11  -Uti.  -  S\ 


I 


S,  Eirchengescliichte. 


(ia  der  xweilon  IlUirUi  i1«a  15.  oni  im  16.  Jahrb.),  BogoNt.  Vjnslnik  1895  Janaarli^ft, 
Afcl«tl.  II  31  54  nnil  MUralieft  S.  374— 40S  (russ.).  —  A.  I.obedav,  Di«  Kriecliiscli- 
otioiitatiwbe  Kircli«  nntiir  äei  nHititiniachen  llcrrsobsft  nach  der  EroberUDg  von  Kpv). 
Bog««!.  VJ«slivik  1^94  J«nu&r— September  (rosa.).  --  Antliimoa,  Itisebuf  von  Amiixciu,  '» 
'jlZfi^r  rn^ptijJt.  'fJnJI.  'Jk.  14  (lä1)4)  IT2  f.  (Ober  einen  ti«i  Lo  (jui^n  nii'lit  ctwllliiitiMI 
Bbcbof  de«  IS.  JflbrbO.  —  A.  ['sjiadDputoB'Keraincus,  Tbcaphaneii  Knrjkoa,  I'atriAroh 
VOQ  Kprl,  Joimi.  Mio.  1894  Ud  29S  Muiheft  S.  t-20  (KnrykoH  t  15fi~  >■<>  Patiiornh).  — 
B.  A.  Myitakjd»*,  "0  b^o'c  >Jli;^ac  nua'  rdc  «'  oimra.  Mühnoc  &  Ma^yoi'noc.  Sopirnt- 
•bnig  aus  <l«r  pMtsohr.  f.  K.  S  KonUw,  Athen  1SD2  (Margutiios  lebte  von  1540  -1602). 
—  Cber  Maxlmoa  Har^unios  vjil.  die  BiogrH{iliie  von  E.  Legrund,  Bibliographiä  bell. 

(188fi)  XXIII-LXXV11.  -  Dbh  xwcite  TostiLinenl  dos  Morgunioa  cd.  A.  Papadopulo»> 

•rKm«na.  Vit.  Vr.  1  (1894)  218-2-20. 

fi  Kinielne  (iebietsteile;  1.  Athen:  A.  MominsoD.  Athene«  ohrixtianfli^  Leipzig 
1888  (Tomehmlicli  tnpngrapbisobe  ßesclireihiing  der  Kirchen  iind  Kapellen  mit  einem 
PIms  von  Athen).  -  D.  Nerntsos.  X^iatiamol  'Jlt^rei.  Jtliiay  8  (1*190-1892)  5  —  107; 
l<1802-1895).'>l~->O4  Inusnihrlit^he  Oeacbichle  dur  kirclilicliuti  Zuatändit  vun  Alben  unlur 
ifz«ntioiacli»r  und  riHnkiarher  Ucmohart  bis  gegen  dns  End«  d^r  byzitatini«chea  I'oriode. 
r  SdiliiM  der  Abhandlung  i«t  noch  nicht  erschienen).  —  M.  J.  Gcdeon,  Xvfifioial  itt 
tijf  Imtotflaf  f^c  ai'Htoi.nijt  iKiAialtii  Jiir  'ASrjtiäy,  Athen  1^91  (ScpAmtdbilnick  mut  D. 
G,  Kiinipnroglne.  .»••t;/4tTit  i^i  laio^iin  riäy'ji»tiraiaii';  e.  o.  B.  1070)  (bfltrifft  nur  im  17. 
■id  18.  Jalirb,).  —  Panaretns  KoiietAntinide».  Ktiiniioyat  laieQi*nt  luSi'  n^fiov  iti- 
rm'itmi'  x«;  («iv  iiftc^f  rtpjfinrwKoTtuc  ■«(  fititgonaJuiaiv  USrjnüv,  ^aiiijp  1878  8.  123  ff-, 
M  ff..  157  ff.,  178  ff.,  187  ff.:  1879  8.  9  ff.,  29  ff.  37  tf-,  S8  ff..  77  ff..  87  ff..  134  ff.  — 
itr  (icaehicMo  des  Kloeters  Dnpbni  bei  Athen:  D.  Gr.  Kampuroglus,  ISiStr  tä  äyofta 
W  Jatfrlov,  'Estin  Tom  31.  Jon.  1803  S.  65-67  (Ober  den  Inhalt  Tgl.  B  '/..  2,  845).  — 
Dsrsvlb*  bandelt  Aber  dns  Thnseion  hIb  christliche  Kirche,  '.JSijrn   5   (1893)   9S2~tS4. 

2.  Das  Übrige  ostearnpUifiche  Fcstinnd:  Hego  S)iilaeen:  Kjtiopitiy  ^  n^oa- 
fC^lnpini'  liji  Itfiiri  Xai  ßuatlmiff  fiorijt;  iinl  MfynXov  InrjXelov,  Athcu  1840  (mir  UDKU- 
[■nglich).  —  H.  l*apandreu.  Higi  tij(  tf  k'aiaßfiitoif  laioQiinif  fioi^t  i^f  üyiitt  Aavijat, 
Miliar  8  (1890—1*192)  428-445.  —  J.  Sakkelion,  '.tfynvt  nal  Soxmliov  nnWoi  Irpnp- 
fM,  JtlrltHr  2  (1X85—1889)32-38.  —  G.  Kromoa.  *m*iici!.  'loro^la  tijc  /y  'fiotSA  fjor^ 
er  ifyiaiT  .lovn!    toi'nUiiiv  Utei^iiutov,  2  I!d<>,    Athen   1874-    IWRO   (mir  iin:iiiganKl>ch).  ~ 

),  vnn  d#n  l.lbej'n  S.  [..   Le  8i(<ge  «piiiriipnl  de  Dinutin  «<n  Phocide,  B.  Z.  S  11897)  1  Heft. 

laaanina:  M^Htakidea,  'Kniaxorimni  xninXoytu,  SeaXayuv  "Eßjafi.  'FniSiug'iVit  1893 
.  9M— 8M  (Metropulttcn  vun  Joannina  von  879—1889).  Dmu  Nachtrag  von  A,  Papa- 
ftpaloa  Keramntm.  V'n.  Vr.  1  (1S94)  742.  —  D.  A.  Pnnagiotidea.  XQoroXayiaif 
utiiloyite    nur   iitiarinior    Uit^aftvSiet   ftetd   tmr   ä(]>tuaii(iaiv   t^t   Evgaiai,  *ain»i7J  »<« 

bvfpatrm/,  Wochenbeüafe  der  Zeitung  ScoXoyin  vom  7,  Febr.  l!*B3,  —  Veneiohnia  dw 
!atf«po1it«n  von  Seme  bei  P.  N.  Pnpagcorgiu.  M  K^Q»''  B'  Z.  3  ri894j  360  ff.  - 
Ittlanlkea:  El.  Tapuinoa,  'Ej/uXr^iaaiixi}  laioftia  t^f  ina^jiac  MfXiyixov,  "Euxi.  '4X. 
S  (1894)  143  f.:  151  f.  —  Cber  die  Gecichichte  der  ÄthaaklOsler  b.  die  8.  513  ff.  angc- 

Bbrt«  Lttt«nttiir. 

3.  Inieln;  Zur  ({eschichto  des  Klosters  ft'f'n  Mnr^  nnf  Cbios;  Tn  StitfiDyijoia.  'Kr 
K/y  IfWi,  Cber  den  gRf;eiiw Artigen  Zitstnnd  des  Klosters  vgl.  die  S.  1II4  angoRlhrto  Ar- 
beit Vita  J.  ^Injgowski.  —  Patmon;  Rd.  I.e  Bnrbior,  Saint  ChriHlodonlo  et  la  rriformo 
Im  couvenia  grera  au  XI*  si^cle.  Paria  18^3.  —  J.  Sakkelion,  lltgi  ttüy  li^xalmr  in- 
ili^MMrtawr  nQoyofilnii'  tijt  rtjativ  lltitfiov,  Kvoyyfimic  xijgvt  vom  I.  JdIj  1868  und 
I.  Mllrt  1865  (mir  unxugUnglich),  —  A.  Dmilrijevskij,  Dia  Klotder  de«  Johannes  Theo- 
1«RCM  auf  der  Inael  Palmos.  Tnidy  Kiovskoj  duck  ak.  18'J2  Nov.  8.  32G— (92  fniss,]. 
Diea«  Arbeit  wurde    mit    mcbri-rcn    anderen    wiederholt    in    dem    Buche    von   A.  Dmitri- 

•vakij,    l'atmiaoh«  ^iicMn,   Kiev  lij94  (ruse.)  —  Dazu  die  S.  199  angefUhrto  Litleratur 
Iber  Patrao«. 


1094         By««ntini8cliP  Litte  rat  arg  escbichte. 

((.  Abien;  SaliLnc-KloMmr  in  I'iililBlmii:  "*.  E 
U.  Ssbb«),  Jouni.  Miü.  Ifr'/it  \U  77  Abteil  1!  18—50.  — 
BcfarifUn  ron  A.  Ettrhnrd  und  i.  SIrzygowafci.  —  Bi 
antiocbeniMbac  Patriarahen,  Wiraor  Zviiaolir.  f.  i.  1 
289—817.  —  Tbor  dio  GnooliichU  dar  UtrosklOcIer 
d«T  Eiolmtung  «mimt  Angabt  itt  VlU  S.  P&nü  Junior 

—  T.  K- E««ogelide».  tttfl  twatr  fUffgottnUiär  'An 
1892)  219-225.  —   Bücli&fo  ron  K«n>ttiit:  K.  Pav 
lL>(>(>oai'r)oc.    ^itaiiynv   Hfi^it.     "Entitaifl/tlt  1898  S. 
vgn  MyBl«l(id#n,  ebenda  S,  266-269;  290-292.  - 
von  Aiitioobiciii    vMi  eeinom  EaUtebeo  bis  lum  Flpho§id 

5.  Afrika:  E.  Atu^linuau,  Etudu  hiätoriquo  j 
primitif  dniia  Li  Idaut«-b|;y[>t«,  d'Aprda  lu»  luunumunlä  \ 
lieu,  Sörie  2,  Nr.  7  (I886J  S.  308-899  (mir  uiixusttnj 
uioitta  pDur  a^rrir  h  l'bürtaira  do  rhgypte  ohräUeDn«^ 
Hntac  K^vpto  nie.  T«xlo  copto  «I  triiduotion  A«D^ 
Munän  (iiilmet  tonin  XXV].  —  E.  Arndlinoan,  MonamoM 
«brätirann  au  IV',  V^  Vf  «t  Vll°  aiftclea.  MAinimra«  jndi 
iw«h4ologiquo  rnrnfaise  an  Cüire,  tome  IV  Tmc.  3,  Paris  | 
and  monasteries  of  Egypt  atb-ibuted  tw  Abn  SAlilj,  th»  J 
B.  T.  A.  Ev«tta  »itli  noUa  by  Alfr.  J.  BÜller.  Ai« 
put  Vl[,  Oxford  1Ö9&.  —  AlfnxMidria:  Eine  b« 
Bohmid,  V»raoichniii  d*r  rntriarcbcn  von  Alexandri 
(1890)  89.5  MS,  -  0.  Ton  Lomm,  KoptiKlio  F 
XBndri«ns,  M^m,  d«  l'Acud,  Imp,  d««  acianoM  d«  St. 
bürg  ISÖä.  —  Paul  Robrbacb.  Di«  Patnarohao  von 
09  (1893)  &0— S8:  307—238  (b«Und»lt  nur  die  Zdj 
i.  J.  4SI).  I 

C.  Itniiun:  Kodotli,  Doli'  origine,  pn>gr«aBa ! 
lUlia,  2  Bd«,  fUiOl  17&B  -176».  -  J.  Ob)-,  Not««  >ill 
Ift  Calnbr»  ot  dana  la  t«Tra  d'Otraot«  flu  XIV  aicolo;  li 
lea  aroliiv««  dn  Vatioan),  B.  Z.  4  [189&)  b9~M.  —  j 
dul  igninto  al  dniid«dnio  suoolo.  Napoli  1896,  —  Al^ 
)lI(«roii  vbritillicIiHu  Kirclie  von  Malta.  Biatoriechea  Jah 
47&-'496  (wo  inun  auch  dlo  Altera  Litt«ratUT  Ober  den 
0.  Veludo,  'KXi^roiy  öpdodäfoiv  ämtmia  ir  Bmii^,  j 
chirition»  do  ritn  orinntnl  n  Vnnlao  et  dann  l(ui  povacMJC 
ä<f  litt,  roligi«us«8  1  (lt«ae)201  -224.  —  ßaxu  dia  S.  lOf 
byxantinlach«  Italian.  Anaserdem  vgl.  lur  Goacbicil 

dort  HDiteflilirle  Uilfalilleratur.  1 

3.  Bonatieo  oriantaliMh«  I 
A.  Bnlgariscbe  Kircbc:  BHiiptaclirift:  E.  öi 
rinchon,  eorbisoben  und  rumftuiHdien  Kirub«,  Moakaul 
Uospreohung  vou  A.  Budilovij,  Journ.  Min.  1872  Bd 
phia  S.  107—184.  —  K.  E.  Kacharin«  von  Ling«ii( 
bulgarischen  Kircbo,  M^Smoiro«  do  t'acadiinio  impdriiij 
VI!.  BiJrip,  8  (lö64|  Nr.  3.  -  V,  Lah.  De  uniono  B^ 
anno  1204- r234.  Archiv  flir  katbol,  Kirolionrocht  44  fl 
Antonij,  Uor  bulgariscbe  Bisehuf  Koiistanliu  und  sein  j 

—  V.  Vaailjovakij,   Die  Emeuerniig   do«  bulgariacl 
.Johann  Awiin  il  i.  J.  1235,  Journ.  Min.  188&    Üd  288 


3.  EircliBngeBchiobte. 


1095 


Xni(M  nir  ftlltron  Qaaebicht«  der  gricchisclien  Kirobe  in  BuIgArimi  nn)hnl(i>n  Auch  fnl- 
(Wid«  ia  dw  lUupUBohe  mif  «ine  nktuelle  Frnge  bezllgiiche  riissiKrhe  .ScljriritMi.  (lid 
P.  8ffkii,  Journ.  Mto.  1890  Bd  270  Augnsl  S.  380-402,  ftiisnilu-lioh  beeproclien  hat: 
J.  E.  Tr«i«kij.  Dio  kiroliüehe  Seite  Jor  liulgwiachen  Frage.  Petersburg  1888,  V.  Tcptov, 
Dw  giieclineh-balgnriiiclie  kirchliche   Frage   oach    uaeiljerten  Quellsn,    I'et<irnburg    1SS9. 

A.  Sopov,  Di«  grJeohiscb'tiiilgAriscIie  kirchlich!'  FiftRo,  Feterabiirg  1889.  —  D.  K.  Takrla, 
Ehemalige  Paulikiimer  lu»!  jetzige  KHtholiken  in  der  Gegend  von  Pliilippopel,  Shornik 
bigaxak.  11  (1894)  103-134  Ibulg.).  -  D.  Cuchlev,  Das  religiöse  und  lilteranscbo  Leben 
den  bvIgarMchen  Volkes  «ir  Zeit  dee  Clären  äimeon,  Sbomik  blgnrek.  12  (1895)  5S1 — 
B14  (buJg.)  (Auaxiig  aus  dvm  nnr.h  nicht  gndnicktjMi  Werko  dos  Verfassors;  Kurze  00- 
■ehielite  der  bulgiiriscb«n  Kitolie). 

B.  Serbiscbs  Kirche:  ArchimAndrit  AraeoiJ.  Dos  kireblichs  und  (lotitiscba 
LalMO  der  ortbodox^u  Serben  und  Valuchen  in  den  Ostvrrei  ob  jachen  Lhudern  vom  9.  Jflbr- 
Saniert  bia  auf  dio  Gogonwurl.  Joum.  Min.  1H"0  Üd  löl  Abteil  Wiaaunschaft  8.  197— 
fiSI  {ruH.)  (bahondolt  vortiohnilioh  dio  neuer«  Zeit).  ~  P.  Robinnklj,  Material  xur  Ucscbichte 
Jm  Itogoonildn  in  den  eerbisohen  LSndMH,  Jonrn.  Min.  1882  Ud  220  S.  32— .^1  (niss.).  — 
J.  PalmoT,  Historificber  Rtickbltck  auf  den  Anfang  der  serbitiehen  Autokephalkircfae, 
Christ.  Menije  1891  Hvft  3 — 4  (tubs.)  (mir  uuzugAuglich).  —  J.  Palmov.  Neue  Mate- 
mli«D  mr  Frag«  Qbor  die  Gründung  des  surhiacben  Erzbistums  durch  den  U.  Sabbim 
Chriat.  eiraije  1892  Heft  5-6  &.  421-458  (roBB.I  (mir  nnzugftnglich).  -  D.  Rniiö,  Dio 
Bedeutung  do*  Doiii«trios  Cbomalianoa  für  die  Grilndungsgeschichte  der  serbischen  Auto- 
iMphnlkirnb«,  DisiL,  Jena  1893.  —  Nikanor  Ruzitacbi tsch.  Kurao  rbersiobt  diu  histo- 
riarh^n  KntwirkcOung  dea  kiri-Lticli<i'i'liKiO«eD  Lebens  bei  den  Serbon.  Revue  internationale 
de  tb^ologiu  a  (18%)  6ih-6',2:  4  (IPäö)  20-45;  235-247.  —  Dazu  daa  obengenannte 
Buch  mn  Oolubinskij. 

C.  ßnasiache  und  rumBnianhe  Kirobe;  Eine,  wie  es  scheint,  anonym«  ,0d- 
•chichto  der  rUBaischsn  Kircbo'  erschien  zu  Petersburg  1838.  Ausführlich  be- 
BprocbMi  im  Jeum,  Min.  18:19  Ud  21  Abteil.  VI  1—29  inm).  —  Q.  Jos.  Schmitt.  Kri- 
ti0cli«>  GMchichte  der  neugriechischen  und  der  rueuiscben  Kirche,  Mainz  1840.  —  Job. 
Fri«dr.  Üeinr.  Schlosser,  Die  morgen ländiach^ortlioduze  Kirche  RoasloDda  und  diui 
auiopftiHcke  Abendland,  Heidelberg  1845.  —  A  Theinar,  L'^gliae  sohiamaliqu«  russc. 
Pari«  1846.  —  Archimandrit  Maknrij,  Gesahidite  dos  Christentums  Jn  liusslnnd  bis 
m  dam  apoatalglaichon  Fürsten  VIndJmir.  Petersburg  1846  (?)  (russ.).  linsprochen  von  A. 
L.  Jonra.  Hol.  1847  Bd  53  Abteil.  VI  1-12.  -  Derselbo:  Skijze  der  OMchichte  der 
raseiscben  Kircli»  in  dnr  vortart arischen  Periode,  Petersbui^  1847  (ruBS.),  Uesprocben  von 
Ä.  Lakier.  Jouru.  Min.  1848  Bd  57  Abteil.  Vi  87-96  (ruas,),  —  Eines  Anonymus  .Ge- 
acUcbt«  dar  russischen  Kirche.  Periode  des  Palriarehats*.  Riga  1847  (ruaa.).  Bwproofaeit 
vm  Ä.  Lakicr.  Joum.  Min.  1^48  Bd  57  Abteil.  VI  96—110.  —  H.  Wimmer.  Dio  grie- 
eliiacfae  Kirche  in  Ruitniaud,  Dresden  und  lieipxig  1848.  —  J.  Bjeljuev.  Cbor  die  soxialo 
Brdrulung  der  rhrintüchen  Kirche  und  ihru  Kinrichtung  in  Ruaslond  von  Vladimir  dorn 
Hwligrn  bi*  auf  dio  Mongolenherrschaft.  Joum,  Min.  1456  Bd  91  Abteil.  II  1  -•'14  (ruM.|, 
—  A.  N.  Murawijew,  Geschichie  der  ruBBisclien  Kirche,  Deutsch  von  Könis,  Karlsruhe 
ISS?.  —  *".  Die  Beziehungen  Russlands  zum  Orient  in  kirrblicben  Dingen  (Snci^engti  Roaaii 
B  Vestakom  po  itjslsm  cerkovnym).  Petersburg  18&8  (russ.).  Vgl.  die  Besprechung  von  J. 
B«r«xin.  Joum,  Mm.  1859  Bd  lüS  Abteil.  VI  87-94.  --  Sp.  Zaupelios.  Ka3!J(fvaif 
rniiftm^gtior  ir  'l'tmuiitf.  't'aJii.  S.  Ji/oyovfiij.  Athen  1859  (enthält  ein  neugriech.  GedicJit 
Js«  Crabiacbof«  Anonioa  Übor  dio  Stiftung  des  Pnfriarchats  in  Kuselnnd).  —  L  Bois- 
sard.  L'^gliao  dn  Kowin.  2  Bdo,  Paria  1867.  —  Philnrot,  Ueschtohto  der  Kirvho  Ruaa- 
bwda,  Doulacb  von  Blumanthal.  2  Teil«,  Frankfurt  1872.  —  v.  Bnsaroff,  Die  nuwiacb« 
Oftbodoxa  Kirch«.    Kin  Ümriss  ihrer  Entstehung   und   ihres  Lebens,    Stattfisrt   1673.  — 

B,  Ovlnbiaskij.  Daa  Clmstentuni  in  Ruaaland  bis  auf  dan  hl.  Vladimir,  Journ.  Min.  1878 
Bd  187  BapU-OkLS.  46-84;  188  -109  (ruas.).  -  N.Ks|iterev,  Cbaiakt«T  d«r  Beziehongvn 


1096         Bfuntiuiache  I^tt«rBtarg«Kbiuhte. 

RuBBlanda  xum  ortliodox*ii  0»Um  im  16.  und  17.  Jalir 
die  GMchiehU  d«a  Üliristentiun*  io  Itastlund  <1829— II 
jeTskij,  Urkundoo  IIIht  die  Aiifutplliing  nu^acltw  tiial 
(ona  ein«r  RrivoliiaeliiMi  üs  de«  Vktikan«).  Joum.  His. 
Cb«  den  ZiiMiRiinoiüiMg  der  ruasiwboD  StriRolniki  nd 
l^sontiiicr  iiiiil  i^lldsluven  (Bogomilen,  Pa]*Diil«n)  han« 
G«B(.Iiiabt6  der  ^}-u^lini3c1ll.■D  Kultur.  P«terabiirg  1S02  1 
Il*ilr4ge  zur  ruMiflclinii  Kiichnngmchicht«  nun  griechiMl 
g4«diirh(e  lä  (18<.'2)*246~S>'I.  —  Dum  du  nbnn  nDe«(l| 
di«  LitloratUT  S.  (160:  684  t.;  1101  f.  —  KumBolen:  B 
fijt  iWapffui;  (■;;  Uffaf^laf  rf,<  'PaifUiriM^t  inüXiialat  Mj 
U  (1894)  162  bis  166;  187-l«9:  196-199;  205-207  (J 
IlioinrRhic  mro  9.— 14.  Jahrh.).  Dacii  die  S.  lOSl  Bn^f(| 
Oeitebiehtc.  1 

D.  Armitniftoh«  Kirch»:  ArUk  Ter-Hik«lii 
nflhungon  cor  byxnnliiiiechen  vom  4.  bi)i  luni  13.  Jahtf 
rcJches  Quellen mnteriiil,  nitnmt  aber  in  der  Darstellung  j 
—  Jos.  Citergiun.  Du  lidoi  avnitiulu  quo  Armenü  utij 
U.  GoU«r,  Der  gtigeiiwlrligc  üesUod  dar  tumoniicU 
Mhftftlicb«  Tbeotogie  S$  (1898)  1,  163-171.  — II.  Geld 
Kinili*,  Borichta  d.  k.  «Ichs.  Gteallsoh.  d.  Wiss.  189&  l 

E.  <io»rgiacbe  Kireba:  Platon  JaaSQllan,] 
Kireli«,  Potersbnrg  1^43  (rom.).  AuBfnhrlich  basptocbJ 
41  Abteil  VI  82-94.  -  A.  8.  ChBüh»nov,  DI«  Qtu^ 
tutna  iu  Orosiea.  Divvnosti  vosloinjrja.  Trudy  voiitoiif 
Sfcslva  18  (MoBkAU  1H!)3)  29»-  34&  (russ.).  -  A.  Gxa| 
der  BTuriDischen  Kircbe  im  11.  und  12.  Jahrb.,  DuRbciva[ 
clltta  1893  Nr.  18  (rass.]  (mir  nnziigUnglieb}.  -  G.  Sad 
liandert»  danemde  Religinnskfimpr  de«  ortliodwceii  i}n 
VJestni'k  des  i^«iui8cb«'n  Exorebals  1693  Nr,  10-83  {i 

F.  Nubieti.  SyriuD-  Biblicigraiibie:  A.  Ret 
in  Nubien,  Kiev  1890  (rUBO.}.  AusfUlirlieb  besprachen' 
1^93  Mni— Juni  ii.  ö61— 573  (tusa.)  imir  uniagaDglicfaJ.j 
Min.  läüO  tid  67  Abteil.  II  117—144  (nu&.).  -  Ed. 
lind  l.itternturkund«  d<ir  KirohongMcbiclite,  Oolba  ISdQi 
fDlirtoD  liibliogrnptiisehen  Ilitfsmitt«].  —  Reichlich«  MitI« 
uDtbalt  das  TOD  A.  Ehrhard  bearbeitet«  Kapit«!  ,TliM 


4.  Chronologie 

1.  Zaaanu&eDfuBende  W 

Henry  V.  Clinton,   Faati   RotuauL    The  civil 
nnd  Cple.  2  voll..  Oxford  1845- 18&0,  ein  bedeutendea 
ToU  der  bjriantinieehen  Zeit  (bis  641;  utnfowt.  >-  Th.  ] 
•i.  Aul.  Berlin  1859.  —  Ph.  Krug,  Kritischer  VvrvuoU 
Chroiiolügie,  Peterahurg  1610.  —  Du  wichtigal«  cl 
bjrianlinische  ZeitiJt«r  ist  diM  von  dor  k.  niaa.  Akad 
Wwk  deaSohwctrcr»  Kd.  de  M uralt.  Eesai  de  ohrMi' 
bürg  18&.>  -IS71  (Mf  dem  Uiosohlag  1873).     Daa  W. 
faaat.  war  for  seine  Zeil  «ine  bedeuivude  L<nslung,  be^ 
F&llen  der  BnriehliRung  und  Ergüurung  und    iai  dahttfl 


nQticn.     Eine   grOndliche  NtAihonrbcitiuig  der  byzanlij 


4.  Chronolofi«.    5.  Internationale  KnltorbMiehwifeD. 


1097 


alWitis  gnflllütcn  Ontlllrrnis  nntgngonkomtiicn.  —  Roiclio  Aiifklnning  «rhnlt«ii  die  chrono- 
lo^McJi«!)  T»Ü«  d«T  b]ri«ntini*rh«n  l.ittcrntnr  durch  diu»  gniodlogoude  Werk  von  H.  G  elKur, 
S«stus  JuliuH  Africaiius.  2  Teile,  Leipxig  1880— 1885, 

■  2.  Bpexialaohriften. 

■  A.  A,  Kuoik.  Beweis«,  dsss  äie  Uufeudc  14.  groMo  IndUttion  am  1,  Min  6917 
■MDM   Mint-   und   Suplemberjcihtes)    seit    der    Erscliaflung    dtsr    Welt    (=    1.   MAn   1400 

aon  Julianiscbcn  Stils)   an  einem  Freitag  Ije^inul,   Journ.  Min.   Iä57  Üd  96  AbteiL  11  38ä 

bi»  3H  (ruas.J.    —   Fr.  RUhl,    Die  Constnntioisdien  Indiationnn,   Jiihos  Jalirb.  137  (1888) 

789  -792.   —  0.  Seeck,  Die  Entstellung  des  Indiktionencjcliis,    Deutsche  Zcitachr.  f.  ä«- 

scliiclitawiss.  IS  (1896)  279—296.  —  ü.  M,  Thomas,  Dat«  storico-chi onologich«  hiiantine, 

RivisU   di    filologia    2  (1874)  495— 187.   —  K.   E,  Zachariae  von  Lingenthal,    Au» 

Bad  SU  i)«n  Quellen  des  rbmiaclien  Rechte.     Kritiaohtis  tu  Nov.  LXVI  (47)   ulti  Grundlug« 

P«r  Chronologie  von  Justiaiau  bis    uuf  Iiso   den    Woiscn.     Zeitechr.  derSuviguj-' 

Stiftung    f    RochUgeschichta    1^   (1892)   )^6- 84.     —    G.    Earabangelos,    '&i'etr;^or(>>; 

htogix^  AatQiflij  nt^'i   ttji  ioQfiji  toi  ndüga,  Kpol   1894.  —  A.  ADBCombe,  Th«  Fuscbal 

Canon  attrtbut«d  to  Anstoliiu  of  Lnodicen,  The  Knglish  Bistoi.  Reviaw  10  (1896)  S15-535. 

b —  S,  T.  BulgariH.  'II  finn^^i'ltftiats  ">i  'lorXiavoi  iqfiiQcXoyiov,  AVir  Hfii^ia  vom  1T.'29.  Mai, 

Bl4./5.  Juni,  31./t3.  Juni  18U3  (Nr.  1I20~-I1'22)  (Über  die  KalendorreCunn  H[<«£ie1l  im  Zu- 

■knunoDhunf:  mit  der  (inacliichle  der  utUiudoxun  Kirche  uuf  den  junisehvu  1uh»1u.  si>  luugu 

Koaalben  unter  katholischer  Uensehafl  atandon).  —  Cnbrr  die  Anwendung  der  uttisclifu 

BtoDatsnaman  statt  der  christlichen  (rUinischen)    bni   den   nplltoren    Byiantinorn    vgl. 

fraal  Tannery.  Revue  aii-hMog.  lli.  särie  9  (1887)  23— 3C,    und  Ludwig  Voltx,    EJo- 

b«rltujigeu  tu  bj-iantinischen  MuunUlisten.  B.  Z.  4  (1895)  547—^58.     V([l.  oben  S.  2110  f. 

—   Hier   sui   auch   uuf  den   uoeL   immer   häufig    vorkommenden  Fehler   hingewiesen,   dnsa 

mau    bei   di-r   Bfrechnuug    eines  DbIuoib   von    den    bj»an  tun  sehen  Wulljuliruu  einfach  die 

Zahl  ^M8  lubtrahiort,  ohne  ddriinf  ;:u  sohlen,  ob  inriu  «s  mit  den  nebt  loteten  (Jnnuar  bis 

Auguiri)   oder   den   vivr   ersten   iSeptember  — Detembor)    Monaten    des   IndiktionajoliroB   lU 

thun  liat.     T^.  Sp.  F.  Lambros,  B.  7,.   I   (1892)  190  f.   Kiu  BeiBpicl  des  Fehlere  notinrt 

tM.  Treu.  D.  Z.  1  (1892)  89.     AU  Hilf«mittol  iut  Umrechnung  der  Indiktionen  dienen  V. 

vBardthausen.  Cricehische  Palüographiu,  Daipiig  1879  S.  450  S.,  und  El.  Ci«lier,  Sextus 

Biütiui  Alricanua  11  1  8.  150. 

m  3.  AUgcmelne  ohronolof;iache  SUfsmitt«!. 

m  J.  L.  Ideler.    Hnndbudi  der  matliematisclieii  und  leühniaahon  ClironolDi;ic,  2  Udo, 

bdrlin  1K2&-  I82ß,  and:  Lr'hrbuch  der  Chronologie.  Berlin  1831.  -  Kd.  Krinckmoicr, 
Vnktiaehes  Handbuch  der  historiselion  Chronologie  aller  Zeiten  und  VQlker,  2-  Aufl.,  Berlin 
n882.  —  Ookiir  Fteifei'hhuuer.  Kalender- CompBudinni  der  christlichen  Zeiitrerbnung*- 
hreiM  auf  die  Jahre  1  — äÜUU  vor  und  nach  (.'hristi  Ueburt.  Gotha  1884  (brauchbares  llilfs- 
BdclileiD).  -  Oomte  de  Mun  Latria,  Tresor  de  Chronologie,  d'histoirc  et  de  göogruphie- 
nonr  l'^tudo  nt  l'omploi  des  documeota  du  moyen  Age,  Paris  1889.  ^  H.  Qrot«fond, 
BAilrvehnung  don  deutschen  Mittelalters  und  dor  fieuEoil,  2  Bde.  Uannover  1691  ff.  •- 
KWaller  F.  Wislicenus,  Astronomische  Chronologie.  Ein  Hilfshuch  ftlr  Hiatoriker, 
KArdtXalo^en  und  Aetronomeii,  Leipzig  1895. 

I  5.  Internationale  Kulturbeziehungen. 

■  1.  Einflnsu  auf  das  lateiitiacti«  nnd  garmaniaeba  Abendland. 

P  Manch«  Mitteilungen  llber  apczioll  byinntiniiche  KinÜlliuic  cnthallen  mehrere  Schriften, 

■  4u  im  alJgenieinun  die  griechischen  Studien  di'H  mittelalterlichen  Abendlandes  behindnln: 
iPr.  Cramer,  U«  gni«cis  medii  aevi  studiis,  2  partes,  Stralsund  lf*1S— 1853.  —  E,  Egger. 
l'L'HetliiiiMm»  en  France,  2  toIL,  Paris  186U.  —  Ch.  Gidel,   Lee  i^tudes  grecques  an  Bo- 

■  Kpe   deptiia   lo  IV*  siiclo  apria  J.— C.  jusqu'ii  la  cbute    de    Conatantinuple,  NoaveUaa 


1098  Bjt&nUiitoohB  LittarntarKe»e)uoht«.    Allgi 

«tnJM  nur  \a  litt,  gl.  niod,   Pniüi   1878  &.  !-880.   - 
dM  kl«wüicb«u  Alterluma,  2.  Antt.  2  (1681)  102  ff.  (S. 
kÜMiKlio  KMung  in  Mittelalter.  AlleMnMn»  Zoittuig 
«ian,  G»«chiQhto  dor  klnaiiiHchfD  PfaÜole^«  m  Dantaa 
H.  0§DBer.   LoßniidoiiaaitauHcl)   iot  grieehlsehM  wul 
prot.  TheoloRio  13  (1887)  U0~2h9.  -  IgnKX  r.  Dslt| 
Lit.t«ratar  oiiil  Kultnr  itar  dia  abemll&ndiMli«  Wttlt  im  M 
1.  Ud,  MünoheD  1890  (nur  ciemlioh  «llRomvin«  Betnchtl 
Oriachischen  Im  abend l&tidiaulien  Mittelalter  handelt  aml 
bUU.  Abhandl.  bn^L-r.  Ak.  19.  Bd,  2.  Abt.  (1891)  853—8 
d«T  «tnscblfigi^«ii  Lilteralur.  —  F.iiii'  all;«in«in  gehAlttj 
Die  (in«oh«D  ■!««  Miltolikllota  udiI  ihi  Rinflnss  anf  die  i 
atttt  von  W.  Wognor.  UQtcnilob  1878.     PnniEOsiaoh  tob 
holt  im  KnmmolbaDd* :     D.  tlikdlan,   Im  Gr6o«  bjz*ii"~ 
liach  VOR  John  Bute  in:  D.  Uik^laa,  SevMi  «sMys  «a 
VM  ta  weit  ^ebt  in  der  Latijjtung  ^eiitigor  Bexieliao, 
lande  B.  pTuti,    Kulturgceoliiclitc  dor  Krcuzzütec. 
Iboin,    Die  Kulturentvic klang  SUdittiliana  in  Kincoldi 
liOcbsl  wertvolle  ünloniucbung  bhor  dif<  littcrariiir.htui 
und  lliL)ioii«T  gab  O.  HaTtwig,  Di*  überaetznagalitlonttoi 
ataufinolicn  Kpoche,  Centralbl.  f.  Bibliotlieksweaeii  3  (181 
R.  V.  Scala.  Die  wicbtig>t«n  Setiehungeo  d«a  OrientaJ 
Neiueil.  Wien  1887.   —   Hnuptaolirift  Ober  den  bvzantii 
bis  8.  Jabibundort:  Ch.  Dicbl,  iHuio  aur  l'iidininiiitral 
HavenD«.  Paha  1888  S.  S41--  288.   —   tl^nntinini^ho  Spul 
Grogoravina,   Geaohicht«  der  Stadt  Rom  im  M)(t«lall| 
Batiffol,  Inaoriptiona  bysantines  de  Saint-Oeorgea  an  i 
d'biatoira  de  t'dcole  rniifai»»  du  Roma  7  (1887}  419-ti 
Tiea  byxantinea  h  ßomo.  Kbondn  8  {IB88)  S97— 808. 
GlomotilL'  in  .Snrdinion  lindct  man  eimgae  im  Bnlloti 
G.  Manno,  Storia  di  Sardogna,  Torino  I8SS-  1827:  3.  J 
caaant  iat  nine  mit  griephiacben   Buehataben  ge8Ci| 
Sardinien:  Dlancard,  Cbarte  Sarde  d«  l'abbajra  Sunt-^ 
t«rea  srecs,   Bibl.  de  l'^^olo  dw  chartc*  86  (1874)  2«^ 
Inaobriricn  cnthall   dns  Mimcum  xu  Cagliari.  —  Cber  H 
den  Germanrn    s   lios,  F,  Dnhn,   Die  Kflnigo  der  U«a 
1895.   —    Cbor  diii  ältesten  BctiehnnRen  iwixohnn  By« 
Knrolidva  einen  Vortwg,  von  dem  die  '^Sijyä  2  (189 
zcrpt  mitteilt.  —  über  BeiiehnnKen  der  DyiADtinor  tn  I 
Ivniiftim  'SJti^yoH'  »i<  Ofyyiiiur,  lirlloyoi,  FJxoainryiiiM 
S.  92^05.  —  Aumerdoni  vgl.  die  S.  1078  f.  luigefDhrteq 
der  byznnUnischen  Kunst  nuf  djo  des  Abendlandea 
dieobon  Kinfluna  auf  Bymni  vgL  bM.  %  376— SM. 

2.  Besiehnngm  mm  Oil 
A.  AllgitmeioesT  Ober  den  g riech iflch  byuntini^ 
and  Judon  nrinntiert,  was  die  Pbilaaophiu  und  Tenrandf 
Oberwog.  Giundriaa  dar  Geschieht«  dut  Philosophie 
wo  auch  roicha  Spezitillittoratur  vcneicbnot  iat  —  0. 
v«T«ionibuN  et   co]iini«ntArüa  Bynaci*.    Arabioi«.  Armai 
einem  Index  der  Autoren,  dl»  aU  (*bAra»tMr  thitig  wi 
13.  Syrer:  K.   Renan.  De  philosopbia  pcripatatij 


i 


5.  lateraaUankl«  Kaltnrbetlefcongea. 


1099 


it  Lagsrilc,  Analecta  Symca,  Lnipdg  IRW.  —  F.ä.  Snrhrni.  Inodiüi  Syrino«.  Wien 
1870.  —  Gntit.  biekell,  Coiiopechis  rei  Syroram  litterfttiae.  MDnslor  li^TI.  —  V.  Rys- 
■•I,  Obw  il«ii  UxtkritiBotiei]  Wort  der  ByriBcli^n  Übe^är^tzuIlgt>ü  griooliisoher  Rlusikfir, 
S  QjiaBMiiilpr»i;rHmmc.  I^iipiig  IbÖÜ— !S»I.  —  Ant.  UuunastiLrk,  Lucubralione«  Sjro- 
OrMCae,  JaIiii»  JnhrLi.  ,Su[>plnmoDtb.  21  (1894)  3&T— &24  (diu  auch  sopkrat  urHohienonu  ^^'«Ik 
baa/deU  u.  a.  Ubor  don  Arcbintro>  und  Presbyter  fJergios  von  Resaino  tt  SÜS],  doi  dio 
Oeoponika.  duun  Schriften  des  ArisUit«los,  IsokralcB,  Lakjnn,  Tliemifitios.  I'lQtATch  u.  n.  ioft 
fjtyriMbo  flticrtrug).  —  Das  Beste  ttbor  eyriscbe  Litter*! iug«Brhichle  ist  Will.  Wright, 
A  Khnrl  hiatory  of  Syriac  llterattiro.  London  1894.  (Nach  dem  Tude  des  Terfusor»  «US 
der  Kocyclopopdin  Britaimiuu,  Artikul  ,8yriBr  Lit»rntur«'  mit  ZuaHixen  uiid  ein«tn  Index 
■bgadniekt,  leider  obno  ganllgonde  DoriUksicIJtigung  dnr  dcu  liinxiißcwacliiHindn  l,itt(^rntur].  i 

—  V.  Ryasel,  Der  Einäuas  der  syrischen  Litterntur  nuf  das  Abondlnnd.  Theolog.  Zeit- 
Bcbrifl  aus  der  Scliveiz  18  (1696)  43— 6ß. 

C  Ar»bur:  Einige  Übersetzungen  ans  dem  Arabischen  iiad  Paraisdien  ins  Gm- 
«hiaobo  notiert  M.  £toinHchD«ider,  Serapouin  31  (1870)  808  f.  —  Moriti  Stein- 
■cbnnidnr,  Oritmtulisahe  (.  bersatzungcn  griochischor  Autoron,  Kio  bibliugnipbiaobtir 
Strfiifzug.  Litlernrhiatüri»ches  Keiblutt  zum  .Archiv'  (biblingr.  Wor-bonscbr.  rtid.  t.  JuI. 
Stcinsolineider,  Leipzig)  1  (1H88)  Nr.  5  S.  17—20.  —  M.  Stetnsclineider,  Die  arnbiiinhei) 
Übenwlzuagen  aus  dem  Grieahisobon,  Cenirsibl.  f.  BiblieUiuksweaen,  Bviheft  i  (181*9)  und 
12  lIHdS).  und  Zeitaobr.  d.  deatscheu  morgenlBud.  Ges.  50  (1896)  i61~?10  (Sohlmia  folgit}. 
JutiuB  Lippert,  Studien  auf  dem  Gebiuti>  der  grioobiai^h-Hnibi Hohen  Ubcriiutzungii- 
liltorntur.  Heft  1.  Brauns cbweig  lä94  (Über  arabiscbo  AriatotoloaliiogrHpliicn  und  Thnon  in 
der  ori«ntBlisch?n  Litterntur), 

D.  Juden:  bber  dos  Verhiltnia  der  Juden  in  Griechenland  sur  Landeaepraoli« 
vgl.  11.  Steinschneider,  ilebrKisohe  Bibliographie  15  iBerlin  187a)  38-41.  —  über 
Grieohiaahea  bei  Jehuda  Ilndassi  (1148)  vgl.  P.  F.  Frankl,  Monatssohrift  f.  Qeachiehte 
mi  WisMoschaft  d.  Judeotuius  33  (1884)  448  IT.;  513  IT.  —  Uauptwerk:  Morits 
Stsinechnnidcr,  Die  hebrAiacljcn  (^bcrsetxuiigeii  des  Mittelalters  und  di«  Juden  oIr  Dol- 
metaohfr.  Kin  Beitrag  zur  Littcraturgeechichle  ilee  Uittelaltore  meiet  nach  handscbhft- 
liebeii  gaellen.    2  Bd*,  Berlin  1^93.  \ 

K.  Armenien:  Zarbhalnnian,  Bibliothek  der  alten  armonisehen  übereetzungMi, 
Vanedig  l»80  (ueuanneaiscfaj.  —  Kullatioa  ariLieniscliet  C  bersetiungon  philoauphiBi-her 
Wn-k«  dcH  AriBlotrlea  und  der  Kiokj'djjt?  des  i'orphyrioa  mit  den  griechioRhcn  l'cxtAn  von 
Fr,  C.  Conybcure,    Auecdola   OionionBiu,    Uiasäienl  Sorio«,   Vol.  I  part.  6,   Oxford  1892, 

—  Zum  Kisfluss  der  Byznntiner  auf  die  ansuDisdie  Kun»!  vgl,  Jos.  Striygowski,  Dm 
EtschmisdiinEviuigeliar,  Wien  löOl  (=  Byzantlniache  Denhmttler  I).  ~  Eine  Preisenf- 
gäbe  Ober  das  Thema  .Die  Armenier  in  Byzimx  bis  zur  Epoche  der  KreuziDge*  bat  der 
KonseiJ  der  Spezialklsasen  des  LajtnievBcben  Instituts  fDr  orieutaliaube  Sprachen  in  Muakau 
•in  li>.m.  Okt  1895  gestellt.     Vgl.  B.  Z,  5  |I89Ö)  255. 

V.  Georgier:  Einiges  Qher  dja  Kultur  bezieh  uugen  zu  den  Georgiern  bringt  A. 
B.  Cbsobnnov,  Ueber  deu  geganwtrtigen  Stand  der  gruBinischen  l'hilologie,  Wi«nor 
ZaitMhr.  f.  d.  Kunde  des  Morgenlandes  7  (1893)  311—837.  —  l'eber  den  byzantiniachon 
EiDfloM  anf  die  geoigiache  Kunattbaiigkeit  vgl.  die  Stelle  ans  einPr  georgiachen  M« 
bei  Jos,  .Strzygowaki  ,  Das  Etschmiadzin-Evnngeliar.  Wien  1891  S.  78.  —  Ä.  S.  Pavloy, 
B«iiierkuBgen  Qber  d«n  grusinischen  Nomnkanon,  Zapiski  der  k-  ru«a.  Ak.  d.  Wiss.  Bd  2S 
(1874— 1875)  29-42  (niss.).  —  Dazu  die  S.  613  Anm.  7  zitierte  Litterntur. 

O.  Beziehungen  tu  China:  F.  Uirtb.  China  und  the  Koman  orinot,  Hcaearcboa 
inlo  tbctr  ancieot  and  mcdinoval  retationa,  Leipzig  und  MUnchon  1885.  Vgl.  die  geball. 
reicli«  Besprechung  vun  K.  lliinly.  GOtting.  Gel,  Anzeigen  ISHß  g,  709—740,  —  Weniger 
biet«!  nir  unaoro  Zwecko:  K,  Brot*chnnider.  On  Ihn  knowledge  posseseed  liy  tlie  ancient 
Üliioee«  ot  tlie  Arabs  and  Arabian  colonies  and  olher  weslero  ceuutris»  nientioned  in 
Chuioae  boolEs,  London  1871  (8.  23  Hber  den  ehineaiaohen  Namen  von  Stambul),  und  des- 


HOC 


Byrnantiniacfa«  LUtm-kturgeMhicbte.    AUgfl 


mUmo:  lIeiUa«v«l  NaNurdiM  front  cflvtcni  AeUU«  avart 
und  S3S  «b«r  Kpal). 

8.  EiaflnBs  anf  die  Slkvmi  nnd 
A.  Knltnrsnd  I.itlctutur.  Unudel;  Dotiibrov 
luida    Hilf  die  Eotwick^lunj;    Hör  bBrBMlidiHn   Bildung 
IStl  Hd  -29  Abt.  II  I  -SO  (TOM.)  (kuiM  Obeniclil  des  I 
V.   IkonntltDV.   V#raucli  einer  Ünt«nnichiing  Dhor  dii 
B^ziuix  in  der  russioob«!)  OMnbicbM,  Ki«r  Iffiff  (ran.).  J 
Krage  üSnr  dio  Stellung  der  griecliiach-rfaviBclien  Welt  \ 
Ober  birhnndoit  mit  gromer  Belo«enb«il   der  Philebyunlil 
htirtoriicho  Studium  der  grakasln  vi  sehen  Welt   in  F.uropiJ 
I'dtIov,    1,'nber   die  [todcatung   des   germaninehen  und  I 
ruwJRche  historieohe  Leben   in   den  «Tsten  iwoi  Jiüirbiidl 
kaaer  UniversitAlanaolirichten  187]  (rasa.)  (mir  nnzogini 
alaven  nnd   Bj-iaiii   im    10.  Jahrb.,  Moal:au    1872  ( 
der  byiaiitiniaehei)  (IcKcbiehlo  und  ihrer  teodenxiAsen  A 
167Ir  (Sepuratabdruek   riw  don  Kivver  i'niverHitaUboncb' 
mandril  (jrtxt  Disrlior)  Amphitnchius,   Hnber  den  Kiij 
anf  daa  slaviache  vom  9,  bin  zum  Anfang   dea  11!.  Jabrl) 
V.  Ka'anuvBkiJ,  Dio  byzaiiliniaclien  Annalisten  als  Q Ol 
JoQm.  Min.  1878  Bd  1»8  a  63-112  (ruaa.).  -  Nnrdaai 
und  V.  D.   Spaaovif,   (.Inaebicbte  der  slnviacheii   Littl 
2  Bde,  Uipzig  1680—1884.    ~    A,  N,  Vesalovakij  h4 
nuaiaoh«n  Litteratai^ascbicbte  von  A.  Oslacbov  I  1.  8 
»chen  l.itterstnr  bekannten   und    beliebten  EnllilunfESslol 
Abbllngißkeit  von  den  b}iantinisoh->>Qd»lavia(>hen  oder  w«s^ 
acheii  Vorlagen  annlyatert  (russ.).    Vgl.  Arch.  alav.   PH 
nicht  gunx  verllanige  Skine  Ober  die  Ursprünge  dor  aBn 
Totn   mdikul   antibynantinisolien  Standpunkt    aus:    AI.  t 
rUBsiachen  I.illeratnr.   Leipzig  1886  S.  103—128.    —   U«l 
mlaaigen  Litteraturhandelt  besundera  Alfr,  Ramband, 
und  M.  Oaaler,  Greoku-Slnrooie,  Luwdon  1887.  —  Bat 
Thema  liregor  Krak,  Kinlcitung  in  die  Mlariache  Litt«i 

—  Vgl.  Nuob  dio  rnblikntion;  A.  PhvIov,  (•ciatxbBcliel 
tiniaohcr  lyandwirtnohaftsgeaetse,  P«t4irsburit  1885  (nua }.  . 
und  von  A.  Soliolevakij,  Jonrn.  Min.  1886  Bd  24S  S.  Sil 
Th.  UapaDskiJ.  Juridic.  vJMitnib  1886  B.  700-718  (n 
Frage  fibur  die  Zeil,  den  Ort  und  den  Cbaraliter  der 
byxiuitiniiiGbon  I-nndwirlBchuftagp»«!««  in  die  slavisebe  ( 
8.  08 -125  frusa.).  —  Zur  UcbcrseliungnlliUtigkoit  der  Sfli 
vgl.:  A.  ArchangeUkij.  7,am  Studium  dnr  altrun.  Utl 
vtter  in  der  nitriias,  Scbriftupraebe,  mit  Itelegen  und  Mij 
viaolien  Text«.  Petersburg  ItiSS  (ruas.).  —  Zur  Krfjtniiinj 
angelskij,  Werke  der  KIrchMiv&tar  in  der  allruas,  SrH 
biatoriaob-litterurischeu   Studien.      4  Teile.   Kaiau    I889-J 

—  Th.  Uapeuskij,  Russland  nnd  \iyzam  im  10.  Jahrli 
dio  ünwbtubto  der  griechiseben  Sprach»  und  dea  Chriit 
Kc/iirtoy  (bei  Leon  Diakoaos  ed,  Itonn.  150,  i!2),  Ober  dl 
noch  immer  nicht  tut  allgemeioen  Zufriedenheit  «rkl&rt 
atantinoa  Porphyrogennetos.  De  adinin.  tmp.  ed.  Bonn. 
Huate  iKbos)  bandelt  W.  v.  Gnli«it,  L'nterauchimg<B 
aclucbln  Rustlands,  Riga  1690. 


8.  InbeniAtionale  EnltnrlMtiahniigeD. 


1101 


Yan  baaonderer  Wicliti|^k«il  iUr  dio  GuBpliicbld  dor  llltest«u  BMidian^rn  der  Runoil 
u  Jon  ByxaDtin«rii  aiod  die  LobcmaboHcbrc'ibuBgnn  dm  bl.  Uoorg  von  Amsstri«  (in 
'aphlaganiue)  uod  dns  hl.  Stephan  von  Sumi  (in  d^rKrim:  gri«cbiacli :  2'oi>/if«rn).  dio 
cida  iin  it.  Jnbrbnnddrt  lobUn.  AuHgab«  dioNCr  T«sU  tnil  eingehi>Dder  lJüt«rsiicbiiDf[ 
ITM hiatorischon  Itibsltsbci  V.  Vasiljevelcij,  R »Misch -byianliniscbe  ForHcbungCD,  IL  Hvfl, 
alorabuTK  lim.  Vgl.  die  lieaproobung  von  V.  Ju^it^.  Arch.  ilav.  Pbil.  16  (1894)  2l< 
is  224,  und  W.  v.  Gutxvit,  Die  Lcgciideii  vvii  Aninatns  und  Ssuroali,  Riga  1893.  Dani 
iicb  dt«  ftltcreii  Soliriflea;  W.  Üolxoit.  üeber  dit  Lebensgescbichte  dnn  hl.  tiMigJOT 
OD  Anuistria  ond  dia  Zeit  ibror  AbFnaautig.  Bull,  da  l'Anad.  de  St.-P4t«n)iirar(t  T.  27 
I».  3  a.  333-338  =  MM.  rus»e»  T.  S  tivie  1  p,  1  -J,  -  K,  Knnik.  ErgAiuende  Bo- 
wrlcnRKcn  za  d«n  (InlenuobtiTi^cii  Über  di«  Zait  dur  AbfaaHuiig  des  Lobeus  d,  li,  O«org 
oa  Atnaabia.  Ein  Uoilni);  xur  Aufklärung  der  i'utieiHch'bjiujiliuiHcbeu  Chronologie  dea 
.  Jftbrb.  BuU.  d»  lAcad.  de  St-rä(»rebourg  T.  27  Nr.  8  p.  S3tJ-862  =  Mfil.  nuiwa 
'.  S  livre  1  p.  t$~42.  —  Ferner  gehflrt  hieher:  V.  Vnsiljevskij.  RussiMih-bfziuitiniHcba 
ngmeiilo.  VII.  DiLs  Loben  JolianDos'  di>s  Ootcm.  Journ.  Min.  ISTä  ßd  ISü  Jan,-'K«br. 
.  «6-154;  277 -30ß  (rasa.)         Vgl,  oben  S.  1B9. 

Kioe  froMO  Zabl  von  beitragen  t\ir  Kenutnie  der  byiaiitinisch-slaviscbMi  Beziehimgen 
itbalt  dM  Arcbiv  f.  tdsvische  Phiblogie  (bin  jelxt  16  Bftnde,  Berlin  187U-18äB).  Von 
m  aelbaUndigen  Artikeln  ist  hervorr.tiheben :  V.  Jagi^,  Kin  Boitrng  cur  sorbiscben  An- 
tlialik  mit  litterargcschiobtliolier  Einleitung,  Arcb.  slnv.  l'hiL  2  (1677)  1—27,  wu  die 
ebcrlicfpTung  und  Cbropologie  der  slnvischen  UcarbeitUD|{«n  bjzAntiniacber  Gcscbiohta- 
crka  und  .Sagen  behandelt  ist.    Dazu  vgL  die  S.  408  angefahrt«  Litleratur.  —   Vgl,  aucll 

0  Ultcratar  m  §6  140.  147.  171.  279. 

Handel:  M,  PogudiD.  Der  alte  ruesiaobe  Handel.  Joom.  Min.  1345  Bd48AbUi].  II 

1  —  182  (aus  des  Verfwiaers  Werk;  Untersuehuogen  über  die  nonnnnniscbe  PNiüd«  der 
iaaiacJM>n  Üenobicbtcl  (rus&).  —  Ergtlniung  dnxu:  Pavel  Saveljev.  L'ebor  den  Handel 
ir  Wolga-Bulgan}n  im  9.  und  10,  .labrb..  Jonm.  Min.  iHG  Bä  49  Abteil.  II  31-50  (russ.). 
'  C*W  den  Verkehr  iwiaolien  Bysantitiern  uud  Kusaen  entiiAlt  roicblicb««  Mat«rinl  auch 
M  S.   1105  zitierte  Werk  von  B.  Dorn,  Cnspia. 

n.  Einführung  des  Chrietentums:  Im  hüehst>>n  Moctae  äuaBerto  eich  der  b^vxun- 
liadi«  Einfluea  auf  die  Slaven  in  der  Einführung  des  Christentums  duruh  bjrxan- 
niBche  Priester.  Hierüber  oxiatiort  eine  un^nbeurc  Littorntur.  au«  der  hier  nur  oinigo 
ODptMihriricD  honiUBgegrifTen  wprdon  kennen,  Ausserden  oben  t$.  1095  f.  genannten  ArbeilaB 
jL  folgende:  J.  A.  Ginxel,  Gexobiehle  der  SlavuoApustel  Cyrill  und  Mdhod  und  def 
tvUcboD  Littugi«,  Leitmeriti  18^7,  -  J.  A.  Ointel,  Zur  Üeai^hicbte  der  Slaven apiMilel 
jrrill  uod  Metfaod,  in:  KirebuabiEtor.  Schriften.  Band  2,  Winu  1872.  —  J,uuia  Leger. 
rrill*  und  MiJtbode.  Ktudee  historiques  aur  la  cunvcrsion  des  Slavea  au  obriatisuixino. 
Iris  1868.  Vgl.  die  Besprodiung  von  F.  LnTrovskij,  Journ  Min.  1((6S  Bd  141  Abteil, 
riagoiljkund  Wiae.  S.  203  -233  (rua^.).  —  M.  Voronov,  Die  llauptquollon  der  Oeachioht« 
ir  BU.  Kjrriltoa  und  Mothodio»,  Kiev  1S77  (rusM.)  (mir  nniug.).  —  J.  Mnrtinov  S.  1.,  Saint 
Mfaod«,  a|»&tr«i  dos  Slaves,  et  lea  leltroa  de»  Houveraiae  pentiCea  coDaervAea  au  BrJtMli 
nwnin.  Itevu«  dea  queationa  biatoriques  28  (ISÖO)  360-397.  —  J.  Martinov  S.  I..  La 
|t«D4»  ttaliiiue  dea  Sä.  C^ritle  et  Mi^tbodo.  Revue  des  quostions  hiatoriquea  S6  (18^) 
.0^166  (mit  Angaben  üb«  dio  llitnre  Litleratur).  —  P.  Lnvrovskij,  War  der  bL  Kyrill 
>n  Saloniki  Biscbofv.  Jouin.  Min.  ISS.'.  Bd  2.'i8  S  161-175  (rass.).  —  MobriTo  biebcr 
ibOrigc  Beitrage  enthalt  dio  .Samuiluiig  zum  Jubillium  dos  &[othodioi>.  hernuagegebno  von 
fr  k.  UnirnreitSt  Warachau  unter  der  Redaktiou  ve»  A.  Budilovii*,  Wonchau  1K85 
UM.).  Vgl.  den  Bericht  von  T.  Florinskij.  Journ.  Min.  188&  Bd  240  S.  325  343 
im.).  —  P.  Lavrorskij,  Die  itnlieniscbe  Logood«  (bei.  der  Uli.  Kyrilloa  und  Metbodioa). 
iura.  Min.  1880  Bd  24fl  K.  17—59;  234-275  (rusa,).  —  V.  .Ugi*.  Die  Frage  über  Kyrilloa 
id  Mcthodio«  in  der  alariachen  Philologie.  Ztipiaki  d.  k.  rusa.  Ak.  d.  Wies.  Bd  61  (188(1) 
»löge  Nr.  1  S.  1-  60  (rasa.).    -    Iv.  Maly&vvakij,  Die  HIL  Kyrilloa  uod  Methodiua, 


1102         BysantiniBche  LitteratargMQhioht«.    l.llg< 


diA  eralen  i^nvisclioo  Ulirer.  Ei«v  188fl  (hm*.).  ElMpro 
Uin.  1887  Bd  261  S.  STS— 885  (nw.).  —  Zur  italiuna 
dot  berObrntoD  Slttrnnitpoat«!  «gL  J.  Friedrich,  Eb  Bl 
■in  d^n  ßiseliof  Oandvrieni  von  V«Uetri  Ob«t  iM  Ahbm 
CUmooti«  Pftpw,  ffitaingAer.  hnyM.  Ak.  1892  B.  M»— 
A.  P«trov.  Juum.  Min.  1693  Bd  285  Juiurftefl  R  IM 
)  (1S95)  231-243.  -  Boa  Brief  d«§  Anutaaia«  «riodorhi^ 
rlektiRangoB  unter  dem  Titel;  Die  nodi  erhalUne«  Sobri 
tinos  oder  Crrillun.  Kevuc  iutemationiile  da  th^logie  4 1 
Strittige  FVaKiin  dnr  JlinBioiuiUiiLtigkoit  düs  hl.  Kyrlll 
Ode«aer  Jahrbuch  IV  K^  Abteil.  2  (IHSIj  lliromk  j 
(IS9S)  620  r.  -  S.  Nndjoijskij,  Die  ChiuuiToiimiiHlon  ^ 
tbodiuH.  Rae^kiija  Beajeds  1895  Aagustlieft  8.  1-22  (nt 
Kjrilloa-Uetbodioafrag«  vfl.  auch  A.  LapOtre,  L'ICiiTd 
üarolingieiin«.  Premier»  porti«,  Pari«  1893.  Vgl.  die  B 
Bd  305  MaibeR  S.  163 -19-%  (ruw.).  -  Aumerden  | 
JhrMB  W«rtc  ««hr  uiiBliiichwi  nonoron  Litttirntar  Qbor  | 
M«thodioii:  Arch.  slar.  Pbil.  1  (I8TA)  539  ff.;  4  (I8S01I 
12  (188S)  216  ff.:  ancb  die  Bericht«  von  Paatret^lt,  St 
apoatel  KyriUos  und  Metbodioe,  Caaopls  matioe  moravak^ 
f.  Litteratur)  U  (1891)  129-188;  207-215  (^«eUMib),  ubiI  i 
Jahrb.  II  Byi.  Abteil.  1  (1892)  2  8.  43-64  (niM.).  1 

Der  b^nuitiniMbo  E^nHawi  aof  dis  Rnmlinnn  tmm 
(v«I.  t.  »,  S.  377  und  379  Anm.  1  C)  and  in  urii-chischi 
ß.  P«lTicolca-Hasd«a,  Etymologicnra  MaKoimi  it«m*B 
teitiiDgcn  Ell  den  eiuietoen  Bftnden  wertvolle  AlitloiliuiQ 
Kaltiirbexiehuiige«).  —  8.  Krelikoa,  i^Ca«  rov  fiii»¥i 
fiovfixiis  tüif  tpviilf  nai  inii^ams  roD  iü-tpftuftav  ia'  «J 
(mir  uneaglnglich).  ] 

6.  Ethnographie 

Dia  Ksnfitschwiarieknt  ethnntfraphischer  Fnrschij 
Bchlchta  liagt  io  der  fiuit  allen  Autoren  eigenlUmliclten  I 
ktaasls^ell  Namen  ku  beEeicbniMi.  So  b«iHafu  £.  Ei.  die: 
die  RuaBpn  und  andi-ru  äUvun  Skythen,  die  Serben  t^ 
diesen  ungenauen  Anguben  ganx  rntlon  gogenQber,  wenn  J 
die  Kinder  beim  rechten  Niiinpn  nnnnl«ii  und  nioht  ü»  Tl 
die  Deirngnng  von  Ort«-  odnr  IVreonenniunen  und  ändert 
Rchen  Beatimmong  diealieli  wArea.  Im  folgenden  kann  ^ 
die  fliob  direkt  oder  indirekt  auf  die  Ethnographie  der  d 
gehörigen  Oebietaloile  und  der  tu  den  Bjiantinem  in! 
Volker  besieb«n,  nur  eine  kuappo  Auswahl  gegeben  weW 

1 
1.  AUgemeino  SohrlfteB 

Von  Wichtigkeit  iat  noch  heut«  das  rcichhitltigoi 
Quellen  beruhende  Werk ;  J.  U.  Stritter,  Memorino  pnfnl 
Kuxiniiin.  Piiludem  Mneotidem,  Canoaauiii,  ÜAre  Caspiid 
incolentiuHi  e  seriptoribas  bistoriwi  itj-MiitiBae  «ruta» 
1771—1779.  ~  Karl  Friedrich  Noumnnn,  Die  V4lkoB 
1847.  —  Ad.  Ficker,  über  die  ethnogtaphiMohen  Ver^ 
Aus  AntRM  der  Vorlage  von  Ujean'e  Karte-  Mtttoil.  d.  " 
lin  Wtonj  b  (18G1J  123-191.  —  Cb«r  die  Etlin»gia{i|ti»] 


6.  Ethno^rapUa. 


nas 


llWBM  iM  byiMtiniRrlm  Rcic^M  Boirio  aber  äw  NiiRhbarvUlkor  (Frnnken,  Dalgsiva, 
ngara.  Rnomo,  Pet8Glieo«g«ii,  Chaiaren  und  Arnber)  li&od«lt  mit  SaciUenntnm  und  Klar- 
tat  A-  Rambkud,  li'empir«  groc  au  dixicuie  siäole,  CünbUntin  PbrphjrogLtD^t»,  Puie 
870  d.  209-253:  308— i36.  —  über  di«  Avnrcn,  Sorlon.  Kroalen  tind  f{ul|Mr«ii  handelt 
>ng.  Kr.  GfrSrar.  n^vxnnliniiiolie  (iMcbiebtcn.  lid  2.  ünix  \H~i.  —  EdBon  L.  Clark, 
'lie  ttet*  ot  KnropMii  Tnrktiy.  tlieir  hintorf,  condition  and  prnipDcta.  Kdinburg  ISTS.  — 
■■•r»8  Hauptwerk:  L.  Diefenbaoli,  Volkvrkundo  Oit«nropa».  1.  Üitnä:  TOrkiaoliCH 
Meli.  AlbaoM«!!.  lUyrier.  Thraker.  Orieolien.  Rumänen.  2.  Band:  Die  LitaalavJRcIia 
tlkergruppe.  m-baf  ävn  Bulgaren.  Diu  lUrkieulio  Familie.  Die  flnnitick«  FamJlJe.  JU- 
enn«r  Amicuiar  odur  H^jur.  Kaukasivr.  DtuiuHludl  lääO.  —  Vfcl.  auob.  h.  Dief«o- 
Bcb,  Die  Volksatnmine  der  EuTophiachen  Türkei.  Fraakfurt  1877.  —  J.  van  den 
'h*f  D,  i.«s  populntions  danubitMinnu.  Ktudes  d'^Uinogrnpbin  ceinpnr<-n,  (itmt  ISä6.  — 
ipp*I,  Zar  Eihnograpbi«  d^r  itoiknnhnJbinaol.  Globus  öT  (1S90)  76-79.  ~  Ein«  Ol>*r* 
ichl  des  etbnogiaiihivcbon  Zu*itnnd(«  der  Bnlknnbatbinael  im  10.  Jahrh.  mit  bsModOTor 
iMSefcalcktigatii;  der  slavisclien  Elemente  in  Kpirus  gibt  St.  Novakovi6,  Die  AnflUige 
er  alaviarhen  Lilteratur  bei  deu  Balkaii-Slaveu:  Die  Lt^^eude  vuui  bl.  ^'ladiniir  und  der 
iouara,  Bel(iTad  18u3  1^.  13-  4£f  (serb.J.  —  Zur  Ktbnograpbic  dus  brutigen  Kleinawiena: 
«lohan,  tfeinon  in  Kluioaaion,  VutbandL  d.  Gesellsch.  f.  Erdkunde  zu  bwlin  Ib  (18B6) 
7-». 

2.  SpeaialBohrifteii. 

A.  Griechenland  Im  engeren  Sinne:  Sp,  ZampeHos,  ßu^artu^l  fithtint, 
tifl  mjyäf  ytotiXtji-ixtjf  iSi-BJiiioi  nnü  iijc  >/  f^X9'  'V^  '  ^'"('»''-i  Atb^n  1837  (handelt 
wr  dio  Abkunft  dnr  Ni>ugrioclien,  dul<^1J(!tl  aber  auub  Über  die  rerscbiodL-caton  tiugoi)> 
ftiide  drr  innarea  lioscbicbt«  von  Bj-xanzJ.  -  l'hilippaon,  Besiodelung  Im  reloponn«*, 
erhandl.  d.  üeMlIacb.  t.  Erdkuode  zu  Berlin  15  (1888]  442-455.  -  Anembrlicher 
jidelt  Ober  duMlbe  Thema  Pbiiippson,  Zur  Ellinofrapbie  dea  Pelopuiinee.  FetAr- 
naaa  Mill«iliiiiB«  1890  S.  l-U;  33-41.  -  DaLuiifi;.  Cber  die  Cliulkidiku.  Vor- 
ig in  d«r  gcogr.  äesellacb.  zu  MUnobon.  Vgl.  Verb.  d.  GoaeUsob.  f.  Erdkunde  zu  Berlin 
11K91)  1U2. 

Zkkonen:  Die  ILlt<TeQ  Arbeiten  besprit^ht  M.  Deffnnr,  Archiv  f.  mittel-  und  neu- 
lecli.  Philologie  1  (1880)  2--G,  and:  Zaknniscbe  Qrnmmntik,  Berlin  1881  S.  8—6.  — 
Ib.  Tliumb,  Die  elbougrapliiectie  Slellnng  der  Zakonen,  IndoKcnn.  FoKcbun^ea  4  <1S04) 
5 — 218  (mit  einer  Kurte).  Der  Verfasaer  bewuttri  gegen  die  von  vielen  bia  in  diu  neuute 
jt  fMtgebultene  Aueiubt  Kopitarü,  djuia  die  Zukuneu  Slaven  eeivn,  und  gegen  die 
Ibananuntbeorie  von  K.  Satbus,  diu  KontinuitUt  dor  griacbieohon  BevDl> 
irang  im  Zakonen  gebiet. 

Slavenfrage  (Frage  Ober  die  elavisehan  Elemente  unter  den  heutigen 
-i«cben):  Die  Siavisiorung  der  Grieoben  behauptete  vor  allem  Joe.  Pb.  Fallmorajrer  iu 
inor  otiCQ  S.  lU'l  angeführten  Ueacbiuble  dor  üaibiuael  Muroa,  dann  in:  Welchen  Ein  Hubs 
tt«  dio  BvMilzung  üricchenliuids  durch  die  Slaven  aaf  dos  Schicksal  di>r  Stadt  Atb«n  und  der 
kndachaft  Attika?  .Stuttgart  I6'i5.  Uauptschrilt:  Jac.  Pb.  Fallmernyer,  Das  slavisoho 
emeat  in  Giiechenland.  in:  Fragmente  aus  dem  Orient  2  (1845)  307-458  [auch  in  der 
atta  Auflage  der  Fragnieute  iriedeiholt).  --  R.  Orbiuakij,  über  Spuren  des  Slavenluuia 
dw  Spmebe  der  Nuugriechun,  Juurn.  Min.  mö4  Bd  »Ij  AhteU.  II  94—112  (rusa.)  (jcanz 
lanlungeiiEr,  wenn  auch  t&t  a?ine  Zeit  bemerkenswerte  Versnob,  in  der  Phoßolik.  CStnm- 
Ktik.  Phraoi>ologie  und  im  Wortscbati  des  Neugrieohischsn  stark«  slaviocho  EinflaMO 
lohxawsiMo  und  dsduroh  Pallmerajreis  Slaveotbeorie  zu  unterstOtxeDi  com  Kapit«!  über 
D  alavisehea  Werter  im  Neugriechiachen  rgL  die  in  Rubrik  13  aogeflllirteD  neueren 
iliriften).  —  ä«g«n  Fallmerayer  ricblole  sich  u.  s.  K.  Pnpnrregopuloa,  £Xavi*ii!  iy 
mV  "EUiiFMxniV  jfnjpsif  htoua^attt,  in  seinen  'f«iop(in(  n^ayi4atiia4.  Migot  a,  Alb«n  1858. 
'  OrtndliohcT  wiird«n  die  Qberlneben<<n  imd  uiiktiliscben  Aufstelluogen  Fsllmrrnjnra  auf 
\r  tkbti^M  Mau  lurflck geführt  von  Karl  Hopf,   lieeubiDhte  Orieohenlasda,  Erech-  und 


1 


1104  Bjrzuitiniacb»  Litt«rat«iTg«»ehichte.    Allp 

GraWucho  Enejkbj.SJiL-  Sektinq  1  Toil  «.'■  iL^ßTl  100 
vwion  Kratu  nnü  drr  Abri^r>u  Iiisl'Iu  euwi«i  Nani^u  mIm 
B.  Seliniidt,  Dm  VolluJcboD  der  Ni!Ug;t)Mtb«n,  I.«aptci|$ 
die  von  K,  N.  8athAK,  Uociuiicntii  in^dila  rcUtif«  h  l'hab 
1  (1880)  tnt/odudion,  iMitwir.Icnlt«  Uypollieio,  dwB  jm  I 
dem  AlbaueseD  tu  d«n  PrloponnM  vorgcdnuigoii  mm 
irrillmlich  oder  aus  MUmchtmifi  ms  Slst«n  bsM>i<liB»l 
■liintiti  SatliM  und  die  Slnveufn^«  ja  <lrietbenUiid. 
•chichte  und  Volkokuiidv  I  (Slnaaburg  lät&J  U7— 1 
Tivti  ^X9or  «nt(J  rer  nioof  aiüra  if  (»o!)  'OXäiii  '. 
bis3l.  '  A.  I'otrido»,  risparij^ijaiic  ttWc  ia'i  loii  C>g' 
«diiira  Jr  'CUa<h.  WnsUuf  18S5  Nr.  21  f.  fmir  tiiuuf;itii|| 
Qwehiokto  d«r  SUvenfraf«  iii  Gri«ch«nland  gibt  D.  Uat 
Sboraik  bigarak.  9.  Sofia  1698  (bulg.)- 

B.  Albaneaen:  J.  0.  t.  Hahn.  Albaneaiaeh«  j 
/.  Ph.  Fallmcrayer,  Dm  olbanänicbe  El«noiit  in  Qt 
3.  Cl.  VIII.  Bd  2.  und  3.  Abt.  MOndion  lH:6T-lSeO.  H 
auch  dio  BamorkongM  Tnn  W.  Toiiiaftcli«l;.  Beneobl 
PhilippsoH.  Reise  dur«b  Miltol-  und  Nurd^crieebeiüaiH 
kuDd«  lu  Uerlin  25  (1890)  831-408  (be«.  flbor  di«  AUl 
Die  reicluiton  bibliogmpbiEchMi  N«chwei»o  über  da>  aH 
Albaiiwiiaclic  Studien  I.  11.  III.  IV.  V,  SitzansHbor,  Winlf 
(1683,  1»M,  1891,  189.S  inny  -  AuaiUR»<reiM  rindi 
wied«rliolt  btti  G,  M«;er,  Ktyinologisehes  W&rt«rbu<ih  4 
bürg  1891  8.  516  ff.  i 

C.  SUv«n  (flburbaupt):  f.  J.  Sehnfarilc.  SlaviN 
T.  Aabronfeld,  h«raaagagnb.  von  Heinr,  Wottk«,  S| 
lagondc«  Wnrk).  -  (^b<ir  näfot.  £»i.iifi<n  vgl.  L.  Fr.  1 
byi.  specUntinm  p,  II.  Abbandl.  baycr,  Ak,  S.  Cl.  i.  1 
über  dna  liltestv  Zeugnis  filr  den  eigenen  Nuinen  der  Sil 
Hlav.  PliiL  1  (lÖTej  2U  B.  -  Obw  dM  onl«  Auflrot«n  i 
un  Ende  dea  6.  und  in  der  «raten  llftlflo  de«  6.  Jabi 
DeuUcbe  AtUrluinaknndo  2  (1687)37.'^  -3M.  -  V,  Sari 
Stamm  Suliöi  odm  uicbt?,  Arbeiten  des  8.  archaeolog.  | 
ununganglicb}.  I 

D.  SQdflUven:  Const.  J.  Grot,  Nnchricbteu  (Iea| 
die  Serben  und  Krauten,  Poteraburg  1860  (tu«.)  Einea 
der  Verf.:  Zur  Kritik  einer  Slolle  doe  Coniiinnlin  Porphirra 
390—307.  Vgl.  din  Kcuprvr.bung  de«  Grot'eeb»«  Bn^es  I 
1881  BdSI4.S-  139-lT0(n.w.). -J.LPi*  und  A.Ami 
Csorgedor  Bulgaren,  8itsuiif|sbi3r.  d.  k.  bOlimiscben  Ges.  \ 
1888  S.  227-280.  -  Zur  Ktbnugraphie  d<5r  SUdtdaven  «{ 
von  V.  Jagid,  Ein  Kapitel  uua  der  Geechichte  der  sfi 
Pbil.  17  (18»5)  47-87.  —  Duu  V.  ObUk.  Eine  Be«i 
Geaebicble,  Aicb.  alav.  Phil.  18  (1898)  228-234.  \ 

E.  Bulgaren:  äerg.  üwarov.  De  ttnlgaronim  t^ 
quissimiH,  Dorpat  1853.   —    M,  Drinov.  Dur  Ur^mng; 
AnRUige    der   bulgarischen    Goscbicbte.   Pbilippopel    1^ 
B.  BOslor,  Hemttniscke  Studien.   Leipiig  1871  S.  S91- 
gorea).  —   D.  llovajskij.  Uulgarco  und  Buaaen  im 
1875  Bd  177  Jan.-Fcbr.  H.  SJa— 147;  3iM~39a  Im«.). 
NationnltUit  der  Bulgaren,   In  Memoria  di  Napel« 


6.  BthnogTtiphi«. 


1105 


\utt*  4i  Blolneia  c  linsaiatic«,  Florenz  I8SÖ  S.  1-76.  —  C,  M.  FrBbo,  Dio  llltoeten 
Naeliiicbt«!!  iet  AraliT  Ober  die  Wolga- U ulnaren.  Mt^.  de  l'ncrHil.  iinji.  Hc«  Bcii>nce8  d« 
3L-PAt*nibo(ug  VI.  Sdrie,  t  1  (mir  unxugln glich).  --  Aussotiem  Tgl.  die  Litl«rattiruacli- 
«aiae  nod  kritiacben  BemerknDgeii  bei  Gr.  Krok.  Kinlnitung  in  dio  slHTiscbeii  LitUrnturga* 
■dilobt«.  2.  Aufl..  Graz  1887  S.  30T  If.  —  Dasn  die  S.  lOTÜ  f.  angefahrten  Sclmflrn  nbcr  di« 
äsaeblchta  d«r  Bulgnroii. 

f.   RoBs«»;    N.   I^aveljev-Raatialarif ,   Dia   Varjago- Russen  nneh   Nnelor  und 

fremden   AhIowo,   .louro.  Min.    1845   Bd  4**  Abt.  II  1-64  tmms.).    -    M.  Pogodin.    Di« 

Unknnft  der  VafjaRo-Husaen,   in   Bd  II  seiner  .Üntetsuehnngen,  Bemerkungen  und  Vor- 

leaungeii*.  Moakau  1846  (rass.l.     Das  ganze   dreibftndige  Work  ist  aiisfQlirlich  b^Bprorhan 

im  Joum.  Min.   IH-tT  Bd  ä3  Abteil.  VI  22-4».  -  Von  graaster  Wichtigkeit  ist:  B.  Dorn, 

'  CMpia.     Cber    die    Kinßklla    d^r    all^n    Ruwaeu    in   Tubaristan    u.   s.   w.,    Peleraburg    15T& 

(=  MiJniciirtii«  de  raradäniin  imp.  des  BGit<nc^c>s  de  St-r^erabourg.  VII''  aärio.  tomf  2n  Nr.  !)• 

Hit  tahlreicbeo  Deibftgon  von  Kunik  und  Broaset  z.  B.  Über  dnnn  Kriegsiug  dw  alt«u 

I  BwMD  gegen  Kpel  i.  i.   1048.     Aneh  niaaisch   In   den  Zapiaki  d.  k.  ru«8.  Akud.  der  Wiss. 

Bd  2fi  (IttTi)— lä~6).      -    PI.   ßorat^kov.    Die  griechJacth-skyUiise.lie  Welt  an  den  Ufern 

,  da»  ronina,  Joum.  Hin.  ISTÖ  Bd  188  Nov.  -Dez.  8.237— S'H  (handelt  u.a.  auch  Qbxr  dia 

I  rawiarhft   Frage)   (ruaa.).    —    8.  Oadeunov.    VarjSger   und    Ru^on.     2  Toil«,    Petemburg 

'  187«.     Vgl.  k.  Brilokner.  Areli.  slav.  Philol.  4  |188ü)  455-484.  -   Iv.  Zabjalin,  Ge- 

I  •cUebte   dea   ruasiscben   Lebens.   Gd  1,    Moskau  18~().    —    Die  Werke   von  God«onov  und 

7jlbjeliD  Bind  ausRlhrlieh  besprochen  von  J.  Pervolf,    Varjagn-Ruaaen    und    hnitiaehe  Sld- 

ven.  Joarn.  Min.  1S77    Bd   102  Juli     Aiig,  S.  S7  -07  (ruas.).    -    J.  Lambin.    Die   Slaven 

I  UM   DSrdliehen    Bcbwani'n  Meen'.    Journ,  Min.   I8TT  Bd   191   Mai-Juui   S.  4^  —  70;    S34  — 

I  2M)    (Ober    liua   erste  Auflrelcn   der  Kuaeeu    am   ttcbwarzi^n  Meere    u.  s.  w.)  (man.).   -      A-, 

I   K«aik    und    Baron    V.    Konen,    NacbrichtE<n   des   Ai-Bekri   und   anderer   Automn    nbe«' 

Ruaaland    und  die  Slavcn,    Beilage   xiim   32,  Bdu    der  Znpiski  d.  k.  iniss.  Akad.  d.  Wisa.  I 

fr.  2,  Pet«rabnrg  l&Tä,   —   Wilb.  Thomsen.  Der  Ursprung  des  rusaisrlinn  StaaloB.   Vem 

Tarf.  dnrckgeaelwiie  d«utaobe  Bearb.  von  Dr.  L.  Bornoniann.Gotlia  1879.  —  D.  Iluvajakij, 

DBtannoInuigen  Über  den  Urapmng  Kusalnnda.  Ma&kau  1882  Iruss.)  —  Paul  Caaael.  Ruwen 

«ad  Wattiger.  Kin  SendaohreibeEi  an  Pivf.  Tliomsen  in  Koponliagen.  in:  Auq  I.illvrulur  und 

ijymbelik.  Uipxig  1884  S.  348    3G7.  —  Tli.  Uepenskij.   Patnaick  Jubannea  VII  Uram- 

mitik««  und  dio  IIua-Uramit«n  bei  Symeou  Magietrus,  Joura.  Min.  1S90  Ud  267  S.  1—34 

(nHt.),   —   SaniokvHanv.    Cbor  den  Uisprung  der  russischen  Slaven  etc.,   Arbeiten  des 

8.  ueliaeulog.  Kvngrewes  in  Moakau  (russ.)   jmir  unziigrtngticb).    —    A.    Budilevi£.   Zur 

ha^    Über   den    Ursprung    dea  Wortes   Kua,    Arbeiten    de»    ^    ori'haeolog.   KongreaacB  lU 

Hefllcaii  traes.)  (mir  uniugiinglieb].  —  Chvoljaon,  Ober  dio  Rueacu  des  arubiaeheu  Sohrift- 

H«U«ra  dar  ersten  HAlfte  des  "ä.  Jabrhunderla  Ibn-Chordadheg,  Arbeiten  des  i.  nrchaeolog. 

KaagresBOB  tu  Moakau  (ruas.)   [mir  unzugänglich}.    —    t^.   LjazkiJ,    Die  Bedeutung  der 

litaaiaoben  Sprach«   in  der  Frage    Ober   den  Ur^pning  Kusalanda,    Wilnu   1893  (nis«.]   (mir 

Buugtngboli). 

4i.  Petacbonagen  und  Kuinaneu:  Artikel  Pebtebenegen  von  W.  Schult  In  di-r 
Ench-  und  Gruboraehen  Knc>klopu<-die  III.  Seclion,  10.  Teil  (1844)  419-421.  —  V.  Va- 
ailjvTskij.  Bjraamc  und  die  I'otnohonegen.  Journ.  Min.  Iä72  Ild  164  Nev.  und  Dez,  -- 
0.  Blan,  üb«r  Volkatnm  und  Sprache  der  Kumaneii,  S^itaohr.  d.  Deuteohen  morgenl&nd. 
äMttlUch.  39  (1876J  550  ff.  -  Aug.  Fr.  GftOrer.  Bj-ianliniBdie  Oescbichten  3  (18TT) 
474— S07.  -~  Du  berUhmto  kuinantBohe  WSrterbuoh,  das  aus  dem  Nnuhlaaae  Pelrarcua  in 
di«  Slarcuabibliotbek  kam.  ed.  G^ta  Kuun.  Codex  Cumaninus,  Pest  IttüO.  —  I*.  Goln- 
bsvakij,  PotBehouegcn  und  Kumanen,  Kiev  1884  (russ.)  (mir  unziigAnglich).  --  0,  Jirn- 
£«k,  Einig«  Bamerkangan  über  die  Überreste  der  Polschenegen  und  Kumaneu,  bowi«  Ober 
di«  VAlkeraohaflen  der  Bogeuannt«»  dagauzi  und  Sargufi  im  houtigon  Bulgarien.  Pr*g  l^^9 
(vir  unxugliqilicb).  ~  Ilie  Öhergel.  Zur  Geaehichle  ^icbenhnrgena.  Wien,  SelbHlveiltig 
18dl,  IMiandelt  vumchuiIieU  GcAcbicJito  und  Fllinographio  dar  Kunsncn,  —  C  Neu- 
dtr  kte»  AltcdunuwtecuMban  IX.    I.  tMi^,    £  auS,  lU 


1106         Bj-ianttDlscha  LtU«ratargesebicbte.     Ällf 

DiRBn  (Muinboim),  Cber  Ew«i  nnerkUrte  V&lk«riiMiiwi. 
374  -  385  (Mi(t«itung«n  aber  di«  Gesobiehta  der  P«toeli 

H.  Kulpiagor  (KolbjBg'O  and  TalmfttzoF 
niMSCh«n  Kolbjn^r.  At«b.  hIbv.  V\ül.  10  (1»8T)  1< 
über  iw«i  nnerklKrt«  TSlktnumnn  in  d«r  byualiniad 
38&  [erklftrt  di«  SulpitiK«  nnd  TolniaUer  fUr  P«lMlieiil 
taxia  du  Hiohael  AtUliate«  von  lOiT.  Jena  1894  S.  69 
Nchwtbbchon  St4inm).  ~  A.  Sobolevakij.  KwXntyj^ 
460  f.  (orklOrt  beide  SUirnn«  Rlr  ruwiach). 

J.  Chaiaren:  Jul.  Klaproth,  Mömmre  nir  Uw 
182a  t  I  p.  147-156.  -  ArHkrl  von  Knmmnl.  Kmii 
1.  Rnction.  16.  Tflil  (lf^7|  231  f.  -  Dorn.  Auf  din  C| 
orifintAliscb^in  Ifietorikere  Tabari  a.  b.  «..  Journ  Min.  tj 
(rUMisck  aberaotzt  aus  den  M^m.  de  l'Acad.  Iinp.  d«| 
Tivien  de  8.  Martin,  Sur  le«  Eliuara,  Nuuvellea  ann^ 
fParia  I851I  120-168;  27  (18fil)S-43.  -  D.  Cbvftlj« 
ßuTlaeea,  BulgarcD,  Madjaion,  Slnroa  iSUvjaimcli)  und] 
Omur  lliD-UHatn.  oinMD  acftbMObnn  SdirifbtellDr  buk  4 
Min.  1^(18  Dd  140  Abt«il.  Pida^oKik  nnd  Wimenschaft  S, 
Miltnilungon  Ober  di»  CbaMren,  !tum.  Revue  10  (1877] 

K.  Beesen:  W.  Tomascbek,  Ober  Bnimalia  ui 
den  BecttiachNi  Volkwtjiinni.  SiUungsljer.  Wi«n.  Ak.  60 
Wm  hut  dar  Volksnumr  ,Hossi'  ursprQnglicb  bodoul«t? 
i'i'J  -  !i'  IT.    —    Tbnr   »lihnlrb«    Niederlnssungnn    d»r 
mniBtnr,    Itinorvinm    Antoiiini  S.  56  Anm.  48.  and 
Uipng  1^0  a  150. 

L.  Zo  den  Kriiagot«Q,  die  In  der  bjmtini 
ßulle  spielen,  vgl.  Hassmann,  (loUiii^n  mmoru.  HikU 
Arrkimaadrit  Amonij,  Uin  gothiitchn  Kparcliin  in  <l< 
8,  M— 88.  —  F.  Otun,  Dio  Scb warum eorfiotiin  und  di| 
Im  tOdlieben  Russland.  Zapiskj  der  k.  ruiw.  Ak.  d.  W 
Will).  ToinnBcbek,  Die  Goten  in  Taurien,  Wien  188lJ 
sale  der  Ktinigot«n,  Jabfosber.  d.  Refonni«rtea  Bürg«) 
18d0.  —  Vgl.  E.  Kubn,  Ober  neuen  Forsebungea  xif 
Krim,  ein  Vurlrag.  von  dem  Ivider  nur  ein  Kxxerpt  ge^ 
AllgenMiioDn  Znitung  lt<91  Nr.  ^ä4  K.  6  f.  \ 

M.  RuRiSnen  (Viaehen):  R.  RSslor,  Zar  (ioil 
I.  Dia  Oetvn  und  ihre  Nachbnm-  II.  Das  von4niJKli«| 
1864.  —  R.  ROsler,  Die  griechisoben  und  tDrklsohi 
Sitsungeber.  Wi«n.  Ak.  1865.  —  K.  BSslor.  Datier  a 
Ak.  1866,  -  E.  RSsIer,  Die  An^lLnf1^  d«s  wuluchiswJien 
relfi.  Ojfinn.  18  (1867)  393^*33.  -  R.  Rü»ior,  Boid 
CUT  lltereu  Uoscbiohte  llomllniens.  I.eipxig  18T1  (bandeU 
eoegea  U.  R.  w.).  Vgl.  die  Besprechung  von  W.  Tomniieht 
1872  S.  156  IT.  —  Jul.  Jung.  DieAnfSoge  der  Roinlina| 
Zeitacdir.  f.  d.  netenetch.  Oymn.  27  (1876}  1  ff.,  81  ff„  32| 
scbmid.  liit.  ZentrHlbl.  1876  8.  1422  IT.  =  Kleine  Seh 
Jun^-,  KUmnr  und  Romanen  in  den  Denaulllndom.  Uid 
brück  Mill.  In  «weiter  AuUago  Innsbruck  1887.  1 
Hcbmid,  I.it.  Zentralbl.  1880  S.  6T8  ff.  ^  Kleine  Sei 
liu*  Jung.  Dio  roinnniscben  LandscbafleD  de«  TiSmisq 
Frana  Mikloeich,  Die  alaviaclicu  Element«  im  Rumui 


lumunl 


6.  Ethnographie. 


IS  (1861)  I  K  —  Frsnx  Miklofiich,  (.'ber  die  WAnilerongcn  der  Buroun«n  in  den  dnl* 
iniicboQ  Alpen  und  Hon  Knrpaton,  Denksohriflen  Wien.  Akad.  ^0  |I$i7d).  Prnnx 
Ikloaich.  Itiimunischn  tjntnrnui^hungen.  I.  Istco-  und  nia(?(idoniniuniiiche  Rpruclidenk- 
raSlsr.  Erst«  nntl  »«roile  AhteiJ,,  I).>nkBchriflOTi  Wien.  Akmi,  32  (1881  1882).  —  W.  To- 
iDBBchek.  Zur  wfilaoliisolien  Fmifo,  KeiUehr,  f.  d.  nsterT«icli.  (lymnasi^n  21  (ISTli)  3423 

—  W.  Tomaacbck,  Zur  Kundu  der  UGmu^butliinsHl.  Sit2un^ab»r.  Wies.  Ak.  99  (t8S2) 
474  fl.  —  W.  TomABohek,  I>i«  ulU"n  Thraker.  Eine  oilinolagiiicbe  Untorauchung, 
I.  Oboriiiobt  der  StAmmn.  H.  Die  Spracbrcsle.  SitxunipibeT.  Wien.  Ak.  Kd  12»  und  IHO. 
Wien  Iä93  |nb«r  dia  Vlacben.  die  T.  für  Nucbkanimcn  dorThmker  bttit:  QbAr  din  BoMen 
I  TT  r.).  ~  Znm  epraclilicb»n  Teile  der  Arbeit  vgl.  OuHt.  Meyor,  Zu  den  Ihrskischen 
OlwMn.  B«cEMnburgera  Ituitr.  SO  II&94]  UG— 124.  —  K.  Frhr.  von  Hurmuiaki,  Frag- 
mente cnr  GcBübii:))!«  der  RumAneu,  5  Bde,  Bukarest  1ÖT8  — 188G.  —  T.  Munin,  Zur 
(iniicliiebtjiforaabang  Ober  die  [taniflnen.  Duatacb  von  P.  Broslcanu.  2.  Aufl..  Lcipxig  1885. 

—  Jon.  I.adtRinw  Pil ,  Über  die  Abstnmmung  dnr  KumUnon,  Leipzig  18H0,  —  J.  L,  PiC, 
Zar  nimSoiech-unitAriRchen  ätroitfrage.  .Ski/xon  xiic  nlCesl^n  (iencbiehle  der  Uiimllnnn,  Un- 
gar» und  SltTeit.  Leipiig  188Ö.  —  Fant  Uunfalvy.  Die  Rum.tner)  und  ibre  Ansprflche. 
Wien  und  Teichen  1H83.  —  P.  Hunfalvy,  Der  UrBiiruug  des  RunilLniechvu,  Vciliiuidl.  d, 
7.  OrifiDtali«t«nkongreeaeB,  geb.  in  Wien  I8ä0.  Arisohe  Sektion,  Wien  1888  8.  11  IT.  — 
Ldon  de  Koany.  Lea  papulations  danuMennes.  La  pntrie  des  RomaiDB  d'Orient.  Pur» 
I88&.  —  htoa  de  Rosny,  Las  Romnins  d'Orient.  Aperen  de  l'etbnDgnipblc  de  lu  Rnn- 
manle,  8ibliotb<W|ue  elbnograpbiqoe  Bd  4,  Fnris  1885  [mir  unxuganglich).  —  A.  D.  X4- 
nepol.  L'n«  t^igme  bistoriiiue.  Lea  Rouinaioa  au  moyeu-fige,  Paris.  E,  Lercrux  \HS'> 
(mir  tuizugangliob).  —  Oust.  Woigand,  Die  Spradie  dei-  Olynipu-Walachen,  Leipzig 
188t*.  —  (fU>t.  Wcigand,  Vluobo-Moglen.  Eine  etbnegraphisch-pliilulog.  Uuleniuobung. 
Lsipsig  IMI2  (Aber  die  [.nndsohnft  iil  NöyXtvu  {MöyXatra),  sinv.  Magien,  tUrkiHob  Knrad- 
tova).  Vgl.  den  r«iche  historische  BoitrUge  enthaltenden  Beriebt  von  C.  Jircfck.  Arcb. 
alav,  Phil.  13  (1892)  91  —  102.  —  Guet.  Wvigand,  Die  Aromunen.  Ethnographisch -phi- 
lologisch-biatorische  Untersudiutigeu  Ober  iIhs  Volk  der  sogen.  Mnkedo- Romanen  odnr  Zin- 
taren.  2.  Band:  Volksiitteratur  der  Amiiiunen.  Leipzig  l8iH  (Der  I.,  3,  4..  <<.  Üfllid  sollen 
in  Bälde  folgen.  Vgl.  B.  Z,  4.  21l!  f.).  —  Tmugott  Tamm.  Cber  den  Utspruug  der  Ru- 
mlneo,  Bonn  1891  (mir  uniuglnglicb).  —  Weitere  Litlorntur  lu  der  viclbesproDbenea  Ru< 
mlDaiifrega  findet  man  in  den  Berichten  von  A.  D.  Xänupul,  lUvuc  biiitorii|uo  15(18811 
439-440;  19  (18S2)  1-18-1Ö8;  22  (18S3)  408-411;  25  (IH84)  3I4--391;  28  (1885)  377 
bia  39«:  32  (188C(  309-:)83;  35  ll88Tj  342-301;  43  (1890)  378-399;  50  (1892)  378  bis 
407;  S5  (1894)  135- 148. 

N.  TQrken.  Ungarn,  Zigeuner:  P,  Oolnhovskij,  üeber  die  üxen  ond  Türken 
(Torken).  Journ.  Hin.  I8A4  Bd  234  S.  1—21  (ruHs^).   —  Herrn.    VambL^ry,    Diu  Türken- 
»olk  in  seinun  edinetogisehen  und  elbiiograpliiarhen  Beticbungcn  gpacbildprl,  l.«ipzig  1«8.'>. 
~  J.  Karabuoek.  Krnti's  urkundliche»  Auftreten  von  TUrhi-n,  Mitteilungen  nun  der  .Samm- 
lung der  l'epyrus  Erzherzog  Rainer  lid   1  (Wien  18HII)  93  — lOS;  Bd  2  und  3  (Wien  I88T) 
!7«.  ~  K.  U.  Park*r,  Tho  origin  of  the  Tarks.   Tho  Englisb   Uial.  Revi«.w    11  (1896) 
431—441.  —  Über  dio  Tfchuwasch««  vgl    W.  Scbott.  De  lingua  Taebuvrnacboruin  disser- 
latio,    Betliu    \9W    (mit   Lilteraturnacb weisen).    —    N.  J.  Zolotnickij.  Ta<.'huwiisc.'hiHch- 
raBSttebea   Wuixet Wörterbuch,  Kniun    1S7&   (ruas.).    —    P.  Hunfalry.  Ktbnugrnpbio   von 
l'ngRm,   Uadnpeat  1S"7.  —   Herrn.   Vnmböry.  Der  Ursprung  der  Msgyaron.  Leipzig  1882. 
--  J.   B.  Bury,  The  Coming   of  thn  llungarians,   their    origin    and   rarly-   bomos,   Seoltiah 
Itavi««  Kr.  S9,  Juli  1892.    —    Karl   fIo|»f.   Die  Einwanderung   der  Zigeuner  in  Kurnpa, 
(totba  ISTO.  —    AI.  Paspati.   Etndea  sur  les  Tcbingbinues  on   ßohrimiena  de   l'^^nipire 
OUonan.  Kpel  1870.  —  P.  Mikloaich.    Cber  die  Muudarlen   und   die  Wunderungen  der 
2ig«>UI«r  in  Europii.    12  Abbandlungeu    in  den  Denkavhriftvn   der  pbil.-bfat.  Cl.  d.  Wiener 
Ak^d.  d.  Wiu.  Bd  21-31.    -    M.  J.  Do  ßocjo.    Bijdrngn  toi   de  GoMhiedonis  der  Zi- 
tt*naers,  Veralageii    en  Uedvdeelingen    der    k.    Akadomi«    rui  Woteaschiipiini.    Afdecl. 


UttcvkaDd«.  2.  RmJc».  V.  UmI.  AmalvrJsni  I8~b.  V| 
aehmid.  EMdo  B«]irifUn  3  (ISSi)  «12-015. 

0.  Iiit«neunl  sind  di«  ia  d«r  bjuuiHninohoo  LiK 
d«T  im  RhoiD&eneicb  oder  in  d«r  Nlifao  dowolbm  woh 
H  ist  (8,  440),  S85,  88a  | 

7.  Geographie 

1.  Bchriftan  Termi*Dht«D  0 
A.  ßnnilnrl.  Impertam  OrMmtal»  «ävt>  uiti<|ultall 

—  Lolew«!.  Otfot^iihi«  dn  iiMfeii'S«».  4  Toines,  fifJ! 
Tniche  Kdtrfty«  xur  )t«o^npbiBelieB  Eeuuüiis  der  ehonul 
licN.  die  Mitteiluugen  d«r  geoicTNpliiKclieii  OesJ 

—  Miini'bt«  cur  äeogniphi«  and  Guncliicht«  dt»  bjumtia 
läüHiinimdlDn  Werk«  von  .T.  Ph.  rKllm«rA]r«r.  h<ma 
I^ipnK  IWl.   ~   C.  KiimiRii.  Ooographic  von  Ori«clii 

—  Carl  Mi>iiiniinn  und  .1.  Partiirli,  lIiyHikutiacho  i 
Uu  1885.  —  A.  MclisrAkos.  Uö.ltr  ^  Uiie  JuoxaXtU  i 
I  43.  —  A.  Mt-liamkoB.  llöStr  tö  ton-ir  ytaypaiftKiri 
V^tiotfyiet,  "KiinaQt'or;  tiirtim  1^1  1  409  lt.  —  Rvichl 
^raphio  and  tii'M'binhte  dur  Bulknolialliiiiwl  ^bt  ¥.  ] 
BiilkM.  3  Itdf.  Uiprip  1«7Ä-1S78.  -  Widitig*  tomi 
nou«reii  ReJMlisndbUfJivr,  bm.  B««doker,  (iriochcnkj 
TOikei  lud  Orieckenlond.  2.  Anfl.,  UipiiK  HfUfi;  Hai 
Giwcr«  i-U-  6.  Ausg..  London  1891!.  •-  Eine  Zueuunl 
Ori<'i'l><>iilnndN  liextl^liobvn  ueugrit^cbiAchuii  LltUratur.  in  { 
bia  jotxt  «ino  kleine  Kuli«  njili^tt,  g»b  Ant.  Meliurak^ 
XoyiB  ijtm  xatiiloyot  iiuf  «lo  loiT  ISOO— 1W*S  yioiy^am 
Nudiua^o  dazu  von  U.  A.  Hyntakid«!.  im  .Vt«ild| 
Kpi-1  WM).  ' 

Karten:  H.  Kiepert,  tJiimi  toti  ^»Murixop  "RU^ 
tiflpi'Ja  18K3,  vom  Bjrllojpw  Pammtitoti  in  AtliirD  beraua) 
Eii-pert,  Cnrt«  g^dral*  dM  provinrrK  Knropt-^nnc«  H  Arf 
Beiaiw  1892.  -  Dnia  vgl.  dln  (?.  410—427;  44»  aiitt<^ 
Lolliug.  Oeographi«  (Jriecbenlauds.  Kfiiidbiidi  dw  blaai 

2.    Doa  naropaioobo  Featj 

<Oirol.  Albritii>.  Eaatts  notJtia  d«l  Pdopoiini>«j 

V«ii(-di^  1687.  —  W.  M.  Leake.  Travels  in  tbe  Hor«<^ 

KrtJtoiung;  l'olopooneHiuL'ii.  London  1P4Ö,  —  E.  Cuititia| 

—  Sp,  F.  Lnmproii.  'jnoyi/oqfj  toi-  rofiov  Mt^airi)«  h^ 
6SÖ — TIO.  —  A.  M«1inrnk«ii,  rtajrQBifiti  nolirimi;  rit 
x«J  Koftr9ittt,  Athen  IHSfi  (mir  airniKAnglicb).  —  Ath.|| 
fitattimyiKxüi'  rtolfuc  'JrJpma^t  xal  ytjoler,  Unfnumif  Ifl 
llffi  Ttutvfor  jiuruiym^t  *ul  lai'  fifintiaiyixot-  yfocfiiow 
<«oaJ(lij(lt<86iJ:>04-.:>12.  —  Air.  Pbilippson.  Der  Pel<^ 
iiu(  geologiHcIier  liiiindlaKe.  tierlin  ISfll.  —  J.  B.  Bury.  j 
Keview  7  (I8il-i}  HO  f.  (koiisUUert,  dniis  lülaJixoi  nidit^ 
lieb«  Bexelchoiuig  der  Bowobnor  d«s  dgoiillidien  Griochi 
facb  die  Bewohnor  de«  Tbemao  Hcllaa  im  Mtlielioti  Mlj 
P.  Lnmbroti,  Die  erst*  ErvSbnung  ron  Astn»,  Loenll 
bin  TS.  _  L.  I>ucbesne,  I^b  aneicoui  4vteli£«  de  h  j 
d'bialoit«  1&  ^U^b)  iti-aub  (.aber  die  nm  de  Boor, 


lur,  Zd 


?.  0«ograp1il». 


1109 


T«i«ffenüi(-}ite  Notitia:  vgl.  die  fi.  417  «ngeffllirto  LiMernhirl.  —  W.  M.  L«t>k^.  Travels 
in  nortiirrn  lirci-co.  4  Bde.  l<oml(>u  IHilö.  ~  H.  F.Tozfr,  Rc^icarclieti  in  llit>  HiKlilnn^s  uf 
Turkey.  LondoD  IHBÖ.  —  t'Anr.  vortrHrlidie  Monot^plii«  übw  di»^  wiclitigi-  Sludt  IIkbh»- 
loniko:    L.  Vt.  'I'nfol,    Dn  Tlirunlonk»   ciusquf  nfi^u  diam.'rt)itto  gcograpliicu,   Ili-rtiii  lKt9. 

—  I»  Fr.  Tafel,  Dn  via  ilnmanonim  Egnntin,  qiin  lllyrii^nm,  Mnredonia  t-l  Thraria  iungn- 
bitBttir.  dissM'Utin  geographica,  TnlHngsn  1842.  —  I..  Dncin>«no.  L'UljTienm  nRd^.ninHliqiie, 
B.  Z.  1  (18BäJ  .^HI— 5.50.  Vi^rtritt  ^egvn  J.  Fnedricli  iiiid  Th.  Mommseu  die  Arjsidit,  daas 
die  kirehltcJion  Provina.-n  des  fiatüclien  Ulyritum  his  in  die  Mitte  d«H  Ü.  Julurhuud«rt8  xiun 
Pati-i«rrhAt  Rom  pprcchnet.  wurden.  Dwu  die  Erwidening  run  Tli.  Mouiiuhpii,  Neu(<!t 
Areh.  A.  <it^lUt'h.  f.  ftltire  dcutsriie  (ieäch.  19  ilKB4)  433— 4.'i-i,  und  die  Kciilik  von 
Dllcb«sne,  figli«'»  ii(ipBr*rn,  PariB  ISflö  S.  239— '279.  wo  die  ohongcnnnn(i!  Arbrit  wiodnrholt 
isti  —  A.  IiOiirintvs.  Hipi  Tiji-  ta/itjf  foü  /altfioi  flaXXyjrrii,  t^c  ri'V  Kaaaiirdfa{,  Stolöyon 
1^rf.*B«n3»«>i;<nt  1808  8.  841— 848  (Chiyeobull  lies  Joanne»  l'nlupolono«  ans  dem  J.  1407). — 
Jo*.  Ad.  BrOcIi,  Deä  Arislotelvs  Heimat  oder  die  Halbinsel  CliHlcidice,  Mitleil.  d.  k.  k. 
gaoip'.  (WelWIi.  in  Wit-p  3ß  (löSai  1— Üi  —  Zur  mitte  1h lU-rlithen  Üvogiaphie  von  Hukic 
lianirn  vgL  aurh  diu  unten  iKubrik  8,  S)  pogefDlirte  Abband Inni:  von  l'apngf-orgin  Ulicr 
S«rmi.  ^  Cber  don  Athos,  v^l.  die  8.  .^11)  IT.  angeflllirte  ],ittt>rntiir.  ~  .T.  A.  RomanOB. 
0(^1  OouApnitoi'.  ./t;irio>'  3  (I**SO— 1802)  .*i4ft— .^59.  —  El.  DnHBiirvtnn,  niQi  »ijf  Kogitaät, 
Jtktiw  .^  (1&9R)  133— ISfi,  —  Ferd.  v.  Hochatettor.  Reiwi  durch  RamoÜen  im  8omm«r 
1809,    MiU«i1.   d.  k.  k.  gengrapli.   (jesollscli.  io   Wien   18  (19T0I  1Ü8  IT..  3^0  IT..  545  (F., 

Eff.:  14  (1871)  6.5  rr..  im  er.  —  J.  A.  Knapp.  Reisen  durch  die  Bnlkanlinlbins«!  wUirend 
Mittelalter«.  Nadi  der  kiuatist^lieii  Orij^iulabL.  de»  Dr.  ?.  Matkuviä.  Miltoü.  dor 
googr.  (leaellaeh.  in  Wien  2S  1=  Neue  Folge  IS)  (l!i80)  65  IT..  113  ff..  161  E.  S.SS  ff..  43S  IT.. 
481  ff..  56V  ff.  —  Arvbitnandrit  .Antoninin,  Reise  in  Rumclien,  Petenbnr;;  1879.  VkI. 
dl»  OToeplicnden  IteapronhunKon  von  P.  Syrkn.  Jonrn.  Min.  1880  Bd  S09  S.  882—429  and 
Bd   211)  S.  171-2).^  (ma«.),  und  0.  Deatnnia,  Journ.  Min.  1880  tU  210  8.  412-431  (niM.)- 

—  Arcbimflndri t  Antoninin.  Aus  itnmelien,  Pot^rsbnrg  188i$  (rusa,)  (mir  uiuugSni^üh). 

—  Onlir.  Skorpil,  Dua  8diwanmeergcetade  und  die  beuaL-hborten  um  Rnlknn  g«log«non 
JSilidikeitcn  dtM  ididl.  Bulguriens.  Sbumik  blgatnk.  ßd  li  und  4  (bntg.).  —  J.  ^ilmanor, 
Alt«  R«laMi  durch  Rnlgarien  in  der  Richtimg  der  ünmerstrnssd  von  [lelgrail  nach  Kpel. 
Shomik  Ugar»k.  Bd  4  (hnlg,).  —  E.  Drnkoa,  rrf  d^airixii  ijiot  dtriXtin  ntel  lür  fjtrlisci- 
««timV  /nitfj'""''  i/'ii'j^ei'nfi  rtifav  xtii   Xaigm  rLtt,,  Smj'nia  (auf  dem  Titel  fuliidi  'j49^rrim) 

(mir  onnigllnglitbV  —  W.  Regel.  Über  die  Stadt  Anustuainpolis.  Ziitfayo;,  ^nmm- 
von  Aiifafttai-n  »u  Ehren  Theoil.  SokoIovB,  Feter^biug  1895  S,  147—1.52  (ras»,)  (ideu- 
tifitiert  di«>  genannt4^  Süidl  mit  dem  1ieuti||[en  Uuru'KnloMd  in  Thraklm).  —  B.  KSno, 
L'nt^rwachungen  ilbor  die  (ieschiehte  und  die  Altj-^rtOnicr  des  tAuriachen  Clienones,  1849 
(iIcntiMfa  und  ruausdi)  (mir  iinziigltnglidi).  Ucr  auf  Sebaatopol  beEBKtivhe  Abadinitt  aus 
i)rr  Ewf^tMI  AoBgabe  dieae«  Bui^bes  i-tfbt  nuidi  im  Jniirn,  Min.  li*Tih  Bd  88  Abteil.  II  110 
bis  XVi:  170— S20  (niss.).  —  Archimandrit  Anlouin.  Auf  die  Studt  i^ogdatu  in  drr 
Krim  bfiOglidie  Notizen  aus  dem  12. — 14,  .Tiüirli  ,  die  in  einem  gricebiaelien  iJynjUiUT  tax 
ilen  Rand  geni-hrii^ben  aind.  ZA|iiski  der  Odeesaer  Ouai-lladi.  f.  ()i>«diichle  und  Alti-rtamtr 
h  (OdeMw  \m^)  .^911- ßSM  Irui«.),  —  Fb.  K,  Bruun.  Daa  Ih^stikdo  des  Hrb«-Rm>n  MvnrM 
[t>mi>inaric).  .SnmmInnK  von  ITnterenvhunttcxn  zur  hiatAr.  Ocngrapliie  d«8  eOdl.  RiiMlande, 
Twl  I.  Odessa  1879  (nias.). 

Wa  8.  Dl«  Inseln. 

^B  A.  MelinrnkeH,  KvxXaiixä,  ^rw  ytmyQn<fia  »al  Iirropi'n  iiüf  KfJiftfnic  ojauic  nira 
ttif  ffpj^nforWriur  /poViut-  fliegt  iij;  xateX^ipiiat  aejiir  {'ni  loir  ^Qnyniar.  Athen  ln7ß.  — 
A.  Mnliarakm,  MtXttt]  ittfl  i^(  !Hota<  toi  Vm-i'hc  Utiiiyovi  ir  tj,  lip/nlif  xcti  ir  tg 
f^f  ytm-y^iHf^ia,  Atliou  18MS  -  H.  F.  Toxer.  Tlie  Islands  of  tli»>  Aeiwan.  Oxfön!  1890 
[mit  lieb«v«llfiT  ItorBcknchtigiing  des  Hittelalt«ral  —  0.  J.  EaUisake«,  fh^I  iiv<  ir 
KfijtH  .Itianne  ij  'Af/yii^tiiUtit,  IJaQraaaöe  l.'i  (1^03)  61.i— 621.  —  l'bur  C<rp«rn  B.  <lie 
tMtinUu  8.  002.  —  A.  Mcliarik«».  'Ayi^ot,   Kiat,   Athen  1K80.   —  A.  Meliarakea, 


1110         bjiknUiiUche  Litt« rat nrgMebichte.    A1I| 

'Aftifyit,  Jthior  1  (ISSS— 18B&)  5ß<J  -ß^ß  (h.-iDckiuvbt 
—  T.  Gadrin,  l>M«riptioii  i»  TlU-  Hp  l'attnoH  et  4b 
StamatiadOB,  Intfiimii  ^roi  latoQia  »«i  ttifiy^tuf^  fd 
H[>r<H.'bcii  von  0.  M«y«r,  EL  Z.  4  (1895)  158  f.,  lUid  I 
Wi — t4S.  —  Dion.  J.  OikoDomopulos.  Atgion^  ^cm  J 
1K8)4  (Bi'hr  eiii0eh«iiil).  —  Fnetel  de  Coulang«fl.  I.Dedl 
aqnuH:^  (1^58)481—042.  Wiederholt  mit.  Nuklrflj;uii  in  J 
QlUHilioni  tiiiitiiri(|ncH  rerut»  «t  eomiilft^ca  d'sprf«  inm  • 
I'im-  \if,m  S.  S1.5~3S0  <bortlck8icl>ti«t.  aucli  daa  Mittdj 
lli-B  An  Princcs.  PnrJa  1884  (ItuwlachaflUibe  ScMIdemnj 
bjtantiiiisriien  Gescliitht«)    —  Man.  .lo.  li«dpon,  ITm 

faol  Koi  (iftrai,  firjtfonaiitni  xa'i  iiiaxartai,  Kpol  1698 
^oiiiix^  vi'h  ««j  vfj(ma  roü  ro^oü  Kt7iRJili;i'i«f,  Athen  | 
Kurfii.  Di«  Iniwl  Ixsukaa.  Kophallpma  iinil  Ithaka,  P«t«ii 
95  niid  9S.  Untha  Ift87.  1889  and  1890. 

4.  Aaieo  nnd  AAik* 
W.  M.  Riiniflay,  The  hJaterical  ^ogropUv  ••( 
werk).  —  W.  M.  ItamsHy.  Tbe  «iU»a  knd  liinhopiic« 
local  hietory  o(  Plirygiu  fruin  thv  carli«at  liultfs  Ui  thl 
18D5  (UanptweTk),  —  A.  I'iipadojjuloii  K«i8cnPDaJ 
tii}i(feiiöXit(  "Ktpluev  »ai  Siii'^iit,  JtXtloy  2  (1835 — 16E 
flichlifit  di»  byuiitiniachoD  UbcirMto  Moh  W.  v,  DieatJ 
xuiii  Pontus,  Petemanns  UtttcUunseii  ErgSoniugalieft  fl 
Iciilcs.  Kitnaaiatutä.  IhQifQtiip^ y4myfaitiiM^, amtiati*^ 
noXtiui  Kniisgtiaf.  ttaQvaoaöf  U  (1893)  ^8—379 
Urinkmann,  l>vr  nlmiadir  I.imon  im  Oncol.  Donner  Julg 
Altortumrfroujidpn  im  Ithoinlnndp),  Heft  99  (1896)  252—8 
über  die  (len^raiihi»  and  Topngraphi«  von  Pall 
Studii^n  IiKuBk  nur  In  \in»t  Beitoliutig  «teilt,  sei  auf  R.,i 
['utui.'HtiiiiU',  Berti»  18U0,  und  dii>  veKohJedeiieii,  d«r  Pa 
orgnne  vi-rwic«!-:!  (vgl.  8.  421  f.).  —  Arch.  PurfiriJ, 
Journ.  Min.  IS*«  »d  60  Abteil.  II  IST— 210  (ni».).  — ] 
nt^iyHinf^  tav  UfoC  ira'i  Stafn^vtiiv  ö(i«ii{  £tw, 
ElieJAJov,  Riüso  auf  don  Sinai  im  Jahre  1S81  (mm.). 
JoDm.  Mtii.  1884  IM  234  8.  123—131  (niM.).  —  V)(l.  aiia 
vuii  KoDdakov.  —  Zur  0«ügraphie  dea  by^niitinischen' 
Schriften  vuu  Cb.  Divhl.  | 

8.  Topographii 

1.  Schtiften  vermlaobtfO  I 
TopotpapUsohe  Sludicn  ober  <lie  bitlij-niscbe  B 
Ober  diu  Ina^ln  Lnva  und  Kntyninoii,  flbir  VoniUdta  vg 
die  ril  lUiQia,  UttQioy  und  ili'ipa  genannt««  Tnil«  der  St 
reatfOi  XlSoi  jfrti  xifiifitn,  Kpel.  Ollo  Kell  1892.  —  D| 
tektiir  und  Topo^nphi«  wichtige  Prag«,  Inwieweit  tick  i 
i'iiie  im  (triniil.  iiiiK<>mfiiD  liBuli|i:n  DenkmSlerKRippe,  | 
Tenipul  bpimrhteii  iaaaen.  wurde  von  mehreren  |criedi£ 
lidion  ßcitelUcliiifL  xu  Kpel  «incir  auageilelintvn  Di«ku 
der  Wochenheila^e  der  Zdtung  Noologoa  {yMiycv 'EfJ 
27.  Dm.  1893.  Jü.  Jan..  28.  F»br„  !.,  21.  Hin.  2„  ».. 
Topugnipliie  einBchI%ig«  Litleratur  a.  iii  den  Äbschnitleti , 


8.  TopogTftphi«, 


IUI 


^V  2.  Eonatuitinop«!  nsd  Umgabnag. 

^*  P.  GylltiiB,  De  topOKrspliU  CoiwUntinopoleos  libri  IV,  I.iigduni  l-VA.  Wiptler- 
bi>lt  Lngdatii  llutuvoruni  16B2.  —  P.  Oyltiua,  Do  Boaporo  'Hiracio  IJIri  U\,  Lugduni 
1&SI.  —  Dq  Cnngo.  Coniil»Mtinopuliii  diristiniiB  beu  ttL-iu.-riptio  iirbiti  üpütitana«  qual'ia  ox- 
liUt  »üb  imperatonbus  Christinnis.  Teil  II  der  Iliiiinriii  birxnnUna  l'nria  Iß^O  {»,  o.  8.  1008). 
—  AnB.  ÜunJuri.  Imperium  Orii-nUlc,  2  IWn,  Pnriii  1711.  —  J,  DsIlawBj,  CDiitrtanti- 
Dopl«  «itciunt  null  mudf-ru,  Liitiilou  1794,  Aiicb  in  fnniBaiscLor  ÜberaetnuiK.  Paria  tui 
VII.  —  Chr.  G.  Heyne,  AulicjuiUt««  bynknUnw.-.  CommoiitAtionp»  boc  i«g.  ecient.  Gottin- 
K«nai*  vnl.  I  (1808  —  1811).  —  .Iob.  v.  üniniiiDr,  ConHluntinopoli»  und  dt-r  ßoBporos,  2  Dde, 
P«sÜi  1832.  —  Ch.  Tffiicr,  PhJnli*  ou  fnntainn  di?  ('hippodromr  k  Cple.  Kcvuo  urcli^olo);. 
2  Il>t4.'i)  Uä— 148.  —  SknrlntnH  UytBntiat,  'II  Kaii-a tui-ttr ovnoln,  H  Mi:  Athen  18.'>1 
bis  !8«9.  —  Diithier.  Dm  Aagnst«oD.  Paath  18i)7.  Publik,  d.  k.  ung.  Aknd.  (nng.)  (mir 
■nmgCngLicb}.  —  Über  die  im  16.  JolirliuDdert  ooch  erbalt^neo  Deukmüler  tod  Spei  !>«• 
rirlitAt  kura  dn  »wischen  1565—1-575  ab^iefnaitteii  ScbrifU^bM.  Ana  R.  FBrstcr.  De  antJ- 
^uitntibiis  el  libris  mss  Cpolitjuiis,  Rostovk  1«77,  vAivtt  hnt  —  A.  0.  Paaputes,  BvZar- 
ItraJ  fifXttm  tanaypaifixai  x«j  laioQirai  Mit  38  'l'ufi'ln.  Konetontintipel  1877  (mir  nn- 
ZU^n^lirlt).  —  S.  AristttrcheB.  Up/ßioHoj-ixöc  /ripti/t  tiäf  jftgoaiiui'  tnjrtäy  K'ndltwc 
(K«rUi  Orr  Laudiniiueni  von  Kpel  mit  «rklOrondem  Text  und  znblr«i«hi?n  AbbiMun^eii  cin- 
lalncr  Töimi.'  und  Tbore),  Zi-lXoyot,  '/(pjifiiioloy.  tniiQninij,  llafaQri;/ia  loi'  iiJ'  rä/iev 
iKpfil  18K4).  —  &■  0.  Paspatt^s.  Tn  jJpCnwtrii  iifnrropR  xni  in'  i/^if  ncrur  Uiivfiaiii, 
AÜion  18K.V  Auch  in  englischer  Cbertiebiung:  A.  (1.  PBHpulnii.  Thn  gr^nt  piilBC<>  of 
Cpl«.  TranslAtrd  ftom  )b«  Grmk  by  Will.  MotcAlfo,  I^ndnn  189S.  -  X.  A.  Sidero- 
puluM,  Kttvt  loi'  Itiiofiiiptt'Qot  Ji'ioriftov,  liUtoyoi  17  (1880)  132—125.  —  X.  A.  Sido- 
tOpuloH,  Ittfii  »oti  .taf4aiQvo!  Kür  llvtnriiruir.  l'i'Xloyat  IT  (1880)  I2Ö— 134.  —  Eug«. 
nio«.  "W  Coii«K/(K  fi/v  *"'  *"  ''P""  "i'"jf  nuenerijV"*".  Athen  1888  (Benchn'ibung  den 
Klo"t<^rB  di^r  Piuuigiu  von  HulukÜ  bei  Kpel  und  seiner  DepMidenzen  mit  Rdgnbr  von  Ur- 
kuiidon  n.  •.  w.).  —  H.A.  My»tnkid<;«,  'lara^ixni  lij/jatic  nt^l  Kac^oi-tacafii.  Ita(- 
ra«aö<  II  (1887)  m  «..  187  ff.,  2Ö.S  ff.,  472  ff.,  -514  ff.  —  Cnndiciu«,  Anclcn  plan  de  Cple 
iinpriin^  cnUe  1566  et  15T4  avec  notes  «xpUeatives,  Coustantinople  1889  (mir  miiu(;finj(' 
Keil}.  —  Edwin  A.  Qrosvenor,  The  hippodrome  of  Cple  and  lU  atill  oxieting  iuodu* 
mmt«,  London  IS89.  —  Wpiiig  bieti-n  lltere  uichtgriechiache  Berichte  x.  B.  dio  om  du* 
Jahr  ISOO  von  rinnii  rtissisrlicii  Pilger  verTuasto  Beschreibung  von  Kyninx,  din  in  rin  (a\o- 
n^niM  I>ciikm»1  der  nltniasischrn  Litteratur  aus  der  1.  lllllft«  di^s  ITi.  Jnbrliuodert«  »uf^e- 
MiBin«n  »urd(>,  nlmlirb  >n  die  .Gosprüibe  nher  dii>  Hciligtümfr  und  nnder«  Sehenswllrdig. 
keU^B  von  ßyuitiE'  eil,  T.,  Maikov  18)10,  Vgl,  L.  Maikov,  Wann  besuchte  der  tum.  Pilger, 
Jetta«u  EnDllung(^u  in  dem  .Gespräcli  Ober  die  HeiliglDiuer  vun  Hyuni'  enÜiHltun  und,  Kpvl? 
Vb.  Vr.  t  (1694)  167—172.  —  D.  Beljajev,  Byiantina.  I.  Übersicht  Ober  die  Iluüptteilö 
dM  gronen  Putnsla  der  hyxantiniHt'hen  Kuis^r.  Peti-r^burg  18!}]  (Sppiirntiib druck  aus  drm 
5.  ßanilo  der  Abhiindlmigcn  d.  k.  nia-i.  nrcbUnlo^.  Gesellschuft  in  i'otorabmg)  inimt.}.  Vgl.  die 
b««prr<1inngpn  von  C.  DcHlunis,  .loiim.  Min.  18!)l  1)d  277  Okfnborbcft  ^.  .^32— 947  and 
B.  Z.  1  (1892)  344 — 347.  —  MnrdtmAnn,  Esquiase  topogrnphiiine  de  Cple  ovec  un  grand  plau 
et  pluaieiure  plnncb^s,  Revue  d»  rartchr^Üeii9(l891)22ff.:  207  ff.;  8S3  ff.:  463  ff.  Auch  separat 
LiU«  1898.  Vgl.  die  Bettprei-buugi^  vuu  Ch.  Diohl,  B.  Z,  2  (18U:i)  145  B.,  und  D.  Hvljuiev, 
Vi«.  Vr.  1  (I8&4)  389—402.  —  X.  A.  Sideropulos,  Jletji  mv  JnftitiQvot  tmr  Bviaruviöf 
(raraV  UXlfi-iay^),  Irüoyof,  '.iQynioXayix^  tniignirj.  Hofäffirifia  toi  iff'  löfiov  (1891) 
16  —  24  (Ober  din  Oencbicbti^  den  bei  Kpel  gelegenen  Alpm-tagi  d.  b.  t'flhnonbcrges).  — 
A.  Uordtmann,  Soydu'r  2'«(f«i'  ^«u  >j  Mai-ij  (oü  ti-Miov  npo^ijoiii  Ilpadpo/JDC  xa!  ßna- 
itCfoi  'lunirrDu  ^  iaiuttXij^iiri]  oje  llaXinäi  IKtfae.  Dereelbe,  TonaygttipSii  kniliaf, 
ZiiXoyot,  'AfZ"*''^V""i  'i"eoni7,  IltuHtQirj/ia  roi  i9'  tö/iev  (1891)  8—14.  —  X.  A.  8i- 
ifertdea.  Ilffl  (i^c  ir  KniiXn  ^iir/jt  ii;$  lla/ifiimiQiaiiit'  ani  fcur  xiilö^wf  avt^i,  Ii-l- 
layot,  'AfX'»'>^y"'i  /«ipunij,  Hnpiipiij/j«  lov  *  ~tf'  ti/iov  (1892)  19— 9S  (Hber  dua 
SWÜchaa  1292  -1234   von  Mi•:hn<^]  <ilnbns  Taichuniolfs  gegrtindate  Kloster,  d<«acn  Stelle 


1112  BjMknUniMba  LiltctBtnrgpacbicbte.     AlJg 

jeUt  ioi  Fptrhi^-T>jiiini  rinniiiunl^  —  Th.  L*Hp>nakij, 
MttUiMiu  Rpel.  OiloHSttnr  JnlirU.  II  Uvi.  AbUil.  1  (>tt»Z|  7H  8 
—  D.  Btljajev,  Dio  KinM  d*r  Qottn«mntt«r  von  Chall 
U  Bys.  Jltiuil.  1  (189:^1  8a--106.  —  Mancfao»  topoKraiihi 
nanoljcev,  Du»  Typikon  d«r  Saphi»nkinhe  In  Kp«!,  0 
11892)  138-..2S4.  -  A.  van  Mllling^u.  'H«iv*f(  Wm 
J-9y»i  /«iiponi;,  ni^ä{iii!fia  roi>  m'—Mfi'  lifiov  (1692)  S| 
du  ilobdomon  iiidit  in  Ti>kfur-S«T>i.  Hondt'ni  in  der  Ht 

11.  J.  Ovdflon.  Ji'O  Ri'fnrrd'ni  Te>ioAc«iim  (Obnr  im  I 
fftolä^ou  "EfSofiaJuiii  T.tti»tiö(rian  roni  1.,  t)^  Nov.  1899 
T^  Olotonar  mir  .VitiUcvpoffJaii',  Ebenda  0.  Des.  1898.J 
(Ti>  tlQOfiiäiov,  llftiio^lfiti  i;  It^j/Aoi,  T(f  Ko(>pmKo*,  n 
MtiürMn  ftfwtui^iii.  Jl  lo/f/iariii,  'H  Xppaa>/(in^tiac),  El 
Qedeon.  irf^'li^.in»;  oi;,»* i'uhk  n«^!  iiif  ir  Knün  smtt 
SiiXoyK,  <o>«  »Y  i.\i*m  SÜ-41;  57.  -  D.  Bcljnjc^ 
tinos  bei  diT  IVirphymltiilc  nur  dem  Fnnim  df«  Koomtaiil 
ivniiiiijnn,  OdcMOcr  Jaliiburh  IV  Rjfx.  Abt.  2  (I^M]  1— !^ 
B.  >:.  4  (1<^''>1  Ql'>  f-  '  i<>  Kra8iio8oljc«v.  Eine  Bi-m<>t1 
Kirch«  von  Chnlkoprat«iA  in  Kpel.  OdcH§aer  Jnkrbncfa 

Zur  Bi1>li<>)crv|>liii; :  0.  D«atunifi,  Topogr^hle 
J<rani.  Miu.  IS^i  Bd  -JIO  Jun.  8.  1-32;  1888  Bd  826  Jj 
rieht-  nbcr  lahlrvicbu  der  'ropographic  von  Kp«'!  gviridiiiei 
hunderts  bis  nuf  dio  ilugpnwiirt).  —  Diu  nlu-rc  I.itlPtntui 
von  Kpi>l  isl  xiiiijimiiiRn)iiitt''Ilt  von  0.  t'rirk  in  Pniilyn  Koi 
Wdter«  Nncliwiiu'  wird  vpmiiil.lich  K.  Ob^rhiimm^r  | 
die  noiio  An^tc^'"*  d«T  Itval^Difhloiiädie  Dbuniomnien  ha| 
Kpl  iMwidineton  Scliriftrn.  die  unt^r  dorn  Nftiucn  d«s  B 
vgl.  g  180. 

8.  Da«  Dbrlg«  naropaincha  1 

Atli.  Pi-trides.  t/tpi  lor  it  iiy  ^ijfip  'ji-aytivia^ 
Ql0V  Mclii  (in  Mouionicn),  ntif/rmiii6i  10  (l^Rflf  23>V  ^9 
Liens  et  len  miisalmani  üanit  IWinpido  d'Ath6ii4<g,  Ktiri 
3.  8tri>'^niTski,  Din  Akropntis  in  itltlijutitiiÜDcber  Zt 
nrvhAolog.  InitituC«.  Athen.  Abteiluuii  14  (1M89I  27H 
l'uriliüDuu  iu  i^iui^  cliriHlLcbt  Kiii'bt'  ujid  Qbvr  diu  ans  b] 
InivslUrkt'n  KU  vcnnuti-udo  Biiuüilitigk<.-it  unJ  dtr  Ai 
.t.  ^trxy guwnki,  ff  /fcrtj  tnii  ai'cii^'aii  iiür  qiXoaö^uii' 
1115—12«.  —  Kinc  muütorhnft«  topogrnphiirh-liistoriecho  ! 
in  Mnk«iloDipn  orhdbin:  P.  N.  riipnxcortfin,  Al  £M 
.Ilp^Kic  vaj  ij  ^orij  ^unrn-oir  (Di>  llQotIftiifiaii,  B.  Z.  3  (ll 
Diiiu  Nai-hUiige  von  A.  Pu|iiidi<{>uli<s  Keratueus,  V] 
ToiuuticLek.  Dii*  vorstuwiiH-Iit  Tupo^mphi«?  d>.>r  llodnaj 
ungninxi-ndi-n  tiübitt«.  MitU'il.  drr  gcugr.  tienulliich.  in  V^ 
497— 128;  54G~ö67.  ~  W.  Toixin«th«k,  Zur  Kundo  | 
Wiüu.  Ak.  09  (1881)  437-507.  | 

4.  DU  Inasln. 

Ch.  Bnyet,  Ia  D^rnpole  chrAtJenne  de  Milo, 
hi»  Syi.  —  N.  Petras,  lreuj(iitt  nf^/pnyij  imr 
UafiHOoöt  8  (1884)  810— aiö. 

S.  Imima  wid  Afrika. 
P.  Chakhuthonnof,    DaRcripDon  dv   la  n.'aiden| 
ciuuiadiin   I84S  [inir  unmgKiiglicli).    —   Dmu   die 


1 


9.  SiiDfttg««ohicbt«. 


1113 


d'Edehmiailiin,  r^idi>ncv'  du  |intriikrr|jo  ilc«  Arm^uit^ns.  K«vue  nrrhi^oloc:.  15  (18S9]  427  bin 
437.  —  p,  D.  Kuppas,  'rfp/aioJloy««;  a^ftfuäafit,  SvUayoi.  'Aij-^aiolaytxij  /nirpQnij,  iltiq- 
rftr/fia  mv  i9'  iJueit  (1S91)  35—40  (Topograpliii'r.ln'a  iinil  Kpi)(raphiHrli<-s  au«  Clialkmlnii, 
^rikii>i  ii.  «.  w.).  —  W.  Tunisschok.  Zur  ]ii»tnrisi'b(>ti  Topographie  von  KlvtnuJeii  im 
liiUelultKr  I.  Siteangubcr.  Wn-ncr  Ak.  1^01  Bd  1^4.  —  M.  A.  Fuiitricr,  Lc  nioiiaat«!« 
h  I>«niliae  pr*«  df  Siiij-me  et.  SPS  possraiiions  hu  X[II"  8i*i;le,  Bull.  <le  curre>B|iondoiico 
kellen.  6  lt^Q2)  HTQ  -410  ^UU-r  die?  Liijje.  dli;  (irtnxi'n  und  dm  HL'BLlzBtiuiil  dicsea  von  dem 
KaiiMir  von  Kikiio»   Johannes   Diikns  Hntattcs    gi'^iidoton  Klaitcni).    —    V.  (jrngn- 


tojjgj^J 


Januwiem  1875. 


9.  Kunstgeschichte. 


U  Zn«ftmm«iif&aaende  DarstellongeD.  Begriff  der  byz«ntiiiiaoheii  Knnat.  Quollen. 
F.W.IIngiJT,  CiiriHllirli-aripcliisehe  oder  hj-zuntiniach«  Kunst.  Erschund  liruberaaliH 
EnejrkloiAdin  T.  Sektion,  hl,— m.'>.  Bd  (1886 — 67t  lerstcT  Versuch  einer  llesnmWnrstellujig, 
ler  jeUt  ftvilkh  nU  misslongon  crsdieint).  —  NJkodimKondnkor,  (iearhicht«  dar 
ijrzftiHiniachen  Kunst  und  Ikonograplii«.  Od^sm  187'i  (ruM.),  Dounlhc  Werk  crsoliinn  in 
huiBlhnBrli(>r  BoArheitiuiK  n'"'  Histtiire  d«  l'art  hyiaiitin  conaid^rA  princi[uilemont  Ann»  Im 
piniaturte  «tc..  Edition  fraii^Aise  originnlp.  publik«  pur  l'aut^ur.  aur  lu  Iraduction  de  M. 
rrnwinskij  et  pr^-n^i^'P  d'uno  prijfHre  dt^  M,  A.  .Springer.  prufettBOur  ii  l'universiU  de 
>ipKig.  2  Tomeii.  Paris  I8H«— 18U1.  Vgl.  die  BeHprechun«  von  Ch.  Bnyet,  B.  Z.  5  (ISBÖ) 
LSI — 195.  —  Cb.  Bnyot.  L'nrt  bytuntin,  Paris  (ohne  Jnhresxalil,  über  wohl  1883  entciiir- 
kMi).  —  Kurt*  t^nrvicht  der  byzantiaisc.lien  Kunatgpsr.hicbte  vüii  J.  Strcygowiiki  im 
lUftiir  iynvirXanaKtiMi-  3  (Athen  I892-1S98I  119-123.  —  G.  E.  MauroKiiinnt-». 
tpZt^tit^  ""/''■! '"'  "i't"»'"'''''  'niXiii/i'iii,  Atlieu  1893  (kunv  Oboisicht.  in  Atr  «l>«r  die  Moan- 
lMnt<?  xn  venig  berllrk9ii.'htigt  sind).  Vgl.  db>  BoeprechuuK  von  J.  Striy^nwnki.  B,  Z,  8 
1894)  409  f-.  nnd  J.  S^  Tiji.  Vr.  1  (1894*  70I-T21.  -  Ükixxe  der  bj-KwitinUchen  Kunst 
ran  Karl  Rittl.  An:hlloIo)pe  der  Kunst,  MOncheti  1S05  (Handbuch  d.  kliuui.  AltertnmBiriM. 
).  BJ)  S.  773 — SOI  (pröwtentoils  nur  nnvenirlidtetc  und  unxuverllUMign  Notizen).  —  Fr. 
E.  Kraaa,  Gnsrhirhtr  der  r:bristlii'Iien  KiuiaL  Ei-st^r  llnnd:  Die  hrllenifitiwh-rOiniiK'be 
toiiMt  ^t*i  den  alten  Cliriaton.  Die  byinntinieirlie  Knnst.  Anf^ntie  der  Kunst  bei  den  Vnl- 
kMn  de0  Nordens.  Freibiirg  i.  Br.  l^D",  —  J.  Stri.vguwuki,  Die  hyxautiniitcLo  Kunst. 
B,  Z-  1  O*^'  Bl  — 78.  Hnndü'h  Ober  |irin:iipivllf  Fhit^eii.  bes.  Ubtr  den  BugrifT  der  bjxon- 
linlscbvn  Kunst   und   Ehr  Verhltltiiiii   ziu-  Antiken.   nitchriatlJL'lien    und   orientuIiBi.'lien  Kunst 

—  Jul.  T.  RehloHicr.  Reidiiisirhc  Elemente  in  der  christlicben  Kunst,  de«  Altertum^  Bei- 
•ige  MIT  <Mllnrhener>  Allgemeinen  Zeitniii);  vom  2fl.,  2?..  3(1.  Okt,  1804  (Nr,  248,  249,  251). 

—  F.  W.  rngnr.  Quellen  der  byiantiniseben  Kunatgeschk-Iite.  1.  ßtl.  Wien  1878;  an  der 
ITolIrmluiiK  des  Werke«  wurde  der  Verfflwiir  durrh  den  Tod  verbiiLdert.  —  D^u  die  BU« 
HuntiK'nfiuHMnden  kaoirtxeschiubtlichon  Werke,  bea.  CurI  ächnuasH,  Gt«cliiclitp  d«T  bil- 
knden  Kllnat«  3  (1M4)  98--i35  =  2.  Aufl.  S  (IS^d)  10&-»01.  und  Anton  »pringur.  tliuid- 
Micli  der  KniuttgeBcliicliti.',  Illnstrierte  Ausgabe  2  (Lpipag  1805)  1 — 79, 

»SpaBlalaehrlftan  d.  h.  DarateUoiigen  der  Ennet  einrelner  Zflitabaduiitt«  vat 
«ÜuelnsT  Gebietateila. 
A.  Kiniclne  Zeitnbiirhnitte:  P.  Allnrd.  T.'url  palen  bou»  le»  enipreurs  ehnJtieus, 
p«ri»  11*79.  —  Ch.  Huynt.  Rechorrhee  poiir  »ervu-  ii  rblstoire  de  lu  peinlurc  et  de  la 
tenlptnr«'  ■'hn-ticnni-B  im  Orient  nvant  la  querell»  de«  Iconui^lnstve,  Paria  IK7ä  ( —  Bibllotlidilue 
Im  icoU»  bnn^aieea  d'Alh^es  et  de  Rom e.  fosc.  101.  —  Skiue  der  christlicb-grinchixrheii 
Cmwt  nt  6.  Jahrti.  von  Frau  J.  B.  Bury,  in  Ihres  (intti-n  llietory  of  Uie  lator  Roman 
»mpir*  2  (London  1889)  40  —  54.  —  ••',  El  arte  en  la  edad-medin:  origenes  dnl  arti>  «rlstiano, 
fl  Oirt«  bjruDtino  etc.  en  tos  siglos  Xlll  y  XIV,  Madrid  IKB4  (mir  unxuKftnglii-h),  ~  N.  Pia*. 
■evekij.  Die  Bed«utiuig  des  Bildersturmes  in  der  Oosc hieb te  der  kirrhlidi^u  Kuuat.  (loBija 


Uli        BjBUitlniMb»  UtterBtairg«»cbiobt«. 

in  d<r  {iaicIliMlwft  der  Fr«iinil«  r«li«i&s«r  KUung  l^ 
iminetiigliih).  —  Über  Aif  tted^utuag  iIm  OiU< 
liwidnlt  Frntii  Pticdr.  E.eilHcliuh.  GoBchichtfl  4er  I 
S.  9— SI;  Dio  t.ifari  Cwolini  and  dnr  HildcnlRit.  —  Al 
Otng»  der  b}«.  KiiDst  äiv  d«r  fr(lhiiiittfl>)t*ilich«D  Kw 
Win  K.  (lariuci,  i^torin  d«ir  arte  cri§tiana  noi  primi  i 
MO  TaMu,  l'mto  1873-1881. 

B.   Einxclno  (lehifetstvile  (i^iDE«ln«  Slldti 
Htantinopcl;  Ch.  (i.  Iluyno,   PriMra  artia  opcra  qn 
rastiir,    Conunnntntioniw  Soc.  rvgiao  »ciDDl.  Gottingom 
philo),  l  — HK.  D«T8pl)i«:  Soiioria  ar^  op»n  quac  anb  ii 
laotur,  Kbnntla  8.  30—11^.    D^rselbo:  De  Intnita  open 
i|iiAi<  Cpoli  fuias«   lucmuranlur  viuhiiiw  cuaatsin  nc  t«mp< 
Derselbe:   AUe»   vx  Cpoli  niuKiuimi   pronuH  «xulantM 
artium  ofGcinait,  irbondii  IS  (1789)  5—23.  —  J.  8r«B 
Hytam  nacli  dnr  Ürerhrvibanfi   obea  rnm.  Pilgara 
'l'nidy  de»  8.  nrcliAolng.  KonffremM  In  Ruseland,  d«r  i: 
iiBt,  1  iKiov  18781  (15— lOft.   —    A.  Loval.  Los  princi 
tur4<«  •>xisbiut  h  tvalLnL--Djami  i(  UoDHluntinoplc.   texVe  (( 
frnphiM,  Kunstenttaopd  I88Ö.  —  Nikodim  Kondska| 
üiTRkinSlfr  Kpcis,  Udcssa  1888  (Scliriftrii  den  Q.  nmhloh 
die  Ileiprechung  von  G.  Ovattmis,  Joum,  Min.  1887  1 
Ln»kin.   BfiiiKTkaiiKi'H    über  di«  AltcrtDint-r  Kp«la.  VI 
die  Rntik«ii  KuQBtwLTku  Im  niittclaltFrlicInxi  Kpel  t^.  j 

"i.   Dttii  übrige  europ&iach^  Feiitlaiid:  A.,  Q 
Jouni.  Min.  Ih.M  Bd  81   AbteiL  [I  »1-66;   143-280 
Über  die  bymntiniMhdn  Kircli«'!!   in  Albon,  Ober  Kl 
Uiohl,  L'Agliso  ot  le%  moaal^uc«  da  convout  d«  Saint' 
dM  ^1m  franf.  d'AÜi^DM  et  de  Rotni\  faac.  55).  — 
ieyla  iij*  /luiijt  .laifttov,  Atben  1JJ89.  —  Joa.  Strxfgi 
in  (irivcliunlund,  I.  Arr)iit«ktur,   II.  Kkulptur,  BAni.  Qn^ 
—  G.  Milltit,  L'ägtiiU!  de  St.  Andnt  et  lo  nianiuiUi«  i 
(1892)  fi-lR— 648  (ktirrf  DeHrhroibiing).  —  Spyr.  Paganl 
Tinia  (TflgcMiisgHbet   vnin  20.  Sopt.   I^!I4  iKnliungnturj 
der  Stadt  Mystros  hei  Sparta).  —  O.  Mill«t,  Kopport 
correkp.  bell.  19  (I8!i5|  äBä~2~2.   —    Heinrich  Bru<j 
klOatArn.  Leipzig.   Bruckhuiui   1^91,    oiu  trefflich  Buem 
Uauptpunkt«  des  TlicniiLS  i!;ut  UDt«(ricbU!t.    Naohträf»] 
(1892)  347—351.  —   V.  KnnitK,  t^crlHMIB  byx.  Monnmc^ 
Die  mitt'^lnltnrl.  Kirchen  und  KirclüiOfd  in  SoCbk,  SbomikJ 
pher«(in.  Anti<iuitin8  of  Kertsdi  and  roaearchM  in  Uio( 

■t.   nie  Inseln:  A.  A.  Diuitrljevakij.  pRtmii 
»k.  1S93  Min  a816-S7l  (Ober  die  Kirclien  von  Pati 
des  Skeuopliylskion  doa  .robunnes-Kltutfint).  —  Joa.  S 
ß.  Z.  5  \l8m  140-1.^7  (mil  di«i  Ucbtdmcktaitla). 
den  Rubjikeii  .(icottraphie*  nnd  .TopoKrapfaie*. 

4.  Kloinusien  und  Afrika;  Melchior  de  Toi 
Mit  80  Tufdn  und  vielen  Textbilderu,  Purin  1860.  — 
Jeruaalemer  Dauteu  von  der  Zdt  Ai-a  'Iltua  bis  lu  den 
der  k.  nrthodoxeu  FalaiiUnii!;e!ie]lHi.-li.  189.)  robraarhen 
Kois»  nacli  d«ii  Sirnu  im  Jahre   1881.  Odessa  1883  ^ 
Univereitftt  fa  Odenwi  (rusa.)  [Attertlhner  des  Klostet», 


9.  Eaa«tgM«liicbt«. 


1!15 


^■eCkuwnn  V.Stksov.  Jouni.  Min.  1888  Bd  336  S.  ^25-^(0  rnun.)  —  G.  Hillct.  Lca 

fKiMl«t«a  «t   In  f^limm  do  Trebinindp,  BnlL  d«  correai>.  hüll.  19  (18»-^)  419— 4-'>9.  — 

Dnzu  di«  fü-E&tKung  ron  Jon.  Slrxyt^owiiki,  Lus  cbapiWux  ilv  Smnt-^oplue  A  Trobitnndc, 

I  &.  Itulion:  C.  ¥r.  v.  Rmnohr,  [t«ll»ni»ch(>  Fnnichiini;r'n  1  (ISäT)  291  IT..  8  (1831) 

I   186  ff.  —  *".  Eneugnisw  der  byisntiniarVn  Kiinit  in  Itulicn,  Jnurn.  Min.  IMöü  Bd  SU 

IAWiL  VU  118 — 181  (Itiino  AufzÄliliuiK  hjT.aiitini»clipr  (lomflldn,  Mo^iükcn  und  tVikcii 
■D  Uali«ii).  —  Dom.  B.  Grorinn,  11  Duomo  ili  Mourvale  illuatnt«  etc.  Mit  1*0  Tufcln. 
PbImoki  !K9~69.  —  H.  W.  Scliuln.    Di-nkmfllfr  d«  Kuimt  dfa  Mitlelnll««  in  I'ntor- 

I   ItalieD.   t  Hde  mit  AUb«.   Urosdi^n   18G0.    ^    Di'in.  Suliiinro.   tjtudi  aui   moiium^titi  della 

,    lUlia  nieridii»ialf>  dal  IV  nl  XIU"  s^rnlo.  3  M<-  in  (iniesFaUo.  Nen|>el  1871  —  1677—1881 

I  (uiürvlch«  koloriert»  Alibildung^a  von  MoaBik(>n,  Fresken  u.  fl.  w.l.  —  0.  Claustie,  BofiQi- 
^nra  et  moMalqiitfa  chi^tiennes.    ltalic-.SidIe.    2  vull.,  P&riB  189S1.    Vgl.  di«  BnKprodiung 

'   nu  Cb.  Di«lil.  B.  Z.  4  (1895)  136—188.   uiid  vun  J.  P.  Kiracfa.   Historische«  Jahrbndi 

I  16  (IStfÄf  916.  —  Ed.  Jordan.  MununionU  byxmitiiis  de  Calubre.  M^laufces  d'uchi.'olagiD 
«t  d'kistmrr  9  fIF!8tf)  ."iSI- 335.  —  Charles  Dichl.  l.o  moonstdre  de  S.  NicoUs  di  Cuok 

I  frta  d'  Otrsnto.  M^langp*  de  l'öcolo  frone,  d*'  Home  R  (IMSÖ»  173—18».  —  Ch.  Dtolil. 
HoMa  wir  ijiielquM  iiiouiimento  byantina  de  l'ItAlic  m^tdioiial*,  Männg«s  dwcliMlogie 

.   et  d'hlttoire  publik  pur  l'äcul«  frantala»  de  Rom«  10  (t890)  284—802:    11  (1>!«91)  1-&2; 

I  IS  (1892)  379— 40Ö.  Der  «nteT^il  handult  üUei  dit-  religillBeii  Zentren  des  byiuitiiÜMilieR 
Kalabrieos.  nAmlicli  Busautio.  die  Abtai  de  Suitn  Mnrin  dv\  Pntir.  KiuiU  Severius,  Cnttui. 
ur»  luid  Hfg^o:  der  »«■citi?  über  dir  Krpmitongrotteii  und  dio  untrrirdiechen  K«ppll('ii  der 
Gofiend  von  Tsrent;  der  dritb^  Dbrr  eine  iinterlrdi^clie  und  mehrere  nbcrirdiiiclir  Kniiellon 
M  Otraitto.  —  Kv  geuannlen  und  undere  Artwitcn  Imt  Cli.  Diehl  xiwAmm^nt^rnwt  in 
Mit  Ml  BchOnen  BucLe:  L'srt  byisntin  et  sun  influencu  sur  I««  aiis  eu  Occidont,  l'nriii 
(1804).    VbI.  die  8e&pr*dmn)i;en  vun   A.  Kirpienikov.  VI«.  Vr.  S  (l8Sö)  6«6— 673,   von 

'  N.  Poktovskij.  ChriaU  cViiif  ISM  Sppt.  -Okt.  H.  377— 388,  K.  Dobbert.  Hepertwiuni 
f.  KniMlviM.  19  11896)  49—60,  J.  Stixygowski,  B.  Z,  i  (1896)  600  f.  —  O.  &.  BuveiiDtt 
aod  Mine  AltarUmcr.  Jonrn.  Min.  1N77  Bd  191  .lunt  a  130  ff.;  Bd  192  Jnli  8.  1— .te  (runs.). 

!  —  Charles  Dieht.  Baveiuie.  iStndes  d'ftrrii^otugie  bvuuitine.  Paris  IB^i.  —  Hauptwerk 
Aber  die  Marruakirchu  in  Venedig:  Lo  Busilioa  di  San  Maruo  in  Veneiia.  UliistratA  nolla 
ntoim  e  ncll'  art*    da  writtori  Voneiiani.    13  Teile.    Venedig,    Feid.   Ongania    1878 — 1893, 

j    AMch   in    fnmtamni-hnr  ühnrsetzung   von  A.  Crnvellc^.    —    Carl  Neumann    (MAnnheim'i, 

I    Di»  ll«rniBkirRhr  in  VMiedig;.   Preusniiiche  Jahrliaclit:'t  00  (I892|  612—657  nnd  737— 7ß0. 

[  BtafTvchen  B.7..  1,859  f. 

^r  3.  Sohriften  TermiBohtsn  IntwltB. 

^Bl  Mnncbni  I)}-xantiniseha  cnthlLIt  dna   griiaHr  Al>hililunj;«>werk  von  D'Agincnurl,    Hi> 

~»t">ii*  de    l'art   pM   le«   monuraents  dopiüs  Ba  dijcadeuce  au  IV'  siödu  jusin'  ti  wn  renou. 

,    vellement  na  XVI'.    6  Bdc  mit  325  Tafelu.     Ptiris  1^23.     Auch  in  deubtcher  BearbeittiDg 

Iran  A.  F.  «•.  Quast.  8  Bde.  Frankfurt  a.  M.  ohne  Jalireithl.  In  cngliscbor  übera*lxung, 
8  Bile,  London  1847.  —  P.  A.  Dethier,  Nrnivelles  d/icouvert"«  iin;h('ologi<iui-«  faites  k 
CpU;  Kpel.  luiprtmoric  Ceolnüe  1867  (Grab  einer  Enkelin  Justins  II,  ßaHrelief.  Medaill«n. 
ein  Uuuniiienl  TlirodoHios'  II).  —  Jnh.  Wilh,  Appell,  MuuuinenU  of  early  chriatian  ort, 
scBlptnm  nnd  rntaromb  pnintings,  London  1872.  —  0.  Lumpakes,  Mtl^rui.  i(t;-a«lui 
•  tut  ütfifiy^iK  tiär  itär  1892— 1S93.  —  Job.  ätriyguwaki,  Drei  Miatelleu,  EÜirengsbo 
au»  lO.  Gebartatag«  De  Rossia,  herauB|ce^eben  von  A.  de  Wadl,  R«m  l!<Ba  8,  :)il4— 40S 
(=  Rom.  Quartalaebr.  7  \\^m\  1-10).  Hundclt  nber  die  Wcihinndirifl  'rheodimioii'  dnt 
GroMrn  luii  (coldetten  Thore  in  Epel,  ein  boptisubeB  Grsbreliof  aus  Kur«,  die  M&ria  Orans 
io  der   byunliniiichnn  Kunst. 

^V  4.  Ikonographie  nnd  Srmbolik. 

^^  A.  ZusammfinfBiaondn  Werke:  Fi^rd.  Pipi>r.  Mj-tholo(oo  tind  Symbolik  der 
rhrirtli'*!""  KtuiBt  von  der  Bltesl«)!  Zeit  bis  Ins  16.  Jahrhuuderl,  2  Ude,  W«1buu'  1847 


I 


llir»         Bf»BUi)liiafae  Litt«ratnrgeieliiebt«. 

1B51.  —  F.  Pip«T.  Einlnitnng  in  ilio  monaneotAle  1! 
Berftclulditiguiig  ^t  b}-uDtiiii«cli«n  Kuwt).  ~  M*i 
ckrttiMiiMi.  Piria  I8B5.  —  Sargiu*  Greftor  Stri 
(TkoDopittijrj  lieevoi  podUnnik),  Moskau  IW9  («nthllt  fl 
Hm)  (mir  nnxnglnglieh).  —  W.  Smilh  unil  Ä.  CU«« 
HuiÜo».  2  voll..  Londnn  I87S— ItOJO.  -  Fr.  X.  Kraul 
AltwtOiner,  a  Bde.  FmTiurg  I»«2-l(«$.  -  Ck  8ni 
Yodc  1688  (mir  unxiiKKnirlirhl.  —  Kaitt  i'ernt^,  L 
—  K.  V.  Pokrovakij,  DiMikmAl«  der  ortliodiixon  Ui« 
licbftn  Periode.  Dunkuiftlcr  der  bjnantimacheB  Ikona 
Ctom»  1803  und  1894  iHilbniiU«!  für  AnOnKn-).  —  ' 
■ItehriatJidiMi  Eiinnt.  Uandien  1»<93.  Vk].  dio  ßanpn 
i  (1806)  S47— S&O.  —  EiniKr  alUrr  LJtWntur  mr 
Koeillin,  Q«Bcbiehte  des  chrisUiehen  Gottcsdienvt««. 

b.  Spexialaehtifton:  1.  Schrifttfti  ren 
Chor  ilio  Kuiwirkimg  der  Apokryplieii  auf  den  Ritaa  1 
188.1  Hd2<2  H.  97—115  (nuHi-l.  -  K.  MUnli.  ßtud^ 
•nr  lo  mejcii-Age,  [n-pmiftn'  nL^rie,  l'nrii  IKHT.  —  A.  | 
in  HülteMunalM«!  unil  ä*T  Tolkiitllm1ii'h<in  imd  gvlohi 
8.  vchlolog.  KoDgTcssM  in  Moskau  11  21^—339  (ranj 
Huni«li«fi  SOI  bjruQtiniacheo  uiid  ftltmaMsehra  tkoefl 
ond  Hatii«n  hnrftUMKcu.  von  d.  MuskauM  Archiolog.  Ol 
Anf  dpn  Rw<>it4<n  Artiknl  vom  Kjpdin  lniivlit  «irh  tili 
Logoode  nber  den  Tnd  dos  Koin,  phnnda  Nr.  13  (n 
Weber,  Celatliche»  StluiwpiBl  nnd  kirchliflie  Knn**  il 
Ikonognipluv  der  Kirch»  und  Synagoge.  Mit  10  Abbtll 
bildera.  StattsMt  I8M.  Hier  8,  133--18Ö:  Kirche  J 
Kamt.  —  PricHterinaDcb  Jobtiii.  Dum  Zvr««noni«d 
oiiMimoniis  RUlnn  hfxantinHci  aU  kirchlich -ordiiolo^m 
nnng&ngllch).  Vgl,  die  Knrik  ron  D.  ltj«lja«v.  Vix.  ^ 
b«rger.  Di«  Gräberfiiiide  vnn  Adiiiiiiu-Puiio}N)lis  und 
LAm  4er  nlton  Kircbü.  ineturinch-pulitiache  KlBttor  tj 

2.  Scbriflvn  mr  Bpeiiellon  Ikoiiut;rnpIiii 
in  der  Kunat  dm  frahrti  Mitteln Urm.  mit  bi>Biindcn>r  | 
Uteuvh,  Ahhandl.  dor  pbil.-hiat.  C'l.  d.  k.  i^ildis.  Gesel 
.).  J.Tikkanen,  Di«  GeneM«niowiik«n  vnn  S.  Marco  b 
MiniatnrMi  der  Cuttoiibibel  nebst  einer  CuterHUchung 
liehen  Oeneaisduntelluugeu  bea.  b  der  b.viaiitiniachlll 
Ijphtdtvcktalvlii.  Acta  «ocietatia  nciditiitrntn  Ki-imicuc 
N.  Pokrovakij,  Das  Kvuniielium  in  den  ikenoiinipl« 
tinischen  und  ruHiiirli''ii.  Peti-rahurg  l**92  Inu«.).  V| 
tajev,  Joum.  Min.  1892  Bd  279  F*bniarhrft  8.  484— 
(1894)  1H6-18S,  Tb.  J.  ßualajev.  LTirisl.  «tenta 
J.  Pomjalovskij.  VI«.  Vr.  1  (1S84)  407-412,  A.  J. 
Bfchiolog.  ««Mllach.  Vll  3—4  Rwlago  8.  I.XXXVIl!  -( 
Ij««  «pooaljpaM  UluuiniSci«  mamuCTiles  et  xyloKraphii 
Ucv,  Hi  nuaisehe  BUdenpokBlTpaen.  äoiiimlung  roj 
kalypaeii  in  rnaaiaclien  EIandsobHft«n  dea  Ili.— 19.  Jal^ 
188*  (niaa.).  -  Fr.  Wienand.  Der  Era-ng^l  Mioha<l 
tinwcheo.  alötalkchcn  und  iunia..i«.-hen  Kunat,  ßtut^ 
tkoiiugraphie  der  Taufe  Christi.  MünHieu  IR85.  -  Mal 
burtCliriati  in  der  MIdouden  Knnat.  Stuttgart  1890.  — 


] 


d.  Eanstg«Boblotita. 


1U7 


bis  der  Oebmi  Cluiati.  I.  Die  Reise  nach  BeUilehem.  Zapiski  i.  k.  russ.  »rcli9olof. 
leaellacb.  VII  i.  2  a9&-104  (mir  unzu^äiiellch).  —  F»td.  Nuack,  Die  Geburt  CliriBti 
in  d«r  bildmdcn  Kunst  bin  lur  Rmuubbiuic».  DiunisUflt  1S04,  Vgl.  die  Uuaiir^diung  von 
^J.  ötrxygow.ki,  B.  Z.  4  |1895)  601—005.  —  E.  Dobbcrt.  Dii-  ÜnwWluiig  de»  Alwnd- 
Jü«  ddrc-h  dio  byT^antJnJRclie  Kunnt,  Uina  JnliKebcr.  fllr  KnnntwiM.  4  (1871)  2H1 — 348; 
Jiriiclm  im  .[^«[»«rtoriiin.  f.  KnnstwissenB.haft*  15  (IJ'aat  ^.^7— 3«4.  .^  A.  J.  Kirpi«- 
likov,  Die  Doesia  im  Oriput  imd  Ocddnul  und  ihro  liUerariHrluMi  rnTnllob'n,  Joiim.  Min. 
93  Bd  300  Nov.  S.  I— 'iö  (rum.i.  —  F.  A.  Lehnor,  Di"  Marimiven'bruiig  in  den  eretun 
rhwiderUiB.  Mit  ö  Doppeiufcln  in  SU-indrutk.  2.  Autl..  Stutt^aH  1886.  —  •",  KtrÖ-K 
j<  ««aiMov  mW/icpDi  i^e  Xt^aot^oav,  'Eirjü.  '.■»!.  LS  ilf^Öß  — 1890)  2S1  f.  —  G.  Mülot, 
'Qdplqu««  rrprtwnbtUona  bjTADtJnrs  de  In  Kulutiition  ungi'lique.  Bull,  dl^  corrftsp,  btll.  lH 
ll>*9!>i  4^3—483.  —  L.  J.  Ouenebnult,  Kxwu  nur  l'icoDoi^rnphic  des  HpätrL'S.  leitrs  nttri- 
butj«,  leitf«  ostumea  etc.  Reviio  atobtolog,  T  (Ii-iWl  394 — 310.  —  Job.  Fickor,  Ih'e  Dor- 
»ttrllunjK;  i\vt  Apuslvl  iu  dpr  altfliriBtllt-heu  Kuii!»t,  Lvipiig  1887.  ~  A.  A.  Pavlovaklj, 
Frugc  Dbi-r  die  DHnitL'llimgcii  der  MvtiniifMetva.  Deiikaclirin^u  der  k.  ruas.  ui'clifiulug, 
leM.-lUi^li.  Bd7  (I«!)-t|  (Über  Evangelien  bildet  in  den  Codd.  AÜito.  r,7.  87,  151.  IBS).  - 
>.  AinkloT,  Die  Dnljiila  der  pnlastinenaiscben  Arcliitcktiir  und  Tapogritpbio  Auf  den  Donk- 
'niftlvra  d«r  cbriltl.  Kunst,  Milteilungcn  (.SnnblJ^nijo)  der  k.  orthodoxen  l'nllUtinn^sellach. 
1895  Jotiiliaft  8.  835—301  (niM,)  (Aber  Darai^iliing  vererb ]>dcu(>r  ttanten  in  Palbitina  auf 
)rnkiii&I«ni  d«B  ö.— 8.  Jahrb.),  —  Jua.  Stritj'gowski.  Bio  Tyclio  von  Kpel.  Anal«rla  Giae. 
ansia.  Orai  1893  8.  141  — IM  (über  die  xve'i  autikun  Tycbetypen  von  Kpel.  die  opBter  durch 
l'«iui|:l*  en»*t»t  wurden).  —  A.  J.  Kirpiinikov,  Wunderbare  Hdituen  in  Kpel,  Odc>ssn«r 
Ifthrbnuli  IV  Uyx.  .Abteil.  2  118941  2:^—47  (russ.)  ihnndrlt  im  Anaciilu.-u  an  .Stnvgowskis 
krbcit  (UM)  Tythe  von  Kpel*  Ober  einige  an  byzanttninchn  SlAtuen  Hieb  anknElprende  volka- 
nlicJic  AnHrh»uan^n),  —  1^.  v.  Darsov,  Altrnsaiache  Denkmller  di«  KrilDiuig  du  Garen 
RuBsUnd  bMf^Send.  Vurlräice  der  Moakaaer  Geaellsckaft  für  Q^sdüchte  und  AltertOmer, 
loaknu  1883  Bd  I  1—160  (niaa.). 

5.  Theorio,  Technik  und  Äatbetik  der  bjraanti  nie  oben  Ennst. 
Di«  wichtigiito  Original  quelle  fibur  die  traditionellco  VorschrifUtn  der  byiantintsrh«) 
IftltodukHc  nad  Ikonographie  iat  dni  bertllmile  Im  Jahre  1468  von  dem  MOncbe  Diuuj-oiuB 
kOM  I'liuma  iiüif'-tyiHitfBiv  verfall«  Maibndi  di-n  AUioa:  'f^ftiirtia  mir  Cii>}'(>n7iiuc.  Athen 
\;  2.  AuBgabe  vuu  A.  KonatauUnides.  Athen  lMä5.  FnuixAsiach  Ubunctxt  von  Didiou. 
lann«!  d'iconugraphiu  duiHienne  grouque  at  latino.  l'aris  1845.  Deutach  von  (i.  Schuf  or, 
>»»  Haadbnch  der  Malerei  vom  Uer^n  AthoH,  IVier  1855.  BunaiHrh  von  llinchnf  l'nr- 
pbjr  rius,  KiOT  1808.  Vgl.  Hualanv,  82  rnssisrJie  D)Idera)»)kalyp»en  (».  i>,  Nr.  4  1)  'i),  Tnit- 
id  ä.  140— löl.  und  C.  Schiinaae,  Oeacliichtc  der  biideudeu  KUuato'  3  (181)9)  286  fr. 
Sp.  P-  LuinpräH,  Ilavuyniiioi'  .laiaiiä  ntfil  iwyi/iKjint.  x^'P'')'l""t'"'  '<"'  ."V''?  *^'*' 
tffmiai'  fitfit  itfoUyav  ixiiJafierof.  'Kr  'jS^rait  1871.  —  Dmu  auch  die  unt«n  iNr.  8  C) 
iUsrt«  Sdirift  von  Cb.  Itsyut,  Not«s  aur  le   peintre  bj'xnntin  Manuel  PanaehnoK  etf.  — 

f»k.  Ch.  Dragntava.  'Iillotponia  t^(  ''f  *?<  ^''  'ft  '""  fliiariinür  i!yioyiiaji(f,  llnffnoaaf  6 

tltfiJS)   S83— 396,     erklArl     daa    eigen tamlii' he    acbwAixIieho    Knlnrit,    welchen   in    der 

bysantiniKlmi  Kunst  bei  den  Bildern  Christi  und  der  bl.  Jungfrau  belieht  i»t  und  nun 

von  Volke  ^ewahuliuh  auf  eine  Üesi-hUdigunK  durch  «ine  Feuersbrunst  xurÜckKefllhrt  wird, 

der  nraltcn  Nvi^cung.   OegensUlnde   der  Sokratkunat   niOgliihat  alterlömlicb    ersrh«uen 

lanscn  nnd  aua  drr  diunit  xusammenb  fing  enden  (icwolinhoit  de?  Mater,  die  nachgedunkelten 

PBrb«D  ihrer  Vorbilder  bei  der  Herstellung  neuer  llilder  ^etTeii  naclizuahmeu,  wodurch  diu 

Hier  im  I^iufv  der  OencrBliimen  nnliirljch  immer  dunkler  werden  muaslen,  —  Spcxicil  die 

aiacbe  Heili|j;eniualerei  bctrilTt  die  uuuuymi>  Schrift:  Cli«r  BÜ dornt alerci  (0  Ikonnpisantj), 

184.5.     Vgl.  die    liväprecbung   von   B.  F..  Journ.    Min.    1847    ßd  56    Abtoil.  VI 

1— SU.  —   A.  Muinvjev.   ('her   kirebliühe   Malerei,   Joiini.  Min.  18.V1   Bd  81   AlteM. 

7 — lOT^raM.}.  — li.'l'ypaldos  Kaxflk«s,  Tii  «loixiia  tijc /iviaritrif;  lig—it,  Hi^iftiaoit 


1 

irrrm — 

1 

1X18         BytuitiniBohe  LitUrKtiirgesdiicbte.    AUjj 

15  (1802)  74—78.   —    über  du  bruntiBMobti 
ZuaanuiMiibiuiKo   AI.  Bio|;I,  Onmillegiui^n  n 
1898  8.  272—802.  —  Xnr  liiruntmiachcn  Kunatuifrusu 
hoflsclw  Kumt  Am  AbDaiHand«*  io  bjmuttimBclwr 
r.  M«mlch.  OeMUcbtaToncIt.    17  0696)   441-4^0 
raBgui  «b^ndUudiacker  BildOTtep^«). 

e.  ArcblUktnTT 
A.  ZuiBmmenfaB««!!^»  W^rkv:  Ein«  Saiq 
Kirehpn  im  K6nigTH«li  (irieclicnkuil  gibt;  A.  Cou<hi 
Qr«c«.  Paris  1842.  -  Vgl.  *udi  J.  B.  Knnra.  ÜAUMit« 
Projekt«!)  doriei-heo  Style».  Mit  70  Tnfoln.  htiyaig  u 
clinettiali«!!  Kircben  nach  den  Bi»t(l«akiii«JMi  und  llU-n 
iIm  aJtobriaÜicIieii  Baucrtyls  auf  den  Kirdienban  »ller 
KwUnUie  1862—186«.  —  CU.  Texler  et  R.  P.  Puj 
r«cucU  dv  muauuienbt  ät»  pevm)*n  tvrapa  du  cliristittf 
vielen  Tnfetn).  ~  Edw.  Preahfi«ld,  On  bjxuitine  a 
tLondon  lt*73)  3t^-— ft&2.  —  tint  MiflgeRlbrtA  PlSna  dMj 
•iobtigang  des  plutischen,  mslwuchon  and  dekoMtivt 
KachrM-DJBiiii)  vnu  D.  Fulgher,  Lee  nncieno««  ^gll 
Vlcnne  1880.  ~  Hauptwerk  Ober  b/antlmBche  Arcbit 
cku  lea  Byuuitins,  Paris  1HH4.  —  Dehio  und  BeioldJ 
ollen.  Bia  jctst  4  Uitfurang«n  Text  and  2  Bde  Tafd 
xingpr,  Die  nltchriaUirhp  Arvhitoktur  in  ■j-iitiimAtiM 
P.  D.  Kuppas,  Ilt^l  oU^^ojitif  ßfiavjtnär  ftaür.  ilM 
jlg^aioi,,  imtfontj,  llngä^i.  roi*  «' — i,-]'  lü/ieti  (1S93}| 
der  hyzantiniarlien  Elrcbenareliitektur  lu  drei  Perioden^ 
tloii  einij^iT  Zisleniun).  —  Ein  iUTobhub  Werk  Ober  die  b][ 
liuid  wird  vorbereitet  Ton  den  Knt^lündcrn  Schultx  unjl 
feige  des  hohen  PrMsea  [WS  Vn.)  die  Zahl  von  SaUf 
de«  UnickcB  abhingig  gnmacbt  ist,  noch  iiiun«r  nicht  ■ 
D.  SpeiialBchrifteu;  1.  Kenatantinopel;  **^ 
bau  der  Suphienkirche  in  KpeU  Joum.  Min.  1844  Bü  41  A) 
berx.  AllubristJicbe  Baudcnkmnlc  von  Kpnl  rem  h.  t| 
Salteuberg  wurde  Auamirlich  bocprocbon  von  Frhr.  E 
Wien.  Ak.  Li  (1855)  348-360.  Oegen  etiuge  PankU 
PhuIhh  Cnasel,  Aus  der  Hapa  Sophia.  Erfurt  18.^6  iB^ 
in  dti  Inschrift  der  Sergiaskirche;  NuÜieki  Ambo;  C 
pnlnis  iiiipi^rial  de  Cple  et  eea  ahordii,  Paris  1661, i| 
orientierende  Artikel  von  G.  Hertzberit,  Byiaaliniaebl 
sehr.  .M  (1^*88)  4-11—402.  —  Jo«.  Strxyguwski,  ] 
liiK'li  il.  k.  di-utsclien  an^baolngin'bcn  Inatitnta  8  (18fl 
Haruld  Swuinsun,  The  rharch  of  Sanota  Sophia,  1 
dintt-  Lundon  ft  Ncw-Yerk  1884  (Hauptwerk).  Vgl.  d 
Ö.  Z,  4  I18B5)  007-614.  -  D.  Beljaio».  Die  Kltchq 
in  Kpel  am  SS.  Jnni  1894,  Va.  Vr.  1  (181)4)  769-798. 
innere  Anaicht  der  Kirche  der  hl.  Eirene  in  Kpi.-],  Vi 
AbbUdnngnn),  —  Beuj,  Palukn,  Kuinen  eine«  bjnontinij 
Mittj^il.  d.  deuteeben  Kxkni  «onf^KlulMi  in  Kpel  2  (18H 
Paluka,  Di»  SUule  KnnatnnünH  VIT  PorpliyregeoneU«  ■ 
(1896)  158  f.  (Ober  dio  itaimrt  des  .Sl«inpfeU«n),  1 

3.    Das   Qbrige    Europa:    Jos.  Striygowalcj 


i 


9.  Euaatgeeohlotite. 


1119 


XuXulA,  Jtl(io>-2(I8l!l5-I889)TU-T3a  —  J  Htntj-gawRki,  RratiMiltctiriKtlic^W  Knnrt 
S  GrivcbeDUnft.  I.  Anrhitektur.  RSm.  (JuarUliicIir.  4  (1890)  1  —  11.  ~  Jas.  SlriyRowskJ, 
IiMdiU  Am  ArcliiUtktur  and  Plsstik  nun  der  Zoit  Biuilios  I  (86T~88S).  B.  Z.  3  (I8&4) 
I — 16  lOWr  di*  K]o«ti-rkiri.'he  von  Skripii  in  Itdotion  und  die  bynnUni^rLra  SubstnikUoiiea 
|«r  £co1h  dvti  BiMiiuL  Art»  in  Kpel).  —  E.  F.  EiuL'h.  L'arc  d»  tiium|ilic  do  Sutonique, 
!ui>pnlingiK'  1890.  ~  1.  Laurent,  Sur  lu  dute  des  öglises  S''  Di^mi'tjiaB  et  8'"  Hoplii«  It 
rbojwnloniqac.  B.  Z.  4  (1)495)  420-434.  —  A  T,.  Bcrtier-De-Ln.OArdn.  Aiingrnbiingon 
B  d«r  (tadriachon]  Clioreon««.  Mntnnnlii'n  Iiir  Arehßnlngie  Rnaslande.  N,  12.  P«t«reharg 
S9&  (nin.)  (Ober  RcAtf  »itios  attpii  Bapti>itM-mm8  u.  s.  w.).  —  C.  W.  Sclimidt, 
tOmiache,  ByiantiniachL-  und  Gcnniim»cli<'  Butidtukinuti'  in  Trier  und  Miutir  Cni^'liui])!;. 
I  Linffnmgcn  mit  44  Kupfertufrln  und  S^tuhlaticlien,  Trit-r  1886— 1S45.  —  F.  v.  R*bcr. 
^>r  kttrolingiiuhp  i'nUntbau,  I.  Die  Vorbilder.  11.  Dir  Pnloat  in  Aitchen.  Abliiuidl.  Iinyor. 
Ucad.   in.  Cl.  19  (1861)  7I5-RCI3  nnd  20  ll8Q2l  lMfl-949.     Besprochen  B.  Z.   1,  ß41  f. 

8.  Asien  und  Afrikn:  Melchior  d«  V«gU£.  I'^a  ^gliaes  de  tn  Torre  8ainte, 
tmria  1864  (nucU  nber  Denkmiiler  in  Cypem  nnd  Rbndos).  —  M.  de  Vogll^.  8jrie  cen* 
rtüo.  Arrliitvcturp  civüe  et  r«ligieuse  du  t.  an  VII.  siede,  2  tom^s.  Puris  I86ö— 18T7 
vurzÜglichcB  Werk).  —  Fr.  W.  Uuger,  Die  Biiati>u  CuuxLuutina  des  OroHsen  un  hl.  Omb« 
n  J«fiUMli-Di,  in  Btnffy«  .Orient  iiud  Otcident*  Bd  ä.  (iöttingon  IWfiS.  —  ,(oh.  N,  nnd 
teruh.  itnpp.  Di«  Folnonkuppcl,  cinv  Jaiünioniicho  8ophinnkircli«i  und  die  Übrigen  Tempi 
r«ra«al0ni8.  Monclmn  1682.  —  Jnh.  N.  und  Bornh.  Snpp,  Ken«  Forechnngen  Ober  die 
Telai-nkuppel  in  .lenwalem,  München  1890,  -  -  B.  MAUAurev.  Di«  Buailika  des  lil.  Kon- 
itantin  ia  der  kl.  SUidt  J>^ruH»lHii,  Moskan  1885  Iiush.)  <nur  unEuglinglicbV  —  J.  R.  Mac- 
»lieraoo,  Tb*  churcL  of  the  ResmrCL'Uon  or  of  tlio  Holj-  Hc|)ult'lirc.  Tlii-  EngÜeli  Hislor. 
imview  7  (1892)  417— 43ö;  Ööit— 6.^4  (gibt  oin«  (i-iurhii-htf  dor  Kitclir  des  hl.  Grnbps, 
Bdent  or  di«  BautliAtigkeil  d<&  Rniscrs  EonsUntin.  dann  din  (irhnnd«  des  Modeslns  nnter 
fBllliii  Horaklioa,  die  des  Knisc^rs  Konsinntin  Monomnchns  und  i^ndMrh  die  der  Krenzfahrer 
Mhndvrtl.  --  übw  eini!  hyianliniarhe  Riiiinlle  bei  Hadjilar  In  Karien  beridilen  W.  Eubit- 
lehek  nnd  W.  Reiche!.  Anzniger  d,  pliil.-liist.  Cl.  d.  Wient-r  Ak.  d.  Wlsa.  vom  16.  Nov. 
1893.  —  D.  Orimni,  Mnnnmenl«  d'arcliileeliirc  byzantine  en  (t4>orgi«  et  en  Annäii«, 
U«fBning  1—5,  Petvr«burK  18U0  (niir  unmgHnglichl. 

4.  Unlcrirditichn  Bauten;  Julinn  Enlnkowiik;,  ESne  altchristliche  Ornblummer 
n  KvrtMch  au>  dorn  Jabie  4»1,  R^m.  gnnrtnliK'hrirt  8  11804)  49—87.  Aaeh  rannsck  in: 
kCmtcri*]iMi  nr  ArchlU>loKie  Rnsslnnda,  Nr.  ß,  Pnteniburg  I8ffl.  Besproeben  von  T.  Latjtev, 
|«iini.  Min.  1891  Bil2T8  S.  »tn-405  (ruex).  -  A.  G.  Puspates,  ati/i  iiyot  im^ytlov  xui 

ri»^T('f  »-"^  .i«e({   li  (i(i/«(Of   lujr  WiiCni-tioii-  npBMiupiDi',  IvUaytif,   tlitinifitti/ia  toi"  ly  röfice 

;iSm)S.  iUIf.  --  Benjamin  Puluka,  Bj-ioutinuiche  Cist«men,  Mitteilnngcn  d.  deutAchrn  Ex- 
tnnioatt- Klubs  in  Kpel  1  (1893)  -48— SS  (Ober  eine  Dietonio  bei  der  HmkIma  MiUimui) 
PbscIi*).  —  Phil.  Forcbheimer  und  Joe.  Strzygowiikt,  Die  hyiantiniarh^m  Wuiwr- 
kehftltcr  TOD  Epel.  BcitrlLgR  lur  Genchirbt«  der  byxnnliniitrlipn  Bnuknnsl  und  znr  Topo- 
tar^tll*  »«n  Kpol,  Wion  IS03  {—  Stnygowski.  HyzantJniselie  DenkmAler  11)  (Haiiplwerk). 
^gL  die  BespTOcUunit  von  Fr.  v.  Heber.  B.Z.4(18%)  128-136,  und  die  Gegetibeiricrkung 
^on  J.  ätrty^ownki,  ß  Z.  4  (1895)  593  Ann.  —  .loa.  Strxygowfekl,  Die  ZittU-men 
KP  Al«xaudriB.  B.  Z.  4  |18i'5)  S9'2  f.  ~  B.  Paluka.  Eine  unbokannte  byuntiniache 
tiabam».  B.  Z.  4  (lb9&|  594-600.  —  Dazu  nuch  die  oben  in  der  Rubrik  A  ritiorto 
^hrift  von  Knppnti. 

7.  Sknlptnr. 
CL  Fr.  Menestrier.  Deacnption  de  In  belle  et  gründe  colonne  liiatori^e  dieW-e  en 
rlonaeuf  de  l'empereur  Th*odo«e,  deseinfe  pur  Gentile  Belliui,  Pori»  1702.  —  E.  Munt«. 
^  eolMtn«  Th^diwieune  b  Cple  d'apräH  lea  prriUmdua  dpiuuna  do  liMitJle  Ballini  coniierrte 
iU  Loavni  ot  k  Tieole  dca  bcHUK-nrta.  Savue  den  et.  gr.  1  (18.'i8)  S18~.^35  (mit  einer 
Ft^el).  -  P.  A.  Dnthier,  I.'Agoiisl^  on  Ia  Einliie  de  Jnotinien  I.  reronJitniite  dapri«  an 
IvMMB  OMiMrr^  üan«  1p  Serail  (war  nach  ilom  SeliriftMiveraeichnjs  bei  Detbicr,   Xonvelle* 


1120         BjeuitiiitBclie  litteraUirgeaiitiicht«, 


lUMuvertea  «t«.  (•■  o.  Kr.  3)  im~  .aous  pNM*  fc  l'g 
Fr.  W.  Unger.  Üh«r  dir  vier  K«loaaal«iii]ca  in  Cftl, 
(IBTil)  105—181.  -  J.  StriygowHki,  RetitcKlt 
II.  8kul|)tar.  RBm.  QuHrUlachr.  4  (1890)  97—109.  — j 
irische  l'lHMtik  Aa  8mUf«il.  B.  Z.  1  (1892)  57&— 590  (Ij 
■aBiiiacb«D  Muaciim  üii  Tchinili-Eiiwk  xn  Kpel).  —  J« 
Arkadins  in  Kpcl,  Jahrbuch  il.  k.  deulaolieB  irohiah 
Joa.  StrByK°*'^)'i>  l*^  liorlitii^r  Moae»-R«lief  uud  (li<l| 
d.  k.  pr«uM.  KunstflHiiun lange ti  U  (1893}  6&— äl.  — 
gnng  auf  der  altdirisllichon  Thnrn  von  S.  Ijabin*  in 
(hnlt  die  TliQr«  im  Oegeoula  in  Stnygoinlci  fttr  em 
hcr^LT.  liuH-rvlii-f  du  cunpo  Augarwi  i  VetÜM 
X'  siirtlü.  H.  Z.  2  »1B98)  192—194.  -  ThomaB  H»] 
found  at  AIiiiBB,  Henioira  uf  tli«  Bgfpt  EsplDrolidti  Kuud 
lUgKngbch).  —  D.  Äinalov,  SMnnn  aus  dem  lieben  dl 
.AdelHa*.  ArcbBolog.  N«clkricli(«ii  aod  NobsMi  (livJMiS 
MMkdim  uthiloloK.  Qm.  1^&  Nr.  5  S.  Ut— 14S  (ran.)  j 
La  t'oluDiie  d'Arcailiiu  h  Cpt«  d'uprte  un  dMsln  Inidit, '. 
l'Acad^uiu  du«  liiHcriptiunit  et  tieUm-LeUm«  (F« 

6.  MftlereL 

A.  Kusanim«nfii88end«  Scbrifl«»:  K.  OCrl 
Im  nSrdlicheu  Europa  vud  Karl  dtm  Oroasen  bis  xatai 
(9.  und  10.  Juhrh.),  Juurn.  Min.  l»ö»  Bd  103  Abt.  11  ^ 
«Tweitort«  BuL'linuagiibc  dipH'H  ArtikrU  ixl:  K.  (ioertxj 
tit)rdltrhi,-n  Europa  von  Ku'l  drai  (irmmen  l>ia  zum  Bi'pnij 
1878  (man.).  AnBTQlirUchvr  llcriclit  darüber  von  K.  0 
wiMi-nsphnft  5  (1882)  288—802.  —  A.  Woltmonn.  j 
Malerei  in  den  Hinisturvii,  Im  Nuuon  Rvidi.  Julirgui| 
E.  ManU.  fitudtfa  8ur  lliiatoir«  du  In  girinlun.-  et  | 
1882.  —  liHorgiuB  Lunipnkeii.  .Vpionnciiti;  äyi^yf 
(1— B42).  Athuu  1S96.  -  (i.  HnnroginnD«»,  'II  rocfit 
fitgit  äeX""^°f"'}  ISÖSSp.  SÜ    80(Utt«Tntumachwvi8o| 

B.  Minintnren  und  Ornnmentlk:    Die  IGniM 
^;«Bcbrlel>eoeu  Menologiums  (—  Cod.  Vulie.  gr.  1918)  «d.  j 
Menoloipuni  Qmecomni,  8  Bde,  lirbinu  1T2T.   Prob«n  ane) 
von  D'Agincouit  und  Lnbarlc:  «u  Ulatt  in  drr  S.  871  aa| 
dos  KomouoN    von   J.  11.  I'itm   (Koma   If^;.  -~  J.  0: 
pctoria,   I.ondon  1S45.  —  J.   Labarto.   Histoir»  dM| 
Archimnndrit   Amphiloi^hlns,    Misistnr«»    und    Omai 
arhriftcn  der  kninerlirlt^n  tlfcatllch<a  Kbliotli«k  i'tv.  et 
ullc  l'iiblikflCianen   von   Amplulocliiua    höchst    mnutjeUu 
Miniatnri'ii    einer  ^i^clii»chen  P«ult«ibs  aus  d.  IX.  Jah 
in  MoAkan,  Moskau  ISTä  (nwa.)  {mir  unzugänglich).-^ 
FlvanKfItnmm  niAtx  groecue  purpiuvus  lianUDMWis  X 
Mit  2  PacMuilee  und   IT  l'mnEsxeichnoiigen.     Ldplig 
den  Codex  RuaiHUii'nsis,   llialcriBchcs  Jahrbuch   17    (189) 
8.  odi>r  9.  Juhrh.).  —  Ch.  Di*b],  Notice  nur  df ux  uM 
l'univemilp   de  Mtssiue,   Mi>lanf{«B  d'nrchdolo^e  et  d'l^ 
(iseö)  30Ü-322.    WR-dMholt  in  Di<.hl8  L'aH  by»ni 
Slrxygowaki,   Die   Oali-nderbildcr  d«a  Chronograph' 
Joa.  SlrxrgnwBki,  limine  IniMxun tische  Uildcrhundachi 


9.  KnaetgescbiohU. 


1121 


1(1—268  (A1ibi1iluia^»ii   der    12  Mouiite).     Weiti-re   Littenitur  xa   ilcu  Monnütbildiwii 

t  Nt.  9  IS.  7.i8  f.).  —  (;ruf  A.  8,  Uvurov.   UyiuDÜniiichca   Album.     Hil  I   (nadi 

Tod»  lt«niui>gp|;i)brn).    Moskau   ISÜO   (ruM.).   —    E.  K.  Kjediii.    Hiui  mit  bynintini- 

r  sdi^n  Mtiii>[tin.'ti  in  di>n  Rib!iotli<'k>'n  von  Vene<lig.  Mailand  iinil  Floninz,   .Fniim,  Min.  1891 

.  Ud  27^  Di^ivnibtirbi-ft,  S.  209—81"  (rujw-),  -^  Einen   knnf n  ühMblifk  llber  byKftntini§cb« 

K>lli^ni|>hic    und     MiiuHlun[iati.Ti'i     Kibt     Auguste     Mnlinivr.     Los     mHiiuai'rita    t>t    tat 

,  niiiuntiirca  (tb  Uaiul  Um:   .Üibliotb^uv  dea  morveilles").   Paris  1892  8.42—78  (mir  iin- 

I  n^tiiKlid)-  —  •(■  J-  Tikknnon.  Eiue  illuatrieri«  Kliinas-HnnJBchrift  der  Vatiunnisehea 

1  BiUinUiok.  AcU  mü.  SRirntinnim  F«niiicae  19  (Helsiiigfon  IKä»)  Nr.  'i.   Vgl.  B.  7..  4  (1865) 

S2&     -    Stopb.  B4>i»sel   S.  J.,  Vntiranisi'bo  Minialiirfn   (Miniatnn>«   fhoiaics  d«  Is  hiblio- 

Ud^ae  itn  Vaüciui).  Fiwibarg  l^I^Ü  iTfXt  deiitärh  und  fnunOniiirbl.   Cbw  dan  Inhalt  e.  B.  jt.  4 

(m9&>  £24  f.  —    A.  Kirpif^nikov.    Zur  byxunünisvlipn   MiniAturnisiMei.    B.  7..   4  (I89S) 

lOO — 124  IQbcr  dir  Miiiiulurvu  r.u  den  MAni.'iife>sLburnilii>u  des  Möncbvs  Jakob  La  d«ii  Codd. 

Pari«,  gl.  1208  nnd  Vutic  la-  H02.    Mit  6  Abbilduuijoiil,  —  W.  Ritter  von  lliirtfl  und 

Vt.  Wickbaff.  Dir  Wiener  (lonesis.    Ueiluge  zum  XV.  und  XVt.  bdu  de«  Jidirbuchcn  d»t 

fciBMilüahiriHchm  f^nminlnngen  des  A.  H.  KuiscrlinUBes,  Wien,  l'mg  und  Ijuipxii;  IBB5.     Di« 

lltenn  Aiisgkb^n  der  WieNor  (iennidii  ITon  Lnmbrdnn,  KnUar  nnd  Onmcri)  nind  durch  diese 

'  bnrliche   Publlhitiun    wwtlos   ^nord«n.     Vul  di«  linnpreihnng  von  K.  K.,  B.  7,.  4  (189&) 

I  SSO  -MX.  —  Secha  ^russe  russisch -by um tinisc.b«  Minintiirliüikv  "ntiililt  die  F&csiraileflusgabe 

I  Anr  Offenbarun»  Abrubams  nach   dem  berUliml'<ii  Sylventvri'udex  in  Nr.  U9  der  PuUi- 

'  kali»ii''n  der  k.  nisHischcn  (•caülliichuft  der  11il>lin]<bil>^[i  Imir  iiuKii^äu^Iicb).   RiriXL-liLc  llciliicoii- 

tiildiT  u.  s.  w.  sind  in  d<?ii  uiblrpii'beti  riuvijacbi'n  Ver^fTFiitlicIiuiiijcn  liUiKiouriipliisi^lic-n  Inhalt* 

lu  finili-D.   —    t'lu-r  Miniatiin.'ti   in    H&b   dirs  Kunmua  itidiku[>lt'iiati.-H   v^l.  §   171    Anm.  2.  — 

L  B^untiuiw.liii  Miniaturen  u.  e.  w.  imvh  in  den  xwi.'i  mununu-nUk-n   Werken:  8.  Li.  Seruux 

I  d'AK'fflC^l't-    Histoirn   de    Tart   par   lea   monument«.   d<r}iuiB   la   dt-riulenre  au  IV*  sidcle 

'  joBqii'uu  XVI-.  6  Turne»,  Paris   1823,    Vgl.  o.  Nr.  3.  —  Jnles  l.sbnrto.  Hist-jin-  des  urta 

indoBtrieU  nn  nioyen-ftiiie  vi  s  IVpoqiio  de  1a  renaiseance.  G  voll,.  Paris  1864-1866;  S.  i!d., 

I  a  »oll..  Pari«  I8T2— 1875. 

I  llber   das   byuuitiniache  Ümament   vgl.   H.  Bordier.    Description   d^a   pninlurne   et 

I  aulrMi  omemenia  conlenus  dann  jes  mes  firere  de  la  bibliuth.  natjonale.  Pari»  1883.  — 
I  W.  Slabfloff  |V1.  Staaovi.  Tablenax  et  tompusitiuns  cachi^s  dane  Irs  initiale»  des  audens 
'  nuauücrita  r\ifAi>ä,   Potfraburg   18)^.  ~  Zur  Bucbillustnition  und  Iniliatornanientik :    Fruiis 

IWickfaoff.  Die  Onnimente  eines  alt^hriiil.Iirben  Codex  der  llefbibliotliok.  Jubrbucb  der 
KlMtMuniulun^eu  dea  A.  H.  Kui^erbansos  14  (Wien  18E>2|  liin— 213.  —  Viil  uiivh  Siiphua 

'  JldlliT.   Dir  l'ieruniuineiitjk  iiu  Nurden.     Aus   dem   DaiU6ch<>n   Qb^raeUt   von   J.  Mratorf, 

Lüambiui;  1881  ü.  1&7— mtt. 

■^        0.  Tafel-  und  Wandinnlerei:  Julien  Durand.  Note  aar  un  triptyque  Krec  du 

iMirrMtt  ik  Qhelatt,  f)utlt7tin  monumental  43  iIh77)  113— 122  inWr  ein  aus  dem  11.  Jahrli. 

I atUBHiradM  Triptyc-honbild  im  georpNi'bon  KIohIit  Ciheintt  im  Kaukasus).  —  Julien 
Dnrand,  Note  8ur  dem  lnhliinni  byzantina,  Kniletin  ninnnment^  4h  II879)  8&7 — !l7ä 
Iflber  ein  Elild  im  DreieinigkeilektoHtiT  bei  Moükan  nnd  »in  Atttubild  in  EVciainj;  bei 
MDnctieiil.  —  Chsrlva  Diehl,  Peintures  byiastines  de  l'ltnlie  nieridlonKle,  Bull,  de  eorrup. 
bollrn.  M  (1884)  264  ff..  9  (ISÖS)  2ü7  ff.,  12  (18»8)  441  ff.  Wiederholt  in  Diehla  l/art 
byxa&lin.  Pari«  <1>494>.  —  N.  Pokrovakij.  Die  Wund  mal  excien  in  den  alten  ^evbiscben  und 
nsaiKlieii  Kirch«»,  Moslun  1890  (niss.).  Vgl.  din  UeHprer bangen  von  A.  P..  üdessacr  Johrb,  II 
Bjx.  AbL  I  (18S2J  Chrtiniktt  S.  120— IM.  und  von  A.  Paviovakij.  B.Z.3  (I89^)  186-18«.  — 
A.  Paviuvskij,  Die  Malerei  der  palalinisdien  Knpelle  in  Palemio,  PetoniburR  1890  (rusa.). 
Toili^  d«a  Buches  »nchieuen  auch  in  rraiizUiiiscber  BearbeitiiUK:  Di^coratioD  des  plofouda  d« 
!■  Cbapelle  Pulatine.  B.  Z.  2  (189S)  861-412.  und:  lauuographie  de  la  Chapelle  Palatin«v 
6»ne  Areh^oL  III'  »Srie.  t  2-i  {\Sä4)  305—344.  —  J.  Strtygowski,  Zwei  enknuilixch» 
llellil^Mibilder  vom  f^innt  im  .Miiaenm  der  jcoistlii'hen  Akademie  tu  Kiew,  in:  llyxnnliniticlie 
Jtenknklvr.  I.  Wien  18LH  S,  ll'i  124.  —  Frans  Wickbgff,  Diu  8|)ciNezJmmer  dvA 
n^inrli  «ir  Hir  in-il  iiiii-rnii  rVr  I'     1,  AIii1|-   i.  *vA,  '1 


1122  BysaDtiiiiscIie  lÄUentvrgwcbicbt«. 


Kscbob  Ncoii  von  tUvenna,  Rvpnrtoriain  (.  Kuiutt« 
H«ikaiift  ilcr  KunipositlonMi  der  dds  darth  din  ßraidird 
(KinblOe  (Ivn  gun.  SpciMximmen).  —  Aof  daaaelb«  TM 
Trii'Uniuni  d«  ßnHÜin  de«  Ursus  In  fUTenna,  VttVr.i 
gowiiki.  Dna  grieGlÜHcli«  Kluicter  Mur-äaba  in  PalBatini 
{IXUS}  1-6  (lUior  dio  Wldet  d»  Kloat«»}.  —  t'W  t« 
KnhriiT,  Kino  vidttig)'  OrnlmUtt«  dcrKkUkombc  roaS.I 
<iM.y.>  GymoMulaclialwum  S2  [ia96)  574— SAl;  699 -J 
Drlofe  Ober  il«n  bMllliiiitMi  Makr  PmwIwm  (XVI.  Jala 
IV  Kr.  10  a  180-164;  Nr.  11  8.  26«-S9ä  (nus.)  (mir  4 
t)  "bjetvf  tau  nat«f<liin><-,  »»(iMMds'c  &(1881)  445—4^ 
eil.  Huj-el.  Nük'B  nur  le  in'iiitrt-  byumUn  Maau«!  Pul 
du  inoini!  Dehvii.  Rrvuv  iin^h^o!..  TraüiUai«  »^ric  S  |1S( 
D,  Mannikhildi^r:  Kpinauil,  Kenvolkii  obicnt 
los  Bfuntini  «t  Im  Anibps,  lUvuo  wchfoing.  NouT.i 
linrte.  llistnir«  dna  arU  itidiistriols  4  (18A6}  I5>^  ff.  4 
y^a^i«  ( Mosaik iiialvroi)  Vi'  fji  b^x"'^"!"  ""  ■""'  (J 
£8a— 541;  58S— Ö&5.  —  E.  MUiitE.  U«  mMiaYquM  )| 
mentd  53  (18f!S)  S23~S40  (mit  fini-r  HtliograTuru).  4 

4.  und  ä.  .tnhrhnndftts.    t'ntAnnirhanp-D  iiaf  dem  Gera 
du  altdinallicbon    Kunst     Jnuni.  Min.    1K9.'>    Bd  SM 

5.  »4-1S6:  Bd  800  Juli1i«ft  S.  31-71.  -  (>.  MillJ 
'E^ij^F^'C  np/oioJoyixi^  1894  Sp.  112—139;  U9-llt2  t 
von  Ila|ibiji).  —  G.  Mlll«t,  UoMlqnes  de  Dapliiü.  Ada 
niEntB  ft  M^muiii>s  pu1)lii^-s  par  l'Academie  den  Inscrlpll 
de  iaä6.  —  Nikudtm  Kondakov.  Die  Uoaolkon  d«ri| 
Kpel,  Odeasa  18S1  (mit  12  Tufebi)  (nias.).  —  £mile  ( 
hiiwa  de  lu  Mosqii^e  ilo  Kaliri^-Djami  fc  CpU,  Uulletin  ^ 
A.  I.nrAl,  tiDS  principnir-n  mciMlqnM.  pfintarea  Vt  M 
Cp1<>.  Text«  av«e  42  photoKraplÜM.  Kpcl  188S  (mir  i 
MuHulquM  byianttn««  de  Ükiv.  B.Z.  1  11892]  74-80; 
Jos.  Stnj'^owBki,  Mü&alqu««  hvianUnea  de  Klcte,  ELJ 
hu  in,  Lca  moaulqn««  de  OruttA-Forrat«.  Gtuetto  an! 
"*.  Müflulqni's  ile  t't^gliia  Haint-Vitol  de  Karniuic.  Rcrg 
Jrnn  l'iiiil  Kiclitf^r.  Die  Munikon  von  Ilnvenn».  Wit 
Diu  Mnaaiknn  Von  Kjtvnnnn,  Stimmen  tinit  Maria.linacli  \ 
(hBll  dir  splitoro  KAVi>nnati>cho  Knnst  fDr  eine  i'ortsetn 
KuiLst).  —  E.  Kjedin.  Der  HoaaikbudeD  der  Kirdi«i 
itavenna.  Vii.  Vr.  2  (1805)  327— S$9.  —  Jon.  Strsjgoi 
(I8t>6)  140- 1&7.  —  Hanch«  BüiachlOgig«  auch  bei  | 
de  l'ltalie,  Purin  1874.  ] 

9.  Elotnkunat  und  Eonatgi 
A.  Sammlungen,  r^diiirtnii  vnrmisi:ht<>n 
byMntiniticIicn  Ktcinkunxt  «ntlialt««  <!i(-  vun  Ch.  Cahi4 
M«I«nge«  d'iLrcHoio^e.  vnl.  1—4.  Pui-iB  If<4S— &6  und  | 
Paria  1H74— 77.  —  Manelit«  lur  Klnnkunat  «ntliftit  1 
bililiotli^Uff  d(i  PatmoB  au  comniencunicnt  du  18°  «iicld 
Wuul,  Die  antiken  Koliquiure  der  Poti^rakirch«.  B4>miM 
(bwcliTdbt  ucit^r  ujidi-ri^Tn  ein  hyx.  Gnkolpion  ans  dam  1 
Minor  lonirouton  Artikel  Ohm  Elfenbein-  und  0»ld«ttia 
Oewichto.  Siegel.  MfintDn  n.  a.  w.  veranstaltete  (1.  Solid 
lugoB  d'arcb^ologii'  byzantino.  Premiere  H^ri«,  Paria  m 


9.  EnastgeBchicht«. 


1123 


^H^B.  Klff nhiiinnrk<>U«n;  Eil.  Dnlikprt,  Ziir  Ocnrlikht'*  di>r  Rlfpnbninonilphir,  Re- 
^ftriom  (tir  KnnMwie«.  if  limr>)  162—184.  vo  8.  tfi8-lT3  epeiiell  'li«<  Fmgc  dvtt  bjnn- 
^BAoti  BJoflüMManf  dorn  G«hiet  der  ElfMiheinskulptur  belutnilfilt  wird.  —  über  Klfenbeln- 
HSel  it«8  6.Jt>lirb.handeltJ.t>triyK0WHki.  B.vt.  Dcukiuftli^r  I.  Wi«»  1891  8.2^  ff.  —  ü. 
ßnhlniub erger.  ün  tnptyque  hviuinlin  en  ivoin-.  (iuwtk-  iks  ln-uiis  arta  189)  B.  2fl*— SOS 
[ober  lUd  frlllii-r  unter  dein  Nnmcn  «nnPH  iRtiton  Kf-HitKcra  lliirbitvini!  bekannt'.  Hrhoii  von 
LiNoMH  in  <tcr  Kurne  de  Vurt  clin^ticn  IKH.^,  Jnnunrlirft,  bphiinilullo  KirdnlininlriptTchon). 
t-  G-  Sohlnmbergnr,  Va  ivoirn  bywinlin  Aa  IX"  fii*c|p,  ivprt'Si'ntaNt  Ic  couroniifincnt  do 
["«mperoiir  d'Ori»nt  U'-nn  VI,  Gax.'tt.»  <\™  U-anx  »rU  1^92  S.  118—222.  —  P.  N.  Pup»- 
■  eor^tu,  'Afgnia  nWj-  roü  /ir;-riJl'>^R|irir(>oc'  fty/or  Jijfiiji^io»  tiiv  nolisrjfoi'  f<aaiiilo»'irii< 
hl  tittfmriöBi^eu,  B.  Z,  1  (lÖfl'J)  47Ö  48"  (ititt  piner  Abbildung  der  beupturhcnen  Elfen- 
peinlafel).  —  H.  BnrbiiT   de   Muntuult.    Avorio  bixiintino.  dellu  tine  dell'  XI  norolo  nel 

liMMt  crtHÜiino  del  Vntiiuiti«.    Arrlilvin   sUirirn  dell'  artn  H  (1HI98)  804—307   (flnn  die  lle- 
Chriiiti  dnrBtellrnde  Klfnnbeintnfel).  —  0.  8ohlnniberK<'r,    L'n  ivoirc  cbn'tien  inAilJt, 

lommMtn  ec  M^^moir«»  publii^s  par  rAcod^niio  dns  InsrriplJons  et  Bflles-Iettrcs.  DeuxiAtne 
Je  de  18!)4.   Pari«  1894  (Dumtvllunic  diii>r   um  oiuru  Prediuer  vi>t«a.ninjeltMi  Volks- 
e).    —    O.  Scblumbi>ri;i>r.    Dvux    vuleU   d'un  lrjplyc|iie   bj'ukntiii   ea    ivoire  du  XI* 
de,  Qazflto  den  Üenui-Arts  3.  pi>r..   13.  lunie  {\»\H\  Slil—SHl. 

C.  (icgenntiLndf  uux  Metnil.  (ilnx.  Tbon  u.  ■.  n.:  V.  Langlois,  Noliee  sor 
de  Conntnntin  XIV.  ilcmier  einpereiir  do  V.\Ai\  cansarri  ji  rArmeria  Rpal«'  de 
Iteme  »reWolog.  14  (If'Si)  2H2— 294  Idip  ZnlpiUing  des  mit  einer  grierhi§cheii  In- 
Itchrifl  vcrvehorifii  Ssbpls  nn  Knn(>Uiitin  Dratt»«e»  scht-inl  mir  luieidior).  ~  E.  Hitivr. 
jßuv.«c«iUe  d'or  bytniitiii  portuiit  iine  inBoriptiuii  Krocfiuc.  Revuf  arvliiSul,.  Nuiiv.  SiJrie  38 
(IS79)  S9— 4.J.  —  Vincpnt  Ambrosiuni.  L'o«ten»üir  bjiiintin  d'Agnone  (lliilic),  Hi'viie 
i«  f«rt  rhnSticn  30  (1(W7)  33Ü— 332.  —  (iiov.  Veludo.  Ln  piillu  dorn  di  Siin  Mnrro, 
^onutnonlo  biuintinn.  Venedig  1^7.  Aiirh  engliiich  nnd  frnnxnHiRch.  —  Dnxu  dns 
Ibea  S.  II 15  angefahrte  mi>nitm<>nl«in  Werk  nbnr  S^  Marco,  «o  der  SchaU:  von  N.  Miirvo 
ipD  A.  Pasioi  beli&ndrlt  Ist  (11  t^tora  di  9.  Marco,  Vnnndig  18^.  —  A.  Paiiini,  l.n 
Ulla  d'oro  di  Caorlf .  in  der  Zeitung  .IiU  Dife§u*  20  (1887)  Nr.  91 — 98  (mir  unirigllnglidi). 
U  D.  W.  AjnaloT.  DrL-i  iilU'hrifittivli<^  (ipfässe  uns  KertHch,  Petersburg  1891  |S.  A.  aua 
Hl  Oenkxchriften  d.  k.  russ.  nrdiUologieuhen  lleei-dtschufl)  (ruaB.).  —  AI.  Surlin  Durlgnjr, 
bjIacUtrn  Aleundrin  contns  Ics  fpistaxis,  Rem«  dee  iL  gr.  4  (1891)  2(i7-'29S.  —  0. 
chlninberger,  Unn  reliquc  byxantine.  Revue  das  H.  gr.  4  (IßDI)  ftSh — 387  [über  du 
lit  eirwr  beschriebenen  Silherplntli'  verseheno  ScbBdolfragmpnt  de«  hl.  Akiodfno«}.  —  (i, 
eil  lDuiber|:er.  Ainnletti-e  byiautiiiit  anoiene  deslini^H  li  coinbattm  les  maleflcc«  et  len 
U»LBi]i<-K.  Revue  des  i-t.  gr.  .i  (18Ü2|  73—98  (Ober  byzantiiiiaclie  ZuuberKeac henke,  die 
nrOhnlicb  DamU'Ilungei)  de«  Königs  Salemon  da  dea  Beacbatxera  vor  Kmuklieit  und  Be- 
vxung  und  venwhicdener  Tiere  wie  LOwen.  Sciünngen.  Skorpionen  tragen).  —  Zur  LSt- 
tratur  UImt  dir  hj^juitin lachen  Amulette  vgl.  nurh  (1.  U.  de  ttoBai,  Cupoollu  pensilo 
fHcanii  rappraseDtanle  im  cavaliere  nrmatn  di  lunga  natu  crDeiformc',  Itiilletinu  di 
PcliooloRia  Criatiana.  aerie  V,.  anno  2(1891)  133-iaK.  -  .T.  KtrxygowRki.  Zwei  (Jolden- 
Dlplcn  ftus  Aduttu  iiu  kitie.  ottoniiiniBcIien  MuacuDi  xu  Cpel.  itjt.  Donkmlllcr  i.  Wien  1891 
.  S7  ff-  ~-  £li<!tine  .Micbun.  Ln  cullveüan  d'unipoaloa  b  euloities du  mus^e  du  Ijounv,  M<S- 
mgo»  G.  B.  Itossi  (=  Suppl.  nm  imilungea  d'arc1i<^'ulügie  ot  d'hiatuirv  public  par  l'^cole  fran- 
ttB»  <!'>  Borne.  I.  XII),  Paris  IS92S.  183— 200 (Ober  ÖlampuUen  mit  Dantelluugen  und  «trlechi- 
q|i«d  lnBcllrirt<^^.  die  iinh  Bdf  den  bl.  Meniw,  den  gcbutxpatnm  Ägyptens,  beEichcul,  —  J  oa. 
ltrxygo*9ki  undN.  V.  Pokrovakij,  Allt-rtDuteri^ndruiulAnds.  Byzantinischea  Denkmal  gfy 
Baden  in  Kertach  Im  Jahre  1891.  Materialien  zur  ms«.  ArcliüologiehorAuaeGgebcnvon  der  k. 
(«baolo^aeben  KonuniMion,  Nr.  8,  Poteraborg  1892.  Den  OegenetAud  dieser  t4tila  ninsiscli, 
yi\m  (le«bwb  abgefaMtAu  Arbeit  bildet  ein  in  Kertaeh  gefundener  Silberschild,  aaf  welcliem 
In  Ksisivr.  nncb  Ansicht  der  Verfiuiiier  Justininn  1,  dnrgestellt  ist.  Diese  Ansieht  liek&mpfl 
bil    Eliten  Clrfliiden    D.  Oetjsjev,    Der   Umnt   des   KniiuTii    auf   dem    Bilde   von  KertHcb, 

71- 


1124         BfHntiDiaahe  Litter*ttirg«Kilüiibte. 


Jotuu.  Min.  IBS«  Bd  288  Oktnlicrbda  S.  S21— ST3.  — 
hynuitin,  B.  Z.  2  (IM8)  411-443.  -    Ein  bei  Sm; 
Millnt.  Biill.  <le  c«rT«i|>.  hell.  17  (I8fl3)  ß-m  -  0.  S 
bfumtin«  imidiU  (Amuli-tUii.  in«f«Hux  t4c.)-  i^-  2-  2 
ri>cli«a,   If  l^bu-uin.  t.taAe  ctiUqu«  et  uvJitologiqni 
0.8clilamberg«r,  [ib  croix  bjnantlM  dlt»  de  Zac< 
Uoavmenls  «t  M^oirN   publidn  pM  1'AcmL  il«a  Insi 
Kiigtoe  Piol)    1895  S.  131—136.    —    P.  Üriti,    tnc« 
(1888)  567-669. 

S.  Email:  J.  Lab&rt«.  RpcWcIim  siir  1»  p«!: 
moyon  Age^    Pim  läiiQ.    —   J.  Lftbatle.    IliUuir«  d 
[PkriB  1864)  H91  ff.;   2  (1864)  1  ff.;    3  (186:0  S77  ff.; 
vill«.   Ohaeirntion»  sur  l'^mAillcrin  et  mir  qiu-lque» 
■inai  quo  du  nioyi>n   bgir,  Kcvun  AnJidolug.  14  ilSÜT) 
Du  Si4<g«sk[«iix  ilea  byMnKnisebea  Kuson  Conataii' 
HOB  U  und  d«r  IGrUnsUb  lies  Apostels  Petrus,  Bonn  l 
von  N.  Knndakov.   Geafhictil«  und  D»ukiiiAl«r  int 
3oh.  Schuli,  Der  bjr.untJnlarlii'  ZvlIriiHcbindi.  Fr&nlc^ 
der  ZeU«MinallMiniiiIuiit;  A.  W.  ^ici-niganHlakai.  der  sfH 
|!;rap)iit.>  viilmctc;  k.  a.\.  —  llauplwtrk:  Nikuilim  KuD; 
lila  h}'i:iintiniii[--h<^  Emails  l&nimlnng  A.  W.  Swonigq 
glnichieitig  such  in  (raniItBlscb«<r  nnd  rassischer  Auags^ 
Vgl.  ai{<  Dpsprecliung  von  B.  E„   B.  Z.  4  (1^95)  äl9- 
tabicau  rellijuaLre  bjmjitin  in^dit  du  X°  siiitOe,   Monntnl 
diinii»  des  Inacriplioneii  et  Uelleä.Lvttrea.   Premier  fasa 
mit  ZcIleneinuilpbtUrn  nuagest^itU-tt^s  Heliquiviibild  ioi  B 
in  Rom). 

K,  Üewoho:  J,  Labarte.  HlstAlre  dM  arta  B 
•ine  mit  bildlidier  Darstellung  und  liiai-kriri  aiiaic<<«Ultal 
der  byiAiilinmrlieu  Armee  bandelt  (i.  Coua-Lusi,  | 
detr  Ati'Oileitiiu  Punlificiu  di  Archeulogio.  ߫m  1889.  Dl 
Di  nlcuui  bvuri  ed  ucijuiiibi  ilclla  bibliot«oa  Vaticana  i 
180ä  8.  109-117.  -  Höh.  Forrar.  Die  ÖrtUwr-  nniH 
Stnuxburg  IXHl.  -  ßoh.  Forrer,  ROmiaafaa  und  bj 
tirlLWfddi'  vnn  Achmim-Panopolis,  Strussbnrg  1891.  -^ 
Allerlilmer  nuis  dem  Orilberfelde  von  Ponopolia,  Straaal 
Publikationen).  —  H.  äwoboda,  Ein  altchriatliuluT ^ 
QuurtaWJir. «  (18921  06-113.  -  Heinr.  Frauberg« 
Üewoi'beuiuaeiun  lu  DUswldorf,  JohrbOdier  d.  Vertüna  1 
H«rt  »3  (l»S'>)  2'i4  -2.13  (dhor  cinnn  unter  Kornttantii 
PurpurHtofT.  dcaaen  Muster  gogonllbpr-  und  nhrrniiuuidod 
Üyuintinisvhc  PurpurstofT«'  mit  rinK^wi-bt^n  n«ngri«cbii 
Inschriften.  I.  ,1'nlliiim  litlj>ntttim*  mit  Elepliantenm^ 
(jnmsnn  dna  AiU'b«ncr  Münsters.  ZeitAcbr.  d.  bayer. 
(UWr  das  berUlnnle  Purpurgew  ehe,  daa  scliom  in  di 
Ciibiflr  et  A.  Marlin'  vol.  2  [i'ima  1851)  pL  IX— XI  g 
auch  hei  0.  SoblumbtTger.  Nici^phoro  lliocu  8.  437).    1 


10.  EiaSnsB  der  bysaDtiaisoben  Konat  auf  daa  Abt 

Die  (rllher  h(irr«rbeodi>  AuHi-huiiuii^.  iltiss  die  gol 

InndsH  bvxnntinisch  sei.  Ist  in  disr  ncuuren  Zeit  pj 

tufenu  Fofwchpr  balieii  xu  teijien  vmucJit,  liiw«  von  ctnsf 


9.  Knnstgeschiclite. 


1125 


ja  i*T  ab«ndlXn4i»rb«n  Tnlkor  mit  ilcn  Bj-xAiitinom  und  von  oinpr  rarkhnltlnscn  AntM"- 
lODK  ihrer  SuporioritSt  nicht  di«  Rpdo  nein  kann.  Carl  Schnamin  kam  eq  dem  ScUusm, 
der  lirunliniMlie  Eiiifluss  iiirp^'ls  in  clnar  vnlligpn  ÜDt«rwi>rrDD^.  nirgends  in  der 
An«rkrniiunK  do«r  hOlii'ren,  I)k-I1>«nd  la  «r8ti'ebeTid«n  SrhOnlioit  1}0Bt«lit.  9uiidi>ni  sich  nur 
Mf  riniflne  Zweige  dor  Kunst  erstiL'ckl:  vgl.  dea  Exkurs:  Die  byxuntiniBl^lle  Kruge,  in 
winM':  Ocwhichto  der  büdnnden  KOuate,  9.  Aufl..  4  (1871)  718-~TS5.  --  Not-li  niiilkaltfr 
bt  bn  der  Bcatreitung  des  bjzantinJaciien  Einflusses  A.Springer,  DJo  bj-untinische  Kunst 
Bnd  ilir  EiiiDuM  im  Aliendluidc  in  seinen:  Bildern  »na  der  nenet«ii  Kunet^esidüclit«  1' 
(Bmui  1K)*B)  TÖ— 112.  —  Anrwerdem  vgl.  folgende  alt*re  8cll^ift^^a;  M.  Fi!lix  do  Ver- 
■tttlh,  L'atcbitectec  byiantinP  eu  FrunM.  Paris  1851  (auf  dem  frusehlag  1S.12)  (mit  vielen 
Taft^ln).  —  Oegen  Hnp  ablehnende  HeHprwbung  die»««  Werken  riditnte  K.  d*  Verntiilh 
di«  ScbnTt:  De«  influenrc»  bj-xuntincn.  Lettre  ii  M.  Vttct,  de  rAn«iii!^uiio  Kranvuis».  PiiHa 
I8&6.  —  Einielne  Reflexe  d«r  byiantiniiicben  Knnut  in  ^nien  bespricht  D.  .Tone  Amadur 
de  t.oM  RioB,  El  arte  LutJjiO'BiiuintlDO  en  Espnfia,  Madiid  ]8i)l.  ~  Ciirl  Kriudrtrh.  üi« 
dfpuhrinrrtirfa  nn  der  Kniiri-l  di-s  UoniB  ivi  Aui-Iiliu.  Eine  Nachbildung  der  Tlioodoricll- 
•Uloo  in  Kjivvnna  und  Anchrn.  Ftlimbtri:  l><H3  (bt-atreiU-t.  dium  dio  liyxnntiniiicbe  Plastik, 
bM.  ioi  '>.  Jahrhundert,  einen  nennenswerten  £inÜUBS  auf  dio  abendlandische  gehabt  habe), 
Otgta  Min«  AiiflfOlirang«n  richtet  «ich  Ed.  Unbbnrt  in  der  oben  (Nr,  9B)  angefOhrtMi 
Arbeit  .Zur  GeAchieht«  der  Elfenbeins kutiitiif*.  ~  H  Janltschett,  Z^vel  Studien  zur  (>«- 
•chiclito  der  Carolin gisclien  Malerei  (1.  Das  orientuUsche  Element  in  der  Miniaturmalerei, 
l  BOderatnit  und  Dildcrprocluktion).  Ktrusäbiu-ger  Festgnm  an  A.  Springi.<r,  Itcriin  und 
BtnttgUt  1S85,  —  KinigcB  über  die  Oeiiehungen  der  Ältesten  itolienisehen  Kunst  lu 
Hyi»ox  bietet  auch  Jus.  8trtyguwski.  CtniAhue  und  Rum,  Wien  1888.  —  Zur  weilorea 
Aafliellung  der  byuinÜnischeu  Frage  war  es  vor  alleni  nötig,  von  ihrer  allgDmoineo 
t^iasiing  mnBchst  möglichst  ubitusehen  und  vielmehr,  uuf  Grund  einer  erweitert«» 
Kenntnis  der  hysantinisclicn  Originale,  einxelno  Werke,  Kunstschulen  und  IVoduktionn- 
gebielc  unter  sorjtfllltiger  Bonchlung  der  clironologiachen  Seite  einer  scharfen  DelMl- 
OBlfmichung  lu  unterziehen.  In  dieser  Weise  besi^baftigen  sicli  mit  der  bj'xuntiuischuu 
^tgc  einige  neuem  Schriften  wie:  C.  Frey,  Urepning  imd  Eutwickluüg  ätuuliachur 
^^£t  in  Sadilnlien,  Deutsche  Rutidßchnu  68  (1891)  271—397  (über  die  byauiLimadie  Kunst 
m  Hauptt'oraiiiksetxung  des  sllditnlieuisclieu  Kunütbetriebs).  —  C.  Frey,  l'mprung  uiid 
Weiiea  wMleuropAixclior  Kiin^l  im  Mittelalter,  Deutsrhea  Wochenblatt  vom  12.  und  19. 
OkldtH-r  I8!)3  (St.  41  uud  -IS)  lliüiidr'lt  aus  Anliise  der  Abhandlung  von  Fr.  X.  Krau«  flber 
£»  Waiidnuticreien  von  S.  Augelu  ju  Formis  bei  Capun,  Jahrb.  f.  k.  preuss.  Kitusteamml. 
Bl  14,  Heft  1—3,  Aber  die  .byiiuitiiiiache  Frage*).  —  L  Hagne,  L'urt  byiuuün  et  aoii 
UoBiiee  Bur  lea  arte  en  Occident.  Revue  encydopfdtque  3(l^[iS)  cal.  8(1(1—910  (mir  uiitu- 
Ijlllgllch).  —  Cber  eine  in  der  Soci^t^  nationale  den  antiquoireii  de  France  ab- 
)[^hnItrm•  Diskuwiinti  nbci  di^  byiimtinisch..  Frage  vgl.  B.  Z.  2  (1H93|  .■JfSO;  3(lS9<(2a4. — 
Ober  den  SyMnliuiscbeii  P^influ-iS  Buf  dii'  xtld italische  Kunst  hondelt  Ch.  Diehl  in  mehreren 
itlB^r  oben  nngeführteu  Schriften,  zuletzt  xuBummeufaaaeDd  iu  seinem  Ducbe:  l.'art  hyzHn- 
ün,  Paria  <1H'.>1>  S.  Ü-''21.  ~  Kug-  Müntü,  Leb  artistes  byuiutiua  dans  TEurope  latlno 
Jn  V  «u  XV"  wiScIe,  Kevue  de  Tart  cliri^Üeu  S(i  (1893)  181-190  (reidiliche  Litterotur- 
Uarliweino  tat  byinnCinischcn  Frage).  —  An  diene  Arbeit  Hcblieaat  sich:  Ä.  L.  Frulhiug- 
-_m,  Jr-,  Byiantine  arlists  in  lUly  frum  the  «ixlh  tn  the  fefteeuth  Century.  AmericHU 
iTHtninl  ef  nrch^ieohigy  1894  S.  SS—.'Sä.  —  A.  l..  Frothingham,  Jr..  Noten  an  byxantine 
kt  »ad  cultnre  in  Ilaly  and  espeeially  in  Rome,  .\mericnn  joum.  of  lucb.  \Wh  ä.  152  bhi 
feg.  -^  .Uehrfaeh  berQlut  wird  die  byzantinische  Frag»  auch  von  Frani  Frindr.  Leit- 
Pvlmli,  (St-Bcbi eilte  der  karolingiHclien  Maleri>i,  Berlin  1894  (will  byzuitinischMi  Eiitfloas 
nr  in  gm«  vireimu-lten  Ffttlen  gelten  laasuii).  Vgl.  die  Despreihuiig  von  C.  Frey,  Deutaclie 
mti/ontoneit.  1694  Nr.  1.  -  K.  Dobbort,  Zur  byiuntiniachen  Frage,  Jahrbuch  d.  k,  preuw, 
'ti n«tT* "■■glnnp»»  1^  (1R94)  125— l-i9;  211— 2^t)  (erörtert  die  Frage  im  itusatumonluinge 
Iklt   den  «ach  rm  C.  Frey  besprochenen  Wandmalereien  von  S.  Aogolo  in  Fonuis,  deren 


1126  BrxanUnUcbe  litte  rata  ig  eschiulit«. 


Grimilch>»kli'r  er  fllr   bynuitinlKJi   liMti,    —    \1.   S[ 
BSlimon  und  Uuhnm  und  der  bvMnUniBcbu  Etiiflawi  \t 
luid  NoIiK'ii  (Itvjcrtija  i  nunjvtki)  )Ö!fö  Kr.  lü  S.  99 
tietiiaab-AlidiiüUich«  Gtwnmuig*  kü&  Kdm.  lirAiin. 
Bnclmikbgwi  im  frOherra  Mittolsltcr,  KifBnnineaboft 
1695.    Hegen  ilin  auasrat«  ai«b  VHk«,   R^pertar.  f 
hjuaUniacbc'  SltWinfidwe  liaüidelt  Mich  Slralimirovj&l 
iokba  in  ävr  Docca  di  Catbiro,  U«iiksrlinft6B  d*T  k. 

il.  ByiftntiniBflh«  Cnniit  bei  den  Orlantaleii  und 

A.  ZuKtimmRnfitii«oiiiic  Werke:  lliia|>t<>'n-fc  1 
der  byunl.  KiuiHt  zur  hliniatiii  nnd  Ornnmoiitik  bri  da| 
SyTeni,  Enpli'Ci,  ArriM-nioni.  (irt>Ttf«m  nnil  Arub#ni  ielt 
{&  Jalin-ii  lii'iiilii^nil«,  durch  kjiiavrtichi!  HuiüfiMfu  pi^ 
Wladimir  ätaeaoff,  VoracmMit  eltiv«  et  orienUl 
2  roll,  I'^U'nbuui^  \mi  (Tfxt  ni»ai«di  und  fi 
BiialajtT,  Juuni.  Min.  1»»4  M  23S  S.  M-104  {i 

B.  ifj'rcr,  Aruhrr.  Kaptnn,  Armenier.  (Jo 
dl»  apokryphon  nniliiarhon  KTangpliams  Ton  d<'r  Ki: 
rfnlinnn  in  Florcni,  Zupiski  d.  k.  nls».  arehiolog. 
uiiiiittitii^lidi).  -  E.  Kjvdiii,  DI«  ByHachen  Hae  mit 
liibliutJauk  und  im  Briüscbcn  Munvuin.  ArdiSol«^. 
Hunjetki)  ht»raiuig«K.  vgii  A.  UwibiutT  ArtbAulo);.  0«^ 
(mir  nnniglnglich).  -'  Uta  Einflu*a  ikr  »pftbSltnUcb'b 
und  peraiach«  'ri-ppichnmiuiicntitt  hut  DBchgcwiMao 
liMpiig  1891.  —  Vgl.  auch:  AL  Kiogl.  8pMiiaobe  Ai 
K«w«rl>«vt>reiD8,  MOnch«n  1892  ilrft  II  and  12  S.  SS 
AibiritVD  mit  bj»iiitiiu§rbeD  lud  sanioiiiefli^n  Moti' 
HpAtrOiniBcb-bytuiiüiUHcIi«'!!  Kuuat|;[.'l)i«lea  isl  uucli  di« 
ni>Iic-ii:  AI.  i:<i,vrt,  Lvs  muuuuKml«  copUw  du  mnttde  ^ 
pur  Ic*  membrcK  tlu  In  missiuu  imbiiulogiiiue  francoil 
1889.  ~  (i.  Kbera.  Kinii bildliches:  Die  küpti»i:hc  Kni 
1iehi<n  flkalplUT  und  ihrv  ±^<rn)l'ole,  l.iupTiig,  Kngclmann  j{ 
B.  Z.  2  (1R88)  112-iai.  —  A.  Riegl,  Zur  Fni{(e  dea ] 
in  der  spSUn  Antike,  Eninos  Vindobancnsia,  Wien, 
ein«  achuo  im  AiifsaU  .Koptiivbe  Knnsl*  bwUhrte 
nuhme  iilUi|i;yptJai:her,  sUtt  livllerüscfa-rilauiRclier  EUl 
mittolaltcrlicliiMi  Kunst  Afu'iit«iui  zurAck).  —  Tgl.  ai 
coptic  churchM  ot  Egj-p<<  ^  ^^-  Oxford  18M.  --  Eil 
ra«l«roi  tpbt  Graf  Alex.  Sergei  Uvarov  im  KuUit 
Hchriften  des  Ö.  iiTchilolug.  Kungrvssee  in  Tilliii,  Muskoi 
übereetlung  vnn  J.  Uoiirier,  Im  bibliotli><qur  il'Ktt'bql 
1885  (mir  iinziigilngtich).  Vgl,  die  Breprw.imn)!  voa 
S.  183-154  (riMs.).  —  Jo».  Striy^iiwski.  Des  Bt* 
Oeachji'litc  ilvr  Hrmoiiiacbvii.  ruvcuuutifichm  und  sjrti-^ 
«iintiniBclu'  Dcnkuifili-r  I).  Hundelt  über  die  Arclut*kta 
die  ultdo  Eir«iilieindeckcl  and  ilie  Miniuttircn  ilre  ia 
VMM  J.  9(*9,  flljcf  dio  (icBcliithte  lit-r  Brm>-iii.ii:li(.'U 
kauäti!iuli(>  Heili^enbildi^r.  Vgl.  die  Rnnpn-rhungD 
d.  Kuudc  des  Mnrgcnlandc«  5  (1891)  169—174, 
Ud  280  \prilh«ft  8.  888—105.  —  E.  K.  Itjedin, 
ini&dxin,  PicUnWi^  \%9\  \^.  k..  «au»  ^na' 


9.  EanstgeBchicht«, 


1127 


^  H.  Konitiikov.  Itrii'hri.Nbung  von  OonkmAli^rn  iTch  AltcrhimB  in  oioigrn  KiiKlirn 
UlMicrn  (SniaiiiicnB,  [VU>raburg  IXUO  (nun,).  Ornfiii  livaiov,  (Thriiillif.lKi  Denk- 

er. Uatcrinlicn  mr  Archfldogio  dM  KankMUs.  Urf.  IV.  Moskau  IBM  iram.)  (IlAU|itwerk). 

C.  Slavnn:  Alfr.  Manry,  Coap  d'iwü  snr  l'huttnir«  d«  iWcliit^ctare  r*Jigi<<ii80  eo 
i«  jusi)u'»u  r^o  de  Pterre  le  Oruni).  ItwiM  urcli^iiloii.  '^  (1846)  773—798.  —  J.  Sa-' 

ti«r,  MolJatui  aur  rii-ODOKrupliiv  sutn^i'  eii  Buwie,  Peteraburit  IMO  (mir  umugUnitlicIi ; 
ickt  tdentiacU  rail  dvm  fotgi^iidi'u).  —  Sabntler.  Notloim  Mur  l'i<ioiiogriiplii>'  aorri^c  on 
I»,  Hevno  »nrhfiolug.  7  (ISSO)  I74-1T7;  234-240;  821—339  (b.-apriiiht  rusaisuho 
iftoo  von  Debolskij  und  Knp^'rnv  und  publixicrt  xwH  nuf  da«  Thema  beKtIgtielii'  ttriefe 
Iftatmn).  —  L.  J.  Gui^nnlinult.  Notke  aur  iino  peinturo  jtr^cO'rus*?  repn^ecotAnt 
it«  la  hitfrsrthio  cMeDtc,  Revue  arch^nlott.  14(1857)  2äl^'236  (Ober  eiii  von  eiiu.-ni  fnui- 
BitaiMliM)  8oldu(«ii  in  8ebiLatu|Kit  eefuiiileDoa  üem&ldo).  —  V.  d«  Buutuveky.  Hiiiloir<<  du 
l'unicincnt  nuni*  du  S°  all  SVI"  si^cle  d'apr^a  lea  miinusc^rits  TgreFS  rt  slitvt^s).  Paris  1V70. 
U.  Waltrowits,  f>  IIFOJPOMOS,  Mitt«itiuig(-n  Qlinr  neue  Forarhungon  nuf  d«ni  üebitrlo 
indicr  KirrhcnbaakuiiBt.  Wien  187&  KcKprnohtin  von  Kaianovskij,  Joum.  Min.  I8K0 
£11  8.  Mi  4nS.  —  E.  V.  Baraov.  Altrmuiigch«  DcnkmUler.  die  KrOnnng  der  Ceren 
von  Rttssloni)  tiotn^ffend.  Vortrllge  der  Mn8kaii<>r  OeselUclinft  f.  Oi'Siiliioble  luid  AlU-rtDiner, 
Moskau  \SSS  M  I  1—160  (russ.)  (mir  iiuznKSuxlicfa).  —  E.  K.  Rjedln  und  D.  V.  Aj- 
nalov.  Cb»r  die  Freskeu  der  Sopliieukirrhi-  iu  Kiev,  PeUTslitirg  ISBÜ  (ms».).  —  Ornf 
Ivan  Tolatoi  und  Nikodim  Eondakov,  RuBoiAcht-  Altertltnier  in  den  Di-nkm&lern  dar 
Kunst.  4  Ucfcrungon,  Polersburg  If*89— 1H91.  Für  mis  ist  bes.  die  viortj-  Liefcrnnj; 
■iditiic   w«Jcho  chriatlii'ihc  Altertümer  in  dur  Krim,   iin  R^kiiknauB   und   in  Kipv  belinndell. 

—  M.  Wnigol.  Bildwerke  aiih  «Itabvisiher  Zeit,  Archiv  f.  Anthmpi.lenie  21  (1893  —  1893) 
41—72  (Irugii^t  df'M  b>'uutini4i-b''n  Kinlliiss  auf  die  alt«st«  slaviudie  Kuutit;  fUr  diu  run 
Uun  mitcotnlt^n  BclieuHH liehen  .Kunstwerke'  niug  daa  auch  lulreffen). 

D.  VAlkerwanderungskunftL:  Manche  {)eu«huii|ceii  Kur  «pltgriechiiicli.byxAn- 
(■■iatliMi  Kunst  bot  die  sugcn-  Vülktrwuudt-rungHkunflt.  VgL  Job.  tiampcl,  Der  Gnidfund 
von  Nasy-HMnt-.Mikiiis.  log.  Sclinlx  dm  Attila,  liudapcst  1S8S.  Vgl.  dio  BcsprocIiuuK  von 
Th-  Frimwel.  llopurlorium  f.  Kunstwiim.  11  (1888)  173-179.  —  Frani  von  Pulaky. 
DmkinSler  der  Vfllkerwandenin«,  riigariw;he  Revue  1S90  S.  81—91;  33&-864.  —  Zum 
Vldkrr<raml«<niiiKt«til  v^il.  ancli  Fant  Clemeu.  Merowingisi-he  iiud  korulingiiidie  Pliuük, 
Jolirbflclier   dea  Vereina  von  Alti'rtuiuHlteundeu    im  Rheinland«,  Heft  Si  (Bnnn  1893)  6  ff. 

—  Jon.  StrxycoWHki,  Der  Völkr>rwandprungiBtil,  Preuss.  Jahrbücher  73  (1898)  44«- 4S9. 

—  Dir  Entlarrunt;  einer  der  kniinalMi  muilcrncn  FlIlBcliungpn  uat  einem  (irenigebiete  der 
kjmitiliMcliMi  KiuiBt  rrrdnnkl  innn  II.  (irisar  S.  J,,  L'n  pn^tcndu  triaor  ncti  dea  pre. 
nien  tiMn  (le  ,Tegoro  rhito'  du  chev.  Gianrjtrio  Itami  a  Home),  Itaino  189S.  Daiu 
wia  Naebtra«:  Ancora  de!  proloso  teaoro  CriHtiano,  Itoma  189Ö.    Vgl.  B.  Z.  4  (1895)  S4S  f., 

U  (189tf)  Ui. 

12.  Knaeen.  Zeitschriften,  Bibliographl«. 
A.  Mudeen:  .\lb.  Uumont.  I.e  miioL't  t-uiuHröue  ik  Cplo.  Antiquil^a  grecquc*, 
pfco-maiaioea  et  byxiintines,  lliviie  arehi'cilog.,  N.iuv.  .Serie  18  (18«»)  ^37—268.  -  Ford, 
Piper,  Da»  rhrinllirii-nri'JiAolegiHr.hr  Miiocnm  der  t'nivetnitJlt  tu  Itcrlin  1849—1874,  (intlia 
1874.  —  U.  Miliet.  Lo  mua«o  d'onüquiUa  byinnlinoH  ii  Atb^ea.  H.  Z.  1  (189S)  648  (knne 
Katix).  —  AnsflÜirliclM  Boacluvibiui^  dos  chrifttlich-aTebnntDgiarbpn  Museums  in  AÜien 
in:  X^tfriiiMxi;  ä^j^aialiayuiii  iiiit^ia.  .iiXiior  n^tor,  Atlieu  1893.  Diia  nuisiache  hiator. 
MuBvoiii.  Vert>>i('huin  der  DenkrnUler.  Zweit«.  v«r\'ollaUlndi)cte  Auagahe,  Moskau  1893 
(nuw.)  (tnir  uiixuxBngticht,  -  Eiuiifi'q  Ity^untiruHoh«  entJitÜt  auuh  dus  k.  Muaeam  2u 
Kpcl.  Kine  noromoriw-lie  Anfzdliluiig  vunA.Juubin:  iiaaie  imp^-rial  Uttomau,  CatAlnKUu 
4m  >ealp*«r««  grecquea,  romain««.  byamtinea  et  franquea.  Cplo  1SB8.  —  Jos.  titrty- 
gewifci.  Die  (tcmlüdfraammlung  des  griechiacbcn  PatriarcbnU  in  Kairo,  B.  Z.  4  (18!}i>) 
&90  f.  —  Jo*-  ütTijrgowitki,  Die  diriaUicIie  AbMilimg  de«  ZcntnümuMUms  in  Athen. 
B.  Z,  £  (I«W)  S53  f. 


r 


lilt^UItnrliclj 


1128  ByuntlnlBch«  LitUratnrgeschichte.    AU| 

B.  Zeitschrift«!!.  Bih1inKra|ihi4>:  ESn  Podi 
giturhichte  (.'xisü^rl  ulclit.  DafDr  winl  tli«  byiauünii 
■iRliÜKl  in  dur  Bjrz.  Zi-ilaclir  und  iiu  Vil.  Vr«me  _ 
int  dor  Inhkll  dur  ZüitOL'hrifl;  (Jtliiior}  der  X|iMr(Rr>«{ 
ni«  jmt  KW«!  Etlndrhim  I^y^-IMIM.  Vgl,  B.  Y..  4.  22S| 
iiat.nrlirli  ollr  ilrr  chrlKtlJRhpn  lind  m 
pDblik«tion«n  lu  Bctraclit  wio  dio  von  Oi 
d'uvli^olcwi« :  B.  i>.  Nr.  !t  A;  Orjcaii  fQr  eljristli<lie  KiumU  IQ 
Anrbfloloici«' und  KunM.  L«ipug  ItöG— 18a8:  ItcviM d» l'afl 
RuiiäthUtt.  81utt«ut  18^8  tL:  R^aeis  Bidletino  Ü 
Z«it»clinft  r.  rkristlkhc  Knnat,  li««aaifeg.  von  A.  Sei 
loriuin  für  Kunatwisscnsehaft,  Stiittgiirl,  «fialrr  Hi-rlin 
der  Kt'vur  nrrlu'dlcipqiic,  im  tiullotlii  do  rorTrapondai 
loginclicn  ZritsrJirirti-n  finden  Sieb  manch«  «iniwhllgis^ 
vonticnon  «nitlii'h  dio  7ftliln>irlipn  liI«ilciri»:ti-pkiloI«i()^ 
guvn.  8i>rb«n,  l^lnvnncn  und  Kiuatim  {vid,  unt^n  Rubrik  { 
rliristtiriii'  Kiuisl  gibt  Fr.  X.  Eruuii  im  Kepiüloriiiiii  r,{ 
mittel  v»r7eicliii«<t  Ü.  Bi^rnhardj',  Gnuiilna»  dm 
(1832)  727  r. 

10.  Numismat 

I 

1.   AlIgeneiD«  Dftr«t»llanf«n  der   byiantlnlacheB  1 

meine  HilfomIttaU 
üu  Ciiiii^c.  Dl»  imprratonini  Cpolitflnorum  «-u  I 
NnmisninUbns.  xiursl  nm  SrhlussR  dns  ,(!loM«Hiun  ad  urfj 
dann  «rlfastindig.  ){oniai>  1T'V>.  —  Bandnri,  Niunlemati 
Devin  ad  Pala^ologos  AngustiM.  2  Bde.  PhHh  1718.  — J 
2  Bde.  Lvipcigl80I.  —  K.  do  Saulcy.  t:w.iii  d<!  rliuiai| 
liuw,  2  voll..  Mi-(a  mm.  -  J.  et  l,.  Snbntii-r.  I"rodni 
ck««  l«s  Ancii-UB  et  hbMs  moni^tiiircii  romuitui  «t  bminl 
werk:  J.  SabAtier.  Demription  g^rnfmli!  diu  monmu«*'! 
rauni  d'Orient  dt^pub  .\rrjidius  jiiaqn'i«  tu  p^i»^  ri^  Coa 
Pvis  1862.  Vgl.  itio  Hohpu-iliiing  von  AiiaIkIo  A\ 
NoBv.  86mi  9  (lMri3]  4-'i+— 4(11.  —  Litti-ranmiacbwüiaej 
tmiaclira  Kaiser  ancb  bi>j  W.  Koner.  Ri-iwrUirium  ab^ 
1850  auf  dem  Gebiet«-  dor  Geacbicbtc  etc.  enchi^ni-nofl 
~  J.  J.  Leitimann,  Veneicboin  Bäinlliditi  aeit  ^ 
malini'hcn  Wi>rkp.  WeiMeiwo«  IM],  Zweite  AiiKnge  d 
Wt-irariiBüi-  ISÖ7.  —  Eine  gute  ('bpnücbt  rtpr  bjTL  Nurai 
Un-ece  1  (Oxlord  1877J  4;ia-4.'.:(.  —  H.  Cobon.  l)r«i 
jieen  sdiih  rempirf  rcimitin,  Cnntimi^  par  F.  Pcnardcnl, 
(llnuptnork).  —  Viconito  de  Colleville,  Bidtuiro  i 
fint»  «t  dcH  porsnniia^ee  pour  l««qu»la  on  a  frapp^  di 
Ift  pttM  de  Cple  pur  lex  Tun-n.  Tom.  I,  Pari»  1887^ 
Svrrar*,  TVnitiS  de  iiumiumntiqne  da  mofon-Ago.  2  1 
hymnlininrbe  Numiamatik  I  I  — lÜ;  388—439;  II  897—1 
II  904— 112.1;  über  armnniaclic,  georgiache  und  eountigl 
II  S24-928).  -  Kr.  bis  nun  Jahrv  1864  veroffentlicl 
von  Konstantin  dem  Oroasen  bia  U-iS  mit  i-SnHcfaltij 
Theasaloiiilte.  'IViipeximt  imd  fler  KrKnxfabrfrmanien  lii^ 
R^pertorinm  i,\n  anüV«n  SviiniBmolik,  ans  Hirincm  NaoM 
UetUn  ltfti&  8.  -i'iO— Vi«.  —  tft\a\<.«ü«  *«Äw»aV  4«»  vi 


10.  lfoni«iBatlk. 


1129 


^kn  'i*  M.  So1ein>1.   MHi  IS55.    ~   ColWIion  äv  M.  1«  Vivomlo  <lc  Ponton  (l'Am£- 

^burl,  MonnwMi  d'or  ramainaii  et  byxnntini'o.  ['oi-iu,  Kollin  A  Fouunli'nt  1KM7  (mit.  .17  gut 

HagefUllioll  Tafdnt.  —  W.  Krtihucr.    Collortinii  PhoUud^»  Pncha.     Monnnitia  b,vxantitiex. 

HklN  1890.  —  Collectinn   äv   fnu  M,  H.  M<iiits);ii,    MnnnAit^  tl'or  romnino"  vi  hyiantitu^a. 

HWa  1896  (byxanlinMrW  MUnzvii   i-ulliiiltcii  die  Tufoln  3i)— II).    —   Dmu   nntSrlidi  ullo 

Bälgen  KataloiH    von  MUiiimuiutiiIiiiiuicii,   dii^   \uvr  iiii'lit  (■inivlii  tiuf){i!iShlt  vr(>ri)«u  kfinuou. 

^—  Die  wicktigsUn  fflr  lUv  byzuntiiijadio  Nuniiainiitik  in  Iti-trucbL  kcniinundi-o  Zoitachriftuu 

«od:   NumisnuitiBclic  ZribtcliT.  (Wien  1K68  ff.):  TDiloohr.  f.  NiuniMnatÜE  (Bprlin  1674  IT.); 

Rcvno  ntitniimatii|ne  (Bloin.  iluin  Pnrii*  183'!  ff.):  AnnUAJro  de  In  aocift^  frnncuM  de  numii- 

lutiqiir  rt  d'ftrebA^lngio  (Paris   1877  (T.);  Thi>  numiBmatJc  chroniclo  (London    IKiS  (f.): 

Rlviota  italüna  ü  uaiuismiitica  (Milaiio  I8ä8  ff.l.  i 

S.  Bpeslalscbriften  vermlachten  Inbalts. 
Dio  ftlt^'rr  üttfnitiir  (volli,UliidiK  hi»  ISII1)  h.  ii.>i  .1.  l''riiti)IHndi-r,  n.  n.  O.  —  F. 
de  Pfaffcnliiiffi-n.  Kusifliii  iir  le»  iinprps  rmiin-'naU  im  Msnr*  d'iirK^nt  ilo  TribiMridc,  Pari» 
1847,  —  C\wT  r(tlni«rJi<>  und  )>yi!Aiitinitit.'lii^  Münzi>n  und  Litwiditi'  buudolt  J.  Sabatier,  Lettre 
»ai  diKcleiura  de  lu  Rvvut'  tiiiitiiBinulii]ii(.'.  Reviiv  nuimsinii(ii|ut>.  Nuuv.  SiJric  8  (1868t  6 — 18; 
lUin  die  Boricbtiping  von  Iflucii*  iIAulps  S.  213f.  —  JnL  Krkillllnder.  Einige  uuedierto 
Bild  einige  wltone  bviantiniiiciiR  MCrntru,  Uertincr  ßlättrr  für  Mnnx-,  !Siogi>l-  und  Wappenkunde? 
2  (It**!-^)  173— IHO.  —  i'.  do  Pf«ffnnlioffen,  Snr  qn(<li|ui>0  monniup«  hjjjiiitjni'«,  R*¥iic 
Bumixinntiiinc.  Nouv.  S^.ri»  10  (I8ti5)  285— 293,  —  Julius  Frii>UiGndi>r.  Enrorr'  quolqucn 
miita  "iir  Ics  IcttivH  O  I)  'snr  li^  moniuuvs  bjziuitiuesl,  Rvvuo  iiumismnliquo,  Nnuv.  ^t'-rii- 
II  (I8H6)  Gl— US.  '  Fr.  I.t-normanl.  Puids  de  nK'diiilloiiH  d'or  imp^riaux.  Kevu«  tiiiinifi- 
nut*(|U«,  Nouv.  Särie  l2(18ßT)  l^iT- 1S4.  —  Alb.  Dumont,  Miidaillc  inidite  r»{in.'HenU(Dl 
l'imago  de  J^iu  Snuvour  Chulcden,  Revue  nQmiHmatJ<|nn.  Nouv.  Shiti  18  [1867]  lOü— 200. 

—  J.  do  Willi-,  Obai-rvaUwiis  snr  Iob  jäöccs  d'argnnt  pt  d'or  foiirrfi-s  aux  tempn  de  la 
|U|iabliqau  rumainv  et  der  l'Empin?,  Kctiii>  iiuniisin)iti<|ii»,  Nouv,  Si'Hn   lil  |l8fl8|  177^187. 

—  J.  Fricdland*r,  Synicas  als  byiantimHi-b«  PrHjjii'atatte,  NuiiumniitiMcho  ZfliUrhrift  1 
(18G9)  491—433.  —  J.  Frivdl&ndiT,  ßvEHntiniBclii.-  Marken,  NuinifimHtinclM-  Zi-ilnchr.  3 
(I870>  4S3  f.  —  J.  Friodländor.  CONOB.  dio  ondloae  tVage.  Nuraiamat.  Äjilarbr.  3  (1871) 
479—484  (mit  Angabe  di-r  Wtoren  Littoratiir  tlbir  dio  l,o|ti>nde  UONOB  auf  (ioldriillWion 
dar  «ptt«!!!)]  Kaiserzeit).  ~  M.  Pindnr  et  .1.  Fiit-dlnndpr,  Dt<  la  Ngniftratioii  den  lettrea 
O  B  aar  l«w  nmnnoic«  d'or  liyMntinp»,  Sof«ud«>  ^rlitjon,  Uerlin  1873  Iniir  unxu^IlnpUrh). 
Vgl.  daxn  Tli*  iiuniJNmaüV  r.bmmdi'  N.  8.  13  (187S)  172  f.  —  C.  Satbas,  Siir  Ics 
«litHltP  tt.  Uttrc  ii  M.  .SrhhiinberKtT,  Revue  iirdn^cibg-.  Nonv.  S^rli-  S3  (1877)  92—101 
(über  dl«  iriitr  ß  auf  b>-i.  MQnienl.  —  (i.  t^i-blumbergtr,  Mouunientii  uiimlamatiqucs  et 
Bphrailiatiquos  du   uiujrfii-iee  liynantin.  Kdvuo  an'ln'olog.,    Nonv,  Sfrio  40  [1880)   193—212. 

—  O,  SchlninberKer.  Monnaiva,  ball«  nt  baijue  byiantini'H  im^diten.  Kmie  numiani.  111* 
■dfic  7  (1889)  ßöl— 266.  —  W.  Fiophnur,  Lf  gatit  dann  la  miraiMniitiqup  b.viautine, 
AnDiuürv  de  U  *ncMi  franfais»  d?  uutrii«iiiatii|iii!  II.  o^rie  lom«  14  lISBO)  175—178.  — 
O.  Hey,  Znni  Vt-rfall  der  rOmisi'Li^n  MUnEtypik  in  dtr  »pftterca  Kaisiramt,  .\blinndt.  W. 
y.  C3)riM  darfiebiarlit.  MUiicbcn  189]  S.  42— A2.  —  Ober  die  Btrdeutuag  der  MDiiKen  fllr 
<U«  hyuntiniarfa»  GoscLidile  und  Ikonoprnpbio  vgl.  Sp.  P.  I.ninbroa  B.Z,  I  (189l!t  193  IT. 

—  E.  A.  SlDcketbirg.  PJobilissimulsmrinien.  Zeitaclir.  f  Niimwnntik   19  (1803)  IM— 112. 

—  J.  A.  Blanchet,  Moniiaio-i  rnmaintm  et  byxAntinna  intWil<u>  oa  pi:u  ronnues.  Itevu« 
nombini..  III'  strie  II  (1^03)  40— .lO.  -  Eine  ecbOni.'  Sonunlnng  byamtiiiiarbcr  MlUiien 
tiat  da«  k.  Musruni  des  Tscbiuili-Kiunk  in  Kpel  aus  dem  Besitz«  des  Generala  Mak- 
HjU  Paarba  Mworb»n.  S.  R^vue  de  l'Oricnt  lalin  2  (I81J41  171.  —  0.  de  Petra,  Di  un 
teeoivtt«  di  mon^t''  dWi  biiuntino.  Kotixln  dpgü  Sr-ari,  Maran  1S95  8,  83  f.  —  0.  iSeblum- 
bertc^r.  I'oiiU  d»  verre  i^-tnlnnH  mon^tifiinnea  li'nrifiini-  byciintine.  Heime  de*  tt.  gt.  6 
(1895)  f%9-'7ß.  ■-  0,  Schlumberger,  Mi^reaux,  h^s^mx  et  jntona  bynmtins,  Benu 
Miniain.  MI'  rt»ie  18  {189Si  91-98. 


1130         Bysantiniache  Litterstvrgeacliicht«.     klig 

3,  HIlBMa  olas»ln«r  K&üicr,  Ftiratvn  n.  ■.  «■  (ii 
A.   Kaiser:   Adr.  de  IiwngpArior,   RmIimcUm 
cUUco  »t  1»  Utnintlitn,    Knme  umniainatiqu«,   Nanv.  S 
l^rtaMnr  WicbÜKkcit  für  din  (ivMhiditi)  d«r  tOnilMliea 
iNt  die  Abliaii^luuK  von  0.  Steck,  Di»  Mflnipolitik 
ZdtscUr.  t.  NuiiiisiUHÜk  17  (1887)  36—89!  IIS-IOS.— 
Ol  uniulct  of  Hclun*.   Uie  motlier  uf  CnnstAittiDa.  Tlia 
bin  4ti.   —   Adr.  do  Loii|i;p«ricT,  Sur  lui  imSdiüDon  dfl 
nuttiquc,  Nouv.  8£rio  9  Ilt:i64)  112—117.   -  K.  Uarucej 
Ell  trouvnnl   nur   I^n  tnoncuiieii  do  Coimteiitiii  tt  d«  m* 
cinÜM,  K'Viiq  iiaini»niAtiqDi>,   Nouv.  SM»  11  (186$)  78' 
nno  l^RRnda  ibouMmti-  do  Constiintiii  le  Oniod.  Rew»  a 
337-314. —  Dtncoiane,  M«did1Icin  bMlt  dt-  Coostan^ 
Sörio  U  (1869-1B70)  316— SIS.  —  J.  Frit-dUnder.  j 
tinopel  iiwprSftt«  Di-nkmilnte.  twillets  Zcitackr.  f.  NumiarnJ 
litt.    Der  Kqiiin  Knmnniia   nu(  fiolilni«diiillon*  CoiMtM)tU{ 
Numism.  H  (l«"f.)  129—181.    —   Frnd.  W.  M*dd»n, 
Coiutuntinc  1  thi^  Onral.  Iija  binjl^  uid  bis  sitcccMon, 
(1877)  U— 56;  242-807;  18  {IWÖ)  I— 48;  169—215. 
CoiihUuUu  dem  Givswn,    Niimiiuuut.  Zeitai'hr,  II  (1879) 
iiufitlLrta^i-lionilcii  Kililniiuc  ('oiuituiitiii    ili-n  (irMiti.>n   itnA 
12  (IWMU)  74  — lOT.    —    Comto    de    Wp.tpliftlen,    Id 
ConaUnlin   lo  (inind   siilranl  KiiKi^bc   et   Ins   m^daillM, 
'26—42.  —  Zu  den  MlUiieii  KonsUnlins  des  Groamn  un 
AoguBliia  vgl.  A.  du  Beifort,  AnonaiK  de  U  MX-i^tiS  I 
lojtie  13  (I8[i»)  281-298:  W  (18Ö0)  70-90;  105-121:1 
(titilti-s  ilr  (^oDHljtntin  et  d'll<'-mc1ra)i  Hi;iiiüan  pur  Jmh^ 
nimiii'iii.  lil"  wtnn  M  (1><90)  K7-116  (mit  drei  lirlitdntd 
W.  Fronlinvr,  Annuaire  de  la  sociM  francAJs»  do  nn^ 
Kr.  Oneccbi,  C(iusUatinup'>lis  Komn,  Riviata   italjaiw'l 
(fibor  die  Zeit  der  kViuva   ■Di>n,viii('n  BroDoeinniueu   a 
oder  dor  Roiim).    -  Kred,  W.  MnddcD.  Chi  im  uiipublüili 
TIk-   .miuiumnü«   rlinmii-Ie  H.  S.  S  (IMBSl  :i-l7-S.'.0.    — j 
.liitiitiiH  dcH  Apodtiitrii   mit  dor  lain  und  dem  Siiiunhattdl 
troffcndi-  pKnkinit|p>r,  Z«it»i'ltr.  f.  NumismHtik  18  (ISt^i)  Sl 
ile  niiinisniAtiiiiii'.  1.  IViiavaille  d«  moniiaies  d'or  da  Bw 
1"''  et  do  Valens).  It^vue  tiuiiüsmulique,  Nuuv.  S#ri»  11 
uard.  Lvn  deux  fulk-s  dvv  edito  iiupi^riHax  du  IV"  aiAc^ 
du   immiMtiutjqut-   vt  d'un<li<>ti|o^iL-'  12  tlVIil*)  298— 303.  il 
<ir  tbi<   twii  Kudgxinn.    Kiidnviii,    i'luridia   nnd  lIuDoria   t 
Leo  I.  ülrui^k  iii  Itiilj-,  'I1ie  iiumisRiDtic  rlu-nnjclc  N.  8.  V 
uurd.    Un   millun-'M   d'.\rrt>diiis.     £tuda   sur   lo  millnrij 
nuHiiiim.  III'  »{-Tir  ß  \\HHR)  417— 1.13.  —    Fred.  W.  M 
l>eBring  tlic  nain«  <if  Tlieodnsiu»  (Tli^ndusiiiB  II).   Tlio  d 
1B1--1IM.  —  A.  L,   Iri>  Itirtofovfitov  bj'zaiitiii.   R«vuo 
IR70)  8ll8  r.  (Muiirlee-Tibere.    Contituntiiie   et   leur   fila 
t'riudlllDder,  Die  Mauit<n  JuiitiiiinnH.  Berlin  1H43.  — 
l^cqil«   d»a  inuiuiaiL-H  bjxjuitinr'ii.   diit^a   <lri  Justin  O. 
ginglidi).  —  Alf.  Tauber.    Ein  HübcrnicdniUon  dm 
(1872)  81—84.  -  I,.  (■'riedlUiuhr.   TSSCSSOtl,  Salll 
1877)  1^0  X.  tnVwT  Oito  \A«ni&k  tV&^^'^QTt  «of  Qoldd 
bis  7801).  ~  ^-  t»V"*V%fl^w\o»,  Swi  v^iAn^Ma  tonn 


10.  Vunlamatlk. 


1131 


<!•  earrMp.  hell.  S  (1876)  622—625  (wohl  identisch  mit  dewclb»n  Verfftaaora  Artikel:  Ihf! 
tiMMf  nvZnmnif  ro/iiefuiruf  t^<  9'  fMm'>rtnnr](iiitoi,  XatiiJQ  IäT9  8.  85 — 87).  —  G, 
Scbinmbcrgnr,  Vtic  monnwr  bifiiuitiiic  in^diU.-  {Jurtiint  U>3  cfKgiua  ile  rcmporcur  incono- 
elaat«  Th^hil»,  d«  r»  fimmn  Thi^odom,  <1o  los  trojn  promitirvs  fitln«,  ThrrlN,  Atinn.  Ann- 
atuie,  And^mie  d»  Inarriplions  et  Kdles-Lottros  ISÜl  S.  al4~Xlit  —  Hrvuc  niimiimi.  nt" 
i^e  10  (1892]  1—6  (QoIdmUnEO  »iis  dem  Joint-  8^3  mlcr  838).  WifdorhoU  in  Sclilum- 
bprgrni  H^langM  d'ardi^ologie  byzuiitinc  I  (1895)  141  ff.  —  G.  8L-hlunibi>rK''f.  Uot* 
moDiuiH!  inidite  de  l'impi'ratricL-  Tlii'inJüra.  fillu  d*  CuustantJn  VIII.  eot-ur  du  Zo*.  R«vuo 
Biuuim.,  III-  «^iric-  1.1  (iyu.5)  H8— 90.  —  E.  Millfr.  Frupm«.t  iniidit  de  NiciUui  CboiiinUt 
r«latif  h  Uli  tttit  numionialiiiiir,  KeTiic  mimisniDtiquc,  Nouvn!)«  Kerrie  II  (IKilR)  38—42  (OW 
die  Im  (h}«iiv(><)(  oQltodaiiaf  iloH  Nilctiia  .\k»Tniniito8  cnUinltcne  Nachricht,  dnse  Knispr  Aloxinn  1 
KMnnenoit  dtn  gold«Den  nnd  Btlliornon  Thnrsulimuck  der  Kirclio  der  hl.  Juugfniu  von  Chalku- 
pniti*  flb  Km'iaaw«clco  in  die  Mlliuto  echkkte).  —  A.  vnn  Vleut»n.  Über  «ine  seltene  byi&u- 
tininch«  Mdnj».  SslIeU  Zi-Itadir.  f.  Niiniisni.  C  (1878—1879)  67  f.  (Juhunni'B  Kunmonoa  [1118 
bift  1143)^  —  Vaal  LntnbroM.  Uiipditrtv  Mnn»  Micbui-Is  Pulneotu^oa,  di's  Kniacrs  von 
NlnM  (1360-1281),  KHllt^ta  ?«iU«hr.  f.  Numiiim.  S  (1S8'>|  44—4«.  —  R.  SrhlamborgnT. 
Dmu  «xoiria  d«  IV|MMiUP  des  pAläoloKaee,  K^viie  nnini»n.  111"  e^rie  2  (1884)  427 — 429 
(AfidrolinKM  11). 

f).  ['rNtrndcntpn.  Despoten  u.  h.  w.:  W.  II.  WaddiriKlnn,  Nic4plioro  HMisiteOi 
pr^tHident  an  trAne  de  l)}*ziincD  (1080-1081),  Ki'vne  numisrnntique.  Nouv.  S^rio  8  (1863) 
398—400  (mit  Ahliildiing  mor  Mnmn  dpe  MeliBsenus).  —  P.  Lambrüa.  Unedierte  MfliiEen 
nnd  BleibiiUen  der  Deepulen  von  EpiruB.  Numlatnut.  Zeltachr.  3  (1871)  48-i— 500.  —  Adr. 
ie  Iiongpi^Ticr,  NuiuisniHtique  lij'Knntiiie.  Les  dem  linbabs,  lAon  et  Jean.  sei);rii^uni  de 
BItedes  nii  XIII"  wi«le,  Ravue  nuinisiiiiitii|ue,  Nouv.  SiSrie  13  |ie(i8)  44ß— 452. 

^  4,  Nftohborgebietfl  (fremde  Mnnien  nater  bjrsantiniacbem  BiofliiBBe). 

^K  ,        Ha  Dvluche.    Le  muiinuyu^e   cn  Unule  im  uum  de   IVmpvreiir  Muurii'e  Tibtie,    Mi^- 

iBHflb'fi  l'Acttd.  des  Inscr.  et  Belles-l^ttres  Tmi»'  ao  11883)  3.  piirtie  S.  370-395.  -  ]>«- 
goften  richtet  «eh:  1'.  C'h.  Robert,  Siir  In  priitcnduc  rentaurntion  dn  poovoir  de  Mtiurioe 
TRi^t«  dons  \n  I'rnvinre  et  siiT  les  nionnnips  qiii  cn  sernient  In  pniavc,  Ebenda  Tiime  30 
2.  pvtie  (1888)  S.  897— 4^H.  —  A.  A.  Knnili.  CW  die  ruMieeh-bywuitiniicIier  Mnmcn 
dea  Jaroalav,  Pet^raburg  I8>i0  (rusa.)  (mir  untu^uglich).  —  AI  Oreschijikov,  Sceau 
de  plumb  du  XIII'  ai^cle  au  Dum  du  tn^trupotitaiD  Cytille.  AiiuuaJre  de  la  souiftä  fran^. 
de  DtitnUm-  et  il'urclieüio^e  17  il8y3)  446  t  (Bleisiegel  de»  russjeclien  Motroifuliten  Kjrrill 
mit  griechi»ehen  Legenden.  18.  .Inlirli.).  —  0.  Schlumbcrger.  Monnaieji  d'ur  d'un  clief 
biilsare  du  XI'  Kiec.le.  KiTtnon.  jieuvemeur  de  Sinnium,  Kevue  iirrlieujog.,  Noiiv.  aurie  !W 
(1877)  173—178  (MOnxe  mit  griecbiwher  Legende).  —  U.  von  Enehne.  Dj'iitntiniiicho 
Nadmhtnuiixcn.  Rerliner  lilAl.tf'r  fUr  Mflnz-,  Siegol-  und  Wnppenkiinde  2  (186-^)  8—16 
(Über  initt«lalt«r1iche  x.  B.  Avnbi^i'lie  nnd  dänische  MOnzvn  nai'li  hycniiu'nJarJien  Maal^rn).  — 
J.  Karabucek.  Die  an^ehlicbeii  A€0-M[liuei]  urnbiecher  PrflgiinK.  Numismatisclie  Zeltschr. 
2  (1870)  52—59  (Ober  byiantinisrh-ambisrhe  Prü^pnngen).  —  MordtmuDU,  Die  DyiuLstie 
der  Uniiinchmende.  Zoiteclir.  d.  deutficlien  niorgenlftDd.  Qeaelladi.  80  (1876)  467-486  (lür- 
kiacbe  MUnxea  mit  (iriechisclier  Legende).  —  A.  v.  Sallet,  Die  grieehiHchen  MdnzMi  der 
(ürkiachen  Uynoütie  der  Duuiscliniende,  Zuitauhrift  fllr  Nniniani.  6  (1878)  45—64.  —  G. 
Schlumbnrgor,  Lea  monnaiea  a  legend«  grecqnes  de  In  dynn«tj«  tuxqQe  dra  llle  dn 
Danidimend,  Rpvnn  archt^nlog..  None.  fMrie  39  (1880)  2>8— 284.  -  Endlich  die  XiiMiiUii«n- 
fueeude  Arbeit  von  I'.  CnHnnovn.  NiimisniatJiiue  dea  Danicliniendiles.  ßevuo  nuiuisin.  111. 
•«rie  12  (1894)  30T-321;  438-460;  13  |I895)  S89-40'>:  14  (18961  210-880  {k  auinv) 
(mit  weiteren  Littvr«tuniu^Hben].  —  V,  Laii(;l<>>s.  NumiHiiiuticiue  de  VAbyaaliile,  Revue 
wch^olog.  16  (1860)  4S2-48S.  —  W.  F.  Pridoaux,  'Hie  coin»  of  tlie  AnuniU  dynos^, 
bc  numlmutie  diionlcle.  111.  ««rie  4  (1884)  205-219;  5  (1885)  66. 


J 


1 

1 

1132         ByaButiiiiBch»  Litte rstnrgMchi cht«     AUji 

5.  HnmiMiiKtik  dM  Ut«iaLaoh' 
F.  4*  8»iil«y.    Numi»nali<|iii'   dp   1*   Trrw   Sn 
kdngen  von  H.  (-.  Hetthnrdt.  IV  immisniHlic  chron» 
n.  SclitumbiirKor,   NuniUmotiqa»  ■)■.■  l'Orifnt  Utin. 
iMiipros).  Moript«  infxltt«  dnj  finii  Mutaui  <I<>ir  Ordliitf  i 
ftmli.  Veueiltjt  l«fi*.  —  P.  I.am|»roa.  'jyiMioia  ntfiinjuA 

fUjOir  *iir  tvtttMmy  vni  'fofi(itatl  toi  {{  'Ariijynvmi'  (ÜHjt 
pro«,  'Arttiom  ro/iinfiartt  tttC  /((«ninfMia«  pa^iltlam 
ItAMtü»  Cbmi.).  -  1'.  LiiiT<|>ru8.  'Ari*4ot«  rofila/tatti 
/liaatt  iriairai  ih-t-nari-ir  >^c  'i'JlliiJot,  AUi*n  18^0.  4 
aAlyw'r  JVa^riVav  mi  Blrt4i*fot'  t(  7MX«^*nr  4rr»vn 
I8U.  —  P.  Lampro«.  MtataunKÖ  ro/tinimta  ttüf  M 
P.  L>tii|iros,  'AvMm*  rouiv/iara  riär  &ai'xür  r^  StS 
279.  —  Fr.  eil  Ercolo  Goitci-hi.  Di  al<unt>  cnondA  i^ 
Scio,  Hivuta  iialiuiiu  dt  numiHuiftücit  ]  (l'^t88)  l  — U;  891 
Noten  on  noiiic  nicdiarval  coinH  ot  C,vpnis,  The  timniaini 
200-319  (Imink  KomniMioH  IDH  -]1»1:  duiu  Söninc  t.»i 
rinn  Konmm).  ~  C.  Dnaiin»ni,  OWiraliiMiH  nur  Im  n 
dtM  dnng  Im  ad««  du  notairv  Gfooii  Lunhorto  dl  1 
(1895)  i-«a. 

11.  Sigillographl 

1,  ZiiaMnm(infa«a«isde  T4 
Zn  cinw  Art  von  SpraialdiBxijilni  iM  'hu,  ^riidiuin 
Blvi-,  mir  wviiigi'  tiuld.  uud  Bilbi-rbuilpn)  »rbulivTi  wordel 
lagtadcti  HnuptwL-rk  it>t  ni-uiu  t^Uugrajiluc  Ai>  TEn 
Bimgii  »pHtom  KiniolhuitrAgn  (■.  u.l  hat  (I.  Scblumb«! 
MiUniigcH  d'aii^h^olo^  bTtontin»,  l'RQiiJrni  serie,  I'arJN  ) 

8.  &p«iialwibrlRea. ' 

A.  Znr  T«chiiik  and  Exog«-»«:  ?'ür  dio  HorRtdl 
cn  beacliteii.  daaa  h[(>  h8u6g  JD  mvlrisclwr  Form.  bi>8ond| 
Dan  liat  Euvrat  Bf.  P.  Lainbros.  ColL  de  roiu.  p.  S.  S 
nbliAiijiig  von  iluiL.  W.  Froeliner.  Bull«a  ini^-tHquM,  Ja 
iiumiHmutiqiie  d  d'iiriJi«>logie  6  (18821  40— Ufl;  8  (IN« 
Kiidiung).    -  Cbnr  den  iiiif  viflrn  lilclsiogcln  vorkoniDwadtl 

A.  Rnrliii-Dorigny,  Ijt  biircmi  des  hnrhnnw  h  ('pK  Bl 
Vgl.  0.  Gnrrini.  l/rnw  d«l  jiiombo  ]*r  I  diplonii.  HIvIbUi  | 
wo    man   aiirli    ültvr«   auf  don   (IngeTistand    bi>tagli(-iii< 
.1.  ^aklcrlton,   flfpJ  /iolt^rfu^ui'ilai»'  ^«//a  r(i«,  J«llrj| 

B.  Monograpliien  Ober  bjsanlinlach«  l^ullj 
i't  aceaux  bvxaiitinn.  K*>viif  urcbäulug.  15  (1868)  8S— lOQ 
ilc  plotnh  bftuntinriK.  Kt'viic  numisinatiiiuv,  Nuur.  a^ric  9 
Italic  de  plomb  de  Th^od^iuH,  i!rfk|ue  d'AÜi^ea,  au  XL] 
a6ric   10  (1?66|  1«5  f.  ~    K.  Hiller.    Itullea   bjruntinoJ 

B,  de  Kniine  ot  du  diTorse»  antn>s  proTmanco»,  Rnruc  in 
4l6—i3i.~  AI.  SorliD-Dorigny,  81-oaiix  et  bullös 
Mouv.  Üirio  88  (1877|  81-91,  —  A.  Mordtmann  Jr..  , 
ilu  P4(lopoDnf-«e.  Revue  arrb^oU  Nouv.  S<:'ric  38  (187T)  9 
Mordtmann.  MiiXrflJöfaMo  Kn/ir^när,  X^iXnyoi.  ntt^{ 
Mordtmann,    MoXvflilajDtiUin  tV  JvotM^   i^mer   nj<  I 


11-  SigUtogcaphl«.    12.  Epi(r«plük. 


1133 


|tr,  BhUm  bjrsaotiiita  iniiiiitm.  tinll.  d«  com<«[i.  loll.  H  (1678)  553— US.  — 
IsnVargAr.  Scmus  kyiuitins.  BolJ.  de  corrosp.  ln-U.  1  11883)  167—188.  —  Q. 
Scblumkerger,  Sceaux  bytuntba  inediU.  fUvue  AvAiLgi.  1  (ISäS)  245  ff.;  4  (1891)  111  S.; 
7  (18MI  319  ff,  —  (i.  äclilumbcrgvr,  Bullea  d'or  lijrKontino»  conserviSea  uns  Arnhircs 
VAticsuM.  B«VDC  immbtm.  11!"  aitiif  Vi  {IHUi)  lÜl—IÜ'J.  ~  (i.  l.HmpnkcH,  Jhpi  m«c 
]rfiar(*nnjv  oimapioi,  JtUlor  1  (1SS3— 188&)  508—517.  -  t),  A.  Myatnkitlos.  'M  ^oo( 
JCinroc  «iri  arixitoior  aiyiüiar  /lortjf  ii-  itvtg,  llagraa^äf  8  (1885(  401—418.  -  .1.  Sak- 
kftHon.  liyiXli'.i'  !t«tenit>x"">'-  -^'Mov  2  (1885—1889)  13—30.  —  B.  A.  MyiiUkiiles, 
jlUmi  äriMioioy  otylXXiw,  Jtltlof  2  (1S8Ü— 1889)  622—625.  —  a  A.  M}-HtakideH,  Stjifas 
r^po  «tj^ihar  <iri*ifi>ior,  Jiirlov  i  (1«83— 1889)  826—629.  -  G.  Millot.  Plomb»  l.yaui- 
tiiw,  Biill.  de  oomtponii.  hellen.  IT  (11*9S|  6S— 80.  -  F.  Pntcttu,  Argirobulla  di  Tommas« 
Palnologo  od  nltii  doriinionti  por  In  Ntoriit  ilngli  Itniinni  in  Oriente,  Nuovo  Arr)i.  Vei]i>lu  8 
(ll»&4)  251—271  (S,  259  Veraoielinis  b^rzantiniurhir  Silbnrbnllon). 

C.  Nachbargcbiote  (lutoiiiitti-hor  Orifint,  ArmoTiiar.  Slaveo):  P.  Lainbrge, 
Bali«  in^ih^  de  Jt-mi,  i-v&iiw  latin  d'Audros.  Bull,  do  curroep.  hell,  2  (1878)  86  f.  — 
G.  Scblumbetg^r,  Hi:cua  de  \a  vi!li>  dt  M^UUq  auaa  Ih  duniinutioD  G^noitic  nu  mcyttt 
•0»,  R«nio  «rchäolog.,  Noiiv.  Kirie  36  t^ült*)  S6»-äl0.  -  C.  .Scblumbergnr.  Scnnux  ot 
linUm  Am  ompeivun  latins  do  Cpk,  Bullt'tin  monumnntiil  ."iß  (l^ÜO)  1—39,  —■  G.  Sclilum- 
bergor.  Neuf  scmiux  de  l'Oriont  latin.  Ileviie  de  l'Orit^nt  latin  2  (1894)  177—182.  ~ 
Q,  Scblüiiib«rgor,  Bullös  d'or  tl  »veau  de«  roia  L^on  II  (1)  et  Uod  VI  (V)  d'Ana^nld, 
B«viie  Je  rOmnt  Utiii  I  (18ü8J  161-  167.  —  Chr.  Loparev.  Dna  byuutiiuMb«  Si«geJ 
nit  dem  Nniiirn  einer  nissi.iclieo  FUratin.  \'it.Vr.  1  H»'H)  159—166. 


k 


12.  Epigpaphik. 

1.  Schriften  vermiBohtea  Inhalt«. 


'ESa  aystemntjaclivs  Corpus  der  byEnntiniauhen  ndnr  vlelinebr  der  chr(at> 
Hellen  grieviiischen  Inschriften  ist  ein  dringendes  Bedtlrfiiis.  Ein  von  L.  Diicheaue 
Itieiu  eiitiTorfouer  I'lun  kuuu  loidiT  zuuacljat  uicbt  BusgefDhrt  werden.  Alu  Vaiurbcit  bnl 
Ft.  Cumont  ein  gcuip^phiFtrh  ij^eordnetpä  Inventur  der  pubUaierten  chriHtlichen  ^rdiiji(,'hon 
ln»chriften  nus  Klcinmien  ntii  einer  tn-fftidien  l'nteraui'hung  über  diir  Itedi<utung.  den 
CtiaraiitM'  und  die  ErkeimuiigiUEeirben  der  rUrixIlicben  Inschriften  verfasHt:  I^x  innen ptions 
cltnStiennes  de  l'Aaio  Minpitrc,  M^'lnngim  d'ai'cht^lngie  et  d'histairo  publica«  pat  l'Eenle  fran«;. 
it  Rome  15  (1895)  245—299.  Ebenso  erwQnecht  wllre  ein»  theoretiache  OarBtellung 
drr  byuntiniaclieo  Epifcnipliik.  —  Im  folgetiili^ii  kaun  nun  nntOrlich  nicht  eine  vuUstJUidiee 
Airixlbluiig  der  vun  Cuinout  uii^Lt  licHlcksiirb tilgten  byxaiitiniiHvJieii  loscbriftcu  Eiiropaa  und 

Afrikas  gejcebcu  wetdcn.  Fllr  drti  i^wt-ck  dieses  BueheE  uenilf^t  eiiii'  zur  Orieulieruu^  Ober 
ilt  tij:3anljabiehc  Epigriiphik  dienliehe  Ziisaninienelelluu^  der  wichligalen  p'^aaercn  i'ubli- 
kationen.  —  Eine  allgemeine  Fru^e  behnndelt  ***,  Iserixloui  criatinne  cuntenenti  vocuboü 
dorivat)  dal  llbri  d»l  nnovo  'reslAmonto,  Lh  Civiltii  Cntlolicn,  Herie  XV  vol.  10  (1894) 
467—484  nnd  11  (1894)  713—727.  —  Eine  kleine  Sammlung  byzantinincbdr  nnd  ncu- 
griecliiaflier  Inschriften  nebet  historisch- tepogniphisehen  l'nter«ncbungen  ijibt  Konst.  G, 
Zeaitt.  'Aaijni  2  (IfSUll  419- 51t<.  Auch  sepurat  uiitKr  dem  Titel:  re>/iiKin,  Athen  189g. 
Vgl.  da»  Bcfowt  von  (i.  Millel.  B.Z.2  (I8Ö3)  836  ff.  -  M.  J.  Oedeou.  TCj/eirT«  X!»oi 
Kii  xtfäpiB,  Kpnl  lüSi  (Ober  die  Bedeutung  der  /iegclsti-'nipel,  die  Chronologie  vun  Grub- 
Inackriften  n.  ».  w,). 

2.  Pobllkatlon  einzelner  Inachriften. 
A.  EonstABtinopcl  (mit  Umgebung):  I'.  A.  Dethjei.  Facsimilc  der  Inschrift 
hl  4er  kleinan Ha^ Sofia  la  Kpel.  Silsungeher.  Wien.  Ak.  27  (l'^^^'i  lß4~]78.  Ga  ist  die 
nar.li  einem  Cod.  Vatic.  Bchon  von  Alemuunua  in  den  Noten  :mT  Geheim  gesell  icll(4>  de« 
I'rnkop  (i-d-  Bonn.  8.  124}  edierte  luacbrifl.  der<'n  Ori^iiial  uiicli  in  der  kleinen  Hagin  SoAa. 
UoacliM!,  der  ebomaU|(»n  Kirche  der  IUI.  Sergios  und  Ilake\iu»,  vv\)u,\Wu'vtV..  —  V.  k.^«\>a\«« 


1134         Bj-umUniache  LitteratargeBchicbU.    AUgi 

nnd  A.  D.  Mordtm«iin.  Eyigraphik  von  ßj-uniioit  md 
ZcitCD  bis  mm  J&hm  C'hriiiÜ  WH.  Denk  seil  rifl«n  <1nr  Wrai 
Zwi^it«  Abteil.  8. 1  —94.  -  Eine  wicbtigi-  Satnuilung  vun  lasd 
C.  <S.  t'urtis  und  S,  Arintnrehe».  'Jrfxioioi  i.ityfti^ 
iaiTfO!*^,  tlafäQtrifi«  toi  ■('  'öf*«  iKpcl  IHH^)  (mit  g| 
Pi'Cnniroi  tnij'ita<fal,  Ix^XXny^t.  'Jfx^ioloy.  iitiifKi^.  tt 
h\»  27.  —  Billig»  iDMÜriflMi  am  Kol<l4!iwi  Tham  bMpJ 
'^pjrAiala;'.  /«Hpoitij,  IltiQtf^i.  toil  «'— k^  fa^of  {1892)  j 
«K«^W  (/t  '.J^aiiOiVi',  XleläyoB  'F^iTofiied.  'tlti9twgtjai{  i 
inscliriftonV  —  Th.  Reinucli,  Inacnftioii  jnivc  i|p<  (-nvirfl 
{Igflil)  IttT— 171.  —  IL  SwDiRMon.  Monogrami  ort 
sUotinopIe.  B.  K.4  (1895)  106-108. 

\i.  Athi'n  (mit  UmgrlinnK)i  Arrhimandrit 
Bchrif(«ii  in  AÜHin,  Pfrh'rebarft  1974  (ra»s.)  (mir  iiiiKni:!itig1.).j 
Uclie  liMcIirifb>ii  iu  Athen,  Zapiski  der  k.  niss,  Ak.  d, 
8.  1—84  (mss.).  —  eil.  Buy«t.  Inscnftionii  clirclit-nu«  d| 
(1878)  81—85;  182—170.  —  Ch.  itayct.  De  atali*  Attii^ 
1678.  -~  l'itnareto«  KonataDtiiiide«,  '.49i;*V(>'  lirJxJi 
rit«aii  6  (1K82J  80— SR.  —  K.  Q.  Z<<Hii),  XeiauaM4il 
Xfuttafiiiii  Ap/niatif(«c  yavaXioo,  JtXtiay  l  |IB@S — 3 
Xmfiiyfiaro  iniy(faif4*ii  diti  (r'pjfoiwf  uvt^fitiiar  tun  /0 
iftföfifKi  tl(  tür  Mtaaiuirti  xai  toi(  rtui^pavc  /focoiiCi 
J.  Sftkk^iion,  'hniypiKf^  'A9tiiiüf  jfi«iinrir^,  JtXrioP. 
Aie  al]«ii  Rubrik  3,  8  A  luigcnüirton  W^^ke  Ubtr  die  0« 
von  NprutBOB  n.  a.  J 

C.  Das  Obrtg«  Knropa;  8t»ph.  M.  Thomopnl 
;i)«7n.',  Jdr.W  1  (tS83— 1885)  523— &2Ö.  -  Eiiüj^e  bjüdl 
puloa,  Tit  tr  HtaaaXlif  lUttfaiQir,  Stoliöyoe  "Efdofi.  'Eaiti 
A.  PdpadupuluB  Kerarat-u».  Vii.Vr.  1  (1894)  74«.  — I 
iToroi  Ri'CnriiirvRi  imyfia^m  JQä/iat  fJi/afi^airai'),  Bull.  | 
A.  Mordtmnnn  Jr..  l'iip  inncriptioii  bj-uuitinn  dp  Thrwul 
Th>>»iiAlnnii|n<-,  Rrnin  nrcbtolog.,  Nouv.  S*rie  36  11878)  j 
A.  PapBdnpiiloS'KoramoiiB,  "f-iny^nifi]  tttaanlavhijt  1 
1889)  630— •i32.  -  A.  Mnrdtmann,  "KityQuiy^  h  ftid 
/aitQaitt}.  llae'iQ'.  tof  (»■  löfiov  (ISÖl)  S.  2S  (Orabadiri^ 
Jobiuinn  di-a  Geni-'nJa  Bclisuj).  —  P.  N.  PapugcorginJ 
Xvyixff  »p«(  ärdiJoiai  ^T,tfi&iinai  iiriygafat.  Xatja  r.j 
ond  46).  üdnchtigung  dnxii  vnn  S[>.  P.  I.ampro«,  "Bm 
Ch.  M.  Tinparpv.  Zwei  Uetnerkimgciii  nr  altbiilRarÜchi 
archiol.  Oos.  S.  TU— IV.  P«t«rBbiirs  1888  (über  di«  «ri«j 
BuIgarMifllrBl«!!  um  820]  (nias.)  (mir  uuxogSiigticli).  —  8 
vutai,  Atttirixnl  xal  ZtefiiMal  tiji  iiiiifj(ias  Ärlfypn'Aui'J 
84—102  (mit  »wei  Tufotiii.  —  Jos.  Brunamid.  Ene  | 
miuiD.  EriLiiiia  ViubobonL'iiars.  Wim  IK9.')  S.  1)31—333.  Vj 
MatriiD|!u.  MüDogmfiii  Hultn  grandc  iscrixinna  grrr«  t| 
Manu  d«ll'  Ammini^lio  dottA  della  Mutorana,  Palormo  l| 
bestehimilc  bvxnntiniHclie  Woihinsfllirift).  —  Oius.  Cot^ 
aiorfcio  Ammimglin  d^Ila  niadro  e  deltu  conaortc,  Archil 
Uuiugflu glich).  —  A.  I.^val,  T^d'j  />ii;Yn7'nJ  /pitfrinrU 
fiJy  It'gaxOMaif,  £ii}Jlnyof,'.4pxaieXoy.   tiilpa^'i,   llofäft 

Sprachlich  inU-reananU  igMdauwW  GnhuiM.liTiftan  «m  : 


13.  Bpnob*. 


nss 


•ckvi  d*l  IDM»  dt  Lii4-li«  IKÖS.  —  Munchi^  >iiniiiiitiiiJsi-.li<-  InttrlirifUn  liringt  J.  Pomjalnvitkij, 

Sammlitnit  Krwcbwehor  und  InUiniurhpr  lnHrhrift'>n  iIch  KAiikosDS.  Polerabiirg  IMkI  (mu.).  — 

\  A.  Bi"rlhi¥r-D«la([8rrl*,    Din  Inwlirift   au«   d(ir  Zeil,   dps   Kaisers  Zpnnn,   in  VTlimdung 

mit  Bnicksinckfiii  aus  {lt>r  Oi-srlucliU'  <Ipb  Ch^roouos,  Zapi«ki  ili-r  k.  Gi^selUch,  f.  GMcliicIit» 

uiid  AlU-tUmi-r  xu  OdeMa   XVI   1    S.  Vi^fi*   (nise.)   (mir  uiiEU^nDßllrh).   —   V.  LaljUv, 

Siadieii  MT  by»ntiiuMhni  K|.iyrrt|)hilt.  Vli.Vr.  1  (lSfl4)  657-072:  2  (lÖflS)  184—188.  - 

Zier  cntan  Abhindlunt;  von  I.ntyii'v  vgl.  J.  Kutnkovakij.  Znr  ErklOrung  der  Auf  der 

HalbiiMpl  Tninan  i;«funclrnpn  limchnft.  mit  <l«m  Niimiin  dpa  K'niacrs  .lualiniiiniiii,  Vi«.  Vr.  2 

|418V&>  189 — 198,  und;  Xiir  (.!niirhidit(>  d«»  kimmerischfn  TioaporciN  nm  Ende  d<4  ß.  Jnhrb., 

I  Ti«.  Vr,  8  (1896)  1—17.   eudlioh:    \.  Someiiov,   EJu*   Insrlirift  tnit  dein   Namen   Kuiwr 

JuMinians  von   der  nutbinavi  THDian,  B.  Z.  6  (189T),  —  Weitere  byiantinisotie  Inschriften 

■DS  Rtukluiid  findet  tniui  hei  V.  Lut/iev,   Mutcrialira  lur  ArehBoIogle  RnBsIsiiila,  Nr.  9, 

[  PeUratinrg  1892  (niM.)  (mir  unEugNiifElicli). 

D.  A«icn  und  Afrika:  Ch.  Ducheinc.  Inacriptian  chn(ti«nno  do  Bitliynic,  Bntl. 

I  i»  COTTMip.  Iwill.  2  (lb7K)  2t*9— 299.  —  S.  A.  Sidpropulo«,  BiCnvtira  iniii-fifia  ir  X^vea- 

a*A*>.  SiiXoyix  17  (!«»(!)  125  f,  —  Cli.  Diehl.  R«scrit  don  «nipnroHTS  Jn^tin  et  .lustini^n 

Ml  dj.tr  du  1"  juiu  ^27.  Bull,  do  comop.  Iiell.  17  (1898)  501— &2i:i.  —  II.  Oolier,  Gyiaa- 

üniu-lie  InHclirifUo,  B.  Z,  S  |1^94)  äl~25  (eiuo  luHi^hriTt  .lu^tjuiuiia  aua  MilH  und  eine  In- 

•chriß  il««  8.  Jnhrli.  nua  TlniaoBJ.  —  Frnnz  Cuiiiuut,  Nut*  sur  une  iuBcnjition  d'lronium. 

B.  Z.  4  (IK9.'>|  99—105  (Gmbscbrift  cinoa  im  Jiihro  1S!)7  in  Ikonium  gt^atorbi'ncn  Prinxeo 

MkltMl  Komnwoa).   ^   C.  CIcrmont.Gnnni-nu,    Inncriptiana  grer<|uc9  et  ^glisRS  lulinns 

'  d«  Gau,  A«ad,  dm  Inscr.  et  I)elle»-Iit<ttivs.  Comptos  rendii»  dns  dtinnct-»,  4.  n^rio,  I.  31 

'  &  71— 7S  12-^  «t  28  ftvril  1898).  —  A.  Papudupulna-K^TAnions,    f'etU  iniY^iiifui  Rk- 

'  Cmrtif«!.  VU.  Vr.  1  (1894)   ISS— 141.   —    H.  Oi-bi-r.  (Jrivchläclie  Insclirift  vom  ÖlbcrK. 

Hitti.-i langen  und  NAcKrichlen  des  dcut«elipn  l'uHUitiniiviTL-ina  I89ü  S.  17-21.  —    £tl«nti« 

I  Michon,    L'liiiii'ripUoii   cn   mnsalqiin   de  \a  biiailiqui'  du  Mcdcliu   cl    Ib  niuantquc  il«  Kulir- 

BirUN.   (U<nic  bibliqu»  h  (lH9ß|  SRS -2K7.  —  J.  II  ChnbnI.    Inocription  bj^untine  d«  C6- 

I  wr4«  d<<  rnlcBtin«,  Ü.Z  5  (189fi)   100—162.  —  InBrlirift<>n  hiih  PnlllBlina  brint^  jolzt  bf- 

I  Baader»  die  Revue  biblique  trtmestriclle  (1892  ff.l.  Vgl.  dio  flericht^  von  Itatiffnl,  B.  Z.  1 

I  (1892)  614-817;  4  (I89;i)  141—143;  845.  —   Im   Übrigen  v^.  n  den  byzanUnischeu  In- 

'  Bcliriftvn  KleinasJMiB  die  NachweiBt>  von  Fi.  Cumont  in  der  oben  (Rubrik  AI  nngefUlirten 

Schrift.  —  eil.  Difbl.  Un*  cliurl"-  liipidiiire  du  VI«  siJscIe.  S.  A.  nun  di-n  Compli-»  Rcndu» 

dn  l'Aodeinii'  den  la.-inriptiDiis  et  lirllm.Iicttres  lN94   (InlMniachn  8t«iniirkundv   uub  Afrikn 

mit  nrn  KunitnirormRln  in  Kurslvsi'hrift). 

I  E.  Zur  Rpi^raphik   des  latoiiiiachen  Orients:  Tankervlllo  J.  Cbamber- 

Isjne.   Lammae   Nicouilense«,     R«cueil   dlniicrjptiona   fun^rairea,    la    plupurt    rrnn^aiaes, 

Fsintiuit   fiicvre   duna   l'Sle   de   Cbypre.   suivi   d'un   iinnuniil  cbypHute  et   d'uiii»  ileBL'ription 

topo^mphique  et  arvli^ologique  de  In  ville  dn  Nicanic.   T.  1.   I'una  1804  (mir  uitxugiliiglich). 

rf  13.  Sprache. 

1.   L«xikaltBOfaoa. 
Das  «Ichtlg«te  HDramlttel  ist  uutfirlielj  aui-b  fUr  die  Byxantlner  der  Tliesaaras  Hen- 
rici   Siepbsni   in   der   neuen    Pnriaer   Bearbeitung   vun  B.  Haae,    W.   und  L.  Dindorf.  — 
jZar  Bigliisunf;  dient  K.  A.  Sopharle>  (t  I'iori'HRor  dir   l'nirereitAt  Cumbridge,  Mnaxa- 
ebi),  Greek  lexieon  of  thn  Jtoman  and  llyznntinc  prriade.  'J.  .^itll..  Boaton  \S10;  S.  Aufl. 


{aar  wenig  VMmnhrt)  N^v-Ynrk  lüt^.  —  Mnnrhe  N'ni'htritgc  linfcrt  aueh  für  die  bfttft- 
tlniscbe  Z«it  8t,  A.  Kumanudes,  Ziirayaiyij  Xiiiair  r!9ijaai-(ivia>f  ir  taif  ^Uijmxsöe 
ittt»oi(,  Athen  1883.  —  Dam  die  S.  799  Nr.  ö  an^führten  vatgRreriechischen  Wörtor- 
bOnhor.  —  Eiu  groaaes  BedDi-fnia  iat  ein  Lexikon  der  byxsntinisehen  FamlUen- 
nnmcn.  Bedeutende  Vuniibeilen  fOr  eiu  solches  hat  aeit  mehreiDn  Jahren  H.  Mnrili 
(LaiMkbat)  gemacht.    Kicu  llKuptfundgrube  sind  die  KkSa  «t  &lf\nnUk\A  v^.  >V^wAl  ^ 


L. 


1  t 


1136         BjnuittnUoli»  LiU0rtitiirg«»chiobte.    AU| 

MBllar.  —  Einni  hOb*du>n  Britn^  (ur  EenKtnH  dar 
ituoen   pbl  Ak'X.  Kuiiir>r}lliopuluB,   'Kaitiffta  jlt^url 
11895)  ICl-IöS. 

Wiclitigo  BOTtrittt"  tiT  mitWlgriMhJMlMiii  Lexik 
uicli  lur  ProjEe  DW  die  kultuTolUn  Wi>ehiialwirki 
der  KriecliiMlioti  Eloinent«  in  dMi  SpnMiMD  d«r  ljat«in9r 
IVoTMr,  Ttirktu,  Anucnlvr,  Qeorgler,  SUv«n.  Albnneseiiaj 
KUiincnl«  tio  Kittel-  und  Nuilgrii-chim-bm.     Irb  doIIotiiJ 
innii   dii-   KlU-T«   nnmiltetbiir   oJvr   miUcIlmr   liierbi>r  gd 

LuteiDJsch:  Nur  die  vorbj-uuUnbvlie  Zeit  Iwrllcj 
Uogac  latioc  vhct  loa  ükc»  ituut  l'untiqnili^  in  aciiicn 
pl>iloIogic^,  rnriii  1803  S.  £59-276.  —  Wonig  bi«t«t 
lladiDBcky,  Di«  Anabrottnng  iot  lAUinUctioti  Sfnd 
Virreck,  &«nno  pnoetw  qao  MiwtUB  populosqufi  Komuil 
iisi  ouut  »xaiiiinatUT ,  Oottiiigon  18S8.  —  Eboufalls 
Ecking«!-,  Di«  OrUia|ini[ilue  lab^iaiMher  WOrt«r  in 
liiao.,  Moncüii'ii  IKIlS.  —  In  Kciiro  uitu^ii  ia  der  Valkwtpi 
Über  dii.-  Unti-rachcidiuig  lalnltiiiiuhrr  und  italioni« 
Uikrojannis.  tjiiiix  voin  2S.  Juli  und  4.  Angiiat  I(i9t 
lleulicittiitg  vrfiilir  dvr  GfgäiistAod  diircli  P»i«b»n  itnd  Mi 
du  I^tJ»  Bur  k'  Onv:  J.  ti.  Triuntapfaj-Illdee.  I«zl 
et  le*  itovelles  de  Justinieii;  duu  uine  ausflüirltdie  Eil 
Arbcttun  in  duu  fttuüen  de  |>biIo]ogii>  nfo-gnoqae  publii 
bia  2T7.  —  UiiupUL-hrifti'D:  Uuat.  Meyer.  Naiigriechi»oh4 
wert«  im  Nrugrieohiiidien.  IV:  1>)<- T<>inaniHcli>>n  Idtlinvcid 
Wien,  Ak,  Itd  );«.  Wi-ii  INS.'.,  Zu  III  vgl,  die  vicifl 
sprechunK  v<id  J.  P§icliari,  Koruu  eritiquc  lS9i  Nr.J 
Vorurb«it#ii  Ueaw  oich  nun  wulil  die  Gt-avbicbte  des  M 
niBclieii  Sprache  im  oBthluiiBcbeu  Ri^ivhe  iin  grwtM'n  I 
vun  iLiT  k,  ilanisi-lien  lieselUL-linft  der  WiiMnacUnfU 
.Stellung  des  i^ttiinisrlii'n  uXn  -Sprarlic  drr  lleginrungl 
itnit'he  Hrit  KonsUintin  dorn  lirosacn  bis  mr  Kpoilir^ 
HUndi^-  iliiirli  die  ^4>c1iisi'lie  rraetit  imrdo,  und  Qlwii 
dii-fu'm  (it'bi-jiiicbe  d««  LaU-inisi-lieu  und  d«r  Litt^nttor, 
Higl  iivor  det  K.  Dunitke  vidunakubenies  Bvl&kubo  TurtiiuilE 
keinen  beurbeiter  Kefiuiden  xa  haben,  —  Von  Wicliti^R 
LnteiiiisL'lien  bexUgtii:iieti  Bi'sl  immun  gen  und  Amleuti 
Jnlirliiuiilcrrbi  vetfuiuitcn  .^trategiku  drs  aogoniinnl»!!; 
Lingnnthal,  H.  Z.  S  |l'f9<}  441. 

KomitiHchn  Sprachen:  Zalünlehp  Litt^ral 
Non'llnbniw  Inngnages  used  by  .lewa.  Tbo  Jv«ri»di 
äamurl  Krunss,  7,ut  grioi'liiBcbpn  mi'J  liit>.'iiiiBch«D  ti 
n.  Z.  2  (18Ö3)  494-^48.  Von  Kruuss  wird  ein  KtflsJ 
selben  OogenatauJ  vurbttvitet,  —  Joseph  Pfirlca,  JA 
7.  2  (läS8)  5tlü-,]M.  Vgl.  dAseelbni  ,BciMg«  lur  i^ 
künde'.  Muautsschrift  für  di«  (ieevliicht*  und  Wiml 
Hpft  1  ff,  -  S.  Frnenk^l,  OriPutaUscIie»  im  B, 
Psiebiiri.  £tndee  de  phllulogi«  D^a-grvoque.  Paris  t 
LexikuDH  der  grieehisflieu  WOrtrr  im  Ownunli).  —  0.  !| 
grieclii»ehcn  und  ivimiiiioclien  lloatand teile  iui  W 
SitznnitHWt.  Wvea.    KVaA.  OCl  VW,  Wün    1888.   - 


iS.  SprHli«, 


1137 


Bemorlnuisfn  nWr  grifcbiachc  Lplinwart'>T  im  Aram&iaclien  p'bt  Th,  NBld»ke,  UaniUiscIie 
tiramoiAtik.  IIhIIc  I8"S  B.  XXIX  f.  —  .IqI.  Forst,  GloBaariuni  Gt»oco-Uebnit'«ra  oder  der 
griechinchi'   Wnrt*nwhuhi  der  jlldiiwlu'n   Midrnsrh werke,  f^tmonbarg   1890.     Vgl.  die   Bu- 
RptvchiiiiR    von    A.   Thnmb.    Indn^Tni.    Fnrschuiigen .   Anuiignr   6   (1696)   üG— 60.    —    S.        ■ 
Praonknl.  B*'itri4{p  wim  amniMtaHien  WürUrbiich,  Zuiteclir.  f.  ABt^oloipe  9(1694)  1  — 10. 

—  J.  FOrat.  Zur  ErkllLrung  griodiisdier  LehnwOrter  in  Talinad  und  Midnwcli,  Mnnat»8olir. 
r  OfMhiuht«  und  Wiao.  d.  Judi^uluiuB.  N.  F.  i  (1894j  80^-311.  -  Einigfs  hucIj  bt-i  Fr. 
HiklüBieb,  Die  tOrkiBcben  Elenit^Dte  in  Aon  a(ldciBt(>urupaiHclieii  Spreclieo.  1.  II.  NudiirflgH 
I.  n.  DenkMhTiften  Wien.  Ak.  ßd  3-1.  ;!5.  .1«,  Wien  lSM-80. 

Slnviich,  .'Vlbaneeiech  und  Rumllnisch:  über  die  UiiUichn  Behandlung  griochi- 
mIkt  Nflin«n  im  SlAvischen  vgl.  A  Sobolevakij,  GriMluBfh-iilaviw.he  Studien,  Kimkij 
SIol.  vjeatnik  Bi)  d  uud  10  (1888).  -  Jan  Krjstf  niacki,  CWr  die  griecli lache  Sprubo 
der  b^ruuitinlacben  äclLrift«t«Uer  im  allgemeinen  und  im  beaoadem  Bb^t  die  Art  bla- 
Tiscbc  Nnmen  nuMudrUtkcn,   Progr.   d.    k.   k.    IV.    ttyniuniiiuma  in   Leinberg    18Ü0   (polli.). 

—  •  Manchen  nWr  grierhisrbe  Elemont«  im  tlulgiirierhen  berichtet  .Iv,  I),  äitmnnov, 
ttilbrllf:«  mr  balgarisuhoii  VolksotymoliKie,  Klidmik  blgarak.  Q  (18tl3)  (bulg.).  —  Obor  diu 
fmditschpu  Elcni«nt«i  iiti  AlbaDcaisclieu  s.  G.  Mey«r,  EtyinoloKÜcbeB  WSrt«rliai-h  i)«t  ulba- 

nmacbeu  Sprache,  8trafu<burg  1891,  —  üb«r  die  griecldschen  Wort«r  im  Rumftniacfaen  vgl. 
ü.  f.  Hasduti.  Etj'mulogicum  Magniun  Romuniau.  Bukarest  1885  ff.  —  Sluviacbe.  albn- 
neiiiiurbe  und  rumUnijuthe  Elemente  im  Mittid-  und  NeugriechiBchen;  Fr.  Miklnsii/b,  Die 
slkviiu^hen  Klcmente    im   Neagriechiiirhen,   Sitruu^sber.   Wien.    Akud.    Hd    G'-t  (1870)  529  ff. 

—  Keichhuitiger  ii>t  1).  Matov,  Grioi'bicirh-hnlgariscbe  Stadinn,  Sbnmik  bigank.  9  (Id9S) 
Sl  tt.  (bnl^),  —  Noch  nuuhfir  0.  Meyer,  Neagriechiaehe  Studien.  11.  Die  alaviacben,  nlba- 
neaiarben    und    runiSniaclw'n    Leimwort«    im   Neugnecliiacli«« ,    Silnrngsber     Wien.  Akod. 

,Üd  130.  Wien  l^UI  (S.  HB.  Veneii:hmB  der  filteren  Litlemlur). 

^M  2.  Qr&nunatik  und  Stil.  I 

^H       Von  grSMter  Wiclittgkelt  fOr  die  Kritik  nnd  BeurteüuDK  der  byxaTitiuIsL-beii  Kunst' 
^P^h«   ist:    W.  Schmid.   Der   AttioiauiUH   in   »einen   Haupt  Vertretern    von  DiunyiiiUB  vua 
HlikanuMS   bis  auf  den   iweiteu   Pbilüstnitua,    i  Bde.   Stuttgart    1881  —  1806.   —    Kbeuo 
VB^ntbelirlicb  ist  wegen  de»  in  der  ganiea  byuniitiniaehen  Litl^rutur  bemerkbaren  Einflumna 
dei   Sprache   dtrr   heiligen   Scbriflen:    G.    i).    VViner,    linmmiitik    de»   nRntnManiRnttirben 
Spificliidioms,  8.  Aufl  .  neu  beorbmtet  von  V.  Vf.  Schmiedel,   bin  jetxt  I,  TpÜ,  GOttiniwn 
IBM.     VgL  dio  NieblraKe  von  W,  Sihmid.   Gntting,  Gel.  Anwigen  1895  8.  26-47.  - 
^«qmms  und  Anwf'nilrinic   iler  PrAiuHitiunen   bei   deu   bytantinischen   Diclitern   untvrsui'bt 
ytin  KuMimmeuliaiige    mit   dvr  alten  Litterutur)  Tycbu  Mummnen,   UeitrUge  cu  der  Lehr« 
IpB    de«    Krlecliischen   Prflpo=itionen.    4    HefU;    Heft    I -S.    Frankfurt   b.  M.    l!<Hß  -  1887. 
Heft   4,    Berlin  iHi'.'j.    —    C.    l'aparrigo|>alo.    De    l'utiliti^   den   ouvragi's   binuntins   pour 
rtiiatoire   d«   la  lungue  grerqun  notuelln.  Hull.  de  rornnp.  hell.  1  (!«"'(  274— 27W.  —   Cber 
dl»  innere  B«reclitigiing  der  b,viMnliniiiu1i(m  GrAzilllt  dem  Atlinrhrn  und  IIell<<niscb<iD  gegen- 
über biind«lt  Kdvr.  A.  Fre4>man,  Some  point«  in  tlie  later  hintory  of  the  Oreek  Unguoge, 
Journal  of  llnllonic.  nlndies  3  (1882)  861—392.   —    Einige  prinai|>ielle  Fragen  \h>\  der  H«c- 
•toUnng  Spitijrieclitseher  und  byiantiniHL'her  l'exte  uud  einig«  B^gentflnilicbkeiten  der  bjua- 
itialecfaMi  OriUiUt  er<trt«rt  K.  Krumbncher.  Studien  tn  den  Legenden  des  b1.  Tbtvdoai««, 
SUnmgsber.  bayer.  Ak.  1802  S.  204-277;  .162-177.    ~  Die  norh  nehr  B|>nrUclien  aprai^h- 
Kelicii  UnlMmebiuigen  m  ninxelnen  Autoren  sind  in  den  bütrcfFcndcn  $9  angeführt, 

SatiMchlussgeaeti:    Dio   liflchste   Beachtung   verdient    tat  die  «tilistjache  Beur- 

^rihmg  und  die  Textkritik  der  byiautiuiacben  ProHsiker  die  Entdeckung  eine«  mit  gruaner 

HIgellBtoMgkcit   beobachteten   rythiniseben    üeaetzea   ini   Satzach luaae,    dua   auch   bd   den 

laWmni   vorkommt   imd   liier  Cursue  geuamit  wird:    W.  Meyer,    Der  occentnierte  Sotz- 

aeUoM  in  der  griediiiichen  Proaa  vom  IV.  bin  XVI.  Jahrhundert.  Ci&VdtueEn  V^X.  N<^.  Km 

Bvaprecbiuigea  von  L.  Havet,  Rom»  critjque  82  (1891^  ^'i  lt.,  «n&  V3i.  U«';««.  ^Vex\ai«« 

JUuMucJi  4ti  tum.  .IflfMuoHWtauMcliaft  IK,    1.  AIjU|.    I,  XuA,  "^"^ 


11S6         fiycuitinia«h«  Litt«r*targ«Bolüotata. 


pliilol.  Wotix'iiHclirifk  Iä92  8.  182  f..  Howii-  die 
Bt-itrügu  zur  Iiehrn  vom  grifchintilien  Akxi-nt.  ünjirenil 
■las  &«JteuBtfick  dea  grifclüadira  OoMtxm,  tlrn  Intcii 
£tade  wtf  \«  rjUime  d«a  bvlles  ponlifica)«i,  Ullilinthd^ 
161—198;  2S7~?78.  —  L.  Conturo,  l-t>  .Cnnra«-  oa  ] 
U  litt^rotai«  d«  re«liM  laUne  ilu  in'  rH\*  h  la  r*ii^ 
qaea  £1  II892]  S5S-SG1.  -  L.  Hnvot.  U  prow  id 
mdtriqnM  du  runmu.  Bill,  d»  l'ficol«  des  Haut««  ■ 
Sclurfft  gsgoDQbcr  entwickelte  seine  eigono  Tkeorie  Wj 
1898  »r.  1. 

An    cnsumniMifasMiiden  Ar'hpiteii   über  die  Ott 
iiprach«  (elill   tn   noch;  dodi  kaun^n  nir  i-üuu-liiv  F3l 
AuBgkbeD  mit  Ntitii-n  bvif^ttDgen  vrcTden.    Clier  die 
grIeohiBcti«n  Littentar  vgl.  S.  769  tt. 


die  ^ 
SS 


14.  Sagenkimde,  Volks^ 

I>M  0«lHat  (tea  byiMItiinifJien  Folhlorv,  AWr^ 
her  nur  m  vtninndt«  Arb«U«a  und  getegvntlicli  Ü 
Mmtm-Dfflswnde  Dtiret^llung  fvlilt  uuch.  Eiiiixi'  Iu«iw4 
gtnaniit  worden;  vgl.  hta.  S.  61Ö  t:  630  f.:  7S«  r.  Bi^ 
gi-Wn  werden.  Hauphichrift  über  den  bjtuitiniaclien  ] 
B.  ÜSI  Aiuii.  d  aii(!efQhrU>  Abhandlung  von  l.r«  Alln^ 
kurioii  und  die  OiUo  (xiim  Teil  nntor  drm  Nnmpn  dp«  P 
.Kfo.  Bi;lJt.  5  (1876)  571-  .STK  VrI.  olion  S.  43£i.  —  1 
40  Namen  t.  ».  im  Cod.  Mntrit.  105  b.  li  fol.  80  t. 
Regiae  kib).  Mntritt'nsis  «ndices  fTMci  idm  8.  433  f. 
Eenntnia  des  initt^lgriechisclioii  Volksftlaubcok  bietei 
Ti'vfc  «iiiiii  (uic  xRJt'  4^n<  Üi'nijiNHi';  jcli  liubc  ihn  ini 
leaon;  er  ist  über  jedenralla  auch  in  der  l'mir  nnzugiliil 
E.  Bulgnris,  L>i.-i|iEig  1768— 17t^,  za  finden.  Über  dNi 
Kum  byxnnt.inisi'heo  Volkiiglauben  ( Beuch vfirung  d<>r 
bringt  A.  N.  Vescinvskij  in  Minen  (Jntcreurliuugeo  ai 
liehen  Linder,  ZupiRki  der  k.  ruM  Akad.  d.  Wim.  BJ 
46  (1883)  1— 441  insB.).  —  N.  Politea,  Al  äa9(y^ 
h,«i,  Jtlihy  1  (1888-1886)  1-80.  -  N.  Polit« 
Jfliioy  t  (189&)  579-626.  Vgl.  B.  Z.  4  (1805)  1S5.  -| 
haudluog  vou  A.  N.  VeaeloTtkij,  Cber  die  aUvi 
trowa.  berichtet  die  Ruaa.  Korne  1  (1872)  806  ff.  — 
EntwickelungBgoechichte  der  chri«tlich»n  Legend*,  I. 
difi  bjiaatiniech-gennaniaehe  KaiMi«age.  n.  B«: 
Sage  von  den  xwölf  Freitagen,  Joum.  Miu.  187r>  Bd  j 
S.  48-130:  1M76  Bd  183  Febr.  &  241— 288;  Bd  184  H 
Bd  11*5  Juni  S.  326-3G7  (russ.)  —  A.  N.  VeseluTukij.j 
BlutachBnder  und  die  Sage  vom  Apostel  Andrea«.  Joi 
(niaa.).  -  A.  N.  Veselovakij.  Bemerkungen  mr  Oi 
einige  DeweiMtQcke  für  das  flehet  de«  lü.  Sinmiina  gef 
Mich  auf  die  IVxt«  bei  Sathna.  Mm.  Bifi..  V  .'■7!t  -  XI 
III.  Zur  SnlomoiJegeiido.  Joum.  Min.  1S«Ö  Bd  S45  (roas.).  -j 
linitwho  Fracmeute.  V.  Uie  Keine  (chotd^nie)  das  ApoJ 
mldonen.  Joarn.  Min.  \fni  Vi&\W  ^«n.  %,  <k\.-8t-,  1^ 
KoUe  spielt  il«.'  Äti|6«  xou  4w    KtttVv«4<»»t  ^**  V 


H.  Skgealrand«,  Tolksglanba  n.  •■  w.    tS.  0«ae1iicbta  i»t  byzuit,  Philologie.  113^ 

Do  uivrnliDiip  innctan  cnicis  cd.  A.  Hotdi-r.  I^ipstig  1889.  —  Grwoliisoh«  Toxto  «d. 
K,  Wotko.  Wiener  «tudicn  13  (18BI)  .^00-311,  und  K.  Nontlo,  H.  Z.  4  (18S5)  819— 84&. 
An  laUt«r  Striin  mich  Unt«niuclian(;en  Über  den  SUmmbnum  nnd  djo  Torhreitung  der 
Legende.  VrI.  S  i^'i  Anm.  4.  —  Louir  Holnnd,  ChiLrlpmsKne  k  Cple  et  k  JiJniaBlem, 
R«<rti«  Arcb6olog,.  Nnuv.  S^rie  ü  (iml)  31)— "lO.  —  A.  N.  VeHulovekij,  Coiwütutiniacho 
Sage«.  Rum.  Rkyu«  d  (iSlo)  178—207,  -  M.  Draguiannov,  t^luvUcht  Hniteti  Ober  die 
G«burt  Konstantuia  Am  Üru«s«n.  SWnik  blgnrek.  II  IS'i  ff.,  111  20fi  ff.  (balg.).  ~  Ed. 
Hvydonreicli.  Conaluntin  der  üruso«  üi  d«D  äagen  des  Mittelnlt«re,  Deuiache  Zcitaclir.  f. 
Q«MhicIila»isa. 9  (l»9:ij  1—27.  —  Ed.  He.vdpnroicli.  Iiricclilsche  Uerithtc  aber  die  Jiigvod 
CoUBtABtios  des  Ornsätn  in  , Grieiihl ach e  Studien  II.  Lipsiua  diirgebrnrlit*.  I.pijizjg  läS-l  ä.  88 
Ue  101.  —  N.  Tolites,  'H  'Ayta  üoipia  iv  rmV  TiaqaAäann  lov  iHijuxaii  Jlnoii,  llaQ)itTi<iy 
187S  S.  1  (F.  —  Ä.  T,  Ilijev,  Bulgarische  Überliaferungeu  über  die  nb  Ui^Ucdcd,  Juden 
und  UitctnoT  )HiKeicbiivt«n  Riesen,  äbomik  bl^^arsk.  HI  179  ff.,  IV  2S1  ff.  (bulg.). 

Einigen  Stnff  tat  li^Hni'svliung  der  byzanlini.icheu  Segen  bieten  nurb  dio  nnt«r  dem 
Nunen  PaInJA  {IlaXami  bi'kminten.  vornehmlich  bei  den  •jlnvcu  verbreiteten  Iteitrbeiliuigun 
doM  iüt*n  Tesliimems,  Eine  slaviflcho  Paiejn  ed.  pr.  A.  Popov,  Cl*niJ8  v  Imp.  obsO,  iittoriji 
drvTD.  n>ss.  pr.  Mubk.  uuivi^rs.  Kd  l.  Moaknti  1881.  —  Eine  neue  Anngnbe  cnchien  in  Moaknu 

.  189S  (T.  —  In  einer  Beaprecbnug  der  entmin  AiiH|(ulie  vrOrt«rt  dio  AbfuKSungiixvit  und  die  ur- 
qsllll^Kbe  (jMtiilt  der  PuJnen  V.  Jugij,  Zur  Apucrypheu-Lltteratur.  Arcli.  itluv.  l'liil.  b 
(1681)  676— (ISO.  Sonstige  LiLt^mtur  veraeicbnet  Fr.  Tadtmek,  Bibliogr.  CborNcht  über 
ÜB  daviecLe  Philologie  IHTIj— 1891,  Arcb.  nlnv.  i'hilnl.  tjupplcmentbnnd,  Derlin  1893  S.  141 
AHI.79B.  tVr  gridiliinriie  Texte  3.  oben  g  Ill,>.  Vi  |S.  3S8j.  Zu  den  dort  «ug«fQhlt«ii 
Hw  koannen  nürh  die  Codd.  Athni  37.^8  s.  IG  Nr,  V>  ('£k  roi'  .Vporiaeü  fjiai  in  r^ 
jh'^lov  t^t  tleXaiäf)  und  ST97  s.  17  Nr.  8  ('I>pi  loi'  'Jß^ittl/i  »li  i(;t  iöiffirtt  tu  lo»  (TnlaiorJ. 

I  I^ben  dn»  orvten  Texten  bei  Sp.  P.  Lambroa,  CnUlogue  of  tbc  grcek  ntsa  on  Moaiit 

I  Alhoa  1  (lim)  371  f. 

^h       15.  Geschichte  der  byzantinischen  Philologie. 

^^f  1.  Allgemein»  DaretollnngeD. 

^V  Einen  geiwhiclitlii^lieD  Überblick  übvr  die  auf  die  byzantliiisehen  Hisluriker  und 
■  Cliraiijatftn  bexOglicben  wissen nuhartlicben  Arbeiten  wie  AtiagAben.  KomnientM'e.  <JnelInn- 
f  UAtenur hangen  u.  s.  w.  gab  merst  K.  N.  äathn».  .>f«<i.  tlifli-  4  (1874)  ItQiXoyoi  Vlll  lun 
I  XX.  —  Anafllhrlii'her  ist  V.  G.  Vasiljevskij,  Cberoicbl  über  die  Arbeiten  iiir  byzanti- 
;  niiM:h«-n  Gwchiclit*  Jooro.  Min.  18S7-1889  (Bd  250,  2.^2.  2.^3.  2.'.9.  2flfi).  An.-h  nell.etÄndig: 
Heft  1.  Pelertibuig  1890  (rosa.).  Beaprochen  im  Odessiurr  .labrb.  II  Ryr.,  Abteil.  1  (1802) 
Cbronikji  65 — 84.  —  Spir.  Deatunis,  Einiges  Ober  di»  bjzantinisoben  Histuriker  und 
Iber  die  Cberacteung  derselben  In  die  rusoisvhe  Sprachig.  Juurti.  Min.  1841  Bd  32  Abt.  II 
00 — 90.  ~  Muizliche  Botmchtuugen  Bber  d«u  daniHliu^-ii  Stand  der  b^iaiitiniscbni  tie- 
iieliii:ht».  und  litternturforeehung  nebat  Uiiiweiat-n  auf  die  noch  auazufOlircnden  Arbeitt-n 
gftb  Karl  Morgennteru,  über  das  Studium  der  byximlinjiichen  GuacbichUchreiber,  Mi- 
moinMi  pr^aent^n  i>  l'aeitd,  imp.  des  sr.inncoa  de  St.  PfJU-rüburg  4  (1K45)  169—202.  Die 
Abkutdlung  erschien  uutb  russisch  im  Journ.  Hin.  1841  Od  29  AbtiNl.  II  1:17—176.  —  (Cin 
fthnlicliee  Arbeitsprugrumm  entwickelte  neulicli  Sp.  P.  Lambres,  Byzantinische  Deslde- 
rsbi,  B.  Z.  1  {1H92|  li$5— 201.  —  Zur  Ueachluhte  der  auf  die  byiautiniacb-veneiiiaiiiaoken 
BetiehungeD  gerichtetdn  Studien  rgl.  Sp.  P.  Lumpius.  Bviariirä  MiXuii/iaia.  Athen  1884 
8.  173—179.  —  Einige  Winke  mir  littcmrhiatoriiitben  Verwertung  gewjaeer  Nachrichten 
byiantiuiecher  Ilintoriker  gab  A.  Kirpifnikov,  Wober  miua  man  daa  Material  Sa  einer 
ümcJucbta  der  bjuiitj machen  I.ittHratur  npbmenV  Jouni.  Min.  ISSU  Bd  293  Mai  H.23--3I. 
Aock  in  griechischer  Über^etiung:  Ilöatr  Ai^nr/ov  tö  vXmöt  t^c  latonlut  iij<  ßoiartw^ 
»ftXoiorli^.  JiXiiw  3  (1800-1892)536—^46.  -  Th.  Uspenikij,  iicdeuhmg  der  byutnti. 
ntaeben  Studieti  fOr  diu  VentULndiiis  der  luittvbllerUcUe«  Oeat^iictao,  Oimma,  VWi»  Wft.'tt^ 


^ 


114D  Bytautimache  Litt«T*tnrE«Bahichte. 

ioT  Bcriulit«  ÜOT  ünivfrviUl  (.til''v.i;>  lni-".l.  -  N  Po 
tÜEcliiMI  üewhicllU,  Itoyünl.  Vji-,ltiik  l^i'U,  111,  SiCK'iB 
ncbl  der  neu^sMn  GntoicketttiiK  dur  tij-uDtiiuticheii 
MiMit«  1))-uiuUiibinaa  und  wiin«  Badi'utun^  Ein«  ri 
Aludomie,  BukmI.  VjortDik  IRiM.  April  H.  M  -C2.  —  I 
tiniMÜini  Studien  s^t  üibbon  bin  auf  dio  Gegenwut  | 
von  tiiblMiis  BSsUiry  of  the  docUno  nnd  fall  of  tbo  RJ 

2.  LehntOhl«  fOr  dl«  bfuatiDlaohe  I 
Der  erat«  tiobratuhl  fUr  die  liviBnlinincfac  1'hik 
k.  WjreriscbeD  StaatnvpVrang  in  Mnnrlien  nrricIitAb 
Re^enm«  dem  baj^ertsolieD  Landtajn  vorgf'lfffti's  PontaU 
SenJnin  Ja  MDncb«n  am  b.  Hin  1^96  abgelelitit.  Vi 
20.  Jan.  1808  liabiliUert«  «ich  A.  Papadopalos  Kei 
und  iwagriechiwihe  I'liiloto^ie  aa  der  UnivendUt  Pl 
habilitierte  aiob  fDr  diutMlbi-  Kucli  D.  0.  H«Hiii'Uiig 
Jiilirt  ISÜ'i  erhielt  W,  IVct  rinMi  Huf  oIh  o.  I'rufuof 
vcnitat  Budapest  mit  der  VerpflichtiiDg  aueh  Ober  1 
VorlnHimgcn  ta  baiton.  —  Fbtiipt  wird  der  «prM-hlicho 
Pliilnlogie  berOclcHiditi^'t  von  Prof.  A.  Tbnmb  in  PM<ibd 
dienen  die  Lelirelelleu  fOr  NeugriechlMli  Hm  orientaJla^ 
lti:')lu  dc9  lungupH  orit-iitulea  vivaiitea  lu  Parin.  ^  Bl 
liyXHiitiuiBohfii  Studien  duich  die  OrUndung  eioMi  ka 
luatituta  in  Kpct.  Die  Rtatulen  dea  Inatitiris,  dafl  ■ 
de«  Prof.  Tb.  Unpeniikij  noine  ThUdgkdt  erORnot  td 
460  mitgeteilt.  '-  Aach  die  franiSiiacbe  Rchuln  j 
Zeit  iliro  AiifmerkwimkHt  d«m  b7«uitilüachra  Mitt«U1^ 
Schule  in  AtlKiii  (G.  Mület)  darf  a«ii*  gaoM  Thitid 
—  Weniger  Syinpathi«  haben  stob  die  byiaotinlacheäl 
«rchlolo^ischen  Institute  su  enrerben  v«>n&ocht>{ 

8.  Znr  Biogrnphi«  ftüiselner  FotMbar  «nf  i 
Leo  Allntins  (1586— tBfifi):  Stephan.  Oratll 
putniiii  bibl.  VI  2  (1858)  V-SSVIII.  —  Kiirne  Skial 
Ällatius  bei  K.  N.  Sathaa,  Kfotütjri*^  ipiXoXayiti,  A) 
grrilihie  des  Allalius  enthalt  uui^h  das  Bueh  den  bej 
riitclicn  Falsühers  UemetrioK  Ithndohnnukin:  I.coaf 
S  Quidone  de  8oavign>'  edidit  UomeliiiiH  lihoddrAnakj 
dient  aber  infolge  der  bekannten  FAlscIiuu^caniAiiie  dei 
acbtnng.  ,La  l>iographie  HlktienDe  qiii  »e  trouve  daoi 
niincnt  sont,  cuiiiuie  teua  lea  t^critü  de  Rhodocauakis,  i 
et  ne  niMtenC  auuuiie  ui'äauce*.  E.  Lugrund,  DoMii 
Vgl.  B,  Z.  5  (1890)  377-37».  1 

Du  Cange  (Chorle«  du  Freme,  Sianr)  (1610-^ 
d'Aubigny,  Memoire  lu>loriqun  pour  wrvir  ä  l'äoa 
Paii»  1766.  —  Henri  Uardoutn.  Eeaat  snr  U  rie> 
ffeane  Du  Ciuige,  Paria  1848.  —  L#on  Feugeri,  tual 
Cange,  Paria  1853.  -  Interessante  AufaGhlQMe  über 
griochiachen  Giossara  von  Du  Cnnge  eothnltcn  dio 
Lyon  aus  an  Du  Caiige  ricbt^-lc:  H.  Oniont,  Lettr« 
rimptvatsion  dn  gluaiuure  grcc  (1682— IfiSS).  Rem« 
dieaem  Qloaa»  V£\.  nMv\k  Vt.  Om«ikt,  Abbi^vbtloiu  g 


%.  GMchlcbU  der  b^KantiiilKlieB  Phllolof  I«. 


Mich.  Leqiiien  (1861  -1TS8]:  Enn»  ßiofcraplii«  in  An  Nmirnlln  liio|irfi{<hl4>  vtvi' 
nie  30  (18ä!>)  SCO  (mit  LittomturangiilH^n).  —  D«ii  VortroK.  ^«Iclipn  U^  Qiii<*ii  nm  ^7.  I'olir. 
17S2  mit  dem  Parittor  BudilillnillH  Nie.  Simwt  Dbcr  di»  Uenuadmli«  iI<'h  Orinna  i'lirixttHiini 
«bachloHB.  rd.  II.  ()<iiiont>,  TraiU  pour  l'iilitJon  d«  rOiiuoa  oliriatiitiiu»  üii  I*.  ].«  ()ul«n, 
RoviMi  d«  rOrbnt  InUn  2  (1894)  190  f. 

Edwtrd  Oibbon  (Hin — 1794):  Sninn  AutiiliioRrn|iliii>,  .jHirliitpH  Ui«  bcat  ai)«!'!»!!)!! 
of  Anloblojmphy  in  the  En^Iish  tanjcuugv'  (^Vliitaki>r),  wnrilo  tiivrli  lurinom  Toilu  nin  linril 
Slivffivlil  1~H.>  ht'nuBgcjji'beu.  Wiodcrbült  in  diT  Ausguliu  smni-r  llisinty  'if  tJiu  dnrliiiP 
Uid  fall  nf  Ihr  Romun  Kin|>im  van  Williimi  ämitb.  ßd  1  (London  IHM)  I  IRII 
Eine  d«at9uh(<  ühnrartüiing  von  <.I.  W.  II.  Zivgi'nl)pin>  i-n>clikn  uiili-r  di-ni  Titnl  ,llllit>iinN 
Leben'.  S  T«il«.  Brannar.hvoig  ITQß— 1797.  —  llbgrnpliic  und  ('liiu-nktoriiilik  von  M.  Olli- 
tat  in  Minen  .Hdbnges  biographiii»««*,  Dcnii^mn  «idition.  Pari«  IMßM  H.  I-  4H,  —  JainoN 
Cotl«r  Morison.  Gibbon.  London  1879,  In  der  Sammlung:  RnKÜHli  Hm  o(  Lotten  nihb>d 
bjr  Jobn  Morlej  (nnsmiirlicbe  Biograpbi«).  —  Bioiunpbic  In  d«r  Kncyclopiudln  fliiUniili« 
10  (1)^711)  .'iiä— iJ^2.  —  Entmrf  i^iner  nusflllirlicben  Bioi^phi«  und  Charoktori'Uk  von  .l«r.. 
B«rn«]rii.  (h-s«mme!U  .Abhsndlnng^n  2  (IK«.'))  ä06-  2^4.  --  ChiutkUtimtik  von  J,  II:  }\urf 
hl  Miner  Neuu»gabe  Ton  Uibbon*  Hintny  of  tJia  decJiiiG  toA  fall  of  Uie  Konian  Eni]rira  1 
(1890)  XXXI  B. 

Fr.  WilkoD  |d«T  TerfuMr  doa  oben  S.  107«  xUMtm  VfmkM!  fbrmii  ali  Alnio  I 
«te.)  (1777— IS40):  AnsflÜirliche  Biogntpbw  und  CharalcMtMBt  vm  Adolf  Slffll,  ÜmU»- 
•dticJitechrnibor  FriedrirJi  Wilkcn,  Cawnl  189A. 

OottUb  Lakss  Friedrkb  Taf«l  (1787-IMO);  Z.  Knnlk.  Cfctf  dio  HelirifUn 
des  Ujianüuaten  Tafel.  G«l<lrt«  Anwigen  d.  k.  Akad.  d.  Wiaa.  I.  oftd  8,  AbWL  tU  3. 
SMtwtiMif  lKä3  (mir  aamglii^ttfc).  —  Aitik*)  toh  C.  Kenmann,  AllffnMia*  duMbch« 
Bioenpkie  S7  (10M)  SiS—ML 

Jacob  Philipp  Faltnetarer  U'nO-IMl):  WognpliMM  «kwa  «mi  Htavb, 
AII«iemeiiie  DeoMbe  ffiografU*  $ (1877)  558-5«,  mirmO.M.  Tk««aa  tu:  tii-MatU 
Werk«  VM  J.  Ph.  P>nn>«rs7W  tiw^^^kta  t«b  G.  M.  TTwaiMa  1  (IWI)  XIII-  XLVTII.  - 
Job.  Chrjs.  Uitt«rrtilincr.  fwgMWtt  «»  dt»  LAm  daa  Fragwnlbhni.  IMw«  1M7 
(namcatlick  IiUicrpte  «m  ScMAm  wd  BIMm  FküaMnjrcnf.  -  C.  B.  «.  IlSflar.  Er- 
impnueMi  SB  PUL  Jaok  FalfaMv^rM--  E«  l^it-  «■!  flrha«ii*iM.  MiMlM0ni  da«  7*r- 
riM  fBr  OfwlDcUa  der  Dtat^koi  m  Btkmn  2«  (IWfl)  8t!t-4M  fMfcr  MiWilti.  Meli 
fflr  die  BewOng  d«r  SIa*a<lM<>n(  FanaMraj-am  «iektis»  MittMlmtMl. 

a«0rg<  FiaUj  (17W'  I97C):  AaUfcMcnipli*)  i»  in  mA  mimmt  T«da  rm  ff.  F. 
ToHir  b«Miglcn  OtwmlaB^it r :  A  biatej  «f  One»  I  (Umi  XXXtX-XUt. 

Karl  Hvpf  il-3S— 1K3):  Kon*  lllija|liii  wa  L.  Strait  m  •Ikt  .Allffwaiwa 
dMtwrk»  Biogtaftei*  U  IIWI)  IOe~IN.  Dm  KaamriKh*  NmUm  tm  X.  Hop/ ha- 
lüdet  «ch  W  PmC  Dr.  R.  Rftbriekt.  BotI»  K,  Watankmp*-».  7«.  miä  wM  *tm  »m 
den  Fi'hgiMiw  «  naatear  W«m  «r  Tt  nilBwg,  dwptHia. 

Bi«Wr  P«ryk  IIat«Bak.i  <I>M~?):  Bk«  OaA  mmm    Labmi     T«H><l>ilMr 

rop  Sjrk«  *«i«MrtB  Bii«l|U>  dv  Bfadtafc  mi  *m  tSU  fawa*l». 

Ovar  ftiaic  tlM>>MB»:  Bot  k«na  Wnipwytilp  «m  RofHIwIm  4«r  SmMW  4« 
l'Orieal  laün  «»h  M.  d«  T*kM.  U  «mh»  Um^  |U«w  d»  CCMra»  Mb  I  'MM)  l-U. 

0.  Morast  |~»»«~U«0):  Sm  llliii)fcli  fci  IMaM  dU««  mt  dU  KMnMrt»  d*» 
plKfcJMtin  CMM^bM*  t«.  a.  WTS)  biviivn««ib>a  fMPhrtm   m»^  n   ß.  CI««ct<l«U», 

J.9>fcfc.li— fl—    WH»  »Ftr.  I-ampri«.  IwAnn)«  «MBrittar,  ,AM*rXrfM» 


bto  18«)  &1t~.Vt2. 

AL  PMf****  fMM— PIM)t  fchwligi  Md  A.  VArdtmMa,  M>»}w.  «'^«f  ^ 
OM)  U-ta  wd  3|k  P  L«arrrM;  AM»  «  fVNtt  «K^-Wl. 


nnd  Sp.  P.  LuroiicoB,  J().ti<i*  i  [,IS-J:ii  2ü7  f. 

TnasoH  Dem.  NarntBO«  (1628—1892}:  Nckni 
(1892)  209  f. 

K.  E.  ZachRriB«   von   Lingonlfa*!  (1812— 

Flsch«r.  B.Z,  3  (I894I  64.5-648.  -    ßa  Veneicbra 

Zellschrift  der  Savi|pi>--Slinimi;  fSr  Roclitaf;<«c)iiclit»,j 

Piach«r  artictt^t  such  an  «inor  gri}B»er«ti  Bio^n^ii«  i 

U.  Z.  5  (1806)  SS2  r.  -  Nekrolog  van  Ä.  I'avIov.  vi 

Arohlniindrit  Antonin  (ldl7-1894):  KimMJ 

J.  M.  Hartynov  {Hartii»iv}S.J.  (1821-1694):  t 

K.  V.  Marilt  (1W6-1606):  Nekrolog  im  Vis.] 
il^aiwrlbon  in  äi-r  tt.  Z.  ■'>  (1896}  S88  f. 

Gabriel  Dealunis  (1818  -I8yö):  Nekrolog  v 
846  —  Ein  dironolofiacli  gi-onluoU«  Venselcluiie  seil 
dM  Vi».  Vr.  2  (l«)5}  317-M6. 

Eudtalhios  Bulirnn»  (1819- 1H9S):  Kancr  ] 
(leOC)  648.  ] 

JuM.  Mullor  (1625-189-^);  Nekrolog  von  C. 

V.  G,  VRsiljevskij:  Ein  Vwwrichnio  t^oer 
R«renit  (Za|>i&ka1  Uierdie  fcelehrten  Arbeiten  do«  korti 
ecliftfUii  V.  Gr.  Vuiili^vakij.  Vorgetcagcn  in  der  Sita 
12.  Det.  188».    Potonharg  18B0. 


16.  Byzanz  in  der  schöm 

Zu  der  QeB(^luvllt«  der  byxantUiiBcheu  Studien  al 
Stoffe  In  UDgHter  wedmelseitiger  B^tieliung.  Bei  i\tmi 
oiiiopniai'he  Mittrluller  bis  auf  die  neui-ate  Zeit  aellj 
hsl,  iHt  es  nii'lit  ;^u  vefwiiTiiliTii,  lUss  hyuintJniHvIi«  j 
spielen,  Opern  und  in  den  bildenden  Künslen  nnr  mII 
«bo  Auf^liIuiiK  der  «renigen  liiolier  g^hilrii^en  Werk«} 
blutigi<n  und  iiilrigueDVollon  Süuit«aktiotien  der  bji 
thr  tttvitea  tieliIoei»chen  Schule.  8o  »ubrieb  Andr^ 
meniuB'.  V)tL  A.  Hoiseulierg,  Die  b,viHutinisi-hon  Q 
ZrilHchx.  f.  vont'^'«^''*""'*  Litter»turgesebiehle.  Neue 
imrdnn  in  Jesiiileoschulen  byuintiiiiaebe  Stoffe  tu  dj 
beitet  Kino  BOli  neu  an  Weisung  fOr  ein  sukhm  StUck  1| 
Der  Titol  Inntnt:  Mauritius  nrientis  impomtor.  1 
Archiducalt  fj'mniisio  K.  3,  Odnipnntj  4.  A  5.  Sf^ 
Orient  rn  Eiid  di-a  Jubni  voi^ostellt  von  den)  Kajr^ 
Soc.  .lesu  tu  Ynspnigg,  <ieu  4.  und  '>,  Ilerlwlinnnat  ] 
Btoff  büiurbeilet  worden:  in  einem  einet  viel  ^leaenei^ 
montel  UV66);  in  einein  Trauerspiel  von  Gd.  v.  Soj 
genUirt:  xuerat  gedruckl  in  Silienk'u  ,8oliMWpie1en*  1 
B.  1 — 1'JO:  dann  niit  Eiiik'ihmg  liemisgcftsbcii  TOn  n 
litterntur*  Bd  ISl.  Berlin  aitd  Stuttgart  1800);  in  etnj 
Walter  .Scott.  Count  Kobert  of  Pkris  (Stoff  au«  i 
Dem.  Bernurdnkia,  Mv^l«  Joianoieij,  MOucliCii 
PhtauM  or  tbe  fnll  of  Conslantiuuple.  S,  ed.  Londil 
—  J.  Petvaun^Xu,  UfAntw^W  UMm.  2  (Ide,  Leip^ 


J 


10.  BjruDE  in  d.  ochOnen  LitUratnr.    17.  Z*iUctLrirtoa.    Bibllngr.  HllfsmltUl.   1]4Q 


taXmaXiiyos.  'Mfa^MT  A^i/ia.  tMfäg  If^.  —  Hnrm.  Uiagic,  tlyauitiuiaiili*  NiiYclInit. 
upzig  IK^l.  Uwana  cnchicn  ,D<ir  Elildpratmiii'  ia  ([rlwhiwlior  CIipiwIkiuk  im  ll»if 
adt  3  (1879)  im  ff-,  &9»  ff..  7CM  ff.  —  AI.  Riios  Ran^abM,  "0  nIM>T9r  i«i  JVw^wf. 
utaoh  abeir8(4it  (.Der  Fllrat  von  Mona*)  Vau  Ail.  EllioBoo,  Aual»kt«n  <l«r  mlllul-  uail 
■iecluMlwii  Lill«r»tar  ä  (18^)  Ill~88&.  Ancb  BrMlnu  Wut  uiiil  I.SMK  (It-titur*  I) 
ab«n  mir  uiizuKttnfclicUl.  —  AL  Rixos  RangkbvN,  Jnäxtit  (Dnuiiit);  in  itnuUi^liur 
rbttng  van  dum  Autor  ai'Ibst  1881  (niir  unx»i;>oglieh).  ~  Vivt.  SHrdiiu.  'Dh^ihIoin, 
ISS*.  —  Kloon  Rnngabcs.  hiXtant  i  '.ImxniittK  1877  (mir  iinxut(llD|[ll<ih).  — 
Eicon  Knngabca,  StoJia'i/a  .  aohjfia  i^afiatiiör.  liaipzj^  1884.  —  KUuu  KangabuM, 
'Itfaxiiiot  .  Jfii/i«  tii  fiift}  Ttivit.  Leip(ij{  ISd/i.  —  LoiubAr^,  ßysiiito*  (Ruuim).  V)[]. 
seine  R«urt«luug  in  sprHL-lilichor  HinsiL-fat,  7.«itAi:tm(t  f.  fhuulta.  Spruche  untl  l.illaratur  IH 
(18!)1|  34^  ff-  —  Ak'iuudru  Papadupulu,  Hv^arttrö  iiiyijfiati  .  Tö  fiijia  nie  «}iini]f. 
'tlaiitt  vom  0.  Juiii  I8U3.  —  J.  Ü.  Craig  })uUHton.  Thf  djiugliti'r  nt  In-Diiliiiii,  «r  l'liun» 
ef  bytBQtino  life,  social  and  TCÜgious  in  tbu  Sfth  ccntary  uflvr  L'liriM,  Umdod  IHQll  (YJ 
(mir  nsr  ans  Acm  un|;ttnsti|;en  Refcimt  im  AtlipniHium  v.  23.  Juni  IMU'I  lit<h«tinl),  —  0. 
Strnteiies,  ftaeiXiin!  6  BoeXyiigtniävo;.  Kin  nnuKriechiaofaos  Drunili  du  ua*-\\  dM  ICAroru* 
YfBif.  -Eao'o  vom  IT.  Juli  1S04  S.  304  im  Juli  I8S4  Im  l^MhathMlM'  >u  Atlion  Ubur  dJv 
Bretter  ütag. 

H        17.  Zeitschriften.   Bibliographische  Hilfsmittel. 

^H         Die  «tute   ZritMhrilt,   die  «p«DcII   uiiMrcn   Studino   dinnlB.   bt   d«*   vor   HIchii«! 

^U^rfaor  bvgrOndntP  Archiv  fOr  mittel-  und  nxugriorhlNCllo  Phllnl«||l<i,  Ihiiiil  I. 
Reit  1—3.  Atlion  18)^0.  Doch  iiil  dinMCR  QrRan  nacli  dnm  Kr^choinMi  doa  Mst»!!  1)o|i|mI. 
ImA««  wieder  »rlix  entechUfen.  —  G«Kiniwtrtltc  widmen  «icli  mpraUU  d»r  llywtUiilBUk  41b 

I  Byiaotiniache  Zeitscbrift,  lieniuip^beii  voa  K.  Krunibiebar,  Ldpil«  IMV  ff.  (Ida 
jetil  ü  Bil«),  itnd  der  ViiantiJBkij  Vreni«n«ik,  lieraiMitu)[«l»'u  vou  dar  k.  ruMlaoliMi 
AkaJcmie  ikr  Wus^iiavhaflea  imti^r  der  RvilaktiMi  vun  V.  (1.  VaailJnvHki)  iiuil  V.  E. 
Regel,  Pstenliing  l^D-I  ff.  tkis  jetzt  'i'  i  tUcJ.    -  Nur  di»  AurbUrunii  iiuil  VliiiWinu»  lUr 

I  Uuiooabsee  bcxwcckt  die  ncao  ttabwMich»  ZtUaclirift;  B«i*arloi)*,  Bon— lUaiia  imtl  {liU 
jetst  £  firft«).  —  Hehr  de»  OiMsUir  mbm'  p«Mtack«i  8uuii*l|mbUkillitn  *b  oluur  ZuU- 
schtifl  iiB  ei^itUichMi  Sühw  lial  die  BjrstiitiuUcli«  Alitalluiif  dM  Jalirbimliaa 
(l^lopisl  der  hiatorlBcfa'pbilolaiflacfaeu  tieaellacbaft  bei  dar  k.  neyriiaiUcIl*!! 
i:niToraitai  (OikMa).  bi>  jeUt  2  Bde.  Odewa  lH'/2  und  IMM  inm.).  -  ll*r  MomUim 
Aem  Utniiischm  üruntft  dieabn  vor  «11*01  die  P-"%TtWM'f  d*r  vuni  (ira/*u  Hi«Ht  Im' 
gtflad«trii  I^kI^  de  rOrieat  UÜB.  Am  tkr«  (Jb-lle  lat  Jrttl  V>trvb'n  dt«  K*viio  Au  l'Oileni 
Istin.  bb  )HiZ  3  Bde.  Pmu  IWft— UN».  —  AiMmr4«»  kouiiuMi  Mr  4I>  k/MHttHMu» 
Gw  liichi4-.  Koiut,  P^ägwidrik.  Vvmmma/äk,  flftfidwr  h.  «.  w.  luuumMirM  «biiip*  ||ri*rU«rlw, 
mwiWrtir  Bod  ntu/äpt  daviadM  ZaÜMknA««  ia  fWtrvM,  auf  diu  bhv  Nur  KtkIumimik  iIm 
oUgm  biblNgi«|AiKkMi  rtntili-a  Dodi  iMWiUpr»  liiiigvvtiiaBii  irW«U  Mlli  llurJuiifu 
«  Bde.  AdM  1BS0-I87i.  -  /f«pMM«A,  Atb-u  1^77  ff  -  ■Jlfi»u-^.  All»«  IxVli!  lt. 
—  JlUiar  t^e  UltifUt^c  «Bi  4»r«iA>ylM^i  hmifUt  >■)«  'Oi^4«t,  AUmb  IMHS  ff.  .-  'Mi^. 
AtlicD  If«ft9  ff  -  I>ie  PublikatNOMi  de»  'KUiitM«««  if4kdL»r"^l  «*ii*rt  ^  K)"!  (U« 
jrtxt  es  Bde  mit  tielen  Bt>U«M).  ~  JmtmI  4«  II.  niM.  MlideUnuim  dM  VvtkMuf. 
kUraag  (2an>l  MMiiigit»»  M(a4Di«t  |»«M>itMN<  l'*(«nilH»v  IWIS  ff  (Ut  jiM 
308  Bd»)  (nua).  Eia  CM—Iwgiil#  dw  Bd«  ««  WW-lWd  »nmm  la  «  TdlM, 
Prtw^wg  l»M  -  li«L  —  irii  iinil  dM  bot^rMd.*«  MkiiaUwM»  dwr  V«lkaMftUnui|i 
(Sboratk  u  MtvdBi  uawlw— 4k  awdtt  t  lalfcrtMj  (Ua  >(«  IXBd»,  tMU  ItfW-UiMt). - 
Die  Sdkrifle«  d«4-  k.  «MtiBiikM  Afcadewi.  dar  WJM.aaalian»  (Wm  firiadw  AkadaM|te; 
B>iMiMk  Srpik«  AkadoM^j.   -  -  htam  mutk  laaniii   aadan,  laldv  b   d«  MataMa  aidd^ 

riavwcbn  BaMi^ifcia  Eiav|»  bOÜMdaa  pMMte^M  PaUkattoMa  dar  Bimu«.  "-^ . 

BwfcM,  HawiiM  aad  Ki—iM.  ui  tnlcr  IM*  dk  Onpuku   dw  niMltdwa  im^ÜpI"»  AW 


BysantiniBche  LitUratargcscbicbte.    A11| 


dcmkn  iinil  d«r  rtii«i«rJicn  arvlilole^iwlieti  Gfwllsrlwl 
Aiiftlntung  (gUrolin-ntiikiijfl  l'nwrjciJi)  u.  k.  w.  —  Von' 
hM^linn  /jCitMluifMi  Uiiil  miinvnUirb  lu  bfricWn  du 
GUurax^mBiit  den  Mtiilps  inwcqiH«,  düi  H«vao  dr«  ii 
•biiLivB,  di*  fubUkalion«»  iIm  franMaiMlMiii  liwtiwt«  in , 
trimMtriell«  und  dl«  tnlilivicIiMi  deutocbon  [ihilolofiiM 
'jCeitai'hrirU'n,  In  douuii  hytunUnisilio  SftclieD  tülwdiogs  | 
It^klihDlüge  Nni^bwt'iiN!  Ubvr  die  neuere  direkt  i 
hiatoriBclio.  gvagrnpliiacli«,  IcuiiHteenFhichtUa] 
in  iK'ii  biblkiKmphiKchen  E)«ticlit«a  von  Kvrd.  Uiracli  (Qj 
(NcugrierlwiilRnd  Mit  I4.'>S)  und  K.  Jirofsfc  (SDdalri 
bcrioliten  tor  OeechiclilswiaMnichnrt*  ( I  ATA  ff.)  vertSeotlH 
Nrontv  littrnilur  sur  bysantlniachen  O^uhidite.  DealM 
•rhaft  8  {1692)  811-SM:  b»i  Job.  Driseke,  Griecl^ 
and  Littaniturg««ehidite,  ZnUdirift  Rlr  Kirdicnüeacliil 
loglacha  Jalirotdiorieht*,  bngrflndnt  ron  i).  E'Bnjer,  La 
BMlcbto  Obor  Kirchnngavcliichto  ron  O.  ZSckUr  in'l 
OcBohlchlswissenschaft'.  -  tlaujiMchlicli  dip  vorbfiaid 
huid,  Di«  altthmlUrh«  LitterahU'  und  Hirw  tCrforschai 
Studien  Bd  I  Heft  4  ^5.  Straasbur«  -  Twhurg  i.  B.  189^ 
und  niinftaischm  GrenxK*bivten  dient,  beiwwlen  in  deni 
und  (ira)!Tapliie.  Altort&tner  und  KiUiMti  •!•  nntaitbeh 
Dibliographisrh«  Cbtireicht  nb«r  dio  alsviaclii!  Philoloi 
refcister  mm  Arch.  mUv.  Phil.  Hd  l-~!3i,  Bnrlin  1892.  i 
rutui.  ium  Twl  anrh  für  <i4«chtchtt'.  Geögrnpbi«  a.d 
Hiirainillel  vor  allein  in  Uotracht:  Bibliothfca  Graeca  *l 
Aiui^be  vun  0.  Clir.  Harles.  12  Bde^  RambuT)t  IT90 
Wilh.  Enselmunu,  BIblieÜiocn  acriptomm  vLaaelcoifl 
1860;  Cnlvaryn  BiblioÜi«ca  Philologics  Claaaioa  (Beibll 
Dber  die  Kortavhritt«  di-r  claanaelun  Ahnbaitwmimtnaa 
Vtert«ljttbrig<>  )■y■t■^^latilKhe  Bibliograpliir  dft  i'lainiaQhl 
und  Ncupliilologi«  [Beiblatt  in  Jahns  JabibUchfm.  I<«in 
UbemiditMi  In  der  Rn«u*  d«s  Atudea  gr«e^noa.  4 
Aog.  Pottliasl.  BibIiot]i<iva liistoriea  niedii  aevl,  Vtg 
«ni«plUtc]ien  MillclulU'ra  v.  375-1500,  Mit  Suppl«RWB 
tud  TCtmehrtu  Auflage.  Berlin  1890  tt. 


Regentenverzeichnisse. 


I.  Weltliche  Regenten. 
Die  oströmischen  Kaiser. 


I  t  dor  GntMO  (AlleinherrscIiDr) 

Mvä  1  ^AMoinhemober]  358-861 

«  Apoaluta  :!€l-363 

k  Jovinnus  S08--8ö4 

anianiifl  364-37S) 

l8U~3Td 

I  der  Grosse  370— 89&] 

II  408-450 
pw  460-457 

1f»k«llea  4S7— 474  (MitkHJsor  Leon  II 

»-474) 

474-401 

|iM  1  DikoroB  401-516 

•  I  518-527 
mM  1  527-56.) 

•  II  566-578 

■  II  678-682 
loa  582-602 

I  602-610 

KM  «10-  641 

MOS  KonnLkutinM  III  041 

eonaa  641 

D8  II  642-66« 

ntiiio*  IV  l'ogonnlos  668-685 

uios  11  Rhinatmetoa  6^h    005 

W  605 -69^ 

B  III  ApsiiDDroB  698— 70S 

MOS  U  Doohmala  705-711 

IkM  (Barduea)  711-718 
UM  II  {Artwaioc)  718—716 
«Im  111  AtrunrUnoa  716-717 


Haus  d^3  l.eoD. 
Leon  in  Hm  Ismiricr  (Syrer)  717—741 
Konntaniino«  V  Kopronymoa  iKabiklioo»)  741 

hia  775 
Leon  IV  775-780 
Konatiintinoa  VI  780—797 
Irene  von  Alli«n  7Ö7— 802 
Nikeplioroa  I  802-811 
Staurnkios  tll 

MJcbnd  i  Rlianijabes  811-  813 
Loon  V  JiT  Armenkr  813-820 
Hialiuol  II  Jor  StunniluT  820-^29 
Tli«ü|)bi1ua  829-842 
Micimel   [II  842-867 

Makedonieoh«  DyDsatte. 
Basilnion  I  Ra7  -686 
I,uon  Vi  dor  Weiao  888—811 
Aleinnder  fi86  -912 

Konatnntinos  VII  l'urphyrogonneloa 913—059 
Romanos  1  Ijikapciios  SJ2<J  -044 
Romanos  II  059-963 
Nikephoroa  M  Phokaa  968-OGO 
Joannes  I  Tiiraiakea  060—076 
Basileius  II  BuluaroktoDoa  976-1026 
Konatuntiuua  VIH   1025-1028 
RoinaouH  Hl  ArgvroH  102e<-1034 
Michael  IV  PapliUgon  1034-I04I 
Miuliael  V  Kfil»ph«I.-s  1041-1042 
Kon»tantJii08  IX   Miinomaohoa  1042-1054 
TLüodora  10.'<4-I0.'.6 
Michael  VI  Stratjotikos  1056-1057 

Dukaa  und  Kotnneaea. 
lannk  I  Kumnenoa  1057-1060 
Kon>Untiu  X  Dukaa  1060-1067 
Romunos  IV  DiogeDes  1067—1071 
Michl><^l  VI)  Dukaa (PArapinakes)  1071—1078 
Nikepboros  MI  BotaneialM  1078—1081 
Aloxioa  1  Komnenoa  1Ü81-1US 
JoannM  U  KonviiWÄ  \\\%~\\«a 


1146 


I«gM]t«iiT6neic| 


Maniiftl  l  Komnenos  U«-1I80 
AlciioH  li  KomiKmoa  IISO-IIS;) 
AnilroDikos  1  Komnenos  1I8S-1165 

Uaua  Angelos. 
Isuk  II  Angelos  11RS-U95 
AlMioe  III  Aaselos  1195-1208 
Innak  II  DOchinatH  1208-1204  (Alexios  IV. 

■Mtln  Subu,  MillcHiMr) 
Al«xios  V  Dukao  (Uurtsaphlus)  1204 

Kaiser  in  Nikac«. 
Thoodoros  I  Uskuis  1204-1222 
Joanci»  III  DukM  BkUtMH  1222 -12S1 
TI)co<lorc>B  II  Lnskaru  1254-1208 
JoumM  IV  Liukari»  1238-123» 
HiobMl  VIII  PuluioIugM  12&9-13r>0 
Wiedoreroburiuig  von  KoasUnlinopol  I3G1 


KoaJ 
EroÜ 

Lateinische  Kaiser  von 


Mie 
And 

Aod 

in 
Joa 

And 

Jo 

(Ja 


Bolduin  1  von  Flandorn  1204-1205 
Uoinrioli  von  FUndcro  (Angro)  1200—1216 
Pet«r  von  Court?nay  l'ilT 

JoUntu  I2I7 -1219 
Ro))crt  II  von  Court«iuy-Auxorre   1221   bis 

1228 
Balduin  II  1228  (1240)-12«1  (1273) 

Joliunn  von  Brienno  1229-1237  B«g«nt 
und  Titutaikaiser 

Aneeaii  d»  Ctytux  1237-18381  B.™.i„ 

Narjot  de  ToQcy  1238-1240  i  '•*«"'«' 


Bdd 
Phil 
Kstl 

KaU 

I 

Roh^ 
PhäÜ 
JaH 
Lodll 
Ludj 


Kaiser  von  Trt 


Alexios  I  Komnenos  1204-1323 
Andronikos  I  lüdon  1222-123.^ 
Joannes  I  Axuiihos  1235  - 1238 
Manuel   I   .dor  tilmtbaro'   1238     1263 
Andiuoikoa  I!  12'J'{-I26Ü 
Ocorpo»  I  lliö(i-12B0 
Jowinu«  II  1280-1297 
Aloxioa  II   iay7-l330 
Androniko«  III  1^30-1332 
Manuel  II   1S»2 


Säsanidei 


Arilvaclitr  (ArUxerxea)  I  22i>- 
Srhapnr  (Sapores)  I  242-278 
Hormi«d   I  273 
Bahiftm  (Vsrnn)  I  974-277 
BahrAm  II  277    2114 
BülirAm  III  294 
Narao»  ay*— 303 
Honiiixd  II  303-310 
Bobapor  II  310-379 
Ard«aobIr  II  379—884 
SokAunr  III  385—888 
BläW  IV  383 -M9 
Jeedeg«Td  i  399 -A<^ 


242 


^^^^^^^^^^^^^^^             I.  Weltliche  HogenieS^^^^^^^^^^^^^^^nJ^^^^^B 

■  Iranische  oder  Bagdad'sche  Dynastie  der  Seldschuken.    ^H 

'  TogfU  Bm.  Enkul  <Im  SoUachuk  V  -I0l>3          MuliommudSchuli  I105-1II7                         ^^H 

Alr-Anlkn  1063-  IÜ72 

Mailand  11  1118—1180                                   ^^H 

««lok-ScUli  I  1012-1093 

Sindscbar  1I18-II&7                                      ^^H 

Uahmud  I  10EI2 

Suleiman-SeliHh  1157—1160                            ^^^1 

Üarktjurok   10»2— 1104 

Arakn-Scliflli  1100-1175                                ^^H 

H>l«k-SdiHh  II  IIOl 

Togril  III  Scliali  11T5-1I94                              ^^H 

Ikonische  oder  kleinasiatische  Dynastie  der  Seldschuken.      fl 

Suluiinaii  licn-Kiilulini«!,')!,  Ucpnkcl  <1m  Seid-       AsoHiliii  Kiti'lscih-Ar&l.in  111   1302                        ^^^^M 

Bcbiik  ]0:5-108Ö                                              Ascddin  Kaiknns  I   1211  —  1220                          ^^H 

Kilidsch-ArelMi  J  10H2-1I07 

Alaeddin   Kiiikobnd  1220-1237                           ^^H 

Uiüvk-Sohah  (Saleui)  1107-1116 

GhnjnsscddJn   Kuicboarew  II   1237—1247          ^^^H 

llMUd  1  1116-1156 

Asuddin  KnJkuiis  II   1247-1266                          ^^H 

AMddtD  KilidachArelaii  II  1156     llüS              Rukueddiu  Kilidecl.  Arslnn  IV  1347-1267            H 

(JbBiMMddin  KaichoBruw  1  Juthatbine  1193  ,   i.>liajiiBH»dditi  Kuichosruw  11!  1267—1263              ^H 

bis  1211                                                        Mi>Bud  tl  1282-12UT                                      ^^^1 

Raknoddin  Suleimau  1193-1202                        Alavddiu  12»7-lä07                                       ^^^1 

^  Osmanische  (türkische)  Sultane  in  Brussa,  Adrianopel          ■ 

P                  und  Konstantinopel  von  1231  -  1520.                    ^^ 

btoghtiil  I231-12V8                                       1  Mu»a  Ult-UlS                                              ^^| 

OniM  1  128»- 132« 

Mohammed  I  1413-1421                                ^^H 

OrIiw  1828-1358 

Murad  U  1421-1451                                       ^^H 

Uiir»d  1  1359-1389 

Hohammed  11  1451-  1481                               ^^H 

Biiiuat  [  (lldrim)  1389-1403 
Sufdin*»  1  140'J  -1411 

Bi^axut  II  1481-1512                                     ^^H 
Sofim  1  1512-1520                                         ^^H 

L                                        Serben.                                        ^^| 

r  VluUmir  886-843 

äti-pliiui  lVu&  1  1240—1272                             ^^H 

Uaütait  1M8~890 

Stoidijiii  Draeutin  1272-1281                          ^^H 

Pribülav  690 

St«).bAü  Uro«  IE  MiluUn  12»!  -1320               ^^H 

P«Mr  891-917 

Sl«f>]ian  Troft  111  DetanskiJ  1321  -1331                ^M 

PanI  Bnnkovii!  917    U20 

StviAMn  Dufcan  üroi  IV  ]:i21  (1331)-  1355              H 

1     CmUv  927  -  949 

Stephan  Uro«  V   1 .155 -1365                                        H 

lBtMT«eiiutn  949-1U40 

Symcoii   13ß5— 1371                                                ^^M 
(VuIknliD  13t)6-137I)                                           ^^M 

8t«phaii  Vojslav  1040  -1050 

Uieliul  1051-1081 

^^^^H 

lUdoaUv  1081  -  1082 

Dyiiaslie  d«r  l.atarevi£.                 ^^^^H 

KonttUiitio  Budin  10^—1106 

Laxar  1  UerbillunoviC   1^72-1389                     ^^^| 

DobroaUv  11 06 

ät«pbiu)  Lniueviä  ildiur  11)  1889—1427              ^M 

Vladimir  1106-1115 

B 

Jirji  1115-1122 

Dyuaiilie  der  Br&nkovii!.                ^^^M 

(Vuk  I  Urankavk  1389-1398?)                       ^^H 

Dynastie  der  Nomanja. 

Oeoric  I  Btankuv.  (13ÜS)  1427— 14Ö6              ^^H 

{Volkitn  1089-1122] 

Laiar  111  Brankov.  1456-1458                       ^^H 

Slnphan  Uro£  Neman  I  1122-1136 
Ticbomil  1136  -1151? 

Stepban  Braokov.  1457-1471?                       ^^H 
Serbien  durch  Murad  11  erobert  1459          ^^^H 

Stephan  (^ymeon)  Nomnn  11  1151—1195 

Vnk  II  Urankov.  1471?- 1485                         ^^M 

Stepban  der  .EmtyckrOiitc'   1195-1228 
Badoslav   1228-1234 

Ci^nrg  11  llraokor.  1465-1496                       ^^H 

Johnon  Urnnkor.   1496-1502                             ^^^| 

Vladislav  1234-1240 

■ 

Bulgraren.                                         ^^| 

Kiivnt  t  634-641 

Kurmisoi  753-760                                          ^^^| 

Atuanicli  641-702 

TdIoU  760-763                                               ^^H 

Terbel  702-720 

^^H 

T<*tu 

T«lrrig  (Origt  ?-777 

Kwdoiii  777-802? 

Krum  soa-  815 

Cok  (Dukum) 

Di«eit« 

OraarUg  (MorUgon]  9199-638 

Mftlomir  (Prwdsm?)  829?-8S0? 

Bori«  I  iMiohael)  lB43)  859-888  (t  BOT] 

VlaAmii  888-d9a 

Snncon  893—937 

I^tar  997 -Heg 

Bona  II  969-97« 

Stmnel  976-IOU 

Oabriol  RomMo»  1014 

Jobann  VlAclialAV  1015-1018 

(P«t«r  DälpflDos  1040-1041 
Tichomir  1040 
AluaiAiina  1040-  1041 
KonsUnlin  Boilin  1073—1082) 

P«t«r  und  A*ui  Il8i1-111>6 
JoaniM  (KaloioAiinMj  1197  -1207 


BortT 
JohM)4 
Kalomi 
Micbai 
Kaloä 
Mytül 
Konad 
Micha] 
Laohai 
Joliani 

SmQtai 

Tuch] 

ThfloA 

Gooi^ 

Bo«k! 


•1 


HiehU 
Joliani 
Johaiul 


n.  Geistliche  Re| 
Dte  orthodoxen  Patriarchen  ' 


von 

föUchjH  AimhIoIos  38~-M 

OoMimoH  54     Dt) 

PoIykarpoB  1  71—89 

PliitaTöhos  B9-105 

Sndokion  105—114 

Diogenes  IH  -129 

Klouthurioa  129-136 

VvUx  l;fÖ  -141 

l'ulyknrpos  II   141-144 

Atlieiiocturas  (AtbMiogmM)  144-148 

Euzolus  148-154 

UiirunlioB  154-16^ 

Alypios  (Olympios)  16<J-I69 

PertJnnx  163—187 

Olyniiiifliios  1RT-I98 

Mnrkoa  13S-211 

PhikclulplioB  211-314 

Kyrinkoa  (Kj-nllionoa)  214-930 

KaMinoa  (KunaUiitinus)  230— 2S7 

Kiigunios  I  237  -242 

Titos  243  V— 272 

Doniatim  (DomotJanoa)  I  21it—SQ& 

KupKinoB  / 

i'robo»  303-315) 

Metrophanes  315-397? 
Alaxandros  827? -340 
Paoloa  [  340-341 
EuMbios  341-349 
l'aiilos  1  nochmals  342—344 
.Makedonioa  l  a«-  M% 
Paulos  l  nootimaVa  :J«-WA 


315-152 

UakeJ 

Rudod 
D«rood 
Kuaei) 
UregM 
Haxiia 
N«kta^ 
Joaaai 

Anj 

Attiiwl 

Simnui 
Neatoi 
Muiq 
ProkW 
Phlaä 
AniM 
Oennal 
AluücM 
PhnÜI 
Kaph« 
Makad 
Timo^ 

JOWD 


n.  Oeiatliolie  %egentetl. 


1149 


M  IT  N«al«iitM  19.  AprU  &82-2.  Sopl. 

Im  &95-29.  Okt.  (tos 

H  1  23.  Jw.  W7~20.  Mflra  610 

M  8.  April  610— aS.  Nov.  038 

Ml  20.  D«.  «38-29  (22?)  Scnt  641'l 

■  I!  1.  Okt.  Ö41-27.  Tln.  6M 

IM  t  nochiDiila  4.  Jan.  Shii-ll.  Mni  G5& 

i  31.  Mai  6l>&    666 

H  II  17.  April  667-669 

w  V  25.  Nov.  669-18.  Aug.  67.1 

anUDOa  I  2.  Sept.  6Tä-Ü.  Aug.  677 

lonxi  I  23.  Aug.  GTT— Nov.  67!) 

rioH  I   Nov.  Dez.  6Ti«-Fcbr.;MArz  686 

iorualDocbmultiPi-br.iMlLraöxti— 27.Det. 

«7 

t  III  (5.?)  J«n,  Cfia— (21.?)  Aug,  6B4 

ÜkM  1  30.  Aug.  694  -?  Sept.  705 

I  ?  Sopt  705-JBn.  7121?) 

M  VI  Jun.  712(?)-Jnli  Aug.  71.'i») 

■uo«  I  n.  Aug.  715-18.  Jwi.  730 

Uioa  2^.  Jon.  730  -7.^4 

IuUdos  II  ».  Aug.  7.M-766 

W  1  16.  Kov.  766-8-  Febr.  780 

«  IV  20.  Fubr.  7B0-31.  Aug.  784 

bs  3&.  Dhi.  7ä4— 25.  Febr.  806 

boroa  12.  April  806-815 

■»tds  I  MtliMvaüH  KaBBitoraa)   1.  April 

H&-821 

MO«  I  (KfMsimalAs]  K2I-834 

IM  VII  Morndiannitios  (Grommatikos) 

II.  (26.?)  April  83*  -12.  Febr.  843 

>dio«  I  Mira  843-14.  Jiiui  847 

KM  (Niki-tan)  Juni  847-23.  Nov.  858 

Da  24.   Dci.  S-1S-2&.  Sopt.  867 

IM  coclimnls  2'i.  Nov.  867  -23,  Okt.  878 

M  Dochmab  878-  Det.  8^6 

lau»  I  Wcihnochton  886-17.  Mai  893 

iIm  I!  KudillenB  893-12.  Febr.  901 

fto«  1  Myatikoe  1.  Müm  901-1.  Febr.  907 

iBiiuB  Febr.  9U7-Milt«  Moi  912 

IM  I  uucbmiilB  9U-15.  Mut  925 

Uoe  II  Aug.  925—928 

M  Hut«  Det.  928-Aug,  93] 

EbrUklo«  Febr.  933-27.  Febr.  956 

■tktos  3.  April  9.56—16.  Jan.  970 

■oa  I  i^kamandrenos  13.  Fehr.  970-974 

no«  III  StudilM  »74-980 

IM  II  Chrvacborgca  984—995 

JM  II  995-»gärO 

»  II  ManuelitM  999-?  Juli  1019 

thion  Juli  1019  -Nov.  (D«s.?)  1025 

M  Stndiks  1025-MaR  1043 

•1  I  Kerulluios  25.  Ulux  1043-8.  Nov. 

058 

ftuUuu«  III   Lei^^huduB  Febr.   1059  bis 

.Kg.  1063 

•e  VIII  Xipyiinoa  I.  Jan.  1064  bis 

,  A«R.  107& 

fa  I  Iliarceolyinitea  2.  Ang.  1075  bia 

.  Uai  ICSI 

fAf  CtiroDoltvlp  der  PKrlftrobon  von  FfrrhOa  I 
■Moia  I  uoti  uoM  noch  nlotii  nrOtTrOtllobten 

«s  S.  W.  Brook,  dls  In  ilai  Uyiuit.  iCrItiElir. 

:«BkMDWHri. 


Euatiatto«  üniidaa  1081— Aug.7  1084 
NikolaoH  III  KvriliuiBlea  Orainmstikoa  1084 

bis  FiQbJHbr  Uli. 
JoHQuea  IX  Auaputos  (oiler  ioi7  XaXxtjüi'ot) 

1111-1134 
Leon  Styppes  1134-1143 
Miclmel  II  KiirkuM  (Oxeltes)  1143-1146 
Koamiis  II  Attikoa  April  1146-26.  Febr.  1147 
Nikalnos  IV  Muinlon   Kode   1147  —  1151 
Theoilotos  (TheodoaiosV)  FrUliJAhr  1151    bia 

1153 
Neopbytos  I  1153 

KoQstnntiDOsIVChliareuoallM—?  Aug.  1168 
Lukas  CliryHoburjioB  Ilo6-Mitto   1169 
Micbiid  !ll   (.or   .^^-/inÄoiO   1169—1177 
Cliaritou  Euu;eDeiot«s  U77— UT8 
Tbeuiloaiua  ÜurudiotM  1178-1183 
Itoeiluius  11  Kaiuuterua  (PbvUkopalM)  1188 

bis  1187 
NikeUw  11  MunUnes  1187     II90 
Leouttoe  Tlicolokilcs  1190-1191 
UoaitheoB  (Thoudosioa?)   1191- Aug.   1192 
Ooorgios  II  Xipbillnoa  1192-?  Juni  1199 
Joannes  X  Kumateroa  5.  Aug.  1199— 1&,(?) 

Febr.   1206 
Michael  IV  Auloreiuoe  20.  Mlre  1206  bia 

26.  Aue.  1212 
Tkeodoros  U  EireuikoalKupaa)  20.  (28.?)  Sopt. 

1212-Febr.  1215 
Maxiinoa  II  8.  Juni  1215-'i' 
Maouel  I  Sarnntenoa  (Cbaritopuloa)  ?  Da. 

r2lä-8ept.  1222  (Juni  1221?) 
Gormanoa  II  1222  [?)-1240 
Methodios  1240 

-Manuel  II  12U— Aug.  (Sept.)  1255 
Arseiiios  {Autoreinnos)  I2Ö5— Fiühjalir  1260 
Nikephorosll  1261»  -Anfnng  1261(Nov.  1260?) 
Araenios   nochmals   Knde   Auguat    1261   bis 

Ende  Mai   1267 
Gemiiuios  111  (Latus  MarkutxasJ  5.  Juni  1267 

bis  14.  Sopt.  1267 
Jornpb  I  1.  Jun.  1268 -Mai  1275 
Jouaea  XI  Bckkoa  2.  Juni  l&7ß-2e.  Du. 

1282 
JDsephltioobmaladl.Dee.  1282— ?M&n  1288 
Oregnrios   [1   (tieorgioa)   Kyprioa    11.  April 

1283- Juni  1289 
Atbanaains  I    14,  Okt.  1289-16.  Okt  1298 
JoBDnoa  XII  (Kosnua)  Jan.   1294—23.  Aug. 

1303 
AtliaDOsioB  nochmals  1303—1311 
Nephon  I  1311-1315 

Joaunos  XIII  GlykyB  Frühjahr  IS16-I320 
Üeroaimos  I  1320-19.  April  1321 
Jeaains  Okt.  1323-1334 
Joannes  XIV  Apronoa  1S34— 8.  Jan,   1847 
laidurus  1   17,  Mai  134T-2.  Det.   1349 
KiillietoB  I  10.  Juni  1350-1854 
PbiloDieos  1354-  1855 
Ealhatoa  I  nnchmaU  1355— Aug.  1363 
rhüotheo«  BochmnU  12.  Fobr.  1364-137« 
Makarios  1376-1379 
Noiloa  Juni  1880-Rndo  1388 
Antonio«  IV  Jan.  ISöa  -WM 
Mokari^a  aouWtla  ^.  1^^  V&^-\^X 


1150 


Bagentan  ve  n  eis 


AotonloB  IV  nodimnla   vor   Aug.  1391  bis 

KalliMos  il  nnchmnlii  Knile  Mui  1391 
MatÜiaJo*  I  nöl     1411) 
Kuthymio»  II  Ükt.  iNov.?)  UlO-Mlnt  U18 
JoMph  II  21.  Miii  UlS-IO.  Jnnl  H8» 
HBtropliuies  II  4.  Uai  1440-1.  Aug.  1448 
Orwurius  II t  (Mamtnas)  Heliasenos  SliRtugiv 

poloa  1443 -UbO 
AtbaaaaiM  14A0 
GcoQBdios  11  {GaorKiM  Kart««iM]  S«Tio1ario« 

14S3-14&» 

>!OpliToiiios  SvTupuIun  1413^ — 1464 
JoHHpli  !  Ku'kkuii  1164-146« 
Markos  Xylokarsboa  1466-1407  (Y) 


Dionyaij 
Symootf 
KaphaiU 
Mazim^ 
SymeoiH 
K«phom 
Dion^BH 
Maximd 
N«p1ioiH 
Joacliinl 
Ngphom 

Jonohii 
Paotian 
ThMleij 


Die  lateinischen  Patriarchen  i 
von  1204- ISS 


TfaDOU  MoraBJDi  Mai  1204    Juni  1211 
avtruAv»  «OT,  1215-9.  Nov.  1219  (l.'juvi 
M«t(lu>eiu(Hat)iiMi?]31.Jan.l2'>l-E»<li-1226 
Johann  HftlxriD  (Alegrin)  23.  Dos.  122ti  bis 

Sefil.  im 
Simon  1 227  -1232 
Niccilaiia  I  von  Castro  arqaato  (Nioolaus  von 

l'iBCBnE»!   1235-12M 
Pantalvon  (liuslininm  I3&3     ISSl 
Peter  I  Corror  oder  Corrnrio  |P»triu  Corra- 

riua)  12S6-I302 
liSonhiLid  Fiiliera  31.  Mint  1302  - 1905? 
Hugotin  I  1305-1307 
Kiculnufl  II  31.  Juli  1308-1330(V) 
Polur  II  1324  (Bio) 
Cordiiiulls  1330-1835 
Goiiu   udvr   Gotiu  Ba)U)tlia  od«!'  Uallngllni 

(Qoctiiisde  Anminis)  14.  Juni  1836--1888 
Bobert  1838?-1341 
Hfinricli  1341-17.  Jan.  184» 
Wilhelm  t  von  CrbIvIIo  134.^-1340 
SUphnn  17.  Nov.  1346 
WUbftlm  II  PuatrelU  (odrr  Paet<>rla)  1346 

bi»  1361 
PetM  III  (oder  B.  Petor  Thomas)  1362  bia 

6.  Jan.  131^6 
Paul  1S6Ö     1372 

Hugolin  II  Mnlnbranca  1372-1874 
Jaknb  viin  Jtri  iJiiuubus  Caiiipanua)  18.  Jan. 

1370-1378 


Muithua 

(P« 
Anten  t 
?  140ai 
Franz  t 

fAlphooi 
Jobana  ^ 

I4f 
Johann  i 
i'tant  r 
i'Tua  II 

14S 

Isidor  1 

144 

Besgariq 

Peter  Et 

Hieronyi 

(nei 

Johann  1 

(11 

Johann 

Frau'J 
Tbomaa 

Mftroaa 


Römische  Päpste  von 


Marcellus  307-309 
KuRohiua  80U 
Uiltiade«  310  -814 
Svlvötor  314-885 
Marous  33ß 
Julius  I  387    S52 
I-iberine  352-366 
[Felix  II  8S5-358) 
DunwuB  1  m— %M 
Siriciuft  384-S9& 


AllustM 
Innoooni 
Zosimu«, 
Bonifaot 
COlestioi 
Sixtoa  J 
Leoial 
Hilariitf 
Simplioü 


^ ^ 

Em  1  492    49» 

S(«plmn  Vr  (Vin  896-897 

nius  11  496—498 
ImImii  498-514 

Hantfnriun  VI  g96 

KocniiDon  R9T 

Um  514-523' 

Theodor  II  H97 

B  I  5-^-526 

Juliwin  IX  898-  900 

IV  528-53(1 

ÖeueJict  IV  900-903 

kcioti  11  530—588 

Uu  V  »OS 

B  11  58-2-535 

Cliriatopb  I  »03 -904 

pm  I  U6-d8« 

lD*li86-M8 

Serpua  IIJ  904-911 

AnMtaaiuB  111  911-913 

ha  587-A55 

Undo  913-914 

in  £55 -660 

.loliann  X  914-929 

b  III  560- a73 

1,00  VI  928  -  929 

Ikt  1  &T4-578 

t^tiiphnn  VII  (VIII)  929-931 

Im  II  578-590 

Jülinnn  XI  9:il     Süß 

i  I  4w  OnwBo  590-  604 

Uo  VII  936-939 

tan  604-606 

älephui  VIII  (IX)  939-942 

keiiM  in  ROT 

MtirtJ»  111  942-948 

Idiu  IV  W)»— «JS 

AKapotuit  U  946-955 
JdujiD  SU  955-964 

fa«  I  615-618 

teiiw  V  619-625 

Leo  VIII  968-965 

faa  I  6S5-688 

Benedict  V  964-965 

b  1  640 

Johsna  XIII  965-972 

B  IV  640-642 

Bsnedict  VI  978-974 

lor  I  642-649 

Iten«dict  Vit  974-988                                                  1 

1  I  «9-fiS5 

Johnnn  XIV  983-984                                                          , 

liu  1  654-657 

KdnirnrtiiH  VII  9»4--985 

in  657-672 

Johnnn   XV  !lt<5-996 

fat  11  672-676 

(ifpfe-or  V  990  -999                                                        ' 

M  I  676-678 

(Johniui  XVI  997-998)                                                  1 

•  878-681 
1682-688 

SylvcaUt  11  999-1008 

Jcihami  XVII   1003 

Bot  6S4-M» 

JubAnn  XVIU  1003-1009 

ta  V  686-686 

SprgJuB  IV   IOOU-IÜI2                                           ^^J 

686-687 

BoiieJict  VJU  1012-1024                               ^^H 

K  I  «87-701 

JohBtiii  XIX  1024  -1033                                  ^^H 

1  VI  701-708 

Benedict  IX  1033-1045                                        ^M 

1  VII  705-707 

(Sylvester  III  1044-1046}                                      ^M 

taa708 

Ungoi  VI  I045-I04Ö                                            ^M 

nlin  1  70S-71S 

Clnmpn«  II   104i:  -  1047                                                ^M 

r  II  715-731 

(Itenndicl  1\   1046     1048)                                           ^M 

r  III  731-741 

UomnsUB  11   11148                                                            ^M 

iM  741-762 

Leo  IX  1049-1054                                                       ^M 

n  II  752 

Victor  11  1055-1057                                              ^M 

D  11  (111)  752-757 

Stephan  I\  (X)  1057-1058                                    ^M 

757-767 

Bonedtct  X  1058-1059                                               ^M 

mtia  11  7iT    im 

Nirulaua  11   1059—1061                                                ^M 

B  111  UV)  768-772 

AtexHudcr  II   1001  —  1073                                             ^M 

B  1  772-795 

(UoDorius  II   1061-10G4)                                             ^M 

1  7M-816 

Gr«sor  Vit  1073-10»                                           ^M 

B  IV  (V)  816-817 

(aenens  fll  1080-1100)                                       ^M 

Ito  1  8I7-S24 

Victor  111  1086-  1087                                             ^M 

II824-8S7 

Urbau  II  I0»!:l-1099                                               ^M 

ltnu8S7 

Paechnlie  II  1099-1118                                         ^M 

■  IV  BS7-844 

Uelaeius  11  tlIH-1119                                           ^M 

1  n  844-847 

Cflliitus  II  1119  -1124                                           ^M 

■  847-855 

HonuHus  II  1124-1130                                          ^M 

Bt  111  855-858 

Innoccnx  II  1130   -1143                                                ^B 

M  1  858-867 

CUIcBtin  11  1143—1144                                                 ^M 

B  11  8$7  -872 

Ludus  11   1144-1145                                                   ^M 

t  VIII  872-882 

Hugen  ni  1145-1153                                                  ^M 

II  882-884 

AnaaUiäim  iV  1158-11S4                                      ^M 

B  III  881-885 

Hadrian  IV  1154—1159                                           ^B 

B  V  (VI)  885-891 

AIciiDdcr  111   1159-im                                            ■ 

lu*  891-896                                      ' 

Uciua  lU  U«l     \\^                                            ■ 

Begealen  v  «neioliS 


vam  in  iiss-iie? 

Oraior  VIII  1 18S 
ClemeiM  III  IIHT-imi 
Ualestin  in  lt»l-H»3 
iDDooeiu  111  ll»H~  1-216 
Hoiwriii»  111  1216-12-^7 
Gregor  IX  mT-I-241 
ÜOlc«Uii  IV  lütl 
Innoeenx  IV  1248—1354 
Jll«ijuu>.l*r  IV   12.'.4— 1261 
Urliwi  IV  12fil-12«4 
CUoMos  IV  12tl.V    1268 
Ongor  X  1271     127« 
losoMDK  V  1276 
IladrUn  V  12TC 
Johann  XXI  (XX)  1276    IS77 
NiouUii»  III  1277- 1380 
Mutia  IV  12*(1— l2!S.'i 
UonoriiM  IV  12«k-1287 
NicoUu*  IT  1988- 1392 
Cltt^tin  V  1204 
lloniruriuR  VIII   12S4— l»0:t 
Bftnociict  XI  l»0»~l»04 

citTitiun«  V  isu-i  -nu 

Jobann  XXII  1316    I3»i 
UcDcdiPl  XII  ]331-]»42 


Register  der  Personen  und  Sachen. 


U»  XUkn  bnirhrn  >irli  int  dli-  Hrllon.  diu  mit  ■  bnglabntiBii  SoIUp  cuUimlUo  die  HiupKtclIan.  All« 
IhnMOtB.  Uli  AHimihm»  il»r  i»uf''i''nd<'n  Mnilrii,  iloit  iioMf  Ihrrm  r«nilll"nn»njnn.  »""tll  dirwlbo  f«l- 
rtiftt*  tm  »w/hxii.  Dir  FunUn  fKnlafT.  K^nljF'T  u.  ^  w  >  Hlnd  iinlf^r  Lhf«ui  Taii(UKii]i](i  iipd  ttr%t,  *i0T  Ufllwr^ 
MUllobfcMt  ttklbor,  r-ihar-  Itüokoti^ljl  AttT  ül'Ej  Ntiutli  dar  D^UA^tti?  -"lor  An»  L4udi4.  fe»  dfir  äpttiD  Ibri^r 
Saaantiiipgio  mirni-fdliil.  I\n|  i1i-n  illirlKi-u  r<-nour>iinuueD  oill  ZiuAIi.'d  1(1  (Ar  ito  nclhcnrolRr  niihl  (1«r 
8lMDtf  fBlarhuf,  UalrujKitll  u.  a^  w-).  »jpijtim  «Inr  (irl  (AI<t:t&ndnK  ii,  n  w>  niaAd'»1'«iad<  Zur  Krtelrbttrun^ 
dt(  AuniDjEiu  lat  die  airllc  dvi  Seile  tiiwellnu  dtlnh  o.  (oben).  U   (Mllte).  ii.  luuMnl  b«i>lilinel. 


ABC  s.  Atpbabet. 
AbMiard  bS. 
Ab»  K:>tiDn  M«r  406. 
Abb»,  Kirchnndinhtsr  GSS. 
Abbnwdtin  963. 
Abrnüninbl,  in  dor  bvi.  Kunst 

1117. 
Abcodmiüiliitroit  66.  87. 
Abooncr,  Kilnig  8äd. 
AborgUiibcD    593 .     Predigt 

aber  duQ  elf  f. 
Abaricios,  Inacbrift  Am  202. 
Ab«ri«e«iid«  4ÜT  ID.). 
AUbD.IIIrt;T»rIaBdea6ftI80. 
Abrabini ,     apokryphe     0«- 

Bcbidit«  3ü;   val^är^eoh. 

Owiinfat  822. 
A  brabam  .nnncniscberPriMtor 

312. 
Abrwn,    Vater  da»  Nonnosoa 

240. 
A  bramioa.  BUcba  f  v  on  EpIiMoa 

1«<. 
Abramios.  itiHcliuf  voa  Kraloin 

ISO. 
Abramios,  MSncb  de»  Subbus* 

kloalvra  liti. 
Abu'l  Abbull  MubHiuined  i  'JlO. 
Abu  Djafar  Acliiued  bcn  Ihr»' 

liini  CU,  617. 
Abu  Uafs  Omar  967. 
Abydos  992. 
Acctntpoma  «.  Metrik  and 

Tjrthniiecba  Peaaie. 
ACMBtnrinsi]!  a.  äntuchlitaB- 

AcViooa.  Schlecbt  bei  979. 
Achikar  R9T. 
Acbillaa.  A«kot  lU. 
AebilUia  S48f..  8U4. 
Achill»  1'atioB  Mb.  76S,  764. 


Acliraut,  Traum  doutrr  R30. 
Acbmlm ,     Kcchonbudi     von 

021.  Ü2G. 
Achinhii  PHaupolia,  Funde  von 

1116.  1124. 
Äclirida  994  f..  1002.  1058, 
Ark«rbauKeeeti«  36.  606.901, 

1086  r.' 
Aotji  a  Androne  18&:  S.  Jo- 

nnn«   90;   S,   Tliomae   90, 

las,   ISh,  3.i2, 
Acta  f^anctorum  183. 
Adnm    und   Kva,    iipokrypho 

ÜVBvhiobtc  3.'),  M»8. 
Adam,  LioJkht  llbcr  717. 
Adam  und  dos  t'anidioa  811. 
Adeloa  =  DdIdb  417  (u.). 
AiJL'lpbiu»,  Buuuinilo  Si. 
AdharbHJKa»  947. 
Adreaseiibachurs.Titululureo- 

bOcher. 
Adrian opol  WS. 
AdriunoB  123. 
AdrioDOB,  Ftt^bnntns  478. 
Adulis  413  f. 
Argyptsn  247.404.413.422, 

H7.>.  947.951*.  IÜ74.  1094. 
Ac^yptionuii     manacburom 

bi.it oriu  lau. 
AcIinnoB  ^48.  283.  382.  S67. 

«03,  710.  776. 
Aetiaiioa.  Taktiker  633. 
Aelioa  DionysiuB  SIS  f.,  &38, 

565,  572,  575,  577. 
A^nitcr  im  hjt,  Reiche  1084  f. 
A*noas  477. 
A^noaa  von  flBln  482. 
Aranns.  Tnktikor  635. 
Atirn.  oloxandr,.  bjn.  u  s.  w. 

■.  Cbronuloitic. 
Amdhinca  .127. 


j/u^hu-if  diT  tlt/m.  «/^rfiiiHHL^ri^du/l  JX. 


AliM«.    t,  AnK. 


AeBobyloB  231. 505.549, 651  f.. 

567.  746. 
ApBkulup  467. 
Aeeopos  477.  544.  717.  782, 

894 f.  897  f.  906.  908. 
Afrika,  das  bya.  957*,  1071. 
Aatliiopien  404,  413,  889. 
AStios  614. 

Aetioa.  GennraKS.  Jahrb.)  968. 
AgnllinnoB  AlosiiM,  Diakon  97. 
.\g  all  in  DOS   l'bcodorna,    Pole- 
miker 121. 
Agajicrlo«.  Uinkon  466  f.*,  591. 

Ö99,  Sö7- 
Agap«toa.  KorroBpondejit  den 

ProkopioB  von  ünia  457. 
A«apetoB  I,  Pspat  58,  938. 
Agapioo  s.  Lanaos. 
A«atliang«lea  406. 
AgaUiaogeloB.    Qe^jner    das 

Oregoras  781. 
AgntliHrcbid«»  518,  »28  (o.). 
AgalhJaB  1 1, 227. 228.  840ff.', 

243.  259,  267,    348.  567, 

646.  726'. 
Agatbo.  Papat  955. 
Aentban.  Arohidinkon  674. 
AgathuuikoB.  BiHabof  205. 
AiMlbunikoii  der  b1..  Mftrtyror 

167. 
AgiUt  985. 
Agneae.  Baptist  902. 
AgrargeselM     a.    AekMbaii- 

geaetie, 
Akakios  von   Kaamre«   13S, 

206. 
AknkiciN.  Patriarch  von  KpeJ 

921.  92s.  9.16. 
AknlbiiitoH .     KirchenbvmDua 

292.  (in  «.■.üVi.'iSA. 
\Vni&yn<M  ijuutt^'sv*  VJt- 
1% 


1154 


Be^t«r  der  Persgaen' 


AViadynoa  Urvgon«.  Pole- 
miker 44,  48.  100  tt.'.  104, 
lOÄ,  108.  lOS.  109.  176. 
212.  781. 

Alaadjnai  im  lil„  M&rtyror 
263,  1123. 

Alcir,  der  weise  807  f. 

AkklmnatioDMi  S64.  25S,  346. 
GAI.US.661,696f.,T92r.* 

Akolotbo«  70». 

Ak«miniitos  Michael  17.  178, 
212.  281.  284,  4SB.  408  ff.'. 
472,476,&8*.689,7ül,79I. 

AkominatM  NikeUs.  Hislo- 
riker  und  Dogiimtiker  10, 
43,  47,  M,  Ö4,  57.  58,  87, 
91  f.'.  03.  124.  209,  221, 
228,  281  ff*.  291,  297,  389, 
892.  893.  424,  445,  47Ö. 
1118,  1131. 

AkominatoK  Niktita«,  Rn- 
liiacbor  Ton  Chonan  92. 

Akonilin,  liuol  238. 

Akrilaa  h.  Dic««i«  Akritaa. 

AkriUa,  Ort  832. 

Abriten  837  f.,  882*. 

AknTiioa  9G1. 

Akropolitw  483. 

Akropoliles  Ooorxio«  93,  137, 
138,  204,286ff.*.291,8S8. 
889,  802,  893,  47«.  477. 
478,  771,  1047, 

Akropolitn»  KonsUntinon,  Ha- 
Biograph,  204*,  205,  3S«. 
46M.  477,  481,  ;i46. 

AkiDsticIiis  Ai>&.  457.  674. 
681.  689.  697  ff.".  717  ff.*, 
728.  739.  782.  785,  812  E, 
846:  s.  &uoIi  Alphaboto. 

Akaakov  84. 

Aktuarios  020 :  e.  aucli  Jolian- 
nes  Akt 

Akjln»,  MUrtyrer  171 ;  s.  andi 
Aqnilas. 

AInnnn  157. 

AInrirli  UVi  f. 

AlbnncHnn   1104. 

AlbertoN  8.  Morinus. 

Allicrtua  Magnus  100.  48.1. 

Akbemio  24B,  682  ff.' 

Alcuin  500. 

Alcyoniiia  Peter  505. 

Aldelagas  iiixl  Olnpe.  tie- 
sehiciiln  von  fip^ri, 

Aldus  MnnutJDK  hOti  IM,). 

Alfxiincior.  Kiimiir  976,   978, 

Aletmulpr  von  AphrndiniM 
431.  567,  778, 

Alexander.  KribiBoliof  von 
l,oitboe  78ri, 

Aloxnndnr,  MOllch  IG4*,  8Q3. 

Alexnndci  Numeiiiii  s.  Nu- 
moniii. 

Alexander  ril.  Papst  1026  f. 

Alexander.  Pelyhinlor  241, 


AlMUidar  Ton  Tnll«« 
AUxanderroman  V>,  i 

849  ff.* 
Alexandra  «.  Ljkophr 
AUxaiidHa2,4lß(n.). 
Alcxmidto  (riroUmo  503] 
Aloxia«  »,  KomiMn*  All 
AlexioalK«mii«iiaa.Ka 

48. 77.  82.  85».  90. ! 

150.  272.  274.  425,1 

609.  1018  ff.'.  1076. 
AtexioB  U  Komneaoa, 

284.  474.  762  f.»,  103 
Alexies  lU  Au^eloe,  S 

93,469.470. 1Ö3&  ff.'.  1 
AUxioa  IV  470.  1038  t 
AlexioR  V  , Mnrzuphlus'J 

«OT  2«!,   1089  k- 
Alcxioa  1  Kumt  vm 

tiinl  1040. 
Alexio.t  U  Kaiaer  ron 

lunt  lOGO. 
Ak'XiOB  III  Kaiaer  von 

»unt  782.  1060. 
Alexloa  a.  Agallianes. 
AlexJos  8.  Aritileiioa. 
Atexioa  a.  Kuluchetoa, 
Alexioa  der  Kappadohieii 
Aloxioa,    Pa(riar«h  tmi 

152, 
Alniioa  «.  Hakrambolitl 
Alnxios,  der  Uatra  Gott« 
.\losi«a,  PliiloJtopbM  IS 
Alüxio«  ■.  IthnrIiiToa. 
Alcxt».  Sohn  Hol  iura  6 
Aloiis.  Komiker  505. 
Alkaeeii  505. 
Alkmau  505.  653. 
AllutiiiH  Leo  510.  lUO* 
Alt«KOri»n   529  f.,   531 

556. 020.  782  ff ,  820, 1 
Almagesl  G23. 
AI-Mekin  308, 
.Uiniis  1022. 
.\todAiir  940, 
Alogohohir  9»0, 
Alopos  l'bcodoroa  434. 
Alp-Arslui  1007,  1010. 
Atpbubetiilphabelo«  71& 
Alpbabetc  254.  256  f., 

717  ff.*,  TSt,  7S9,  75ö| 

814  f.' 
Alphabet  der  Uebe  811 
Alpheoaderhi.  Mlrtyret 
Alaaianoa  1002. 
Aljottia  GrogorioB  600. 
AJTpios  710. 
Ainudea  von  Saveyan 
Amfldi  Fnuiciaco  901. 
Atnotii.iQntha  237  f.,  9: 
Amnlcr  933.  «32. 
AmAlncb,   Kbitig   ron 

aaloDB  1024. 
Ainanlios  928. 
AmaraatMi  7S6. 


Register  der  Peraonm  nnd  Sachen. 


1155 


AiuwtMi««,   Abt   Tom   Bnrfo 

Siui  SIT. 
Anantiuiotea'nieapluitM.  Hn- 

gMgnph  197, 
AitMtwiupoliH  tlO'J. 
AMUtwiiut,   Uibliotliekar  32, 

179,  189.  340.  Ut  f.".  WtJ 

(a.|.  SiO  f. 
Anatolioa  Aiite«Maor  SIO. 
Aiwt«lJae,  GsModler  917. 
ADatolk«,  U»n«)i  S7. 
Aiuloltoa ,    ErebiBcher    von 

TliosadoDllte.    Hooii1»tiker 

i:e. 

Anstemi«  436 ;  s.  ancb  Ut^aiii. 
ARstolM«  B.  TindMiiM. 
Al»ohi«l<«  9AS. 
Anckialo«  Mi<^B#l.  PAtrivch 

voiiKpcl91.  4T4.  4;B,611. 
AndreM  Pati«o1«gas,  Tüalar- 

IcniMT  224. 
AndtM*.   Apot«!   167,   185, 

1Ö2.  5SH.  1188, 
Andr«u  Chio«.  Mirtrrer  122, 

S05. 
Andre«  EnlcleistM  51,  56. 
Andrew  Bamutotna  211. 
AlidrtM  dM- fal.  /■■  Kpitr«!  193, 
ABdrwM  d«<r  Jaog^r«  n.  IHfi. 
Andr^wi.  Bischof  van  Kium« 

in     KapiiadotcHin .     Kx«f ei 

123.  12»  ff.".  132,  165. 
ADdraM  Ton  Koloesos.  PoId- 

niikor  110.  I1&.  117. 
AndreM  Saloa.    Ubnch    IM, 

137. 
Aadr«M  von  Kiel«  18. 165  f.", 

lOS.  660, 66".  673  r.'.  1188. 
Andreias  von   Kreta.   Freund 

des  PbilelphM  67»  (ilJ. 
AndfMU.  rrmbyl^r.  Katen en. 

Mlireiber  21t,  Sl.V 
Andreas.  Schoüast  IST,   189, 

211. 
AndreopiÜM  Micfaael  893, 
AndriM,  rbelor.  Scbrifl  447  f. 
AadritBopdloa  S86. 
AndriMiko*  I  Kamnenoa,  Kai- 

MT  »1,  282.  466.  470,  838, 

1028  ff.',  1076. 
Aadrenikua    II    Palaeolocns, 

Kiieer  94.  OS,  S9.  IS7. 9». 

298.   415.  471,   476.  480, 

4m.  M3,   M6,  SS8.   772. 

776.  lOM  ff.* 
AndroniliM   III   Pal..   Kaiwr 

100.   298.   4M.    IOW  f.*. 

107». 
Androniko«    IV    Palaoologofl 

1061. 
Andronikoa  Oidea.  Kaiitcr  v«a 

TrapMiut  lOSO. 
Andreaikoi  Dnkan  *.  SannMi. 
Andropikoa.  Sobn  dea  882  I 
Andro«  70•^  1082.  110». 


Anecdotas.Oolietfflgeaohirlite, 
Angelo«.  Genen]  bbO. 
Ängvim.  Bat»  der  1032  ff. 
AngtilM  Gregorioe.  Polomiker 

114. 
Angel oM  MftrkoH  7))I, 
Ani  I0(J4.  1007. 
Autnu.  d«r  lit.  4ä3. 
Anna.  lUa  hl.  167,  169.  172, 

4S3. 
Anna,  Kafaerin  IS9,  I7S. 
Ajina.  Tochter  Kaiser  Fried- 
richs II  768. 
Annianos  338.  340.  »tl.  405. 
Anonyma  Alobeiniatan  682  f. 
AneoTDi»  Briefumtnlmis  483, 

408. 
Anonym*  ChroniKtan  297, 307. 

S29.  340  r,  361.  3«3,  378, 

877,  888  f..  395  ff,',  424, 

423  f..  785. 
Anonym«   ärammaliker  660, 

577,  587,  692.  598  f. 
Anonyme  Gedichte  Ober  Bof- 

amler  42T. 
Anonyme    Oeographica    414 

(fi  171   Anm.  3),   419.   448 

(n.V 
Anonym«  Mnllinmatikwr  622. 

635. 
Anonym«  Mrdinner  618  ff. 
Anonymo  Mrlriknr  596  f. 
Anonvm*  MaiikitchrillKteMor 

599'. 
Anonyme  Rh«4oren  4T2,  475, 

476. 
Anonyme  SeboUen  tu  Kircteii- 

vlt<^rn   188.  IS». 
Adod;  i»e    Sciiolien    lur   bl. 

Solirift  136.  137. 
Anonyme  Iheolo^isrh«  ^brif- 

ten.  a.  Armenior,  Aeketen, 

BildentOnner.  lalam.  Jii- 

deo,  lialoinor  u.  a.  w. 
AnonymcWnliralirbachcr'ISI. 
Anonymer    Aiuxug    der    II im 

530  f. 
Anaaymiui  ttanduri  424.  426. 
ADonymiumpi  ;Jmril«'a(  458. 
ADunyniuH ,     geagraiiliiacher 

448. 
Anonjrmna  0borJenisalen«4SI. 
Anonymus  Olier  Kaieersrtbw 

424.  42«. 
Ananymua  Obor  Kpel  424. 
An«nyma«  flbnr  di«  Belage- 

rwK  von  Kpol  unter  Jlera- 

ktiM  2.SI,  Ö72  f.* 
Anonymua  Obnr  die  Riobening 

von  Kpcl  durch  die  Laleiaer 

893. 
AnoayNioa   Aber   KriefawJM. 

685.  687. 
AnenyaiM  Ober  l«o  den  Ar- 

mtaiw  801, 


AnooyiBi»  de  poülica  aofien- 

tia  4.S8. 
Aoonymn*  Ubor  Seekrieg  685, 

637. 
Anonymua,   der  MiiliuliacAe 

358. 
Anonymoa  Thyaclü  811. 
Anaefm  von  C^nterbury  100, 

103,  &0Ö. 
An^lm  von  Havelberg  88. 
Atithelios  31ä. 
Aulhcniioe.   ptaefectiM   pne- 

lorio  915  t. 
Anthemioe  von  Tralie«  621, 

624. 
Aalbimo« ,     Kttbischof    tob 

Athen  1T.V 
Anthimo«.     Rrebiachof    von 

tiulgarien.  Polemiker  HO. 
Antli  i  mos.  Kirchendichler  668, 
AulbiiiioH,  l'Atriarob  von  K|wl 

öl.  54, 
Anthimos,  Mudiiiner  616. 
Aolhimoa,  MSnch  497. 
AntboloKia      Palatina     567. 

727  ff.» 
ARlhoIogien    (27,    725   ff.*, 

763:  e.  aacb  SpnicbMinni- 

lunKcn. 
"ArOec     t(üv    jfo^'rwi-,     vgr. 

PtoHRWork  910. 
Antjnilixiat  572  f. 
AnligonitoN  OroKOr  498. 
AnUochia  245.  381.  825,  327, 

834.   40*.  405.    416,   987. 

947,  »86,  IÜ94. 
Antiooboe  tiregofioe  472. 47."'. 
Antiocfao«,  Hartyrtum  des  hl. 

185 
AiitiuehoR,  MSnchdeaSabbM- 

kloslera  40.  146  f.*.  155. 
Antiiihaoea  678. 
ADtfpboa  567. 

Aatiatbenaa,Dialogperun  248. 
Antintooebio  M4*.   58.5.  591. 
Antiiloacb)Mbcä(>i<'l«(fi544f, 
'Ariiatoiyäoioy  576. 
Anlithalui  «45. 
Antonin,  Archimandrit  1142, 
ADlonini»  Marcua  567, 
Antonio  von  Ascoti  110. 
Antonie«,    der    Kr^mit    115. 

188.  158.  180.  183.  784, 
AotoaiiiK.  Ilaitingrapli  191. 
Anlunioa.  der  Janeeio,  UOncli 

l»5, 
Anlonioa  «.  Kaal«*«. 
Antonio«  .Ueliaaa*   36,  217. 

218.  464  f.*.  600*. 
Antonio«  Honatboa  874. 
Antonio«  BlndiU«  176.  677. 
Anlonioe,  Biacbof  von  Sylloa 

67,  68. 
Anyata  dia  U.,  Mftrtyrin  Wi. 
Apdate«  828.  882*. 
7I- 


Aprd,    Rnkomwn    auf   d«n 

755  f. 
AphlliftTtotlokeUaMas  &7,  98, 

HP.  OSO. 
ApbtIwmoB    450,    4&3,    462. 

7a&r. 

Apimpilliinn    (?)   KonittMilui 

472. 
Apion  &20. 
ApodiBpa,  Kmir  980. 
Apokalfptio  524.  11(6  (in  il«r 

bjrx.  KuoBt), 
ApüVapes  Baailnus  1008. 
Apokaultoa  Al«sio»  481. 
Apokaiiko«.  Kemin«<nira.«.w. 

483.  ei&.  1056  f. 
Apokopo*  BiV. 
ApoktTpha    Mttnratur    746, 

lllo     (in     dri     bildenden 

Knnst);  a.  nuch  Logrndno. 

ApoaUigei  clii  c  h  tc  n . 
Apolliiuirioii  von  LikodikMi64. 

200.  211.  ea4. 

Apolliiuuitrten  34. 

Apollo  and  Dapbn«.  QiMn&ldu. 

Tli*mtt  einer  EthopoiiieZSl. 
Apollonloa  OvHkolo«  12,  t>7S. 

&80.  !>88,  &84. 
Apollodor.     Bibliothek     dea 

SS3.  556, 
Apollodor,  KomiltM  505. 
Apollodor,  Tnktikftr  6!I5,  080. 
ApolIonioK,  Ijpxikogrnpli  5SD, 

571. 
ApoUonJOH,  MatliPinulikorB^l. 

628. 
Apolluniua  Rbodios  627. 
ApülltiiiiüH   von    Tjftn»   489, 

788, 
ApoUoDios  von  TvTos  852  L 
Apologeten  codex  534. 
Apologetik,  hyi.  48  ff.;  v^L 

Polomik. 
Apomnsima  620  (o.). 
ApophtlirmiiHtii     188,    218, 

600  fr. 
ApOBchislun  6&. 
Apuatel.    Kpigrnmm    nuf  die 

4+4,730;  Ikonugrnpliio  der 

1117. 
Apontolgnecliiohlon .    apokry- 
ph* IßS.  172.  n.S.  in.  182. 

1(M,  11)3:  s.Bnah  Acte. 
Aposlelkirclic   in    Kpnl,    He- 

Bchreibung  der  723  f, 
A|iostolios    Arietabulo«    (Ar- 

HPiiioa)  508.    SOS  f.*.  006. 
Apoatolioa  Mickool  121,  122, 

490,  502  (n  J,  568,  603  f.*, 

fltfß. 
'Ana  ^<ar^!  =  Kollegionbcft 

583  f. 
Appiauo»  10,  2.'.9.  378,  518, 

Apairnnroa  %1. 


Aperrtoa  263. 
ApolMiN  258. 
Aaitilas.  Bibeloberaetnu 

123,  127. 
ArnbAr   33,   343.   483, 

712,  USüfl,',  1099». 
Aiahien  412, 
Arabit«>  Konntonlinoa 
Aroadiaa,  Kaiaar  913  IT. 
ArcbeUoa  683.  1 

AKliilodioa  504. 
Aiohimedea  621.  I 

Archippoa  Proamonarioc 
Archit«kliir,  hyi,  lUal 
Archytaa  722,  783. 
Ardiranl  Thomas  407. 
Aroadn»  920  ff. 
.^roobindoK  926. 
.Irotbnn,  der  hl.,  langend 

(9  9«  .Vnm.  2), 
Arothit-H  vuQ  K&urcn  1 

42.  124.  129  ff.*,  IS: 

813,  500,  524  f.-,  6« 
Aretuaa  870  f. 
Arg^tukaatroo  862. 
Argyropulos  Georgioa  { 
Argyropulos    Johannes,  1 

nianiüt  131.  182;  50! 
\tfjto»  Isaak  101,  lO' 

623'.  624. 
Argyroa  I*on  497. 
Arianiamua  38,  103,  I3i 

939 
Arioe'e44.  661. 
ArisUodvr  und  Kallitliei 

man  377  f.  . 

Arirtarohus.  Kritiker  5<) 
Aristarchoa,    der    ,JQd 

576.  ^ 

Ariatonoa  Alexioa   188, 

478.  607*,  611,  749, 
758.  759. 

Arislidee.  Apologet  837, 
AristidM.    KhetoT  480, 
549.  ] 

AnKtobulos  B.  Apostaliof 
Arifltobulus,  Dialogpcnof 
Arlotugilon  gegen  Hypi 

527. 
.AriKloii  von  Pellu   49.    I 
.AriatonLkoä.Orammaükel 
Ariatopbanee  von  Byxaai 
58».  1 

AriatopliBDefl,  Komiker  I 
505. 527,  582.  .=.40  (u.) 
549.  554  r,.  565,  567, 
ArislotelM  19.  65,  «S, 
231,  241.  263,  289, 
300.  429,  430  ff.*, 
486.  437-,  442.  445, 

479.  505.  515/.,  522, 
583,  5S5  (H.).  544. 
556,  621,  831.  710, 
738,  768.  772  f.,  842, 

*ai\.va. 


R«giBt«r  dar  PmrMMi««  and  Bkcfaen. 


A>M>t  U8I 
Aspar  um  f. 

Aflpropbrjd««  Uakarius  49S. 
AMiaeii  Tun  Ji-niaHlem   und 

AsUnoBVon  AniMiR  206,474. 

Aatramnavcho«.  Ornkatuitor 
und  TrnvnKtenlvr  i^  «20, 
631. 

ARtrologJ«  3d4,  621  f.,  iST*, 
722  f,  7iS. 

AafamioinÜKb«  Sahrrfton  l-'iÖ. 
869,  SÜß.  S80.  412.  414. 
4S9,  5S8,  652.  630  If.* 

Atiiu>«ild  4S&. 

AlbaBui*,  Klo«(«nioKt«li«iiii 
19«,  198  (. 

AllwawiM,  Pktrinrch  von 
AiexudTH  40.  »7.  70,  8», 
88,  98,  94.  9G.  107,  113. 
IM.  1S5.  180.  193,  206, 
It»,  bis  <(lodichl  nuf  A.), 
630,  76fl  lüediolit). 

AlbaiiMtaa  dur  jQnger«,  Pa- 
triMtk  von  Alcjuuidria  (13. 
J»hrb.|  »4-.  »3.  289. 

AÜiwiMiM.  PHtriftjTcli  von 
Antiuciiiu.  Hagiu^rupli  190. 

Atliaii*»in8,  Enbmcliof  von 
Koriiitli  M.  T».  ^1. 

AUiantnios  s.  Kydonioe. 

AtfeuiBaio«,  MOnch  nuf  dem 
Btr%*  UtTDs  im. 

Athanuios  (?)  Lexikoeripb 
571. 

AttiMiimio«.  Biaeiiof  vun  H»- 
IkoBa  167,  ld6. 

AUuutMJMlIanMboB.  U  rOn  d  ar 
i*r  AUiaaUiua  143.  ISS. 
195,  19«.  108,  811,.  10^9. 

AtliAnanos  Monaoho«  780. 

AÜMU  302.  403.  4G9  f,  783, 
841  (Klagelied  auf  dio  Er- 
obwiing  von).  Se.'i  f,;  Auf- 
halnuiy  der  alheniwlien 
Olllv«TsiUt.'^r..9S9f.;  iK^inp 
mtttalalterlicha  (iMehidito 
1070,  lDä2.  1093;  atm 
Anteil  an  dor  bjx.  I>itt«rB- 
lur  302.  4«a  f.;  aoin»  B«- 
kvhruDg  6t3i  Beiiii'  'l'opo- 
icraphie  437,  1112:  iiuine 
bys  loaebrifteu  1134;  ai-ioe 
Bibliolbok  &11. 

Alheoseo»  &38.  666.  &GS. 

AUianaw«.  Takrikar  63ö.  63C 

AtbeoaTa  QI.V 

AIhniMr.  fjtaat  dnr  hh2. 

Atli4inodoroB  '1^6. 

Afli«n«kI*M  241. 

AtlionlO?.  140.  Iö7. 15t^  lÜO. 
507, 50«,  fil0.äl3l(.M0fi8  ff. 

AUinaa.  Dfalogperaoo  H20. 

Ataan.  armenischM  Kloster- 
vontaiid  88. 


AltHlia  2ß'J, 

AllalialM    Miabad    269  IT.*. 

273.   276,   367,    608,   607, 

609. 

AttUii  Hier 

Attixinmini  18;  b.  aach  Hu- 
niBiiiDmuD  u.  Schriftspracbe. 

AltUinton  791. 

AuflitiJuiiK  doa  hl.  Knnxea 
■244.  UM»  f. 

Augnros.  llagingTNph  203. 

Augiulpun,    Sohildoiung   doa 

m. 

kagaatiavM  dor    hl.  40,    70, 

78.  91.  97.  39.   100.    102. 

10»,  III.  209.  Ö4&. 
Augaatns.  Titel  4. 
AulilcalamM    (V)     TheodoroS 

762. 
Autikalnmo«  442,  761.  765. 
Aur  613. 

AuieliuB  Mnroua  526  (ol), 
Auii'liuH  OpjUus  699. 
Autunoiuu«.  ümhof  luid  Mb> 

tyrer  187. 
Auxontios.  D«r)C  de«  hl   193. 
Aux^ntios.  Mürtyrer  82. 
Aiixontins,  Melod^  663. 
Avaron  710.  All  f.*.  944  ff.. 

107.'., 
Axuchon  Johannits.   (irosedo- 

mcatikoti    86,    465.    704, 

1U21  r. 

AxuiDit«!!  240  (S  99  Ann.  2l, 
419,  1131. 

Babek  968. 
[labrios  ■'•67.  717,  898. 
Bnbntiiknrioft  439,  1188. 
Babylon  i»nlic«  K«ich.  8^^  85, 

788. 
Bncon  Rognr  429,  435. 
Biiduiln  B.'iS. 

Ungratuiiior  980  f..  1079. 
baliräui  'l'HDbabin  943. 
ÜHJoxut  a.  Bajoaid. 
Btu«»i<l   I  3U0  r..  490,  491, 

1061  f, 
Bakchiiw.  d«r  alt«  &99. 
Baktaria  jaiy  it^x'^Q'""  610. 
Balduln  I.    Kaiser   von  Kpel 

2P2.  1040, 
Italdiiin   II.   Kainer  von  Kpel 

1044  ff. 
Bald  ui  II    111    von     Jora»«l*m 

1024. 
BoltoniteM  Lcun  474. 
Biilnnmon,  Proti-kdiko«  491. 
Balnamon  IVuJoroa.  Jurist 

91.  186.  188.  139,  IM.  208, 

20«.607',600f.-.611.76e, 
BaDoer,Ep!f(ra(nmaafein439. 
B^ibion  tOM, 
Baraa,  Orflnder   da«    Petra- 

klaal«ra  tT2. 


Barbara  die  kl.  167.  184.  ISS, 

199. 
Burbariionen,  in  der  hyt.  Qrl- 

xiiai  80  f. 
Barbaro  Nicola  312. 
Barbaroa  nua  Bulj^rion.  Mär- 
tyrer 204.  205. 
Baitams  Scaligeri  386. 
Bardalw  778. 
Bardale»  Leon  481.  U8,  553, 

.554.  601. 
BordanM    (leorRioa,    Metro- 
polit von  Korlivni  476, 
IturdiM  Qwinr  16,  989  IT.* 
Uardcaanea  661,  682. 
Baroua  755. 

Bar-Uebraeua  S28,  406*. 
Uarlaain.  dvr  rnUeha  Prophet 

788. 
BarlaAin  und  Joasaub  35,  383, 

4,56  f.  777.  816.  886  ff,' 
Barlaani.  Polemiker  48.  48, 

100'.  102.   103,    104,    lOÄ, 

106.    108.    109,   110,    160. 

175.  212.  294,  4»7.  488, 

503,  «24.  625.  781. 
Barlaamiton  102  f*,  105, 108, 

116.    120.    122.    153,    175; 

anonyme   !$Dhrin«n   gnson 

die  105. 
Bnmabaa  dnr  hl.  164. 
Uarnaboe.  SprDebe  des  002. 
Baritabaakirehe    in    Salamis 

164. 
BnroRkatJl  n,   Marinismus, 
Baninnupbioi',  Mrinnh  58.  145. 
Baraymoa  rotroa  240. 
Bamymianoii.  drr  Syrer  340. 
Bortiiolumaeo*.  Apoalel  167, 

193. 
Bartbulomaeoa    von  Edewa« 

Polemiker  78. 
Bartfaolomaeos.AbtvoDÜrolla 

Perrata.    HaxioKiauh    195, 

678. 
Bnrtholnma^o«,  MOncb  io  Ka- 

Inbricn   172. 
Burtliolomnooa,    Kir  eben  dich - 

liT  678. 
Barth olomacos.   {irQndor  des 

Patirklotttoni  196.  198. 
Bartloae.  der,  a.  Mesao  de>  B. 
BaisAe  895  f. 
Ba^akea  KonsUatin  478. 
Banlakes    NUc^oroa    124, 

451.4«&.478r».  475,477. 
Naaia«»(.  Titel  4.  108S. 
BaailianennOncha   118,    140. 

195'. 
Biuitid<re.  MJlrtsUker  207,  962. 
Biisilikn  Thorma  991. 
BoBiliken   171,  257  f.*.  606'. 

607,  609.  610,  977. 
BaaÜikoB  Diakon  791. 
Basilie»  f,  Kaiser  6.  78,  79. 


S5S,  »7. 2«.  4&7  t.:  IM, 

480,  SIT  f..  &22.  60G,  609. 

»74  a.-.  1076. 
BMJlioJi  II.   Kaiser  28,   I4fi. 

186,   780.    782.    991   ff.'. 

107&  f.  lUft. 
ßMJtioit    vMi    A«liridi.    En- 

binohof    von    TliMaiilDoilt« 

8«.  -ieS'. 
BuUiiOiv  Bischof  ran  AmaaM 

205. 
Buailios  Amine  (Kmir)  T69. 
BuilioB.  Aiiachoiet  1S4.  197. 
BsmUm,  I>nMbTtcr  in  Ankyra 

197. 
Ilnnilic»,  Uiaohof  vi>ii  Kiii«»a, 

Biogruph  151.  152*.  1»6. 
UMiliM),  Araonier  418. 
baaitloa   d»r  Gros»«  3&,   40, 

57,  6b.  66,  67,  7».  80.  83. 

88.  U,  96,  113,  118.  130. 

ISO  IScIlolien  lu).  Ul.  UC, 

149,   1.^5,    IGO,   171,  202, 

203,  2U,  215,  216,  217, 

914,  »41,  383.   488,  457, 

SOS,  558.  558,  567.  581  f. 

(pMndD).  800,  619,  733. 
KfldtiM,  Hagiogniih  196, 198. 
ßMilios,  Palrinroh  von  Joru- 

ulem  166. 
Bwtilios  d«r  JDU|;#ie,  Mi>tru- 

polit  von  KätukKa.  8cbuliaal 

137,  188. 
ÜasiticMi.  Mi-Iropolit  von  Ker- 

kvM  s.  PcdisOitM  ÜMilim. 
Qulli«  Kilii  M,  !>n.  56. 
Basilioi.    Patriarch  von  Kpcl 

173,  474. 
UanüoB,    Uiacliof  von   Neo- 

palnut.  Ksegot  124.  131. 
BnailJofl   ProtoaMiltralu),   Klo- 

Ht?r^rUiiil(>r  158. 
BiuulioH.  UiHcliof  von  Seleukiu 

72. 
Baailioe,Soniitaprl8id«it  990ir. 
Ba«lioa    Stndit«B.    Kiichen- 

diditor  Dil. 
Boailios  Bluditoa.  Polomikor 

114. 
BMÜliakon.  Admirol  920  f. 
BuBiotes  Mii-hitol  162. 
Baaeiu  Coaaianus  262. 
Bastardsiihan  SOS. 
ßntntx<>s  BasiliKS  422  (u.). 
BntriiclioinyoniAclijt  7.V2. 
tluuomgrundbesilz  in  Uyzanx 

108Ö  f. 
ttt^amtunweacn  255,   1084  f. 
R«da  Vcnt^nibiüs  2()d. 
Bokkos  JuhaiiniMi,   Patriarob 

von    Kpel,    Polomiker  64. 

74.  89,  03.  96  f.*.  99.  104. 

117.  119,  134.  1053. 
Bei»,  nngBT,  Prins  1022. 
Belgien,  Hsa-K&UloK«  'ol%. 


a. 


BoVnd  1077. 

iinüHHr  2m  a..  9:11  tr: 

Italianrromaa  347.  Ij25 
841  f. 

Ueloa.  aaayr.  KOnie  323 

üeltbiuidruii  und  Chryi 
821.  8i7  ff.'.  8ö3. 

BenedUct.  CAnonicu»  (Clii 
Beoolt)  256  f. 

B6n«dikl.  d«f  U.  6,  l(H 

BonediktXII,Pa{wtlOO, 

Honolt  de  CAmo  bM  ( 

Bnnott  d«i  Sauito-More 

Borat  (Kpini*)  511. 

Bardoridioii  862  ff. 

BeredHAnkeit,  goiatliclu 
Chaiaktw  der  160  tL 

ßttroketitt  Petroa  600. 

B><r>;a<leo  818. 

Berosos  242. 

Bemtea  1035. 

Bertba.  Braut  Roman« 
459,  9M.  j 

Bertb*  von  Sitlibaob.J 
mahlin  des  UMitiel  ^ 
nMioa  466,  755.  j 

Bi-ünricin.  Aikct  734. 

li(!9obu'Uruo(»fomioln  «lJ 
bi'rsiiJrilülic. 

Buüonuvuhcit.  (Ibordie,  rl 
Debuug  288. 

BeMBiiou  19,  96.  99, 
114.  115,  II«.  111 
122,  809,  497  /„  508, 
603.  604.  785,  1092. 

Beosen  663,  UOGV 

BcsUUung    der 
Patnnrcbeii  1085. 

Bestes  Konatantin 

Bostes  TboodiMoa  607. 

Bcsliitire  s.  PbjeiulogOB.j 

BoltlerkOnic,  üesohichta 
Ö28.  1 

Bibul  8.  Tuatiunuiil.         | 

BiboInberselziiDfi:   123. 

OibelwiasHtiBcliarteDinBt 
122  ff.  1 

B)bliotbekaiis,H«nd8olin 
•AEomliuigoo.  I 

Bidpai  895.  i 

Bionen  (.Sammolwoike)! 
600  f.* 

Bior.  Schrift  Ober  da> 

Bildurapokal/jisen  1116^ 

Biidentturm  13, 38.  S&2,7|' 
ltö2ff.',1090M113f..( 
Subriruu  ii«i(M)  die  BB 
etürmer  67.  68  f.», 
140  f.,  165,  lt>7,  197^ 
t«rarische  VorträlM'  1 
BilderetnnnM  07  f. 

Bion.  Bukolikor  506. 

Hjon,  lliatoriker  343, 

HiacliofBÜstm  r.  Katalog 

B\th<jnion,  >«  näifm  von 


UÜ-. 

'  Kaisar  I 
1085.  J 
tili  7421 


J 


Register  d«r  Peraonsn  und  SMbni. 


1159 


ßll   <M.). 

JW,  762.  770. 

I 

•llor  *!>2  ff. 
bunloRg,    Florenlin«! 

iire.  Bertrandon  d«  !■ 

B^eSB  DonnerbOcher. 
0M  Joeopb.  Polamikw 
IH.  48)4.  408.    IISS. 
Üoa  M&QUol  599. 
ilwlGehiul,  Polemiker 

UM  Nikaphomi,  Hiato- 
t   18,    228.    271    ff.'. 
l,  4S7.  463.  466,  766. 
1020. 

Üoa  Nikephorofl.  Stn- 
>STI  ru.).  1018. 
iiw  Tbeokti§tM  STD. 
WkiiiiM  842. 
<  Sah«nh  1063. 
tek«!  631. 
I  886  r. 
b.  Satire  gegen  eine 

■B  1S8,  )96,  267,  350. 
M04,  417(0.),  608,683. 
nSOM,  934,  965,949, 
It*.  968,  966  ff..  9TI  ff.. 
■  994  ClOSSfT..  1075, 
(f..  1094  f.,  1104.  1109. 
,;  a.  Huoli  Slaven  and 

tfhjtio«  977, 

iu  1142. 

,  224.   883.   4a8,  452. 

f,     480.     488.     552. 

If.* 

kaue  36. 

idto  von  Pisa  76. 

I,  ti«noral  986. 

EKio«.  Metropolit 
173.  470. 
rio  H99  f,.  901  f. 
la  OooTE  90O  ff. 
oa  934. 
itas  Mnnu«!  270. 

E'«  Frage  in  dw 
bicht«  1124  ff. 
BÜaacbioble.  Dar- 
pPBM  d«r  1068  ff. 
bisoba  Periode.  Ba- 
Idarselbeo  I  ff..  911  ff. 
tniscbe  Philologie.  Uiro 
jiicbte  1130  ff.  ' 

tBismi»,    ßvitriff  cIo*  ' 
B.»ff,-,  1084. 
IM  Kircbenilichtrr  672- 
^  daa  vorbyiautiiuMb« 

I  ■.  l[oiwtantiito[>»].        I 


C  vgl.  K. 

Cflcaar  345. 

Candidus  10.  373. 

Ca^aiiliünu»  a,  EclugariuB  U. 

Gasöle  760  f. 

Cflsaianos  Basrae  a.  Üaeeiu. 

Caseiodnr  9,  237. 

Cnlonn    Lipaicnaia   126,    197, 

210.  213. 
Catenen  s.  Katonen. 
Onta.  der  Aeltete  545.  842. 
Cnttaneo  t0.5Ö. 
Cootutione.  Forst  von  Aehnia 

1063. 
Curigu  B.  Kyt]i(-ra. 
Ccsarini  Giuiio  1064. 
Chaeremon  442. 
Cbnldia,  HeraOge  von  1086. 
Cbal«p  730. 
Chatil-PMcha  1066. 
Cbnlke  Wd. 
Chnlkedon  237. 
Chalkitu.  toi:  GefUngnis  714. 
Chalkokondyles  a.   Chalkon- 

dylea. 
Cbalkondy  les  Dometrioa  308f.. 

305-.  502  {n.),  503«.  505, 

581. 
CbolkondyltisLnüinkoHä.  2111, 

228.  229,  802  ff,',  3U6. 
Cbalkoprateia,     Kirobe    von 

1112. 
CbamaBlos  s.  Kalnailae  Niko- 

laoa. 
Champ-Litt«,    Ouillaume    de 

885. 
Chandax  816.  81S.  984. 
Cbandronoe  549. 
Chanson»  d?  Berte  824,  859. 
Chnrax    Joiiannes    12,   582*, 

5H:t. 
Cbnrax  Johnnoes.  der  Jllngere. 

Patriarch  5S2  f..  969,  1105, 
Charnx  ticiins  öSil. 
Cburiklei  s.  Ürostlla. 
ClmriBtikarier  140,   142,  156, 

315'.  319  |o.). 
ChoritoD,  Patriarch  von  Kpel 

010. 
Uhariton.  Romanaiitor  642. 
,Chnro9  BIS.  817.  818  ff.  S49. 
Chnreenitiis  Philippos  744. 
CharloplivlflX  .'■56.   583,   606. 

609   (J.)*.    709   (tt.),    76$, 

1085. 
Cbaleau  d'nmour  S98  f.;  lu 

auch  KrotokaatraD. 
ChaxaroR  948.  957.  958,  961, 

968.  1106'. 
Chrrsoo  958,  968',  992. 
Chinetis^e  Verw  761. 
ChÜnndari   1059, 
Chita«   Jobannes.    Metropolit 

von  Kph^sos  98.  99'. 
Chilas.  Manch  402. 


chiliud^n  (d«a  TMtaaa)  HS  t 

China.  Itoziebiingeii  faBnuu 

251.  413  f.,  1099  f. 
Chineaen  219. 
Chionindoe  Uregorioa,  Astro- 

num  47a.  632'. 
Cliioa  360,  561,   1082,    1110, 

1182. 
CUodwig  9. 
Cboirinos  BaaUeiuH  780. 
ChoirohoskosGeorKioal2, 128, 

297.  576,  580,  682,  583  ff.'. 
594. 

Chofroaphaktoa  725, 
Cbomatianom  Domotrios,  Kr- 

noniat    134.   607  f.*.  610, 

611.  1043. 
Cliuinjakov  34. 
Ciioua«  in  Phrygion  170,  281 

(«Li,  469.  lOlÖ, 
Clioniatea  a.  Akuminatos. 
Cboniatee  Geurgioa  615. 
ChorikioB   12,  125,  126,  475, 

602.  603.  646.  705. 
Uhnrtnsnitinos   Igoatioa    433. 
Cbortatcra  (ieorgioa  871  f. 
ChoKTBU  a.  Cboaroea. 
Cbosrnea  I    237,   289.    988, 

D35  f..  di'i. 
CbosrooB  II  244  f„  948  f.*. 

945  ff.' 
Chmm  1022. 
Cbrietentuin  5.  7,  34  f.,459ff., 

4GH,    e-iO.    642  f.,    790, 

1101  f. 
Cbriati  Geburt,   in  der 

KuijHt  1116  f. 
CbriHti  Luid  OD.  Gedieh  I 

daa  822  (u.). 
Cbriati   Tauf« ,    in   it» 

Kunst  1116, 
Chrialodoma  aua  i£op(oa  736. 
ChriatoduloB  a.  Jobannea  Kan- 

lakuzenos. 
Cbrifliodülos.     GrUnder    de« 

Johann  eskloatera  auf  Pat- 

mos  196.  199.  508;  Typi- 

kon  dm  199,  315.  317. 
Christodiiloa .      Üialog|iM»oi> 

und     .Srhriftirtal1eniMnde> 

nym  dos  Job.  Kaotatmano» 

298.  300. 
Chrislopboro«.  PatriarcJi  von 

AleKJUidria.      llomiletikor 

166. 
Cbriatopboroa.  der  bl.  619  (a.). 
Chriatophoraa   von    Mytilene 

16, 399, 440  f.,  708.  737  ff.*. 

780. 
CbrislopboroH  Palrikioaa.  Chr. 

von  Mytilcne. 
Cbrialopboros      ProtAHokreMfl 

718. 
Chrintophoro* .    Sohn    Itouia- 

noa"  1  979.  9K2. 


bya. 
Ober 
hyt. 


I 

1 


1160 


Itegist«r  der  Peraauea  nad 


CbrisU)p1i«nM.  Klientur  4«3. 
dirifltoölwro»,  Valor  ^bbu 

doa  JOBgoTMi  195,  196. 
ChfMopkiira»  M  SeoraUs  740. 
ChriNtM     mUiou     (XfioioV 

nna^nr)    602,    64^,    818. 

«6IT." 
l'liristoaliild  von  EMflaui  169. 
CliroDica  miiMm,  SunmaUiM- 

gabo  dar  byx.  898. 
Oinwieun       Alexandrinum , 

CpoUtaaum.  i'Ofoliali;  ai«h 

Octorebroiuk. 
Cbronieum    PaUtlDum    839. 

Chronik    von    ArgyTokMtron 

('bronik.  bulganncha  Wi. 
Chronik  von  K<I«mm  404. 
Chronik   du  Job.  HiKiropUK 

741. 
ChionU;     von    Mora»     401 , 

83S  it.' 
Cbtonih,  syriach»  (od,  Onidij 

404. 
Chronikvo,    dio    cypnBchon 

900  ff. 
Xgonxir  initouav  :)8$,    3i% 

396*, 
XfOftxif  ftifusir  396  f. 

Chroninlnti      (Cbunktoristtk) 

■2IS  ff„  SIÜ  !!.• 
.V|>oi'a7'(>iiq'tror tfc'irfo^or  363, 

UM.  MG*. 
J[pn'aj'(W7'x  ^^;'Bf  822,  828, 

uyö  (IL.). 
CLtoiiu1o||(i<>.  bt-iiiiiUuische  2, 
387  IT.  348  IL. 623. 1096  f,' 

Xfiiit-oif    iJßiA^i^iC    Kill    ü^tJC 

39fi, 
Clin'HATilhoii  n,  NotnTiu. 
Chr^MuiUa  H-^4  tT. 
Chrj-KHphoH  Mununl  hS9.  611*. 
CbrjBBphioii,  Kiinurb  91fi. 
<'hry«ii/pi>».  .^toikcT  601  f. 
ChrviiübiiriJuaLukoa.l'Hlriiiroh 

460,  472.  7S1,' 
CbrvHuliuruca  Msximos.  Iro- 
niker 113 
CliryitoborKcs  NikepboroB  470. 
Chrvunbiillen  S,  Dullen, 
Ch^yul(^^ai^,  Pnulikianvr  975. 
Chryiiokpphiiloii  a.  MnkiuiaK, 
CbrvBokfphBloa      Mnttlinco« 

4i»2, 
Chrj-HokokkM  GnorgioH  622  f. 
Chrvooloraa   D«mi.'<tnDa    109, 

liO',  iC-J.  503  (H.). 
Chrynniornii  Koiistaatin  4S5. 
Chryaolorna  Monii*iI  113.  426 

(o,),  4Ü2.  .W1,  .'502(u,).i03 

(U.I.  fißS,  .^al. 
Chryaomnlo«      KonaUntinos. 

IlAr«tiker  93. 


Cbrysonboo  a.  Kallinn 
Ctnyaoa.  Kadg  862. 
Ckrysostoinw  8.  Dion  UO' 

liMinM. 
C1iumRnit*n  968, 
Chumnnn  (Ico^oa  RI8 
Cbninnmi  JohaÜlM  396, 

482*. 
OhuraooK  lr«ne  il».  4$U. 
Cb  lim  HÖH  Hichael  482. 
Cbumoa«     Nikephuros 

204, 427.  476.  478  ft'. 

a&S.  603. 
Ctcera  327.  Mb. 
Cid  828.  8S0. 
Cinthio  872. 
CiTons  B.  Zirkus. 
Ciatcrntin   1119. 
CIbtv,  llobnri  do 
Clmiiliii«.  Küiiior  238.' 
Clnudiui.  Mftrtyrxr  189. 
CI«ri>«nH  von  Alexandrii 

130,    1.11,   132.    1»4. 

lö&.   192.   207,  210. 

668,  876:    Mutjrrjuni 

18&;  pfleudo'deamtinli 

Rrief«  140.  I 

ClemonB.  Knbisobof  von 

garini  134.  196,  199, 
Clemeo«  III.  Papst  82. 
Clemnua  IV.  Ptipjüt  lOAd 
Cleitirne,  AbtvonStudioaJ 
Cuelestinus.  Pnp»l  917.  >l 
ColbcrUIdo  Antonio  903i 
Cummudinnaii  699.  I 

Cumocdin.  spätere  ItodoU 

von  &iO. 
ConsUat.  RnUluiix  vom 

wr  8Mf. 
Comaio  VtnMDt  670  f.  < 
Cnrnntaa.  Stoikor  579. 
Cristoforo  PJorentino  87| 
Curaiis  (in  dor  Ut.  Proaaj 

1137  f,"  5 

Cypem28«,  419  {KtaUi 

in.  S50.  773  f..  781. 1 

865.  898  ff.'.  1071.  lli 
Cypriaa.    der    bl..    K 

lehrer  lOO. 


(UM  II 

toa  lOI 

ii: 


IMmonenglanbeD  486. 
DlooRiark  (Bm-KatalMll 
pHlaaunns  Domiono*  10 
Doinnskina  431,  567 
Uamatrya  9.^»<.   Uli 
DamiM,  Patriarcb  von  1^ 

988.  I 

Onniian,  dor  fal  96.  167,4 

620. 
DamiUit  Noilo«  von  Kreta] 

610.  i 

Damylas    N  ei  Ion,    Polcm 

HO,  J 


^m 

iMr^wl^raoam  und  Baohm.                                  H6I         ^H 

^HWiliMfc  MCncb  naf  dem 

Diogenes.  Kynik«r  (!47. 

Dnkianoa  .lohnnnn«  497.            ^^^H 

W  I«lra  m. 

Diogenen  nun  Kyiikoa  825. 

DolopAthoe  a.  äyntipaa.             ^^^H 
Domonico     Miobiel«,     Doga         ^H 

DeinnjijoB,  MngTstor  492. 

Diogetioa  I^ortioa   324,   464. 

Demttrtc«  .Myrobl^es',  Po- 

hin. 

H 

tren  voQ  Thi-ssoloniko  1 10. 

Diogenea  nua  Sinopo  467. 

Dotnanioo  8alvo,  Dogo  1016.          ^H 

lU,   157.    lÄö.    läS.    17Ö. 

Diogcnianaa    von    Hurukluin 

Domontioloa  946.                             ^H 

192,   20<.  20r>,   26B.  4«. 

726, 

Dominicus.  Pnlriaroh  von  Ve-          ^H 

464  lEpigtanun  auf  «in  Bild 

Dio|;«iüiUiaa.L6xtkugrHpbö20. 

nodii*  81.                                           ^H 

iW).'IG7,4»S,H4|Kaiioii). 

ö7'>. 

DoiiiiCiuii.  Kuiser  238.                        ^H 

Dometiioa  von  PhatwvD  46^. 

Diuuimto«,  Brief  an  700. 

Duiuitiua.  Kuobüiidicbtor  688,            ^H 

DenotrioB  8.  Toniikioa. 

Diomedeaderhl .  MBrtyrer  99. 

Dümninos.  Chruniat  821.  827.          ^H 

Defn«tria«  h.  Triklinios. 

DioD   Cawiii«    ID,  iWH.  2.39. 

Domuinos   von    Lariaea  621,          ^H 

Dem«tnt»  I0ä2. 

386.  370.  371  f.».  504.  518. 

^^H 

Demo  SSO. 

527.  :i29.  544.  567. 

Domoatroi  804  (o.).                  ^^^H 

DeinokritoB  uns  Abdera  ll'>6. 

Dinn  Cbrysoatomos  464.  624. 

DonaliM  545.                            ^^^1 

sr. 

.'i44,  552,  603. 

Donnnbacher  630.                         ^H 

Denokrito«.  PmuiIo-  682. 877. 

DioD^Bios  9.  Akindynoa. 

Dorothaoe  AntecMaor  605.              ^H 

1     0«moaUwDM,Rod]iM'IS9,4fi7, 

DionvBios  roo  Alexandrin  138. 
207. 

Dorothao«  der  Jangero  171,          ^H 

«»,   M7,  M»,  S67,  S73. 

■ 

SAB. 

Dionynioa  .^teopapliw  s.  Ditf 

Dorothoo*    von    Mon«nibaMia          ^H 

DmasUicacs,    der   Th nikier 

njaios  Pseudo-Areopagit^s, 

.T22.  401*.  »^'1.                            H 

hi*. 

Dionysioe.  AtbosmliDoh   195, 

Dorotbeoe.     Knibiaabof    ron          ^H 

Dopliuwias     Markos     BOS, 
021  f.« 

lÖB. 

Uytitene  122.                               ^1 

DioDyBiaBBar-SBlibi213,  216. 

Dorolbeos.    Are^iinandril    in           ^^| 

Jtmiir^t,  Titel  4. 

Diunj-siuH,  Ueograpb  •i99. 

Pnl&sUna.  Askttikur  14ö  f.           ^H 

Deelunia  1142. 

DiunvBioavonHalikn  rna»  269. 

Dorotbeos .     Vorfasaw     von          ^H 

DeoMKiue  Akritaa  880. 

STi),  518,  öül.  667. 

ApüHt(?lvvnei<ikni8a«n89lt.        ^H 

I>«utwh1and   803.    422,    &12 

Dionyaioa.  Sohn  des  Kallipbon 
699. 

DüT^lnion  1019.                        ^^^H 

Duaiadaa  "72  f.                         ^^^^| 

(HH-KntaloKe).  1078. 

DSTaris  Haltliaeos  503. 

DionyaioB.  Mftnch  13H, 

DoeiklvB  a.  Rbodantha.               ^^^H 

DssibpM.  Hiatoriker  10.  388, 
SSO.  340  f..  &04.  Aia. 

Dionyaiofl,  MOnch,  Aakolikcr 
160. 

Do«illieoB.     Biograpbia    das          ^H 

Maoobea  187.                               ^1 

Dhfl  NnwO*  940. 

Pionynioa,     Kixbiachof    von 

Doaitheos  (Paeiido-)  561  t\          ^1 

1     Diadoebo*.  Aiik4>tilcnr  141. 

Mylilnnn  779  (u.). 

578.  791,                                      ■ 

1     Diadtichon.  Schnljniil   H4. 

DionysiüS  Periegetee  446, 505, 

DoatnjevT^kij  34.  612.                       H 

y      Diakrinomenoa  a.  Jobonnee. 

Ö27.  ÖH8'.  5B7.  783, 

Doto  AndroM.   Dominikaner          ^H 

!      Did«ge  247  f.,  296  f.,  4^9  IT.. 

Dionysioa  nus  Hburna  1117. 

^m 

4S7  f..  482  ff..  562.  644  t, 

DionyeiosPseudo-AreopagituB 
87,  40.  hü.  63.  65.  67.  70, 

Doxaroa  l'onagiolos  1U7.               ^H 

768,  775  r,,  S30  f. 

Daxoputraa  tieorgioa  .'>33.                 ^H 

IKuMriniHi  Jakob  542*,  £78. 

88.  107.  125.  137  f.  (Scbo- 

Daxopatrea  tir^Korios  463.               ^H 
Duxupntrea     Johann««     387,          ^H 

696,  737, 

li«nEu).  129.  lai.  184,  141, 

Diamoriau«  NuUoa  398,  &60*. 

149.    154.    155.    169,   160, 

461  IT.*.  533.                                H 

&81.  082. 

16i>,  167,  193,  211,  289. 

Doiopalr«)  (JohaunvaV)  209,          ^H 
210.                                               ■ 

JtmaiiifÄina  ^  Äbaohuttt« 

DjuDysioa     von      TollmalirC 

MtiM  Werkes  82S. 

404  f. 

Dozopatr«aNikolana468.607.          ^1 
«79  f.                                            ■ 

Ihaotia  1098, 

Dionysioa    Thrnx     12,    573, 

Dietya  a.  Diktya. 

580*.  583,  585,  594. 

DoxopatrM  Niloa   415*.  463.          H 

Jiiaftj    rui»'     äm4i*a     äno- 

Diopbantos  ;>44,  621,  624. 

Dragaaea  KonatanKn.  Üoapot          ^H 

802.                                               H 

«rtölsiir  S07. 

Dioptra  742  ff. 

Didymoa  dnr  lllind«  20R. 

Dioekorides  617. 

Drakon  (Pacudo-)  596.                    ^1 

Didfmoa,  (iooponikor  2ß2. 

Dioskoros.  Pabiorch  von  Alo- 

Dmma  17.  .'>34,  644  ff.*.  717,          H 

Oidijniiatotebon  30!>. 

xnndrift  ai8  f. 

T46ff  *,  751  f..  766ff..  776f..          H 

!      Dtaama  Akritaa  HS.  827  ff.*, 
$46.  849. 

Diphilon  505. 

779,  822.                                      H 

Diplomatischi-  KorreEponden- 

jAfiu«,  apHtcruBeduiituDB  rOD             ^H 

sier                                ■ 

OiBMl«!!  006  f. 

Diktys  327.  886.  585,  844  f.» 

xnD  der  SiiIIhcu  19. 

DisUuEMitabtfllen  418  t. 

DreikapitelaUcit  ö8.                         ^H 

'      Dimoire^.  Kopiat  721. 

Ditbuiatou   103. 

Drimvlikus  Nikotaoa  814.         ^^^H 

Diuclctian  7*.  9. 

Dnitfiirfälle  1100  (n.). 
Dobronir  1016. 

Droailln  und  Cburikles.  Roman  ^^^^| 

Diodorua  Sikeliotea  242.  259. 

763  f                                      ^^H 

2GI.   841,  60T.   618,  627. 

Dobromir  Strwt  1086. 

Drster  il.'..'.,  988.  996.  1017*.    ^^B 

667. 

Dootrina    Patrum    de    Verbj 

DninHHrioa  3'i5,  870,                       ^1 

Diodoroa  von  Tareo«  123.  206. 

inc-Brnationn  208  f. 

Drysfrn  ■   DratM.                                ^H 

917. 

Dodoiv,   liogomilo  M. 

Dsobancid  1068.                             ^H 

Dieg*n4ai  Anlnnin«  647. 

DoRmntil:.  hy«.  4(!  ff. 

DuatiamuH      im      rtmiacben  ^^^^| 

Diogenna  Jobniuioa  474. 

DokpiuioH,  KAtupnn   1003. 

Kniobo  2  ff.;  in  d«r  euro-   ^^^^| 

1163 


B«giBt«r  der  Psraoaen  nnd 


EUiscIiiiQ  Kultur  St;  in  dar 
jz.  Spraehn  221,  277. 
Du  Cniigo  IIW. 
IJiikniaa  Aiuia  744. 
DiiknraB  Ukaa,  Dux  122. 
ÜukiM  .\n<lroDikoa  744,  1010. 
ÜiüuH  AadroDtkos,  im  l>ig«iuH 

S28,S&8. 
DnkiB,  ChroaiBt  805  ff.',  394, 

;.06  Aiim.  i 
DakM  JobRnn«a,C«Mr  101 1  ff. 
OukM  J«huiii««.  Di(iht«r  766. 
DalcM  JobannM.  tirouheUri- 

aroh  9iH,  474,  53B. 
Üukwi,  Uwui  der  1006  ff. 
üukHBKuiist&iitin,  PriU«ndeui 

uni«r  Koiuiantin  VU  979. 
DukM    Miclmel    (Oroaavktcr 

des  CbronisteD  Dtikna)  S0&. 
Dlllas.  Abt  ItlO. 
Onus  ScoluB  180. 
Üatan  &  St«pbaii. 

EcclMiMt  710. 
?:cboveriw  s.  Ijoitorvon«. 
Kclnganus  CHHuboni  99h  f. 
K.huH  986.  S81,  1000. 
KJachmiBt-in  1112  f..  1126  f. 
Kiaho,  Knkoini«!!  nuf  dio795f. 
Eidologio  'Ib. 
Binhoni  41».  «74. 
"Exkof^    tareQuiiy    329.    841, 

S42,  S9i*. 
'Sxmo'ulf,  0.  Zootorie. 
Tbci-oy^  ruK  >^uwv  606.  609, 

610. 
Kkülirwea  414,  4b\  467.  488, 

491,  40&  r„  »bl. 
Elfldas  Jofasnnea  978  t 
Eleplmnt,  Oodicht  775. 
EleathprioH.  MnrtyriumdMhl. 

Kironbpinarbciitcn  1121 
Klin»  von  .lorannlom  926. 
Klia»  der  Jnn);ora.  Manch  m 

KiüaLricn  im,  19H. 
Eliw,  Kirclisndiclitar  688. 
KliiiB,  Kkdikos  uu>  Krotn  218. 
Elias.   Mutcupulit   von  Kreta, 

Sclioliool  137.  13«,  144. 
Elias  MoDAcbos,  HoiBilatiker 

176. 
eiios.  l'hiloRoph  432. 
p:tiaR,  drr  hl,  [>ropb«t  176. 
Elias  Spothitrioa  9.^S. 
E1iu»i   äfiGlniolvn.    MOnoh   )D 

Kaliibnoii   195,   19S. 
Klia»,  SjnktfllüH  s.  [leliu  S, 
KlisaoiiB,  VarUbed  407, 
Elision  694. 
KlisBDCos.  Jude  12A. 
Emiiil  1124. 
Embryo,  allegorische  DeuluD); 

des  hhG.  620,  004. 
EmpedoklcB  IW  VÜLV 


BngUad  303  f.,  &lä  (Hai 

talogo  in). 
Eukolpien  a.  Amulette. 
Enkomion.  Begriff  de« 

181. 
EiiDins  699. 
Eaach,  Grflader   im  1 

Btabeo  788. 
t^ntbaBiasten  63. 
EntwickelonK  der  byx. 

ratiir  20,  86  f.* 
KnzykiopadioB  16.  258 
K|).iiniiiondaa  558. 
Kpanii«og*  257,  606,  61 
KpiLTcboa  Antonioa  503, 

MOV 
Kplic«Mi44tf,724;8riiodl 

li.  J.431)  a.  Sjnod«. 
Epboio»  508. 
Eplioioa  Theapbue«  4U 
EphriUn,  Patmroh  von  i 

odiieD,  Pi>leiBUi«r  57.il 
Epiu&in,  OhtoDlat  288,] 

822,  373,  37S,  390  sA 
EphAa].d«rhL496,  705 
Epbymnton  a,  Bafrain.  j 
Epiboles.ZuacbUgavarfat 
Epichannos  601.  J 

Epigramme  240  f..  2*4  (f 

Anm.  3).  278  (u.|,  2S^ 

io.).   441,  414.  448. 

4912,  !>m  f..  543,  544. 

556,    560,   577.  M4. 

711.  712  ff..  721  ff..  72» 

782  ff. 

EpiKmpbik  a.  Insohriflei 
Epiktet  659.  601. 
EpikiueiemuB  103. 
EpinierismoD  500, 
Epipbaniu  iu  Syrien  244, 
Epipbaniosans  Cvpsrn  61 

75.  »6.  128,  129,  130, 

255,  S38.    892,  415. 

619.  875  f.  915.  | 

Epiphnnioa,   Diakon  misI 

tania  73.  I 

Kpipbnnioa,  Putriaich  von] 

52.  58.  i 

EpipbBDioa.    Manch ,    Bl 

^rapb  192  f.*.  42«.  I 
Epipbiuuus,  Mönch.  PoUdI 

94.  1 

EpiphanioB,  I'oUmikar  IJ 
EpiphanioB       (HwopoHl 

I^e^  192.  193,  4» 
Epiphanioe,  Peeudo-  72.  i 
EpiphanioB,  Itiaohof  va 

lymbria  71,  193. 
Epiphanioi),     Vartrautor 

AndroM  Salo«  197. 
Epirotica  394. 
Epinu    394.    1041,    1041 

1071. 
Epiatolographis  n.  Brief« 


Bagiat«r  der  Fe^onsn  Ditd  Sl 


1163 


EudokiiiKHi,  BiogrBphi»dMlil. 

200. 
Eadoiioa  ron  Kpel  206. 
EudoxM  699. 
Bvftytuvör  *.  l'atonkoD. 
EuKm  IV.   Paiwt    llö.    UT, 

1064. 
Eiifi«iiiaiiMi  Mketaa  377,  IMS. 

7SI,  763  f.' 
KugenikoB  Job&unee  1 16,UT*, 

415.  4tHif.',  a08, 
KugFDikoü  Markm,  Metropolit 

von     EuhMOfl,     Poluniksr 

106,  Jll  U-»,  UÄf.'.  117, 

IIB,  IIÖ.  120.  4Ü.>ff*.  6ill- 
Eui;et)io8,  Arction  Bim  PiUemib 

768  f. 
Kngsnio«,    Gogner    des    Ja- 

buinw  Philoponos  .lä. 
EuKonios  der  hl.,    MAitjrür 

171. 
KuKonioi    Nomoplivlsx    176, 

176. 
KugcDiQiS,  I'hitusopli  769. 
KugomuB,  üugvukiiiDei'  913. 
Kagraphua   il.  Ul„    Uftrtyrer 

167. 
KuliBinwisiiias  529. 
KuklidM  476.  ■'•34,  621,  622, 

e2t>. 
Eulogioa,  Patriarch  ran  Ale- 

XHJldTU   60. 

Kiuualbioa  766. 
Eumolpo*  ■.  I'bilo. 
Knoapios    U>.  23ä.  2&»,  2i;i 

(o.i.  33.5. 504, 5yy,ÜlB,  51)7. 
Kiiotlios,  Itagiugrapli  197. 
KuphumiB.  di«  hl.  114.   168, 

1T6.  474.  64S, 
Kupbcniimia  SvUoge  727. 
Kupheuiin«  58ü. 
Euphorioa  M9. 
Kuphrat  &3T. 

Euphrosyn»,  di«  Jdngara  186. 
Eu|ibiica  350. 
Euripides  IS9.  327,  505.  547, 

M9,   554.  .567.  602.    746. 

748  f,  765.  7S3. 
EuBsbioa,  Buchof  vud  EinCHii 

«16,  211. 
KnatfliMM  •    Kirch«  ubiatorikcr 

72,  t2S.  129.  130,  m.  161. 

173,    1«2,    198,  20Ö,  211. 

21S.    245.  247.  2ö9,   291, 

S24.  384.  338,  840  f.,  348, 

S63,   372.  S7S.   404.  405, 

407.  .'^24,  608. 
Kawbios.      rr«ab]ri«r      nnd 

HSocb.  Aakctikar  160. 
Eii««bio8 .     Knbjacliof     von 

TfaCMiiIonikn.  I'ulRinikor  .'i6. 
KuUtbJo»,  Abt  de«  Kloston 

Attaliiifi  I4(!.  147. 
KiutothiuH  vonAnlioohivii206. 
KunlatbioB.  Ckrouiet  24U. 


KuHtjithios.  Dichter  829. 
Eustalbios.  PattiArob  von  Kpel 

152. 
KuBtatbioa,  MUrtyrer  108. 
KuBluthioB  A,  Makrembulites. 
EueUtbioH,  MOticb  51. 52. 56*. 
EusUtbioa,  K betör  4t>3, 
Eust«tbioa    Ruiuanufl,    Jaritit 

009. 
Eustathio«,    Enbisobof    vod 

Tboaealoniko   17,  48,   140, 

156  f.,  173,  204,  212,  ■i'ü. 

414,   455,  469,   473,  476. 

504  f.,    50e,  saß  ff,".  563. 

577.57W.Ü50.  679  f.',  691, 

751. 
Euatratioe,    Uegiunonoa    auf 

dein  AthoB  195. 
KuBtratios.  Presbyter  m  Kpel 

57,  59'.  187. 
Eustratios.     MelropoUt    vou 

Nikaal7.85.Bli,90.480f.*, 

445, 
Euthyiiijo«.  Bruder  des  Tbeo- 

dorus  Studit«a  148. 
Eutliymioa.  der  Georgier  613, 

887  f. 
Euthyinioa,    der  bL  95,   153, 

IMft.  <i77. 
Katliyniina  1,  Patrinroh  von 

Kpel   (Vita  Eatbymii)  130, 

lai.  312  f.,  .524,  078. 
Eutbymioe  II,  Patr.  von  Kpel 

493,  49Ö. 
Eutbymioe,  Bischof  vua  Ma- 

dyta  as,  y9,  lay.  luy. 

Eutbyinios,  Uäiich  ltf5,  198. 
Eutbyiiiios  vuii  fioupalra»  537. 
Eutbyinioa,     Erabieobof    voD 

»urduH  194,  197. 
Euthymtoa  a.  ZigabenoB. 
Eutokioa  021,  624. 
Entropiiis  S35, 
Eiitroiiiiis,  Eanucbe  914. 
Eiitvdins  V»Z  Anm.  1. 
Eiitychna  91». 
Eiityohiiinos,  Biograph  187. 
Kutj-chio9,  PnLrinrch  von  Ale- 

xondrio  3ö^, 
Eutycbios.Pntriarob  vunKpel, 

Püloiiiiker  59,  187. 
EiuuitoB  Dioiiyaius  742. 
Kviuigi'lium.  in  der  byi.  Kunst 

11  lU. 
Exarcbut  944.  1084. 
Exourpta  Barbara  220, 
Excr<i'|itu  de  legatiooibua  ota 

8.  Konst.  Exzerpte. 
Excerpte.  konetanliniscbe  a. 

Konst,  Exzerpte. 
ExPKeee,  der  hl.  Schrift  40  f., 

Charakter  der  byx.  122  ff.' 
Etaohiel.  Tragiker  644. 
Eünriton  (.Tescrwr)  970. 


Fabeln  9.  Aenop  und  UabriOB. 
KaFlinnea  a,  Parteien. 
Faouiidus  von  HexmiaiM  939. 
l'iLlscliung  (Diner  BoJlo)  224. 
l'uliori  Marino  S03.  820  f.* 
Falkeobuch  631  C 
Falkenjui-d  R5Ü  f.,  8C5. 
Fullintruyw  1141. 
FauiilieugeHcluchto  a.  üanea- 

lü^IH. 

FaDiiUeunamen.  bvx.   1135  t 
Fao^    von   Diatelunken    uiid 

Zeiaigen,  Ekpbraae  378, 
FantJDOs.  MSnoh  19ü>. 
Fasteudiat,  Uedicht  llber  die 

7öl. 
Fasti  Siciili  a.  Oaterchronili. 
Faustos    von     Byxant    231. 

236  (o.),  406*. 
Fnvorinus  >.  Phavorinua. 
Folix  111,  Papat  921. 
Fnrrara  i.  Synode  von  K, 
Kouduliamus  s.  Ijclioiisbogrifl 

und  Grosägrundbusitc. 
Feuer,  griecbisobca  030, 
Filelfus  ».  Pbilulpbus. 
FilüCülo  8tl7  f. 
Finlny  1141. 
Fiorio  s.  Pblorioe. 
Fisi'libucli  8.  PaaroloRO». 
Flaviaiiite  von  Aiitioehia  662, 

9*J6. 
Flnvianua,  Patriaioh  von  Kpol 

Ül8. 
FUck  Konrnd  ü<>S. 
Floh,  l.abmdo  auf  den  438. 
Floro    und    Ulauchelloitr    t, 

PhlorioK. 
Flurence  de  Komo  854. 
Floreiix  B.  Synuiiu  vun  Fl. 
Florilegleu    a.  äpniubwuum- 

lungen. 
Florilegieu,  vhriatlicli«  a.  S«- 

tenen. 
Florimont  855. 
Flotte  a.  Mkrtoe. 
Franciacoa,  Dnminiknnc^r  122. 
Prunken  (=  Abomlljliidnri31. 
Frniikenrnidi  lü7S. 
Frankreich    30»,    S12    (Um- 

KatulogoJ,  1079. 
Frauenapiogel  556  f.,  828. 
Fraviltn  914. 
FruJi-yiir  791, 
l'rei^iubtgkcit,   Vortrag    Ober 

474. 
Fremd«.  Leben  in  der  (0«- 

dtcht)  815,  817  f.* 
Fremdwörter     in     der    byi. 

Uiloität  30  f..  1136  f. 
Freundaobaft  in  der  Verban- 
nung 7.5'i. 
Friedrich  I.  Kaiaer  1027, 1034. 
Friedriob  II,  Kaiaor  478,  606, 

612  (u.),  613,  709.  1046. 


1164 


Refl»t«r  dor  PerBonen 


FrühbTiaiitiiiiMh,  Bfftriff  20. 

38. 
f'rilltliiiK.  KnkoRii«!)  Maf  dno 

Als :  Kkphiww  4SI ; <i«dicht 

733. 
Wahlingulied  '^55.^.^7. 
t'rojin  9».  »99  f. 
t'QTHtonspK««)  456  f..  4&7  f.. 

im  f..  4ÜI  r,  MO:  8.  M«li 

St('pliHni(«e  uDd  IdineUte« 
fit) KCl) tili«  V.  Raspe  103. 


OabHlu    Loon    10-11.    IMS, 

IISI. 
O&Wras.araiMi.  Familie  1036. 
GkbraB  497. 
Qmbru  Johannes    102,    176, 

46».  48&. 
G«brM   Uicbn»l   4SI.  482*. 

Oabriol  Rutnnn.   DolggmicMr 

896. 
Gabii«!.  t^rxongd  TS.  92. 166. 
(tkbricl.  Kirohcndiebtcr  ß88. 
Oabri«)  von  U^lilono  8Ö3. 
linbri«!.    Hiachat  von  tVnt«- 

rUe  U:i, 
iel  Studites  677. 
QBdaroa.  ,d«rkl.<BS2Aiim.2. 
Oaffore  im6. 
C«K<lc  990. 
OuanitoD  &4.  GO,  64. 
Güiiias  913  r. 
Galen«  Joluiinee,  Diakon  555, 

M7f, 
QnlennH.  Medixinnr  4SI,  602, 

fil;l,  flu,  1515.  617. 
(inlromyamnoliio    ■.    Kntcen- 

mfliiHckrieg. 
(ialeHJotM  JHS. 
GaloMotrs  Uoor);ios  44  Ij,  449. 
Oandxnk  1147. 
Oart«n.  .Sctiilderuiig  78&  f. 
OasmutiiU  Üil,  8Qh.  838*. 
Qaspu,   Bischof  von  Osmna 

608. 
tliitolurai  80ä. 
tiHUiliiNO  Geoig  492. 
Uaiitior  von  Arru  806.  854. 
Onu.  Klmtoroniiohnl*  von  13, 

r<>G,  18it,  432,  454,  456*. 
GazM   't'heodoToa    121,    1S2, 

290.  865,  429*,  475,  501. 

502  («.),  «03,510,545,548, 

5H1,  COS,  »524. 
Gebet.  Ondidit  Ober  das  441. 
Gebot  dw  Sünden,  Gediobt 

811. 
G^buhrvDvnrxiiichnis  417  (u,). 
Ci^heiinKi^üchiRhto  des  Prokoii 

231  f,  '^ 

Gehet  luwiaBcnnchnftnn  619  t, 

ß27  ff..  (S3I  tt. 
OefUmir  931. 


Unid  i«t  nfttig  n-  v.  w. 

toriacbe  Obung  2SS. 
GemJÜdo,  BeochieabungM 

49tl. 
ONaislM  &  Plethon. 
Oenetlogte  1082  f. 
GMieaioe  Ja«epb.   Hiat« 

258. 2M  f.-.  276.812. 

361.  36i!f..  410. 
Gen«sinB.  Pntrikioo  728. 
Genwiia,  in  dor  Kuiwt  1 
Uennadio«,    Enbiaebof  i 

Bnlgarian.PoldinikM'Tf 
GennÄdioe  von  Kpel  SM 
Gennadioa.  I'atrisrch  v.  ] 

s.  Georgios  Scliolaiios. 
OenUMoalOSSfl.,  1043.1 

1056,  lOM.  1078.  ] 
Oeofftu)'  II  ViltebordouiiH 
Geoffrov    de    Ville-Bard 

a.  Vifleliardouiti.  I 

Geographie   258  f.,  409, 

446  f..  448,  -^61,  II 
Oeomantie  631. 
G«otnetr«fl  Jobannaa  m. 

nte». 

Geometrie  486,  566  f.    - 
Goeponiknr  261  ff.* 
Georg.  Ihen-rkOnig  997. 
Georgidcn  Joliannea  217, 

m-i: 

Geoncier  tund  Georgien)! 

618.  683,  942.  980  f.,  1 

1009.  1119.  1126  f. 
Q«orgillAa    Eromnniitl 

83s  f.  841  f.* 
G<orgi«e  s.  Akropolitn.  I 
Oeorgios.  rnliiuoh  TonI 

xnndrift.  Ilagiogrnph  1 
Georgins  au>  Aololion  8| 
Georgios.  liiacihof  von  Jü 

tris  ISfl.  197.  199.  lll 
Georgioa  a.  Anerutzea. 
Georgias  a.  Anilatt«, 
Georgios  c  Buttus. 
Georgioa,  Cliurtophrlax 
Oeorgios  e.  CheeroMsko 
Georgioa,  HOoeh  tob  Cb 

191. 
Oeoi^o«  Ten  CjrpMV, 

gr«ph  418  . 
Georgioa  von  Cfpom  «. 

gorioa  von  Cypem. 
Q»eigina  Geometre«  625 
Georgios  UrnminAtikoa  ' 
(Sßnrgios     HflgiopolitM 
GoorgioK    Hjunartelos 

Monacbo«. 
Georgioa,  der  bL  (MSrtj 

98.  99.  170.  176,  I*]' 

68B.  744.  777, 
Georgioa,  ErklSror  des 

moMD«>  688. 
Geor^oa  Hioromnemon.  i 

baat  188. 


^^^^^^         It«glflt«r  d«r  P«»«!!««  nad  SadifliL                               1165        ^| 

UM,       OrOnder       dns  1   Ooldhullen  &  Hiillon. 

Gicgorio»,  Genorul  Biwiliaa'  It        ^| 

[an     KMJnitzM     196, 

(lonunitea  Tbomiu  773. 

994.                                             ■ 

Goriun,  arroeo.  Chronint  407. 

Qr«goiuia,  Uagiograph  191,           ^M 

■08 ,      Patriarch      T«n 

Qoft,  Mukhitiir  fti:i, 

Gregoriua.  PftBbyt«r  in  Kaa-         ^M 

ft  1044. 

Guten  230  f..   022  IT.'.  110i3 

sarea  lüO.  199.                           ■ 

K«,    S«iitcuxiiuilicht«r 

(KTiini;ot«ii). 

GregorioB    von   Kappadoklea        ^H 

(«.)■ 

Gottfried  vou  BüuiUun  272. 

^^M 

«»,    H«ir«    JustiniHiB 

Gradenigo,  Podcftta  1U48. 

GregorioB,  Elrchendiditer  688..  ^^^H 

tQniKoi  3. 

GragorioavonKonDth  17.461,  ^^^H 

Ika  146,  188. 

GrammHliciis      Ambrunianua, 

593  f,*.  666.  «79  f.',  735,        ■ 

jbudi,     alteliristljcheB 

AuguatanuM.      Budloinntts. 

^^M 

Uaml)nrg«<Tieis.  Harleianua. 

Gregorios  Mngiatros  727.         ^^^H 

>tadiaft»v«8en  2!ß. 

riu-iBiniis,  HonianuB  do  notis 

Gr«gorio3  e.  Mammos.             ^^^H 

rlit»cl>roJb«r,  hyL.  219. 

vetenim    criÜci«.    Venetus 

Gregorios  ».  MakoDon.                      ^H 

f.*                                  :      577:Gr.Amhros,  (Hieb  597; 

Grogoriüa    ü   ir   fi'iroigöitMt          ^M 

ttnrarka  Kbar  Bytutt  1       ilrammnticua    Aiigustanus. 

a.  Grog.  äotiLariuii.                      ^M 

wT 

Leidensis,    Meormannianus 

Grugünos  von  Nutiunx35, 40,  ^^^m 

Mcbar,    byuuit,    NJeh 

588. 

68,  72.  79.  80.  V^,  Kö,  88.  ^^H 

UwuuNiiucbaft. 

Grammatik  296.  487.  442  f., 

98,94.  129.  133,  lü».  HS,  ^^M 

EtoiMiionini  8S7,  tJ92. 

.149,  &79  ff.«.  720,  758, 

153,    läQ,  168.   16».   171,         V 

»4. 

Grammalik«r.    ins    SUvieche 

204.  211.  216.  217,  341.         J 

t  1124. 

Qbertrauou  äti. 
Grammatiko«  ^  SekroUr  279 

438.  448.  462.   565.  567.  ^^H 

M  tos;. 

619,  718  ir.,  746;  äoholien  ^^H 

td  407. 

Anm.  1.  381. 

lu  Grog.  V.  Na«.  125,  187',  ^^B 

?cae>in«r  Bib. 

Granatos  743  lu.]. 

IBS,   287.  292.  874.  457,          ■ 

IUI. 

Grant  Johannes  I0ä6. 

505. 550, 5iS3. 658  f.*,  661  f.*.         ■ 

Audronikoa  1043: 

GraswB  JohannM  769. 

«79  f..  «97.  73.1.                         ■ 

3S,  «20.  1188. 

GratioD,  Kaiser  81.  1073. 

Urogorion  von  NyaM  40.  57,         ^M 
66,  67,  80,  130,  214,  438,         H 

a. 

üregünticis.  Bischof  v,  Taphar 

titovanni  Dattiiit«  872. 

50. 

456;  SohoItAH  XU  Gr.  v.u.          ^| 

iuii   Qiovanni   lOöß  f. 

Gregor,   der    Erleucbter    89. 

139.                                              ■ 

[ndor  48K.  4S2  (u.). 

4ütt.  4'i7. 

GregorioH.  Onkol  de»  KaJMi»          ^B 

Hieha*]  Dukiw,  Ka- 

Qregur.    Priester,   h'orlaclzer 

BuriLklio«  946.                             ■ 

iMbreibor  212. 

d«B  MatUiiius  von   Edessa 

GrcgorioH  s.  PokuriAnoa.                ^m 

PMtostnitor  777.  778, 

407  (u.j. 

Qrogorioe.  Pr«abyt«r  1S7.               ^M 

Gr^Kura«  Nikepboroa  19,  48. 

QregorioB,  SohUer  doa  Bwi-          ^M 

TaichAniotes  Michael 

101  fl.*,   136.  138.  204  f.". 

liua,  Hagioeraph  194.  197.          H 
Gregorios,  Si^lUer  das    Pia-          ^M 

(•»■). 

104,    105.    tOQ.   108.   121. 

U  890. 

1-^9,    175.    19».   2üS.   205, 

nadea  548.                                    H 

«  B.  Lcxica- 

293  ff.'.  429.  44ti.  4^2.  487. 

Gregorioa  Sinaitaa,  Asketikur          H 

JohuiDea  «.  Olyko«  J. 

488,   549,  S&O,   &bl.  653. 

157  f.*,  175.                                ■ 

Vkhwl  Ö5,  88.  135, 

560.  5S7,  589  r..  623,  781. 

Gregorios  SoIilariiM  437.                 ^M 

813,  322.   306,  871. 

902. 

Gre^orioB  S|iAtbar)oa,  dar  hl.,          ^M 

877.  380  ff.'.  627,  S32. 

Grogorüt  Prosbytor  329. 

Märtyrer  193.  197.                       ■ 

'.'.  905. 

GregorioH.  Exnrcb  von  Afrika 

Orogonoa  «.  StrnnKUlos,                    ^| 

!■,  URgia,  Prinseninsel 

H52. 

Grogorioa  von  Sjräkns  676.           ^M 

Grogorioa .       iüscbof       von 

Gregorioa  Thaumaturgo«  91.          ^M 

Johinnes  und  Justus  '      AgrigoDtuin,   Exeget    124, 

207.  213,  619.                             ■ 

128  L* 

GrcgorioB    der   Theologo   a.          ^^ 

JokaiiiiM.   riitrinreh  '  Gre^orio«     von     Antioohta, 

Orogor  von  Naaiaiu.                    ^M 

Ipv).  Huinilfllikcr  und         PnEriaioh  Iß'if.;  168,34fif. 

Oregorina  der  Qroaae  (o  Jur-    ^^^H 

iinalikiT  174,  175. 29S. 

Gregonoa  s.  Aatiooho«. 

Hort).  Papel  40.  57.  :>9. 60,  ^^M 

481.483.48-1.68»  f.', 

GregorioB.  Enbiaohuf  von  Bal- 

97.100.  111.  128.  129. 14S.  ^^M 

m 

garien  553. 

144,   164.   193,  518,  684.         ■ 

Branneii  1110. 

Gregorios.  Abt  des  Buiguoft- 

790,  943.                                     J 

logion  s.  SpruobsBinm- 

kIo8l«rs  498. 

Gregor  11,  Papat  684.  962.      ^^M 

ID.                                    tJioRoriD«  voD  Cypern.  Polo- 

Gregor  111,  Papel  684.             ^^H 

:»r  644,  601  Anm.  2. 

miker.  Hagiognpb  u.  s.  w. 

Gregur  VII.  Papat  1017.          ^^H 
Gregoriue  IX.  Papat  174.                ■ 
GragoriiiaX.  Papei  111.1053.          ■ 
Qragoriua  tob  Toaia  791.               ^M 

1  Sf*phimo»,  Trilbeiflt 

W,  06.  97.  98  f.'.  204,  447. 

d. 

45.^  476  ff.'.  479  f..  &76. 

■  !>3e. 

Grngorioa    DvkapoUlM    73*. 

.SdiildeninK  oin«tt4  9 1 . 
einamuii56a(u.).  587', 

19S,  Ö7fl. 

Gr«ia,  der  wnUo,  a.  Plooho'          ^M 

Ürogorio*.  Dinkono*  and  Rn- 

^M 

^ 

forondarioa,     Pnncicyrikw 

GrJeGhinch  imabandUDdiaehen          ^M 

Mb,  di«  hl.  187. 

176. 

Mittclnltor  1097  (.:  bei  den          ■ 

1166 


Regelst  er  der  PerBonea  nnd  < 


lAt«inoni,  Oricntiil«!!  und 

Slavon  1136  f. 
QroMKrandbaaid  SSI  f.,  K9t. 

893,  9»S,  1080  f..  10«e. 
OraMkomaMion  1049  ff. 
Qnu^pnüttw  968. 
G»tta-Femt«  &12.  678. 
QtOn«,  mr  im  7&6. 
Gvulni  492. 
Ourathw  da  pHrJH  'i^. 
GniLUiitn«  KU"  dar  Narmancliv 

87«. 
tiuiUMmiut  Apu1i«naiii  27>>. 
ÖniMtrd  H.  Hüb  ort, 
Qnri»,  Mlrtyrvr  in  Ed^SM  130, 
Oytliu».  R«iMnder  411,  424. 
OyiMiriB.  Dfwna  872, 
Gfraidos  785. 
Ojrou,  bei  Konstantin  Porph. 

26&  (u.). 
Qyna  I*  Courlcis  866. 

H»do«ftihrt  R19  f. 

Ufld^s  und  Ijaxnio«.  Klhopoiie 

443  iu.1.  173. 
Hndrinnll.  l'ftptt  683.  974  f. 
tUdrinn  IV.  Papel  8S. 
liadiJanoH.  Krabiachof  von  Bai- 

gnrien,  Polemikor  114. 
Itngja    äapbi»    *.    Sophien- 

kircbe, 
üititiucbmlophoritM  1032. 
ilDgiuolil(<(i  JoliaonM.  Haglo- 

gruph  197. 
UMU^phle  18:  B«d«utiing. 

dlgöneiner  Entwiekelungs- 

Eaag   nod   Cbsrabter  der 
«.   H.  41.  162.  176  ff.", 

179.  181  f.,  184.   IP.S  643; 

ftriaDlsobe        Hneiogrnphie 

im.     iH;     H<<ilig«nlnben 

flk  ücschichtBquellen  2S1. 

312  f 
Hagion  Orns  s.  Athos. 
Hngiopolitna  b.  Oeorgioa. 
]|iigi«polit«9,    mueik.    Werk 

599  r. 
UugiotheodorotM    KonatMiti' 

no9  466.  4T0'. 
Bagiotheodurt'tedMLvlindl.Lo- 

gothetea  ioi<   itiH'iuav  474. 

47:.. 

IlagiatheDdornti>K ,      l.ogolhet 

(wolil    idontiafh    mit   den 

vorigen)  47U,  47.'). 
Unikftr  **'J8. 
Hnkiin,  Cliniifu  999. 
Ilnl.'p  %,  <  holep, 
llnlira  417  (o  ). 
ilnmiirtninH  itts  Beiname  858. 
ilninin  von  Upnliau  220. 
llunilot    und    llnndeliMeogra' 

pbie  4U1.  1CIB7,   IIÖI. 
HAntUcbrifl^niinmmluDgeD   o, 

-Katalog«  &01-&\:>. 


9.  i 

J 


Uiipluch«)!     Micba«!    S 

7äG  IT.*.  80&. 
Harald  Hsrdnude  1001. 
H&ritb  f>35. 
äarmeiiopuluB    Konstant 

Jiiriet  103.  607-,  610. 
Hsrpokrati«n   520,  5SI, 

576. 
Harun -«r-RaMliid  964. 
HauaannaibQofaer    a.    i 

»pbia. 
HebdomoD  1112. 
llobrNor  B.  Juden. 
ilnhrlliiic^bp  Sprache 
llnrrwmrn,   by».   I" 

lloidcnUim.  in  derbvtai 

Mbno  7Mi  T.  48,  889  j 
HoiligoD.  Verse  anf  dl*] 

788.  7M,  75».  j 

tloili^olebens.Uagiogra 
Heinrioh,    Kaiser   von 

1042. 
Heiariub  Tl  KalMr  108) 
Heinrich.  Krebi«pbof  voi 

Devent  t^. 
Beirat.  SohHft  Ober  491 
Bekabe  vor  Troja,  Etho] 

700.  I 

Helena  RIO. 
Helene,  Tochler  d«a  Kh 

Job  anno»  Kaotakurenod 
Helene.  Mutter    Konstal 

doH  (iroiaen  205. 
Holen 0.    Gemahlin    Ko: 

tina  VII  984. 
Helene.  Tochlerdea  Demi 

PataooloBOfl  407. 
Helios  9.  audi  ESfaB.      j 
Uolins  SynkeHoB.'  Dichter 

718.  1 

HeliudotoB,  Alehemiet  6| 
Helioduro».  Grammatiketj 
Heliedoroe  von  Pnwa  4| 
Holiodoros,    RomanAofan 

496.  50.'..  751.  7)13.  81 
Belladikos  Paulos,  Fand 

koT  186.  I 

Htlladioi  566. 
Hellenen    {=   Heiden) 

IITIO;  rniK^gyrikuB  an 

H.  m\. 

Henkor  od«  AtxI  757.J 
HophBestion.  Anlrolog  0) 
HeplinoattoD  (und  Paeiidd 

Metrik«  584.  594  HS.". 
HqiliaeBlos.    Eribischof ' 

BulL-ari«n  768.  ] 

Hemldea,  das  pontiBcbe 

687. 
Uerakleon  215.  J 

HMvklronaa.  Kaiter  95li 
Herakien  bhfi  |Arboit«n  \ 

784 
Herakiea.  KOnig  870. 
V\m«W^vi«a,   [{agiograph 


Begiet«r  der  Psivonen  und  Saobea. 


1167 


596,  €46.  6S3.  710.  711, 

714.   729   (U.J.   7S2.   7S4. 

737.  741  (u-l.  782. 
U«uuinil>uD  1063,  lOGÜ. 
II«xiiplt<r\'iCM  Slephuoa  762. 
licIU{)tL■^Vi^oa  TlModoroe  286. 
Bbtas  694. 

HJcnkoaaphioD  e.  FhI  kenbuch. 
Bier»,  OroKlog«lhBl  311. 
UieniklM.    chrisiliohe   Beor- 

bsituag  eines  Kommentars 

des  U3. 
Hi*r<^lw,  Dialogperson  &30. 
Hicrokl««,    Ooograph  2Ö4, 

417  f.*.  988. 
□iftroklM.    Hippi&triker  263. 
Hiarokntie  S6. 
BicrooiymiM,  dM  grieehiaohe 

66,  214. 
HieroDjnnus.  Kirchenvater  76, 

97.  111.  Sai,  877. 
Uierotbeos,  Alcbeniiat  633. 
U>eroth«os  von  Athen  84. 
Hterethe««.  KI«fttervorst«nd 

1&2.  Iö3. 
HterotLei«  Monachcw  93,  94, 

1«,  6*2. 
Hietathe-M    SAknllaiie«    105. 
HiUrioo  3.m. 
Hilarioo     MCnchnaamo     dea 

fiDdromoa  T.SO. 
Hitnrian,  Abt  von  iiitudiao  l.M. 
HiUniii,  der  bl..  Kircbcnlchrcr 

100.  in. 

tlildirii  'J31 
Ilimcnos.  Ad  mini  200. 
Himorio..  Sopliüt  12,  576. 
Uippialrika  263  f.*.  617. 

MipHron  l<^-  »>l:  *• 
auch  Zirknaparleieii. 

tiippokratea,  Aixt  467. 613  f.. 
617;  Tochter  dta  Bippo- 
knUa  (S^e  von  der)  ~M  f. 

Bippokralea.  TiersRt  263. 

Hlppolrtoa.  Antor  tob  Apo- 
stel vartMchBJSMii  B$i, 

HipMivtM  von  Ron  129, 
der?,  213,  21&. 

Rippolyloa  TheUniia  193. 

ilirmotogioa  6&S  f.  6»^*. 

Hitm«*  69S. 

Ilintorin  da  praliia  BM  f. 

Hof-  und  KirchenlintoT  424  f., 
42«  f,  10S4  f. 

Ilofüeachiditoehreibor  229  f. 

HDlUnd.  tf«  Kataloge  £13. 

Hulubulos  Muiuel.  Diolontar' 
soD  4'J3. 

Holobeltn  Maooel.  DirbUr 
Ue>.  770  fl,*.  7*0. 

Elolübulo«  UauDKia  «äcbe  U. 
UanueL 

Uomer  130.  ISS.  167.  2M), 
266.  2«C.  267.  274.  296, 
901,  437.  443,  4($3,  4»7. 


504. 60&.  526 1 .  527.  S29  IT.. 

638.  Ö41  (u.).   M7  f.,  M'J, 

539,   566,   567.    575.  584, 

589,   602.   722.   780.  743, 

757.   765,   S29.   846,  848, 

86Ö  f. 
Domeriten.    Gesetze  der  59, 

240  (g  99  Anm.  2). 
Bomiletik    s.    ftoredsanikeil. 

geistliche. 
Uomiliansnminhingen,    ano- 

[j^ifniu  176, 
Huiuolo^os.  Diakon  414. 
HuiioniiH.  KHiBi>r  'Jlll. 
IIonüiLUB.  l>a|ifll  'JiiO.  956. 
Ho^r  Karl   1141. 
HomiisdA«.  l>Hpftl  58.  928. 
Homiizd,  PeraurkOnig  943. 
Horolojtion  liöS  f. 
Hugo  i  von  Cypifrii  899, 
IlDgo  Etherianuii  81'. 
Hugo  von  St.  Viktor  187, 
Humnniemua     18.     21,     118. 

276.    304,   454.  482.  501. 

S02  f.'.  643. 
Humhert,    Kardinal    81,  100, 

155,  1004. 
Hundehurh  631. 
Hund.  Enkomion  naf  dm  475. 
Hunnen  1;U.  916  f..  986. 
Uunvad  1064  f. 
ByliJas  Johann««  67.  69. 
Hydatiua  s_  Idatiua. 
Hymaeo.  kirobliche  106,  118, 

ISS.    145.    656,    662    IT.*, 

696  t.;  697. 
BymnuA  tftüt  üofif  IT6. 
Hj-palia  5Ü4. 
Hnklioa.  Neff«  Anaetoai««'! 

Hypst««  >!>{*  7vJl->«c7^r  434, 

U\  447.  474.  481. 
livp^reaehioti.  Ürammattkor 

HnlarideB  567. 

^^oÜMOa  tat  OdysMO  886, 

HTpaalaittea  AUi«n*ui>a  Kon- 

MIMO  311. 
nyTtalcmeo  Tleodoroa  479, 

488  9'.  553.  77«  Ann.  2. 
HyrtakM,  Stailt  486. 
ilysmino  nnil  HyaiainU«  764. 

Ja«d  m/  Kranicke,  SehiU«- 

rang  378 
JB«d    aof    ReMiIhner     Vti 

UMfD.  Hchildentn«  474. 
Jahnk   von   AalMeliia,    Offo- 

kM  200,  368*. 
J>bra«a«Ua,  Oodioh«  aaf  <lio 

737. 
Jakob.  dorApeateJ  199;  apo- 

krrpkaa  MarJralabvi  im 

in,  198. 


Jakub.   Mstropolit   von   Bul- 

KDriun  774. 
Jakob,  DinkoDOS  298. 
Jiikub,  Itiaehof  von  EdoaaM  52. 
Jakob  der  JanKera  194.  197. 
Jakob,  MCarh  192, 
Jakob.    MOnoli   des  Ktostera 

Kokkinobaplios.  Panegr' 

rikor  172. 
Jakob,    MOnoh,    Gegner  des 

fadlos  681. 
JakobiU>n  52.   69.    71.    81, 

405,  761,  9Sfi, 
Juniblichoii,  Krolikor  2^9. 
JomblichiMi.       NrnpUuinikor 

4SU.  442.  567,  ÖOl.  788. 
Jan 08,    Doapot    von    Dyrra- 

Chi  um  785. 
Janua,  KUnig  von  Cypam  900. 
Jaraiuk  950. 
Jaroslavif  Vaevolod  443. 
Jositea  Job,  PoIpmiktT  93. 
Jutroa  Mallhat««.  MOnch  427. 
JatroBophia    615    f..    019*. 

903*. 
Jatrosophist  620. 
Ibankoa  492  (o.  und  n.). 
Ibuiko«.    Votlrauler  de«  Jo- 

bajuiM  I  A>pn  1U35. 
Iba«  ron  Kd^M  919.  988. 
Iberer  n.  Ooorgier. 
Ibn'Chiadai  889. 
Ichnelataa  ■.  Slophanltaa, 
IdathM  SSa 
IdiM.  Goograph  411. 
Idyll  &44. 

.Ican  de  Brtenn«  1044. 
Jean  il'Ibelia  >K»8. 
Jaraulan   510   (BiUiolliek}. 

947,  948.  107),  1061. 
IgnaÜof,  BlaelMf  von  AdU»- 

cMa  91,    146,  lU,  207, 

213. 
Ignali«*.  Palriarcb   von  Afl- 

tioflii«n  101,  104. 
leMti<M,  Diakon««  und  Skeoo- 

phylax  73.  265.  312.  824. 

»1.  354.  716  f.  HH. 
Tgnatio«.  Di«ht*f  718. 
Tjcnalio«,    (Iraninatikar    726, 

727. 
Ignatina  IliaroBOMckM  184. 
IgnatwK.  Ikea*kla>t  68. 
IgaBtion,  PaUiarcb  von  Kpel 

166.    I6K.    196.  812.  510. 

971. 
TgiHti««.  Orllnikr  im  lintoit- 

kloalon  SIS. 
IpatiM  TOM  IfoUtoM  m. 
Igatlioa,  BiaeM  tm  Myn*- 

bia,  IlMiom.li  soft. 
lonraMt  oSar  Pnvatgnunai»- 

tlk«r75«. 
Ifw  K.  981*. 
I(arlia4»6, 


B«giat«r  der  P«rion«o  nsi 


Ikarift  1110. 
lluaU  8.  Kaab. 
IkoDioii  37?.  2d4,  1094. 
lbonuKM|>h>e  777.770. 1116f.* 
IkonakUäten  ■.  BiMoretiinn. 
niu  Utina  609. 
Ula»  9:!0  IT. 
llliutTutionoii    in    CfaroatkeD 

220.  375. 
IlluBlrius  (Rang)  280,  S23. 
Iniliorioa  und  Maigarona  643, 

808  f  * 
iinbüM  309.  406. 
Indion  418  f. 
Indiktion  1Ü07. 
ludiMhM  llcieh.  Sag«  3&,  708. 

851. 
Innucuai  I,  Topst  Olfi. 
Inuocouic  III.  PajHa»3.  1080  f. 
Inuokriitios,  Bisdiof  van  Mit- 

ti>nn«i  5$, 
Insclirifton  729  f.,  1I3S  ff.* 
loBtttutionc«!  6Qi  f. 
lnp«ntici  S.  Cnicla  B.  Auffln- 

dunft. 
loHchiiri.  dnr  hl.  169.  172. 
lodrhim.  Mntropolit  roa  2icb- 

HD»  316. 
lonkim,  Patriuch  vcn    Bnl- 

KRrion  1045. 
loAnnikiw,   MOnch    auf  il«in 

Olympoe  ia4,  198. 

Jousupli  n    Uttilltaill. 

JuBHuph  Uieroiiionnchos  176. 
JotuHHib ,     M&nclunRiD«    dea 

Kaisen  Johann«»  Kactaku- 

MDM  298. 
Job  von  AatJochien  166. 
Job  HamartoloB.  Bx«g«4  186. 
Job  0.  Jasitea. 
Job.  Pronhet  900. 
Jobiofl,  llOncb.  Polemiktr  S6. 
Joca  monachonini  143. 
Jool  365. 

Jobaanan  Uar  9^. 
Johnnnoa  I  'rximiiiktDi,  Kniaoi 

23.  267.  405,  732,  087  ff.', 

1075. 
Johannpa  II  Koninonoii.  Kaiser 

211.  274.279.315,317.46.';. 

4fiß,  47;!.  769,  804.  I02üff." 
Johanne«  IM  Dukaa  ßalatzes, 

KuiHor  von  Nikaoa  287, 316, 

44«.   478,   610,    768.  789. 

lOJSff-'.  1113. 
Jubannea  IV  I^skaria,  Eaiaer 

von  NikftcH  1047  f.',  1052. 
JobanncH  V.  Kniior  IS8,  224. 

4B9,  lOStl  ff.'.  1076. 
JobRnn«a  VI    KantakaxonOH. 

Kaüor   40.    5ü,    101,    102. 

103,  106  f.'.  108,  112,  158, 

16»,  176,294.207  ff.'.  481. 

487,  48S,  10K6  t.' 


2. 


JekanuM   VII ,   liegosl 

fWOO)  1061  f. 
JonannM  VIII,    Kaiaor 

114.    115,  116.    117. 

209,  224.  808,  42S  (o.) 

496,  7S4  f„  1068  £• 
Jobannas  I,  Kaüier  von  1 

lunt  1O50. 
Jobaanoa  11,  Kaiaor  vool 

lunt  286,  1050. 
Jubaun««    IV ,    Kaiaor 

TrapeniDl  1050. 
Jobaiinea  II  Kooiiieaoa  , 

lodnka«,  Deanot  von  I 

845. 
.lohanno«     Aloxandor 

Car  von  Uulgarien  l 
Johann««    Amn  1,    Cae 

Bulgarion  1035. 
Jobann««  Aiwn  II,  Ci 

Ualgari««!  1044  f. 
Joha&nea  V  lad  isla  V,  Bul, 

au  995. 
Johann«».  AmeoiarkBnig 
.luhuiiiics  AngeloB,  Deepfl 

Epirua  1046  \ 

Joh&nnea  DIakonoa  ausA 

Jofaanau  A«^M(w  81.  | 
Ji^annM.  Kabonalbailig« 

AegyptM  189.  1 

Jobanncs  Aktaarioa  268.J 

618.  I 

Joliaanaa    von    Al«sM 

Mediünor  614.  617.    < 
JobnnnM  vom  Alnxandrii 

Mitlvidigo    187.    188,1 

191.  1 

Jobaaaoa  a.  Ana^oateaJ 
Jobannea  von  Antiooliia.  | 

nial  259.  322.  828,  SS 

338.    371,   376.   386, 

560  f.,  845. 
Johann««,  Pa:triaich  voi 

tjoobia ,     Aakviiker 

liö  t.' 
Johann  08.  Patriarch  vi 

tiochia,     MoDopbysit 

«07.  I 

Johnnnts  «,  AruyropDlo^ 
JnliHniios  von  Aninn  401 
JalianncB  Biiptistpii  a.  Jl 

nes  dnr  TüuFcr.  \ 

Johumies  von  Uari  275.i 
Jcihuincs,    Exarch   von  'I 

gttrien  70.  i 

JuhnnnvB  von  Capua  89| 
Johunn^a      von      Cholkl 

Pulriarch  von  Kiicl,  E« 

136. 

JollUUDBa  H.  Cb 

Johann««  a.  Chilao. 
Johann  eaCbn'aoai 

70.  80,  83,  84, 

t3£,    133,    134.    13«,' 


K«giater  dar  P«re<ia«ii  aod  Saobca. 


1169 


J«biuiaM  8.  BacJo«1it«a. 
JabuinM,      Eiäiiovhwf     von 
HcraklM  804,  293. 

JokUM«     UMjrdiMtM     183, 

180. 

JoluBiM«     HieromaMnoti     a. 

Joliaont«  V,  CbiJk«doti. 
Jabaaiic».   t'Blnarcli  vou  Ja- 

riwalGni    i'^.   '1,   IM,  C7ä. 
Joluuin««,    PaliUrcli    vmi  Je- 

rnMlem  \12.  JhIitIi.)  91. 
JokaBBC*.  IkMiokliAt  SS. 
JolianiKii   IuIm  42,   60,  86, 

m.  *2'J.  430,  <44  f.-,  487  f. 
lAwaat»    von    Kocuru    b. 

Jokumea  Uraiiiinntikas. 

Jah«aMs  8.  Knie  k  «3. 

JohauBt*  a.  KameouiM. 
Johann««  a.  KAiubtiUea. 
JoliaiuM«  B,  Kauano«. 
Jtibtiatm  a.  Kaiwe. 
JoImibimm    der    KwpadDkwr 

930  ff. 
JohuiDo«,   äiaehof  tod  Kar- 

pathm,  AakrtJkci  142,  147. 

Jahaanon  n.  Kuiniiiiios. 
Johaiui«ii.  ItitiFliuf  von  Kjtroa 

»3.  «11. 
JvlUBiMa .      Mviropolit      von 

KlaudiupuliB  '31. 
JoIibudw)  KlunBX,    ilakelikw 
äü,   IJS.   143  (.'.    14ä,  158, 
218,  2)7,  tibi. 
Jokannes,  Patnarcli  von  Kpal 

It  717)  67. 
JobuiBue  XI],   Patriaich  von 

Kp«I  S92, 
Jokasaea  a.  Ko«t«iii«tTo«. 
JobwuMa  s.  Kubukltiaiaa. 
JobaBM*  a  Kukuielis. 
Jobaanaa  s.  KyitoriBsiotM- 
J«liaitIi«H  von  kyxikas  (iÜ.  73. 
Jobannaa  LvdM  iSl,  876, 988^ 

424.  426,  307.  344,  620. 
JohaniM«  Lvdoa.  UOnch  367. 
Jobaaiics  B.  liBlalofi. 
Jokkttn  der  Mainikouivr  407. 
Jokaancs   vou   )>fliiu    Mb  um 

£03  (u.). 
JoliuuiM  Hsnropns   a.  Mau- 

ropi». 
JofaaiHM«  a.  Masentioa. 
JokaiinM.  UeUopolit  vonUdi- 

tene  SüS. 
Jobanna«.  Moncb  l«0. 
jatiannvii.    M6Dck.    T«rf.  dea 

Barlaain  ms. 
Johnnn«.  Mönch,  aiigi^blicbvr 
Vcifiuuni   der  Dioplrn  743. 
Jokannea  MonachuH,   U»)odv 

eeiL 

Johuinea    MütiBctiua.    Pane- 
gyriker  17U. 


.I(ihnnn(>s  s.  Moarlios.  i 

Johaniiee,     Uetrapolif     von  , 

Nanpaktoa,   PolemJktir  93, 

47i;. 

Joliniinoi^  Itiachof  von  Nsgran 

5Ö.  : 

Johutnos  NesUmlee  s.  Joh.  d. 

FlLStCT. 

JukunatB ,     Ktubischof     von 

Nikuea  TS. 
Johaniias  a  Nikiotea. 
JobBiinHH  vuD  Nikio  ö2.  321, 

328,  403  f." 
Johann««    von    Nikoai«di«u. 

Hagiograpb  206. 
Jobann««  von  Otraato  769. 
Jobannaa  I.  Pa|ial  5$,  929. 
Jobannaa   VIII.     fapat    971, 

«75. 
Jobann«»  XXI.  Pnpat  97. 
Jobann«  XXII.  Pap«!  819. 
Jobanut-B    PalnkioB,    äcbOlcr 

des  pAelluH  44». 
JohaanM  a.  PudiAfiimoa. 
JobaniioB  a  Pvttiaiw. 
Jobanii«a  a.  Pbiloponoa. 
JobatuiM  a.  Phurna«. 
JobonnM,     .PiMbrtnrkOnig' 

;js. 

Jobnnn««  Prolonpatbarioa  553. 

537,  53Ö'. 
JobannoB  a.  Paicbaitea. 
JohuinuH ,      Voratehor      dea 

Klostora  tUltbu  143.  144. 
JobuD«  Bbetor  (=  MaUlos) 

388,  aäs. 
Johanne« ,     Uetropolil     von 

Rhodos  196. 
Joliannaa.  MOnob  von  lUiodoa 

11,  199.  323. 
Johaoaas,     MatropolH     von 

Rnssland  61.  82. 
Johannes.  Mönch  des  Snbbaa. 

klostors  i.  Johaimog  Ilea^. 

chosles. 
Jsbnnues.  Biacbof  von  Sacden 

199. 
Jobannea  Sclioluslikoa.  Patri- 

anfa  von  SpeJ  53. 
Jobannvs    Senolastikaa    voo 

SbytkopoUa  56. 
Jobaanas,   SokQler  d«8   Bar- 

aanupfaioa  AS.  14&, 
Jobwa«s  Sootua  Eiisena  37, 

63,  137,  »0. 
Jobanttaa  8ihtli«t«s  333  f.. 

357.  SSd  ff.*;  •.  anch  Doxo- 

paUaa  Jobannaa. 
Jonaan««,  Abt  auf  dem  Siaai, 

AskeUker  I6<J. 
JobaanM  Silentlanua  a.  Job. 

Ueajohastcti. 
Jubunnea  b.  SkylitM«. 
JuhHuut«  von  äkj'tbopolia  33. 

5ii',  ll{". 


JoliMinea  e.  Staurakioa. 
Johana««  a.  SlobaooB. 
Johann««    d«r   lUafer    139, 

149.    151,    1«5,    161}.   170, 

13-^.  472,  Ä50. 
Johanne«,  Patliarcb  d«r  Tb«o- 

doaiaaer  5S,  54. 
Jobannoa,     Enbiaobof     von 

Tbosaaloniko,    Hagiognpk 

192. 
Jobonnes.  Bifchor  von  Traai 

Sl. 
Johann«»   Urosh,   KDnt  Stt- 

bi«aB  3l>0. 
Johaanea  a.  Xipbiliao«. 
Jobaanm  a.  Zoiura«. 
Joaab  909. 

Jonaa.  Ver««  llbor  764. 
Joaia,  DurhtltiJ  603. 
JoaapliHt    l'icsbyter,    Uagio- 

Kni|>h  1Ü@ 
Joinphat    B     Bartaam    und 

ioasAph. 
JoaepbDB  von  Aeg:yptMI,  0«- 

diahl  über  h22. 
.TosephuH  B.  Brj'eDnioa. 
Juaephu«  de  In  Bolla  497. 
JoBepboB    FlaviuB    3!<.    221, 

239,   292,   372,   527.   5*2. 

587.  603.  909.* 
.InnpplioB  von  GroUa  t'emU 

67S. 
Joaepboa  IIi«rt>diakonoa,  Ho- 
miletik nr  1T6. 
Jcisiipbo«.    der    Iljrmnoenpli 

US.  11)4.  197.  480.67«  f.', 

679. 
JaBepb»«  a.  KalothetM. 
JuaephoH,   P&lrimvh  von  Kpel 

93,  117.  209. 
Joacphoa,    Biaobof   von   Uo- 

Ibone.  Polooiiker  114,  113, 

116,  118  (.• 
.lusi>pbo8  s.  Pbilagr««. 
.lostiphoB.  der  PhiloiHipli  481, 

482,  497  tu.),  349,  332. 
Joaaphoa  Studitni  677*,  686, 


L 


n«ari)vnf]i  iln  klas  JtlUrlonwirtBniHhirft  IX.     I.  AhUa,   9.  JinA. 


JourphoB.Krzbiacfaof  voulliM- 

■nlonikc  l(i7. 
.luaouhuB.  MOncb  in  Thcaaalo- 

niko  120. 
JoBua  Sl}Iitm  SSß*.  404. 924. 
Iphi||;enie  477. 
Ipumedun  S34. 
Iren,    ilirn    gcrieohiscben  Sta- 

ilieo  32. 
Ireaaeos,  Cbroniht  400. 
lr«na«o«.    Bi»rba(  von   Lvoo 

129,  146.  207.  213. 
lr«ne,   Kaiafrin  99.  964   f.*. 

1074. 
Ir*n«.  (iamablin  du*  KaÜMra 

AUxio«   I   Komnenoa  272, 

3lh,  317,463.  476  (■>).  744. 


I  reine,  tiemohtin  Andronikoa' 

tl  483.  hbS. 
treue,  Gemahlin  deftSebaato- 

linl«rAndronikMi376.  ToS. 
Iren«  a.  Chunmoa. 
Iren«,  die  b).  184. 
Tr«n«,  Gemahlin  d««.lnhniin«is 

KnnineooB  764.  T$4  (n.), 
Irono,  Kirche  ^er  hl.  1118. 
Ir«n«,  Kloetervoratoherin  194, 

197. 
Iren«  TinskriTiHiii  Pdaeologinn, 

Kniaerin  31». 
Irene,  Oomulilin  dea  Ifunuel 

Koinnuomi  &Se.  öS9. 
Iren«,  TochtOT  il«r  Kaieeriu 

Thoodo»  19.  Jahrb.)  «16. 
Iren  i  kos  GeorgtM  46&. 
Irenilios   NtkoUos.    Charto- 

pfaflAx  768 
Iniuik  I  KoninenoR.  KiiiHer484. 

489.  100.%  f.*,  I07Ö 
ISMk  If  ADgelo*,  Kaiwr  93. 

2&I,  2B6  (u.),   469.  472  f.. 

474.  .S89,  1032  ff.' 
Inoak  ».  Ariiyroa. 
Imak  anii  (tranannneniefl  81. 

89. 
liinak  KßinnuDOSs  Komnenoe. 
luak  KMisUnlinoa,  Asket  iker 

160- 
Iftuk.  Metrikvr  :t96  r. 
IsMÜt  P<>r|ibyro8«nnetm&Sßr. 
Isuk    d*^   äjrrer,   Asketik«^ 

100.  M.\ 
IsRak.  MOnch  in  ThesMlonike 

10.V 

leanrier  13  f..  960  ff. 
Ises.  Proloatrator  1044. 
Isideros,  I'ntrisroh  von  AnUo- 

chien  101. 
Isidoro«.  Diakon  h97. 
UidoroH  Bieroinauaehoe  llö, 

117. 
Tndoros.  Patriarch  von  Ru«) 

101.  103.  106. 
Iiidaroa,  MÄrtj-rer  176. 
InidoroA  nun  Milct  fISI. 
Isidormi    von    PeliiRon    141. 
laidoroii,  KrxhUchorvonTh«»- 

ealonike  17-'>,  176. 
Tsidoraa  von  Suvilta  144. 
Iniriorus  Thoeaalou.  Cardinal. 

RImt.  311  f.  1066. 
latnni,    Polemik    gegen    den 

49  f ',  51,  OB.  71.  78.  79. 

81.  83.  es,  106.  111  r. 

ISO. 

Iflaod  422. 

Isokratea  45b.  V>7.  46B,  480, 

491.    523   (u.),    667,    602. 

808. 

ib»  342  («.).  7a9.- 
Itp«ricb  fitö. 


TUlicua  699. 
lUlikoa  Michael  « 
Italien.  Besieh iinittfti 

un&4.  3U.<.  bM1,\ 

Kataloge).  613  f.*. 

7fi8   ff.,    1071    ff.', 

1094,  1115:  Urkiii 

llnlioo  IS»  r, 
Itinonrian  410,  418  f.' 
Jaden  S»,  1077.  1099, 

Apologetik   gegen 

&0  t:  Sahriften  kbm 

66.  66.  71.  72.  91.  Sa 

IIO.I^.  I.'ll,ie8. 191 
Juliann.  die  lil„  199.  J 
Jnliauoft.  Kaider  12.  7 

46t,  470  IUeceiist«D 

Rthopmie),  6^,  667, 

I0S9. 
Jnllanoe  ans  Aegypten 
Jullanoa,    Bie<-ho7  von 

kaniwuioslil,  !<2  f. 
Julianon,  Mailyrinm  dl 
Jolitta.  die  hl ,  MSrtjri 

I&7.  ] 

Jnliue  1,  Pnpet  91.       ] 
Jnliua    SextuB    Afriend 

Sexliia  Juliiu  Afric. l 
Jungfrau,  die  hl.,  h.  M| 
Jnnilioa  128. 
Jurimirudeui  s.  Rcohtn 

»cnaft 
Jastin  I.  Kaiaer  m.  t 
Jnntin   II.   Kaiser    146| 

941  f.*.  1074.  1 

Jnatininn,  Kniner  I,  5 

88.  47.  S1,.S7  f*. 

12^.  145,  -iSO  ff.,  23' 

£01.  606.63S.eeS, 

1078  (.' 
Justinian  l(  9S4,  956 
Jualiuoe.  Chrontat  400. 
■lualiiius  Martrr  40,  81 

107,    129.   207,    20(lJ 

883.  87i. 
Jualus  von  Tibeoia»  S 
Ivnc  995 

iTanko«  H.  IhankM, 
IwHn,    der    KanfmuB 

H08. 

KahaUropulos  485. 
Kabiwilas    DcnietiioSi 


uraph  481. 
^aua 


Eaiiasüaa  tieorgioa  78S 

Kabaatlaa,  fifynt  '<eu 
483, 

Kabasilan  Noilos,  Meli 
von  Tbemwlonik», 
mikorlOI.IQH,  107, 1 
116,  15«.  1.59. 

Kabniilla«  Nikotnoa,  Myi 
]01,105.1ti9,  I10.1H 
162.  158  f.*.  204,4: 


fioRiator  der  Person  an  und  SAchan. 


1171 


KmIIuIos  8.  XantlH^oa. 
KBllill>«a  u.  Aii»taiid«r. 
KaluolMlos  AI«xiM  102. 
Kal<«  am  Ttnolo«  968. 
K«lojaa,    Cw    ii«r    Balg«r«n 

nah  t.   IU4I   f. 
KalaMlros.  Cm-  dar  Balgarwi 

MW». 
Kalorii««  .'krakarioa  71H,  720. 
KalMTiuA  AntiinioB  SOh. 
KlüotW««,  Kunilj<>   lO,*^. 
KalotiMiM  Joiwpb.  lIcHj-cboat 

105. 
Saluptic«  NikophoiDH  1025. 
KanaiMtea  Matlhacoa,  Pole- 
miker nod  Bliel«r  121.  132. 

4&1  f.,  49S.  60S,  «7a 
Katiut«ropuI«a  U3, 
Ksniatenn  Aridraiiikoa,  Pol«- 

■tker  7«.  «U*.  »7.  472. 
Kamalcvoa  Baullios,  l'atriiircli 

ran  K|>«l  472.  474. 
KBinat«rM.  Eparcli  .^29. 
KMMlcroa,  Famlli«  d«r  b^tS. 
KauMlaro«  Qreeor  74Ö.  759. 
Kanalcfos  Johannes.  Aatrn- 

Bom  627.  760  f.* 
KatnatMO«    JoliAnnea,  Patri- 

iirch  von  Kp«),    Polemiker 

92  f.,  »«7.  470,  474. 
Kanialaio*  Petranaa  90^. 
Kaneniates    Johunne»    262, 

266  f.*.  301.  415.  4^8,  485. 

Kamjlzrn  JuliitiuiM.  Gooeral 

1044. 
Knm.vUf'a  Koiistuutiii  755, 
KnoabaUca    JuIiüiiikth    'i6I * , 

63». 
Kauanoa  Juhaiiiied  300  t. 
K&nanoH  Luskaris  4'J2, 
K&nilaule«  iiod  (!vkk«  4Ti. 
K«ni<lio«.iler1il  ,MArtyrerl71. 
Knri'lfioi:  ini   cnü  478. 
Kanon  der  hl.  Sehn»  123  f., 

126. 
Kanonea(incl«rKirphi^npoeKia) 

95,     172,    ß?.ß.    ß73  fr.'. 

6».^  f.*,  687:   im  Kiretien- 

raeht  607,  611  t 
KannDtatiaehe    Schriften    87, 

U9.  218.  «07  f..  All  f, 
K  antakujsenoa  JohannMjOrau  • 

•hmoBliko»  481.  4»8,  776. 
Kuntiiknienos    Johannes    VI 

H.  Johniitie«. 
Kanlakttsciniis  Joliannen,  (!•- 

neral  unter  l»Rflk  II  inSII 
Kflnlnkaaeiins    Matlliaoos    a. 

Matlhacoa, 
KanlakuxenoB  Michael  506. 
Kapilaraalu  K^e, 
Kapitän  3XV 
Kapnn  Johannen,  Dof-inatiker 

111. 


Kappadohea     Geergloa    nnd 

Theaohariatoe  316. 
Kaj<|iH'iukien  828. 
KapuHdukjer,  die  BS,  96,  107, 

134,  173. 
Karanteno«  Kunalantin  1001. 
Karbeas.  Of&zier  OTO. 
Ksrien  327. 
Karinoo.  Aaket  734. 
KiiQiirot  ^.  Krebaveree. 
Karin  f}\ti. 

Karl  von  Anjou   10.^2  I. 
Karl   der   Qroas«   5.  9,    24. 

965  f.,  107«,  1139. 
Karl  Jcr  Snhflno  hhS,  1091. 
Knrpathinii   i.   Johnnnct*.    I(i- 

H-huf  voll  Kutpiitlicia. 
Karlen,    pcuitrnphische    411, 

4lii  f.-,   lIilV. 
Kiirlhagu  M^ 
KHryk<^a  DuravtriiM  4J7. 
Karyk««  Tlii^iijibiiiit>a  109;!. 
Kar^nuhjlk-H  UutUiaeua.  Kn- 

hiaelief  von  ikonion  110. 
Karyalo»  1082, 
Kaxandrenoa  Alesios  488. 
Koaia,   Dirhierin    677,    679, 

70S,  71.',  f.« 

Kaüilon  Kliiiidioa  577. 
Kafimatia  Tetroa  BSS. 
Kaskia  ■    Kaaia. 
Kaaainn  lUO.  143.  144. 
Kanaiane  ■    Kaaia. 
Kn.Hliimon  754, 
Kuslumunilf»  Johnnnca  474. 
Knatur.   pHuudo.   von  Khodoa 

4r,l. 
Kadturia  47'^  (u,), 
Kaolra,  allt-gorische  857  ff. 
Eaiittunus  Demutrioa  £03, 
Kasiron  411  (u.). 
Kainkolon,  G«nenil  739, 1005. 
Katakylaa    Leon ,    Maiciatro« 

728. 
Katalanen   10-')'^,   1082. 
Kataluge  von  Kaianrn,  Patri- 

ortlicn  u  «.  w.  292,  391  If. 
Kuliiphrjgior  72. 
Kutuphj'gii>t«a  Kalliatoa.  My- 

.tiltL-r  U2,  IßU*. 
KnLastorbacher.byxauU  10^6  f. 
Kat«ohM«n  92,  148. 
Kaleohumrnat  168 
Katenen4l'.  63,  124,  125  r.. 

127,    128.    130.   132.  135. 

1«4.  ISP.  'i«(i  ff.- 
Knior  und  Maus.  Gedicht  ^4. 
Katipboroa  Anlonioi  522. 
Kalomyomaohie    a     KaUen- 

inAiini>kiipg, 
Kiiloiikoi>  i'auloa  476. 

Kutranca  JulinnDOli  760  f. 
Katzuomluackrieg  751   t. 
Kattun  pfstction      (Amnlelte) 

«20. 


Kankodanoa  Theodor  401. 
Knulona   .\nlonioB.  Palrinroh 

vonKpollöC.  197.  199.204. 
Kavailh.  l'oraerkOnlg  VM  .9»5. 
Kedtunoa  Qooqtioa  221.  £49. 

■^'J-.  322.  829.  386.  849. 

354.  863.  887,  868  f.*.  373. 

377,  883.  888.  724. 
Keltukeitus  1107. 
KekaumeDus  260,  1086. 
Kekaumenua  Uastlioa  741  (it). 
KekoohtoineDOB  485. 
KiMot  SS6  (0-), 
KeUnK  1027. 
Kvnliiripinfia    I.eoii ,     Hagio- 

Rraph   100.  199. 
Kaoa  4(1!>. 
Kaphaina     Konatantinos     If!. 

264,  723,  727  f.'.  729. 
Knpliallonia  1471,  1082,  1110. 
Koramnua  liregorioa,    Johan- 
nes. Nikcphorua.  PhJlippoa 

172. 
Kuramoua   Tliuophsiiea,   Urt- 

biacliuf  von  Ituimano,  Uomi- 

letiker  172  f.'.  203. 
Kvriutbaa,  Uaietiker  207. 
Kerkyra  a.  Kurfa. 
Kertecb  1119,  1123. 
Kerulflrioa  Michael.  Patriarch 

von  Kpel  fiS.  80.  Sl'.  82, 

434,  488.  448.  444'.  787. 

1003  f„  1006. 
Keryko«    Her  hl.,  Mirtyror 

170,  187,  7S3. 

KiiftiXniB  yr<a/iixä  203. 

yruiaiixil,  SiaXoyiMi  63,81, 

104.   141.    147.    |.'>2.   158, 

)5S,  1*7.  160. 
Kibrraiateo  957. 
Kilik-Arslan  1017  f. 
Kili^.ArHlan  11   1027. 
Kiiiuainua    Johanne«    3.    16. 

22«,  279  ff',  282,  288,  287, 

455 
Kirakcii  von  Gantxae  407. 
Kirche,  in  der  b>-x.  Kunst  1116. 
Kii'clinnUinlor  ■.  Uor&mtar. 
Kirch  cniiiisun^.     gregoriant* 

■chor  684. 
Kirchpii(!Mchiphle  14,2455.*. 

291  fr*.  389,  401.  402.  558, 

I08I  f ,  1087  ff.' 
Kirohiiujaiir    iu   der   griechi- 

iichrn  Kirche   163 
Kirchenuui'sio  292,  374.  540. 

.-.60.  658  ff.*,  714,721.741. 
Kirchenreclit    374.   607  ff*, 

1088  f. 
Ktfchenapraclia     «.     Sohrift' 

aprncho. 
KirebenlrvnnuDft  s.  Sohisnia. 
KirebenvenciohtiiaM   a.    Nn 

titiae  opiacopaiunm, 

•w. 


.^—i 


B«glet«r  der  Peraonra 


KlftMielsinusr  Atliiisteo,  Ho- 
Disnisinui,  Scbrirtapncli«. 

Kleiner)lciMcli.E'lciiKraae37S. 

KIwnkuDst  1122  rf. 

KUm«!!«  «.  Cl«B)ani. 

KUodemo«,  DiKlospenon  544. 

Kl«ol«M  4i&. 

KIcomodM  5&fl. 

KUniiuc  a.  JohiuinüH. 

Klimoxvene  s.  Lcitorvvne. 

Klietheno*  107. 

KlilobuH.  Klitoiifaon  801  tt. 

KIOst«r.  kluiiittslaUscbo  139. 
180. 

KJjJat«r  fluf  dem  Üetgo  tMUm 

K10«t«r  de»  Iil.  MdleUos  174. 
KloaUr  nuf  Anilms  511. 

—  Vit  d»r  Insel  des  Anti- 
ganuH  472. 

—  lu  Art-H  81B.  817. 

—  d««  AlUtiat«s  31."), 

—  AUuliiio  in  Ankyra  146. 
-   DiiruntiHnv  lAlJioa)  514. 

i^(  llärev  Iva,  147. 

rot'    ili>iil;'n[>ai*.    äuf   der 

—  twy   Bi'Znrfimr   IGS.   1G7, 

—  in  Ilyliie  |b«i  Art«)  Ml, 

—  Daphni  bei  Atlien  809, 
1114.  1122. 

—  du*  hl.  Dam«trio8  in  Kp*l 
816.  »lg. 

—  dHH  lil.  DnmvtiloB  in  lli«»- 
Mliun  .'ill. 

—  den  bl.  l)ionyiiioi>  (AthM] 
*U. 

—  lijt  KvifyiiiJof  153.  188. 

■  '  des  bl.  EutbyinioB  in  l**»- 
stina  185. 

—  auf  dam  Berse  Oanoa  485, 
498. 

—  GroHft  FomU  s.  Groll«  F. 

—  roJi-  V;Si;pttn'  316- 

—  d(w  JobRnnoaProdromos  ta 
Kpel  741}.  771.  IUI. 

—  uoH  hl.  JoboiinoB  auf  Pat- 
moa  815.  317.  420,  AlO 
(Bibliuthuk).  514.  1098. 

—  d(«lil.  JahHDDeabci  Senai 
120,  310,  318.  511. 

—  luv   KaiXiai^iair  )S3. 

—  t^t  Ktgt^ituifiirfit  274. 
315.  317. 

—  tär  KXr/fiiiJair  381. 

—  Kosmidioii  l^lä. 

—  Kf^iuiiinaii  589. 

—  Uura  lAUiu»)  315,  &U  f. 

—  roi!.lii^<.iru;([.C9boi))3l8. 

—  LemboH  bei  Siiiji'na  1113, 
■-  des  hl.  Lukas  in  Phokia 

1093.  1114. 

—  luif  Mtiyyiiriur  168,  298, 

741,  771. 


Kloatar  des    hl.    Mi 
Kpol  152.  Sie.  317,; 

—  dar  hl.  Marina  15: 

31«,  Sie 

—  loii    .Vtjrvln   Uytf' 
Sigriaaet  342.  723,  3 

—  rofi  AhytHov  S^tj}ii!& 

—  t^(    Unafiofiipiiilt 
Met«ura  300. 

—  des  EraeDKels  Miobi 
d«r  loael  Os«ia)  Sl« 

~    Nea  Moni  aut  Cbiod 

—  Ken-Zion  (Cyp<m)  I 

—  des  hi.  Nikolaus  rd 
Bol«  SIC,  318.  .:>09.  I 

I  —  Pnnagia  ton  Baliikli 

—  dMfal.rnnt^leamontJ 
51.5.  I 

120.  315,  317.  7R4, 

—  i^{  HififlfatPii  63J 

—  ri;,-  t/irfirforiiioaiK 
»17,  511.  j 

—  ir;:  itirni  153.      I 

—  J«s    bl.     l'bilothttoi 
Athen  UU.  ] 

—  Raithu  auf  der  Süd 
ineel  143.  155.         1 

—  das  bl,  Sabbue  bei  i 
»alem  139,    I4&.  15 
194.  198,  814.  SIC, 

-~  Sabbaakloatar  in 
129, 

—  SiKTiMe  a.  tei  (i. 
'Jygoi. 

—  auf  dnm  Sinai  14i 
168,  510  IHibtiuÜMk: 

—  Stadion  (in  Kp«l) 
itinn. 

—  Tuil'    ZtwUftKlt^WI' 

—  UM)  ifiXai-iQoi^tov  2'(M 

818.  1 

~  dea  bl.  Tbvudoros  aa 

thora  402.  j 

~  duH  til.  Tlicodosios  j 

—  des  lil.  1'b«ugnios  ij 
•   tni<    XnQaiariiaii  49q 

—  11^  ru'pn;  (beule  K( 
Diamij295.55l,5.-,;i;78i 

—  !Leropcilamu(Albos)5[ 
Kloet»rreKelii    141;    da« 

Sabbas  142.  817;  de«, 
dionhlual^rB  143;  desj 
liatee^'Or.:  dca  »Mid 
28S:  des  Kaisers  Job 
Pdjieologus  819;  des  1 
mvdcs  446;  veischja 
314  IT ;  siehe  auch  dlj 
mIimii  Kloster,  J 

KodincM  Ovorgioa  422  1| 
Kudmlos  der  hl ,  voD  Kd 


B«gMar  dar  ParaonBii  und  Saahes. 


Rnm  Denan  Utchaol,  Prinz 
1135 

Ktimnenoa  Slephojios,  tirom- 
druii^ür  764. 

Kompun.  Adtkiotrs  4flT. 

Konkubiuul  (>ll. 

Soncin.  Enbisvhof  von  Apft- 
mea  924. 

KoDon,  Gegner  iI«b  Jobaones 
PbilojioRos  !>9. 

Kanon,  AI}-thagrA|>h  523  (o.). 

KoosUns.  Kaispr  9-M  ff. 

KonntsnUna.  Schlacht  hMS43. 

KoDkUotinischc  KxxoTpteSB)), 
■J43.  ■^*9.  258  ff.»,  329.  330. 
SÜ.^.  S.i8,  506.  566  f- 

KuMlaolinopol  2  f.,  8,  303. 
7»3,  913  ff.:  AUdcmJe  in 
IS,  16,  Vi.  073;  .Schriften 
Ober  di«  KrobiTungen  von 
Sil  f.  1076.  11)77.  10«1: 
Uedichl«,  Monodion  u.  b.  w. 
Ob«r  don  Fall  von  I14ö3| 
Sil.  386/..  ms.  496.  498, 
8S9  IT*;  EiiHBlw^rkc  in 
1114 :  TupoRraphio  von 
428  IT.",  1111  f.*;  Biblio- 
tbekan  fn  511. 

KoDflUntiDOS  dw  liroHae  2. 
5  f.,  161,  180.  20>S.  G2R. 
724.  1070.  1073«.  1139. 

h'onotantino»  11  951. 

Konfitntilinca  IV  l'q>);annlos. 
KniMT  954  e. 

KonsUnUnoa  V  KopronymuB 
66.  «7.  71.  7:^.  968  f.* 

KoBHlnctiiiM  VI  14»<:.  9G4. 

KoDdtanlinoa  VII  PorphyrO' 
nttn«tos7.  16.18.  30.  138. 
T69.«00.239.252ff,*.204f„ 
342,  S44.  34T,  410,  41». 
419.  425.  4T8.  ÖU,  636, 
«38.  flSl,  077.  723  f.,  792, 
88Ä.  978  IT.* 

Konirtantino«  VII I .  Kaiser  258. 
6S6.  991  ff..  988'- 

Konirtmitimis  IX  .Monomachos. 
KaiMT    liMi     J',f7.  4Jä.  liijtj, 

ci'ju,  ;:>:.  ;u.  loo-i  ff.* 

KotutantinoH  X  Dukoe,  Kaiser 

155.  4»4.  lUOÜ  ff.* 
Konstiuitino«    XI    (IX)    Ora- 

^ä-tt».  Kaiser  12».  122.:108. 

VJl.  82!>.  lOiV.  ff*.  112-1, 
Kiiontantinos  %.  Akropolitcs, 
KonatantinoH  a.  CbrjrBomnloB 
KoaslanlinoB  Diogenes  909  f. 
Kon«tnntinoa     Diogenes. 

Pepndo-  1017. 
Knnatantino».        Rpigrainmu- 

liknr  376  (o.), 
Konntantinos,   Vater  des  L)e- 

nonios  264. 
Konatantinoa      o.     UaitnenO' 

pul  OB. 


Kon  Klaut  inon  HiernmonncJios 

105. 
KonsInntinoB  der  Jude,  MOnch 

196. 
KonKlnulinua  s.  Kepbolas. 
Kons  Uli  tin  OS  s.  MAnaases. 
Kotuluntinus   s.  MrliluniotM. 
Koutanlmo«.  Sühn  des   Kai- 
ser« Michael  Dukas  1S3. 
Konstant inos .     Biiebof    von 

Nakolia  07.  9i)2. 
KonstMitinos   von   Nikaca. 

Philosoph  474. 
Konatantinoa  s.  Palneokappa. 
Krinatantinas         Palfl^otoK'^«, 

Donpot  10113  ff. 
Konstnntinos  I.  Papst  <>7. 
Konatnntinoa  uns  Khegion  614. 
Konalantinos,      der     Rbodicr 

723  ff.*,  727. 
KonatnntinoB.    Sebaetoktutor. 

Bruder  des  Kaiaers  laaak 

Aiigelos  472. 
KonslaDtino«.  der  Siiitier  439. 

594.  718.  723*. 
Konstaiitinos.Solinßoinano»'! 

982  f. 
Konatantinoa  s.  Tarsites. 
Konsul ar fasten  H:^8 
Kontakion  S93.  (iÖ5  f.' 
Kontinnos  fiabriol  852. 
Konlolcon  CbrisInnboros.SSI. 
Kontoslephanos  Alexiog  UM. 
Konlosleplmnoa     Andranikoa 

1024.  1027.  10:10, 
Küuf  oBtt'phanoB.Iohnnnes  755. 
Koniil  B.  Synode. 
Kopl<-n  951.  1128. 
Korais  Adamantioa  477. 
Koran  18. 
Kordyle  825 
Korfu    224.    307.    381.  843, 

1071,  1110. 
Korintb  496.  1025. 
Koronneoi  Jabnnnea  842  f. 
Korunis  .Xeno»  600. 
Korrespondenten,  der  Sultane 

19, 
Kuryditlluua  Tbcophiloa  432, 

453. 
KosniHM.  AlcliATnisl  638. 
Kosinas     Attihos,     Patriarch 

von  Kpol  80.  1016  Anm 
Kosmaa    von  j«rassleni    13, 

68.  87.  292.  674  ff.»,  679  f  • 
Koamas  IndikoplnasloaSS.  51, 

53.    123,    124.    128-.    206, 

213.  392.  412  ff.'.  R32. 
Koamaa,  der  hl.,  Mnrtyrw  96, 

167.  168.  UVO,  711- 
KosmoH.  Hischor  von  Majuma 

s.  Koamaq   vun   JuruBnlom. 
Kosinas  Soliolaatikon.   Mönch 

in  Aloxandrion  191. 
KoBinas.  qizilian.   Mlinch  6S. 


Koaiiifin  B.  Tiinl^rlukioB. 

KosHiiis  Vtfsülor.  PuueicvrikL-r 
169, 

Koamos  309. 

Kmnvo.  Schlacht  bef  SM  f» 
1061. 

KoHln  ihn  Luha  2i;2 

KoalometroK  ,t  oh  Annes.  Metro- 
iiulit  von  Chalkedon.  As- 
Utikcr  100. 

Kot«rLeoa  KonHtnntin  526,  .^29. 
530. 

Kotyacion  924. 

Kriti«.   Oodicht  an  die  439. 

Kratc»,  K^nikdr  647. 

Krebsv^ree  721,  7*4. 

Kreta  420,  400,  780.  T94, 
817.  M21,  840,  842.  870  ff., 
909.  967'.  984*.  1071. 

Krriu .  Kednn  auf  das  hl, 
164.  175, 

Kreuatüßo    31,    1016    ff.*, 
1081   f. 

KriegBwiniwnnchnrt  258*.  268, 
2ü!i.  439.  635  ff.»,  822;  a. 
auch  HeerwuHcn. 

Ktitias  4^9. 

Kritobiilunuus  Imbros.  Biatu- 
(iker  228.  .Süfl  ff.' 

Kritobiilos  Midia«!  811. 

Kritobulos  Nikolaos  Kanal ia 
607. 

Kroaten  h.  SüdiilBVen. 

Kruni  066, 

KtosioB  242,  518. 

KubukloeioB  .luhannea,  Pole- 
miker 114. 

Kiikimelis  .luhannea.  Athua- 
inSnch  195,  198.  590  f.. 
678. 

Knlpinger   I  lOfi. 

Kultnr,  byiantinisclie  7.  1087; 
orienUlische  38.  1126  f.; 
romanische  31  f,  1125  f.; 
skvischo  33  ff.  1126  f.; 
8.  auch  OHontalen,  älave« 
u.  s.  w. 

Kulturboxiohungen.  interna- 
tionale 31  ff.*.  IÜ97  ff.'. 
1124  tf*.    1131  f..   1136  f, 

Kumaufn  1008.  1017.  1033, 
1105  f.* 

Konowtja  1064. 

Kanal,  byzantininch«  8,  32, 
42:t  f,  734.  737,  740.  758, 
777,  779.  876.  1113  ff.*: 
griecbisch«  in  Kpol  288  f., 
^5.  1114:  gern) aniHch- ro- 
manische 32.  1124  ff.;  aln- 
vische  86.  1126  f. 

Kunstgewerbe  1122  ff. 

Kunalapraobe  sieh  Schrift- 
sprache. 

Kur  988. 

KurkuM  Johannes  399.  980. 


1174 


Register  der  Personen  aai 


KurepaUt  9B&.  42-1. 
KtirtesMOeoreiM  o  J/aluy  loc 

693. 
Eim  89!t. 

Kn>nt.  BalgwvDfflnt  949. 
KvJiuu  -IGT. 
KydouvH    DetiwtnOT  4S.  98, 

100.     IUI,    102    r.*.    106, 

10».    110.    114,    153.  IhK 

1Ö9.  i»h    Arno.,   487  fT.*, 

4S9.  4»)  f. 
KydoaM    Prodi  oros.    UerU*- 

mit  lOl.  I02'.  106.  110. 
Kvdone«,  Solu  d««  48fi. 
KjHonln.  St*dl  489. 
KjilontiHi    Athknaaiua.    PoI»> 

luikvr  114 
Kjkliker  504 
Kyklone  uud  OdvsMU»,  Mo- 

Mikkild  STB. 
KyaiiiKMr«»,    D«klitniitt,ioii 

M9  r. 

KynsgMion  77tj. 
Kynosophi«!  ».  llundebucli. 
KypMriuiote«    Jobanoo«    44. 

47.   65,   73.    101,   106  f.-, 

109.  111. 
KvnQtagä  854. 
Kyprianoe.  der  Iil.  019, 
Kjpriuioa,    Kirchen  dichter 

Kypriftnos.  Philosoph  491. 
KvrAuiden  630  (a.). 
Kyreno  iM. 
Kjriiikoii,     Metropolit     von 

Chonoe  TIS  f 
KyrinkoB,  Kirchondichter  663, 

66». 
Kyri«kuH  Magiatroa  718. 
Kyriaküs,    dur  hl..  Mooch  iii 

PolBaUua  185.  ISO. 
Kyrillua   von  Aleiandria  38. 

40.  48.  54.  57.  ÖO.  62,  65. 

C7.  69.  70.  75.  79,  83.  68. 

93.  m.  107.  118,  1S2,  129. 

1»1.    132,    134,    147.    161, 

173,    206,   208,  211,  214. 

712  (o.),  917. 
Kyrilloa  von  Aloxandiia,  dtt 

bleebe  804  t 
KyrilloB,  Feldlierr  927. 
KyriUoB  von  Kpel  67.  190. 
Kvrillot  von  Kysikua,  Honii- 

lotiknr  174.  175. 
Kj-rillo«  (Pdfiudo-?),  Uxiko- 

grnph  12.  .^70  f,  572. 
Kyrillos.  d«r  Mögen.,  I.axiko. 

(traph  561  f.'.  570. 
KyTilloa,  Mftiich  Üßh. 
Kyrillos  »,  Putiiuoa. 
Kyrilloe  aus  gkythopolia  139. 

180,  185'  f,  888. 
Kyrillo«,    älnvenapost«!    85, 

971,  1101  f.» 
Kyriotos  JuhunncH  (i«oinetres, 


I>i(.'htvr     und     PAn«f] 

ley,  214.  bau.  70ö; 

731  ff.» 
Kyioa  893. 
Kyro«,   Nalionalheil 

AeKypten  189.  TR 
KjTOK,  Patiiatcli  von  A 

dria,     Monnthalet 

KO  f. 
KvLhnm  402.  lOl 
Kytlinoii  1071. 

KlafjljiJin.  nplLlcn:  KoJi 

von  47b.  846  f. 
Kw^or  309. 

Ubarani  1124. 
Laebanaa 'Johann 08  581 
Lachares  451. 
LakapenoB    Oeoisioa 

m  lt.:  586, 
Idkapeno«  Laomedon  3 
Lakapono«   llomanoa 

manon  1  U 
Ijampadario«  Joliannoa 
LaMOR    Acjipia«    164, 

202,  908. 
Landvirtaobaft  a   A«k( 

(jeaebe.    Qeoponikor 

Uri))i9)^rundbitiiU. 
Laouburt.  Salin  Keg«n 

752. 
Langobardeo  941  f.       , 
Laonikoa  s.  ChalkniidvE 
Lapothia  (Lapilho«)  Ue« 

101.  108,  ^5.  879.  78 

808.  1 

LaakariB  AIcixio«  Phitai 

pinofl  117.  118. 
[.osknris  Jnni>R  508,  509J 
Lnekaris.tohAnn«)«.  L^ 
LaskariB  Kunanoa  a.  Kag 
lAakaria  Konihuilin  494 

.'.02  fu.).  503.  5«3,68fl 
l.uwkaLria  s.  Th^udoroa.  \ 
Lateinor.  Pulomik  km« 

41.  42  r..  43.  47  rv  71 

81*.  90.   92.  93  ir.*| 

108,    109.    110.    llj 

120  ff..  133.  184.  I8»J 
166.159,  16»,  174, 17^ 
87I:t:  aitonymo  Ab' 
KonKegMi  die  SO; 
fllr  die  89,  98  f.. 
102  f..  HO  f..  113, 

121  f..    167;    Hei 
durch  Nikutaa  Ako: 
283.  durob  Pbras 

Laleiniech«  Orion l.  der 
1081  f.*.  1132.  1138, 

Lateiniaohe  Litteraturl 
MitteUltera  24  t.       J 

Lateinische  Sprache,  b^ 
ByuntinerD8r..48T.~ 
605.  618.  740.  772. 
941.  1186. 


^H                                          RegiBlM  du  Pttiaootiii  nsd  8*chan.                                 1175         ^H 

Uon  der  AsiaU  2fl6,  3S7. 

LoaiitiiM  von  Neapnlia  49.  83, 

Liturgie  o.  liturgiecfae  moLad^^^^l 

Ltou  a.  ÜMli«nitMi. 

180.  181,  19Ü  f.*.  7!*;:,  6*8. 

dar     griechiscb«<u    Kir«U^^^^| 

Iaou  der  BycioLuier  li. 

I.ronlios,    dor  Orig^uist   der 

ßSft  ff.*,  740.                        ^^M 

Ikmi  V«D  Ücutocbi  a.  Konto- 

Viln  Sabbae  186. 

Liturgische  ScbrirCeu  63.  67.         ^H 

ript&M. 

Lountios  Presltyler  217. 

108.  112  f..  116.  136.  149,         H 

l^m.  Ersbüchof  von  CliHlku- 

Loodtius,  Münrb  dca  Subbiis- 

157,  1.^9.  180,  190.                    ^H 

dcn,  BSrvlilcer  8S,  44&. 
Laen  aua  C)p«rn  4$.'i. 

kluilon,  Uaeiograpti    IStJ, 
l'ü'.  194,  198. 

Liulprund  von  CnimdnaS67  f,,         ^H 
645.  9^6.                                     ^H 

Lmo    Diftkonoa,    UiBlonker 

LuvnüoB  Scbolaatilcva  726. 

Livr«  de  la  conqu««<ta  834  ff.         ^H 

aae.  ae«  «.•,  276. 300, 367. 

UoaueUe  822  f ,  346. 
Lo  gaJeii  1141. 

Liiix  405.                                       ^H 

Lmb,  DialiMKi*  in  Kp«!  ISd 

.  Loguthef ,  Cbronint  34^  35:),        ^B 

LcoQ  DUkooii«,  Freund   de« 

Urea  all.  1110. 

^1 

1'heodomoti  von  Srnilc  as  ä^S , 
Leon,  (iemniltcr  dm  llasilios 

I.erubnn  Tou  Kd««Ba  406  f. 

I^kaJchrouiken    aioli    Stadt-        ^^| 

Leebos  30&  f..  All. 

unnalan,                                       ^H 

UuJgMvkloDoa  4Q1  (n.|. 

Loukas  ms. 

Lollino,  Bischof  Von  Belluiio          ^H 

Leon  UrkRimalikoa  32'i,  336, 

Uutbaria  9:11. 

H 

L«ou.  Utrowpbivt  6U. 
3M.  359,  361  II-' 

Iiovood  *.  (jbevond. 

LumbardM  Potroa  497.             ^^^^| 

Uxica   501  f..  519  fl.,  647, 

Longibardoa,  der  woiae  591.  ^^^^H 

L«Mi  d«r  Kariiir  26Ö. 

559.  561  fl.' 

Longinoa,  der  hl.  ltJ5.            ^^^^| 

Leon  B.  lüutuiijiiuua. 

Li-xicu  Bekkeriauu  und  C<iis- 

Luu^ino^  Mrlriker  594.           ^^^^| 

Lmio,  Patriaii:li  v^n  Ktiel  173. 
Leon  MngiflUub,    AuUiypiitos 

liui&uu  B.  L.  Segueriuua. 

LuiiginoB.  Urudur  dee  Kaiaer»         ^H 

Lcsicn,    «tjiuuluglHchc    502, 

Zeuuu  924.                           ^^^H 

himI  PftlrikiuB,  KjLtatt.  124, 

573  ff.*,  741;  ».  aucliEty- 

I-ongoii  768                              ^^^^H 

131. 

niulogicam  MRgnntii, 

Lopadiun  472,                          ^^^^| 

ljr</a  UAgintroH  n.  Katjikylas. 
I,«oD  d«r  MMtbvmatikrr  621 B., 

LexicH.  juridiscli«  ^■73.  613. 

{.opadiotca  Andteaa  4^5.  576,        ^^| 

-  kircblicbe  602.  Ä71,  &73. 

H 

62.\  6^6. 

—  miliurischft  636  f. 

Loreiu)  Johann««  3Ü6.                       ^H 

Laon  Momocibylu,  I'olemiker 
121. 

—  Drtboenpbifioha  502,  G76. 

—  pnauinAtalogiBcho576,758. 

Loaco  Antonin  von  Vinoensa           ^^| 

Leon  PbitMi»pboa44].  722r.*, 

-    rhetoiiscbe  588,  567,  &t2. 

Luciu,  die  bl,  ».  Lukia-                   ^H 

788, 

—  S<.-guerianH&20,521,57in'.* 

Ludwiji  der  l'rummc  224.               ^H 

Leon.  Prualifter  (in  KpelJ  169. 

—  syaooymiscbe  573. 

—  synUkIiache5ü2.560,I37t, 
572.  573.  587.  610  (<».), 

Ludwig  It  975,                                   ^H 

Lüou .    Mvtiu;iolit   roD    Pr«S- 

Lufl.  AnfeaU  ab«r  die  479.            ^| 

Uba   114. 

LukantB  Nikulaua  S47.                    ^H 

Leon  I^roMaekietie  483.  554. 

—  («dmolvgiach«  578. 

Lukas  TOD  Armente,  HOoeh         ^H 

Lmd,  Riivtor  721  |u.). 

—  der  Tieratimmen  571). 

195,  198.                                     H 

Leon.  Uttropotit   von   Rum- 
lud  81.  BS. 

Lexicon  Mfiaiii7r  UIU. 

Lukna,  apiac.  Boaianais,  Pan-          ^H 

—   BHcbnifinnianuin  a.  I«xica 

^gyriknr   170,                                  ^H 

l.Ma  Sicnlu»  6.  Knntun'iiin««. 

Segu«riana. 

Lukas  ven  Corleon»,  MSneb          ^H 

L«»n  a.  Stypioles. 

—  Cantobrigieiiaa  577. 

lll.'>.  19K.                                          ^B 

Lwa  ThauDiatnrgos.    Bischof 

—  MaMaunaa  &7$. 

Lukaa  der  hl..  KvHnK«liatl7t;          ^H 

von  KutjioiK  laß,  19d. 

-  daa  Pbotioa  519  ff.*,  52S. 

N,    auch     Kloatnr     des    bl.           ^H 

Laooi  von  'i'npolia   2&ö,   1177, 

~  Sabbftitieum  570. 

Lukaa.                                           ^H 

9t». 

'    «obedogr*phi«cbca  591  f. 

Lukas.   AliI  von  tirvtta  Tan          ^H 

LeonardoB  Cbius  311  f. 

—  Vindobvoooao  576  f. 

rate,  lUgtogrnph  195.  11)8.           ^1 

Leoatdaa    von    Aiexaadria 

-    des  Zoaaiaa  374  ff. 

Lukaa  der  Jllngoro,    Monch          ^H 

729  («.). 

Lexikographie  a  Loxio«. 

19(>,  lUU.                                      ^H 

LeooUrioB  1062. 

UbMUm»  Andicaa  105,  422*. 

Lukae,  .Uöiicb  und  Pruabytar,          ^H 

LmidIjo«,  K&iMr  9&7. 

LAadlurioa  AudroM  7HU. 

Aakotikor  160,                             ^| 

I.NntKi8  von  Aaliochien,  H^ 

Libandros  86t. 

Uki«,  die  LI.  53.-.  (u ).  770,          ^1 

r«tik«r  76,  ä22. 

Libanio«  12.   452,  4&5,  491. 

Lokiaiioa  von  Anlio(^bi■  123.          ^H 

LeuntiUH.     UOncfa    auf  dnm 

506,  549,  M8.  676,  Tsa. 

l4ikianu«,I{betntl7.1UI,  186.          H 

Alho«,  llagiograph  198. 

Iiibar  cananniD  (dea  Cmohjcu« 

4.'jU  r  *,  4'i7,  474.  492  A.           H 

LeontMw  Toa  Byiwu  89,  47, 
51.  U  S.*,  57,  68,  «5,  69, 

iknadia)  3.'^6  f. 

4».'>',  .-]U5,  524,  627.  M»,  .^^H 

Libar  ganarationi«  SM. 

507.  6Ü2.  (145.  722.  768  f..  ^^^H 

70,  74,  8S,  123,  191.  217. 

libaratiw  DijKx>au«  57,  58. 

^^B 

L*OlitM«,G«i>oral  nntcr  /.eooii 

LibMiua  J'atricioit  9115. 

l.nkilliaoaa  dar  hl.,  Htrlyror,         ^H 

022. 

Ucbndea  KonaUnlin  434.478. 

^^H 

Liebealiedar,  rivdiBchu  a.  Al- 

Lukioe, Aakel  734.                   ^^H 

■loa  AUioa  IM. 

phabet  dar  Liebe. 
Lilly  Jühu  250. 

Luludia  Uicbaet  774.                ^^H 

LeoBliiM,  Patriaicb  voii  Jeru- 

UpwkM  1043.                               ^1 

■alen,  Pul«inik«r  91.  204. 

Linieoitea  a.  OeorgiUaa. 
Uugaa  Vtui«*  419,  901. 

Loäignaii  791,  UOO  ff.                      ^1 

2(fö. 

LoHfcnan  a.  Petma  1  L                  ^H 

LmmU««.   Praabyter  Ja  Ep«I 

LiUueD  862. 

Luiignaa  a.  Sbanbaa  L.            ^^^H 
Luther  Martin  588.                  ^^^H 

U.  191. 

Lttauao,  KradiMaae  417. 

1176 


B«ginUr  der  P«rBoiieD  nadj 


Iaxü«,  im  byx.  fUidi«  tO$i. 
Lybittro«  una  RhodMun«  648. 

TM.  Sßl  a.;  874. 
I.vdoit  H.  Julian Dvfl, 
I.j'kilas  KuuaUuliniM  478. 
I.ykok-oa  78G. 
l,ykobhr<.n  hOh.  527,  hS2  f.". 

;.36.  :.7l  in),  418.  7«. 
LvkuTKo«,   GMoUgeW   löi, 

7t*3, 
Lj'kiugM.  Kednur  S67. 
LyngcuB  HiüliAcl  497. 
Lvtik  643  f. 
l.yaia«  627,  567, 

BlachMru  Uantio«  SÖO  ff. 

MachMn*  SUrrino«  900. 

Mschaon  75&. 

MaehotM  478. 

MHorobiiM  545. 

Hlddirn,  diuvon  (■iii^tnOoton 

beüogone  iu  E>l«aM  479. 
Mnrchcn  86.  8S6. 
Mttrtyror,  60  von  Jerosstero 

194,  197;  -Ji)  M&rtyr«r  d«a 

^bbAsklMlMs    194.    IST: 

4*2  HSr(yr«r  in  SyriM  104, 

197, 
Mftrtyrpraktoo  168,   177  ff.', 

m.  S38;  hOroHflcha  1S7: 

».   nuoh  llngiogrnphio   und 

die  Namen  der  Nllirtyrer. 
MSuee,    Anklngo    gegen    die 

737  f. 
MngnntinoB  Lfoii  4SI,  432, 
Mnginti-r,  TU«!  ^70. 
Mügiotn  ofGoiorum  9S7. 
MagiatrinDOS  618. 
Magnat,   bjrx.  des  II.  Jabrli. 

e.  Kekannienoa. 
M«gnee  Uakarios  TS. 
Magnetee8t«i>liai>nit  SOS,  61 7' . 
Maguelonn«  ».  ImliprioR 
Magyaren  a,  Ungarn. 
Mafingeilicbt  an  ninon  allen 

rtrHiiHgani  816  f. 
Mailand  4K7. 

MoiaiioQ  fiür  (^qia(mf  4T2  f. 
Muiumn,  ttJsvhnfBiti  674. 
MakaiioH  12Ö. 
HakariiH  aus  Aogvplen  202, 

203,S04, 
Mokaiiris  .Vfetropoüt  von  An- 

kyrn.  t>«1omil(i<r  113.   114. 
Makarinn,  l'ulrinrcli  von  Antio- 

chln.  MonolheJot   til.    208, 

95£  Anm. 
MakarioB,  Aidiimaudrit  I9)j. 
Hakario«,  Aaketiker  141. 
HaknriosChrvaukvphaloe,  Ho- 

inilet4ker,KBteiieiisobrcilier 

u.».K.  I74,l7;..206,212f', 

216,  377.  fi02f.* 
MokanoB    HivrainonaDhM , 

LsxikngrAph  568. 


Mekarios  Elidmmonsfl 

iMniker  114. 
Makarioa.Mrinc'h  von  Kf<M 
Malumoa  ■.  Miikri«.  1 
Makario«,  Mnndi  195,  t( 
Makarins     von     Nikomfl 

I'ii1<-inikM-  121.  1^2. 
MukuidiiHinuii  795. 
Nlnkcdun  AnnsLamo«, 

vun  Kpel  99. 
Miikedunioa  720. 
Makedoniscbea 

974  ff. 
MakivmboliUs  Ateudua, 

tlker  160.  T60. 
Mflkiombolitoa       Bi 

KtimnnenliroiliAr  648, 

7.^4.  764  ff.*,  772, 
MnkiombolituM  Endokid 

1008  ff.'  I 

Makree  Makario»,  Polani 

US.  114. 
HalakvB.  Aul  -lUS. 
Ualnki!!!  Fiutlipnioe  47 
UaluldB  Juliannea  10,  18 

■24ü,  26»,  iKl,32&ir.',, 

■Jm.   3*3.   344,    3M,  ,| 

371,   377,   386,   404, 

&2S,  &27,  031,  788, 

844  f.  819,  883. 
MaIhim  Mannel  400  f.*. 

fiOfl',  «10, 
Molajco»  Nikolaoa  322, 

t!7S,  (179. 
Mnibiicli  dm  Atlioa  Ulf 
Maler«!   1120  ff,' 
Mnlcho-    10,   2h9.   3TS, 

567. 
Molclnoa  UnBilioe.  Abk« 

1."." 

MuJetnuti  Kuetnlliios  99i 
MulelDue  Michael,  Heguai 

lOi),  199.  781,  738.     j 
MaliHBen(i8EoDatantln8.i 

iienos  K,  1 

MrIU  1094, 

Miiinikonier  S16.  | 

MAmniBH  (treicorins,  Pfetq 

V.  Kpitl,     roUmiknr  | 

Utl.  117,  119r  I 

Hamun,  Kbnlif  96».       | 
Mamiin.  Miniater  itus  Klil 

U30. 
MtinnKsca  KünätauUn  35,1 

322,  336. 873.  376  ff.", 

flSy.    -.m.  476,   644. 

84»,  910. 
Maudra  411  (•■.). 
Manekinelf-gende  S07, 
MHnetlio  340.  341, 
Manfred  von  Sialiea  I 
MnniakM  Georglos  741 1 

diobt  nber  ilin).  1000 
Hanielin««T  1^9.  T2,  13S, 

s.  auch  Paulikiaaer, 


R«gtst«r  d«r  PorMoen  and  Sftoheo. 


1177 


Marin«  I^immpiriihrt  *«1 
Uarianofl,      K)U|[TainTnBlik<>[ 

72Ö. 
Marien rornliriing  R6S. 
Muimi.  MKrtyriiim  dnriil,  l^T. 

Muinc  bjt  loai.  1UÖ9, 
MAnnininiis  2äU.  4ö4. 
MmIdi»  AtliurloH  103. 
HMinaa.  Iluralur  AiinBtiiiuus'  I 

Huino«.  PbilMopli  667.  621. 
HMkeltiBoa  bei. 
Uukaiiiiiii.  Mltreaso  dfti  Ju- 

bajuie«  BAt«tx«B  449. 
HM-kiHM.  KkiMT  9ia  f. 
Markinao«.  Uelodo  6ßS. 
Mufciinoa.  Priu  Otfl. 
Muktun.  Hiratik»'  207. 
Hukoa,  Asketihor   141.  142. 
Uarkoft,    Abt  auf  d«iii  Atho* 

iw;. 

Mtrkcx  s  KugMiiko«. 
MAiko«.   d«T  hl.,   KvugcUst 

160. 
Markoo  MnkKtoaii.  AHkoliker 

1.^4. 
Markcm  Monitchon.  Hllrutikür 

98. 
Miikoa  MooRohuH,  Polumikor 

lii6. 
Markos.    Abt    Am    Sabbo» 

kloHters   Id  PulAattnu   Iü4. 
Uarkoii.   Mflucb   dvs  Sabbo»- 

klontem  in  Rom  1S9. 
MnruD  roD  EiImsb.  Poleinik«r 

5tf. 
Mnrtba,  im  hl.  187. 
Matthk.  tClottenronteherin  in 

MonMnbMU  IST..  |»9 
.Martin  I,   Pafat  60.  63.  963. 

.Martin  IV,  Pnpiil  10S3. 
Marlin  V.  Pupiit  114 
HaitinA.  Cicmnblin  den  Hontk- 

iMM  «AI. 
MwtiiuuioH.  doc  Kromit  203. 
Martynov  (Mattinov)  1H2. 
KlnrlvrioB.   Mtiicli  d«»  Sinni- 

k1iwt«n  US. 
M«rt]m>la«>en  184. 
MartyniMllU  94S  f .  »8». 
Maalam  «SQ. 
Hatarukoa  483. 
U AtasvinU  932. 
Mathematik   442,   M4,    .^5. 

;.47,  '•■■M  ff." 
Malliias.    KOnie  vm  Ud««« 

303, 
Matmaü.  dw  hl.,   von  Chiiw 

IM,  205. 
MalttiaM«         Kantakinauw, 

Kai<i«r1|0,  13S.48»*,  lOM. 
MatthMos   Anfvlo*  «i  Pium> 

ntM. 


I         ntM, 


Miitllmenn  h.  DUsbiros. 
MAÜliaeo» .     Krsbischor    von 

Uulgaiifin.    Polomikor  114. 
Mnttliiiixui  von  KdcMA  407. 
M  ut  lliasoa      H  ioromonachot , 

PulomikM  110. 
Mnttkuevs  s.  latroB  M. 
Mnthaeoa.  Biat^hof  von  Junian 

4i)T. 
MiitÜiiieuft  5   Kaninriolo». 
MiiUha«ua,  Mßncli,  Polemiker 

lU. 
Mattbaeoo,  Üisoliof  von  Uyra 

6*2. 
Matlha«os,  Anh&ugor  d«a  Pa- 

lamM  )0>V 
MsttJio*««.  dar  Schreiber  643. 
Mauiaa,   Kbalif  von    Bagdad 

162. 
Manrikio«.   KaianT   243,   24^, 

2411,3(54. 792, 943  ff.M074, 

1142. 
M  aori  k  ioa ,        Mit  itArnc  brift 

■t«ller  liSh  f..  Ü37. 
Mnurokurdfttoii  lUfsS. 
MunromntcH  NfuphvtoH  401. 
Mniiri>put<i!>  Samuel  474. 
Mu(iru|)Ug   ?!urliuiti>(i    B-  Uau- 

rupiiB  Jübiinni-e. 
Mnutopui<,Iohuiini'Bl6, 171  f.*, 

203.   441.   tm.   678,   706. 

740  f.* 
Mauro«.  Patrikiua  05». 
Mnutoiomca  Manu«!  1041. 
MaushiiniorMfce  767. 
MaKvtiliuB  Johanaea,  «kythi- 

Msher  H»iich  .55.  dU. 
Hiixlinino«.  G«undl«r  917. 
Maximo».  AnhAngor  das  tirtt- 

KiirivA  Akindjrnot  102. 
Maxinin«  a,  ChrysnbergM. 
Maiimoa   ConfeiwoT   Hi!,   37, 

40.  47,  68,  «1  ff.',  es,  67. 

70,    74,   7.S.   83,   96.    113. 

1S4.   137.    138.    141.    147. 

IM.    leO,    173.    189.   206. 

»8.   an.    213.   217.   218. 

383.  IJCW*.  672.  953. 
llaximoa.ÜFlicima»  kreUr  de« 

Kaimn  Hcrakliu«  MO. 
UuilB««  Bieromonarboa  t8(. 
HuinkOB  B,  Holobulus. 
HmctiBu«   H<)nKdogel«s  a.  H. 

Conf««aor. 
Haximoa.  Patriareb  von  Kp«l 

93. 
Max  im  0«  s  Margnnio«. 
Max  im  M  B.  Maurii. 
Maximo«.  HMcb.  PoJenik«r 

114. 
HwtimnB  ■.  l'lanadA«. 
Hjsimo«  Tvriea  576. 
Xuhh'  Faliri  in  die  Untar- 

wf4t  480.  492  S.*.  820. 
Mauuia  Uasiicl  49&. 


MauiHa  MiixiiDOH.  tlomildt 
und  Kiroheiiilichtcr  176, 
494  r. 

Medixin  263  f.*.  486. 442.  449. 

613  rr.' 

Moar,  KnkoRiioii  auf  dwt  477. 
Uagtilo,  Oemahlin  des  Theo- 

poaDBR  Coar«eaor  167. 
MegalonitM  BaailioB  442.738. 
HMampns  630. 
Mtlanohthon  6^1 
MalanthJH  KÖ3. 
Haleagroii   von  Utdarn   726, 

729. 
Meleniko«  1093. 
MoIm  StephanoB  4i5G.  700. 
MHoten  |utW.«0  288. 
Moletioa  Hoinolo|cotee.   Pole- 

niik«r  94. 
MH*tioit.  der  jQngno  HO,  87. 
Helc4lo8.  Lcbrdichtor  717  f. 
M«letios,Mao<)h.Dicht«r714  f. 
MeUtioa,    HSneh.    Medixiner 

614.  617.  619. 
Molelioa  Mona^boa  96, 

Molik-äab  1012  f..  10^0. 

MeÜMu  8,  Antonios  Mvlianu. 

Moliaaeno».  Paintlie78U.  1UH3. 

MeliaaenoB  Manuel  777.  785. 

HeliaBenoa    Nikujiboroa 
1018  IT.,  1131. 

MffliMoaoa  TlieodoroB.  Patri- 
arch von  Kpol  aß7. 

M*lit«n*  406.  731.  880. 

MelitdniotM .  Diefatar  777, 
782  ff.'.  812. 

Melitoniota«  Jokamn««  136. 
782. 

UelitentotM  Kallkl4Mi,  Abke- 
iik«T  1S8.  782. 

Mclileoiotrs         KunAUntiaiM, 

MAncb  in  Kpi-I.  Pulvniik«r 

89.  S«.  97  f.*,  7^2. 
MelileniDtea  Maniirl  48S. 
Me)il«niotM  TbeodorM   14. 

136  r..  204.  628*,  S2&.  782. 

784. 
H»)rUDO«    ThMdonM    SSS, 

3.W.  Ml  ff,' 
Mrlilon  von  SnrdM  91.  X07. 
M«tiUM  MirJiMl  7lj6. 
H«Mn«ii  von  KphnwMt  918. 
M«ni  noni««.  Vat«r  d«a  A  galliiaa 

210- 
MoHMriatgadklU*  B>,  ljeht(^ 

dicht*. 
UoMMn  181.  185,  e&8  t. 
M«n«ndcr»prllclia     W,     SM, 

«Ol/.* 
MoiMiidraa  Kooilkar  437.  443. 

.VM.  606.  609.  6117. 
Menandro«  Protektor  1 1.  237, 

228.  237.  242.  »4»  f.*.  Wt. 

24»,  ^69.  604,  .VI7.  646, 


Regietw  dar  Porsonen  nrn 


MriMM.   Pnträreh   von   Kpel 

57,  187. 
Monu,  4er  lil.,  Mlrtyr«r  107. 

1123 
Kinn».  lUi«tor  787. 
Ucnclc««,  DleRO  d«  SOß, 
MeiKilo|i<«ii  188.  185.  658  S. 
llMiinu  411. 
llealaa.  Aslronom  760. 
MeMipuUmitns    Kont>tantiiiaB 

470. 
MoKrob  407  (o.).  916. 
MMaHlianM'  89,  65.  133. 
Heue  doi  BartloMn  (809  f.* 
U«a«vD,  lat«iiit*eh«,  (lb«nietxt 

103. 
Hutdxu  loa«. 

UHlbodioB.  Grammatiker  575, 
MeÜiodloB.  der  hl.  644.  65S, 

6ST.  699. 
Hotliodioa,  Patriarch  von  Kpel 

7?.  Sil,  lfi7'.  178.  1K2,  184. 

197,  813  f.,  347,  .»22  (Sti- 

cboron   nuf  den   M.),   ti76, 

760.  9119. 
Motliudioi,  HiAchufvoa  Olym- 

rtH  69,  130,  lS-2.  134.207. 
Ib. 
Melhodioa  .von  Patera*  628. 

629. 
M«lbudios.  Slavonapostel  S\ 

971.  1101  (.• 
Methodiua  von  Sjraku»,  Kir- 

cheudiclitor    s.   Mnthodio«. 

Patfuroh  von  Kp«l. 
Matocbi  411  (u.). 
MotocIiitM  Georg! OH.  Arohi- 

diakonoe    in    Kpcl,    l'olc- 

mikar  95.  S<J,  »«*,  1^96,  ö&O. 
Metoohilo«  Nikopbonk«  483. 
UotoohiU»    ThoodorM    204. 

298,   384,  427,   439.  478. 

488,  48&,  SO0.MS.  5&0S.*. 

hbü  f..  589.  6^3.  625,  626. 
Uetrik  534,  535.  536. 540(u.^. 

646. 554  f..  594  ff.*.  648  ff.'. 

690  ff.'.    74«.    796,    1182; 

votkemlaeJge  8. 
Motropbui«s  171. 
MatropluuieB.  Kirvfaoudicbtw 

677. 
Uetrophnno».  MSach.  Bacio- 

(iniph  19T. 
M«lrupliiiD0«.  Ertbischof  von 

t^IllJ^lll  78,   132. 
Micbuol    t    Hangabc.    Kaiier 

'.2.  mr>{.' 
Micbael  11.  Kaiaur  148.  167, 

2»,  2«4,  682.  793.  967*. 
MiduuJ  III,  Kaiser    16.   T8, 

264.  869  If.* 
Uioba«!    IV.     Ktuser     737, 

lOOCi  ff.' 
Michdfl  V  KalitphntoB.  Kais«r 

737,  766,  1002'. 


Miek>dVIStr»tiotikoikl 

1005,  107«. 
MiolinvIVIIpKnuliiiaki 

■er  SO.  i;i3.  272.8701 

437,  443.  445.  lüll  1 
Micb&el     VUt     l'alaooi 

KmiB!T  «3  [.'.  96,  99, 

316,  318,  477.  766,  1 

78(J,  1047  ff.',  1091. 
Mkbaol  l.\.  Kaioar  483. 
Mivlia«!  Bulgaruncura. 
)(icliuvl  Aaeii.   Car  vi 

{tariuu   ItHi, 
MIcIimI,   FDxat  von 

1012. 
lilicbael  Aii)(«lus  Koiuol 

Deapot  vun  Kpirus  ifl 
Micba«!.    D«apot  von 

224,  288.  104«  f. 
Micbaal  II.  Diwpot  von 

10.'.2, 

Micbaol  H.  Akomioato«. 
Miclupl  ■  Anc-hialo». 
Micbnül  1.  Apa«tolio«. 
Micbfl«)  ■,  Altolüilea. 
Michjinl  H.  UrreiitiiaaL 
Michiiol    von    Byion^ 

inikor  -lO. 
Micbanl  Duku  a.  GUbi 
Uicbunl.  Eok«!  dMDuk« 
Micliii«l  vun  EpIiMus  44 
Miubuol,  Er/t-iiiitvl  id.  92, 

170,   1116   (m  d«r  b; 

Kunat). 
Micltael.  Metro|H>lit  v 

ohuta,  AaketikeT  1601 
MiuIimI  Urammatikoa  7| 
Micbael  a.  Hapincbeir.  | 
Micbnol  s.  01;kns.  i 

Micbuvl  llioromonnchottH 
Mii'liacl  ■■  llAÜkoB.  I 

Miriiniil  h.  KcrulnrJoa. 
Mi<^linnl,  ratrinrcfa  van 

ItoMiilntiksr  176. 
Michupl  ».  Maicin«*. 
Uiohflol.  Uonob.  Uaglui 

148,  151. 
Michael,  Manak,  Paneu 

176,  J 

Miclmir)  aus  Nikoin«diaj 
Miobui'l  b,  l'scilos  I 

Miobael  s.  Senachorini. 
Mtolia«l  s.  Sikidito«. 
Michael  Synkvlloa  ron . 

salao)  71.  166  f.*.  \9ii 

569.  586  f.'.  715.  ! 
Michael.  Erabiachof  voO' 

tiadn  194.  197.  j 

Michael  der  Sjnt.  Chi 

405.  I 

Michael    von    Thaaealfl 

Hllrntik<ir93.  1-^4.47» 

Miahaalnkiichu  in  Chona^ 

MJdrtwDhlmilbvt  Elem«! 

33.  1 137.  ' 


Begister  der  Paraoaea  iib<1  Sachea. 


1179 


1069:  nonipliTSit  Stlirift- 
•totW   61    e*:   SttiHnea 

««CMidiAMir.,  es.  71.90. 

UM«tli*]etMi  S9.  8S,  KJi  f., 
K5v  $59:  in«n«>di«letiaclie 
Scbfifhtolkr  60  f.*.  Sebrif- 
Un  gMM  4m  SI,  66.  (9. 
90i 

Mtiiiolh«leti«inii*6l.  fö,  208. 

Moolnldu.  Adam  von  311. 

MvoUniatcn  962. 

HonUaiu.  IJtictik«r  20T, 

Hont«  CuitKi.  Apollolcfflpol 
Ton  6. 

Hor«a,  Et^molofcievonlllf.; 
Ksrt«  von-tl»;  timeliiobl« 
lOTl;  Goo^raphi«    1108  f. 

UanM  Olns.  1141. 

MoToelni  TboniBa.  Ul«iii.  Pa- 
trinrcb  von  Rp«]  1040. 

MoMiUn.  hyt.  1122. 

Ho«chBinpar  Giorgio»,  Pol«- 
raikor  M*.  97. 

MoMkrän  6ÖI  (u,). 

UomIioI«!»  TheologetoB  623. 

VoMliCipnloa  Manu«!  M.  98. 
HM,  ä00,50l,546ff.VM!». 
&&&,   &&7.   &»l.  £91.   598, 

697.  e». 

MoediepvlM  }iili«pfaurus  546. 
Moaeho«  D«i»«triM  Aü2  (u  ). 
HMoboa    Johnenet .    Hafcio- 

graub  60.    144.   163.    164. 

180,  -.R«.  187  f.'.  160,  191. 

SM.  88S. 
Moschos  Johaimes.  Poleinilcer 

121.  122. 
MoMcboe  <w<>bt  identisch  mit 

d«m  varb«(gehenil«ii|  497. 
UoM«  784. 
Hmw  Bu-K^pba  53. 
Mo«e«.  Chumio  doe  6Ü2. 
MiMM  von   Kliorvn  2^5  (u.), 

4UI>'.  411'.  8S0. 
MntrijX.  Kam*  66& 
HOck«,  Lob  dM^  769. 
HllU«r  Jo».  IMS. 
MDnsirnitcti  ».  Numianialik. 
Mundhit  935. 
MundilM  93S. 
Mundiu.  Feldberr  931  f. 
Muntantir  Ksmoii  ^6. 
Muntanea  Nik«U«.  Patriarch 

470. 
Manul  I  468.  1060. 
Mnrad  II  SOI.  302.  489.  490. 

83K.  1063  ff.» 
Muralt  1142. 
Mureioioics    Nik«bw.    Pol«- 

intkM-  114. 
Musa  892. 
MiMMO*.  El>ili«i'  lO.  ^0*.  6&&. 

763. 
Mdw«!)    r.   b^  Kun«l  IIS7. 
MuRon.  Anf»tx  Qb«t  Jie  US. 


Miuik.  hy.  &b9.  536.  &»8lf.-. 
68S. 

HusUpba,  dor  fahcbc  1063. 

Mtutaph*.  Bruder  UnndN  II 
1063. 

MuHir  828. 

HuHUTu«  JlkTkoa  &02  («.). 

Mu'ltuiini  9(i8. 

Muialuii  Oeotgioa  479. 

Muulon,OrDmlogoÜi«t98.99, 
1047. 

Miiiolon  Nikolflos,  Patriurch 
von  Kpol  H6.  88.  212*.  216, 
474.  791. 

Uuiübn,  Rbotor  474. 

Uuxalan  ThciKlnros.  Polemi- 
ker m.  477.  481. 

UjUe.  Sclilacbt  bei  977. 

Uyn.  Stadt  &8$. 

Hyr«psoti  620:  m.  such  Niko- 
laoB  M. 

Mfrioa.  Stadt  240. 

Mvrtan«  601  IT. 

»[}-mthr«is  Stadt  i'2*.  298 
Anai.  I,  1038.  1062  f.. 
1114. 

M}*Bl«ri«niipiel  a.  Druni. 

Myati-ritfuwcaeD.  da«  autike 
10S9. 

Mystik,  nbondl&ndischs  142, 
ihS  f.:  bytBTitinisoh«  40, 
42.  141  f.;  1059  f  • 

Myatroa  e.  Ujvitbraa. 

HjtboD,  Uniarbeitung  heid- 
niockur  177  f,  l»4:  i\ae 
Uebandlung  in  Clironik«n 
220,  326;  r)i«Iotische  Ver- 
wertung 4^. 

M j-thologie,  popollu«  s.  VoUc*- 
Ktanben, 

Noassunor  661. 
Nabbatua  756, 
Nnohgeiiaiiit  h.  R«frairi, 
Uacbor  788. 
NallM  293. 
NWM  241,  93.t  ff.' 
NttW«,  ÜDRorol  unter  Phokaa 

945  f. 
Nkthaimcl    ilADchuiame    d«e 

NikuphüTua   ChumuDa   479, 
K«tliaiiu«l.  Möniib,  Aak»tiker 

Nationalitüt  d»r  Kaime  4  f. 
Nuiurs)'iiilolik»  Phjsiologoa. 
Nataririiwenaobarüioh«  Lftt«- 

ratur  247  f..  436,  442.  &60, 

631  ff,  77Ä,  874  ff. 
Nankratio«.  Abt  voa  SludioB 

151.  714. 
Nosu«  527. 
Nuilus,  Häretiker  85. 
Neiloa  a.   Kabaailas. 
Neil<n.  Patr,  *on  Kpol,  Honii- 

Mikar  10&,  174.  175. 


N«il«B,  Erebtadiof  von  Kbo- 

dM  109,  205. 
Neiloa  >.  Rucli  NUun. 
NekUrioa  von  CabcIo  769  t. 
Ncklanus  vnu  ,Ii>ruaaluii  94. 
N«kt(uic<fl  von  Kpvl  IV9. 
NriiiHuju  B.  Stephan, 
Neuplirun,   Dulouiiursoii  543. 
Neupliytoa  .Eukloialua'   173, 

212.  216,  286*,  S16 
N'eopliytce,  HOauh  625, 
Neopbytoe  s.  Prodronicfioa. 
NetMibyt««^  Rbet«r  781. 
Koplion,    Pakrer   d*r    Bog»- 

milen  86,  87. 
Nrpos.  HS»tikur  601. 
Nersra  Kliyeti,  armetiiscber 

KaUiolikM  88,  89. 
Nerutsos  Tmsob  Dem.    1142. 
Nestor,  Cbroni&t  35.  356  f.*, 

40a 
Neatorianer,  Scbriften  gegen 

die  49, 54,  69.71.  138,  14&. 
Nwtoriaaos,  ChmiiM  821 ,  827. 
Nertorios,  HOretikar  6i,  208, 

917  f. 
Neuplatonismus  6,  tl  f^  428, 

432  f.:  445,  179,  939  f. 
.\eurom  a.  KuoilunttnoptL 
NicoUua  di  C^uiwlc  ».  Nikolaoa. 
NiüuUual,  Papat'S.  12L'.ä72. 
Nii-olaua  V,  Papat  123.  812. 
Nikaaofstaod  98U  f.,  1078. 
Nikoea  242,  286  f..  2^.  476, 

478  {Knkomion  auf).  ML 

733,  SSO  lOil  B.;  1122. 
Sixatvt  552. 

Nikncdioa  527,  &33,  567. 
Nikuphoritcea  1012. 
Nikeiiboroa    1    Kuiaef    148, 

96ft  (■• 
Nikephoro«  II  Phokaa,  Kaiser 

23,  151,200.  25&,24i7,  268. 

269,  368,  495.  730.  781  ff.. 

823.  984  ff.*.  1075. 
Nikuphoros     III     Bctaiuata», 

Kaiser  80.  270.  475.  100^ 

1018  f.* 
Nikepliorua  a.  Boitilakea. 
Nik»|>lio>og,  ßiltachriftMifere- 

ronl  378. 
Nikrphoro»  «.  titaimn^dta. 
Nikepboros  «.  Bnmoia«. 
Nikeptiorm  a.  CbiraobMg««. 
Nikopboroa  a.  Chumao«. 
Nikophoro«  von  l^koaoa  43S. 
Nikepboroa  a.  Qragora». 
Nikepboroa  dar  hL.  Hartyrar 

199,  808. 
Nikepboi««,   Lebtet  dea  Jo- 

huinaa  O«onietrva  781. 
NikepboroB,  MOn«b  [wal  dem 

Atboai  las. 
Nikepberos.   IklOnob  auf  d«m 

Barg«  LatroB  194,  198. 


^ 


BtgtoUr  Am  Paraon*ii 


NikophoroN  rein  M>'til»iie  789, 
Nik«i>lKiräs    Putriiireh«a    8&, 

Se.  47.  G7.  68.  60.   71  f.'. 

107.    I3S.    ist!.    140.    l&O. 

IM.  280.  ro9.  313  r..  332. 

843.  348  If",  SM,  3,W.  373, 

386.  630.  9(ib  f. 
NiknphMtHi  l'hilosciphoa,  Ua- 

giograpb  l&ti.  IfS. 
NikefiliorM  Philoaopho»,   Po- 
lemiker 87.  114 
Nik«pfaorus  ()«r  Plintf^ier  SG7. 
Nikffiliaro«     PrmbvUq'      (in 

h>l).  llnitioKrHp)')  104. 167. 
Nikpi-hoiiiK   Skniioplivlnx    |in 

Kpe)t.lffiKi<<gr>phl»).197. 

347. 
Nik«phorua  a.  XanthoputM. 
ViVtUa  119. 
NiktftA»  s.  AkoiniaBtos. 
Niketn«   AiitlivimtioB,    Patri- 

kiuB  13«. 
Nik»tw    v«n    B)iunx.    Pole- 

mikpr  49.  TO*.  90. 
NiketM  Dni,'i<l  s,  David.  Phi- 

looopli   und  Nikvtu  l'itfh- 

Ingon. 
üikctiui  DukcinoK  l-'^3. 

Kik(>tlia  *.   Klip  eil  tun  na. 
Nikcta».  lipneriil  i)Sii. 
Nikctu».  Metropolit  von  Hrrn- 

kl.-m  611. 
Nikf'Us.  Mutrupuht  von  Utra- 

kl»>u  9.  Nik«Uii  vou  äorrae, 
Niketa«  Kleriku«  314 
Nikt<tiiB  Mu^iiilor.  Ha);io)triiph 

190.   lad. 
NikolMt  MoKintroH   (vulloiclit 

-■  (iciii  voriiten)  497  lu,). 
Nikoliw  von  Mtranaea,  Bn- 

hinchof    von    Th^iisnlnnik* 

fifl  f.-.  SS.  204. 
Nikatna,      llcanmontw      dos 

KloMoni  Mndjkion  193.  IST. 
Nikotnii,  Modkinnr  ßl7.  730. 
NiketA*  s.  MiirBiniotoi. 
NikeUiB.  Bianhof  von  Nnuptik- 

loft.  Exeacl  I3Ö.  |.i7, 
Nikrlas.    OhnrtQpbylax    von 

N>k»(«a  Hl.  82. 
Nikrtnih,  FlrtbiMhof  in  Nikn- 

modiii  SS. 
Nikrbw  rnphlagnn.    P«neKT- 

rik.fr  8ij.  121,  Iß7  f.',  172. 

179.    106,  20:i,  218,    26S. 

312,    3SI.   mi.  SS3.   $94. 

.'.47.  Hl*.  679  f 
NikcUs  P«lrikioe  186. 
NikolM.  Philftdopli  770. 
Nikotan  o.  Suponopuloa. 
Nikotm,  SchulvorAUnil  438. 
NiketM  •.  Seid«». 
NikctM  von  Sorra»  127,  1S7. 

188.    210.    211    f.'.    214. 

81S  f.,  463.  &S7  f.*.  681 1. 


Nik»tu  ■.  SkuUriotm. 
NiketM  Stothotoa,    My: 

und  Potoniikor  42,  Hl. 

142.  163,  154  f.'.  U-a. 
NiketoB.  Mi'Iropolit  von 

aulüuikv  Hl  1. 
KikeiM.   Hou«h  in  Tl 

Ivnik«  88. 
Nikios.  HSnch.  Polwnik« 
Nikiotn  Johannes.  Pat*i 

von  Aloxandria  137. 
Nikodvmo«  HagioritM  li 
Nikolnn«  von  Andid« 
.Nikokoü,  Abt  von  Caaol 
NikoUos  von  Damtako« 

567.  1 

NikolnoH  Diokonaa  680.  | 
Nikolooa    Orammstikue. « 

triaich  von  Xpul  317. 
NikulHoa.   der  u..  ver. 

■iirlit  823. 
NikolatM  a.  Kaba^lM. 
Nikolaoa    von    Kerkyn 

158.  463,  74Ä  f.- 
NikottinB,  raCriarch  ron 

(nnbralimnildT)  $79. 
Nikninna  von  Mothnno  4] 

76,  »5  IT.*.  80.  91,  a6, 

203.  405. 
Nikolnua  a.  Uuzalon. 
Nikolao*.  iw  hL.    von 

165.  167.  292. 
Nikulaos  MyrvjiMü  263, 

617. 
NikuUo«  MvAtiko«,  PatTJ 

von  Kp«]  169,  817.  4." 

918, 
Mkolaiia  von  Otraalo, 

mik«r  B.  Kchter98,  7fl 
NikoUda  ».  PqtagMIlMlol 
NikolaoH  Pr<iBb)-|«r  206. 
Nikolao«  K.  itbnbdna. 
NikoUoa,     Krebiachof 

Reegia,  l£xM«t  ISS. 
NikoUcu  a.  Skl«ngi*a.    i 
Nikolaa*8tuditMl5I,lH 
Nikolaoa  ö  xaid  4iüemi^ 

474. 
Nikulaos.  Bisuliof  von  Zi| 

tlios.  Polemiker  114. 
Nikotsa^lioa.      Mathemi 

621.  628. 
Nikoniedia  433.  M9. 
Nikon  Metanoitea,  MOncli 

109. 
Nikon,    MOnrU   do«   Klo 

Raithu.   Aükctikor   15 
Nikonolis.  ftolilncbl  bai 

1078. 
Nikoa  882. 
Nilos.  Asketiker  72.  I4l,l 

602.  718  f.  78.^  f. 
Niloa.   UialogpeiHun 
Nilos    van  tirutta  F< 

Nüm  voa  Roaaano. 


:1 


BeiKiBt«r  i«r  Peraraoo  nnd  SSotacB. 


Olrniptmlnn)«.  Atrli«mirt  6S8. 
Oljriupioiiurofl.  Dinknn  in  Ato- 

uwdii«,  Excg^t  124. 13Tf.*. 

20«.  --'lÄ. 
Ol^mpdoiloios.    Hislnriknr  10. 
Olx>npiudoroa,  Diiluimpli  430, 

4SS,  39« 
Olympon  in    ÜiUiynien    170, 

m.  10«.  434. 
OlTnlliiM'.  lUr  die  öSO. 
Oiiw.  KJiolif  1S8. 
OtDOpUttuakopie  442  (u.). 
OmorUg  »ö(>. 
OmplialoMeydiitoD  1059. 
OnomatotosM  (dm  HmjcIhm) 

OnoaaiKler.  TaktJlt«T  63.S. 

OiwthminbM  473. 

Opbrj-iU«  4S8. 

OpQiim  s.  Aurelios  OpiliiaL 

Opits  TOS. 

Oppia»M3T7  {lih>tsnfbitim), 

537.  558. 
OpwkiwM  485. 
OfrikMim«    Phtlotlu'UB    157. 

Onk«).  dikldÜHcb«  430.  442. 

46S  (IL). 
Or»kellitt*wtur  821.  627  ff.*. 

698  r.  809. 
Oriwti&n  St«pliui  408. 
OrbMcli»  87ä. 
Orbiki«*  G85.  G37. 
Ormtm.   I'abriarch  von  J«ru- 

mIpoi,  Hagioernph  1&.^,  198. 
Orestes,    Kirchentlichter  6W.  , 
Oribwdoa  2Q3.  614.  617.  Stö. 
Orimtalon.    (.icHchicklutluoi- 

bimg   der  226.  319.    82ä. 

403  ff.*:    BcziehnnKcii    m 

den  Bruiitincm  »12.  642. 

703  f..  I07Ü'.  1098  (f.* 
Ori|t«D«e  40.  57.  (16.  86.  128, 

ß7.    186.   a07,   209.   211. 

214,  ai-'^  87ö. 
OricirnMtMiBtrait  54.  &S*,  185. 
Orion  375. 
OniRracDtik.  bymit  tISO  t„ 

1120. 
Omctwopluon  «.  Vog^lbuch. 
Or.>.  572.  575.  583. 
OrplinnolrophiM  C80. 
ÜrpliuiotiDpliM,  Brilon  dncn 

Orphf^iui  166.  266,  5M. 

Orphicn  527. 

Ortier  940. 

Ortboduxifr.  pMt  der  99. 166. 

099,  1090. 
OrtkograpW  57«.  580,  £88, 

593  f..  586  f.*.  587,  588. 
Onnui  1054. 
Ostorchronilc  822.  328,   88], 

M7  ff.'.  369. 
Oatwtafoln  3S& 


OiTin'i<:h.  OKtrÖiaisch««  Rneh. 

BerochtigQiig      des      Aus- 

dra^kra  5,  965. 
Otlunln  058 
Otrant«  7691. 
Otto  I.  lüÜMsr  986. 
OIU  III.  RttiNT  105. 
Omel  Bailleul  1010.  1012  C 
Ovid  545. 
Oiit«H  Michncl  759. 

PkchoBilcM.  BiogncAie d«s  hL 

185. 
?Kbaiiu<«8,    MOnch.    Ex«K«t 

136,  137. 
Pttchomtof^   Mönch   auf  dem 

Utros  194. 
i'achomio*  Kliakpndytos  7d3. 
Pachoimo»  s.  KhiuiinM. 
Pkchomioa.  Scholiaat  84. 
PaehTinMea  {leargins  19.  04, 

98.  1S8,  28S  ff.*.  2fl5.  297. 

424.   429.   480,  4.11,   4^1, 

59ö.  774. 
Pflchyiner««  Johannes  48.S. 
PAeuniuH  .'!35. 
Pftiaiu«.   Hn)ciap(iel«l)t«e.  M«- 

triipHÜt  voll  lUiodoB  (ob  fdOD- 

tisch  mit  dem  folttendenV) 

422. 
PftisioB,  Mfitrnpolit  von  Khoiloa. 

Homiltitikcr   17ß, 
PjikiiriBno«     tirogorios     815, 

ai7.  463.  1015*.  1017. 
PuUu  398*,  819  (!>.}.  1139*. 
Pall«gnphie,  leriediiBcho  151. 
Pttlaeoknppa  Konatantiii  291, 

451.  451,  642*.  559.  579. 
PpjMokustrft  835. 
PiLlavulugiuu  Rliuukena  The». 

dura  7'72  f. 
Palaeolugoa  ÄDdroiükos.  0«- 

ueral  gegen  die  Nomuuuieti 

384. 
Pataeologo«  Andnmlkoa,  Solm 

Joliannea'  V  1060  f. 
PalamlogM  *.  Andronikoe  II. 
Palii»oIogOB  e.  Andnuiikos  III. 
l'aUiKilogoe  Dtmebrioa,  Snhn 

.Icihiuinu'  VUI  1064  f. 
pRlacolngaaOeorgios.  SohMtos 

744,  1014. 
l'alacologos  a.  Helene. 
PalacologoB  Jobuines,   Sohn 

Andmoikua'  [I  479.  553. 
Pilaeologoa  Johann«».  Dt^tinot 

478  f. 
PaUeulugos  s.  Johaunos  V. 
P&l»eatogoa  a.  Johanne«  VIII. 
Pkl^Mlogo«  Konstantin,  ßru- 

in  des  ADdronikos  11  543. 
PklMoUvoa  Knnstantin   I'an- 

MbaatM  Sobaob«  3M. 
Palaedegoa  a.  Keaatantin  IX. 


PalaeolugoB  t.  Miuiucl  U. 
Palueolo^oB  8.  Michuel  VUI. 
Palaeologue  Tljeoduroa,  Deg- 

pot  491.  4'JT. 
Pilaoologos  Tbomoa.   Despot 

324.  307.  309  («.).  1 138. 
I'ulnroplinta«  579. 
rnliutiim  411*  (St.).   430  ff.'. 

511.    I071*,    1114.    1119; 

mOatüT  b  139.  180. 
Palocliina».  Dial«gpi-nM>n  543. 
Palunius  U(«(orio«4S.  96.  100, 

lOl.  102.  108  ff.*.  106.  107, 

109.    lIOv    116,    117.    121, 

159.    175.    17«.   306.  210, 

4Äi  f.  487.  569. 
I'alonno,  Capella  Palalina  in 

178:  a.  aueh  PaooimM. 
Pollsdioa  180,  188. 
I'alladioa,  ModüJner  620, 
Pamphflos  571. 
Pomprapiios  9:^3. 
Pknaretos  Mottliaeos  Angelo«^ 

Polemiker  lH. 
Panwetos  .Michael  398  f.*.  422. 
Panaietua  ■rheodoros  S93  f. 
Paafdtnutm  ^'.'l.  H<J5,  »»6[M.|. 
PuudiiroB  und  IliomeduB  477. 
Paueiiarrik    h.    Bor«thiaink«it, 

geistlitlie. 
PaDeg7rikan,litnrg.Biich  168. 
Panetius  J.  B..  Kanuelit  70. 
Poniotea  441. 

PanodoToa  388.  340  f.,  860. 
pBDoplia.  anonvnie  210. 
Panormo*  2-53,"  41.1.  769. 
Piuiwlcdos  Manuel   llL'2. 
Paataleun.  l'reBhyter  des  Klii- 

atera  roi*-  Bt^atniur  167. 
Pantal««].  DbkoD  iu  KpeL 

Paoegjrriker  167. 
Paut«chiiea.  Hufant  476. 
Pantechnea    Kuaatautln    474, 

475. 
I'anteUenion,  der  lil.,  lltrimw 

Ilf.  711,  784.  786. 
Pantomime  B44. 
HBT-ih  ^    Prii!i>l4!r  530  f. 
I'apiii.1  Ton  Iliurapolia  139, 207. 
Puppo»  6i;l. 
Pnp^ri<in.  Kiut«1l  922. 
PiirnblepUiui»  467. 
Puiadcisoplaiitu  478. 
ParudiM  de»  Job.  ü«oinetres 

734. 
Parudoxogratlunht,    H«ide]* 

hcrger  264. 
Par&ueMU  1 15.  447  f..  45«  ff., 

463  f..  R02  ff. 
Parnllolen,  die  hl.  216  ff..  261. 
Parupli  maco  k  aiuil«pnidilicber 

Werke  321.  378.  283,  SOM. 

H4ti  f..    «57  U    877,    879, 

890  t.  444.  547  f..  555,  619, 

7W,  »10.  900  f.* 


BcigiBter  der  Peraonea 


l>i»Mkeu«.diehl.  IW.  lt».1«l. 
{'■rwpondylM  a.  Zotikok 
hwdoa  B,  ar«^»Tkia  voa  Ko- 

rlnlk. 
l>u«mboUtM  76S. 
PaHs.  OrtMl  dw  780. 
Pmmk  ConiiM  der  liys.  Hi- 
storiker -iäl  r. 
Paikja  412. 
Purin«  763.  887. 
PaiKdicii  80»  f..  884;  •.  «uch 

Sptolwoten. 
PwÖmiotEnplii*  "■  Sprich- 

wOrtar. 
PaschaH*  11.  P&prt  1019, 
PA*pnW  1141. 
HMMiomtwpiol  s.   Ohristna  |m- 

liens. 
Pataplos  d«r  hl.  I6&. 
PaMuo  EUBUehiua  «T8. 
PaterUia  1S8. 
PstmoB  SOT.  -V)».  MB.  510. 

1110.  IIU. 
Patra«  .^24,  1071,  1IS4. 
|>atria,d.h.L'rBM<ihtclit«n  130, 

8^8,  33.'>  (8  18»   Aiun   4), 

4aS  f.;  426.  7ü4. 
Patriardi«!!,   Otmcliidit«  d«r 

lOßS. 
PatribiaaKaMtAuUDoii5ÜS|a  ]. 
Pntrikiaii  von  Myblene  rieh